J Mstes Blatt Nr. 260 160. Zahrgang Giehener Anzeiger Lrschektt KgN- mit Ausnahme deS Sonntags» General-Anzeiger für Gberheffen Die „Sietzeuer ZamNlettdlStter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchenllicb beigelegt, das „Kreisblatt für de» Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Die ^andwittschastltche» Leit- tragev" «scheinen monatlich zweunal. Samstag, 5. November 1910 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^OI12.Tel.-AüruAn-eigerGießen. Die amerikanischen Longrehwahlen. Arn Dienstag nächster Woche finden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Wahlen zum Repräsentantenhaus, zum Kongreß, statt, mit denen gleichzeitig auch die Wahl der höchsten Beamten der einzelnen Staaten, der Gouverneure, verbunden ist. Diese Wahlen bedeuten diesmal einen Schicksalstag für das amerikanische Volk, weil es nach den ihnen vorangegangenen Ereignissen äußerst zweifelhaft ist, ob die Republikaner noch die Mehrheit des amerikanischen Volkes hinter sich haben, und nicht die Demokraten, und weil hiervon nicht nur die Besetzung der Gouverneursposten und indirekt die Zusammensetzung des Senats, sondern auch die Frage abhangt, wer im Jahre 1912 zum Präsidenten der Union gewählt werden wird, ganz abgesehen natürlich von den Wirkungen, die eine solche Umwälzung für die innere und äußere Politik der Union mit sich bringen muß. Daß die Aussichten der Republikaner, ihn Repräsentantenhaus auch diesmal wieder eine Mehrheit zu erlangen, seit dem Amtsantritt des Präsidenten Tast bedeutend gesunken sind, wird wohl ganz allgemein anerkannt. Das liegt weniger an der Persönlichkeit Big Bills, als vielmehr daran, daß das amerikanische Volk zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß das unausyör- liche Steigen der Preise aller Lebensmittel und Bedarfsartikel aus den unter Taft eingeführten Payne-Aldrich-- tarif zurückzuführen ist, von dem allein die Trusts, denen Taft seine Wahl zum Präsidenten verdankte, einen sehr großen Vorteil Haden. Diese Trustpolitil Tafts muß aber Die Wählermassen den Republikanern umsomehr entfremden, als sie vor zwei Jahren eine Ermäßrgung der Hochschutzzölle zu Gunsten der Konsumenten in Aussicht gestellt hatten, dieses Versprechen aber nicht nur nicht ein- lösten, sondern die Zölle im Payne-Aldrichtarif noch weiter erhöhten. Daneven aber beherrscht das amerikanische Volk noch eine steigende Erbitterung gegen die großen Elsenbahngesellschaften und die Trufls überhaupt, weil diese nicht einsehen wollen, daß sie bei ihrer Taris- und Preispolitik aus das Gemeinwohl und die kleineren Unter» nehmer Rücksicht zu nehmen haben. Diese Strömung ist aber sür die republikanische Partei deshalb sehr fatal, weil sie gerade in den großen Erwerbsgesellfchasten ihre Hauptstütze findet, und chre Führer, die Bosses, ja, sogar ein großer Teil ihrer Mitglieder, int Repräsentantenhaus mit den Trusts mehr oder weniger eng liiert, wo nicht geradezu von ihnen abhängig sind. Man begreift, daß die Aussichten der Demokraten sür die bevorstehenden Wahlen ganz bedeutend gestiegen sind, weil diese sür eine Ermäßigung der Schutzzölle eintreten und auch den energischen Kampf gegen die Trusts auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dazu kommt aber noch, daß Die Demokratische Partei, bezw. ihr Führer William Jen- nings Bryan, heute zum ersten Mal einen Punkt des demokratischen Programms, den der Einführung der Silber- prägung, der die Demokraten bis an den Rand des Abgrunds brachte, hat fallen lassen. So schiene ein Sieg Der Demokraten bei den Wahlen nahezu super, wenn nicht durch das Auftreten des Expräsidenten Roosevelt in den letzten Wochen die Wahtsitualion einigermaßen undeutlich geworden wäre. Er hat unter dem Motto „So tann's mit dem Schutzzoll, den Trusts und den Bosses nicht weiter gelten" ein funkelnagelneues, radikal anmutendes Programm entworfen und sich damit an die Spitze der Insurgenten", des linken Flügels der repu- blilanischen Partei, gestellt, der mit der Tastschen Politik unzufrieden ist und gegen die Parteireaktionäre rebelliert. Seine Lehre von dem „neuen Rationalismus" gipfelt im wesentlichen in einer bisher unerhörten Mächtstarkung des Präsidenten, sowie der Zentralregierung, unter gleichzeitiger Verminderung der Selbstverwaltungsrechte der Einzelstaaten, in einer rücksichtslosen Tarifreform, in einer energischen Bekämpfung der wirtschaftlichen Kartelle und in einer Erklärung des Kampfes gegen die durch die Bosses in die Partei getragene Korruption. Im Westen Der Vereinigten Staaten hat man Roosevelt und seinem Programm zugejubelt, im Osten dagegen ist man von chm abgerückt, und wenn er auch auf dem Staatskonvent in Saratoga einen persönlichen Steg über Shermann und die Rechtsrepubli.aner erfochten, so i|t es doch Ungemein fraglich, ob die Spaltung in Der republikanischen Partei ihre Wahlaussichten nicht