Nr. 30 T,t -tetzener Lnztt-« .rfrfjemt tdfl(id), außer Sonntag. - Beilagen: Diennal wocbentlich Ht^ewtrjyflTtiUifnblätttt, iweimal roödientLKieis« bl«tt für btn Kreis 6iefeen iTienslag unbtsreitaq); jmetnial monatL Land' »irlfchaftlicheseilfragen Seni|pred)'s21nfd)lüfie: Ar die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 ybrefie tot Devefchem Auzet-er «tetze«. limabme von »nzeige« für die TageLuurniner bis oornüvags 9 Uhr. Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 5. Februar 1910 Vezugsprevs: monaclich75M., viertel- jährlich Akk. 2.20; durch ©teneiier Anzeiger B ■ ■ M Verantwortlich für den polttsichru Teil: August General-Anzeiger für Oberhefsen MW Rotafionsörtitf und Verlag -er BrüblWn Unin.-Vnch- und Steindruckere« R. fange. Redattion. Lxpe-itlon und Drntferet: Schulftratze 1. Anzeigenteil: ö." Beck. Die heutige Nummer umfahr 14 Seiten. ^esseschabe; gleichzeitig-dancte er für die'Berleihung'beeT^Uo Bluten mttte Adels. finben mcht im Handumdrehen den Weg zum ruh,gen Alltag znrnck, — Das alte Oberammergauer Vaterunser, die Aniregung zittert nach und giv'elt in den Lleges'eiern. die nach ■ Den zahl, eichen alten gereiniten Vaterunsern, von denen die altere bem harten Kample m allen Wahlkreljen festlich begangen,verden. Gicszenev SiabUbcaUt« als Lrteralurgefchichte inanches berichtet, dürfen sich die schlichten Verse anretbeu. tu denen das Vaterunser des Oberammergauer Vaillous- ivieles vom Jahre 1680 gehalten ist. Es in als Tischgebet in das „Abendmahl" emgeschaltel lind entstammt dem Paismilsdrama des Marrer-s Johannes Al bl, das zum eritenmale im Jahre 160> in Weilheim au'ge'ührt wurde. Das Vaterunser lautet tu der ur- deiii namen Herr geherlligt werd wie im Hiinl also auf Erd, zu khomb vimtz dem reich, dein willen las vnns durch dein gnad eifilleu, gib vnns heut vnnser Täglichs brodt, wah da zur Leell vnd leib ift noch, vnd vergib vnns Herr vmiser schuldt wie wür vergeben mit gedickt all vnuseru icbulbmexu auf erbten, las oiuib o Herr nit eingslerlh werdten in khein bÖBe Versuchung nit, wan vunß der böß femd anficht, erleß vims Herr au6 aller g'ar, ainen amen daß werdte wahr." Eine Tankiagullg am Schlüsse wurde int alten Passiousspiel Choral gesungen: „Dankhet den Herrn der grossen gnette lobt gott oub Herzen grimdls vnd genniette, der alles ftelsch auf erbten timet speisen den vöglem auch thuet erweitzn, der vims hhiielt vnd alls gneils beraith, den sey lob vnd dancth in eivigkheit." Mit der im Jahre 1810 erfolgten endgültigen Prosabearbe,t,mg -Wie die Engländer Wahlsiege feiern. Die wilde Erregung des Wahlkampfes in England, die während der sprunglichen Handschrift: „Vatter minier aller zugleich, der du bist in den Hnnel rerch, dem harten Kampfe in allen Wahlkreisen festlich begangen werben. Dah der erfolgreiche Kandidat nach den Wochen iinruhevollen Zweifels einer Aufwallung ehrlicher Freude nachgibt, kann kaum Wunder nehmen, wenn auch manchmal der Triumph sich seltsame Formen erwählt. Als Air. I. C. Wedgwood in Neiveastle-imder Vrjme die langersehnte Kunde seines Sieges endlich in den bänden hielt, da kletterte er vor Freude auf das Denkmal seines Urqroö- vaters Josiah Wedgwood, des berühmten Erfinders, und bemalte das Standbild bei Morgengrauen mitden erfolgreichen Farben feiner Varlei. Aber dieses ehrwürdige Standbild des allen Wedgwood, fo erzählt eine engltfche Wochenschrift, war nicht das einzige Monument, das unter der Siegesfreude der Parteien zu leiden hatte. Als in Aylesbury der Hon. C. W. Rothschild gewählt würbe, da bemalten die Parleigäiiger des Abgeordneten die bronzenen Löwen, die auf dem Marktplatz von Aylesbury stehen, nut den Faiben ihrer Kandidaten, mit einem leuchtenden Gelb und. einem strahlenden Blau. Der Gememderat ließ dann am Morgen die Löwen säuberlich abwaschen, aber in der folgenden Nacht wurde die Bemalung erneuert, nur daß am Morgen die Löwen nicht mehr blangelb gestreift waren: diesmal hatte man den einen ganz blau und den anderen ganz gelb angemalt. Anders feierte William Johnson ferne Wahl, als er das Banner der Arbeilervarle, m Warwickshire zum Sieg geführt hatte. Ta der Kandidat nicht mehr m den Jahren war, wo man ohne grobe Schwierigkeiten Denkmäler erklettert, lieb er einen ganzen Ochsen und em echweut am Spiebe rösten Der Ochse »vog 880 Pfund, und 9 Stunden lang drehten kundige Hände in Bedworth den Spieß- -ter siegreiche Abgeordnete kam mit seiner Gattin eigens ans London, um das erste Stück Fleisch hernnterzuschneiden, Wie sehr die Wähler nut dieser Siegesfeier einverstanden waren, mag aus dem Umstand geschlossen werden, daß in kaum einer halben Stunde der ganze Ochse verzehrt war. In Peterborough wirb der Wahlsieg auf die gleiche Weise gefeiert, aber das Temperament der Wähler begnügt sich hier nicht mit dem gerösteten Ochsen unb dem gerösteten Schwein: es fordert ein großes Freiiben'euer. Als der Erwählte des Volkes, Air. Ereenwood, int Triumphzuge nach seinem Hotel fahren wollte, spannte man ihm die P'eibe aus und zog den Wagen bis zum Hotel. Tann aber wurde das leere töe- fährt un feierlichen Umzüge durch die Stadt gerollt, bis endlich der große Augenblick kam: ein Enthusiast zündele den Wagen an, und unter losendem Jubel fuhr man diese rollende Fackel durch die Straßen, dis Mr. Greeuwoobs Equipage nur noch em vamcheu Asche war.. Em JournaWenstreik in München. Ein interessanter Konflikt ist in München au§ge* Krochen. Wer von den beteiligten beiden Parteien un Rechte ist, hängt davon ab, ob die Berichterstatter durch ihr Ausbrechen aus den Sitzungen die Ruhe gestört haben ober nicht. Es wird darüber gemeldet: München, 4. Febr. Die Journalisten auf der Tribüne der Kammer der Abgeordneten erhielten heute den Auszug ans dem Protokoll über eine Sitzung des Direktoriums der Abgeordnetenkammer, worin zur Sbrache gebracht war, daß die Journalisten gegen Schluß länger dauernder Sitzungen mehrmals m ostentativer Weise zusammen die Plätze bet- lassen hätten. Das Direktorium bevollmächtigt den Präsidenten, den Journalisten die Auffassung des Direktoriums bekannt zu geben, daß dieses Vorgehen als ein unfreundliches, auffälliges und ungeeignetes erachtet wurde. Es sei Sache des Präsidiums, über die Dauer der Sitzungen zu entscheiden., Jeder Versuch der Journalisten, in dieser üs zu einem heiteren Werklein passen mag, fand ni.cht nur sine recht freundliche, sondern in seiner Darstellung auch eine stellenweise stürmische Aufnahme. Dieser Erfolg tft in erster Linie Gusti Ney zu danken, die den lieben Trotz- lopf Vittorino mit lebensfroher Hingabe und strudelnder Herzlichkeit spielte. Die quecksilberartige Behendigkeit und das unaufhörliche Fluten wechselnder