Samstag 5. Juni 1909 Erstes Blatt 159. Jahrgang Beöaition, Expedition und Druckerei: Zchuistratze 7. Anzligenteu?'y" Beck. bä vornftttags's^Uhr! Rotationsdruck und Verlag der Srühl'fchen Univ.-Vnch- und Zteindruckerei K. Lange. Nr. 129 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, autzer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerLamiliendlätter; zweimal wöchcntl.Keeirr i blatt für den Kreis Stehen (Dienstag nndFreilaq); zweimal moimtl. Land» wirlschafttiche Scitfrcgcn Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen ™ «e*. *«negr ä Bezugspreis: " MM monatlich 75 Pf., viertel- tA Ä AA A AA A A AA iährlich Mr. 2.20; durch jA A ** A M ■ 4# JA * JA "MG Abhole. u. Zweigstellen M ■ MM M M B monatlich 65 Pf.; durch LKtliLi ZIIKlIUlI»2r« VIJVIAVA- VtlllVv iVlÄ-Jsa A fir Verantwortlich General-Anzeiger für Oberheffen ZW Die^heutige Nummer^umfatzt 14 Seiten. politifd^e Wochenschau. Gießen, den 5. Juni. Als wenig anmutsvolle Pfingstüberraschung haben die Konservativen im Vereine mit dem Zentrum und den Polen in der Rumpfkommission ein Steuerbukett ?,usammengeistellt, das nicht seinesgleichen hat. Wer die politische Blurnen- sprache versteht — und Fürst Bülow versteht sich drauf — wird manches aus dieser sinnigen Gabe herausgelesen hab'en. Am deutlichsten erscheint die Absicht des Zentrums: es lrnll heraus aus dem Turm, es will nicht länger isoliert sein, und es will zeigen, daß ohne das Zentrum "keine Geschäfte zu machen sind. Die Konservativen hingegen wollen eine Machtprobe, und verbinden damit einen kleinen Rachefeld^ug gegen den Reichskanzler, der es gewagt hat, in den Liberalen allerhand begründete Hoffnungen zu er- ivecken. Man will den „agrarischen" Reichskanzler daran erinnern, daß die agrarischen Konservativen noch immer in Preußen und im Reiche regieren, nicht die Liberalen Mit welcl)en heuchlerischen Mitteln man nun die vielfach schon recht nachdenklich gewordenen Wähler im Lande be- schwäckftigen will, läßt ein soeben an die Mitglieder des ost- preußischen konservativen Vereins versandtes Flugblatt er- kerrnen. Dort heißt es wörtlich: „Die Konservativen sehen m jeder einzelnen freisinnigen Hauptforderung die größte Gefahr für die Zukunft des Landes. Sie vergessen auch unter der Herrschaft der Blockpolitik nicht, daß der bürgerliche Liberalismus — damit sind natürlich die Nationallibe- ralen gemeint —, und Freisinn Hand in Hand mit der Sozialdemokratie in mehr oder weniger scharfer Form fol- aende Ziele verfolgt: Die Schwächung der Stellung res Monarchen zu gun sten einer möglichst unumschränkten Herrschaft der zufälligen Par - lain en tsm chrh eit: die Beseitigung des christlichen «Geistes in Staat, Schule und Haus: die Abschaffung des Schutzes von Landlvirtschaft und Industrie, welche nach konservativer ^Ueberzeuaung den Zusammenbruch unseres gesamten wirtschaftlichen Lebens zur Folge haben würde." ^)Lan sieht wo diese Verleumdungen hinaus wollen: ein Reichskanzler, der mit Parteien zusammengeht, die gegen den Monarchen, den christlichen Geist des Staates nfni. sind, ast unmöglich: den kann der Monarch nicht lange im Amte Lulden. Wahrlich, der neueste Vorstoß gegen Bülow ist sein ersonnen. Ain seltsamsten mutet die Haltung der Polen an. Da gibt es, wie die „Münch. Allg. Ztq." meint, eigentlich . nur zwei Erklärungen, wenn ment nicht etwa, was aber ivenig Wahrscheinlichkeit für sich hat, nur eilten „Bluff" mnehmen will; entweder tun die Polen mit, um dem Zentrum Blocksprenghilfsdiertste zu leisten, weil sie in der Zertrümmerung de/Blockes einen Gewinn sehen, der wohl ttne „deutsche Messe" wert ist, oder sie haben Aussicht »enn auch jetzt wieder, wie jeder neue Erfolg dem mutigen »Zrasen immer neue Feinde und Neider schafft. Mit dem Pftngstfeste hat nun auch die Zeit der üblichen Kongresse begonnen. Ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr größer, und die Zeitungen wissen sich schon kaum .noch zu helfen, wie sie über alles das auch nur kurz Berichten sollen, was da zusammen geredet wird. Daß auf Manchem dieser Kongresse auch hochbedeutsame und wirklich wertvolle Reden gehalten werden, kommt neben der Fülle 2er anderen Reden leider oft gar nicht zu verdienter Geltung. Schade wäre es z. B., wenn etwa dre vortreffliche Rede des ««-Grafen Posadowskh auf dem evangelisch-sozialen Kongreß in Heilbronn nicht das Echo in der weiteren Oeffentlichkeit fände, das sie verdient. Schade wäre es ferner, wenn die zahlreichen wertvollen Anregungen auf dem Lehrerinnen- iongreß in Hamburg, namentlich die über den Strafprozeß bei'Jugendlichen unbeachtet blieben. Zu gedenken sei auch an dieser Stelle des dieser Tage in Baden-Baden verstorbenen Theodor Barth. Unsere heutige Zeit ist arm an hervorragenden Persönlichkeiten, !>a ist es denn um so schmerzlicher, von dem Tode eines Mannes zu hören, der in irgendeiner Weise die Mittelmäßigkeit weit überragt. Barth war — was man sonst :wn seiner politischen Tätigkeit auch sagen mag — eine Persönlichkeit, ein kenntnisreicher Kopf, ein vielgereister Mann, ein ehrlicher Mensch und Idealist. Unter den heutigen deutschen Politikern, namentlich int deutschen Reichstage, gibt es nur wenige von seiner Bedeutung, darum wird man auch als politischer Gegner seinen Tod schmerzlich beklagen müssen. In der auswärtigen Politik scheint sich neuerdings wiederum verschiedenes, neues vorzubereiten. Serbien rnd Bulgarien verhandeln miteinander über eine Zollunion, Rumänien will sich dem Dreibünde näher an- sschließen, Kreta sucht sehnsüchtig politischen Anschluß an Griechenland, und Rußland fängt an, es sich in Persien bequem zu machen. Die Slawen haben sich auf ihrem hi St. Petersburg ab gehaltenen Kongreß wieder einmal Lu einen wüsten altslawischen Taumel hineingeredet und gleichzeitig mit der Eröffnung des finnischen Landtages wissen russische Blätter von verdächtigen Waffentransporten vor den finnischen Häfen zu melden. Wollen die Fiun- l-mder wieder einmal mit Gewalt ihre Rechte gegen Ruß- lmd verteidigen? Wichtiger als alles dieses erscheint zurzeit die bevorstehende Begegnung des deutschen Kaisers mit dem russischen Zaren in der Ostsee. Zar Nikolaus fühlt ui seiner Zarskoje Seloer Einsamkeit <Ähnsucht nach einer Aussprache mit unserem Kaiser, und die Leiter der Politik des Teurschen Reiches und Rußlands werden der Begeg-! nung beiwohnen. Grund genug, um dieser Monarchenbegegnung weitgehende politische Bedeutung bcizurnessen. Nicht ganz ohne politische Bedeutung wird wohl auch der für den Herbst in Aussicht gestellte Besuch der deutschen taiser- lichen Familie in England fein.