weiter vermindern wird. Auf der anderen Seite allerdings nähert sich Roosevelts Programm so sehr dem demoircttischen, daß man vielleicht nur an eine geringe Verschiebung des republUanischen Besitzstandes zu gunsten der Demoiraten bemen tonnte, wenn nicht Roosevelt mit seiner geforderten Machterhöhung des Präsidenten das Schlagwort „Diktator" in den Wahltampf geworfen hätte, das amerikanischen Ohren viel zu m'ißtomg und gefahrdrohend klingt, um, von den Demokraten gehörig ausgeveutet, nicht viele Wähler zu veranlassen, ins demokratische Lager überzugehen. Denn daß Roosevelt sür das Jahr 1912, obwohl ein „ungeschriebenes Gesetz" die dritte Amtsdauer verbietet und er selbst vor seiner letzten Wahl das Versprechen gegeben hat, unter keinen Umstanden meyr zu kandidieren, — wieder nach der Präjidentenwürde trachtet, und somit sich selbst die Erweiterung seiner Machtbefugnisse sichern will, kann wohl keinem Zweifel unterliegen. Ob er aber wirklich Präsident wird und nicht die Demokraten Bryan ober Gay- nor, wird neben dem allgemeinen Ausfall der Kongreß- Wahlen im wesentlichen von der Gouverneurswahl im Staate Rewyork abhängen. Die Persönlichkeiten der beiden Gou- verneurslandiDaten, des Repnolitaners Stimpson und des Demokraten Dix, sind hierbei von sehr untergeordneter Bedeutung. Der Ausfall der Newyorker Gouoerneurs- wahlen Pflegt aber symptomatisch zu sein für den Ausfall der amerüa.iischen Präsidentenwahl, wie die Staatswahlen in den Reu-Englandstaaten, wo diesmal die Demokraten siegten, das Ergebnis der ihnen folgenden Kongreßwahlen anzuzeigen Pflegen. Und wenn trotz Der „Stumptour" des Exprufioenlen Roosevelt, tote wir gezeigt haben, die Chancen der Republikaner bei der Diesmaligen Wahl schlecht stehen, so ist das für die Wahl Roosevelts zum Prüf identen vielleicht noch mehr der Fall. Die Newyorker Geschäitswelt istz der ewigen Störungen, die Herr Roosevelt in das wirtschaftliche Leben der Union trägt, müde, und die Wetten, die man jetzt in Newyork auf Stimpson und Dix abschließt, stehen eins zu drei. Die „Wahrheit" voc Sericht. X 4 9 er Litt, 4. Nov. Zu Beginn der heutigen Sitzung liegt ein ärztliches Attest des Angeklagten Weber aus Lankwitz vor, wonach sein Erscheinen unmöglich ist, da er einen Nervenchok erlitten habe. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß nunmehr die Abtrennung der Anklage gegen Weber notwendig geworden sei, wenn man nicht vertagen wolle. Ware der Angellagte Weber unentschuldigt fottgeblieben, dann könnte man weiter verhandeln. — Der Staatsanwatt fragt, ob das Attest über den Gesundhctts- zustond des Angeklagten Weber vielleicht zurückgezogen werde. — Der Vorsitzende hält das für prozessual unmöglich und der Gerichtshof beschließt, die Sache Weber abzutrennen. Auf eine Frage des Vorsitzenden, ob Kriminalkommissar Dr. Kopp kommen werde, erklärte der Staatsanwalt, daß er noch keine Nachricht habe, eventuell aber auf diesen Zeugen verzichten werde. — Als die Verlesung der Artikel über den Spieltlub „Berolina" beginnen soll, stellt R.-A. Dr. Schwindt den Antrag, Redakteur Dr. Liman als Sachverständigen darüber zu hören, daß es sich um seriöse Artikel handele, sonst rnüife man alle Artikel verlesen. ;— Der Staatsanwalt bittet, die Artikel zu verlesen, einige könne man ja auslassen. — Ter Sachverständige Dr. Liman erklärt, er könnte sowieso nur ein allgemeines UrteÜ abgeben. — Der Gerichtshof beschließt darauf, sämtliche Artikel zu verlesen. Es handelt sich bei dem Klub „Berolina" um jenen exklusiven Spieltlub in der Bellevuesttaße, in dem nächtlicherweile die Grotz- konsektionäre Berlins und andere durch leichten Gewinn reichgewordene Größen des Berliner Handels und der Berliner Iw- Duftrie ihr Geld wieder an den Mann zu bringen pflegten. Der Klub kam schließlich in Differenzen mit der Polizei und in der Folge beschäftigte sich auch die Presse mit ihm, als betannt wurde, daß in ihm jede Rächt ungeheure Summen gewonnen und verloren wurden. Vor allem war es auch hier Die „Wahrheit", die den Kampf aufnahm und gegen die Spielhölle wetterte. Den MttglieDern des Klubs war es natürlich unangenehm, in die öffentliche Beleuchtung gerückt zu werden, und sie beauftragten den Klubvorstand, aus irgend eine Weise den Angriffen ein Ende zu machen. Der Vorsitzende begab sich daher mit einem Ritt- giiebe des Klubs zum Eafstier Drei wurst, den Besitzer des Eafs Keck in der Passage, und fragte diesen, ob er etwas dazu tun könne, daß die Angriffe untmneben. Dreiwurst sagte seine Vermittelung zu und riet dem Klub, eine Annonce für die „Wahrheit" auszugeben. Der Klub war damtt cinoer[tauben, und durch Vermittlung von Dreiwurst wurde ein Inserat in der „Wahrheit" be ft eilt und zwar für die Kaffee-Großhandlung Keck, das jährlich 1000 Rtark kostete und auf Rechnung des Klubs ging. Der Angeklagte Paul Bruhn soll bei der Vermittlung des Jnseratengeschästs