Bezugspreis: Wr. I ■><> Erstes Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 7. Jnli 1910 erscheint täglich, aufeer jÄk Mtz SomUags. - Beilagen: hW monatlich75Pf^viertel« viermal wöchentlich M Jl a. A A Jlk JÄkA M A A A. JL ZX A jährlich Mk. 2.20; durch assass|miAirAttAI* >1 itrAioAi*sswsts blatt fürdenUreirSietzen M W W V MM W W » MW WA ■LJP W M W MM M diePostLtt.S.-viertel- (Dienstag und Freitag); W W M W M W «k ßM W H Wi H M i H Bg WWW W tährll ausschl. Bestellg. ÄnwÄL£an6; WT W N K M, ||L 1W MM M Z°ii-npreis:l°k°lisW, wirtschajtliche Seitstage» 'QF Q UF Eg W ^3F W WF W M Wr M-WWe MN' auLwarts 20 Pstnniq. S-rnwe-ch-Anichlüs,-- IW ßlff ▼ HD ~ LH-stedakteur-A Goetz. !ur die Redaktion 112, fXJr UM Verantwortlich für den MU General-Anzeiger für Oberhessen bis vörnstttaA"s"ilh" Rotationrdnick und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und vrnckerei: Schulstraße r. feol': ®;0:Jüt5eJ1 ____ . __ siu Anzeigenteil; H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Herkunft der deutschen Unteroffiziere und Soldaten. Der „Reichsanzeiger" bringt eine ausführliche Uebersicht über die Ergebnisse der am 1. Dezember 1906 auf Veranlassung des Reichskanzlers bei den Truppenteilen vorgenommenen Erhebung über die Herkunft der deutschen Unteroffiziere und Soldaten. Wir geben daraus folgendes wieder: Bon den am 1. Dezember 1906 in der Armee und Marine dienenden, im Inland« geborenen 621210 Militärpersonen (Unteroffiziere, Mannschaften und Einjährig-Freiwillige) stammten ihrem Geburtsorte nach aus Preußen 63,79 Prozent (davon 8,88 Prozent aus Schlesien, 8,73 Prozent aus der Nheinprovinz, 7 Prozent aus der Provinz Sachsen, die wenigsten mit 0,12 Prozent aus Hohen- zoUern und ;1,38 Prozent aus dem Stadtkreise Berlin), aus Bayern 10,39 Prozent, ©adifen 6,60 Prozent, Württemberg 3,72 Prozent, Baden 2,84 Prozent, Hessen 1,89 Prozent, Mecklenburg-Schwerin 1,36 Prozent, Sachsen-Weimar 0,67 Prozent, Mecklenburg-Strelitz 0,22 Prozent, Oldenburg 0,67 Prozent, Braunschweig 0,93 Prozent, Sachsen-Meiningen 0,48 Prozent, Sachsen-Altenburg 0,37 Prozent, Sachsen-Koburg-Gotha 0,45 Prozent, Anhalt 0,70 Prozent, Schwarzburg-Sondershausen 0,19 Prozent, Schwarzburg-Rudolstadt 0,19 Prozent, Waldeck 0,14 Prozent, Reuß ä. L. 0,12 Prozent, Reuß j. L. 0,23 Prozent, Schaum- ourg-Lippe 0,09 Prozent, Lippe 0,34 Prozent, Lübeck 0,10 Prozent, Bremen 0,24 Prozent, Hamburg 0,54 Prozent, Elsaß-Lothringen 2,72 Prozent. Nach dem Ergebnisse von Untersuchungen, die sich auf die Größe der Geburtsorte beziehen, stammte der größte Teil dieser Militärpersonen aus den kleinen, ländlichen Gemeinden. Es waren geboren in Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern 398 513 (64,15 Prozent der Gesamtheit), in Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohnern 70 006 (11,27 Prozent), mit 5000 bis 20 000 Einwohnern 68 799 (11,08 Prozent) mit 20 000 bis 100 000 Einwohnern 45 777 (7,37 Prozent), in Gemeinden von 100 000 und mehr Einwohnern 38 115 (6,14 Prozent). Während gegenwärtig der größte Teil der Bevölkerung des Deutschen Reiches in den Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern lebt (57,41 Prozent der Gesamtzahl nach der Volkszählung vom Jahre 1905), waren also im Jahre 1906 noch fast zwei Drittel der im Dienst befindlichen Militärpersoneni in ländlichen Gemeinden geboren. Zur Feststellung der Ergiebigkeit, ute Die einzelnen deutschen Staaten und Landesteile in Bezug aus die Lieferung von Soldaten gezeigt haben, ist das „Soll" an zu stellenden Rekruten, das sich für sie errechnet, mit dem ,Lst" an ihrerseits gestellten Militärpersonen verglichen worden. Der Berechnung dieses „SoU" ist die Zahl der im Jahre 1885 im heiratsfähigen Mer von 20 bis 55 Jahren vorhanden gewesenen männlichen Bevölkerung zu Grunde gelegt. Dementsprechend steUte sich das „Ist in Ostpreußen auf 140 Prozent des „Soll", in Westpreußen auf 129 Prozent, Berlin auf 39 Prozent, Brandenburg auf 103 Prozent, Pommern auf 133 Prozent, Posen auf 123 Prozent, Schlesien auf 107 Prozent, Sachsen auf 134 Prozent, Schleswig- Holstein auf 94 Prozent, Hannover auf 100 Prozent, Westfalen auf 101 Prozent, Hessen-Nassau auf 95 Prozent, in der Rheinprovinz und Hohenzollern auf je 92 Prozent, int Königreich Preußen durchschnittlich auf 106 Prozent, in Nordbahern auf 99 Prozent, in Südbayern auf 79 Prozent, in der Pfalz auf 104 Prozent, im ganzen Königreich Bayern auf 91 Prozent, im Königreich Sachsen auf 96 Prozent, in Württemberg auf 93 Prozent, Baden auf 84 Prozent, Hessen auf 90 Prozent, Mecklenburg-Schwerin auf 111 Prozent, Sachsen-Weimar auf 105 Prozent, Mecklenbuch-Strelitz auf 96 Prozent, Oldenburg auf 94 Prozent, Braunschweig auf 109 Prozent, Sachsen-Meinigen auf 107 Prozent, Sachsen-Altenburg auf 109 Prozent, Sachsen-Koburg-Gotha auf 110 Prozent, Anhalt auf 130 Prozent, Schwarzburg-Sondershausen auf 127 Prozent, Schwarzburg-Rudolstadt auf 112 Prozent, Waldeck auf 127 Prozent, Reuß ä. L. auf 100 Prozent, Reuß j. L. auf 96 Prozent, Schaumburg-Lippe auf 113 Prozent, Lippe auf 142 Prozent, Lübeck auf 71 Prozent, Bremen auf 65 Prozent, Hamburg auf 42 Prozent, Elsaß-Lothringen auf 78 Prozent. Die günstigsten Ziffern wies somit das Fürstentum Lippe auf, das sein „Soll" um 42 Prozent