160* Jahrgang Erstes Blatt ss,>M »»<1 MH■ B11 I ■ ■ — ------ ~ , gtarrourf. als ob Preußai nicht bimdesfreunblich mbultric herzustcllen. Die Beratung im Keichrpostamt. Oirunblagc des \ Minister nxmbte Hu, neten erhobenen Vorwurf, als ob Preutzcn nicht bundes sreund 11ch gehandelt habe. Tas sei schon durch btc von ihm angchuhrten (^riiitbc widerlegt. Preußen habe sich im (Gegenteil bundessreund- Nr. 8 Ter Sie erscheint Sonntags. Beilagen: »iermal wöchenllich SietzenerZamittenb'.nIter; zweimal wöchenll.Urrir» blatt für den Krell Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land» wirtschaftliche ZeUfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Die Auflösung der englischen Parlaments. Ter setzt sclson seit Wochen in England tobende Wahlkampf hätte eigentlich feine staatsrechtliche Begründung, wenn ntmt nicpt genau gewußt hätte, daß die Unterzeichnung des AuflosMigsdekretS sür das Unterhaus durch den König, sowie dre Ausschreibung bei Wahlen durch das Kronamt bestimmt am 10. Januar erfolgt, wv-- rauf diese selbst bereits vom SamStag ab ttargemmrinen werden müssen. London, 10. Jan. Ter König unlevxeichniete heute r*ach- nnttag im Ministerrat, der im Buckingham-Palast stattfand, die Proklamation, durch die das Parlament formell aufgelöst wird. Tas neue Parlament wird am 15. Fsbruar zusammeu- trden. Die Proklamation, wodurch daS PavlEMt formell aufgelöst touibc, wurde gleich nach der Unterzeichnung des Königs ^her Kwnkanzlli übergeben, welche sofort mit der Ausgabe der Par- lamentswahlbefthle begann. Ein neuer ch-rraÄ»ristischer Zug bei dieser dlusgabe war der Gebrauch von Motorwagen, ivelche die Wahlbefehle den um London gelegenen Bezirken übermittelten. Ans diese Weise wurden 88 Wahlbefehle befördert, der Rest wurde durch die Post versandt. Chamberlain wird als einer der ersten, da kein Gegenkandidat aufgestellt ist, als Vertreter des Wahlkreises West-Birmingham in das Parlament zurückkehren. Die ersten Wahlkämpfe sollen am Samstag in 63 Wahlkreisen, von denen 12 zu London gehören^ ausgejochten toerben. Von den 670 Wahlkreisen fallen 495 aus England und Wales (nämlich 253 aus die Grafschaften, 237 aus bie etäbte inrb 5 aui die Universitäten), 72 auf Schottland (39 aus die ^ranchasten, 31 auf die Städve und 2 auf die Unrversttaten) mid 103 aus Irland (85 auf die Grafschaften, 16 auf die Städte und 2 aus die Universitäten). Aus Hessen. Der erweiterte Landesvorstand des Bundes der Landwirte im Großherzogtum Hessen hielt am 8. d. M. in Frankfurt a. 9)1. eine Sitzung ab. Es wurde die gegenwärtige politische Lage besprochen. Hierbei trat klar zu Tage, daß die Mitglieder des Landesvorstandes m den wichtigen politischen Tagesfragen einig gehen. Der Vorstand des Hessischen Landes-Lehrer- Vereins unterbreitete letztes Jahr den maßgebenden Behörden Eingaben wegen Erhöhung der Lehrergehalte. Da nach der bestimmten Erklärung der Regierung eine solche mit Wirkung vom 1. April 1910 ab unwahrscheinlich ist, sah sich, so schreibt man uns, der Vorstand gezwungen, erneut vorstellig zu werden und für das Rechnungsjahr 1910 um eme Teuerungszulage für die Lehrer und Lehrerinnen zu büten. An den grundsätzlichen Forderungen der früheren Eingaben hält der Vorstand nach wie vor fest. Die Mit- glieder des Vereins werden in den nächsten Tagen Gelegenheit erhalten zur Aussprache über diese Frage. Eme Versammlung, auf der sämtliche Bezirksvereine durch ihre Obmänner vertreten sind, ist bereits anberaumt. Ausland. Der Kaiser Franz Joses empfing den ungarischen Ministerpräsidenten Luka cs, der über die Arbeiten zur Kabinettsbildung berichtete. Der Kaiser behielt sich bic Entscheidung vor. Er empfängt Ministerpräsident Lukacs am Dienstag neuerdings. Die griechische Kammer hat die Gesetzesvorlage, betreffend die Steuerzuschläge, mit 80 gegen 25 Die Einlegung von Rechtsmitteln in Ltrchsachen. Das Großh. hessische Ministerium der Justiz hat nach der , Darmst. Sta." an sämtliche Justizbehörden, msbesmrdere die Beamten der Großh- Staatsanwaltschaften, folgendes Ausschreib en erlassen: . - . ,53. e E2 ist wiederholl darüoer geklagt ivordeu, daß m Straf fachen die Staatsanwallschaft von ihrer Befugnis, Rechtsmittel zu ergreifen, in einem zu weitgehenden, von den Interessen der Rechtspflege nicht geforderten UmfangeGebrauch mache. Wenn auch den Klagen in dieser Allgemeinheit nach den angeftellten Ermittlungen eine Berechtigung nicht suackannt Merdeu kaum so glauben wir dennoch, um jeglichem Mrßgrme bei der Erw- legiutg von Rechtsmitteln vorzubeugen, folgende Weitungen er» icüen 2lmtsanwälte sollen B eruf u n g nur ein legen, wenn für die Verfolgung dieses Rechtsmittels wichtige Gründe gegeben sind. Namentlich in geringfügigen Sachen ist eS Pflicht des Amtsanwalts, besonders wrgMllta zu prüfen, ob zur Verfolgung der Berufung ein genügendes oftent- rlbcr verurteilte oder dessen Verteidiger oder"eine der nach § 310 der Strafprozeßordnung.zur W ständigen Einlegung von Rectstsmitteln befugten PersoneiiBe- rufung einlegt, bildet für sich allein ^nen ausreichende Grund, daß auch der Anttsanwali Berufung verfolgt. Es können aber besondere