Freitag N. September 1910 160» Jahrgang Erstes Blatt Eichener Anzeiger Bezugspreis: monatlich 75 M., viertel- jährlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mt.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf., auswärts 20 Pfennig. Nr. 211 Der -iehcner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KiehenerKamilienblätter; zwemial wöchentl.Areir- blatt für den Kreis Gietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- _____ wirtschaftliche Zeitsrageii V 'V' ® M 'V VA V "V v w Chefredakteur:A.Goetz. Fernsprech - Anschlüffe: R Br ÄW Verantwortlich für den für die Redaktion 112, politischen Teil: August ZW. General-Anzeiger sur Oberheffen DM T^snümE notaNonrdnick unö Verlag der vrühl'schen llaiv..y«ch. und Sttinöniderei K. Lange. Redaktion, Expedition UN- Druckerei: Lchuiftrahe 1. bis vormittags 9 Uhr. _________________________________________________0 M Deutscher Pfarrertag. 4 König sberg, 8. Sept. 1910. Nachdem gestern die Abgeordneten der preußischen Pfarrer- Vereine getagt hatten, trat heute im Landeshause der Deutsche Pfarrertag zusammen. Der Vorsitzende Dekan Deißmann wies auf die Bewegung hin, die infolge der Borromäus-Enzyklika im deutschen Volke entstanden sei und nicht so bald zur Ruhe kommen werde. Es wurde hierzu einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Der deutsch-evangelische Pfarrcrtag zu Königsberg bedauert es tief, daß die Borromäus-Enzyklika den katholisck)eu Teil unseres Volkes in die römischen Geschichtsirrtümer immer tiefer verstricken und zu einer immer feindlicheren Haltung gegen den evangelischen Volksteil treiben will. Er macht c-3 daher seinen Mitgliedern zur heiligen Pflicht, an der Erhaltung nnb Förderung des evangelischen Gemeindelebens umso treuer zu arbeiten." Darauf nahm der Psarrertag den Jahresbericht zur Kenntnis. Der Bericht teilt mit, daß der Bestand des Verbandes mt letzten Jahr gewachsen ist, so daß die Zahl der Mitglieder gegsw- wärtig 11600 beträgt. Das Verbandsorgan hat eine Auslage von 11838 ^otück. Der Verband ist beteiligt M der Zentral- Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. elm elm Der französische Justizminister B o r t h o u bestätigte einem Berichterstatter, daß er angesichts des immer mehr um sich greifenden Ä p a ch e n u u w e s e n s , der immer häufigeren Revolver- und Messerattentate und der hierdurch bedenklich gefährdeten öffentlichen Sicherheit, der Staatsanwaltschaft die größte Strenge bei der strafrechtlichen Verfolgung der Apachen aufge- tragen habe. Ferner habe er beschlossen, dem Parlament einen Gesetzentwurf über das Tragen verbotener Waffen vorzulegen, durch den die bisherigen Bestimmungen ontsprccheiid verschärft werden sollen. Auch behufs Unterdrückung der gegenüber der Freiheit der Arbeit unternommenen Anschläge, dch in letzter Zeit einen immer bösartigeren Charakter angenommen haben, sei den Staatsanwälten besondere Wachsamkeit und Entschiedenheit empfohlen worden. Die Verhaftung von zwölf Anarchisten in Moskau hat zu weiteren 30 Verhaftungen Anlaß gegeben, nachdem damit ein ganzer Verband Kommunisten aufgedeckt worden war. In Brjansk wurde eine Bombenfabrik entdeckt, die Geschosse von, ungeheurer Sprengkraft herstellte. Grobe Mißbräuche wurden neuerdings in der Kanalverwaltung in Jekaterinoslaw festgestellt.. Die Krone wurde systematisch bestohlen. Den Blättern zufolge schloß des türkische Finanz- ministerium ein Vorschußgeschäft in Höhe von 500000 Pfund mit der unter englischem Einfluß stehenden türkischen National- bauk ab. Die gestern gemeldete Mitteilung der Pforte an die: Kretamächte betrifft nicht die Offiziere, sondern die Unteroffiziere der Miliz und Gendarmerie auf Kreta, die der Beförderung wegen sich nach Athen begeben haben und als Offiziere nach Kreta zurückkehren sollen. Nach Auffassung der Pforte dürfen diese, wenn die Beförderung durch die griechische Regierung erfolgt, nicht mehr nach Kreta zurückkehren. Es verlautet, daß die Pforte von einigen Kretamächten diesbezüglich bereits eine befriedigende Antwort erhalten habe. Der griechische Minister des Innern erhielt ein Telegramm, worin ihm Michelidakis, Kunduros und Papamastorakis mitteilen, sie könnten ihre Wahlen als Deputierte für Dtikor nicht annehmen. Es bleibt mithin nur die Regelung der Angelegenheit Veniscfios und Pologeorgis übrige Nach einer Meldung aus Saloniki hat das dortige Boykottkomitee beschlossen, den Boykott auch auf aUe aus Kreta kommenden Waren auszudehnen. Theodore Roosevelt stattete dem deutschen Klub in Milwaukee einen Besuch ab, bei dem er in deutscher Sprache begrüßt wurde. Roosevelt überbrachte dem Klub Grüße des deutschen Kaisers, dem er von dem Klub erzählt habe. Der Papst gegen die Modernisten. Rom, 8. Sept. Heute wurde ein Mvtupropriio des Papstes veröffentlicht, durch das praktische Maßnahmen gegen die fortdauernde Ausdehnung der modernistischen Bewegung ergriffen werden. Das päpstliche Schriftstück erinnert zuerst an alle Verordnungen, die bisher gegen den Modernismus ergangen sind und fügt ihnen solche über die Studien in den Seminaren, Deutsches UeLch. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ließ der Staatssekretär v. K i d e r l e n - W ä ch t e r auf der hiesigen chilenischen Gesandtschaft das Beileid der deutschen Regierung an dem Hinscheiden des stellvertretenden Präsidenten von Chile, Albano, ausdrücken. Dasselbe tat im Auftrage der deutschen Regierung^ der Gesandte von Chile in Santiago. Die Sperre des Berliner Viehhofes bleibt der „Allgemeinen Fleischer-Zeitung" zufolge auch für den Samstagmarkt bestehen^ In der Angelegenheit des ausgewiesenen Bankvorstehers Moeller aus Scherrebeck verwarf das Ober* landesgericht die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Urteil wegen der Rückkehr Moellers nach Nord- Schleswig, erklärte die Ausweisung für ungerechtfertigt und legte die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auf. Dem Angeklagten wurde die Erstattung seiner baren Ausgaben zuerkannt. Land zu regieren bestimmt ist, dessen spezifische Sonder- teftung zwischen dem übrigen Dentschland und der Donau- nonarchie gerade seinem Thronfolger in der Erörterung des wundesten Punktes der deutsch-österreichischen Beziehungen peinlich--sorgfältige Zurückhaltung gebietet. . Prinz Ludwig hat durch seine rednerische Tätigkeit bei vielen einen Teil der Popularität eingebüßt, die ihm auf dem Thron zu statten gekommen wäre. Er hat vielfach so ge- prochen, daß er mißverstanden wurde und werden mußte. Die Vermeidung solcher Mißverständnisse aber ist es, die den guten Redner ausmacht. hältlich sind. Leutnant Helm wurde auf dem Fort, in dem er interniert war, von der Polizei übernommen, nachdem ihm :)er Haftbefehl des Polizeirichters vorgelesen worden war. '...... hmen sich ihm gegen- l filhr ihn nach der Fürsten, die im Gefolge des Vertreters des Kaisers" erschienen. Darauf erhob sich Prirtz Ludwig von Bayern zu einem Trinkspruche, in dem er sagte: „Hier wurde ein Wort gebraucht, gegen das ich Verwahrung einlege. Wir 'find nicht Vasallen, sondern Verbündete des deutschen Kaisers. Als solche sind wir schon vor fünfundzwanzig Jahren dem damaligen Könige von Preußen treu zur Seite gestanden in jenem gewaltigen Kriege, aus dem dann das deutsche Kaisertum hervorging, wie dies auch Käiser Wilhelm I. jederzeit »anerkannt hat." Prinz Ludwig hatte recht und hatte es doch wieder nicht. .Herr Camesasea hatte seine Worte nicht auf die Goldwage gelegt; der Prinz, aber noch weniger. Er hatte aus der Mücke einen Elefanten gemacht und sah sich dann in die peinliche Lage versetzt, dem deutschen