160. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 55 Giehener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Tberhessen Sie „Siegener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchenllich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlid) zweimal. Montag 7. März 1010 Notationsdruck und Verlag der Drühl'schen UnwersttätS - Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^Sl12. Tel.-Adro AnzeigerLießen. AbkSmmttnge deutschen Stammes als hörige der Neger! in beispiellos trauriges und beschämendes Blatt in Set Geschichte deutscher Auswanderung bildet die Entwicklung der deutschen Ansiedlung Scawr'otown aus Jamaica. Als im Jahre 1838 durch einen Beschluß des englischen Parlaments die 3fia^ oerei in allen britischen Kolonien ausgehoben wurde, suchten oic Pslanzer Jamaicas Arbeiterersatz in Europa, da der ireü gewordene Neger für die Arbeit in den Zucker- und Kassee- vlantagen nicht mehr zu haben war. Einem gewissenlosen Agenten gelang es, durch betrügerische Versprechungen 100 deutsche katho- tische Familien teils uom Niederrhein, teils aus Franken und dem Nhöugebirge zur Auswanderung nach Jamaica zu bewegen. Tie Auswanderer waren meist Bauern, zum Teil auch Handwerker. Das ihnen zur Andsiedlung angewiesene Land in dem mittleren Hochland der Insel erwies sich für jede Art von Bebauung fast unbrauchbar. Infolgedessen kehrten die Bemittelten nach Teutschlaiid zurück oder gingen, nach den Südstaaten der Aordamerikanischen Union. Ter größere Teil war durch seine Mittellosigkeit zum Bleiben gezwungen. Tie Kolonie geriet bald in Vergessenheit, in der Heimat galten die Auswanderer als verschollen. IfetD doch besteht sie heute rwch. Freilich haben die Bewohner von Seasordtown die Sprache des Mutterlandes längst vergessen und an ihrer Statt das Pidgin-Englisch der Jamaica-Neger (!) angenommen, und die meisten Namen sind nach dem Englischen hin verballhornt sSchwingmann in Swingman, s.leinhans in Elinance, Riehmann in Riman nsw.). Aber andere Namen wie Großkops, Schleiger, Sauerland sind unverändert geblieben und manche deutsche Sitten und Sagen leben unter den Leuten noch fort. Tie für jedes deutsche Gefühl und nicht zum wenigsten für den deutschen Rassenstolz geradezu be- idämenbe Trostlosigkeit ihrer Lage schildert der jetzige Missionar dieser Kolonie, P. Termott, wie die Mitteilungen des Vereins !ür das Teutschtum im Ausland berichten, im „Buffalo Volks- rreunb" mit folgenden Worten: „Tie Leute leben in tiefster Armut: ihre ganze Habe besteht in einer armen Strohhütte mit ein paar Fuß Laubes darum, gänzlich ungenügend zum Unterhalt. Ta es in diesem abgelegenen Landesteile feine Fabriken gibt und nach Handwerkern keine Nachfrage besteht, so sind die Armen gezwungen, sich von den schwarzen Grundbesitzern einige Acker Land zu pachten oder bei ihnen Feldarbeit zu tun. Leute deutschen Blutes in demütiger Abhängigkeit vom Schwarzen! Mein Herz blutet, wenn ich sehen muß, wie diese kleinen deutschen Knaben mit ihren blauen, blanken Augen, mit ihrem Flachshaar und ihrer weißen Haut vor einem kohlschwarzen Landbesitzer in Unterwürfigkeit den Hut ziehen und ihn Massa anreden. Viele von diesen Kindern sind wahre Prachtkerle, und es ist herzzerreißend, zu sehen, wie diese prächtigen Jungen und Mädchen die Sprache und die Manieren der Neger annehmen." Ta in ganz Jamaica auf 600 000 Neger und 150 000 Mischlinge höchstens 2000 Weiße kommen, so müssen die Mädchen dieser deu>scheu Kolonie die Stellung inner Magd in Negerin m i l i e n onnehmen, wo sie keineswegs gut behandelt werden und vielfach widerwärtige Nachstellungen erfahren müssen. Trotz- M-nt bestätigt der Pater Termott ausdrücklich, daß inmitten einer Atmosphäre von schwärzester Sittenlosigkeit diese deutsche» ^Mäd- d en sich die alte deutsche Sittenreinheit bewahrt hätten. Sogar der Torfschulmeister, Organist und Vorsänger in der Kirche dieser deutschen §ente ist ein Neger! Pater Termott hat den verständigen Plan gefaßt, eine Hausindustrie zu gründen, in der die deutschen Knaben und Mädchen durch Anfertigung von Pa- namahüten guten Verdienst finden werden, der sie von den Schwarzen unabhängig machen soll. Ter Earitas-Verband für das katholische Teut'chland beabsichtigt, sich dieser verirrten und verlassenen Kinder des deutschen Volkes anzunehmen und hat sich deswegen mit dem Verein für das Teutschtum im Ausland in Verbindung gesetzt. TaS Notwendigste wäre, den Armen neben der wirtschaftlichen Unabhängigkeit eine deutsche, schule, zu schaffen. Hierzu sollte jeder mithelfeii! Tie Tatsache, da» in einer Zeit, wo das Teutsche Reich und Volk in größter Blüte stehen, deutsche Stamiuesgeuossen wirtschaftlich, hiltureu und sprachlich in Negerhörigkeit seufzen, ist geradezu eine Schande für den deutschen Namen. ICUiaics ZerriUeton. — Schützt deutsche Ortsnamen! Man wird es keinem Deutschen verargen, wenn er in fremdsprachlicher Unterhaltung von Capetowii, New York, Milano redet und London und Edinburgh englisch ausspricht: in deutsch geführter Unterhaltung haben wir aber zum mindesten das Recht, das fremde Lprach- cigentum dem Geiste uns erer Sprache anzupassen: da reden wir von Neuyork und Kapstadt, da huldigen wir, mit Mailand Dein schöpferisch tätigen Sprachgeiste unserer Vorfahren, da sprechen wir London und Ediichurg jo aus, als ob es Deutsche Wörter wären Handelt es sich aber um Orte, in denen unsere Mutter- i brache jahrhundertelang geherrscht hat, tntb denen jetzt Gew.cht- ! aber den deutschen Namen raub u wollen, so ist cs untere Pflicht, lies wertvolle Stück unserer Muttersprache zu schützen. Jetzt, wo tie Madjaren planmäßig alle deutschen Ortsnamen Unga ns unter- i-rüden wollen, muß jeder Deutsche, dem seine Sprache lieb ist, diese Kamen scküpen. Schriftsteller, Lehrer, Wanderer und Kaufleute müssen in Wort und Schrift die über 60Q Jahre alten denn eben. Lrtsbezeichiiuugen bevorzugen,,wie z. B.: Herinannstadt, Klau- i'enhrrg, Schaßburg und Kronstadt, Preßburg, Oedenburg, Raab und. Gran, Leutschau und Kasckjau, Ofenpest und Ltuhlweißen- l-urg. - Oder wollen wir durch stumpfe Gleichgültigkeit mit dazu beitragen, daß die vielen deutschen Ortsnamen Ungarns untergehen, die so bescheiden und dock; so anschaulich von der größten deutschen Tat des Mittelalters, der Besiedlung des Ostens, erzählen? Wir iiollen uns nicht einmischen in die politischen Kämpfe dieses Landes, aber o i e f e O r t s n a m c n s i n d u n s e r E i g c n t u m , niijer deutsches Sprachgut, und das wollen wir uns nicht rauben lassen. — ' Auch in der Westschweiz gilt es allen Besitz zu verleid igen. Wenn schweizerische Behörden amtlich öfter von Jferten reden, wollen auch wir diese Stätte der Wirksamkeit des großen deutschen Erziehers Pestalozzi deutsch bezeichnen, und Neuenburg, das früher zu Preußen gehörte, in dem 3 o ber Bevölkerung Deutsche find, und das auch in Abteilungen wie „Neuenburger