sachliche Gründe dafür vorliegen, daß der Staatsanwaltschaft beim Berufungsgerichte die Möglichkeit gewahrt wird, die Anschuldigung nach allen Richtungen zu prüfen und bie Klage, unbeengt durch die Vorschriften des 8 372 der Ordnung, zu vertreten. Solche besondere ^alle fonnen uamentlich in liebettmisunasfachen cintrcten, wenn das Älnklagematerial vom SÄh einer Weise gewürdigt it, die m wesentliche und erheblichen Punkten von der Beurteilung abroeicht, welche die Sache in der Anklageschrift der Staatsanwaltichast und m bent Uebertoeifungsbefchlusfe des Gerichts erfahren hat- 3 Um tunlichst zu verhindern, daß ungeeignete Berufungen der Amtsamvalle zur ^auptverhandlung ^nimen snid vor einer weiteren Verfolgung des Rechtsmittels btc Akten dem Ob erst a a t s a n w a l t zur Entschließung darüber vorzulegen, ob das Rechtsmittel weiter verfolat werden soll ol^ Nicht. II. Durch die Vorschriften der Amtsblätter Nr. 23 von 1880 (Ziffer 3), Nr. 3 von 1881, Nr. 41 von 1881, Nr. von 1900 (Ziffer 30), Nr. 11 von 1902 und Nr. 7 von 1904 istden an der Strafverfolgung int er enterten Verwaltungsbehörden (Oberförstereien, Kreisämtern, Steuerbehörden, Ge- werbeiniyektionen) ein Einfluß auf die ^Erfolgung der Berufung in solchen Fällen eaigeraumt, nt oenen der Angetlagte freigesprochen oder, soweit uwiberyandlungen gegen die Gesetze über die inbiretten Auflagen m Frage blatt Nr. 41 von 1881) eine von den Alttragen der Steuervehvrde abweichende gerichtliche Entscheibung ergangen ist. Um em einheitliches Verfahren heroeizuführen, ist folgendes zu ve- Gegen die Wiedereinführung des Ankunfts- t e in v e l s führten die Vertreter des Reichspoiramtes ihre Geiicht^- puntte vor: Bei der ungeheuren Steigerung des Briefveruehrs ei es von Jahr zu Jahr weniger möglich gemorden, dem Wunsche des Publikums in Bezug auf bie möglichst frühzeitige Aushanoi- gung der Briefe unter den seitherigen Betriebsformen zu au* Iprechen. Die SchwierigLiten lägen nickst allein tn her Pruett des Stempels selbst, svnbern noch mehr darin, daß die Mit Postkarten, Drucksachen und Warenpvobeii vermncht eingehenden Briefe znm Zwecke des Stempelns besonders herausgesucht werbai müßten.. Dadurch sei große ZeitversanmniL; attstmwai. D^estche Wahrn"hmung sei auch im Auslande gemacht worden. Tie Polt- verwaltung habe den dlnaaben der Handelskammern und anderen Vertretungen aus Inte res satten kreisen volle Würdigung zugcwanul. Sie habe aber nicht weiter geben können, als den Ankunstsstempel bei Einschreib- und Eilbriefsendungen, bie icnnepa einer besonderen BelMidlung bedürften, wieder einzufuhrai An diese Darlegungen knüpfte sich eine längere Aussprache, in deren Verlaus ein ^eil der geladenen Vertreter ihrem abweichenden Standpunkt Ausdruck gab und Wiederem- sührung des Anttinftsstempels allgemein oder strr emzelne ^ Itellurgen ober für kleinere Orte, insbesondere^ stu: das flache Land forderte, während aridere Vertreter bai_ocbioerpunkt auf bie möglichst frühzeitige Anshäiidigung der een bimgen legten. £ie Reichs-Poswerwaltung nahm von ben GlitteUungen Kenntnis mib behielt sich die Prüfung und Stellungnahme vor. des Kabinetts ungewiß: , Konstantinopel, 10. Jan. Hakki Bey verhandelte heule über die Bildung des neuen Kabinetts., Wie bisher authentisch bekannt geworben, behalten die Minister des Innern, des Unterrichts, her Justiz und der Finanzen ihre Portefeuilles. SHewket Jascha nahm das .Porte- euille des Kriegsminffteriums an. Zum MerbaumiNister ist der Fürst von Samos, K o p a s s i s, zum Marineminister Kontreadmiral Halil, und zum Fürsten von Samos der )isheriqe Merbauminister Ariftidi Pascha ausersehen. Konstantinopel, 10. Jan. Nach dem gegenwar- tiqen Staiid der Verhandlungen übernimmt Grotzwesir »akki Bey das Ministerium des Aeußeren, Generalissimus Mahmud S ch e f k e t das Ministerium des Krieges, der jungtürkische Abgeordnete Emrullah das Ministerium des Unterrichts; die fungtürtifchen Minister Dschavid, Ta- laat, sowie Haladdiian dürsten im Amte bleiben. Die offizielle Ministerliste wird morgen erwartet. ♦ Konstantinopel, 10. Jan. Die Kammer verwies das erst heute eingebrachte, aber bisher von der Regierung schon angewendete Bandengesetz an einen tiÜ)tC.£ält her Amtsamvalt in den Ijicr ftaglichen Fällen die Berufung, bie er vorsorglich cmzulegen hat, für 'E-flwnÄm fertigt ober aussichtslos, so lsttt er bie Akten mit entspiechcribem Berichte dem Oberstaatsanwalt vorzulegen, der dann nach Prü fung ber Sache entioeber die weitere Verfolgung des Reck)tsuiittei.s auorbnet ober sich wegen dessen Zurücknahme mit der Dehorbe in Verbindung setzt, toelche die Strafverfolgung veranlaßt hat. Erklärt sich diese Behiüde mit der Zurücknahme der Berufung nicht einv ec standen und glaubt ber Oberstaatsaiiwalt an seiner gegenteiligen Auffassung festhalten zu sollen, so hat er die Allen dem lpeneralstaatsanwalt vorzulegen, ber hlerwegen, fofern, er nicht die Verfolgung des Nechtsmtttels anordnet, lNit dem Mini sterium ober der Ministerialabteilung ins Benehmen tritt, die ber antragftelknben Se6»rbc uotgefey (mb. Sa6t M) °>A »us diese Weise eine Einigung nicht erzielen, so hat der wenerai staatsanwall unsere Entscheidung herbeizuführeii. lich gezeigt. ____________ ”Das neue türNjche HAbinetL Wieviel Einflüsse und Erwägungen bei der Blldrmg des neuen türkischen Kabinetts mitspielen, läßt sich schon daraus ersehen, daß Halki Bey verhältnismäßig lange Zeit braucht, um seine Ministerkollegen zu bekommen. 