Samstag 8. Oktober 1910 160. Jahrgang Erstes Blatt flr. 236 fitRcnfr anjrnjrr -»-liimliiii — -„nf- öc»« t „schkwl täglich, aufrer ® V monatlich7bviertel M8ützfo«onor jlwwr sssxJIvnvIlvl «IljvlUvI- sffis Femiprech- Anschluss«: ■■ A M Derantwortlich für ben für bie Reaktion 111, politischen Leit: August ZM General-Anzeiger sur «erhejsen WM tor Rotaflonsta«! und Verlag der vrühl'schea Unio.-Vuch- und Stdnöroderet R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. (Lissabon normal. ( v d, 7. Olt. Die Lage ist hier wieder __________ Die Straßenbahnen haben den Betrieb teilweise wieder ausgenommen. Die Muniziplagarde und die bürgerliche Polizei sind aufgehoben worden. Neue Polizeikorps werden gebildet werden. Für den Admiral Condido des Reis, den Führer der Aufständischen, Alle sckwebenben politischen Tagesfragen wurden übertönt durch den dunrpfen Einmarsch der Revolution in Portugal. Wie sich in der Nacht zum Menstaa die entscheidenden Vorgänge in Lissabon im einzelnen abgespielt haben, ist bis zur Stunde noch nicht -völlig klar, da die Revolution näre, in der Besorgnis eines auswärtigen Einschreitens, die telegraphischen Verbindungen unterbrochen hatten. Der Umsturz war aut vorbereitet, da Heer und Flotte alsbald sich ihm anschlossen. Nun fehlen zwar aus den Provinzen noch die Nachrichten, aber bei der allgenreinen Unzufriedenheit im Lande, bei der totalen Unbildung des Volkes — 80 Prozent der Portugiesen können nicht schreiben und lesen — ist anzunehmen, daß der Schlag geglückt ist und die provisorische Regierung, die in einer Proklamation an das Volk bereits die „Heldentaten" der Befreier lobpreist, das Staatsschiff vorläufig beherrscht. Mit der Flucht der Königssamilie scheint die Dynastie Braganza-Sachsen-Eo- birrg-®otl)a freilich erloschen, das Königtum in Portugal dauernd beseitigt zu sein. Eine andere Frage ist es, vb fortan Orbnnng in das Land einziehen werde, das niemals aus seinen Wirren herausgekommen ist, und seit dem letzten Königsmord, am 1. Februar 1908, nicht weniger als 6 Ministerien aufgebraucht hat. Die Parteienmißwirtschaft z,ehrt in Portugal schon seit langen Jahren. Finanzielle Klemmen, in denen der Staat steckte, die Unehrlichkeit seiner Beamten bis in die höchsten Spitzen, die nur aus der Stactts- krippe fressen wollten, das waren Zustände, die immer herrschten, ob nun „liberale" oder „reaktionäre" Minister die Leitung hatten. Es ist mehr als zweifelhaft, ob die republikanischen Elemente die Macht und Fähigkeit besitzen werden, den Augiasstall zu reinigen. Was man von den neuen Ministern weiß, ermutigt nicht zu großen Hoffnungen. Die provisorische Regierung der Republik sendtt ihren Gruß den Land- und Seetruppen, die gemeinsam mit dem Volke zum Wohl des Vaterlandes die Republik errichtet haben. Sie hat Vertrauen zum Patriotismus aller. Weil die Republik für alle da ist, hofft die Regierung, daß die Offiziere der Armee und der Marine, dieanderrevolutionärenBewegung nicht teilgenommen haben, sich im Hauptquartier einfinden werden, um auf Ehrenwort ihre Loyali- tät gegenüber dem neuen Regime zu versichern. Inzwischen werden die Revolutionäre alle ihre Stellungen zur Verteidigung und Befestigung der Republik behalten. General Carvalhaes ist zum Kommandanten der Division von Lissabon ernannt. Die Flucht de8 König?. Madrid, 7. Okt. Einer ein getroffenen amtlichen Meldung Ku folge ist an Bord der Jacht „Amelia", die die portugiesische Nationalflagge führte, die gesamte königliche Familie, also der König, die Königin-Mutter Amelia, die Königin-Witwe Maria Pia und der Herzog von Oporto in Gibraltar eingetroffen. Die Fürstlichkeiten gingen hier an Land, wo ihnen die Bevölkerung einen sympathischen Empfang bereitete. Gibraltar, 7. Okt. Heute morgen um 8 Uhr flaggten die im Hafen liegenden englischen Kriegsschiffe sowie der amerikanische Kreuzer „Des Maines" und schossen Königssalut zu Ehren der Königlichen Familie vön Portugal. Ein Offizier vom Stabe des Gouverneurs begab sich an Bord der portugiesischen Jacht,, um den König Manuel zu begrüßen. Man glaubt, daß die königliche Familie an Land gehen wird. Nach einer dem Reuterschen Bureau aus Gibraltar von einem Mitglied des Gefolges zugegangenen Nachricht be* sand sich König Manuel, als das Bombardement begann, im königlichen Palast. Dann begab sich der König nach Mafra und von dort nach Ericeira, wo er mit den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie ^usammentraf. Von Ericeira begab sich die königliche Familie in eitern offenen Boot zu der königlichen Jacht „Amelia", die dann am Mittwoch nachmittag 6 Uhr direkt nach Gibraltar in See ging. Das Wetter war ruhig und es wurden während der Fahrt andere Kriegsschiffe weder angetroffen noch gesichtet. Die Königinmutter war bis zur glücklichen Ankunft