159. Jahrgang Dienstag 30. März 1909 ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheßen Bezugspreis: monatlich 75 vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen inonatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., aiiswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u. Land" und „Gerichts- Rotationsdruck und Verlag der Vruhl'schen Univ.°Vuch- und 5teindrnckerer R. 5ange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchuistraße 7. §°geigenteüC:6:^ar93betf erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamilienblätter; zweimal wöchentl.Ureis- blatt fürder. Kreis Giehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitsragea Fernsprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die TagcSnummer bis vornrittags 9 Uhr. $ 1 Tie^cutige Nummer ^rmfatzt 14 Seiten. Line Marlnedebatte im englischen Anterhause. Wie der deutsche Reichstag, so hatte auch d.as englische Unterhaus gestern feinen großen Tag; wie dort, so wurde auch hier viel über das Verhältnis Deutschlands zu England debattiert. Aber während dieser Teil der Debatte im deutschen Reichstage ruhig und sachlich behandelt wurde, zeigte das englische Parlament eine gewisse Nervosität. Zunächst begründete der Konservative Idee, der sich schon neulich sehr scharf über die Regierung ausgesprochen hatte, wegen der englischen Flotte, die durch die letzt im Bau begriffene deutsche Flotte bald überflügelt werde, ein Tadels Votum. Der Premierminister selbst k>abe das Land in Warm versetzt, und nun herrsche im Lande große Besorgnis, und der Premierminister habe nichts getan, um Beruhigung Ku schaffen. Deutschland, so führte er zum Schluß aus, sei völlig in seinem Recht gewesen und es sei sehr sonderbar englischerserts, Deutschland des Verrates zu beschuldigen, wenn es offenbar keinerlei Geheimnis ans seinen Absichten gemacht habe. England habe keine spezielle Beschwerde gegen Deutschland, d.ie Beschwerde richtet sich gegen die englische Regierung, die England in diese Verlegenheit gebracht habe. In seiner Antwort führte der Staatssekretär Grey aus: Das Haus und das Land) haben vollkommen Recht, die Situation als enrst anzusehen. Eine neue Lage ist für England geschaffen worden durch das deutsche Flottenprogramm. Ob es nun schnell oder langsam ausgeführt wird, die Tatsache seiner Existenz kennzeichnet die neue Lage. Wenn das Programm ausgeführt fern wird, wird Deutschland eine Flotte von 33 Dreadnoughts haben, und diese Flotte wird, die m ä ch t i g st e sein, die die Welt jemals gesehen hat. Sie nötigt uns, unsere ganze Flotte von neuem ausznbauen, ausgenommen, soweit wir bereits Dreadnoughts haben. Das ist die Lage so, wie sie ist. Was wir aber nicht wissen, ist die Zeit, in der wir es zu tun haben werden. Das ist der Punkt, wo Ungewißheit herrscht. Ich gebe zu, daß über den Ausgang kein Streit herricht, nämlich, daß wir, um der Stärke der deutschen Flotte, wenn sie fertig sein wird, zu begegnen, eine neue Flotte zu bauen Haven werden, mächtiger, als wir sie bisher gehabt haben. Für jede Reibung, welche sich aus diesen Debatten ergeben würde, sei die Negierung verantwortlich Eine stetige, automatische Beantwortung eines Programms mit einem entsprechenden Programm habe diesem gefährlichen Aufschub vorgebeugt und die Welt gemahnt an die britische Unbeugsamkeit in Frage der Vorherrschaft zur See. Wir wissen, was wir früher oder später zu tun haben werden. Wir kennen aoer nicht den wirklichen Zeitpunkt. Das erste, wofür wir Vorsorge zu treffen haben werden, ist unsere Befähigung, zu bauen. Nachdem sich Grey über diesen Punkt und über die von der Admiralität zu treffenden Maßregeln des längeren ausgelassen hatte, fuhr er fort: Da in diesen Verhandlungen ,o viel über Deutschland gesagt worden ist und da es sich so sehr um die deutschen Schisfsbauten handelt, mochte ich einen kurzen Ueberblick über die diplomatischen Beziehungen zuDeutschland noch geben. Die Konferenz von Algeciras war beschlossen und nahm ihren Verlauf in der ersten Zeit unserer Amtstätigkeit. Während dieser Zeit bestand zwischen uns und. Deutschland wegen diplomatischer Verwickelungen, die alle Welt lennt, eine Periode diplomatischer Spannung. Mit Schluß der Konferenz aber hatten wir nur über Fragen zu verhandeln, die uns direkt betrafen und. die diplomatischen Beziehungen waren fortlaufend glatte. Die Tatsache allein, daß die Beziehungen fortlausend glatte waren, bedeutet, daß sie sich im Laufe der Zeit besserten. Dann kam der Besuch des deutschen Kaisers in London, ein Besuch in jeder Beziehung befriedigend und gut ausgenommen. (Beifall.) Soweit es sich um diplomatische Beziehungen handelt, hat sich, seitdem die gegenwärtige Regierung im Amte ist, ein ruhiger Fortschritt in der Besserung gezeigt. Bis hin zu dem Besuche des Königs in Berlin, solange die Möglichkeit vorhanden war, daß die marokkanische Schranke, die in Algeciras bestand, rvieder zwischen uns aufgerichtet würde, hatten wir ein gewisses Gefühl der Entmutigung, daß die augenblickliche Besserung wieder zurückgedrängt werden könnte, durch die iit akuter Form wieder austretende marokkanische Frage. Diese verschwand mit dem französisch-deutschen Abkommen. Und was nun unsere künftigen diplomatischen Beziehungen zu Deutschland anbelangt, so sehe ich einen weiten Raum, in welchem wir beide in Frieder: und. Freundschaft wandeln können. Zwei entlegene Dinge könnten einen Konflikt Hervorrufen. Eins ist der Versuch, Deutschland zu isolieren. (Beifall.) Kein Staat von der Stärke und Stellung Deutschlands würde eine Politik der Isolierung, die von benachbarten Mächten verfolgt würde, dulden. Ich möchte bemerken, daß unter den letzten Vorkommnissen nichts grundloser, nichts schlimmer war in seiner Wirkung, als die Behauptung, daß irgendwelche Meinungsverschiedenheiten, die wir in Beziehung zu dem nahen Osten mit Oesterreich hatten, diktiert worden seien von der Tatsache, daß Deutschland Oesterreichs Freund ist. Die Debatte schloß bann damit, daß das konservative Tadelsvotum mit 353 gegen 136 Stimmen abgelehut wurde. polttefctye Cagesscharr. Dir Budgeikommisfiou des Reichstages erledigte gestern die (State des Relchsschagamles und der Reichsschuld mit kleinen Abstrichen. Entsprechend dem Jstergebnis des Jahres 1907 werden in den Einnahmen am Anteil des Reiches am Reingewinn der Reichebank 16 Millionen abgesetzt. Damit ist die Elalsberatung erledigt; das Etatsgejetz rvurde genehmigt. Dienstag: BeteranenbethiUe. • Die Reichstagskommissiou für das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb beendete am Montag die zwe i t e Lesung des Gesetzes, wird aber nach Ostern noch einmal zusammentreten zu einer juristischen Redaktion deS Gesetzes; inzwischen sollen nämlich die Juristen der Kommission über den Begriff des Schadenersatzes in Gemäßheit der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches versuchen, nähere Bestimmungen zu treffeii. Bei dem sür den Detail handel wichtigen § 10 wurden dte Beschlüsse erster Lesung bestätigt. Danach kann durch Beschluß des Bundesrats sestgesetzt werden, daß bestimmte Waren im Einzelverkehr nur in vorgeschriebenen Einheiten der Zahl, des Maßes oder des Gewichtes, oder mit einer aus der Ware oder ihrer Aufmachung anzubringenden Angabe über Zahl, Maß, Gewicht oder Ort der Erzeugung oder der Herkunst der Ware gewerbsmäßig verkamt oder feil- gehalten werden dürfen. Die Regierungsvorlage sah auch die Äitgabe der Beschaffeiiheit und der Zett der Erzeugung vor. Das hatte die Kommission in erster Lesung gestrichen, und lehnte auch in zweiter Lesung den Antrag der Konservativeii ani Wiederherstellung dieser Worte ab. Den