Knabenempfindungen gelang der seelenverwandten Künstlerin recht naturwahr unb auch überzeugend. Edgar Pauly tat sich als Severino besonders hervor und halte dank seiner humorvollen, lustigen Darstellung mehrfache Sonderersolge zu verzeich- < nen. Eine schöne, aemütstiese Erscheinung schuf Karl Volck als Pater, zu dessen treuer Gestaltung ihn Anlage | unb Neigung besonders geeignet erscheinen lassen. Erna Güldener spielte die Marchesa mit mütterlicher Sorglich- leit und warmem Empfinden, das an des Künstlers lodernder Lebensfreude zu inniger Liebe entfacht wurde. Dem Maler lieh Daubal die hinreißende Begeisterung einer sebstbcwußten Künstlerschaft. Lore Scholz gab die mutwillige Mirra trotz einer starken Erkältung sehr gefällig unb auch Ada Paulp ^ls Isotta und Luise v. Glo ed en als Coletta fügten sich gut in den Rahmen der Aufführung. — Daß die Abendstimmung durch einen grellen Lichtkeil für Augenblicke gestört wurde, was in der letzten Zeit häu- l'iiger vorkam, war nicht gerade erwünscht. N. politische Wochenschau. Gießen, 5. Febr. Der Budgetausschuß des Reichstags hat bei der Beratung Über die Kolonien ein seltenes Bild der Einmütig- feit geliefert, und der Staatssekretär Dernburg hat sogar tas Lob seiner Feinde von der Reichstagsauslösung her qcerntet. Ein kleiner, interessanter Vorgang aber war verborgen geblieben, und in der Vollversammlung des Reichs - mgs am Donnerstag schoß er plötzlich als eine Sensation heraus. Wieder ein Streit der Regierung mit einem Bischof. Samoa, wo kein Schulzwang herrscht, -hat die deutsche Legierung eine Simultanschule eingerichtet, die dem dortigen Herrn Bischof französischer Nationalität nicht gefiel. Herr Dernburg sprach Herrn Erzberger gegenüber mit erhobener Stimme. Soweit ist der geistliche Oberhirte gegangen, das; er die Katholiken, die jene Schule beschickten, Bit Exkommunikation bedrohte! Leider erfuhr man aus den Sehen'im Reichstag nicht alles. Wunderbar, daß der ganze Weitfall so lange gänzlich verschwiegen bleiben konnte. Staatssekretär hat sogar das Kölner Domkapitel um snne Vermittlung angegangen, und dieses hat den schroffen v^erspruch des Samoaners unterstützt. Es ist seltsam, daß der redelustige Reichstag sich nicht volle Aufklärung Über den ganzen Verlauf dieser Verwicklung zu verschaffen rußte. Die liberalen Parteien unterstützten Herrn Dern- üra, ohne zu wissen, wie weit er auf seinem Standpunkt beharrt und ob er in dem Streit nicht schließlich doch ein Entgegenkommen gezeigt habe. Und am Ende rückte der Staatssekretär ganz gemächlich und gelegentlich mit der Bemerkung heraus, daß zurzeit katholische Priester in der Zamoaner Schule Religionsunterricht erteilten und Uebun- sien abhielten. Niemand fiel es ein, zu fragen, wie man i>enn schließlich zu einer Einigung in Samoa gekommen sei und ob denn der Bischof seine Haltung^jetzt geändert \4ibc. So berechtigt die Bemängelung ist, daß der französische Bischof in Samoa vierzig Jihre dort sei und dennoch nicht der Mühe wert gehalten habe, deutsch zu lernen, jo wenig würde man doch die Haltung der Regierung Wnen können, wenn sie dem Religionsunterricht anfänglich Schwierigkeiten gemacht hätte, um dann doch rhre Haltung i8t versöhnlichen Sinne zu änbern. Der Reichstag schemt biesen Dingen nur sehr schläfrig gefolgt ^u sein, und wenn tin Berichte zuverlässig sind, so haben dre unvollständrgen LMärungen des Staatssekretärs keineswegs eine erfolgreiche Großtat der Regierung festgestellt! Wie einseitig und machtlüstern das Zentrum ferne Wege gcht, zeigte eine der letzten Ncummern der „Köln. Volks- zig.". Dort wurde eine vier Spalten lange klntersuchung darüber angestellt, wie weit die Schulparrtär in unserem hessischen Großherzogtum verletzt werde. Erfparnrsrücksrch- ren will der Verfasser dabei nur nach der Richtung walten lassen, wo nach seiner Meinung das konfessionelle Ueber- gewicht die ^agichate zu tief gesenkt habe. Und dann mb en Städte, Landorte, Zahlen und Klassen, Bergletch- ungen und Prozentsätze aufgetischt, daß einem schwrndelt. Ihn nur einiges Bezeichnende herauszugrei^en: Unter den 20 Direktoren der Gymnasien, Realgymnasien und Ober- cealschulen sind nur 3 Katholiken! Von den Direktoren her 8 Realschulen sind nur 2 Katholiken! Die 4 Räte an der Spitze der Schulabteilung sind alle Protestanten! Warum ist unter zhnen nicht ein katholischer Geistlicher? Voll stürmischen Eifers wird für Bingen die Umwandlung der höheren Schule in eine Vollanstalt gefordert, während der die englischen Wahlen veränderten Verhältnissen und sich ankündtgenden Umwälzungen gar nicht zu reden. In der Leitung der konservativen Parier schemt man ich dessen bewußt zu sein, daß die bekannte Fanfare des Abgeordneten von Oldenburg-Janusck)au zu feiner unge- egeneren Zeit hätte kommen können. Darum hat der onservative Führer v. Heydebrand am Donnerstag auf dein Parteitag in Hildesheim vor der amtlichen Bekanntgabe >cr preußischen Wahlreformvorlage eine sehr versöhnliche Rede gehalten. (Sie steht im 3. Blatt unserer heutigen Ausgabe.) Einige charakteristische Sätze dieser sehr geschickten, überlegenen Taktik: „Wir wollen an den verfassungsmäßigen Rechten des Volkes nicht rütteln lassen/ Das ist wie eine Einleitung zu den Wahlrechtserörterun-' gen. „Wir wünschen ein freies Volk, wir wissen, daß auch in der Freiheit sich eine starke Autorität bewähren ^kann. In der Tat kann die Liebe freier Männer auch den Thron viel stärker schützen als.andere Mächte." Das ist em außerordentlich wohlllingendes Echo hinter der preußischen Drill- Rede des Herrn v. Oldenburg. Wie fein bedacht der konservative Führer vorgeht, beweißt auch der offenbar auf die Einführung der Schissahrtsabgaben deutende Satz, „Wir wünschen auch einen starken und kräftigen Bundesstaat, in dem jeder einzelne Staat sich in seinen berechtigten Eigentümlichkeiten und seiner selbständigen Eig'ntümlichkelt aufrecht erhält. Warum wünschen wir das? Weil wir die deutsche Eigenart und die deutsche Geschichte kennen, well wir wissen, daß, solange es ein Deutschland und ein deutsches Volk gibt, es deutsche Stämme gegeben hat, die ihrer Eigenart nur soweit Opfer gebracht haben, als notwendig war, um das große Ganze , < t sichern. Wir dürfen uns von den letzten Wurzeln unseres deutschen Volkstums nicht trennen." Man begreift es, daß die „Natronalliberale Korresp. heute schrieb: „Wandelt seine Partei wirllich die Wege, die er mit beschwingtem Znße voranzueilen scheint, dann könnten wir einer besseren Zukunft entgegensetzen. Vorderhand aber müssen mit die Taten abwarten." Mochte dw tonservative Partei die in der Heydebraudschen Rede niedergelegten Grundsätze immer mehr sichtbar verwirllichen! Der