Nr. 261 Zweiter Blatt 160. Jahrgang Erscheint tißUch mit Ausnahme bei SannragL. Die „Stetzruer FmnMrndlätter- werden dem „Anzeige^ Viermal wöchentlich betgelcgt, das „KteUbktfl f6f bei Kreil Eietze«^ jroetmol wbcheniltch. Die ^Laudwtrtschaftltcheu Seit» fraget erschemen monaüich zweunal. Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gberhessen Montag, 7. November WO Äotettentbnicf tmb vertag der vrühk^ch« Unwerftläts - Brich- und 6iehit>ruderet R Lanße. Sieben. Hebaftto«, Expedttto« enb Druckerrft Schulst ratz« 7. Exvedttian und Vertag: Redattwrn^EIir. Tet-Adr^ AnzergerG letze» Die erst« Programmrebe des RefdjstagstanöiOaten Profefior Gisevius. △ Grünberg, 6. Nov. Der große 6acl tm GasthauS xmn „Rappen" war heute von Bürgern aus Grünberg und den umliegenden Orten bis nach Odenhauscn und Lindenstruth dicht besetzt, hielt doch Professor GiseviuS, der nationoliberale Kandidat für den ReichstagSwahl- kreis Gießen-Gründerg-Nidda, seine erste politische Programmrede. Der WahlkreiSvörsitzende, Rechtsanwalt Kaufmann, eröffnete um 4 Uhr die Versammlung, steNte zunächst den Reichstaaskandidaten vor und betonte, daß die nationalliberale Partei mü diesen Versammlungen nicht etwa den Wahlkampf eröffnen wolle, sonder» nur den Zweck verfolge, Professor Gisevius mit den Wählern zeitig befaimt zu machen und die politischen Richtlinien zu zeigen, die der Kandidat für sich festgelegt habe. Es sei dieS besonders notwendig geworden gegenüber den Angriffen, die gerade in letzter Zeit gegenüber der nationalliberalen Kandidatur in verschiedenen Blättern erfolgt seien. Hieraus ergriff Professor GiseviuS das Wort zu seinem Vortrag ^Aufgaben unserer heutigen Politik'. Zunächst teilt er mit, wie er zur Annahme der Kandidatur gekommen sei, obwohl er bislang nicht an eine parlamentarische Tätigkeit gedacht habe. Es sei ihm mitgeteilt worden, der bisherige Kandidat der Rationalliberalen, Kommerzienrat Heiligen- st a e d t, habe bestinmtt abgelehnt. Er sei daraufÜn zum Reichstag -abgeordnetcn Köhler-LangSdorf gefahren. Köhler habe ihm erklärt, daß er nicht mehr kandidiere und ihn beauftragt, die- dem W a h l k re i s v o r- sitzendeu der n a t io n a l l i b era len Partei mitzuteilen. Erst nacktem er die Gewißheit gehabt habe, daß er mit der Annahme der Kandidatur weder gegen den jetzigen Mandats- inhaber, noch gegen den früheren natwnalliberalen Kandidaten unfreundlich handle, habe er sich zur Uebernahme der Kandidatur bereit erklärt. DieS sei in der Absicht geschehen, nicht zu trennen, sondern um die bürgerlichen Parteien zu einen gegen die drohende sozialdemokratische Gefahr. Gerade die Erfüllung dieser Aufgabe solle durch seine Kandidatur gefördert ron en, weil er sich seither vollständig der ausgesprochenen Parteipolitik fern gehalten habe. Er stehe aber auch auf dem Standpunkte, daß in unserem Vaterlande heute noch der Grundsatz gelte „EiueS Mannes Wort darf flicht gebrochen werden". Alsdann ging der Redner auf sei» Programm über, das, wie er betonte, bisher öffentlich noch nicht bekannt gegeben worden fei Zunächst streifte er kurz die Stellung der national- liberalen Partet der er sich im Falle seiner Wahl anschließen werde, zum Reich und Einzel staat. Auch sein oberster Grundsatz sei es: Dal Vaterland über die Partei, daS Allgemeinwohl über alle Gonbertntereffen. Jeder Staatsbürger habe nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, das müsse gerade in den heutigen Zeitläuften betont werden. Der Segen des jetzt 40 jährigen Frieden- fei allen Berufsständen lugnte gekommen, deshalb müsse alles petzrn werden, um diesen Frieden zu erhalten. Dazu sei aber ein allzeit schlagfertiges Heer und eine starke Flotte nöttg. Gerade die letztere sei jetzt mehr denn je für unser Vaterland unentbehrli chgeworden. In 1870 habe Deutschland noch mehr Brvtfrucht produziert, alS seine Bevölkerung nötig gehabt habe. Heute müßten wir au- dem Ausland und den Kolonien Brotfrucht zur Ernährung unseres Volke- einführen. Andererseits seien die Erzeugnisse unserer Industrie so an gewachsen, daß sie im Inland nicht alle abgesetzt werden könnten und deshalb exportiert werden müßten. Zu alle dem brauchten wir eine große Handelsflotte, und diese habe wieder