Schmiergelderparagraphen 10 a, den die Kommission eingefügt hatte, hatte die Regierung für unannehinbar erklärt. Daher wurde jetzt m zweiter Letung, unj das Gesetz an dieser Bestimmung nicht scheuern zu lassen, die Voraussetzung des unlauteren Verhaltens des An- gestellten oder Beauftragten eingeiügt. Tie Besiimmtmg lautet jetzt: Mit Gesängms bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 5000 Alk. oder mit einer dieser Strafen wird, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine schwerere Strafe verwirkt wird, bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbeiverbes den Angestellten oder Beauftragten eines geschäftlichen Betriebes Geschenke oder andere Vorteile anbietet, verspricht oder gewährt, um durch unlauteres Verhalten des Angestellten oder Beauftragten bei dem Bezüge von Waren oder gewerblichen Leistungen eine Bevorzugung für sich oder einen Dritten zu erlangen. Eine entsprechende Bestiimnung gilt für den Angestellteii, ober Beauftragten. Um einem Tenunzianonsunwesen vorzubeugcn, wurde aus Antrag Dr. Junck (natl.) diese Sache zum Alntragsdelikt gemacht. RLeines — Das Todesurteil über Jesus. Wie verschiedene Blätter zu berichten wissen, ist kürzlich bas Todesurteil über Jesus gefunden worben. In der Kapelle von Caserta befinbet sich eine Platte, bie in alt hebräischer Sprache ben Urtext des von dein Landpfleger Pontius Pilatus über Jesus Christus gefällten Todesurteils enthält, '.iad) einer Uebersetzuug durch eine Kommission der Vereinigung für Künste in Paris hat das Urteil folgenden Wortlaut: Urteil, gesprochen von Pontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, dahinlautend, daß Jesus von Nazareth den Kreuzestod erleiden soll. Im siebzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius und am 25. Tage des Monats März in bet heiligen Stadt Jerusalem, als Ananias und Kaiphas Priester und Oberpriester Gottes waren, Pontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, auf bau Präsidialstuhle Paätous sitzend, verurteilt Jesum von Nazareth, an einem Kreuze zwischen zwei Schächern zu sterben, da große und notorische Zeugnisse des Volkes aussagen: 1. Jesus ist ein Verführer, 2. Jesus ist ein Aufwiegler, 3. Jesus i|t ein Feind des Gesetzes, 4. Jesus nennt sich fälschlich Gottes Sohn, 5. Jejus nennt sich fälschlich ilünifl von Israel, 6. Jesus ist in ben Tempel getreten, von einer Palmen in ben Hauben tragenden Menge gefolgt, befiehlt dem ersten Centtiriouen OuiriliuS Cornelius, chn zum Richtplatz 311 führen, verbietet allen armen und reichen Personen den Tod Jesu zu hindern. Die Zeugen, welche den Urteils!pruch gegen Jesum gezeichnet haben, sind: 1. Daniel Robani, Pharisäer, 2. Johannes Zarabatel, 3. viaphael Robani, 4. Caper, Schriftgelehrter. Jesus wird cmS der Stad! geführt iverden durch das Tor Särena. Sur_ Seite des Textes steht die Bemerkung: Eine gleiche Platte ist jedem Stamme übersendet worden. Es ijat bisher noch nicht ermittelt werden körnten, wo diese Platten geblieben sind. — Wilhelm von Humboldts Briefe an eine Freundin sind in der letzten Zeit häufig Gegenstand lebhafter literarischer Erörterungen gewesen, weil es sich herausgestettt hat, daß C H a i [ o 11 c Tiedc die Empfängerin vor der Veröffentlichung tiefgreifende. Acnderungen vorgenommen hatte. Der Briefwechsel dehnt sich über 13 Jahre vis zu Humboiois Tod aus und hm viel dazu oeigetragen, daß Charlotte Liede in ihrem viel- beweglen, sturmvollen Leben nicht gescheftert ist. Die Worte des reifen, geistig abgeklärten Mannes waren ihr eine rechte Stütze und ein dauernder, wertvoller Antrieb, nach den Höhen eines edlen, freien Menschcnrumes zu streben. In unierei' Zeit erst hat sich, wie erivähnt, herausgestellt, daß Charlotte der Aufgabe, die Briefe Herauszugeben, nicht würdig gewesen ist. An unendlich vielen Stellen hat sie kleinere und größere eigemnächrige Äende- rungeit vorgeuommeu, längere Abschnitte, ja ganze Briefe fort- gelassen und dadurch Humboldts wahre Meinungen in ivesentlichen Punkten, so z. B. soweit sie jein Verhältnis zu Goethe betreffen, verhüllt und geradezu verfällcht, indem sie sie ihrem befdjränften Standpunkte anpaßte. Nun veranstaltet, sechzig Jahre nach dem ersten Erscheinen des berühmten Buches, der Insel-Verlag eine inhaltlich ganz neue, die erste autl-enrische Ausgabe, die Alberi Leitzmann nach den zum großen Teil noch vorhandenen Originalen bearbeftet Hal. — Hilfsaktion. „Im Deutschen Reich, im Deutschen Reich ist Hiljsattion, ist Hilfsaktion, ist Hilfsaktion" — so könnte man heute nach einem betämuen Gassenhauer fingen; denn so oft wie im Grünewald Holzauktionen waren, so gibt es jetzt in deutschen Landen Hilfsaktionen. Fliegt eine Dynamitfabrik aus, so wird eine „Hilfsaktion" inszeniert; verkracht eine Bant, so trird vou anderen Banken über die Einleitung einer Hilfsaktion verhandelt; werden durch ein Gvuvenungluck Bergarbeiter verschüttet, so wird eine Hftfsaktion in Szene gesetzt; wird eine Stadt durch Erdbeben zerjlört, wird eine Landschaft durch Ueber- schlvemmung verwüstet, oder geschieht sonst irgendein großes Unglück, — es ist zehn gegen eins zu wetten, daß eine Hilfsaktion organisiert wird. Wie heißt es doch auch? Grvßart-g fei der Mensch, hilfreich und gut! Und darum ipreche er beileibe nicht nur von Hilfe, Unter|tü&ung, Mithilfe, Beiyilfe, Hilfeleistung; er leiste auch nicht etroa nur Beistand oder Hilfe, nein er organisiere Regirrnngsrat Martin vor dem Disziplinarhof. Bor bem kaiserlichen Disziplinarhof in Leipzig würbe gestern gegen Regierungsrat 'Jtiibolf Martin-Berlin ver- hanbelt. Die kaiserliche Disziplinarkarnmer in Potsbam hatte Martin zur Dienstentlassung verurteilt, bagegen hatte der Angeschulbigte, ber persönlich erschienen war, Berufung eingelegt. Der Disziplinarhof erlannte jetzt bas Urteil für zu Recht bestehenb. Die Entscheibung ber TiSziplinarkammer würbe unter Verwerfung der Berufung bestätigt und bie Kosten bes Verfahrens bem Angeschulbigten auferlcgt. Der Disziplinarhof hält in allen vier Punkten der Anklage ben Angeschulbigten des Dienstvergehens überfuhrt und nimmt au, baß dieser eine Reihe von Artikeln per „Rhein.- Westf. Ztg", die gegen den Grasen v. Posadowsky gerichtet waren, inspiriert habe, und baß er in einer Zuschrift cm die „Germania" sich in taktloser unb unangemessener Weife über seinen ehemaligen direkten Vorgesetzten äußerte. Sre erblickt in der Veröffentlichung der Beschwerde an den Reichskanzler ein schweres Dienstvergehen, sieht auch in seiner Weigerung, bie von einem Vorgesetzten verlangte Aeußerungen abzugeben, ein erhebliches Vergehen. Hinzu kommt noch, daß bei bieser Aeuperung roieberum eine abfällige, ungehörige Bemerkung über ben Grafen Posabowsky gemacht worben ist. Der Disziplinarhof hält bie Gründe, aus denen die Disziplinarkammer weiteren Beweis au trägen nicht stattgegeben hat, für berechtigt. Auch bie Strafzumessung erschien nur gerechtfertigt, ba bie erheblichen Dienstvergehen, oas amtliche Vorleben _u.nb das außeramtliche Verhalten des Angetlagten, als Schriftsteller, berart gewesen seien, baß milbernbe Umstände nicht in Betracht kommen. Auf die neuen Veröffentlichungen bes Angeschulbigten brauchte bei ber Strafzumessung nicht cingegangen werben. * Tie serbische Frage. Die Formel, auf die sicy die Adu-a-W geeinigt haben, lautet, wie aus Berlin gemeldet wird, der Haip>tsache dahin, daß 1. Serbien keinerlei Rechte mit Bezug auf Bosnien und die Herzegowina hat und dcshaiv durch tue Annexion seitens Oesterreichs unberührt bleibt. 2. erklärt Serbien sich bereit, mit Oesterreich ün besten Einvernehmen zu bleiben. 