des Königs in Ericeira äußerst beunruhigt. Wegen der Plötzlichkeit der Unruhen hatte das Gefolge nichts mitgenommen und mußte erst in Gibraltar Kleider einkaufen. Augenzeugen schildern die Abreise: In Ericeira gingen König Manuel und Königin Amelia an Bord. Der König verabschiedete sich mit Handschlag von der Fischerbevölkerung. Bewegt, aber doch augenscheinlich froh, mit oem Verlust der Krone davonzukommen. Die Königin Amelia soll zähneknirschend mit Rache bei der Rückkehr gedroht haben. „Ich traf bei dem Minister des Aeußern den brasilianischen Präsidenten Marschall Hermes da Fonfeoa, der vom Bord des Kreuzers „Sao Paulo" den Ausstand mit angesehen hatte. Sein Besuch hatte den Zweck, die Glückwünsche der brasilianischen Regierung darzubringen. Madrid, 7. Okt. Canalejas Äußerte sich heute in einer Unterredung, die spanische Regierung habe von einem kürzlich aus Badajoz eingetroffenen Revolutionär über die Ereignisse in Lissabon verschiedene Einzelheiten erfahren. Nach dessen Mitteilungen seien der König Manuel und die Königin-Mutter Amelia $ur Zeit des Ausbruchs der Revolution nicht in Lissabon gewesen, sie seien aber von einem Führer der republikanischen Bewegung aufgesucht worden, der ihnen den Schutz ihrer Perfon zuge- sichert und ihnen im Namen des republikanischen Komitees empfohlen habe, sich auf die an der Küste bei Ericeira liegende königliche Jacht zu bogÄben, an deren Bord sie sich wenden könnten, wohin es ihnen beliebe. Die Jesuit ten hätten nach den bei der spanischen Regierung eingelau^. fenen Meldungen in ihrem Gebäude erbitterten^ Widerstand geleistet und einen Soldaten, sowie einen« Republikaner getötet. Trotzdem hätten die Republikaner Nachsicht geübt und ihren Wohnsitz nicht niedergebrannt. Die Mitteilung an die Machte. Berlin, 7. Okt. Der portugiesische Geschäfts- träger setzte die d e u t s ch e N e g i e r u n g von dem Regierungswechsel in Portugal offiziell in Kenntnis. Washington, 7. Oft. Daß Staatsdepartement hach die Note des Ministerpräsidenten Braga, in der die Proklamierung der Republik mitgeteilt wird, erhalten. Die Regierung hat die Note noch nicht beantwottet, weil sie die Republik in Portugal nicht eher anerkennen will, als bis die Stabilität des neuen Regimes erwiesen lst. Perpianan, 7. Okt. Ein Teleqramm FigueraS befagtJ daß die Proklamation der Republik Portogal In Kataloniern mit Begeisterung ausgenommen wurde. Oporto, 7. Okt. Die Proklamierung der Republik erfolgte, hier gestern, nachdem die Nummer des .Diario de Govera", , welche die Bildung der provisorischen Regierung enthielt, etnge- ■ troffen war. Die Ruhe ist vollkommen gesichert. Der ehemalige- , Kriegsminister, General Pimentel Pinta, der Order erhallen hatte, sich beim Hauptquartier in Lissabon zu melden, : wurde verhaftet. London, 7. Okt. Wie daS Reuter'sche Bureau meldet, wurde in Funchal auf Madeira die republikanische Fahne ohne , Zwischenfall gehißt. Tic Dynastie Braganza-Sachsen-Coblirg-Golha. 1 beten letzter direkter Abkömmling Dom Manuel II. ist, kann aus keine lange Vergangenheit zurückblicken. Sie dotiert ; eigentlich erst aus dem Jahre 1853, wo ein Coburger als । Dom Pedro V. (gest. 1861) nach dem Tode seiner Mutters- Maria da Gloria aus dem Hause Braganza, die mit dem Prinzen Ferdinand aus dem Hause Sachsen-Cobvrg-Goth« 1 vermäht war, den portugiesischen Königsthron bestteg. Ihm folgte Ludwig I. (gesch 1889), besser: Sohn der 1908 er*- Der provisorische Präsident Theophil Braga soll ein Philosoph und Historiker sein, also kein Mann der Praris, und zwischen den Ministern Costa und Machado soll schon eine „gewisse Eifersüchtelei" bestehen. Soll aus den Ruinen neues Leben erblühen, so müßte eine sehr feste Hand Stegreifen, ein lauterer, Unbeirrbarer Wille auch vor den zrößten Anfeindungen und Hetzereien nicht zurückschrecken, jb der liberale Geist einem Lande von so vielen Betrügern und Staatsmarodeuren die Rettung verheißen kann, Darf bestritten werden. Man sagt, der junge König Manuel sei ein willenloses Werkzeug seiner Berater gewesen, habe Vergnügungen den Staatsgeschäften vorgezogen. Es mag ein, daß dies die Revolution gefördert hat. In der Haupt- ache war es aber sicher die erbärmliche Parteiwirtschaft, ne in den wechselnden parlamentarischen Systemen nur eine allgemeine Wetträuberei darstellte, die der Agitation >er Revolutionäre den Erfolg gab. Ob bie neuen Sperren der Lage von besserer Art sind und ob sie sich behaupten können, wird die Zukunft erweisen._____________ Die Einrichtung der Republik in Portugal. der Selbstmord verübte und für den ermoroeten Irren- hausdirettor Bomparda sollen Lei chen f e i er lich ke i- ten auf Staatskosten veranstaltet werden. Die Regierung hat mehrere Offiziere angewiesen, sich im Hauptquartier in .Lissabon einzusinden, unter