Nr. SS Erstes Blatt ISS.Jahrgang Donnerstag 4. Februar 1S0S Der Siebener Anzeiger ° erscheint täglich, außer MK VezngsprecS: Sonntag?. - Beilagen: UM ▼ monatlich75Pi.,uiertel- viermal wöchentlich /fr a. A A AA U8 A ▲ y|orr SWS S’äM; V WIVL ||V I ir ■ ZI I >IC 111 II 1. 'L Ä2£? für die Redaktion 112, V\^Z Verantwortlich MU General-Anzeiger für Gberheffen UW >-Ä vom^tt°A"s'uh^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Nnw.-Vuch- und Lteindnickerei K. Lange. Sedattion, Lrpedition und Druckerei: Schuistrahe Z. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Der nationale Zwist in Böhmen, über den toir hier in (Stiegen kürzlich durch ben Vortrag deA cfterr. Mg. Wolf zur (Peinige orientiert wurden, soll nun beseitigt werden. Die Regierung hat nämlich int Abgeordneten Hause in der gestrigen Sitzung zwei Gesetzentwürfe cingebracht; sie betreffen erstens: Die Regelungdes Sprach en gebrauch es bei den staatlichen Behörden im Königreich Böhmen und zweitens die Errichtung von Kr eis re gier' ix n gen i nt Königreich Böhmen, sowie die hierdurch not- ivendigen Aendcrxmgen in der Organisation der politischen Ver- ivaltung. Der erstgenannte Gesetzentwurf umfaßt 38 Paragraphen ; er trägt dem Zuge nach Vcnnrudernng' der nationalen Nei- bungsflächen, sowie nach möglichster territorialer Scheidung der nationalen Jnteressenspharen Rechnung, sieht aber gleichzeitig vor, daß jeder Bewohn er des Landes in seiner Sprache mit allen Behörden mündlich und schriftlich vermehren kann Hitb in der von ihm angewandteir Landessprache be- schieden wird. Im Wege genauer Arrondierung national geschlossener einsprachiger Verwalttmgsbezirke enthiilt die Vorlage 139 einsprachige tschechische, 95 einsprachig deutsche und 3 zweisprachige Bezirksgerichtssprengel. Die Prager Bezirksgerichte gelten als zweisprachig. Die Prager Pvlizcidirektion gilt als zweisprachig. Ausgeiwnrmen sind in allen Stücken die in den Angelegenheiten der b e w a f f u e t e n Pi a ch t geführten Auszeichnungen, sowie der gesamte Dienstperkehr mit den militärischen Behörden und oer Gendarmerie. Bei diesen hat es bei der Anwendung der deutschen Sprache zu verbleiben: ebenso hat es itn Verehr mit den Behöpden außerhalb Böhmens bei der Anwendung der deutschen Sprache zu verbleiben; dies gilt insbesonders vom Verkehr zwischen den Landesstellen des Königreichs Böhmen und den Zentralstellen. Für die Landesbehörden gelten die für die zweisprachigen Behörden aufgestellten Grundsätze. Als fernerer Grundsatz hat zu gelten, daß, das Verhältnis der Volkszahl der beiden das Königreich Böhmen bewohnender Volksstsimme für die Aufteilung der gesamten Zahl der staatlichen Beamten maßgebend sein soll. Ter Gesetzentwurf betr. die Kreisregierungen bestimmt, daß in Böhmen für den Bereich der politischen Verwaltung in unmittellmrer Unterordnung unter die Statthalter ei 20 Kreis- regierungen errichtet werden und zwar 10 einsprachig tschechische, sechs einsprachig deutsche und vier zweisprachige. Die Hauptstadt Prag ist von dar Kreiseinteilung ausgenommen. Das sind die wichtigsten Bestimmungen der beiden Gesetz-- «ltwürsfr. Die Tschechen sind hiermit natürlich nicht cülver- stauden und begrüßten den Ministerpräsidenten Vienerth gestern bei seinem Erscheinen, im Abgeordnetenhause mit dem üblichen Diabau. Dor Ministerpräsident ergriff trotzdem sofort das Wort zur Begründung der Gesetzentwürfe. Während seiner Rebe ver- lübteu die Tschechisch-Radikalen durck Schreien und Pfeifen einen unaufhörlichen Lärm. — Choc läutete fortgesetzt auf einer Fahrradglockr, List) setzte eine Schnarre in Bewegung. Tie Christlich-Sozialen nahmen die Rede mit Beifallskundgebungen auf. Der Mffüsterpräsident wurde schließlich von vielen Seiten beglückwünscht. Udrzal und Kirchmayr beantragten IWIII 'WMiBlBnitMPBMMBMMi Gietzsner Gastspiel Alois Wohlmrtths. AloiÜ Wohlmuth vom Hofthcater in München steht hier in guter Erinnerung, und sein gestriges Gastspiel wird dem Künstler manchen neuen freund werben zu den vielen alten, obgleich sein Spiel so wenig aufdringlich ist und so abhold aller theatralischen Pose, daß. cr sich eine breite Zuschauerschaft erst in zäher Arbeit allmählich gewinnen muß. Feuerwerk verblüfft und verpufft, und nur der Bildner, der so viel eigenes hat, das; er davon zu geben vermag ohne sich bloßzustellen, ist ein Künstler, Das ist eigentlich selbstverständlich, denn ebensowenig wie jeder Maler ein Künstler ist, ist es ein Schauspieler, aber dadurch ist der Gesichtspunkt verschoben, und die gespreizte Pose schreitet pfauenstolz ein» her. Aber wo Ziele sind, da sind auch Wege, und glücklicherweise geht ein frischer Zug über unsere Bühnen, der immer mehr von dem alten Komödiantentum hinwegfegt. Zwar steht die große Masse noch abseits, und dem tüchtigsten Regisseur ist es nicht immer möglich, den Einzelnen fest in seine Grenzen zu fpnmicn, aber wir verfügen hier im allgemeinen doch über eine tüchtige Künstlerschar, wenn auch einzeln« Ausstellungen immer bestehen bleiben werden. So kam denn auch gestern ein ganz erfreuliches Zusammenspiel heraus, obgleich hier und da eine kleine Stockung eintrat, von denen aber doch keine wesentlich genug war, um den günstigen Gefamteindruck zu verwischen. Es war recht viel Mühe aufgewendet worden, und so blich denn auch der Erfolg nicht aus. Das niedliche Fastnachtspicl .Standhafte Liebe" von Heinrich Kruse mit seinen gefälligen Versen und seiner anmutigen Handlung kam recht hübsch heraus und AloyS Wohlmuth sicherte sich als Hugo von Senneeterre einen starken, wohl begründeten Beisall. Es gelang ihm sehr gut, den greisen, aber noch immer im lebendigen Tag wurzelnden Abt überzeugend darzustellen und mit allen Eigenschaften einer schönen Menschlichkeit lebensvoll herauszubilden. Auch unsere Schauspieler leisteten durchweg gutes, besonders 5larl Volck als Prior der Abtei, der sich immer mehr als ein vielseitiger, feiner