2. Serbien wird sofort seine Reservisten entlassen. Von untcrriclfteter Seite verlautet ferner, daß die Gesandten ber Mächte, jeder einzeln, die gemeinsam vereinbar^ Note dem Minister llüiloumrn'wlisch in Belgrad überreichen iverden und erklären, daß sich alle Machte dem Schritt Englands an schließen. England wirb erklären, baß dieser Schrftt umvider- ruflich ber letzte sei, um Serbien einen Ratjchiag zu gehen) und es vor der Austragung des Streites durch Oesterreich-Ungarn mit ben Waffen zu bewahren. Tire serbische Regierung wird nun der Skuptschina die Kollektftmote der Mächte zur Beantwortung: überlassen. Die Mächte dürften sich nunmehr auch bald mit bey Konserenzsrage beschäftigen, um die Registrierung ihrer neuerlichen Balkan-Abmachungen in irgend einer Form zu vollziehen. Als Konferenz Punkte werden in Wien angenommen: die Registrierung der Wtcrlennung der Annexion, die Freigebung der montenegrinischen Häfen, Aufhebung der Kapitulationen in der Türkei, Aufhebung der frentben Postämter in der Türkei, Aufnahme Serbiens in die Donau-Kommiijion, Anerkennung der bulgarischem: Unabhängigkeit. Ucbcr die Abänderung des Artikels 29 des Berliner Vertrages ist zwischen den Väächten schon eine volle Einigung erziele n-orden. Ter erste Absatz des Artikels, der die Avtrettmg von Spizza an Oesterreich bezweckt, luirb aufrecht erhalten bleiben. Ter zweite Msatz, der Einschränkungen der monte- negriniidjen Ho Heils rechte über die Häsen von Antivavi und Dul- signo betrifft, soll geftrichen werdeir. Die österreichische 96ote, die den Mächten den Wunsch Oesterreickis nach Streichung des Artikels 25 des Berliner Vertrages, also nach Anerkennung der Annexion ausipricht, wird heute oder morgen an die Kabinette abgehen. Deutsches Reich. Der Generaldirektor des NorddeutschenLloYds, Dr. Wiegand, ist gestern nachmittag in Homburg v. d. Höhe im Sanatorium Dr. Pariser nach langem Leiden gestorben. Dr. jur. Heinrich Wiegand, der am 7. August 1855 zu Bremen geboren wurde, also ein Alter von 53 Jahren erreicht hat, leitet oder inszeniere oder leite wenigireus em — eme Hilfsaktion. Tann weiß man doch auch gleich, daß etwas OrdeMliches zustande kommen wird, denn eine Aktion iit halt immer eine „Aktion" — klingt das nicht fast wie Staalsaltion'? Tas einfache beutfdje Wort „Hilfswerk", das man ganz vereinzelt auch einmal zu lesen bekommt, vermag natürlich bei iwitem nicht das auszudrücken, was für den modernen, wohltätigen Menschen in dem schönen aufgeputzten Worte Hilfsaktion steckt. — Schwänke aus Bosnien. In seinem neuen Buche: „Schummler, Bummler, Rossctummler" (Verlag Schuster u. Loeff- ler in Berlin) erzählt Roda Roda: „Treffwahrscheinlichkeit. Einst sah ich in Cetinje — einer Schießübung der monlenegrinischen Armee zu. Mit mir Meiodije Plamenatz, der Kviegsminister. „Höre, Wojwode — wieviel Prozent Treffer pflegt ihr zu erzielen? Auf zwei, auf sechshundert Schritte?" — „Bruder, daß ich dir die Wahrheft sage: .... wieviel Soldaten hat die Mstria?" — „Auf Kriegs stand 900 000 Mann im eilten Aufgebot." — „Bruder, daß ich dir die Wahrheit sage: der Zar hat unsrer Prinzessini ein Hochzeitsgeschcnk gemacht — 25 Millionen Patronen. Und wir erzielen 1 Prozent Treffer. Wie viele Soldaten werden da der Austria bleiben, wenn es zum ztrieg kommt?" — Ter Esel. Ein Bauer in Bosnien erzählte mir: „Ja, Bruder, es ist anders, viel besser bei uns geworden, seit ihr Oesterreicher im Lande seid. Früher, zu Türkenzeiten, da war der Moslim Herr, und der Christ war Sklave. Ich setzte mich au) meinen Esel und ritt auf den Markt. Em Turke tarn die Straße entgegen. Ich lenkte in den Graben und Uetz ihm bie ganze Straße frei. Meinst bu, es genügte ihm?" — „Vuud!" schrie er, „Christ, baß sich die Hunde um deme Knochen rauften! Herunter vom Esel und nieder mit bu in ben etaub — so und nicht anders grüßt man den türkischen foernn _ Was meinst du — ich mußte herunler vom Esel. Jetzt? |3e^t J« $5 Sans anders. Jetzt hab ich überhaupt keinen Esel mehr." — Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Die sondeiausichusse zur Errichtung eines BismartSnalional- o^enlinals traten in Berlin zuianunen und beschlossen, das Denkmal aut der Elifenhöhe bet Bingen zu errichten. Ein« Uenberung dieses Beschlusses ist auSgeschlosseu. Tas Preisausschreiben soll nächstens erlassen werden. Die Kosten betragen schätzungsweise 1800 000 Mart. 9 9 schon seit langen fahren bic ("cickäftc biriet ikeberci, die mit der .'camf-urn met la Lini tu ben größten berartinen Instituten bcr -'3cIt geirrt, nnb bat fidi um bte cniwi'flung ort (Khcklschaft und damit b-*3 ganzen beut’"' n jöonbr! hervorragende Perdiraste cnc. >i. Im Ial^c I'. < ivurbr :b:n oon der Technischen fcod 4)ii(c jn (Sh-irfottenburn der Toftorrtrci b. <*. verliehen. preußisches Herrenhaus. Bic verlautet, nnrd die v d " Plenarjiynnq de. Sv.r a Hauses zur Beschlußfassung über di it i-imtni jKn'olbungsvortagei'. aus t rund her Aotmnüiiund» b cklüssc erst gegen (i n o c VI peil zu erwarten sein. Hebet das yji'antrlflcfcB, Die Let. rcrbeioloungsvorlage und die Beioldungs- ordnuug loicbcn schristlidie richte erstattet. Ausland. Rücktritt JSwolskiis. Wach einer Meldung ans St. Petersburg ut der russische Minister des Auswärtigen Iswolsky zuruckgetreten Als icin Nachfolger gilt General Engalit- schew, Dei Kaiser Wilhelm attackiert war und als Pflegeiohn öpö verstorbenen Grafen Nikolaus Ignattew, des ehemaligen ruisi- idKn Botschafters in Komtantinopcl, eine nute diplomatische schule durchmachte u. Die internalianole Korn Mission für b t c tn b e i n regulier unn in 3t. Gallen hat das Bauprogramm des oberen Rheinourchstiches genehmigt. Nonarchenbcgegnunqen. Die Bois. Ztg. meldet aus Athen Im April wird bas englische Königdvaar mit der ffrotr- Prinz ess in Viktoria dem griechischen Hose offiziell einen Besuch abstatten. ‘Hon Athen begibt sich das Königspaar nach Äonu, wo eine Zusainmenkuntt nut Kaiser Wildel m itattimben soll. hessische Erste Kammer. R B Darmstadt, *29. März. Die Erste Kammer der Landstande trat ixute normiitag unter dem Vorsitz des ersten 'Präsidenten Graf Goertz zu Schlitz zu einer Tagung zusammen, um bat Hauptvoranschlag zu erledigen. Am Negierungstisch. Staatsminister Ewald, Finow; Minister Gnanth, Minister das Innern Braun, (iseh. Staatsrat 3t rüg von Nidda, (Theimerotc Frhr. von Liegeleben, Wilbrandt, Tr. Becker, Süssert. Ter Präsident eröffnete die Sitzung um IO1 1 M-r. Das Haus tritt nach Verlesung der Ent>ck>uldigungen und Bekannt gabt- einiger Emläusc alsbald tn die Etalsoeratung ein. Dem Bericht oes .Vinanzciudfckmf'eS ist eine umiangreichc Einleitung Irterung der Lage bet i Becichl Kammer zur Sparsainse4 ermahnt wird und als Bci'piele ebenfalls einige I ai i' i bei Errichtung von 5 i nitm-hnung n inan am zu bauen nnb auch un Kleinen uic äußerste Zurüell-allung zu uben und die Ausgabeposten herabzusetzen. Nack Verlesung dl,Ixtit.i un in in ber AuSjtlUuitg In cittei mciüung war fälschlich gemeldet wordvii, daß im Ausschuß diese Dauunw.irterwohimng der einzige bcaustandeic Punkt war. Das -I das Beispiel nur willkürlich hevangezogr worden. ?Kebner fuhrt weiter aus, er fei gczioungen, bei dieiec Ernst ^rxd.pig Vereins für die Aus ftrflung uno stellt fest, dast bcr Verein den Erbauern den Preis vvrgeschrieben hatte ohne Rücksicht zu ncInnen aus zahlreiche Kinder und dergl. Er tritt dem Frhrn. von Biegeleben entgegen und stell, fest, dast dieser in ieiner Rede, zu der er zivar provoziert ivorden war, beliebige Vergleiche gezogen hat, die sich nid)t aufrecht er hauen lassen, io namentlich nicht bic Behauptung, dast das Wien lopscke Haus 11 OO() Mk kosten wurde. Entschieden müsse t)iedner ' ast die VlusstellungShäusch n tn n WZtaleu und sittlichen tHürt-übten nidu cntfDrodvu hoben. Dien Behauptung Hulu den sozialdemvkrati'cben Blättern Stoff zu An griffen gegeben, d e durchaus unberechtigt sind. Das Wicnkstpschi' entspro en, was Redner des näheren erort.