9ioch immer lauten die Meldungen üb-er die Zusammensetzung Deutsches Reich. Der Kaiser nahm Montag vormittag im "Neuen Palais den Vortrag des Chefs des Zivil-Kabinettes entgegen- Im Reichstage war am Sonntag mtttag die Dele- qiertenverfammlung der Fr eisin n i g en B e reini- una zusammengelreten, um zu der liberalen ^-uston uni> ?u dem vom Viererausschuß beschlossenen Ernigungspro- aramm Stellung zu nehmen. Die Versammlung erklärte nach mehrstündiger Beratung ihr Einverständnis mit der Fusion, iedoch wurde, beschlossen, einige Aenderungen ür verschiedene Punkte des EinigungsprograMms vor- ! u s ch l a g e n. Aus Mün ch en meldet man: Herzog AdolfFri.ed- rich zu Mecklenburg-Schwerin hielt,am Montag abend im großen Odeonsaal zu gunsten des deutschen Frauenvereins des Roten Kreuzes für die Kolonien, Abteilung München, einen Vortrag über seine Afrikaexpedition 1907/08, wozu viele Mitglieder des bayerischen Königshauses erschienen waren. Ter Vortrag wurde von.Lichtbildern und kinematographischen Vorführungen illustriert. Auf dem Parteitag der nationalliberalen Partei Württembergs äußerte Neichstagsabgeordneter Hieb er, daß die Funktion der linkS-liberalen Parteien vom nationalen Standpunkt als ein Fortschritt zu begrüßen sei Die nationalliberale Partei werde die Haltung der ireußischen Regierung bei den Beamtenmaßregelungen tu Kattowitz billigen. Bei der Reichsversicherungsordnung würde sie für die Selbstverwaltung der Berussgenosien- schasten, die freie Arztwahl und die Wünsche der Aerzte ein- treten. Mit der neuen Regierung werde die Partei arbeiten, soweit eS im Rahmen ihrer Grundsätze und Traditionen möglich sei und möglich gemacht werde. Schließlich wurde eme Entschließung angenommen, in der den Vorfchlagen Prey Yens zur Gründung von Zweckverbänden zur Erhebung von Schisfahrtsabgaben zugestimmt wurde. Das A n t w o r t s ch r e t b e n der S t r a tz b u r g e r R e - gierung in der Kompetenzafsäre ist den Bischöfen^von Straßburg und Metz zugcgangen. Es ist naa) der ö'- 3- diesmal nicht vom Staarsfetretär Zorn von Vulacy, sondern vom Statthalter selbst unterzeichnet. Ueber den Inhalt bewahrt die Negierung strengstes Stillschweigen, doch wird bekannt, daß im ersten Telle des Brieses der Statthalter die zu frühzeitige Veröffentlichung beo ersten Schreibens der Negierung bedauert Der neue Brief wurde heute morgen tm bischöflichen Palais in Straßburg vor einem intimen Zirkel verlesen. Nach dem amtlidjen Bericht, den jetzt das Rerchspost- amr über die bekannte Konferenz hat erscheinen lassen, ist es noch höchst ungewiß, ob sich Herr Krätke zur allgemeinen Wiedereinführung des Ankunftsstempels entschließen wird. Loffentlich wird der Reickrstag den /Wünschen des Publikums noch mehr Rückhalt geben. Wir entnehmen dem amtlichen Berlllft noch einige Einzelheiten: Der Einladung des Staatssekretärs des Reichs-Postamts batten 22 Herren entsprochen, davon 11 Vertreter des Handels und der Industrie, 5 Vertreter ber Landwirtschaft und 6 Vertreter der Handwerks- und Gewerbekammern. Die als 1. Punkt ber Tagesordnung vorgesehene Mitwirkung des Publikums bei ber Ausfüllung von Po steinlieferungs - scheinen fanb allg. Billigung. Es würbe für zweckmäßig unb erwünscht erachtet, für die Geldeinzahlungen, sofern sie nicht mit Posteullieferungsbnch ober Einlieferungslisten bewirkt werden, nur die nenhergestelllen Formulare von Postanweisungen mit aii- hangendem Eüllieferungsschein zu verwenden und die Auchullung des Einlieferungsscheins wie bei den Zahlkarten im Post-Ueber- weisungsverkehr dem Publikum zu übertragen., Eme Aend^ung des Preises der Formulare wird aus diesem Anlatz nicht beab]tätigt. Ebenso wurde es als ein Fortschritt begrüßt, daß m geeigneten Fällen die Ausferttgung von Posteinlieferungsscheinen dem Pubü- Ium überlassen toerbat soll. Es ist beabsichttgt, zu btejcin Zweck besondere Posteinlieferungsicheine in Schwarzdruck herzusütten und den Interessenten kostailos zu überlassen. Die vom Publikum ausgeserttgken PostLinlieferungsscheine beider Art sollni einen Abdruck des Tagesstempels erhallen. Zum 2. Gegenstand der Tagesordnung wurde es als erwünscht bezeichnet, Absender von Paketen auf besonderen Wunsch die Möglichkeit ber Erlangung einer Einlief er ungsbe, weinig u n g zu schaffen. Das von ber Postverwalttmg hierfür in Aussicht genommene Verfahren imb bic Erhebung einer Gebutzr von 10 Pfg. für jede Bescheinigung, bie zuttesfenbensalls mehrere zu einer Paketadressc vereinigte Pakete umfassen kann, würbe gebilligt. Die Ausführung biefer Maßnahme ist abhängig von einer Acnderung bes § 8 des Posttaxgesetzes, deren Herbeisuhrung bic Rcichs-Postvcrwaltung in Aussicht stellt Don 3. Bcratungsgegenstanb bildete bic Behandlung der po st- l ag er nb en Briefe. Es wurde als erwünscht