Dienstag 9. Artgrrft 1910 Nr. 184 Erstes Blatt 160. Jahrgang ^»flZtAfeAttAy j| (Stenätag unb Stcuaq); MW M H Ä ■ HR ■ ■ HL jL J8S ■ ■ M Hk, 1*1 H . M ßeileiwreis: total J 5! >., -w-imnl monatl. Untr V;< M qLwL1 M W W BBL laU H W w< Wb/ «r auswärts 20 Pfennig. \irtfd)aftlidt«3titfrag« < ** politischen Teil: August MM EenerÄ-AnzeiZ» für SderWen WM für bte Lagesnummer Rotationsbntc! mid Verlag -er Sriihl'schen Univ.-Buch- UN- Stein-ruckcrei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schulftrah« 7. Anr-igeni-ll^'H^B-ck. dis öormittags y uqc. 0 ->________ poNtifchs Tagesschau. Eine konservative Rechnung. Die „Kreuzztg." unternimmt eine Betrachtung der gesamten 14 Reichstaqsersatzwahlen, die nach der Reichs- finänzreform stattgefunden haben, und schreibt: Seit der Verabschiedung der Reichsfinanzreform im Juli vorigen Jahres haben im ganzen 14 Rcichstagsersatzwahlen stattgefunden. Von diesen 14 Mandaten war nach den Wahlen von 1907 nur 1 im Besitz der Sozialdemokratie, 4 besaßen die Nationalliberalen, 3 der Fortschritt, je 2 die Konservativen und das Zentrum, und je 1 außer der Sozialdemokratie die Polen und die Deutschsozialen. Die Ersatzwahlen haben diesen Besitzstand gründlich verschoben. In 8 Wahlkreisen herrscht jetzt die Sozialdemokratie, das Zentrum hat wie vorher 2, die Konservativen, Nationalliberalen, der Fortschritt und die Polen haben noch je einen dieser Wahlkreise inne. Behauptet haben sich das Zentrum in Koblenz und Wipperfürth-Gummersbach, die Konservativen in Landsberg-Soldin, der Fortschritt in Jauer-Bolkcnhain, die Polen in Posen und die Sozialdemokraten in Stollberg- Schneeberg; die Nationalliberalen haben Oletzko-Lyk von den Konservativen, die Sozialdemokratie Neustadt-Landau, Koburg, Friedberg-Büdingen und Cannstatt von den Nationalliberalen, Halle und UsedoimWollin von dein Fortschritt, endlich Eisenach von den Deutschsozialen erobert. Aus diesem Ueberblick zieht das konservative Blatt folgende Schlüsse: 1. Kein Mandat des sogenannten „schwarz-blauen Blocks" ist an die Sozialdemokratie gefallen. In zwei Wahlkreisen — Usedom- Wollin und Friedberg-Büdingen — haben die Konservativen und Agrarier die liberalen Parteien, die bisher im Besitz der beiden Mandate waren, auf die dritte Stelle gedrängt und dafür sich selbst in die Stichwahl mit der Sozialdemokratie gebracht, in der sie allerdings dank Verhaltens der liberalen Parteien unterlegen sind. 2. Der gesamte Mandatsgewinn der Sozialdemokratie erfolgte aus Soften der liberalen Parteien (denn auch Eisenach ist ein alter nationalliberaler Bisitz, den erst 1905 die Dcutschsozialen gewonnen hatteni. Tie Nationalliberalen vermochten keins ihrer 4 Mandate gegen die Sozialdemokratie zu behaupten. Der Fortschritt Halle die Rettung Jauer-Bolkenhains allein den Konservativen zu danken. So sieht in Wahrheit das „Strafgericht der Wähler über die Reaktion" aus, es bedeutet den Zusammenbruch des Liberalismus. Noch deutlicher zeigt sich das, wenn man die für die einzelnent Parteien in diesen Wahlkreisen 1907 und in den Nachwahlen der letzten 12 .Atonale abgegebenen Stimm zahlen in Vergleich stellt. Es ergibt sich dann das gewiß für viele überraschende Resultat, daß trotz des Rückganges ihrer Stimmen in einzelnen Wahlkreisen und trotz der Niederlage in Oletzko-Lyck die Deutsch- konservattven und der Bund der Landwirte die einzige bürgerliche Partei sind, die — abgesehen von den Chrisllichsozialen — nicht nur nickst an Stimmenzahl verloren, sondern ibre Gesamtstimmenzahl noch etwas erhöht haben, während der Liberalismus auch an Sttmmeuzahl von allen Parteien die schwersten Verluste erlitten hat. Für die Sozialdemokratie wurden in den vierzehn in Frage stehenden Kreisen 1907 insgesamt 112 510, in den Nachwahlen aber 128 758 Stimmen abgegeben. Die Partei hat in sämtlichen Kreisen ohne Ausnahme eine Stimm en Vermehrung erfahren, ihr Gesamtgewinn beziffert sich auf 26 248 Stimmen. . Rein ziffernmäßig recht starke Verluste hat in den .Ersatzwahlen das Zentrum erlitten. 1907 wurden für diese Partei in den 14 Wahlkreisen 52 398, in den Ersatzwahlen nur 42 790 Stimmen g^ählt. Das Zentrum hat also einen Verlust von 9 6 08 Stimmen zu verzeichnen. Dazu ist freilich zu beachten, daß der Hanpttückgang an Stimmen (beinahe 8000) aus den dem Zenttum totsicheren Wahlkreis Koblenz siel, wo an einen ernsthaften Wettbewerb anderer Parteien nicht zu denken war, während in dem Wahlkreise Wipperfürth-Gnmmersbach, wo das Zentrum einen sehr erlist gemeinten Angriff der Nationalliberalen glänzend zurückschlug, es seine Sttmmeuzahl in der Ersatzwahl noch um mehrere Hundert erhöhte. . Für die National liberalen wurden 1907 in den in Bettacht kommenden Kreisen 76711 Stimmen, in den Ersatzwahl dagegen nur 58 047 Stimmen abgegeben. (Man berücksichtige dabei das soeben betreffs des Wahlkreises Stollberg- Schneeberg Gesagte.) Ihr Verlust beläuft sich also auf 1 8 66 4 Stimmen. Dieser gewaltige Rückgang fällt um so stärker ins Gewicht, weil die Nationalliberalen in Oletzko-Lyck, wo sie 1907 keinen eigenen Kandidaten hatten, also auch keine Sttrnmen zählen konnten, bei der Ersatzwahl es auf 12 829 Stimmen brachten. Ohne diesen Zufallsersolg würde sich, der Verlust an national- liberalen Stimmen auf über 31000 stellen. Recht beträchtlich ist auch der Verlust desLinksliberalis- mns: für ihn wurden 1907 insgesamt in den 14 Wahlkreisen 49 006 Sttrnmen, bei den Nachwahlen aber nur 42 828 Stimmen gezählt. Sein Verlust beläuft sich also auf 6178 Stimmen. Und nun vergleiche man mit diesen Verlusten der liberalen Patteien das Ergebnis der Ersatzwahlen für die konservative Partei und den Bund der Landwirte. Auch die Konser- vattven haben in einigen Nachwahlen eine Verminderung ihrer Sttrnrnenzahlen erfahren, sie haben in Oletzko-Lyck sogar mit einem Schlage über 10 000 Stimmen eingebüßt. Trotzdem haben sie gerade dank der Tatsache, daß sie sich durch den Linksabmarsch der Nattonälliberalen in mehreren Wahlkreisen zur Ausstellung eigener Kandidaturen gezwungen sahen, ui der Gesamtheit der Ersatzwahlen nicht nur keine Verluste an Sttrnrnm erlitten, sondern ihre Stimmenzahl sogar noch um 1406 erhöht. Es wurden nämlich 1907 in den 14 Kreisen nur 54 392 konservative bez. bündlerische Sttrnmen, in den Ersatzwahlen dagegen 55 798 solcher Sttrnmen abgegeben. Eine Selbsttäuschung liegt in den letzten Sahen denn doch drin. In den Zahlen von 1907 stecken doch da, wo die Konservativen nicht durch eigene Kandidaten aufgetreten sind, auch viele konservattve Stimmen. Die parteipolittsche Zählpolitik bei den letzten Wahlen, wo die Konservativen, sich zur Aufstellung eigner Kandidaten gezwungen sahen, kann doch nicht ohne Bedenken zum Vergleich mit den früheren Ziffern herangezogen werden. Bei den von der „Kreuzztg." herausgerechneten Verlusten der National- liberalen' wird man das gleichfalls berücksichttgen müssen. Der nationalliberale Vertretertag in Kassel. Die Natl. Korr. schreibt: Der diesjährige Allgemeine Vertretertag der nationalliberalen Partei findet bekanntlich am 1. und 2. Oktober in Kassel statt. Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange. Die Einladungen zur Teilnahme an die nach den Satzungen zu dieser Berechtigten, sowie die Aufforderungen an die Organisationen zur Vornahme der Wahl sind'dieser Tage hinausgegangen. Der erste Verhandlunastag am 1. Oktober dürfte durch eine Aussprache über die allgemeine politische Lage, an der Hand eines Referates des Herrn Abgeordneten Bassermann, Gelegenheit zu einer gründlichen und nützlicheren Aussprache bieten, als das durch mancherlei Presseerörterungen auch in den eigenen Reihen wenig zu Nutz und Frommen der Partei in diesen Wochen betätigt ist. Der Tagung geht ant 30. September eine Sitzung des Zentralvorstandes in Kassel voraus. Einladungen nebst Tagesordnung hierzu werden rechtzeitig hinausgehen. Die Vorgänge in Spanien Madrid, 8. Aug. In amtlichen Steifen ist nichts darüber bekannt, daß der Papst an König Alfons eilt Schreiben richtete, wie auswärtige Blätter behaupten; des« gleichen weiß man nicht, worauf das Gerücht zurückgeht, daß die Beziehungen zwischen dem Vattkan und Spanien: eine Besserung erfahren haben sollen, wie gewisse römischo Korrespondenten berichteten. Endlich ist es vollständig unrichtig, daß der spanische Botschafter in Wien bei der öfter- reichisch-ungarischen Regierung gegen das Verhalten Don- Jaimes Protest erhoben habe. Wien, 8. Aug. Gegenüber den Blättermeldungen, denen zufolge Kaiser Franz Josef die Stellungnahme von Don Jaime von Bourbon zu den Vorgängen in Spanien mißbilligt habe und durch seine Halttmg verstimmt sei, erklärte Don Jaime von Bourbon in der „Neuen Freien Presse": Es ist mir absolut nichts davon bekannt, daß Seine Majestät über mein Vorgehen, das immer korrekt blieb, ungehalten sei, zumal ich intir die größte Reserve cruferlege. . i 1 11 ■LJ™" LU1 A . J. Aus Hessen. Aus der Hauptversammlung des deutschen Geometer Vereins, die vom 31. Juli bis 2. August in Essen a. d. Ruhr abgehalten wurde, führte der Vorsitzende: u. a. über hessische Angelegenheiten das Folgende aus: Im Großherzogtum Hessen sind staatliche Maßnahmen, durch welche die bisher selbständigen Kreisvermessungsämter aufgehoben und diese Dienststellen einer nicht technischen Verwaltungsbehörde unterstellt werden sollen, in Aussicht genommen. Der Verein l>efsischer Geometer 1. Klasse, Zweigverein des D. G.-V., hat hiergegen in einer gut begründeten Denkschrift Einspruch erhoben. Der Vorsitzende des D. G.-V. bemerkt hierzu unter Beifalls-' kundgebungen der Versammlung, „daß eine derartige rückschrittliche Verwaltungsmaßregel mit dem auch in Hessen bekanntlich vorhandenen Aufwärtsstteben der geodättscken Wissenschaft und Technik nicht im Einklang steht. Unseren hessischen Berufsgcnossen wünschen wir zu ihrem energischen, aber maßvollen Vorgehen den besten Erfolg". Deutsches Reich. Johannes F u s a n g e l, der Herausgeber der „Westd. Volks-' ztg.", der in der Zeit von 1893—1907 den Wahlkreis Arnsberg- Olpe-Meschede als Zentrumsabgeordneter im Reichstag Vertreten; hat, ist in Hagen an Lungenentzündung plötzlich ge starben.-. Fusangel, der ein Alter von 58 Jahren erreicht hat, war schow seit längerer Zeit mit der offiziellen Zentrumspartei, die üben seine Zeitungen sogar den Boykott verhängt hatte, vollständig zerfallen. Bei den letzten allgemeinen Reichstagswahlen hatte Fußangel gegenüber dem von der Parteiorganiwton auf den Schild erhobenen Zentrumskandidaten, dem Arbeitersettetär Becker, feine Gegenkandidatur aufgestellt mit dem Erfolge, daß auf ihn 9275' Wählerstimmen entfielen, während Becker mit 14195 Stimmen gewählt wurde. , , „ ,' ,. Aus Saarbrücken wird berichtet: Am Sonntag hielt hier der Verband deutscher Kriegsveteranen (Sitz Leipzig) feinem 16. Verbandstag ab. Auf der Tagesordnung stand als wichtigster Puntt die Wiederannäherung des Verbandes deut- scher Kriegsveteranen an den Deutsch en Krieger-* bund. Nach längerer Aussprache wurde eine Entschließung an- Lin Triumph der französischen Zlugmaschinen. Ueber die Wetfflüge französischer Flubwaschinen, über die durch das Wolff'sche Bureau nur dürftige Berichte verbreitet worden sind, erhalten wir aus Paris folgenden Bericht: . Q Paris, 8. Aug. Es ist nicht zu viel behauptet, daß mit den Ergebnissen des Sonntags der Flug durch die Lüfte aus dem Gebiete des Sports in den der praktischen Anwendung ft bet gegangen ist. Man muß sich die Tatsache Vorhalten, daß sich bei noch immer wenig günstigen Wellerverhältnifsen acht Flieger zu einer vorher festgesetzten Stunde pünktlich in die Lüste erhoben, von denen sechs das Ziel Troyes ungefähr, erreichten, während die zwei anderen nur wegen Motorschadens aufgeben mußten, ohne daß ein nennenswerter Unfall zu verzeichnen geroefen wäre. Andererseits vermochten fünf Offiziere auf Wright-Flugapparaten die schwierige Strecke Mourmelon-Naney zurückzulegen, während zwei andere Offiziere von Vulains nach Troyes flogen, noch ein anderer von Mourmelon nach Verdun und schließlich Latham, der wegen Uebermüdung bei seinem sehr anstrengenden Fluge von Mourmelon nach Jssy-les-Aioulineaux den Wettbewerb in dem „Cireull ,be l'Est" aufgegeben hatte, sich das Vergnügen, inadjtc, auf dem Luftwege seiner Mutter in ihrem Schlosse bei Dreux einen Besuch abzustallen. Die Fortschritte, die seit der vorjährigen Flugwoche m Reims erzielt worden sind, treten durch diese Angaben handgreiflich vor Augen. Denn damals konnten nur auf einem abgegrenzten Gelände in mehr oder minder großen Zwischenräumen mit Stockungen und unter Schwierigkeiten aller Art die von den besten Fahrern geführten Apparate auffliegen und zwar nur in unbestimmten Stunden, wenn sich gerade der Wind etwas gelegt hatte. Besonders verblüffend sind die Geschwindigkeiten, die hauptsächlich von den beiden Siegern der ersten Etappe, Leblanc und Aubrin, auf ihren Zweideckern Blsriot erreicht wurden. An und für sich ist die Z e i t u o n etwas über anderthalb Stunden für einen Flug von 135 Kilometern außerordentlich, nimmt man aber noch hinzu, daß wegen des dichten Nebels, der in den Morgenstunden des Sonntags herrschte, Verirrungen in der Luft unvermeidlich waren, so muß das Ergebnis noch verblüffender erscheinen. Auch der an dritter Stelle eingetroffene Lind- paitner hat mit feinem Zweidecker Sommer hinsichtlich der Geschwindigkeit Bedeutendes geleistet. Denn wenn er auch gegen die beiden ersten um 53 bzw. 48 Minuten zurückblieb, so ist zu bedenken, daß er, da er im Ueberlandsluge noch nicht sehr bewandert ist, aus Vorsicht dem Lause! der Seine folgte und somit einen beträchtlichen Umweg machte. Sehr interessant und bewegt war der Flug Wey mann's auf einem Farman-Zweidecker. Er mußte nämlich, weil er in dem Nebel seinen Weg nicht zu finden vermochte, mehrfach