überschreitet; ihm folgten Ostpreußen mit 40, die Provinz Sachsen mit 34, Pommern mit 33, Anhalt mit 30 Prozent Ueberschuß, während Südbayern nur 79, Elsaß-Lothringen 78, Lübeck 71, Bremen 65, Hamburg 42 und Berlin sogar nur 39 Prozent des „Solls" erreichten. Die auffallend ungünstigen Ziffern Elsaß-Lothringens, das in der Tauglichkeit der endgültig Abgefertigten alljährlich eine der ersten Stellen einnimmt, ist wohl zum Teil auf den geringen Geburtenüberschuß, zum Teil auf die Auswanderung zurückzuführen. Um die Beziehungen zwischen der Größe der Ortschaften und ihrer Ergiebigkeit als Rekrutenguelle aufzuklären, ist für jede der oben angeführten Gemeindegruppen zunächst das „Soll" an Rekruten festgestellt worden. Demgegenüber betrug das „Ist" für die Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern 114 Prozent des „Soll", für die Gemeinden von 2000 bis zu 5000 Einwohnern 9J Prozent, mit 5000 bis zu 20 000 Einwohnern 86 Prozent, mit 20 000 bis zu 100 000 Einwohnern 83 Prozent, mit 100000 und mehr Einwohnern 65 Prozent. Je größer also eine Gemeinde war, desto mehr ist das „Ist" hinter dem „Soll" zurückgeblieben; in den Großstädten hat das „Ist" sogar kaum zwei Drittel des „Soll" erreicht, größer als das „SoU" war es nute bei den Gemeinden unter 2000 Einwohnern. Was die Herkunft der Eltern der MiliLärpersonen anlangt, so ist bemerkenswert, daß diese in 63,85 Prozent der Gesamtzahl beide vom Lande ftammten, während in 18,14 Prozent der Fälle der eine Teile vom Lande, der andere aus der Stadt, und in 15,26 Prozent beide aus der Stadt waren; bei 2,75 Prozent konnte die Herkunft eines oder frAter Te>st nicht festgestellt werden. Hinsichtlich des väterlichen Berufes ist ermittelt, daß die Väter von 222 428 Militärpersonen in der Land- und Forstwirt- schast, der Gärtnerei, Tierzucht oder Fischerei-beschäftigt waren, von 20 6-13 im Bergbau und Salinenwescn, von 2654 im Hüttenwesen, 68 636 in Berufen, die vorwiegend im Freien ausgeübt werden, von 11 322 in der Textilindustrie, von 32 790 als Fabrikanten, Fabrikarbeiter ohne nähere Bezeichnung, von 246 032. in einer Industrie nsw. der bisher nicht bezeichneten Art, von 8924 üj keinem eigentlichen Berufe (wie z. B. Rentner, Pensionäre üsw.), von 11462 (einschließlich der Personen ohne Beruf) in einem unbekannten Berufe tätig waren. Es betrug das „Ist" an ge- gestellten Soldaten bei der Gruppe Land- und Forstwirtschaft 120,76 Prozent des „Soll", bei den nicht land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben 91,49, im Bergbau und Salinenwesen 107,93, im Hüttenwesen 50,36, in den Freiluftgewerben 116,58, ’tn der Textilindustrie 67,07, in den vorstehend nicht besonders hervor-, gehobenen nicht landwirtschaftlichen Berufen 88,17, bei den Personen ohne besonderen Beruf (Rentnern, Pensionären usw.) 76,86 Prozent. Die Zahle^i»sind also günstig hinsichtlich der Landwirtschaft und der Freiluftgewerbe sowie auch noch hinsichtlich des Bergbaues, sehr ungünstig hinsichtlich der Textilindustrie. Die kretische Krage. Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist in gut informierten Londoner Meisen nichts davon bekannt, daß die Türkei irgend welche Schritte bei den Signatarmächten des Berliner Vertrages unternommen habe, die dahin abzielten, daß eine endgültige Lösung der Kretafrabe gefunden werden möge. Weiter erfährt das Reutersche Bureau aus diplomatischer Quelle, nag die letzten Nachrichten aus Kreta beunruhigend lauten. Es steht fest, daß die Partei auf der Insel, die darauf besteht, daß die muselmanischen Deputierten den Eid auf den Künig der Hellenen ablegen, an Stärke zunimmt, so daß es nicht unwahrscheinlich ist, daß es bei dem Zusammentreten der Nationalversammlung zu Unruhen komme. Zurzeit schreiten die Beratungen unter den Schutzmächten über die Frage vorwärts, wozu die Kriegsschiffe bei einem solchen Ereignis verwendet werden müssen. Obwohl noch keine formelle Entscheidung getroffen ist, hat man Grund zu der Annahme, daß, falls die Kreter sich in der angedeuteten Weise gegen die muselmanischen Deputierten verhalten, internationale Streitkräfte von den Kriegsschiffen gelandet werden, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und darauf zu sehen, daß die Rechte des Sultans respektiert werden. Die griechische Regierung hat den Kretern abermals geraten, sich den Wünschen der Mächte zu fügen. Nach einer Bekanntmachung des türkischen Boykott- ko mite es in Konstantinopel werden die nach dem 5. Juli in griechischen Schiffen verladenen Waren ohne Rücksicht, auf Nationalität des Warenbesitzers nicht gelöscht. Das Komitee fordert alle Geschäfte auf, die griechischen Angestellten zu entlassen. Deuticbes Ke«d>. Die Jacht „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord ist am Mittwoch mittag iy3 Uhr in Odde vor Anker gegangen. Kurz nach 6 Uhr ging der Kaiser an Land uno unternahm einen Spaziergang. In Leipzig demonstrierten am Mittwoch abend große Massen für die Einführung des angenteinen Wahlrechtes zum Stadlparlament. Das Rathaus, in dem die Stadtverordneten in öffentlicher Sitzung über die Wahlrechtsvorlaae verhandelten, war in weiter Umgebung durch dichte Schutzmannsketteri ab gesperrt. Ein großer Trupp berittener Schutzleute trieb die Demonstranten