159. Jahrgang Dienstag 28. Dezember 1909 Nr. 304 / Dec Siebener Anzeiger f __ — . - - — WGlehenerAnzeigerW MS: Senera,-Anzeiger für oberheffen HW bis vörntittags^uhr^ Botationsbrud und Verlag der vrMfchen llniv.'vuch- und Zleiudruckerei B. Lange. BedaMon. Lrpedttion und Druckerei: Schulfiraße 7. 8n!eigattä?'H^Ve7. ttück- und 2lusblide zur inneren deutschen politif 2m „Tag" legt der Leipziger Historiker Professor Karl Lamprecht neue Gedanken über die innere Lage vor. Er schildert in dem bemerkenswerten Aufsatz, von dem wir nur vas Gerippe wiedergÄ^n können, die geschichtlichen Grundlagen, auf denen bw Streitfragen unserer Zeit entstanden seien. Seine Betracl)tungen klingen schließlich in einen schönen Optimismus aus und in Die Hoffnung, daß Herr o. Bethmann-Hollweg der „würdige Nach fahr des Reichs freiherrn aus den Tagen freiheitlichen Fortschritts Preußens" werden möge, womit deutlich die Wahlrechtsreform in Preußen gewünscht wird. Im einzelnen bringt Lamprecht folgende Gedanken vor: Tie Prvlleme, bi* in diesem Jahre unsere innere Politik be- wegen, sind vornehmlich die der Erziehung und der Verfassung Mtt der Mitte des 18. Jahrhunderts hat Lei unS das neue Zeitalter legcnnen, dem auch die Gegenwart noch angehört, denn noch [clai Goethe und Schiller für uns. Dor hmrdert Jahren, als das Empor kommen eines neuen Seelenlebens seit etwa 1750 in den weiteren Konsequenzen, die es mit sich brachte, mich einen neuen Staat forderte, lag eS in der Natur der Drnge, daß man diesen vor allem durch Lösung des Problems einer neuen Erziehung heraufführen wollte. Tenn die Revolution, welche Deutschland in das neue Zeitalter des Subjektivismus hineingesührt hatte, war wesentlich eine geistige gewesen, batte sich aus dem Gebiete der Phantasietütigkeit und ganz an erster Stelle in den Bereichen der Literatur und dessen, was man um 1750 schöne Wissenschaften nannte, vollzogen: Und so war es begreiflich, daß man aus dem Wege der höheren Kultivierung der Individuen den sichersten Weg zur Neubildung auch des Staates cinzuschlagen glaubte, der sich dann aus der neuen Kultur der einzelnen ganz von selbst ergeben wurde: und in Schillers Theorie der ästhetisclien Erziehung wurde der idealste und höchste Ausdruck dieser Richturig gezeitigt. Aber daneben setzte sich seit bcn neunziger Jahren, klassisch durch den Freiherrn vom Stein vertreten, eine realere Rich, tung. Auf ihrem Boden entstand gegenüber dem alten Naturrecht die Lehre vom organifajen Staate: von jenem Aufbau des Staats lebens, an dessen Ideal der Freiherr vom Stein Zeit seines Lebens gearbeitet und festgehalten bat, in dem sich auf dem soliden Unterbau örtlicher und regionaler Selbstverwaltung und unter Eiw- sdelluna aller Staatsbürger nach ihren besonderen öffentlichen Fähigreiten und Rechten der )taatlid)c Oberbau in einer der Monarchie zur Seite stehenden Bolts Vertretung erheben sollte, die treuer Ausdruck der politischen Fähigkeit und Pflichterfüllung der unteren Gliederungen märe. Es ist jene Lehre Dum organischen Staate, der wir, Minder noch des gleichen großen Zeitalters, auch heute noch nichts wesentlich neues anzufügen ober entgegen# zu stellen haben, deren Verwirklichung auch noch beute keineswegs gelungen ist, und deren Ideal, weil Ausdruck tieffter Eigenschaften des Seelenlebens unseres Zeitalters, uns allen, ohne Unterschied der Parteien, als erstrebenswertes Ziel gelten muß. Als sich, nach einigen Jahrzehnten der Ermattung, ün Laufe her dreißiger und vierziger Jahre Anfänge unserer politischen Parteien stärker bildeten, standen komervative wie liberale Tenler zunächst gleich entschieden auf dem Boden der organischen Staats- tbee. Aber in der Frage, wie diese zu verwirklichen sei, schieden sich ihre Anschauungen sehr bald. ES kam darauf an, in welchem Shute man baut den einzelnen Staatsbürger als Mikrokosmos m den neuen Aufbau einstellen sollte. Tas neuere deutsche Wirtschaftsleben und mit chm die soziale Umschiclstung unter seiner Einwirkung hatten um diese Zeit in Teutschtanb noch so geringe Fortschritte gamacht, daß von einem Aufbau nach den modernen sozialen Kategorien etwa von Unternehmer und Arbeiter neben bet Heranziehung der älteren Kategorien von Bauer, Bürger, Edelmann keineswegs schon die Rebe sein Bannte. Und so geschah, was Baum zu vermeiden war: die Konservativen wollten den neuen Staat auf der noch bestehenden, wenngleich veralteten sozialen Schichtung von Bauer, Bürger und Edelmann aufbauen und kamen damit zu dem Wunsche, den ständischen Staat der Vergangenheit unter irgendwelchen Abänderungen wieder aufleben zu lassen; die L i be raten, die auf den Flügeln des Gebankens trotz mangelnder sozialer Voraussetzungen nach vorwärts strebten, bretten sich an die individualistischen, dem AuSgange des veralteten Naturrechts an gehörigen Erfahrungen der französischen Revolution und erwar leien daS Sxü von einer den Individuen meckmnisch entnommenen, allenfalls noch mit einigen plutokratischen Motiven durchwirkten Volksvertretung. Was ist nun seitdem geschehen? Eins ist vor allem evident: der Rückstand, in dem sich die Nation in der Entwickirmg ihres Wittschasts- und Gesellschosts- lebonS befand, ist inzwischen gründlich beseitigt worden: ökonomische und soziale Entwicklung haben sich mit ihren Riesenschritten sogar an die Spitze des nationalen Fortschritte gestellt. Und so ist die Turchbildung des Idealstaales unserer Groswäter und Ahnen, natürlich unter den durch den inzwisdicn verflossenen Zeitverlaus bedingten Aenderungen, in der Tat nur noch eine Frage der Zeit. Es ist eine der vielen vorteilhaften Seiten einer Föderativ' verschsung in dem Leben der großen Nationen der Gegenwart, daß sie in den Bundesstaaten des großen öianzen ein um bcträdjrtidyc Grade voneinander