eec", „Neucnburgische Verfassung" lebt, muß'jeder Deutsche dem Neu- ckäfel porziahen. Unter allen Umständen müssen wir aber deutschen Orten beufia-e Namen geben: und so gibt es für uns nur Biel und Murten, nicht aber Vienna und Moral. — Wer sich genauer über diese Frage unterrichten will, laste sich von Dir. Lindsttöm in Hannover kostenlos das Verzeichnis deutscher Ortsnamen in Oesterreich senden und von Tb. Schröters Verlag in Leipzig für — Ein B n d d h i st e n l l o st e r in Europa. Das erste Kloster, m bem aus europäischem Boden die Bewunderer und Ver- chrer allindischer Lebensiveishett abseits von dem lärmenden Treiben ber Welt ihr irdisches Leben verbringen können, ist im Entstehen. In Paz in Tirol, so wird im Eoenobium milgeteilt, >u einem beicheidenen Häuschen inmitten eines stillen schattigen Waldes weilt seit einiger Zeit der buddhistische Mönch Bhikthn Ayanalileka, der nach Europa gekommen ist mit der Absicht, den europäischen Buddhisten eine Heimstätte zu schaffen. Ein junger Ein ReichLbesteuerungrgesetz. O» Berlin, 5. März. DerEntwuri eines Reichsbesteuerungsgesetzes, ber dem Reichstage zugegangen ist, bestimmt: Tas Reich ist verpflichtet, die in einem Bundesstaat, einer Gemeinde oder einem wetteren Komnumatverbande iür die Benutzung der im öffentlichen Interesse unterhaltenen Veranstaltungen und für einzelne Handlungen der Amtsorgane allgemein jest- gcsetzlen Gebühren (Benutzungs- und Verwattungsgebühren) zu zahlen, sofern ihm nicht ein besonderer Rechtstttel aus Gebühren- sreiheit zusteht. Entsprechendes gilt hinsichtlich der Beiträge, welche behilis Deckung der Kosten für Herstellung und Unterhaltung ber durch das öffentliche Interesse erforderten Veraiistattmigen von denjenigen Grundeigentümern erhoben werden, denen hierdurch besondere wirljchaitliche Vorteile erwachsen, auch hinsichtlich der Straßenbaubeiträge. Tas Reich genießt Freiheit von allen zur Hebung gelangenden Staatssleuern nut Ausnahme der Abgaben von Malz und Bier. Von Geineiliden und iveitereti Kommunal- verdändcn kann das Reich lediglich, und zivar nur in demselben Umfange wie ber einzelne Bundesstaat, zu Realsteuern vom Grundbesitz und zu indirekten Steuern, die an' den Erwerb oder die Veraiitzerung von Grundstücken und von Rechten gelegt werden, für welche die auf Grundstücke bezüglichen Vorichnften gelten, sowie zu Abgaben von Malz und Bier herangezogen werden. Tie Verpftichlung der ottioiberechtigten Gemeinden in Elsaß-Lothringen zur Errichtung von Lltcoivergutmigsgeldern wird aufgehoben. Euck Gemeinde, welche infolge eines in ihr oder in einer nahegelegenen Gemeinde aus Reichsmitteln unterhaltenen fabrikmäßigen oder sabrtkähnlichen ReichsbetnebS Ausgaben erivachjen, ist berechtigt, vom Reiche einen Zuschuß zu ihren Ausgaben zu verlangen, so'ern die in der Gemeinde wohneiiden und in den Betrieben be- schästigten Arbeiter und Angestellten mit, einem Dlenstemkommen von nicht mehr alS 200U All. liebst ihren Haushallmigsangehörigen am Anfang deS Rechnungsjahres mehr als lu Proz. der Zivilbevölkerung der Genieinde ausmachen. Zur Ermittelung ber Höhe bes Zuschusses wird fefigefiellt, wie viel an fortdauernden allgemeinen Verwattuiigstosten, Volksfchul- und Armenlasten m den letzten fünf Jahren durchschnittlich ainzubringen geivesen sind. Von dieser Summe wird das Ameil verrechnet und die von den bezeichneten Personen gezahlten direkten Gemeindesteuern m Abzug gebracht- Vou der hieraus sich ergebenden eimune berechnet sich der zu zahlende Zuschuß auf li0 Proz., wenn die staatlichen Arbeiter 1J bis 2U Proz. der Gesamtbevölkerung aiisinacheu, aus du Ptoz. bei 20, bis 4u Proz. der Bevolterung, auf 7U Proz. bei 4U bis 60 Proz. der Bevötterung, auf Uu Proz bet mehr als uO Proz. der Bevölkerung. Tie elsaß-iothringijchen Gemeinden, welche Siattonen ober Werkstätten der Reichseiienbahnen besitzen, werden ebenfalls entschädigt. Tas Gesetz soll am 1. April 1910 in Kraft treten. Der Zusammenschluß der tinkslibcralen Parteien. 4- Berlin, 5. März. Als Präludium zu dem für morgen geplanten Zusammenschluß der Deutschen Voltspartei, der Freisinnigen Volkspartei, und der Freisinnigen Vereinigung fanden heute hier die Parteitage der beiden freisinnigen Parteien statt, nachdem Die Deutsche Voltspartei bereits vor zwei Wochen anr ihrem letzten Parteitage die Zustimmung zu dem Einigungsgedanten gegeben hatte. Wie immer war der Parteitag der Freis innigen Vottspartei nicht öft'enrlich, irährenü die Freisinnige Vereinigung im Parlettsaale des „Rheingold" in voller Oeffentlichfeit zu ihrer letzten Tagung 'Uiammentrat. Schon vor Beginn dec Sitzung verteilte Fraulein Marta Z ie tz 'Hamburg) einen Antrag der am Freitag versammelt gerne,enen „weiblichen Delegierten für die Parteitage der Freisinnigen Botts Partei und der Freisinnigen Vereinigung". In dem Anttage wird verlangt, daß m das Parteiprogramm der neu. zu bildenden großen Partei die Forderung aufgenommen werde, bas altice und passive T.ahlrecht für die Kommunalwahlen, für die Wahlen zu den Einzeilmtotagen und iin Reiche den Frauen zu verleihen. Reichstagsabgeordnetcr Schrader hielt eine Eröffnungsrede. Der Redner gab einen Rückblick aus die Entwickelung der Freisinnigen Vereinigung und schloß: Wir stehen heute vor der Frage, nicht ob wir diesen oder jenen Punkt annelymen oder avlehnen wollen, sondern ob wir das Ganze annehmen oder ablehnen wollen. Holländer imd ein junger Deutscher siud bereits bei dein buddhistischen Mönche eingelroffen. Sieben deutsche Buddhisten haben sich zusaminengelan, um Bhikkhu 9lyanatileka durch eine (lerne Reiile Die Aiögllchkett zum Leben zu schaffen. Ein zweiter Mönch aus Rangoon ist kürzlich angefommeii und die vier Buddhisten bilden die ersten Insassen des neuen Klosters, dessen Pläne bereits von einem Breslauer Architekten entworfen sind. Jin Walde sollen eine Anzahl kleiner, einsamer Hutten errichtet werden. Nyanatt- leta hat sich seit Jahren der Arbeit gewidmet, die buddhistischen Texte zu erläutern und m europäische Sprachen zu übertragen. — Das Opernhaus der Kinder. Aus Newhork wird berichtet: Ein großzügiger Plan, der den Genuß von Opcritvor- flellitngen der amcrilaustchm Jugend umsonst oder zu ganz niedrigen Eintrittspreisen zugättglift machen will, ist von dem Newyorler Theateragenten Abonis i-rtiggestellt und beschäftigt gegenwärtig Die Ktewyorker Stadtbehörde. Wenn die Stadt dem Unternehmen einen Bauplatz im Zen trat pari kostenlos einräumt, soll hier ein Opernhaus errichtet werden, das Freivorstellungen für die Jugend Vorsicht. Zugleich werden der Stadt Newhort wöchentlich 5000 Billetts zur Verteilung au die unsren Beamten, die städtischen Arbeiter und die Armen zur Verfügung gestellt. Das neue Opernhaus soll 5000 Personen fassen. Ter ganze Opernbestand der amerikanischen Bühne, wie Carmen, Faust, Troubadour und Rigo- letto, sollen auf diese Weise der Jugend und den Minderbemiltelteu