den Schutz einer starken Flotte notwendig, denn im Falle eines Krieges würden sonst unsere Handelsschiffe al- gute Beute vom Feinde gekapert und bann bestehe bk Gefahr, daß wir ausgehungert würden. Daß unsere Handelsflotte sich auS nichts empor gearbeitet habe bis zur zweitgrößten der Welt, zeige doch, daß wir uns in dieser Beziehung » günstiger Entwickelung befinden. Auch unsere Stellung im internationalen Völkerkonzert werde am besten durch unser Heer und unsere Flotte gesichert: das hätten die Vorgänge im vorigen Jahre gezeigt, alS wir dem österreichischen Bundesgenossen die Treue aehalten und dadurch Europa vor einem verheerenden Kriege bewahrt haben. Außer Heer und Flotte hätten wir noch andere Einheitsgüter — so führte der Redner weiter aus —, deren Erhaltung uns am Herzen liegen muß. So z B. daS gleiche, direkte und geheime Wahlrecht -um Reichstage, für dessen Erhol tung er ehtrrrten würde. Dazu gehört weiter die Erhaltung unseres Deutschtums, die Förderung der Kolonialpoli- N k, die gerade in den letzten Jahren eine so überaus günstige Entwickelung unserer Kolonien gebracht hat. Auch die Entwickelung der Reichseinrichtungen in nationalem - und freiheitlichem Geiste muß uns am Herzen liegen bei voller Wahrung der Rechte der Einzelftaaten. Entschlossene Abwehr aller reaktionären und aller radikalen Tendenzen, Fern- halwng jeglicher Nebenregierung ist notwendig. Prof. Gisevius ging dann aus die M i t t e l sta n d S p o l i - tif über und behandelte insbesondere fügende Stände: 1. Den Handwerkerstand: Der schöne Satz, das Handwerk hat einen goldenen Boden, hat heute leider keine Geltung mehr. Das Handwerk ringt vielmehr schwer um seine Existenz. Ihm muß geholfen werden und das ist auch möglich. Zunächst muß wieder Treu und Glauben gelten wie in früheren Zeiten. Die Auswüchse des Submissionswesens sind zu beseitigen, die Förderung und gedeihliche Fortentwickelung der ländlichen Fortbildungsschulen ist im Auge behalten. Durch den kleinen Befähigungsnachweis ist erfreulicherweise bestimmt worden, daß nur derjenige Lehrlinge ausbilden darf, der Meister in seinem Fache ist. Hier können Staat und Gemeinde nun auch helfen, indem sie ihre Arbeiten in erster Linie nur Meistern übertragen. Selbst die größten Arbeiten können von den Handwerkern übernommen und ausgeführt werden, wenn sich die Meister zu Meistergenossenschaften zusammenschließen. 2. Der Kaufmannsstand: Hier Ragen mit Recht insbesondere die D e t a i l l i st e n über die drückende Konkurrenz der Warenhäuser und Abzahlungsgeschäfte. Verbieten kann man diese Institute nicht, aber man kann durch entsprechende Sonderbesteue- rung ihre Konkurrenz auf eine gesunde Grundlage zurückführen. Auch dem Treu und Glauben Hohn sprechenden unlauteren Wettgewerbe muß mit allen gesetzlichen Mitteln entgegengearbeitet werden. 3. Handel und Industrie: Beide kann heute kein vernünftiger .Mensch missen wollen, denn Deutschland ist heute nicht mehr ein reiner Agrarstaat, sondern ein Agrar- und Industrie-Staat. Unsere Industrie ist die beste Abnehmerin der Landwirtschaft sowohl in Bezug auf deren Erzeugnisse, als auch deren Menschemnaterial. , Sie nimmt Brot ab und gibt Arbeitsgelegenheit für viele. Die deutsche Industrie hat ihre Daseinsberechtigung und darf ebenso wie die anderen Berufs stände Schutz und Förderung durch den Staat fordern. Auf welcher Höhe sie steht, hat erst jetzt wieder die Brüsseler Weltausstellung gezeigt. 4. Der Beamten stand: Es ist hier notwendig, angemessenes Gehalt, Pension und Hinterbliebenen-Versorgung dem Reichsbeamten zu bewähren, der andererseits auch höhere Pflichten und weniger Freiheiten seinem Brotgeber gegenüber hat. Immerhin nuissen auch die Beamten auf die Z. tatsächlich vorhandene Finanznot Rücksicht nehmen. Auch den Privatbeamten muß aufgeholfen werden. Hier ist eine vernünftige Versicherung an- zustteben, bei deren Einrichtung aber die Erfahrungen der Arbeiter-Versicherung berücksichtigt werden müssen, damit diese nicht zu kostspielig nrirb. 