auseinander. Ausland- Die italienische Kammer nahm am Mittwoch ben Gesetzentwurf betreffend den Elementarunterricht mit 216 gegen 58 Stimmen an uitd vertagte sich dann auf unbestimmte Zeit. In London hat sich eine ständige Organisation der vereinigten Komitees der Kirchen Deutschlands und Großbritanniens zur Förderung freundlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern gebildet. Es wurde eine umfangreiche Tannhäuser zog durch den Abendwald. Unter diesem Titel schildert Artur Brausewetter im „Tag" bie Ausführung einzelner Stücke aus Wagners „Tannhäuser" auf der Naturbühne bei Zoppot. Aus der Besprechung geben wir nachstehend einen kleinen Auszug, der die Vorzüge der Naturbühne und die in ihr ruhenden Stimmungswerte in ihrem hellsten Lichte erscheinen läßt. „Im vorigen Jahre gab man auf dieser Bühne die Oper, die wie geschaffen für solche Aufführung war: Kreutzers romantisches „Nachtlager". Diesmal wagte man ein künstlerisches Experiment wunderlichster Art. Man wählte Wagners „Tannhäuser" — selbstverständlich nur die Szenen, die im Walde spielen: die Verwandlung des ersten Aktes und den ganzen dritten Akt. Fachleute haben ihre schweren Bedenken geäußert. Sie hielten die Zerreißung des einheitlichen Werkes in zwei, nicht unmittelbar zusammenhängende Szenen für unkünstlerisch^ machten ihre Scherzo, daß man statt „Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg" „Tannhäuser ohne den Sängerkrieg auf der Wartburg" geben wollte, sie fürchteten, daß die Versetzung des Tannhäuser in eine sozusagen greifbare Welt den Verlust der intimen Wirkungen und der Poesie nach sich ziehen und die Verschiebung künstlerischer Werte mehr dem szenischen Eindruck als der Partitur zugute kommen würde. Und sie fürchteten noch vieles anderes. Aber, daß es im Leben gar nichts Schöneres gibt, als Nicht fachmann zu sein, bewies dieser Abend. Er übte auf den Unbefangenen, einen unvergeßlichen Eindruck. Er war Waldeszauber und Poesie und Andacht, er schuf die Realität der Natur mit den einfachsten Mitteln zur denkbar höchsten Idealität der Kunst und heiligte beide zum stillen Tempel voll wunderbarer Geheimnisse, die sich im innerlichen Mitleben des Tannhäuser-Schicksals offenbarten. Wenn der Chor der büßenden Pilger ganz von weiten gezogen kam, herab oon den fernen Höhen, wenn sein Gesang untep den Bäumen allmählich immer machtvoller an schwoll und nun die unendlichen Raume erfüllte, wenn Wolftam unter einer alten Kiefer seinen durch das Dunkel schimmernden Abendstern besang, oder Elisabeth im tiefen Hain unter einem einfachen Kruzifix ihr Leid ans Herz der Mutter Gottes klagte, wenn es dann dunkler und dunkler wmrde und aus dem tiefen Walde ein müder Pilger langsam, auf den Stab sich stützend, heranw-ankt: der verflucht heimkehrende Tannhäuser, dann wurde man inne, wie der freie Himmel, der in mächtiges Schweigen gehüllte Wald und der über ihm ernst blauende Abendhimmel Wirkungen schuf, tote sie nicht die vornehmste Ausstattung einer Muster-Wagnerbühne, wie sie in dieser zwingenden Art Bayreuth nicht geben kann. Das Gegenteil der Befürchtungen trat ein: die Unbegrenztheit des Raumes schuf die intimsten Wirkungen, sie ließ die Tannhäuser-Poesie im nie erreichten Mystizismus erscheinen. Aber nun die Störungen, die elementaren, die bei solch einem Spiel unter freiem Himmel unvermeidlich sind, und die einer musikalischer Tragödie verhängnisvoller werden können als beispielsweise einer Romanze wie Kreutzers „Nachtlager"? Sie blieben nicht aus und taten, was der vorzügliche Regisseur, was der sorgsamste und feinfühligste Inspizient nie vermochten. Als Elisabeth im brünstigen Flehen zu den Füßen des Muttergottes-' bildes lag: „Gib, daß ich rein und engelgleich cingehe in dein himmlisch Reich!" — da begann, aus erstem Schlummer geweckt, leise, wehmütig ein kleiner Waldvogel von einem nahen Baurn herunter sein Nachtlied zu singen, ein zweiter schloß sich an, und als Tannhäuser seine düstere Rom-Erzählung vortrug, da zwit- scherten die beiden, allmählich munter und lustig geworden, unbekümmert um sein Weh und seine Flüche, die fröhlichsten Weisen. Sind das Störungen? Was fümmert die Natur, was kümmert die Vögel des Waldes unfer Leid, unsere seelischen Kämpfe und Qualen? Eine nicht gewollte, um so packendere Tragik lag in biefent Intermezzo. Und wenn kürz vor dem Auftreten des Geächteten ein erwachter Wind über die Bühne fuhr, wenn in den büßenden Pilgerchor ein Rabe einige Male hineinkrächzte, wer will Wirkungen von ähnlich elementarer Kraft und Poesie ersinnen? Sie waren unmittelbarer als selbst die in das nächtige Dunkel hell hineinstrahlenden Fenster der kunstvoll gebauten Wartburg, als das sich plötzlich öffnende Felsengestein, das Frau Venus in lockendes Licht und gleißenden Glan-, gebadet uns zeigte. Tannhäuser mit seinem Menscheaschicksal und Menschenleid zog durch den dunkel grünenden Abendwald. Diese in ihrer Eigenart zweifellos gelungene „Tannhäuser- Aufführung" öffnet der Kunst, die auf dem Theater mit der Natur eins sein soll, neue Perspektiven, dem Naturtheater bisher nicht betretene Bahnen. Man könnte sich einen großen Teil des Shakespeareschen „Lear" auf solch einem Wandertheater bei großer Darstellung und Regie von unbeschreiblicher