Erstes Blatt ISS. Jahrgang Mittwoch S. Mai 1909 bis °°rmM°A"s"uE Rotationrdmck und Verlag der Srühl'lchen Unlv.-Vuch. und Steindruüere« R. Lange. Redalttan, Expedition und Druckerei: Schlliftratze 7. Nr. 104 Der «iehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerLamilienblätter; zweimal ivöchentl.Ureir- blaNsürdenttreisSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech • Anschlüsse: iiir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießer». Annahme von Anzeigen jMhaay gpK Bezugspreis: xy pjy monatlich 7bPf^ viertel- Gießener Anzeiger V'mit ®Jjr Verantwortlich General-Anzeiger für Oberhefsen MM Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 4. Mai. Wenn ettvad die Zerfahrenheit der ürnerpolitischen Situation illuftriert, so ist es die Tatsache, daß in diesem Augenblick eine Verhandlung wie die heutige mögliä; war. Alle Augen sind auf den Reichstag gerichtet: in atemloser Spannung harrt man der Lösung der Frnanzreformfrage; das Gespenst der Auflösung schwebt greifbar in der Luft; die Finanzkonrnrission ersucht um Erweiterung ihrer Ar- beitszmt und der Seniorenkonvent lehnt dieses Ersuchen ab. Eine Roche wichtiger Gesetzvorlagen, wie die Sicherung der Bauforderungen, das Viehseuchen gesetz usw., sind von den Kommissionen für die Plenarverhandlung fertig gestellt — aber das Plenum weiß nichts besseres als nun schon den Klveiten Sitzungstag auf die Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation über die Betriebskassen zu verwenden ! Da die Angelegenheit nun einmal auf der Tagesordnung stand, wurde auch weiter ausgiebig darüber geredet, obgleich das, was überhaupt gesagt werden konnte, schon in der letzten Sitzung gesagt worden war Namentlich hatte der Staatssekretär v. Bethrnann-Hollweg in einer Rede, in der er von neuem sein Bestreben und seine Fähigkeit zeigte, sich bei der Untersuchung sozialwirtschaftlicher Verhältnisse gleicherweise frei zu halten von theoretischer Abwegigkeit, wie von der Einseitigkeit eines Parteistandpunktes den Nachweis geführt, daß ein Einschreiten der Gesetzgebung zur Abstellung der Mißstände, soweit sie diesen frcüDiHigcn Leistungen der Arbeitaober etwa anhaften, zurzeit nicht möglich sei und daß sich eine praktische Regelung am besten durch die aufsichtsamtliche Tätigkeit des Privaiver sicherungsamtes ergeben werde, das der Frage sein Augen merk schon seit längerer Zeit zuwende. Die Sozialdemokraten Hengsbach und Hus betrieben wie schon oft das Ge schäft der Verunglimpfung sozialpolitischer Einrichtungen, die von ihren Parteigenossen im Auslande ohne Rückhalt als mustergültig anerkannt werden, und der Pole Brejsti stieß in dasselbe Horn. Davon stach himmelweit ab die Art, in der der christlich-soziale Arbeiterführer Behrens über diese Leistungen der Werksöesitzer urteilte. Wenn auch er, wie es am ersten Verhandlungstage von liberaler Seite ebenso wie von konservativer geschehen war, gewisse Sicherungen wünschte gegen eine Benachteiligung der aus dem Be triebe und damit auch aus der Betriebskasse ausscheidenden Arbeiter, so stimmte er doch voll den anertennenden Worten zu, mit denen Dr. Arendt der sozialpolitischen Leistungen der Firma Krupp gedachte. Stimmungsbild aus dem preuh. AbgeordnetechM-.. Berlin, 4. Mai. Mit der allgemeinen Aussprache über die höheren Lehran st alten kam man im Abgeordnetenhaus am Dienstag glücklich zu Ende. So wenig Neues die De batte bot, war sie stellenweise doch recht interessant. Und das war das Verdienst der beiden freisinnigen Äedner Eickhoff und Cassel und des Nationalliberalen Dr Maurer. Herr Eickhoff nahm sich der Schulreformbe loegung, zu deren Leitern er gehört, und seiner engeren Ltandesgenossen, der Oberlehrer, mit Wärme und guten Gründen an und gab dem Oberhause eins auf den Hut ivegen jener wunderlichen Resolution der „Herren", die in ödestem Schematismus eine Pflichtstundennorm für die Oberlehrer ausstellt. Herr Cassel focht in temperamentvoller Rede für das humanistische Gymnasium, ohne den praktischen und idealen Wert der gleichberechtigten Real- 'anstalt anzutasten. Dr. Maurer gab wertvolle Fingerzeige sür eine weitere Reform unseres höheren Schulwesens. Namentlich zum Berechtigungswesen fand der national- liberale Schulmann sehr beachtenswerte Gedanken, und auch feine Vorschläge wegen der Universitätsbildung unserer höheren Mehrer fanden eingehende Würdigung. Am Mittwoch beginnt die Spezialdebatte. Vie neue hessische Städteordnung. Mit "ber soeben erfolgten Vorlage des Gesetzentwurfs, be- weffend die Städteordnung, kommt die Regierung einem vielfach geäußerten Wunsche nach, aus dem großen, sechs Gesetzentwürfe umfassenden Werk der hessischen Verwaltungsgefetzrevision — das tem l»rigen Landtag als eine einheitliche Vorlage zugegangen Ivar, — jetzt zunächst die wichtige Materie der Städteordnung fltr parlamentarischen Beratung zu stellen. Die Landgemeindeordnung, die von dem Sonderausschuß des 33. Landtags schon nahezu vollständig durchberaten und zum Abschluß gebracht worden war, soll den Landständen 'in Kürze eben salls zugehen, desgleichen der Entwurf einer neuen Kreis -und Vrovinzialordnung, die von dem Zustandekommen der llmgeschltung des Gemeindesteuerwesens abhängig ist. Die neue Vorlage über die Städteordnung ist im allgemeinen dieselbe geblieben, wie der dem früheren Landtag zugegangene Entwurf. Es sürd nur wenig Aenderungen darin Sorgen» nun en norden, insbes. haben alle von dem früheren Sonderausschuß wrgeschlagcnen Abänderungen, zu denen die Regierung damals ihre Zustimmung erklärte, in dem neuen Entwurf Berücksichtigung Pfunden. Als neu ist der Umstand zu begrüßen, daß die Re- jiermrg einer großen Zahl geachteter Gemeindebürger das passive Wahlrecht gewährt hat, worauf wir weiter unten näher eingehen werden. Heber dix Zusammensetzung der Stadtverordneten-- cersammlung bestimmt der Entwurf das Gleiche wie das z. Zt. gültige Gesetz, nämlich, daß diese bei Stadtgemeinden von 300(7 Ris 4000 Einwohnern aus 12 Stadtverordneten besteht, von 40u0 Lis 10 000 Einwohnern aus 15, bei Stadtgemeinden bis zu 20 000 Srinwohnern aus 18, bis zu 30 000 aus 30, bis zu 60 000 aus 36 inb in Städten über 60 000 Einwohnern aus 42 Stadtverordneten, tun denen mindestens die Hälfte aus dem höchstbesteuerten Drittei! Ser zur Stadwerordneteriversamnilung Wählbaren zu wählen ist. Wahlberechtigt zur Stadwerordnetenversammlung sollen alle RLinnlichen Einwohner der Stadt sein, die die deutsche Reichs- angehörigkeit besitzen und seit 3 Jahren in der Gemeinde wohnen, enter der Borausseyung, daß sie am Wahltage das "25. Lebensjahr vollendet haben und vom 1. April des iynt Rechnungsjahr, in dem die Wahl stattfindet, vorhergehenden Jahres an gemeindesteuerpflichtig sind. Eine wesentliche Neuerung gegenüber dem geltenden Recht und teilweise auch den früheren Entwurf bringt der Artikel 43, der die z. Z. geltende Vorschrift, wonach Geistliche und Volksschullehrer, sowie Beamte der Staatsanwaltschaft und staatliche Polizeibeamte nicht zum Amte eines Stadtverordneten wählbar sind, streicht. Nunmehr sollen nur nicht wählbar sein: Aktive Militärpersonen, Mitglieder des Ministeriums des Innern; der Provinzialdirektor und der Kreisvat nebst ihren Stellvertretern; Bürgermeister, Beigeordnete und Magistratsmitglieder, sowie Verwandte dieser. Staatsbeamte und Vvlksschullehrer sollen zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl der Erlaubnis ihrer vorgesetzten Dienstbehörde bedürfen. Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung Fann, wenn die Orts satznng solches bestimmt, nach Wahlbezirken erfolgen, sonst gilt der Bezirk der Stadtgemeinde als Wahlbezirk. Bezüglich der Wahl selbst ist das für die Reichstagswahl festgelegte Wahlverfahren in Vorschlag gebracht. Der Städtebürgermeister ist der verantwortliche Leiter der gesamten städtischen Verwaltung; ihm stehen besoldete und unbesoldete Beigeordnete zur Seite, die Mindestzahl der Beigeordneten beträgt zwei, sie kann durch Ortssatzung höher bemessen werden. Der Bürgermeister wird auf 12 Jahre, die besoldeten Beigeordneten auf 6, höchstens 12 Jahre, unbesoldete auf 6 Jahre gewählt. Nach Ablaus der ersten Wahlperiode kann die Wieder mahl des Bürgermeisters und der besoldeten Beigeordneten aus Lebenszeit erfolgen. Wie im früheren Entwurf ist die Regelung des Ruhegehaltes der Bürgermeister und Beigeordneten entsprecl>end Den Vorschriften für die Staatsbeamten vorgesehen. Der Bürger meister führt den Vorsitz in der Stadtverordnetenversammlung, er verteilt die Zweige der Verwaltung unter die Beigeordneten, die zugleich seine Stellvertreter sind und zwar in erster Linie die besoldeten Bürgermeister. Die Vorbereitung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversamm img Tarnt besonderen von dieser zu wählenden Ausschüssen übertragen werden; außerdem sollen zur dauernden Verwaltung inzelner Geschäftszweige Deputationen bestellt werden, in ivelck^n der Bürgermeister oder ein Beigeordneter den Vorsitz flchrt. Heber die Ernennung der städtischen Beamten bestimmt der Entwurf, daß diele auf Beschluß der Stadtverordneten Versammlung durch den Bürgermeister erfolgen soll. Die An lellung kann unwiderruflich sein, sie kann aber auch unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs erfolgen. Die Gemeindeausgaben sollen zuerst aus den Ertrag Nissen des Vermögens und der wirtschaftlichen Unternehmungen der Gemeinde, aus den besonderen Ausschlägen und Abgaben, -owie sonstigen .Gemeindeeinkünften bestritten werden; der als iann noch ungedeckte Aufwand ist durch 'Gemeindeumlagen auf; :ubringen. Gewerbliche Unternehmungen der Stadt, wie Gas und Elektrizitätswerke, Theater usw. sollen so verwaltet werden, oas; durch die Einnahmen mindestens die gesamten durch die Unter uehmung der Gemeinde erwachsenden Ausgaben eingebracht wer Den. Ecne Ausnahme soll nur dann zulässig fein, wenn die Unternehmung zugleich dem öffentlichen Interesse dient. Heber die fakultative Einrichtung der Magistratsverfassung, über die auch die geltende Städteordnung Be tmrnrungen trifft, bringt der Entwurf eingehende Vorschriften. Die Magistratsverfassung soll in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohnern auf Antrag der Stab Vertretung mit Genehmigung Des Ministeriums des Innern eingeführt werden können; Magistrat und Stadwerordnetenversammlung bilden dann die Stadtvertre ung. Der Magistrat besteht aus dem Bürgermeister, den Bei geordneten intb 6—10 besoldeten oder unbesoldeten Stadträten. Die staatliche Oberaufsicht über die städtischen An Gelegenheiten wird in erster Instanz vom 'KreiSrat, in höherer Instanz vom Ministerium des Innern ausgeübt. Der Entwurf sieht vor, daß das Gesetz gleichzeitig mit den Gesetzen über die Verwaltungsrechtspflege sowie die Kreis- und Provinzialordnung in Kia ft treten soll Man wird deshalb auch der Vorlegung dieser Entwürfe in abseh Darer Zeit entgegensehen können. Politische Ccigesjchar». Sparsamkeit. Die preußische Regierung hat soeben eine bemerkenswerte Verfügung erlassen. Im Interesse größerer Spar am Feit wird darin eine sachgemäße Beschränkung der Dienstreisen angeordnet. In der Verfügung heißt es: Dir Neisetätigkeit der Beamten bat in den letzten Jahren einen Umfang angenommen, der zu einer nicht zu rechtfertigenden Belastung der Fonds geführt hat. Reisen, die im wesentlichen nur repräsentativen Charakter haben, sind auf da, unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Mehrere Diensi- gefchäfte in derselben Gegend sind, wenn irgend angängig, in einer Reise zu erledigen. Die Zahl der teilnehmender Beamten ist aus das unumgänglich notwendige Maß zi beschränken. Eine besondere Beschränkung wird die Be schickung von Kongressen und ähnlichen Veranstaltungei erfahren müssen. Derartige Veranstaltungen haben sich in letzter Zeit sehr erheblich vermehrt. Ganz besonders ha die Zahl der zu ihnen entsandten Beamten zugenommen Der Nutzen der Teilnahme von Beamten an diesen Veranstaltungen ist im allgemeinen nur gering; ihre festliche mehr auf Darbietung von Vergnügungen gerichtete Seite ist vielfach ganz unverhältnismäßig ausgebildet. Aus biefer. Gründen muß die Teilnahme von Beamten an Kongressen usw. möglichst eingeschränkt werden. Wird die Teilnahme aeftattet, so muß sie auf die Anwesenheit bei den fach liehen Verhandlungen beschränkt werden. — Wichtig wäre es aber auch, daß den Beam-en nur die tatsächlichen Aus lagen ihrer Dienstreisen ersetzt werden, damit nicht, wie es vorgekommen sein soll, Dienstreisen Gelegenheit zur Erhöhung des Einkommens bilden. « Kolonialbahnen. Dem Reichstag ist der Vertrag des Reiches mit der deutschen Kolonial-Eisenbahnbau- und Betriebs-Gesellschaf in Berlin über den Bau der Teilstrecke Mombo-Buiko der Hsambara-Bahn zur Kenntnisnahme zugegangen. Dü Strecke soll 3 850 000 Mk. kosten und einen Meter Spur weite haben. — Ferner ist dem Reichstage das Abkommen über die Aufstellung eines ausführlichen Entwurfes und Kostenanschlages für den Bau einer Eisenbahn von Duala nach Widimenae, sowie über den Bau einer Teilstrecke Duala- Edea dieser Bahn zur Kenntnis vorgelegt worden. Der Seniorenkonvent des Reichstages hat gestern Lum Wunsche der Finanzkommission, zu ihren Gunsten in Dieser Woche die Plenarsitzungen ausfallen zu lassen, dahin Stellung genommen, baß es bei ber bisherigen Regelung bleiben soll, Has heißt, es sollen bie Plenarsitzungen am Freitag und Samstag zu Gunsten der Kommission ausfallen. Der Montag soll ganz frei bleiben. * Die Gewerbekommission des Reichstages beriet gestern u. a. über die Registrierungspflicht derjenigen Personen, welchen Hausarbeit übertragen ist. Entgegen der Regierungsvorlage, die in § 134 nur eine teilweise Re- gistrierungspflicht verlangt, will ein