6. Die Landwirtschaft. Die Statistik der letzten Jahre zeigt, daß die Zahl der Landwirtschaft tteibenden Bevölkerung ebenso ständig wächst, wie sich die Produktion von Jahr zu Jahr mehrt. Ohne daß her Grund und Boden mehr geworden ist, produziert imfete Landwirtschaft heute 400 Prozent mehr als vor 100 Jahren. Seit 1898 haben sich die Erzeugnisse des Kartosfelbaues um 180 Proz., die des Getreidebaues auf das eineinbalbsache vermehrt. Der Viehstand hat sich um das doppelte gehoben. Um mir eine Gattung herauszugreifen, wies der Redner darauf hin, daß der Schweinebestand seit 1860 um 340 Prozent gestiegen ist. Der Bauernstand ist also unser Nährstand, obwohl er nur 30 Proz. der Gesamtbevölkerung umfaßt. Er ist aber auch unser Wehr stand, denn er stellt 61—62 Proz. aller Rekruten, also doppelt so viel, als er nach seiner Stärke zu stellen hat. Er ist aber auch der Jungbrunnen für unsere Großstädte und das Reservoir, aus dem unsere Industrie ihren Arbeiterersatz nimmt. Aus allen diesen Gründen muß die Landwirtschaft in ihreifl Bestand erhalten und geschützt werden. Das ist geschehen durch unsere Zollschutzgesetzgebung, die aufrecht erhalten werden muß, einmal weil dies für unsere Landwirtschaft unbedingt notwendig ist, zum anderen aber auch, well der Schutzzoll sich allmählich zum Finanz zoll entwickelt hat, indem er dem Reich jährlich 266 Millionen Mark Einnahmen verschafft. Notwendig ist auch für die Landwirtschaft ein gesunder Viehschutz gegen die Seuchengefahr, denn durch die Seuchen ist unserem Heue Dokumente über Napoleons heirat mit Marie Luise. Erwecken tetr die Zeit vor hundert Jahren vor unserem edftigen Auge, so sehen wir den Mann, der damals einer Welt seinen Willen ausgezwungen, auf der Sonnenhöhe seiner Macht. Napoleon gebot, nachdem er den alten Habsburger Staat niedergerunaen und mit dem Zaren ein Schutz- Unb Trutzbündnis geschlossen hatte, unumschränkt auf dem europäischen Kontinent, und die höchste Krönung seiner Pläne und Ziele sollte ihm nun die Begründung einer eigenen Dynastie bringen, die ihn mit einem der vornehmsten Herrschergeschlechter verbrüderte und ihm den ersehnten Erben seiner Reiche schenkte. Die plötzliche Verlobung und rasche Vermählung Napoleons mit Marie Luise, der Tochter deS österreichischen Kaders, die die Erfüllung dieses Strebens bedeutete, tarn der ganzen Welt höchst überraschend. Hatte doch der Franzosenkaiser bald nach dem Frieden von Schönbrunn eine offizielle Werbung um eine Zarentochter nach Petersburg ergehen lassen, und erschien es doch zudem den treuen habsburgischen Untertanen säst Unmöglich, daß Kaiser Franz seine geliebte Tochter dem „Antichrist" zur Ehe geben wurde, gegen den er noch vor wenig Monaten einen verzweifelten und blutigen Kamps Um die Existenz seines Reiches geführt hatte! Die tiefer liegenden Gründe für diese, aanz Enrova bi Aufregung versetzende Vermählung, die seinen diplomatischen Fäden, durch die diese Beziehungen angesponnen Und verknüpft wurden, waren bisher noch nicht völlig auf- geklärt. Auf Grund neuer Dokumente stellt nun der geistvolle Biograph Napoleons, Professor August Fournier, den wahren Verlaus der Dinge in der „Deutschen Revue" dar. Napoleons Bewerbung um die fünfzehnjährige Zarentochter war nicht ernst gemeint; sie sollte nur sein gutes Einvernehmen mit Rußland dokumenliren. Eine rasche Vermählung, an der ihm vor allem lag, war mit dieser kaum erwachsenen Braut nickt möglich; außerdem hätte eine anders- aläubige Frau auf dem Thron von Franlreich den drohenden Konflikt mit der Kirche nur verschärfen müssen, und vor allem sah der Kaiser auch voraus, daß die russische Allianz, der polnischen und wirtschaillichen Fragen wegen, in nicht langer Zeit zujammenbrecyen werde. Er wollte daher eine Verbindung mit dem österreichischen Hause, dessen Freundschaft ihm für den bevorstehendenKompf inRuß- land sehr wichtig erscheinen mußte, zumal die längst erwachsene Marie Luise auch sonst seinen Wünschen besser entsprach als die junge Russin. Einzelne Andeutungen dieser Art waren hon dem Imperator ausgegangen. Am 15. September 1809 hatte er an den Kaiser Franz geschrieben, es werde nach dem Friedensschluß nur von ihm ab hängen, das Band zwischen den beiden Staaten fester zu knüpfen. Während der letzten Verhandlungen über den Frieden in Schönbrunn hatte er die Bemerkung fallen lassen, Oesterreich sei mit seinen Heiraten stets glücklich gewesen. Diese