Dreiwurst aber ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht haben, daß Damit nicht etwa das Schweigen der „Wahrheit" erkauft werden könne. Es sind in der Folge denn auch noch weitere Artikel gegen den Klub in der „Wahrheit" erschienen, und infolgedessen bildeten sich Differenzen zwischen Dreiwurst und Bruhn auf der einen, und Dreiwurst und dem Klub auf der anderen Sette heraus. Die Angeklagten Paul und Wilhelm Bruhn wollen auch in diesem Falle durchaus korrett vorgegangen sein. Inzwischen ist der Angeklagte Weber an Gerichtsstelle erschienen. Er macht jedoch einen leidenden Eindruck und man ist im Zweifel, ob er der weiteren Verhandlung folgen kann. Er erllärt jeDoch, daß ihm dies wahrscheinlich möglich fein werde. Das Gericht beschließt, den seinerzeitigen Beschluß, die Sache gegen ihn abzutrennen, wieder auszuheben, zumal seine Anwesen- hett nur im Falle Hintze notwendig war und der Hauptzeuge hierbei, der Klavierhändler Hintze, noch in seiner Anwesenheit vernommen worden ist. Es würde sich nur darum handeln, die Vernehmung des Journalisten Kleebmder zu wiederholen. Die Verteidigung verzichtet jedoch darauf und ebenso auf die Stellung weiterer .Beweisanträge, soweit sie diesen Fall betreffen. Auch die Zeugen zur Affäre des Spielllubs „Berolina" find inzwischen samt und sonders zur Stelle, darunter der Safetier Dreiwurst, em Gerichtsafsessor, mehrere Börsenleute, Konfektionäre und auch der Redatteur eines Berliner Witzblattes. Zunächst wird oer Eafvner Dreiwurfr ^eriin) über die Gründung, Ausgestaltung und Die Vorgänge in betreff des Spielklubs Berolina eingehend vernommen. Der Zeuge Dreiwurst erzählt dann weiter, wie eines Tages der Klubleiter Baron F rö h- l ich an ihn berangetreten sei und zu ihm gesagt habe, daß er ja wohl durch sein Geschäft Beziehungen zur „Wahrheit" habe; ob er nicht veranlassen könne, datz die Angriffe der „Wahrheit" gegen den Klub unterblieben. Er habe dann den Vorschlag gemacht, der Klub möge den Betrag von 1000 Mark bewilligen, dafür würde er. Dreiwurst, in der „Wahrheit" ein Inserat feines Cafös in Jahresauftrag geben, und es werde sich dann schon machen, dap Bruhn daraufhin die Angriffe einstellt. Bors.: Wem haben Sie das Jnferat übergeben? Zeuge: Dem Angeklagten Paul Bruhn. Vor s.: vuben Sie ihn nun darauf aufmerkfam gemacht, daß das Geld für das Inserat vom Spiel-' klub Berolina herrühre? Zeuge: Rein. Später habe ich ihm allerdings einmal gesagt, er mochte mir doch Den persönlichen Gefallen tun und daiauf hinwirten, daß in der „Wahrhell" nicht immer Angriffe gegen den Spiellluo Berolina erschienen. Vors.: Und was hat der Angeilagte Darauf erwidert? Zeuge: Das sind Redaktionsangelegenheiten. Sie bür* fenabernichtglauben.datzSiedurcheineAnnonce irgend etwas bei uns erreichen können. Vors.: Er soll Sie sogar ausdrualich gefragt haben: Sagen Sie mal, die Annonce hängt doch niujt etwa mit dem Besuch zusammen, den letzihin einer der Herren vom Spielklub Berolina auf unserer Redattion gemacht hat? Und Sie sollen diese Frage verneint haben. Zeuge: Da» ist richtig. Vors.: Nach Ablauf eines halben Jahres solleii Sie nun den Angeklagten Wilhelm Bruhn in Ihr Total be|tel!t und ihn gebeten haben, ihn von dem Jahiesauftrage zu entbinden. Zeuge: Ja. Vors.: Wie kamen Sie dazu? Zeuge: Es waren inzwischen in der „Wahrheit" doch wieder mehrere Angriffsartikel erschienen, und da sagten mir die Vorstandsmitglieder: Sie haben ja Ihr Versprechen nicht gehalten. Vors.: Was erwwerten Sie den Herren darauf? Zeuge: Gut, bann werde ich Herrn Bruhn eben sagen, daß bai Geld für mein Jnferat von Ihnen herstammt, und dann wird er jedenfalls in seiner Zeitung darüber schreiben. Vors.: Nun, da haben Sie docheine etwas zweideutige Rolle in der ganzen Sack>e gespielt. Sie haben dem Klub gegenüber so getan, als wenn Sie auf die „Wahrheit" irgend einen Einfluß hätten, und nt Wirklichkeit haben Sie doch an die Aufnahme des Inserats kemerlei Bedingungen geknüpft. Zeuge: Das ist richtig. Ich habe erft bei jener Unterredung mit Herrn Wilhelm Bruhn davon gesprochen, daß das Inserat nicht von mir, sondern von dem Klub Berolina bezahlt werde und daraufhin hat er mich aus dem Vertrage entlasfen. Vors.: Wenn^ Sie das von allem Anfang an gesagt hätten, so hätte die ®e* schichte doch ein anderes Gesicht bekommen. Staatsanwalts Was hatte es denn überhaupt für einen Sinn, daß Sie deut Paul ^Bruhn nichts davon sagten, daß der Klub das Inserat bezahle? In diesem Falle konnte^ Sie doch niemals' einen Einfluß auf die Redaktion aus üben? Zeuge; Ich „ mußte mir doch sagen, daß Bruhn als Bekämpser der Spielhöllen dann das Inserat nicht aufgenommen hätte. Vors.: Also war die „Wahrheit" durch Sie nicht gebunden? Zeuge: Nein. Vors.: Sie haben nun noch Wetter- hin eine zweideutige Rolle gespielt. Es liegen uns hier zwei eidesstattliche Versicherungen vor. In der einen bestätigen Sie Herrn Bruhn, daß er ft am Tage der Annullierung Jhreg Jnferataustrags davon ü^nntnis erhalten haben, daß das Gell» dafür vom Klub Berolina herftammte. 