Wirkung denken." — Gehe im rat Neisser über das neue Ehrlich- s ich e Sy phNis-Heil mittel. In einem offenen Brief an Prof. Dr. I. schwalbe, den Herausgeber der „Deutschen Medi> zinischen Wochenschrift", äußert sich auch Geh. Rat Prof. Dr. A. Neisser, der bekannte Breslauer Dermatologe, zu Ehrlichs neuestem Arsenpräparat, dem Dioxydiamino-Arsenobenzol, wie der schöne offizielle Titel lautet, dem „606", wie es kurzweg genannt wird. Auch er sagt mit aller Sicherheit, das neue Mittel übt eine eminente, geradezu überraschende Einwirkung aus sowohl auf die Svirochaeten, die Syphilis er reger, wie aus die Syphilisprodukte selbst. Spirochaeten verschwinden nicht bloß bei Tiersyvhilis, sondern auch bei Menschensyphilis in ungemein vielen Fällen schon nach 24 und 48 Stunden dort, wo sie vor der Darreichung reichlichst vorhanden waren. Auch wurde gan; besonders deutliche örtliche Reaktion um makulöse und papulöse Esfloreszenzen herum beobachtet. Was die syphilitischen Prozesse selbst betrifft, |o kann man in vielen Fallen ein so rapides Zurückgehen von Primäraffekteu, papulösen Syphiliden, speziell aber von ulzerösen Prozessen, besonders bei bösartiger Syphilis, beobachten, daß über die Spezifität des Mittels kein Zweifel herrschen kann. Freilich, alles, was wir wünschen, nämlich die wirkliche Ausheilung der Syphilis, wird zurzeit, wie es scheint, nur in wenigen Fällen erreicht. Neisser hat nur in etwa 10 Prozent unserer Fälle ein Umschlagen der positiven Reaktion in eine negative feststellen können. Auch Rückfälle find beobachtet worden. Aber aus diesen Mißerfolgen geht nur hervor, daß die zurzeit angewendeten Dosen noch zu klein sind. Es wird also Sache der kommenden Untersuchungen sein, festzuftellcn, wieweit man ohne Gefahr einer Vergiftung über die bisher angewendeten Dosen hinausgehen kann. Die günstigsten Resultate betrafen nun alle solche Patienten, die sehr zeitig nach der Infektion und dem Auftreten des Primär- assektes in Behandlung kommen. Es scheint sich daher auch hier die bei anderen Arsenpräparaten gemachte Erfahrung zu bestätigen, daß ihm eine ganz besonders präventive Kraft innewohnt. So ist denn Geh. Rat Neisser von der Bedeutsamkeit des neuen Mittels nach jeder Richtung hin überzeugt und zweifelt nicht, daß wir noch in viel weilgel-enderer Weist in verhältnismäßig kurzer Frist seinen Wert für die Behandlung der Syphilis erkennen werden. Bei ganz frischen Fällen haben wir Aussicht, die Syphilis wirklich im Keime zu ersticken. Bei schwer ulzerösen Fällen wird sich anscheinend viel schneller eine Heilung erzielen lassen als bisher mit Quecksilber und Jod. In vielen Fällen werden sich langwierige Quecksilberkuren durch eine einmalige oder wenigstens ganz selten zu wiederholende Jnjektton des Ärseno- benzols ersetzen lassen. Trotz dieser weitgehenden Hoffnungen glaubt Neisser doch, daß das Gros der Aerzte noch gut tun wird, erst die endgültige Lösung der schwebenden Unllarheiten mit Bezug auf die Dosierung, auf die Zahl und Wiederholung der Jnicktiven und dergleichen abzuwarten. Eine ausführliche Mitteilung über die Versuche in der Neisserschen Klinik wird demnächst veröffentlicht werden. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Die Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften hat für das Jahr 1913 folgende Preisaufgabe gestellt: „Die Gesetze der allmählichen Aenderung des Momentes von Magneten sind zu untersuchen." Die Bewerbungsschriftkn müssen unter den üblichen Formen vor dem 1. Februar 1913 an die Gesellschaft der Wissenschaften eingeliefert werden. Der Preis beträgt 1000 Mark. — Die Akademie der Medizin in Paris wählte den Professor Filehne in Breslau zum korrespondierenden Mitglied. — Für die städtische Galerie in Frankfurt wurde ein Gemälde von Max Liebermann „Sünson und Dalila" und das Gemälde „Dejeuner" von Claude Monet erworben. — Frau Curie ui Pans, dre Entdeckerin deS Rcchiums bat die von der Londoner Gesellschaft der.K'ünste zu verleihende goldene Albert- Medaille erhalten.. Dte Albert.Medallle besitzt außer Frau Eurn nur noch die Königin von England. Erklär»»st über htc 71 r beit her- britischen Komitees berausgegeben, in bcr auch die Entstehung der Bewegung in England und Deutschland 111-d e Bildung hey deutschen Storni tee'3 beschrieben wird. Ter C> zbiichof von Canterbury übernahm den Vorsitz im britischen Komitee. ..Der französische .Präsident FalliercS nahm im Bersein Loiibcts und aller. Minister in den Tuilerien die Ein-- ijLe lYung des Denkmals W a l d e ä R o n s s e a u S vor. Mehrere Ansprachen mürben gehalten, namentlich vom Bauten- nnmster Mill er and, der aussührte, daß Waldeck-Rousseau sür das Wohl des Volkes gearbeitet habe, und von Briand- der in Waldeck Rousseau beit methodischen (Gesetzgeber feierte, dessen Eeictzesvorlagen einen vollkommenen Führer für die Demokratie der Zukunft darstellen. Brianb betonte dann die Notwendigkeit, daS republikanische Friedenswerk Waldeck-Rousseaus fortzusühren. Nach der Einweihung wurden I 4 junge Leute verhaftet, die bei der Abfahrt Fcckliercs lärmende Zurufe gegen den Präsidenten ausgestoßen hatten. Der Bischof von Madrid kritisierte im spanischen Senat die Kirchen- und Schulpolitik der Regierung. Eanalejas erwiderte, es