beznchnet, bie Benutzung von Chifften auszuschließen, oder auf volliahngc Personal zu beschränken. Die Einführung von P ost l ag er karten zwecks Aushändignng von Ehifftebriefen an bestimmte Per,on-en fand Zustimmung. Postlagerkartai sollen bet ledem Postamte für bort abzuholenbe Briefsenbungen gegen eine Gebühr von 2*> Psg. auf die Dauer eines Monatszettraums ausgestellt werben. Ter Inhaber aivirbt die Berechtigung zur alleinigen Empfangnahme von Salbungen, die uittcr ber in ber Karte angcgebaien Abresse i B „Posttagerkarte Nr. 42 Berlin W. 8 emgehen. Die Gültigkell kann auf Wunsch gegen Entrichtung aner. waterm Gebühr um den gleicksen Zeittaum verlängert werden. Lue Kartal werben nicht auf bestimmte Namen linsgestellt, ber ^ragsteller braucht sich über seine Person nicht auszuwetsen. Die PosllageTkarte wirb auf ber Vorberseile von bem Postamt vollzogen unb mtt einem Abbrnck bes Dienststempels versehen, die Gebühr auf der Rückseite in Freimarken verrechnet, wie bei»^i E?^?"^artm. Eine längere Erörterung ernspami sick) über Punkt 4 der Tagesordnung, die Erörterung der im Postnachnah mc-V er kehr Ijcrüorgetreteneii Mißstände. Mc^^tr^w waren m der Mehrheit ber Ansicht, baß es mtt Rücksicht aus bat Umsmig, ben 1 ber Postnachnahmeoerkehr angenoinnien batte uni> nut Jtwgw auf die Schwierigkeiten, bic sich in vielen Fallen ^r^ioforttgen Einlösung ber Nachnahmen durch bie Empfänger entgegenstellten, ohne schwae Schädigung berechtigter Jnteresia: weder angängig sei die Einlöfungsfrist abzukürzai, noch die Vorzeigung„von ber Entrichtung einer Gebühr durch den zu machen. Dagegen bestand allgememe Geneigtheit, bie Arbeitsleistung ber Postverwaltung baburch zu erleichtern, baß für eine Einziehung von Nachnahmen auf Karten und Paketen Formular/ obligatorisch eingeführt würben, btc aus ber Nacksnahme-- Ste ober ber PaketcLresse und einer baran anhangenben Post- amveisung bestehen. Die Formulare sollai ut hellbrauner ^arbe in ber Größe ber Postanweisung und ber Paketabresse herg<.>tellt roerbat: bic Postanweisung wäre vom Absender ber Nachnahme- sendung vor ber Auflieferung auszusüllen Die Formulare tollen Itiiyima * ____hör ointnrhcn ^nrmnlarc. al D Dienstag 11. Januar 1910 _ Vezugsprers: jrorKcsgö Ä 'VTfgr • monatlich75viertel- Gietzener AnMer« politischen Teil: August General-Anzeiger für Oberhessen WW ^Ä^Tag"snum!ner Botattonsbrttd und Verlag ber vruhl'schen Univ.-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange. RebaMon, LxpebMon unb Druckerei: 8chulstratze 7. Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. -----------— Bayern und die Zchiffchrtsabgaben. In der bayerischen Kammer ber Abgcorbneten tmirdc bei Gelegenheit der HausyaltLberatung bie Jrage der S^ftahrts- abgaben zur Sprache gebracht, wobm btc meisten Rebner ^m Vorgehen ber bayerischen Regierung -».stimmten, i^r Verkchrsrnrrn ter v Frauenoorfcr betonte, bie baheriscyL Regierung habe ich nicht der Tromscubigteit verschlossen, baß bie Lage der Fuumzen dazu zwinge, ben Kiteren Ausbau ber Wassersttaßen von der Pvog^Et 'getmüb“? kn lei*t ju'hMOtLi Zuschlägen grob- i l-nbung ^st^^,u'zum'Prch-°Lr'-Äf°ch-n Formulare, also Ä'ÄÄTÄ SiÄ,“Äuf “SIU Bezahlung für bie anäeW3te P°st°nme.,uug -um Verkauf Stimmen bei sieben Stimmenthaltungen angenom.nen. Der- Zincrnzminister hatte die Vertrauensfrage gestellt. Nach einem Berliner Telegramm der „Köln. Zfg." ist anzunehmen, daß auch die deutsche Antwort auf die amerikanische Anregung wegen Anlauf der mandschurisch e n E i s e n b a h n e n z n G u n st c n C h i n a s in gleichem Sinne ausfallen wird, wie die englische, die ihr grundsätzliches Einverständnis ausspricht, da der amerikanische Vorschlag durchaus den Grundsätzen der offenen Tür und der Gleichberechtigung für alle entspricht, die stets die Grundlage der deutschen Politik in Ostasien gewesen sei. Im Repräscntantenhausc zu Washington brachte Tew send einen Gesetzentwurf ein, nach dem die Enrp- fehlungen Tafts, die Machtbefugnisse des zwischenstaat- lichen Handelsausschusses KU vermehren und einen Hairdelsgerichtshof in den Vereinigter! Staaten in Eisen- bahnangelegenheitcn einzusehen, ausgeführt werden sollen. Aus Helilla wird gemeldet: Der spanische Minister der öffentlichen Arbeiten traf am Sonntag bei Beni Sitar ein; er empfing mehrere Eingeborene, unter anderen den Führer der Rebellen Abdel Kader, und ließ sich von ihnen das Gelöbnis der Unterwerfung erneuern. Der Minister erklärte, es sei der Wunsch Spaniens, Äiun Wohlergehen der Rifleute beizutragen, doch werde Spanien auch jede Feindseligkeit zu strafen wissen. Deutsche AoLonren. Berlin, 11. Jan. Die dem Reichstage zugegangene Denkschrift über die Entwickelung der Schutzgebiete in Afrik a und der Süd fee bringt über die Dramantenfrage in Südwest-Afrika und die B a u m - wollfrage in Ostafrika wesentlich folgendes: Die zunächst aufgefundenen Diamanrenlagerstätten liegen in einem einige Kilometer breiten Streifen, der sich Kilometer, 16 der Süd bahn von Nord nach Süd bis etwa zur Elisabethen- Bucht hinzieht. Später fand man auch, daß der Wüstensand an der ganzen Küste bis nach dem Oranje-Fluß