24 Stunden fpäter abro versichern Sie ebenfalls in einer eidesstattlichen Versicherung dem Vorstände des Klub Berolina das Gegerttett. Zeuge: Es war nicht 24 Stunden später, sondern erst 3 Tage später. (Heiterkeit.) Tie Klubmitglieder stellten mich damals iuü> verlangten von mir Aufklärung barübet, weshalb die „Wahrheit" doch Angriffe bringe. Sie sagten. Sie hätten niemals die 1000 Mark bewilligt, wenn sie gewußt hätten, daß ich keinen Einfluß auf die „Wahrheit" habe. Ich müßte ihnen unbedingt eine eidesstattliche Versicherung geben, Daß Bruhn bereits bei der Aufgabe des Inserats gewußt hätte, um was es sich handle, denn sonst würden sie alle meine! Briefe, in denen ich von Beziehungen zu Bruhn gesprochen hatte, in der „B. Z. am Mittag" veröffentlichen. (Bewegung.) Das Inserat war beretts an die „B. Z." abgegeben und wurde nach, Ausstellung der Erklärung noch Nachts um W12 Uhr zurückgezogen. Am nädjften Tage aber stand die ganze Sache doch in der „Vossischeu Zeitung". (Hetterkeit.) Angekl. Bruhn: Also sindSie vom K lub Berolina er preßtworhen. (Heiterkeit.) Der folgende Zeuge Kaufmann Herrmann, ein Vorstandsmitglied des Klubs Berol^ia, behauptet entgegen dem Eafstier Dreiwurst, daß die Angriffsartikel der „Wahrhett" erst wieder begonnen hätten, nachdem der Klub die weitere Zahlung des Inserats verweigert habe. Der Kafsenbote Trautmann der „Wahrhett" erklärt, daß der Angeklagte Paul Bruhn ihn zu der Unterredung mit Dreiwurst mitgenommen habe, bei der Dreiwurst den Klub Berolina als seinen Hintermann zum erstenmal angab. Bruhn habe eine bestimmte Erklärung von Dreiwurst verlangt und dieser habe sie «hm auch ohne weiteres gegeben. Bruhn habe sofort auf das große Inserat verzichtet, von Drei- wurst aber gewissermaßen als Entschädigung ein kleines Inserat erhalten. Auf die Frage Paul Bruhns, ob der Klub Berolina auch hinter diesem Jnferat stecke, habe Dreiwurst ausdrücklich erklärt: Rein, das zahle ich selber. Durch die bann folgende Vernehmung des Kaufmanns Oppenheim, ebenfalls eines Vorstandsmitgliedes des Klubs Berolina, wird dann noch festgestellt, daß der Klub die Aufnahme des Angriffs gegen Dreiwurst in der „B. Z." und im ,Lokal- Anzeiger" nicht erzielen konnte. Nur die „Vossische Zeitung" habe den Artikel angenommen. Die eidesstattliche Versicherung habe man von Dreiwurst deshalb gefordert, wett dieser den Klub Doch getäuscht hatte und man vorbeugen wollte, daß er etwa wegen der restierenden 500 Mk. Klage erhebe. R.-A. Brederek konstatiert, daß dann aber der Klub eine Klage gegen Dreiwurst einbrachte mit dem Antrag auf Rückzahlung der für das Inserat verausgabten 500 Mark, weil Der Damit beabsichtigte Zweck nicht erreicht worden sei. (Hetterkeit^) Vertreter Des Klubs war, wie unter allgemeiner Hetterkeit festgestellt wird. Der jetzt als Verteidiger des Angeklagten Weber tätige Rechtsanwalt Meyer L? der dazu die Erllärung abgibt, daß Der Klub durch Versäumnisurteil abgewiesen worden sei, wett er infolge seiner inzwischen erfolgten Auflösung fein Interesse mehr an der Sache hatte. Buchhändler Freund bekundet, daß auch er eines TageS auf Veranlassung des Spielklubs Berolina auf die Redaktion Der „Wahrheit" gegangen sei und Dort erllärt habe: Herr Bruhn wird mich zwar für irrifinnig halten, ich bin aber Doch gekommen, um Sie zu bitten, die Angriffe gegen den Klub doch zu unterlassen., Vors.: Wem trafen Sie in der Redaktion? Zeuge: .Den Redakteur Weber. Vors.: Und was sagte er Ihnen? Zeuge; Gehn Sie gar nicht erst hinein, es kann Ihnen passieren, daß Sie' die Treppe herunterfliegen. (Heiterkett.). . Es wird dann aus alle wetteren Zeugen zum Fall des! Spielllubs Berolina allseitig verzichtet und nunmehr der Fall/ Koller erörtert Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist Der Restaurateur Koller der Inhaber einer großen Reihe von Berliner Nachtlokalen, so der Bar riebe Unter den Linden, des Metropol-Theater-Restaurants, der Arkadia-Ballsäle, der Moulin rouge und des Weinlokals Wien in Berlin. Er ist feinet freit aus Rußland herübergekommen und hat ein Vermögen daran gesetzt, die Berliner Lebeweltlvkale nach und nach zu monopolisieren. Ter Angeklagte Bruhn gibt zu der .Anklage, von Koller Inserate erpreßt zu haben, folgendes an: Koller habe beretts in Der „Staatsbürger-Zeitung" inseriert, und als er, Bruhn, dann die „Wahrheit" gegründet habe, sei sein Jnseratenakquisiteur Leupold auch zu Koller gegangen. Dieser habe zunächst abgelehnt, da er erst einige Nummern des neuen Blattes sehen wollte. Inzwischen habe sich dann ein Vorfall ereignet, der ihn, Bruhn, gegen Koller eingenommen habe. Es sei ihm nämlich von dem Wirt des Lindenkasinos, der bereits bei ihm inserierte, erzähtt worDen, daß Kollers