-ii, es loaren n a. -1 Lcklafräume u. 2 Mainmcrn vorgesehen Wie die Regierung, um die Tammwärlerwohnung Htt ))< ii und ungevechLi n Kritiken komm m utocvftänblid) Es sei auch falsch, wenn der Lern Finanzmi nistcr gesagt habe, die Häuser hätten mehr theoveti'dreu Wert gehabt und die Voranschläge hätten nicht erhalten werden könneu. Er stelle fest, aast der Ernst Ludwig-Verein der Regietung schon im Tozemder v I. bic Voransckstäge iibei andt l,ai habe oas i>rus Wienkop nodmtal nachprüfen lassen und seine ndiqen hatten neuerding ’ stgestellt, daß das HanS i11 i ch i । d) ii u i . 200 r kos bcr Berechnung und der dr's .Verm von Biegcleben ergebe deutlich, . baut Es .i .ni.i’ fraglich, ob es srttlick und sozial sei, eine Tammwärterwohunn.i aus den Tamm zu stellen und sie ocn Eefahn-n der TammbrudK und des Hoch ■ ti v V angesickst jotdxr unangebradjtcr .ilntif sich Innen, künftighin wieder in ahn lid>ci Sacke io groste Opfer zu bringen. Geheimerat A-rhi von Biegeleben erinnert baten, dast die istrostb Bauiibleckimg m bet Zweiten Kanmter fortgesetzt m snstrnmriid.ei Wei. angegriffen wurde und dast dabei stets die Ai heil er Hauser der LmidcSauSstcllung als billiges Beispiel heran gezogen wurden, demgegenüber war ex geumutgen, daraus hm zwveisim, das; hier Unvi-rgleichbares zu Dcvgleickien berangefrogen nerbe. Er war angesicküs dieser Angriffe vcrvflicktii, seine Bau ab le düng in Sckmtz su nehmen und Iwbc das ui durchaus sackst idi, Weise getan. Die O'-rcit;en der 'Jionochr, m der er ick tatürchlidi befunden, habe ex nickt imcrf dir tuen. Ex hab«' von seinen ut der Türmst. Zig. vor öffenrli eisten 'Audiül) Amgen nichts ,»irÜckzmiü)Mkii und sei auck nach den heutigen Ausführungen d«-s F-rlwn. von Hehl davon überzeugt, daß ihm rtn Irrtum nicht unterlaufen |ei. Et habe mit dem Landeswohnungsuisvektor die Boranschlägc insofern aad a.Ajriin, als sestzustcllen war, ob der Voranschlag siä, nut den Abrrchuunoen deckt nick auch decken würde, wenn die H-iuser VTnftiid) aiijge|übrt würden. Wenn o die Kosten des bebau ten C.unbratnuier? berechnet im irden, ergab sich, dast die Banabteilung st-uiesioegs teurer Iviut als das Haus Äicnkop war, von dem ieftgeftdlt iverden müsse, dast es sehr solide gebaut war Redner sei auck inbezug aut leine Äeußernng, dast die Häuser den iittlid'cn und sozialen dlnforderungen nubi entsprochen, nicht zu weit gegangen, er müsse audi hierbei biirauf Ijimuevcn, dast nur n -rkrnl, Vergleickibaxes tvrglidien werden lann und dast sein vergleich an Hund des Banprogramms der Regierung gezogen werben innstte mußte in Betracht gezogen werden, dast eS fick, beim Tamm wärt er und Forstwart mindestens um bestbezahtte Arbeit, i lumbclt Tie Regierung muß pmklisck mich den Kuider- n .d4um mit in Hitachi zi.hen Nur in diesem 3ir uirmeuhflna fei die gerügt Bemerkung zu rerih'lwn Es habe dem i'teona: durdmus fern gei g n. bic vlrln-iterlkhiirr im allgemeinen als iittlich und sozial ungenügend ;u beyndurn Er märe dem Herrn von Hcvl dankbar, wenn er ihm bi. 'Jüidiprüfung der 'JL'dmirngen und des Boranschlages ut Veüugung stellen wurde Die Verantwortung über die Aeust i tiNji bezügl der „Vorspiegelung falsckiet Iat;adk n" lehne er an Er halt dieie Aeusterung für durchaus unberechtigt nnd ungerechtserti.it Es sc gar kein Zweifel, dast es sich bei der A u s u r 11 u n g der ’.l r b e 11 e r b ä u f r r um eine ho 11 c soziale I .i t bandelte, die außerordent lick lc hi re ick' imr und j n_r die o e n Veranst.Ui rn höckister Dank get'ühr 2.1 i.t uii’ l.wtungvn, die man ui der Presse und lüiiliivj an die utmervci±,aablungeu knü.'itc, seien weit scher das Ziel hrnausgeidZosseu. Iinanznrinister ttznauth fuhrt aus. es könne nicht gäbe des Hauses sein, hier feitzuftellen. ob die Arbeit er hämer Tür den angegebenen Preis herg'ilcHt werden tonnen oder nickt. Er Hobe oon vornherein versucht sesizustellen, ob die Häuschen fick ratiatbltrf) praktisch Io Herstellen lassen und eine bciabenbe Antwort bisher nickt erhalten. Man müsse fick vcnickern. ob und wieweit „Ausstellnngspreit> grmackk wurden, ob und wieweil Unterteile- rungni usw ut den Preisen cinbezogen wurden. In der 2. Kammer sei Redner in eine eigenartige Situation geraten. Einige der C*e taube sollen aus siskalucken Boden gestellt werden und habet Han beite es sich darum, den essekttven Bert sest^ustellen. Er habe dabei vorgescklagen, den Prvgrammpreis als Bert abzugeben, dock sei ihm von einer Personlickkeit, die der Ausstellung woblwollend gegenüber stehe, geraten worden, die Häuser lieber durch ^ackver ständige abscbäyen zu lassen als den mehr tbeoretiidxrt Bert anmgeben Das habe er, Redner, in der Sammer zitiert. Jm llebngen stelle auch er fest, daß dem Ernst Ludnng-Verein, dessen Mitbegründer er sei und dem er noch heute angehore, tein Borwurs, 'andern Dank gebührt. Minister des Innern Braun gibt hierauf Kenntnis von einer Erklärung des 2lbg. Noack bezügl. des Hauses Sloos Nidda , von dem er gesagt habe, daß es anstatt 4500 Mart über 10000 Mark kosten würde. In der Erklärung heißt es: Zu meinen Ausführungen bei Beratung der Dammwärter Wohnung in Hamm am 23. März habe ick folgende Richtigstellung zu macken: Ich wies darauf hm, daß an den Demaiigelungen der Bau- 'ummen für einfache staatliche Bohngebäude seitens der 2. Sammer, wesentlich die billigen Preise ber aus der Mathildenhohe un vergangenen Jahre errichteten kleinen Häuser Sckwld trügen und nannte das vor kurzem im Gewerbeblatt verösfentlichte Haus Balbe. Ich führte an, dessen Baupreis betrage etwa 4500 Mark, obwohl wie ich erfahren hatte, der Bau auf bet Ausstellung alles in allem etwa 10 000 Mk. gekostet haben solle. Bezüglich der letztgenannten Summe must ick mick berichttgen: diese Angabe vermindert sick auf 8176 Mark ohne Bauplatz. In diefem Preis sind enthalten: die eigentlichen Baukosten rund 4300 Mark, die Sosten der Inneneinrichtung an Mobiliar, die äoiten für die Nebenanlagen und die Umgebung, die aui dem Ausstellungsplatz besonders teuer waren (1475 Mark, das Arckitektenhonorar und der Anteilbettag am Dorfplatz, Transport oberhessiichcr Baumaterialien, ujro. Der Bauherr, ein Fabrikant in einem ober hessischen Städtchen, erklärt ieboth auf das Bestimmteste, daß er bei den dortigen wesentlich billigeren Baupreisen, von dieser Art ^sobäude ein ganzes Dutzend bauen könnte, zu 4000 Mark das Stück, einschl. 