Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. monatlich 7öM., vierteljährlich Mk. 2.20 . durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Pik. 2.—Vierteljahr!, ausjchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf., aiLswärts 20 Pfennig. (Lhejredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton" und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadl u. Land" und „Gerichtssaal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Wir wollen heute den Blick auf die sorgenvolle Gegenwart nicht zu düster niebcrfenfen, sondern an den Lehren und dem Geiste Bismarcks uns cmporrichten. Noch sitzt das junge Reich machtgebietend im Sattel, ob gleich das Roß langsamer und zögernder dahinschreitet, als in den Tagen, da die eiserne Faust seine Zügel führte. Das Reich könnte größer dastehen. Wir haben schlechte Handelsverträge abgeschlossen, unlogisch gehandelt und eine passive Rolle gespielt, die für die Dauer auf die politische Erziehung und den deutschen Vollsgeist unheilvoll einwirken müßte. Wenn heute eine ernste Notwendigkeit ausgesprochen werden muß, jo ist es die, daß Wer den deutschen Stolz, das gemeinsame Verlangen der Voltsgenossen nach Achtung und Erfolgen in der Welt, kein Mehltau gestreut werde. Davon hängt auch das wahre Staatsgefühl, der. Sieg über Partei- zerrissenheit, ab. * Wenn das „saturierte" Reich wirtschaftlich stark und zufriedenstellend dasteht, so ist die Notwendigkeit einer schaffenden Politik in den höchsten Aemtern doppelt groß! Jeder neue Abschluß eines Handelsvertrages wird die Rückwirkung unseres Systems der auswärtigen Politik offenbaren. Wie Bismarck jederzeit eine aktive auswärtige Politik forderte, das hat er schon in seinem Briefwechsel mit dem General v. Gerlach ausgesprochen, als er 1857 klagte, daß Preußen sich nur darauf beschränke, die Steine, die in seinen Garten fielen, aufzusammeln und den Schmutz, der es anfliege, abzubürsten. Befindet sich heute das Reich nicht in einer ähnlichen Lage? Tann müssen wir des schaffenden Bismarckschen realpolitischen Dranges uns erinnern, der immerfort nach positiven Plänen, Bündnissen oder anderen Grundlagen des Einflusses spähte. Stillstand ist Rückschritt. Auch Bismarck hat die quälende Sorge über den ungewissen Ausgang mancher seiner Unternehmungen wohl gekannt. Aber das hinderte ihn keinen Augenblick, stets eine Politik der Entschlossenheit zu treiben. Er hat sein innerstes Empfinden darüber in seinen „Gedanken und Erinnerungen" ergreifend,311m Ausdruck gebracht, wie er von den inneren Kämpfen spricht, die bald nach der Reichsgründung einsetzten: „Ich habe natürlich während der bewegten und gelegentlich stürmischen Entwicklung unserer Politik nicht immer mitSicher heit voraussehen können, ob der Weg, den ich eimchlug, der richtige mar, und dock war ich gezwungen, so zu handeln, als ob ick die Wirkung der eigenen Entschließungen auf dieselben mit voller Klarheit voraussehc . . ." Tie Erwägung der Frage, ob eine Entschließung richtig sei, und ob das Festhalten und Durchführen des aus Grund schwacher Prämissen für richtig Erkannten richtig sei, hat für jeden gewissenhaften und ehrliebenden Menschen etwas Aufreibendes; es wird verstärkt durch die Tat- fadje, daß lange Zeit vergeht, oft viele Jahre, bevor man in der Politik sich selbst überzeugt, ob das Gewollte und Geschehene Sorgen der Lrauzosen und Engländer über ihre VehrmachL. In London ist die kürzlich erschienene amtliche, Berichtigung der „Nordd. Allg. Ztg." wiederum zum Gegenstände parlamentarischer Erörterungen gemacht worden, wobei vom mc- gierungstisch die volle Richtigkeit der deutfchen Erklärung bestritten wurde. Auch in Frankreich setzt mau alles daran, ut militärischer Beziehung hinter Deutschlaird nicht zuruckzujtehen: London, 31. März. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Bowle • konservativ) Mae Kenna erstens, ob ferne Aufmerksamkeit auf die offizielle d e ul 1 ch e Er ilarun g gelenkt worden sei, daß vom Datum des offiziellen -Bauauftrages bis zum Datum der Indienststellung der, Bau der „Raffau , „Westfalen" und „Rheinland", sowie „Pofen" 40, .>7, ■>< refp. 36 Monate erforderte, zweitens, ob irgend ein Grund vorlrege zu der Annahme, daß irgend ein deutscher Dreadnought in weniger als 36 Monaten gebaut worden fet oder hatte gebaut werden können und drittens, ob er noch an der Erklärung fest- balte, daß britische Dreadnoughts vom ersten Auftrage bis zur Zeit der Indienststellung in 24 Monaten gebaut werden konnten, sowie schließlich, ob ein Dreadnought selber in 18 Monaten gebaut ivcrbcii M ac ilcnna erwiderte, ein Auszug aus der „Norddeutschen ! Allgemeinen Zeitung" in dem in der Frage angegebenen Sinne sei in den „Times" vom 24. März erschienen Den zweiten 'Veit der Frage bejahe er. Er hege keinen Zweifel, datz em deutsches Schiff vom Dreadnought Dhp ans Wunsch in weniger als 36 Monaten gebaut werden könne, teilte Auf schien über den int dritten Teil berührten Punkt seien 11t seinen erläuternden Bemerkungen zum Flotlenbudget 1909/10 unter dem Titel „Schiffsbauten und Reparaturen" enthalten. Was deii letzten Teil d-r fs-raoe angehe, so sei der Dreadnought am 2. Oktober 190.) auf Stiel gelegt utid am 11. Dezember 1906 111 Dienst gepellt worden, aber der Bauauftrag fei erhebliche Zeit vor dem 2. Oktober 1905 gegeben worden. B 0 wles fragte: Habe ich Mae Sienna dahm zu verstehen, daß er nicht an die von dem deutschen Blatte veröffentlichte Erklärung glaube? Nein, erwiderte Mac St c n n a ,„ ich möchte nicht vor die Alternative gestellt werden, sagen zu müssen, ob ich irgend einer Erklärung in Der Sitzung geglaubt ober nicht geglaubt habe. Die Erklärung war keine offizielle: ich akzeptiere nicht.ihre völlige Genauigkeit. Hierauf kündigte der Premierminister Asquith an, er hoffe, daß die allgemeine vorläufige Aussprache über die das B