Nr. 232 General-Anzeiger für Sberheffen 9ticf)hnig in der Sozialdemokratie zu stärken. Die oorgetragenen Anschauungen sind von einer so verblüffenden Naivität, wie man sie selbst bei Konrad XxntBmann nicht vermutet hat. Neu an der Argumentation Haußmanns ist nur die Ungeniertheit, mit der die Sünden des bürgerlichen Liberalismus der Äozialbeuw- kratie angekreidet werden." Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unioersitäts - Blich- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Sparsamkeit in der Marine! Das Wort „Sparsamkeit" wird in den nächsten Reichstagsverhandlungen. wahrscheinlich öfter als sonst ausgesprochen werden. Nachdem, wie wir mitgeteilt haben, Herr Erzberger den Postetat beanstandet hat, kritisiert die „Freis. Ztg." verschwenderische Ausgaben, die in der Marine gemacht werden. Das Blatt könnte in mandren Düngen nicht unrecht haben; so z. B., wenn es schreibt: „Die Marine gibt jährlich Hunderttausende für allerlei Komfort — Jachtsport einbegriffen — aus, den man im Auslande nicht kennt und, selbst wenn er dort vorhanden wäre, nicht nachzumachen brauchte. Man hört häufig beim Verkehr mit Marineoffizieren die Ansicht vertreten, daß bei den großen Ausgaben für die Schiffe noch vierzig oder noch mehr Millionen es doch auf zehn- oder zwanzigtausend Mark für Komfort usw. nicht ankommen könne. Dieses „bei den großen Ausgaben kommt es auf diese oder jene Summen nicht an", bei jeder Gelegenheit wiederholt und ein zu weitgehendes Wohlwollen gegen persönliche Ansprüche, besonders auch in den oberen Stellen, schafft den immensen Mehraufwand, der seit Jahren eingetreten ist. Was kosten nicht allein die Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: eäSsfrol. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGreßen. Tie „Gießener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kursblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. weitere tiSPPrnann. Giessen - -s „g de» j-a öcr UAs» sÄSS !>«■ ,%»* Äf? w politLfsche Tages?cvatt. Die Umgestaltung der Reichstagsdebatten. Tie von uns mitgeteilten Vorschläge des Abg Dr. Arendt zur Verkürzung der Reichstagsdebatten scheuten nicht ungehort ver- l ^'lt zu sein, denn dec Zentrumsabg. Dr. BaQ)em nimmt tm ausführlich Stellung dazu, und so ist zu vermuten, daß cs im Reichstage zu einer Erörterung über diese iyrage kommt. Erfteulicl-erweise gibt auch Herr Bachem zu, dav. un Reill^tog viel zu viel geredet wird, und er kommt zu bcituranten Vorschlägen, indem er u. a. schreibt: . Der in Nr 213 des „Tags" zum Abdruck gelangte Artikel dctz Herrn Abg. Dr. Arendt über „Vorschläge zur Umgestaltung der Rciä)stagsdebatten" darf auf die Beachtung werter Kreise rechnen. Es wird im Deutschen Reichstage zu viel und von manchen Rednern zu lange gesprochen. Es ist eben leichter, sich in behaglicher Breite zu ergehen, als unter Beiseitelassung alter Wiederholungen und alles Beiwerks die, entscheidenden Gesichtspunkte klar und scharf hervortreten zu lassen. Aus sich heraus werden wohl die meisten Redner nicht dazu gelangen, sich kürzer zu fassen. Das liegt hauptsächlich daran, daß man im Parlameiit zu viel Zeit hat, d. h., daß das Parlament bezügliä) der Zell, welä>e es auf eine Verhandlung ver- wendeil will, nahezu uubesll/räntt ist. Wie soll nun Wandel gefchaften werden? Mrr scheint eins der wirksamsten Mittel zur Einschränkung der Verhandlungen darin zu liegen, daß auf Grund einer Vereinbarung im Parlament über manche Gegenstände, welche eine Kvmmissionsberatung durchgemacht haben, im Plenum nickst Uiehr eiugel-end debattiert, sondern daß auf Grund des mündlichen oder schristlill>en Berichtes entschieden wird. Das gilt von vielen mehr technischen Fragen. Alan muß doch auuchrnen, daß die Fraktionen ihre sachkundig,ten Mitglieder in die betreffenden Kommissionen schicken; über das, was aus der Beratung herauskourmt, braucht, wenn die Mitglieder des Hauses von den Berichten pflichtgemäß Kenntnis nehmen, nicht mehr im Plenum hin und her geredet zu werden. D^s die kleineren Gruppen anlangt, so dürfen sie natürlich aus den Debatten nicht ausgeschaltet iverden. Aber sie haben doch auch nicht den Anspruch, so ausgiebig zu Worte zu kommen, wie die Vertreter der großen Fraktionen. Wie wärS denn, wenn nur den legieren die Möglichkeit gewahrt bliebe, die Stellung ihrer Parteien eingehend darzulegen, für die weiteren Redner aber eine Zeitbeschränkung generell eingeführt würde, was ja auch Herr '2X Arendt in Betracht zieht. Darin läge nichts Unbilliges, zumal wenn die kleineren Fraktionen, wie ebenfalls Dr. Arendt vorschlägt, sich zu Gruppen zusammenschließen, die dann wie die groben Fraktionen zu behandeln wären. In das Ermessen des Präsidenten könnte es gestellt werden, bei einzelnen Gegenständen, an denen eine kleinere Gruppe ein äugen» iälliges besonderes Interesse hat, ihrem Wortführer etwas rnehr Spielraum zu lassen. Auch sonst könnte der Präsident aus eigener Machtvollkommenheit wohl noch einiges tun, um die Debatten zu beleben, so z. B. dadurch, daß er bte_ Fraktionsredner nicht immer ,'ecunbaan ordinem nach der Stärke 'ihrer Parteien aufmarschieren läßt, sondern darauf hält, daß ihre Reden einen Wechsel pro et contra ergeben. Mitteln die Heirat zu hintertreiben, was ihm schließlich dadurch zu gelingen scheint, daß er seiner Base mitteilt, Hans Joachim heirate sie um ihres Geldes wegen, denn er habe sie durch Vertauschung der Bilder, sür ein sehr häßliches Mädchen gehalten und sei doch zur Ehe bereit gewesen. Infolgedessen reizt die Amerikanerin während )es Verlobungssestes die adelige Gesellschaft und ist entschlossen, mit ihrem Vetter abzureisen, als sie durch Hans Joachims Schwester von ihres Bräutigams Liebe überzeugt wird. Sie spielt dann eine Zeitlang die wilde Hummel, und Hans Joachim, der nach dem Verlobungsfest in der seelischen Verwirrung bei einem wilden Ritt oen Arm gebrochen hat, widmet sich während seiner Erholungszeit der Landwirtschaft, um das Gut seines Vaters in die Höhe zu bringen. Schließlich zieht die reiche Amerikanerin die Küchenschürze an, und ihr Vetter kommt nochmals von Amerika herüber, um Hans Joachims Base zu freien. So schließt das Stück mit einer Anzahl von Verlobungen — was man auf der Bühne eine glückliche Lösung nennt Nebenher laufen noch eine Anzahl Handlungen, die alle recht hübsch und unterhaltsam sind, so daß man ein rechtes Vergnügen haben kann. Bei der Aufführung war unter Kurt Gührres Leitung alles getan worden, um ein flottes Spiel herauszubekommen, was denn auch vollauf geglückt ist. Franzi Koch war als Amerikanerin von bezauberndem Liebreiz und entfaltete ein sehr erfreuliches Temperament, das, mit Luft und Laune gepaart, einen vortrefflichen Frauencharakter in Erscheinung brachte. Ihr ebenbürtig war Lore Scholz als Ursula, die aus ihrer herzlich-derben Rolle ein wahres Prachtstück zu schassen verstand. Rudolf Goll war der Edelmann vornehmsten Geblüts, wie wir es von diesem trefflichen Darsteller gewohnt sind, und Kart Gähne hauchte der etwas saftlosen Gestalt des Aribert lebendigen Odem ein. Ein ausgezeichneter Lob war Ferry Daubal, doch wäre die gut überlegte Hast des Sprechens etwas zu mildern, namenttia) im zweiten Akt. Paul Urban verstand es gut, den Burschen recht drollig wiederzugeben und Karl Marx gab den Hellmuth mir angenehmer Bescheidung, die recht wohl gefiel. Von den kleineren Rollen waren in erster Linie noch Erna Guldner als Annemarie, Luise von G l o d e u als Kadett, Edgar P a u l y als Reichssreiherr, an Bebel. Ein Brief Konrad