ihnen Vaconcellos, in Oporto ein Führer der Anhänger Francos. Bisher hat sich feine Bewegung zu Gunsten der rüHeren Regierung bemerkbar gemacht. Alle Maßregeln werden ergriffen, um Ausschreitungen der Bevölkerung und des Heeres zu verhindern. Die Leichen zweier ranzösischer Priester, deren Gebäude von der Bevölkerung angegriffen wurde, wurden nach einer Kirche gebracht. Die Partei 'der biffentierenben Progres- iften löste sich auf, und ihr Fübrer Alpoim erklärte sich iir bie Republik. Auch die Truppen in der Provinz gehen mehr und mehr zu den Republikanern über. Als die Minister von der tatsächlichen Macht Besitz ergriffen hatten, stellten sich saft alle früheren Beamten wieder ein. Die Polizei wurde im Augenblick des Revolutionsausbruches aufgelöst und die Polizeiwachen geplündert. Der Vertteter der „Köln. Ztg." meldet aus Lissabon: Die erste Arbeit der Regierung ist die Herstellung allgemeiner Ordnung; alsdann folgen die Kammerwahlen zur Genehmigung der neuen Versassuna und bie Präsidentenwahl. Als Präsidenten glaube ich den Führer der Alttepublikanischen Partei Dr. Bernardino Machado bezeichnen zu können. Porto und sämtliche portugiesische Städte, soweit bis jetzt Nachrichten von ihnen eingetroffen sind, sollen jubelnd die Verkündigung der Republik begrüßt haben. Die hiesige deutsche Kolonie ist glücklicherweise unversehrt. Die Landverbindung ist mit allen Städten unterbrochen. Das Mbel wurde soeben freige- gegeben. Wie ich höre, wurden die diplomattschen Vertretungen Portugals im Auslande, mit Ausnahme der Ge- andtschast beim Vatikan, bestätigt. Der Führer der aufständischen Truppen und republikanische Abgeordnete Can- bibo Reis verübte Selbstmord, als er im kritischen Moment am Gelingen der Revolution zweifelte. Mit ihm verliert bie Republik den fähigsten Marineoffizier. Der Ausbruch der Revolution war ursprünglich aus Ende November.fest gesetzt. Durch bie Ermordung Bombarbas sowie ben Marschbefehl für die Kreuzer „Don Carlos" und „Admanstor" wurde der Ausbruch der revolutionären Bewegung beschleunigt. Eine Proklamation der provisorischen Regierung. Die provisorische Regierung hat nach dem Pariser „Temps" folgende Proklamatton erlassen: An bas portugiesische Volk! Das Volk, die Armee unb die Marine haben bie Republik proklamiett. Die Dynastie der Braganza, die üblen Wollens und mit Absicht ben sozialen Frieden des Landes gestött hat, ist für immer aus Portugal rerbarmt. Diese großartige Heldentat, dieses denkwürdige Ereignis, das ben Stolz einer kräftigen Rasse versinnbildlicht und die Erlösung der von jeher tapferen Nation bezeichnet, erfüllt das Herz der Patrioten mit Freude und Be- gersterung. Bürger! Der gegenwättige Augenblick ist der Preis und die Belohnung für alle überstandenen Kämpfe. Von allen Schmerzen und Drangsalen, die wir erlitten haben, bleibt nur das eine, daß dieser Tag der Beginn einer Epoche der Ehrlichkeit und unbestechlichen Gerechtigkeit ist. Machen wir aus unserem patriotischen Opfermut ben Grundsatz unseres politischen Programms und aus der Großmut gegen die Besiegten die Grundlage unseres moralischen Programms. Bürger! Nur ein einziges Interesse, das Interesse des Vaterlairdes, soll uns beseelen, und nur ein einziger Wille, der Wille, Großes zu vollbringen, soll uns einigen! Die Republik Der traut auf das Volk, daß es die soziale Ordnung, die Achtung vor der Gerechtigkeit und die Anhänglichkeit an die gemeinsame Sache der Freiheit erhalten hilft. Befestiget in der Liebe und Opferwilligkeit das Werk, das aus der portugiesischen Republik hervvrgehen wird. Der neue Zivilgouvern eur von Lissabon, Eusebiv Leao, hat folgende Proklamation erlassen: An das Volk! Ordnung und Arbeü sind der Wahlspruch des Vaterlandes, das durch die Republik befreit worden ist. Von allen Bürgern Lissabons wird erwartet, daß sie die Ersten sind, um bie öffentliche Ruhe, die Achtung vor Leben und Eigentum der Portugiesen und ebenso der Fremden, welches auch ihre Stellung, ihr Beruf, ihre politische oder religiöse Meinung sein mag, aufrecht zu erhalten. An bie Armee hat der Präsident der Regierung folgende Proklamation gerietet: politische Wochenschau. Gießen, 8. Oktober. Der „Bassermwm-Dag" in Massel wird an tem toeiteren Anwachsen der „roten" Flut nichts ändern, wenn der i nationalliberale Führer auch Bebels Mitteilungen bestätigte nnd die Kampfparole gegen die Umstürzler ausgab. An- „aesichts mancher Verluste wurde zum Sammeln geblasen, und es ist in Her Tat ein Anblick von würdigem Ernst, daß auch bie Erwartung künftiger düsterer Tage nicht vermocht hat, Unfrieden und Meinungsverschiedenheiten unter bie Versammelten zu säen, daß man vielmehr trotz allem zu den ruhigen Aufgaben einer Mittelpartei zurückkehren wird. Herr Bassermann wünscht die Rückkehr des Bülow- Blockes, aber