abiveicl^endes staatlickrcs Leben zuläßt. Tiefe Eigcnsd-aft des Föderativsvaatcs erlaubt im Deutschen Reid)e die Fortt:ildmig der Verfassungsprobleme nicht so sehr im Reiche als in den Einzelstaaten; und längst schon ist dieser Umitmtb für die ruhige Entwickelung der inneren deutschen Politik von Bo- deutung gewesen, hat insbesondere Baden saft ständig und mit Erfolg als Erperimentierstaat für neue politische Absichten gedient. In diesem Augenblick aber ist diese Bewegung bis zu ihrem ersten entfcheibenben Ziele, bis zur inneren Vicubilbung des führenden Einzel staats. Preustm, fortgef dritten: und die Frage, ob und wie diese Umbildung erfolgen wird, beherrscht die deutsd-c politische Lage der Gegenwart. ‘ Wie aber die Tinge jetzt liegen, ist diese Frage zugleich auch eine Personalfrage. Lorn historischen Standpunkte aus darf man es aussprechen: die T i n g e s i n d r e i f, die Ernte wogt im Halme, und cs bedarf nur des krustigen Schnitters, der sie schreibe und einführe. Ein Staatsmann alw ist nötig, von großem Zu- sdpritt, von unverbrüchlid/em Ernste unb von innerlich wärmender, womöglich aud) nach außen züudenber Leidenschast. Wird er erstehen, oder ist er schon am Werke? In diesem Zusammenhänge wendet sich der Mick vieler vatcrlandliebcnber deutscher Männer dem neuen Reichskanzler zu. Wird es ihm gelingen, ein später, aber um so würdigerer Nachsabr des Neichsfreiherrn aus den Tagen freiheitlichen Fortschritts Preußens zu werben ? Wir hoffen und wünschen es von Herzen; und nichts in dec bisherigen Art des 9lustretens des neuen Kanzlers verbietet, gar sehr vieles dagegen ermutigt, mit Grund zu hoffen. Die auswärtige Politik in der französischen Kammer. Der französische Minister des Auswärtigen, P i ch o n, hat sich in der sranzöiischen Kammer wieder einmal die Erfolge feiner Politik bestätigen lassen. Paris, 27 Dez. Dir Kammer setzte die Beratiina des Budgets des Ministeriums des Aeußern fort. Paul Meunier fragte die Regierung wegen der Mitwirkung, die sie dem Werke der intet» parlamentarischen Konferenzen für den Frieden und die Schieds- gend)te angedeihen lassen werde. Minister Pichon erwiderte: Infolge der letzten Haager Konferenz brachte er zwölf Gesetzes- Vorlagen ein betreffend die Genehmigung von Schiedsgerichtsoerträgen; er werde es sich angelegen sein lassen, den zukünfttgen Verträgen die Bestimniung einzusügen, daß die Inanspruchnahme der Schiedsgerichte obligatorisch sein solle. Minister Pichon sprach sich dann anerkennend aus über die Initiative der interparlamentarischen Konferenzen und erklärte sich mit der Bewilligung einer Subvention für das Bureau in Brüssel einverstanden, bemerkte aber, daß es notwendig sei, daß der Verband der interparlamentarischen Konferenzen volle Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit bewahre. Auf die verschiedenen Anfragen über die auswärtige Politik erwidernd, legte Pichon dar, Frankreich leiste, indem es seine Verteidigungsmittel vermehre, der Erhaltung des Friedens einen dauernden und nützlichen Dienst. Frankreich habe seinem Bündnis mit Rußland Ententen und Freundschaftsbündnisse hinzugefügt, durch die sein Ansehen sich vermehrt habe. Die englisch-rusiiichc Aiutäherung sei ein Faktor von größter Wirksam-- tciu Eine äußerst lwrzlichc Entente Frankreichs mit England unb ein Einvcrstänbnis zwtschm Rußland und Italien habe sich ebenfalls burch die Begegnung der Staatsoberhäupter tunbgegebeji Pichon stellte sc st, baß bie Schwierigkeiten mit Deutschland bezüglich Marokkos bcsettigt seien. Das deutsch-französistlx' Abkomnicn, daS für beide Teile loyal und zweckentsprechend fei, habe ein sofortiges Nachlassen der Spannung zwischen beiden Völkern und eine Besserung der diplomatischen Lage m Europa zur Folge gehabt. Das Abkommen erstrecke sich jedoch nur aut die marokkanische Frage. Es sei falsch, wenn man sage, daß es auch auf die Bagdad-Eisenbahn- oder österreichische Frage Bezug habe. Der Minister gab der Sympathie Frankreichi für die Häupter der neuen Türkei Ausdruck, die aus der französischen Verfassung Anregungen geschöpft hätten. Pickwn stellte weiterhin fest, daß die Regierung in ißonstantinopel alle Anilrrngungcn mache, um die Ordnung in Armenien wieder herzu stellen. hierauf wurde eine Tagesordnung, welche bie Erklärungen ber Regierung billigt, durch Handauf- heben nahezu einstimmig angenommen. Die beiden Zrerndenmorde in der Türkei. Die „Nordd. Mg. Zta." schreibt: Heber btt Ermordung beS deutschen Reisenden Burckhardt unb bes früheren italienischen Koniularagcntcn Benzoni liegen genauere Nodfrichten noch nicht vor. Nach Mitteilung ber türltschcn Behürben würben btc beibat Reisenden auf dem Wege von «-ans nach Rlokka bei Tais von Ausständischen ermordet. Einige Gendarmen ber Begleitung wurden verwundet. Wo die Leichen sich gegenwärtig befinden, ist noch unbeFannt Die deutsche Regierung tat al-balb in Kvnstvn- tinopel die erforderlichen Schritte zur Verfolgung ber Schulbigen. Die Pforte teilte mit bcm Ausbruck beS Bedauerns mit, daß die streng st e Untersuchung telegraphisch angeordnet roorben sei. Die Reisenden waren vvm italienischen Konsul in Hodeida vor dem Reiseantritt auf das Gefährliche des Unternehmens hm- gtioiefen worden. Burckhardt war fdjon int Jahre 1907 bei feinet letzten Anwesenheit im Pemen von dem kaiserlid)en Botschafter in Konstantinopel schriftlich darauf aufmerksam gemacht worden, daß angesichts der dort herrschenden Zustände keinerlei Garantie für seine Sicherheit bestehe. Gegenüber anders lautenden fUietbungcii wird sestgestellt, daß Bnrckl)ardt keinerlei amtlidfe Beziehungen oder Aufträge gehabt hat unb ün Keinen lediglich als Privatmann gereift ist. Konstantinopel, 27. Dez. Wie der Wali vom Kcmcn telegraphifd) mitteilt, ist ein Sergeant unb ein Genbarm ber türh|d>cn Eskorte des ermordeten Deutschen Forschers Burckhardt und des Italieners Benzoni verwundet worden. Zur Perfol gung der Mörder sind türkische Truppen entsandt worden. Der Sturz des Grotzwestrs der Türkei. Konstantinopel. 