gebe im Leben Augenblicke, wo inan einen entscheidenden Schritt tun müsse; solch ein Augenblick sei für Spanien gekommen. Es gebe Leute, die mit feinem Sturz und einem konservativen Ministerium rechnen Was liege daran, früher oder später müsse Spanien diesen entscheidenden Schritt tun. Man könne ein eifriger Katholik sein, aber auch ein moderner Mensch ohne Vorurteile und ohne Unversöhnlichkeit. Aus K o n st an t 111 o v c. 1 wird berichtet: Die Polizei entdeckte eine geheime Gesellschaft, die durch Ermordung der Minister und anderer hervorragender Persönlichkeiten die lungtürkischc Regierung stürzen wollte. Wie aus Algier gemeldet wird, ist daselbst der marokkanische Oberkommissar AbdurhamanseelHadschi eingetroffen und wird heute mit dem Generalgouverneur I o n n a r t eine Unterredung haben, deren Gegenstand wahrscheinlich die Errichtung eines oder mehrerer Märkte auf marokkanischem Gebiet in der Nähe der algerischen Grenze bilden wird. Nach einer Meldung aus Oran ist infolge des Auftlärungs- morsches nach Taurirt der g r o st e H a n d e l s w e g von U d s ch d a noch Fez nunmehr fiir den französischen Handel geöffnet. Der Petersburger Korrespondent der Morning Post erfährt, dost "her Text des russisch-japanischen Vertrages in ein bis zwei Tagen veröffentlicht werden soll, sobald er den Mächten mitgeteilt worden ist. Zunächst soll jedoch nur der erste Teil des Vertrages der Oeffentlichkeit übergeben werden, nämlich derjenige, der sich auf die Regelung der Verhältnisse in der Mand- fdrurei bezieht, politisch natürlich der wichtigste. Der zweite Teil, der auf die Eisenbahnfrogen Bezug hat, wird erst später veröffentlicht werden, da noch einige Einzelheiten zu erledigen sind. Ans Stadt und Land. Gießen, 7. Juli 1910. TageSkalender für Donnerstag, 7. Juli. 6. Abonnements-Konzert der Regiinentsmusik (Kammermusiker Kümmel als Gast). Abends 8 Uhr in SleinS Garten. * * Aus dem M i l i t ä r w o ch c n b l at t. Riedel, Oberst und Kommandeur des 5. Hess. Jnf.-RegtS. Nr. 168, mit der Führung der 41. Jnf.-Brig. beauftragt. Neu -- haust, Oberstlt/ beim Stabe des o. Rhein. Jnf.-Reqts. Nr. 65, unter Beförderung zum Obersten zum .Kommandeur des H-efs. Jnf.-Regts. Nr. 168 ernannt. Böning, Haupt m. und Komp.-Chef im Jnf.-Rcgt. v. Stülpnagel (5. Brandend.) M. 48, als Platzmajor nach Mainz versetzt. * * ErnleauS sichten im Kreis Gießen. Die Halmfrüchte stehen allenthalben sehr gut. Leider hat sich aber das Getreide infolge der schweren Gewitterregen und der anhaltenden feuchten Witterung sehr stark gelagert. Die Maschinenarbeit wird dadurch beim Abernten sehr erschwert werden. Ein schlimmer Schädling, die Scharmaus, tritt äußerst zahlreich auf und treibt ihr verheerendes Werk, besonders gilt dies vom Lahntal in der Umgebung von Gießen. Viele Gemeinden haben an die Landivirte kostenlos vergifteten Weizen verteilt, um die Plage einzudämmen. * * Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hüttenthal. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präseutations- recht zu. • • Abg. Köhler-Langsdorf teilt uns mit, daß er ivcgcn schwerer, nervöser Krankheit verhindert gewesen sei, an den Kanuuerverhandlungen des Landtages über das Gcmeindeumlagengesetz teilzunchinen, und seine Teilnahme an der nächsten Tagung des Plenums, in der über die Landtags- WahlkreiSeinteilung beraten werden soll, ebenfalls sehr in Frage gestellt sei. P o st p e r s o n a l n a ch r i ch t c n. Verliehen aus Aw- las; des Scheidens aus dem Dienste: der Kronenorden 3. Klasse dem Postbirektor ©immer in gingen; der Rote Adler-Orden 4. Klasse dem Ober-Postsekretär, Rechnungsrat Grimm in Darm- ft n b t und dos Preußische Allgemeine Ehrenzeichen dem Ober- Briesträger Schröder in Mainz. - Versetzt: Postrat Milkau von Straßburg (Elf.) nach Darmstadt als Ober-Postdirektor, Postdirektor Traiser von Alzey nach Bürgen, Ober-Postinspektor König von -Laubig nach Alzey unter Ernennung zum Postbirektor, Postmeister Supp von Lauterbach nach Prungstadt, Postsekretär Ki fiel von Grevenbroich nach Lauterbach unter Uebcrtragung der Postmeisterstelle, Postassistenl Schäffer von Bingen'nach »ühingen. - Vesta n d e n: die Postassistentenprüfung: Postgehilfe Geißler in Alsfeld; die Telegraphenassistentenprüfung: Telegravyengehilfe Rockcrt in Gießen. Angenommen: als Postament: Hermann E u r t b in Staden. — Freiwillig ausgeschiedcn: Postagent Curth in Staden. * * Unterstützungen für Landwehr lenke und Re scrv isten. Zurzeit werden viele Lcrndwehrleute und Reservisten zu militärischen Hebungen eingezogen. Do. die meisten Einberufenen verheiratet sind und Frauen iun> Kinder hoben, so sei darauf hingewiescu, daß den Familien nach dem Gesetz vom 10. Mai 1892 Unterstützungen während her Dauer der Hebung zustehen. Und zwar erhält die Frau 30 Proz. und jedes weitere Mied der Familie — nach der Verwandtschaft in aufsteigender Linie — und die Kinder je 10 Proz. bis zum Gesamtbetrag von 60 Proz. des orts- üblichen Togelohns. Der Anspruch geht verloren, wenn er nicht innerhalb vier Wochen nach Ableistung der Uebung bei der in Frage kommenden Ortsbehörde gestellt wird. * * Der Evan g. Arbeiterverein plant für Sonntag, 17.1. Mts. auf der Liebigshühe ein Gartenfest, bei dem lieber - raschmigen aller