Haußmanns an AugustBebel wird in der Zeitschrift „Marz" veröffentlicht.. Haußmann unterzieht die sozialdemokratische Dogmatik und Taktik einer Kritik und schließt mit folgenden Sätzen: Sind die Revisionisten in bei Mehrheit oder in der Minderheit? Diese Statistik ist deshalb nicht auszumachen, weil in der Brust eines jeden Genossen ein halber Marxist und ein halber Revisionist fitzt, die sich alle Quartale erbitterte Schlachten schlagen. Ja, unter vier Augen sind sehr viele Sozialdemokraten ganz lluge Reformer und verstäridige Pollliler und kennen die schrittweise zu überwiudendLn Widerslände. Aber öffenllich, das nehme ich seit zwei Jahrzehnten watzc, werden sie immer wieder kommandiert von jenem hundertköpfigeu Versammlungsgeist, der jeden als einen schlechten Kerl denunziert, wenn er nicht mll dem Kopf durch die Wand will, und der gegen den eigenen Genossen Verdacht ausspritzt, wenn er neben einem NichtsozLaldernotraten auf. dem Trottoir ober gar auf einem Parkwog geht. Ader auf dem letzten Parteitag hat der Zweifel der Wage gehalten, und die stille Frage, ob man nicht die Methode revidieren solle, ging durch die Reihen. Wenn einer den Entwickelungsprozeß, der. in den Reihen Ihrer Partei eingesetzt hat, fördern kann, so sind Sie es, geehrter Kollege. Sie haben Ihre Partei groß machen helfen. Sie vermöchten sie bei der heutigen politischen Wetterlage poliiiich aktionsfähig zu machen, was sie bisher nicht war. .Freilich: schreiben und wünschen vermag wenig. Aber eine gesunde Erneuerung der deutschen Arbeiterpartei durch Anwendung einer modernen Methode würde eine Gesundung der inneren. Politik mit heraufführen iuid eine nationale, friedliche Erstarkung Deutschlands bedeuten. Deshalb ist die Sache auch für uns andere des Nachdenkens wert. , „ Ob Bebel überhaupt antworten wird? Haußmann (oll mit Bebel jüngst am Bodensee spazieren gegangen sein. Der „Vorwärts" hat mll seiner Dceinuug schon kurz geantwortet: „Der Zweck des Briefes ist angeblich, August Bebel für eine praktische Politik im finite der bürgerlichen Demokratie zu gewinnen; die Absicht ist aber offenbar, die revisionistische GLetzenev Stadtthecrtor. O diese Lerrtmruts. Lustspiel in 3 Akten von Karl Kraatz. Aller Voraussicht nach scheint uns die laufende Spielzeit eine größere Anzahl wenn aud) nicht gerade hervorragender so doch brauchbarer Stücke zu liefern, als es in der verflossenen der Fall war, so daß unseren Bühnenleitern diesmal die Wahl nicht gar so sauer werden wird wie im vorigen Jahre. Ob die Ausbeute allerdings dem Wert nach sehr ergiebig sein wird, mag vorerst dahingestellt bleiben. Die gestern abend aus der Taufe ge- lyobene erste Neuheit der Spielzeit ist jedenfalls nicht darnach angetan, uns den Geschmack für die folgenden zu ververben, umsoweniger als man dabei manche Erinnerung wieder ausfrischen kann, die einem von früher her noch halb im Sinne lag. Da ist zuerst die reizende Miß, die so allerliebst deutsch radebrecht, eine gute Bekannte. „Im bunten Rock" ist diese Engländerin, hier Amerikanerin, was gegenwärtig als vornehmer gilt. Im übrigen aber ist sie so ziemlich dasselbe liebe Geschöpf, das trotz feiner 'DltiHionen „schrecklich gern" von Herzen geliebt sein möchte. Da ist der arme edele Leutnant, sind die herabgekommeneu Väter, die ehrbaren, steifen Tanten, der Wachtmeister, der Bursche — kurzum alles, was bei uns nun einmal zum Schwank gehört. Ein bißchen Sentimentalität, ein biß- djen Schneid — aber alles recht hübsch hergerichtet und recht wohl geeignet, ein paar überslüssigc Stunden angenehm zu vertreiben und zu erheitern. Hans Joachim steht als blitzsauberer Leutnant bei den Ulanen in Berlin und soll sich, um seinem verarmten Vater zu Helsen und um die Ehe seiner Schwester zu ermöglichen, mit einer reichen Amerikanerin verheiraten. Obwohl sich sein Herz dagegen sträubt, eine häßliche, ihm noch unbekannte Millionärin zu heiraten, willigt er schließlich .ein und ist angenehm enttäuscht, als leine Braut nicht nur ein herzliebstes, sondern auch bezaubernd sd)önes Mädchen ist. Wo und wie die beiden Leutchen zusammengeöracht, wurden, hat uns der Verfasser verschwiegen, um sich seines einzigen Trites nicht zu entäußern. Im zweiten Aufzug aber kommt das Verhängnis. Ein Vetter der Amerimnerrn möchte gern selbst die Millionen haben und sucht mit allen Parteitag der Deutschen öolispartei. Heidelberg, 3. Okü Der Verein der Deutschen Volkspartei trat gestern und heute unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten im großen Saale der „Harmonie" zu seinem 29. ordentlichen Parteitage zusammen, dem man namentlich in liberalen politischen Streifen deswegen großes Interesse entgegen bringt, weil auf . ihm offiziell die Frage der Verschmelzung der drei freisinnigen Parteien angeschnitten werden soll. Es hatten denn auch die Freisinnige Vereinigung und die elsaß-lothringische Demokratie offizielle Delegierte zu den Verhandlungen entsandt, die erste, Professor Dr. v. Li (zt (Berlin), der in feiner Begrüßungsansprache erklärte, daß die Frage des Zusammenschlusses infolge Der_ Beratungen des Vierer-Ausschusses in München einen guten Schritt weiter gekommen fei. Professor Heidenreich (Straßburg) druckte als Vertreter der elsässischen Demokraten die Hoffnung aus, daß diese am nächsten Parteitage nicht als Gäste, sondern als gteich- beredjtigte 'Mitglieder teilnchmen würden. Professor Hummel (Karlsruhe) erstattete sodann den Geschäftsbericht, der überwiegend eine Krull der Blockpolitik bedeutete. Es fei den Demokraten leicht ums Herz, daß sie jetzt jagen könnten: der Block ist tot, möge er in Frieden ruhen. An der Rcichsftnanzreform mußte der Versuch scheitern, Konservative imd Liberale vor einen Wagen zu spannen. Immerhin hat der linke Flügel des Blockes den Trost, daß er aus jener Epoche wertvolle Lehren gezogen hat und keine Schwächung während der Blockpolitck er- suhr. Die Konservativen werden eben immer dagegen sein, daß ein Reichstag, der aus dem allgemeinen geheimen, gleichen und direkten Wahlrecht herborgegangen ist, die Verfügung über direkte Steuern haben soll. Politisch iilleressant war das Jahr und cs wird hoffentlich ein Stück gesunder Entwicklung bedeuten in dem Sinne, daß es eine Grundlage für die politisä)c Fortentwicklung gejchancn hat. Die badischen Landlagswahlen stehen bevor. In einigen Kreisen stehen wir im Kampfe gegen den Nationalliberalismus, der gegen uns Kandidaten aufgestellt hat. Wir hoffen auf einen kleinen Erfolg. (Beifall.) Möge dll Zukunft die Verwirklichung des demokratischen Ideals bringen. — Landtagsabgcord- neter Aug ft (Gerabronn) behandelte dann Handwerks- und Mittelstandsfragen. — Am Abend sand in der Stadthalle eine öffentliche Versammlung statt, in der die Abgg. Haußmamr und Venedey Ansprachen hielten. Die heunge Sonntagsversammlung in der Stadthalle wurde von dem Borsitzenden Fulda (Mannheim) gegen 10 Uhr eröffnet. Rach der Begrüßung der Teilnehmer erteilte er das Wort dem Reichstags- und Landtagsabgeordnelen Payer zu seinem Referat über die „Politische Lage im Reich" und die „Einigung der Linken-. Der Referent schilderte in breiten Ausführimgen die zurückliegende Reichstagspolitik und kam unter Widerlegung einiger Bedenken zu demSchnisse, daß die Einigung der drei linksliberalem Parteien ein Gebot der politischen Notwendigkeit fei. — Sladtral Weyl (Karlsruhe), der Vorsitzende der dortigen Ortsgruppe der sreisinnigen Votkspartei, überbrachte die Grüße seiner Fraktion und erklärte sich ebenfalls als warmen Anhänger des