sozialdemokratischer Antrag die Registrierungspflicht im allgemeinen einführen. Dieser Antrag wurde bei ber Abstimmung angenommen. Ferner wurde ein Zentrumsantrag angenommen, demzufolge die von der Regierung ebenfalls in dem § 139 nnn- destens halbjährig geforderte Revision aller Hausarbeitswerkstätten auf das Nahrungs- und Genußmittelgewerbtz beschränkt wird. Zur Reichsfinanzreform. Die freisinnige Fraktionsgemeinschaft stellte gestern ein* stimmig ihre weiterhin in der Steuerkommission einzunehmende Haltung fest. — Im konservativen Fünfziger-» ausschuß stimmten, wie jetzt zugegeben wird, für die Erbau fallsteuer 38, dagegen 7, darunter die Sachsen und der Staaatsminister Graf Botho Eulenburg. Für das Vertrauensvotum an den Vorsitzenden v. Normann und die Haltung der Partei stimmten alle Mitglieder geschlossen. Türkei. Großwesir Tewfik Pascha hat gestern vormittag im Palais dem Sultan die Demission des Kabinetts eingereicht. Mit ber Bildung des neuen Kabinetts hat ber Sultan Hilmi Pascha betraut. Einer Meldung des Zeremonienmeisters zufolge findet die Zeremonie der Schwert urn- gürtung am nächsten Montag statt. Das diplomatische Korps wird dieser Feier beiwohnen. Der neue Sultan scheint es zu verstehen, sich die Gunst seines Volkes zu erwerben. Türkischen Blättern zufolge hat der Sultan nämlich die von der Finanzkommission auf 25 000 Pfund herabgesetzte Zivilliste auf 20 000 Pfund ermäßigt. Dieser Entschluß wird sicherlich vom Volke gewürdigt werden und dem Sultan neue Sympathien werben. Er wird diese Sympathien des Volkes umsomehr gebrauchen, als der Exsultan allem Anschein schon Versuche macht, die Albanesen für sich zu gewinnen. Wie es 9(bbul Hamid trotz der strengen Bewachung seines Exils in Saloniki möglich geworden ist, das ist freilich einstweilen noch unerklärlich. Bei der Aufnahme des Inventars in den Zimmern Abdul Hamids in Konstantinopel wurden übrigens Rechnungen über bei Banken deponierte Gelder, Aktien, Schmuckstücke und Banknoten int Betrage von 300 000 Pfund gefunden; ferner wurden drei Kassen beschlagnahmt, die heute geöffnet werden. Die Sachen wurden nach Dem Kriegsministerium gebracht. Die Deputiertenkammer hat die Regierung ermächtigt, bei Der Ottomanbank auf die österreichisch-ungarische Entschädigung eine halbe Million Pfund für dringende Ausgaben aufzunehmen. In den unterirdischen Gängen des Mldiz inb nach bem „Lok.-Anz." 500 Säbel und 10000 Zievolver gefunden worden. Ein offenkundiger Beweis, daß Abdul Damit) der letzten reaktionären Bewegung nicht fern gestanden hat. Daß auch heute noch nicht alle Gefahr für das neue Regime geschwunden, ist klar. Die in Konstantinopel eingelaufenen Nachrichten aus Asien lauten chlecht. Aus Erzerum wird neuerdings über 300 getötete Armenier berichtet. Malathya ist von den Kurden bedroht, ^luch das deutsche, englische und italienische Konsulat in Mersina, wohin die Christen geflüchtet sind, werden bedroht. Der frühere serbische Kronprinz macht wieder einmal in unliebsamer Weise von sich reden, üus Belgrad kommt nämlich die Nachricht, daß König Peter Dem Ministerrat die Mitteilung gemacht habe, der ehemalige Kronprinz Geora habe sich geweigert, die ange- undigte Reise nach Englano anzutreten und energisch ver- angt, der Ministerrat möge das von Paschitsch abgeaebene Versprechen einlösen, ihm zur Bezahlung seiner Schulden "ofort eine Million Franks einzuhändigen. Wenn er diesen Betrag nicht bald erhalte, werde er sich sofort nach Nisch begeben. Die Offiziere der dortigen Garnison hätten ihn aufgeforbert, einen Staatsstreich zu inszenieren. Neues von Castro. Vor einigen Tagen hat der venezolanische Expräsident Castro Frankreich verlassen, weil ihm, wie das Pariser „Journal" erfährt, ein Freund aus yrewyork telegraphisch Den Ausbruch einer neuen Revolution in Venezuela gemeldet hat. Der Präsident Gomez werde beschuldigt, die Verfassung verletzt und die Einmischung des Auslandes provoziert zu haben. Die Bevölkerung fei sehr erregt über Diese Einmischung, besonders über den Einfluß, den die O^ockd- amerifaner auf die innere Politik Venezuelas zu gewinnen mchen. Armee und Volk seien gegen Gomez und verlangten Castros Rückkehr. Der Vizepräsident Velutini, dem Gomez während seiner Reise nach Maracaibo die Regierung übergeben, könne nicht gegen die patriotische Erhebung an- ämpfen. Castro zeigte dies Telegramm bem Mitarbeiter Des „Journal" und fügte hinzu, daß alle küi-zlich veröffent- ichten Versprechungen Gomez' hinfällig seien, weil Gomez -men Teil der versprochenen Minen und Wälder heimlich bereits verkauft habe. Gomez wolle nur die europäischen Mächte ködern, um durch ihre Unterstützung im Besitz der Gewalt zu bleiben. Die Depesche an Castro, die von einer Revolution in Venezuela sprach, stellt sich als ein Muff heraus Der Ches h^r französischen Kabel t^escllschast in Carracas, der die Depeschen nach Paris sendet, erwähnt mit keinem Dort die Revolution Präsiden! Gomez ist von seinem Urlaub in Carracas wieder einqetroffen und hat die stobt in größter Ruhe gefunden Am 20 Mai soll der Kongreß zusammen treten und mit einer Botschaft durch den Präsidenten Gomez eröffnet werden ■ ■ — Dcutfcbe» XUicb, Tie Tinan-kom Mission befl Reichstages kuhr gestern in bet ersten Lehiug des Branntwe n kenergeietzeS fort unb erledigte die 55 59 bi« 63. Heule vornnna i tngi bie RommifHon nicht, um den 't'orblhtnngen her Mtlttärliistschisse in Tegel beumrotmen. Dafür sitzt oie hommilfioit nachmittags um 2 Uhr, lall« bie Plenarsitzung auSlallt (rin Reichs verbanb deutscher Aer - te aut lrieblichen Dersiänbigung nut den Krankenkassen ift in Berlin gegrünbet worden. Infolge der Beteiligung an ber Arbeiter- 3JI a i f e i e r sind in Berlin rimb 5600 9h beiter ausgesperrt worben Rach der im O'ewerkscha'tshaule erfolgten Zusammenstellung sind eS 4268 Holzarbeiter, 364 Metallarbeiter unb 432 Baiiarbeiier. Alle anderen Gewerbe weisen in-gesamt etwa 400 Aus- gesperrte aus. Ausland. Zur Begrünung des deutschen Kaiserpaares im Mittelmeer ist das italienische Geschwader bereits in Tarent an- aekonrnrrn Das Königspaar wird mit dem Auiferpaare einen Ausl lug nach dem hol», nstauienkastel Lrla uMernehmen. Bor der Cntrevue in Brindisi wird das deutsche Kaiserpaar aus Korfu den ykiucb der Königin von England und der Kanerin-Witwe von Ruhland onipsmigen. Die beiden Fürstinnen »verden Freitag von Neapel an» zum Besuch ihres Bruders, des Königs von Griechenland, m Athen eintressei, und dann mit diesem die Fahrt König Eduard ist gestern nachmittag m Rom ernget rossen, itomg Biktor Emanuel begrüßte den König von England, der den Zug verlieh, während bi-* Maschinen geioechselt wurden. Nachdem die Monardeen mit einer herzlichen Umarmung von einander geschieden waren, setzte der König von England die Reise nach Modanc fort. Die Agitation unter den französischen Postbeamten dauert an. In