c 10- rerfft der Lords betreffenden Entschließungen am 4. April beendet sein werde. Die Regierung werde am 5. April einen Vorschlag vorlegen für die Bemessung der Zeit zur Aussprache über die Betoentschließungen. Sowie die Vetoeutschließungen ange- nomnun seien, werde die Regierung Entschließungen Vorschlägen, welche die auf die Besprechung des Budgets für 1910/11 zu verwendende Zeit regele. Tie französische Volksvertretung drängt die Regierung immer mehr zu Anschaffungen und Neuerungen auf militärischem Gebiete. Wie groß die Eifersucht auf Deutschland ist, beweist die folgende« Aussprache über Luftschiffe im französischen Senat: Paris, 31. März. Bei der Aussprache über das Heeres- budget im Senat fragte Senator Reyrn 0 nd nach der Organisation der militärischen Luftschiffahrt; er sagte, Frankreich befinde sich gegenüber Deutschland, was die Luftschiffahrt angehe, sehr im Nachteil. Wenn die lenkbaren Luftschiffe keinen wirklichen Vorteil brächten, solle der Minister dies lagen, damit man die. beträchtlichen Ausgaben für die militärische Luft- fchifsahrt spare: wenn sie aber einem dringenden Bedürfnis entsprächen, dürfe man nicht länger zögern, die unerläßlichen Opfer zu bringen. Reymond forderte die Schaffung einer Zentralstelle, um die Angelegenheiten der Lustschifsahrt methodisch zu leiten. Es müsse ein einheitliches Luftschifferkorps geschaffen werden: ebenso sei die sofortige Errichtung einer Luftschifftechnischen Schule erforderlich. Die geforderten Kredite von 720 000 Franks,, die zwischen Artillerie und Geniekorps geteilt werden ’olltcn, seiest nicht ausreichend. Ter StriegSminifter habe zwar angedeutet, daß in der nächsten Zukunft eine Ausgabe von 20 Millionen Franks ins Auge gefaßt werden müsse, aber es sei zweifellos be,ier, sogleich entsprechende Opfer zu verlangen, denn es >ei ferne Zeit z u verlieren kBeifall). Im weiteren Verlaufe der Sitzung sagte General 2 a n g l 015 ; in der Frage der Verproviantierung, habe Deutsch la nd e incn Vorsprung gewonnen. Vor allem fei man in Frankreich un Bau von Feldküchen und in der Fleischkonservierung rückständig. Ferner lasse man es sich nicht angelegen sein, Kanonen gegen Luftballons zu erbauen. Ter K r i e g s rn i n i ste r erklärte, die Armee habe der Luft- schisfahrt stets Beachtung gefcbenlt. Die französische Luftflotte bestehe zurzeit ans den Luftschiffen „Ville .de Paris", „Colonel Renard" und „Liberte". Mit Rücksicht aur Die Ungewitzhett der Losung der hier in Frage kommenden Probleme habe die Militär- lujtfchiffahrt bisher feine umfangreicheren Aufgaben zu lösen vermocht, als Die sie gelöst. Die in Deutschland gemachten Fortschritte -eien sehr übertrieben worden. Deutschland ha Iw gegenwärtig nicht mehr als 5 ober 6 kriegsbrauchbare Luftschisse, nämlich zwei Zeppelin, zwei Groß unb einen ober vielleicht zwei Porseval das Richtige war oder nicht. Nicht die Arbeit ist,das Aufreibenbe, bie Zweifel und Sorgen finb es und das Ehrgemhft die Verantwortlichkeit, ohne daß man zur Unterstützung der letzteren etwav anderes als die eigene Ueberzeugung unb den eigenen 415 ulen an führ en kann, wie das gerade in den wichtigsten Krisen am schärfsten Platz greift." , . . . - Welche Entschlossenheit und Tatkraft in der Durchführung all seiner politischen Pläne und Absichten steht diesem Innenbilde gegenüber! Mit Recht legt Erich -'carckv in seiner neuesten Bismarck-Biographie so viel Nachdruck darauf, daß das unbeirrbare, starte Staats- und Reichs- gefühl Bismarcks Persönlichkeit die gewaltige durchschlag^- lraft gegeben habe. Seine philosophischen Betrachrungen haben 'den ersten Kanzler nicht gehindert, ernfte Verantwortung jederzeit gern und freudig zu tragen. Er liest nie sich zum Parteimann stempeln, und die Unabhangigteit seiner Willensrichtung von allen Parteitendenzen schufen ihm seine Stellung und sein Ansehen. Möchte Herrn v. Bethmann-Hollwegs philosophische Be- gabung in die Gedankenmelt Bismarcks sich versenken. Möchte er nicht mir mir den Parteien rechnen — eine ..usgabe, die such Bismarck nicht unterschätzt hat —, sondern möchte er die großen nationalen Notwendigkeiten über alles andere stellen und darum kämpfen, so macker und tapfer iic- sein großer Vorgänger! Ist es wirtlich wahr, das; mir um die österreichische Freundschaft ein ^tück der Hertz .rkämpften Polenpolitik preisgeben? Würden wir so unvermittelt, trotz schlechter Erfahrungen der letzten Zen, dem Reichslande eine neue Verfassung zu geben brauchen. Wird ver Reichskanzler die Gefahr erkennen, die darin liegt, auf Kosten der Reichsfreudigteit die Zentrumsmachtgeluste aufs neue zu stärken und zu mehren? BismarckschePhilosophie und Bismarcksche Grundsätze fordern heute Taten von des Reiches erstem Beamten. Wenn heute die Bismarck- ilammen in Nord und Süd, Ost und West, sich erheben und alle Deutschen dankbar und begeistert in die Vergangenheit zurückblicken, möchte dann einige Saat Bismarckschen Wollens endlich auch in der praktischen Politik wieder anf- gehen! ____________ Zum neuen französischen Zolltarif. Nachdem der neue französische Zolltarif am Dienstag die Billigung des Senats unb der Teputiertenkarnmer gefunden hu, tritt die habsüchtige Marianne ihren Raubzug auf die Taschen ei anderen Nationen und ganz büanders des deutschen Michels an. Man könnte die es Vorgehen vielleicht verstehen, wenn bie ftanzö- .chche Smntelssilanz sich iigendwft ungünftig zu gestalten anrti.v Aber das ist l.'ineswegs der Fül. Wies doch das Jahr 1909 ine Steigerung des franzöfischen Außenhandels um 800 Million rn Fcanls auf, von Denen 332 auf d e Einfuhr imch Frankreich ent- .allen. Sv wird der neue ftMzösische Zolltarif mit feinen teu- iteife ganz außerordentlich Hoden Schutzzollsätzen nur verstand tief", wenn mhn ihn auf den Wd.l.