niedergehen, so in Provins, wo er einen einsamen Spaziergänger an Bord nahm, aber 10 Kilometer weiter wieder absetzte, weil der Herr plötzlich von einem Höhenfieber erfaßt wurde, das eine frappante Aehnlichkeit mit der Seekrankheit aufweist. Allerdings brauchte er nahezu fünf Stunden, um zum Ziele zu gelangen, wobei ihm noch das Unglück passiette, etwas vor dem Zielpunkte zu landen, weshalb er sich, um sich zu klassieren, noch einmal in die Lüfte erheben mußte. , Eine sehr große Luftreise hat der letzte Klastier To Mamet ans seinem Bleriot-Eindecker gemacht. Er wurde nämlich wert in das Marne-Departement abgetrieben und hat somit nach den vorläufigen Berechnungen statt der 135, nahezu 200 Kilometer zurückgelegt. Bei der Landung rief besonders Lindpaintner wegen der Sicherheit, mit oer er auf das Ziel lossteuerte, unb tj>er Leichtigkeit des Niedergleitens Begeisterungsstürme hervor. Er erklärte, unter der in den oberen Regionen herrschenden Kalte empfindlich gelitten!zu haben. Seinen Aussagen zufolge rufen die Luftströmungen, dietaus den Tälern emporsteigeu, auf dem Nacken eine ähnliche Empfindung hervor, als erhielte man einen starken Faustschlag. Aber schließlich sind alle Eingetroffenen sehr zufrieden und wohlauf: da sich nunmehr auch die Witterung gebessert zu haben scheint, sehen sie mit frohen Erwartungen dem weiteren Verlaufe (des großen Rundfluges entgegen Um kurz daran zu erinnern, handelt es sich bei dieser vom „Matin" veranstalteten großen Prüfung, folgende sechs Luftsttecken zurückzulegen: Patts—Troyes (7. August) 135, Troyes—Nancy (9. August) 160, Nancy—Mezisres (11. August) 160, M6zißres— Douai (13. August) 139, Douai—Amiens (15. August) 78, und Amiens—Patts (17. August) 110 Kilometer, zusammen also über 800 Kilometer. Es ist zweifellos, daß sich viel mehr von den erst für diese Prüfung genannten vierzig Fliegern an der Fahrt beteiligt hätten, wenn sie die glückliche Wendung des W e 11 e r s vorausgesehen hätten. t Der patriotische Jubel der Franzosen wird aber durch die gleichzeitig ausgeführten gelungenen Flüge von Offizieren noch erhöht. In militärischen Kreisen wird besonders den Flügen der Leutnants Cammerman, Villierme, F6- quant und de Eoumont auf drei Farmcm-Doppeldeckern von Mourmelon nach Nancy große Bedeutung beigemessen. Die beiden ersten fuhren zusammen über Verdun unb trafen zuerst in Nancy ein, ungefähr in zwei unb einer halben Stunde; Leutnant F6- quant, der von dem Hauptmann Marie begleitet wurde, flog über Chalvns und Saint-Dizier, de Eaumont allein in mittlerer Höhe von 750 Metern über Bar-le-Duc; sie machten aber den Weg weiterhin gemeinsam über To ul. Als Ausgabe war ihnen zugewiesen, alles zu notieren, was sie unten auf der Erde an Erscheinungen erblicken konnten, Vorbeifaliren von Zügen, Menschenansammlungen usw. Ferner smd zu verzeichnen die Flüge des Leutnants Bellanger auf einem Blöttot-Eindecker von Mourmelon nach Verdun, des Leutnants Nkayol von Vulains nach Troyes auf dem Flugapparate, mit dem der Leutnant Cheueaux von Aillacoublay nach Vulaines gekommen war. — Sud ermann unb die Presse. Das Berliner Tagblatt erhält den folgenden Brief: In Nummer 394 Ihres sehr geschätzten Blattes macht sich ein als Ä)nkeus bezeichneter Artikelschreiber fl! D.Red.) — bezugnehmend auf eine freundliche Aeußerung des Kaisers über meine letzte Bühnenarbeit — zum Interpreten gewisser „Anderer", die mich auch hierin als den „lieben, alten Suderinann", „diese Mar litt des Naturalist m u s" absck)ätzen zu können glauben. Nun habe ich zwar — insbesondere seit dem Erscheinen meiner Verrohunqsartikel — die vielfältige Freude erlebt, mich in der deutschen Presse zum „modernen! Kotzebue", zum „BuM-Bum-Raupach", zu einem „zweiten Clauren", zur „vergröberten Birch- Pfeif f er" ernannt Ku sehn, aber, kühn gestimmt durch die soeben empfangene neueste Medaille, versteigt sich mein Ehrgeiz zu noch höheren Zielen: Ich will versuchen, mir bei gelegentlicher Herausgabe meiner Gedichte die Bezeichnung einer „auferstandenen Friederike Kempner" widerfpruck)slos zu verdienen und stelle mich für die Beurteilung meines nächsten Dramas, das höchst lügenhaft erfunden ist, als den „Karl May der Neuromantik" ergebenst zur Verfügung. Durch diese Winke für künftige literarische Würdigung hoffe ich mich endlich mit jenen „Anderen" und ihrem Sprecher in Uebereinsttmmnng zu setzen. Mit verbindlicher .Empfehlung Ihr „lieber alter" .S u d e r nt a n n. * — Vom Umb au d es Mainzer Stad ttheaters. Die Fertigstellung des Stadttheaters zum 1. Oktober wird sich nur auf die Bühne und den Zuschauerranm erstrecken, da das Foyer bis dahin nicht vollendet werden kann. Um den Raum in der vorgesehenen Art auszustalten, ist die Zeit zu kurz. Sollte der .Großherzog der Eröffnung beiwohnen, so wird man dem Ranme vorübergehend eine vorläufige Belleidung und Ausstattung geben. — Kurze Nachrichten au s Ku n st u. W i s sen scha f t. 2>er Herbranb'sche Sängerbund in Köln hält am Sonntag ben> 28. Älugnst ds. Js., nachmittags 4 Uhr, im Hotel Elisen- hos auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück em Wohltätig- keitskonzert ab zu gunften des an der gleichen Stelle zu emd^ tenben Bismarck - National - Denkmals, m bm- Bingenheim, 8. Aug. Gestern feierte hier der Niddaer Zweigverein der Gustav-Adols-Sttftung sein Jahres- fest. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer Naumann aus Schwickartshausen. Pfarrer Sauer aus Geiß-Nidda, als Boi- --Vetzberg, 8. Aug. Heute wurde Lehrer Echternach, bisher in Lützellinden, in seinen Dienst eingeführt. Lehrer Willems ist die neu 'gegründete zweite Schulstelle in Edingen übertragen worden. Die Schule in Vetz- VvOVft inMt- lob* QA -- ' ' * .genommen, zur Wiederannäherung an den Deutschen Kriegerbund einen Ausschuß zu wählen, unter dem Hinzufügen, daß die Hauptversammlung sich grundsäklich für die Angliederung ausspreche. "Uter sehr zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung der Saargegend wurde zugleich die 40 jährige Gedächtnisfeier der Schlacht vei <9plchern festlich begangen. Der Kaiser hatte mit seiner -tung den kommandierenden General v. Plötz beauftragt. S. Bingen, 8. Aug. Der Wasserstand des Nh eines ft ex g t wieder. Am Freitag abend betrug er am hiesigen Pegel 2.90 Meter. Gestern war der Stand bereits auf 3.20 Meter angestiegen. Der Rhein ist also innerhalb 36 Stunden um 30 Zentimeter gewachsen und dürfte bei den fortgesetzten Regengüssen, die vom Oberrhein gemeldet werden, noch weiter steigen, so daß uns also wohl die dritte Hochwasserperiode 'in diesem Jahre bevorsteht. 