Darsteller erweist. Auch Anin Nüber als Sicnncttc war recht gefällig und mürbe von Erich Weingärtner wirkungsvoll unterstützt, obwohl cr nicht ganz sicher war. Bei der KapUel- szcne fiel eS nicht gerade angenehm auf, daß nur wenig Mönche anwesend waren, und es wäre zu enpägen, ob es sich mcht auch hier wie bei anderen Bühnen, die über keinen sofortige Eröffnung der Debatte über die Regierungserklärung. '2er Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Sitzung wurde darauf behufs Eintragung der Redner in die Rednerliste eine halbe Stunde unterbrochen. Nach Wiedereröfstiung der Sitzung setzten die Tschechen ihr Lärmen fort, und es kam sogar zwischen den Christlich-Sozialen und den Tschechisch-Radikalen zu einem Handgemenge, doch wurden die Streitenden getrennt. Vizepräsident Steimvender erteilte Bielchlaw'.'k einen Ordnnngsrus. Ter Lärm dauerte sort. Die Tschechisch-Radikalen gebrauchten ununterbrochen Ratschen. Von Zeit zu Zeit ertönten gellende Pfiffe. Ter Älbgoordnetc Lisi) stieß ununterbrochen in eine Trompete. Proelrazka und Schmid verfertigten Tschakos aus Papier unb warfen sie den Tschechisch- Radikalen zu, die sie zurückschleuderteu. Tic Verhandlungen wur- den schließlich tilbgcbrodjcn unb die Sitzung geschlossen. A. Rußland und der Baifan. Der Vorschlag Rußlands, zu gunsten Bulgariens aus einen Teil des Tributs zu verzichten, den die Türkei seit ihrem Kriege mit Rußland zu zahlen hat, erregte zunächst allenthalben grobe Verblüffung. Aeußerlich hatte dieser russische Vecmittlungsvor- schlag viel Bestechendes für sich und es hat iatsächlich Leute gegeben, die sich durch ihn blenden ließen und in Rußland einen ehrlichen Makler zu erblicken glaubten. Nun gibt es aber in der internationalen Politik keine Uneigennützigkeit, es müßte denn sein, daß die beiressenden Diplomalen Diumuköpje sind. Cs ist daher erklärlich, daß die russisck^n Propofftionen verschiedentlich das lebhafteste Mißtrauen hervorgeruien haben, • weil man sich tragen mußte, welchen Preis wohl Rußland dafür verlangen werde. Und sehr schnell hat nmit daS rusfische Spiel durchschaut, man hat wohl an der Newa die Karten doch etwas zu früh auf- gedeckt. ES ist klar, daß Rußland vermittels seiner Anregung wieder festen Fuß auf dem Balkan fassen will, indeur inan sich bemüht, Bulgarien, das in den letzten Jahren in österreichischem Fahrwasser schwamm, erneut unter mssffchen Einfluß zu bringen sucht und dort nach Belieben schalten und walten zu können. Cs wäre daher begreiflich, wenn inan in Sofia von dem russischen Vorschläge nicht allzu sehr erbaut wäre unb sagen mürbe, Gott schütze unö vor unfern Freunden! Hub in der Tat hüllt sich Bulgarien auch einstweilen in Schweigen, ein Schweigen, das die Türken schon bedrohlich empfinden. Ter türkische KriegS- minifter hat nämlich die Mobilmachung deS 3. Armeekorps verfügt. Ferner soll dem 4. Armee-Korps der Befehl erteilt worden lebt, sich bereit zu halten. Ein äljnlidjer Befehl sei auch dem 1. Red ist Jahrgang zuaegangpa. Nach einer Meldung des Ccho de Paris Ijai heute in Konstantinopel ein Kriegsrat stattgefunden, dem auch der Befehlshaber des Adrianopeler Ärmee'wcvs, Nizarn, beiwohnte. Im Laufe der Erörterungen soll ein eventueller Kriegs- plan gegen Bulgarien beraten worden sein. Wie die Pforte zu dem Vorschläge Rußlands stehl, weiß man iwch^ nicht. Die türkische Presse schxfftt aber sehr befriedigt zu fern. So schreibt beispielsweise Oer Koitstantüiop.ler ,,J kd a m": Der von Rußland beantragte Zahlungsmodus sei ein Freund- schaftsatt, den Rußland seiner Erklärung nach zur Erhaltung der sreundschaitlichen Beziehungen zur Türkei unternommen habe. Tie Pforte sei über den Vorschlag noch nicht schlüssig geworden. Es sei noch fein .Anzeichen vorhanden, ob sie ihn annehmen werde ober nicht. „C Mur a i -Ihnunt t" führt in einem Leitartikel aus: Ter Gdjritt Rußlands sei zweifellos günstig ausgenommen, da er das gute Einvernehmen zwischen Rußland und Chor verfügen, vielleicht ermöglichen ließe, junge Leute Studenten, Kaufleute usw. als Statisten heranzuzichen. Selbst große Bühnen, ;vie München usw. bilden fich dadurch eine gute Statistenschar heraus, die noch den Vorzug der Billigkeit hat. Zn dem zweiten Stück bcS Abends, dem Geizigen, überraschte Alois Wohlmuth durch eine vom allgemeinen Schema glücklich abweichende Auffassung, indem er fich von der beliebten Verzerrung frelhiclt und die menschlichen Züge des alten Harpagon ausgezeichnet heroorkehrte, wodurch die Gestalt ungemein an Wahrscheinlichkeit gewann und frisch unb Icbcnsvll war. Noch besser denn als Abt gelang es ihm hier, wo er durch die Nolle rvesentlich unterstützt wurde, einen ausgerundeten Charakter zu schaffen, dem er einen schönen, gemütvollen Einschlag zu geben wußte. Ein hübsches Töchterlein war Dorle Maifarth, bie mit fröhlicher Schalkheit ihre Nolle durchführte. Ada Pauly als geldgierige Rosine war ebenfalls recht anerkennensivert auch Jo Hoven als liebreizende Marianne bemühte sich nicht vergeblich. Auch die Herrenrollen waren im allgemeinen gut besetzt. Rudolf Goll als Dalcr ivar etwas zu bequem, Pani Kohlmann als Jaques recht heiter unb Willibald Völcker als La sieche ließ weiter nichts zu wünschen übrig. Cleinens Roben als stutzerhafter Klecmth schien sich in feiner Nolle recht wohl zu fühlen unb führte sie auch nut gutem Gelingen durch. Die Leitung der beiden Stücke wurde von Hermann Bakof gut und verständnisvoll gehandhabt. Karl Neurath. — Die größten Auflagen deutscher Bücher. Die Bücher deutscher Zunge, die in der Zahl der Abzüge eine volle Million erreicht haben, sind in erster Reihe die Bibel, die allein in der Druckerei des Waisenhauses zu Halle über 1000 starke Auflagen erlebt hat. Tann die Fibel des Lehrers Häster, die schon vor Jahren im Verlage von Vädecker in Essen 1200 Auflagen mit 2 600 000 Exemplaren erreicht hat; die illustrierte Geographie von