Acvnopolbestrebungen sich neuerdings auch darauf erstreckten, die im Metropol-Theater und in feinen Ballsälen verkehrenden ^,Damen" auch gewissermaßen zu monopolisieren, indem sie nur noch nach Schluß dieser Lokale in feine, Kollers, Barbetriebe usw. hineingehen sollten. Dadurch wurde das Lindenkasino und jeder andere Kleinbetrieb auf diesem Gebiete geschädigt, und Da er ein Vorkämpfer des Mittelstandes sei, so wollte er von Koller feine Inserate mehr nehmen. Etwa 14 Tage später sei nun aber doch der Hotelier Kuttner aus Franffurt a. M. bei ihm erschienen und habe im Auftrage Kollers einen Jahresauftrag geben wollen. Den habe er zunächst zurückgewiesen, wett er zunächst Den ReDafteur Dietrich fragen wollte, ob dieser etwa bei Koller gewesen war und Davon gesprochen hatte, daß ihm, Bruhn, von Kollers Vorgehen etwas mitgeteilt worden war. Naw Rücksprache mit Dietrich habe er das Kollersche Inserat dann auch ausgenommen. Im Anschluß an diese Bekundungen bemerkt der Angeklagte Bruhn bann noch: ich habe bei ber Unterredung Herrn Dietrich ausdrücklich erklärt: Daß mir das etwa nur nicht mit dem Artikel in Verbindung gebracht wird, der gegen Koller erscheinen sollte. Dietrich hat mich aber beruhigt, und ich meine, zum Tatbestand der Erpressung gehört doch, daß ich oder Dietrich vorher bei Koller war. Ich kann noch weiter ansühren, daß Dietrich zu damaliger Zeit gerade einen Jahres^ austrag vom Lindenkasino brachte und daß ich diesen Auftrag zerrissen habe, als der Wirt PeterS die Andeutung machte, daß er nun aber auch einen Artikel gegen Köllen erwarte. Der Angellagte betont daun noch wiederholt in erregter Weise, daß auch in diesem Falle jede Erpressungsabsicht fehle und die Staatsanwaltschaft bisher in allen Fällen diesen Beweis schuldig geblieben sei. Vors.: Ich muß Ihnen aber doch die Anklage vorhalten. Angekl.: Gewiß, aber es ist doch alles unwahr. (Der Angellagte schlägt wieder erregt mit der Faust auf die Barriere.) Ao r ft: Seien Sie doch nur nicht so er- mann (vorn,. I. N. Scheich) zu Offen d a cy a. M. imt> Deren 1 Märkte. e Vas vermögen der Zrau von Schöiiebcü-Wcber. n 0 L 46 42 82 45 81 U 42 78 t 37 73 J 39 49 57 73 \.......‘“"ii 1,11 • • *vi11uni'11imm>v t'iuqcgritAHflt'iit'ii. jöcl dieserI —» ------------ ■■ j 'n ta«: ^MNlveobachtunge^öerZlation Giehen ivitfc nicht so günstig liegen, wie man angenommen batte L n £w ■>* w — blc ^geluuise im er [hm Quartal des neuen. Nov. ZL.L ZZ s« Z® Z , 3 !,ni tijviebigcitb waren, aber den doch g ZZ. «Z - £ § Wetter gi Pam en Erwartungen der Spekulation nicht entsprachen Viel- 1010 £ 6$ ?L Z d -E L Sc 5$ C K ls äo 6V 4. 2’6 Ü 2 2 10 10 10 98-110 88-98 80—87 r d 9« W s 8 Regen Siebet 104 93 83 78 71 65 K> le k: k 57 55 50 B ß E 73-74 73-74 70—73 65-00 88 86 v n e S 62 LS 50 59-66 53—59 48-52 L lr r bi e k r it t b ll 3. biS 3. „ geklagter Bru h n: Der Herr Staatsanwalt scheint nicht viel im nächtlichen Berlin zu verkehren (Heiterkeit), sonst würde er wissen, daß in dem M'ollcrfdjcn Lokal Tausenbe, in dem Wall- jchen Lokale nur wenige Hundert Menschen verkeliren. Zeuge M ut Hier: DaS ist nicht einmal richtig. Bei Koller verkehren F.C.toießbabcii. B ie h h o i-M a rktbe ri cht vom 4. Nov. «uUdeb: Rinder 105, Kälber 144, Schare 100, Schweine 236. Tendenz: 'Jiinbcv ruhig, Kälber und Schafe nutteünäßia, Schweine schleppend. ö Rechtsanwalt Dr. Wl er Abad) AU Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- lorbcruiincn sind bis zum 1. Dezember bei beut Amtsgericht Offenbach anznmelbeu. — lieber das Vermögen des Kaufmanns 4. 5. 4. 4. fc 'N lr al L fc bi Rur ernt mit virirr Mark« — btui Milcher — drmNeinncicvkii bei LcoUlltzril versa hrrni. Höchste Temperatur am 1 Sliebrigne , r ; Niederschlag: — 4,2 mm. regt. Ange? l.: Ach, ich habe soviel auszuhalten, ein ganzes Jahr hindurch. Ich habe so viele Sorgen gehabt, und jetzt fällt alles ein ng/ch dem andern in sich zusammen. Bors.: Ja, ja, das glauben wir Ihnen ja. (Der Staatsanwalt winkt beschwich- Mastlämmer und jüngere Masthannnel 39—40 78-80 Schwein e. Gießen, 5. Nov. Wlntttbericbt. Auf heutigem Woeben- markte io|tcte: Butter pr. Pid. 1.20—1.25 Dif., Hühnereier 1 et. 9—10 Big., Enteneier 1 Stück 0 Psg., Käse pr. 'cU ü—8 Käsematte pr. et. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. *0,80—1,00 Mk. Hühner pr. <3. 1,00—1,60 w.k., Hahnen uv. Stück 0,80—1,80 Mk.'' knien pr. St. 1,80-2,20 Mk., (Dünfe bas Psd. 55-75 Psg., Ochseu'- sleisch pr. Psd. 84—92 Pig^ Riildfteisch pr. Pfund 8u—84 Psg Kuhfletsch 70 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Psg., Kalv- fleisch pr. Pfb. 88—90 Pfg., Hammelflelsch pr. Pio. 60—84 Pfa. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.00 bis 7.50 Mk., Weißkraut bas Stück 10 bis 20 Psg., Zwiebeln per Ztr. 5,00—6,00 UHL, Milch bas "iter 20 Psg., Birnen per Ztr. 10-20 'Ulf., Aeosel per Str. 6 bis 10 Alk., Zivetschen per Psd. 00-00 Pfg., Stusse 100 Stuck 40—50 Psg., per Ztr. 0—00 Ulf., Bohnen per Psd. 00-00 Pfa Marklzeil von 8—2 Uhr. ÄVL**“ &bCn5m0Rüti Zahnzeil häufig verdriktzlick. gehen nicht boran, und es beißt dann, sie zahnen schwer. Um solchen für Kind und Mitten miangenehmen Sto» nmgen vorzubeugen und den Kleinen eme gedeihliche Entwicklung zu sickern, empfiehlt es sich, ihnen regelmäßig -Scolls Emulsion 3lu» Strtöf uh» Land. ließen, 5. ^lovembcr 1910. " 91 uß dem Militär.Wochenblatt. Dem In» lenbanlnr-Lekretär Stamm (18. Armeekorps) der Titel ,Obet> Milltär-Jntendantur-Sekretär" verliehen. Alldeutscher Berd and. Die Vorgänge in Persien lenken die Aufmerksamkeit von neuem ans die Verhältnisse in der Türkei. Der Allbentsche Verband wirb da- cher seine AusklärungLlatigkeit im Winterhalbjahr mit einem Vortrag beü llniversitätSprosessorS Dr. Hörte über .Deutsche -Arbeit in Kleinasien" beginnen, der sich vorwiegend mit ber -größten deutschen wirtschaftlichen Unternehmung in der klein- asiatischen Türkei, der anatotischen Eisenbahn, beschäftigen wird. Der Vortrag findet nächsten Freitag, 11. November, abends 81/* Uhr in Steins Garten statt. ” Kunftveren. Die Gemülbe-AuSslellnng am Brand wurde heute teilweise geändert. Eü sind Gemälde von Prof. P. Mayer-2)lainz, (S. Noeßler-2)lünehen und einige Exlibris von H. WilmS-Blünchen neu auSgefteUt. Sämtliche in der! Ausstellung befindlichen Gemälde und Plastiker» bleiben nur noch acht Tage, einschließlich zweier Sonntage, ausgestellt. Dre Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme Sanlötags, .geöffnet. I gegen Koller doch nicht bringen. R.-A. W r c b c r c l: Was sagt die Anklage dazu'? Damit fallt ja jeder Tatbestand der Erpressung glatt au Boden. Der Angeklagte Bruhn wendet sich Kierans in heftiger Weise nochmals gegen den t a a t s a n w a l t, w o r a n s der B o r s i ß c it b e Ihm bemerk, daß er bei einer noch s o erklärlichen Erregung doch nicht in dieser Weise den Vertreter der S t a a 1 b c b ü r b e a n g r c i f e n dürfe. Angeklagter: Ich sehe ein, daß hier nicht der Ort ist, initd) mit dem Herrn Staatsanwalt auseinauderzuieben. — Der, lebte Zeuge des heutigen Tages ist Restaurateur Wegner, der 9)litbe|iber des Lindcnkasinos. Er erklärt, er habe gleich von Anfang an in ber „Wahrheit" inseriert. Dann habe Peterö einen Iahreüauftrag erteilt. Aus die Frage, ob an die Erteilung des InserateuanstrageS die Bedingung geknüpft worben sei, einen AngrissSartikel gegen Müller zu bringen, erklärt ber Zeuge, davon wi>se er nichts. Der Zeuge lueiß bagegen davon, baß ber Auftrag von Bruhn annulliert iu u rbc, inbem er den Austragszettel vor den Augen Peters zerriß. Später wurde die Sache bann eingerenkt. Um V,4 Uhr nachmittags werden dann die Berhanblungen aus Montag ‘J1/^ Uhr vormittags -vertagt. tianOcl. n”t 1V '•n ■ c H c n. lieber da« Vermögen be5 Ar cör 'l ?Hpr tnDli> ? ’ ® J e !'llleininhaver ber Eisenhandlung S Jt L ä J ? ber iLememschulduer seine Zahlungen ein- miniit hat um autuig auf Konkuisirösfnnng seitens eines Äläu' I'i'adtm[i im 'f1'L ^omtsanwaU cartovuta in Darm- abt wurde zmn Konkursverwalter ernannt. Konkursforberunaen uunelben Uebur hni bc,n ^""saericht Darmstadt 1 an- -umtlden. Uclei das vermögen der jinua Hermamt C|tcr- Geriche-iaal. I OH eß e n, 5. ^ovbr. Das Landgericht OH eßen hat J ll°c. Entscheidung gefällt. In einer Fabrik Halle eine CriUorClrnc- nrü6c Summe Geld veruntreut. Um den rück staubigen -lrbcltslohn nicht einzubüßen, zedierte sie ihn, als sie ivegen der Entdeckung ihrer Verschlungen das O)cschäft verließ klaMe ^/oandten der den Betrag gegen den Fabrikanten ein* tlngii Dieser machte eme Gegenforderung von 170 Mk. geltend um die ihn die Arbeiterin geschädigt habe, und berief sich aus sein Zurückbehaltungsrecht. Der Kläger wandte ein, er selbst iiifbt die Arbeiterin habe eine Forderung eingeklagt: wenn jene Schaden zusügte, habe er dies nicht zu vertaten. Das (Bericht erkannte das liicht an, obwohl viele Nechts* lchrer die Meinung vertreten, wo nicht gepfändet und wogegen nicht ausgerechnet werden kann, wie beim Arbeitslohn, gebe es auch feilt Zurückbehaltungsrecht. Hier gelte § 404 des V. G. B. woua>h ber Schuldner dem neuen Gläubiger dieselben Einreden y//oegenhalten kann, wie sie beim alten Gläubiger zurzeit der! *0/4'0. ber Forderung zutreffend waren. Der Lohnforderung Slcfr1. U uagegenüber habe bas Zurückbehaltungsrecht nnt Erfolg gcltcnb gemacht werden können, da eS sich um eine itE1?'11?’1 I)n1,!bIr' b.ic ai^ v 0 rsüvlich zugefügtcm Schaden eutipraug. Die allgemeuie Frage, ob nach ti 273 B. G. B. das ^juiüclbehaltungLrecht gegenüber einer nicht pfändbaren Lohnforde* rung geltend gemacht werden könne, brauchte, hier nach der An* ichl deS Oerichtö nicht geprüft zu werden, da es eine 91 r g I i ft feitenä des Klagers barllcllen würde, wenn er Lohn forderte, mo er vorfaplich zugcsügten Schaden zu ersehen habe. , Museum. Von Sonntag ab find die Aus- grabnngsfnnde von Leihgestern im Saal 1 zu besichtigen. Die wohl einzig in ihrer Art dastehenden Totenkisten und die so seltenen chegenslänbe aus Holz tonnen erst spater ausgestellt werden, da das Holz selbst erst kon- serviert werden muß, , , .