Art in Aussicht genommen sind. Außer bemi Gemischten- und dem Frouenckior wird der Knabenchor mitivirfen. Ten musikalischen Teil hat der Orchesterverein übernommen. >< Elpenrod, 6. Juli. Wegen Sittlichkeits- Verbrechens, begangen au einer dreizehnjährigen Pflegetochter, wurde der hiesige S tr a ß e n w är t e r auf Veranlassung des Untersuchungsrichters verhaftet. Das Mcöd- chen hatte selbst die Anzeige erhoben, um vor den Nachstellungen des verheirateten Mannes, der Mitte der 30er Zähre steht und eine Fran mit zwei Kindern besitzt, ge- schützt zu Serben. - Der Verhaftete war auf Ausschreibung der hiesigen, Straßenwärterstelle von auswärts zugezogen. D r e i e i ch e u h a i n, 5. Juli. Einen a u s r e g c n heu Vor f all erlebten am Montag die Passagiere des um 7.29 in Dreieichenhain abgehenden Personenzngs Nr. 5621, die vom Langerfest heimlehrten. Im Waide zwischen Sprendlingen Ort und Buchschloig ertönte ein schriller Pfiff, mit voller Wucht schlugen die Bremsen an, die Maschine arbeitete unter scharfem (Gegendampf. Die Passagiere wurden gegen die Wände des Wagens geschleudert. Der Zug stand. Bestürzt eilten alle an die Fenster und sahen zum Schrecken, daß in einer Entfernung von 15 bis 20 Metern vor der Lokomotive eine Abteilung Güterwagen standen. Der (fküftesgegentoart des Lokomotivführers ist es zu danken, daß ein Unglück verhütet wurde. §§ Vom vorderen Vog/lsberg, 6. Juli. Gediehen im vorigen Fahre die Walderdbeeren vorzüsp- lich, fo ist in diesem Sommer diese begehrte, köstliche Frucht eine Seltenheit. Schon durch das Maiwetter haben die Erd- beerpflcrnzen int Blühen gelitten. Das nun heute schon 14 Tage anhaltende Regenwetter läßt die spärlichen Früchte verfaulen. Mit dem Himbeerertrag sieht es nicht viel besser aus. Die gleichen schlechten Erträge werfen auch die Gartenbeeren ab. In Stachel- und Johannisbeeren gibt es vielerorts kaum l>albe Ernten. Es sind die gleichen Ursachen wie bei den Waldbeeren, welche die Mißernten verursachten. Den Gartenbeercn fügen nun die „Gartenhüter", die Vögel, noch Schaden hinzu, die durch das tägliche Regenwetter an den Beeren Ersatz für andere entgangene Nahrung suchen. Das in unseren ländlichen Haushaltungen so beliebte und so reichlich bereitete Beerengelee fällt mithin in diesem Jahre recht spärlich aus. Ersatz durch Bienenhonig bei einem Wetter, bei dem täglich die Schwärme im Hochsommer — hier gehört ein ! hin — gefüttert werden müssen, gibts -auch nicht zu hoffen. 1 O Gonterskirchen, 6. Juli Die Typhuserkrankungen gewinnen an Ausdehnung, so daß jetzt an 45 Personen darniederliegen. Auch hat die Krankheit bereits in der Person eines 19jährigen Jünglings ihr Opfer gefordert. Zwei Krankenschwestern find zur Pflege beordert. Die Aufregung in der Bevölkerung ist nicht gering. Tie Krankheit scheint in die Nachbarorte verschleppt zu werden, so ist in Ruppertsburg und in Vellingen je eine Person daran erkrankt. § Aus dem Ohmtal, 6. Juli. In dem gegenwärtigen Sonuner hört man aus dem Felde nicht einen einzigen W a chte l schl a g. Das fällt umsomehr auf, als man seither niemals während eines Sommers diesen Alt und Jung willkommenen Ruf vermißt hat; im vorigen Sonuner war er sogar auffallend häufig vernehmbar. Hiernach zu chließen, muß zu unseren Feldern nicht eine Wachtel zurück- gekehrt sein. Es wäre von Interesse zu erfahren, ob von anderen Gemarkungen oder Gegenden ein gleiches Fehlen der Wachteln zu berichten ist. Bei den Jägern gilt der Er- ahrungssatz: viele Wachteln — viele Feldhühner. Demnach wären die Aussichten zur Hühnerjagd nichts weniger als gi'initig. Angesichts des nassen, kalten Sommers nehmen die Rebhühnerbruten sicherlich Schaden. d. -Mainz, 6. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadtverordueten-Versammlung wurde Kommerzienrat Haffner wieder von Oberbürgermeister Dr. Göttel- inann als Beigeordneter verpflichtet. Herr Haffner gehört eit 25 Jahren der Stadtverordueten-Versammlung an und seit 12 Jahren ist er als unbesoldeter Beigeordneter tätig. - Das Gewerkschaftskärtell hat ein Gesuch an die Bürgermeisterei gerichtet, das Statut zum Gewerbcgericht dahin abzuändern, daß Arbeitersekretäre zur Vertretung der Hag ent) cn. Arbeiter zngclassen werden. Das Gesuch wurde dem juristischen Ausschuß überwiesen. — Der Kunst- gewerbe- und .HcmdWerkerschule wurde der städtische Zu- jchuß von 24 400 auf 27 400 Mk. pro Jähr erhöht. — Für die Erbauung eines neuen Volks schukh an ses auf dem' Gebiete des Karmelileuklosters wurden 566 000 Mk. bewilligt. Es werden Klaffen eingerichtet. Iür ganzen soll das neue Schulhaus 1750 Kinder auf nehm en. Die Kosten des Baues betragen auf den Kopf einzelner Schüler 328 Mk. w. Frankfurt a. M., 6. Juli. Heute nachmittag erschoß sich gegen 2 Uhr 30 Min. im hiesigen Haupt- bahnhofe ein junger Mann namens Alfred Klever. Er war bereits feit einiger Zeit beschäftigungslos, worin wohl der Grund zur Tat zu suchen ist. Eisenbahunsall bei Aachen. Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich am gestrigen Vormittag auf dem Bahnhof Templerbcnd durch das Auf- einaildersahren zweier Züge, wobei 22 Reisende und ein Beamter teilweise erheblich verletzt luurbcii. Wir erhielten folgende Drahtnachrichten : Aachen, 6. Juli. Heute früh bald nach 6 Uhr ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück am Bahnhof Aachcn-Templerbend. Ein holländischer Leerzug stieß mit einem belgischen Arbeiterzug zusammen. Mehrere Wagen des Arbeiterzuges wurden zertrümmert. Mehrere Personen wurden verletzt. Aachen-Temvlerbend^ 6. Juli. (Amtlich.) Der Per- onenzug 1114, von Bleyberg, mischte über das ahr Haft zeigende Haltesignal C der Einfahrt und stieß um*6 Uhr 25 Minuten vormittags mit dem nach Aachen-Hauptbabnhof ausfahrenden Leer- z u g 5501 an dem KreuzuugSpunkt Kilometer 4,6 zusa nt m c n. Tas Fahrgleis von und nach BlÄyberg ist gesperrt; die Züge von und nach Aachen verkehren. Der Materialschaden ist ziemlich bedeutend. Die Strecke Bleyberg ist voraussichtlich seck>s Stunden gesperrt. Der L o k o m o t i n f u b r e r des belgischen Personen-, zuges und 22 Reisende sind teils schwer, teils leicht verletzt, Ndock) ist keiner in LebeiiSgefahr. Die Verletzten wurden von den Feuerwehr- und Sanitätsmannschaften in das städtische Luisen- hospital und das Marienhilfshospital übergeführt. A a ch e n , 6. Juli. Zu dem Eisenbahnzusammenstoß beim Bahnhof Templerbend, der sich heute früh um 6 Uhr ereignete, wird noch gemeldet: Nach den neuesten Feststellungen beläuft sich die Zahl der S ch we r v e r l c ö t e n auf acht, während 20 Personen leichter Venvundei wurden. — lieber die Ursache des Unglücks wird folgendes bekannt: Der belgische Zug kam mit verminderter Geschioindigküt und geschlossenen Bremsen bis an die Unfallstelle, eine Weiche, welche er in dem Augenblick passieren ivollte, wo der holländische Leerzug die Weiche erreicht hatte, um auf das Nebengleis überzusetzen. Der belgische Zug hatte das Vorsignal auf „F r c i e Fahr t" angetroffen und war daher schnell weiter gefahren und durch das Hauptsignal, welckxs auf „Halt" stand, überrascht worden. Es gelang dem Zugführer nicht mehr, bei dem starken Gefälle und bei‘bcr Schlüpfrigkeit der Schienen beit Zug zum Stehen zu bringen; biefer fuhr über bas geschlossene Signal hinaus und der Z u s a m m e n st o ß wurde unvermeidlich. Der Unfall wäre vemiieden worden, wenn nicht der holländische Zug 15 Minuten Verspätung gehabt hätte. Nach alledem scheint die Ursache des Zusainmen- wßes die Freigabe der belgischen Strecke bei dem Vorsignal zu ein, nachdem für den holländischen Züg die Fahrt freigegebeit worden war, obwohl die Gleise s i ch k r e u z l e n. Ter Material- schaben ist bedeutend. Die Maschine des belgischen Zuges ist erheblich beschädigt, außerdem ist der Packwagen v ö l l i g ‘z c r t r ü m - m e r t und ent Personenwagen zur Hälfte zerstört. Der hollän- bische Zug ist weniger besck-äbigt. Die Hilfeleistung wurde fast auvichlu'tzltch durch die Aachener Berufsfeuerwehr besorgt, welck>e 5 Minuten nach bau Unfall zur Stelle war unb bic Schwerver- lebtcii befreite. Die Verletzten (befiuben sich in ben Aachener Krankenhäusern. Am schwersten verletzt ist bcr Lokomotivführer dos hollanbtschen Zuges, während der bcs belgischen Zuaes unb dessen Heizer unverletzt blieben > Zur Negerhetze in Amerika. New York, 6. Juli.' Infolge bcr Naffenkämpse zwischen Weißen unb Negern, bic eine Folge beS Boxkampfes zwischen I e f fr i e S unb Iohnso h n sind, verboten die Bürgermeister vieler Städte kinematographisckie Vorführungen bcs Kampfes, da diese leicht neue Kämpfe Hervorrufen könnten. Kapstadt, (». JuU. Ein Teil bcr Presse menbet sich gegen die tinematographisck)en Vorführungen des Boxkampfes zwischen I e f f r i e s unb Johnsohn wegen bcr möglichen Wirkung auf die Farbigen, von benen schon ein Teil in gewisse Erregung durch Johnsohns Sieg geraten sei. verrnrscbtes. _ * Seltsame K l e i b e r st o f f e Von allerlei merkwürdigen Stoffarten, die die moderne Industrie herstellt intb die bann als Material zu Kleibungsstücken Verwenbimg finben, erzählt eure englische Wochenschrift interessante Einzelheiten. In Rußlmib fertigt man aus einem fasrigen Stein, per in sibirischen Minen gewonnen wirb, einen außerordentlich bauerhaften Stoff, ber m seiner Haltbarkeit alle Wollen- unb Leinenstoffe weit hinter sich läßt. Das Material ist dabei durchaus schmiegsam unb weich, ztaö merkwürbigste aber ist das Reinigungsversahren, das bei diesem Stoffe angewandt wird. Wenn der Anzug schmutzig ist, so legt man ihn ins Feuer: er verbrennt nicht, sondern nach kurzer Zeit ist der Stoff wieder vollständig solcher. Gewebe aus Eisen werden heute bereits in größerem Umfange von beit Schneidern benutzt, um Rockkragen zu steifen unb ihnen einen guten Sitz SU geben. Dieses Hilfsmittel ber Schueiderkuust wirb aus Stahl- molle hergestellt; ber Laie kann es kaum von ben Geweben ans Pferdchaar unterschechen. Ein anderes „feuerfestes" Material ist bie „Kalksteinwolle". Gestoßener Kalkstein wirb mit einigen Chemikalien vermischt, in einen elektrischen Ofen geschüttet und hier einem gewaltigen Luflbmck ausgesetzt. Wenn ber Rohstoff bann aus ber Esse kommt, ist er so flockig unb weich wie Wolle. Er wirb gebleicht, gewoben unb bewährt sich als Anzugsstoff aiisgezeichnet. Dabei ist er ebenso schmiegsam unb weich, wie aus Schafswolle hergestellte Stoffe. Einem englischen Fabrikanten i)t~ es gelungen, burch ein besonderes Verfahren aus alten Tauresten ein ausgezeichnetes