Seydlitz, die in 22 Bearbeitungen in der Schulbuchhandlung von Ferdinand Hirt in Leipzig in 1500000 Abzügen gedruckt wurde; die illustrierte biblische Geschichte des Calwer Verlagsvereins, die in Stuttgart bereits 430 Auflagen erlebt hat und in 65 Sprachen übersetzt worden ist; endlich der Kalender des Berliner Tierschutz-Vereins, der im Juhre 1907 in 1360000 Bändchen, im Jahre 1903 in 1600000 Bändchen verbreitet wurde. Da Schillers „Wilhelm Teil" schon vor 1905 allein durch die Buchhandlung von Philipp Reclam dem Jüngeren in Leipzig in 700000 Ländchen vorder Türkei stärken und der Erhaltung des Friedens bienen wolle, nur müsse man die Absichten nicht vergessen, roeldjc Rußland hege, Iswolski und die übrigen russischen Tiplomaten hätten bisher in der Balkankrise feinen Erfolg erreichen können. Man sagt, daß sie von Aelwenthal besiegt luDrbcn seien, und daß sic deshalb fcurd) diesen Vorschlag ihre Niederlagen vergessen mod)cn wollten. Rußland diene nur dein Panslawismus und wolle daher Bulgarien neuerdings verpflichten. Man müsse abwarten, wie Bulgarien dcn Vorschlag ausnehmen werde. In Wien ist man von dem russischen Vorschläge natürlidr keineswegs erbmit, denn man durchschaut ihn. Es heißt and), baß Oesterreich-Ungarn und Deutschland den russisd)en Vorschlag mit bet gleichen Begründung abgelehnt hätten. Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt jedoch abzuwarten. Zn Rußland beeilt man sich nun, den Vorschlag als wirklid) selbstlos hinzu- stellen. Sv heißt es in einer Petersburger Meldung: „In einigen Blättern des Auslandes sind über Rußlands Vorschlag, die finanzielle Vermittlung in dem türkisch-bulgarischen Konflikt zu übernehmen, Betrachtungen angcstellt worden, wobei auf die angeblich vorhandene 2lbsid>t der ri!s'ijd)en Regierung hingewjesen wurde, diese VeiTmittlertolle zur Verwirkltd)uug ihrer besonderen politi- scheu Pläne, beispielsweise zur Lösung der Meerengenfrage zu gunsten Rußlands, aussuitutzeu. Tie Petersburger Telegraphen- agentur ist ermächtigt, auf das allcrenergisdicstc %u erklären, daß der genannte Vorschlag lediglich die Erhaltuug des Friedens bezweckt unb die rnffifd)e Regierung keineswegs beabsichtigt, ihn mit irgendwelcher Forderung in dex Mocrengen- srage, nod) überhaupt mit irgendwelchen anderen besonderen Zielen zu verknüpfen." Vor allem wird man nun abwarten müssen, wie sich die Nächst- Betciligten, die Türkei unb Bulgarien, zu bar Frage stellen werben. pol^ifdbc Lagesscha«, Neuerungen in der Ehrscheidungs'Eesehgebuvg. Nach einer Mitteilung der „Sübivestb, Kotrefp/ ,vurbe kürzlich im Fürstentum Monaco ein Gesetz in Wirksamkeit gesetzt, daS die Grnnosätze der Ehescheidung in überaus liberalem Gerste buyeb- inhrt. Nicht nur Ehebrnch und die anderen üblichen Ursachen für Ehescheidungsbegehrcn werden zngelofsen, sondern and) AlküholiS- innS, Evilepsic unb SiwkiliS, und gerade dabutch wirb das Wohlergehen der ^iachkominenschast tu wirksamer Weise gegen einen vielleicht gewissenlosen Gatten gesichert. DaS neue rumänische Gesetzbncl; läßt die Ehesck)eidnng im Einvernehmen beider Ehegatten zu, mit verlieren sie ]cbe§ die Halile ihres Vermögens zugunsten der Kinder. Auch die Schweiz und Norwegen Haden liberale Ehescheidnngsinögltchkeilen seit einiger Zeit dntchgesührt, ebenso Oesterreich für die nicht katholischen Konfessionen. 9iur die großen sührenden Killtursiaaten bleiben hinter diesen Ländern zurück, da sie augenscheinlich die Führung in diAer spezisischen Sphäre verloren zn haben ichemen. DeutTche- Ueieh. Ter Kaiser nahm gestern int Schlosse den Vortrag des Reichskanzlers, des Staatssekretärs dcS Jnncin unb deS Chefs des Zivilkabinetts entgegen. Todesfall. Ter national!iheralc Laudtagsahgeorbnele für den 5. schleswig-hvlsteinischLU Wahlkreis, Geheimer Justizrat I ü r g e u s c n, ist in Berlin geßorb.n. Liberia cn l schuldigt sich. Tie „Notdd. Allg- Ztg." meldet: Wie ans Monrovia telegraphiert wird, bat bie Regierung von Liberia wegen Beschießimg des Hamburger Dampfers „Marie Wocrmann" offiziell um Eutschulbignng unb gab die Zusicherung, gswnr,— mmn »■ ■■iiraiir-naw—w ■mmuwwBBWMMiiWHM breitet wurde, wird das Meisterwerk, wie bie „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" vermutet, jetzt wohl bie volle Million erreicht haben. C.K. Der Kailipj der P r i m adv ii n e n. Ans Newyork wird berichtet: Ein fftrchtbarcr Kampf ist an der VLanhattM- Oper entbrannt. Tie. beiden Primadomu'n Mach Garden unb Ling Cavallieri sind bie Gegner. Miß Garben sühlt sid) in ihrer Ehre als Künstlerin ackränkt, weil der Direktor LammerstLtn die Rolle der Thais in Massenets gleichnamiger Oper, die rtäd-st« Woche ihre Erstausführung erlebt, uid>t chr, sondern der Ccwallicri zugewiesen hat. Mit der sck)önen Leidenschaftlichkeit ihres Temperaments will sic nicht eine Minute länger mehr bei einem Unternehnten ansl-arren, das sie so sck)machvoll behandelt, unb if^ten Klagen verleiht bie amerikanische Presse ein weithtnhallendeS Echo. „Es ist meine Thais, meine ThaiS ganz allein," sagte Aciß Garben zu eütent Korrespondenten des New Bork American. „Ick) habe sie nad) Amerika gebracht. Ja, id) bin eilte Amerikanerin, bas ist wahr, und ich bin stolz darauf, aber man sollte doch endlich begreifen, daß id) als Lünstlerin in unserem Lande eine neue Schule' französischer Opernkunst repräsentiere. Tie Cavallieri ist eine Italienerin unb in diesem Falle ein Eindringling. Ich fasse ihr Auftreten als Thais als eine perjöulia- mir mtgctanenc Beleidigung auf. 5)antmersteins Entschuldigung ist, ich wäre im „Salome" zu angestrengt. Das ist sehr besorgt von Hammersteiit, aber ich wmidere mick-, baß er niemals ftüher an meine Gesundheit unb meine Kräfte gedacht hat. Ich biolK nicht: aber tvemr/HmnaneHein bie Jtalicnerirü als Thais austreten läßt, dann wirb er die )wnseauenzen zu tragen haben. Danii ist der Fehd.