1 Heer und Flotte. H a nn'o der, 8. Aug. Generalleutnant WilhelmSpitz, der Bruder des in der vorigen Woche'verstorbenen Vorsitzenden des Deutschen Kriegerbundes, ist gestern nachmittag auf einem Spaziergänge an einem Schlaganfall im Alter von 74 Jahren gestorben. Ausland. Aus L i l l e wird gemeldet: Alle Zollbamten von Nord- frankreich, vom Offizier bis zum einfachen Grenzwächter, gründeten in ihrer Hauptversammlung eine Vereinigung zur Verteidigung ihrer gemeinsamen Interessen. .j-ic Blätter in Konstantinopel sprechen ihre Befriedigung aus über den Ankauf der beiden deutschen Panzerschiffe, wodurch die Uebcrlcgenhcit der Türkei über Griechenland auf dem Meere gesichert werde. Aus Fez wird gemeldet, der Sultan habe beschlossen, aus Rücksicht auf seine Finanzlage den Gesamtbestand der s ch e r i f i s ch e n Truppen auf 10 000 Mann zu beschränken, ^icse 10 000 Mann sollen von 10 Kaids befehligt werden unter dem Oberbefehl des Majors Mangin, des Chefs der französischen Militärmifsion. Aus Teheran wird gemeldet: Bei den Kämpfen am Sonntag wurden auf der Seite der Regierungstruppen etwa 12 Personen getötet oder verletzt, seitens der Fidais etwa 36. 300 Fidais wurden gefangen genommen. Ans Stabt unb Land. Gießen, 9. August 1910. ** Zur Truppenschau in Mainz. Die am 16. August vor dem Kaiser auf dem Großen Sande stattfindende Truppenschau wird um 8 Uhr morgens durch ein Exerzieren der 24. Dragoner eingeteitet, dem eine Gefechtsübung folgt, zu der Kommandeur Generalleutnant Scholtz (21. Division) die Aufgabe stellt. Dieses Gefecht soll ohne Rücksicht auf Verbrauch von Geschossen durchgeführt werden, und besonders sollen die bedeutenden Ge- sechtsaugenblicke start durch Feuern hervorgehoben werden. Nach Schluß der Hebung folgt der Parademarsch. In der nächsten Nähe des Kaisers befinden sich beim Parademarsch der Gouverneur von Mainz, der Chef des Generalstabes und der erste Adjutant des'Generalkommandos. Die Fahnen- lompagnie, die, wie gewöhnlich, vom Infanterie-Regiment Nr. 116 (8. Komp.) gestellt wird, und die Standarten-Eska- dron (Drag.-Regt. Nr. 24) rücken sofort nach dem Vorbeiziehen zur Gastellscheu Waggonfabrik. Vor Beginn des Parademarsches wird dem Kaiser, dem Großherzog, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und dem Chef des Generalstabes, Major v. Blücher, der Frontrapport überreicht. ** Die hessische Polizei und die preußischen Milch Händler. Eine merkwürdig Geschichte wird uns aus Mainz berichtet. Eine große Anzahl ehemals nassauischer Gemeinden auf der rechten Rheinseite liefert durch viele Milchhändler täglich mehrere tausend Liter Milch nach Mainz, wo eine sehr strenge Milchkontrolle ausgeübt wird. Wird nun einem Händler die Milch als verdächtig angehalten, so sind natürlich vor allem sog. Stallproben beim Lieferanten behufs Vergleichung zu holen. Dies wurde seither durch die Mainzer Polizei besorgt. Nachdem nun in den preußischen Orten Hochheim, Erbenheim, Delkenheim, Massenheim usiv. viele Bestrafungen wegen Milchfälschung durch die Mainzer Polizei herbeigeführt wurden, haben sich die Milchhändler beschwerdeführend an das preußische Ministerium gewendet und das Ministerium hat nun auch der Mainzer Polizei die Milchkontrotle im Preußischen untersagt. Wie jetzt der Nachweis der Täterschaft beim Anhalten verfälschter Milch in Mainz aus den rechtsrheinischen Gemeinden geliefert werden soll, ist die Frage. und em stilleitehen, bis es der moschusduftenden Schwefelbande gefallen hat, hohiufch, wie der höllische Teufel, mit) mit demselben Gepank, wie jener bei seiner Erorzisierung, vorbeizusaufen. Wahr- uch, wenn die Zauern und alle anständigen Leute, die die Land- grave benutzen müssen, solcher Anmaßung und ekelhaften Protzerei gegenüber nicht schon längst zu Nihilisten geworden sind, so hat man nur ihre große Langmut, Vernunft und abivartende Geduld zu bewundern; ich aber möchte als zehntes Gebot allen Fuhrleuten das folgende empfehlen: „Gehe sofort aufs Kreisamt, erwirb dir emen Waffenpaß und hernach einen tüchtigen Revolver, damit du dich wehren kannst, wenn das moderne Ungeziefer, das jetzt die ymibftxaBe unsicher macht und mit Menschenleben spielt, dich überfallt. ' ' d o rs a. d. Lda. 8. Aug Gestern nachmittag hielt der Geslugelzuchtverem Allendorf und Umgebung seine dies- tahrige^ Generalverfammlung im Gasthaus zum Bahnhof dahier ab. Nach dem eingehenden Jahresbericht des Vorsitzenden erstattete >er Rechner den Kaoenbericht, der mit einem schönen Ueber- fefjufe abjchließt. Es wurde beschlossen, im nächsten Frühjahr eine ,vreiverlosung von mehreren Dutzend Bruteiern rassereiner Hühner unter den ui den meisten Versammlungen anwesenden Mitgliedern vorzunehmen. Bet Maurermeister Kus dahier soll eine Zucht-, or „Selbstverständlich macht der Abgeordnete Köhler diese nfLOrbC^u 11 11 Im übrigen wird man gegen lieber griffe von Automobilisten am. besten durch .Anzeigen ** Ile6 er Gerichtszeitungen konnte man dieser Tage in einer Wiesbadener Zeitung eine Notiz lesen, in der öiefe an sich gewiß vorteilhafte Einrichtung im Interesse der Geschäftswelt das Wort geredet wird. Gewiß ist hiergegen an sich nichts einzuwenden, wenn die Leitung dieser Zeitungen und das darin zusammengetragene Material einwandfrei ist, was jedoch sehr häufig nicht der Fall zu sein scheint. Einzelne Behörden verweigern diesen jeglichen gesetzlichen Schutzes entbehrenden und ihren Namen „Gerichtszeitung" eigentlich zu Unrecht führenden Organen jede Unterstützung, mit Rücksicht auf praktische Erfahrungen, hierzu kommt aber der Umstand, daß bei Aufnahme der Urteile in die Zeitungen meist feinerlei Rücksichten auf irgendwelche zwischen den Parteien bestandene Unstimmigkeiten genommen wird. Der unterliegende Teil wird einfach als „verurteilt" in die Liste ausgenommen. Daß dieses Vorgehen oft ungerechtfertigt und geeignet ist, anständige Firmen zu schädigen, liegt klar auf der Hand. Welche Folgen weiter diese oft leichtfertigen Veröffentlichungen haben können, beweist ein in der „Offenb. Ztg." veröffentlichter Fall, in dem etn Offenbacher angesehener Bürger fehr unangenehme Erfahrungen machen mußte, weil eine Gerichtszeitung einen seiner Adresse gleichlautenden Namen o h ne j ed e näh er e Bezeichnung veröffentlicht hatte. Da der Geschäftsmann in jeder Weise zahlungsfähig ist, warnt das Blatt vor der Gerichtszeitung. ** Die Brote st Versammlung gegen die Verlegung der Haltestellen am Lindenplatz und Asterweg, die gestern abend von Gastwirt Jastowsky ins Einhorn berufen war, war von genau 30 Personen besucht, von denen etwa die Hälfte als Interessenten zu betrachten sind Die Versammlung wählte als Vorsitzenden Fabrikant Bindewald. Es entwickelte sich über die Angelegenheit eine sehr lebhafte Aussprache, in der die beiden anwesenden ^^^ordneten Loeb er und Krumm eingriffen. Die Mehrheit der Redner vertrat den Standpunkt, daß im Interesse des Verkehrs und im Interesse des an sich schon in er* 'rj^toirftung Zurückgebliebenen Stadtteiles eine dritte •1* nt ber Walltorstraße geboten sei, daß aber dies mcht geschehen dürfe auf Kosten der bestehenden Haltepunkte am ^indenplatz und Asterweg. Eine Minderheit sprach sich üKrfSr' cine Haltestelle an der Braugasfe vollkommen 9 oder wenigstens nicht unbedingt nötig sei. Es a^nau inah^,r, I,ln8.ctotcice"' daß von der Haltestelle Asterweg b'p Kaserne und das Kretsamt zu erreichen bter. Braugasfe, für dte erst einmal besseres Mae abcr dem Justizgcbäude wolle, n1!’ ^'alltor aus, sondern an der Ost- ^ormmmlung faßte darauf folgende Ent- h11 Li ch, 8. August. Ter hiesige Zweigverein des ZU wollen, sind sie der Ansicht, daß man zum mindesten Vogelsberger.Höhenklubs, der sich aus Anregung von Post- den von verschiedenen Stadtverordneten gemachten Vor- Verwalter Rau seit diesem Sommer auch Wied-e r touristisch schlag einer probeweisen Einführung der neuen Haltestelle betätigt, unternahm gestern mit Damen und Herren eine an dem bestehenden Netz hätte machen sollen, ehe man Programmwanderung, die von Butzbach über den Hausschwerwiegende und die Interessen zahlreicher Bürger der- berg und Ziegenberg nach 93aeint führte. letzende Neuerungen zur Einführung brachte. Man spricht ! = Büdingen, 7. Aug. Als heute abend kurz nach die Hoffnung aus, daß der Beschluß der Stadtverordneten /. Uhr der Gutspächter Rodrian vom Erbacher Hof den hie- V10 rt 9c n Prüfung des Kollegiums unterzogen wird )j.9cn Neu en weg mit seinem Wagen durchfahren wollte, kam und die berechtigten Wünsche des Stadtteiles dabei Berück- ein Automobil im stärksten Tempo in entgegengesetzter fidihgung finden werden. Der Nordost-Verein als der be Richtung hera'ngesaust. Durch die Rohrtcgungsarbeiten siir rufene Vertreter der Gegend wird ersucht, die entsprechenden ! bas im Bau begriffene neue Gaswerk ist die Fahrstraße Schnitte zu tun." recht eng, so daß der Kutscher des Rodrianschen Fuhrwerks in Fernsprechverkehr mit Frankreich. Vom ber Nähe des zu überschreitenden Seemenbachs auf den 10. August ab wird der Sprechbereich von Gießen auf eine Bürgersteig auszuweichen versuchte. Dabei rollte ein Gas- grosiere Anzahl französischer Orte ausgedehnt; die wich- leitungsrohr unter den Wagen, die Pferde scheuten und ngsten sind folgende: Dijon, Spinal, Lille, Luneville, Nancy, rannten davon. Die Zugsiränge lösten sich, die Deichsel Pont-ä-Mousson, Reims, Toul. Die Namen dec übrigen I brad) ab, der Kutscher wurde vom Bock gerissen. Rodrian r_/rte können Interessenten beim Tetegraphenamt erfahren, sprang aus dem Wagen, um die Pferde zu halten, während das autch über die Gebührensätze Auskunft gibt. ^ine Frau mit den beiden Söhnen sitzen blieben. Zum ** Erinnern n g^s k o m m e r s der H a s s i a. Wie Gluck bogen die Tiere nach dem Tore des nahen Forsthauses alle fünf Jahre feiert das Korps Hassia auch diesmal em, luobei das Fuhrwerk an einem Apfelbaum hängen am 10. und 11. August den Erinnerungskommers blieb. Zum Glück waren alle Insassen mit dem bloßen feiner alten Herrn in Bingen. Die Teilnehmer schrecken davongekommen, das Automobil aber war längst aus Hessen und Nassau versammeln sich am 10. August über alle Berge. von 3 Uhr ab auf der Terrasse der Stadthalle in Mainz und S. Ober-Seibertenrod, 6. August. Bei der begeben sich mit dem fahrplanmäßigen Dampfboot um 4 Uhr heutigen G e m e i n d e r a t s w a h l wurden gewählt: die mit Musik nach Bingen. Dort treffen sich sämtliche )>lorpsan- Landwirte Johannes Keil mit 35 Stimmen, Heinrich Merz gehörige im Hotel Viktoria zum Abendessen; von 8 Uhr ab mit 18 Stimmen und Johannes Liehr II. mit 38 Stimmen, piibet ber große Kommers statt. Hieran schließt sick) am näch- S F r i c b b c r g, 8. August. Z u m Zarenbesuche, sten ^age um 11 Uhr!die große Rheinfahrt mit Damen ström Fürstenzimmer am Bahnhofe sowie bic umgebenben abwärts auf bem eigens hierfür gemieteten Salonboot Ernst Anlagen werben in Stand gesetzt. Ebenso wird 'die Be- ^udwig mit Mittagstisch und Tanz an Bord. Nach Wieder- 1^ ch u g s a nl a g c im Schlosse und seiner Umgebung anlunft in Bingen um 5 Uhr findet Pcomenadekonzert im bebeutenb vergrößert. Die Bewohner ber Burg sind auf* die Leute der ehrlichen Arbeit befolgen (I), e7dies^ewb^tz0bf Pferd gut klettern könne, und als Kenntnis geVommem DaLi^ einen Parvenü, Ä jitzt bejahte, befahl ich ihm, den Franzosen wieder ein- dntzendmeise bie moderne Entwicklung anfschießen läßt zum Ver- zufangen, was benn auch geschah. Das Verbienst, beit ent-1 wsser haben, alte gute Art äußert sich niemals so B —8 ^cb bin slobenen Gefangenen festgenommen zu haben, so bestätigt wahrhaftig cin entschiedener Freund und Förderer jeglichen Fort- v Oertzen, gebührt bem Gefreiten Jung von ber Metzler- und begleite mit den besten Wünschen die weitere Aus- fchen Patrouille. Er brachte ihn an ber Fouraqclcine ae- bubung des Automobilbetriebs und besonders auch seine Ausdehnung schlupft unter bem Jubel seiner Kameraben ein. 8 bie Lanbivirtschaft. zur Bodenbearbeiluug, zum Säen, zur ** Eine bererfifiatn w a h « „ « . zu Vflanzenpflege, zur Ernte usw.; aber das ist mir zuwider: wenn veIecytigte M ahnung. Die Großh. irgend eine „vornehme" und übermütige Faulenierbande männ- y17 e a-r mJ rQ b k toaxnt bie bezirksein- lichen und weiblichen (Geschlechts, mitunter ganz oder halb besoffen gesehenen Vertreter von Hanbel unb Industrie, über Pro- "u Automobil, todbringend, die Landstraße dahersanst, und nun soll ou^pusberhaltnifie an britte Personen nähere Auf- gewerbstätige Welt, die m ehrlicher Arbeit steht sür ihre eigne und schlusse zu geben, ehe sie sich Über bic betressenden 'vrer Mitmenschen Wohlfahrt, sich in ehrfnrchtsvotter Demut ducken anfragenben Persönlichkeiten mit ber Handelskammer ins ---- - — - Benehmen gesetzt haben, da die Kammer aus zuverlässiger Quelle Kenntnis davon erlangt hat, daß Versuche aus- artrger Staaten im Gange sind, in die Produktiotis- vechaltmsse verschiedener Industrien Deutschlands einzu- pro luo 'l'fb. IdhmttspreiS 85 1 43 80 38 45 82 41 76 35 68 58-62 96—103 87-98 41 82 82-00 41-00 72 71—73 56 56—57 Griginat'DrahtinelSringen. j der I beul Rau Giessen Alicestraße 2 Telephon 62 56 54 72 70 zu to n 99 90 56-57 54—55 60 53 vewlchc 48 r Die Täter sind entkommen. . ri . a Aus Straßburg i. Els. wird berichtet: Die Tochter des früheren Reichstagsabgeordneten Jmtizral R iff geriet bei Enzheim unter eine Lokomotive und wurde sofort getötet. Aus B e l z i g wird gemeldet: Auf dem Jagdgebiet des Grafen von Fürstenstein in Wiesenburg stürzten der zu Besuch weilende Baron König aus Biebrich am Rhein und der ifpt begleitende Förster Engelmann mit einer aus Holz errichteten Kanzel zusammen, wobei sich das Gewehr des Barons entlud. .Die Kugel traf den Förster, der sofort tot war. Hei her Polizei vorgehen; die Autos müssen ja eine deutliche Bezeichnung tragen. Allzugroße Empfindlichkeit und Reizbarkeit aber nützt nichts, das „moderne Ungeziefer" auf den Landstraßen hat nun einmal »größere (rile als biAc mmslen Fuhrwerke, und es ist unseres Erachtens doch auch wieder ein Zeichen von fortschreitender Humanität, daß die ehrlichen Leute der Arbeit, wenn sie der „moschusduftenden Schwefelbande" ausweichen, nicht gleich gar zu Nihilisten werden. Langmut, abwartende Geduld und namentlich Vernunft werden hoffentlich auch ferner den Frieden aus der Landstraße gewährleisten! Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst. Schtachtwerles biä zu 7 Jahren . . 39—43 75—78 Aeltere aiisgcmäftete Kühe und wenig gut entwickelte fi'mgereKühe u. Färsen 33—38 65—72 Kalber. Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber . S ch a f e. Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine. Vollfleifchige Schweiite bis zu 2 Zeiitner Lebendgewicht Vollfleischige Schweine über 2 Rentner Lebendgewicht Fleischige Schweine Krakau, 8. Aug. Ein Beamter des polnischen: V o l k s s ch u l v e r e i n s namens Rybak wurde auf offener Straße durch drei Revolverschüsse getötet. Der Täter wurde verhaftet. Er gab an, er habe Rybak als russischen Spion und Ägentprovokateur auf Befehl seiner Partei ermordet, * Berlin, 9. Aug. Ter auf Rügen sestgenommene Karli Mohr leugnet hartnäckig, die ihm zur Last gelegten Ber-^ brechen begangen zu haben. Seine Mitschuld an dem Morde des Pastors Vermehret) wird als erwiesen betrachtet, hingegen solk er an dem Friedrich'schen Mord im Harz unbeteiligt sein. Hamburg, 8. Aug. Tie Schiffsreiniger, Maler und Dockarbeiter der Hamburg-Amerika-Linie beschlossen in einer heute abend abgehaltenen Versammlung mit großer Stimmenmehrheit, am Dienstag die Arbeit niedere 5U Rom, 9. Aug. Bei dcr Besteigung des Monte Griv-ola fanden englische Touristen die schrecklich verstümmelten Lerchen zweier jungen Leute, die über 300 Meter abgestürzt waren. Es handelt sich um die Söhne des bekannten Generals Legate. Valencia, 9. Aug. Tie Flugwoche wurde verschoben, weil der Magistrat der Stadt bie als sicher angenommene Unterstützung nicht bewilligt hat. Bilbao, 9. Aug. Tie ausständigen Arbeiter haben beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dermiidite». * D i e Binnenschiffahrt Europas. Rußland steht mit der Länge seiner schiffbaren Wasserstraßen unter den Ländern Europas obenan. Es besitzt 92 910 Kilometer, wovon ^6000 künstlich angelegt find. In einem großen Abstand folgt Deutschland mit 18 070 Kilometern. Die befahrbaren Wasserläufe Frankreichs machen 12 580, die Oesterreich-Ungarns 6400 Kilometer aus. In England sind die meisten Wasserstraßen in Privatbesitz: ihre Länge ergibt 6250* Kilometer. In den Niederlanden existieren 2000 Kilometer natürliche unb 3200 Kilometer künstliche Schiffsstraßen, Schweden besitzt 5100, Belgien 2305 Kilometer. Sehr gering ist der Besitz Italiens an schiffbaren Flüssen oder Kanälen. Der Verkehr auf den italienischen Binnengewässern macht lährlich kaum zwei Millionen Tonnen aus, während der Tonnenverkehr aus den Bimiengewässern der angeführten Länder von 70 Millionen bis 182 Milliarden beträgt. . * Die Erwerbsaussichten der I n g e n i e u r e u n b Techniker wurden vor lurzein als besonders günstig hingestellt. Am Schlüsse der Zeitwigsnoliz erhtbr man, daß an dieser Dar- ftelliing eine technische Lehranstalt Interesse hatte, bie sich anscheinend über Schulermangel beklagen mußte. Es dar! Nicht Wunder nehmen, daß die 'Zuwanderung zum technischen Berufe voii uns Franzosen, die in den Cafes und Bars nur Versammlungsorte eines gefälligen Luxus erblicken, in denen sich in der dicken Hitze der rauchigen Säle Kameradschaften anknüpsen und 'eiligen,' die oft zu innigen Freundschaften sich gestalten. Ter Bayer dagegen, der die Schwelle des Bräus überschreitet, denkt nur an das materielle Vergnügen, seinen Magen mit dem frischen Bier zu überschwemmen, das dem im Saale thronenden bauchigen Fasse entnommen wird. Wenn er einige Worte mit seinen Nachbarn und Freunden austauscht, so geschieht das nur aus alltäglicher Höflichkeit: denn seine wahren Absichten gehen dahin, mit dem vor ihn gestellten Liter eine Unterhaltung anzuknüpfen und von ihm allein erwartet er alle Freude, die er aus feinem Gange nach dem überfüllten Brün zu ziehen gedenkt. . Mit Blicken, die nichts um sich sehen, mit feuchter Lippe vertieft er sich in eme Art lächelnder Träumerei, die er durch lange und wollüstige Schlücke erhält. Er trinkt so sacht, fast mit religiöser Andacht, als führe er etwas aus, was nach Riten und unumgänglichen Ueberlieserungen geregelt ist. Wenn er bann das stille Trankopfer beendet hat, lässt er das geleerte Glas stehen und entiernt ich aus dem Bräu mit der Ruhe und Heiterkeit eines Mannes, der seinen Leib nach sicheren und feierlichen Formeln gefüllt hat." * I a v a n i f ch e Panama s. Seit wenigen Jahren i|t an Okinawa, der Hcnwtinfel der mittleren Kinkm-Jnseln, eine Jndm strie eiitflaiiben, bie, schnell emporgeblüht, auch schon bie '■Jlufinevf- ainfeit des Auslandes erregt hat. Die neuesten Erzengmsse dreier ganz bodenwüchsigen Industrie sind in Farbe und Aussehen ben Panamahüten der billigen und mittleren Preislagen febr ähnlich. Das Rohmaterial liefert eine in ganz Olt- und Südostasien heimische Pandenusart, der Adamba der Japaiier, deren Blätter langen schmalen Ananasblä'ttern ähnlich sind. Sie iverben zuerlt in der Längsrichtung gleichmäßig gefallen, worauf man die oberen dünnen £>äute, den Flecblstoff, abzieht, eine Arbeit, die meist von ländlichen Heimarbeitern besorgt wird. Diese grau- grünen dünnen Fasern iverden in einer Reihe von Klärbassins einem Bleichverfahren unterworfen, bis sie die gewünschte elfen= beinweiße Farbe zeigen. Von den Resten der Bleichmasse gereinigt und zum Trockiien aufgehängt, nehmen sie eine fadenförmige Gestalt an und sind nun zum Verflechten fertig. Das Flechten geschieht über Holzkopfformen, wobei die Anfertigimg eines Hutes geringster Qualität ungefähr dreißig, eines besserer Art etiva hundert ^nmben und darüber beansvrnchl. Für erstere werden im allgemeinen nur 800, für bie besten dagegen 1300 und mehr Fäden verwandt. Hanp.'sächlich werden bis seist nur billige Hüte als Massenartikel [ ecgeftellt; die Ware wird durch Vermittlung fremder, in Kobe und Yokohama ansässiger Firmen nach Deutschland, Frankreich Amerika nnd (Silina ansgeiührt. * Eine chinesische „9? e form". Zu den zahlreichen Kiiltiirgütern Eiiropas, die sich Ehiiia im Saufe der letzten Jahrzehnte „angelegt" hat, hat sich setzt auch — bie Guillotine gefeilt. Vor einigen Wochen ist das erste Eremplar diefer menschenfreundlichen Maschine in Peking emgetrosseii, ausgepackt und beftaunt worden und vielleicht schon im Betrieb, denn in China werben bie Urteile etwas plötzlich nach ihrer Verkündigung vollstreckt. Tie Guillotine ist bem französischen Staate abgekauft ivorben unb unter der persönlichen Aussicht des Scharsrichters Teibler berg erlebtet worden Bisher wnrden die in China zinn Tode Verurteilten ent= weder ausgehängt oder mit dem Schwerte getötet. Von der neuen Hinrichtungsart verspricht inan sich aber eine gewisse abschreckende Wirknng, beim für ben gläubigen Chinesen bebentet bie