27. Dez. Verbürgten Nachrichteü zufolge hat die jungtürkische Kammerpartei infolge der Aufregung, welche die Lynch-Affäre int Lande hervorgerufen hat, beschlossst, einen Wechsel in der Person des Großwesirs zu verlangen. Der Führer der Partei, $>alt, wird den Beschluß unverzügiich dem Großwesir Mitteilen mit der Aufforderung, zu demissionieren, wenn er seinen Sturz in offener Kammersitzung vermeiden wolle. Ter Botschafter in Rom, fcafti Bey, welchen die Partei zum Großwesir ausersehen hat, erklärte sich unter gewissen Bedingungen bereit, den Großwesirrat anzunehmen. Gerüchtweise verlautet dagegen, daß ber Botschafter in Lonbon, Tcwftk Pascha, bet hierher berufen werden soll, Großwesir wird. Nach einer anderen Version soll Tewfik Pascha zum Botschafter in Paris ausersehen sein. Deutsches Reich. Man schreibt uns aus Ber (in: Die Bestrebungen der konservativen Partei auf Schaffung eines großen deutschen konservativen Volks-Organs, das gleichzeitig die Interessen Gietzener Stadttheater. Preciosa. Schauspiel von P. A. Wo l s f. Musik von K. M. v. W e b e r. Die sentimentale Zigeunerromantik, dic von mehr oder minder begabten Schriftstellern in allen nur erdenklichen Tonarten immer aufs neue behandelt wird, hat der Pre- ciofa keinen Abbruch tun können. Wie das Werk mit der feinen Musik Karl Rtaria von Webers vor nahezu 90 Jahren die Welt begeisterte, fand es auch gestern hier wieder eine überaus freundliche Aufnahme, obschon Heute Mißstände und widrige Zufälligkeiten den reinen Gewiß erheblich beeinträchtigten. Dadurch ging z. B. der holde Reiz bes zweiten Aufzuges fast vollständig verloren. Der nahezu ununterbrochene Lärin hinter ber Bühne zerstörte jede tiefere Wirkung und der mißglückte Aufbau des Wasserfalles, der das ganze Gerüst sehen ließ, er|tufte alle Einbildungskraft schon im Keime, obwohl gerade hier ein besonders prächtiges Bühnenbild hergenchtet worden war. Vielleicht empfiehlt es sich, vor diesem Autzug euie größere Pause mntreten zu taffen, um bie verwickelte Buhnenetn- richtung in aller Stahe Herstellen zu. können, bamü eine vollkommen ausgeglichene, durch feine äußerlichen Um* stände gettiibte Vorstellung möglich ta Sieht man von diesen, für Die Stimmung ,o ungemein wichtigen, Nebensächlichkeiten ab, so ist nrtt den hier zur Verfügung stehenden Mitteln alles Erdenkliche geleistet wor- den, wenn auch über den rein künstlerischen Erfolg des wet- 1 ter eit zu reden wäre. . , . Jin Vordergrund des Interesses und amh^der gesamten Ausführung stand natürlich Fränzt Ko ch ata 4^10)0- Anfangs etwas deklamatorisch, erl)ov sic sich im ^,aufe der Dor- stellunq zu einer Höhe, die 191er anmutigen -Schönheit und ihrer lieblichen Darstellungskunft emen^vollen Erfolg brachte, obwohl der Lärm hinter der Buhne ^^sellor> auä) die Künstlerin ungünstig beeinflussen mußte. D^U tie trotzdem wacker aushtett, fei besonders anerkannt. 3Zielleicht wäre es empfehlenslvcrt, wenn sie dL> un Aufzuge (Einsam bin ich) nicht ans dem Fell en 1 ingcn roui be, wenn man auch dadurch auf das ntalemsche Bild Verzicht müßte. Die Stimme klänge dann zweifellos besser ins Haus. Don den übrigen, nur kleinen Rotten ist nicta Dtul zu sägen. Karl Marx ata. Alonzo war nicht ganz aus der Höhe; er skandierte die Verse gar zu sehr. Ada Pauly kam als Zigeunermutter mitunter zu stark ins Keifen. Biel Beifall fand der derbe Schloßvogt, den Hermann Norden mit spaßhafter Würde umgab. Eine hübsche Gestatt machte Karl Volck aus dem Eugenio unb auch Kurt Gühne als Francesko unb Hermann Bakof als Ferdinando spietten beide mit gewohnter Kunst. Bon den übrigen wären in erster Linie Ferry Daubal als Räuber- hauplmann und Elly G ü h n e als Clara, bann noch Edgar Pauly als Contrerar zu nennen. Recht hübsch war der Ziaeunertanz. Die Chöre, die durch den Maschinenbauergesangverein unb mehrere hiesige Damen verstärkt waren, hielten sickf, ebenso wie das Orchester unter Hermann Weinacks sicherer Leitung recht tüchtig. K. N. ♦ — Der Darmstädter Richard Wagner-Verei,, hat in dem zu Ende gegangenen Jahre wieder eine lebhafte Tätigkeit entfaltet. 16 Pereinsabende haben fiailgchmben. Seinem Zweck, aufstrebende Tonjetzec vor die Oeffemlichkeil zu bringen, Hal der Verein diesmal nur einen Abend geweiht, der bcn Schweizer Emil Frey voriichrte. Auch ber junge Wiener Friedrich 'Mayer führte sich sehr günstig em. Ten vier liieberabenben ber Tarnen Cahier, Culb, Tebogis unb Tessoir steht das gesprochene Wort von drei Veranstaltungen gegenüber: Thobe, Possart, Wolzogen. Tie Pstege ber Jnsiritiiicntalmusil kam nicht zu kurz: wir hörten (zum eiftenmale) bas Seocik- und baß Posi-Quarletl, be» Pianisten L'amonb, die Geigerm Stefi Geyer unb bas Meininger Hoiorchefler unter Berger. Feiner ist der hislorijche Abend des Ehepaares Kuhn-Vruniicr zu nennen : Deutsche Romantik im Liebe. Ter Slorm- Mörikc - Abenb halte bie Wirkung eines planlos zusammengewürfelten Haufens von Liebern. Tas 5tonzert des Wietzbabener Bach - Vereins, der geschlossen hernberkam, brachte Bad) als Hnmoristen. Die Zahl ber Mitglieder hat die 1000 zuweilen er* reicht und überschritten. — Dem Erwerber ber Florabüste, Geheimrat Dr. Bvbe, hat eine Anzahl von Aunstfreunb-en fvlgenbe Abress > geschickt: „Sehr geehrter Lxrrr Gchnmrai! In bcm Streit um die F-lorobuste bes üaiser-Friedrich-L'iufeums, der ausschließlich vor ein Fvinim von Kmrsthilwrikeru gehört, jinb gegen Sie unb Ihr Wirken böswillige und unverständige 'Jingrifje gerichtet worden; es sind Behauptungen gefallen,bie so sehr mit dem, was wir im langfährigen