Kaiser selbst über den Vorfall Mitteilung zu machen, um seine Worte, wie die „Nordd. Allg. Ztg." es ausdrückte, vor „jeder Mißdeutung sicherzustellen". Auch mit der vor Jahresfrist zu Helmstadt in Unterfranken gehaltenen Rede hatte Prinz Ludwig Unglück. Dort war 1866 ein anderer Ludwig von Bayern verwundet worden; ein Ereignis, zu dessen dauerndem Gedächtnis ein Denkstein enthüllt wurde. Die „Natlib. Blätter" führen nun die markanteste Stelle der Ansprache an, welche der Prinz aus diesem Anlaß hielt, and bemerken dazu weiter: „Wer wollte behaupten, daß diese Worte nicht aus bester Absicht gesprochen waren'? Indessen haben auch sie dem fürstlichen Redner wenig Dank eingetragen. Denn diese Rede schien allerhand zu unterstellen, was in den verschiedensten Richtungen Aergernis erregen mußte; und sie vermied g/rade das, was nach Ansicht auch der Wohlmeinenden etwa hätte gesagt werden können; wenn schon überhaupt das delikate Gebiet der Behandlung der Deutsch- osterreicher durchaus aus j " " ' Die Portsmouther Spionage-Affäre. Leutnant H e lm ist nun doch wegen Spionage unter Anklage gestellt worden, nachdem' der Kriegsminister die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben hat, wie in mehreren englischen Blättern ausgeführt wird, „um der ewigen Spionage einmal ein Ende zu machen". Ob man damit gerade einen glücklichen Griff getan hat, wird die kommende Gerichtsverhandlung zeigen müssen. Vorläufig ist es nicht klar, was es gerade dort, wo Leutnant Helm, angetrofsen wurde, auszuspionieren geben sollte, da die Forts, wie bereits mitgeteilt wurde, vollständig veraltet ind und Photographien und Pläne von ihnen überall er- Der Korrespondent der „Daily News" in Portsmouth telegraphiert, daß die Leute dort trotz der Verhaftung des jungen Leutnants die Sache durchaus nicht ernst nehmen, weil eben jedermann wisse, daß die Forts, in deren Nähe der Offizier angetrofsen wurde, absolut keinen militärischen Wert mehr haben. Sobald das .Kriegsministerium beschlossen hatte, die gerichtliche Verfolgung des Verhafteten aufzunehmen, wurde die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben, die sofort einen Rechtsanwalt 'beauftragte, von dem Polizeirichter von Fareham einen Haftbefehl zu verlangen, der auch gestern gleich erlassen wurde. Ein Polizeioffizier verhaftete darauf den im Gewahrsam des Fortkommandanten Befindlichen, der damit der Zivilgewalt übergeben wurde. Findet der Polizeirichter ihn für schuldig, dann wird er entweder der High Court oder der Central Criminal Court, beide in London, zur Aburteilung überwiesen. fDie Verfolgung geschieht auf Grund des Offieial Secrets Act, dem Spionagegesetz vom Jahre 1889, ein Gesetz, auf Grund dessen gerichtliche Verfolgungen nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Atterney-Generals unternommen werden dürfen. Dieses Gesetz bestimmt, daß eine Person, die dabei angettoffen wird, außerhalb einer Festung, eines Arsenals, einer Fabrik oder einer Werst Seiner Majestät Zeichnungen oder Pläne anzufertigen, ohne ausdrückliche Erlaubnis dazu zu haben, zu einer Geldstrafe ober mit Gefängnis bis zu einem Jahr, mit ober ohne Zwangsarbeit verurteilt werden soll. Kann nachgewiesen werden, daß der Angeklagte die von ihm aufgenommenen Pläne oder Zeichnungen einer fremden Macht oder deren Agenten auslieferte oder nur die Msicht hatte, das zu tun, dann tritt Zuchthausstrafe von mindestens fünf Jahren bis auf Lebens-» zeit ein. Das gilt sowohl für britische Untertanen wie auch für Ausländer. vom Kaifermanöoer. Christ bürg, 8. Sept. Die blaue Armee gedachte auf der ganzen Linie gegen Osten vorzugehen und Rot überall da .anzugreifen, wo sie auf Rot stoßen würde. Das 17. Armeekorps ging zwischen Ewing und Drausensee und die ihm unterstellte Kavalleriedivision gegen den Elbingfluß vor. Die Kavallerie erzwang sich den Uebergang über den Elbingfluß bei Elbing gegen schwache rote Truppen. In der Gegend nördlich von Christburg entwickelte sich ein größeres Gefecht, indem das blaue 17. Korps hier gegen die westliche Sorge vorging und iie auch gewann. Rot ist nordöstlich zurückgegangen und hat Stellungen etwa in der Linie von Hirschfeld und Grünhagen eingenommen. „M. 3" operierte nachmittags über Rot und auch „P. 2" war den ganzen Vormittag über in Tätigkeit. Das Wetter .ist regnerisch. Die Wege sind aufgeweicht. Der Kaiser hatte morgens Pröckelwitz verlassen und war bei Pachollen zu Pferde geftiegen. Graf Häseler und die anderen Manövergäste beobachteten die Kavalleriebivisionen. Die Offiziere des brittschen Forts benahmen sich ihm gegenüber sehr nett unb einer von ihnen fuhr ihn nach der Polizeistatton, damit er nicht mit bent Polizeioffizier in dem Gefangenenwagen zu fahren brauchte; ein anderer Offizier nahm neben ihm auf der Anklagebank Platz und erklärte ihm, was der Magistrat fagte, da Leutnant H ' nur sehr mangelhaft englisch versteht. Leutnant erklärte, daß er kein Spion sei unb daß er die Zeichnungen nur für sich selbst gemacht habe. Die Verhandlung wurde dann auf eine Woche vertagt. Einer der englischen Offiziere begleitete dann den deutschen Leutnant noch nach dem Gefängnis von Winchester, wo er in Haft bleiben toirb, bis der Fall toteber vor den Polizeirichter kommt. Ludwig von Bayern als Redner. Die Altöttinger Rede des Prinzen Ludwig oon Bayern gibt den „Mltlib. Blättern" Anlaß, auf frühere öffentliche Ansprachen des bayerischen Thronfolgers ^urückzukommen und im Zusammenhmig mit ihnen die rednerische Tättgkeit dieses Wrsten überhaupt zu beleuchten: Des Königreichs Bayern künftiger König hat zu Altötting, als er den Grundstein für die neue St. Anna- Kirche legte, nach der klerikalen Presse „goldene Worte" gesprochen; Worte, die andererseits in nichtkatholischen Kreisen hier und da Anffehen erregt und die rednerische Tättgkeit des bayerischen Thronfolgers wieder einmal in den Vordergrund des Interesses gerückt haben. Prinz Lud- wig soll, Inas neuerdings offiziös abgestritten wurde, dem lieben Gott seinen Dank dafür ausgesprochen haben, daß er von katholischen Eltern abstaimne. Es besteht kein Grund, dem Prinzen ein solches Bekenntnis zu verargen. Nur berührt eine derartige Betonung katholischer Abstammung bei einem Fürsten seltsam, dessen weibliche Vorfahren wiederholt evangelisch waren. Der Prinz, der in einer nach menschlichem Ermessen nahen Zeit auch über etwa zwei Millionen Protestanten regieren toirb, kann es doch nicht vergessen haben, baß seines Vaters sOfcutter, Therese von Hildburghausen, Protestantin war, wie auch die beiden Gemahlinnen seines weiteren Vorfahren, des ersten Bayern- iönigs, die Prinzessinnen Auguste von Hessen-Darmstadt und Caroline von Baden. Auch König Ma^ II. hat eine Protestantin, Prinzessin Marie von Preußen geheiratet, die später allerdings ihren Glauben wechselte. Prinz Ludwig, der Dhron folger, scheint aber auch, worauf die „L. N. N." aufmerksam machen, vergessen zu haben, daß die Kur- psälzer Vorfahren der heute regierenden Wittelsbacher Führer und Vorkämpfer des Protestantismus waren in Deutschland, bis bereit verarmte Birken selb er Vettern — denen mit dem Erlöschen der Sulzbacher Linie die Kurwürde und die Herrschaft in Bayern winkte, das „Glück" hatten, durch Karl Theodors Jesuiten zum Katholizismus bekehrt pi werden. Der Prinz soll weiter, was nachträglich eben» falls als in „dieser Fassung" nicht zutreffend bezeichnet wurde, die katholische „Religion" als die „einzig wahre und echte" gepriesen haben. Äuch das sieht angesichts der konstitutionellen Verpflichtung des Priitzen, seinen künftigen tzerrscherberus konfessionell-paritätisch