sehr vorsichtigen Anspielungen wurden nun von dem neuen österreichischen Minister des Aeußeren, dem Grasen Metternich, aufs eifrigste aufgenommen und weitergeführt. Er mußte sich bei Dem allmächtigen Franzosenkaiser, der sich gegen ihn ausgesprochen hatte, in seiner neuen Stellung erst fest in den Sattel setzen, und zudem glaubte er auch der österreichischen Dynastie nicht besser dienen zu können als mit dieser Heirat, durch die die Existenz der Monarchie sicher gestellt, und ihr eine Ruhe- und Friedensfrist aegönnt wurde, bereit sie zur Erholung aus tiefster Erschöpfung dringend bedurfte. Metternich hat sich später ganz ollen dazu bekannt, die Heirat in Vorschlag gebracht zu Haven, und auch Napoleon sagte kurz vor seinem Sturz im Jahre 1814: „Kann Metternich vergessen, daß meine Heirat mit einer österreichischen Herzogin fein Werk ist?" Zunächst wurden die Verhandlungen sehr behutsam mit einem Vertrauensmann des französischen Ministers Maret, Alexandre de Laborde, geführt, aber bald nach Paris hinüber gespielt, wo der etwas schwerfällige österreichische Botschafter Fürst Karl Schwarzenberg die Angelegenheit nur recht langsam betrieb. Unterdessen hatte aber Napoleon seine frühere Gattin Josephine, von der er sich soeben „im beiderseitigen Einvernehmen" getrennt hatte, dazu veranlaßt, in einer Unterredung mit der in Paris zurückgebliebenen Gräfin Metternich Den Wunsch Napoleons nach einer ehelichen 23er* biudung mit einer österreichischen Prinzessin osten auszu- sprecheu. Die Gräfin nahm sich nun der „granbe affaire" mit Feuereifer an; der ungeschickte Schwarzenberg machte aber in weiteren Verhandlungen geltend, daß Die Erzherzogin naturgenläß Abneigung gegen Den Käfter ernp- Nationalvermögen über eine Milliarde genommen worden. Man wende nicht dagegen ein, daß dadurch eine F l e i s ch n o t entstehe. Zurzeit wird das Quantum lebenden VieheZ, das auÄ Rußland, Oesterreich und der Schweiz in Deutschland eingeführt werden darf, nicht eingeführt, und der Fleischverbrauch ist bis 1908 Pro Kopf der Bevölkerung derselbe geblieben. Aus den letzten Jahren liegen die Zahlen noch nicht vor. Erst wenn die vom Ausland eingeschleppten Seuchen unsere Viehbestände vernichtet haben, dann erst wird man erfahren, waS Fleischnot in Wirklichkeit ist. Also nicht nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern im Interesse des gesamten Volkes nnb dessen Ernährung ist ein Schutz gegen die Seuchengefahr unbedingt notwendig. 6. Der Arbeiter st and. Mit der sozialen Gesetzgebung steht Deutschland an der Spitze aller Staaten, und trotzdem ist ihre Entwickelung noch nicht abgeschloffen; sie muß weiter ausgedehnt werden auf die Witwen und Waisen. An dem Koa- l i t i o n s - und Streikrecht des industriellen Arbeiters soll nicht gerüttelt werden, denn diesem gegenüber können sich die Arbeitaeber in Jnteressenverbände zusammen schließen Das ist in der Landwirtschaft nicht möglich, da durch einen Streik die Erzeugnisse der Arbeit eines ganzen Jahres vernichtet und eine Hungersnot herbeigeführt werden kann. Deshalb darf dem landwirtschaftlichen Arbeiter ein Streikrecht im Interesse der Volkse gesundheit nicht zu^ebilligt werden. Der Redner ging dann auf daS Finanzwese« des Reiches über und stellte sich auf den Standpunkt, daß in Zukunft von der Schaffung neuer indirekter Steuern abgesehen und^ wenn überhaupt, zunächst nur direkte Steuern beschlossen werden dürfen. Hier ist in erster Linie eine Reichs-Vermögen S-^ verbundenmiteinerReichs-Einkommensteueran- zustreben und, wenn beide nicht möglich seien, eine Erbanfall-4 steuer zu beschließen, wobei möglichst alle Härten für die Sanin wirtschaft und den Mittelstand vermieden werden müssen. Zum Schlüsse wies Prof. Gisevius nochmals eindringlichst darauf hin, daß jetzt einmal ein Strich unter daS gemacht werden müsse, was der jetzige Reichstag vielleicht Unrechtes beschlossen habe. Heute gilt es, für die Zukunft zu sorgen und Vorkehrungen zu treffen, daß die staatserhaltenden Parteien im Kampfe gegen den Umsturz zusammenhalten. Der Redner eiTIärt sich wieder holl bereit im Sinne seiner heutigen Ausführungen im Falle seiner Wahl im Reichstage tätig sein zu wollen, hoffe aber auch, daß ein jeder