Paris sind gestern zwei weitere Post- beamte wegen aufrührerischer Reden am 1. Mai vom Amte suS- Denbirrt worden Die Postbeamten von Bordeaux liaben telegraphisch bie schleunige Mitteilung ihrer Beförderungslisten verlangt. Die Krönung deö Königs der Bulgaren. Mit Rücksicht daraus, dah für die Borbereitungen der KrönungSieier lichkeiten in Tschirnowo längere Zeit erforderlich ist und wegen der bevorstehend«'« Auslandreise des Königs, ist die Krönungsseier, soutei ui' Einladungen erhalten sollen, an' den Herbst verschobim ivorden. Die bulgarische Regierung mirb ihre '.'lbsicht, die bisherigen diplomatisäml Agenturen im Auslande *u Gesandtschasten zu er lieben, unverzüglich au »führen. Die neuen Akkreditive sind bereits in Borbereilnng. Als Erster der in Sofia akkredidierten Diplomaten überreichte Sementowski-Kurilo dem König sein Beglaubigungsschreiben als Gesandter Ruhlands. Montenegro braucht Geld! Der Besuch des Erbprinzen Danilo von Montenegro in St. Petersburg bat hauptsächlich den Zweck, Geld von Rußland zu erlangen, angeblich zu militärischen Zwecken Einstweilen sollen ihm 100 000 Rubel bewilligt worden sein. politische; aus Hessen. Rechtsanwalt Tr Kaufmann schreibt uns: Gegenüber der Erklärung des locrni Dr Ebel in der 9ttimmer 103 des Giekener Anzeigers stelle ich folgendes fest: 1 Lernt Bericht des OHeHeiter Anzeigers über die Per smnmlnng in Lollar abgedruckt in Nr. 95 — hat Herr Dr. Ebel von „den Freisinnigen" und „dem Freisinn" gc- sprachen „Dort in Grünberg — stellten w i r eine eigene Kandidatur ans", oder an anderer Stelle: „Dir haben dabei unsere ganze Organisation geopfert" u a. m. 2. Das hiesige antiseutitische Äocljenblatl schreibt über die Aenßerung Dr. Ebels in S p e r r d r u ck in seiner Nr. 17: „Äo sich die Freisinnigen zur Unterstützung des natlib. Kandidaten bereit erklärt Itabcit, nachdem der natlib. Kan- didat Lang das freisinnige Progranmt unterschrieben hatte." 3. Dasselbe Blatt schreibt ui Nr. 18 wirklich: „Recht interessant war die Enthüllung des freisinnigen Vorstands Mitgliedes Tr Ebel in Gießen, dah der natlib. Kandidat Lang das freisinnige Programm kurz vor der Landtags- wähl unterschrieben habe." 4. Davon, daß Bürgermeister Sann nicht der jrci- simngen Fraktion beitreten wollte, sowie, daß seine Kan didatur keine freisinnige aewesen sei, hat S>crr Dr. Ebel in Lollar kein Dort gesagt Das Gegenteil, daß «am - litt) die Kandidatur Sann eine freisinnige un eigentlichsten Sinne war, stand z. Ztz der letzten Landtagswahl in der hessischen liberalen Wochenschrift, dem offiziellen Organ des hessischen Freisinns Nach vorstehenden Feststellungen darf ick) es ruhig jedem denkenden Leser überlassen, sich sein Urteil über die Erklärung des Herrn Dr Ebel in x)tr. 103 des Gießener An R a u f m a n n , Rechtsanwalt Derbanöstag hrsfischer Vorschuh- und Krcöitoereinc. F E. Bad a u b c i m, 4. Mai. Der 17. Berboiiboia.f ber (xiiiicben Borichuß- und Shebit- Vereine sand nm 3. unb I Mai hier statt Nachdem mn gestrigen 'Xbenb im Saale des Restaurants Saalburg eine Vorbefvreckning stattgesimden, wurde beute jritb 9 Uhr im Dheatersaal des Kur ikruht bie Öaupuaguna erösmct. Berl»«mdsdirektor, Zustizrai Dr. garnier-Kassel begrünte die Vertreter der ftaatheben mir itäbtud'en Behörden, sowie bie Abmwrdn-etcn der Vereine aus dem 0 rvBberjoiUiim Venen. Regierungsbezirk Kassel und Fürsten tum Waldeck RegierungSrat Kreisrat Fe v Friedberg feierte die Verdienste Schult' relivfchS um ba- Geiwsieni'chastSivesen, bas eine Quelle d's Wohlstandes und ber VvlkSwoHlfahrt ist. Kurbirekwr Freiherr v * t erd’ unb Bürgermeister K o vse r hießen den Verbandslaa namens der Bade unb der Slabt-Ver- Haltung willkommen hierauf wurde in die Tagesordnung eingc treten Der VerlmnbSdr. ktvi berichtete, nachdem er zuvor mit- geteilt, daß der ^rbanbsanwalt Dr Erueger-EHarlottenburg leider nicht erscheinen könne, über da- letzte (ßeichäftSiahr. dos ein er frtulidw* geivesen Wenn auch Die Mugliederzahl -20 532 , von ter die eine välfte .Landwirte, bie andere £ianbnicrkr und Ge- ivcrbrtrcibenbv seien, gegen das Vorjahr um 129 junufgeganarn. ebenso der ^Gesamtumsatz von 680 Millionen Mark auf 624« • Millionen. so batten diese Vorgänge da- Gesamtdilb nicht getrabt. Neue Vereine seien tut abgrlaufenen Fahre nicht gegründet nwrben. ..Tier Verband ist auch nicht dazu ba. um Vereine künstlich tu züchten Der Vornhin, aus Hiwolhekin und Kaun'chillittge In trug 1908 143/1 Millionen, im Vonahre 134.1 Millionen Maick. die Zunahme des eigenen Vermutens 588 000 Mark, bie Spareinlagen st legen um 1 »i35 000 Mark, die Darlehen um 100000 Mark, die Dioieenden schivanken bei ben einzelnen Ver einen zwischen 3 und 10 Prozent. Wemt iolib und vertrauen- erweckend wie 'either di- Vereine weiter arbeiten, streng sich von allen Spekulatwnsaesch - - n -enthatten und allen ^vrt’thntren folgen, bamt werben sie ' m -'ine Quelle ber Volkstvobliahrt. so iw Ws; bet Referent vieram bericht ■u bie etiiulnen Bernte Über bu* Ekichafrsergebinsse. Wir greisen iolgcude heraus. Der Verein DSfeü» hat 783 Mitglieder, 11 157 611 Mk Gesamt Umsatz, 24 913 Mk Reingewnm. 7 Pvvz Dividende. Der Verein Bad-Nauheim weist in voriger Reihenfolge folgende .Wahlen auf: 502: V),BO 864: 29 873: 6 Pro» Ter Verein Bürbach: 400: «955 090: 19 036 : 7 Pro, Ter Verein Kassel ftrcbttoemn 3019. 216 204 «75: 288 557; 7> - Pros. Der Verein Kassel Allq Vvrichus; Verein): 1096; 16 690 K86; 33 784; 6»»Pro; Der Verein Fri-dberg: 1236; 37 967 654; 67 091; 7 Pro; Ter Verein Pfulba: 967; 22165 807; 37 468: 5> - Proz. Ter Verein Gießen: 1710; 59 567 032; «6917; 6-, Pro» Der Verein Grün berg: 908 : 8809021; 17 488: 5 Proz Ter Verein ver-frlb: 2024: 81 131 4X4: 76 935; 6 Prvz Der Verein Homberg: 485; «160 371: 23 141: X Prvz Ter Verein Marburg: 1019; «7 412 146: 97 851: 8 Pro; Ter Verein Nordeck: 253; 815 696; 31X5 5 Prvz Ter Verein Reichelsheim Settetau : 482; 349 720: 5959; 4', Pro» Der Verein Rotenburg Irulba : 1149; 7 992987; «554: 8 Proz. Ter Verein Schlitz: 120; 1 068 287; 1829; 4 Piw;. Der Verein Wächtersbach: «01: 591395; 8096; 5 Proz. Ter Verein Wetzlar: 475; 2 394 08 : 4123; keine Dividende ES wurde bemerkt, vast der Verein Nordeck 1907 beinah: 10000 Mark durch Wechfeltalichungcn einqebüstt bat, Reiches heim, infolge der Lbermocküädter Kossenasiairc 60 Mitglieder verloren, Wetzlar durch einen Kassierer 108 865 Mk. verlustig gegangen, wovon 61 000 Mk gedeckt unb ber Rest von dem frü- deren Vorstanb bes Verems ersetzt werden wirb Diese Vereine haben mit allen Kräften versucht und erreicht die Scharten aus- mwetzen Sobamt referierte Dr Malz von der Dresdener Bank in Fronfturt a M über Postscheckverkehr Er halt hierbei die von ber Post erhobenen Gebühren für zu doch, weshalb sich dieser Verkehr schwer einbürgem werde: auch die Benvaltung — 13 Postsckteckämter im Gebiete des