__E. A. ~ Der Ausschuß des deutschen handelstager in Magdeburg beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Reichsfinanzreform. Er nahm eine Resolution an, worin es heißt: „Die von der 32. Reichstagskommission beschlossenen Bestimmungen über die Besteuerung der Wertpapiere bezwecken eine Belastung des Verkehrs und einzelner Kategorien des Besitzes. Die Erhebung zum Gesetz würde durch die Ueberspannung und Belastung der inländischen Gesellschaften, sowie durch die Schwächung der beub schen Börsen das gesamte deutsche Wirtschaftsleben lähmen, insbesondere würden auch die ausländischen Absatzgebiete für die Industrie, die mühsam gewonnen wurden, wieder verloren gehen und die Gewinnimg von neuen Absatzgebieten außerordentlich erschwert. Tie Untergrabung des internationalen finanziellen Einflusses Deutschlands würde auch dessen allgemeine politische Machtstellung sehr schädigen. Tie unheilvollen Wirkungen würden eintreten, ohne daß für das Reich Mehreinnahmen von genügender Bedeutung zu erwarten seien. In formeller Hinsicht sind die Bestimmungen so flüchtig und sachunkundig gefaßt, daß sie sich als undurchführbar erweisen werden. Es muß daher als ausgeschlossen betrachtet werden, daß die verbündeten Regierungen dem Beschluß der Reichstagskommission -ustimmen. Es ist zu fordern, daß nur solche Bestimmungen Genehmigung finden, die weder den Erwerbsgang noch einzelne Kategorien des Besitzes treffen, sondern allgemein erworbene Vermögen belasten." Nach dem Bericht von T i m p k e r - Lübeck über die Umsatz- unb Wertzuwachssteuer auf Grundstücke wurde in- bezug auf die Beschlüsse der Reichstagskommission zur Ordnung des Reichshaushalts im ganzen einstimmig eine Erklärung angenommen, in der bezüglich der Ablehnung der Erbschaftssteuer und der beschlossenen Sondersteuer auf Vermögen und Wertpapiere der schärfste Einspruch dagegen erhoben wurde, daß im Reichstage einseitige Politik zur Bevorzugung eines Teils der Bevölkerung getrieben werde. Die Erklärung spricht sich ferner gegen die in der jetzigen Gestalt beschlossene Regelung der Branntweinsteuer, der Tabaksteuer, der Unisatz- und Wertzuwaehssteuer auf Grundstücke und Zündwaren, der Parfümeriesteuer, der Mühlenumsatzsteuer, des Kohlenausfuhrzolls und die Erhöhung des Kaffee- und Teezolls aus unb'schließt: Tie einseitige, immer von neuem sich wiederholende Bevorzugung der Lanbwirtschaft und der Mangel an Einsicht in die Lebensbedingungen der Industrie und des Handels erzeugten in den Angehörigen der letztgenannten Berufszweige tiefe Erbitterung. Industrie und Handel gelangen im Reichstag nicht zu Recht, wenn dessen Verhandlungen nicht gemäß der Verfassungsbestimmung, nach der jeder Abgeordnete der Vertreter des gesamten Volkes fein soll, stattfinden. Tarin, daß die Bestimmung in nicht ausreichendem Maße zur Geltung gelangt, liegt für unser öffentliches Leben ein schwerer Mißstand, dessen Beseitigung int Interesse einer sachgemäßen Erledigung der parlamentarischen Arbeit erforderlich ist. Ter Ausschuß spricht die Erwartung aus, daß der Reichstag nicht den Vorschlägen der Kommission folgen und nicht die mit ihnen verbundenen Gefahren und Schädigungen herbeiführen wird, andernfalls zu befürchten ist, daß Industrie und Handel, worauf in erster Linie der Wohlstand und damit auch die Macht des Teutschen Reiches beruht, zu Schaden kommen und ihren Vertretern das politische Getriebe immer mehr verleidet wird, eine Aussicht, die für das Gemeinwohl die aller schwersten Bedenken erweckt. Von der Einberufung einer außerordentlichen Vollversammlung des deutschen Handelstages wurde mit Rücksicht auf die für den 12. Juni nach Berlin einberufene Versammlung des Zentral Verbandes der deutschen Banken und des Bankiergewerbes und des Zentralverbandes der deutschen Industriellen abgesehen. Koli tische Tagesschau. Vaterländischer Frauenverein. Im preußischen Abgeordnetenhause trat gestern die Mitgliederversammlung des Vaterländischen Frauenvereins zusammen, der die Prinzessin Heinrich von Preußen beiwohnte. Staatsminister v. Moeller begrüßte die Erschienenen und forderte zu weiterer energischer Arbeit auf. Oberstabsarzt a. D. Friedheim erstattete den Rechenschaftsbericht, nach dem im Jahre 1908 73 Zweigvereine neu erstanden, die Mitgliederzahl 426 288 und das Vereinsvermögen 21325188 Mark beträgt. Generalarzt z. D. Werner legte dar, daß eine Betätigung in der Seuchenbekämpfung dem Geiste des Vaterländischen Frauenvereins entsprechen. Generaloberst v. d. Golh. Die Gerüchte, daß der Generaloberst v. d. Goltz wieder in türkische Dienste treten werde, wollen nicht verstummen und geben namentlich dem deutschfeindlichen Auslande Veranlassung zu äußerst gehässigen Betrachtungen Im „Echo de Paris" veröffentlicht ein ungenannter Offizier einen sehr erregten Artikel über die Ernennung des Generaloberst von der Goltz zum Vizepräsidenten des ottomanischen obersten Kriegsrates. Hinter von der Goltz, sagt der Arlikel- schreiber, steht Kaiser Wilhelm II. Diese Ernennung bedeute, daß Deutschland sich der türkischen Armee moralisch bemächtigen wolle. Der Artikel führt dann weiter aus, wie notwendig es sei, daß türkische Offiziere sich an der französi- schen Armee bilden, um zu verhindern, daß ihr Land von neuem unter deutschen Einfluß gerate und schließlich zu e;nem Bundesgenossen lvürde, der im Grunde nur ein Sklave sei. — Diese Aeußerungen sind für uns sehr interessant, um so interessanter, als der Vorgang, auf den sie sich beziehen, nicht wahr ist. Generaloberst Frhr. von der Goltz teilt nämlich dem „Berl. Tagebl." mit, ihm sei eine Aufforderung von der türkischen Regierung, wieder in ihre Tienfte zu treten, bis jetzt überhaupt nicht zugegangen. Lvangelisch-Sojialer Kotig refj. S. u. H. Hcilbro n