nationalgesinnter Wähler sich seiner Pflicht bewußt sei und mithelfe an der stetigen Fortentwicklung des deutschen Vata> landes. Hatten die Zuhörer den 1'/^stündigen Ausführungen deS gewandten Redners mit gespanntester Aufmerksamkeit zugehört und ab und zu mit Zustimmungen begleitet so folgte am Schluffe des Vortrags ein sehr lebhafter, ja begeisterter Beifall. Besonders! stimmten die Zuhörer auch bei, als der Redner gegen i eb< weitere indirekte Steuer und für eine Vermögens- und Reichs-Einkommenstener, sovig für die Erbansallsteuer sprach Rechtsanwall Kaufmann dankte für bk Ausführungen des Kandidaten, der sein Programm klar entwickelt habe, das er im Reichstag vertreten werde. Nach etwa 10 Minuten Pause eröffnete der Vorsitzende die Aussprache. Nach wiederholter; Aufforderung meldete sich nur Lehrer Schweitzer- Odenhausen Aunt Wort Er sprach als nationalliberaler Wähler seine Befried digung über die Rede des Professors GiseviuS aus, der die Jittern essen aller Stände, Industrie und Landwirtschaft, Handwerk und Beamte, wahren wolle. Jeder müsse sich als ein Glied der Dok^ famllie fühlen; nur dadurch könne der Kampf gemildert werden^ Rechtsanwall Kaufmann schloß um 61/* Uhr die Versamm^ lung mit einem Hoch aufs deutsche Vaterland und daS Heffenland. Am SamStag abend hatte Professor GiseviuS über das gleiche Thema in Steinbach gesprochen. ' " ”■ ' - 1 »”■ ■' ..... i. -u. j,7 Brianö als Redner. o Paris, 6. Vvv. Selbst unter den unerbittlichen Feinden des Minister-, Präsidenten, der gegen die Revolution einen Schutzwall"' aufzurichten unternommen hat, wagt niemand an der Redegewalt dieses durch die letzten Ereignisse zu mächtigem Ansehen nicht nur in Frankreich, sondern in g warte, daß Napoleon dem österreichischen Kaiser eine dev abgetretenen Provinzen, etwa ein Stuck von Oberösterreich^ zum Entgelt zurückgeben werde. Davon wollte aber der Imperator nichts wftsen, sondern ließ mm die Angelegenheit ruhen, bis sie eine plötzliche Wendung zu raschem Abschluß brachte. Metternich hatte seiner F-rau in einem für Josephine bestimmten Briese mit geteilt, daß eine Werbung Napoleons bei der Erzherzoain sicher auf keinen Widerstand stoßen werde. Diesen Brief spielte die Gräfin S^rpolemr selbst in die Hände, und nun tat der Franzosenkaiser den entscheidenden Schritt, da er sich überzeugte, daß von einem politischen- Entgelt an Oesterreich nicht mehr bie Rede fein werde. Er sandte seinen Stieffohn BeanharnaiS zu Schwarzenberg, damit er ihm die offizielle Werbung und zugleich die Aufforderung Überbringe, sogleich den HeiratS- kontrakt abzuschließen und zu unterzeichnen. Ta^ daraus war alles in Ordmmg gebracht Nur noch eine Kleinigkell blieb: die Zustimmung Der Braut für die Ehe zu gewinnen. Das kostete noch einige Schwierigkeiten, aber schließlich brachte dde vereinte Autorllät des DaterS und deS kirchlichen Nuntius Marie Luise zu dwn großen Entschluß Die eigentliche Entscheidung hatte die Gräsin Metternich herbei- geführt, wie aus einem Briefe an ihren Gemahl hervorgeht „Da ist nun das große Geschäft beendet, schrieb fie. „Gott sei gelobt und gebe feinen Segen dazu! Ich will mich nicht rühmen, aber ich habe nicht wenrg beigetragen, daß die Sache gelang. Jyr Brief hat einen großen Eindruck hervorgebracyt, zwar nicht bei der Person, für die er bestimmt war — fie hat rhn gar nickt zu Gesicht bekommen, sondern bei einer hohen Persönlichkeit, die ihn in Händen hatte. Aber um Gottes willen sprechen Sie nicht darüber. Fürst Schtvarzenberg weiß nichts davon; er war sogar dagegen, daß ich von Dem Schreiben überhaupt Gebrauch mache. Ich bin da ganz allein meinem kleinen Kopfe gefolgt" • — Kurze Nachrichten aus Kunst mWissenschaft. Tie Akademie der Wissenschatten in Stockholm beschloß, den diesjährigen Nobelprels für Physik dem Professor I. D. van der WaalZ-Amsterdam wegen seiner Arbeiten über den Zuslanö der Gase und Flüssigtetten zu erteiUn. mne Durch die Elektrizitätswerke und Installations- Geschäfte zu beziehen Auergesellschaft.BernnO.17 ** Unaufgeklärt. Bei einem hiesigen Goldarbeiter erschien am Samstag eine Frau, um einen Ning gegen eine alte goldene Damenuhr einzutauschen. Nachdem sie sich entfernt hatte, ohne daß der Tausch erfolgt