auszuüben, einigermaßen deplaziert aus. Und man wird auch diese tfür die Oeffentlichkeit schwerlich besttmmte, von der Zentrumspresse aber zu durchsichtigen Zwecken ans Licht gezerrte) Rede zu denjenigen rechnen dürfen, die besser nicht gehalten worden wären. Moliöre hat das Prädikat eines guten Redners mir demjenigen zuerkennen wollen, der immer so redet, daß er verstanden wird. Dann ist Bayerns künftiger König kein guter Redner. Er hat unzweifelhaft weder die protestantischen Bayern noch das Gedächtttts derjenigen Fürsttnnen verletzen wollen, denen eine ganze Reihe Wittelsbacher die Hand zum Bunde fürs Leben reichte. Und hat es doch getan. Hat auch aus den Erfahrungen früherer Jahre nicht die Erkenntnis gezogen, daß jede Silbe derer, die auf den Höhen des Daseins wandeln, auf die Goldwage gefegt, gedeutelt und, wenn irgend möglich, gegen den Redner selbst ausgebeutet wird; daß es somit gerade weithin sichtbarer Persönlichkeiten unabweisbare Pflicht ist, jede nicht gewollte Auslegung durch sorgsamste Wahl der Worte un- inöglich zu machen. Es ist, wie wir gerade in den letzten Tagen erneut sahen, jede Rede vom liebet, die der Sprecher hinterher selbst gegen Mißverständnisse schützen muß. So war es Ludwig von Bayern schon 1896 nach dem Moskauer Intermezzo gegangen. Beim Festmahle, daß die dortige deutsche Kolonie den zu den Krönnngsseierlichleiten erschienenen Deutschen gab, brachte der Präsident dieser Kolonie, Herr Camcsasca, einen Trinfipruch auf den anwesenden Prinzen Heinrich von Preußen und auf „die wachung und Zensur, die gegen die modernistischen Schriften? I zu beobachten sind, über die Priester ko ngr esse, über den alte drei Jahre zu erstattenden Bericht der Bischöfe und Ordensoberen bezüglich der Innehaltung der oben erwähnten Vorschriften. Nach Zitierung Der Enzyklika „Pascendi"' empfiehlt der Papst den Bischöfen und Ordensoberen an^ gelegentlichst, die Ausbildung des jungen Klerus aufmerksam zu überwachen, damit dieser sich gut zum Kampf gegen die Irrlehre vorbereite und damit die jungen Schüler nicht durch andere Studien abgelenkt werden. Die Lektüre modernistischer Zeitungen und Zeit-- schriften wird ihnen verboten und ein Eid, den lauteren Lehre und der katholischenDisziplin treu an zu hängen, soll geleistet werden: von jebeitt Professor vor Beginn der Vorlesungen, von den Geistlichen, bevor sie zu höheren Weihen aufrücken, von den neuen! Beichtvätern, Pfarrern, Chorherren unb Benefizianten/ bevor sie in den Besitz ihrer Benefizien treten, von beii Beamten der bischöflichen Verwaltungen, der kirchlichen Gerichtshöfe, eingerechnet Generalvikare und Richter, von den Fastenpredigern, den Mitgliedern der Kongregationen und Gerichtshöfe des Heiligen Stuhles. Das Motuproprio enthält ferner die Eidesformel hierfür, gibt schließlich beirt - Klerus Anweisungen über die nutzbringendste Art zu predigen und zitiert eine Stelle aus dem entsprechenden Erlaß . des Papstes Leo XIII. über die Wahl der Rektoren und Lehrer in den Seminaren und katholischen Universität en hinzu, ferner über die toter oer Deyanoiung Der Leuljcy-. Bedingungen der Beförderung der Geistlichen zu hötiercn jurstlichem Munde behandelt wer- Weihen, zum theologischen Doktor-Diplom unb bezüglich, : den mußte. Zumal von dem wittelsbacher Prinzen, der ein • der Schulen, die sie besuchen müssen, weiter über die lieber^ Der Großherzog bat dem ** Landwirtfchafts 1 chrer. Der Großherzig hat hervorgehen und lehrt die vorhandenen religiösen Kräfte richtig ein schätzen und verwenden. Sie macht die Kirche zum Mittelpunkt Volksfreundcn überflügeln lassen, sondern sic müsse in der ersten Linie der Kämpfer bleiben." Dr. ing. h. c. Rud. Dyckerhoff zu Amöneburg den Charakter als Professor erteilt. Notouartiere. Die 49. Infanterie-Brigade ''115er, 116er, 168er ist gestern in der Rhön angelangt, nach dem heutigen Ruhetag beginnt morgen das Manöver. Gersfeld, hat 1100 Mann Ein- auartierung vom Regiment 116. Die 115er hatten gestern einen großen Marschtag von Fulda und Umgegend bis nach den Städtchen Tann, Günrhevs und Lahrbach, die 168er liegen im Ulster- ral, die Maschinengewehr-Abteilung ist in Wendenhausen. Tie 25er Artillerie befindet sich in Tann, die Dragoner Nr. 24 sind in Simmershausen. Der Stab der 49. Brigade hat in Dieters- Hausen Quartier bezogen. Gestern ist auch eine Fernsprechabteilung in L.ann eingetroffen, die im Gefechtsgelände mehrere größere Leitungen Herstellen soll. Die R e s e r v i st e n sind heute bei den einzelnen Regimentern eingestellt worden. ** Ein interessantes Bild. Das von uns bereits erwähnte Bild, das 'der Photograph August K o n r a d in Hungen gelegentlich des Ausfluges des Zaren- und Großherzogspaares nach Münzenberg ausgenommen hat, ist in unserer Geschäftsstelle ausgestellt'. Die Fürstliche leiten sitzen in einer zwanglosen Gruppe um den langen Gartentisch der Wirtschaft R. Klein, im Vordergrund das Zarenpaar, ihnen gegenüber das vergnügte Gesicht des Großherzogs, neben dem die Großherzogin schelmisch nach nach dem Beschauer blickt. ** Zentralisation des städtischen Kass en - wesens. Die durch das Ableben des Rendanten Wetter freigewordene Stelle eines Kassierers am Gaswerk wird nicht mehr besetzt werden. Die Kassengeschäfte des Gas- und Wasserwerks werden der Stadtkasse übertragen werden, womit das ganze Kassenw-esen der Stadt vereinigt ist. ** Die städtische Sandgrube am Nödgener Weg, die früher von der Stadt verpachtet war, wird jetzt von der letzteren in eigener Regie ausgebeutet. Der gewonnene Sand soll wie früher auch an Private verkauft werden. Man hat vorerst einen bequemeren Abfuhrwcg hergestellt, der mit Schwellen belegt ist und beabsichtigt, demnächst ein weiteres Stück abzuholzen, um die Sandgewinnung stärker betreiben zu können. ** Besichtigung. Mehrere Franzosen, die sich auf einer Studienreise durch Deutschland, Oesterreich iuib Italien befinden, besuchten gestern nachmittag unter Führung des Stadtbaumeistcrs Braubach unsere Kläranlage. Die Besucher, die eine ganze Anzahl solcher Anlagen gesehen haben, sprachen sich überaus anerkennend darüber aus, wie glücklich hier die Frage der Entwässerung gelöst worden ist. Besonders lobten sie die Sauberkeit, in denen sich die Klärbeckenwandungen befinden. Die Herren wollen heute das städtische Wasserwerk, besonders den Stollen bei Buseck besichtigen. * * 36 Wohnhäuser wurden in unserer Stadt in diesem Jahr errichtet. Wenn man jedes Gebäude zu vier Wohnungen rechnet, würde das eine Vermehrung um rund 140 Wohnungen bedeuten. * * Sonntags-Ladenschluß um 1 11 br. Unter den Geschäftsleuten unserer Stadt'zirkulieren Listen, um auch hier an den Sonntagen den 1--Uhr-Ladenschluß allgemein einzusühren. Die Listen sollen zahlreiche Untere schristen finden. • • Besitz wechsel. Bäckermeister Katz erwarb von Karl Schmidt dessen Anwesen Neustadt 14 für 40 500 Mk. * * Zuchtvieh-Versteigerung. Dieser Tage wurden hier die vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß eingesührten Bullen Simmentaler Rasse versteigert. Sechs der Tiere, die stelle für Volkswohlsahrt und bei den deutsch-evangelischen Vereinen zur Förderung der Sittlichkeit. Tie Tätigkeit des Vorstandes bat sich zunächst auf die Weilerbearbeitung der in Wiesbaden behandelten Fragen gerichtet. Hinsichtlich der in Wiesbaden angeregten Reformen auf deni Gebiete, der inneren Mission und der Haus- und Kiräxukollekteu hat der Vorstand den Einzel vereinen, denen die Wiesbadener Versammlung die Frage zur Weiterbearbeituug überwiesen halte, dadurch vorzuarbeiten gesucht, daß er die Sache gründlich durächeraten