er mvchte sich wohl selber sagen „das Schöne ist doch hin, das kehrt nicht wieder"', und in der Fordes nmg an die Regierung, jetzt endlich Taten sehen zu lassen, liegt bie wahre Avsung. Von blinder Leidenschaft darf sich bie Partei nicht führen lassen, die an des Reiches Einigung unb Festigung so tatkräftig mitgearbeitet hat, und man vernimmt es als eine verständige allgemeine Parole: weder links noch rechts geht der Weg. Selbst bie freisinnige „Weserzeitung" stimmt zu: „Die Nationalliberale Partei hat getan, was ihrem Charakter, ihrem Zustanbe entsprach. Nach vernünftigem Urteil konnte sie gar nicht anders handeln, als in Kafsel geschehen. Sie hat eine große Aufgabe, die natürliche Aufgabe einer Mittelpartei. Wird sie dieser untreu, so erleiden auch wir einen Verlust. Es ist undenkbar, daß die ganze Wählerschaft mitgeht. Wendet sie sich offiziell nach links, so fallen große Scharen in die Arme der Rechten. Marschiert sie nach rechts ab, so schwellen unzweifelhaft die Cadres der Linken an, aber solchem Gewinn der engeren Parteipolitik steht ein schwerer Verlust gegenüber: die Sck)wächung des Gesamtliberalismus. Wir wollen lieber 80 Freisinnige und 100 National- | liberale im Reichstag sehen, «als 100 Freisinnige und 50 Nationalliberale." Natürlich wurde, wir haben darüber berichtet, aus demselben Kager auch Mißbilligung laut. Aber es ist doch zweifellos richtig, daß die erneut verkündete mittlere Stellung der nationalliberalen Partei die positive Arbett in den Parlamenten fördert, vorausgesetzt, daß jetzt die Regierung wirklich bie Notwenbigkeit erk. unt, gleichfalls kräftig mitzuarbeiten. Dann werben bie Konservativen, bie in ihrer Mehrheit im sttllen wohl wünschen, manches Vergangene wäre ungeschehen aeblieben, gegen neue Reformen in der Steuer- und Wahlgesetzgebung lich nicht länger sperren können. Der seit Wochen gefürchtete Riesenausstand in der Metallinbustrie ist vermieden worben durch ein besonnenes Nacl)geben der Arbeitgeber (in der Werftinbustrie. Dort hatte bekanntlich die Bewegung ihren Ausgang genommen, tnbem die Arbeitgeber ihren Gesamtverbanb auf den Kampfplatz entboten und btinrit gedroht hatten, im Falle des Ausstandes der Werftarbeiter sechzig Prozent der Arbeiter in der gesamten Metallindustrie auszusperren. Die Zugeständ- msse der Arbeitgeber sind ziemlich erheblich, so daß sogar der „Vorwärts" die „siegreichen" Arbeiter beglückwünscht. Aus den drei strittigen Gebieten haben die Werftarbeiter Vorteile erlangt: dre Stundenlöhne wurden erhöht, bie Arbeitszeit würbe gekürzt, und enblich ließen bie Arbeitgeber auch ihren Widerstand fallen gegen die geforderte Zusammensetzung der Arbeiterausschüsse. Das überraschende Einlenken ist wohl dem dringenden Bedürfnis der Werften zuzuschreiben, ihre bisher immer unglückliche Geschäftslage zu heben und die Anfänge zu einer besseren Konjunktur auszunützen. Hoffenllich dauert diesmal der Friede länger als nach der letzten friedlichen Abmachung. Der „Vorwärts" hat in seinem großen Siegesartikel bisher noch keine neuen Zukunftsfvrderungen genannt, und bie Arbeiter scheinen eingesehen zu haben, baß ihre ursprünglichen An- spttiche doch etwas zu weit gegangen waren. und Tanz, ab. I tir I ioe do eil Al gt D?er handenen Interessen beruhenden Gemeinschaft. In diesen vier I -° ?rc* m ®”t(eitun9 aus der zusammenfassenden Gedanken beruht die geistige Grundlage aller streich "von Machls V°U ^Q9ner* 4 Tscherkessischer Zapfeneinzelnen Forderungen der FraueTcheweauna Und nur menn hiea s »71 J . m < lebendig empfunden wird, kann die Frauenbewegung als ^atf)D5 blüh? 1 abenbä 7V1 Uhr h W^CUU beC iu”9e 3336111 einer großen inneren Notwendrgkeck gewinnen, die die Frau be-1 «'n n fl r t /*, Verschwender". rechtigt zu sagen: hier stehe ich, ich kann nicht anders n » ?«aS C b § o v e 11 d) en t e br er-® ef ang- ^ic dritte Sifina der Hauptversammlung wurde heute vor- sität«aula^' 9 nac^nuttad 0 111 bcr neuen u,UDer" mittag von Frau Forster eröffnet. Es wpird zunächst beschlossen 1 ' - • die Redezeit auf fünf Minuten zu beschränken Frau Dr. Elisabeth.Altmann-Gottheiner sprach über das ^yema: „Wie erlangen imr das Gemeindewahlrechts Drei .Argumente können, so führte sie aus, zu dessen Gunsten ins Feldi m geführt werden: die zunehmende Tecknahme der Frau an der ^le standesamtlichen Nachrichten aus den matianalen Arbeit, d. h. die Tatsache, daß in Deutschland heute größeren Orten unseres Verbreitungsgebietes werden mehr- - £;neunrln- l -Rrlltoneu grauen im Erwerbsleben stehen, die »fachen Anregungen aus unserem Leserkreis entsvreckend van ÄtTri °6 ie,Dei‘S in -hn-.cher Wcise w.c die auS gemacht worden sind, und endlich die Tatsache, daß ein allerdings ^iel3en Don uns veröffentlicht. Diese Neueinrichtung wird beschrarcktes Frauenwahlrecht in einer großen Anzahl deutscher s^r allgeineines Interesse finden und namentlich für die bneit,ä Die Geschäftswelt, wie auch ür die familiären Beziehungen von ÄÄWÄ ÄÄÄttW iC7 b-stch? d.