-handsd-uh hingeworfen unb ich tvill ihn vinfnehmen." „Tic Farbe kam iut£> ging in ihren schönen Wangen," so illustriert der Kvrrespvubeiit diese fulminante Rede, „und sie schritt auf und ab in ihrem wundervollen binnen Boudoir mit Wut unb Hast, während sie sprach," Und der große Moment fam: Miß Garden sagte sich los von der Manhattau-Oper. „Bis tzarnmerstcin einen neuen Kontrakt mit mir gemacht bat, setze ich lischt mehr einen Fuß über bie Schwelle seiner Oper." So sprach sic mit eiserner Fassung. „Plein Koutrakt würde mich bis znm Schluß der Smson gefesselt haben, aber ich kann nicht — bas läßt mein Künstlerblut nicht zu — ruhig dabeisitzen iiiibi sehen, wie ein großes Werk zugrunde gerichtet wird. Ja, 511 Grunde geridftet! Thais war mein DA»üt in Amerika: ich habe ihr den Erfolg gcmad)t. Ich lege mein Herz unb meine Seele m diese Rolle, id) sang wie id) niemals zuvor gesungen. Und da soll ich ruhig dabeisitzen und mir meine Roll ', meine Ehre ioeg- nehmen lassen, niemais! niemals!" Hammcrstein zuckt bie Achseln; er meint, Miß Garden sei überarbeitet und werde sich» mxl) überlegen. Aber die gesäilt sid) augensdieinlich zu gut in ihrer 3iollc als Serbin, als Opfer unb als Zentrum einer vielbesprochenen Affäre. burch enn'meckende Anwri'ung cn den Kommantanten der liberiant- f(f*n ZoUkreuzers „£arl" c-afür -3arac tragen zu wollen, bc*; ieldz Lorkammniste »ukün'kig ücrmirDrn roerten Durch bicie -nrtaegenkomm^n^ infidrunn der Regierung in Monrovia in der öteLetörittte Iwischeniall in bereift-a*nb .et boll der imfüdK NcvoluHonar Jöurt- ichew neuerdings seine Anklage gegen den l£fr» der -ßetex.'bürget Licher heil »Polizei Radsckkowsk' 2>urtschno w ut nach, bar, eie Ermordung Plehwe» ein persönlicl-er Racheakt 'JiaM^ ’onwn» getvesen rft. _. (5in Unfall des serbischen «ronvriuzen. Em tutomolnl dc-r Kronornien, Das von tiefem sctbn gelenkt tinirbe, uirfc gestern nachmittag in voller fahrt gram eine Telegraphen- imngr. Ter Jtronpnm wurde leicht am « eiicht vetlent Der Zustand de- HegusMenelikw,ed immer rrnittt Die Proklamation von Lids Icastu zum NegilS von Abessimei liehe oahn unmittelbar bevor , . Amerika und die Javaner Teprai ittanicnnau? von 7?rwaoa hat in Beschlüssen die kalifornisch- l^-'e^-z-Vorlage gegen ne Javaner gut gehr ihm. Lic nennt die Japaner 'B a r_a • liten, berat reinliche Menschen sich erwehren müßten. >r:te verlacht d,e Kriegsbrohuuaen, wenn jedoch bet Krieg nötig fet, > al> ipörrr ,u führ n ... „ Au« Washington: Ter l'aicnlau6|d:iih bc.» Kongresse.- hat eine Szeiehelvorlage vorbereitet, burd) die den auswärtigen ß a t e n t i n h a b e r >i, die hier ihre Erzeugnisse Herstellen, dieselben Bedmgungeii aulcileg< werden, wie sie von bin auswärtigen Regierungen den dort sabrizterenden amerikanischen Patentinhabern vorgeschrieben werden. Die Hauptstadt Südafrika?. Tie ^.elegierten-Ver- sammluuq, die den Zu'ammenlchluß ter lüdasrikamschen Kolonien in die Wege leitete, hat einstimmig beschlossen, K a p st a d t zum Sitze der gesetzgebenden, Pretoria -nm Lnze der abmmifiratiDcn ßeriammluinH zu erheben. Tamil rsl die faagc deS Sitzes der künstigen Hauptstadt durch Stompromiü erledigt. 2lu> Stadt und Land. Gießen, 3. Februar 1909. “ Finanzpersonalien. 3c. Kgl. Hoh. der Groß- Herz og haben den Steuereinnehmer des Steuecamts Alzey Wilh. Baumer zu Alzey in gleicher Diensleiqenschcist an da« Steueiamt Lampertheim versetzt. Karl Born auS Hom- ßerg a. d. D. luucbc zum Echreibgcyilfcn beim Finanzamt Offenbach I, dec vormalige Rechtsanwalt Will). Schmidt au« Darmstadt zum Fmanzaffessoi, der Gcnchttzafsessor Go. hV> c n b zn Darmstadt zum Fmanzassessor, der Referendar Ludw Wockec auS DraiS zum Finanzasseffoc ccnamiL •• Erledigt ifi an der Gemcmdeschnle zn Ebcrstad: 4fit. Darmstadt) eine nut einem evang. Lehrer zn besetzende Lehrerstelle und eine mit einer evang. Lehrerin zn besetzende Lehrerinstelle. "Die beiden hie sigenlinkSlibcralen Gruppen, die sich schon seither zu gemeinsamer 'Jlrbcit zusammen- geschloffen hatten, haben sich nunmehr in einer einzigen Organisation vereinigt. Der nationalsoziale Verein hat sich aufgelöst und ist dem freisinnigen Verein beigetrcten. Der engere Vorstand setzt sich auS folgenden Herren zu sammcn: Justizrat Metz, Vorsitzender, Geh. Hofrat Dr. Haupt erster, Stadtverordneter Eichenauer zivettcr siellvertretcndci Vorsitzender, Oberbibliothekac Ebel und Privatdozent Dr. Vogt, Schriftführer, Stadlverordnetec Leib, Rechner, Kaufmann Jughardt jun., Stellvertreter des Rechners, Reallehrcr Grimm, Beisitzer. Die direkten Steuern er bracht en im Grvßfrwzog tum 1870. 6842 200 M., Ibtjj : 7 92u 000 M . 1590: 8 u90 900 > 11 737 k' M. und 1908; i I 21 >000 " der Bevölkerung [>ctrugni Dir direkten Steuern 1870: 8,03 M., 1881: 8,44 M., 1890: 8,67 M., 1900: 10,55 M, 1908: 11,32 Mark. •’ Land wirtschaft Skammer. In dec letzten Sitzung des Vorstandes am Dienstag ivurdc mit den Vertretern der Regierung der Voranschlag der Landwirt- schaststannner besprochen. Dein Anträge eines Bezirks - AuSichuffeö auf Verlängerung dec Giltigkcitsdaucr dec Seuchen- beschelmgung von 3 aus 5 Tagen wurde nicht stattgcgcben, da durch eine derartige Ausdehnung die Seuchcngefahr erhöht würde. Dem Landwirtschaftslammcc-Ausschuß für Ober Hessen wnrbc zur Hebung der Schafzucht ins- besondere zur Hebung von Stammzüchtereien ein Kredit von 800 Mk. bewilligt. Die Abänderung des Lorgesetzed wurde für nötig erachtet, die demnachs'.ige Revision bet Großherzog- lichetn Ministcriunl angeregt. Tic von einem Bezirks Ausschuß beantragte Abänderung einiger Bestinmiungen des Feldstrafgesetzcv wird bei der in Aussicht stehenden Revision bei Gesetzes, die bereits von der Landwirtschaftskammec beantragt wurde, berücksichtigt werden. * • Die Gabe der Landesuniversität. Ter Rektor der LandeSuniversität hat am 2. Februar 7 6 8,75 Mk. an da« Hessische LandeSkomitce zur Hilfeleistung für Bftbitalitn ab geführt. Die Summe ist