Verkehr mit Ihnen erlebt und gesehen haben, m Widerspruch stehen, daß wir uns gedrungen fühlen, das Wort an Sic zu richten. Aus Ihrer wissen,chaittia>en Tätigkeit haben wir mit Freude und Genuß immer von neuem Belehrung geschöpft unb vielfältige Anregung genommen. Sie hobst uns iu das Verständnis der allen Kumt unseres Vaterlandes eingcführt. Sie hoben uns das Werk Rembrandts vor Augen gestellt, das Gebier der Majolikn und der alt-orienlalischen Teppiche uns erschlossen und unsern Blick für die Schöpfungen der italienischen Plastik geschürft. Mit wachsender Bewunderung haben wir die Entwicklung der Berliner Museen verfolgt, in die Sie seit mehr als einem Menschenalter an versdsiebenen Stellen machtvoll förbernb emgeguffen haben, bis Sie sich heute anschicken, in einem groß angelegten Plan bcm ganzen Organismus eine einheitliche Gestattung zu gebgr Am Imueitcn aber zeugen für Ihre schöpferische Tätigkeit die jetzt im Kaiser-Fricbrich-Muscum vereinigten Saimn- lungen; uisbefvndere ist es bie plastische Abteilung, oie Sie aus kümmcrlidxn SLnrängen unb mit äußerst geringen Mitteln, mir vermöge Ihrer überlegenen Kennerschaft unb Ihres tief ern- drrngenben Verständnisses, bis zu einem Umfang imb auf eine Löhe gebracht haben, bie ihr bcn Platz neben dem Florentineo Nationalmuseum anweist. Ihr sicherer Blick und die rasche 6ni> schtosfenheit des Zugreifens l-aben Ihnen zu mancher Eroberung' für die itonigL Museen ver^rlfen. Zu groß denkend, um am Amtlichen zu hasten, haben Sie, das Vorbild eines Sammlers, den Deut)eben Sammler angeregt und gefördert. Und sind nicht auch in solchem Wirten für bcn Privotbesitz Ihre beherrfdxmde KennMiS des Morst cs, Ihre scharfe Kritik, Jl/rc weitverzweigten Beziehungen ber Bereicherung txs nationalen Eigentum an Werten oller üunst zugute gekonrmcn? Wenn heute von mancher Seile l’iiügunü zu Worte gelangt, so möajten wir Ihnen sagen, baß wir Ihnen bankbar finb. Dankbar für das, was Sie geleistet haben, unb für bad, was Sic uns i'inb." Unter ben Unten» Zeichnern ber Abressc bemcctat nxir aus Köln oie Herren: Am. 0. Guilleaume, Th. v. Guilleaume, Louis Hagen, Mb. Freiherr v. Oppenheüu. — Schienthers neues Rücktrittsgesuch. Hofrat Schlenlher überreichte dem Oberst Hofmeister Fürflen Monteiiuovo abermals, unb zwar bieämal schriftlich, (em EntlasjungSgejlich, in bem er seine sofortige Emhedimg von der Burglheaterbiietiion verlangt. Der Oberflhoimeister behielt sich die Entscheidung vor. Schlenlher Dürfte bis Ostern, vielleicht auch bis Ende ber Spielzeit, die Geschäfte noch führen. Es ist, wie das ,B. T.' mittetlr, nicht ausgeschlossen, daß nach dem Weggang Schtemhers ein Provisorium eintritt, in bcm bie Regisseure Thimig und parlmann die Amtsgeschäste des Hoitheaters fuhren, wie feii»erzeil Sonnen- thal nach beni Rücktritt Wübrandts, — Sdit Dahn, ber am 9. Februar sein 75. Lebensjahr tollenbet, imrrbe auf fernen Antrag, wie man aus Breslau rnclbet, mit Rücklicht out sein Alter ton feinen Amtsp lichtsi als Professor ber Rechte an ber Universität Breslau vorn ciu>e des Monats März ab entbunden unb erhielt ben Stern zmp Krvnenorben zweiter Klaffe. her Landwirtschaft, Industrie, iiituliianb und her länig^rrtuei ‘Ärfcitenchan i?-rrt'ten Zollte, und weit vor allem darauf ge- richtet, tte erwrderlichm Mittel «um Tlnlauf emH breite be» stehendeu ItmienxttitxiT Crqe**. - unh einen Ausbau m dem g-.^aebten 5 nnr zuiamm.-nzubringen Ur'p:. itgltdi rolili neben der ,,Staa:S- Lu r 9ertu nV' auch oas „Tcuudu* ^ollsblntt tüt Stadt und ^and" ton Reimar fc>obbtna in Berlm m Aussicht goxmrown fein. der Irrla i r*-. genannten Bla:'es »edoch mctteilt, ist man an chn Ui?: *r nicht beranfletTden, und der Verlag wehrt sich auch baqecm, das, »ein Blati konservativen Tendenzen huldigt, es >« vielmehr «-in Blatt, das aud» in freifonfetMliDen und narivnal- ,ibercl». Ans Athen wird gemeldet: Ter Abgeordnete Nalliz griff in der Kammer heftig die ^Regierung wegen ihrer finanziellen 'Maßnahmen göns legten im Namen ihrer Bezirfovereine Kranze nieder. Ein Schlaganfall hatte den 61 Jahre alten Mann in Bad 9taul)eim betroffen, da er dort seinen Sohn besuchen wollte. 8. Groß-Bieberau, 27. Tez. Unglaubliche Rph- heilen li-ßen sich am ersten Feiertage Burschen ans Wembach zu Schulden kommen. Sie durchzogen während des Gottesdienstes in angeheitertem Zustande die Straßen und verletzten mit Stöcken und geöffneten Mcffcrn zahlreiche Personen, darunter durch Stiche fünf verheiratete Männer. Auch ein dem Tragonerregiment Nr. 23 Angehöriger hat sich an diesen Exzessen beteiligt und dabei mit blanker Waffe einen Knaben verfolgt, der sich nur durch die Flucht in sein Elternhaus reiten konnte. Der Bürgermeister, der einschreiten wollte, ivnrde mißhandelt. Endlich schloß sich eine Anzahl der Kirchenbesucher zufammen und vertrieb die Burschen. v. LauuSbach, 27. Tez. In der Weihnachtswoche wurde der Wanderhaushaltungskurius durch eine uffcnrlidK Prüfung beendigt, zu ivelcher itreidbeDatierter Evers, ^reisschul- uispekior Geibtt, Bürgermeister Braun, sonne bic Kreistagsmu- glwdcr Enler-Ldenhamen uno PanS-Wibmar erschienen luaren. A,ic 22 Teilnehmerinnen an dem Murin» sind lamtlid) in der Jigarrininbufme beschä'tigt und niußteii 7 Wochen ihrem Berufe fcmtlciben. Tie PrüfungSkommissnm sprach ihre volle Befriedigung über die unter Lcunng von Fraul^n Alüllci erzielten Erfolge aus. Ter zweite Kursus schließt sich unmittelbar an und wird in Leun abgebalten ss Marburg, 27. Dez. Hier ist die Mitteilung eingetroffen, daß der Minister dic städtische höhere Lehranstalt anerkannt und dem Protektorat deS Prootnzial- SchulkollcgiumS m Kassel unterstellt hat. Uniocrfität**21adirid?tcn. hc- Darmstadt, 27. Te» Dr. Wilh. Pinder, Prwat- dozenl hir neuere Geschuht an der Universität Würzburg, erhrett einen Lehrauftrag als Vertreter des beurlaubten ordentlichen Professors Dr. Rudolf K-autzfch an der Technischen Hochschule zu Darmstadt auf drei Semester. Vandcrn und Helfen. * Der Zweigverein Laubach de- Bogel-derger Löben-Klub- bat für da- Jahr 1910 folgende Monat-- wanderungen festgesetzt: 16. Januar: Laubach, Freicnseener Pilaiizgatten, Weickartshain, Grunberg, Reumühle. 