Elnigungsgedankens. — Landlagsabgeordneter Quidde (München) äußerle gegen die Verschmelzung ernste Bedenken. Gewiß werbe die Verschmelzung einmal kommen, aber der größte 4,etl seiner bayerischen Freunde sei der Meinung, daß die Zeil hierfür noch nicht da fei. — Pros. Hummel (Karlsruhe) legte die Gründe des engeren Ausschusses jur den Zusammenschluß dar und hielt die Bedenken Quiddes nicht für stichhaltig. Wenn die Emigung jetzt mchl komme, dann werde man sie me erreichen. — Prof. B e r g- m a n n (Straßburg) erklärte die Bereitwilligkeit der elsässischen Demokraten, fid) einer großen liberalen Partei anzuschließen. — Abg. Haußmann (Stuttgart) trat begeistert für die Idee der großen liberalen Partei ein. — Im gleichen Sinne sprach Land- tagsabgeordneler Professor o. Liszt (Berlin). — O e l (Würzburg) wandte sich tm Namen einer größeren Zahl bayerischer Demokraten gegen die Bedenken Quiddes. — Bei der Abstimmung über die vorliegende Entschließung, welche fid) für eine Fortführung der Karl Bold als Rittmeister, Ada Pauly als Jrmerurant Gusti Ney als Nelly zu erwähnen. Dieser Aufführung ging am Nachmittag unter Hermann Nordens umsichtiger Leitung eine gute Aufführung von L. ArrongeS „Hasemanns Töchtern" vorauf. Hermann Norden bestätigte dann als Hasemann die gute Meinung, die ich bei der Besprechung des SommernachtS- traums andeutete, vollauf. Ebenso erwies sich Elly Gü h n e als eine umsichtige, vornehme Darstellerin, und es ist anzunehmen, daß unsere Bühne in beiden höchst^achtenswerts und schätzbare Kräste besitzen wird. Lore Scholz war eine forsche Emilie und Erna Güldener eine nette Rosa. Ferry Daubal war als Körner und Kurt Gühne als Knorr höchst lobenswert. Eine recht gut geschaute Klatschbase brachte Hermine Gilzinger als Frau Klinkert zu wege. Paul Urban war als Provisor von rührender Treuherzigkeit, und Luise von Glöden gab einen recken, fröhlichen Backfisch mit gutem Gelingen, wre denn die ganze Aufsührung durchaus zu loben ist. K. N. — David Friedrich Strauß und die Tragödie seines Lebens. Adolf Hausrath, der soeben verstorbene bedeutende Theologe, mit dem der letzte unter den intimen Fremden David Friedrich Strauß' dahingeschieden ist, gibt in einer Be- Besprechung von Theobald Zieglers Strauß-Biographie, die als feine letzte Arbeit in der Deutschen Rundschau erscheint, wertvolle Aufschlüsse über die innere Seelengeschichte des großen Bibcl- kritikers. DJian darf nicht äußere Momente für sein nnbefricdtgccs und glückloses Leben verantwortlich niad>at; der Grund (eines Unglückes lag in feiner zwiespältigen 'Natur; in feiner Bruü waren feine Schicksalssteme. Der eigentliche Bruch in (einem Leven und in seiner Entwicklung entsprang aus (einer Ehe. Es rächte sich daß der in einer Württemberg Ischen Klosterschule erzogene ÄMagister, der feine stille Gelehrte, eine große Operndiva heiratete, die vom 13. Lebensjahre an hinter den Kulissen gelebt I-arte und an rauschenden Beijall geivöhnt war. Tie nahen Freunde von Strauß sahett das Unglück und die secliichen Kon- slikte voraus, die aus diesem Bunde entstehen mußten. Das zeigen deutlich die jetzt von Hausrath verössentlichten Briefe der Gattin Don Strauß' nächstem Freunde Stauffmann an Emilie siegel, die Tollster eines schwedischen Prälaten, die für den Versal (er des „Leben Jesu" eine tiefe Neigung hegte. Die geniale eangcrin Äguese Schebest, eine auffallend (chöne und leidensll)aitlill>c Künic- lertn, die damals in ganz Deutschland große TriumE Lrrang. war auch in Stuttgart begeistert gefeiert worden, unv Dr. otrauB, reisende Damen Schwesterulians, ieo, loaanoeMtr. 1, abend SelreüM o?en. Ar. M Wie r gute Belohnung. Riegestjad 301. co isteilag geg.!2W d.Legeziv.vau-lsiem. MaLe griliiC:? Hebet tuatc, Mait 25 W. MenguicZelohmm Mann, welcher Zm :nb -'.A M daS HiiM ei Hoieäeslauram Ho;- .B,mirberiu»t,DeiiHni er vermme, baidi* Umtauschen. zahlreichen Dampffahrzeugc, Segeljachten, Ruder- und Scgcl- bote der Admirale und Stabsoffiziere der Marine in Landstellungen an Personal und Unterhaltungskosten? In den seltenen Dienstfällen, wo zu Besichtigungen Boote gebraucht werden, würde dem Bedürfnis wohl in anderer Weise genügt werden können. Da der Staatssekretär wohl kaum die Initiative ergreifen wird, um hier Wandel zu schaffen, und scheinbar der Rechnurrgslwf des Deutschen Reiches auch nichts machen kann, da der Buchstabe der Bestimmungen eingehalten wird, so dürfte cs Sache der Volksvertretung sein, hierfür und für ähnliche Dinge und vor allem auch dafür einzutreten, daß der Rechnungshos mit sachlichen Beanstandungen durchdringt." Ueberflüssiger Luxus so Ille, wie im Heere, auch in der Marine beseitigt werden. Ein Konflikt zwischen Regierung und Oberbürgermeister. Zu einem scharfen Rechtskonflikt ist es in H a g e n in West" taten zuerst zwischen dem Oberbürgermeister Cuno unb^ den Lehrern und, nachdem jetzt die Regierung für die Lehrer Partei ergriffen hat, auch zwischen Oberbürgermeister und Regierung ge- koinmen. Tie Hagener Lehrer erhietten im vorigen Jahr eine Teuerungszulage von je 100 Mk. Bei der neulichen Gehaltsregulierung wurden ihnen diese 100 Mk. aus Weisung des Oberbürgermeisters abgezogen, da die Zulage einen Vorschuß auf die künftige Gehaltserhöhung bargefteUt habe. Die Lehrer bestritten dies, erklärten die Rückforderung für unstatthaft und bie meisten verweigerten bie Quittung, bte jene Verrechnung vorfah. Oberbürgermeister Cuno orbnete nun an, baß ben Verweigerern ber Quittung kein Gehalt auszuzahlen sei. Die Lehrer wanblen fid) baraui — nachbem bie Angelegenheit inzwijd)en auch im ©tabtoerorbnelenfoCtegium ohne ein praktisches Ergebnis erörtert worben war — an bie Regierung in Arnsberg unb baten um eine Weisung. Diese ging bahin, baß bie Lehrer bie Quittungsleistung zu verweigern hatten. Oberbürgermeister Cuno verharrt jeboch bei seiner Rechtsauffaffung, unb bas Enbe ist nun abzuwarten. Der Streit scheint in einer unklaren Fassung bes seinerzeiligen Befchlusjes über die Teuerungszulage seinen letzten Grund zu haben. den t.cktober lM ibcnds S1/* lü)r ats-Versammlnnj iuÄbcrger,RiegllM llngen bett. Soinilaz.- ics Gri*cinen erwimM senriitt* poht !$tgs - herein V...I Okt" abenc- ft» srtrag „Befcrei>'larJ‘lloh WM ifS igtains Hessen.“ 6»9e8. bo& n, f W Serien. ^llwtcrä ■ 19097^*^" M-L ^NcjincniSbi rsM Säte ‘®l^.ÄüüÄen Panse. o7, tf i1L Hovolbek, °"ch geteilt, per W W vergeben, jangebote unter 07528 ^ner Anzeiger erbet. Ijf ?uj 1■VOPotoef, . Wkt, gejucht. ,.umer Ä. S. 41 pot> heuen. 