das Erträgnis der Sammlung bei den Angehörigen dec Universität, sotvic des von der Universität veranstalteten Vortragsabends vom 28. Januar. • • Da- Vorlesungsverzeichnis der LandeS- universität für das Somniechalbjahr 1909 ist erschienen und für 20 Psg. kau st ich zu haben. Der Beginn dec Jnnnatriku- lation ist am 1V. April, während die Vorlesungen am 16. April beginnen. • * Stadttheater. ES ist der Direktion gelungen, Hafschauspielec AloiS Wvhlmuth noch für zwei Vorstellungen zu gewinnen, so daß dec Gast seinen ganzen diesjährigen Gastspielurlaub tn Gießen verbringt. Besondere Freude dürfte es erregen, daß Herr Woblmuth seinen .Geizigen' noch emmal hier spielen wird, und zwar hat er sich bered erklärt, in einer Cchülervorstellung am CamStag den 6. Febr., nachmittags 1 ,4 Uhr mitzuwirken. Außer dem Moliäre scheu Stück wird in dieser Vorstellung noch .Wallenstein« Lager' gegeben, das allein schon durch die hiesige glänzende Spezialailüstattung eine Sehenswürdigkeit bildet Da diese inteceffante Vorstellung bei Volkspreisen statt- stndet, so büiikii die BllletS rasch vergriffen »em und Re- Ilektanten iverdcn gut tun, sich umgehend Plätze zu sichern. Ein letzte« Austreten deS gefeierten Gaste« ist dann noch für kommenden Sonntag abend vereinbart ivorden, an dem das Lustspiel .Standhafte Liebe' wiederholt und dazu Gocthc'S .Bürgecgeneral' gegeben wird. | •• Kolosseum. Id) <' u n Br.' . . ..a tni Beifall. Der Dmncniniuirot 3 o j t öe* i a. gebill-.:.- »• iuetnte von unqewö^idrr höbe ist. löst Zwmwl daran auf- kommen, do man e> nnrfhcb mit einem Manne zu tun Kar xtx Trgcnfünfter Aldos - otxrän E Karie: Semmt arbeitr; mir mit itber’-n Klingen. Ta;- zu iendmeibcnDe Material ist in keiner Seife prärar'erl Er ;cri(hnnbrt Mit einem Sieb und an: einer Land leichte und »dnpert la? unglaub- lichste ist, wenn er eine .irrlostel au» dec jte&ic ober im Nacken mit tugebunbtnnt 'Augen ierirfinetoet, ohne Die lkr»on oct- legen D Kräutler Nandl und D'Gencr viaS, em Lbrr-und AiederbaverucheS Cxiginal Bauern Typen Duett mit ur- Kmi'chem .vumor, verstellt < oas Publikum angenehm unter Kalten, nafür ihnen der Beifall nicht auSblabt. Die 1 Silbersterne, ein prachtvoller eleganter BüKnenluftakt arbetttit nut eleganter Sicherd.it 3n Elfe von Elban, einer hier fdxn: bestcnö bekannter Künstlerin, erblicken wir die sehr clnke Cfh-jier*- fopiftin als Leutnant von Schlipvenbach Gerty Gold ernrut de Zuhörer durch anregende, prickelnoe Ehmison». Lilly Schwarzenberg, eine rvfdje Wienerin, bringt hübsche Lieder und •.um Bortrog. Siegmund !>: : in. ist ein geschickter Vertreter De« - Nicht zu vergessen find auch bie neuen Bilder des .Mtoltmeuin»- ?krnematograph, btc als vollgültige 'Programm-'Jiummcrit wirken — Im voroercn Restaurant ,st Bockbierfest mit »on^rt bet neu- engagierten Damenkapelle „Bonne fartunc". •• Kronbau ec'schec Ouartett - Verein. Ter Kartenverkauf zu dem am Sonntag im Klubsaale stattnndenden WohltatigkeitS-Konzert nimmt einen erfreulichen Verlauf, so daß anzunehmen ist, daß der Saal om 7. Februm kein unbesetztes Plätzchen mehr aufweisen wird.' Dec Verein läßt eS sich aber auch angelegen sein, seinen Hörern nui wirklich Gutes zu bieten, und hat neben seinen eigenen Gaben zwei . hervorragende Solisten zugezogen. Frau Berthe Boul in-Berg ist un5 zwar noch eine Unbekannte, der Ruf, der ihr aber vorauSgeht, läßt daS Beste erwarten. Alle Kritiken heben gleichzeitig das am meisten hervor, was eine Sängerin ziert: »schöne St» Ni mittel, niusika lisch vor- nehinec Vortrag'. Herr Davisson ist un9 als vortrefflicher Geiger wohlbekannt; bei den Kammermustkabenden des KonzertvereiiiS hat ec sich als würdiger Partner Professor TraulmannS und seiner Gciioffen erwiesen. •• GabelSbergcr Stenographenvcrein. Der zur Gabelsberger GeburtStagSfei -:c für heute angekündigtc Vortrag des Direktors Otto Bergen kann emgetretenec Hindernisse halber zunächst nicht stattsindeii. iS. Inserat). ♦* Evang. Arbeiterverein. Lbwoyl von verscbie- denen Seiten die Wiederlwliing des om 24. v. Mts. abgel-alteuen öjiaten Schaufpi. l^: „Die Sühne des Arbeiters" gewünscht imirbc, oll hier von einer nochmaligen Auisüchrung vorerst abgesehen werden unb zwar einesteils mit Rücksicht auf die in nächster Zeit m (Ziehen in Aussicht stehenden sonstigen Veranstaltung-n, anderseits weil befürchtet nnri», daß durch eine mehrmalige Aufführung die Wirkung des Stückes verloren geht. Dagegen soll, vielfachen Wünschen entsprecheiid, das Stück in Lollar ivicbfr- hvll werden. Auch ist die 26ieoerhvlung der geistlichen Muiik- üujrübrung dorr geplant falls sich in Butzbach ein pajfendcr Saal finden läßt, soll der Volksunterl-altnngsabend auch für den dortigen Evang. Arbeiterverein und dessen faeundc gegeben werden. — Die Hauptversammlung des Vereins sindet am Samstag abend statt. Außer Wahlen, Satznugsandermig ic. stehen sonstige wichtige Punkte znr Beratung. •• Im Verein fürFrauenstimmeccht spricht, wie mau uns schreibt, Vlittivoch, 10. Februar, Frau Dr. 2llt- mann-Gott Heiner über: »Die Frau in der Gemeinde." Die Rednerin ist wohl eine der sympathischsten Erscheinungen der modernen Frauenbewegting, sie tritt mit Wort und Schrift eifrig für die Interessen ihrer Geschlechtsgenossinnen ein. Sie ist 1. Vvisitzende dec gesamten Fraiieuvcrcinc von Frankfurt und deS Allgemeinen deutschen FrauenvecemS dort. Ihr Amt als 2. Vorsi,ende deS Vereins für Frauenslimnnecht hat sie kürzlich niedcrgelegt, da sie demnächst nach Mannheim übersiedeln wird, wohin sie als Dozentin der 9lotiona[- ökonomie an der Handelshochschule berufen wurde. " G i e u c n c i VolkSbad. Im Januar würben 7887 Bäder verabreicht gegen 8342 im Dezember mid 6710 im Januar 1908 oder im Turchichnitt pro Tag 254 Bäder gegen 269 im Dezember und 217 im Januar 1908. Der Besuch Hal sich im einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3667 Männer, darunter 682 zu 10 Psg., , 605 Frauen, , 61 , 10 , Wannenbäder 1. Klaffe 233 Männer, 75 Frauen, . 