geboten werden. — Marine-Akademien in EA)ina. Chma besitzt zurzeit vier Schulen zur Heranbildung vou Seeoffizieren. Tie erste wurde, ivie die „Sfmgtauer 91. Dl." berichten, n^ Futschou errichtet und stand unter der Leftung des Admirals Tracy; aus dieser Schule gingen die Persönlichkeiten hervor, die jetzt bei der Flotten- reform eine hervorragende Rolle spielen. Als zweite Alarineschule ivurde das Kolleg in Tientsin errichiet; daraus sollen vorzugsweije die Osfiziere für das Peyang-Geschwader ergänzt werden. Später ivurde die Akademie in Nanking gebaut zur Ergänzung der Oisi- jiere für das Nanyang-Gejchwader. Tie modernste Alanneschule besitzt Tschiiu: sie wurde vor etwa sechs Jahren^ von dem bekannten Admiral Sah Tschen ping errichtet. Tic Schule ivar ursprünglich zur Ausnahme von 6u Zöglingen geöaclit. Ta der Andrang von Schulern eui großer war, mußte der Gebäiidelomplex bedeutend vergrößert werden. Im '2lpril 19u8 ivar der Umbau iertiggeftefit und konnte von zweihundert Kadetten bezogen werben. Mit Ausnahme eines europäischen Lehrers (H. Bassett- ist ber Lehrkörper chinesisch. , k.-k. Heber eine interessante Zimmerpflanze berichtet G. Heick im „Kosmos". Die Mimose oder schamhafte Sinnpstanze (Mimosa pudicai findet in neuerer Zeit wachsendes Interesse, nachdem die rechten Blumenfreunde sich mehr unb mehr mit den biologischen Eigenschaften iljrer Pfleglinge befassen gelernt haben. „Rühr' mich nicht an!" Dieser Name Der Pflanze bezeichnet ihre Eigenart. Bei der geringsten Berührung oder Erschütterung legen sich die Fieberblättchen zusammen, und die Blatt- Wir werden bann anberiettd Diejenigen Maßnahmen zu treffen haben, die nötig find, um die Ueberführung unserer Partei in die gemeinsame Pcwtei vollziehen zu können. (Beifall.- Ter Generalsekretär Wein Hausen erstattete sodann den Organisationsbericht, indem er zugleich einen Ucberblirf über das letzte Gesckfilstsjahr gab. Reichstagsabgeordneter Mommsen verbreitete sich über die „Linksliberale Einigung". Die Frakiftmsgemeiiischaft habe sich nach außen als geschlossene Partei sehr gut bewährt. Sie habe die Probe bestanden in Der Rolle als Regierungspartei, Die man aller- Dings nicht gewollt habe, und ebensogut in der Rolle der Oppositionspartei. Tie Perfonenfrage müsse man heute ausscheidrn. Tas müsse Sack-e des neuen Ausschusses fein. Heute gelt • es nur Die Watt per Leute, die von der Partei in Den gcsckfiiftssührendeN Ausschuß hineinkommen sollen, zu Denen D-as Vertrauen gehegt werden müsse. Daß sie Alannes genug sein werden, auch die Pcr- fonenfragc in einer Weise zu regeln, bat Partei und Liberalismus feinen Schaden er leiden werden. Hieraus berickstete Der Reichstagsabgcordnele N a u m a n n über „N amen und Programm Der neuen Partei". Man stehe zwar heute noch mit gebundenen Händen la und habe das Programm als Ganzes anzunehmen oder abzul.hiien, ireint Der Zusammenschluß, überhaupt zustande iommcn falle, geradeso wie Die übrigen Parteien des Freisinns. Ucbrigens sei Der Name nicht „Sckiall und Rauch", sondern hier ein sehr wichtig er Faktor. Ter Redner bespricht eingel-end Die verschieben en aufgetauchten Namen und betont. Daß. man an ber Bezeichnung: „Fortschrittliche Volks" partei" festhalten wolle. Naumann erläuterte dann Das hinlänglich velannte Programm und streifte Dabei and; Die Forderung des Wahlrechts für die Frauen. Ucber alle Programme hinaus liege aber jene Energie, Die Dafür eintrete, Daß erst einmal für die Männer ein anständiges Wahlrecht geschaffen werde. .Lebhafter Beifall.) An letzter Stelle berickstete Professor Tr. v. L i s z i über die „Organisation der neuen Partei". Er beDauerlc vor allem, bic notwendig gewordene Üluftösung des Generaiietretariats. Tie Entschließung betr. das Fraucnwahlreckst, iüirD auf sßov schlag von Fräulein Tr. Bäumer in folgender Fassung angenommen : . „Tie delegierttm Der Freisinnigen Bereinigung erklären nach wie vor, an Der Grundlage der politischen Gicichberechttgung der Frauen festhcckten und diese Grundlage auch ferner vertreten zu wollen." Es folgen Wal. len. Für Den geschästsführenden Ausschuß der GesamtMrtei werden genrnh'lt: Die Abgeordneten Mommsen, G o t h e i n , v. Liszt, Naumann itnb P a üj nicke. Der erstgenannte als stellvertretender Voriitzenber ber Gesamtpartei. In ccn großen Ausschuß der Gesamtpartei werden 18 Delegierte und 18 Stellvertreter aus Den verschiedensten Teilen Deutschlands gewählt, Darunter der Abgeordnete Schrater -um stellvernetenden Vorsitzenden des großen .Ausschusses. Hieraus gelangt unter anhaltendem Beifal 1 das Programmund das Organisationsstatut einstim-- mig zur Annahme. Der Bors inende Sckrader erklärte darauf Den fetzten Parteitag für geschlossen. 4- Berlin, 6. März. Unter zahlreicher Beteiligung von Alitgliedern her Drei linksliberalen Parteien und in Anwesenheit fast aller freisinnigen und demotcalifchen Reichs- und Landtagsabgeordneten wurde heute im Wintergarten des Zenttalrheaters der Zusammenschluß der Freisinnigen Volkspartei, der Freifinnigen Vereinigung und der Deutschen Volkspariei zu Der „FortschrittlicheN Volkspartei" beschlossen. Tic Versammlung stellte zugleich den Ersten Parteitag Der neuen Partei dar. Abgeordneter F u n ck iFrankfurt a. M begrüßte bic Erschienenen und betonte die Notwendigkeit, daß Die liberalen Parteien sich endlich zusammenschließen müßten, wenn sie auf politischem Gebiete etwas ^reichen wollten. Freilich werde Dabei von jeder Seite einige Selbstverleugnung geübt werden müssen. Hoffentlich werde Die neue Partei das Vertrauen rechtfer.^geth,. das man ihr entgegenbringe, iBeifall.) Reichstagsabg. Tr. Müller- sDc c i it i n g c n warf einen Rückblick aus die bisherigen Einigungsbestrebungen. Ein starres Parteiprogramm sei nicht nötig, man werde sich nach der politischen Lage zu richten haben. Es sei. gegenwärtig eine schwere Zeit für den Liberalismus, ber von rechts und links bo- IUXL-IMBmW 11 MH MMHBMBWMVWSMEBS IIM'IIItl"!