07542 mc,meine Aeuherung 'n «chndt wegen ües wllens als unwahr „ , 07*2 ilMcntbal, Londori. Zweites Blatt 12N. Jahrgang Montag 4. Oktober 1909 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. wivgCHvi /injeign EinigungSverhandlungeu aussprach, wurde diese mit überwiegender Mehrheit gegen etwa 20 Stimmen angenommen. Nachmittags iand ein Festmahl statt, bei demAbg. Haußmann, der Vorsitzende Fulda (Mannheim), Redakteur Stegemann (Konstanz) und Pfarrer Korell Ansprachen hielten. — Am Abend schloß sich an den Parteitag eine öffentliche Volksversamni i nng, m der ^.'andtagsabgeordneter Proi. Quidde (Vlünchen) über die politische Lage sprach. Aus Stabt und Land. Gießen, 4. Oktober 1909. ** In Audienz empfangen wurden von S K. S? dem Groß Herzog am Samstag u. a der Leutnant Tamm, oom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm *2. ivroßh. Hess.) Nr. 116, kommandiert zur Tienstlcistunq beim Größt). Train Depot des 18. Armeekorps, der Professor Larnpas von Friedberg und dar Landgerichlsrar Schmäht von Gieren. *• Kolosseum. Das neue Programm, das die rührige Direktion für die erste Hälfte dieses Monats aufgestellt hat, wird bei der hiesigen Bevölkerung aller Voraussicht nach großen Anklang finden. Sowohl die artl!nschen Darbietungen, als auch die musikalischen und kinematographischen Vorführungen sind recht gut und erfreulich. Lilli Dewall zeigt sich als eine äußerst gewandte Drahtseilkünstlerin und überrascht durch die sichere Art ihrer Darbietungen aufs angenehmste. Eine gute Sängerin ist Christi Berg, die mit ihren hübschen Koloraturen lebhaften Beifall fand. Max Henry bietet sehr schöne und unglaubliche sichere und exakte Kunststücke im Balancieren der verschiedensten Gegenstände und im Spiel mit einer schweren Kugel, was reiche Anerkennung fand. Auch Frances EvanS, eine niedliche Tanz- soubrette, fand mit ihren Vorträgen lebhaften Beifall. Stür- mische Heiterkeit erzielte Jean Eder, ein sehr geschickter Bauchredner, mit seinen gehenden und tanzenden Figuren. Besonders seine Unterhaltung mit dem kleinen Oberbayern wurde lebhaft beklatscht. Die Hermanos zeigten sehr nette und glatt ausgeführte Arbeiten, die volle Anerkennung fanden. Max Frei, der hier schon besteiis bekannt ist, unterhielt mit seinen lustigen Vorträgen aufs angenehmste. Recht gefällig waren die Tänze von Barbara D'Erry, die in verschiedenen Charaktermasken austrat. Auch Helga Seidel, eine nette Kostüm-Soubrette, fand viel Beifall. Den Schluß machten dann die drei Hawleys, eine vortreffliche Truppe, die mz ausgezeichnete Darbietungen brachte. Besonders t>c. u- zuheben sind die Schwünge am doppelten Reck, die nicht nur von einer außergewöhnlichen Uebung, sondern auch von Eleganz zeugten. AllcL in allem ein sehr empfehlenswertes Programm, das durch die unter Otto Mollers Leitung stehende Kapelle wesentlich gehoben wird. ** Bezirksackerbau- und O b stausstellung, veranstaltet vom Landwirtschaftskammer- Ans schuß für Ober Hessen. Die Vorbereitungen für die vom 9. bis 11. Lllober hier siattsindende Ausstellung des Landlrirtschaftstammer-Aussaiusfes sind in vollem Gange und hilfsbereite Herren des Ausstellungskomitees tun ihr möglichstes, um ein schönes Bild der im Ausstellungs- bezirk Gießen und Alten-Buseä-Lcllar gewonnenen Boden^ crzertguisse den Besuchern zu verschaffen, an dem sie durch Anstellung von Vergleichen Belehrung und Anregung empfangen können. Ten Vorsitz des Ansstellungskomitecs har Provinzialdirettor Gehetiuerat Dr. Brejdert übernommen. Um in der Ackerbauausstellung Gelegenheit zu geben, die neuesten Sorten und sonstigen Errungenschaften auf dem grämten Gebiete des Pflanzenbaues kennen zu lernen, hat such das Landw. Institut Gießen in dankenswerter Weise bereit erklärt, diese Aufgabe zu lösen. Auch der Landw. Lokalverein Gießen wiro mit einer größeren Sammlung von Ackerbauerzeugnissen aus dem Plane erscheinen und auch Landwirte aus dem Ausstellungsbezirk sind dem Rufe gefolgt und werden verschiedene Produkte ihrer Scholle zur Schau bringen. Die hessischen Saalbaustellen der Land- wirtschaftslammcr werden gleichfalls in vollkommener Weise vertreten sein und ist den Landwirten Gelegenheit gegeben, die Früchte nicht nur im trieurten fantfettigen Zustande, sondern auch am Halme zu sehen. Ganz besonderes Interesse dürfte auch eine Reihe von Maschinen und Geräten, ■ine von der Maschinenprüfungsstelle des Landw. Instituts Greßen vorgeprüft und als praktisch und brauchbar sich erwiesen haben, ausgestellt jini), beanspruchen. Tie Obstausstellung wird gleichfalls sehr reichhaltig sein. Biele vom Landwirtschaslsiammer-Ausschuß gestellte Preisaufgaben werden richtig erfüllt und gelöst sein. Nicht allein eine große Anzahl einzelner Sorten >lvcl)-, Wirischafts-- und Tafelobst werden präsentiert, sonderii es werden auch die verschiedenen größeren Aufgaben in mehreren Sorten bestehend, ferner die größeren Kisten- und Kartonpackungcn, die Fingerzeige für den Obsthandel geben, würdig vertreten sein. Gleich- salls werden Obst- und Gemüsekonserven in abwechslungsreicher Folge vorhanden sein, die gewiß bei den Damen großen Anklang finden dürften. Außerdem werden Gerate für Baumpflege und solche für Obswerwcrtung in größerer Anzahl vorgeführt. Ten Ausstellern sei noch bekanntgegeben, daß sie ihre Ausstellungsgegenstände bis spätestens Freitag nachmittag in dem Ansstellungslokalc (Turnhalle de? Turnvereins am Oswalds Garren) abliefern müisen. Tie iitm Verpacken des Obstes erforderlichen Ma- tcriolicn, sowie Fruchtsäckchen, Etiketten usw. können von Mittwoe.) ao daselbst in Empfang genommen wer en. Nach Beendigung der Prämiierung wird nächsten Sani ig nachmittag um 2 Uhr die Ausstellung eröffnet weroen und von dieser Jcit ab für das Publikum geöffnet sein. Am Sonntag nachmi ag 4 Uhr fmdet eine öfienlliche Versammlung statt, in oer Bericht über die Ausstellung erstattet und Dr. Hoffmann über oie „Grundbedingungen für einen erfolgreichen Obsthandel" sprechen wird. Gleichzeitig findet die Aus- zaylung der zuerlannten Preise fta^L Die Landwirte, speziell die des Kreises Gießen, werden die Aufwendungen der Land- wirtichastsiammer am besten dadurch belohnen Annen, wenn sie recht zahlreich die Veranstaltungen in Gießen besuchen. ** Paketei nsammlung durch die Pc Es ist noch nicht genügend bekannt, oatz die Post al ndende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen avy...n Ußi. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Marte oder einen Bettet mit den Worten. „Paket abzuholen bei (Name urw^Wohnung) unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen ooer einem Briefträger muzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten Paketbestetliahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause des Absenders logeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstoote nicht zur Verfügung steht. x Laubach, 2. Okt. Wegen Kindestötung wurde die Untersuchung gegen ein allcinstehendes, lediges Frauenzimmer eingeleiler. Tie Leiche war unter dem Bett gefunden worden. Unter Beisein des Meisarztes aus Schotten nahm das Amtsgericht die Sektion der Leiche vor. )( Rupper tsb urg, 2. Okt. Das Dunkel, das seit zwei Monaten über dem hiesigen Einbruchsdiebstahl herrscht, scheint sich ausklären zu wollen. Der Einbrecher war der gleiche, der in Stockhausen einen ähnlichen Diebstahl verübt hat und der in Frankfurt a. M. verhaftet worden ist. Ein Polizeibeamter von dort erschien vor einigen Tagen auf der „Menzburg" und zeigte den Bestohlenen eine Tamenuhr und eine Herrenuhrkette sowie mehrere bei ihm vorgefundene Schlüssel vor, die sie als ihr früheres Eigentum bezeugen konnten. Von dem Geldc, 700 Mt., das ihnen am 31. Juli entwendet worden ist, hatte Schrumpf natürlich nichts mehr. x Nidda, 2. Okt. Heute wurde unter großer Beteiligung der zweitälteste Mann unserer Stadr zur letzten Ruhe gebracht, der Landwirt Christian Hofmann, im Alter von 911/2 Fahren. Hier und in weiteren Kreisen war er als i^er Sohn eines hiesigen Bürgers und TanibourS der Landwehr unter dem Namen „Tambours Christian" bctcuinl. Ein überaus fleißiger Mann, hatte er trotz mancher körperlicher Beschwerden noa) in der Erntezeit dieses Jahres Fellmrbcit verrichtet. Zugleich Rlusilaut und großer Freund von Musik, hatte er sich stets einen guten Humor bewahrt. „Ich und niet' Leut" (damit meinte er feine Atttspiclcr bei festlichen Gelegenheiten) war sein Lieblingswort. Seine Nachkommenschaft bestand aus 4 Kinderu, 11 Entcln und 2 Urenkeln. Der älteste Manu von Nidda, ein Junggeselle namens Orth, vollendet in diesem Jahre fein 96. Lebensjahr. Darmstadt, 3. Olt. Der AllgemeineDeutsche Fraucnverein hält oom 4.