hat. Bezüglich des Kollektenwesens empfiehlt bei Vorstand, daß da, wo noch keine Kollektenordnungsstelle vorhanden ist, die einzelnen Vereine bei Kirchenregierung und Synode darauf hinwirken, daß zur besseren Verteilung der Hauskollekten über das ganze Jahr und zum Schutze gegen Schwindelkollekten in jeder Provinz eine solche i Ordnungsstelle eingerichtet werde. Auch über die Austritts- bewegung hat der Vorstand weiter verhandelt. Ein neues Arbeitsgebiet ist im letzten Frühjahr in Angriff genommen worden, die' planmäßige Beobachtung und Beeinflussung der Tagespresse. Als Ziel gilt, den gesamten Psarrerstand in unmittelbare Fühlung mit der Tagespreise zu bringen, indem möglichst viele einzelne ---, —, — ,------------—v-.» Pfarrer mit einzelnen Blättern in persönliche Verbindung treten, den zweiten Landwirtschastslehrer an der landw. Winter- Zur Frage der schule Dr. Karl Wogeley zu Alzey zum 2. Landwirt- Festlegung des Osterfestes schaftsichrer an der landw. Wrnterschule zu Michelstadt ist das einschlägige Material gesammelt und daraufhin dem I ernannt,.ferner den 2. Landwirtschaftslehrer an der Pfarrertage eine Vorlage gemacht worden. Ilandw. Wrnterschule Dr. Hch. May zu Pttchelstadi zum Zu dem Jahresbericht mürben zwei Anträge angenommen. 2. Landwirtschastslehrer an der landw. Wrnterschule zu Der erste Antrag lautet: „Der Verband deutsch-evangelischer Alzey ernannt. Pfarrervereine tritt ein 1. für die Festlegung des O ster- ** £ e li r e r e r f n rr n r i ? n 1Mprtr«inen wurde dem ÄLSSÄL-LL S L'-LU L »» T' einen bestimmten Wochentag fällt und daß dabei die Häufung I Kelle an der Gemerndeschule zu Stockstadt , dem ^ck)ub- üon Feiertagen vermieden wird. Er beauftragt seinen Vorstand,! devlvalter Hch. Ltn gelb ach zu Alsfeld die Lehrerstelle die Sache weiter zu verfolgen." In dem zwecken Antrag wird an der "kath. Schule zu Neu-Bamberg: dem Schulverwalter der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die auf eine Einigung der I Phil. Thierolf zu Butzbach die Lehrerstelle an der Ge- evangclischen Pressetätigkeit gerichteten Bestrebungen von Erfolg meindeschule zu Harpertshausen. begleitet sein möchten ** Erledigte Lehrerstellen. Eine Lehrerstelle snirQC5r? V'C lirit Oraanistendienst an der kath. Schule zu Wal d- lä n bliche <25 ohlf ahrtspflege Der Jiebner ging davon I < h a rß ■ n fa ii-» Qnfirnrtinii > -> ec « s aus, baß das ländliche Pfarreramt notwendig zur Wohlfahrts- / . !La $' Qt ~J und Heimatspflege führen müsse. Bei der Not des Landes handelt ü r m, Kreis Alzey. Mit der stelle ist ^rganistendienst es sich um eine große sittlich-religiöse Gefahr, und die Arbeit verbunden; zwei Lehrerstellen an der kath. Schule zu in dieser Beziehung kann dem Pfarrer auf dem Lande von keinem iH e r b st e i u. anderen abgenommen werden. Gerade im Heimatlichen liegen aberI "* Erledigt ist die Stelle eines SteueraufseherS in elementare Quellen sittlicher Gemeinschaft und religiöse (SmM ® ie § en. findung. Ein jeder muß entscheiden, was sich für ihn daraus als Pflicht an seinem Orte ergibt. Die ländliche Wohlfahrts- und Heimatspflege führt zu einer heimatlichen Gestaltung des Pfarramtes selber, denn sie zeigt die große religiöse Bedeutung der Geschichte des Ortes und der Sitte, aus der die Einzelleben des Gemeinbelebens und öffnet dem Pfarrer neue Quellen der Berufsfreudigkeit: sie läßt selbst die toten Steine als Zeugen göttlicher Wahrheit reden. Solche heimatliche Gestaltung dcs,_. ,rc. - - , . ,, . - - - _ - - „ .■ ländlichen Pfarramts muß von jedem Pfarrer verlangt werden. I Grafl. Kammcrdireltor m Zaubach; Viktor Alb. Holl, Pri- Jn der Aussprache wurde gefordert, daß auch der theologische votier tn Rodhetm v. d. Höhe; Eduard Kretschmann, Rentner Nachwuchs mit der Heimatspslcge vertraut gemacht werden soll, in Lich; Hch. Schmalbach, Landw. in Hartmannshain; Wilh. cocntl. durch ein Kolleg über heimatliche Kirchenpflege. Weiter Schmidt VIII., Rechner in Großcm-Buscck; Will). Rabenaul., wurde empfohlen, daß auch die Kircheuregimcnter der Frage ihre Kaufm. in Alten-Buseck; Hch. Metz VII., Kaufmann in Ober- Aufmerksamkeit schenkten Ein Redner meinte, daß ohne ländliche Osteiden; Herrn. Bausch i., Rentner in Nieder-Wöllstadt; Genonewchattcii Wohlfahrts-und Heimatspflege kaum möglich sein <-osef Weibt Kaufmann in (Snnrhrrn n h Phm- Niiib werde, da ohne Genossenschaften kein Geld vorhanden sei. ^e^^^^) n 99n? ix V ' empfehle sich eine Unterstützung der Genossenschaften, zumal biefe ^ll^cr H / , Engelbert Schneider, auch der Landflucht steuerten. Es wurde schließlich folgende Ent-! Bürgermeister in e.Hrbstein; Gg. Allmendinger, Fabrikant m fchließuug angenommen: „Der Pfarrertag empfiehlt allen Pfarrern G^uuberg; Karl Schmidt II., Fabrikant in Grünberg; Johs. die Förderung der öffentlichen Wohlfahrts- und Heimatspflege Kurl Fölzing, Landwirt in Billertshausen; Christian Hos- und hält besonders die Pflege des religiösen Lebens in heimatlicher mann II., Rentner In Dorheim; Wilh. Aug. Schaub, Bei- und volkstümlicher Gcstolt für eine Atlftiabe jedes Pfarrers und geordneter in Büdesheim t Jak. Aua. Wieaand, Land- und eine Aufnahme des Stoffes in die Universitäten, Predigersemmare Gastwirt in Bönstadt: Storl Diehl, Landwirt in Münch, und ideologischen »nr,e jur dringend wnnschenswert. Leusel; Wilh. Kitz, Rentner in Gießen; Ludw. Bernhardt, begründete Plaruer ff ri h sch iBerl.n) folgenden An- Landwirt in Elpenrod; Friedr. Fenchel II., Landwirt in trag: „Der deut,che Ptnrrertag erklärt angesichts derSchadrgungen, Mjss, : Onnhmirf in Anaerätn.» welche der M i ß b r a u ch des Al k o h o l S in gesundheitlicher, sitt- ^andwirt in -Nigersbach lichcr und religiöser Beziehung herbeisührt, es für nnabweisbare W^H. Struth II Fabrikant N' L«uterbach- Leonhard Hoos, Pflicht aller Geistlichen, im Interesse unseres Volkes, unsererI^?vvtkant in ^auterbach, Hch. kalter III., Laiidwrrt in Gemeinden, unserer Kirche, uub unseres Amtsgewissens gegen diese Maar. Alloholgefahr aufzutretcn. Das Gewissen hat zu cntscheibeu, ob ** V o n d e r I a g d. Die Hühnerjagd ist Heuer mittel- sie dies it, der?lr>antgarde der^^ Abstinenten den christlichen Blau- mäßig, aber besser ausgefallen als im Borjahre. Die Mittel zur Rcltuug ber Gesährbctcn gebrauchen, oder ob sie im gut au_ gewachsen. Die Fajanen sind eben- Gros her wamhasl Mäßigen mit allen zusammen, amtlich in p.al^ ourchgekommen; sie kamen noch vor 10 Jahren Prebigt, Unterricht, Seelsorge, persönlichem Vorbilb, außeramtlich pst unserer Gegend sehr selten vor, während sie jetzt recht in einer Orgniasatiou der Kämpfer gegen die,Alkoholgefahr kämp- l)äufig anzutreffen sind. An Hasen ist kein Mangel zu fen. Die Geistlichkeit und die evangelische Kirche darf fiä) in der spüren. Es bewahrheitet sich also wieder die alte Bauern- crsrculich zunehmenden Antialkoholbewegung nicht von anderen j regel, „Mäusejahr, Hasenjahr". ** Schwurge richt. Behufs Bildung der Spruch- lista für die am 26. September 1910 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen nachstehender Hauptgeschworencn aus der Jahresliste für 1910 gezogen : Justus Formhals, Fabrikänt in Großen-Linden; Jak. Bauer, Landwirt in Schwalheim; Phil. Spahn, Landwirt in Selters; Joh. Georg Windisch, Hofbäcker in Friedberg; Gust. .Hamann, Architekt in Gießen; Friedr. Birnbaum, Zum nächsten Piiiikt: „Welche Stelluiig nehmen die Pfarrer zu der Konserenz für evaugelischc Gemeindearbeit'?" führte P. Droß (Berlin) u. a. aus: Von der Konferenz für evangelische Gc- meindearbeit ist zu erhoffen: die Gewiniiuiig einer größeren Zahl von Laien zur Mitarbeit am Gcmeiudeleben, eine wesentliche Entlastung der Pfarrer, 5 um al in den großen Städten, um die geistlichen Kräfte für deii eigentlichen Beruf frei zu machen; Verhinderung des AiischUifses lebendiger Gemcindcgliedcr an neben- kirchliche oder gar außerkirchliche Gemeiuschaft. Die Beteiligung der Pfarrer an den Bestrebnngen der Konferenz für evangelische Gemeindearbeit ist dringend erlvünscht, damit im besonderen erreicht werde: Schaffung übersehbarer Gemeinden in den großen Städten, friedliches Zusammenarbeiten der den verschiedenen Rich- Mngeii angehörigen lebendigen Christen, Bccinflussnng der Konferenz in dem Sinne, daß sic nicht mit anderen kirchlichen Orga nisationen in einen Wettbewerb cintrctcn, sondern mit diesen gemeinsam auf Erhaltung, Belebung und Vertiefung des Ge- meindebewnßtseinS hinarbciten. Die Versammlung erllärte sich mit diesen Ausführungen einverstanden. Zum Ort der nächsten Tagung wurde Eisenach gewählt und hierauf die Versammlung geschlossen. 