n, 3. Juni. Die heutigen Verhandlungen standen wieder unter dem Vorsitze von Prof. Harnack (Berlin), der Pros. D. Trews i-Halle- das Wort erteilte zu seinem Vortrage: Kirche und Arbeiter st and. Der Redner führte aus: Die Evlmgelische Kirche steht heute vor großen Aufgaben, besonders soweit ihr Verhältnis zum Arbeiterstand in Betracht kommt. Gegenüber der Sozialbemoftatie darf man sich keinem falschen Optimismus hingeben. Es ist beachtenswert, daß allein in Berlin im Jahre 1907 insgesamt 7000, im Jahre 1908 10 000 Arbeiter aus der Kirche aus traten.. Aber auch zu einem übermäßigen Pessimismus ist noch kein Anlaß. Ter Redner legt dann dar, wie die 'Dinge so geworden sind und schildert den Einfluß, den kommunistische Ideen, namentlich die von Weitling ^u Anfang der vierziger Jahre auf die Arbeiterbewegung ausübten. Tas Christentum wurde mit seiner Jenseitshoffnung abgelehnt und das Diesseits in Llnspruch genommen. Redner erörtert die Frage, woher es gekommen ist, daß die Proletarier, die zunächst durchaus nicht religionslos waren, eine so energische antireligiöse Propaganda entwickelten. Zunächst muß man sich die grenzenlose Not der fraglichen Zeit vor Augen halten und beachten, daß die'Kirche den Mißständen gegenüber vollständig versagte. Die Führer der jungen Arbeiterbewegung wurden zumeist von der Regierung hart verfolgt, von derselben Regierung, mit der die Kirche einen engen Bund geschlossen hatte. Tie aufstrebenden Arbeiter ließen sich nicht von dem damaligen Christen- tum, das eine einseitige Ergebungsreligion war, auf das Jenseits vertrösten. Dazu kam der ungeheure Einfluß, den die damals mächtig aufstrebenden Naturwissenschaften mit ihrer materialistt- schen Weltauffassung ausübten. Was hat die Kirche demgegenüber wohl getan? Sie tat nichts. Sie hatte die Not der Zeit nicht erkannt, obwohl sie offen vor ihr lag und sie hat kein Herz und kein Verständnis für die 'unteren Schichten. Tie kirchlichen Machthaben nahmen eine drohende Stellung gegen alles an, was irgendwie auf politische Weiterentwicklung drängte, und dadurch verlor die Kirche auch den'Einfluß aus das Bürgertum.^ Im allgemeinen versagte damals die Kirche vollkommen. Ta setzte Wichern ein mit neuem Geiste, aber seine Gedanken gewannen zunächst keinen Einfluß. Vielfach vertrat man in der Kirche den Standpunkt, daß die Mißstände zum Teil dadurch behoben werden Eönntcn, daß man die Arbeitermassen überhaupt nicht religiös zu beetm» slussen suche. Heute weiß man in der Sozialdemokratie überbauet noch nicht, was Religion ist. Immer'wieder wird von soziaL- demokratischer Seite gesagt, die Religion ist tot, so daß man zur dem Glauben kpmmen muß, sie lebt noch. Tie Kirche hat in den ersten Jahren der sozialdemokratischen Entwicklung nichts getan, man ließ die Dinge gehen. Aus den Kanzeln hörte man fteilich Klagen imd Anklagen. Bischof Keßler hat vom katholischen Standpunkte aus die Arbeiterfrage gelöst: die evangelische Kirche hat aus ihrem Schlafe erst Adolf Stöcker erweckt. Es bleibt sein großes Innvergeßliches Verdienst, daß er die Arbeiterftage an» schnitt. (Lebh. Bravo.» Er schritt 1878 zur Gründung der christlich-sozialen Partei und vertrat mit Entschiedenheit den Standpunkt, daß die christliche Ethik cd nicht znlasse, daß der Schwache vom Starken vertreten werden bürte. Aber alles, was damals Gittes geschah, geschah ein'Menschenalter zu spät. Freilich, Stöckep hat den Gegensatz zwischen Kirche und Sozialdemokratte verschärft. Er hat die Aufgabe der Kirche erschwert dadurch, daß er der großem Frage „Christentum und Wirtschaftsordnung" das Problem gegenüberstellte, „Kirche und Politik". Aber damals Überboten sich die Geistlichen dem Arbeiterstande wirtschaftlich zu helfen, mit Rechten und gesetzlichen Einrichtungen, nicht mit Almosen, dem Arbetter Anteil zu gewähren an den Gütern unserer Kultur, von der Kirche abzustreichen, was ihr an einseitigem Klassencharakter anhaftete, mit neuen lebendigen Zungen das alte Evangelium zu predigen. Damals wurde der Evangelisch-soziale. Kongretz begründet, und als sich der junge Käfter zu den sozialpolitischen Erlassen seines Großvaters bekannte, da stieg die Begeisterung für die Sozialpolitik sogar bis in die konsistoriale Höhe (lebhafte Heiterkeit^. Und als Friedrich Naumann so wie keiner für unsere Arbeiterbewegung eintrat, da hoffte man auf den Anbruch einer besseren Zeit. Doch da tarn eine Zeit der Prüfung, als König Stumm sein Regiment antrat. Es kam der unglückselige Erlaß des preuß. Oberkirchenrats von 1895, der von Naumanns Feinden mit Freude begrüßt wurde. Ter Erlaß bildet ein verhängnisvolles Dokument in beC sozialpolitischen Geschichte bes bentfchen Volkes. Friebrich Nau-s mann ging baburch der Kirche verloren. Er konnte ben Reizett ber Politik nicht widerstehen. Seitdem ist es in evangelische» Kreisen wieder sehr still geworden. Man hört nur klagen. das aber ist ein Zeichen der Schwäche unb ein Mangel an Würde^ Was hat man bisher mit biefer Mißstimmung erreicht? Es hanbelt sich boch um unsere Brüder. Arbeiten und nicht verzweifeln muß die Losung sein. Man müßte verzweifeln, wenn die Kirchs bisher ihre Pflicht getan hätte. Das ist aber nicht geschehen. Wenn man an die Zukunft der Heidenmission glaubt, braucht man an der Zukunft ber eigenen Nation nicht zu verzweifeln. Was sollen wir tun? Zunächst ist notwendig, daß die Kirche sich nicht an eine einzelne Partei verkauft. Sie soll erfüllt sein mit sozialen» Geiste. Tie evangelischen Kreise dürfen nicht in der Anschauung festgelegt werden, als ob eine gute soziale Gesetzgebung ausreichend sei zur Besserung der Not der Zeit. Die Kirche muß den ihr anhaftenden Klassencharakter abstreifen. Tie Kirche muß» für die Arbeiterbevölkerung größeres Verständnis gewinnen. Auch niuß die Kirche alle Kräfte einsetzen, um unter den Arbeitern und den Gebildeteren größere Achtung vor dem geistlichen Stande M erwecken, denn in dem evangelischen Pfarrerstande liegt nicht zuletzt das Schicksal der evangelischen Kirche. Arbetten unb nicht verzweifeln ! (Langanhaltenber Beifall). In ber Diskussion führte Pfarrer Traub (Dortmunb) aus: Wenn eine Institution gehaßt wirb, so ist sie noch