—6. Ottober in unserer Stadl seine 2ö. Generalversammlung ab, zu welcher eine große Anzahl, von Teilnehmerinnen aus allen Teilen des Reiches herbeigekommen ist. Heute abend (quo im städtischen Saalbau eine allgemeine Begrüßungsfeier statt, bei welcher nach einem Festprolvg ein unter Leitung des Frl. Luise Muller steyender Frauenchor, sowie die Damen Frau Kabinettsrat R ö m h e t d, Frau Mlla Menges und Frl. Wiesi de Haan durch künstlerisch schöne Borträge erfreuten. In den Pausen wurde von einer Reihe junger Damen Tee und Gebäck serviert. Die Vorsitzende der Ortsgruppe Darmstadt, Frau Oberfinanzassessor Balser, hieß m einer Begrüßungsansprache die auswärtigen Teilnehmerinnen willkommen und teilte dann mit, daß die verehrte Vor- sitzeride des Allgemeinen Deutjck)en Frauenvereins, Helene Lange, in Wiesbaden erkrankt und Deshalb am Erscheinen verhindert sei. Die Frau Großherzogin, die den Bestte- bungen des Vereins volles Interesse widme, habe ein Schreiben gesandt, worin sie den Beratungen den besten Erfolg wünsche. Tie Versammlung sandte der c eoßherzogin, wie der erkrankten Vorsitzenden Begrüßungstelegramme. Namens der auswärtigen Teilnehmerinnen dantte Frau Tr. Agnes Gosche für die schöne, gastfreundliche Aufnahme Herr Bürgermeister Tr. Glassing bitte eine schriftliche Begrüßung gesandt und teilte mit, daß an seiner Stelle wegen Behinderung Herr Beigeordneter Egcnolf an den Beratungen teilnehmen werde, die Montag vormittag 9 Uhr beginnen. s. Marburg, 3. Okt Gestern und heute wurde vier der diesjährige S c r t r e t c r t 3 g des Verbandes der e 0 a n g. Arbeit vereine K u r h ? s s e n s abgebalten. Gestern abeno fai .1 Turnergcr en ein: Begrüßungsfeier statt, bei der der Vorsitzende, P.arrer Francke Kassel), die 2lnwesenden w ^kommen Her.. < s folgten Berichte der Bertteter Der einzelnen Vereine und hieran schloß sich ein Vortrag des Arbettersekrctärs Butsäier av? Eisenach über „Soziale Kommis innen unö Arbeiter Avssau s? in Staats», Gemeinde- und Privatbetrieben und ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft". Am Schlüsse einer rigen Aus,;'rache gab man zwei Resolutionen die Zustimmung, die die Bildung von Kommissionen bei j. chen Wahlen und di.' (im- richtung von Ärbeiter-Ausschu .1 für otc an «geschlossenen Vereine empfehlen Heute fruy fand ein Festgottesdienst in der lutherischen Pfarrkirche statt, bet dem Plärrer Maurer (Äv dittnold^ die Festpreoigt hielt. Um 11 Uhr begannen im aic des Turn:rgartens d.e Verhandlungen nm einer Anji. ache des Vorsitzenden. Fast sämtliche Berbandsoereine waren durch einen ooer mehrere Delegierte vertreten. Pfarrer Francke erstattete einen kurzen Jahresbericht, dem zu entnehmen ist, daß die Zahl oer Mitglieder rund 200 beträgt. Es mupe noch vie. gearbeitet und besonders dasur gesorgt weroen, dag die christlichen G-.veriichaften Zuwachs an Mitgliedern bekommen Betreffs der Sterbe- taffe wurde gewünscht, dag dic,e zentralisiert wurde. Ter Ka)fenbericht ergab 934,8, Mk. Einnahme und 333.50 Mk. Ausgabe, Bcstano 641,80 Mk. Hei dec skeroetusse betrugen die Einnahmen einschließlich des Bestandes 7175,08 Mk., die Ausgaben für 18 Todes,alle 532..U Mk., mithin K issen- bestand 6672,29 Mt. ^Nachdem ntun nou) einige sonstige geschäftlichen Angelegenheiten geregelt hitre, wurde c.S Ort der nächsten Ver,immiunq aicheniaas.n q w..nlt. für 1911 ist Fuloa in Aassicoc genommen. Am Schlüsse hielt Berbmidsfekretär Bohr (Kä,,el) einen Borirag über „Tie Bedeutung der sozialen Wahlen und der Gewerbegerichte für die Arbeiterschaft". Abends sand ein vorn hiesigen evangelischen Arvenerverein veran.talieler Fauulwi.abend statt, der bä Vorträgen des Pofaunirtcyvr., An praa.iii, Ge- jängen und Deklamalionen einen s.y.mcn Verlaus nahm. Vie Gbftausstellung in Homberg a. ö. 0 H 0 Niberg , 3. Okt. Ein scl)önes Bild des Obstbaues im Lhmiale zeigte Die am Samstag und Sonntag im „Frankiurter Hof" arrangierte Cb|i- ausstellung. Obstbautechniler ^tvch-Alsfeld hat sich um das Zu- ftanockommen der reichhaltigen Aussiellung bemüht und das Arrangement geleitet. Nicht allein eine große Anzahl einzelner Sorten Zkoch-, Wirtschafts- und Tafelobst, auch Die verschiedensten Geräte für Obstbaumpflege und Obstverwerlung standen zur Verfügung und daneben waren auf hohen Ständern leckere Odsl- und Gemüsekonserven aufgebaul. Am Eingang zum Saale des „Frankfiirler Hofs" gab die Maggifirma aus Singen Kostprobeii ihrer Fleischbrühen und Suppenwürzen aus. Denen eifrig zu- gesprochen wurde. Gegen 3 Uhr am Samstag wurde die Ausstellung eröüuct Der stellvertr. Borslyende des XianDroirti'd)ait-:-tcnimcr Ausschusses für Oberhessen, Landtagsabg. Breidenbach aus Torheim, hieß die Gaste willkommen. Tr. H 0 f f m a n n- Friedberg wies aus das Zusammenwirken von Kammer und Lbstbanverein hm. Bürger^ meister Repp gab im Auftrag der Staol Homberg iciner Freude über Die gelungene Ausstellung Ausdruck. Namens des Meises sprach Kreisrai Hölzinger Alsfeld. Darauf criolgtc' unter Leitung des Obstbautcchmkers Koch ein Gang Durch die Ausstellung. ES wurden 400 Mark an Preisen und außerdem zahlieiäsc Ehrenpreise und Diplome der LandwirtschaflSkammer und des oberhcssischen Obstbauvcreins ausgegcben. Preise erhielten in der I. Gruppe Hochstammobß. Aufgabe 1: Sammelklasse: Beste Gesamtleistung in Erzeugnissen des Obstbaues in wirkungevallci Ausstattung. 1. Preise Kreisstraßenverwaltung des Kreises AlSicld und Fleschner- Nicder-Lfleiden. Zn den Enizelklassen erfolgte folgenoc Jrä- müerung; Aufgabe 2: Eine haltbare Latw.rgebirne. 1. L. Schildwächter-Homberg, 2. Bürgermeister Hcß Sußseld, 3. Pfarrer Präwrius-Homberg und Grcin-Maulbaw. Aufgabe 3: Eine gute Einmachbirnc' 1. W. Schweiker- Homberg, 2. Stadt Homberg und L. Krau.-Homberg, 3. Jost 2alob-Ober-Ofleiden, G. Revv-Hombcrg. Aufgabe 4: Ein guter Kochapsel: 1. K. Pfeil .lleder- Gemünden, 2. L. Hartmann-Homberg, F. G. Kersten Homberg, Foh. Heßler-Burg-Gemünden, Stadt Homberg, XI. Hartmanir- Homberg, 3. L. Hanstein-Maulbach und K. Martin-Maulbach. Dem die Gloriole des MärchrcrS durch die ailgcmcine Aechtung in dem großen Bibelstreit zu teil geworden war, verlor sein Herz an Die gefeierte Diva und verlobte sich nut U-r. Frau Kaufsmaiui teilt Der Frcwidüi dies Verhältnis schonend mit und gibt zugleich ihren Bedenken gegen das Zickunftsglück dieses Bundes Ausdruck. Sic erkennt die blendende und wirklich be- Aaubcnibc Gegemoart Der Säiclnstan. „Bon ihrem musikalischen Produktioiten nxir ich wie Kaujfmaim hingerissen, es ist un° gcl)cncr viel Tiefe und Seclenschmerz iu iljrcn Tönen, und in ihrem Benehmen ist so viel vornehme Anmut, daß ich überzeugt bin, auch du ivarest ihr gut geworden. Aber um Strauß zu vcrstrl)eii ist sie dock) mcht geistreich und innerlich geiiu.