« II ■UMta—MMBWW gHM» stiele unten herab, so daß Die Pflanze plötzlich wie abgesiorvLuj aussieht. Man taiut leicht Vorsteven, Dai uu.Ciiigewei.hte Personen beim Berühren der Pflanze ersck-reckt zurückiahrcu, fobalt) 1 ie die plötzliche merkwürdige Umruaiu'lung bemerken. Hieraus können wir auch einen Grund für das b/Usammenziehen Der Blätter oeim Berühren ableiten: die Pflanze schützt sieh vor Wildsraß; ccnn Die Tiere werden erschreckt zurücttveici en, wenn Die Blätter beim Berühren plötzlich gleich lebendigen Wesen zurüäwcichen. Auch bei Regen und Sturm und bei Eintritt der Dunkelheit ziehen sich die Blätter zusammen. Diese Schlafstellung, Die sich noch bei vielen andern Pflanzen imbet, soll bas Aus strahlen! ber Wärme verhindern, wahrend Der Sturm feine Fläche zu einem Angriff findet. Neben dieser Eigentümlichfeii ist es aber auch das zierliche Aeußere, das ten Blumensreuna oeianlaßt/ Der Mimose einen Päap am Fenster anzuneeisen. Tie zart geloderten/Blätter wirken zwischen anber-3 gei'taiteien Pflanzen be- fonders schmückend. Tie Mimose wird oft mit den fast gfeich- belauoten Zimmerakazien vcrwcck-sett, denen man meist den gleichen Namen beilegt. Tie echte Mimose oder schamlos! Sinnpftanze läßt sich sehr gut im Zimmer aus Samen ziehen, der im zeitigen Fcuhjahi in kleine Töpfe ausgesät wird, Die man mit Glas bedeckt und warm stellt Bald zeigen fick b:-._ jungen Pflänzchen und schon, wenn sick) bic ersten Blättchen entwickelt haben, tarnt nun ihre seltene Eigenschaft beobachten. Xie Mst- nuojen genannten schönen golDgeiben Blütenzweigc. int zeitigen Frühjahr ein reger Handel getrieben/m ita'mhit-n. aus Italien und anderen MittelmeLrlänbern und sind von der Acacia Paradoxa gevilückt. Sie eignen iid1 prächtig ;ur Fül--' lung von Vasen. Auch Acacia flonbunda bringt herrliche ttchp- gelbc Blütenzweige hervor. Ein sehr schönes itahlgraues Lauü besitzt Die gleichfalls Mimose genannte Acacia cultriftrmis; cs wird in Den Blumengeschäften für feinere Binderei viel g.b/aucht und ebenfalls aus Italien bezogen. Alle diese und noch aitdere Arten, wie latirolia, linearis, relinaides, ttinewis uiw. tonnen auch in Töpsen gezogen werben. Besonders zur Zimmerkultuv •eignen sich: i’lcncio lophanta mit zierlickner, Der richtigen Mimose ähnlichen Belattbmtg und Acacia Paradoxa und ftoribunda mit gelben Blüten. Die zuletzt genaiinfeu Arten können im Lornnter auch im Freien Aufttcliung finden. Der Larnert der Aützien ist sehr hart: er bedarf daher längerer Zeit zum Keimen. Um dieses zu beschleunigen, kamt man die feste Schale Der Samen, leicht etwas anseilen unD Dann vor Der Aussaat einig Zett in lauwarmem Wasser quellen lassen. 3m übrigen empfiehlt sich dieselbe Behandlung wie bei Mimosa pudicn. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft Ter neunte Kongreß der Deutschen Gesellschaft für orthopädische Chirurgie findet am Dienstag, 29. März, im Langenbeckhause zu Berlin unter dem Vorsitze von öernt Professor Dr. Joachrrnsthal statt. droht werde. Mtt den National-liberalen wollen wir gute Beziehungen unterhalten. Wir wollen kämpfen gegen die gottgewollten Abhängigkeiten, gegen Ritter und Heilige, een die verknöcherte Bureaukrarie, die eine Karikatur auf die deutsche Gründlichkeit bedeutet. Ter erste Vorsitzende der neuen Partei, Reichs- tagsabg. Tr. Wien? er, rührt darauf aus: Wir wollen, das; Reich -nid 2taat so auSgcstaltet werden, daß die Bürger sich darin wohlsübleu können. Tarum wollen wir verhindern, daß der Staat seine Macht nur zum Wohle einzelner Klassen ver- wendet. Wir wollen ferner ,yu der äußeren Einheit auch die. innere. Tflnint fort mit dem Klasieuhaß und Raisenhaß. dcicht Sucht nach Herrschaft treibt den Liberalismus, smtdern ethische Mo- .mente. Bon unser» Gegnern können wir lernen, daß Einigkeit stark macht. Ruch bei entgegenstehendcr Meinung muß man sich bcm Mehrheitsbeschluß unterordnen, um den Erfolg zu verbürgen. Wenn die Zeiten auch trübe sind, so muß dem Regen doch der) Sonnenschein folgen. . . Reichstagsabg. v. Payer weist darauf hin, daß die Einigung dazu dienen werde, die Scheidung zwischen norddeutschem und süddeutschem Liberalismus zu vermischen. Berechtigte Eigentümlichkeiten werden dabei immer bestehen bleiben können. Tie Wahl- rechtsfragc ist eine deutsche Frage, denn ganz Deutschland leidet unter dem gegenwärtigen preußischen Wahlrecht. Solange die Wahlrechtsfrage nicht gelöst ist, ist keine gcpeihlicbe Entwicklung Tür Teutschland möglich. Ter Wahlrechtskampf wird und mutz weitergeführt werden. Wir werden den Kampf jetzt gemeinsam führen, reich an Hoffnungen und mit zielbewußtcm Willen. Es kamen noch eine ganze Reihe von Rednern aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands zu Wort, _bic sämtlich ihre Zustimmung und ihre Freude über das Zustandekommen der Einigung zum Ausdruck brachten. Ter Vorsitzende Abg. Funck teilt noch mit, daß der ge- s ch ä f t s führende A u s s ch u ß der neuen Partei aus den Abgeordneten Easfel, Vlell, Fischbeck, Gvßling, Kämpf, Kopsch, Tr. Miller-Meiningen, Träger, Wienrer, Gothcin, Liszt, Mommsen, Naumann, Haußmann, Hummel und Pachnicke besteht. Ter Vorsitzende schloß darauf den Parteitag mit einem Hoch auf die Fortschrittliche Volkspart ei. Wie wir ergänzend einem Bericht der „Franks. Ztg." noch entnehmen, hat für die Gießener freisinnige Organisation Justizrat M e tz die Zustimmung zu dem Zusammenschluß ausgedrückt. Rach der Schließung des Parteitages sand am Sonntag noch ein Festmahl start, wobei u. a. die Abgg. Haußmann und N a n in a n n Trinksprüche ausbrachten. Auch in diesen Ansprachen spielte das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht eine Rolle. Heer nnd Flotte. — Ein anderer Kurs? Tie schon gemeldete Verfügung des Militärkabinetts, wonach jeder Truppenteil je einen dienstlich und moralisch besonders gut qualifizierten bürgerlichen Offizier zur Versetzung in die Garde Vorschlägen -ollte, ist noch weit umfassender gehalten gewesen als bisher bekannt. Nach einer besonderen Mitteilung von unterrichteter Seite — an die „Mil.-pol. Korrespondenz" — sind im Januar d. I. die Regiments- und selbständigen Bataillonskommandeure ausgesordert worden, bis zum 22. Februar alle bürgerlichen Offiziere ihres Befehlsbereiches, die den Voraussetzungen der Garde-Qualifikation entsprechen, dem Kabinett namhaft zu machen. Zum 22. März, dem Geburtstage des alten Kaisers, ist anscheinend eine Massen- versetzung von bürgerlichen Herren in das Gardekorps — vom Berliner .Armeewitz bereits „Pairsschub" getauft — geplant worden. — Tas A r mee vcror dnun g s blatt'veröffcntlicht eine lllübinetts-Ördre vom 23. Februar, welch' im Vertrauen auf die bewährte Zuverlässigkeit uiw Pflichttreue der Unteroffiziere bestimmt, daß die Vorschriften, nach denen alle Mannschaften zu einer bestimmten Abeudstnnbc in die Kaserne oder ins Quartier z n rückgekehrt sein müssen, auf Unteroffiziere mit Offizierscharakter nm> Sergeanten ferne Anwendung finden; alle übrigen Unteroffiziere dürfen ohne Urlaub bis Mitternacht außerhalb der Kaserne oder der Quartiere bleiben. Ferner werden die Untervffi ziere der Fusttruppen vom Tragen des Gepäcks befreit bei allen Friedensiwungen und Märschen mit Ausnahme solcher, die aus Rüchichten der Ilnterkimst die Mitnahme des Geväcks bedingen, oder bei chenen für Offiziere das Tragen der Tornister oorgcschrieben ist. Tas Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht ferner Bestimmungen über die erbst- ubungen. Tie große Parade des 1. LlrmeelorpS findet bei Königsberg am 24. August, die des 17. Armeekorps bei Danzig am 27. August statt. Tie Ka i ser m a nö vc r finden vvm 8. bis 10. September statt. Die Ausländer an den deutschen Universitäten. Tie an den deutschen Universitäten studierenden Angehörigen sremder Nationen, die 1892 erst 1891 zählten, bis 1906/07 auf 1151 stiegen und dann