Redner spendete auch dem vielbetampften Bunde der Landwirte ein reiches Lob, und hier wird natürlich in der Presse der Linken der Widerspruch einsetzen. Immerhin möchten wir den ruhigen, sachlichen Ton, den würdigen Beiklang idealer Aufsagungen in der Hildesheimer Rede als em Muster politisch taktvoller und wirkungsvoller Tätigkeit gelten lassen. Iinanzreiormerische Eifer des Verfassers die „lleberproduk- tion der gebildeten Stände" als eine große Gefahr Ichil- dert und die Ueberflüssigkeit solcher höheren Lehranstalten feststellt, wo die Zahl der katholischen Schuler klein ist. Eine musterhafte Forscherarbeit! Aber nicht nur von der Schule handelt sie! . Unter hen 3 Ministern des hessischen Staates ist kein Katholik. Don den diesen Minisdem unterstellten, zahlreichen Raten find mir 1 int Justiz- und 2 im Finanzministerium Katholiken. Von den 18 Kreis täten des Landes ist keiner Katholik. Unter den Ät e iß am tmä irner n sind keine 6 Katholiken. Tas gleiche gilt von den Kreisärzten. Ob solche Berechnungen verständigen Katholiken wirklich Spaß machen werden? Die „Köln. Polkszig." stellt es natürlich so dar, als wolle der Staat die Katyoliien absichtlich zurücksetzen. Wir erinnern uns, daß dasselbe Blatt vor einiger Zeit selbst festgestellt und bedauert hat, daß die Katholiken nur wenig zahlreich sich akademischen Berufen zuwenden. Ist denn die konfessionelle Trennung und Scheidung in einem einigen Volk von Brüdern wirklich ein solches „Ziel, aufs Innigste zu wünschen?" Wir smd die letzten, die der Schule Die Bilder der I ieale Entziehen wollen, schließen uns denen nicht an, die dem nüchternen, rein verstandesmäßigen Schulbetrieb allein die PAwe zuiell werden lassen wollen. Die hehren Ziele der christlichen Weltordnung, die Bewunderung und Ehrfurcht vor dem Göttlichen und Schönen sollen uns nicht verloren gehen. Aber der Menschen spaltende Fanatismus dient dem Höchsten nicht, eifernder und Herr chsüchtiger Eroberergeist ijt nicht mehr der frommen Duld amkeit fähig, die ein unentbehrlicher Schmuck des Christentums ilsd. Immer noch werden die Deutschen in verschiedene Lager getrennt durch Bestrebungen, die allzu kurzsichtig nur das Nächste ins Auge fassen. Preußen hat, wie wir gestern mitteuten, im Bundesrate einen Beschluß für die Schifs- sahrtsabgaben durchgesetzt. Schon allein der verhetzende Kamps darum war dem Reichsgedanlen nicht förderlich. Jetzt sind 5 Bundesstaaten, Sachsen, Baden, Hessen und zwei thüringische Kleinstaaten, überstimmt worden, und dem führenden preußischen Bundesstaat schlagen die deutschen Herzen nicht gerade einhellig entgegen. Es war nicht notig, daß man um diese finanzielle Frage die Zwietracht der deutschen Stämme heraussorderte. Wir wollen die ost erörterte schwierige Frage der Schiffahrtsabgaben hier nicht von neuem ausrollen: sie sollte besser ungelöst bleiben, denn zu mannigsaltia sind oie weit auseinandergehenden Interessen, so daß die Staatseinnahmen durchaus nicht entscheidend ün die Wagschale fallen dürften. Während das Einigende gesucht werden sollte, hat man den Hader in Deutschland vermehrt. Es ist begreiflich, daß der Kanzler von den brandenden Wogen beunruhigt wird, denn unser Ansehen im Auslande ist gesunken, die Kräfte un Innern sind arg zersplittert, und gegen den kaiserlichen Kurs in der neuesten auswärtigen Politik kann auch ein kühner Steuermann nicht leicht und von heute auf morgen angehen. Gegen die Mücheimer Aufforderung, die in der Form über das Zweckmäßige hinausschoß, fiel die schroffe Zurückweisung. Aber Herr von Bethmann-Hollweg wird sich sagen münen, daß sich ihm dennoch eine schwere und ernste Entscheidung naht. Des Voltes Stimme — es sind bet weitem nicht nur die Alldeutschen — in einer erwiesenen und brennenden Notlage darf nicht ungehört bleiben, auch wenn ein Höfling dabei strauchelt oder bei der höchsten Stelle ein Manneswort gesprochen werden muß. Jeder Tag kann neue Gefahren bringen, die Fäden Zwischen Wien und Petersburg dürfen uns nicht gleichgültig fein, und über dem Ballan zieht schweres Ge.völk herauf. Von den durch . — L^err W. von Shakespeare in Mainz. Bei tont Gastspiel der Sorina als Edvita, über das wir gestern I'hon berichteten, stand auf großen Plakaten zu lesen: ^Veh' dem, der lügt, Lustspiel in fünf Akten von von Shakes Pear e." Noch in der Nacht traf ein -^egramm aus dem Reich der llnsterblichan an die Theater- Wuntj ein, in dem der Dichter bat, ihm ein Exemplar seines -u-stsptels zu. senden, da er den Inhalt vollständig ver- itifcermimt ist, beschlossen die Journalisten, über die heutige Nach- 'vrittagsfitzung nicht zu berichten. München, 4. Febr. Auf der Journalistentribünc der Käm- jmer der Abgeordneten ist heute nachmittag in Ausführung des vormittags gefaßten Beschlusses kein Berichterstatter erschienen. München, a. Zelr. Tie Landtagsjournalisten nahmen gestern abend eine Entschließung an, in der sie u. a. sagen, das Direktorium des Landtags habe nur insoweit Einfluß auf ,btc Ivurnalistentribüne, wie die Aufrechterhaltung der "Ordnung erfordere. Tiefe sei nicht gestört worden. :Die Kritik an der Arbeitsweise der Journalisten müsse zurück- gewiesen werden. Tic Behauptung, die Journalisten wollten Ein- auf die Dauer der Landtagssihungen gewinnen, sei unbegründet. Um sich über den Vorfall ein Urteil zu bilden, muß man sich -auch vorhalten, daß das Münchener Parlament sich höchst .unvorteilhaft durch Dauerreden und unzweckmäßige Vielrederei auszeichnet. Aus Hessen. In Lollar hielt am Zreitag im dortigen freisinnigen Verein im Scherbschen Saale Parteisekretär .Nu sch re aus Kassel einen Vortrag über die politische Lage im Reich. Weiter spricht Parteisekretär Nuschke heute (Sams tag) abend in Berstadt, am Sonntag nachmittag in I n - Heiden, am Sonntag abend in Villingen und am Montag abend in Nidda. Deutsches Aerch. Dem Reichstag ist zum Entwurf betreffend die deutsch-anrerikanischen Handelsbeziehungen ein Schreiben des Reichskanzlers zugegangen, in dem er mitteilt, daß Amerika für den Fäll, daß Deutschland feinen Vertragstarif uneingeschränkt einräumt, die Rieffrage aus den Unterhandlungen ganz ausschalten will und Amerika.uns seinen Minimaltarif zugestehen will und die Zollverwaltungsbestimmungen B bis F des gegenwärtigen Handelsabkommens in Geltung bleiben sollen, ferner soll «Deutschland die Behandlung der meistbegünstigten Nation zugesichert werden und die Zollverwaltungsbestimmungen ;jber Union auf deutsche Waren in einem freundschaftlichen und versöhnlichem Geiste angewendet werden. Der Iusti z a u s s ch u ß. des Reichstages hatte am Dvn- uerstag für den Kinder-Mißhandlungs-Para- graphen der Novelle zum Strafgesetzbuch einen