** H u e k ä m v s u n g! der Arbeitslosigkeit benbfuljtigt D a r 111 stadt eine Z e n t r al st e l l e j ü r A r - beitslvsensürsorge mit privatem Charakter einzn»! nchten, die alle nach den Verhältnissen zur Mitwirkung Birnsinen und freiwillige Helfer in sich vereinigen und jo ein erfolgreiches Arbeiten nach einheitlichen Osesichtspnnlten ermöglichen soll. Zur Begründung dieser Einrichtung wirb angesuhlt, baß bte bisherigen Maßnahmen der Aotftands- ^rbeiten und des Arbeitsnachweises nur einer uorübcraebciiJ beit nicht sehr umfangreichen Arbeitslosigkeit und ihren Folgen annähernd steuern können, in Zeiten großer Arbeits-1 lofirtkit dagegen versagen. Es soll daher eine Stelle nej schassen lverden, die sich die Bekämpfung der Arbeitslose -1 leit und ihrer Folgen zur besonderen Aufgabe stellt die .neue Urbi'itsgelegenbc'iten beschosst, zur SelbsthilsV au- Ert und als freiwillige Helferin ordentliche Arbeiter vor idee l.otwendigkeit bewahrt, öffentliche Armenllnierftilßnngs mittel aiisprechen zu müssen Die Errichtung einer solcheB ^,l Lir n Jl d) - Wnfijabe Staate-) ober »et u|[iiitnd)eu tocIbftUcrroaltungiSüerbänbc, ber Selbst- '.mifwrflatiifationeii ober privater Äohllahrtseinnchtunaen Ungesehen, sie t|t vielmehr ruti ber Statur ber Dinar beraub '.’lufflabe aller, yanbel, Jnbusttie und ■Weimib,/ au.» deren Äerksisttten die Arbeitslosen hervor- geht», müssen sieh nut den znerst Genannten im Nwnvse aefleit Ue .lrbeitSlosigkeit uitb ihre Folgen verbinden. Die ?”! Äel'rc besttibUchen MTäite müssen zusainmengefastt hto« ftHunimenibc »raste zur MUhiise ausgelöst iverbctL Rülf dieser breiten Ginnblaste eine Zentralstelle inS x'ebon l'u 1 'I1 *'lu nituer, vielleicht atissichtsvollerer Perinch m’hUtn b!C Cr f^'Mierincn Frage, atS bie Bersolstnna . ®. au lT“'r,allÖeMlc1,,cu «ibeitSlosenverjicherunst , , Kitsch e ». Unsere Musilfrennbe machen tu» auf bi 11 .lititel Adam 01 r 1111) in den heutigen Familim Müttern besonders austnerlfam. 9 °lU öant,Ilut' i niiig erfahren haben, so ist die Unsicherheit übet die weitere »1 EMwicllliug noch keineswegs gewichen. Es wird sich erst zeigen müssen, ob die Bank von Euglond und die Reichsbank mit tHui hr^nn « - 7" U'bigen DiSkontsäßen uuskommen werden. Daß die Oieldsraae bw zu 2 Zentner noch immer Ms schwierig angesehen wird, gebt aus den Wochen- *. • • • • • • • 57-58 bcrirßteu der in ei firn Großbanken hervor, die )id> überaus skeptisch Schweine über 2 Zentner äußern und die Spekulation »ur.Porsicht,.„atmen. Aar ....... bii^ flcugnit, die Zuversicht der Börse zu dampfen, so wurde die E ^chweme 54—56 Unternehmungslust auch herabgestimmt durch die Mitteilungen । • - 50—00 eo 86 | 92 97 Landkreis Gichen. ' . 1 ' 1 , ?J‘LUL *V'iev wurde als B eine- (tor b 11 et er ^aiibiuut Wilhelm Hahn 11. mit 61 Siim u n >xwählt. Sein Gegenkandidat Phil. Pfeffer erhielt 47 ^stimmen. L A l- Nov. In bicsem Jahrc sind 10 Jahre ocr. Zlosskn, bah auf bc,n Kirchenplah in Lrtnneruna an bic 000 1 al)v,gc, SKtcbctfeljr bcb rag.-S, an dem uiilcrnn Ort burd) SUufcv Albrecht I. Stabtrechlc veriicljvn tootöcn Jmb, crnc Eichc gepflanzt wnrbe. Sie ist nun schon ein .verhaitm»müb>ü stattlicher Bau.» geivorbcn, bet aUrrdittgS InocI) klein ist beim Vergleich mit anderen Baumen, rtc den. t ........ < 71. Z^, lmo DCten iciocn Platz gieren, einer alten Friedhofslinde, die an die AlleiuinhaberS Hermann Obermann daselbst wurde am 27. Cft. I Seiten erinnert, wo der Kirchhof sich noch inmitten der etabt bn\sl0,>r<>nv c°wr. Sauer Söhno, Fulde, Mehelfebrik mit Dampi betrieb, tiegr. mt einem Tage so viel Menschen, Ivie bei Wall in einem Jahre. Agent Busse erinnert firf), daß während seiner Beschäs- tiginig bei der „Wahrheit" einmal Nedakteur Dietrich mit einem Iuserateiiaustragc des LindenkasinoS im Betrage von 700 bis 80() Mk. heim kam, daun aber erklärte habe: Bruhn hat den Austrag von K'oller augeuommcu, nun kann ich meinen Artikel November — Z- 7,8 ’fl, , -4-2,3 "0. tigenb mit der Hand.) Hotelier K u t t n e r bestätigt bann dem Angeklagten, daß diesei das Inserat zunächst nicht nehmen wollte und daß er auf den Vorhalt, andere Lebeweltlokale inserieren doch auch bei ihm und er sei onrf) in erster Linie Geschäftsmann, gesagt habe: Ich bin .lber auch Politikel- und von meinem politischen Standpunkte aus rnnu ich das System Koller nicht billigen Er monopolisiert alle Lokale her Demi Monde und führt also de» Warenhaus betrieb auch in Bezug aus bie Lebewelllokale durch. Der Zeuge hat genrod ihm daraus erwidert, daß es doch wohl besser sei, wenn es (r gute, Wasser! als 10 schlechte Lokale dieser