2 Prozent Arckitektenhonorar, lelbstverständlick ohne tue innere Einrichtung an Mobiliar, ohne Bauplatz und Garten- ober Hos- anlage. Damit hat sich als richtig erwiesen, was vom Ernst Lud tvig-Berein und s eine m Ar ch 11 e f t e n G e h. Baurat Prof. Walbc bezüglich dieses Hauses und bcr Möglichkeit seiner Erbauung z 11 m P r e i s e v 0 n 4 0 0 0 M a r k ö s s e n t l i ch m i t g e t c i l t w 0 r b e n i st. Ties ist meinerseits in ber Vcrhanblunq vom 23. März auch nickt bestritten worben. Die von mir gemachte höhere Preisangabe bezog sich aus bas Mnsterltzius bcr Mathitbenhohe, einschl. aller Unkosten, bic besonders durch den Bau aus diesem Platz und die damit Der knüpsten erschwerten Bedingungen und Verbältnisse erroadn'en iinb. 5-rbr. v. Hehl z u Herrnsheim verwahrt sid) ans bas Allcrcntschiedcnste dagegen, bast etwa bcr Einbruck entstehen konnte, als ob ber Ernst !i!udivig-Vcrcin sich oerteibigen wollte. Seine Angaben seien burd)aud richtig und beweiskrästig. Einer ber Architekten verwahrt sick telegraphisck ganz entidücbcn banegen, bast er etwa salschc Vcrccknungcn auigcstcllt habe. Rediier v.r i st d e Abrechnungen vcrsdncdcncr Häuser und vergleicht sie mit denen der Regierung. Er bemängelt dabei, dast die Regierung bei ihren Bauten für die Bauleitung nochmals 6 Prozcrtt einstellt. Tic Regierung bezahle doch ihre Beamten. Redner bedauert außerordentlich, daß Frhr. v. Dicgeleben seine Aeußerung, bast Vic Arbcilerljänscr ben sittlichen und sozialen Ansarberungcn nicht entspreckstin, nur um)d)ricben, nickt aber zurückgenommen habe. Audi bic Aeusterung bcs Finanzministers bezügl. ber „icheinatiidien Ausgaben" seien nicht zu entschulbigen. Wenn man, wie cs hier ber Fall war, bic Häuser geschenkt bekommt, bleibe es ganz gleich, wie sie versetzt werben nnb man braucht nicht vor brat Xlanbe unbeweisbar zu behaupten, daß cd sich um mehr cheorettschc Ausgaben hanbeltc. — Daraus tritt eine Pause ein. Nach bcr Pause fährt Gras E r b a ch - F ü r st e n a n aus, er müsse sein tiefes Bebauern barüber ausipreckien, bar, in bcr 2. Kammer seitens eines Mitglicbes auf 53erl>ältniiie cmgegangeii louröe, bic ein Mitglied dieses Hauses bettasen und von denen behauptet würbe, dast sie das allgemeine Interesse erregt hätten. Wenn man dazu kommen würde, in dieser Weise Mißstände von einzelnen Staatsbürgern, mögen sie berechtigt sein ober nickst, zu kritisieren, wo würbe man da hüttominen! Ta konne^ bic 2. Kammer sich in Permanenz erklären nnb jeben Tag 21 Stunden tagen. Er ipredic icin Bebauern darüber ans lutb sei überzeugt, bast ber Präsident dieses haben Hauses cd nickt zugegeben und dem Redner bas Wort entzogen hätte. — Ter Präsident bestätigt das. Tarauf wirb in bic E t n zelbc r a t u n g cingetrrten. Ti? Kapitel ber ersten und zwettcn Hauptabtcilting werden ohne Tc batte, den Bcscklüiien bcr 2. Kammer ent'preckcnd gutgehersten. - um Kaouel 7 bcr britten HauvtablcUung, Kommunal- unb Forstbeamten mackt Sc. Durckl Fürst Isenburg Birstein längere Ausführungen, in denen er darlegt, daß bic Fvrstverwaltnng zu wenig aui bte Konjunktur de einzelnen qängc Rücklicht nimmt Es werbe zu schematisch verfahren, zie Regierung soltte in bieser Beziehung mit ben Oberförstern persönlich ut Berührung treten. Tic Forstwirtschaft ber Regierung iei im.hr eine n-orftgartcnroirridiaft. Tie Bucke würde mit Unix dir zu sehr ausgerodet. Im hoben Vogelsberg wackle die Buche besser nm UtuiIssten ien zu ! och Forst gebiete sollte gespart werden. Mit der Vergrößerung des Waldes soltte bic Regierung Kornähren. Ter Wald mit seinem ungeheuren Wert sei eine gute Spekulation. Geheimerat Wilbrandt legt die Grundznge der Forstver ivahnng bar. Daß die Sulturkoften bock >cicn. ist richtig, bock rage man darin Ausgaben Trüberer Zeiten nach. Auch seien s'.c v.x bcr Vergrößerung be- Waldes b-?grünbct. Wenn mau bic Kultur kosten als arbeitendes Anlagekapital betrachtet, feien sie übrigens nickt zu hock. Was bic Franc ber Umwandlung des Buchenwaldes im Vogelsberg betrifft, fo stellt Redner feit, baß imr noch 31 000 Hektar Midnualb unb nur 4000 Hektar Fichtenwald haben. Wenn man die Waldwirtschaft rentabel gestalten Will, so muß man zur Nntzholzzucht schreiten. Von schematiickem Arbeiten könne keine Rede sein, den zu den Kulturarbeiten werden Oberförster heran- gezogen. Fürst zu Stolderg-Roßla erkennt die Berechtigung bcr Regierung an, Berte für bic Zukunft zu schaffen, den« noch müsse man sich fragen, ob hierbei nicht manchmal zu weit gegangen werbe. Tie Art, wie die Regierung Bucke und Fickte anpiianze, fei eigemlich ideal, da sie die Flchtcnbestande mit einem Vaubholigürtcl schütze. Dock münc man in späteren Jahren wieder für Aunrisckung der Buckenbestande sorgen. Benn man an zu rechnen fange, bann scklage bie Fichte alles. Man sollte bic Fickte aber nickt zu alt werben lassen. Geheimerat Wilbranbt t?.v.r- tilhrungen, die sich im Wesenrlicken mit bcr ."wrstwinschaft der Regierung decken. Tas Kapitel wird bann gleichwie eine Rerbc Weiterer genehmigt Tis seren zen mix den Bescklü'icn ber 2 Kämmet ergaben lick nicht. — Zu Kao. 38 iH n m n a f 1 c n po. beioridn 'uu 11' । ■ 0 i; 1 a die E r hö l gelbes, angesichts der schlechten Finanzlage und her fort- gesetzt steigenden Auiweudüngen für höhere ednilai notwendig werbe. ■ sichtigteu Maßnahmen dem ohnedies schon 'chwer betasteten Mittel- ü. Hcyl z u Herrsshezm begründet den Ausschußantrag, für (*afh'p*l 1909. 6 iabl- 2lu» Stadt und Land. Gießen, 30. März " TageSkalender iuc Dienstag, .30. Mär,; theater: .Hamlet.' Awang 8 Uhr. R 0 10 i j e 11 m : Dienstag und Dlittwoch abend: von Marn Teda. Zirkus Straßburger: Täglich Vorstellung. dessen Annahme nn ^intcraic des Dcmemandes er eintrui. wen er glaube, baß man roobl eine Differenzierung billigen kann Man solle der Regierung diese Ti'ierenzierung übertönen. Auck butth die ReickSTinanzrewrm. die lieber eine Erhöhung der direkten 3t nern bringen wird, werde der Mittelstand am stärksten belafrrt. Das Haus stimmte bann dem Audlckn'.ßanirage, auch oem genannten Absätze zu, naebbem Fürst Stoloerq-Roßlar seine Em- sprüdie zurückgczv'ien. — Eine ganze Reibe weiterer Kapitel wird bann ohne Teoatte erledigt. Um ‘ ?2 Uhr vertagt sich das Haus auf nachmittags 5 Ubr. N a chm i 11 a gs f i tzu n g. R.B. Darmstadt. 29. Mär; Am Reniernngsti>ck»: SraatSminister E.rald. Fnianz- nrimiter Gn au t d. Minister des Innern Braun. Geh Staatsrat Krug von Nidda, Gehemieröte Frdr. v. Biegeleben, Wilbrandt. Min'iierialcöre Dr. Becker. S ü r T c r t. Präsident Graf Goertz eroif^.t bte Sitzu m um 5> , Ubr Tas Haus fetzt bic 3oezialberaning fort unb erledigt ohne Debatte die Kapitel d.s74: Bobenmeliorations- u. Basserver s 0 cgungswesen. Hierzu macht iFütst Isenburg-Bir- stein längere Ansfuhrungen, in denen besonder- Minister des Innern Braun h.'de Anerkennung ai^geiteiKhen wird für irinni Generalkulturplan rür den Voaelsixra, für »velches emineiv wichtige Werk bic Landwirtschaft nicht genug öanfoat sein könne. Dri Generaldckturplan umfaßt 34 940 Hektar, von denen 81 b4 Hektar bar albet find unb 5244 Hektar noch bewaldet werden sollen. Die Gesamtdl'tcn hierfür belaufen lick auf 601 680 Mark, rin Anlage kaoital. Da» einst Ipbc Zinsen euttragen wird. Durck das groß Werk wurde bie Lleuerkraft von 45 Gemeinden bedeutend gr hoben, der Arbritslosigkeix ein Riegel vorgeschoben und d.c B.'den ndnbialeit vieler ^anbvavohner gewährleiitcl werden. Man müsse das W^rk aber alsbald burdifütom unb nicht sukzessive, uxe du R^ierung und ber Ausschuß e- beantragat, bte 10000 Mmck aiifordern als Umerstützung für einige Gemeinden des Vogelsberg cs, die 'ich enticNoficn haben, Arbeiten, wie sie tn ban Plan vorgesehen waren, auszurühren. :'l!S erste Rate werden 5000 Mk gefordert. Tic Zweite Kammer hat hierzu daS Ersuchen an tue Regierung gerichtet, baldmöglichst einen Entwurf vorzulegen, der aber den ttzemeinben bic Freiheit ber Entschließung wahn Redner beantragt, mit ber Aufforstung bald zu beginnen und da.