bis Sommer 1908 infolge strengerer Anforderungen der Universitäten an die Vorbildung ivicber auf 3594 zurückgingen, sind diesen Winter auf 4409 äugenactzsen und damit absolut aus eine früher nie erreichte Höhe, relativ — d. h. im Verhältnis zur Gesmntstudeittenzahl der Universitäten des Reiches — mit 8,4 Prozent aber hinter dem Winterhalbjahr J 906/07 mit 9,2 Prozent zurückgeblieben. Tie neueste Steigerung ist ivieder zum größten Teil auf einen stärkeren Zufluß aus fliußlaud zurückzusühren, dessen Angehörige immer inelrr den deutschen Bildungsstätten zusttömeu. Verfolgt man die Entwickelung des Ausländersludiums während der beiden letzten Jahrzehnte, w findet inan ganz erheblich, einerseits in der kulturellen, wirb- ichaftlichen oder politischen Entwickelung der einzelnen Nation, anderseits in der Stellung einzelner Länder zu Dcunchland und seiner wissenschaftlichen Bedeutung überhaupt begründete Schwach kimgen im Zugang der einzelne» Nationen. Ganz enorm ist die Steigerung aus den östlichen Ländern unseres Erdteils und aus Japan; am stärkstes aus Rumänien, Rußland, Bulgarien,^Serbien und Oesterreich-Ungchrn, und ebenfalls ganz btt ächtlich aus Spanien, geringer aus Griechenland und der Türkei. Aus Zentralenropa ist die Zunahme am stärksten aus Luxemburg und aus Schwcben- Norwegen, kleiner aus Dänemark, der Schweiz und Frankreich, während der Besuch aus Belgien und Holland ziemlich gleich blieb und anderseits neben den Portugiesen, die z. Zt. aber wohl nur infolge der politischen Zustände ihres Landes, im Gegensatz zu den letzten Semestern, ganz unvertreten sind, allein die Italiener und Engländer zurückgingeit. VvN den in den fremden Erdteilen beheimateten Besuchern unserer Universitäten weisen sodann die AmprffFNer ebenfalls einen beträchtlichen, die Australier einem ^Fmelfcid.t —inzufälligen) geringen Rückgang aus, wogegen die "Afrikaner und Asiaten, di - fast alle aus Japan kommen und Medizin studieren, nickt unerheblich in die Höhe gingen. Wenn wir heute die Nationalitäten nuferer fremden Universitälsbesucher vergleichen, fällt i>er größte Prozentsatz, nämlich über 41 Prozent, auf Rußland mit einer absoluten Zahl von 1858 (gegenüber 1584 int Vorjahr>. Ihm am nächsten steht Cefterr?id)»Ungarn mit j7,5 Prozent und 792 (706 . Tie Schweizer zählen 302 (342), eie Bulgaren 186 (168), die Engländer 142 (165), die Runtänen ] 16 (108,, die Serben 74 (70), die Griechen 73 (59), die Luxemburger 58 (5-1, die 'Türken 48 (50), die Franzosen 46 (61), die Niederländer 47 (54), die Italiener 31 (49), die Schweden und Norweger 28 (28), die Spanier 29 (16), die Belgier 19 (22; und die Tänen 10 (6). Aus Europa stammen danach zusammen 3862 (3552) von denen etwa 200 dem weiblichen EKschlecht angehören: aus Amerika sind 335 (333), davon sind etwa ein Dritttt Tarnen, aus Asien 184 (172), (worunter nur wenige Frauen;. aus Aftikä 22 (15) und aus Australien 6 (5). Ter größte Teil der Ausländer konzentriert sich naturgemäß in unseren größten Universitätsstädten. In Berlin find cs eben 1349, in München 749, in Leipzig 618, in Halle 277, in Heidelberg 211, in Königsberg 166, in Göttingen 151, in Jrna 118, m Freiburg 116, in G icßen 6 9 , in Tübingen 24. Am wenigsten hat Kiel, nämlich nnr 7. Wie absolut so steht Berlin jetzt auch mit seiner relatwen Aus- länderzahl an der Spitze der .Hochschulen, cs hat 14,1 Prozent seiner Gcsamtstudentcnzahl, Leipzig 12,9, Königsberg 12,1, München 11,4, Leidelberg, das mit 16,1 Prozent vor drei Jahren an der ersten Stelle stand, 10,9, Jena 7,8, Freiburg 5,4, Tübingen 1,4, Greifswald und Münster je nur 0,6 Prozent. Auf die einzelnen akademischen Berufe verteilen sich die Ausländer derzeft folgendermaßen: Medizin studieren 1491 (im Vorjahr 1174), Philosophie, Sprächet: oder Geschichte 1065 (985), Mathematik und Naturwissenschaften 565 632), Rechtswissenschaft 539 (4611, Staatswissenschaften 489 (583), ev. Theologie 176 (163), kcrth. Theologie 20 (21). Beachtenswert ist auch, daß von der Steigerung der Ausländer innerhalb der beiden letzten Tczen- nien alle Fakultäten, bezw. Studienfächer, ausgenommen allein die beiden theologischen, größeren oder geringeren Anteil haben und daß sich die 9Aediziner am meisten (um gegen 200 Prozent) vermehrt haben. Vermischter. * Eine neue Schwimmerschine ^ist erfunden worden. Tas Bureau für Patentverwemung I Bett schreibt uns darüber: Um es auch Nichtschwimmern möglich zu machen, sich über Wasser zu halten, hat man bereits verschiedenerlei Vorrichtungen erfunden, wie Retrungs- gürtel, Schwimmlorke, Schwimmwesten, Schwjmmbla,en usw. Bestallen diesen Apparaten ist der Träger jedoch den Wellen preisgegeben und kann sich selbst famn im Wasser ortbewegen. ' Anders ist es der Fall mit der boft einem Pariser Ingenieur namens Pimoule erfundenen 'Schwimm- maschine, um den Nichtschwimmer über Wasser zu halten, ist diese Maschine ebenfalls mit einem Luftsack ausgestattet, der indes auch durch jede andere Tragvorrichtung ersetzt werden kann. Dieser Luftsack liegt auf dem Rücken des Trägers auf. Born auf der Brust des Trägers ist ein Schutzschild festgeschnallt, der Nase itnb Mund gegen die aus- pülenden Wellen schützt. Zwischen diesem und edient weiter rnterhalb befestigten Brustschild ist die eigentliche Fort- uwegungsvorrichtung angebracht. Diese besteht aus einem Rahmenwerk, indem eine Propellerschraube auf einer Schncckenwellc hin und her bewegt roeroen kann. Die Bewegung des Propellers geschieht durch ein Hebelwerk, welches mit beiden Händen ergriffen und betätigt wird. Auf diese Weise ist es auch dem Nichtschwimmer möglich gemacht, ich nicht nur über Wasser zu halten, sondern sich auch in demselben fortzubewegen. Ter Apparat kann außer zu Rettungszwecken auch zum Wettschwimmen benutzt worden. " Billige Telegraphie. Unter dem Namen „Tele- postgesellschaft von Amerika" hat sich in Boston mit einem Kapital von rund 50 Millionen Mark eine Gesellschaft gebildet, die mit Hilfe eines neuerfundenen Systems den Telegrammvertehr in ganz Amerika anß-erordenttich verbilligen wird. Ter" Staat hat per neuen Gesellschaft bereits die Genehmigung zur Aufnahme des Wettkampfes mit den alten Telegraphengeseilsckasien erteilt. Tic „Telcpostgesellschaft" stützt sich aus eine neue Erfindung des .Ingenieurs Patrick B. Telaney, dessen Patente bereits erworben sind. Tas System benntzt nur einen Traht und ist imstande, in der Minute tausend Worte zn telegraphieren, womit sie die Leistungsfähigleit der anderen Telegraphengesellsckafteu bei weitem über» trifft, die mit 65 Drahten nicht mehr leisten können, als der eine Traht des Telaneyschen Sustems. Die Telegramme werden dadurch sehr verbilligt: für 50 Worte will die Gesellschaft nur 25 Eent berechnen. Handel. — Dar msta dterBan f. Auch die Darmstädter Bank bietet den Aktionären gegen das Vorjahr eine um ein halbes Prozent höhere Dividende. Der Abschluß macht einen guten