2. „ 706 „ 419 Brausebäder 1. Klasse 814 Männer, 155 Frauen, , 2. „ 882 , 123 , Dampl- ii. peißlnslbädei, sowie Maf'age zns. 193 Manner, 15 Frauen. Die Personenwage wurde von 16U Personen benutzt und d-iS Bad von 5 Personen besichtigt. " Winters reu den. Zwei junge Damen von dcr Rabenau hatten sich am Bahnhof zu L. durch Schn eeball- werfen so amüsiert, daß sie befchloffen, eine Menge Schnee mit inS Eoupee zu nehmen, um hier das Werfen fortzufetzen. Sie nahmen ihren netten Regenschirm, füllten ihn mit Schnce und wollten ihren Plan ausführen: aber durch das Gelächter einiger Herren wurden beide in ihrer Arbeit gestört. Beschämt schüttelten sie ihren Schirm, der völlig mit Schnee gefüllt war, wieder aus. • • Brief fendungen nach den Vereinigten Staaten. Heber die Franlierung der Briefsendungen nach den Vereinigten Staaten von Amerika scheint cm großer Teil deS Publikums «och nicht tut klaren zu fein. Wir machen deshalb nochmals darauf aufmerksam, daß die eingetretene Gebührenermäßigung sich nut auf Briefe bezieht, die auf dem d retten Wege — über Bremen oder Hamburg — befördert werden. Alle anderen Briefs endungen rm Verkehr mit diesem Lande unterliegen nach wie vor den Ge- bührensätzen des WeltpastocrcinS; Postkarten z. B. kosten 10 Pfennige. • • In Amerika verstorbene Hessen. C. Menzel aus (VeDcrn. 65 Jahre ah. ,u BrooAvn, N. H — Jakob Seitz aus Kirchha,n. 66 Jahre alt. zu New--)vrk. — öclnrid) Heil ans Benungen, 74 fahre alt, zu fauntain Cuv. DiSk. — Konrad Aichter aus Spi>5kappcl, 41 fahre alt, »u AUegdeny-Pittsburg, Pa. — Adolf H'Hnc auö veppenbeim a b. Wirie, zu SilFev Barre, Pa. — Jakob Übrig aus Lampertheim, 68 Jahre alt, ui Gbillicofe. — Daniel Giesler aus Frankenhcrg, zu Wa'hing. ton, D. kv • --= Lich, 3. Febr. Seit kurzer Zeit ist da» anonyme Brieffchreioen hier iviedcr so recht Mode. Hoffentlich bewahrheitet sich nun bald das Sprichwort: ,Dec Krug gebt solange zum Brunnen bifl ec bricht ? Hungen, 3. Febr. Heute abend würben am hiesigen Bahnhof zwei Handwerküducscheu verhaftet und in das hiesige Gefängm« eingeliefert. Sie hatten einem I Herrn au' dem Bahnsteig das Portemonnaie entivendel, was dieser jedoch sofort nach der Tat entdeckte, jo daß er die Verhaftung rechtzeitig env.ckeu konnte. ----- Wohn back. 3. Fcbr. Ta? diesjährige Bezirks- kriege rieft des KriegervercinSbezirkS Hungen wirb am 4 und 5. Juli hier abgebalteii. § Wettfaafen, 3. F.'br. D.r Nestor der Bememde- rechnet LberheffenS, ja jeden'allZ des ganzen GroßherzogtumS, ist der diestge lÄememderechner Heinrich Hörle. Geboren am 1. August 1823, steht der Mann im 86. LebeuSjahre. Leit den» Jahre 1854 versiebt ec daS Eemeindcrechneramt, also schon 55 Jahre lang. Daß bt: Gemeinde ben allezeit gewisienhaften Beamten, batet leberjr.t hilfsbereiten, freundlichen Mann zu schätzen weiß, zeigt sich in feiner Wahl zum LrtSgerichtSmann, zum Kirchen» und Schulvorstand. Auch diese Aemter bekleidet der Bejahrte schon 30 Jahre lang. Jüngst erhielt er daS Ehrenzcichen für treue Dienste, da« er redlich verdient hat. Trotz feines Alters ist der Greis noch riiftig. Möge dem biederen Manne ein recht glücklicher Lebensabend beschieden sein! ? Nieder-Ohm en, 3. Febr. Dem Knecht emes hiestgen MüllerS, der bei dem kürzlichen Glatteis vom Mullerwagen fiel und unter ihn zu liegen kam, wurde zur Iklinik noch Gießen gebracht. Jetzt muß ihm dort daS verletzte Bein abgeuommen ivecdeu. ? Büdingen, 3. Febr. Vorgestern werkte hier Minister Dr. Braun, uni die in Darmstadt gepflogenen AuS- gleichSverhandlungen nunmehr mit der Bürgermeisterei der beteiligten Gemeinden fortzusetzen. Wie vorauSzusehen war, wurde eine glatte Einigung auf folgender Grundlage erzielt: 6c. Durchlaucht der- Fürst eutichädigt die Gemeinden für den Verlust ihres IagdrechtS durck Zahlung einer angemessenen einmaligen Abfindung. Für ferne Person hat übrigens Fürst Wolfgang auf die Ausübung de« fo ec- worbenen IagdrechtS freiwillig und ausdrücklich Verzicht geleistet. — So wäre dieser Teil dec Mißhelligkeiten enbgiltig auö der Welt geschafft. 8 Kaulstoß, 4. Febr. (2d.) Insolge dcS rasch ein- getretenen TauwetterS ist die 9i ibb er in den Dörfern Burk- bardS und Kaulstoß über die Ufer getreten. AuS tiefliegenden Gehöften miißte daS Vieh auS den Ställen gebracht werden. — A e n U l r cckr st e i u , 2. Febr. Der BestMid der Arbeiter- Kolonie, bei am 1. fanuai 120 stellen- Dsid. Arbeitslose betrug, vermehrte sich im fanuar um 4, ba 31 Zugängen 27 Abgänge gcgcnübcrftanDcn. '.Koch ihrem o eburt-land waren von den am l. Febr noch in der Anstalt Befindlichen 36 auS Hessen, 18 aus Äefsen-Aafsau, 14 an» dcr preußuchcn Rbcinprovin;, 11 au4 dem Königreich Sachsen, 10 ans Payern ufro.: narti dem Berus ivor. u co 67 Arbeiter, 8 Schlouer, ic 5 Schreiner, Anstreicher, JXaurcr uiw. Von den zur Eiiilasfung Okfommcncit ging ein. r in Stellung durch eigenes Bemühen, 22 kehrten tun ihren Wunsch in die Familie zurück unb je 2 mußten als arbcitssck-eu bzw. krank cnt- lassen werben. 