-en der sranzönfchen Republit mrücksührt, ihre Konkurrenz gegenüber dem Aus lande auf dem Iulantsrnarkte zu stärken. Aber auch bie>e Begründung erscheint in ihrem Erfolge recht zweifelhaft, weil die französische Arbeiter- fchaft sich diese Gelegenheit kaum entgehen taffen Durfte, um aus eine Erhöhung der Löhne zu dringen. Tarnet geht der für bie Industriellen aus der Zollerhöhung heraus wringende Gewinn sofort wieder verloren, und die Konkurrenzfähigkeit der franzöfifchen Industrie auf dem Auslandsmarkt wird verringert, ganz abgc-- eh.n von dem durch die gegnerischen Zollerhöhungen veranlastten Rückgang des Exports überhaupt. Man kann daher dem sranzo- .ischen Außenhandel für die nächsten Jahre schon jetzt bieieluc Abnahme prophezeien, wie er sie unter einer ganz ähnlichen Zoll- rnVision in den Fahren 1893 unb 1894 zu verzeichnen Halle. Aber das ist Frankreichs eigenste Sache, unb ebenso soll es nicht unsere Sorge- sein, hier zu erörtern, w.e fick bie übrigen Nationen, vor allem bas mit Frankreich stammverwandte Belgien, mit dieiem Raubzug abfinden n, erben. Uns kann es lebiglia) interessieren, wie der neue französische Zolltarif auf bie deutsch - ftan'.ö'ischcn Handelsb-eziehunaen einnirkt, unb welche Maßnahmen Teutidilanb zu treffen in der Lage ist, um sich gegen bie französische Avachenpolitik zu wehren. Tenn das ist es ja gerade, was den neuen franzöfifchen Zolltarif auszeichnet: er richtet sich nicht so sehr gegen die anderen Nationen, wie speziell gegen Ten t sch land, indem er ausgerechnet diejenigen Positionen erhöht, an denen die deutschen ft'-porteure ein Interesse haben. Tas Meistbegünstigungsverhölt- ncs in dem wir mit Frankreich seit dem Frankfurter Frieden leben, kann uns daher herzlich wenig helfen, mögen auch im Lause ber Verhandlungen einige Abstriche an den ursprünglich beabfichtigten Zollerhöhungen für Spiel waren, Präzisionsinstrumente usw. vorgenommen worden sein. Unsere Exportindustrie wird der Hauptleidtragende sein, wenn die Einfuhr nach Frankreich, bie gerade Gl , Prozent unserer GesarntauS uhr ausmacht, derart belastet iriro, laß gerade ihre Spezialartitel in so unerhörter Weise verzollt werden müssen, daß sie zum Teil selbst mit der minderwertige!? einheimischen Produktion Frankreichs nicht mehr konkurrieren rönnen Namentlich werben davon, um nur einiges herauszugreifen, U troffen: Spielzeug, Pforzheimer Goldwaren, Uhren, lanbwirt- fchaftiiche und Werkzeugmaschinen, Pelz- und Lederwaren, Stoff- l-aniülutje, Glühlamp. n. Isolatoren aus Porzellan, Draht, Papier, Muftiinstrumente, Glasw.iren, K'autschukgewebe, photographisch" Apparate und aftrottemiidTC Instrumente. Tie Wirkungen des neuen französischen Zolltarifs iverden sich .her in den weitesten Kreisen Deutschlands aufs unliebfamfte fühlbar machen. französischer Erzeugnisse des Gartenbaues, der Blumenzucht und der Landwirtz'chaft zu erschweren." Frankreich führt nach o.eutfchland 5. B. für — .Je 11liorterr Mark Wein in Fässern aus, für 6,9 Mill. Schaumwein, nir .3,- Mill Arrak, Rum und Kognak, für 2,8 Mill. Laieltrauben, für 3,9 Mill Blumen, für 5,2 Mill, getrocknetes Obst, fo Dag nav schon hier reichliche Gelegenheit bietet, für bie neue Belastung, die bei beutjd'e Epport nach Frankreich in Hohe von 4'-vcuL Franks erfährt, Racku zu nehmen. Der Bundesrat brauchte nur, wozu ihm auf Grunb der Reichsfinanzreform bas Recht zufteht, die Zölle für Schaumweig, Kognak und Panümenen unb 130 225 unb 300 Mart pro 100 Kg, au| 180, 2,o und 400 Mark Innaufzufetzen, um Frankreich an seiner Achillesferse zu Irenen. Und gemigt das noch nicht, so mag Der Reichstag auf dem Wege einer Novelle bestimmen, daß die jranzösnchen Weme, bei anbei» bie Weißweine, bie, weil sie Spuren von Schwefelsäure zeigen, nicht den Bestimmungen unserer Weingesetzgebung enNprecheu, von der Einfuhr überhaupt auszuschließen sind. Endlich _aber tann» Deutschland Frankreich dadurch Schaden zufügen,, datz die Zuschrift „Frische Blumen" usw. seitens unserer Eifenbahnverwal'- tung nicht mehr die bisherige Beachtung findet. .. So steht Deutschland dem neuen franzonichen Folltarn wotst- gerüstet gegenüber. Hoffentlich macht unsere Regierung diesmal von Den ihr zu Gebote stehenden Abwehrmitteln Gebrauch und zeigt nicht aus Gründen der höheren Politik Frankreich gegenüber eine schwächliche Haltung. ___ Freitag 1. April 1910 Bezugspreis: (Ein Tag der Gedenkenr. Gießen, 1. April. Ob es im politischen Leben besondere Stunden innerer Einkehr geben mag, die uns von der Feuerlinie zuruck- führen, um alle Ziele und Arbeiten von neuem zu prüfen r Bismarck selbst, dessen Geburtsstunde heute das ganze deutsche Volk wieder als ein Ereignis erlebt, hat uns dtefe Frage klar beantwortet. Der gedankentiefe schätz feiner Briese und Erinnerungen zeigt uns, daß der unvergleichliche Staatsmann kein Manu nur der himmelftürmenoen Tal, sondern zugleich ein Denker von ernster Gewisscus- prüfung gewesen ist. Wenn mancher Politiker und Zeitungsmann heute über den Philosophen im Diplomaten- gefvande leichthin lächelt, so sollte er es ganz gew>tz nna rn allgemeiner Geringschätzung der Tiefgründrglett des schaffenden Staatsmannes tun. Denn auch des neuen Reiches Größter ist ein philosophischer Kanzler gewesen. Herr v. Bethmann-Hollweg, der aus Rom ziemlich arm an äußeren Erfölgen und Ermunterungen zurückkehrt, solle, sich ein wenig von der Philosophie aneignen, die Bismarck gebraucht hat, um sich seine Wege -zurechtzulegen und den Blick fttrchtlos geradeaus zu richten. Er ist noch nicht lange im Amte, 'und die mancherlei Verdrießlichkeiten oder Mißerfolge, die er gehabt hat, brauchten ihm das Leben nicht zu verbittern, wenn er den Glauben an sich selbst unh an seine Fähigkeiten bewahren tonn. Alle Verstau big en im Volke werden, auch wenn sie mißgestimmt den unverminderten Hader der Parteien erblicken, mit ihrem endgültigen Urteil noch zurückhalren. Herr v. Bethntann- y.gl ui)eg könnte vielleicht