° Absicht, V-LSchun°gm haben, hat allerdings nach außen hin erfolglos geendet aber die nt)$ roeitec auszubauen. Vo.rlnbeit der Badischen Frauen wird nicht verloren sein Ihre * Erfahrungen werden der deutschen Frauenwelt im weiteren Kampfe ” Z"r Stadtverordnetenwahr. Wegen Stellung- Pkunst, . j»“1 Stadt°ero-dn-t°nw°hl °-ch°nd°It°n her Wel^', sondern das neue Evangelckim- 6 1 1 verein am Donnerstag abend, die Orts- „Die Welt sei ihr Haus!" Dem mütterlichen Einfluß dn Frau 6 bec -oodenreforrner gestern abend sehr eingehend, mich die Welt des öffentlichen Lebens zu erschließen, das betrachtet I Angelegenheit wurde in beiden Vereinigungen streng ver- ®?Äart ^auenbewegung als die Hauptaufgabe der Frau traulich behandelt. Die Beschlüsse sollen am 10. Oktober in Frau Alice Bensheimer sprach über- Die MitarbeitD°m ^lir9crüerein nach dem Einhorn-Hotel einberufenen der Gemeinde". Sie führte ungefähr'folgendes aus- Versammlung erst bekannt gegeben werden. — Auch die hie- Sn gift es Ui der Gemeinde, sich einteilen,' slgen Handwerker-Vereinigungen hielten gestern eine b^Cfann;m^‘fJS «T < ab, bic allerdings Kleinen das Große nicht vergessen. So wie in der Familie da« greisbarcS Ergebnis hatte, da die Handwerker-Vereinig- Beste und Tiefste aus der Herzenkraft der Mutter erwächst f0 unacn nld 'olc^e feinc Mittel für öffentliche Wahlen auf- ÄrSSfö fr bte fre uoch ungenutzte Kraft/die wenden können. Aus diesem Grunde wird die Handwerker- W°hl°°rb-r°itung-n weiter betreten unb in emer feit Vertrauen in die Zukunft unseres Volkes holen sollte. $ f°9 stattfindenden Besprechung über die Aufbringung Zn 146 Städten haben die Frauen Eingang zur städtischen < 1 c unö die Kandidatenbenennung beraten. Besonders gesundeii — eine Zahl, die verschwindend klein ^9^ ^as Bauhandwerk Wert darauf, eine ausgiebige Ver- baß es in Deutschland 526 Städte tretung im Stadtvorstand zu haben 9 9 mck über 10 000 Einwohnern gibt. Es gibt kaum ein t* ru A < x . t|iU* u ou 9«oen. Gebiet, auf dem Frauenart so fruchtbar verwettet werden könnte i,„h nb e?erLQU^ Wttßbiirdermcister Schmidt wre bei der Armen- und Waisenpflege. Wie (eicht wäre es ^^d^s^^erster H o r n tauften von der Stadt den gerade rn der Waisenpflege einen Ausgleich zu schaffen- hier ^elandeblockEcke Bleich- und ^tephaustraße, auf dem fünf Waisenkinder, denen em Stück Elternliebe fehlt, - dort Fraiton, Hieul Wohnhäuser Platz finden, tzum Preise von 20 W M eme Erweiterung ihres Wirkungsgebiets wünschen. Erst ?en Quadratmeter. Dabei wurde sichergestelit, daß die amckckb nprm?nhf ,inbh frCÜ Waisenpflege ehren- ^tadt die ^tephanstraße bis an ben Ei eilbayndamm unler fr“0.- eJlDanbJ'f/)b’d)'0l\ bl.e ^andesgesetze nahezu überall die dem eine 4 Meter breite Unterfbiiruna für den Fußgänger- n ^rbei zulassen, entweder als Helsermneii oder als Mit- verkehr nach der Ebelstraße gevlant ist fortiiihrt war I wur/zu bi?fer ttnie® OÄÄ behorde genehmigt. ' y L. Friedberg, 7. Okt. Der bei einem hiesigen Kauf, mann beschäftigte ältere Gärtner Gutmann stürzte von einem ganz niederen Baum herunter, aber so unglücklich, daß er in das Krankenhaus übergeführt wurde. V i l l i n g e n, 8. Okt. Bei der hier am 7. Oktober vorgenommenen Bürgermeisterwahl wurde Bürger' nieifter Nühl zum zweitenmal wieder gewählt. Wahl- berechtigt waren 246 Wähler und 206 Wähler machten vorr ihrem Wahlrecht Gebrauch. Alle Stimmen vereinigten sich auf den seitherigen Bürgermeister, ein Beweis, wie sehr er sich durch seine gewiffenhaste Amtsführung da§ Vertrauen der Einwohner zu verschaffen gewußt hat. 5. Offenbach, 7. Okt. Eine von der hiesigen Leitung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes als Solidaritätskundgebung zugunsten der Werftarbeiter in der Metall- Industrie auf heute abend in den SaaLbau einberufene, von etwa 1200 Arbeitern besuchte öffentliche Metall- arbeiterverfammlung nahm nach einem Bericht des Bezirksleiters Metz von Frankfurt eine Entschließung an, worin freudig Kenntnis genommen wird von der inzwischen zustande gekommenen Einigung und den von ben Werftarbeitern erzielten Erfolgen und die dLotw endig kett des Ausbaues unb ber Stärkung der wirtschaftlichen und polck ttschen Organisation der Arbeiter betont wird. Ter Versammlung gingen Straßendemonstrationen vor. aus, indem die Metallarbecker sich vor ben größerer Fabriken zu Zügen formierten unb unter Hochrufen aus die Sozialdemokracke unb Absingen bet Arbeiterrnarseillaist nach dem Versammlungslotal marschierten. Ausschreckuw gen kamen nicht vor, zumal bie Polizei die Züge üngehinbett passieren ließ. — 'Der Stabtveror'dnetenwahl- kamps