4 Stuiiden. 13. Februar: Laubach, RupveitSbarg. Platte, Glaubzabl, Nchda. 41/* Stunden 13. März: Laubach, Jägerhaus, Ginart 3bau’en, Sdxllntwf. Ruppensbürg. 4'., Stunden. 10. Avni: Lauda Ettingshausen. SchlNenbcrg, Lich. 5l/t Stunb.iv 5. Mai: ^vimmcliahnswanLerung): Mücke. Kratzberg, Büß'eld, voaüxrg und llmgcgcnd, Riedergcmünden. 6 Slunden 22. Mai: Auß^r- programmlichc Nachmittag-Wanderung nach Grünberg. Zufammcn- fuiut mü den Zweiwerrinen Grünberg und Frankfurt. 19. Funi: Londorf, Nordeck. Ällendon, Elimdach .Ä'venkivpel, Vangcluein. Gießen. 6 Stunden. 10. Zuli: Lautertzad». Er'cnbach. vochwald- bauicn. lauiftdn, vodercdstoof^ Schotten. 7 Stunden. 21. Äugust: Büches. Hardegg, Ronneburg, »amjcünbau, Elnhausen (gemeuk- am mu dem 9uxigoerrt Bom Zeppelio 3. Fried r i chShnten. $4. Trv Bei der 3ertxhn-®elerj*j<» ist die Mitteilung emaetroiren, die HeereSverwaUung deadftchiuie nicht, den «Zeopelin Ul' zu erwerben. vermischte». • Dured die Stürme bei Lporto ist auch der beflHd-c Dampfer „Sacksen' gestrandet, er ist edevs.-. wie der „Nefwr" al- verloren su betrachten. — Zufolge der Uebcrfd>rocmming durch den D ero sind fast aLe Leichter verloren: mfolgcbcfjcn können bie Seedampf er tn Leftroen, dem Hafeuorte Lportos, feine ^'aduna erhalten Die Sdnfiabrt ift durch treibende Wracks gefährdet — Im Osten der Bereinigten Staat en von Amerika wütete zwei Tage lang ein äußerst heftiger Schnee- sturm. In Chelsea ,Ma,sachusets) wurden durch nnr Sturmflut brn Personen aetdtet, 1500 cbcart:;?# Die größte Schneehobe betrug 28 Zoll. In Newyorf sind nach den bishe-igen Festftellungen fünszebnMenschen dem Sturm zum Opfer gefallen. Der Erfettbah»-, Zele- phon- und Telegraphenverkehr ist gestört. * Charta t te Eo rdav vor ihrer Tat. CfnteTrffjue neue Slu’idjGh'ie über das Wesen Charlotte ^rbao-.v über ihre Iupci-ch. djrai Entwickeluirg-gang und chr Leben in« zu bert ^agc, da sie ihren phantaivichen Plan, durch die üTnwrbene MavatS, Frankrrrch ten der Tyrannei der Su-ajünx-närr zu br- freien, zu verwirklichen sich anfdjidte. bringt ein neues kxbai w Paris endnatau» Werk, in dem Sugöne Terooncr sansthert und Milde. Sie tz.nr»chM cm kleines Zimmer, ohne Parl.u, ohne Ploivnd, nur ein A.nün da, das M einem bunLicn £>ui iübrtt. Keinerlei Abenteuer dran>i^t l'io) in ihr einfach geregeltes Leben. 20le NaL-orschmig.i» te» Itätigen, daß Charlotte feyr zurückhaltrnd nxn; Oer Former hör ein einziges Keines Billett von ihrer van» gesunden, ui dem i?e sich sehr höflich, aber auch fast frostig kühl fm ein Band vxMB bedankt, bai Leravalier ihr gesandt und gewidmet Bon ihn» Zimmer aus mochte sie die von den Jakobinern vertriebenen C>iw» buten vorüber flüchten gesehen haben. In dein schmucklosen kleine» Raume entsdand auch der finstere Plan, den sie bi? zur Ausfudrinq streng in ihrer Seele verborgen hielt. Mit seltsamer XOltbähi* feit trifft sie alle Vorderermngerr. packt heimlich ihre Resielss-» Niemand von all den Leuten, die sie bet ihrer Tante um ieye Znt gesehen, bemerkte etwas Ausfällige-: erst nach dem Besannuocttn» der Tat meint man sich zu cruincm, sie fei bisweilen,nervöser g» wesen wie sonst. Am 5. Juli 1763 geht sie nad) Xkrpn, um ex Verwandte zu beiuchen Sie finbet frone, l^autter bc Villers bae VLudhüllen von Erbsen. ,^Fch komme dir Adieu zu sagen." fa-tt Charlotte, „ich habe eine Reise zu machen." Sic schien i> > . aber beherzt. Plötzlich nahm sie eine Erbsenhülse, z.isrock s» m der Hand und warf die Erbsen aus die U'Tbe Tann umani:; heftig Frau Gautier uich eilte hasttg davon Zu Haus« Uinn sie tne Wertstatt des Tsiäüers Lnncl, der im Hinlcrbauf.' wohaßI Lunct spielt mu seiner ,>rau narren. Charlotte IkoIoii tne . .iocr deS Tischler- mit nachdenklicher Miene, ^hirngs id: u in mit der Faust auf ben Tifch und sagt: „Man »U nicht • mol ein Marat habe Frankreich beherrscht ' Sie eilt davsn uwb läht die Tisck.lcrsleute verbluist zurück. Am sestgesetztcu 2ag. «- lätzt sie ihr Heim. Auf dem Hoie noch gibt sie oem einen ii dM*r* kmde ihre deicbenftifte und Papi er. „vier, oae ist iur dickt a schön brav und unuirmc mich, bu wirst mich nie rotdkn#beit** Dann schritt sie leicht und schnell der PosMa.'.on zu, ihrer Tat und ihrem Schicksal entgegen. • Englisch-deutsche Mischsprache. Tie geringe Widerstand^krast des Deutschen gegenüber frembeu Sprackien zeigt sich besonder- in solchen Gegenden, wo d'.e Deutschen unter Engländern leben. Da da- Englische grev Aehnlichkeit mit dem Demschen bat, so werden englische Wörter ohne Bedenken in die deutsche Rede eingemengt, und so entsteht oft eine wunderliche Mischsprache, vert: nn Tanger gibt in feinem Buche „Die Entzlünoerei tn der deutschen Sprache' lBerlin 1909, 1,20 Mt.) eine Hcib: ergötzlicher Beispiele dafür, so folgendes: Der deuttlhe i'ot- schafter sitzt an seinem Arbeitstisch und klingelt na* o- m Diener, einem Deutschen. Dieser tritt herein und verneigt sich mit den Worten: „Erzellenz hoben gebellt." «er wundert blickt der Botscl-afker empor und tragt ihn, was er gesagt habe. In voller Unschuld wieoerholt der D .ncr seine Worte: „Ex^ellenj haben gebellt." Erst al# der Botselfter ihn antährr: „Bin ich denn ein Hu»id?", mrrt. der Unglückliche, daß er Englisch-Deiits* gesprochen be: (bell — Klingel). In Amerika nennt man diese- engb1** Deutsch Pennsylvanische- Deutsch. — Em nach Amerika au-gewanderter Deutscher schreibt an seine Angehörigen tn her Heimat: „Mir acht cs hier sehr aut Ich habe tror Lotten und eine Liese, ich gehe betteln uno bahr einen guten Stock in der Hand" Da- soll beißen. <' habe zwei lots (Bauplätze,, eine lease Pachtung, er v-.