Klechungsmatcrial herzustellen. Die Tau- und Fädcnrefte sowie alte Saiten werben auseiuaudergezupft unb bann verwoben. Wie bas geschieht, ist das Geschäftsgeheim • ni$ des Fabrikanten. Der,Stoff wird dann dunkelbraun gefärbt und besonders in ben britischen Kolonien viel getragen. Die ü.anze Fabrik fertigt jetzt gewaltige Mengen, bic sofort Absatz finben. Ein neuer Kleiderstoff für Damen ist das gewebte Glas, das in prachtvollen Farbtönungen, in Weiß, Grün, Lila, Rosa und Gelb, hergestellt wird. Die Erfindung ist Eigentum eines österreichischen Fabrikanten: das Herstellungsverfahren ist so vervollkommnet worben, baß ber Glasstoff jetzt so weich intb schmiegsam wie Seide ist. Das erste Kleid, das daraus hergestellt wurde, trug eine Dame aus königlichem Hause. Es zeigte eine wunder, volle Farbenzusammenstellung von blassem Lavendel mit zartem Rcha und in der Bewegung schillerte unb blitzte biefer Stoff wie Diamautstaub. Weniger anspruchsvoll finb bie Japaner, die in ber Armee in großem Maße Papieranzüge verwenden. Diese Kleider haben Jid) ausgezeichnet bewährt unb sind viel wärmer als echte Tuchstoffe. In Europa befiehl bereits ein großer Handel in Bademänteln, Morgenröcken und Frisiermänteln, bic ebenfalls aus Papier bergestellt finb. Dazu bient eine Art von Löschpapier, die besonbers gebleicht wirb und bann mit einem aufgcbrucfteit Muster versehen wird. Selbst Handschuhe werden aus Papier gefertigt, und man rühmt ihnen nach, baß sie sehr oft gereinigt! werben können, ohne Schaben zn leiden. * Ei u e ch i n e s is ch e Fr a u e n l i g a. Eine chinesische Zeitung in Kanton, die sich „Neue Zeit" nennt, berichtet über einen Geheiinbund, den chinesische Jungftauen gebildet haben. Der Bund nennt sich „Gesellschaft bcr Schwestern" und bezweckt eine Ehereform. Alle Teilnehmerinnen des Bundes verpflichten sich durch Eid, die Grausamkeiten der chinesischen Ehegesetze zu verhindern, die die Frau zuerst zur Sklavin ihres Vaters machen, dann nach der Heirat zur Sklavin des Mannes und in bcr Witwenschaft zur Sklavin des Sohnes. Die Kampfweife der freiheitsdurstigen Chinesinnen ist verhältnismäßig einfach. Ungehorsam gegen die Eltern wird nach dem Gesetze mit dem Tode öcstrast: die junge Teilnehmerin des Bundes widerstrebt also nicht, wenn der Vater sie verheiratet. Aber im Hause des Gatten verweigert sie die Annahme jeder 'Nahrung, und wenn der Neuvermählte sich der juugen Frau nähert, so weiß sie ihn mit Hilse der 9Lägel und bcr Zähne vom Leibe zu halten. Wenn bie ersten drei Tage dieser wenig idyllischen Flitter Wochen vorüber finb, müß bic junge Frau nach altem Brauche ihre (Htcrii besuchen. Sic genügt bcr Uebcrlicscrung:. aber eiumat im Hause der Eltern, verlaßt sie cs nicht mehr. Nieniand kann sie zwingen, zum Gatten zurückzukehren, denn das Gesetz betrachtet das Elternhaus als ein heiliges Asyl, das keinem Kinde verlveigert iverden darf. Der Gatte mag sehen, wie er ohne seine Frau fertig wird. Gewöhnlich erwerben sich die auf diese Art geschiedenen Mitglieder der „Gesellschaft der Schwestern" durch eigene Arbeit ihren bescheidenen Lebensunterhalt, und bisweilen finb sie großmütig genug, von ihren Ersparnissen dem Manne etwas znkommen zu lassen, bamit er eine andere, gefügigere Lebensgefährtin erwählen könne. Amtlicher Wetterbericht. Oeff entliehe Wetterbien st stelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Tas westliche Hochdruckgebiet ist wieder langsam vorgedrungen, aber es gewinnt immer noch keinen Einfluß auf unsere Witterung. Vielmehr wird unser Bezirk auch weiterhin von dem östlichen Tiefdruckgebiet und feinen Randwirbeln beherrfcht. Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem 8. Juli 1910: Fortdauer des trüben, regnerischen Wetters. Griginal-Vrahtmeldungen. Paris, 7. Juli. Ein höherer Beamter äußerte sich dahin, daß der allgemeine Aus stand bcr Eisenbahner bevorstehe, daß er aber kaum länger als 6 bis 7 Tage dauern könne. ES sei gut, daß das Geschwür aufbreche, denn dann sei man für längere Zeit von diesem Unheil befreit. Paris, 7. Juli. 2000 Angestellte der Paris- Lyoner Mittelmeerbahn haben sich einstimmig verpflichtet, einem Streikbefehl unverzüglich nachzukommen. London, 7. Juli. Bei den Vorrennen am Miktwock> in Henley siegte im Stcwcrrds Cup, Vierer ohne Steuermann, der Mainzer Rudervercin üt 8 Minuten 1 Sekunde mit 3 Längen über die Rudcrgesell- chaft dc Amstcl-Arnsterdam, ferner im Vor lauf für bie Dnrnwnd Sculls Lucas pom Mainzer Rudervercin über Edye vom Londoner Anriol Rowing Club nrit 5 Längen. Lucas hatte am Dienstag mit % Längen über Mouillin vom Kings College in Cambridge gesiegt. Kuötrts mit Zinna billigst vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange, Giehen 05221] Diezstraffe 10II. (05469 ncgen. mieten. 5 Zimmer Gießen, 6. Juli 1910. 3747 Sati -Bleicherem® Tüchtige Büglerin gesucht. 13734 4 Zimmer kreue Hum 13698 zu vermieten. E3 sind alle bisherigen Angebote durch unsere enorm billigen Preise. Wir verkaufen unter Preis in Uhren u. ovtischen Ariikcln Ein Restbestand Wichsleder-Stiefel 2.75 Für Hamen 3 Zimmer Damen - Lasting - föorgenschnhe MÖBEL 0 Unsere Damen - Stiefel - Abteilung ist gut sortiert zu billigen Preisen. 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