an manchen Stellen Diamanten führend war. Die Diamanten sind schön aus kristallisiert und von hervorragender Güte. Am Schlüsse des Jahres standen 97 gemeine und 22 Edelmineral-Schürffelder in Gültigkeit (im Vorjahre 39 und 2). Die B aumwo llkultur scheint in den Nordbezirken, in denen sie bereits bor einer Reihe Won Jahren eingeführt worden war, nun besonders in Useguya festen Fuß. gefaßt zu haben. Der Neger hat dort anscheinend die Vorteile der Hochwertigkeit des Baumwoll- Produktes gegenüber den anderen Produkten erkannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Januar 1910. — Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem ^chulanitsaspicanten Will). Neuß auS Wetterfeld die Lchrer- stelle an der Gemeindeschule zu Sickendorf. — Erledigt ist eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Nieder - Hi lberZ he im, mit der Organistendienst verbunden ist. ** Einkommensteuerpflichtige und Einkommensteuer in Hessen. Im Jahre 1909 zahlten 323085 Einkommensteuerpflichtige der 2. Abteilung (Einkommen unter 2600 Mk.) — 90,4 Proz. der Pflichtigen an Einkommensteuer 4106 475.50 Ml. ~ 36.9 Proz. der Einkommensteuer und 34 401 Einwmmensteuerpflichtige der 1. Abteilung (Einkommen über 2600 Mk.) = 9.6 Proz. 7 007 852 sDül = 63.1 Proz. der Einkommensteuer. Zwei Drittel (70 Proz.) aller Einkommensteuer-pflichtigen — 247 526 Personen — hatte ein Einkommen von unter 1300 Mark; diese Steuerpflichtigen brachten aber nur 17 Proz. der Steuer summe, nämlich 2172 620 Mk., auf. Die höchste '.Steuerkia,se — Einkommen über 101000—2 954 000 Mk. — umfaßt 130 Steuerpflichtige — 0,036 Proz., die aber 1511950 Mk. Einkommensteuern = 13.6 Proz. der Steuer- -summe aufbrachten. Diese 130 Personen zahlten also nicht 'viel weniger Steuern als wie die 247 526 Personen der .niedrigsten Steuerklassen. Personen der höchsten Ein ckommensteuerklajse zählten die Finanzämter Darmstadt I 22, Mainz I 26, Mainz III 17, Offenbach I 29 und Worms I 10; auf die Provinz Starkenburg entfielen 70, auf Oberhessen 14 und auf Rheinhessen 46. Von der gesamten Ein- kommensteüersumme von 11114327.50 Mk. brachten Starkenburg 4 953 900.50 Ml., Oberhessen 1994091.50 Mk. und Rheinhessen 4166 335.50 Mk. auf. Zieht man die Bevölke- rungszohl der einzelnen Provinzen in Betracht, so erbringt Rheinhessen auf den Kopf der Bevölkerung die höchste Steuerleistung. Stadttheater. Aus den bereits gestern mitgeteilten Umständen hat sich eine weitere Aenderung des Nepertoirs nötig erwiesen. Es wird deshalb am kommenden Freitag Ludwig Thomas Komödie /DIDual", deren erste Aufführung eine so starke Wirkung erzielte, wiederholt werden. Frl. Koch wird bis dahin in der nicht sehr anstrengenden Nolle der Mme. Hanteville wieder auftreten können. Die Aufführung findet wieder außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statt, doch zahlen Abonnenten gegen Vorwels des Abschnitts des EcmäßigungSkupons für Gastspiele nur kleine Preise. ■** Der Postunterbeamtenverein feierte am Sonntag sein W e ihn a ch t s fe st. Der große Saat des Turnvereins !var überfüllt, ein Beweis, wie unsere Stephansjünger beliebt sind. DaS Fest wurde eingeleitet durch den Marsch „In Treue fest". Der Vorsitzende hieß dann alle Anwesenden will» .kommen und schilderte den Zweck des Festes. Es folgten ab- wechselnd Ansprachen, Vorträge, Verlosung usw. Das Theaterstück „Herr Hase und seine Cousine" wurde flott und wirkungsvoll gespielt. Die Abe.rdfeier nalM pünktlich um 8 Uhr ihren Anfang. Rach dem Marsch „Hoch die deutsche Reichspost' folgte ein Prolog, der recht gut vorgetragen wurde. Dann wurde die humoristische Szene „In der Sommersrische oder Stadt und Land" von gioei jungen Damen gut gespielt. Inzwischen brachte die Kapelle Weller weitere Vorträge und daran anschließend laut das Haupttheaterstück „Die Hundcliste" zur Aufführung, das sehr humorvoll und gut gespielt wurde. Ein lebendes Bild, das sehr gefiel, verdient besonderes Lob. Das Fest fand durch einen Ball sein Ende. ** Elektrische B e l e u ch tu ng s v e r s u ch e. Interessante Versuche werden seit acht Tagen in der allen Schweineschlachthalle unseres Schlachtho>es mii Beleuchtungskörpern für Elektrizität gemacht. Bisher war utan beim Untersuchen von Fleisch mit Gas-Graetzinlicht recht zufrieden. Bei den Versuchen handelt es sich darum, 'ov für die int Bau begriffene große Schweineschlachthalle nicht das moderne, elektrische Licht auzuormgen iß und ।