wurde heute abend von ber sozialdemokra« tischen Partei mit einer stark besuchten Versammlung in Bürgel eröffnet. Stabtv. Ulrich suchte bie von der gegenwärtigen bürgerlichen Mehrheck gegen bie frühen sozialbemotrattsche Mehrheit erhobenen Vorwürfe zurück- zmveisen und übte Kritik an ber Tätigkeit ber bürgerlicher Parteten, bie bei Arbeiterforberungen völlig versagten unb denen gegenüber bie Vorwürfe, bie sie in Bezug auf Finanz- Verwaltung ber Sozialbemokratie machten, in noch wett höherem Ptaße berechtigt seien. = RobheIM a. d. Bieber, 8. Okt. Die Besucher der Landes-Odst- und Gartenbau-Ausstellung zu Frankfurt wird es interessieren, daß auf ihr auch Gleiberg unb Vetzberg im Bilde vertreten ist. Der Obst- und Gartenbauverein zu Nodheim a. d. Bieber hat nämlich ein in großem Maßstab ausgeführtes und künstlerisch gestaltetes Bild feines zu den Füßen jener Burgen schon ge» legenen Ortes als wirkungsvollen Hintergrund seiner Obst- ausstellung verwandt. Man ist verwundert, welche schönen und edlen Obstsorten als Erzeugnis des Biebertales sich dem Auge des Besuchers darbieten. Ausland. Aus Prag wirb gemeßen Im Ausschuß bes nationalen Ausgleichsausschusses erklärte ber Statthalter Gras Coubenhove gegenüber einem entsprechenben .Anträge, daß bie Regierung unter keinen Umftänben ber Einführung bes allgemeinen gleichen Wahlrechts für ben Landtag Anstimmen könne. Dagegen könne man bei .Aufrechterhaltung bes Kuriensystems über bie Einführung bes Proportionalwahlrechts sprechen. .Aus Kap stabt wirb gemeldet: General Botha würbe in Losberg in bas BunbesParlament ae- wählt._________________________ ________ 9. Hauptversammlung des Sundes Deutscher^ Lraueuvereine. X Heidelberg, 7. Okt Gießener Strafkammer. )( Gießen, 7. Oktober. Nicht rechtzeitiges Aumelden ftemd:audischer Arbeiter brachte dem Betriebsleiter eines Tonwerks R. G. zu L e i h g e st e r rt einen Strafbefehl über 12 Mk. ein. Nach einer Verordnung des Krersamts soll schon vor dem Eintreffen von ausländischen Av> beitern wegen der Gefahr der Verbreitung von Blattern bezw. der ägyptischen Augenekrankheck, spätestens aber 24 Stunden nach ihrer Ankunft der Ortspolizeibehörde Mitteckung gemacht werden. Am 17. Aprck find bei dem Angellagten 32 galizische Arbeit« eingetroffen, die am 27. noch nicht untersucht waren, weshalb durch bie Gendarmerie Anzeige erfolgte. Der Angeklagte erhob Widerspruch, da er tote sein Chef der Ansicht gewesen sei, bet Impfzwang hätte sich auf 1907 und 1908 beschränkt. Ferner wandte er ein, eine Beftrafung könne nicht eintreten, da die Verordnung nicht ortsüblich publiziert worden sei. Gemäß Art. 78 Ab!. 3 der Kreis und Provinzialordnung erfolgte die Verkün" dlgung m dem Kr-Isblatt. Diese Veröffentlichung ist m-bgebcnd ur da- Jnkraittreten der Verordnung ohne Rücksicht darauf, ob te auch durch die Ortsschelle bekamrt gemacht worden ist. Der Angeklagte legte Berufung ein, indem er vorbrachte, er sei bc* trebt getocfcn, den gesetzlichen Bestimmungen nachzuleben' fein Ghcf habe ihn m der Annahme bestärkt, daß die fragliche Verordnung aufgehoben sei. Auf den Mangel der Rechtsgültigkeit kam er mcht mehr zurück. Die Strafkammer hielt zum mindest« eme fahrlaftige Uebertretung der Verordnung für vorliegend, da cu rv lliAernehmer verpflichtet war, sich über die einschlägig« Bestimmungen zu erkundigen; übrigens rechtfettigte sein Ver» halten die Annahme, daß er die Existenz der Verordnung gekannt hat. .Das Urteck fand deshalb seine Bifftätigung. Die Ergänzung eines Strüwpfebestauds brachte den Dienstknecht A. S. aus Sinsheim wegen Diebstahls unter Anklage. Er stand zu Rendel in Arbeit und stahl im Jkai zwei Paar Strümpfe, die an einem Gartenspalier zum ^rocknen aufgehän,gt waren. Im Juli kroch er durch ein Gefach der scheuer und nahm drei Paare, die ebenfalls zum Trocknen Srar[eiX, ?5 S™ qualifiziert sich als schwerer DrehüM-. luchte sich ba@U zu WffchMig^, daß er sich -ei«, Turnen mit seinen zerrissenen Strümpfen geschämt habe. Der schwere Diebstahl wurde mit der Minimalstrafe von 3 Monaten Gefängnis geahndet, während für den einfachen 6 Tage angesetzt wurden, woraus das Gericht eine Gesamtstrafe von 3. Monaten und 3 Tagen bildete. Storung einer Leichenfeier und Beleidigung hat den Taglöhner A. H. aus Ilbenstadt vor Gericht gebracht. Als am 18. Juni em Nachbar von ihm beerdigt wurde, ließ der Angeklagte während der Einsegnung ver Leiche durch den Geistlichen auf der Straße Ruse ertönen, Die zwar nicht verstanden wurden, aber doch die Feier störten. Er folgte dann dem Leichenzug nach dem Friedhof und stellte sich hinter die Friedhofsmauer. Als der Krieg erverein am Schluß die üblichen Ehrensalven abaab, rief der Angeklagte dazwischen: So ist's recht! Bravo! Thomas lebe hoch!" Als ihn der Polizeidiener auf Veranlassung