Redaktionsausschuß eingesetzt. Dieser hat dem zweiten Absatz ches § 223 a folgende Fassung gegeben: „Gleiche Strafe (Ge- .'fängnisstrafc nicht unter zwei Monaten) tritt ein, wenn E gegen eine noch nicht 18 Jahre alte oder wegen Gebrechlichkeit oder Krankheit willenlose Person, die der Fürsorge oder Obhut des Täters untersteht oder feinem Hausstände i-angehört, eine Körperverletzung mittels roher oder bös- ^villiger Behandlung begangen wird." Im Anschluß an die Besichtigung des neuen Militär- .lustschiffes besuchte der Kaiser die gegenüberliegende .Fabrik der Flugmaschine Wright-Gesellschaft. Anwesend waren ferner Prinz Heinrich von Preußen, der Kriegs- iMinister, der Chef des Generalstabes, der Chef des Milit'är- ikabinetts, der Gouverneur von Berlin und der Inspekteur der Verkehrstruppen. Der Kaiser verweilte eine halbe Stunde und besichtigte alle Einzelheiten mit größtem Interesse: er sprach sich anerkennend aus über das bisher Weleistete und wünschte der Gesellschaft weitere gute Entwicklung. .Heber das deutsch-amerikanische Handelsabkommen fand Freitag abend eine Besprechung zwischen Vertretern der Regierung und der Reichstagsfraktionen statt. Ausland. Aus Prag wird gemeldet: Nach Verlesung der dringlichen Anträge im deutschen Landtage wurde die Sitzung nach völlig ruhigem Verlaufe kurz nach 4 Uhr geschlossen. Die nächste Sitzung ist auf Montag anberaumt. Inzwischen werden neue Vcrm i t t elu n g s ne r sn ch e unternommen. Die Wiener Politische Korrespondenz meldet: Tor serbische Minister des Aeußern, Tr. M ilow anow i t sch, stattete dem Grafen Aehrcnthal einen längeren Besuch ab. Er reist Nwrgen nach Belgrad zurück. Der italienische Staatssekretär im Ministerium .für Post und Telegraphie, M a u r h , hat um seine Ent- lassung gebeten. Manry will freie Hand haben, um gegen einige Zeitungen, die Angriffe gegen ihn gerichtet hatten, gerichtlich vorzugehen. .Die Morgenblättcr melden aus Bukarest: Sämtliche Minister des Kabinetts erhielten Drohbriefe, in denen ihnen der Tod durch Erschießen in Aussicht gestellt wird. Mehrere verdächtige Individuen wurden verhaftet. In der russischen R e i ch s d u m a fragte die Sozialdamo- frotie den Minister des Innern wegen der Verfolgung der Arbeiterorganisationen, die an den Vorbereitungen des Antialkoholkongresses teilnahmen, sowie wegen der Verhaftung mehrerer T elegierten der Organisationen auf dem Kongresse selbst. Die Dringlichkeit lehnte die Reichsduma ab. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Anfragen-Ausschuß zu beauftragen, nach Monatsfrist Bericht über die Anfrage zu erstatten, wurde mit 117 gegen 97 Stimmen angenommen. Tie Rechte und das Zentrum bildeten die Maiorität. Aus Athen wird gemeldet: Der Brigadegeneral Petes- s a s ist zum M i n i st e r des Innern ernannt worden ^und hat dem König den Eid geleistet. Aus Adis Abeba, kommt folgende Meldung: Gerüchte von dem Tode des Kaisers M e n e l i k und einem Blutbade unter den Europäern sind falsch. Das Land ist vollkommen ruhig. Die „Gaceta de Madrid" veröffentlicht ein Dekret, durch das die Wiedereröffnung der infolge der Ereignisse in Barcelona geschlossenen freien Schulen unter der Bedingung, daß sie die gesetzlichen Erfordernisse erfüllen, gestattet wird. Nach den nach New York gelangten Meldungen wurden be; Bvaco (Nicaragua! 300 Aufständische gefangen, genommen. Tas Gefecht, das am 3. d. M. stattfand, dauerte zwei Stunden. Rakhim Kham hat, wie aus Tiflis gemeldet wird den Statthalter des Kaukasus telegraphisch gebeten, er möge ihm seiner Familie und 200 Familien seiner Anhänger erlauben sich in Rußland niederzulassen. Der Statthalter antwortete, Rai him Khan und seine Familie mögen in Jekatcrinodar im Kuban gebiet Aufenthalt nehmen. Rakhim Khans Schein ist also er loschen. Aus Statt und Laut. Gießen, 5. Februar 1910. •• Tageskalender. Stadrrheater: .Ter bunfk Punkt". Sonntag abend 8 Uhr. Konzertverei n. 2. Orchesterabend: Wilhelm Backhaus und das verstärkte Palmengarten-Orchester. Sonntag nacljmittn 4*/t Uhr im Sladltbcaler. Kunstverei n. Neue Ausstellung im Turmhaus. Kolosseum: Täglich Vorstellung. K i n e m a t o g r n v h: Täglich - orstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. F a m i l i e n k o n z e r t ans der Liebigshöhe. Sonntag .?ach mittags 4*/2 Uhr. Oeff. Versam ml»«g der kreis. Partei: Pros. Dr. R a d e. Liberalismus und Staatsbürgerlum. Landlagßabg. Reh: Tie heistsche Wahlrechtsvorlage. Sonntag nachmittag 3 Uhr in Lleins Saalbau. , ~ ’* V om Großherzoglichen Hofe. Der Fürst zu Solms-Lich ist am Donnerstag vormittag 11 Uhr tviedcr von Danniladt abgereist. Die Fürstin zu Solms-Lich, sowie die Gräfin Konstantin zu Stolberg-Wernigerode nebst Töchter sind am Donnerstag nachmittag in Darmstadt cingetroffen und haben, n. d. „Darmst. Ztg.", im Neuen Palais Wohnung genommen. Am Donnerstag abend 8 Uhr fand im Neuen Pulais ein The dansant statt, zu dem etwa 170 Einladungen ergangen waren; um 2 Uhr war die Festlichkeit beendet. ” Ordensangelegenheiten. . Der König von Preußen hat folgenden Offizieren die Erlaubnis zur Anlegung nichtpreußischer Orden erteilt: Des Ritterkreuzes zweite» Klasse des Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Oberlt. v. Harnier, Adjutanten der 17. Kav.- Brig. (Großh. Mecklenburg). Des Ritterkreuzes mit der Krone Mecklenb. Greifen-Ordens: dem Hauptin. v. Eggeling im Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 25. Des Waldcck'schen Berdicnstkreuzes vierter Klasse: dem Leutnant Riedcsel Freiherrn zu Eisenbach (Joh.) im Leib-Drag.- Regt. (2. Großh. Hess) Nr. 24. Des Ritterkreuzes des Kgl. Dänischen Danebrog-Ocdens: dem Lt. Riedesel Freiherrn zu Eiseubach (Joh.) im Leib-Draa.