Eindruck, und es ist hier die auffalleftde Erscheinung zutage getreten, daß trotz Rückgang des Zinsfußes die Bank in der Lage ist, auf Zinfinkonto annähernd ein gleich hohes Erträgnis wie im Vorjahre zu liefern. Ter Geschästsauf- manb ist recht bedeutend gewesen und die Ausgaben betragen hier 1 Mill. Mark mehr als im Vorjahre. Nachdeni nun noch die Gratifikationen für das Personal von auf li/2 Mill. Mark aufgcbessert werden und die besondere Reserve i/2 Mill. Mart mehr als 1908 erhalten soll, verringert sich der Zuwachs im Nettoerträgnis auf einen mäßigen Betrag. Es werden in den Ausstellungen 10,72 Mill. Mark als solche ausgcwiesen, gegen 9,89 Mill. Mark im Jahre vorher. Aus bent Bilanzstand ergibt sich, baß der Debitorenstand eine wesentliche Aeuderung nicht erfahren hat, 277 gegen 263 Mill. Mark. Der Kcebitorenstanb ist bedeutend angewachsen, und zwar von 392 ans 462,8 Mill. Mark. Fast gleich groß sind die Report- und Lornbarbkonteii angewachsen und zwar von 65 auf 122 Mill. Mark. Demnach sind dem Institut viele fremde Gelder zugegangen und haben auch allem Anschein nach eine große Verwendung gefunden. Im ganzen befriedigt bas Ergebnis. ** Hess. Laudcshypothekcubank. Tcm Gcschästs- bciicht der Hessischen Landes-Hypothekeirbank in Darmstadt für 1909 entnehmen wir: Ter Gesamtbc.staud an unkündbaren Tilgnngs- darlchen ist auf 8612 Darlehen im Betrage von etwas über 119 021500 Mcttk gestiegen. Die Vermehrung der Tarlehen beträgt hiernajch, irund 13133 300 Mark. Sic entfällt, nur 1257 einzelne Posten verteilt, mit über 9 626 300 Mark auf Hypothek- parlehen und mit rnnd 3 507 000 Mark auf Komurunal-Tarlehen. Ter Umlauf an Pfandbriefen und Kommunal-Obligationen hat sich von 103 959 600 Mark auf 116 728 700 Riark erhöht. Aus Dem Reingewinn des abgetanscnen Geschäftsjahres soll nach ausreichender Tvtierung der Reserven eine Div-ibendc von SVs Proz. ccuf das Aktienkapital von 9 Millionen Mark verteilt werden. Wie in den Vorjahren roareit die Tarlehcnsbedingungeu auf die Ausgabe 4 prozentiger Obligationen basiert. Der Tarlehenszinsfuß betrug für Hypotheken 4f4 Proz., für Kämmunal-Tarlehcn nach Wahl der Anleiher entweder 4,20 Proz. dauernd oder 414 Proz. in den ersten 10 Jahren, alsdann 41/s Proz. Ihren Schuldnern gab die Bank die urkundliche Zusicherung, im Falle einer Konversion ihrer 4 prozentigen Schuldverschreibungen eine angemessene Herabsetzung des Darlehenszinsfllßes, bei Gemeinden eine solche um i/2 Proz., eintreten zu lassen, unter Verzicht aus die Möglichkeit, een Zinsfuß später jemals wieder zu erhöben. Dio neben den Zinsen als einmalige Leisümg der Anleiher zn entrichtenden! OKttdbeschassnngskosten betrugen im Jahre 1909 durchschnittlich 0,80 Proz. für Hypotheken und 0,79 Proz. für Kommunal-Tar lchen. Bei Hypothckdarlehen wurden bi.’ Geldbesckaffungskpsteu vielfach in der Weise gestundet, daß sie während der Daun- einiger Jahre durch Zuschläge zu den Zinsen an Stelle der Tilgungsbeiträgc zu erstatten sind. Andere als Tilgungs- darlehcn hat die Bank auch im Berichtsjahre nicht gewährt. Die Höhe der Tilgung darf bei Hypothek-Darlehen nicht unter V» Proz., bei Kommunal-Darlehen nicht unter 1 Proz. betragen. _ Daß die Tätigkeit der Bank gerade den weniger begüterten Kreisen in besonderem Maße zugnte kam, lassen die Angaben des Geschäfts- berichts über die Stückelung der Darlehen und über Stand und Gewerbe der Anleiher erkennen, lieber die Hälfte aller Hypothek- Darlehen kommt auf Beträge bis zu 5000 Ml., über 3/.t aus solche bis SU 10 000 Mk. Auf Handwerker und sonstige Gewerbetreibende sowie auf Arbeiter entfallen mehr als die Hälfte, aus Landwirte über \\ aller Darlehen. Etwa 594 000 Mk. bet Hypotheki-Tarlehcn rauben zur Errichtung und etroa 25 600 Mk. zur Erneuerung und Ausbesserung von Kleinwohnungen Verwendung. Die Kommunal-Darlehen dienten außer zu anderen Zwecken namentlich zur Erbauung von Schulhäusern, Eisenbahnen, Strafen, Wasserleitungen, sowie zur Errichtung von Beleuchtungsanlagen. Als Geldausgleichungsstelle konnte die Bank den hessischen öfsenttichen Sparkassen auch im Jahre 1909 Dienste leisten Der Umsatz belief sich im Eingang aus über 11320 000 Mk. und int Ausgang auf nahezu 11315 000 Mk. in. Bad Nauheim, 6. März. Am Samstag abend fand int Restaurant Burk hier die 59. ordentliche Gencralvcr- s a m m l u n g des S p a r - u n d V o r s ch u ß v e r e i it s, e. G. m. b. H., statt. Ter Vorsitzende des Aufsichtsrates, Kaufmann Phil. Müller, gab seiner Freude Ausdruck, trotz der ungünstigen Verhältnisse ein gutes Geschäftsjahr verzeichnen zu können. Kassier H. .Stoll erstattete sodann den umfangreichen Geschäftsbericht: aus ihm ist zu entnehmen, daß der Umsatz 31152 969,50 Mk.. b. h. 1072 005,12 Mk. mehr als im Vorjahre betrug; 517 Mitglieder gegen 501. Tas Spaicinlagen-Konto weist 2118 Sparer mit einem Guthaben von 1 743 879,41 Mk. auf. Umgesetzt wurden im Berichtsjahr aus Sparkonten mehr wie .3 Mill. Mk. Dio Scheck- Konten und Konto-Korrent-Konten weisen sowohl bezüglich der Konto-Inhaber löie des Umsatzes eine erhebliche Steigerung auf. Auf das Scheck-Konto entfällt ein Umsatz von 3 Mill, und auf Konto-Korrent öy« Mill. Mk. Tie vom Verein unentgeltlich verwaltete Pfennig-Sparkasse hatte am Jahreslchluß einen Bestand von 567 Sparern mit einem Guthaben von 17 342,21 Mk. Tie Dividende wurde auf Prozent festgesetzt. Am (pchlus e sand noch Ersatzwahl des Vorstandes statt, bei dec die ausscheidenden Mitglieder wiedergewahlt wurden. Dec erkrankte Vorsitzende dec Pfennig-Sparkasse, Lehrer Wagner, welcher 27 Jahre lang diesen Posten unentgeltlich verwaltet, wurde ebenfalls iviedergcwählt. Spieiplan öer vereinigten.frankfurter StaSttheater. Opernhaus. Montag den 7. März, abends Li,8 Uhr: „Der Zigeunerbarou." Dienstag beit 8. März, abends 7 Uhr: „Die Zauoerflölett Schauspielhaus. Montag beit 7. Marz: „Nalhait dec Weiss." Dienstag den . März: „Des Pfarrers Tochter von Strchladors." (Anfang jedesmal abends 7 Uhr.) \ Meteorologische Beobachtungen der Station^ Gießen. Niedrigste , ,5. „6. „ = —- 3,4 “C. März 1910 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Last Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung uä ß (rtrab der AexSlkung in 3ei)utel der sichtb. Himmetofl. Wetter 6. 2'b 753,3 9,4 5,6 63 SSW 2 0 Souneufcheiu 6.1 9« 753,7 1,3 4,6 91 SSE 2 0 Klarer Hirmnel 7. 7" 754,3 3,8 92 still still 10 Nebel . 1 1 höchste 1 Teinperatur am 5. bi- 6. Dtä rz = - - 9,8 ° C. TeBefoBiische Kurshsrichh des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie^'G»essen. Frankfurter Börse 311',0/., Rcicl)sanleihe . .. 93 75 3°;n - do. .-.2.. .. 64.70 3' tt/'g Koiisols ( L. . . VZ.75 3"/,, do. . -• 3',.."/„ Hessen / 92-80 3‘/.."ln Oberhessen 92 00 4'7ö Oesterr. Goldrente .•=.. 100.10 47$% Oesterr. Nilberreute. 99.50 4° 0 Un»ar. Goldrente 95.70 4°,, Italien. Kente . —•— 3% Portugiesen Serie I65.20 3°,o Portugiesen „ III • — 4’/?