ick; diesem zur Beleuchtung oev Fle^cNnnierjuchungsraumes nicht noch besser eigner wie Graetzinlicht. Die Versuche, die nodj nichr ganz abgeschlojsen sind, l) ab eit bisher ergeben, daß Sparglühlampen die zu untersuchenden Fleisch- tcile besser erhellen als das bisher gebräuchliche Gaslicht, -aß aber auch die weiße Farbe der Kohlenlichtbeleuchtung ür die Untersuchung sehr vorteilhaft ist. * * Besitzwechsel. Tie Burt sche Villa an der Ost- Anlage, die vor einigen Jahren für 126 000 Mk. verkauft und dann von der Witwe Burk für 110 000 Mk. wieder übernommen wurde, ist von der Burk'schen Konkursmasse für 85 000 Mk. an Professor Dr. Leutert verkauft worden. Tas Anwesen ist mit 80 000 Mk. belastet. " Sonderbare Schlafstelle. Ein fremder junger Mann hatte gestern hier einen Freund besucht und hatte mit diesem stark gekneipt. Heute früh fand er sich in dec Israeli-- tischen Kapelle am neuen Friedhof vor; wie er da hinein- gekommen ist, weiß er eben nicht. Da der Persönlichkeit nach von der Absicht eines Diebstahls nicht die Rede sein kann, so würde Hausfriedensbruch und eventuell Sachbeschädigung in Frage kommen, wenn Strafantrag gestellt werden sollte. • * Verh astet wurde gestern eine Frauensperson, die sich hier seit einiger Zeit aufhielt und ihren Unterhalt dadurch fristete, daß sie unter falschen Vorspiegelungen von besseren Personen Geldbeträge zu erlangen verstand. * • Frischer Blumenkohl im Januar. Der diesmalige müde Winter hat uns neben den üblichen Redaktions- chmetterlingen, Gänseblümchen usw. heute eine besondere Abnormität gebracht, nämlich vollständig ausgewachsenen Blumenkohl, der auf dem Nahrungsberg im Freien gewachsen ist. x Großen-Lrnden, 10. Jan. Der Geflügel- und Kani ncheen zu chtve re irr „Volks wohl" hielt gestern abend im Saale des Gastwirts Fischer sein Winterest ab. Komische Vorträge und sonstige Darbietungen wechselten mit fLotten Tänzen ab. Die Fe,' rede fyicit der Kaninchenzüchter Pannecke-Klein Linden, er gab interessante Mitteilungen über den heutigen Stand der Kaninchenzucht. Am Schlüsse betonte der Redner, daß bei allen Veraüstal- tungen der Vereine ein Kaninchenessen für die Gäste bereit gehalten werden soll, um damit Freunde für die Kleintierzucht zu gewinnen. Verschönt wurde die Feier durch die Volkslieder, die der Gesangverein „Harmonie" unter Leitung des Dirigenten Schüttler vortrug. Besonders lebhaft applaudiert wurde das Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust". -r. Reiskirchen, 10. Jan. Ein hiesiger Steinbruchsarbeiter verunglückte heute dadurch, daß ihm zwei schwere Steine auf den Fuß sielen. Es war ihm nicht mehr möglich, nach .Hause zu gehen. — Etwa Mitte Februar jinbet hier Bürger meist erwähl statt. — Zum Forstwarten wurde Wilhelm Damm bestellt und bereits in sein Amt eingeführt. r. Londorf, 10. Jan. Im Kriegerverein hielt am (Samstag abend Geometer Stephan aus Staufenberg einen Lichtbilder-Vortrag. Er führte den zahlreich Erschienenen in wohlgelungencn Bildern alle Arten unserer Schiffe vor Augen, sowie auch die innere Einrichtung und das Leben und Treiben auf dem Schiffe. Zum Schluß zeigte er noch Aufnahmen aus Afrika, die großes Interesse erregten. In fesselnder Weise gab er zu jedem Bild Erklärungen und Erläuterungen, so daß ihm zum Schluß reicher Beifall zuteil wurde. -r. Burkhardsfelden, 10. Jan. Der 19 Jahre alte Theodor Häuser von hier, der in Gelsenkirchen arbeitete, scheint" dort einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein. An Pfingsten v. I. wollte der sparsame junge Mann seinen Eltern mit etwa 400 Mk. Ersparnissen unangemeldet eine angenehme Ueberraschung bereiten; er ist bisher weder rn seiner Heimat npch an jciiter Arbeitsstelle eingetroffen. Auch harte man teiuerler "Nachricht von ihm erhalten. Durch einen am selben Platze arbeitenden Bekannten seines Heimatsdorses, der unlängst zu Hause weilte, tarn erst Licht in die Angelegenheit. Nun kam dieser Tage ein Schreiben an die Bürgermeisterei, wonach unweit eines Teiches eine Leiche aufgefunden wurde, die nach der Kleidung und dem Alter zu schließen, mit der Person des Vermißten identisch ist. Ter Kopf der Leiche fehlt. Häuser soll mit einem Italiener gut befreunder gewesen sein. -k. Deckenbach, 10. Jan. Die dem Verkehr entlegenen Orte Deckenbach und Schadenbach bekommen jetzt auch 'Telephonanschluß mit Nieder-Gemünden, was schon jahrelang als ein Bedürfnis empfunden wurde. * Laubach, 10. Jan. Ter Konzert- und Vortragsverein hat durch die Veranstaltung des gestrigen Kirchenkonzerts sich ein nennenswertes Verdienst erworben, das beweist der äußerst zahlreiche Besuch, der die Stadtkirche bis auf den letzten Platz füllte. Reallehrer Keil, Organist der Paulus gemeinde aus Darmstadt, eröffnete das Konzert durch ein Präludium, das die Klangfülle unserer schönen Orgel in ihrer ganzen Schönheit zeigte. Ter Hauptteil des Programms stand unter Leitung des Kirchenmusilmeisters Mendelssohn aus Darmstadt, der die Liedervorträge der Frau Dora Praetorius-Nod- n ag el, in den letzten Jahren in Friedberg wohnend, sowie die Violinvorträge des jugendlichen Fräulein Fuchs aus Darmstadt in vollendeter Weise begleitete. Frau Praetorius- 9tobnagel sang mit ihrem ergiebigen, sehr weichen Mezzo- jügran die Mendelssohn'schen Lieder: Weihnachtslied, In memoriam, sowie das wundervolle „Schlummert ein" non I. S. Bach; auch das Beckerffche Adagio, von Frl. Fuchs meisterhaft gespielt, muß Anerkennung fmben. Sehr schön war das Handel'sche Trio ausgeführt. Ein Orgelvortrag des Herrn Keil beendete den hier seltenen Kunstgenuß. w. Assenheim, 10. Jan. Heute üorinitiag wurde die 13jährige Tochter eines hiesigen Landwirtes plötzlich ohnmächtig. Der heröeigerufene Arzt stellte ,est, das; das Kind sittlich mißbraucht worden ist. Auf Zureden der Eltern und des Arztes gestand das