Teutl'ckren Reiches — fei zu kom- vliziert, zu teuer. Immerhin hätte daS Reich vom 1. Januar b'S 31 März b. 3- 28 571 Konteninhaber zu verzeichnen — Frankfurt a M. steh' hier an vierter Stelle - während Lester- reich, bad 12 Jahr. biefe Institution besitze, nur bi? gleiche Zahl aunoeife. Die Wahl beS BerbandsdirettorS unb bes Revisors, oroie die d s Ortes bes Bcrbanbslages 1910 bildete den Schluß der Tagesordnung. Als Direktor wurde Dr. v a r n i e r - Äasicl, als Revisor Doerr-Friedberg wicdergewäbll unb als Tagungsort 1910 AlSfeld bestimmt unter ber Voraussetzung, baß, wenn ber allgemeine Genossenschaft Stag 1910 in Marburg tage, auch der Verbandstag ber Hessischen Vereine bort abgehalicn wirb Als Abgeorbnete zum Geiwssenschoststog in Freiburg i. B würben iüni Mitglieder ber Vereine Roteirburg, Kassel 'Ätebitoertin , Kassel Allg. Borschußverein, Homberg unb Marburg bestimmt An bie Tagung schloß sich um 2«/3 Uhr ein Mittagsmahl im Kurhaus an. Au» Stadt und Land. Gießen, 5. Mai 1909. • • Lrhrerperfonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Phil. Hackemer zu Frei-LatiberSheiin eine Lehrer- stelle an der Gcmeindeschlile zu Pfeddersheim; dem Lehrer Aug. Hahn zu Lieberbach die fechste Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Alöseld; dem Lehrer Otto Lawall zu Tiefenthal eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mettenheim; dem Lehrer Jak. Usinger zu Elbenrod die neunte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu LllSseld; dem Lehrer Rud. Vierheller zu Esia eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Hofheim. — Erledigt sind: An der Gemeindeschule zu Bieber zwei mit kath. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen. ** Schiffahrtsabgaben au f natürlichen Wasserstraßen. Der Bundesrat hat, wie uns aus Berlin drahtlich gemeldet wird, den hessischen Bundes- ratsbevollmiichtigten Fi:eiherrn v. Gag er n zum Berichterstatter für den Gesetzentwurf wegen der Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wassersfraßen ernannt. Wann die Vorlage im Buttdesrat zur Beratung kommt, ist noch nicht bestimmt. Die hessische Regierung hat sich ihre endgültige Stellungnahme t^zu Vorbehalten. • • ötn bttbeater. Wie schon mitgeteilt, nnbet am Mittwoch, 12. Mai, ein einmaliges Ensemblegastspiel von ersten Frankfurter Kräften im hiesigen Stadttheater statt. Außer den Damen Ilm unb Sangora und Herrn Hellmer wirkt auch Herr Max Reimann, der beliebte jugendliche Komiker des Frankfurter Schauspielhauses, mit. Da die meisten der Darsteller geborene Wiener sind, ist auf eine besonders echte Darstellung des in Aussicht genommenen ,Anatol*-Zyklus von Artur Schnitzler zu rechnen. Tie Preise sind die gewöhnlichen des StadttheaterS. Btlletbestellungen sind an die Kasse deS StadttheaterS zu adressieren. Die Ausgabe der BilletS findet von nächstem Montag, 10. Mai ab, vormittags von 10—1 Uhr flott. ♦* Die Kolo nial waren-, Delikatessen- uud Drogenhändler waren am Montag abend in größerer Anzahl versammelt. 63 dieser Geschäftsinhaber haben seinerzeit beim Kreisamt den Antrag gestelll, für diese Branche für die Wochentage mit Ausnalnne des Lams- tagS den 8 Uhr Ladenschluß einzuführen. Die Behörde erklärte, da in der Stadt 100 derartige Geschäfte vorhanden seien, fei bei t>3 Unterschriften die erforderliche zwei Drittel- Mehrheit nicht vorhanden Deshalb seien die Akten an die Bürgermeisterei abgegeben, uni eine Abstimmung der Beteiliaten vorzunehmen Ferner war beschlossen worden, beim ^reiSamt den gesetzlichen Ladenschluß für die Kolonialwaren-, Delikatessen- und Drogengeschäfte für Sonntags uni 2 Uhr nachmittags anzuregen Die versammelten Geschäftsleute erklärten in der Mehrheit, daß an Sonn- tagen der Geschäftsverkehr in ihrer Branche nach 1 Uhr mittags zu Ende ser und beschlossen, da die Erledigung tiird) t>ic Behörde rneaen der dabei einzuhaltenden For- malttäten eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, den Versuch zu machen, den 2 Uhr-Ladenschluß durch sreiwillige Zustimmung der Beteiligten schon letzt herbei zuführen Es »st mdn in Abrede zu stellen, daß wenigstens in den Sommermonaten für die überwiegende Mehrhett unserer Ladcuinhaber an Sonntagen ein allgemeiner Geschasts- ichluß um 2 Uhr statt um 3 Uhr ein erstrebenswertes Ziel ist — Achtuhrladenschluß in den Backereien. Unsere Bäcker haben durch freümlhge Vereinbarung den Achtuhrladenschluß eingefühn. Leider findet die Einrichtung tun Publikum nicht immer Beachtung, trotzdem aerobe unseren Bäckermeistern und noch mehr den Bäcker- Meisterinnen tue mit dem früheren Schluß verb .Innehmlichkeil wohl zu gdimen ift Müssen sie doch Dom frühen Morgen (i $6 Uhr an im Laden stehen und auf bic unden märten Bis 8 Uhr ist eS wahrlich Zeit genug, seine Einkäufe zu machen • • Wie unsere Altvordern bauten Bei den undamentierul'gsarl tten lür den Wrubau Rath mußte an der Ecke der Tr,llergosse und d^'s 'Neuenwegs die ehe- malige ca. i Meter starke Festungsmauer weggebrochen worden, aus die man beim Aus schachten unmittelbar unter dem Straßenniveau gestoßen ivar Erne schwierige und sauere Arbeit, ba sich der Mörtel in den Fugen des alten Bruchsteinmauerwerks eiierisest erwies. Nackwem man die Mauer in einer Diese von ca 2 Meter entfernt batte, stieß man auf eine doppelte Lage schwerer eichener Stamme, unter denen im Morast uiO Schlamm dickt beieinander scebend ca Meier lange valiradenartigc Psäble sich vorfanden, die mit großer Wucht ehemals an dieser Stelle fenkreckt eingerammt zu fein schienen Auch die Entsernung dieses Psablrostes aus der vollst.'ndig mit Sumpf unb Wasser gefüllten Baugrube war sehr schwierig Es handelte sich um vier große Zweispänner Wagen Balken unb Holz, an deren Stelle jetzt eine feste Betonunterbettung dergeitellt iuerben mußte Intercfsant ift übrigens, baß auf ber um- angreichen Baustelle überall ber beste Baugrund sich vov- sand unb man nur an ber beschriebenen Stelle aur etwa drei Meter Länge auf Schwierigkeiten stieß •• Einen Mensche nauflauf verursachte gestern nachmittag in der Tiezstraße ein Betrunkener dadurch, daß er fick vollständig entlleidete. Schutzleute Reibeten ibn notdürftig wieder an und brachten ihn in Pol'zeigen».ibesam Steinbach, 5. Mai Ende dieses Monats begeht verr 5^»einr Krämer VII. sein 25jöhrigeS Dienftju bilau m als Burgermeiftcr unserer Okmcinbc Butzbach, I Mai. Gesteni nachmittag' 4 50 Uhr entgleiste eine Maschine bes Zuges l'» auf Babn - b o f Griebel in ber nach Rockenberg führenben Weiche Ursache, vermutlich unrichtige Weickenstellung Züge 15 unb 16 fielen zwischen Griebe! unb Rockenberg auS. Zug 16 konnte zwischen Griebel unb Butzbach durch 9!rbctt#via- maschine befördert werden Diese Maschine entgleiste 5 30 Uhr an der Uebergabeweichc Butzbach Staatsdahnbvf, aus :ion> nicht aenärter Ursackre Personen rvurtx letzt Tie Züge 5, 8 und 7 erlitten Verspätungen bis zu einer Stunde Der Materialschaden ift uiic: Störungen waren bis gestern abend V,io Uhr beseitigt (Buyb. Ztg) )-( Bab Salzhausen, 4 Mai. DaS neue Babe* Haus (II) ist an Wochentagen in ber Zeit von Donnerstag 6 bw 3L Mai unb vom 1 Sept bi-> Schluß der ■ zeit von vormittag- 8—1'2 und nachmittag- 2—6 Uhr unb währcnb ber Monate Juli bis einfchl. August von vorm. 6—12 und nadim 2—6 geöffnet An Sonn- und ,V ur:agee iverben innerhalb ber angegebenen Zeiten Bäber nur vormittags verabfolgt. h. Franfurt a. M., 4 Mai. Ein Mäbchenhänbler wurde hier verhaftet Es ift Wenn f o r t auS Hagen, der in Dortmund ein junge, .'