-Regt. (2. Hess.) Nr. 24. ** In den Ruhestand versetzt wurde der Lokomotiv- sührer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Hch. Luft zu Nidda^iuf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit. ** Po st-Personal Nachrichten. Verliehen: ans Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen dem Oberleitungsaufseher Dort in Gießen: der Titel „Oberschafsner" dem Postschaffner Hofmann daselbst. Versetzt: Ober-Postsekretär Weber von Gießen nach Burgen und Postsekretär I o st von Mainz nach Gießen. Etats- m ä ß i g a n g e st e l l t: die Telegraphengehilfin Stiehl in Gießen. B e st anben die Telegraphcnassistentenprüfung: Telegraphengehilfe Reinhardt in Darmstadt. ** Der zweite Orchester-Abend des Gießener Konzertvereins, dec als besondere Anziehungskraft den gefeierten Klavierspieler Wilhelm Backhaus, der jetzt in Darmstadt wohnt, wieder einmal nach Gießen bringt, beginnt mit Rücksicht auf das Theater schon um 41/2 Uhr, worauf besonders hingewiesen sei. ’* Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß morgen Sonntag nachmittag wegen des Konzertes des Konzertvereins im Theater keine Vorstellung stattfindet. — Am Sonntag abend findet die Preniiöce des neuen wick- iamen Schwankes von Presber u. Kadelburg „Der dunkle Punkt" statt. Eis verein. Wie wir mitteilten, wurden infolge des Konkurrenzausschrelbcus zur Erlangung von Entivürfen für ein Vereinshaus drei Pläne (mit dem ersten, zweiten und dritten Preis) ausgezeichnet. Ein weiterer Plan mit dem Motto „Den Eisfreunden" wurde von dein Preisgericht zum 'Ankauf empfohlen. Dieser Anlauf ist in der letzten Vorstandssitzung beschloßen ivorden und es ergab sich bei Eröffnung des Briefumschlages als Verfertiger dieses Planes Architekt L. Sc ul in g hier. ** Zweijährig - Freiwillige. Das Regiment Kaiser Wilhelm nimmt zum Eintritt für nächsten Herbst »och Zweijährig-Freiwillige an. Sie können sich jeden Dienstag vormittag beim Regiment auf dem Geschäftszimlner in Gießen (Zeughaustaserne), mit Meldeschein und Führungszeugnis ihres letzten Arbeitgebers oder der betr. Bürgermeisterei versehen, vor bem 31. März melden. Leute, die bereits zur Musterung waren, haben Losiingsfchein mitzubringen. ** Ucber „Goethes Lebensphi lvsvphie" sprach am Donnerstag abend Herr Geheimerctt Prof. Dr. Siebeck auf Veranlassung der F r e ir n S t n d c n t e n sch a f t. GoethesLebens- Philosophie liege für den, der feine Werke kenne, in der Frage Nach Cer Beschaffenheit und dem Werte des menschlichen Lebens. Ihm bedeutet es wenig, sich um Wissen zu bemühen, wenn man nicht die Fingerzeige beaästet, die das Leben selbst für das Gelingen der Erkenntnis geben. Tie Lösung der Lebensprobleme könne nur gegeben werden in dec lebendigen, persönlichen Teilnahme am Inhalt bis Lebens selbst mit aufgeschlossenem, spekulativsm Interesse. Taber ist das erste Erfordernis zur Weisheit ein freier, frommer Mut und die Fähigkeit, resolut zu leben. Von Aufrufen 6it solchem tatkräftigen Leben sind seine Werte voll. Um Goethes Lebensanjfassung in die geeignete Beleuchtung zu rücken, muß man die Verschiedenheit jener beiden Richtungen der Ethik ins Auge fassen: deren eine das pflichtgemäße Handeln nicht als Zweck an sich selbst, sondern als Mittel zur Erreichung des größtmöglichen Glück.s auffaßt, während die andere mir solche Handlungen für wirklich moralisch hält, bei denen von dem Glücksgefühl von vornherein abgesehen wi^d, und man sich das Rechthandeln selbst sogar abzwingen muß. Der letzteren hängt nrehr Schiller an, während Goethe von der anderen Seite kommt. Für ihn muß die Welt so sein, daß es dem Einzelnen wohl darin sein kamt. Er fühlt aber «auch das Bedürfnis, dieses M^iblseins wert zu sein, und die VerP'ilickKung, sein Leben nad? Maßgabe eines idealen Wertes zu gestalten. Tec Begriff vom Wesen und Werte des Lebens bildet die Grundlage sür Goethes ethisches Bewußtsein. Ter einzelne Mensch soll durch rege Teilnahme an der Fülle dcs Lebens lein Leben entwickeln. Dadurch ruft er in seiner Umgebung sruchtbringendc Tätigkeit hervor und hierdurch wieder b e tz >ich selbst. In einer solchen Fülle des Wirkens nach innen und außen sein Glück zu finden, liegt der Kern des Tose ins. Als Tichter ist Goethe nicht imid", die Gesinnung zu verkünden, krafl :er.n er fernen iyauft a s dem Prolog des Johannes-Evangeliums oie Erkenntn s cherauslesen mßt: „Im Anfang war die Tat". Tabei legt Goethe auf den Einzelnen, das Individuum, Wert. Tie einzelne Persönlichkeit gibt dem Weltleben seine Bedeutung. ^edeS Individuum, jede Volisindividualttät Hot Daseinsberechtigung. Dieft Berechtigung bedeutet aber feine Isolierung der Jndividu n, sondern die ganze Menschheit ist schließlich ein großes Individuum. Das Individuum wieder bleibt dem Gewissen und . er Weltordnung verantwortlich. Wie und wie wett das Jndv viduum sich zur Persönlichkeit durchzuringen vermag, wie wett ei der Ausgestaltung des persönlichen Lebens! Freiheit intb uie weit Notwendigkeit herrscht, darin liegt für Goethe cs Problem. Bon hier aus ikommt er auf die Frage vom Wesen intb der Möglichkeit der mensch.'ichen Freiheit. 2er Mensch .i'irb frei durch Unterwerfung unter die Notwendigkeit. Erst in- chlgg.chefer Wandlung gestaltet er das Leben zu einem Wirken aus Freiheit. Durch diese Unterwerfung wird der Mensch zur Per- önlichkeit. Je eher er sich in diesen Gehorsam begibt, um so .dichter wird er zur Zweiheit gelangen. Durch freien Entschluß itirb also die Freiheit ausgegeben. Tas Dnrchriugen zu dieser Freiheit ist das Thema von Goethes^ umfassendsten Werken,^wir j-auft, Wilhelm Meister u. a. — Am Schlüsse seiner hochintereuaw cn Ausführungen w'.es der Redner darauf hin, baß, Goethe, uerut er diese seine Gedanken nock> ireiter verfolgt hätte, noch Luf die Probleme gekommen wäre, die im Wesen und Begriff des Charakters liegen. Zur Persönlichkeit nämlich wird der geführt, - scher ein Charakter wird. Der Charakter unterscheidet sich vom Temperament und Gemüt dadurch, daß er das eigene Werk M 2^widuums ist, indem es sich mit Bewußtsein unter Pnw I jtjnen (teilt Dre Etgerttümlichikett dec- so erworbenen Eharokfe^ hangt nicht lediglich von unsrer Willkür ab, sondern ist ’ au&erc Einwirkungen unseres Lebens mitbeftimmt Ter ebaTüHr’ bewnit sich durch die stetige Selbstbel-auptung an der Umgebung m-, ' gegen die Umgebung. Darin liegt der cigentlick - Werk bA? lönlrchen -vaseins. Hier treffen mir erst den vollen Sinn iv-. Worts: ,,Tenn ich bin ein Mensch gewesen, unn das beirt r- » Kämpfer fein." ** Kinematoaraph. Man schreibt uns: Der - grammwcchsel hat wieder interessante Vorführungen gebracht. Ein farbenprächtiger Film, der in einer Naturaufnahme Gewerbe Bombay bringt, ist recht belehrend und sehenswert. Einen stü- milchen Lacherfolg wird die Nummer „Piesle löschte alles" habe- dem sich die humorvollen Szenen Man steigt nach .... urt> ^uölgeiftct würdig anschließen. Dramatische Situationen sini Des Mexikaners Rache, ein undankbarer Sobn und die beidm Waisenmädchen. Ein Film von 300 Meter Länge zeigt bc< biblische Drama Johannes des Täufers lebenswahr und packend . Von den Wandernden. Im Januar haben in bei Herberge zur Heimat 1695 Gäste (gegen 1837 im Januar 1909 fogiert^ darunter 1049 (1212) gegen Arbeitsleistung imb 626 (645'1 ^eKstzahler. — Für ben Arbeitsnachweis waren 14 offen? etiulen gemeldet, von denen 11 zurückgenommen und 8 sich burdi Jrillablauf erledigten. Ter Rest wurde mit 15 Handwerker irito 10 ungelernten Arbeitern besetzt. ** I n Amerika verstör b c n e H esse il Johann Scherrer,' 85 Jähre alt, in Brooklyn: Hch. Götz, 80 ! Jahre alt, in Corona: Konr. Schindehütte, 70 Jahrc ■ alt, in Pittsburg: Adam H c r ch en r ö t h er, 78 Jahrc alt, aus Düdelsheim, in Pittsburg: Elisadetha Ziegle: geb. Baumgart aus Darmstadt, in Süd-Pittsburg, 62 Jahre alt: Karl Pfc^il, 64 Jahre alt, in Chicago: Elisabechü Jockel geb. Schildlvächter, 70 Jahre alt, aus Grünberg, m Baltimore: Joh. Ad. Schaff, 75 Jahre alt, in Chicago; Joh. Bach, 75 Jahre alt, aus Nidda, in Balti. more; Dorothea Bieroth, 60 Jahre alt, ans Babenhausen, in Baltimore. s. Lollar, 4. Febc. In dec am morgigen Sonntag im Saalbau zur Traube stattfindenden Versammlung de- GemerbeveceinS Lollar und Umg. wird Herr Lotz au? Offenbach über die Aenderunq im Krankenkaffengesetz sprechen. — Grüningen, 5. Febr. Morgen, Sonntag, feiert her G esangv er ein der Ad. I sh ciinischen Stiftung sein 47 iahriges Stiftungsfest, verbunden mit Konzert und komischen Gesangsvorträgen. Arn Montag ist eine Nachfeier mit Tain Die Musik wird ausgeführt von der Uapelle Bender dahier. b. N i e d e r - B e s s i n g e n, 4. Febr. Am 1. Febr. hat bir H a u s h altungsschule des Kreises Gießen unter Leitung von Fräulein Wetzell Hierselbst einen Kurs mit 17 Schülerinnen begonnen. x Bad-Nauheim, 4. Febr. Unsere Stadt stchi jetzt vollkommen im Zeichen des Karnevals. Während Fast nacht noch vor fünf Jahren spurlos hier vorübergiug, ha: jetzt das karnevalistische Treiben an Ausdehnung sehr ;.u genommen. Fast alle Vereine planen größere Leranstal hingen oder haben sie schon gehabt. Eine öffentliche Kappen sitzung im Sprudel-Hotel findet am Sonntag durch den Gesangverein „Concordia" statt. Der Rodelklub' „Johannis berg" hat für den Fastnacht-Dienstag einen Maskenball in Form eines „Kinderfestes für Erwachsene" vorgesehen Der Zitherklub und der Turnverein veranstalten neben uir- nevalistischen Sitzungen am Sonntag Umzüge durch bid Stadt, denen man mit Spannung entgegenfieht. Der Fast; nacht-Dienstag ist hier zu einem fötalen Feiertag ge- ; worden. Die meisten privaten und staatlichcir Shircaus | schließen an dem Tage. Auch die Schulen tragen dem i Umstand Rechnung, indem sie den Unterricht vollständiL1 ausfetzen..— Die günstige Lage unserer Rodelbahn ai; Nordabhang des Johannisberges ermöglicht auch jetzt noch ihre Benutzung. In dieser Woche wurde täglich von juuz und alt dem gesunden Sport gehuldigt. Durch die Vor- schriftsmaßregeln der Polizei und des Rodelklubs haben sich Unglücksfälle nicht mehr ereignet. N. M a i n z, 4. Febr. Am Montag morgen gegen 11 Uhr wird das Großherzogs paar mit Gefolge zvc Besichtigung des Rosenmontagszuges hier eintreffen. Pri'- vinzialdirektor von Hombergk z» Bach wird die Herrschaften im .Kreisamt empfangen, und diese werden vom ersten Stof aus den Zug besichtigen/ Das Komitee und die Generäle j der Garden werden vom Großherzog empfangen, wobst i Präsident Glotzbach dem Großherzogspaar einen Orden de5 | Prinzen Karneval überreichen wird. Ter Zug setzt sich au> ! 74 Gruppen zusammen: z. B. >lvn:glichpreußischgroßherzop- lichhessischereisenbahngemeiiischaftsliebeswärmegradmesser, Haremsdamen a. D., Der „Meenzer" Komet, Stellungslost Eunuchen, der bekehrte Stadtsäckcl u. a. nt. Die Kinder bc: I Nachbargemeittden, die gewöhnlich Dienstags schulfrei ! hatten, werden dieses Jahr Montags vom Unterricht enl' bunden, um den Zug ansehen zu können. fc. Mainz, 4. Febr. Ein Kampf zwischen Milch' Händlern und M i l ch p r o d u z e n t e n ist hier ausgc' brachen. Die Produzenten wollen den Preis für das £üc Milch am 1. März d. J's. um» 2 Psg. erhöhen. Gestern abew fand in der „Stadt Mainz" eine vom Milchhändlerverei: einberufene Versammlung statt. Nach einem Referat be ; Rechtsanwalts Dr. Guttmann wurde folgende Entschließ uitg angenommen: die versammelten Milchhändler vo: Mainz und Umgebung find einstimmig der Ansicht, ba; unter den jetzigen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse' eine weitere Mtfchverteuerung undurchführbar ist. Sie erwarten von dem Gerechtigkeitssinn der Landwirte, da' sie ihre Forderungen zurückziehen. Ebenso fordern sie vo: den Konsumenten, int Falle eines dem Milchhandel gedrungenen Milchkriegs den Verbrauch der Milch cinzu i schränken. Hk. Marburg, 4. Febr. Der Kurator der hiesigen Uni versität. Geh. Ober-Reg.-Ral Dr. S ch o l l m e y e r, Der seit lau gerer Zeit leidend ist, hat sich aus Gesundheitsrücksichten oct anlaßt gesehen, zum L April seinen Abschied einzureichen In ben hiesigen akademischen Kreisen bedauert man das AnMeibei dieses um ine Universität verdienten Mannes auf das lebhaftest« h. Herborn, 4. Febr. Tie von der hiesigen Berpflegungs stativn getroffene Einrichtung', daß die nach Siegen rcjienber Wanderer mit Rüchickn auf die weite Entfernung bis Burbaft mit der Eisenbahn befördert werden, hat sich bisher auf bas beiti bewährt. Tie Wänderer erhalten aus bem Rathansc lici Empsaw ihrer Papiere einen Gutschein, worauf sie bei Der hiesigen Statut eine Fahrkarte 4. Klasse zu dem Zuge 1,35 Uhr mittags ausgo händigt erhalten, bie derartig beschaffen ist, daß der Betcefftns. bis Burbcick') fahren muß. Tie Kosten lixrbfn, wie die übriger Kosten der Verpff^gungs stativn, vom Bezirks verband und Krei, getragen. Tiefe Fürsorge kommt ch erster Linie den zwischen hiel imb Bürbach gelegen Orten Tillenburg, .Haiger usw. zugute, die dadurch von Bettlern stark entlastet warben. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und de« Nachbarstaaten Ter Förster Sau eil Dein in Burkh schoß dieser Tage in der Nähe des Dorfes einen prächtigen Me>. marber. — In N ie de r-Fl o r sta b t verstarb gestern im 88. Lebensjahr der betaimte Wirt und Mehgermeister 'Pbülpr Karl Musch. — Infolge Alkohol-Vergiftung starv in einer Lvnt schäft in Schmittlo theim ein zirka 60 Jahre alter Mann RüvÄM Cegr. Start Karten. Hanau 6. Februar 1910. SM Antritt freu r& Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei, Altona-Bahranfeld Giessen V975 Der ü erfand unfcrcs zu einer MrltberShmtbeN gc tocrdcnen Spezialbicrcs findet alter Sitte und Herkommen gemSH auch Heuer im Monat MZra ftatt. Um kicher zu sein, auch wirklich „Salvator“ und nicht etwa eine der vielfachen Imitationen derselben zu erhalten, wolle man auch auf die nachstehend abgebildete, auf jedem Sebindr und jeder Nasche angebrachte Schutzmarke achten, die wie die Bezeidjnung „Salvator" selbst uns patentamtlich geschützt ist. ^diengcsdlschajt Paulanerbräu Salvatorbrauerei manchen. geben io viele Herren elegant gekleidet fantmen am Schiffcnberger Weg eilt Drahtseil von 41_> Zentner auf dem Wagen des K. nach Hause gefahren, wovon letzteren Kenntnis hatte. K., der alles angekauft hat, will von dem unredlichen Erwerb der Gegenstände keine Kenntnis gehabt haben; doch sprachen alle Umstände für feine