war, vermißte der Goldarbeiter einen Ring aus dem Kasten, es Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Nov. 1910. e£ sich, in diesem Jahre früher als :fonft eingestellt, wenn wir hier in der Stadt auch noch stvcmg davon merken. Auf dem Hoherodskop lieg toon Schnee und von dem Klubhaus an dehnt sich eine »l-e, lückenlose Sch n eed eck e durch den O b^ X? Hochwaldhausen, die überall eine Mindesthöhe von 10 Zentimeter aufweist. Der Schnee lag ton die Mitte der vorigen Woche noch höher, aber da es am .yrertag und Samstag geregnet hatte, war sie naturgemäß ■ettoas zuruckgegangen In der Nacht zum Sonntag sank die mn Klubhaus auf 4 Grad Kälte und heute |fru§ 9 Uhr schneite es, wie wir auf telephonische Anfraae erfahren, wieder recht lustig. Gestern schon tummelten sich feuuge Herren vom Gießener Schiklub, denen Gastwirt teilt mehrere Paare Schneeschuhe zur Verfügung gestellt öergnugt auf der blinkenden Schneefläche. Es wird tilfo nicht mehr lange dauern, bis der Wintersport wieder Einkehr tm Oberwald halt. o führ er verein. Am Samstag veranstaltete der Gießener Lokomotivführerverein im Re stau- Tant zum Felsenkeller einen Vortragabend. Der Vor- •tragenbe, ^usuiann Schwarz von hier, verstand es vortrefflich, an der Hand von Lichtbildern die Anwesenden feier feine Evlebmsse und Eindrücke während seines zwölf- x??natlichen Aufenthalts in den deutschen Besitzungen der ^Sudsie zu unterhalten. Nachdem so ettoa 2 Stunden mf —m. Fried b e rg, 6. Nov. Gestern wurden sämtliche Spielautomaten nebst Inhalt polizeilich beschlagnahmt. .Das Einschreiten der Behörde wird besonders bei manchen Hausfrauen, deren gewissenlose Männer ihren ganzen Mochenlohn verspielten, die größte Freude Hervorrufen. L. Bad-Nauheim, 6. Nov. Zurzeit finden Vermessungen für oie Feldbereinigung unserer Gemarkung statt. Durch die Feldbereinigung werden Veränderungen stattfinden, die für unsere Badestadt von einschneidender Bedeutung sind. Eine neue Kreis st raße wird erbaut werden zwischen Bad-Nauheim und Friedberg, die kaum eine halbe Stunde lang sein wird. Mit teilweiser Benutzung des Städterweges führt sie von unserem alten Friedhöfe nach Friedberg. Sie wird eine Breite von über 20 Meter erhalten und wohl die breiteste Fahrstraße unseres Landes sein. Wahrscheinlich wird sie beiderseits mit Alleen eingefaßt und auch Raum für eine elektrische Bahn bieten. die Nrt, wie parkamenkarische Debatten zü führen sind, wie die Massen in öffentlichen Versammurngen von der Rednerbühne aus behandelt werden müssen? Der Abgeordnete des Sarthe-Departements Mauride Ajam hat darüber von dem Mnifterpräsidenten einen sehr interessanten Brief erhalten, den er für eine Studie benutzte, in der Jan res und Brian d als Redner gegenübergestellt werden. In dem Schreiben erNärt Herr Briand: ,Zch bin für die Jmprovisierung der Form. Nachdem ich reiflich über den Gegenstand nachgedacht, den ich zu behandeln mir vorgenommen habe oder der mir durch die Ereignisse auf- gedrungen wird, nadjbcm alle Für und Wider der Argumente non mir erwogen wurden, die geltend gemacht werden könnten, Nachdem ich sie dann in Unterhaltungen mit politischen Freunden sorgfältig kontrolliert habe, bemühe ich mich, wenn ich auf die Rednerbühne gestiegen bin, mein tzirn von jeder Sorge über die Form frei zu halten und gebe mich der Jmprovisierung hin. Ich habe stets die Vorbereitung der Form als eine Sklaverei für den Geist angesehen, der durch die Sorge befangen, die literarische Vollkommenheit der Rede zu erhalten, der Freiheit beraubt wird, aus den Argumenten zu schöpfen, die er bei der Vorbereitung im Studienzimmer nicht vor aussehen konnte, die aus der Erörterung selbst auftauchenj und die sehr häufig entscheidend sind. Eine Rede ist für mich kein literarisches Werk, sondern eine Tat. Eine Rede ist nicht dazu da, gelesen, sondern angehört zu werden. Die Form kommt in letzter Linie; die hervorgerufene Wirkung, das erzielte Ergebnis ist alles. Man findet oft eine größere Durchdringungskraft in einem Satze, in dem unter dem Einflüsse der 2lufregung, die sich aus der Umgebung dem Redner mitgeteilt hat, Subjekt, Verb - und Attribut gegen die Regeln der ' ' -am- Matik sich auflehnen, üls in gewissen rednerischen