etwas ioert. Wenn sie aber mit Gleichgültigkeit behandelt wirb, bann ist sie tot. Vor 20 Jahren war gegen bie Kirche noch ber Haß lebenbig, heute nur nod) die Gleichgültigkeit. Die Kirche genießt besonders wegen ihrer Betättgungsweise bei ber Laienschaft feine Achtung mehr. Tie Synobalberichte von 1909 könnten ebensogut aus bem Jahre 1609 stammen. Mles breht sich um bie Frage der christlichen! Welt. Wir müssen aus der Zeit herauskommen, da bie Kirche als eine bestimmte Einzelorganisation angesehen wurde. Wir sind heute so weit, daß man ber Kirche einen Dienst erweist, wenn man nicht in ber Kirche, fonbem in ber Welt ist. — Professor: Rabe (Marburg): Wir bürfen nicht auf bie organisierte Lanbes» kirche verzichten, schon um ihrer Geschichte willen. Ich liebe meine Kirche und bebauere umsomehr, baß sie auf allen Gebieten! so rückstänbig ist. Mit ber Revision bes Religionsunterrichts wartet man, bis es nicht mehr weiter gehen kann. Das ist eilte Heuchelei. Es wirb soviel von Buße gerebet, aber die Kirche tut keine Buße. Man darf heute ein sehr freigeistiger Theologe, aber man darf nicht sozial sein. Taran sind in ber Hauptsache bie >2ynodalausschüsse schulb. Ter Kongreß müßte ben Kirchenbehöv^ den zuruseu: Ihr habt aus bem, was auf ben Evangelisch-soziale» Kongressen verhanbelt würbe, bie Konsequenzen nicht gezogen, bie lhr von rechts wegen hättet ziehen müssen. — Pastor Sd) u bring madjt den Vorschlag, die Organisation der evangelftch-sozralerr Vereinigung im Königreich Sachsen aus ganz Deutschland aus-^ zudehnen. — Pastor Liebsdors (Leipzig»: Jetzt endlich ftst bä* Zett gekommen, bie Arbeit von neuem zu beginnen —. ichne bett u 3unt Gewehre, roeljr sich Ter 1 Ijähnge Schüler Heigi Tagen so unglücklich von eine Anne brach, den einen foa ^uni. einigen beide Beltershain bet Grün berg Tic Veröffentlichung dieser vier Arbeiten erfolgt in uferen Landwirtschaftlichen Zeilfragen. verhaften lieben. Sie würben in daü Anit-geiichtt- in Battenberg einqeliefert. ES fallen gut fxtmrrtt 2. Die kann man am besten recht viel Futter verschwenden? ?rür die ausgezeichnete Deantwormnq dieier Frage erhielt PH. Schübler vom Hardthof einen ersten P reis von 40 Ml. und C. ^a p v in Be l l n b a u f e n eine lobende Anerkennung 3. Wieviel Arbeitszeit kosten uns die Dege d o m - o f zum Feld und von Parzelle zu Parzelle? Einen zweiten Preis von 20 SRf für die gute Beantworrung diefer Frage erhielt Ludnng Zimmer in gefängnis Landwirte ait6 einer Ortschaft bei Allendorf sein. gehängt. Der Beamte setzte sich zunächst in den Befiz der worauf die Wilddiebe ohne nennenswerte -earn- faaL fc. Wiesbaden, 5. Ium Tel) In der befaimirn flur des Hcldentcnors Heinrich Hensel aegen den 3nlrnbanl,i kt tföntgl. Sdwuipidc von Märzenbecher erklärte Die 3M- fanuner 4 am hiefigen Landgericht die ülagc als g t ecrfität»*21acbricbtcn> fj M arburg. 4 Juni. Ta? soeben erschienene denienverzerchni» weist rur dieses Lornmersemefter iimnalrihiherte Snilnerende einsck' 33 iVrauen auf Tax* studieren 169 Tdeolorne, 515 Iura. 313 emfchl t Frauen ".ed'i"'- und 1138 einsctU 29 Frauen *I;biloiopbie Aunerdem und 43 Männer und s Frmien zum Hören der Borieuinaen der ‘•lu' so daß die Utesamtzabl aller Tvidierenden 2185 betragt vr* beimatet j,nd l6>»» Manner und 19 Frauen m den pminnem Provmien. darunter 703 Männer und 6 Frauen in Hessen^ ana». 322 Mann s und •'» Frauen in den übrigen bevnrtrn ‘KnMiinörti. darunter 23 Manner im WrofibrruuTtimt Hessen. 71 MLane^ uii* 3 Frauen in den ubrmen eurrtMnrfrn Staaten, in nimmst Mönncr und 1 Frau und m Asien 7 Manner 3m vorigen romutrr waren e» 1859 Männer und im lebten Winter 1*3* Männer und 27 Frauen. Sein 50 j ä U r i g e » Arbeit- behorvlichcn 3eatn von oben — im Geiste des evanaelisch-io-ialen -ougrcss''s Ich habe die Kirche immer mehr liebqewonnen, r läster ich m ihrer Arbeit itehe. Ixe »onnftorieu sollten bi? Plärrer arbeiten lasten, was h • allem nickt ausrichten können — Pasta c :H o h l i e Ssnabriict teilte aus feinen Erfahrungen mit das. d e Geullicken die Arbeiter durch die Bekämchung . Alkohol,rmu? gewinnen könnten. Pastor p Brocke^ vallc emoiiehtt die Beranstaltunq von Tisku'ionsabenden 2ot t der Reaktion iononn ein <*otl des «Fori'ckrrn-, der (tcrfdinqtci imb der BrüderOchkeit. AIS einfacher Arbeiter des Geistes, nut der grostten Cm'ochbeit, ohne alles pfa ienmätziqc must 'ick der Geistliche dem .Irbeuer nlbern Je mehr er in solchem sinne arbeitet, umio ovtimnti'cher kann er werden. Proteöor Dur ft er /Tübingen Man dar' den Jtor.-tftonen, Snnodcn und Pfarrern nickt allein die schuld geben. auch das liberale Bürger tum bat Diel gefehlt Wenn wir dock erst so weit wären, baß der Geistliche an dem Juristen und Mediziner eine Stube wnde Frln. v Soden Berl-n weist darauf hin. daß /ckon letzt die gan^e Berfassung der .Wirdie durchaus demokratisch fei. Größte Mannigfaltigkeit soll das Ideal der evangelischen Mir die »ein Man soll nicht immer innerhalb der jtirche der Empnndlickkeit einer einzelnen Gruvve Rechnimg tragen. Bor allem ist c-j not wendig, keine Brücken abzubrechen, auch nicht hinter deni.n'gcn. die aus der Hirdic ausgetreten sind. Ti f die n b ö r i er- Berlin Man bat geiaqt. dast an der 2lus rbewequng ui enter ßttne die Not der Zen schuld sei. Darubc. art man aber nickt die 2Uitalion her sozialoemokramcheit Parteiführer vergessen "ch>chnittlichen Arbeiters keinen Platz. Wir brauchen den ganzen Sckädel für unsere Ideen, daher must die ckrutliche Religion heraus. Nach noch weiterer Tcbattc wurde eine N e so l ution angenommen, welche besagt: Ter Evangelisch soziale Konqretz sprickt feine Genugtuung aus über die religiös- sozial«- Arbeit, welche die soziale evangelische Bereinigung in 2achsen in Treue unter den schwierigen Verhältnissen leistet und heflt den dringenden Wunsch, dast die Arbeit auch in anderen Landesteilen mit der gleichen Sachkunde ausgenommen roirix — Als Crt der nächsten Tagung wurde Chemnitz gewählt Chefredakteur 3aerfb dankte dem Präsidenten für die umsichtige Leitung und brachte aut ihn cm Hoch aus, worauf der Vorfitzende die Verhandlungen mit einem Schlustwort für beendet erklärte. Dcrmifcbtcf. • T a m m b r u di. Ter neue Wassenoeg, her Brüssel mit Antwerpen verbindet und so für die '?auptftabt eme» Weg ms offene Meer hüben soll, bat in der Nackt zum Frei- tag einen Tamm druck erlitten. Tie Brüsseler Vorstadt B>.