}, und er kamt nicht gleichen Schritt mit ihrem Prinzessewoesen halten, kurz, sie taugen nur insofern zusammen, als sie beide aus gezeichnete Leute sind, aber cs ist teilt Berührungspunkt zwiscü'n ihnen. Ihr Buiw wird ihnen UulieU bringen." Und wirklich Ivogaiuieu sogleich hn Anfang der Ehe btc Zenvürfnissc. Die Künstlerin kann sich nur schwer in bic Pflichten ber Hausfrau schicken, währenb ber^ sensible, in seine gelehrten Arbeiten vertiefte Strauß alle Störungen unb Unregelmäßigkeiten schwer empfindet. Dazu plagte sie ihn mit ihrer (eifer|u‘dU und konnte ihr früheres Leben im Ruhm unb Rau sä' nicht vergessen. „Wäre er noch ber vcrlieute Narr, ber er war," so schreibt FrMi Mauff • mann, „freute er sich über ihre wirklich lobenswürbigen K)tn- ftraujuTtgcn, eine Hausfrau zu werben, mit einem Worte: ver- götteric er sie, wie sie e» von jeher gewohnt ist, bann wäre sie zufrieden, und in bem einsamen Sontheim käme sie sich ganz romantisch vor: aber baiwii hat sic keinen Begriff, baß je(M die Reihe an ihr ist, ihm zu Gefallen zu leben, seine Wünsche zu erraten, ihn zu üergottem, was in der g01150n Wett alle Männer von ihren 5-ranen crivarten." Wenn Strauß davon geträumt hatte, baß er, ein ..verschütter Ketzer", ebenso cm Ausgestoßener unb Paria ber OJcjelliawrt sei wie bic Künstlerin, bic sich über bic duichschnittlichc Moral unb Lebensform stelle, fo ivar bas jaier Mangel an 5tlöfterfciuituis, in bat er 10 oft verfiel. Mit ber Bohöme hatte ber ehrbare, streng bürgerliche, sparsame Magister irichks gemein. So fühlte er sich bald neben ber verführerisch licbaid’unirbigen, aber ausbrausenben unb franlhaft ei.cr süchtigen Böhmm in feiner Schaffenskraft völlig gelähmt: Die Liebe luanbcltc sich in Haß, und bic Trennung erfolgi? Noch (auf deut Totcitbelie hat Strauß dieses fdNücrften Konflikls ui feinem Leben gedacht. Als Kuno Fischer ihn. fragte, ob er sich lum Mt dtp: Schobest uuicrliri) obgefundei; habe, sägte ui; „Oh, ich verdanke dieser Fran viel. Hätte sie es nicht Der- hindott, fo hätte ich iwchrnals geheiratet und wäre nochmals unglücklich geworden." Am Ende feines Lebens hatte er erkannt, daß die Ouellen seines Unglücks, die er stets in Anklage und Haß nach außen verlegt halle, in der Tiefe seines eigenen Fühlens entsprungen waren. — Anthro vologische Untersuchungen an zentralasialischeu Fuben in Jerusalem. Tie mit Unterftnt'oiug des Rudols-Birck)owfvnds von Dr. S. Weißen berg nach Palästina unternommene Reise zur artthropologrsehen Unterfudning der dortigen Juden hctt reime Früchte getragen. Wie der „GlobuS" meldet, bctt Weißenberg außer den Juden Palästtnas auch eine Anzahl zentralasiatischer Juden untersuchen tonnen. Es leben deren, meisteiis aus Buchara, etwa 1000 in Jerusalem, wohin sie auS schwärmerischer Liebe für ihre einstige Haotptstadt iiberfiedellen und wo sie blühende Qio sci-ästc besitzen. Durch Tracht und Typus sind sie sofort kennckich. Tie Unterfuchnng ergab für sie Urttermittelgröße und schwan- eknde Kopfindices, da sich unter den Geniesfenen rnesokcphale, brachykepl-ale und hyperbrachykephale befinden. Fast alle waren brünett, feiner blond. Also auch diese Juden zeigen keinen em bciuidH-n, sondern einen Misclittwus. Ihre Muttersprach-c ist das Persische nnbZtzerfien ihr eigentliches Slamnttand. Seit uralter Zett sind die Juden über Zentralasien zerstreut, wofür an jüdisch vorsifäZes HandschriPeubrucyslück den Beweis liefert, das Dr. M. A. Stein aus Ost-Turkestan mitbrachte unb das aus dem Jahre 708 n. Ehr. stammt. § Merkwürdige Schulen. Bon icltuuncn Formen unb Arten, in_bencn in fernen Länoern in den i>erjchiedcnstcn Spraä>cn unb mit Schülern aller Farben und Rassen odyute gehalten wirb, erzählat die LcclltreS pour Taus, sticht immer verläuft der tl'tt.rrichl in so regelmäßigem Gleichgewicht wie bei uns; sonb-ern es gibt Länder, in denen mannigfache Gefahren der Natur bas friedliche Werk des Lehrens unb Lernens umlauern. Schon in den Alpen find es bisweilen Lavinen, die die Schulen bcDroben; noch schlimmer sind auf bcn weiten (rbaicn von Mexiko unb Millelamerika bic cittfetzlichen Sturme, bie Icidugcbautc Häuser m ihren drausenben Wirbel mit sich fomeißen unb bireft von einer Stelle nach der anderen versetzar. T-a ist es Denn Dem eifrig lehrenden Pädagogen unb feinen aufmerksam louidicnbcii Schulern begegnet, datz sic mitten im Unterricht unsanft in die Lüfte gehoben wurden, wobei sie bisweilen sogar- ein gnäbiges Geschick Uüc fdjmxncnt Unheil bcwahttc. EuvM unliebsamen Besuch empfing vor einer Reihe von Jahren oas Sämugebäude von Piuogama, einem kleinen Dorf am Golf von Tarien. Bei einer Ueberschtvemmung flüäitcten sich die außcrm dcntlich zahlreichen Schlangen nach Der hoäigelegenen Schule. Als der Lehrer uns feine zwanzig Schüler sich in bem Klassenzimmer cinfanbcn, sollen sie die Wände, Tische und Banke mit Schlangen von allen Größen, Farben und Arten bedeckt, von der riesigen Boa bis zur. kleinen giftigen Eoral'Schlange: sic retteten sich nur durch ein resolutes Blutbad, das )ic unter dem Ungeziefer anrlchteten. Furchtbare Uiberraschungen können auch Schüler unb Lehrer ut Afrika erleben. Als man bei bem Bau ber Uganba-üik.ibabn eine „fliegende Schule" eingerichtet hatte, dir and Hol; und Wellblech überall sämell ani^eschlagcn werden konnte, wirteten die schwarten Schüler erlief o.ages vergeblich aur ihren Lehrer, der einen Moment vor bie Tür gegangen war Nur bic blutigen Spuren, bie nach bem Dschungel f-.i len, lief,..t erraten, baß ihn ein Löwe gcljott hatte. Doch gibt C3 Nicht nur ^chuün. Die ihre MerVvürbigkat aus ihrer epotifchen und mmnlivcn Umgebung empfangen. Man kann sich lei merkpürbigercs Schulern:ateria: vorstellen, als eS sich bei den groß.ZiikuSgeiellschaft . n findet, bic für ihre kleinen Künstler einen regelmäßigen Unterricht cinrickttn müssen, nm der Schulpflicht zu genügen. Da sitzen Denn etwa, nntrachkig- lid) ueremt unb von ber Lehrerin in Rechnen, iciben und anderen nützlichen Dingen totterwiesen, vier Neger, m au- Dem Lloiigo, bic bei der Borstellmig ihre stunü mt Sveerwcrien zeigen, zwei junge Hindus, bic als Schlangcnbändiger arbeiten, zwei Rif-Kadylen, ein Zwerg, ein paar Riesatkuidcr unb alles, was sonst noch an rügen bliebe 11 Malschcnwunenn oie gnraltigc Schau eines Wcltzirkus bietet. Exon sch sind auch die Ünt.niG gegenstände, bic gelebtt werden. So hat man sowohl in Äincrna. als auch in Grogstabtcn Euwvas Schuli-n für Taschendiebe aufgespürt, in denen Kurse mit >0 und so vielen Lcltton 11 :ur Erlernung dieser schwierigen Kunst DcranltaUet wurden. Be: bcn primitiven Bollern gibt es bic „Zaubcrersckulcn", in Denen au.. ..o hlte Knaben mit bcn Gedeimnnscn ber Magie unb ix3 Kultes o.rtiaut gemacht werben. In Austtalien trifft Den, der sich in bi Zer heftigen Schule nicht als tüchtig erweist, bic furchtbarste Strafe, tr wird getötet, damit er die Gchümniiie, Die er bereit.- ersahen, md)t verrotten kann. Umerricht in Etjenbahmvaggons wird in der Republik Argemicn, in Kanada unb D.-n Ber i.i Um Staaten erteilt; es gibt hier nämlich fohrenb' '.‘Iderbaun. Du* .»on Ott zu Ort gehen und ut bcner. bcn Gutsbesitzern Bornäge über btc Fortschritte Der Agrikultur gehalten werden. wollen. Höchste Temperatur nm 2. bis 3. Oktober = 4- 16,0° 6. = + 8,1° 6. Niedrigste 2. 3. Mandel Börse, 4. Oktober, 1.15 ühr. 99.30 118.90 u’/tJ kenntlich. arte« ab Seife Eingetragene Schutzmarke hv"/a sagt der bekannte und angesehene Chemiker der Seifenindustrie, Herr Dr. C. Deite in Berlin, dass es sehr grosse V/aschkraft besitzt, fletschend die durch gereizten |ie leckren erstarrten 25.00 161.70 135.70 254.20 121.90 205.50 197.00 k; S 214.90 133.20 206.00 197.00 103.00 113.00 182.50 139.50 249.50 200.20 161 75 209.50 Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . . Dortmunder-Union C. >. Dresdner Bank ..... Tendenz: schwächer. 9455 85.10 94.55 85.10 93.20 116.15 138.50 3°/n 3'/.% 3 7. 