- üxunial zur Verfügung ru stellen. Tie Fcldbereiiligung sollte nur in Gemeinschaft mit bem Okneralfulturpian audgeführt werden. N!au würde bann bebratenbe Ersparungen machen Die Regierung sollte einmal ben Gancralkultnrrlan zur DiSkusswn stellen. Rekmra stehe persönlich aus bem Slandpuiikt, in dem Generalkulturplair das Beste zu sehen, was geschaffen werden konnte. Minister Braun rührte aus, »dwn cHe man in Preußen in dieser Kulturarbeit Vorarbeiten leistete, war man in Hessen an ber Hauptarbeit. Redner erörtert bann bes näheren bte Erfalge bcr Boteniiielioratioil im Vogelsberg. Benn man für eine Jlrbcit 300(jU Mark aus StaaiSmuieln verbraucht unb fünf Jahre feimj Lebens ihr gewidmet hat. Dann tunn man nicht ohne weiteres verlangen, diese Arbeit bcr Agitation pr idzugeben unb bair.t bcr Gefahr, das Bcfferc als Feind bes Guten ncgreich zu idxn Im allgemeinen feien bic Gemeinden bed Vogcisoerges nid» 10 arm, wie in Agitationen vielfach behoiunct wirb, -l^oran de Vogelsberggemelnben krauten, sei der Mangel an nutzbarem i*k incinocvcrnwgcn Ta müßte zunächst emgejetzt wevoen Man in keineswegs geneigt, den P.an aufzugebcn, und nach bei MeinunD des J? ebne cs sei bcr Plan der Regierung ber gangbarste, ten Herne inben 5000 Mark zur Verfügung zu stellen, die sich freiimlhi an einem Versuch beteiligen. Man könne bic Bauern nickst durch Zwangsmaßregein von bem Vorteil des Planes überzeugen, sau bern müsse bas an Beispielen zeigen. Tazu sind bie 5000 Mark angefordert worben und er hoffe, das; bcr Vorredner seinen Biber iViud) fallen lassen wird Beim der Vorredner bie ?Hudiidiau:*)iir aus lanbfdxifilidK Sicherheit ober auf Iagointcrciscn „hcmlidi" nannte, so müsse dem widersprochen werden. Eine Feldbcre.m iunu nur nach dem Lineal würde Redner nicht initmackcn, wenn sie d'.- rigenartige Schönheit unserer Heimat zerstören würde Auck die .agblid-en Inlereftcn könnten für manche Gemeinden sehr idirjer niegeub werten 2arum sei bie Anweisung an bic Feldbereich gungsfjmmiffarc ergangen. Redner bittet, bem An^chußan r.iq zuzuilimmen, da durch diesen zunächst greifbares Mn:erial für eine neue Vorlage gesdiafsen werden soll. Bei ocr t^-ben Infilchen» oct Vogelsberger 'tk-DolkTung sei zu hoffen, baß lick, wenn recht greifbare Beweise vorliegcn, eine zwanglose Turd>fiU)runq des Kulturplanes ennöglichen läßt, boS wäre bann bcr jchousd Lohn ter großen Arbeit. öürit Isenburg Birstein zieht nad> bicicn Tacke,ungen feinen Biberfprud) zurück. Taraus n.mmt das Haus da. Nun an. Zu Kapitel 75, Tit. 7: Staatdjuschü,,e an die Landwirt schastSka 111 m e r usw., würbe von bcr Zweiten rfanuarr ein .'I itia 1 < ihr 11 o>.-i’ 1: voegeseh. nen Siaatszuscküssc und llcbcrnkiiung des Bcttagr« w1 17 b ;<) Mark in einer 311 nunc an o.c Iju trifft. Tresen Antrag beantragt ber Ausschuß nicht ju genck migen. Tas Hans stimmt bem zu. Tie Kapitel 72a biS 8.> weiden ohne Tebatte gcnelimgl. Zu Kapitel 86: Gewerbliche Unterricktsanstölten. bringt Frhr. Heyl ; u Herr nshc i m h. 3pi11 1 c, bi- Untcrr Ca ?iiuu ■ v c auf bic Wochentage zu v ring für oici ünregungat bantear In d ganze Anzahl strebsamer junger Leute initemarnd) bem ' -uhen- möglichen lauen. Rebirci tanke roiccerh.'it • t Domkap.tnlar Dr. Benbir l'pricki jid) ähnlich aus Die r - irdjc lege ebensalls ben gro1 r u Eden Minister Brau 11 cikenm bie Beorcktigung tiefer Beltrreungen an, c vi‘ könne man nur -ckr"' • tiiwai haoe »tdi ciw tu. des Sonntags vorn generblicheii Unlerridjt lai'en. In über 30 Anstalten würde noch Sanmagd uniicndtfc: nürft Solms L i ck danke dem Minister für bie Ausführungen weit . im Sinne ber Anr ban Lande werde bcr 3^'iiniagsiint- cridst als 1 tät «• ic',1 'n. I 71 von öe 0 l in. : brr Sck.rvrmmkt liege darin, daß man den Bcrcin^i bie Unterrichte abnimmt unb von stoatswegru organifieri. In tncier Bcziehu'rg fei Ba^en weiter voran nne Minn'tel Braun stellt letzter.-.' Crganijaiwn fei weiter vorge chritten. — Tas 'tajntd wirb dann Zur IX. Hauptabteilung: Mimstcnnm der Justiz Geheimerat Prof. T. Schmidt Uhtaar Ausrnbrungen über da llunq^ücrl-altnific der lungeu Juristen. Er ipnc^ (Genugtuung daricker auS. baß bet StESMiniil 1 Ixibe, daß er nicht mehr streng am ?i pnn;iD fcitbaltcn wolle Stca;sminister Ewald erklärt, wani er m diesem Jahre mit bcr Schaltung neuer R ckkerstellen luriur- geholtcn habe, so sei dos lediglich aus 3oarsomkc.ksrückficht gr irticheu unb sollte nicht tut tue Zukunft verpflichten. Kapitel dieser S.'iniptabttibnui werden ohne Debatte erledigt. - Die Sitzung Wirb um J " Ul ', aur T^enscaq 1" Ubr vertagt. • • Hoftrauer. Sc. Kgl. Hoh. ber Großherzog haben wegen brs Ablebens bc5 Fürsten Äau Günther j» Schwarzburg- Sondershausen eine Hoftrauer vom 28. März bis 1. April angeordnet. •• Hofdien st Nachrichten. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Hoskammerrat Friede. Neßling unter Anerkennung seiner mehr als 60jährrgen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und den Hoskanzleisekretär Friedrich Engel zum Hofsekretär beimHofmarstallamt ernannt. •’ Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben dem Bürgermeister Nik. O b e n h a ck zu Hartershausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •• Aus dem Militär-Wochenblatt. v. Tabouil- ( o t, gen. v. Scheibler, Hauptm. und Komp.-Chef im Leib- Garde-Jnf.-Regt. (1. Gcoßh. Hess.) Nr. 115, mit dem 1. April 1909 unter Überweisung zum Generalstab der 9. Dio. in den Generalstab der Armee versetzt. — Der Hauptm. z. D. und Bezirksoffizier beim Landw.-Bezirk I Darmstadt v. Bork e wurde zum Ehrenritter deS Johanniter-Ordens ernannt. — Staatliche Betriebskrankenkasse. Bei der am 27. März 1909 vorgenommenen Wahl der Vertreter und der Ersatzmänner der Mitglieder wurden gewählt: a) als Vertreter: Heinr. Ludw. Richtberg, Romrod, bei der Oberförsterei Romrod; Gg. Linker, Schadenbach, Obecförsterei Homberg: Karl Kirchner, Maulbach, Oberförsterei Kirtorf; Friedr. Hch. Walther in Bauernheim, Oberförsterei Friedberg; Hch. Mack tn Hausen, Oberförsterei Schiffenberg; Joh. Dickel IV. in Ober-Breidenbach, Oberförsterei Windhausen; Friedr. Münch in Beienheim, bei der Grube Ludwigshoffnung; Hch. Becker in Reinhardshain, Oberförsterei Grünbecg; Gg. Dörr II. in Lehnheim, Oberförsterei Nieder-Ohmen; Gg. Gaßner, Geometer in Alsfeld, bei der Feldbereinigung, b) als Ersatzmänner: Karl Weith, Geometer in Gießen, Gg. Spatz, Geometer in Gießen, und Christoph Leo, Geometer in Alsfeld, bei der Feldbereinigung; Joh. Sattler, Techniker in Alsfeld, Kulturinspektion Gießen; Phil. Göbel, Treis, Ober- forstecel Treis; Seb. Kaiser, Bermuthshain, Oberförsterei Grebenhain; Hch. Gebhardt in Eschenrod, Oberförsterei Schotten; Wilh. Wirth in Eichelsdorf, Oberförsterei EichelS- docf; Karl Weitzel in Meiches, Oberförsterei Ulrichstein; Phil. Storck in Ober-Rosbach, Oberförsterei Ober-Rosbach. — P r o o i n z i a l - A u S s ch u ß. In der öffentlichen Sitzung vom 24. ds. Mts. wurde ausschließlich über die Teilung der gemeinschaftlichen Gemarkung Ober-undNiedcr -Rosbach verhandelt. Die Verhandlung wird am 3. April d. I. fortgesetzt werden. ** Stadttheater. Nochmals sei ausdrücklich auf das Benefiz des RegiffeucS Rudolf Goll am nächsten Donnerstag hingewiesen, zu dem, wie bekannt, das liebenswürdige Lustspiel .Goldfische* von Schönthan und Kadelburg gewählt worden ist. • • Das Kolosseum bekommt für heute und morgen eine neue Anziehungskraft und zwar in Mary Deba, einer preisgekrönten Schönheit, die als Sck>öuheirstänzerin sich produziert. Die Tanzkunst hat, wie man weiß, in Anknüpfung an antike Vorbilder seit einem Jahrzehnt ganz neue Bahnen eingeschlagen. Trikot und Ballettschuhe werden verpönt, und an ihre Stelle tritt der unbekleidete Fuß. Lichte coische Gewänder verdrängen das hergebrachte Ballettkleid. Vtehr aber noch als diese äußeren Dinge bedeutet die innere Umgestaltung Qcs Tanzes: inan bringt ihn zur 9iatur und zur Poesie in innigere Beziehung, und 'Mary Deba nennt ihre Vorführungen daher auch nicht Tänze, sondern „Tmtzpoesien". Die Vorführungen von Mary Deba gehören zu den dezenten Darbietungen, so daß das Publikum keinen Anstoß daran zu nehmen braucht. '*• Evang. Arbeiterverein. Die Reihe der vom Verein im letzten Winter abgehaltenen Vortragsabende fand am Sonntag einen würdigen Abschluß. Leider mußte der von Prof. Dr. Schwally