Sorte gebe. Eine Weltstadt w' Berlin habe nun einmal solche Lokale nötig und eS liege tm Interesse des Publikums, daß sie voll eiuwandsfreieu Persön^ lichkeiten uud in vornehmer Weise geführt werden. Staatsanwalt Leise ring: Ist nicht aber auch der Betrieb des hier früher vernommenen Nestnurateurs Wall ein solcher Masseubetrieb ? An gilpauu eit Erwartungen der Spekulation nicht entsprachen. Viel- saih imiIc mau gebofl.t, daß die Divideudeuadschlägc in ben Aktien, ber großen Hüttengesellschaften den Kursen neue Elastizität geben ü.?!? bnrauihi.l die Eugagementü durchachalteu. Als avi i auch diese Hoffnung trog, kam ziemlich beträchtliches Material ?lK\IIlfl)( °bn‘' Kursrückgänge zu plazieren war. Am lclitiii wurdeii icne Favoritpapiere betroffen, bereit Aufwärts- beiveflunö x^djei1 Inn durch die Börse in Atem gehalten hatte. . gilt lies namentlich für Phoeniz-Aktien, die trop Inter- VCU ShA .Großbank stark zurückgedrängt wurden, nr.fhii V. ..T;'St11110ul'Ocr silngen nach eriiügtcm' Divchenden- c-ab Uk dl Äezugsrechtes noch weiter zunick, 3 i.ltde’,yn rri,l’.IeiL Gelsenkirchen tendierten ebenfalls, h.mhm^hL1.131 CIl,1 t>tc auf nur 9 Prozent laufende Divi- ehims rn?brUs ° c'lIluil|cl,,c Schlesische Hüttenaktien Iciftctcn J । ,?b , v'rouere PositionSlvftmgen fanden auch hiurb/ VACrV v f f.11CU . Itati, was darauf zurückgefübrti ? [Ä ^ie_J rrmijue über KouzessiouSerteilung für die ‘ 1111 ^üßelborf nicht bestätigen. Aach verlautet r^ihihMih?U?nCn' ^esellfchast nnb Schuckert nur dieselbe ® äirmm verteilen nnb ben Mehrgewinn zur mar hiV1 -Hleihen benußen. In anderen Jnbustxiepapieren M ? h ! schwankend bet meist stillem Erschüft r^l!llll° geigte ber Bankenmarkt, ba im rnHmi.Hi ! ! ? J( 11cbe,,crte DividendenauSsichten Tauschope- l ..luiitiunucnen L.gen Bankaktien borgenommen mur J 1 • l’eilehrten ui vonvLegend fester Haltung: begünftiat uei-nn hi'baT --^düngen, wonach die österreichische Ae N1 m.,' ,i il" aus dl. Lauer von 7 Jahren beJ hi - inl>\ s)?,,ll;llllllier JiHircn gefragt uud höher, obwohl! d e ^agi in iui Bereinigten Staaten mxl) wenig geilört erscheint I truciMürfie01' ^ahl auch keine Nrung eL ■v1 . ib t f! a h r t S a k 11 e n sind gut belxtuptet I o-onds wenig verauderl. Privat Diskonto -1»', Prozent. 1 \ «örscu-W-chc,.bericht. «J> * ” Frankfurt a. M., 4. Nov I Mittlere wia>t- nnb gute Saugkälber . Wenn mich die Gel bve r häl t uissc wieder eine Erlcickte- eauglalbec 1 AVTAHnnw • i* k.* « M ..Fl .1. . < • .. v . I Cl) Q ' Ce Db Ul dl u General Versammlungen der großen Montanwi'rke ae» m--T . -----... mnriit hrorben sind. Wohl klang aus allen diesen Ausführungeu ♦'fi nftfh* APP7tP 9ind nm Sonntag dem 6. Nov* heraus, baß die Lage de r Eisenindustrie befnebigeubi tvboinlvn Ubr mittags bis 12 Lbr nachts fei, aber mit Nachdruck wurde darauf hingewiesen, daß die Werke I “Ur tdr dn,,«en(ie ha,,H sicher anzntroüen : [D •/.« bemilbt bleiben müssen, durch Ausbau uud Verbesserungen sich n**: Miller, Liobig-str. 47. tvcitcr zu stärken um wohlborbereitet den Verhandlungen über bic ,>r- ^ Berlin, 4. Nov. ,r. ^0Lr oem -0. Zivilsenat des KammergerichtS als BerusungS- ui tanz fand heute unter dem Vorsitz des Sonatspräsibenten Keiner dlr Verhandlung tu der Klage statt, die ber Vormnnb ber Frau J Schönebeck-Weber gegen bereu Gatten, den Schriftsteller A. O. Weber aus Erlaß einer eiustweiligeu Verfügung zur Sicherung sjH,,oH.achleil Vermögcus der Ehefrau angcitrciigt hatte. Der ü-iue/ Bi-mi.-rHsder "i Begleitung |einer Frau unb| lleberßanb: Dlinber llcberjianb, Kälber auSverkauft, Schaft Walter Bahn üclTicIeit bCnJ?Crd)tdQ!l^aÜ QUÖÜCLfQU,I# 6cl)roeuic kleiner Uebevfianb. Preis Durch- SSSÄS S LNSSSSK r„ SÄÄ ÄViftXÄäXtt •«*** E--~ ^le Schuld hieran wird der Wirtschaftsführung durch den Ai^ ^Glachlwertes, hochiicns 6 Jahre alt 48-52 87-90 50 traggeguer beigemesfen. Bei Aufhebung der über- die Ehefrau l^ifchige, mcht ausgemaiicie unü verhäugtcu Pflegschaft war ein Vermögen von 183 000 Mark vor- mr UVC ail0flcnmllctc...... 45—48 86—87 h^eu. Jetzt besteht bas Vermögen nur aus ber Kaution von genährte iiuigc und gut ge* &0 000 Mark, bie bei ber SRcgietungMaffe in Allem,ein bia erlem "al,lte altcre •, 40-44 80-85 Und. unb 70 000 Mark Anteilen d°S Leber-vansösnn .r, »nr>c"' munb fleht nun auf dem Standpunkte, daß es unwirtschaftlich ist ^fleischige aiiSgemaslete oarfen höchst. wenn der Ehemann bas ganze bare Gelb seiner Frau in e n ..Schlachtivertes . 43 - 48 78-84 Unleruehmen slecll, von dem nicht voranszusehen ist? ob es eine I auSgcniästete Kühe höchst. genügende Sicherheit bietet. ' I Schlachlivertes bis zu 7 Jahren. . 40—44 77—80 Nach kurzer Beratung verkündet der SenatSpräsident baß daS Ucllc?c ^usgemiistcle Kühe und ivcnig Urteil in acht Tagen gesprochen werden solle ßüI cnüuictcUe jungcreMulje u. ftärien 86—89 72—75 —....... I Kalber. • 32,3 5,1 5,6 <35,0 4,4 5,7 *34,7 4,5 6,1