.'fäd- chen entführt hat, um sie hier der Unzucht zu>'.- ihren rn wurden benachrichtigt, bi — Ein Fall von Genick st arte würbe hier bei einem üler f stgestellt * Kleine Mitteilungen ans Hessen unb bei Nachbarstaaten In H rbstei n imrb ein ko:o Sck'westernhaus unb eine Kleinkmberschule gebaut — In L i t c n b a di a M iol! a dem Scküllerplatze von bem Bei errichtete Schiller renk m a '. an bn -eben werden. — In Mainz ist der Stadtverordnete Thiele, der ber sozialbemokrat Fraktion angehörte, nach langem Leiben gesto r b e n.__________________________________________ Mitteiweftdeutscher Ztenographenbund Stolze §chrey. — Wetzlar, 2. Mai Die Fru bi a brSberirk-verfammlung des Bezirk« rbä’hn und Dilllal tagte beute ■ (unn nmrbc vvrmitrags 9 llfir durch ein öfscntlich«s Preiswert- sich ninb 150 Damen und Herren in ben t»cnd>iromeri 'duifllio» i ruoubtcihmfli n, von d n n I Eine stenvqravki'che AlissteUung vervollstandicste den itirtlbvivt ib. Der Bürgermeister von Wetzlar beehrte bie verfammlunn durch sein Erscheinen beim 'ßcUfductben. iüi ba» er atz' all. i . -Ivener ganz beicmdercs Interesse l>crtie. wie überhaupt bi. 3t unb bir Bürgerfchasi ihr Inlereiie an ber Stenographie durch Stifruitj Benrinuuig des tbinbesmMÜNs tlicbcr Stenograph ber Sl.idt .'«"chk. aus dem 4» tftt Her- sammlimg findet vorauosichtlich in ('• t c > ' ' ;trn die <■ .. M Krecntnqen ber bellpchNt tb irurb-; bas Ergebnis bes w e i t f ch r e i b e n s b, kann , i ch k a, Vern» Gics-en, mit einer beroorran-nboi Lenkung in 'db-n untn starker Konkurrenz. Den B- - ' ein Gießen zum jrodiaunale. Nach Gießen tarnen vlgcnL« Preise: __ 280 Silben: Erich Lischka (Verein 1. Preis unb Ehrenpreis der Stadt Wetzlar. 260 Silben: stud vhil et tW TbeiS Atademischer Verein- 3. Preis. 2 00 Silben: stud vhil Kreiling Verein l ’ßmi «• Ehrenpreis. 140 Silben: Hch Hoerster kPerein 1 Pm» 120 Silben A Roth 1. Preis und (fdncmrrii, rA Krauskovi 1. "Preis, L Wolf 2 Preis. L Müller 3 freu iämtluh Verein. 100 S i Iben: stud Pbil Arnold, stud pbil ffullm«»» 1 Preise Phil. Perer unb Fritz Iaeggle 2 Pveise; 8 Apotts und R (Mlagoro 3. Preise sämtlich Verein 8 0 S i l b c n: A Hartmann 1 Preis unb Ehrenpreis Vern». Untercm»ier Wieder stein. Unteroffizier Brink. Fr Neuer, Ä. DU» 1. Preise sämtlich Verein, K König. W Größer. W Bo^ 1. Prene idmlüdi Realanmnasnun £' Ge-ßner 2^ Preis Ree. MMnalium . H. Herrmann. H Men er. Sergk SchwalennäM 2. Preise iamilich Verein _ 60 Silben Phil. Äboü*. Sergi Kam. Bergt -nevrns W. S- Preise, frrt» w ' - -; Gg. Andres. Fr Dickbordt. mr Ruiag. L Seidel 8 Preije »dm* lab Verein Für hervorragende Ausstellung so ebenen erhielt 1. Rcttz >vn- ein einen 2 Preis und Ehrenprr- ' » Gießener öirntrammrr. Gießen, 4. Mai. PrivatNage eine* Anwalt» Do» Urteil in ber vor 8 Tagen verhanbeltr» P r i»a t - klaqefache be« RechtSonwo Its Tr S in gegen ben Lehrer W. in Zadwen wegen Beleibiguna la»»rr auf Verwerfung ber Berufung des Angeklagten, ickwck Maf rode, baß die neben der Oklbftro'e von 50 Mark rn»«» kublikauensbefugnis m Wegfall zu I mmen hat. bo ein RaMs- annati*lurrou nicht als ein öffentlicher Crt b-*; icknet «vertzcK kann. eiten über den angeblichen Diebstahl machte. Von bem Wirt erhielt er auf die Angabe hin, er wolle sich bet seinen Verwandten in Bad-Nauheim Geld holen, 5 Mark Meisegeld. Am gleichen Tage erschien er bei einem (ssoldarbeiter hier und verlangte Schmucksachen für ein Konsirmationsgesrl>enk. Es wurden ihm Ringe im Werte von 40—50 Mark vorgelegt: doch er wollte etwas besseres haben, weshalb ihm solche im Werte von LOO Mark und darüber vorgelegt wurden. Während der Goldarbeiter nod) bessere Sachen herbeiholte, verschwanden zwei Ringe im Werte von 100 und 110 Mark im Aufschlag seines Ueberziehcrs. Der Ladeninhaber, der das Abhandenkommen der Ringe gemerkt hatte, sagte ihnr auf den Kopf zu, daß er die Ringe entwendet habe, worauf er sie wieder zum Vorschein brachte. Ohne ihn zu entlassen, setzte der Goldarbeiter die Polizei von dem Vorfall in Kenntnis, die bann V. festnahm. Die Untersuchung ergab, daß der Angeklagte schon eine große Anzahl von Vorstrafen hat und nickt lange vor feinem Auftauchen hier aus dem Zuchthaus entlassen worden war. Wegen des Diebstahls und Betrugs wurden us Hessen unbL :ein wird ein !- erschule gebaut. -■ em Todestage Stfe n Verschönerung-^ n die Stadt übM idlverordnete Thür, ngehörte, mch tagen ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgesprochen. Merkwürdige Betrügereien. Ein eigerttümliches Verhalten hat der Arbeiter A. B. Kelranntmachung. 93omni)nie von Walzarbeiteu wird die Ktaeis- Reinhardshain nach Beltershain 25. Mai lf. Js. für Fuhrwerke gesperrt. Luftschiffahrt. Das Militär Luftschiff Groß II unternahm gestern morgen einen neuen Aufstieg. Es handelte sich hauptsächlich um eine Prüfung der Schnelligkeit und der Höhensteuer. Vom Tegeler Schießplatz erhob es sich zu einer Höhe von etwa 200 Metern und flog nach Bernau. Tann wandte es sich nach Süden und fuhr über Berlin nad) Tegel zurück, wo es gegen 9*4 Uhr glücklich landete. Tie Dauerfahrt ist wegen des ungünstigen Windes verschoben worden. Der Ankauf der Wrightschen Patente für Deutschland. In unserem gestrigen Blatte gaben wir eine Pariser Meldung wieder, wonach t Patente der Gebrüder Wright für Deutschland erworben seien. Wie wir nun hören, findet diese Nachricht ihre Bestätigung. Die Mokorluftschiff-Stu- diengesellschaft, die ihren Sitz in Berlin hat, hat alle Rechte, die die Wright'schen Flugapparate,betreffen, angekaust. Geheinr- rat Löwe, der Chef der Aktiengesellschaft Ludwig Löwe u. Co. in Berlin, die in der Pariser Meldung als Käufer genannt ist, nimmt bekanntlich in der Motorluftschiff-Studiengesellschast eine leitende Stellung ein. Der angegebene Preis von 600 000 Mk. ihm 1 Jahr 10 Monate Zucht Haus zudiktiert, worauf 1 Monat Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen ist Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Unterhaltung Oer Gebäude und Herstellung von Einfasfungsgräbern auf dem Friedhof am Rodberg sollen Mittwoch den 12. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. 1. Weinbinderarbeiten, 2. Lieferung von Grabeinfaffungen aus Basaltlava, 3. Maurerarbeiten. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Ein- Gcht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis öiun genannten Termin an uns eilizureicken. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 4. Mai 1909. (B5/s Städtisches Hochbauamt. Gerbet. '011 Bechhofen beim Versuch, Betrügereien zu verüben, an den gelegt. Er trieb sich im angetrunkenen Zustande in Bad-Nauheim umher und versuchte bei einemm Kaufmann einen Anzug Unentgeltliche Arbeitsvermittelnng. Mtischer Arbeitsmlhilieis Gießell. Gartenttraße 2, Zimmer S. 8S können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Gärtner, 1 .Rockarbeiter, 2 jüngere Hausburschen, 4 Dienstmädchen, 1 Lausmädchen, 1 Wagenlackierer, 1 Ausläufer. Lehrlinge: 2 Schreiner, 4 Schlaffer, 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Tapezierer, 1 Tapezierer u. Polsterer, 1 Kellner, 1 Schneider, 1 Kaufmann, 1 Lackierer, 1 Metzger. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Weißbinder und Anstreicher, 1 Sattler und Tapezierer, zwei jüngere Schreiner, 1 jüngerer Spengler, 1 landw. Pferdeknecht, 2 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Schlosser, 1 Schreiner. VS suchen Arbeit: B5A 1 Handlungsgehilfe, 2 Schmiede, 1 Kellner, 1 Installateur, drei Glaser, 1 Rahmenglaser, 2 Schlosser und Installateure, 2 Buch binder, 1 Bäcker, 2 Bauschlosser, 1 Spengler und Installateur, 2 Polsterer und Tapezierer, 3 Schreiner, 2 Fuhrtnechlc, 3 Hausburschen, 2 Gartenarbeiter, 14 Arbeiter, 8 Laufsrauen, 2 Waschfrauen, 3 Kindermädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Gärtner. :nbunö Ach-tW Vetzlar, 2. Mai ammlung des W- Seßlar. Ae Lm'amr in lifientfidieo Preis» eröffnet. & beteilig trerfdfieixnen Äivlcllig' 1 b-'dachl werden konnten inbigte den Wettbeioerö. bit VepommiM 6 n G alte Mzm- tbmiyi dir Aodinnd). iwtziaMe butd) 'dß? baß alle sieget, W teifen ausgezeM.^ t Mittagessen itg. Nach Berl-ßF lüimg des Bundö^ Stabt Frankfuü ^ rettet, Belichl, ty. t zuftiedmiiellcnd^- zügliche. Tie efeen Nl folgten die . i« V einem *v d einen mit öiÄ. Übungen L Ar ielt aät) L«*** Zr»s, B A # Ä no^ 2 Preise; »• •“ ^ÄrEbrrnprri-^ x Neuer,/ MK '' ' zu erwerben. Da der Kaufmann ihm erklärte, er verkaufe mir gegen bar, muffte er unverrichteter Dinge wieder abziehen: ebenso erging es ihm in einem Handschuhlaben. In einem Zigarrengeschäft verlangte er 500 Zigarren, die er angeblich für einen Händler holen tollte unb bei zwei Metzgern erklärte er, er solle für einen Metzger in Friedberg eine größere Quantität Fett abholen. In allen Fällen traute man ihm nicht und so blieb es nur beim Versuch. In einer Gärtnerei suchte er sich drei Kränze aus, indem er an gab, teine Mutter sei in Friedberg gestorben: er liefe sich die dazu gehörigen Schleifen geben, um in einer Druckerei Widmungen aufdrucken zu lassen. An beiden Stellen gab er an, seine Mutter sei am Morgen beim Kaffeettinken plötzlich zusammen- gebvochen und sei auf der Stelle tot geblieben. Er liefe^sich eine im gleichen Sinne gehaltene Karte ichreiben, die er an seine Schwester richtete, nachdem er sie zuvor mit dem Namen „Albert Müller" unterschrieben hatte. Auch eine Todesanzeige gab er in^ einer Zeitungsexpedition auf und überall gab er genau die Straffe und Hausnummer der Wohnung seiner Mutter an. Seine Mutter hat aber nie in Friedberg gewohnt, noch ist sie dort verstorben. Das Verhalten des Angeklagten war für das Gericht so auffällig, daff es nicht umhin konnte, feine Zurechnungsfähigkeit zu bezweifeln. Es setzte deshalb die Verhandlung -aus und beschloß, den Angeklagten vor der Aburteilung auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. hurtig, “Älbtt »'KKr e WJ: der um, 'nen 'Stelle n? 005 n. stieß. aui etwa ■^cncr’S ^>tern S8»> " ®entcinb",tlubl- nachmittaq. 4’50 ... =r8 jüDtenben Ä' KrK MO Uhr bejtitigt x ■ ßto.i neue , Pt von Donnersta d bls Schluß der sta Ä5 Uhr uit $!• August von Dom M°nn- und Feiertaqi- Zeiten Bäder nm do: Gießen, den 4. fDtai 1909. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________________I. V.: Welcker.__________________________ Kelranntmachung. Wegen Vornahme von Kabelarbeiten wird der Verbindungsweg zwischen Hammstraße und Bahnhofstraße vom 6.—10. Mai 1909 für jeglichen Fuhr- und Kadfahrverkehr gesperrt. Die unterm 4. April 1909 angeordnete Sperre der Liebigstraße zwischen Frankfurter- und Ludwigstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. Mai 1909. Grofeherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhart. ist dagegen übertrieben. — Die ersten Bo r führun g en des Wright'schen Flugapparates in Berlin werden im kommenden Sommer vom „Berliner Lokal-Anzeiger" veranstaltet werden. Später hat bann ausschließlich die Motorluftschisf-Studiengesell- schaft das Recht, Wrightflieger nach Deutschland einzuführen, solche hier zu bauen und öffentlich vorzuführen. vermischter. * Maiwetter. Erst jetzt läßt sich übersehen, welch großen Schaden die letzten Nachtfröste in den Weinbergen und -Obsttälern des Mittelrheins herb ei geführt haben. Besonders im Moselgebiet und den höher gelegenen Gegenden der Eifel und den anderen mittelrhein. Seitentälern ist der Schaden in den Weinbergen und durch die Vernichtung der Obstblüte sehr groß. Im Ru h r t a l ist die Kirschen- ernte vernichtet. Die Kälte hält auch in Kurhessen noch an. .In Kassel wurden nachts ein Grad Kälte, im Sauerland drei Grad Kälte beobachtet. Der Schnee liegt fußhoch. Auch aus allen Gebirgsgegenden Oesterreichs werden fortgesetzt heftige Schneefälle gemeldet. Ter gestern über Wien niedergegangene wolken- bruchartige Gewitterregen hat nachts etwas nachgelassen. Sandel nnd verkehr, Volkswirtschaft. — DieErgebnissederneuenAnleiheemissionen des Reichs und Preußens. Die Geiamtzeiämungen auf die neuen Anleihen betragen 1490 Millionen Mark, davon 830 Millionen Mark für 4 proz. und 660 Millionen Mark für 3Vs Proz. Stücke Aus das Reich entfallen 770 Millionen Mark, auf Preußen 720 Millionen in etwa den gleichen Verhältnissen bei den vier- und 0V2 proz. Stücken. Freie Stücke dürften etwa mit einer Milliarde Mark, Sperr stücke mit 480 Millionen Mark beteiligt jein, davon wiederum ein lehr großer Teil zur Eintragung ins Staatsschuldbuch. Nack der Frankfurter Zeitung haben |idj vom Ausland die Schweiz, Holland und Belgien mäßig beteiligt, dagegen fehlen französische und englische Zeitungen. Märkte. -tb. Gießen, 4. Mai. Der heutige Rindviehmarkt batte einen Auftrieb von ca. 1600 Stück Großvieh und 300 Kälber». Ter Zndrang von Käufern besonders für Milchware war außerordentlich stark, trotzdem wickelte sich das Geschäft in frischmelkende» und tragenden Kühen wenig flott ach. Bel dem starken Auftrieb an Milchtieren suchte man die Preise etwas herunterzudrücken, was aber bei erstklassiger Ware, die stark verlangt wurde, ausgeschlosse» war und auch in mittlerer und geringer Ware nur ausnahmsweise