des Geistlichen zur Ruhe ermahnte, erklärte er, die Polizei habe ihm nichts zu sagen; auch ließ er an ihn die landläufige Einladung ergehen. Der Angeklagte ist ein durch Trunksucht degenerierter Mensch, dessen geistige Minderwertigkeit offensichtlich zutage tritt. Die Störung auf dem Friedhof, die sich als Religionsvergehen darstellt, wurde mit 14 ^agen Gefängnis geahndet; für die Beleidigung des Polizeidleners wurde eine Woche Gefängnis in Ansatz gebracht und für die Störung während der Einsegnung der Leiche, was als grober Unfug auf- aesaßt wurde, erhielt er 3 Tage Haft. Die Gefängnisstrafe wurde auf 18 Tage reduziert und dem Beleidigten die .Publikationsbefugnis zuerkannt. Vergehen gegen das Personeustandsgesetz ist einem Standesbeamten (H. von Rodheim v. d. £>.) zur Last gelegt Er hat eine Eheschließung vollzogen, wobei sich herausstellte, daß die Braut noch minderjährig war. Diese war von unehelicher Geburt und hätte einen Vormund haben sollen, dessen Einwllligung hätte eingeholt werden müssen. Nach seinen Angaben ist ihm ein derartiger Fall noch nicht vorgekommen; er hat geglaubt, es fei wie in den meisten Fällen die Mutter, die sich mit der Verehelichung einverstanden erklärt hat, als Vormünderin bestellt Der Angeklagte kam M einer Geldstrafe von 3 Mark durch. vermischtes. r» Einen sehr gewagten Automobilscherz leistet stch ein reicher Sportsmann, Thio Ballu, und erzielt damit in Paris einen großen Eriolg. Bekanntlich ist seit einiger Zeit Mode geworden, an den Motorwagen, wie an den Schiffen, aber nicht an der Hinter- sondern an der Vorderseite Figuren anzubringen, wobei die seltsamsten Phantasien enthaltet werden. Batlu hat nun vorn an seinem Automobil einen Polizisten anbringen lassen, der dem Polizeivräiekten Lspme sehr ähnlich ist und der durch einen einfachen Mechanismus den bekannten weißen Stab 'schwingt, wenn er an einem .Sorgot' vorüberrast. Tie Pariser Polizisten sind stets in großer Verlegenheit, wenn das Automobil daherkommt, und tragen sich, ob sie grüßen oder Protokoll ausnehmen sollen. Solche Beispiele werden nach Erfahrungen stets in großem Maßstabe befolgt, und so wird man vielleicht bald alle Pariser Berühmtheiten als Schutzheilige der Automobile in Holzschnitzerei bewundern können. Griginal-vrahtinelüungen. Ein Eisenbahnausstand in Frankreich? Paris, 8. Okt. 600 Eisenbahnangestellte hielten gestern abend eine Versammlung ab, in der sie sich verpflichteten, auf das Signal des Streikausschusses sofort die Arbeit niederzulegen. Wenn die Regierung nicht für eine Besserung der Lage eintrete, soll der Ausstand innerhalb der nächsten acht Tage ausbrechen. Die Revolution in Portugal. Lissabon, 8. Okt. Gestern wurde ein Erlaß veröffentlicht, nach dem sämtliche Jesuitenklöster aufgehoben werden. Das Jesuitenklo ft er Quelhas im Eftralloviertel wurde von Artillerie beschossen, weil aus ihm Flintenschüsse gefallen waren, durch die drei Soldaten getötet wurden. Paris, 8. Okt. Magelhaes Lima soll mehreren Berichterstattern erklärt haben, daß die Revolution ein Ergebnis des letzten Republikanischen Kongresses sei, und daß London und Paris unterrichtet gewesen seien. Man habe also unter der moralischen Mitwirkung dieser beiden gehandelt. Diese N^richken werden von den Pariser Blättern entschieden widersprochen. X. Han«u, 8. Okt. (Prrvattelearamm.) Das Be- kleidunasamt für das 18. Armeekorps, für das auch Hanau in Frage kam, wird in Mainz errichtet werden. Madrid, 8. Okt. Ezguerdo, der kürzlich eine politische Reise nach Lissabon unternommen hatte, teilt mit, daß durch die Ermordung Bombardos, das liebere in kommen der pm> giesischen und spanischen Republikaner gestört worden sei, nach dem am 13. Oktober, dem Jahrestag der Hinrichtung Ferrers, in beiden Ländern die Erklärung der Republik in Aussicht genommen gewesen ser. Die provisorische Regierung werde höchstens drei Monate dauern. Der geistliche Unterricht werde sofort aufgehoben. Sparsame Frauen stricket nur Steruwolle! Die Hausfrau entspricht dieser Aufforderung gern, das zeigt die ständig zunehmende Ausdehnung der Sternwollspinnerei Altona-Bahrenfeld. Es dürfte daher von Jntereffe sein zu erfahren, daß sie bereits im Jahre 1651 begründet wurde und das Bestreben, stets nur das Beste herzustellen, schon frühzeitig Ausdruck fand durch Aufnahme des Sternes von Bahrenfeld im Jahre 1709 als Fabrikzeichen. Zur Unlerscheidung der verschiedenen Sternwollqualitäten werden die Anhänge-Eliketten an jedem Strang neben der Gewichtsangabe mit den der Bezeichnung der Qualität entsprechenden farbigen Sternen bedruckt. Als feinste Sternwollen kommen Orangestern und Blaustern in den Handel, als hochfeine Sternwollen Notstern und Violettstern, besteKonsum-Sternwollen sind Grünstern und Braunstern. Zur Verarbeitung auf der Strickmaschine werden diese Sternwollen in besonders geeigneter Ausspinnung und Packung unter der Bezeichnung „Feingarne" geliefert. Die zunehmende Bedeutung des Sporkes aller Art hat die Sternwollspinnerei veranlaßt, für Sportkleidung eine besondere Spezialität „Schneesternwolle" in Attoniaweiß und hübschen Sportsarben in den Handel zu bringen. 