2lns Stadt und Land. Gießen, 9. Sept. 1910. Boni Manöver. Die Brigadeexerzieren sind zu Ende und am Freitag beginnen die eigentlichen Manöver mit den B ri g a demanö ver n, die bis zum 12. September dauern. Die Besiehtigung der 41. Infanterie- Brigade (87er und 88er) spielte sich zwischen Birllar, Kloster Arnsburg, Muschenheint und Lich ab. Danach marschierten die Truppen in neue Quartiere, die 88er nach Bellersheim, Södel, Berstadt, die 87er in die östliche Umgebung Gießens. Heute ist auch die 4 2. Infanterie-Brigade eingettoffen. Der Stab fain nach Schotten, der Reeimentsstab der 81er nnd zwei Kompagnien nach Ulrichstein, die übrigen nach Rebgcshain, Wohnfeld, Bobenhausen, Helpershain, Ober- und Unter-Seibertenrod. Die^ Quartiere des Füsilier Regiments Nr. 80 sind um Schotten, Wingershausen, Ulfa7 Rainrvd, Eschenrod. Die znr 42. Brigade gehörende 63er Artillerie liegt in Sellnrod und Ober-Schmitten, die 6er Dragoner in Kölzenhain-Feldkrücken, die Trainabteilung in Ulfa. Die nächsten Gefechte werden sich zwisck>en den Höhen bei Feldkrücken abspielen. Die 41. Jnfanteriebrigade wird zwischen Grünberg, Lich, Londorf, Hungen kämpfen. Grünberg erhält am Samstag etwa 1000 Mann. — Die hessische Division hatte am Doimerstag Rnhetag, morgen beginnt das Brigademanöver. Die 50. Brigade hat ifyrcn Kriegssckwuplatz von Msfeld nach der Umgebung Lauterback>s verlegt. Der Brigadestab ist in Altenschlirf, der Stab der 25. Kavallerie-Brigade in Lauterbach: Lauterbach war gestern mit 1100 Mann 117er belegt, sie. wurden durch etwa 1400 Mann, meist 118er, abgelöst. Herbstein hat etwa 550 Niann 117er und 23er Dragoner. Die 61er Artillerie bezog in Ilbeshausen Hochwaldhausen Quartier, die 25er Pioniere in I *210^11(1)111^. Alsfeld, das seither etwa 1200 Mar mit dessen Beschlüssen allgemein Zufrieden. X Eichel ha in, 8. Sept. Hier wurde der Bürgermeister Schaaf zum dritten Male einstimmig wieder- gewählt. Ein schönes Zeichen für die Einigkeit einer Gemeinde. §§ Sichenhausen, 7. Septbr. Heute wurde unser früherer langjähriger Bürgermeister Appel auf dem neu angelegten Friedhose, der damit seiner Beslunmung übergeben ivurde, bestattet. Der Verstorbene erreichte das Sliter von 84 Jahren. Im Jahre 1872 ernannte ihn das Großh. Ministerium zum Bürgermeister unserer Gemeinde, welches Slmt er bis 1874 versah. Von 1883 bis 1908 bekleidete er dieses Ehrenamt ununterbrochen mit »großer Treue und Pflichteifer und wegen Krankheit mußte er es dann niederlegen. Der Großherzog ehrte die geleisteten Dienste durch Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens. Der Verstorbene gehörte 47 Jahre lang dem Kirchenvorstand in Herchenhain an. Geh. Regiernngsrat Schönfeld-Schotten gab dem Entschlafenen das letzte Geleit. n. Schlitz, 8. Septbr. Am Mittwoch wurde in Uetzhausen Bürgermeister Dickert im 77. Lebensjahre unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Zahlreiche Kranze wurden unter Slnsprachen iiiebcrgclcgt, so von Bürgermeister Zinßer-Schlltz im Namen der Schlitzerlander Bürgermeister, vom Vorsitzenden des Knegervereins, vom Beigeordneten im Spanien der Gemeinde u. a. tn. X Büdingen, 8. Sept. Unser neues Volksschul- gebäube wirb am 20. September eingeweiht. Nachdem sich bic Bürgerschaft und der Gemeinderat drei Jahre über die Platzfrage zum Schulhaus gestritten, wurde mit Hilfe des Provinzial- aussckniffes und des Ministeriums die Frage endgültig erledigt! und 1908 mit dem Bau begonnen. Die Pläne find von Prof. Dr. Vetterleiii-Darmstadt^ entworfen. Das Gebäude enthält 12 Lehr- fäle, Zeichen- und Singsaal, Lehrer- und Konferenzzimmer und eine Dieiiciwohnung. Es ist mit Zentralheizung und Gasbe- leiichtuiig versehen. Die Baukosten belaufen sich auf runb 160000 Mark. An die nördliche Seite des stattlichen Gebäudes schließt sich noch die Turnhalle an. Ein geräumiger Spielplatz und Schmuck- anpflanzungen umsäumen das Gebäude. -g. Aus Ober Hessen, 8. Sept. Die Gewerkschaft Buderus, Wetzlar, die in den Gemarkungen Langd iuib Villingen Ei sonst ein berg werke besitzt und in ihnen eine größere Anzahl S(rbeiter beschäftigt, hat vom 1. September 1910 ab für ihre Arbeiter eine segensreiche Einrichtung geschaffen, die auck^von anderen derartigen Betrieben Srachahmung verdient, eie läßt nämlich schwächliche und erholungsbedürftige Kinder ihrer Arbeiter zu einer Knr in der Kinderheilanstalt Bad Orb unterbringen und trägt sämtliche entstehenden Kosten. Die Dauer dieser Knr ist bis Ende September vorgesehen. = KirchgönS, 8. Sept. Nächsten Sonntag hält unser Turnverein sein Slbturnen ab. Es wird von verschiedenen Riegen an Reck, Barren und Pferd geturnt werden, Freiübungen und Neigen werden sich anschließen. Ferner findet Tanz statt. = Bntzb a ch, 8.Sept. Die am lö.Sept. hier stattfindende Zuchtviehversteigerung wird mit 32 Ebern, 26 Stuten der Edelschweinrasse und mit 32 Ziegenböcken beschickt werden. Für die Gemeinden und Zuchtvereine, die den Sttikauf nicht durch eigene Beaufttagte vornehmen lassen wollen, können geeignete Tiere durch bic Ankaufs kommt ssion bes Lanbwirt- schaftskainnlcr - Ausschusses kostenlos vermittelt werben. Lieserungsaufträge nimmt ber Lanbwjrtschaststammer-'Aus- schuß in Gießen entgegen, ber auch auf Verlangen beul Katalog tut Interessenten verschickt. L. B a b - N a u h e i in, 8. Sept. Russische Kirche! Die hiesige russische Kirche ist bic frühere Reinbarbskirche bet resorm. Gemeinbc bei? ehemaligen turhessischen Fleckens Nauheim. Hinter ber Kirche staub bas kleine Schulhaus, in bessen unterem Teile sich bas Schulzimmer und im oberen Teile die Wohnung des Lehrers befand; heute ist es bas russische Pfarrhaus. Später wurde aller cvang. Gottesbienst in ber Wilhelmslirche abgehalten iuib bic Reinharbskirche, gegen eine geringe Pachtsumme an bie kath. Gemeinbc vermietet. Nauheim vermehrte sich unb auch bie kath. Gemeinbc sah jich genötigt, an ben Bau eines eigenen Gotteshauses zu beuten. In bic Zenber- straße kam bic neue kath. Kirche zu stehen. Unb nun, nachbem bic englische Kolonie bic englische Kirche an dem Fuße bes Johannisberges erbaute, wurde bic Reinharbs- ttrchc ber sich gebilbeten rufsischen Gemeinbc überlassen. Die häßlichen Emporbühnen verschwanben, ebenso bic alten unschönen Bänke bes Schiffes, der steinerne Fußboben würbe entfernt unb burch Parkettboden ersetzt, auf bem eine Anzahl Stühle stehen. Prächtige .Hciligenbilber schmücken den Eingang zum Allethciligsten. Ueberall reicher Goldschmuck unb kostbare Spitzen, alles Handarbeiten. B. Friebberg, 8. Sept. Der Zar, bic Zarin, bas Großherzogspaar nebst Gefolge sowie Prinz unb Prinzessin Lnbwig von Battenberg fuhren heute nachmittag um 3 Uhr über Bab-Nauheim, Ober-*Mörlen, Gransberg über Wehr- heim aus ben Felbberg unb kehrten um 8 Uhr 20 Min. über Bad Homburg, Friedberg, Friedrichsdorf, Obcr-Rosbach nach Schloß Friedberg zurück. Die Fahrt wurde mit sieben Auko-< mobilen angetreten. Heute vormittag war der Zar mit seiner ältesten Tochter Olga in Bad-Mauhcim zum Baden, in Begleitung feines Leibarztes, sowie des Fürsten Orlvff. Von V2II bis 12 Uhr mad)te bann ber Zar eine Runbfahrt im Automobil in bic Umgebung von Friebberg. -m Friedberg, 8. Sept. Slin hiesigen Schöffengericht wurde der Hofgiitspächter Wilhelm Reß unb dessen Ehefrau pon Nieder - Wöllstadt wegen SNilchverfälschmig im Wiederholungsfälle beide schuldig befunden und mit je 300 Mk. bestraft. Kinde am Der und Magistrat hat den 17 500 qm PlatzZeitungen 95 Pfg.