in Aussicht gestellte Vortrag: „Die Türken in der Geschichte" wegen Erkrankung des Referenten ausfallen, doch gelang es in letzter Stunde Pfarrassistent Han st ein von hier zn einem Vortrag zu gemimten, der die Besucher des Abends in genügender Weise entschädigte. Der Redner führte die Erschienenen an Hand von Lichtbildern in das schöne Land Palästina, um sie mit Land und Leuten dort bekannt zu machen. Die interessanten Ausführungen und die Lichtbilder fesselten die Aufmerksamkeit der Zuhörer bis zum Schlüsse und fanden reichen Beifall. • • Der Verein für indische Geschichte und Literatur hielt am Sonntag abend im Hotel Zentral an der Westaulage seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Dr. Sander stellte fest, daß von den in der Stadt ansässigen 220 israelitischen Familien 125 dem Verein an gehören, der auch int Vergangenen Jahre durch vier Vorträge und einem Rezitationsabend seinen Mitgliedern und deren Familienangehörigen Anregung lmd Belehrung gegeben haben. Die Vereinsbibliothet, die a"s 190 Bänden besteht, hat int abgelaufenen Jahre 286 Bücher verliehen und lvird tunlichst durch Neuanschaffungen vermehrt werden. Die Versammlung wählte die seitherigen Mitglieder des Vorstandes einstimmig wieder. ' 4 Besitzwechsel. Das Haus Friedrichstraße 7, seither dem Hotelier Jak. Dtuth gehörig, wurde für 25 500 Mark vom Ingenieur Christvphersen erworben. * * Für Süditalien. Die Sammlung des hessischen Lcmdeslomilees zur Hilseleistung für Siiditalien hat mit einer Gesamteinnahme von 63156,28 Mark ab- geschlvsseu. Wie uns mitgeteilt wird'/ verteilen sich die oei der Hauptsammelftelle, der Sant' für Handel und Industrie in Darmstadt, eingegangenen .Geldspenden auf die einzelnen Kreise wie folgt: Darmstadt 9979,11 Ml., Bensheim 2960,52 Ml., Dieburg 3566,91 E, Erbach 1474,80 Mk., Groß-Gerau 3773,46 Ml., Heppenheim 1205,95 Mk., Offenbach 3833,08 Mk., Gießen 396 4,0 7 Mk., Alsfeld 1206,87 Mk., Büdingen 1618,17 Mk., Friedberg 5097,92 Mk., Lauterbach 933,15 Mk., Schotten 1847,10 Mk., Mainz 9251,32 Mk., Alzey 1237,50 Mk., Bingen 5327,85 Mk, Oppenheim 1779,65 Mk, Worms 3623,55 Mk, zusammen 63 080,98 Mk., hierzu Kontokorrentzinsen 75,30 Mk., zusammen 63 156,28 Mk. Einen vollständigen Ueberblick über die Sammeltätigkeit im Großherzogtum gewährt diese Aufstellung insofern nicht, als hierin die durch Kirchenkollekten eingegangenen Gelder nicht enthalten sind und zum Teil auch Geldbeträge direkt an das Deutsche Hilfskomitee in Berlin gezahlt wurden. ** Eine Stiftung von 30000 Mark ist durch die Vermittlung des Vereins hessischer Zahnärzte unserer Landesuniversität zugegangeu. Das Geld ist für die Errichtung eines zahnärztlichen Instituts bestimmt. x Klein-Lindcn, 29. Ättrrz.' Das 50jährige Juhilämn des Mittelrheinkreises wurde vom. hiesigen Turnverein in schöner und würdiger Weise gefeiert. Samstag abend bewegte sich ein stattlicher Fackelzug durch die Sttaßen des Ottes nach dem Schildberg. Hier wurde ein Freudenfeuer abgebrannt, und die Turner sangen einige Turnettieder. Turner Wilhelm Ufer hielt eine Ansprache über die Ziele und die Seftrebungen dev Turnvereine. Mit Bedauern hob er hervor, ba»3 dem hiesigen Turnverein vom Ottsvor,tand so wenig Entgegenkommen widerfahre im Gegensatz zu dem jüngeren Turnverein Großen-Linden. Große Freude rief es hnwvr, als man von fast allen Höhen des Lahntals die Höhenfeuer herüverleuchten sah. Im Saal zum „Bernhardshäuser Hof" fand noch eine kleine Feier statt, bei der fleißig geturnt wurde. r. Londorf, 29. März. Gestern abend hielt Professor U r ft a b t aus Gießen im Gasthaus zur Stadt Gießen dahier einen Volksbildungsvortrag über: „Der Baue rnstand in alter Zeit". Der Redner schilderte zum Anfang die Zustände, wie sie ettva in unserem Vaterlande um das Jahr 100 v. Ehr. bis ins 15. Jahrhundert gewesen sein mögen. In klarer und fesselnder Weise schilderte er das Leben und Treiben, sotvie Sitten und Gebräuche der Bauern aus damaliger Zett. Auch von den zahlreichen Lasten und Arbeiten, die den Bauern besonders von den Raubrittern und Adeligen auferlegt wurden, erzählte Redner in längeren Ausführungen und besprach dann am Schlüße die heutige Zeit, den Bauern von heute und sein Verhältnis zum Großgrundbesitz. Diel zu früh für die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer endete der Vortrag und reicher Beifall lohnte den Redner für feine trefflichen, belehrenden Worte. Der Gesangverein Frohsinn verschönte den Abend durch den Vortrag einiger schöner Lieder unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Trinkaus. Allgemein gab man dem Wunsche Ausdruck nach öfterer Veranstaltung ähnlicher Vorträge. Einem §u gründenden Volksbildungsverein dürften wohl hier die besten Aussick)ten entgegenftehen. ?Trais-Horloff, 29. März. Am Samstag wurde hier ein dreijähriges Mädchen von einem Hunde angefallen und so jämmerlich im Gesicht zugerichtet, daß ärztliche Hilfe notwendig wurde. — Am gleichen Tage stürzte ein etwa siebenjähriger Junge so unglücklich eine Treppe herunter auf den Kopf, daß ihm die schwere Wunde vernäht werden mußte. ? Hungen, 29. März. Der Gießener Zitherklub (Wohltätigkeitsverein) veranstaltete gestern abend im Saal der „Traube" vor einer zahlreichen Zuhörerschaft ein Konzert mit vorzüglich ausgewähltem Programm. Die Besetzung der Instrumente war gut. Die Gesamt- sowie Solo-Darhiettrngen zeugten von überaus guter Schulung und reiner Vortragsweise. Die Zuhörer spendeten daher den Spielern lebhaften Beifall und drückten dadurch den Dank aus für die gebotenen genußreichen Stunden. Mehrere Einlagen wurden gemacht, sowie eine Nummer auf Wunsch wiederholt. Ter Klub, der von seinem Abstecher hierher befriedigt sein dürfte, beabsichtigt im kommenden Herbst wieder hier zu konzertieren. § Burkhards, 28. März. Eine vielköpfige Zigeunerbande Lagerte heute nacht in dem sog. Walddistrikt „Bleistadt". Heute morgen waren einem hiesigen Manne 11 Hühner gestohlen, jedenfalls hatten Mitglieder der Bande den Diebstahl ausgeführt. Tie Gederner Gendarmerie unternahm alsb.ald Nachforschungen, jedoch ohne Erfolg. Bei einer männlichen Person wurde ein großer Dolch von der Polizei eingezogcn. w. Bad-Nau he im, 29. März. Als Abschluß des musikalischen Winterprogramms veranstaltete gestern der Gesangverein „Frohsinn" unter Mitwirkung der Konzertsängerin Fran Werner-Jensen aus Frankfurt (All- und des Dr. Karl Schmidt aus Friedberg (Klavier) einen Liederabend. Die Aufführungen — ä capella-Chöre und Volkslieder für Männerchor — zeichneten sich gleichmäßig durch Wärme nab lyrische Innigkeit des Ausdrucks aus. Der Dirigent Wilhelm Bechtolsheimer bewährte sich wiederum als ein energischer, von Geschmack und sicherem Stilgefühl geleiteter Inspirator des Vereins, der es versteht, alle stimmlichen Mittel der Mttglieder mit diskreter Zurückhaltung jener persönlichen Betonung zu einem großen musikalischen Guß zu verschmelzen. Frau Werner- Jensen erntete durch den innigen, stimmungsvollen Vortrag einer Anzahl Herzens frischer Lieder den rauschenden Beifall des ausverkauften Saales, wie Dr. KarlSchmidk durch feinsinnige Begleitung nicht minder zum Gelingen des Ganzen beitrug. R.B. Darmstadt, 29. März. An der Schutzmannsschule für Hessen begann heute der Frühjahrs-Lehrgang. An dem Unterricht nehmen 7 Schutzleute von hier, 6 aus Mainz, 1 Schutzmann von Offenbach und 1 Schutzmann von Bensheim, sowie je 1 Polizeikommissär- Anwärter aus Gießen und Worms keil._________ Arbeiterbewegung. Frankfurt a. M., 29. März. In der Versammlung der Damenschneider wurde gestern mitgeteilt, daß eine Generalaussperrung im Schneidergewerbe zu erwarten sei, wenn die Schneider in Wiesbaden und Berlin den in der Sitzung in Frankfurt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmerir vereinbarten neuen Bedingungen nicht zustimmen. In Wiesbaden strecken die Gehilfen. Kleine Tageüchrontt. S. M. ,Z. I“ unternahm gestern eine Höhensahrt, wobei über 1800 Meter erreicht wurden. Tie Landung auf dem See vollzog sich glatt. — S. 9)1 ,Z. II" ist bis aui einige Teile der Steuerung, die in der alten Halle nicht angebracht werden können, fertig- gestellt. Tas Städtchen Hirschau bei Amberg in Bayern ist gestern von einer großen Feuersbrunst heimgesucht worden. Das Feuer entstand in einer Schnnedewerkstatt, wahrscheinlich durch spielende Kinder, und verbreitete sich rasch weiter. 