% rass. Staatsaul. 1905 100.25 4’ 'j0,', Japan. Staatsanleihe 98.05 4% Conv.Türken von 1903 94.80 Türkenlose . . . . 7177.40 4% Griech. Monopol-Ant -. 48.00 4% äussere Argentinier . 91.70 3% Mexikaner ... -. 69.20 47,°. „ Chinesen 100.00 Aktien: b .. Bochum Guss 243.1 C Buderus E. . 110.60 5. März, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahuieyer . . ". HO.ClO Elcktriz. S^huekert . . <. 134.95 Eschweiter Bergwerk . . ^03.00 Gelsenkirchen Bergwerk . ^14 25 Hamburg - Amerik. Paketf. 141.80 Harpe-ner Berg^vcrk 199.50 Lanrahüttc . - - • i • 172.00 Nordd. Lloyd .t . - . . 106.50 Oberscblc>. Eisen-Industrie 104.40 Berliner Handelsges. • • 179.80 Darmstädter Bank >■ , : . ,. 137.40 Dentsche Dank .... 258.40 Deutsch-Asiat. Bank . x . 155.90 Diskonto -Kommandit . 1V6.70 Dresdner Bank . . .. 4. • 165 8J Kreditaktien . . - >. • r{ • -13.10 Baltimore- and Ohio - ‘ Eisenbahn * 112.60 Gotthardbahn-. . /- < £3:^ . — Lombard. Eisenbahn 23.4’1 Oesterr. Staatsbahn ■ 161.70 Prince 7 Henri - Eisenbahn 5. 134.00 Tendenz: ruhig. Berliner Börse» 5, März. Canada E. B.......—•— Darmstädter Bank ... . 137.30 Deutsche Bank . . . . 253.50 Dortmunder-Union C. . 93.50 Dresdner Bank . 165.70 Tendenz: träge. Aafaufs'cifih Harpener Bergwerk • • • 199.40 Laurabütte . . .t. 17L75 Lombarden E. B. . r 23.60 Nordd. Lloyd.. _ 106.71) Türkenlvse . 177.20 Kurprlfiz q Bismarckqi_ Naxos Jockey O2 Pfo. Türk. Tabak- ACIgaretten-Fabrik „Kios" o E. Robert Böhme, Dresden. Lieferant der französischen Ziabak-ffegie. 11 ■ ■ ■ !*• liefert billigst die BrDhl’sche KlIVßnQ mit I- irtnil Universitäts-Buch-und Stein- IW V Ul IO 11111 I IllilCl druckerei,Gießen,Schulstr.7 Cyocolade EinköslLGenuss 6i(Jacaop@ ä :: Säg üMWM 8öll dety tioi n, Mealtt, ion Sieben. Wältk ifieunerbaron/ rrflöle.' Souneuicheii! eintet önimicl Nebel Dienstag bcn (Ansang jedes- 'n« lmuHal=T'' i ber . M l|n-f,l9un^: >v°hrt. t , •.. 2ch by ^'enind-j 6Ä'd:inc «Ä® ÄbeÄ K?!! ,2a 600 Mf jungen V.u anderen Stienbaljni-u ?nm8tieu£ l'tf ?• b-1: IVU9 Tieuiik Q1N über 3b000 Ms 9 abend sand llcratvcr. ns,e^ e.m. Mann Phil eiligen Ver° H äassitt gebend«; - 969,aO 'HJf lS:bl7Mib 2118 Cparcr Getzt wurden iH. M. Tie 9>ohl bezüglich ^Steigerung ■ o Mill, und t unentgeltlich W) einen He- 17342,21 Mk Am Schlus s ausicheidenden Lorsihende bei re lang diesen wiedergrwähli. kt mdit 165 8j ■213.10 kr. er. ■rt. rerk chte nt fär Handel ■ 110.00 - 134.95 1 2';3D0 1- Wfl. - 3,4 lc. ’ t." '.155.Ä iaK ' 9 lb6.7d Dbio"^ 112.60 16150 &1I 1 21425 Äuui '/ 199.50 :rk......172.00 ' 106.50 ’ 137.40 258.40 >'U"" M ■erk 171,7a .M q /MK! INeuo Automobil-Gesellschaft Berlin Grosse ms i Vertreter für Giessen und ümnenend: A Kircher, Bleictistrasse 15. « SCHUHWAREN kommen staunend billig zum Verkauf. Erwähnt seien: Großh. Amtsgericht. Ein Posten farbige Kindersliefel 21—26, hübsche breite Form mit Lackbesatz Mk. in bei Herrn t'. Kalkbof 9cncbf., iticftaitlage 2. Gießen 325 w w Mk. ff n Mk. 11 495 Mk. elegant mit Lackkappe 6 w » (Lahn) ß75 Klein-Linden Mk. mit und ohne « jj // 495 Mk. ff */ Telephon 539 Mäusburg 12 Nyfuber Tagesordnung: Kl. 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DE1TE in Berlin, daß es sehr große Wasch kraft besitzt, größer als Seife oder Seife und Soda, ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen. MinlOS’sches Waschpulver ist daher das Beste, was zum Waschen von Wäsche verwendet werden kann; es schont das Leinen in denkbarster Weise, ist billig und gibt blendende Weiße und völlige Geruchlosigkeit. Das 1 Pfund-Paket kostet HUF 25 Pfennig. Zu haben in Drogen-, Kolonialwaren- und Seifengeschäffen. Engros bei LMinlos Ä Co., Köln-Ehrenfeld, Bettenhausen „ Reiskirchen „ Winnerod „ Bollenbach „ Saasen „ Lindenstruth „ Hattenrod „ Rodhcim o. Bieber „ Crumbach „ Fellingshausen „ Frankcnbach „ Königsberg „ Vetzberg „ Steinbach (Hessen) „ Illbach ,, Stemberg (Kr.Gießen) Grüningen „ Vlatzenborn wo alsdann oie Eröffnung dec Gebote in (Sy^loäü bei erschienenen Bieter stattfindet. Rüddingshausen, den 3. März 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshausen Braun. [1340 Gastwirte Krankenkasse Gietzen, E. H. Dienstag den 8. März 1910, nachmittags 4 Uhr, im Restaurant Royal, Seltersweg Generalversammlung. Zum Umzug äusserst billiges Angebot in 6 16 516 Bekanntmachung Die Kmnhausgenossenschast e. G. m. b. H. in Hungen ifl durch Beschluß der Generalversammlung vom 28. Juni 1908 aufgelöst. . Tie bisherigen Vorstandsmitglieder Rudolf Weiß von Hof-Graß und Heinrich Schutidt I. von Hungen sind Liquidatoren. Eintrag im Genossenschaftsrcgistcr ist erfolgt. Himgen, den 22. Fcbriiar 1910. Konfirmanden-Stiefel ^anz besonders preiswert Tie amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrat an Postwertzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Wertes an das Publikum abzulasscn. Im allgemeinen bat der Vettaui während der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslokal des Verkäufers geöffnet ifl, staltzuunden, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dein Publikum festgesetzten Diemtstuudcn der Postansralt. Gießen, 3. März 1910. Kaiserliches Postamt. Schäfer. :: Spezial-Geschäft in elektrischen :: Beleuchtungs Kraf tübertragungs Telegraphen-, Telephon Wasser- Stands - und Blitzableiter - Anlagen Gardinen, Borhaugftofscu, Bitragen, Sonnenstores, Leinen- und Madras- betorationeu, Tepp tcheu, Vorlagen, Läufer- ftoffcu, Linoleum in aparten Dessins und besten Christoph Bieker, Neustadt 55. Karl Lift, Schifseubergerweg. Conrad Roth Nächst., Wautorftr. Philipp Stier, Neuen Bäuc. Jacob Hengst, Lichcrstraße 20. Heinr. Becker, Löivengaße. Karl Eichmann, Cderstraße. .Marl Seibel Frankfurterstr. 76. Wilhelm Binz, Alicestr. 20. Friedrich Weber, Ticfcnweg 6. Hermann Otto, SUinifftra(;c 21. Gastwirt Wagner. Wilhelm Jung VIII. Ludivig Klein II. Wilhelm Balser. Amon Dillmann Witivc. Ludwig Schivarz. Karl Dietrich. Konrad Rahn. Kaufmann Fink. Philipp Klotz. Iohs. Heß XX. Johannes Schmidt, Kaufmann. Kaufmann Karl Kreiling I. Witive. Heinrich Riirn, Kaufniann. Wilhelm Feuser, Gastwirt. Kaufmann An ton Konrad Müller. Hch. Köhler XVIU. Hermann Klippstcin. Heinrich Schäfer V., Gastwirt. = 2,24 ost'"- = 11,56 „ = 19,45 „ = 120,72 „ schwarze 1. Hctasttl tadellose W^re, 27—30 schwarze ta.-Men- o. Mädchenstieiei tadellose Ware, 31—35 40—49 30—39 25—29 12—24 Bekanntmachung. Amtliche Verkaufsstellen für Postwertzeichen bestehen: Holz-Lnbmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Rüddingshausen sollen im Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: 1. Ficht en-Stamm holz. Versteigerung. Mittwoch den u. Marr b. v>s., nachm. 2 Uhr, werden un Saale ‘Jicu|iab t m lPfaul versteigert. . 1. 1 Trumeau mit <-piegel^ em Berliko, 1 eleg. Büfett. 1 «o»a, 1 eich. Kleidcrschrank, 1 Mur aarderobc, 1 Spiegel, 3 Bilder, ISletngutbowlc, 1 Sestei, em Alabaslcrausfatz, 1 Blumen sländer, 1 diinci. Waßerpfeise. mehrere Dutzend weiche «ZiU hüte, 1 gvld. Armband mit Brosche, 2 Korallenletten mit Armband, 1 Aauarium, 1 Cro auetiviel. 