5588 OohifeiSe hiinstlerisiiiB möbel! “ mm. sii jrjüh.tiu'M Preisen ka-fen will, verl. kostenfr. Offerte. Besichtig, uns. grossetädt. eingericht. Fabriklagers mit über 80 comnl. Ztmmer-Einricht. sehenswert u. lohnend. Bei gruss. Kauf: Fhhrtverqüt. Lief, fr <>1 Wohnung unter Garantie. Fast überall viele Raferen^en. Conr. Sauer Söhne, Fulda, Möbelfabrik mit Dampfbetrieb. Gegr. 1883. Hof - Möbelfabrik DARMSTADT Telephon 35 Grossh. Hess. 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Geller Der Lehrling, ergreifendes Drama. Wiedergesundeu, ein Roman aus dem Die Kapelle In einem kühlen Grunde . . Ich hört’ ein Vöglein . . . . Mailied, Polnischer Satz Zum Ostend. Sonntag: 08404 Tanz-Musik. Bäcker-Verein,Früh Au? feiert Sonntag de» 9. Oktober in der Turnhalle am Oswaldsgarten sein ===== 84. Stiftungsfest. — ®8 labe‘ em (“”) Der Vorstand. Giessen Direktion: Hermann Stelngoetter. Sonntag den 9. Oktober 1910 . nachmittags 3‘/s Ubr Kleme Preise Kleine Preise Wenn der junge Wein W von Biörnstierne Biörnson. Ende 5l/t Uhr. AbendS 7'/, Ubr UnterMitwirtuna der Kapelle heft bteL9nte8trÄ- 'Kaiser Wilh.Mr.116 Der Verschwender von Ferd. Raimund. Ende gegen Uhr. »e/B Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer, 81 Wetzsteingasse 31. (342 Anmeldungen nimmt der Bor- Ntzende des Vereins, Herr Sekre tär Loh, Grobe Mühlgasse 43, sos. oder zu Beginn des Unterrichts entgegen. Honorar 6 Mark. GabclSberger Stenographen Verein (Sieben E.V. (gegr. 1861) u. Damenverein Gabelsberger ___________Gießen. v*/e Fabrikbesitzer, auch Gewerbetreibende, die ihren Betrieb verkaufen oder durch Zuführung frischer tüchtiger Kräfte m. entspr. Geldmitteln vergröbern wollen, evt. auch die Umwandlung m eine G. m. b. H. ober Aktien- gesellschast rc. unter ihrer Leitung Mitarbeit beabsichtigen, w um Adressenangabe und kurze Darlegung der Verhältnisse gebet u- ^«7« Haafenttein & Vogler A. G^ Vrrlm W. 8. Inhalt: Die Geburt des Prinzen. Der Neugeborene wird seinem Großvater, Fried- tid) L, gezeigt (1712). König Friedrich ernennt seinen Sohn zum Obersten eines Kinder- regiment§. Der Pemz zieht die schönen Künste dem Soldatenstande vor. Der Kronprinz Gefangener in Küstrin (1730). Er durchlebt nochmals die Vorgänge feiner Flucht. Das Kriegsgericht verurteilt Katte zum Tode. Der Tod KatteS. Tod König Friedrich Wilhelm I. Thronbesteigung Friedrich II. Letzte Huldigung. I. Männerchöre: I O Isis und Osiris In der Nacht......... Elfenlocken Kaiser Karl in der Johannisnacht Der fahrende Scolar Rätsel ) c„„„ Spiellied } Satz von Innsbruck, ich muss dich lassen. Satz von......... Das Ringlein sprang entzwei . . Minnelied.......... Ich lehne mein Haupt Schlaf, Kindlein. Satz von . . . Am Rheine ist Leben...... aktuell. So ein Ochse, zum Tränenlachen. Hans im Klnematograph, zum Totlachen. mit HauS in aufblühendem Städtchen OberbessenS zu günst. Beding., vorger. Alters wegen, zu verpacht, oder zu verk. Erfordert 30000 Mk. bei zirka 10000 Mk Anzahlg. Schriftl. Angebote untei 5593 an den Gießener Anzeiger Kinematograph «ahtth-sstratze 54. Bahnlosstraße 54 Nur 3 Tage: Samstag, Sonnta» und Montag: Äm Sonntag dem S. Oktober im großen Saale Militär - Ttonzert ousgeführt von der hiesigen Regiments. Kapelle unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Löber. (Eintritt inkl. Mettsteuer 45 Pfg. Anfang 4-/, Nbr. 10. 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Feinste Tafel Hafermaft Gänie, In Friedenszeiten. ge^^,p^t,7-101^^‘b.,lä^Vb.50^a^f^ m ®an5^0UCI; Daß Flätenkonzert. Friedrich der Große vers.p.Poftnachn. Panzer, Schillel- ^'ttwoch Nachmittag (»Was macht Ihr da, geht in die Schule". AiisiilmWer Vtmil iveibl. MWM -es Vmills jir Frsiieilstmmrtcht. Drucksachen allpr Art lAie,ert in jeder — । Ullül Ml [ Ausstattung stilrein u.preiswert — die BrühJ’scbe Univ.-Druckerel aifltc Hcöttijflii6ta|d)e auf dem Markt verloren. Gegen Belohnung abzugeben auf dem Poltzeiaml. 5^24 "Mäbd>köun.Weiß.u.Masch.-Näb. gr.erl. Seltersw.39, E. Goethestr. __(08469) Mailied, Polnischer Satz von . Winkelhake Die schöne Schäferin. Satz von Spangenberg —---——...... Aitennoier 08437) Fräulein empfiehlt sich im vcrrekten Kostüm- und Kleider- machen sowie in Kinder Au Lügen.Weitergasse 7. Unterricht in Mathematik wird erteilt für alle Klassen. Schriftl. Anfragen unter 08439 an bett Gießener Anzeiger. GIESSEN, Marktpl. 18 Reinigung von Damen, Herren- u. 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