Nr. 74 Zweites Blatt 1 FS. Jahrgang Montag 2». März LSOS Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des TonntagS. General-Anzeiger für Sberheffen Redaktion, straße 7. Redaktion: Expedition und Druckerei: Schul» Expedttron und Verlag: e^5L e^S112. Tel.-Adr.: AnzeigerGteßen» Die „Sietzenrr ^amtltenblBtter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „KteisNalt für den Ureis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der BrühNch« UniversitätS - Buch- und Sterndruckerei. R. Lange, Gießen. Deutscher Reichstag. 236. Sitzung. Sonnabend, den 27. März. Arn Tische des DundeSratS: v. Tirpitz, v. Bethmann-Hollweg. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr. Der Etat für Kiautschou. Zunächst steht auf der Tagesordnung die zweite Beratung des Etats für das Schutzgebiet Kiautschou. Abg. Nacken (Zcntr.) t Wir erkennen an, daß im Schutzgebiet Kiautschou Großes geleistet worden ist. In kurzer Zeit ist aus einem chinesischen Dorfe eine große europäische Stadt entstanden. Mer die Opfer für das Reich sind doch auch sehr erheblich. Dabei sind unsere Interessen im fernen Osten nur gering, denn unsere Handels» flagge kann sich wegen der großen Entfernung nur wenig in den chinesisch-japanischen Gewässern zeigen. Aeußerfte Sparsamkeit in .der Verwaltung ist geboten. Erfreulich ist die Verringerung des ostasiatischen Detachements, so daß nur eine Gesandtschaft-swache zurückbleibt. Die Negierung weist auf die Bedeutung der Kolonie in handelspolitischer Bez iehun g hin. Dann muß aber die Parole gelten: Militär hinter die Front, Kaufleute vor die Front! (Beifall.) Mit der Entwicklung Tsingtaus find wir durchaus zufrieden, wenn auch noch nicht alles erreicht worden ist, was erwartet worden ist. Leider ist die Zahl der chinesischen Kaufleute, die sich dort an gefiedelt hat, nur gering. Staatssekretär K Tirpitz: Ich danke bau Borredner für die anerkennenden Worte und für das Zugeständnis, daß in Tsingtau tatsächlich etwas von uns geleistet worden ist. Ueber die wirtschaftliche Entwickelung der Kolonie und ibre weiteren Aussichten habe ich mich gestern m der Kommission eingehend ausgesprochen. Ich bin nicht in der Lage, das auch heute hrer zu tun. Ich halte das «uS wirtschaftlichen Rücksichten nicht für zweckmäßig. Die wirtschaftliche Entwickelung ist viel schneller vor sich gegangen,» al» wir eigentlich erwartet haben. Hongkong befand sich noch nach 16 Jahren in einer Situation, daß man schwankte, ob man es nicht aufgeben wolle, während Tsingtau alö Handelsplatz in China bereits nach 11 fahren an siebenter Stelle steht. Es ist nickst richtig, daß zu wenig chinesische Kaufleute sich angefieüelt haben. Wir haben doch eine Thinesenstadt von 40 000 Menschen. Das ist ein erfreulicher Aufschwung. Die Beteiligung der beut« .sch en Industrie an dem Export nach Tsingtau ist ja noch nicht groß, Ich glaube aber, der Export wird sich noch sehr beben. Ich habe schon gestern darauf hingewiesen, daß die Bestellungen in Eisenwaren sehr erheblich sind. Sic belaufen sich auf 26 Millionen Mark. Die Statistik kann nicht ohne weiteres al8 maßgebend angesehen werden, da zum Beispiel deutsche Waren, die über Hongkong nach Tsingtau gehen, in ihr nicht Erwähnung finden. Ich kann für die Unrichtigkeit der Statistik den Anilin- farbcn-Export als Beispiel anführcn. In der Statistik wird der Gesamtexport von Deutschland nach Tsingtau an Anilinfarben auf 2,4 Millionen Mark angegeben. Darunter befinden sich für Farbwaren 26 000 Mk. In Wirklichkeit beträgt aber die Einfuhr von Farbwaren, wie ich festgestellt habe, 2,8 Millionen Mark. Dieser Export wird von Jahr zu Jahr noch steigen, so daß wir bald ein Monopol in dieser Beziehung haben werden. Keines- wegs soll aber dem Statistischen Amt mit dieser Feststellung ein Vorwurf gemacht werden, ihm sind die betreffenden Mitteilungen nicht zugänglich gewesen. Gegen eine Verschmelzung