* hausieren (do pcodle) und habe ein ansehnliche- W^reiilnarr (stock- zur Berfuaung Durch solche Vermengung beut "hrr und englischer Wörter können so wunderliche Satze eul* stehen, tote folaender: üui Deutscher geht mit c.nem Trunk in der Hand durch eine Elle tn ferne Residenz: läßt er sich einen Besen geben, um iid: zu w^itder, bürstet seinen Kot und ißt Motten. Er hatte sick» er fang« durch feine Leber sein Vieh verdienen mui(rr Spater kam er in eine Bank, wurde Teller mit g«Uer Sellerie unb schickte am Iahre-schluß ein schöne» Ec - b* nachtsgift und einen Neu iahr wisch in 6 c alte Heimat trunk — Koffer, nllep - Allee, (Mfedxn rofidenc. — Wohnung, basin * Waschbecken, coat -- Rock, mulioa — Hammelbraten, labour — baue Arbeit, fee — L la- teilet — Kasfengehilfe, „Zähler , falarn - Gehalt., sulait # gift — Geschenk, nnsh Wunsch. e T af tIf reuben einst und letzt, emre aunäuiB' reichen T^ralcub zwi'chcn der Ernährungsweise umarr Kr»4l« and den Möglichkeiten, die der Nahrungtzmarkt .'vn hewe a»2 dar mutteren und niederen Ständen butc, jiebt G. o in einem fesselnden Aufsage, den rr un Raun oeroftentticht. Er unlei uckrr zuaächst das r.Tblünentw Anwachsen bei i i.. 3 verbrauchten Nahrungsmengen, Die in Innern B-rhalwiS freheu *■ w. Kaiserslautern Blumenkohl Arrak Rum Nähere Auskmift und Anmeldungen täglich. 16906 Marie Sack, akad. ansgeb. Lehrerin L 55 und 85 Pfg. Ananas in Glasern Ecke Wcstanlage. Lchanzcustraße 22 v. 1 Pfd.-Dose 75 Pfg. Garten-Erdbeeren [09792 Großen-Linden, den 28. Dez. 1909. Pfg. Pfg. Gebrüder Berdux Volt. Fernsprecher 231. Bahnhofstr. 27. Weinhandlung Seibel Telephon 2093 Ludwigsplatz Gute billige Marken. 6716 6585 Neuenweg 28. - Feine Mass-Schneiderei - Englische ID amen-Kostüme Kopfsalat Kognak meidung von Ansteckung. B50',____ Ananas in Ve und Dosen Ananas, frische Früchte fuhr eine Nachichubmchchine auf einen mit Urlaubern besetzten Zug. 13 Soldaten wurden dabei leicht verletzt. K o n ft a n t i n o p e l, 27. Tez. Infolge der Verschlimmerung der Lage in Deinen wurde der Bali, der 'zugleich Müitävkvm- MMtdaiit ist, Abgelebt und durch den Bali von Adria.nopel ersetzt. Gehn. Weil Neustadt 10 GIESSEN Fernspr. 506 Dez. Bei Neu-Demba ch Original-Drahtmel-ungen. Paris, 28. Dez. Gestern abend gegen 11 Ulyr. als in der Over dos Ballett beginnen sollte, crtlunen die Mitglieder des Balletts, daß lic nur dann ihre Tätigkeit auinehnren würden, wenn einige von ihnen gestellte Forderungen an getrommelt intirt n Ter Tirekwr versprach, btc Wünsche wMwollend yu prüfen, woraus nach einer Vieitälstuude ötc Vorstellung wrtgesetzt würd'.' Mäuse - Rottcnvernlgt Ücker.Es schmeckt prächtig' 2.50,lMPf. Berlauis- stelle: Pettkan-Avotb.,ÄrcuzvU2. Hochfeine Pnnsch-Essenzen Alles in div. Preislagen in Vi und ’/i Flaschen. Bowlen Weine, 1/i Fl. von 65 Pfg. an Apfelwein-Sekt Frankfurter Export-Apfelwein, 1 Ar. 40 Pfg. Zn Dresden ift in der Nacht zum Samstag Erzellen» Ernst von Mendelssohn-Bartholdy im Alter von 63 Jahren einem .Herzschlag erlegen. lieber die psychiatriiche flhnit der Universität T rn g ift von den deutschen und tschechischen ärztlichen Standes- Vereinigungen wegen NichtbewiUigung der Gehalts'order- ungen der Assistenzärzte der Boykott verhängt wordeti. Die Assistenzärzte kündigten zu Neujahr. Rändel. — Im Konkurs p i nt m e l r e i ch soll eine Schuldenlast von Mk. 250000 sestgeiteUt sein, einschließlich der Forderungen der Verwandten. Tic Gläubiger erhalten ca. 8 Proz. ihrer Guthaben. Privat-Lehr-Institut für Schnittzeichnen n. Kleidermachen Der Unterricht in den Vor und NachmittagsKursen beginnt wieder ab 5. Januar 1910. Prospekte zu Diensten. empfiehlt ihre vorzüglichen Rhein- und Moselweine zu den billigsten Preisen. Rot- und Südweine, Schaumweine, ferner Liköre und Kognak, franz, sowie gute deutsche Marken. Rum und Arrak, Punsch-Essenzen Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser geliebtes Töchterchen Hedwig plötzlich in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Albert Schimmel. Heuchelheim, den 27. Dezember 1909. , Die Beerdigung findet Mittwoch den 29. d. M., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Bachstraße 20, aus statt. [6913 * Boshaft. „Meine Frau ist stets sehr wählerisch gewesen!" — „T a s finde ick nicht." * Schlau. Fremder (heim Empfange des LaiideSmridm, zum Bauer': „Sagen Sie mir, warum ift nur gar so ein riesiges BöllergeMalle?" — ,La, düs is nur, damit der Fürst nct merkt, was unser Scchtl-c für dummes Zeug daherrcd't!" Kleine Tageschronik. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres heben, unvergeßlichen Töchterchens Martha Christine sagen innigsten Dank Ludwig Luh IX. u. Familie. Reste Neu einactroffeu: Rette zu Kinderkleidern, Blusen, Hauskleidern, Straßenkleidern, Paletots, Herren-und ttnabcn- Anzügcn, einzelnen Hoien mW., sowie ganz kleine Nette für Puvvenkleider re. Gießener Rcste-Lager den ungleich geringeren Mengen, mit denen vor IOC Jahren die VJicnicueit sich begnügten, und führt dann aus, wie nicht nur die Masse sich verändert hat, sondern vor allem auch die Güte r'l-r Nahrungsmittel. Nicht weniger wie die Moden der .stleidung i>d in der Ausstattung des Heimes, bei denen man mit altüber - nommenen Degriften längst neue Vorstellungen verbindet, haben sich mr-' bir Nahrungsmittel verändert. Was wir heute Brvl, Fleisch, Fisch, Gemüst, 3uder odsr Ocl nennen, hat nur noch den Namen g.mein mit dem, was unsere Vorväter vor 100 Zähren unter di'-'er Bezeichnung aßen. „Nehmen roir z. B. das Fleisch. Tas j7chsenfleisch, das Kalb- oder