Mädchen, daß es mit einem 46 jährigen Eisenbahnbeamten, der in dein Hause wohnt, seit einigen Monaten sträflichen Umgang gehabt hat. Als man den Unmenschen später suchte, um ihn festzunehmen, harte er Selbstmord in der Ridder begangen. Schönberg, 10. Jan. Am 19. Januar findet in der Marienkirche die Trauung der Prinzessin Edda von Erbach-Schönberg mit dem Prinzen Wilhelm von Stolberg-Wernigerode statt, nachdem vorher am gleichen Tage die standesamtliche Eheschließung beurkundet sein wird. Bereit» am Tage zuvor, am 18. Januar, werden die Trauuugsseierlici!teilen dura; ein gropes Fest eingeleitet, wozu zahlreiche Gäsle auf Schloß Schönberg erwartet werden. Wetzlar, 10. Jan. Im Walde an der Straße nach Dutenhofen (beim sogen. „Spitzenberg") sand am gestrigen Sonntag ein einsamer Spaziergänger die Leiche einer anscheinend in betender Stellung zus cunm en gekauerten Frau. Bei näherem Zusehen ergab es sich, daß die Person, deren Körper bereits von dem Waldgetier benagt war, sich mittels eines Halstuchs aufgehängt hatte. Ihre Leiche wurde auf erfolgte Benachrichtigung hin alsbald durch die Polizei abgeholt und nach der Friedhofshalle verbracht. Die Unglücklich^ wurde als die seit einigen Tagen vermißte Marie Schneider ermittelt. Wie bereits berichtet, war die Schneioer seit einiger Zeit nicht mehr bei vollem Verlande gewesen. ♦* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aalen. Nach einer Mitteilung des Hessischen Landesverbands des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke ist die von ihm und dem Bezirksverein Frankfurt a. M. gegründete HeilstättcfürAlkoholkrankein Haus Burgwald bei Nieder-Ramstadt am 2. Januar eröffnet worden. — Im Mainzer Krematorium fanden im letzten Quartal 1909 78 Einäscherungen statt. Von diesen waren 30 aus Wiesbaden, 11 aus Mainz und eine aus Gießen. — Ter 11 jährige Schüler Schneider fuhr aus einem mit einem Pferde bespannten Wagen, den er selbst lenkte, auf der Sttaße von Dillenburg nach Sechshelden. Mit einem Mal scheute das Pferd, Schneider fiel herab, kam unter die Räder, erlitt erhebliche Verletzungen, an denen er kurz darnach starb.______________________________ Geriehtssaal. ** Standgericht. Gestern verhandelte das ^Landgericht gegen den int zweiten Jahr dienendenMusketter Dahlhaus von der 8. Komp, des 116. Jnf.-Reg. wegen unerl aubter Entfernung und Beharrens im Ungehorsam. Der Gerichtshof bestand aus Major Hoos als Vorsitzenden, Hauptmann Poly und Oberleutnant Wolf als Beisitzern, Leutnant Atöller vertrat die Anklage. Dahlhaus war geständig, in der Nacht des dritten Weihnachtsfeiertages, nack-dem in der Kaserne alles zur Ruhe lag, sich von seinem Lager erhoben mtd wieder angekleidet zu haben. Er hat dann die Kaserne verlassen, indem er über einen Zaun stieg. In diesem Moment wurde er des Postens ansichtig. Er glaubte, dieser sei mit einem ihm bekannten Kameraden seiner Kompagnie besetzt, irrte sich aber darin. Der Posten ließ, wie er als Zeuge bekundete, laut dreimal seinen Hattruf erschallen, auf den Dahlhaus aber nicht achtete, angeblich, weil er die Rufe nicht gehört haben will. Der Angeklagte will in der Nacht in der Stadt gewesen sein, er ist am iDlorgen zurückgelehrt und hat sich ins Bett gelegt, wo er jedoch bald von denc Wache babenben Unteroffizier geweckt und zur Rede gestellt wurde. Ter Posten hatte nämlich den Vorfall gemeldet und eS war leicht, sestzustellen, wer von den Mannschaften in der Kaserne fehlte. Die Kameraden des Tahlhaus erklärten, soweit sie als Zeugen vernommen wurden, sie hätten in jener Nacht nicht gehört, daß Tahlhaus sich angezogen und entfernt hat. Der Anklagevertreter war der Ansicht, daß die vorliegenden Vergehen mit vier Wochen sttengem Arrest zu be- strafen seien, da Dahlhaus bereits früher nach Zapfenstreich in Zivilkleidern in einer Wirtschaft betroffen worden war und die damals erkannte Strafe ihn nicht davon zurückgehalren hat, eilt noch schwereres Vergehen gleicher Art zu begehen. Ter Gerichtshof erkannte auf drei Wochen strengen Arrest. Dahlhaus erkannte das Urteil sofort an. R. B. Darmstadt, 11. Jan. (Telegr.) Der frühere Kassierer der LoLalvcrwaltung des Zimmerverbandes Jeremias Wolf wurde von der Strafkammer wegen Untreue zu einemJahrGefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Tie unterschlagene Summe beläuft sich auf 1600 Mark. Die Tat wurde durch die mangelnde Kontrolle sehr erleichtert, denn es hatte sich 3/i Jahre lang niemand sonst um die Kasse bekümmert. Der Verurteilte wurde wegen der Höhe der Strafe sofort verhaftet. Der Einsturz des Arantenhauses in Haiti. Der „Neuen Freien Presse" werocn zu dem Einsturz des Krankenhauses in Rai bl (Kärnten) folgende Einzelheiten gemeldet: Der Platz, auf dem das Krankenhaus gestanden hat, bildet einen Trichter mit einer Weite von 50 Metern. Der Trichter ist falt bis zum Rande mit Wasser gefüllt Das zur Hilfe gerufene Militär sucht Wasser in den nächsten Schacht zu leiten. Man vermutet, daß das Haus 40 bis 60 Meter gesunken ist und fast ebenso hoch mit Wasser bedeckt ist Rach dem Ausspruch der bergpolizei- lichen Kommission scheint weitere Gefahr ausgeschlossen. Unterhalb des Bergspitals befand sich seit Jahrzehnten ein „toter" Bleistollen. Durch Sprengarbeiten ist wahrscheinlich das Erdreich derart erschüttert worden, daß der Einsturz erfolgte. Die sieben Opfer sind jedenfalls sofort erstickt. Kleine Tageschronik. Bei Saaz stürzte in einer tiefliegenden Sandgrube infolge von Untergrabung die ganze obere Erdschicht ab, wodurch mehrere Arbeiter verschüttet mürben. Bis zum Abend gelang es, einen 70 jährigen Arbeiter als Leiche auszugraben. In Wilhelmshaven erlitt der Torpedoheizer W e g e - Witz beim Ringen mit einem Oberheizer einen Rückgrat- brnch und starb nach 24 Stunden.