-Tage angekündigt hat, in denen Waren angeboten wurden, die in bezug auf ihre Qualität nicht mit den Inseraten in Einklang zu bringen waren. Nach dem Gutachten der Sachverständigen ist die Bezeichnung: „Sämtliche Artikel nur gute Ware für billiges Geld" und die mit Fettdruck hervorgehobene Bezeichnung: „Wett unter .Herstellungspreis, nie wieder - rehrende Gelegenheit" unwahr, wie dies auf Grund der Bücher und Fakturen festgestellt worden ist Das Lager war größtenteils ^usschußware. Bestimmt unwahr sind die Preisangaben in bezug auf die Schürzen, die Werte bis zu 5,50 Mark hätten, während der Bezugspreis Nicht über 3,50 Mark kam. Wenn auch manche unter Anklage gestellte Punkte nicht für erwiesen angenommen wurden und in dieser Hinsicht Bestrafung nicht erfolgen konnte, so war eine besondere Freisprechung doch nicht angezeigt. Märkte. "1 fc. Frankfurt a. M., 9. Sept. Heil- und Strohmarkt. Angefahren waren 8 Wagen Heu unb 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,10—3,50 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2,40 bis 2,50 Akk., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft flott. Tie Zlifuhren waren aus Oberhessen und dem Kreise Dieburg. Gießen an einem siebenjährigen verbrechen begangen hatte. [] Marburg, 8. Sept. Plan, 257 373 qm Bauend Wegegelände am sog. des Kaiser-Wilhelmsturms au Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdien st stelle Gießen. Verlauf der Witterung seit sgesteru früh: Die Wetterlage bat sich ivenig geändert. Das westliche umfangreiche Hochdruckgebiet über Nordofteuropa und England bat bei kühlem Nordwind trockenes, doch voriviegend wolkiges Wetter gebracht. Die östliche Zyklone hat sich völlig aufgelöst. Es ist Fortdauer der bestehenden Witterung lvahrscheinlich. Wetteianssichten in Hessen am Samstag dem 10. Ceptbr. 1910: Zeitweise heiter, kühl, Nordwind. Griginal-Drahtimcldririgen. Speyer, 9. Sept. Der Bischof von Speyer, Dr. von Busch, ist heute früh 7 Uhr im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Tod trat infolge eines wiederholten Schlag. Unfalles ein. Orten berge unterhalb beiden Seiten der Eisen- lich, groß werden sie zu den eleganten Toiletten noch Immer getragen werden, aber doch nicht mehr so groß, daß die schönen Trägerinnen überall — hauptsächlich in Wagen, Autos ünd Bahnen — „Anstoß erregen"! Zum Schneiderkleid wird man den kleinen Hut in Topfform bevorzugen. Das Schneiderkleid selbst I)ot, was das Material anbelangt, eilte Neuerung erfahren. ■ <5 bettet dazu einen weichen, schmiegsamen Liberty, der ledoch aus einem dickeren Gewebe hergestellt wird, wie der leichte Liberty der Sommerkleider. Die neueste Farbe ist „töte de nögre", ein fast schwarzes Braun. Für sehr schick gilt es, die breiten nnb langen Revers der Jacke mit Sealskin zu besetzen. Das lmrd für diesen Winter die Empireform beibehalten. Es bleibt also halbanliegend, halblang, mit etwas verkürzter Taille. Lte hier eine kurze Zeit verpönten Haarbänder werden wieder m allen Farben getragen, dafür aber hat man dem Handschuh Die elegante Frau besucht Theater, Konzerte und Gesellschaften ohne Handschuhe. An dem weißen Arm leuchten mattgoldene, luwelengeschniückte Armbänder. Selbstverständlich! sind auch die Finger mit Ringen bedeckt. ar ?cr Wabe im Fer ii sp r echer. Eine entzückende Anekdote erzählt die „Odessaer Zeitung" über einen deutschen mo lo nist en, der zum ersten Mal den Fernsprecher benutzte. In der deutschen Kolonie Südrußlands, wo hauptsächlich Schwaben wohnen die das Schwäbische noch mit der ganzen Niedlichkeit dieses! Fletts sprechen, ist vor kurzer Zeit zum ersten Mal das Telephon erngeführt worden. Ein Schwabe, der in der Stadt wellte, wollte die Gelegenheit nichr unbenutzt vorübergehen lassen, und ließ sich mit dem L^elephon in seinem Heimatdvrfe verbinden^ um mit feiner Ehefrau einen kleinen Gedankenaustausch herzu- 1 teilen Die Frau wurde nun in das Postamt gerufen, wo man ihr die nötigen Erklärungen über die Anwendung des Hörapparates gab. „Jo, i bins selbst", antwortete sie auf die Frage u)res Eheherrn. „Aber, wo bis'cht benn eigentli du?" fragt sie ganz verblüfft dastehend und mit den Augen in allen Ecken dieses unheimlichen Lokals umhersuchend. „Ha, do bin i’", antwortet es Plötzlich aus dem Zauberkasten. „Wu denn?" „Großer Gott, na do bin i". — „Aber i sieh Di jo net", kommt es ängstlich über die Lippen der jungen Frau. Endlich dämmert ihr ein Licht aub daß die Stimme ihres Gatten aus dem „Käschtle" kommt, an denl ihre kleine Hörmaschine mit einem grünen Bindfaden ww sie meint, angebunden ist. Nun überfällt sie ein panischer schrecken. Sie läuft zu dem Beamten und schreit: „Mei. Mann is in dem klei Käschtle!" Dann lief sie wieder zu dem Kasten unb' schreit rn ihn hinein: „Christoph, wie kommst Du in das klei Käschtle do net ? kommst bal allweil raus!" Sie war nicht wenig erstaunt, als Christoph trotzdem nicht aus dem „Hei Käschtle" rauStommen wollte, und als ihr der Beamte erklärte, daß ihr Christoph überhaupt in einer ganz anderen Stadt sei. Dies aber wollte sie unter feinen Umständen glauben. Sie erklärte, daß sie nicht so dumm sei, denn .„Christoph habe ei fei schöwS Stimme" und könne gar nicht so brüllen. Mit diesen Worten! verließ sie das ungastliche Gemach. Die Cholera. Die Cholera in Wien. Wien, 8. Sept. Das Sanitätsdepartement des Ministeriums des Innern versendet den nachfolgenden Bericht: Die am 8. September früh abgeschlossenen bakteriologischen Untersuchungen stellten fest, daß in Wien drei Erkrankungen an asiatischer Cholera ausgetreten sind. Es handelt sich um Mitglieder einer Familie, die das einzeln gelegene Haus des Bezirks Taschsgasse 209 bewohnten. Der Blumengärtner Joses Gasselhuber ist in der Nacht Dom 5. auf den 6. September erkrankt und am 6. September gestorben. Die Leiche wurde sogleich in die Jnfektionsleichen- fammer des Zentralfriedhofes gebracht. Bei Kau Gasselhuber traten am 6. eept. vormittags und bei dem zehnjährigen Kinde in der gleichen Nacht wie beim Barer die ersten Krankheits- erfMeinungen auf. Beide sind seit dem 6. September vollkommen isoliert im Kaiser-Franz-Joseph-Spital in Wien. Die Herkunft der Infektion ist bisher trotz gepflogener Erhebungen unaufgeklärt. Die notwendigen Maßnahmen wurden am 6. September, als sich der Verdacht auf Cholera ergab, getroffen. Rom, 8. Sept. Während der letzten 24 Stunden wurden in Apulien 11 Erkrankungen und 6 Todesfälle an Cho- ler a festgeftellt. Petersburg, 8. Sept. Der Medizinalbeamte, der in Odessa die Maßregeln zur Bekämpfung der P e st e p i d e - mie leitet, meldet telegraphisch dem Ministerium des Innern, auf allen aus Odessa auslaufenden Schiffen würden die Natten ausgerottet und die Passagiere und die Mannschaft vor Abgang der Schiffe von Aerzten untersucht werden. Aus dem Bahnhof Odessa würden alle Züge vor Abgang von Aerzten inspiziert und in allen Räumlichkeiten des Bahnhofs sowohl wie in den Depots alle Ratten vernichtet. gegen den Kaufmann M. Sch. in Friedberg lautete 200 Mark Geldstrafe eventl. 