Schuld, wozu noch die Belastung durch einen der Mitangeklagten kant. Sämtliche Angeklagten, die alle vorbestraft sind, wurden für schuldig befunden. M. wurde zu 6 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt; Sch., der rückfällig ist, bekam, unter Freisprechung in einem Fall, 1 Jahr Gefängnis, worauf 1 Monat und 1 Woche Untersuchungshaft anzv.r'echnen sind; W. wurde, unter Einbeziehung einer Strafe von 2 Wochen, die er in Wetzlar erhalten hat, zu 6 Monaten und 1 Woche Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von 1 Monat und 1 Woche Untersuchungshaft. SL erhielt wegen gewerbsmäßiger Hehlerei die Mindeststrafe von 1 Jahr Zuchthaus, auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt und seine Verhaftung verfugt. Plüss-Staufer Kitt ist das beste zum Kitte» zerbrochener Gegenstände. Zu haben in Drogerien, Papier u. GlaSwarenhandlungen. ' ss9/,0 etc 'etait I Dichtend U orübergiiiij, L chming iebr >ßerc Lmchl entlichc te1 ntag durch Ic klllv,ZvhllM ien Maskers ine" Dorgcjck alten neben !g| ziige biird) w ’iebf. DerW i ffeiertag L lichcii öurcal n tragen da cht voWndl auch jetzt xi glich von ji Lurch die q .deffliüö m ZDora Reis Willi Müller Verlobte. auf morgen ßis? mit Gesotz? Eintreffen, w die henM^ vom ersten nd die W ipfangen, IW einen -W- Zug setzt.N ißischgrov^' fmegrahnnT. CI, Stellung1 2U ®ttl® , nitag? jW it Untermt® w ■■ ^ättMuugsvcrkanf säurtlicher Winterwaeerr M Dd" »u bedeutend crmäRtßtcn Preisen G’eschw. Seuling, Wehsitillsirützc 45. vvischeu $*‘1 e[5 für bi.1 i n. ieftetny iem Acvn? qenhe cth0* iüW2 J her Snii^y; en 5?crö7.J rbatiit oanbnnrfc J] »« ta9Ü"\ Weil das größte obcrbess. Warcn-Möbcl-HauS J. Gießen, Plockstr. 14«. 16 jedem Herren leichtesten Kredit gibt. Sakko Anzüge, modernst. Schnitt. Paletots und Rvlaus, elegante Muster. Rock u. Gehrock Anzüge, feinste Ausführung. Svez.: Garantie = Anzug (Griatz iür Matz) M. 40, Anzahl. M. 10. großeAuswahl, biü. 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Febr. Nächtlichen Besuch , ..mcn Ende November v. I. eilt Landwirt und ein .Handels- P init ;u Pohl-Göns. Dem Landwirt wurden aus dem Iller ääse und Aepfel, eine Bürste, .Hofen und Pantoffeln ent- irenbet In der folgenden Nacht stahl der Täter dem Handels- nann etwa 30 Hasenfelle von dem Slallbodcn: dieser verschloß nc Ihre, gewahrte aber an dem darauffolgenden Morgen, das; .hm in der Nacht fünf Schaffelle gestohlen worden waren. Bon in Tater haft man leine Spur, doch wurde sestgestellr, daß ,,c Die" Felle in einer Gerberei zu Bsttzbach perkauft hat. Auf türunb der vom Käufer abgegebenen Beschreibung des Taters, der angegeben hatte, er kaufe die Felle in den Ortschaften am, ; verhaftete die Gendarmerie zehn Tage später am Bahnhof Butz- dach den Gärtner F. I. F. aus Erbenhausen in Sachsen-Weimar. Da seine Kleider mit Spinngeweben, Heu und Lehmstaub be- chmutzt waren, brachte man ihn mit einem bei einem handels- f mann in Der nämlichen Nacht versuchten Einbruch in Verbindung, ■i bem ein Lehmgefach auf dem Speicher eingeschlagen worden wor F. gab zu, die Felis verlauft zu haben, ihren Diebstahl beitritt er aber und behauptete, die Felle habe er für einen Mann, ivijen Namen er nicht nennen will, verkauft; daß die Felle ge- 'löhlen waren, will er nicht wissen. Daß es sich hier um eilte 'usrebc handelte, ging daraus hervor, des; er den Gendarmen | auf dem Transport erklärt hatte, mit einem Geständnis habe es noch Zeit. Den Besitz einer weißen Weste, die der ^Handelsmann feit dem Diebstahl vermißte, erklärte er damit, daß ihm dn Unbekannte feine Sachen gepackt habe und dabei die Weste ' :u seinen Sachen gekommen sein mutz. Unter Berücksichtigung heö Vorlebens des Angeklagten, der schon mehrere Zuchthaus- :tafen erlitten 'hat. wurden für die einzelnen Straftaten Zuchthausstrafen in Gesamthvhe von 61/2 Jahren erkannt, die auf f^Zahre G Monate reduziert wurden. Zugleich wurden ihm |k bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abgesprochen und die Zvlässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen. Diebstahl und Hehlerei ift den hier wohnhaften Arbeitern I. M. aus Ober-Ohmen, cq. aus Wieseck, W. W. aus Aßlar und dem Althändler W. K. aus’ Mudersbach zur Last gelegt. M. 11 geständig, Ende No- rmiber v. I. aus dem Magazin des Unternehmers der. Straßen- hl)it hier einige Pfund Liupserdraht entwendet zu haben. Am Dezember hat er mit Sch. unb W. an der nämlichen Stelle äiipserstücke int Werte von 25 Mark geholt, indem er in das mt] di (offene Haus eingestiegen ist und das Kupfer den andern I hikousgereicht Hai. Ferner hat W. einem Fuhrunternehmer an 1$ Lahn einen kupfernen Kessel entwendet und mit Sch. zu- Dcwniicbtcs. * Streikende Studenten in Tübingen. Von einem Zwist zwischen Professoreit und Studentenschaft an der Universität Tübingen wird Der Fr. Ztg. berichtet: Gestern waren die Kliniker zahlreich in der ch i r u r g i s ch e n K l t n t k des Pror. v. Bruns erschienen. Als die Zöglinge der ärztlichen Miss ton (Nichtmediziner^ eintraten, um an der Klinik teilzunehmen, verließen sämtliche Kliniker den Hörsaal Ls auf den Vorsitzenden der Klinikervereinigung, der Prof. v. Bruns mitt eilte, sie wurden die Klinik nicht besuchen, so lange die M t s s 10 n s z 0 g l 1 n g e , die ja doch nur Kurpfuscher werden würden, daran teilnähmen. Die Kliniker wandten sich and) an den Vorstand Der ärztlichen Mission, der es aber ablehnte, mit ihnen zu verhandeln und sie an Pwf. Bruns pe-civies. Tie Kliniker sind deshalb, auch gestern Jweitag von Der Klinik weggeblieben. Ter Zwischenfall zwischen den Klinikern und den M is s io ns zö g l ing e n in der Tübinger chirurgischen Klinik hat dadurch seine Erledigung gesunden, daß. die Missionszöglinge den klinischen Unterricht für sich allein, getrennt von den Klinikern, erhalten. * O diese Kinder! Tante: „Nicht euren einzigen Kuß willst du mir, Deiner Tante, geben? Und dein Schwesterchen hat mich dreimal geküßt!" — „Die .Grete? Ach, Der graust eben vor gar nichts!" Kleine Taaeschusttik. In einer WebwarenfabriL in Jassy (Rumänien) entstand ein Feuer, das zahlreiche S^änfer vernichtete. 96 Häuser wurden zerstört, 22 Personen und viele Feuerwehrleute erlitten gefährliche Brandwunden.______________ EtüimWMiW Ä aus Schneestern - Wolle. Interessante Beschäftigung, :: auch tllr Ungeübte I :: Jedem Paket Schncesternwoile liegen 2 Strickanleitungen nebst Zeichnungen gratis bei, um ganze K<’stpme\^.cX„’ Rock, Sweaters, Muff und Stützen etc. selbst ru stricken. w Billig, modern u. elegant!"esi Gesundeste Kleidung. 