* morde und ihre Umgebung ist vollständig uherfckwenwck. Ta? Wasser tr? «analS, helfen Niveau «Meter beträgt, er* goß fick in die Senne. Ter Flust ist durck diese riötzlrir Einströmung riesig gestiegen, wahrend der franol fast leer lief Ttc Schiffe, die fick auf dem Kanal befanden, bliebe« int Sanb stecken. Pioniere und Feuerwebrmannfckaften fmb an der UngluckSstelle mit grvster Anstrengnna lang. Während der Nackit gelang es, einen Teil der Saflcrtnatfen |us Stillstand zu bringen. Kleine Tageackrontk. Im Erle Buisdorf bei Köln sind durch ein Bn- weiter gestern mehrere Häuser eingestürzt. 3® Weiden neben alle Häuser unter Wasser. Em in Noblem zum Besuche iveilender Kbniäbhflft S** und da» acktiabrig. Töchterchen des Kaufmann» Bertram iw\» am Rhein. Plötzlich fiel der Änabe m den Strom. Tafi Mödck« .orang kur; t-niscklofien nach. Ter Änahc wurde gerettet, während die heldenmütige Gespielin ertrank. uin großer Wald- und S?eibebtanb, dem et®» :> bi» Morgen zum Teil fiskalischen Forstes znm Cpl« gefallen sind, wütete in den Greifen Gif born unbOfe"? igen ut Westfalen Pastor C4 r o i e aus Ehra ftarb )er Hilfeleistung itifolge eines HitzscklageS; ein Förster .onnte nur mit Mudc gereitet werden. Viel Wild ist t» tnt Flammen umgekommen. h. Fulda, 4. Juni Einem Daldhrande. brr in dem Forstorte Haardt bei Büchenberg-"0 alten Hof wütete und ju dessen Bekämpfung sieben Feuerwehren notig waren, fielen 13 Morgen 10jährige Kulturen unbj < W orgcit au^iearbiTiteteo Gruben- und Brenn lwlz yim Cpier. Ser Schaden beträgt mehrere tausend Mark. Ter Dald ist Gv.cn« tum der westfälischen Baugesellschaft Sassen u. Co in 'steck- linghauseil. Nutzer dieser Firma sind noch viele Heine Leute geschädigt. w. Wiesbaden, 4. Zuni. Prinz und 'brir vina Nashimoto von Japan traten gegen 3>, Uhr in Automobilen hier ein. Tic Herrschaften begaben fick in das .mirbaud, wo sie Regierungspräsident Tr. v Meister de- grützte. Rach Einnahme oes Tete wurde da? Äurlxiu» und spater die .stochbrunnenanlage besichtigt G gen Abend begaben sich die Herrschaften wieder nach Frankfurt zurück, von wo sie heute abend 8.23 Uhr nach Paris abreisten. 18.19 ununterbrodien in der .vaFnr des xxrm Vfrntr m Tiensten steht. Die Firma und deren Bedienstete veranstal- teteii zu Ehren des Jubilars eine Feier, wobei er reich defchciikt wurde. Alsfeld. 4 Juni. Bürgermeister C. Arnold ist seiner in letzter feit mehrfach geäntzerten Absicht ent- sprcckeiid — von teinem Amte zurückgetreten. r. Wohn reib, 4. Juni. Ein fchwereS Unglück Hal «ich dieser Tage hier ereignet. Erne Familie aus Ilß. dort wollte ihre hier verheiratete Tochter befnchen und biefer» halb auf einem Wagen hierher fahren. In der Röhe unsere« Dorfes, wo bie Strotze etioaS steil abwärts führt, verwickelt^ sich btc Le ne um baß Pferb. fo batz dieses scheute und burchgmg. loobei ber Wagen umstürzte. Der 2?lann liegt 'chwer krank bamieber, während die Frau oorausnchlich m die Klinik noch Dietzen gebracht werben mutz, lebensalls wegen innerlichen Vetlegungen. ---- Bad-Nauheim. 4. Juni. Bis zum *8. Juni find 8688 Äurgälte angekommen, wovon an genantem Tage noch 5550 anroefenb ivarcn. 33aber wurden bil zum 3. Ium 80 194 abaeaeben. 0 A u s der 'Se 11 er a u , 4 Juni In Nieder« Weisel wird dieses Jahr wieder ein Iohannitertaq in der dortiacn Äoniturlird)c ad geholt en — Der Tirehar der Iuckcrsabrik ,/Sctterau" in Friedberg- Fauerbach, Tr. .ö Sckudt, scheidet mii seiner Stellung au5. Seui Rackfolger wird wahrscheinlich Tr. Dinhelm. seither Direktor der Zuckerfabrik zu Gernsheim. — Tic Arbeiten an her an Bau begriffenen elektrischen Bahn von Frank- urt a. M. nach Hornburg v. d. H. nehmen, da fdt keine Geländeschwierigkeiteii in den Weg treten, so regen Fortgang, datz die etwa 16—20 *m. lange Strecke noch im «pätherbist eröffnet werden soll. Tie einzigen grotzeiea Bauten, die aufgeführt werden mutztcii, sind die Heber- brnckung der Main-Weserbabn und der Nidda bet Hedden,- heim ^Eschersheim Tie Bahn ist für die südliche Wetterau von grotzer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch zivei hessische Crtc werden von ihr berührt. £ b c r • und Nieder» Eschbach. Ter hessische Staat hat deshalb einen Zu- schütz von 68 000 Mark gegeben. Ter Betrieb auf der Vinic ist so gedacht, datz am Tage nur Personenverkehr Itaitfinbet: nachts soll sie auch zur Güterbeförderung bc- nutzt iverben. fc. Sattenberg, 4. Juni. Der Forstaufseher Hell- mann von Allendorf bei Baltenberg überraschte im fiskalischen Forste bei Cfierfelb zwei Wilderer, die eifrig befchämat waren, einen Zehnender aufzubrechen. Tie Flinten hatten die Rnapper an einen Baum, unter dem der Hirsch lag. aut« "Tageskalender. Kolosseum: Täglich Garienkonzeri deS Tanien-BlaSorckesters .Lyra I.": Sonniaq mib folgende Tage Wiener Singspiel-Ensemble Raab und Edctweitz. _ Kinematographcntheater: Täglich Vorstellung. Anlageniusik um 11', Uhr in der Süd-Anlage. Spiel- plan: 1 CuDcriure zur £per .Tie Äeqimentflioducr*. von Tonizetti; 2. .In lauschiaer Nacht!' Walzer von Ziehrer: 3. Fantasie aus der £per .'Mignon", von Thomas; 4. Iuhiläums- Tlaikf), von Krautze. Konzert tm Hotel Schuh Sonntag abend 8 Uhr. • • Vom Großherzoglichen Hofe. Prinz Ma-, von Baden nahm. n. d. ,Tamift. Ztg.", an der gestrigen Frühstückstafel im Neuen PalaiS teil. • • Der Minister deS Innern, Braun, hat sich zur Teilnahme an den Verhandlungen der BundeSratSauSschüfi'.' über die ReichSoersicherungSordnung nach Berlin begeben. " Orden Svcrleihung. S. K. H. der Großherzoq haben dem Rechtsanwalt und Notar Zustizrat von Brentano di Tremezzo in Offenbach a. M. das Ritterkreuz 1. Klass.? des Verdienstordens Philipps deS Grotzinütigen und dein Maschinenmeister Ludw. Traf er von Arheilgen, in Diensten bei G. F. Winter'chen Bnchdrnckerei in Tarmftabl baS Allgemein«. Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. • • Die erste diesjährige Schlutzprüfung der Kandidaten der evang. Theologie hat heute vormittag in den Amtsräumen des Großh. Oberkonsistoriums ihren Anfang genommen. Es beteiligten sich daran 6 E-.aim- nanben, von benen 3 anS Starkenburg, 2 auS Oberhefsen und 1 auS Rheinhesten sind. • • LluS dem Militärwochenblatt. Nachweifimg der im 1. Vierteljahr 1909 bekannt gewordenen Todesfälle von Offizieren, Sanitätsoffizieren und Beamten: 18. Armeekorps: v. Reden, Lt. im Grotzh. 2lrt.-KorpS, 1. Großh. Hess. Jeld-Art.-Regts. Nr. 25, geft. am 27. Fe- binar, v. Trott zu Solz, Lt. in demselben Regt., gelt, am 27. Februar. ChaleS de Beaulieu, Lt. in demselben Regiment, gelt, am 8. März 1909. Sanitätsoffiziere: Dr. Aja er ter, Oberarzt bei Res. (II Darmstabt), geft. am 20. Januar 1909. Veterinäre: Kühn, Oberveterinär beim Großh. 9lrt.-KorpS, 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Regts. Nr. 25, geft. am 25. März 1909. - Kunstverein. Wegen verspäteten Eintreffens der Gemälde wirb bie Ausstellung erst kommende Woche wiebci geöffnet. Neu zur Ausstellung gelangen eine Kollektion, etwa 50 Gemälde, von belgischen Künstlern und eine Kollektion von W. Lü hrig-Dresden. Die Kollektion belgischer Künstler war seither geteilt in Frankfurt und Wies- baden während der Festtage ausgestellt, die Kollektion Lührig n Darmstadt. ** Hagelwetter. Die endlich gestiegene Temperatur führte alsbald zu Gewitterbildungen, die sich in vielen Gegen den entluden mit schweren Regengüssen und Hagel- roettem. Tic Icfrtmn haben schon schwere Schäden in manchen Landsckwften int Gefolge gehabt, SckKden die viel- fad) durch Versicherung nixb nicht gedeckt waren. Die Hagel Versicherung ist teuer geworden durck die letzten vier schtveren ' etoolutton lm Iabre 1830 fugt und zu Schäfers Kartoffelkrieg eint wertvolle Et ganznng gibt. 3. Darstellungen aus der OrtSgeschickte. Von den uns jigegangenen Arbeiten dieser Art konnten wir keiner einen Preis zuerkennen. Immerhin ist die eine: 100 Jahre Dorfgeschichte von A. Konrad in Hungen lobend zu envahnen, da sie sehr interessante Einblicke in unberannte, untergegangene Zweige der Tors- inbuftric gewahrt Tic preisgekrönten Arbeiten werden nächstens in den „Oriciiciter a m i 1 i e u b I a l i c r u" zum Abdruck gc langen. Lobender Anerkennung für wert cracktet würben die Arbeiten von s? Strack in Ruppertenrod: AuS dem Jahre 184 8, TaSDuell deS Saukaspar, und Der alte Gaul, ferner von W. Lehr in Rebgeshain bei Ulrichstein für Jung gefreit, von I. S ck w e i tz e r in O d e n b a u i c n für Erlebnisse i in Jahre 48. Schließ- lick zwei fchr gute 'Arbeiten, die nur deshalb keinen Preis erhalten weil sie sich nickt mit oherhessiscker 'Art befduir tigen. Es ist dies eine eingehende Schilderung Aus dem Cbenwälber Volksleben von Ä. Mohr in DenS- H c i m und eine Arbeit ohne Titel von Dr Schaefer in Hirzenlmin. die die Erzählung eines alten Mannes ganz tmindervoll wiebergibt. Tic Veroffentlickung dieser, sowie einiger anderer, aus Anlaß des Preisausschreibens uns eingereicktcr Arbeiten erfolgt ebenfalls in den Gießener Familienhlattern. B. Landwirtschaftliche PreiSaafgaben. Auch diese Prrisaufgabeit haben viel Interesse erregt und sind zum Teil ausgezeichnet beantwortet worben. 1. W i e wirke n Geiz unb Verschwendung bei d e m Füttern d e r M i l ch k u h. Für BeanOvorlung dieser Frage konnte Prof Tr. Gi - sevius keiner der eingegangenen Arbeiten einen Pn zuerkennen. Einer lobend e ii A n c r k e n u u u g für w. r eradjict wurde die Arbeit von E. & a p p in $ c 11 u b a u f e u. Dung entgegen. ? Birklar. 4. oon hier stürzte vor Turugeiät, baß er ucirnal. AlSseld, 4. Jubiläum beging Das gestrige Hagelwetter hat außer in M ü n ch e n auch in der Provinz schweren Schaden angertchtel. Aus der Gegend von Mühldorf, Landshnt und 91 c u m a r t werden schwere Schadenfeuer durch Blitzschlag gemeldet. In zahlreichen Gemarkungen sind die Fluren und Felder v o l l st ä n d i g zerschlagen. T e r 9. D c u t s ch e F r c i c S t u d e u t e n t a g in Weimar faßte gestern in der Frage der Vertretung eine Resolution, in der der Genugtuung darüber Ausdruck gegeben wird, daß eine -Organisation der Freien Studentenschaft in Berlin wieder gefchafjen worden ist, wenngleich inan bedauert, daß infolge gesetzlicher Schwierigkeiten keine Form gewählt werden tonnte, die den Interessen der nicht- korporierten Studentenschaft entspricht. Das M i l i l ä r l u f t s ch i i f „P a r s e v a l II." manövrierte gestern unter Führung des Hauptmanns George und des Fahr- ingenieurs Eberbach über Berlin. „Groß II." ivar ebenfalls, unter Führung von Major Sperling und Oberingenieur Basenach, ausgestiegen und jum ersten Male mit einem Funkenapparat ausgerüstet. Die Fahrt hat vorzugsweise den Zweck, den eingebauten Funkenapparat mit den anderen Stationen abzustimmen. Vier französische Touristen, die in Gesell- schaft von zwei italienischen Touristen unter Leitung von zwei Bergführern eine Besteigung des Gran Dente, eines sehr steilen und zerklüfteten Gipfels der Seealpen, unternommen hatten, verunglückten in entsetzlicher Weise beini Abstieg. Tie Seile r i s s e n Plötzlich und die sechs Touristen stürzten in den Abgrund. Die vier Franzosen blieben auf der Stelle als schauerlich verstümmelte Leichen liegen, während die zwei Italiener schwer verwundet wurden. Gestern früh um 1.15 und 1.31 Uhr erfolgten in Messina zwei heftige Erdstöße, die eine Anzahl noch erhaltener Mauern einstürzen ließen. Ter Kommandeur des 12. Orenburger Kosaken-Regiments sowie verschiedene Offiziere des Regiments sind beschuldigt,' 500 000 -Mack veruntreut zu haben. Tas Kriegsgericht stellte sie .unter Anklage. u ’äum ‘3- 3uni n ßenonteni $c. wurden biz ni > hiebet, ^Q«nftetto( 'telluug aiß. Wen an bet b :n v°n $t(m L nehmen, da s- ;9 treten, so lange Strecke e ^nzigen gröfc- n. sind die U&, Nrdda bei Hedden e südliche Auch zwei HG l- und Niedre deshalb einer 4, - Betrieb ans k nr PersonenvkL üterbcfördernr;> c sforstaufsehkl fr caschte im sM die eifrig btfc Die plinten |t der Hirsch le;: Hst in den Ur. nennenswerte 5 in das AmtsM- is sollen gul M dort sein. iaibBrank in berg-m/mhos n FeneM^mi iM tuten in) Li ®Wr )lz zum Wr 2« TerLaldMer. affen u. &>■ in । notf) Diele 5eu- ^andel unö Verkehr, Volkswirtschaft. ** T i e 3-/2 M il l i o n e n - An l e i h e der Stadt Gießen 'liegt vom nächsten Samstag ab zum Kurse von 101,25 Prozent zur öffentlichen Zeichnung aus, in Gießen bei der Mitteldeutschen Kreditbank (s. Inserat). । .