41 Häuser find abgebrannt. Eine Feuersbrunst zerstörte heute den Lascari-Palast in Turin, wobei zahlreiche wertvolle Gemälde vernichtet wurden. ßandel R.B. Mainz, 29. März. Bei sehr starker Beteiligung fand am 25. und 26. ds. Mts. die Versteigerung der 1806er Crescenz der Großh. Weinbaudom-äne statt. Es tonten 133 Nummern zum Angebot. Mit Ausnahme von 2 Halbstück wurden sämtliche Nummern teilweise bis zu 50—70 Proz. über die TaLe vertäust. Im ganzen wurden rund 136 000 Mk. erlöst oder 25 000 Mk. mehr, als sick) der Betrag nach der amtlichen Taxe berechnete. Die Domäne hat auch einen kleinen Besitz an der Bergstraße. 2 Halbstück erzielten schöne Preise. Bezeichnend ist, daß das eine Halbstück — Taxe 800 Mk., Erlös 1000 Mk. — von dem Saarbrückener Kasino gesteigert wordeit ist. — K o l o N l a l w e rt e. Das Interesse für Kolonialwerte ist in den letzten Tagen wieder reger geworden und scheint eine weitere Steigeriing beoorzttstehen. So waren im gestrigen freien Verkehr Otavowerle recht fest, auch South-West-Afrika weiter ge- fteigert dis 27 sh. 7l/2 d.; dies auf die Annahme, daß der Eoncern Deutsche Bank Goetz'in die Verwaltung ausgenommen werde und alsdann die Börseneiltführung nahegerückt sei. Auch laufen (Se- rächte um über den Abschluß der South-West-Afrika°Comvani), so- ivie über die angebliche Abstoßung eines Teiles der Otavi-Anteile an eilt Konsortium. Märkte. fc. Jranksurt a. M, 30. März. Heu- und S t rohm a rk t. Angefahrcn waren 16 Wagen Hen und 4 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.50.-3.80, Stroh Mk. 2.50-2.70. Die Zufuhr stammte aus Oberhessen und dem Kreise Dieburg. Geschäft gut Voraussichtliche Witterung für Hegen am Mittwoch dem 31. März: Wechselnde Bewölkung. Etwas Regen. Etwas kühler. Westliche Winde. Paris, 30. März. Erst nach Schluß des Ministerruts wurde Bülows Erklärung im d eukschen Reichstage hier bekannt. Der mündlichen Wiederholung des Satzes aus dem deutsch-französischen Marokko-Abkommen, daß Deutschland keine politischen Interessen in Marokko zu verteidigen hat, legt man hier einen großen Wert bei, weit diese erneute Versicherung in einem Augenblick abgegeben wurde, da sich wichtige politische Veränderungen in Frankreichs Beziehungen zu Marokko vorbereiten. Minister Pichon kann, wie man es aus seiner Umgebung unumwunden zugesteht, der Versicherung von Bülow nur bei- pflichien, daß das deutsch-französische Marokko-Abkommen seinem Wortlaut und Geiste gemäß als Ergebnis jener großzügigen Politik zu betrachten ist, die teilten Triumph der Staatskunst darttt erblickt, dem Nachbar ohne Notwendigkeit Verlegenheiten zu bereiten. Frankreich dürfe aber catch für sich die Anerkennung beanspruchen, daß vornehme Gesimtuug seiner äußeren Politik nicht fremd ist. Paris, 30. März. 'Paris Journal" berichtet ans Rom: Gerüchtweise verlautet in der Umgebung der serbi - scheu KöuigS-Familie, der König von Serbien und seine ganze Familie stehe auf dem .Punkte, Serbien für immer zu verlassen und sich nach Frankreich oder der Schweiz zu begeben. Der König von Italien soll einen Brief König Peters erhalten haben, worin er ihm feinen Entschluß mitteilt und ihn ersucht, persönlich beim Fürsten von Montenegro einzuwirken, bamit dieser seinen Sohn veranlasse, die Krone Serbiens, die chrn von der Skuptschttm angeboteii wurde, anzunehmen. Man glaubt, König Mktor Emanuel werbe sich bemühen, die Bemühungen Sinnig Peters zu verhindern und darauf bestehen, daß Prinz Alexander von Serbien die Nachfolgerschaft an trete. (Von Belgrad aus wird diese Melduttg bententiert D. Red.) Borbeaux, 30. März. Die transatlantische Gesellschaft, an Borb bereu Tarupfer sich der frühere Präsibent Castro befindet, um sich nach Venezuela einzuschiffen, würbe von ber v enezolanischen Behörde benach- richtigt, baß die venezolanische Regierung nichts gegen die Landung des früheren Präsidenten in La Gueyra einzuweuden habe. Belgrad, 30. März. Der bisherige Kronprinz wird sich bemnächst in das Auslanb begeben und Universitäten in England und Frankreich besuchen, um seine Studien fortzusetzen. Bekanntmachung. Nach den uns von der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt miigetetlten Aufstellungen sind bei ihr an Geldspenden für die in Sud-Italien durch Erdbeben Geschädigten im ganzen 63 080.98 Mk. eingegangen; durch Zuwachs von 75.30 Mk. Konw-Korrent - Zinsen hat sich die Gesamteinnahme auf 63156.28 Mk. erhöht. Nach Abzug der Kosten der Matertalseitdung ttach Neapel vom 13. Januar d. I. im Betrage von 9 294.92 Mk. und der Unkosten der Geschäftsstelle (Druckarbeiten, Telegramm- und Pottokosten) in Höhe von 195,53 Mk., zusammen 9490.45 Mk., ist ein Reinertrag von 53 665.83 Mk. verblieben, ber bem Deutschen Hilfskomitee in Berlin überwiesen wurde. Das Deutsche Hilfskomitee hat mit Schreiben vorn 8./18. d. M. den Empfang dieses Betrags bestätigt. Wir sprechen alten, die sich an dieser Spende beteiligt haben, zugleich im Flamen des Deutschen HilfSkomttees herzlichen Dank aus. Darmstadt, den 20. März 1909. 1946 Der geschästssührendc Ausschuß des hessischen Landes- tomitees zur Hilfeleistung für Süd-Italien. Ewald. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung eines Schulhauses nebst Abortgebäude, Einfriedigungen und Hofanlage in Lauter erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie: Erd-, Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Glaser-, Schreiner-, Weißbinder-, Schlosser-, Tapezier-, Pflaster- und Planierarbeiten, sowie die Eisen-, Röhren-, Zeinent- und Basaltgruslieferung sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei bis spätestens am Donnerstag dem 5. April 1909, vormittags 10 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Lauter emzucelchen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Gießen, 30. März 1909. B3% Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. I. V.: Kalbfleisch. Th. Reichirti Kakao - Kompagnie. Th.Zi.i mermann,Mecban.Weberei, Gnadenfrei Vereinigte Wäschefabriken, Bielefeld Paul Albert, Greiz 1931 Friedr. Wilh. Wegener, Wittstock usw. Hiesige Verkaufsstelle dieser Firmen in Kakao, Schokolade, Tee, Kaffee etc., Vertretung und Musterlager in Wäsche, Weisszeug, Kleiderstoffen aller Art, echt Schweizer Stickereien etc. Alles zu Fabrikpreisen billigst und bestens bei Frau Emma Seilheim Bismarckstrasse 38 gegenüber d. Univ.-Bibliothek. Versand nach auswärts. Muster und Kostproben zu Diensten. Alleinverkauf von „Engelhardt s“ Chasalla-Normalstiefel. Wilh. Herbert Inh.: Carl Herbert Marktplatz 2 Telephon 741 Moderne Schüttwaren In nur la. Qualitäten zu äusserst gestellten Preisen Tätlich Eingang von Frühjahrs-Neuheiten Konfirmandenstiefel und altert Preislagen i vwol Se-. 3n uernticfi'ii - *■ 7 Zimmer Bleichstrane 26 1. Etage, elegante 7.Ummer-Wob> itunn, Glatten mit Bleichplau, Trockenboden mit *2—3 Kammern, ver sofort oder später zu vermiet. 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