Kuhfleisch, daS heute gegessen wird, is! ,..n>rvrdentlich verschieden von dem, was man vor 100 Jahren io nannte, wenngleich vom zoologischen Standpunkt aus gesehen fre Tierart sich nicht verändert hat. Wenn man das Gewicht der im Mittelalter geschlachteten Fleischtierc mit dem Gewicht der heute geschlachteten vergleicht und prüft, wieviel Fleisch burdv iclnnttlich jedes Stück seiner Art geliefert, so stellt sich heraus, daß die heute geschlachteten Tiere durchschnittlich doppelt so viel Fleisch geben als die .Schlachttiere der Vergangenheit: d. h., daß das Vieh heute doppelt so fett ist wie früher. Da dir fischarmen Schlachttiere der Vergangenhett das gleiche Knochengerüst, die gleichen Muskeln und Nerven wie das neue Zuchtvieh hatten, so mußte ihr Fleisch verhältnismäßig viel größere Mengen für die Ernährung werttoser (Stoffe beherbergen. Sie schmeckten also auch anders und man mußte viel mehr genießen, unt den gleichen Nährwert zu erzielen, wie man ihn heute mit einer weit geringeren Menge erreichen kann." Nicht geringer sind die Wandlungen beim Fisch. Sowohl die Fischsorten wie die Stände, denen Fischnahrung zugänglich war, haben sich völlig verändert. Was man in Paris vor 100 Jahren „Seefisch" nannte, das waren ausschließlich gesalzene Fische, denn ohne Einsalzung hätten sie eine Reise garnicht überdauert, obgleich man damals nicht so empfindlich mar wie heute und sogar Wert darauf legte, bin Fisch nicht allzu frisch zn essen. Das Meerschwein, der Seehund, das Walfischfleisch, das in früheren Jahrhunderten an den vornehmsten Tafeln gereicht wurde, ist heute völlig aus dem In der Wohnung des Württemberg. Gesandten in Berlin, Freiherrn von Barnbühler, erfolgte eine Gasexplosion, wodurch schwere Flügeltüren eingedrückt Schlösser gesprengt und Glastüren zersplittert wurden. Sämtliche Fenster des Licht- sck.achtes wurden zertrümmert. Ter 41 Jahre alte Diener Joses IZimajk hat schwere Brandwunden erlitten. Anscheinend ist • der Gasometer undicht geworden. Lekannlmachung. Hugnit Äinig, D,-n»m°nn Sir. 5, Ich-W" Wrß,n aus bem Jnlnwl brr a.r.iflinannrr aui urb bat hänbtguyg brr von tbm bintenrgrrn Strnfttain ■ - . 3 SKjrnigtn, weicht ilnlprumt an ■»*«"““” au3 brr Eit«f4ap beb König al» Sienflmann erbeben zu 9bi ' 8 Ea„„ b-< hiermit auf, solche bet 'Jieibung bei binnen ° .tagen . uns vorzubringcn. Gießen, den 27. Dezember 1909. Großherzogliches Poltzeiamt Gießen. Reinhart. Wandlung, bei der Nahrungsmittel, die ihren alten Namen behielten, ihr Wesen und ihren Verwertungskreis verändert haben, zeigt sich auch beim Geflügel. Ter Schwan und der Pfau sind von unseren Tafeln verschwunden: noch im 14. Jahrhundert bezahlte man einen Pfau nach heutigem Gelde mit rund 24 Mark. Mastbühner waren in früheren Zeiten eine Seltenheit, die nur den Großen dieser Welt und den mit Glücksgütern reich Gesegneten erreichbar waren. Man überließ die vühner sich selbst. Man kannte zwar das Mastverfahren, aber man wandte es nicht an: das Getreide war zu teuer. Das wird bewiesen durch den gewaltigen Preisunterschied, der das Mastgeflügel von dem gewöhnlichen Geflügel jener Zeit trennt. Für ein Masthnlm wurden im Mittelalter 12, 14, 16 ja selbst 20 Mark bezahlt, während im gleichen Jahr in der gleichen Gemeinde gewöhn liche vühner das Stück zu 1 Mark bis 1,60 Mark verkauft wurden. Man ersieht daraus die Seltenheit des Mastgeflügels und zugleich die mangelhafte Güte der gewöhnlichen Hühner, die mager waren und wenig Fleisch gaben. Eine ähnliche Verbesserung der Verhältnisse zeigen Butter, Käse und Milch. Tic Zahl der Kühe hat unverhältnismäßig stark zugenommen; dazu kommt noch, daß noch vor wenigen Jahrhunderten die Kübe nur während der Dälfte deS Jahres Milch gaben und die übrigen 6 Monate ist Wald und Feld sijch mehr oder minder selbst überlassen blieben. Im Winter gab es infolgedessen keine frische Butter; man zahlte für das Pfund Butter dann 4—6 Mark. Zur Zeit Ludwig XV. bezog man dann die Butter fässerweise aus. Irland: heute beträgt der Butterverbrauch von Paris genau das Zehnfache von dem, was zur Zeit Napoleons I. an Buller verbraucht wurde. Auch der Weinverbrauch hat sich geändert: man bewahrt den Wein heute in Flaschen, während man ihn früher direkt vom Fasse tranl. War das Faß einmal angebrochen, so hielt sich der Wein nid)t lange und daraus entwickelte sich auch der Brauch, das Faß Wein der Dienerschaft zu überlasten, sobold die „Faßbarre" erreicht war, d. h. fobald das Faß halb leer war. Ter Genuß von Likör und Spirituosen war unseren Vorfahren nicht bekannt, sie tränten fast nie reinen Weingeist und bereiteten nur in kleinerem Maßstabe sehr milde, zarte Liköre. Alles in allem zeigen diese Umwandlungen, daß fist' in der Ernährungsweise die Klassenunterschiede gemildert haben; der Reiche hat durch die Wandlungen des Nahrungsmarktes nicht viel gewonnen, während doch die kleineren Stände sich heule Geirüsse leisten können, die ihren Vorvätern versagt bleiben mußten. Enthebung von Neujahrs-Glückwünschen. Neujahr 1910. Wie in früheren Jahren, so bitten wir auch bei dem bevorstehenden Jahreswechsel zur Entbcbuna von Neujahrs-Glückwünschen durch Besuche und Karten der hiesigen SUeintinber - Bewahranstalt eine Gabe spenden und einem der unterzeichneten Herren übermitteln zu wollen. t _ , . _ , Durch Veröffentlichung der Namen der Geber und Geberinnen im „Gießener Anzeiger" noch vor Jahresschluß wird eS allgemein anerkannt, daß alle Genannten von Abstattung der NeujabrSbciuchc, sowie vön Zusendung von Neu,abrSkartcn bei Jedermann für befreit gelten und ihrerseits beides nicht beanspruchen. Die Unterstützung, die hierdurch zugleich der genannten Wohl- tättgkeits-Anstalt mit ihren 260 Kindern gewährt wirb, ist eine sehr schätzenswerte, um die wir herzlich bitten. Gienen, 