— Deutsche und Preußische Anleihen. Tie Un- gewißheit über die weitere Gestaltung hat in den Kreisen der -Kapitalisten und der Bankwelt nicht geringe Beunruhigung und Bestürzung hcrvorgcrufen. So wurde schon vor einigen Tagen der „Franks. Ztg." aus Berlin berichtet nnd nun zeigte sich auch in der Kuröentwickelnng, das; die deutschen Staatspapicre sich 'in recht unerfreulichem Maße wieder auf dem Wege des Rück- lgangS befinden. Tie Seehandlung sowohl tote die Großbanken greifen nur zögernd zu beit ermäßigten Kursen, auch nicht gerade energisch ein. Schon die letzten Liquidationskurse zeigen, daß die 3proz. Anleihen des Reichs, Preußens und der Bundesstaaten nicht untoesentlich zurückgegangen sind. Bei den genannten Anleihen betrug der Rückgang je 1 -> Prozent, mährend die 2lus- landsanleihen, z. B. diejenigen des russischen Staates, Steigerungen bis zu l1 und 2 Proz. anfzutoeiscn haben. Die neuesten Rückgänge der Deutschen Fonds haben jetzt schon zur Folge, daß sich Bestände des Finanzkonsortiums wieder ganz erheblich uer- mehrt haben. Es könnte wirklich nicht Wunder nehmen, heißt es in dein oben zitierten Blatt, wenn das Konsortium unter solchen Umständen einmal aushört, alles an den Markt kommende Material aufzunehmen. Auch das Ausland hat gerade in den letzten Tagen ziemlich erhebliche Beträge von Reichsanleihen an den Markt geworfen, uird zwar mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die finanziellen Zustände, tote sie gegenwärtig in Deutschland Itt Md PmM kaÄM stÄ in k v. Aeisltt V wurde das ichtigt. tad) FranPliM h Paris abM» 3n her befannten n bat xCt erklärte bic sllagc als ur als solche nk nunmehr das k eicbten> , jcben *11^ ■ ionimcncwjK; K'Lm« ii Außerdem^ auen i« M 'ML tvehr-n^ t'ätig. * rt>cn- " Plüschdioan M. 300.75 Garantie für gute Ankunft: 1 Schlafzimmer Einrichtung, Rußb. od. Eicken imitiert inkl. Schrank u. Spiegelivaschtisch M. 134.— Hw, 1 Wobn u. 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Nähere Auskunft erteilen die Forstwarte Lenerer L, Odenhausen, Leyerer IL, Climbach und Wißtier, Londorf. Bs/6 Londorf, den 3. ,3uni 1909. Freiherrliche Lckerforstcrei Rabenau. Anträge wegen HiskontiBnipg m RucMoiiieningen auf billigster Basis werden entgegengenommen. Hugo Flegenheim, ss Frankfurt a. H. Kettenhofweg 105. Germania, Lebens - Bersichermrgs - Aktien - Gesellschaft zu Stettin. Versick. Bestand Eude 1908 Sicherheitsfonds Ende 1908 801.4 Millionen Mk.Kapital 353.7 Millionen Mk. Unverfallbarkeit. Wellpolice. Unanfechtbarkeit. Dividende nach Plan B bis zu 82Vr o der einzelnen Prämie. Die Germania schließt: Lebens , Invaliditäts-, Aussteuer, Militärdienst, Leibrenten, Unfall und Haftpflichtversicherungen. Prospekte und jede weitere Auskunft kostenfrei durch die Hauptagentur Gießen: D5/e Friedrich Helm, Weinhandlung Löberstraße 6. herrschen und der Kampf gegen das mobile Kapital allseitig mit dem größten Mißtrauen beobachtet werden. — Die Lebensversickerungs Aktien Gesclisch a f t Germania in Stettin erzielte 1908 einen lieber schuß von 89/io Millionen Mark, wovon den mit Geiviunauteil Versicherten in der Lebensversicherung fast 8* •> Millionen Mark zur künftigen Verteilung von Dividenden zugute kommen. Die zur späteren Verteilung von Dividenden bcftimmleii Gcwinnreseroen der Versicherten umfassen 25* i Millionen Mark. Es liefen Eitde 1908 208 695 Versicherungen über 8011 Millionen Mark Kapital und 9> Millionen Marl jährliche Leib - und Invalidenrente. Tie Jnvaliditätsversicherung toeift einen Bestand von 102H l0 Millionen Mark Kapital, zahlbar nach dem Tode oder zu Lebzeiten der Versicherten, mtb von 6" 10 Millionen Mark jährliche Invalidenrente auf. Tie Sicherheitsfonds betragen 353 Millionen Mark. — Schiffsliste für billige Briefe nach den Vereinigt en Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 2 0 Gramm): „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 8. Juni, „Cleveland" ab Hamburg 10. Juni, „Kaiser Wilhelm II." ab Lremen 15. Juni, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 17. Juni, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 22. Juni, „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 26. Juni, „Kronprinzessin Cecilie" ab Bremen 29. Juni t"Postschluß nach Ankunft der Frühzüge). Alle diese Schiffe außer „Cleveland" sind Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit vor deut Abgang die schnellste Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leitvernterk wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Homburg" zu verseheir. Die Portoermäßigung erstreckt sich nur aus Briefe, nicht auch auf Postkarten, Drucksack^en nsw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Canada. Literarisches. — „Die Hugenotten", Meyerbeers reifste nnd größte Schöpfung, bringt das soeben im Verlag Ullstein n. Co., Berlin SW 68, erschienene neneste Heft der „Mnsik für Alle". In der neuesten Nummer der Zeitschrift ist das Werk in seinen schönsten Teilen »viedergegeoen. Keine der effektvollen, inelodiösen Arien vermissen wir, die entzückenden Balletszenen und die mächtigen Chöre sind vertreten. In chronologischer Folge hat der Herans- geber sozusagen das ganze Werk in knapper, leicht spielbarer Form zum Ausdruck gebracht, und besonders der verbindende Text, sowie der Einfnhrungsartikel vervollständigen das Heft zu einem einheitlichen Ganzen. — Schweiz. 20. Auflage. Mit 33 Karten, 13 Plänen und 30 Panoramen. (Meyers Reisebücher.) In Leinwand gebunden 6‘/7 Mk. — Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Ein Reisehandbuch, das bereits die 20. Auslage erlebt, bedarf keiner weiteren Empfehlung. Eine solche Tatsache spricht sckoi, allein genügend für Die Güte dieses Buches, das übrigens den Grundstock der seit 1862 auf 32 Bände angeivachscnen Sammlung „Piepers Reisebücher" bildet. Erregte es schon damals Aufsehen durch die Reichhaltigkeit des Textes wie dtirch die noch nicht dagewesene üppige Ausstattung mit Karten, Plänen und künstlerischen Stahlstichen, so darf auch die neue Auflage, wie sie nun nach inanchen durch den Laus der Zeiten bednigten Wand- ltingen vor uns liegt, als innsterglltig angesprochen werden. 