Period^ die hinsichtlich der Form viel vollendeter find und einen viel reren Tonfall besitzen." Zur Charakterisierung der Art Briands fügt Abg. Aiam litten: ,Herr Briand spaziert während seiner Rede in oem Meinen Raum herum, über den er verfügt; er nimmt einen i)er Einwände nach dem anderen vor und bearbeitet sie mit nervigen Händen, zerstört sie Stück für Stück mit der Zarten Vorsicht eines Uhrmachers, der die Räder einer Uhr auseinander nimmt, bevor er sie repariert. Und während diese feine.Arbeit vollführt, zwingt er feine Hörer mit dem Sange seiner einschmeichelnden Bcrritonssimme in seinen so angenehme Weise verflossen wären, lohnte reicher Beifall die interessanten Ausführungen des Redners. ** Der Turn v erein hielt am Gamstag abend in seiner Turnhalle bei sehr gutem Besuch fein Wiuterfest ab, das sehr gut verlief. Die Kapelle des Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm" bot unter der umsichtigen Leitung des Obermusikmeisters £ ober ein sehr gewähltes Konzertprogramm, das mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Namentlich die Solodarbietungen der Herren Hei- ni9 (Violine), H erm ann (Violoncell) und Schridele (Posaune) gefielen sehr. Der turnerische Teil des Abends brachte ein Barrenturnen der ersten Riege unter Leitung des Vorturners Bepler, das eine schöne Probe der turnerischen Arbeit des Vereins bot, sowie sehr gefällige Stuhlpyramiden, die von Turnwart Heuser recht geschickt eingeübt worden waren. Der Sängerchor brachte unter f entern Dirigenten Herrn (F ischerein hübsches Potpourri „Wein, Weib und Gesang" zu Gehör. Der Chor bat an Mitgliederzahl zugenommen und hat auch sonst Fort-! schritte gemacht. Ein hübsches Duett, gesungen von den Herren Singel und Lehmann, sowie ein gefühlvoller Liedervortrag der letztgenannten Herren, sowie humoristische Vorträge des Herrn Straub vervollständigten das Programm in glücklichster Weise. Ein Ball schloß sich an, der ebenso tote der Sonntaasausflug nach dem Philosoph en- wald bei zahlreicher Beteiligung bestens verlief. ** Vom Vogelsberger Höhenklub. Die I nächstjährige Hauptversammlung des Gesamt Vereins, die in Laubach stattfindet, wurde auf den 28. Mai fest- .gesetzt. Das Hoherodskopffest wird am ersten Sonn- tajg im Juli — 2. Juli — abgehalten. ( ?) Einzweiter Brieftaubenklub hat sich hier gebildet, der den Namen „Germania" führt und vom Kriegsministerium bereits anerkannt ist. Die Mitglieder der neuen Vereinigung sind ältere Brieftaubenzüchter, die das Brieftaubenwesen rein sportlich behandeln wollen. ** Besitzwechsel. Weißbindermeister Eduard Kohle rm ann hier verkaufte sein Anwesen Ecke Großer Stein--1 weg und Eichweg zum Preise von 38000 Mark durch Vermittelung des Herrn H. Tamm an Herrn Karl Drolsbach, Eheleute hier. Pans, 5. Nov. Amtlich verlautet, das neue Ministerium beabsichtige keineswegs die Freiheit der Syndikate zu verletzen. Aber es wolle den Arbeitern und Angestellten der öffentlichen Betriebe das Recht entziehen, sich behufs Vorbereitung 5um Ausstande gemeinsam zu verabreden. Man müsse diesen .Arbeiterkategorien offen erklären, daß sie das Koalitionsrecht nicht besitzen. Viele Arbeiter und Angestellten würden dann wohl auch Zögern, in einen Ausstand zu treten, falls ihnen der Gebrauch dieser für die Interessen des Landes so gefahrvollen Waffe untersagt würde. Briand will ein S ch i eds g e r i ch t schaffen, welchem alle Wünschen und Beschwerden der Arbeiter zu unterbreiten wären -Dadurch würden die Zwistigkeiten jedenfalls eine Verminderung erfahren. Vie zweite Lesung der Zustizgesetze im Ausschuß. :: Berlin, 6. Nov. Der Strafprozeßausschuß setzte am Samstag die Beratung des Abschnittes H aup t v er h an dluu g fort. In 5)er ersten Lesung batte der Ausschuß zu dem § 254 einen Zusatz gemacht, nach dem das Gericht die Entstellung des Verfahrens auszusprechen hat, wenn die Ermittlung des Sachverhalts durch Versagung der Genehmigung zur Ablegung des Zeugnisses eines Beamten gehindert wird. Dieser Zusatz wurde wieder gestrichen. Zu § 259, der von der Urteilsformel Handelt, lagen mehrere .Anträge und eine Entschließung vor, den Bundesrat zu ersuchen, über die Ursachen der zur gerichtlichen Aburteilung gelaugten strafbaren