24. Dezember 1909. Pfarrer Ausscld. Pfarrer Bcchtolsbcimcr. Stadtrat Helm. Stadtrat Jann. Nirchenrat Dr. Naumann. Pfarrer Schwabe. Weinhändler August Schwan.lv"'>. Portwein und Punsch-Essenz (ö. Earl Schroeter in Hanau a.M.j schmeckt und bekommt vorzüglich sowie Schwedisch. Punsch, Arrak und N um-Punich, Arrak dc Bat. und Rum de Jam. empstehtl F. Schott i®10 Bahnhofstraße, Ecke Wolkengafse Verzeichnis der Tafelfreuden gesttichen, während in bat letzten 40 Jahren die Fischerei ihre Erttägnist'e mehr als verdoppelt hat. Allein in der Stadt Paris ist der Fischverbrauch seit 1789 um das Zwanzigfache gestiegen, währepd die Nachfrage nach ge- falienca Fischen, die noch zur Zeit Ludwig XV. im Jahre etwa 8 Millionen Pfund ausmachte, heute nur Inoch 900 ÖOÜ Pfund beträgt. Der kleine Mann ißt heute frischen Fisch, was feinen Vorvätern niemals möglich war, denn die damaligen Preise für Fische waren so hoch, daß nur besser gestellte Bürger sich diesen Luxus leisten konnten: der Hering z. B. kostete dreimal so viel wie heute. Um 1226 wurde in Aisne jemand verurteilt, „einen K ab elf au zu stellen und in Ermangelung eines solchen dann einen Lachs." Man würde heute diesen Lachs, der als notdürftiger Ersatz des Kabeljaus galt, zweifellos vorziehen: man sieht daraus, daß der Kabeliau im 13. Jahrhundert ein sehr seltener und schwer erhältlicher Leckerbissen war, ohne daß man zugleich folgern dürste, der Lachs wäre um jene Zeit billiger gewesen, -’n;an zahlte damals für einen Lachs, der die Tafel des heiligen König Ludwig gieren sollte, 120 Mark nach unserem heutigen Gelde, und im 14. und 15. Jahrhundert schwankte der Preis . des Lachses je nach der Größe zwischen 40 und 6v Mark. Diese' der Gawmeter undicht geworden. Frische Fische Mittwoch früh 9 Uhr bestimmt eintreffenb: Blutfrische Nordsee Schellfische per Pfund 35 Vsg. Pa» kopfloser Kabliau Pfund 22/25 Pfg. Frische Bratfische Pfund 15 Pfg. -jz Frische Karpfeu Pfund 80 Pfg. • Kelimmtmachmig. Da sich erfahrungsgemäß in der Neusahrsnacht und am Neujahrs- tage häufig Ruhestörungen und llnglücksfälle «eignen bringen mir nie Verhütung von solchen in Erinnerung, da» das Abbrennen von Feuerwerkskörpern sowie das Schießen am den ötrafeen und innerhalb der Hofreiten verboten ist, insbeiondere warnen w'.r nachdrücklich vor dem im verflossenen Jahre beobachteten ebenen von Feuerwerks!örpern rc. ans den Fenstern auf die Straße und sogar QUf M-Ätt"g°mach-N wir dl- Sänbler mit -x°i°sw°n Stofien, 9jeuern>=rfäKr»en> kJ bataui aufmertfam, das da- Slbgeben ,-lch-r Swffe an Personen, von denen ein Mißbrauch zu beiurchien ist, mLndere an alle Personen unter 16 ordnuna für das Großherzoglum Hetzen, Unfug mit den Sachen getrieben werden ,oll. Gießen, den 27. Dezeniber 1909. _ 6 Groftherzogllches Poltzetamt Gießen. Reinhart. )tad)e. uh; icgeniiber I«®“ Gegenden, ® ■■ >as «ÄigWA , werben # SeeingmeO" spräche. RtJ eine Der heutig klingelt"^ «ein«"» ”5: gebellt.' * «i011??! r. SS; i l'AXii?' 6t Kc'; gerb««2 et« w*; - b nie lflr‘r,, ri. \\ t int“?* I ^i»dS! feget 6*;» N'i« 'Ä- • Q.^ vfatttib», I fee ? neues s^ Mtice aur 1 Nüüc. teA ’Msk NW ntaitat T- Kn imifik, u. « N'ti- Kindes, ^sln unb go- ud ihre Unrc-.' w W btros em Bnicha fe ind Raynol. ’sj m Marmtai L nivMlcn in 6a irb, aber botp \a xn einiama c. btc ^ivotber, 1 h!e Durchsicht'.. I ugen Marei: I isdrua und Stiel ilbt Sie bci'sl nb, nur ein i Abenteuer fcl Nachforschung:» ri r; der ZvMir efunben, in tat : ein Band timtet. Von ie vertriebenen tzAs schmucklosen bis W Ausiiid2 eltfamer Mid lich ihre Reift: : Äme um jene. dem Bckmutlvm Äveilm,nervöjei^ ich Lerivn, umtl lier de Billers i n M jagen/1 M ic schien sehr ter- enhülse, jcibrct Tarnt irniürK:: Zu Hause ks , hinterbaus: b* Zählings ■ \m soll nicht T- rie eilt Mn - estgesetzien t dem einen das ist für W ' ch nie iviedelM tarion zu, i^ " Fürsergestelle für lungenkranke (Medizinische Klinik, Klinikstraße). Sprechstunde: Jeden Mittwoch abend von 6—7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Ver- Ein Deckbett mit 7 Pfund doppelt gereinigten neuen Federn gefüllt Mk. 9.50 12 — 14.70 16.50 22.— rc. l/ioeon «it 2 Pfund Federn gefüllt IXIbbtiri 3— 3.60 4.40 6.20 rc. Vollständige Betten Heinr. Kreiert Ploekgtr. 11 rorm. Jul. Fischer. Plocksstr. 11 2 Pfd.-Dose Mk. L30 Pfirsiche 2 Pfund-Dose Mk. Miurdarmeu per Stück 10 per Kiste, 26 Stück, Mk. 2.— Apfelsinen, per Dtzd. 35, 50, 60 und 100 Lingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publilum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 25 i e f cd. In letzter Zeit Heil Weihnachten^ werden die Bewohner von Wieseck durch das Lärmen, Schreien. Singen und Schießen die ganze Nacht hindurch im Schlafe gestört. Wo ist Polizei und Nadüwächter? Oder sind die Na^ - Wächter bloß zmn Uhrenftedtcn da? Es wäre dock) an der Zeit, dem Spinnstubenunfug endliw cm Ziel zn feben._______________ Amtlicher Wetterbericht. Deffentliehe Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage leit Montag früh: Unter dem nachhaltigen Einfluß wett nach Süden sich erstreckender Tieldruckgebleie im Qloibiuelic.i 6uropa5 dauert für die Jahreszeit ungewohntict) mildes, feuchtes Wetter an. Auch die obersten Teile der Atittet- gebirge haben noch 5—6 Grad Wärme heute morgen, die Ebenen 8—10 Grad. — Das Tiefdruckgebiet über Schottland verstärkt sich bis zum Sturmwirbel bei östlicher Zugrichtnng und bringt ein stärkeres Auffrischen deS Südwest. Ans der Rückseite dieses Wirbels kann in den nächsten Tagen mit Abkühlung gerechnet weiden. Welteraussichten in Hetzen am Mittwoch dem 29. Tezember 1909: Regen, starkwindig und stürmisch auS Südwest, mild. Glesien Dauerhafteste L iffflO »a laufen Überall erhältl/cfi} 3. Mittwoch den 29. 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