88 AuS dem VogelSbecg, 3. Febr. In diesem Winter hat daS Pelzwild eine Preisstufe erreicht, wie n:c zuvor. Vor mehreren Jahren bezahlte man den FuchSbalg mit 3 Vik.; man fand den Preis schon hoch, als er auf 6 Mk. stieg, jetzt wird er mit 9 Mk. bezahlt. Der Etem- mardec wurde seither mit 12 Mk. verhandelt, gegenwärtig gibt man das Doppelte, also 24 Mk. dafür. Dec Edelmarder, der allerdings immer mehr zur Seltenheit wird, hat sogar einen PrelS von 30—35 Mk. Daß da« Pelzwild so begehrt ist, läßt sich wohl lcicht erklären, sieht mau doch auch auf dem Lande viele Mädchen mit Pelzen, wenn auch von billigerer Sorte, gehen, was vor einem Jahrzehnt noch nicht der Fall war. Mainz, 3. Febr. Äic dcr „Neueste Anzeiger" meldet, hat sich ein Konsortium zusonun en gefunden, das aur hem Platz des Kötheclwfs und der angrenz.nben Häuser unter dem Namen „Kleines Theater" ein zweites Theater erbauen will, bas namentlich dem heiteren Genre, Lustspielen unb Cpctuticn uiw gewidmet sein imb auch wälirenb der fünfmonatlichen Ferieu des Stabttheaters in Tätigkeit bleiben soll X. Hanau, 6. Febr. Für ben seit Oktober v. I. er» ledigteu Direktorpost en an bei hiesigen Königs. Zeichen« akadenuc, Fachschule für bie EbelMetallindustrie, ist dcr m einer bedeutenden Bonner Silberwarenfabrik ui leitender Stellung tätige Modelleur und Zeichner Leven m Vorschlag gebracht worden. Die Berufung ivicd fedenfallü baldigst erfolgen. Tic Hanauer Edclmetallmdustric begrüßt das Vorhaben, einen Fachmann an die Spitze dec Schule zu berufen, aufs lebhafteste. Sch Fulda, 3. Febr. Durch die hiesige Schutzmann- 'chaft wurde heute em zugereister H an dwerkLb ursche verhaftet, der in Via ulbach bei Ricdergemünben (Cbcrhcffen) c,n Sparkassenbuch über 4fiO Mk. nebst AuZweiSpaplcren gestohlen hat. Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben ü d', h a r na a t e it 1 ■ i " । ' • meiftcr Raab mit 111 St'in'uen ohne <öegm!anfcibot micbet* - h - , - ; 1 r >f dem Angeklagten cm entsprechender Tcu bet Lösten auierlrjt. Im üttigen wurde cen L.rumng.n b: ‘-Kiigehagtcn üaüjegcbcn, ihnen lezug.ich bei unter Anklage gestellten beide» tringaoai au den Minister der Scho:, bet ß 193 *.ugebilligt u tmnad» auf fan- »'ptediung ersinnt Ti^Kosten hi i'ür würd'»der Ttaotskas .-aufer- legt. Tic Beo7Ündur«7 c Urteils gebt u» wesciulickeii baknn, daß die 3engen, Cbenötftrr tamnta unb Forsttvart Edelmann sich zwar V4/» Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht die Mitglieder von dem Ableben unseres langjährigen Vorstands- und Gzrenmitgliedes des Kameraden Die Beerdigung findet Freitag den 5. L Mts., nachm. S1/« Uhr ans dem neuen Friedhof statt. Wir bitten um recht zahlretche Beteiligung. Ter Vorstand. Georg Ferkel geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag den 6. Februar, nackm. 3 Uhr in Miinstcr, Industriestraße 5ci\ 34 statt. (796 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß uns unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Taute Kran Kathllrim PH. Wecker Wim. geb. Schwarz nach kurzem, schweren Leiden am 3. Februar durch den Tod entrissen wurde. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Wacker, Schuhmachcrmeistcr. Münster, Gießen, Offenbach, Woecchster, Nord-Amerika, Gerstungen, Schwentlingen a. Saar, 4. Fcbr. 1909. feine dienstlichen Verschlungen im Sinne der Eingabe schuldig gemacht haben, daß sie aber durch ihr Vorgehen den Anschein einer ungerechtfertigten Handlungsweise erwecken konnten. Die Angeklagten hätten sich imi guten Glauben befunden und auch keine Fahrlässigkeit in der Einholung von Auskünften bewiesen. Der Gerichtshof gibt zu, daß das von Ewald eingeschlagene Verfahren der Arbeiterentlohnung in einzelnen Fällen geeignet war, Mißverständnisse Hervorzurusen. Vermischtes. * Was einem jungen Mädchen passieren kann. Auf recht peinliche Art geriet die 17 jährige Schwägerin eines bekannten Berliner Cafehausbesitzers in den Verdacht der gc- werbsmäffigen Unzucht. Das junge Mädchen hatte vorübergehend bei ihrer verheirateten Schwester in der Mauerstraße gewohnt. Abends pflegte sic kleine Spaziergänge zu machen und eines Tages ging sie in der Mauerstraße auf und ab, da sie auf die Schwester wartete, die den Wohnungsschlüssel bei sich trug. Als das hübsche junge Mädchen von einigen .Herren angeredct wurde, treten nnvernrutet ztvci Männer auf sie zu und eröffneten ihr, sie mufften sie sistieren. Die beiden Mämrer, die sich als Kriminalbeamte legitimierten, nahmen die junge Dame ins Verhör und dos Mädchen wurde schließlich so verwirrt, daß es eilten falschen Namen angab. Alle Nnschuldsbeteuerungen hälfen ihr nichts. Sie mußte mit zur Wache und wurde dann int „Grünen Wagen" in Polizeigewahrsam gebracht. Von dort ging es nach dem Fröbel-Haus. Schließlich wurde das junge Mädchen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Bor einigen Tagen hatte die Siebzehnjährige vvr dem Jugendgericht BerliN-Mitte zu erscheinen und sich wegen — gewerbsmäßiger Unzucht zu verantworten. Wohl gab die Angeschuldigte kleine Liebeleien zu, doch die ihr vvrgcworfene Beschuldigung wies sic entrüstet zurück. Das Urteil lautete auf Freisprechung. — Vielleicht wäre eS angebracht gewesen, über den Charakter und das Vorleben der jungen Dame vor der peinlichen Gerichtsverhandlung Erkundigungen cinzuziehen. * Zarter Wink. „Holla, wohin so eilig?" — „Ich will jjitnt Postamt» um mich über die unverzcihlick-c Trödelei zu beschweren. Denken Sie sich, der Scheck, den Sie mir vor zehn Tagen senden wollten, ist mir noch immer nicht ausgehändigt." * Richtig. Er (zurcchtweisend): „Man darf einen Mann niemals nach seinen Kleidern beurteilen, liebe KlotNde." — Sic: „Sehr richtig. Ich beurteile ihn stets nach den Klerdern seiner Frau." Kleine TageSchrouik. Im königlichen Schloß in Berlin brach gestern vormittag ein Brand aus. Der Feuerwehr gelang es, icbc Gefahr abzuwenden. Große Schneeverwehungen führen m Suddeutschland und Oesterreich zu B er k e h r § st o ck u n g e n. Tie Ichelbahn ist verwebt, der Frühzug steckt bei Eugendorf; bei Werfel verwehte eine Lawine die Tiroler Strecke, auf der Vocklabruck- Hammerstrecke ist ein Zug seit 14 Tagen c i u g c i rf) n e 11. Im bayerischen Wald ist jeder Verkehr unmöglich und bei Egling ist ebenfalls ein Personenzug e i n g e s ch n e i t. . Der Rektor Koch und der Lehrer Seifert aus Thurm (Lachsen) stellten sich der Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung mehrerer tausend Mark der Schulivarkassengelder. Voraussichtliche Witterung für Neffen am Freitag den 5. Februar: Meist trüb. Starke Niederschläge, im Gebirge wieder in Schnee übergebend. Stürmisch. Kühler.'