Handlungen bie Aufnahme und Veröffentlichung einer statistischen Nachweisung zu veranlassen. — Sämtliche Anträge, sowie die Entschließung wurden abgelehnt und $ iu oer Fassung der ersten Lesung angenommen. Nach Abschluß der Aussprache über die Entschließung sand erne lebhafte Aussprache über einen Artikel des „Vororts" statt, der den gestrigen Beschluß des -Ausschusses Ausschluß der Öffentlichkeit, wenn persönliche ätnb rZ-amilienverhältnisse unnötig erörtert werden sollen nur scharf kritisiert, sondern auch einigen Ausschuß- hmtgliedern, wie diese glauben, falsche Anschauungen unter. Webt und die Begründung nicht angibt. Der Schluß des Artikels nennt diese Mitglieder des Ausschusses „Schutz. Patrone der Revolverpresse". Der Ausschuß bedauerte in 1 einer überwiegenden Mehrzahl, wie sie bereits srüber -getan, derartige unrichtige Darstellungen und solche per. solche Angriffe auf ihre Mitglieder wegen beten Ab. Stimmungen. Die Beratung gelangte bis § 266 Nächste Sitzung Montag abend 6 Uhr. —m. Dorheim, 6. Nov. In vergangener Nacht wurde unser sonst so ruhiges Dorf in große Aufregung versetzt. Das Anwesen des Landtagsabg. Breidenbach war von einer Einbrecherbande aufgesucht worden. Gegen 2 Uhr nachts hörte Frau Breidenbach ein verdächtiges Geräusch; als sie längere Zeit sich still verhielt, vernahw sie deutlich- wie eine Türe geöffnet wurde und auch der ^agdhund int Hose laut wurde. Sie weckte ihren Mann, der sich mit einem Revolver nach den vorderen Zimmern begab. Hier befand er sich plötzlich drei fremden Gestalten gegenüber, die die Zimmer schon ziemlich ausgeräumt hatten. Besonders hatten die Einbrecher sämtliches Silber, sowie andere Wertsachen zurechtgelegt und sie waren gerade im Begriff, mehrere schon erbrochene Behälter zu durchsuchen. Herr Breidenbach gab sofort einen Schuß auf die Eini bringHnge ab, jedoch ohne zu treffen. Hieraus ergriffen die Verbrecher die Flucht, verfolgt von Herrn Breidenbach und dessen inzwischen herbeigeeilten Verwalter. Die Verfolgung , ging durch das ganze Dorf nach dem Bahnhof zu, wo die ,n Verbrecher im Dunkel der Nacht entkamen. Einer davon l stürzte auf der Flucht und überschlug sich, trotzdem entkam ’1 er vor den Augen seiner Verfolger über eine hohe Gartenmauer. Mehrere ihm nachgesandte Schüsse verfehlten in der Dunkelheit ihr Ziel. — Die Verbrecher hatten die Gartenmauer des Bretdenbachschen Hauses überstiegen und ein Kellerfenster ausgebrochen, worauf sie ihren Weg in • •»»p------------....... uvMta ucm jvuiurn es > Innere des Hauses nahmen. Hier hatten sie sich ein in befand sich vielmehr ein minderwertiger Ring an Stelle » H^se vorgefundenes Schlachrmesser zur Hand gelegt, eines echten Ringes. Er machte Anzeige, die Frau wurde Lunten es jedoch glücklicherweise nicht benutzen. Bon ihrer auch sistiert, da aber der Ring nicht in ihrem Besitz ge- ^te konnten sie nichts mitnehmen. funben wurde, blieb die Sache unaufgeklärt. Hessen-Nassau. Mgestürzt. Heute morgen w. BadOrb,5. Nov. Tie S^dtverordnetenversamm- 9er^r ier°es emr ^anmt'ei.b°r°mmerg°u energrsch protestiert, und so ist die Be. Sauerbach selbst müssen Achge Säufer öU in be.t ^ung in zw« Lager gespalten. - Bon dem chealen wrper fallen, abgebrochen werden Für die mfmÄ der bei der Einrichtung der Passionsfpiele der Arbeite» sind drei Jahre vorgesehen Zeichen leitttide war ist letzt nichts mehr zu spüren. Jetzt sind —-- y ' ,en' 1 die Passwnsspiele nur noch eine reine Geschaftssache. • Ein geheimnisvoller Luftballon. Aus einem Hause in Queesroad in dem Londoner Park Peckham ging nachts plötzlich, ohne daß man ihn vorher gewahrt chatte, ctn Luftballon nieder und führte zu einem bewältigen Volksauflauf. Die Bewohner des Hauses und die Nachbarn wurden des seltsamen Gastes erst ansichtig, als seine Gondel mit großer Gewalt auf das Dach ausstieß und einen Teil des Mauerwerks in die Straße fegte. Dabei entleerte sich der Ballon und hing nun wie ein mächtiges Segel von dem Dache in die Straße hinab. Polizei und Feuerwehr suchten die halbe Nacht hindurch die benachbarten Dächer nach Passagieren der Gondel ab, konnten indessen niemand finden. Man nimmt an, daß der Ballon beim Fülleti, und, ehe die Passaaiere die Gondel bestiegen hatten,