20 Tage Gefängnis für einen Fall und für den anderen auf 3 00 Mark eventl. 30 Tagi Gefängnis. Die Veröffentlichung des Urteils hat auf Kosten ho; Angeklagten in den zwei Friedberger Zeitungen, in denen bi; Annoncen erschienen sind, zu erfolgen. Das Urteil hebt hervor, der Angeklagte habe das Publikum dadurch irregeführt, daß er in 8. Offenbach a. M., 8. Sept. Die Fleischteue- rnng hat die sozialdemokratische wie die nationalliberale ^tadtverordneten-Fraktion veranlaßt, für die auf heute abend einberufene Stadtverordnetensitzung dringliche An- Iräge einzubringen. In ihnen wird die Bürgermeisterei ersucht, bei der Großh. Regierung dahin zu wirken, das; diese im Bundesrat unverzüglich und mit Nachdruck auf «geeignete Maßnahmen Hinwirte, um dem vorhandenen Notstand zu begegnen. Als solche Maßnahmen werden erachtet: die Oesfnung der Grenzen für die Einfuhr von lebendem Vieh gegenüber den Ländern, die diesem Verkehr noch verschlossen sind, ferner die Ermäßigung, bezw. Aufhebung der Bieh-, Getreide- und Futtermittelzölle (im natlib. Antrag nur der Futtermittclzöllef und die Ermäßigung der gegenwärtigen Eisenbahnfrachtsätze für Vieh und Futtermittel (nur im sozialdemokratischen Antrag). Der narional- liberale Antrag fordert außerdem noch „Erleichterung der sanitären Vorschriften für die Einfuhr von geschlachteten Tieren, frischem Fleisch und Fleisch- und Wurstwaren aller Art". Da die Stadtverordnetenversammlung heute nicht beschlußfähig war, kamen diese Anträge nicht zur Beratung. Es wurde eine neue Sitzung auf nächsten Dienstag anberaumt, die für die Gebenstände der heutigen Tagesordnung auch dann beschlußfähig ist, wenn nicht die Hälfte der gesetzlichen Zahl von Stadtverordneten anwesend ist. N. Mainz, 8. Sept. In der hiesigen Gegend treibt in letzter Zeit ein Reisender sein Unwesen, der sich von Leuten Photographien geben läßt, die er kostenlos — um sein Geschäft einzuführen — zu vergrößern verspricht. 9llß einzige Gegenleistung verlangt er, daß man ihm die Auslagen für die Verpackung. Porto usw. bei Empfang der Bilder bezahlen soll. Zu diesem Zweck führt er Schriftstücke bei sich, die die Leute unterzeichnen müssen. Nach einiger Zeit kommt dann ein Bild an, für dessen wertlose Ausführung und schlechten Nahmen sie 15—20 Mk. bezahlen müssen. ? Aus Mainz teilt uns unser Mitarbeiter folgendes hübsches Geschichtchen mit: In der Nähe des Holzturmes spielen zwei Buben miteinander und kommen nach -einiger Zeit — wie das so geht — hintereinander. Nachdem sie sich eine zeitlang gebalgt haben, ruft der eine mit Ausbietung aller Lungenkrast: Ach Du Schepper! ein Ausdruck, der hier für verwachsene Leute gang und gäbe ist. Der andere faucht wütend, indem kommt fein Bruder, dem er sofort die Schmach mitteilt. Der Rächer seiner Ehre nimmt ihn bei der Hand und geht mit ihm zu der fOhitter des inzwischen ausgerückten Ehrabschneiders, die gerade an der Tür steht, und sagt zu ihr im vollen Brustton seines .Ritteramtes: Madame, wann eiern Schepper unfern 'Schepper noch einmal Schepper schennt, fchennt unser iSchepper eieüu Schepper solang Schepper, bis eier Schepper unfern Schepper nit mehr Schepper fchennt. = Mainz, 8. Sevt Dienstag, 13. September, nachmittags 4 Uhr, findet Wer im Hotel Pfälzer Hoi eine Versammln n q aller hessischen Kaffehausbesitzer statt. + Fronhausen, 8. Sept. In Alten verS machte gestern ein Mädchen seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Kirche rind Schule. x. Lauterbach. Am Mittwoch fand in Eisenbach Die Synode des Dekanats Lauterbach statt. In dem Gottesdienst, der der Tagung vorausging, predigte Pfarrer Gr a u- l.ing-Engelrod und legte im Anschluß hieran den Synodalen eindringlich an's Herz: „Seid treu im Glauben, wacker in der Zrbett und freudig im Blick auf die Hilfe des Herrn." Nach Beendigung des Gottesdienstes trat man in die geschäftlichen Verhandlungen ein. Der vom Dekanatsausschuß erstattete Jahresbericht lag gedruckt vor, und ergab un allgemeinen ein erfreuliches Bild des kirchlick)-religiös-ftttlichen Zustandes der Gemeniden. Es ist hervorzuheben, daß der Kirchen- und Abendmahlsbesuch eine Heine Zunahme erfahren hat. Tauf- und Konfirmationsverweigerungen kamen keine vor. Pfarrer K n o 11-Wallenrod hielt sodann einen hochinteressanten Vortrag über: „Friedens- vereine auf dem Land e." Erwähnenswert ist ferner, daß die Einrichtung einer Krankenpflegestation auf dem höheren Vogelsberg für nächstes Jahr beschloßen wurde, was von den betr. Dorfgemeinden mit Freuden begrüßt werden wird. — In einer Ersatzwahl für ein stellvertretendes Mitglied zum Dekanatsausschuß wurde Bürgermeister Stopler-Lauterbach gewählt. Schließlich faßte die Synode folgende Entschließung: „Die heute tagende Synode des Großh. evangel. Dekanats Lauterbach richtet einstimmig an Großh. Ober-Konsistorium die Bitte, die in § 138 der Kirchenverfasfung in Aussicht gestellte Neuregelung der kirchlichen Vermögensverwaltung im Sinne einer größeren Bewegungsfreiheit b c r Kirchen gemeinden baldmöglichst zu bewerkstelligen." Mit dem Gesang von „Ach bleib mit deiner Gnade" schloß die Synode; ein Mittagessen schloß sich an. Leicht abgeholfen. Schneiderlehrling (der einem Studenten einen Anzug bringt): „Mein Herr bat aber gesagt, ohne Geld dürfe ich ihn nicht da lassen." — Student: „Hier, ^unge, baft du zwanzig Pfennig Trinkgeld, jetzt kannst du ihn also ruhig da lassen." Kleine Tageschronik. In dem Arbeiterviertel Brüssels wurde eine auf- iallendgroße Zahl Typhuskranker festaestellt: auch be- iinden silch in den Spitälern bereits 100 Kranke; zwei Personen sind gestorben. Die Krankheit wird auf übermäßigen Genuß roher Muscheln zurückgeführt. Nach einer Meldung aus Fort Monroe find auf dem Linienschiff „North Dakota" in der Gegend von Ozean City die pe t1 § i n Brand geraten. Ein Lazarettschiff ist zur Hilfeleistung abgegangen. — Eine nicht amtliche Depesche meldet, daß bei dem Brand drei Mann den Tod gesunden und elf Mann Verletzungen erlitten haben. Bei der Radwettfahrt S est o — F i e r e nt in o fuhr das Automobil der Jury gegeneinenPrellsteinund stürztL um. Der Lenker ist tot, drei Mitglieder der Jury und zwei Journalisten wurden schwer verwundet. Der Hüttenwart der Omyhütte in Wallis wurde das Opfer emes Mordversuchs. Ein Wanderer, der die Klubkasse in der Hütte gestohlen hatte und deswegen vom HüttLN- wart versolgt wurde, gab auf ihn einen Pistolenschuß ab, der ihn ul den Hals traf. 19 bulgarische Offiziere eines an den Manovern teihtefrrnenhen Infanterieregiments erkrankten nach dem Genüsse des Mittagessens schwer. Nunsi und Wissenschaft. — Das Befinden des Schau spiele rsKainz hat sich wesentlich verschlimmert. Die> Morgenblätter melden aus Wien: Zu dem Krebs lei den, an dem Kainz leidet, ist B l ii t v e r g i s t u n g getreten. Da Kainz in den letzten Tagen wiederholt nach seinem Freunde Paul Lindau verlangte, ist dieser von Berlin nach Wien nbaereift. — Kurze Nachrichten as Kunst u. Wissenschaft. Der früher am Mainzer Stadttheater beschäftigte Kapellmeister Eugen Gottlieb, der auch während der Erkrankung des Hofrats Steinbach dessen Stelle vertrat, ist in der kommenden Spielzeit als musikalischer Leiter des Wagner'schen „Ring des Nibelungen" an das Teatro Real in Madrid berufen. — Professor Dr. Brauer (Marburg) wurde zum Direktor des Eppendorfer Krankenhauses in Hamburg ernannt. — Der