noch manche Tat verrichten tönnte noch Werke zustande bringen, für die ihm zu danken wäre. Seine Wahlrechtsarbeit ist ihm freilich Mißglückt, und er spielt bei der bevorstehenden Entscheidung^ leider nicht die sübrende Rolle, die ihm als dem leitenden Staats- i; anne ^ukommt. Aber wer will es bestreiten, daß unsere heutigen inneren Zustände schmieriger und verworrener aus- sehen als in manchen heißen Jahren Bismarckscher Kampi- potitil? Und wer will sich verhehlen, daß der gewundene Hohlweg unserer bisherigen jahrelangen Auslandspolitil nicht plötzlich in einem weiehin übersichtlichen Gefilde blühen der Saaten sich öfffc/m kann? Was sich seit Iahressrifl politisch in deutschen,R-anden begab, ist zwar wenig erfreu lief), Liingt noch l)euJr? schmerzhaft in die Zukunft hinein aber ob das Jahr die in unserem politischen Geschick auf steigende oder abwärts führende Murne gezeichnet hat, muß sich erst später offenbaren, wenn wir ganz erkennen, ob der neue Kanzler den Geist eines wirNichen Staatsmannes in höherem oder geringerem Maße in sich trägt, als sein unmittelbarer Amisvorgänger. Solche Schädigungen seiner Industrie kann »ich natürlich Teutschland, selbst auf die Gefahr hin, dadurch sein augenblicklich gutes Einvernehmen mit Frankreich in Frage zu stellen, nicht ruhig bieten lassen. Unb glücklicherweise fehlt ihm nicht die Handhabe, um gegen das habsüchtige Frankreich Repressalien geltend zu machen, über bie wenigstens Die französischen Winzer, Blumen- unb Gemüsezüchter in bitterstes Wehklagen ausbrechen werben. Der Berliner Mitarbeiter der „Münchener Neuesten Nachrichten" kündigt schon jetzt an, baß Dentschlanb gegen ben neuen fran- zösischen Zolltarif Gegenmaßregeln ergreifen werbe, soweft bas die Meistbegünstigungsllauset des Frankfurter Friedens gestattet. Unb er schreibt weiter darüber: „Ter Bundesrat kann dies auf dem Verorbnungswege traft bes neuen Spiritusgesetzes z. B. für Champagner, Branntweine, Parfümerien usw. tun. Für andere Maßnahmen wird der Weg einer Novelle zum Zolltarif einzu schlagen sein: wahrscheinlich wirb ber Reichstag noch in bie)er Tagung damit befaßt werden. Endlich bietet auch bie V er kehr s- unb Transportpolitik noch mancherlei Mittel, um bie Einfuhr Ne. 75 Erstes Blatt 160. Jahrgang Der (Siebener Anzeiger «Giehener Anzeiser ZZW General-Anzeiger für Oberhessen ü”n me Tages,umuner Hotafionsörud und Verlag der Univ.-Luch- und Steindruäerei R. Lange. Redakiion. Expedition und Druckerei - Lchulltrah« 7 bis vormittags 9 Uhr. TäHu fäntten beftenfalfö noch fünf flfcüverc Ballons, bic* aber nur in beschränktem Maße verwendbar seien. Frankreich habe demgegenüber drei lenkbare Luftschiffe. (Zuruf Reymvnds: aber kein einziges ist disponibel! Aber sie werden ausgebessert oder umge- staltet! erwiderte der Ministern Außerdem beftudeu sich vier Ballons in Bau, die Ende 1910 in T^nft genommen.werden können. Frankreich besitzt ferner Mei Luftschiffhallen, die im Laufe des Jahres 1910 um drei weitere vermehrt werden. Ende 1910 werden wir über sieben Lrnkvallons und fünf Luftschiff- hallen t>er fügen. Ter Kciegsminister zählte die Arbeiten und Entwürfe im Fntevesse der ^uftschiffahrt auf, die im nächsten Jahre 2 0 Millionen Franks erfordern werden. Er wies svdaiM eine große Anzahl der gegen ibn erhobenen Vorwürfe zurück, und sagte dabei unter anderem, daß eS kein Interesse habe, eine Luftschi ff l>al le in dem 4000 Kilometer von der Grenze entfernten Taris zu erbauen. Ter Kriegs Minister könne unmöglich alle Modelle von Aeropianen prüfen, denn es würden täglich neue herausgebrackt. Möge das Parlament Mittel für Uebnngs- ^öedi1 zur Verfügung stellen, das sei besser als alle Theorie. Er sei fest entschlossen, der Armee alle Mittel für die Entwickelung der Lustschiffahrt zur Verfügung zu stellen, von allen industriellen Fortschritten Truhen zu ziehen und ein erwähltes Personal heranzuziehen. Nachdem R c h mo n d nochmals die Angelegenheit Deutschlands auf dem Gebiete der Luftschiffahrt betont und die Erklärungen des Kriegsministers als unbefriedigend bezeichnet hatte, nahm der Senat eine Tagesordnung an, mit der sich auch der Kriegsmini st er einverstanden erklärte, dahingehend, der Senat Wünscht, daß der Kriegsminister unverzüglich die Selbständigkeit und den Fortschritt der militärischen Luftschiffahrt sicherstellt und spricht der Regierung das Vertrauen aus. Sodann wurde die Sitzung aufgehoben. Ter Senat hat einen Gewrentwurf angenommen, durch den alle wegen entehrender Telitte Verurteilte vom Heeresdienst bei den int Mutterlande garnisonierenden Truppen ausgeschlossen nerben usw. Der Reichskanzler und das neue italienische Robinett. Rom, 31. März. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht die Liste des neuen Kabinetts, die mit der gestern gemeldeten überein stimmt. Das Ministerium der Landwirtschaft hat Reineri übernommen. Florenz, 31. März. Der „Agenzia Stefani" zufolge hat der deutsche Reichskanzler an Luzzatti folgende Depesche gesandt: Wie ich erfahre, ist das Kabinett unter Ihrem Präsidium gebildet. Emvfangen Sie meine aufrichtigen Glückwünsche. Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben und durch untere Unter» Haltungen, an die ich die frerurdlichste Erinnerung beivahre, in persönliche Beziehungen mit Ihnen getreten zu sein. Luzzatti antroortete in folgendem Telegramm: Ich danke Eurer Exzellenz herzlich für die liebenswürdige Depesche. Auch ich beivahre die lebhafteste E> urnerung an die Unterhaltungen, die ich das Glück halte, mit Ihnen zu führen, und in denen Sie mir hohe Gedanken zum Arisdruck gebracht haben, wie sie eiiles wahrhaft überlegen en Staatsmannes würdig sind. Deutscbes Acieb. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Flensburg: Am Sonnabend findet in Flensburg eine Konferenz sämtlicher Pächter der Quarantäne-Anstalten statt, um zu den Vorgängen bei dec Einführung dänischen Viehs, sowie zu der Frage, was mit dem kassierten Vieh zu geschehen habe, Stellung zu nehmen. Ausland. Der „Newhork Herald" meldet aus Peking: Die Vertreter der auswärtigen Banken hielten eine Konferenz ab, um darüber zu beraten, ob sic nicht an die Regierung ihrer Heimatländer das dringende Ersuchen richten sollten, ernste Vorstel - lungen bei her chinesischen Regierung zu erheben, weil diese dem Adel der Provinzen Hupeh und Hunan die Erlaubnis erteilt habe, Gesellschaften zur Ausführung des Baues einer Eisenbahn von (Santen nach Hankau zu gründen, eine Erlaubnis, die dem im letzten Juni unterzeichneten Anleihsabkommen widerspreche. Tie Vertreter der Banken be- fchlo'sen, vorerst an den Waiwupu die Aufforderung zu richten, die wahren Ziele der von der Regierung erteilten Erlaubnis klar zu stellen. — Während die Agitatoren des Adels in den Provinzen erklären, die Erlaubnis bedeute für sie einen vollen Sieg und schalte die Anleihe aus, geben die amtHdycn Kreise die Versickerung ab, daß es sich nm eine z e i t w e i l i g e Maßnahme handele, die die Entwickelung der Anleihe-Angelegenheit nicht notwendig beeinträchtigen müsse. 2hi£- Oeatte sich doch bei einigen mehr materialistisch Gesinnten der Zweifel erhoben, ob die dort arbeitenden Ringer wirklich ein solches Uebarmaß von Muskelkraft besäßen, und ob es sich trotz der gewaltigen Anstrengungen, abgesehen von der Hebung, die ja erforderlich ist, nicht doch um verhältnismäßig lerchte Leistungen handle. Um solche Einwendungen aus dein Felde zu schlagen, hat der beteiligte bayerische Herkules Grammer eine Wette um 100 Mk. gegen einen hiesigen Künstliebhaber angenommen, wobei er sich verpflichtet, innerhalb 30 Minuten einen bestimmten Baum im Kolofscumsgarten von ansehnlicher Dicke mit allen Wurzeln vollständig auszureißen. Tie Wette soll heute abend als Schluß dar Ringtänrpf-Konkurrenz um V27 Uhr abends bei freiem Zutritt im Kolosseumsgarten zum Austrag gebracht werden. Ter Besitzer des Kolosseums, der an der Sache ein begreifliches Interesse hat, wird gestatten, daß die ebenso beliebte wie feinsinnige Kolosseum-Käpclle zu der Wette ihren faszinierendsten Marsch spielt und das Urteil des Preisrichterkollegiums, zu dem auch zwei hiesige bekannte Sportsfreunde zugezogen worden find, mit einem Tusch begleitet. Natürlich wird die Abendvorstellung int Anschluß daran bei den gewöhnlichen Eintrittspreisen stattfinden. — Klein-Linden, 31. März. Unser Ort, der seither nur eine PoÜhilfsftelle besaß und zum Postamt Gießen gehörte, wird demnächst eine P 0 sta g entur. Der Geltungsbereich der Rachbarpostorte wird auf den Verkehr zwischen Gießen und der neuen Postanstalt ausgedehnt. !- Köddingen, 31. März. Am ersten Ofterfeiertag konnten der Schmied Heinrich Obermann und seine Ehefrau in Rüstigkeit und Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Ihre sämtlichen Kinder, Enkel und Hr- enkel, die noch alle am Leben sind, umgaben sie an diesem Ehrentage. 9300 dem Groß Herzog wurde dem Jubelpaar sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift verehrt. Der Jubilar, der feit 1875 Mitglied des Kirchenvorstandes und über 20 Jahre dessen ausführendes Mitglied ist, erhielt vom Ober- konsistorium ein schönes Gesangbuch mit herzlichem Schreiben und vom Kirchenvorstand in 9(ncrfennung seiner Verdienste nm das kirchliche Leben eine Prachtbibel. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, das; in unserer Gemeinde ein solches Familienfest gefeiert werden konnte. L. Ockstadt, 31. März. Tie Arbeiten an unserer neuen katholischen Kirche sind im Rohbau vollendet, man arbeitet eben an der Herstellung der beiden Türme, die eine Höhe von 40—42 Meter erreichen werden. Nach ihrer Vollendung, die uod) im Herbst dieses Jahres zu enuärten ist, ist die Ockstädtcr Stirdje wohl die schönste katholische Kirche Oberhessens. rb. Mainz, 31. März. Tie Versteigerung der G r 0 ß h. Hessischen Weinbau -D 0 m ä n c fand heute mittag im Konzerthaussaal unter zahlreicher Beteiligung von Interessenten statt. Tie Nachfrage war so bedeutend, wie noch nie. Tie angebotenen 90 verschiedenen Nummern, die von der Sachverständigenkommission auf 86 000 Mk. taxiert worden waren, erzielten einen Erlös von über 114 000 Mk. und lieferten somit abermals einen zahlenmäßigen Beweis dafür, daß Hessen in seinen Weinbau- Tomänen eine feiner besten wirtschaftlichen Anlagen besitzt. Tie Versteigerung der Domänenweine begann mit den billigsten Creszenzen des Weingutes Bodenheim, von welchem 19 Halb- und ein Viertel-Stück angcboten waren. Gleich beim ersten Faß, das zu 450 Mk. taxiert war, wurden 660 Mk. gelöst und dann ging es in annähernd demselben Verhältnis in die Höhe. Der" geringste Satz für die 1907er Creszenzeri der Weingüter Oppenheim (18 Halb- und zwei Viertelstücke), Bingen (13 Halb- und 4 Viertelstücke) und Nack en heim-Nierstein (31 Halbstücke) betrug 600 Mk. Dabei war il a. Nackenheimer Fenchelberg zu 800 und 900 Mk. taxiert, welch letzterer fast den doppelten Erlös hatte, nämlich 1720 Mk. Tie „Spitze" der Weine, 1/2 Stück Nackenheimer, Oesterreicher Auslese, war zu 3500 Mk. taxiert und ging für 4500 Mk. in den Besitz von Kainpinsti-Berlin über. Sehr bemerkenswert ist auch das erstmalige Auftreten von Creszenzen des Bensheimer W e i n gu t e §. Tie beiden zu 700 und 750 Mk. taxierten Halbstücke Streich- ling-Riesling wurden zu 1240 und 1310 Mi. verkauft. Tie beiden letzteren, wie eine Reihe anderer besserer Marken wurden für das Marine-Kasino in Kiel gesteigert; auch die Vereinigte Gesellschaft Darmstadt ließ zehn hervorragende Marken in beträchtlichem Werte erwerben. Von Interesse dürfte üm Anschluß hieran noch die heute bekannt gegebene Tatsache sein, daß die hessische Domäne das Weingut „Herrenberg" in der Gemarkung Oppenheim angel a u f t hat. w. Wißmar, 