_____________________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Derr Bin. übt den allgemein üblichen Trick: sobald ein Verein im Interesse der Allgemeinheit etwas Ersprießlicises leistet, an dem sich Arbeiter an der Leitung beteiligen, sucht man ihn durch Denunziation zu einem politischen zu stempeln. Mich hierüber mit Herrn Bm. auseinander zusetzen, fehlt mir die Zeit und die Lust. Wie seit Jahren werde ich auch in Zukunft bestrebt sein, an dem' Platz, an den ich durch das Vertrauen der Mitglieder gestellt wurde, zum Wohle aller Bedürftigen meine Schuldigkeit zu tun. Der fast tägliche Zugang von Mitgliedern aus allen Kreisen der Stadt, beweist nur, daß unser Weg der richtige ist, und somit — Schluß. M. K. Handel. — Deutsche Orient bank. Die Meldung des Pariser Nouvelles, die Orientbank in Berlin werde für 1908 die Dividende äuf 5 Prozent, im Vorjahr 4 Prozent, erhöhen, wird als zutreffend bezeichnet. Auch soll sich die Nachricht bestätigen, daß die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung unter Hinweis auf das wachsende Geschäft beabsichtigt. Doch habe der letzte Plan noch keine bestimmte Fr»rm xingenommen. Dieses sei erst zu erwarten, wann die politischen Verhältnisse e» zulassen und wenn die schwebenden Erweiterungen für das Ausmaß der Aktienausgabe Unterlagen liefern. — Rio de Janeiro-Anleihe. 2 Millionen Pfund 5 °/ö Stadtanleihe mit Bundesgarantie ist in Sicht. Die Halste ist für London, der Rest für Deutschland und Holland reserviert. Der Emissionspreis beträgt 2Va Prozent. Märkte. X Kirchhain, 3. Fcbr. 2Iuf dem heutigen Rindvieh- m a r k t standen rund 250 Kühe, Rinder und Kälber zum Verkauf. Der Handel war matt. — Auf deni S ch w e i n e m a r k t, der mit etwa 450 Läufern und Ferkeln befahren war, zogen die Preise an. Es fofteten Ferkel 30-50 Mk. und Läufer 60-—90 Mk. das Paar je nach Größe und Qualität. fc. Frankfurt a. M., 4. Febr. (Telegr. Orig. - Bericht des „Gieß. 9(115.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebuiarkt- v r e i s c. Zum Verkaufe standen: 47 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 5 Bullen, 00 ans Oesterreich, 88 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 924 Kälber, 210 Schale und Hammel, 918 Schweine, 4 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Scbastämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 75—78 Mk., 2. Qualität 68—70 'Mk., 3. Qualität 58—60 Mk.: Bullen: 1. Qual. 64—66, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 68—70 Mk., 2. Qual. 58—60 Mk., 3. Qual. 46-48 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 90 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 2. Qualität 78—84 Pfg., Lebendgewicht 46-50 Pfg., Schlachtge'.v 66—60 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bis 00 Pig., 2. Qual. 58—60 Pfg. Schweine: 1. Qual. 70—71 Pf., Lebendgewicht 56,5—00 Pf., 2. Qual. 69—00 Pf., Lebendgewicht 56,0—00,0 Psg., 3. Qual. 64—67 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedruckt, Ueberstand unbedeutend. Limburg a. d. Lahn, 3. Febr. Fruchtmarkt. Durch- schnntspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 15,50 Mk., Korn 12,05 Mk., Gerste: Futtergerste 9,50 Mk., Braugerste 11,50-00 Mk., Hafer 7.50—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 5,56-0,00 Mk. Griginal-Drahtmel-nirgen. Paris, 4. Febr. Der „Tcmps" schreibt über das Verhältnis zwischen Frankreich, Italien n n d O e st erreich: Jtalicn ist für den Dreibund nicht sehr eingenontmen, aber es bleibt im Bunde. Es fühlt mehr Sympathie für die westeuropäischen Mächte als für die mitteleuropäischen, aber es fährt fort, sich den letzteren enger anzuschließcn als den crftcrat. Es will zwischen den beiden radikalen Lösungen, die sich bieten, nicht wählen. Daß cs vermittelt, das ist sein unbestreitbares Recht und für uns ein Grund mehr, es nicht zu einer Entscheidung auf zusordern, für die es sich nicht reis genug fühlt. Frankreich muß sich jede Provokation, selbst einer freundschaftlichen versagen. Wir können die Italiener nicht aus einen Weg drängen, den sie nicht einschlagen wollen. Paris, 4. Febr. Eine Petersburger Depesche meldet, daß der Lokalspitzel Asew gestern früh in Petersburg verhaftet wurde und vor ein Kriegsgericht gestellt werden nnrb._ In der Duma herrschte bei Bekanntwerden dieser Nachricht außerordentliche Bewegung. Inzwischen verlautet, daß der Ches des russischen Revolutions-Komitees in Paris, der Revolutionär Burt-- s ch e w, der bekanntlich als Erster das Lockspitzcltum Asews enthüllte, sich erhängt habe. Nach fieberhaften Krankheiten sowie bei großen Blutverlusten und überall da, wo nach schwerer Krankheit hem Blut die Kraft fehlt, den in all seinen Teilen geschwächten Organismus zu stärken, Dlphterie, Typhus, leistet anerkanntermaßen das Rheumatismus ::: BIOSON trinken die vorzüglichste, von keinem anderen Präparat erreichte kräftigende und belebende Wirkung, wie der Hausarzt bestätigen wird. Schon nach einigen Taffen macln sich der kräftigende, wohltuende und erfrischende Einfluß des Bioson int Allgemeinbefinden bemerkbar und nach etwa 14 Tagen bei täglich 50—70 Gramm ist in den meisten Fällen daS Bioson überflüssig. Dasselbe schmeckt und bekommt nut (deshalb auch für Kinder besonders geeignet». Erhältl. Kilo 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. [bI8,'i Influenza, Gicht, Lungenentzündung, Bronchial-Latarrh, Masern, Scharlach, Nun hab ich Ihnen gründlich die Meinung gesagt, Tffigg— und nun sollen Sie auch noch einen guten Rat hören Wenn Sie sich wieder einmal erkälten, bann taufen Sie W sich in der Apotheke, Drogerie oder Mineralwasserhanolung %S!Sg“ gleich eine Schachtel Sodener MinerabPastillen, aber die ächten von Fan: die gebrauchen Sie dann nach Vorschrift SÄwßj* und dann kann's Ihnen nicht wieder vasfieren, daß Sie Tage lang daheim hocken müssen. Die Schachtel kostet nur 85 Pfg., weisen Sie aber Nachahmungen entschieden zurück. 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