gluckte. Durchschuittlich wurden für Kühe die hoben Preise erzielt, wie am Markt vor 14 Tagen. Auch der Fettviehmarkt schien bis zur Mitte sich etwas gedrückt zu gestalten, machte sich dann aber noch gut, wenigstens in Rindern, und zwar zu den seltheriaeii Preisen, dagegen waren fette Kühe wieder schwer anzubriugeu. Ter Kälbermarkt setzte zu Anfang recht gut ein. Frankfurter Händler deckten ihren Bedarf und legten gute Preise für beste Tiere an, daun flaute der Handel ab, weil die großstädtischen Einkäufer den ganze» Vorrat nicht aufnehmen konnten, so daß zum Schluß die Ware billig verkauft werden mußte, was sich die Einkäufer für die kleiueu Prooinzplätze zu Nutze machten. Die Gießener Metzger griffen in den Handel nicht ein; sie haben, hohe Marktpreise befürchtend, ihren Bedarf auf dem Lande gedeckt. Fabrochje» waren in wenigen Paaren am Markt und wurden ohne lebhaften Handel abgesetzk. Verkauft wurden Milchkühe das Stück 1. Qual. 500 bis 550 Mk., 2. Qual. 400 bis 475 Mk., 3. Qualität 300 bis 375 Mk. Bezahlt wurde für den Zentner Schlachtgewicht: fette Rinder 1. Qual. 71 bis 73 Mk.. 2. Qual. 68-70 Mk., fette Kühe 1. Qual. 63—65 Mk., 2 Qual. 60 - 63 Alk., Kälber 1. Qual. 70-74 Mk., 2. Qual. 64—68 Mk., 3. Qual. 56—61 Mk. Gehandelt wurden Gangochfen das Paar 750 bis 1100 Mk., je nach Qualität. Fette Ochsen sind in der Gegend bequem zu haben und werden von den Metzgern 1. Qual, mit 78—79 Mk., 2. Qual, mit 74—76 Mk. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. Der Markt war verhältnismäßig früh zu Ende und wurde geräiimt. fc. Frankfurt a. M., 5. Mai. Schweinemarkt. (Qrg.- Tel. des Gieß Anz.) Zum Verkaufe standen 1405 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 66—67 Pfg., Lebendgewicht 54,0 bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 67—OOPfg., Lebendgewicht 54,0—00,0 Pfg,, 3. Qual. 60—64 Pfg. Geschäft gut, Ueberftanb unbedeutend. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag dem 6. Mai: Wolkig, trocken. Temperatur wenig verändert. Nördliche Winde. Original-DraytnictSungen« R. B. Darmstadt, 5. Mai. Das badische Großherzogspaar kam heute vormittag 11.25 Uhr auf dem Main-Neckar-Bahnh0f an, wo großer Empfang stattfand. Die beiden Großhcrzogspaare begrüßten sich sehr herzlich. Nach den üblichen militärischen Ehrenbezeugungen fuhren die Fürstlichkeiten unter einer Dragoncr-Ehreneskorte in zwei vierspännigen Galawagen zum Residenzschloß. Sie wurden von dem nach Tausenden zählenden Publikum lebhaft begrüßt. Am Rheintor begrüßte der Badener-Verein sein Gros; Herzogspa ar und ließ der Großherzogin durch eine Dame einen Blumenstrauß überreichen. Um 5 Uhr findet Galatafcl zu 50 Gedecken und daran anschließend Festvorstellung im Hoftheater statt. Die Stadt ist reich geschmückt. Paris, 5. Mai. Das russische Kaiserpaur wird im Juli an Bord der Pacht „Polurstern" nach Brest kommen, aber nicht an Land gehen. Der Präsident der Republik wird sie begrüßen. Paris, 5. Mai. Aus Rom meldet das Journal: In amtlichen Kreisen Italiens habe der Reorganisation splan der österreichischen Marine unangenehme Gefühle geweckt, da man mit Mißtrauen dem Bestreben der Donau-Monarchie nach der Vorherrschaft auf dem adriatischen Meere zusehen müsse. Gerüchtweise verlautet, die italienische Regierung beabsichtige, in Beantwortung der österreichischen Rüstungen den Bau von 9 bis1 10 Panzerschiffen neuesten Typs vorzunehmen. Tanger, 5. Mai. Der Pascha von Marakesch, M u l e y K e b i r, ein jüngerer Bruder Muley HafidS, der mit den Kaids des Südens nach Marakesch gekommen war, hat sich zu den Zammurstämmen begeben und zum Sultan ausrufen lassen. Mit der Flasche aufgezogen. Braunschweig, Güldenstr. 46, den 18. Dezember 1907. »Mein zweijähriges Söhnchen Rudi hat Ihre Scotts Ernulsto» schon von feinem 14. Lebenstage an ständig bekommen, so daß das Bübcheti sich so prächtig entwickelt hat, wie kaum sonst ein Flaschenkind in seinem Alter. Besonders muß ich hervorheben, daß fRubt sämtliche Augen- und Backenzähne bekommen hat ohne irgend welche Beschwerden, so daß das Kind unfern Schlaf nie störte. Auch mein vierjähriger Sohn Ernst hat Scotts Emulsion längere Zeit hindurch bekommen und ist dadtirch gesund und kräftig geworden. Mein jüngstes Söhnchen Willi, das jetzt ein halbes Jckhr alt wurde und durch eine Lungenentzündung sehr heruntergekommen war, erhielt Scotts Emulsion zur Kräftigung und hat sich infotge- deffen so erholt, daß fein Befinden tüchtig vorwärts schreitet. Ich t bin sicher, das Kind wird, wie seine Brüder, schon mit 10 bis 11 Monaten gehen lernen. Ich selbst nehme Scotts Emulsion ebenfalls täglich und muß sagen, daß ich mich dadurch freier fühle und befoar- ders immer einen guten Appetit verspüre." (gej.) Karl Kahmann. Die unstreitbar kräftigenden unb nährenden Eigenschaften von Scotts Emrilsion, die gegenüber gewöhnlichem Tran den Vorzug der Leichtverdaulichkeit unb des angenehmen Geschmackes ä® besitzt, haben das Präparat seinen Weg in - bem satoruie. Hunderte von Familien finden taffen, wo es taen sthrfafirenM em ständiges Hausnnttel geworden lst. Ecorr« «Srmulfton wird von un8 nuSjchUrbltch tm «rotzen vertäust, ttnb |urar nie lofe nach «Lewichl ober Matz, fonbem nur üx versiegelten Origtnalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mit bem Dorsch). Scou u. Bowne, Ö. m. b. H., Frantsurk a. M. Bcstaribieile: Fernster Medtzinal-Lebertran 150,0, prima Glyzerin 00^6, untcrpboSpbonqfaurtr Kalk <3 unierpboSpbortg'aurr» Natroi, 2A pat». Tragant 3X), feinftcr avab (Summt pule. 8,0. bestlll Wasser 129A «lkobol IVO. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Maubel- unb GanltheriaSl je r Trassen. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ist das Stabe! in der Marktttraffe, Rittergasse und auf dem Marktplatz bis Schulstraße am 6. d. Mts. von 2—5 Uhr nachmittags ausgefchaltet und die Stromlicfcruug unterbrochen, was wir hiermit den anliegenden .Konsumenten zur Kenntnis bringen. B4/s Gießen, den 3. Mai ItzOtz. Stadt. Elektrizitätswerk Gießen. ________________________________S t o l t e. Bekanntmachung« Die bei Odenhausen, Kreis Wetzlar, errichtete Notbrücke ist nur für leichtes Fuhrwerk bis zu 20 Ztr. eingerichtet und darf von schwererem Fuhrwerk nicht befahren werden. Ick) ersuche dies zu beachten, da ich sonst die Brücke für jeden Verkehr sperren müßte. Krofdorf, den 1. Mai 1909. Der Bürgermeister. ?>"_____________________________________Brau n. Arbeitsvergebung. Die Weißbinder-, Maurer- u. Zimmerer- beste. Schreiner- arbeitcn zur Unterhaltung der Gebäude der Hofreiten Neuenweg 2 und 4 sollen Dienstag den 11. Mai d. Js., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbefchreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. B5/5 Gießen, den 4. Mai 1909. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. 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