'Meyers Führer dtirch die Schweiz, in dein auch die Ober italienischen Seen berücksichtigt sind, ist ans Griind eigener Anschainingeit der Gegenwart anqepaßt, ivobei die im Mittelpunkt des Touristenverkehrs liegenden Gebiete bevorzugt wurden, während entlegene Rollten nebensächlich behandelt sind. Kartographisch ist der Führer diesmal bereichert worden um neue Karten be5 Bodensees, Rheinfalls nebst Plänchen von L'trdari, ferner dtirch Karten der Umgebung von Lugano nnd von Pallairza-Stresa. Neri 'st ein Pano rama vom Nieserl, der nach Eröffnung der Drahtseilbahn für alle Bxsucher des Berner Oberlandes erhöhtes Interesse Hervorrufen ivird. Auf die Eiltrichtung, die es ermöglicht, deu stattlicheit Okrcw- band in vier selbständige Teile zu zerlegen, sei nnd) hier hin- gewiesen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße». 9» 6V 9,4 Wetter 742,1 I 15,9 11,3 741,5 i 12,7 743.8 18,3 11,0 Sonnenschein Bed. Himmel Sonnenschein (ID I cd Höchste Temperatur am 3. bis Niedligste , „ 3. „ SE 8 SE 70 84 87 4. Juni = -4- 19,66 C. 4. „ = + 10,80 C. Juni 1909 Gießener Wetterdienst. 'Voraussichtliche Witterung für .vefien am Sonntag dein 6. Juni: Veränderliche Bewölklmg. Vielsach Gewiterregell. Südliche Winde. W a s s e r w ä r >n e der L a h » 15°R. OrigLnal-Drahtmel-ttNgen. Berlin, 5. Juni. Die Rational-Ztg. schreibt: Immer wieder tauchen Gerüchte auf, daß Reichsschatzsekrctär Sydow seinen Posten zu verlassen gedenke. Diese Mitteilungen sind völlig grundlos. In Regicrungskreisen ist man der Ansicht daß zu dem Wcktritt des Herrn Sydow nicht der geringste Anlaf vorliege, vor allem weil durch einen Personenwechsel nichts gc Wonnen würde. Wien, 5. Jutti. Zwischen Rom, Paris, London und Peters bürg sind Vorverhandlungen über die Kreta frage im Gange Man befürchtet eine bedrohliche Zuspitzung derselben, da der griechische Hof angeblich 'für die Dynastie fürchtet, wenn jetzt nichts zu Gunsten der Annexion Kretas geschehe. Der griechische König erklärte jungst, er wolle abdankett, wenn Griechenland verhindert werden sollte, für Kreta etwas zu unternehmen. Budapest, 5. Juni. In hiesigen politischen Kreisen will man bereits wissen, daß'der Kaiser die Vorschläge Kossuths und des Grafen Andrassy nicht akzeptiert, sondern daß die Ernenmrng des Grafen Khuen-Fejerwary zum Ministerpräsidenten sicher sei. Budapest, 5. Juni. Der offizielle Saaten stands-- bericht des Ackcroauministeriums konstatiert, daß der Saatenstand in Ungarn infolge der in der zweiten .Hälfte des Mai cin- gctretenen Regensällc sich gebessert hat. Paris, 5. Juni. Tie in Casablanca fahnenflüchtig gcwordenetz Fremdcnlcgionäre befinden sich noch immer int Gefängnis. Sie sollen vor das Kriegsgericht gestellt werden, sobald das Haager Verdikt veröffentlicht sein wird. Belgrad, 5. Juni. König Peter hat sich in dem Konflikt seines ältesten Sohnes mit dem Major Okanowitsch entschieden auf die Seite des letzteren gestellt. Er gewährte dem Major gestern eine zweite Audienz und übertrug ihm mit Zustimmung des Kronprinzen ein Regimeittskommando in Risch. Prinz Georg war darüber so erbittert, daß er in einem Schreiben an den König drohte, seine Offiziers-Charge niederzulegen, wenn ihm nicht durch sofortige Ausschließung Okanowitsch' aus der Armee Genugtuung gegeben werde. Saloniki, 5. Juni. Privatmeldungcn schildern die Lage in Südalbauien trotz offizieller Ableugnungen nls .ernst. Die Behörden haben jede Autorität verloren. Alle militärischen Vorkehrungen erweisen sich als unzureichend. _ London, 5. Juni. Kapitän Cave Brown forderte, daß England die Vorherrschaft in der Luft an sich reißen müsse und machte den Vorschlag, ein Luftschiff nach dem Zeppelin - T v p zu bauen. Es werde dann den engliscknn Ingenieuren gewiß ein Leichtes sein, an der Hand dieses Modells ein noch besseres lenkbares Luftschiff herzustellcn. Eine glückliche Vereinigung des beliebten Kaffeegeschmackes mit beträchtlichen Mengen von Nährstoffen in Form von Pepton, Nährsalzen und Eisen findet sich in dem neuen diätetischen n Kaffeemittel :: "tr ns VT? 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Diese Gegenstände sind fast noch neu und können vorder besichtigt werden. 2. 1 Gasmotor, 2 Pferde, 1 Roll- wag., 1 Fahrrad, Scknurstief., Lorbeerbäume, 1 Pianino, 1 Schreibtisch, 1 Büfett, 2 Sofas und andere Wobei. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. Versteigerung. Montag den 7. ds. Mts., nach mittag 2: . Hbr, sollen dahier. Wallterstr. 6 (Darmst. Haus, mehr. Pferde u. Wagen, 1 Partie Schub u Sattlerwaren, 1 Partie Damenhüle, 1 Kassenschrank, 1 Eis- schrank, 1 Rähmasch. 1 Motorrad, l.Klav.,1 Ladentheke,! Schreibtisch, 1 Marmvrpuram.,1 Bücherschrank, 2 gr. Warenschr., mehr. Fässer verschiedene Farben, 1 Partie Wert- lwlz, 1 Mille Zigarren, Haus- und Küchengeräte aller Art und verich. andere zwangsweise gegen Bar zablung versteigert rverden. G i e ß e n, 5. Juni 1909. 104213 Seipel, Gerichtsvollzieher. F,itteraras"6#“aebcn 04226] Botanischen Garten. Versteigerung. Montag den 7. VS. Mts., vormittags ll1,.. Ubr, soll dalrier eine GattcrwcrktranSmission versteigert iverden. Zusammenkunft der Steigerer 1 r \ Ubr auf meinem Bureau Scltcrswcg 85. [3271 Gießen, 5. Juni 1909. Seipel, Gerichtsvollzieher. Prima nette Malta-Kartoffeln Matjes-Heringe frisch eingetroffeu billigst 3274 bci Ang. Wallenfels Mitglied des Rabattsparvereins. »J e r I; ii Ufr. I. best.Geschästsl. Marburgs L. ist einManusakt. u.-verrenkons - Gcschäft u. gunst. Bed. zu vcrk. Angebote u. .V 97 vostl. Marburg. erhaltenes Saiiiriimii zugeben. 04155| Rurd-Anlage 8 parterre. Llhönt Ntttlüsepflanzen SX 041521________2ivrd Anlage 2S I. Cykloiiette «cicricteilen nur 4 Monate iin , ist verietzungShalber für Mk. 1200.—, die Hälftc des Anschaffungspreises, zu vertanien. 104153 Konsul Mutü, Gießen, ___________Wilhelmstraße 11. Einige Füllöfcn iinh Zimmertüren, alles wie neu, bist, abzug. 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