31. März. Die heutige Verpachtung unserer Wald- und Feldjagd, die bisher jährlich 3000 Mk. einbrachte, hat einen erheblichen Ausfall erlitten. Die Waldjagd ging an Düsseldorfer Jäger für 1400 Mk. und die Feldjagd an Karl Felsing und Genossen aus Gießen für 400 Mk. fort. — Marburg, 1. April. Unangenehm überrascht wurde heute vormittag der Besitzer der hier gastierenden Menagerie: Red Extres Parli. Die 5 Walrosse des Tierbändigers — 4 Riesenrosse und ein Babh — nahmen ihr Morgenbad in einem eigens hierzu abgesperrten Teil der Lahn, neben der die Menagerie in Marburg-Süd ihr Lager aufgeschlagen hat. Ein plötzlich in der Nähe explodierender Maschinenkessel — Menschenleben sind glücklicher- ihren früheren Herrn und Meister mit ihren Stoßzähnen, als er schwimmend auf sie zukam uni) sie durch Zurufe zur Umkehr zu bewegen suchte. Parli mußte eilends an's Ufer flüchten, während feine Flossenfüßler ihre Flucht fortsetzten. Alle Ortschaften flußabwärts wurden sofort ^telegraphisch von der Flucht in Kenntnis gesetzt und die i2eitentälchen der Salzböde, der Lumda usw. sind seit, heute früh abgesperrt, um ein Ausweichen der Tiere nach Westen oder Osten zu verhindern. Bei Gießen aber wurde in aller Eile beim Elektrizitätswerk die Passage so gesperrt, daß die Tiere nicht weiter können. Vollständig verdeckt liegende Fangnetze aus starken Drahtseilen werden den Flüchtlingen hier die Freiheit wieder nehmen. Nach den letzten Nachrichten von dem Weiterrücken der Durchgänger gerechnet, müssen diese zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags hier ankommen. w. Frankfurt a. M., 31. März. 5)cm Kommerzienrat Eduard Beit hier (Mitinhaber der Bankstrma Lazard Speyer-Ellisseu-Frankfurt a. M. d. R.) wurde der erbliche Adel unter der Namensform „Beit von Speyer" verliehen. — Die „Kleine Presse", die im Verlag der Frankfurter Sozietätsdruckerei erscheint, feiert heute das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens. Das Blatt veröffentlicht in feiner Festnummer Glückwünsche der volkspartei- lichen Politiker Payer, Haußmann, Naumann, Oeser, Funch Flesch, Korell. ** Der Oberhesfische Bienenzüchterverein hielt am 29. März seine A u s s ch u ß s i tz u n g im Hotel Schütz hier ab. Tie Versammlung wurde burdj den 1. Vorsitzenden des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, Lehrer Buß-Leihgestem, mit einer Ansprache eröffnet, in der er sämtliche Delegierte, besonders die der neueingetretenen Vereine von Lauterbad' und Schlitz, begrüßte. Tie V 0 r st a n d s w a h l ergab cinftimnüge Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. An Stelle des ausscheidenden hochverdienten Mitgliedes Rentner Otto Schmidt-Gießen, wurde Pfarrer Böchner zu Treis a. d. Lumda neugewählt. Tie Rechnung schließt ab mit einem Kassenvorrate von 750,27 Mark. Tas Vermögen des Vereins beträgt 2100 Mark. Tie Rechnungsablage über die letztiährige Wander Versammlung zu Altenburg ergab einen Ueberschuß von 218 Mark, bet dem festgebenden Verein verbleibt. Ter Voranschlag für 1910 sieht in Einnahme und Ausgabe 3116,93 Mart vor. Dazu wurden solgende Beschlüsse gefaßt: der Versand der Biene geschieht and) in Zukunft durch den Rechner: es wird ihm eine erhöhte Vergütung bezahlt; die bienenwirtschaftlichen Zeitschriften sollen 1911 gewechselt werden. Tic Auswahl soll der Vorstand treffen: für den Kursus 1910 wird der gleiche Betrag wie in den Vorjahren eingestellt. — Von naturwissenschaftlichen Vorträgen soll int1 diesjährigen Kursus abgesehen werden. — Lehrer im Kursus 1910 sind die Herren Hensel und Buß. — Für 1911 wird eine Teilung des Kursus in einen solchen!sür Anfänger und fortgcschrilteno Imker geplant. — Ter Kursus findet dieses Jahr schon vom 19.— 25. Juni statt. Tic Unterstützung der Zweigvereine durch Zuwendung von Waben bleibt and) ft-r 1910 bestehen. Die beschlossene Eintragung des Oberhessisd>en Bienenzüchtervereins ins Vereinsregistcr^ bedingte eine Aenderung der Satzungen. Nachdem die neuen Satzungen gut geheißen, wurde der Eintrag ins Vereinsregister und Truck der Satzungen wiederholt beschlossen. Die Wanderversammlung soll am 18. und 19. Juli in Schotten stattfinden. Mit ihr ist wieder eine Verlosung verbunden. Ten Borttag über Königinnenzucht hat Herr Hensel übernommen. Preisrichter sind die Herren Kling, Loch und Nunk. Auch in Zukunft soll bei Ausstellungen das Vereinsglas verwendet werden. Ferner wurde mitgeteilt, daß der Bienenzuchtverein für den Regierungsbezirk Kassel am 24. und 25. Juli sein 50 jähriges Jubiläum zu Kassel feiert. . Es wurde die Stiftung eines Ehrenpreises beschlossen. Nack> Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner, ebenso tn Vorstande für seine Gesdüflsführung Entlastung ausgefprochc Frankfurt a. M., 31. Marz. Gegen das Urteil des Kriegsgerichts, durch welches der Hauptmann Malotki von Hrzebiatomski vom 81. Infanterie-Regiment wegen unerlaubter Entfernung zu drei Tionaten Festungshaft verurteilt worden war, hatte der Gerichtsherr Berufung eingelegt. Tas Oberkriegsgericht des 18. s>lrmeekocps erhöhte heute die Strafe auf ein Jahr und einen Monat unter Anrechnung der Untersuchungshaft und erkannte außerdem auf Tienstentlasstma. M ü n ch e n, 31. März. Ter Unteroffizier Erich Lauge von der 3. Schwadron des 1. schweren Reiterregiments wurde vom Kriegsgericht zu 19 Tagen M i 11 e l a r r e st verurteilt, weil dec Reiter Sligner von anderen Soldaten auf Befsl;l des lluterosfiziers mehrfach schwere Mißhandlungen zu erdulden hatte. Dar Eisenbahnunglück bei Mülheim a. Rh. Bald nad) Bekanntwcrd^u des Unglücks war ganz Mülheiur in großer Aufregung. Das Geschrei und Stöhnen der Verwundeten und das Röcheln der Sterbenden war, nach der „Köln. Ztg.", herzzerreißend und weithin hörbar. Verschiedene Hilfsrnann- schaften und Zuschauer wurden angesichts der ersck)ütternden Szenen von O hn rn a ch t s a u f ä l