o. Professor für Deutsches Recht, Kirchen- und Staatsrecht, Dr. Emil Friedberg, Senior der juristischen Fakultät und Ehrenbürger von Leipzig, ist heute im Alter von 74 Jahren gestorben. — 'Wie die „Münchner Zeitung" meldet, verlieh der Prinzregent aus Anlaß der diesjährigen Festspiele dem Hofoperndirektor Felix Mottl den Titel eines Kgl. Geheimen Hofrats, ebenso eine Reihe weiterer Auszeichnungen an die Mitwirkenden. — Der Meteorologe Dr. Eckhard, der bisher an der Wetterwarte zu Aachen als Assistent tätig war, wird zum 1. Oktober an die Wetterwarte Well bürg versetzt, um dort klimatologische Landesaufnahmen für die Provinz Hessen-Nassau zu bearbeiten. — Der preußische Unterrichtsminister ist der Bitte des platweittschen Verbandes, des 100jährigen Geburtstages Fritz Reuters in den Schulen gedenken zu lassen, insofern nachgekommen, als er angeordnet hat, daß am 7. November im Unterricht auf Fritz Ratter Bezug genommen werde. — In Reichenhall starb der Geheime Hofrat Professor Hermann B r e y m a n n aus Oker im Harz, Ordinarius für römische und englische Phllologie an der Universstät München, im Mer von 67 Jahren. sj Marburg, 8. Sept. Gestern abend wurde hier ein 16jähriger Bursche festgenommen, der in Climbach bei ein SittlichkeitZ- Lllstschiffahrt. Mn netzen, 9. Sept. „P. 6" machte gestern bei schönem Wetter um 4 Uhr nachmittags die erste Fahrt nach Oberammergau. Das Luftschiff erschien dort um 5 Uhr 14 Mn., fuhr unter dem Jubel der Bevölkerung mehrere Schleifen und kehrte dann ohne Aufenthalt nach München zurück, das um 7 Uhr 25 Min. erreicht wurde. Auf der Spitze der Ballonhalle brannte zum ersten Male eine 3000 Kerzen starke Quarzlampe, die vom Luftschiff aus 20 Kilometer gesichtet wurde. An der Fahrt nahm auch ein siebenjähriger Junge, der Sohn des Geschäftsführers der Parseval-Gesellschaft, teil. Der Knabe erhielt von der Gesellschaft eine Erinnerungsmedaille als jüngster Luftschiffer. Wiener-Neustadt, 8. Sept. Als beim heutigen Preisfliegen Adolf Warchalowski mit dem Erzherzog Leopold Salvator als Begleiter aufstieg, streifte sein Apparat den gleichzeitig aufsteigenden Karl Warchalowski, dessen Maschine z u Böden stürzte und zertrümmert wurde. Karl Warckw- lowski erlitt einen^Schenkelbr u ch. Paris, 8. Sept. Der Flieger Weymann, der gestern abend 7 Uhr mit seinem Fluggefährten nach einem Fluge von 390 Kilometern schließlich in Volvie, etwa zehn Mometer von Clermont-Ferrand landete und der durch ein heftiges Unwetter verhindert worden war, sein Ziel, den Puy de Dome, zu erreichen, hat die Apsicht, heute auf den Gipfel des Berges zu fliegen. Er wird den Flug Paris —Puy de Dome demnächst bei günstigerem Wetter von neuem versuchen. Boston, 8. Sept. Im Fliegerrennen gewann der Engländer Graham White den vom Boston ©lobe gestifteten Preis von 10 000 Dollars für einen Flug vom Universitätsgebäude in Cambridge nach dem Bostoner Hasen und zurück. Jssy-les-Moulineaux, 8. Sept. Der Flieger Chavez brach heute den Welthöhenrekord, indem er mit seinem Eindecker bis zu 2680 Meter Hohe emporstieg. Vermißtes» * Das neue Feldgrau. Erst jetzt, so schreibt ein alter Militär, der nach der Danziger Kaiser Parade eine Fahrt durch bas Brigade- und Divisions-Feldübungsgelände der kaisermanov ricrenben 1. und 17. Armeekorps getan hat, — erst jetzt, wo ganze Regimenter und Brigaden unsere zukünftige Kriegsuniform tragen, zeigt sich das deutsche Feldgrau in ferner Brauchbarkeit Mit dem halbhohen Jnfanteriestiesel wirtt sogar diese schlichte Uniform sehr flott. Der Umlegekragen mit der weichen Binde erlaubt schnelles und gutes Verpassen. Ueberraschend gut sehen die Husaren und Ulanen, aus. Als fals ch wird bald genug wohl die Beibehaltung der silbernen und goldenen Abzeichen, der Achselstücke, Feldbinden und Tressen der Chargen erkannt werden. So ist vor allem eine breite silberne A d j u - t ant en-Schulter schä rbe sicherlich ein ebensolches feld- mäßiges Unding wie des weiteren die im Hinblick auf das Kaiser- manöüer von vielen Offizieren angelegten breiten Ordens- schnallen, die in ihrem blendend-neuen Glanze geradezu ein Ziel Hilfs mittel für den feindlichen Schützen' bieten und zum „guten Abkommen" auf den Gegner einladen. ?kuch der weit sichtbare rote pp. Streifen an der Feldmütze muß wohl fünftig wegfallen. Eine schmale Einfassung wie am Kragen und an den Aufschlägen genügt für die Unterfdxibaniq völlig. * Pariser Modeneuheiten. Aus Paris wird geschrieben: Wenn auch die Mode inbezug auf Winteriieu- heilen noch etwas zurückhaltend ist, eines läßt sich jetzt sckwn mit Gewißheit Voraussagen: Die Hüte nehmen ab! Freibahn vom Gutsbesitzer Hoffmann zu erwerben, trotzdem der Antrag kürzlich abgelehnt wurde, noch nicht fallen gelassen. 91 rn nächsten Mittwoch werden sich die Stadtverordneten nochmals darüber schlüssig zu machen haben, ob sie gewillt sind, da§ Gelände, dessen Kaufpreis 294 114 Mk. betragen soll, für die Stadt zu erwerben. Es sollen dort Bauplätze für kleine Villen abgegeben werden. Frankfurt a. M., 8. Sept. Die Stadtv erord-1 netenversammlung beschäftigte sich heute mit einem vollsparteiltchen Antrag zur Beseitigung der Fl ei sch not, sah aber von einer Beschlußfassung ab, da der M a g i st r a t bereits eine Ein g a b e an die zuständigen Behörden gerichtet hat, worin auf die durck> die Fleisch-, teuerung hervorgerufene Beunruhigung hingewiesen und um Abhilfe gebeten wird. — Von sozialdemokratischer Seite wurden die Bedingungen zur Sprache gebracht, die die F e st h a l l e n g e s e l l s ch a f t für Benutzung der Halle zu einer Massenversammtung am 11. September gestellt hatte und schärfste Mißbilligung beantragt. Der Antrag wurde jedoch zurückgezogen zugunsten einer vvn dem Stadtv. Goll (Volkspartei' beantragten Erklärung. Darin spricht die Versammlung ihr Bedauern über die Bedingungen aus, die als Beschränkung der freien Meinungsäußerung auf- gefaßt werden müßten, und wünscht, daß' die Festhalle in Zukunft allen politischen Parteien überlassen werde. Diese Erklärung wurde gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Wdittelständlec angenommen. X. $ an an, 8. Sept. In der heutigen Sitzung bei Stadtverordnetenversammlung wurde ein fünfgliedriger Ausschuß gewählt, welcher den Auftrag erhielt, in Gemeinschas, mit dem Magistrat eine Eingabe auszuarbeiten, in der die Regierung aufgefordert werden soll, auf eine Minderung der Fleischteneru ng hinzuwirken. — Ferner rourbc bet Ausbau der achtklassigen Drittelschule zu einer neun- klassigen von Ollern 1911 ab beschlossen. Cronberg, 8. Sept. Bon einem Automobil wurden heute abend gegen 6 Uhr auf der Chaussee zwischen Königstein und Cronberg der 52 Jahre alte blinde Privatier Franz Münzet und sein Bruder Eduard überfahren. Beide achteten nicht auf die andauernd von dem Chauffeur gegebenen .Hupensignale, und als das Automobil, das mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern ftihr, dicht an den Brüdern vorbeifahren wollte, machte Franz Münzet eine Schwenkung und rannte buchstäblich in den Wagen. Er war auf der Stelle tot, während sein Bruder nur geschleift wurde und keinerlei ^Verletzungen erlitten haben dürfte. Das Automobil gehört dem Ban ■Her Gans aus Frankfurt a. M. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 9. Sept. Das Urteil wegen unlauteren Wettbewerbs Nachdruck verboten. Unsere beste Reklame! waren Schuhwarenhaus Bahnhofstrasse 58 Giessen Bahnhofstrasse 58 wozu ergebenst einlabet (07392 Die letzten H. Hörr, Gastwirt ^Zum grünen ®runb*. Heilen in sind in grosser Auswahl eingetroffen. 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