3 W 37, Fabrikant: August Jacobi, Darmstadt^ mit genauer Angabe des Wohnorts, soweit dies alles bekannt ist, zu veröffentlichen und an den Pranger zu stellen. heran, um sie zu zerstückeln. Alle Bemühungen, den Blutgeruch in ihren Raubcierinstintten auf- Tiere zu. verscheuchen, blieben zuerst erfolglos; das Brut, das von dem nach einigen Zuckungen Körper herabrann, gierig auf, erhoben drohend Hcrpcner Bergwerk Laurahütte . . . Lin amtlicher wort an die deutschen Mädchen. Die amtliche „Nordd. Allg. Ztg." beschäftigt sich mit der Geschmacklosigkeit deutscher Mädchen, die sich mit Negern unserer Kolonien in Briefwechsel einlassen. In der Lat sollte darauf hingewirkt werden, daß schon solcher brieflicher Verkehr allgemein als eine große Schande gilt, umsomehr als) die Unsitte sehr stark um sich gegriffen zu Haven scheint. „Daß Neger unserer Kolonien in Bricswechscl mit deutschen Mädchen stehen, hat, wie die „Nordd. Allg. Ztg." mitteilt, zu amtlichenErinittelungen geführt, die ergeben' Habers, daß sich in der Mehrzahl der Fälle außer Schülern, jüngeren Angestellten und Studenten auch Mädchen verschiedenen Alters' an Eingeborene der Schutzgebiete gewandt und sie zum Briefwechsel aufgefordert haben. Bei diesen jungen Mädchen scheine vielfach die Freude an einem Briefwechsel mit einem Neger und Romantik der Beweggrund zu sein. Bedauerlicher Weise sei aber ans den Inhalten der von den Schwarzen, meist Zungen von 17 bis 20 Jahren, harmlos vorgelegten Briefen zu ersehen, daß einige Briefschreiberinnen bei dec Abfassung der Briese in bedenklicher Weise das Bewußtsein der eigenen Stellung verloren haben, lieber sendung von Photographien der Briefschreiberinnen sei nichts außergewöhnliches. Jedenfalls Hütten die Speitderinnen nicht bedacht, daß ihre Photographien von den Negern in ihren Wohnungen neben allerlei anderen Bildern aufgehängt werden, daß es auf den weißen Beschauer einen befremdenden Eindruck macht, wenn er die Photographie von offenbar besseren Ständen angehörenden deutschen Mädchen im traulichen Verein mit bem Bilde einer schwarzen Schönheit unbekannter Herkunft findet. Die „Nordd. Allg. Ztg." richtet daher an alle dazu Berufenen die Mahnung, den jungen Mädchen in der Heimat immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, wieviel sie sich mit solchem Briefwechsel vergäben, wie sehr sie durch ihn der Kolouialverwaltung die Aufgabe der Erziehung der Eingeborenen erschwerten." Wenn schon amtliche Ermittelungen im Gange sind, würden Dir auch durchaus dafür eintreten, die Namen der Mädchen, Lie einer solchen „Romantik" huldigen, in amtlichen Listen Lombarden E. B, Nordd. Lloyd . Tiirkenluse . i- Verkaufsstälen durch dieses Plakat 139.10 248.90 84.20 161.30 94.70 102.50 62.40 64.50 99.25 95.85 93.60 161.00 48.00 89.40 66.00 99.40 blendende Weisse und völlige Geruchlosigkeit Kostet nur 25 Pfennige das ein Pfund-Paket. Vermischtes. * Familienglück im Hause bc§ Kronprinzen. Aus Potsdam wird gemeldet: Das Befinden der Kronprinzessin und des KindeS ist andauernd gut. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Herr von Kröcher, richtete an den Kaiser und den Kronprinzen im Namen des Abgeordnetenhauses Glückwünsche. Darauf sind Danktelegramme ein- gegangeu. * Von einem Löwen zerfleischt. Aus Paris wird berichtet: Ein nervenerschütterndes Schauspiel wurde dieser Tage den Besuchern des kleinen Theatre ALoncey tu der Avenue de Clichy geboten. In dem Repertoirestücke „Papa la Vertu" von Pierre Decourcelle müssen in einem Akte Löwen in einem Käfig vorgeführt werden. Als nach dem Auftritt, in dem die Wüstenkönige eine Rolle zu spielen haben, der Käfig in die Kulissen geschoben worden war, hörten Schauspieler und Zuschauer mitten in dem folgenden Bilde einen furchtbaren Schrei, der ihnen das Blut in den Adern erstarren ließ. „Die Löwen sind los!" Frankfurter 3,/>°/n Reichsanleihe .5..... Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. S<*huckert . . .. Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. Paket Harpener Bergwerk . - Laurahütte . .v .. . .. Nordd. Lloyd . - Überscbles. Eisen-Industri Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank s .' . . Deutsche Bank ' . Deutsch-Asiat. Bank . • Diskonto-Kommandit . •’ Dresdner Bank- . . . . Kreditaktien- . ... .... Baltimore- und Ohio-*'**-* Eisenbahn ;.x . Gotthardbahn».,r-. Lombard. Eisenbahn Uesterr. Staatsbahn . 4 Prince-Henri-Eisenbahn*. 4',,% Chinesen . .- Aktien Bochum" Guss Buderus E. W.-■. Tendenz: fester. Berliner Canada E. B. . . . Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. friedlich blieb. Ein um so schrecklicheres Schauspiel dot sich den darstellenden Künstlern, die auf die herzzerschneidenden Wehrufe nach den Löwenlästgen zugeeilt waren. Eine junge Frau, die Geliebte des Tierbändigers, der für diese Vorstellungen engagiert war, stand an den Löwenuifig gepreßt, während die eine Bestie ihren rechten Arm nut dem Maule gepackt hatte. Von dem Blutgeruche angezogen, stürzten auch die zwei Löwinnen auf dre Unglückliche los. Diese, start sich den Ankommenden zuzuweuoen, trat im Gegenteil zunr Entsetzen dieser noch einen Schritt näher an den Käfig- Der Löwe zerriß mit einem Tatzenschlage die Brust der an das Gitter sich Drängenden und öffnete ihr die Schlagader. Die Leiche — denn der Tod war da selbstverständlich sofort oingerreten ।—< blieb in der mächtigen Umarmung der Bestie ausrecht; die Löwen schlichen zähne- hieß es zuerst und schon schien eine Panik ausbrechen zu „S.S... Die Zuschauer flüchteten sich durch die Türen, wurden aber etwas ruhiger, als es im Saale still und 4°/0 Öesterr. Goldrente . 4'/s0/0 Oesterr. Silberrente. 4'7g Ungar. Goldrente .p,. 4° g Italien. Rente . r. .. 3°/0 Portugiesen Serie I *.• 3°/0 Portugiesen1 - „ III . 4’/2°/i) rnss. Staatsanl. 1905 4*/,% Japan. Staatsanleihe 4°/g Conv.Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol-Anl. <. 4°/0 äussere Argentinier ..‘ 3°/0 Mexikaner ... . . Dlolxrmcd ihnen Silbcrnrünzen zuwcrrf. Auf der Straße übernahmen berfiicbe imb ruifüdtc Ko sacken sowie indische Landen- reitet die Ehreneskörte. Die Perser verfolgten neugierig die Abfahrt, und in allen Mienen lag Erstaunen über die Höflichkeit, die die Europäer einem cmthronten Fürsten angedcihcn ließen. * Kostenpunkt. ,^Jch brauche unterwegs so gut wie nichts. Gebe wenig Geld aus. aber meine ganze Intelligenz!" — „Was Säe sagen — so billig reisen Sie?" * Gemütlich. Stadem ßum Gläubiger): ,^Fctzt müssen Sie mich aber vier Wochen in Rul)e lassen, bis ich mein Examen gemacht habe, Meister . . . nachher dürfen Sic wieder jeden Montag kommen!" * Selbstgespräch. Schwiegersohn: „Tie Pfeife der Loko- nwtive klingt nie so lieblich, als wenn ich meine Sd)wiegermutter zur Bahn gebracht habe!" Märtte. = Butzbach, 3. Oft Wie alljährlich, so veranstaltete auch in diesem Jahre der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Ober- Hessen sür die Kreise Friedberg, Gießen und Büdingen am 14. Olt. hier einen Zuchtvichmarkt für Simmentaler Rindvieh, Deutsche Edelschweine und Saanen-Ziegcn, worauf die Züchter, besonders auch die Gemeindevertreter ausmerksain gemacht werden. Ausgetrieben werden nur Tiere, die in die Herdbücher des Land- wirtschaftskammer-Ausschusjes eingetragen sind und von Original- bezw. reinrassigen Tieren abstammcn. Gemeinden und Zuchtvereinen ist besonders günstige Gelegenheit geboten, vorzügliche Zuchttiere zu erwerben. Der Auftrieb findet am 14. Oft. vormittags 8 Uhr in der Markthalle zu Butzbach statt. Marktordnung und Marktverzeichnis sind auf Wunsch vom 9. Oft. ab durch den Landwirtschaftskammer-Ausschuß in Gießen erhältlich. die Tatzen gegen alle, die sich nähern wollten, und ließen sich auch durch Schläge mit Eisenstangen nicht zurücktreiben. Erst als ein anderer Bändiger in den Käfig trat, vermochte er nach einem heftigen Kampfe, in dem