l e n betroffen. Tie letzten drei Wagen des Militärzuges waren stark beschädigt. Immerhin war die Zerstörung merkwürdigerweise im Verhältnis zu dem Umfang des Unglücks gering, denn ein Teil der Trümmer rührt von den Rettungsarbeiten her, da die Rettungsmannschaften die Wände cinfdjlugen oder die Wagendecken mit Gewalt abheben mußten, um in das innere zu den Eingeschlossenen zu gelangen. Ihre Befreiung machte große Schwierigkeiten, was sich allein daraus ergibt, daß etwa 21/2 Stunden nach dem Unglück erst die letzten Verwundeten und Toten geborgen werden konnten. Als ein Wunder ist es zu betrachten, daß der letzte Gerettete, der unter dem verbogenen Eisengestänge eines Wagens eingekeilt lag und den man erst später entdeckt hatte, nad) seiner Befreiuung fast unversehrt die unglückselige Stätte verlassen konnte. Heber die Ursache des Unfalles fehlen noch genauere Angaben, da strengste Verschwiegenheft beobachtet wird. Der Lokomotivführer des Luxuszuges, der auf den Militärzug auffuhr, ist inzwischen verhaftet worden. Er behauptet, daß das Einfahrtssignal auf „frei" gestanden habe, was aber von den Leuten, die auf dem Stellwerk tätig waren, bestritten wird. Ter Führer des Expreßzuges konnte den Militar- sonderzug nicht bemerken, da die Bahn au der Unglücksstelle eine lange Kurve bildet und außerdem nehmen die Bauwerke an der Schanzenstraße für die fdjiencnfrei e K r c u 311 ng der Per- onen- und Gütergleise die Aussicht. Diese Anlagen sind außerordentlich sinnreich, und man hatte von ihnen in Verbindung mit vorbildlichen automatischen Stellwerksanlagen die größte Betriebssicherheit erwartet. Der Führer des Expreßzuges hat, wie der K. Z. mwerbindlick) mitgeteilt wird, den Militärzug im Geleise stehen sehen, es war aber 3 u spät, um das Unglück zu verhindern; die Entfernung zwischen beiden Zügen war zu gering. Die Zahl der Toten. Menschenmenge bei ihrem Reinigungsmerke begafft wurden, in solche Anfregung, daß sie die Sperre durchbiachen und weise nicht in Gefahr gekommen — brachte die badenden Tiere, die von einer nach vielen Hunderten zählenden Mülheim a. Rh., 31. März. Tie Zahl der verletzten Soldaten beträgt, nachdem noch die Musketiere Schmalz von der 11. >lomp des 131. Inf.-Rgts., Sperling non der 5. Komp, des 135. Inf.-Rgts., Eyl von der 7. Komp, flußabwärts eilten. Vergeblich versuchten die Angestellten! des 135. Inf.-Rgts. und de>. Husar Gerlsen von der 5. UHwa- der Menagerie die Durchbrenner durch Lockrufe, denen sic! dron des 13. .Husareu-Rgts. als Verletzte vom Garnifon- fonst stets Folge leisteten, zurückzuhalten. Dompteur Part, .äzarett in Müln gemeldet worden und, nunmehr 55. eilte ihnen in feinem Motorboot nach; doch siehe, die scheuen Mülheim a. Rh., 31. März. (Amtlich.) Von den Tiere wollten auch von ihm nichts wissen. Ja, die ge verletzten Soldaten ist der Muskelier Osterland von der waltigste der Robben tippte das Boot um und bedrohtes. Komp, des Infanterieregiments 135 im städt. Kranken- W 1-1 M- Zahl _ qfifdC SU>" 1,1 traf 4’ßjaten, Trupp -Lr bic * her Lolonli nÄ«roii ° gen Ar u v $ in «Ä U gei ■ •Tja* »SS* LH- Mit erfaßte chn. die Mde stet tch^ch hervor. Er ist der ivieder verladen hat Metz, 31. März, toirb uns Mtgetetll. Großherzog von tcur der 5. Ämecinik 16. Armeekorps üven Isisenbahnunglüc nannten üeneraltomin einMNgen: BerUn bekiagensivecken Et>cn! om baburd) vermjach! 16. Ämeelorps hat Armeekorps und den ich hierdurch mein i.K Helm, Rer. - W Schmerz erfahre ich du daß bic vernnglMen angehören. nel )daueren Katastrophe 5pfer gefallen sind über das Befinben be Herzog von Men. ■Dlülheim a. Mc früh 1 Uf)r 45 Win. toi Mülheim a. Rhei verunglückten Militärzüge tragen haben. Einem 5i zu Mülheim liegt, find Sdlla Gelsenkirchen, - Uhr ereignete sich a der Zeche „Tahlbnj turnrbeiten eine Schl fünf Leute betroffen n einer tot und zwei ‘üorben. Zwei Schachth« 3Qf>ei vermutlich ums S Giessen, Die Einäsche Heute m X Ni Blutarme J und schwäch- Q**^tÄ* liehe Personen «lä. trinkt *1 ferplex. Angenehmes, bekömmliches, alkoholfreies Erfrischungs-Getränk ans Malz und Hopfen bereitet, das belebend und stärkend auf Blut und Nerven wirkt Man verlange nur Perplex und weise andere Nachahmung, zurück ä Fl. 15 Pfg. 'M ö ■ ■ fäi-A' . Mi D Ne r kn ufe 1 E ‘Cniüd)terber?in v < UM im öotel den 1 $nrr:b,T^ Hk ehret $iib.oe Sbe,t Gliche & ?ES- mii ,öb Ci>tftimmiqc WiederÄi LMZ ’n 7'1) >7 /3 bar Preise<500,300,20DM.) für nauc prakHathe und atwlnnbringende J. Bett & Co. Frankfurt a. M. 130. Hause gestorben. Dadurch erhöht sich die Zahl der Toten 'auf 20. Mülheim, 1. April. Im Laufe der Ngcbt starben im hiesigen Krankenhausc der Musketier Knieri cm aus Hudrop vom 130. Jnf.-Rgt. und der Musketier Wcfers von der Maschinengewchrabteilung des 144. Jnf.-Rgts. Die Zahl der Toten erhöht sich damit auf 22. Erzählung eines Geretteten. Auf dem Wege zum städtischen Krankenhanse in Mülheim traf ich, so schreibt man der „Rhein.-Wests. Ztg.", einen Trupp Soldaten, die auch im Zuge gewesen waren. Ihre Freude über die Rettung machte sich in einer geradezu rührenden Kindlichkeit kund. Es war, als erzählten sie einen Traum und seien froh, daß er nicht zur Wirtlichteit geworden sei. „Wir lehnten an dcr Türe und sahen an der Wagenreihe unseres Zuges entlang. Plötzlich erblickten wir die 'Lokomotive des Lloydzuges. Mit unverminderter Schnelligkeit kam sic heran. Ta, es war kein Zweifel, dcr Lloyd- zug fuhr auf ünscrm Geleise. Im selben Moment hatten die Puffer der Lokomotive auch schon sich in unseren Zug gebohrt. Aber mit derselben Geschwindigkeit sprangen oder flogen wir aus dem Zuge. Das ging mit solcher Schnelligkeit, daß in den ersten Minuten keiner von uns recht begriff, was geschehen sei." Ausfallend ist die Rettung eines Soldaten, der im Wagen saß, der ditrch die Last eines aus ihm stehenden Wagens zusamrnengedrückt wurde. Unter dem