____________________________ Die preußische Thronrede. Berlin, 11. Jan. Ter preußisck^e Landtag wurde heute vom König mit einer Thronrede eröffnet In der Thronrede wird zunächst ausgeführt, daß auch in diesem Jahre die Staatsfinanzen durch die Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse in Mitleidenschaft gezogen siltd. Durch die allmähliche Wiederbelebung von Handel und Verkehr sei aber eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu erwarten, so daß sich die vcranschlagtett Fehlbeträge voraussichtlich nicht unerheblich ermäßigen werden. Immerhin werden die staatlichen Betriebsverwaltungen, besonders die Staatsbahn, keine so hohen Zuschüsse zur Staatskasse liefern wie in den früheren Jahren. Dazu kommt, daß die 200 Millionen, mit denen die Besoldungsaufbesferungen die Staatskasse dauernd belasten, nur zu einem kleinen Teil durch die Staatssteuern gedeckt werden formen. Bei dieser Sachlage ist möglich st o Zurückhaltung auf allen Gebieten der Staatsverwaltung geboten. Zur Erweiterung und besseren Ausrüstung des Staatsbahnnetzes, sowie zur Unterstützung von Kleinbahnen werden erhebliche Mittel an- gefvrdert. Tie Fürsorge für die schulentlassene Jugend bedingt die weitere Ausbreitung und Entwickelung des Fortbildungsschulwesens auf dem platten Lande. Ein Gesetzentwurf wird an den Landtag gelangen, in dein für mehrere Provinzen, darunter auch Hessen-Nassau, der Besuch der Fortbildungsschulen zur Pflicht gemacht wird. Der inneren Kolonisation wird die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch einen Gesetzentwurf werden die Mittel zur Gewährung von Zwischenkrediten bei ! Rentengutsbilduugen erhöht werden. Ein weiterer Gesetzentwurf sieht die Beseitigung der kommunalen Doppel- 1 bcftcuerung in den einzelnen Bundesstaaten auf dein Verwaltungswege vor. Zur Wahl re form wird am Schluß der Thronrede ausgeführt: Endlich harrt des Landtages noch eine ernste Llufgabe: Tie Vorarbeiten zur Reform des Wahlrechts sind dem Abschluß nahe uud eine entsprechende Vorlage wird bem Landtag zur verfassungsmäßigen Beratung und Beschlußfassung in einigen Wochen zugehen. (Telegr. Bericht.) mrnnnw Znhu- u. spült worden sind. SpnngiMns Bataofstrasse 58 Giessen Bahnhofstrasse 58 Offlffl-Koplmta 83 1 Mark. West-Anlage 64 West-Anlage 64 Morgen Mittwoch 0252 Voit. //\ Räumungs -Verkauf Für sparsame Hausfrauen mit i5°j0 Rabatt Schluss am 20. Januar gegenüber der Stadtkirche [so Butzbach erbeten. Hödel, &fh‘er D’/i- Zu beziehen durch: Kopf-, Kl eitler 84 A. Weäz, Seltersweg 6. meidung von Ansteckung. O'/i «'n jeder Preislage. Frachtkatalog- umsonst und portofrei. frankfurter fBpezial - j$porthaus E. 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Tas Zentrum des tiefen Druckes zieht ostwärts und liegt beute früh mit 720 mm bei der Rordspitze Europas, lieber Welteuropa auf der Rückseite des Wirbels bringen West- und Nordwest- winde Abkühlung. Es scheint demnach kein neues Tiefdruckgebiet vom Ozean her zu folgen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch dem 12. Januar 1910: Starke westliche Winde, kälter, Niederschläge, meist Schnee, besonders im Gebirge. __________ beegüsirst keute mittag 4 Uhr- Alle Wmierschuhwaren sind im Preise ermässigt Nagel-Bürsten :: Fritsier- kämme .: tetaeibkämnne :: Toilette - Seiten :: Purfü- inerien in grosser Auswahl, billigst bei H. Tichy, . e* Seitersw, 43, Ecke d. Goethe>tr. Cherbourg, 11. Jan. Auf dem Unterseeboot „Flore aV werden Apparate für drahtlose Tele» phonie aufgestellt. ________________________ Leuthen, 11. Jan. Gestern abend 7 Uhr 54 Min. entgleisten auf dem hiesigen Bahnhof 12 Wagen eines einsahrenden Güterzuges. Sieben Wagen wurden völlig zertrümmert und die fünf anderen beschädigt, so daß der Materialschaden bedeutend ist. Em Zugschaffner wurde leicht verletzt. RechlZfchutzsteüe erteilt unentgeltlich sv'/i Rat imb Auskunft an Frauen und Mädchen. Sprechstunden Mittwochs von 5—7 Uhr, Alicestraste 31III. Mäuse Natten vertilgt sicher,Es schmeckt prächtig^- '43.50,100 Pf. Berkauis- stelle:PclikamÄPoth.,Äreuzpl.2. fX berwitzte Ber- ?nd ben ^4 kwrt Q. 5? korben, I 31 Quartal Nies! , lähisge •Sa 4 kompl. gebrauchte Reitsüttel mit Zaumzeug, vorzügl. erhalt. 1 neues elegantes Mylord, 1 neues leicht. Halbverdeck mit abnehmb. Bock. 1 gebraucht. Laudaulette, 1 gebrauchter Landauer. I August Kilbingcr, I Se!tcroweg7v 1180] Teleph.276 6 Pfund Mgenommen. Gumbinnen, den 15. Juni 1900. 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