vollständige Trennung des Kopses vorn Körper ein Hindernis auf dem Wege ins Jenseits. „ * Eine eigentümliche Kamelpost besteht heutzutage noch zwischen Damaskus und Bagdad. Sie führt durch die Wüste unb „verkehrt" einmal alle zwei Wochen. Tas Tier legt,— es ist übrigens ein Tromedar und kein Kamel — täglich siebzehn Meilen zurück, was also durchaus lein schlechtes Tempo ist, besonders wenn man bedenkt, daß diese Reise jedesmal acht Tage, also vierzehn Tage im ganzen, in Anspruch nimmt. Ta die Post nur Briefe unb Zeitungen besorgt unb keinerlei Geld oder Wertsachen mitnimmt, liegt keine Gefahr eines Ueberfalles durch die Stämme vor, durch deren Gebiet die Post geht, aber nichtsdestoweniger besteht für den Reiter die merkwürdige Bestimmung, daß er aus dem Reittier vollständig scstgebuuden werden muß, für den Fall nämlich, daß ihm unterwegs etwas zustoßen sollte. TaS Reittier würde in diesem Fall seinen Weg allein finben und so wenigstens die Leiche des Reiters mitbringen, so daß das Suchen nach derselben erspart würde. * Zu gemischt. „Warum kommen Gnädigste niemals zum Promenaden-Konzert?" — „Tas Publikum ist mir da doch zu gemischt, man trifft zu viele Bekannte — ich habe da auch meinen Mann kennen gelernt!" Kleine 71—73 69—70 Aus Hallem, d. S. wird gemeldet: Montag morgen wurde in einem Kartoffelacker der Ammendorfer Flur der galizische Arbeiter Bojka mit durchschnittener Kehle tot auf- gefunden. Bei der Leiche lag das leere Portemonnaie. Als der Tat dringend verdächtig wurde der Arbeiter Opitz aus Rade- " l verhaftet. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Raubmord. Tem Mörder dürfte aber nur wenig Geld in die Hände gefallen sein, da der Ermordete fernen Lohn kurz vorher einem Kaufmanne zur Absendung übergeben hatte. Aus Potsdam meldet man: Der Posten am Pulverhause des Garde-Feldartillerieregiments in der Nähe von Nellitz wurde nachts von drei Personen, die sich dem Pulverhause näherten, angeschossen. Die Verletzung ist mdjt schwer. nachläßt, nachdem die Organisationen rückhaltlos die icyiecyte rotrt* chaftliche Lage cmfgedeckt haben. Die letzte Statistik des Deutschen Techniker-Verbandes belegt es, daß mit Recht vor dem Ergreifen des technischen Bermes gewarnt wird. Nach diefer Statistik verdienen- 1000 bis 200O Mk. 38,36 v. H., 2000 bis 3000 Alk. 49,63 v. H., 3000 bis 4200 Alk. 9,96 v. H., 4200 bis 6u00 Mk. ',80 v. H., 6000 bis 12 000 Mk. 0,25 v. H. * I n einer Münchener Trink st udie, bei der die Farben recht stark aufgetragen sind, stellt Dominique Duran d Y im „Petit Parisien" folgende Behauptungen unb Thesen auf: „Tie Leute gehen in das Bräu zu dem Vergnügen, sich, voll zu trinken, ohne sich darum zu kümmern, mit wem sie dort zusammcn- kommen könnten. Wie grundverschieden ist doch die Mentalität (!) 52—55 6>erid>td$aciL Heidelberg, 8. Aug. Ein Verbrecher, der selbstlos der Wahrheit dient. Ein wohl kaum noch dagewcsener Fall hat sich vor der Heidelberger Strafkammer begeben. Im Januar d. I. wurden dort zwei Italiener, die Händler Gidini und Conti, gefährliche Einbrecher, zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie Brillanten und dergleichen im Werte von über 20 000 Mark durch Einbruch gestohlen hatten. Im Bruchsaler Zuchthaus faßte nun Gidini den Entschluß, auch die nicht erwischten Mitschuldigen hincinziibringcu, er legte ein freiwilliges Geständnis ab unb gab als Teilnehmer an jenem Eiribruchsdiebstahl den Italiener Mascagnie unb dessen Geliebte, Anna Reisler aus Stuttgart, an. Tas angeklagte Paar wurde der Mithilfe an dem Einbruch überführt, fein Verteidiger aber wandte sich scharf gegen Gidini, den er der U n g l a n b w ü r d i g k e i t beschuldigte. Tarüber empörte sich der Sträfling derart, daß er ein Geständnis über einen früheren Tiebstahl ablegte, um feine Glaubwürdigkeit zu erweisen. Tas Gericht verurteilte ben angetlagten Mascagui zu zwei Jahren, die Reisler zu einem Jahr Zuchthaus, der Staatsanwalt aber notierte sich beit neuen Kanbidaten, der sich, um nicht als Lügner zu gelten, selbst bezichtigt hatte. Zwei Kinder im Trainwagen erstickt. Hannover, 9. Aug. In der Kaserne des Trainbataillons! Hannover wurden gestern beim Reinigen eines Train- gens die Leichen von zwei Kindern entdeckt^ die seit dem 30. Juli vermißt worden waren. Tie Kinder sind vermutlich bei Versteckspieleu in den Wagen bestiegen und nachdem der Teckcl durch irgend einen Anlaß zugeschlagen war, erstickt. Jetzt soll der Kasernenhof für die Kinder gesperrt werden.. Ein politischer Mord in Krakau. büchertisch. — Nr. 3501 der im Verlage von I. I. Weber erscheinenden „Illustrierten Z e i l u u g" wird mit ihrer Fülle vorzüglicher Bilder und anregender Artikel in dieser Ferienzeit eine willkommene Wabe fein, daheim sowohl, wie vor allein in der verregneten Sommerfrische. Außer einer bunten Reihe aktueller Bilder: Porträte, Sportbilder (bie neue Wiesbadener Rennbahn), Sickingemesl auf der Ebernburg u. a., bringt das Heft technisch vollendete Reproduktionen in bunt und schwarz von einer Anzahl interessanter Ge- uiälde: „Zu Besuch", „Die Gründung von Buenos Aires", „Die Ueberqabe Mailands", „Föhn in den Bergen", „Thunfischer" u. a. m. Von den mit zahlreichen Illustrationen geschmückten Artikeln seien hervorgehobeit: „Dos Kind in der Kunst", „Alte und neue Glocken und Glockenguß", „Bieneuzucht", „Schlauchfloßfahrt auf dem Tigris". Ter literarische Teil bringt u. a. eine Novelle „Im Lottenhof" von E. 911 brecht. Luftschiffahrt. Johannisthal, 8. Aug. Die Flugwoche, bereit Eröffnung gestern wegen des herrschenben Sturmes Nicht erfolgen konnte, nahm heute nachmittag ihren Anfang. Engelhard «Wright- apparat) flog bet viermaligem Ausstieg zusammen elf Minuten, W i e n c z i e r s (Antoinetteapparat) bet zweimaligem Aufstieg zu- slammen 36 Minuten, Thelen (Wrightapparat) bet zweimaligem Aufstieg zusammen neun Minuten. Thelens Apparat wurde am Rad beschädigt. . . . . ~ t , Müuchen, 8. Aug. Parseval VI. wird seine Fahrten nach Oberammergau am 11. August beginnen, wenn das Wetter Fernfahrten gestattet. . Elberfeld, 8. Aug. Die Rheinifch-Westfalische Motor- luftschiffahrts-Gesellschast hat in ihrer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, den Antrag aus Ausl Ölung ber Gesellschaft abzulehnen. Es wurde mitgeieilt, datz das finanzielle Verhältnis der Gesellschaft die Auflösung durchaus nicht notig mache. Ten fünf bei der Erbslöhkatastrophe Verunglückten fall ein Denkstein errichtet werden. Ninveriitäts-Nachrichten. Von der Akademie i n F r a n k f u r t a. M. Dr. HanS Cornelius, Professor in Alun ch en, hat einen Riis auf den neuerricnteteii Lehrstuhl der Philosophie an der Akademie in Frankfurt a. M. erhalten und angenommen. Landwörtscbcrft. — Getreideproduktion Deutschlands. Die starke Getreideaussuhr Teittsckflands in den letzten Jahren findet, teilweise wenigstens, ihre Erklärung darin, daß der Anbau von Getreide, mit Ausnahme