surchtbaren Gepolter der übereinander fahreilden Wagen war es ihm, als versinke er tief in den Erdboden. Für einen Augenblick schwand ihm die Besinnung. Als er wieder zu sich tarn, lag er aus dem Geleise unter dem zertrümmerten Wagen. Er war durchgebrochen, nur seine Hände waren zwischen die Bodcnbrett'er eingeklemmt. Uebcr sich hörte er das Röcheln und Gewimmer seiner zerschmetterten Kameraden. Ihr Blirt sickerte durch die Ritzen auf ihn herab. Eine unbeschreibliche Angst erfaßte ihn. Er arbeitete seine Hände los und kroch, die Hände freilich zerschunden, gerettet unter den Trümmern hervor. Er ist der einzigje, dcr lebend den Todesmagen wieder verlassen hat. Beileidsbezeugungen. Metz, 31. März. Von zuständiger amtlicher Seite wird uns mitgeteilt: s2tuf die an den Kaiser und den G r o ß h e r z o g von Baden, als dem General-Jnspet- tour der 5. Armeeinspektion vom Generalkommando des 16. Arnteckorps überfaubten Meldungen betreffend das E i s e n b a h n u il g 1 ü ck bei Mülheim sind bei dem genannten Generalkommando folgende Beileidstelegramme eingegangen: Berlin, 31. März. Die Meldung von dem beklagenswerten Eisenbahnunglück bei Mülheim und von Dem dadurch verursachten Tode so vieler Soldaten meines 16. Armeekorps hat mich schmerzlich bewegt. Dem Armeekorps und den Angehörigen der Getöteten spreche ich hierdurch mein r.ies empfundenes Beileid aus. W i : - Helm, Rei'. — Karlsruhe, 31. März. Mit großem Schmerz erfahre ich durch das soeben erhaltene Telegramm, daß die verunglückten Osterurlauber dem 16. Armeekorps angehören. Ich nehme allerwärmsten Anteil an dieser schweren Katastrophe, der so viele brave Soldaten zum Opfer gefallen sind und bitte um gelegentliche Nachricht über das Befinden der Verwundeten. Friedrich, Groß- Herzog von Baden. * Mülheim a. Rhein, 31. März. Tie Strecke ist heute früh 1 Uhr 45 Mim wieder freigegeben worden. Mülheim a. Rhein, 31. März. Tie Zahl der in dem verunglücktet: Militärzüge befiiwlichen Personen soll 460 betragen haben. Einem Soldaten, der lebensgefährlich im Spital zu Mülheim liegt, sind beide Beine ab gie quetscht worden. Vergebung. Für das Großh. Provinzial-Arresthaus zu Gießen soll die Lieferung des für die Zeit vom 1. Mai 1910 bis dahin 1911 erforderlichen Heizungs-Materials nämlich etwa 1400 Zentner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mnx Durchmesser, etwa 50 Zentner Anthrazitkohlen und etwa 20 Rm. Tannen-Scheitholz im Verdingungswege vergeben werden. Versiegelte Angebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine Samstag den 16. April 1910, vorm. 10 Uhr auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft hier — Justizgebäude, Zimmer Nr. 43 — niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter der in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom- 16. Juni 1893, das Verdingungswesen bete., enthaltenen allgemeinen und den von den Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingesehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Gießen, den 30. März 1910. Der Oberstaatsanwalt am Großh. Landgericht der Provinz Oberhessen. D7J Lang. Schlagwetterexplosion. Gelsenkirchen, 31. März. Heute nacht gegen Si/2 Uhr ereignete sich auf dem Wctterschacht des Schachtes I der Zeche „T a h 1 b u s ch" in R o t t h a u f e n bei Reparaturarbeiten eine Schlagwetterexplosion, von der fünf Leute betroffen wurden. Von diesen sind bis jetzt einer tot und zwei schwerverletzt zutage gebracht worden. Zwei Schachthaner sind in den Schacht gestürzt und Dabei vermutlich ums Leben gekommen. Man hofft sie noch Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief sanft unser lieber Heinz nach kurzem Kranksein. Gerichtsassessor XV. Jöckcl Und Fra,U. Giessen, Süd-Anlage 19, den 1. April 1910. 1949 Die Einäscherung findet in der Stille statt. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. Massives Geschäftshaus mit größerem Hof u. Einfahrt in verkehrsreicher Straße wegen Kränklichkeit billig unter günstigen Bedingungen au verkaufen. Für jede Branche vaffend. Schriftliche Meldungen unter 02627 an den Gieß. Anz. erb. 2 LcmdaueUvogen 2 VcktorilNvagen (herunter einer mit einem Satz Guimniräder) noch satt neu. zu verkaufen. (02621 Adolf Fuhr, Bad Ems, Braubacher Straße 51. Ca. 100 Zentner “Äteä Wiesenheu zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [1945 Bekanntmachung. Von den von dem Obechejfischen Verein für Innere Mission für die Herberge zur Heimat dahier ausgegebenen Zeigen Schtildverschreibungen wurden gelegentlich der heutigen, bei Großh. Polizeiamt Gießen vorgenommenen Auslosung die nachstehenden Stücke zur Rückzahlung gezogen: Lit. A. Nr. 15, 25, 43, 45, 62, 68, 83, 102, 142, 145, 149, 151, 181, 188, 197, 226, 334, 343, 344, 353 = 20 Stück ä 50.— Mk. Mk. 1000.— Lit. B. Nr. 4, 5, 53, 62, 68, 72, 115, 127, 144, 156 — 10 Stück ä 200.— Mk. „ 2000.— zusammen Mk. 3000.— Wir bringen dies hiermit mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis der Interessenten, daß die Stücke bei der Mitteldeutschen Kreditbant, Filiale Gießen, zur Einlösung gebracht werden können. Gießen, den 30. März 1910. Der Vorstand des Oberhessischen Vereins für Innere Mission D*/# zu Gießen. WH Verschiedenes Kolosseum Giessen Telephon 644 Heute Freitag, 1. April 1910, abends 8 Uhr: Goethestrasse 67. 19 TO SWE5 C31/3 Gieffen, Selterswcg 9. (1935 Habe mich hier als praktischer Arzt nieder- 1942 Dr. E. Steinreich ü 18461 Wilh. Wallenfels. (02572 Giestener Anzeigers. 6 Zimmer IK»ii>bl.3imFa«!,°L 1943 MiOsst md Mctzgttki Ludwigstraire 4. 1840] Kaiser-Allee 17 0-2643 Der Vorstand. v1/«) ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ 1941 j hin! Kleine Preise! Kleine Preise! 025811 Möbl. Zimmer zu vermiet. Roonstr. 44, Ecke Äioltlestr. 11910 eintreten. Fä rbe zu Hause 3n vermieten ffitCKÖlNuRIGA. 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