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Am trüben Morgen hat sich wieder leichter StrahlnngSsro'i eingestelll. — Ta im Nordwesten jetzt starke Tie'druckgebiete anziehen, werden sich über Dlitteldeutschland milde Südweüwinde ansbreiten. WctterauSstchten in Hessen am Sonntag den 6. Februar 1910: Auffrischende südwestliche Winde, viel milder und Tauwetter, geringe Niederschläge, später Regen. Schneeberichte: ÖoherodSkopf 100 cm, Frost, ^chibahn sehr gut. — Feldberg — 1 Grad, 80 cm, Schnee vereist mit Neuschnee. — Sochwaldbausen, Vogelsberg —1 Grad, Schi bahn sehr gut. Vogelsberg, Rhön, Westerwald, Taunus mir in höheren Lagen Schibalm sehr gut, in tieferen hart vereist. — Feldberg Schwarzwald über 1 m, sehr gute Schibahn. Orrginai-Drah-melduirgen. Paris, 5. Febr. Die Witwe eines russischen Revolutionärs Efsron und ihr 14jähriger Sohn wurden erhängt aufgesundrn Es handelt sich um einen Doppelselbstmord, dessen Ursache nos> unbekannt ist. Frau Efsron ist die Tochter eines früheren Gouverneurs von Moskau und eine ^Nichte des früheren Ministers Durnow. Sie ist schon lange Jahre in Der revolutionären -dc- wegung tätig. N iedeiiage Wahieiileüs, gegenuuer uer h-ngclapotbeke. exlra Fiti, Sä Fi, i,,Fiüöfl„,iJiti.f5Fi. bei Georg 6S21/]., tr -r-m-Tn aheluäfl<-lies *r“~ r?' Maschinenbau,Elektrotechnik,ax f 1 (ZCnniKüm Automobilball, BrückenbauJm-;,-' ©hanlurenrUursc. ... OefiestLfreisiiiiiigeVersammliiiigen Samstag den 5. Februar, 71/» Uhr abends, in Berstadt. Sonntag de« 6. Februar, 3% Uhr «akhmittags, in Inheiden im Saale des Herrn Junker. Sonntag den 6. Februar, 8 Uhr abends, in Billiugeu im Saale des Herrn Strack. Redner : Herr Parteisekretär Nuschke aus Kassel. Freie Aussorache.______________v________________Freie Aussprache. Freisinniger Verein Giessen. Sonntag den 6. Februar 1010, nachmittags 3 Uhr, in Stciu's Saalban Oeffsntliche Versammlung Redner: 1. Herr Professor D. Itade aus Marburg: Liberalismus und Staatsbürgcrtum. 2. Herr Laudtagsabg. Justizrat Keh aus Alsfeld: Die hessische Wahlrechtsvorlage. Freie Diökufnott.v^,Der Vorstand. Montag den 7. Februar, abends S1^ Uhr tu der neuen Uniocrsitäts-Aula v-/- 5. öffentlicher Vortrag Herr Dr. Georg Wegener, Berlin: Mampf iim^rd-n. SMpol mit Lichtbildern. Eintrittskarten sind zu 1 ML. abends an der Kasse zu haben, weitere Angehörige unserer Mitglieder zahlen 50 Pfg. Kaufm. Verein imü Ortsgewerbeverein. Kostenlose Stellenvermittiung für techn. Betriebe, Behörden und seine Mitglieder durch den Deutschen Techniker - Verband D7A Geschäftsstellen: Frankfurt a. M.r Adalberrstraffc 73, LPicsbadcn: Bttichcrstraffc 21. zBimsr p franko senden wir gegen vorherige Ein- . ■■. '-'J. EU'.“1*1 eeud-mg de.i Betrages (Nachnahme 20 Pf. mclir) ein fein LonlgeschliSenes Rasiermesser Nr. 50 mit Etui, fertig zum Gebrauch, mit 5 Jahren Garantie jedem, dem unsere Waren noch nicht bekannt sind, zur Ueberzentrung der Qualität. 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Februar Verein (rnientis 0901 Bahnhofstraße LL Bahnhofstraße 54. 0950 Grosser Maskenbai im Klubhaus „Zur Weltersburg wozu freundlichst einladet 801 Der Vorstand. Restaurant Seltershöhe Telephon **71 Telephon 674 -.Achtung! Achtling! v29/. masfettUU Anfang 5 Uhr. 814 Eintritt frei. Das närrische Komitee! Schoat d'r ka'n Hoar. Giessen. Der Vorstand. 0892) Eintrittskarten sind Anfang 4 Uii CTonr. Ruck» H. Seeling Fr. Liszt Fr. Schubert Kappen - Sitzung mit humoristischen Vorträge« und Danz. W Dienstag den 8. Febru-t (Fastnacht): 8esaiigl>crciii (riiltriicht Fttinilien-Usnzevt (Berliner Besetzung) ausgcmbrt von Mrtgliederu der hiesigen Regiments Munk. Anfang 4'/, Uhr. Vrogramm Plg Eintritt frei. 0962 Es ladet eraebenst ein )tii«r-Ttr«Vcttc, Misburg, und nur Damenkarten erhältlich. Geheim- tarten nur für Mitglieder gültig, find abzuholen im Vereinslokal. Großartiges Weltstadt-Programm. - Verschiedene Gewerbe in Vombah, Farbenkmematographir Piefke löscht alles, humorislisch Die beide» Waisenmädchen, ergreifendes Drama Man steigt nach, humoristisch Ein undankbarer Sohn, spannendes Drama Quälgeister, humoristisch Herzensdieb, Tonbild Des Mexikaners Rache, spannendes Drama Saiome (Extraeinlage.) Dramatischer Kunstfilm, ausgeführt von berühmten Künstler» der ersten Theater Roms. Sonntag, 6. Februar 100951 Tanz-M, jM Rodelbahn • am Schiffenberg. h iü klar, I^gebener IJrn M I man sic paltung- V-M lass Migen i Wallung fe 3ug Iw Jie?e p fere ?.Mrn V ba; z> «'üben no Jötteinf PjUiefoi Ri He t Riiib« perinin peti bi und p man Atzen »gilt Münder M Ivie fc» Zahl: lc„ und ftlhinq lÄefi h lHie . betf Ä'ithl lit*. BTolossenm Giessen Walltorstr. 36—38 Dir.: Albert Ravvmann u :: Televhaui i Heute Samstag, 5. Februar 1910, abends 8»/.. Uhr ' Erster großer Maskenball o des BCavaiier-Vereins Giessen kr. krWüeil-Aiifßhrilllge«. Prämiierungen. Sensationelle W "=*1Or®' Ueberraschunxen. 3^* ^UUCli» Herreltkarte 1 Mk. Damenkarte 75 Ps. Vorverkauf m den i-, kannten Geschäften. xgs~ ftein Dcmaskicrungszwaua Im vorderen Restaurant täglich kroßes hnmorislißes Künstler-Konzert X“1' Raubtier - Gruppe Ä _ Wirklich wilde Löwen und Tiger. Zer IlfifrkmDi • SfneT^V D-on beT tollkühnen Tigerbändi c&i ■ ?!■ * Wr. Caiarto und dem wild einqemhrie R,esen-K«ntgstlger Vaicha. Letzterer Actriß erst vor 3 Mona co sinnen ertten Bändiger, den Neger Tom-r>gck.___________ (£■ Bolel-telanl JmT Setera Montag den 7. Februar ** Anstich des berühmten Triumphators aus der Brauerei Bürgerbräu, München. Abends von V28 Uhr an 0933 karnevalist. Konzert $morrtcni?J 1” Uhr an“ Konzert Bei freiem Eintritt. ______Es ladet ergebenst ein h. Elges. Morgen Sonntag, Anfang 6 Uhr KONZERT Restaurant Metropol Direktion; Hermann Stelngoetter. Souuk..g deu v. Februar toi» Wege» des QrchcstcrkonaeriA des Konzert-Vereins fällt ote Nachmittags - Vorstellung Abends 8 Mr: . Gewöhnl. Preise! Gewöhnl. Preise. 8®- Novität! n Zum ersten Male: „Der dunkle Punkt* Lustspiel in 3 Akten von Gustav Kadelburg und Rudolf Preöber. AnfangSUHr. Ende 10'/^ Uhr Giessener Konzertverein Siebentes Konzert Zweiter Orchester-Abend Sonntag den 6. Februar 1910, abends 4% Uhr, mit einer Hauptprobe vormittags 11 Uhr ' ....... — im Neuen Stadt-Theater Leitung: Herr Prof. G. TRAUTMANN, Grossh. Univ.-Musikdirektor Ausführende: Herr Wilhelm Backhaus aoss Lemdion Das verstärkte Konzertorchester des Palmengartens zu Frankfurt a. M. Kappen-Sitzung, talff. Kappensilzuug MMS mit Tanz. 11 Giessen. Wm'M Hartmann Ludwigstrahe 6 Ludwigstraße 6 Sonntag deu 6. Februar i Grosse Kappensitzung Anfang nachmittags 5 Ubr 11 Minuten -W 0939 Aeh'tiiKXff! Juxplatz an der Lahn, Sonntag den 6. Febr., nachm. 3 Uhr. ErHlllllg meiner Auto. Korso. Tunnelbahn. Es ladet ergebenst ein 0969________ 3. Walldorf. Hotel-Reifaurant Kobel Fastnacht-Dienstag Karnevalistisch-humorist. Konzert