von Weizen und Gerste, in Deutschland bedeutend zugeuommen hat. In dem Zeitraum 1899—1909 ist die Anbaufläche gestiegen bei Roggen von 5 871000 auf 6 131000 Hektar, bei Hafer von 4 000 000 auf 4 310 000 Hektar. Daneben hat sich aber auch der Durchschnittsertrag pro Hektar stark vermehrt, nämlich in derselben Zeit bei Roggen von 14,8 auf 18,5 dz, bei Weizen von 19,1 auf 20,5 dz, bei Gerste von 18,2 auf 21,2 dz und bei Hafer sogar von 17,2 auf 21,2 dz. Die Ernte weist demgemäß eine Zunahme auf bei Roggen von 8,676 000 auf 11348 000 Tonnen, bei Gerste von 2 984 000 auf 3 496*000 Tonnen, bei Hafer von 6 883 000 auf 9 126 000 Tonnen. Auf diese Umstände wird es wohl hauptsächlich zurückzusührcn sein, daß in den letzten Jahren bei Roggen und Hafer die Ausfuhr zeitweise größer gewesen ist als die Einfuhr. Heise - Schecks der Hamburg - Amerika • Linie zahlbar in allen bedeutenden Orten der Welt, sind bei mir zu haben und werden bei mir eingelöst. — Die Schecks der Hamburg-Amerika-Linie bilden in jeder Beziehung die ange-- nehmste Art, Geld mit auf Reisen zu nehmen und gewährleisten auch neben größter Bequemlichkeit vollkommene Sicherheit. 1077- Baruch Strauss Nachfolger Bankgeschäft Agentur dcr Hamburg Amerika-Linie Sport. — In dcr Vorstandssitznng des Deutschen Radfahrerbundes in Görlitz wurde beschlossen, den 28. Bundestag im Jahre 1911 in Frankfurt a. Main abzuhalten. iüanöern und Reisen^vader und Sommerfrischen. ** P a s f i o ii s f p i e l e O b e r a in in e r g a u 1910. Zu den VassionSfpieleu in Oberammergau dürfen auf Anordnung der Aufsichtsbehörde Karlen für Stehplätze nicht mehr ausgegeben iverden. — Der tolosfale Andrang hat die Fregiienz der heuer zum erstenmal verkehrenden Postniotorwagen Oberammergau—Garmlfch- Mittemvald und Oberammergau—Mittenwald—Kochel—Tegernsee außerorbenllich günstig beeinflußt. Abends nach Beendigung des Pafsionsspieles imb am folgenden Tage verlassen Hunderte von Festspielbefuchern Oberammergau, um mit Motorwagen nach Garmisch imb ben oben genannten Orten weiter zu fahren. Dabei entsteht oft ein gerabezu beängstigendes Gedränge. Wagen um Wagen fährt vor und ist im Nu mit Passagieren besetzt. Ein vorheriges Belegen von einzelnen Plätzen ist bei diesem Andrauge natürlich vollständig ansgeichlossen. Um nun Familien und größeren 6;eiellschgflcu die Möglichkeit zu geben, sich im vorgus Plätze zn sichern, werden im Benehmen mit dem König!. Postamt Oberammergnu von jetzt ab an Spiel- und Nachsvieltagen zu Den stark besuchten Wagenkurien je nach Bedarf ein oder mehrere Spezialwagen von bem in Oberammergau befindlichen Reifebuieau Schenker abgelasfen werden und zwar an jedem Spieltage abends 7 00 Uhr nach Garmisch, am Morgen nach jedem Spieltage uni 8.00 Uhr nach Garmifch nnd um 10.00 Uhr nach Innsbruck. Zu diesen Spezialwagen werben Vormerkungen im Reifebnrean Schenker & Co., München, Promenadeplatz 16, und im Wellreife- bureau Union in Berlin, Unter den Linden 5/6, entgegen genommen. Diese Vnreans sowie der Norddeutsche Lloyd Bremeu sind Thos. Cook & Son, London nehmen auch Bestelluugen für Unteitimft imb Plätze in Oberammergau an. Währenb beS Monats August finden zweite Wiederholnngsfpiele nicht mehr statt. Lingc-andt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt bie Rebaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Aus Oberhessen, 8. Aug. Die Frankfurter Zeitung, wahrscheinlich um „Stimmung" zu machen, schreibt: Eine für dieses Ernteiahr charakteristische Erscheinung ist das frühzeitige Reifen sämtlicher Getteidearten, wohl eine Folge der großen Hitze und Trockenheit, die die Entwicklung der Halmfrüchte, wenn aucbjiid't immer zu ihrem Vorteil, beschleunigt zu haben scheint. So kommt es, daß in T e u t s ch l a n d 'diesmal schon vielfach Ende Juli die Ernte des Winterweizens und der: SommergersteinAugriff genommen mar, stellen-., weise wegen Gefahr des Körnerausfallens sogar der Hafer gv- schnitten werden mußte. Nach dieser vortrefflichen Leistung zu urteilen, scheinen sich • die Herren Redakteure dcr Franksurtcr Zeitung während dieses: ogcuaniiteit „Sommers" 'in fernen Weltteilen aufgehalten zu) haben. Briefkasten der Redaktion. Erbschaft. Ohne genauere Angaben können wir Ihnen feine- Auskunft geben. Vor allen Dingen muß mau ivifien, von menv Sie mit dieser Erbschaft bedacht wurden. Wenn sie von Ihren Eltern herrührt, kann die Konzession u. E. iveiterlaiden. Verlauf der Witterung seit gestern frühDer Randwirbcl über Norddeutfchland hat sich ausgelöst, so daß der Einfluß des nordeuropäischen Hochdruckgebietes bestehen bleibt. Bei nördlichem Winde herrscht außer in Ostdeutschland, wo die nahe russische Zyklone noch wirkt, heiteres und trockenes Wetter. Eine Fortdauer der bestehenden Witterung ist zu erwarten. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch bem 10. August 1910: Heiter, trocken, nachts kühl, am Tage warm. Redend- Lchlachc« pro lOO Pfuiid H f »ii Veben0.Sdila.vtr m «J affen. üon-btdüon-biS Vollfleischige, auSgemäitete, hochuen Schlacht,vertes, höchstens 6 Jahre alt 45—50 84—87 Junge, fleischige, nicht au5gemd|lele und ältere ausgemästete...... 42—45 79—82 Mäßig geuährte junge und gut genährte ältere ........ 37-40 74-77 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgeniästete Färsen höchst. Schlachtwenes 44—47 80—85 Handel. Ofenpest, 8. Aug. In der unter dem Vorsitze des Präsidenten Leo Lanczy heute abgehaltenen Direktionssrtzuna der Pester ungarischen Comercialbank wurde be|chlos)en, der für den 24. August einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung eine Erhöhung des Aktienkapitals von 42 Millionen auf 50 Millionen Kronen durch bie Ausgabe von 8000 Stück neuen Aktien vorzuschlagen. märltcT” — Kartoffel markt - Bericht vom 8. Aubust 1910. Dortmund: Holländer Mäuse Mk. 3.30, Gelbfleischige, blaue Mk. 0.00. Crefeld: Frühgelbe Mk. 3.00—3.20, Nieren, Paulsens Juli Alk. 3.00—3.20. K empe n a. R h. • Holländer Mäu e 5.00—6.00 Mk., Runde Eierkarioffeln 5.00—6.00 Mk., Crallen Mk. 5.00—6.00, Frühgelbe Mk.5.00—6.00. Köln a. Rh.: Frühe lveiße, Kaiserkrone, Mk. 2.45, Nieren Paulsens Juli Mk. 2.80, Rofeu, frühe Alk. 2.30, Holländer Mäufe Mk. 2.80. Alann- beim: Frühe weiße Kaiserkronen Mk. 2.75. Saarlouis: Rosen, frühe Alk. 2.50, frühe, weiße, Kaiserkrone Mk. 2.60—2.80. (Alles für 50 Kg.) /* F.C. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 8. Aug. Auftrieb: Rinder 77, Kälber 36, Schafe 40, Schweine 264. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig. Springmanns Schuhwarenhaus Bahnhofstrasse 58 Giessen Bahnhofstrasse 58 Biograph Plockstrasse 12 Plockstrasse 12 Bahnhofstr. 54 oess? Bahnhofstr. 54 zu vermieten. 13698 Heinr. Bernhardt. Die Eriks, akrobatische Kunststücke. Wilhelm Ring 67. (z*/e dauernd u. anoenebtn. [z* lt 2 Zimmer ron HS ür Bahnbau gesucht. [4334 mieten. Asterweg 6II. gesucht. 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