sein Leben einen Augenvlick auf deut Spiele zu stehen schien, die Bestien zuruckzutreiben und den Leichnam ihren Krallen zu entziehen. Sämtliche Augenzeugen bekunden feierlich, daß die |ü schrecklich ums Leben Gewmmene, eine gewisse Ripvche aus Nancy, selbst den ^ob auf diese entsetzliche Weise gesucht hat. Sie habe selbst, wie oben geschildert, ihren Oberkörper den Bestien sozusagen hingehalien, und sie muß auch, als sie vorher allein gewesen war, ihren Arm direkt in den Käsig hineingesteckt haben. Die Ursache dieses grausigen Entschlusses i)t darin zu erblicken, daß der Tiervän-, diger, mir dem sie sich aus der Heimat geflüchtet hatte, sie noch an demselben Abend verlassen wollte. * Der Auszug des Schahs. Bon, bem Abschied des entthronten Mohamro AU aus Teheran gibt der in der persischen Hauptstadt weilende ^lorrespondent eines englischen Blattes eine interessante Schilderung. Weinend saß der Schah einsam in seinem Zimmer und harrte auf die Stunde der Abfahrt. Seine Gattin vejand sich im Nebenzimmer; ihre Regung entlud sich in bitteren Anklagen gegen alle, die der Herrschaft Ali Mohameds ein Ende gemacht hatten. Als zwei Europäerinnen, alte Bekannte, sie zu trösten versuchten, brach die Gattin Ali Mohameds in bittere Klagen ans, die durck) den (Eintritt des Sultans nur gesteigert wurden. Sie weigerte sich energisch, nach Europa zu gehen. „Sie wollen mich zwingen, unter den Unreinen zu leben. Wenn ich sterbe, sollen unreine Hände meinen Körper berühren! nein, nie!" Sic will nach iterbela oder in einen mohammedanischen Wallfahrtsort, nur nicht zu den „Llnreüien". Als man sie fragte, ob sie denn den Sck)ah seinem Schicksal überlassen und sich von ihm trennen wolle, antwortete sie bitter: „Das ist mir einerlei." Ali Mohamed verließ bann verstimmt bas Zimmer. Am Nach- mittag sammelte sich eine große Menschenmenge vor der russischen Botschaft, um bte Abfahrt bes abgesetzten Atonarchen zu leben. Ein mit sechs Schimmeln bespannter Staatswagen fuhr vor; um punkt vier Uhr erschien Piohamed Ali in schwarzer Kleidung an der Tür. Er sah außerordentlich blaß aus. Alle Anwesenden verbeugten sich; der Schah dankte freundlich. Als der Wagen sich bann in Bewegung setzte, entstand ein großes Wirrwarr. Hunberte von Bettlern umringten ben Wagen, aus dem AU TeBeSomsch© des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der. Bank für und. Industrie',^Giessen. besitzt == Zu haben in allen Drogen-, Kolonialwaren- und Seifengeschäften. —====== MIoIcms & Co., Köln - Ehrenfeld (usiitlliing cüünd. i Dorheim, Ijieß ÜÜebberg wies aus innerem Hot Arger- t ßowberg seiner tsbrud. Namen» be» cib. Daraus criolgte ein Gang durch die । außerdem zahlreiche Mammer und de» iicise erhielten in der •Ile Gesamtleistung in M« Ausstattung. Meld und vleichner- sorgte folgende Aa- ’atroergebirnc. !• tz-Lüßfeld, 3. Planer c- i B. Schweiler- U5-Äoinberg, 3. Last 1 s. PseilÄiedtt- ßj ^rsten-ßamberg, ton L. Laüinann- iä^Ärtgebaude D9lt Os UO nt*" „ -« ld,c - lc Slci^ piin’i^.^.ifll vor' -st-» "Äs» Uü» •inen, v dcw -I wilder «ab . Zchlü , Die lIn "Ineriifl' 5 olvohl in denen ,L des E u W Aufgabe 5: Ein anbauwürdiger Winterapfel, der wenig unter Sck>orf leibet: 1. Ang. Einols-Homberg, 2. G. H. Kuhl- Homberg, L. Hartmann-Homberg, Bürgermeister Schneuker-Otter- bach, 3. W. Metz-Nieder-Osleibcn, A. Grcin-Maulbach und K. Pfeil-Nieder-(f-emünben. Aufgabe 6: Ein Tafelapsei, der infolge seines Aussehens und Geschmackes von besonbercr Verkaujsfähigkeit ist: 1. Aug. Grein-Aiaulbach, 2. W. Walbschmidt-Homberg, H. Klapp-Ober- Ofleiden, 3. H. Hcßler-Burg-Gemünben, Stabt Homberg unb H. Heberick>-Bleibenrob. Aufgabe 7: Ein spätbluhender Taselapfel von regelmäßiger guter Tragfähigkeit: 1. Joh. Keßler-Burg-Gemünden, 2. Pfarrer Prätorius-Hombcrg, L. Kraus-Homberg, G. Repp-Homberg, 3. W. Arnolb, F. G. Karsten-Homberg und Stabt Homberg. Aufgabe 8: Drei Apfelsorten, bic sich als sturm sicher .bewährt haben unb im Anbau gut rentieren: 1. Stadt Homberg unb K-reisstraßenoerwaltung, 2. Joh. Heßler-Burg-Gemünben, 3. Ehr. Klanz-Erbenhausen. Aufgabe 9: Eine reichtragenbe gvoßsrüchtige Winter- taselbirnc: 1. G. Repp IV.-Hornberg, 3. G. H. Kuhl-Homberg, Diplom Stadt Homberg. Aufgabe 10: Eine reichtragenbe großfrüchtige Herbst- tafelbirne: 1. G. Kehr-Burg-Gemünden, K. Fleschner- skieber- •Of leib en, 2. Stabt Homberg, 3. Aug. Grein-Maulbach. Aufgabe 14: Ein Sortiment der ertragreichsten Apfel- unb Birnensorte: 1. G. Repp IV.-Homberg, 2. Joh. Becker III.- Ober-Ofleiben, Stabt Homberg, I. Jakob-Ober-OfleiDen, 3. Lehrer Ehr. Ktoos-Ober-Ofleiben, K. Flcischheim-Homberg. II. Gruppe: Formob st. Aufgabe 16: Eine reichtragenbe Apfelsorte von Spalierformen unb Phramiden: 1. G. Repp IV.-Homberg. Aufgabe 17: Eine reichtragenbe Btrneitsorte von Spalieren unb Pyramiben: 1. G. Repp-Homberg, 2. G, Kchr-Burg- Ge münden. III. Gruppe: Obst- unb Gemüiekowservcn. Hierin hatten sehr schöne Sachen ausgestellt: W. Schweiler- Homberg, Frau Spamer-Homberg, Frau Knab, Pfarrer Prä- toruiü .'oomberg unb Pfarrer Lautl)-Ober-Ofleideu; u. a. erhielt Frau Spamer ben Ehrenpreis unb Pfarrer Lauth einen 1. Preis. Vorzügliche Aepfelweine waren ausgestellt von F. G. K'eßler-Homberg, H. Mctz-Ober-Ofleibcn unb G. Wilhelm IL Homberg. I n der IV. Gruppe: Geräte und Ob st bäume waren die mannigfaltigstert Geräte unb Apparate für Obstbaum- yjlcge vorhartben, bic zu einer rationellen Obstbaumzucht er- forberlich jiitd. Die Leistungen ber Firmen K. Giller-Homberg, K. Becker-Nteber-Gemünben, W. Schwerker-Homberg fanden allgemeinen Beifall. Besonders sei die Geräteausstellung ber Firma O. Ginsberg-Alsfeld hervorgehoben, bic in ber Form eines sehr schmucken Gartenhäuschens ausgestellt hatte. Aucl^ die Teer- probuktenfabrik Schacht Braunschweig sei erwähnt. Am Sonntag rrachmittag fand eine Versammlung statt. Obstbautechniker Koch hielt einen Vortrag über: „Die anbaufähigsten Obstsorten ber hiesigen Gegenb, sowie bic Obstschäbiinge unb beten Bekämpfung". Die Ausstellung erfreute sich eines guten Besuchs. ^'13* 103.10 ... 160.10 Börse, 4. Oktober. Anfangskursa. . . 189.00' Nen bnn.r'^e. hiiq S Au. 1'it, baÄ bneter /"seiner b,t j'ntte Mlit ms Kj,„ i,lfl «in «ber -- I:9a luSJ? ?’8. bis » le“ «Miefe“ SrZ egie Mbstaeine I L «emeleit. ^Ujlubet riinb a £ b-I-nd-iz s der tterbe. wurde. Ter ;e Ult!) .353,50 Mk. ■«oetujfe betrugen ' <175,08 & lL- mithin jkussen- 'ü' euugc sonstige wurde u g w..hch fjr Flusse hielt Mg über „Die r ^werbegerichte eui^vom hiesigen iu' Jaiiiiücr.abend Attjprachen, Ge- enMlaus nahm, I Ö. i>. berg, 3. Oft. Male zeigte bic am r arrangierte Lbsl- flt sich um das Zubemüht und das Är- ge Anzahl einzelner ich die verschiedensten ing standen zur Lcc- :ändcrn leckere Lbst- ang zum Saale des I Singen Kostproben », denen eifrig zu- Hinlos'sches Waschpulver ist daher das Beste, was zum Waschen von Wäsche verwendet werden kann, es schont das Leinen in denkbarster Weise, ist billig und gibt eiter M «nd Mr ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen. do. . ..... Konsuls , •do. Hessen Oberhessen Oktober 1909 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute stelicbtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung u ;c X <7 Wetter 3. 2*4 749,2 14,2 10,9 92 SSE 4 Sonnenschein 3. 9" 746,4 14.4 11,8 97 S 9tegen 4. 7a& 744,2 14,7 12,3 99 SW 2 Beiv. Himmel TM XtoieiwjL Schott'« Weinrtnbe. Blutbildend. Müdigkeit nab Lvvetitlongkoir tocncbtoinbcn darrt» den Ge> brand» mriucS [5496 Zinhr- ll. 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