1 Partie Kleider, Waiche,1Flaschenspülmaschlne, Sattlerwaren u. a. m. II. 1 Nähmaschine, 1 Klavier, cm vollst. Bett, 1 Kommooe, ein Sofa, 1 Kleiderschrank, IPart. Wercholz, 1 Handwagen, eine tannene Bettstelle, 2 Kiesern- bohlen, 20 Palmen, 1 grotzc Partie Sckuhwaren, Wirts- tische und -Stühle u. a. m. Die Versteigerung unter I findet bestimmt statt. 11390 Geißler, Großh. Gerichtsvollzieher. „Lange Jahre litt ich an einem hartnäckigen Hautausschlag Viel, sehr viel habe ich erfolglos versucht. Ich probierte Bucker's Patent Medizinal- Seife. Plötzlich besserte es sich von Tag <;u Tag. 'Jiafmt rurr zum Waschen Znckcr'S Patent- Medizinal-Scife u. hatte großartigen Erfolg. M. Schlör in B." ä St.5OPf.115°/oig)u. 1.50Ht.(35" „iß, stärkste Jorm». Dazugeh. Buck°Lli- Crcmc 75 Pfg. ii. 2 '.UL, ferner Bucko°h-Tciscmüld>50Pf.u.1^0M. In derUniverfitäto-, Engel- u. Hirfch-2lvotliekc, bei Aug. Noll, C. Seibel und W. Kilbtngcr. Frankfurter Schuhlager N. REISS litt* sehr stark, mit Beschlag Alles nur so lange Vorrat Donnerstag den 10. März 1910, nachm. 3 Uhr, werden in unserem AintSzimmer die dem Louis Becker und Ehesrau geb. Halibach zugeschriebcnen, nachstehend verzeichneten Parzellen aus Anftehen des Konkursverwalters freiwillig meiftbletetid oerlleigert: 3/120 = 1242 qm Grabgarten am Brennofen, stützt mir die Wiesen. . ...... 3/122 — 439 qm Ho,reite daielbtt. 16/112 = 654 qm Acker am t^ah- rungsberg, hinten am Feld. 16/114 = 1570 qm Acker daselbst. 16/113 — 735 qm Acker daselbst. 16/115 = 8ul qm Acker daselbst. 16/117 = 808 qm Acker danllbu. 16/119 «=-- 149 qm Acker daselbst. 16/125,» = 927 qm Hojreite das. 16/126^ = 4065 qm Grabgarien das. 3/119 — 47 qm Hosreite am Brennofen, näßt aus die Wiesen. 3/121 - 637 qm Hosreite daselbst. Gießen, den 3. Alärz 1910. Großhcrzogl. Ortsger'cht Gießen. B-/s) Gros.____________ 2. Kiefern-Stamm Holz. III. Kl. 30—39 cm Durchm. — 6,55 Ffim.' IV. f 25-29 „ V. y 12—24 r Frau Foh. Gg. Atüller Witwe, Herrn Jakob Becker I. „ Heinrich Schmidt II. ,, Wilheltn Wagner II. „ Wilhelm Schepp. „ Joh. Keil I. „ Heinrich Seipp VIL „ Kaufmann Wilhelm Slrackbein. „ Jaeob Waldfchmidt V. Witwe. „ Phllipp Weber, Gastwirt. „ Theodor Geller, Gastwirt Witive. „ 2)1 Brück. „ Kaufmann ^saak Michel. „ Heinrich Krämer I. „ Daniel Schmidt, Gastivirt. „ Georg Phtllvp I). „ Moses Enget. „ Kaufmann Drop fuß. c steigerungserlös an die Stelle deS versteigerten Gegenstandes Bitte meine Schaufenster zu beachten. Attiva: Au Znventar-^onlo „ Waren^5lonto "^'^onto-Korrent Kont ■ „ Ltassa-Uonto tritt. Gießen, den 5. März 1910. Großherzogliches Amtsgericht. Konto Genossen.chaftS- Konto ^onto-^orrent> Konto KapitaLKonto (Verntögen) mit direktem Geleise-Anschluß Ml b. Staatseisenbahn z. verpacht. 8M Scan Lern & Eo., Gießen. Am 4. ds. Mts. verschied nach langem schweren Leiden der Oberleutnant der Res. des Inf.-Regts. „Kaiser Wilhelm“ 344.20 151.11 23 23 23 25 13 13 15 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes Am 6. ds. Mts. verstarb nach kurzem, schwerem Leiden Schwester Clara Herrmann die 2V2 Jahre als Küchenschwester an der Universitäts-Augenklinik tätig war und sich allgemeiner Liebe und Wertschätzung erfreute. Die Anstalt wird der stets pflichtgetreuen Schwester ein gutes Andenken bewahren. Der Direktor der Universitäts-Augenklinik. V ossius. v. Knobelsdorf l Oberstleutnant z. D. und Bezirkskommandeur. Reichhaltigste Auswahl aller modernen Mitglieder 13 1389] Mitgliederzahl am Abgang Am 1. d. Mts. verstarb nach kurzem Leiden der Vorstand der Verkehrsinspektion in Giessen, Herr Eisenbahnverkehrsinspektor Spandau. „ am Flüsserweg । r daselbst | ,, dieBrünlmgSäcker 150 Wiese i. d. hinterst.Gräben 80 594 637 650 156 263 256 756 744 819 568 1994 1044 875 994 381 287 687 Für den Jagdbezirk Ober Ob men bei Mücke zwei Teil datier gesucht, wirb euent. auch ganz abgetreten. Pacht ist heraus- zuschiesien ohne der Jagd wehe zu tun. Offerten erbitte an G. Seid, Fechenheim, Bilanz vro 31. Dezember 1909 und Geschäftsbericht liegen ab Samstag den 5. März ds. IS. 14 Tage lang aus der Bürger- meisteret Zimmer Ar. 15 zur Einsicht der Aktionäre offen. Der Vorstand. Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Alten-Bufeck, Band li, Blatt 208. 126 393 394 505 351 354 694 16 95 222 379 35 185 186 247 152 153 96 früher Schwarzer Walfisch ' übernommen habe. Zum Ausschank gelaugt Helle» und dnukles Bier der Nnion-Brauerei hier. Besonders empfehle bürgerlichen MittagS- tisch zu 80 Pfg. 1363 Emil Kalbfleisch. Die Verwaltung verliert in dem Verblichenen, der tast 40 Jahre gewesen ist, einen treuen, pflichteifrigen und hin tüchtigen Beamten, dem wir em ehrendes v hinter der Hainbach , vorm Hainberg v am Atainzlarenveg Wiese beim Steinernkreuz 500 Versteigerung. Dienstag den 8. März d. notbhL 2 nur, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 2 Pferde, 1 Rollwagen, 1 Fahrrad, 1 Partie Lorbeerbäume, 1 .>lassenschrank, mehrere Hobel- bänle mit Hobeln, ca. 60 Liter Branntwein. 1 Pianino, IDrück- fnrren, 1 Halbverdeck, 8 Reise- kosser, 1 Schreibtisch und verschiedene andere Möbel. Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. (1381 : Zugang verbleiben am 31. Dezember 1909 Giesten den 31. Dezember 1909. Zwangsversteigerung. Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit Eintragung des VersteigerungsvermerlS auf den Namen Justus Hofmann zu Großen-Buseck un Grundbuch eingetragen waren, sollen Freitag den 22. April 1910, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Amtszimmer des Grosih. Ortsgerichts Alten-Buseck versteigert Meiner werten Nachbarschaft hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage die Bewirtschaftung deS Restaurants Ar Siinijfrliill sagen innigsten Daul Familie S. Ga»ß Gießener Volksbad Aklien-Gescllschakt. Ordentliche Generalversammlung Samstag den 19. Mär-, nachmittags 51/« Uhr, int LitzungSsaale der Bürgermeisterei in Gießen. Tagesordnung: 1) Geschäftsbericht und Entlastung deSBorstandes. 2) Wahl von Mitgliedern zu Vorstand und im Gefickt, an den Armen ent fernt sicher u. schmerzlos Prof. Dr. Grunwald's Enthaar ungs- vulvcr. D.150M. BercausSitelle. Pelikau-Avothekc, ^rcuzplatz 2. 1. Qualität, 1 Dhd. 75 Pfg., ys^inemnncäen .-> 3 Mi, Gunct 40 und 1192) C. Höhr & Co., Bahnhofstraße 44. 60 Pfg. I „ daselbst „ mdecGeorgenheck Acker im Boden , Wilh. Herbert Inh.; Carl Herbert Marktplatz 2 Telephon 741 Mitglied der Rabatt - Spar - Vereinigung. 316.41 4718.01 14 _____1 13 H. HaaS HL, W. Weigel, Magazinverwalter. Aufsichtsrat. Versteigerung. Dienstag, 8. März, uachmü tags 2 Uhr werden in der Hosreiic des Herrn Geißler in Lollar gegen Barzahlung versteigert: 3 Hobelbänke, viele Werkzeuge für Schreinern. Glaser, Sportwagen, Ämderftühlchen, Möbel unb vieles andere. 01845 Hch. Geihler Vll. d