deS Etats des ostasiatischen Detachements mit dem von Kiautschou hat die Marineverwaltung keine Bedenken. Die Kosten der Detachements sind durchaus normal. Wir halten ebenso viele Truppen wie Südwestafrika. wenden aber nur 6 Millionen auf, während in Südwest 16,6 Millionen Mark erforderlich sind. Da kann man doch der Marineverwaltung nicht vorwerfen, daß sie verschwenderisch ist. Ich bin ganz damit elnverstanden, daß die Kaufleute vor btc Front sollen, aber jeder, der die Ver- hältnisie kennt, weiß, daß vom ersten Tage der Besetzung an in unserer Kolonie niemals der sogenannte Militarismus in Erscheinung getreten ist. Das Militär hat sich immer zurückgehalten. Die Direktiven der Marineverwaltung in dieser Hinsicht sind in verständiger Weise auSgcführt worden. Immer sind die Wirt« sch östlichen Gesichtspunkte in den Vordergrund gerückt worden. Wir wissen Lanz genau, daß die wirtschaftliche Bedeutung der Kolonie die Hauptsache ist, und daß das Militär nur dazu da ist, eine gewisse Sicherheit zu bieten. Eine Subvention wird an eine Dampferlinie gezahlt, die von Schanghai nach dem Norden Chinas führt und die die Kolonie anläuft. Die Mahnung zur Sparsamkeit ist von der Marineverwal- tung Jahr für Jahr befolgt worden. In fünf Jahren ist der Reichözuschuß um über 6 Millionen Mark heruntcryedrückt wor- den. Daö ist doch eine erhebliche Leistung, über bte man nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen sollte. Sehr lehrreich ist ein Vergleich mit Hongkong, daö doch ein gewaltiger Handelsplatz ist. Für Hongkong zahlt das Mutterland aber noch 15 Millionen Mark. Wir sind emsig bestrebt, gerade die werbenden Anlagen zu stärken, um auf diesem Wege den Reichszuschuß zu erleichtern. ES muß aber berücksichtigt werden, daß wir erst seit 11 Jahren dort tätig sind. Das ist für die Entwicklung eines Landes ein verhältnismäßig sehr geringer Zeitraum. Ziehen Sie diesen kurzen Zeitraum in Betracht, und bedenken Sic, wa§ wir schon an Einnahmen geschaffen haben, dann können Sie wohl mit dem Erreichten zufrieden fein. (Beifall.) Abg. Eickhoff (Freis. Vp.)'k Die schwere Krisis, die im vorigen Jahre von Amerika au5. gegangen ist, ist auch an Tsingtau nicht spurlos vorübergegangen. Das beweist allein der Rückgang der Einfuhr um 1787 455 Dollars oder 8,7 Proz. DaS ist für eine so junge Kolonie außerordentlich viel. Trotzdem hat Tsingtau die schwere Krisis wenigstens nach den letzten Nachrichten überwunden, und die Besserung des Wirtschaftslebens hat bereits begonnen. Wie sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren gestalten wird, kann natürlich niemand bestimmt voraussagen. Allem im allgemeinen darf man wohl eine günstige Prognose stellen. Jedenfalls dürfen unr auf das Geleistete stolz fein. Der beste Beweis dafür ist die Anerkennung, Die uns vom Auslande zuteil geworden ist. Selbstverständlich sind auch Fehler gemacht worden. Der Etat ist in diesem Jahre entsprechend den Wünschen der Budgetkommission weit sparsamer aufgestellt worden als früher. Ich hoffe, daß ivir nunmehr, nachdem die meisten Hafcnbanten vollendet sino, roeiterc Ersparnisse, werden machen können. Die günstige Entwicklung geht schon aus der Tatsache hervor, daß im letzten Jahr der Zuschuß von 10 auf 8 Millionen heruntergegangen ist. Besonders wrnvachnch ist mir die geplante höhere Schulorganisation für die Chinesen, weil ich dabei die Anbahnung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Deutschland und China erhoffe. Tsingtau muß zu einem Zentrum der deutschen Kultur gemacht werden. Wünschenswert wäre es, daß die sechsklassige höhere Lsbrrnswlt zu einer Vollanstalt ausgestaltet werde. Vorläufig aber wäre das noch verfrüht, da die Frequenz noch zu gering ist. Vor allem kommt es darauf an, den deutschen Kaufleuten und Industriellen duS Leben in Tsingtau so anziehend zu gestalten, daß sie sich dort dauernd ansiedeln. Abg. Ledebour (Soz): Wir halten nach wie vor die Kolonie Kiautschou für ein total verfehltes Unternehmen. Herr Tirpitz und in seiner Gefolgschaft Herr Eickhoff haben die großartige Entwicklung von Tsingtau gelobt. Es mühte ja mit dem Teufel zugehen, wenn aus einem Hafen nichts geworden wäre, in den man ungezählte Millionen hineingesteckt hat. Der Handel von Kiautschou mit Deutschland ist immer noch gering. Unsere Ausfuhr nach Kiautschou beträgt ganze vier Millionen Mark im Jahr, während uns die Kolonie alljährlich über acht Millionen Mark kostet. Dieser Handel wäre aber eben so groß, auch wenn die schwarz-weiß-rote Fahne nicht über Tsingtau wehen würde. So ist eS wirklich nicht, wie cs der Abg. Cickboff in der Naivität seines Herzens geglaubt hat. (Heiterkeit.) WaS haben wir Deutsche für em Interesse, für unser schönes Geld den Chinesen einen Hafen hinzu bau en? Weiter ist von dem Platz an der Sonne, von dem Gedanken eines neuen großen Kolonialreichs am Stillen Ozean nichts übrig geblieben. Aus dem maritimen Stützpunkt für unsere Flotte ist geworden ein Mittel, den Chinesen Kultur beizubringen. Da aber machen die Herren auB der Not eine Tugend. Wenn wir wirklich nur den Chinesen Kultur beibringen wollen, wozu bann der teuere KriegShafen? Wollen die Chinesen eine Universität haben, bann mögen sie sich freundlichst eine bauen. Aber wir haben im eigenen Lande auf kulturellem Gebiet noch so viel zu tun, daß wir keine Veranlassung haben, in Tsingtau eine Fähnrichspresse — weiter ist es nichts — zu unterhalten. Wir halten aus allen diesen Gründen die sofortige Aufgabe von Kiautschou für unbc- dmgt notwendig. (Heiterkeit.) Hätten Regierung und Reichs- tagömehrheit geahnt, welch enorme Kosten Znautschou verursachen würde, kein Mensch hätte den Mut zu einer derartigen unsinnigen Geldvergeudung gehabt. Noch nie bat eS dem Ansehen einer Macht geschadet, wenn sie eine unhaltbare Position aufgegeben hat. Redner macht zum Beweist einige historische Ausführungen, spricht über die Nibelungen, die Hunnen, Karl XII. und den 30iäh- rigen Krieg. Staatssekretär v. Tirpitz: Ich will weder auf die Nibelungen noch auf Karl XII. zu sprechen kommen, (Heiterkeit) sondern will mich auf zwei kurze Berichtigungen beschränken. Es hat niemand jemals die Absicht gehabt, in Kiautschou ein Dominium zu errichten, weder in politischer noch in wirtschaftlicher Beziehung. Wir haben immer auf dem Standpunkt der offen en Kür gestanden. Herr Ledebour hat sich dann auch aufgeregt über eine Villa, die dort gebaut worden ist, und zwar außeretatSmäßig. Er habe einen Brief bekommen, in dem ihm daö mitgeteilt worden ist. Härte er die Denkschrift gelesen, dann hätte er seinen Brief nicht zu lesen brauchen, denn da steht alles drin. (Heiterkeit.), Wir sind also vollkommen korrekt vorgegangen. (Beifall.), Abg. Görcke (Natl.): Eine ganze Reihe von Anzeichen sprechen für eine günstige Entwicklung der Kolonie. Große ausländische Firmen wollen Filialen in Tsingtau errichten. DaS ist ein Zeichen dafür, bafc auch daS Ausland die Kolonie zu schätzen beginnt. ES ist erfreulich, daß die eigenen Einnahmen der Kolonie auf 3,6 Millionen gestiegen sind. Mit der Verschmelzung des Etats des ost. asiatischen Detachements mit dem für Kiautschou find wir einverstanden. Die Gehälter in den Kolonien sind im allgemeinen zu hoch. Daher sollte die in Aussicht gestellte BefoldungSreform bald vorgelegt werden. ES ist außerordentlich schwer, ein klares Bild darüber zu erhalten, wie die Tinge in der Kolonie wirklich liegen. Gegenüber den günstigen Urteilen, die wir hier gehört haben, muß ich doch hervorheben, daß man die Verhältnisse auch hier und dort anders beurteilt. Die Zahl der Beamten kann wohl vermindert werden. Hinsichtlich der deutschen Schule bin ich mit dem Abg. Eickhoff vollkommen einverstanden. Zweifellos ist eS allerdings, ob man für die chinesische Schule erhebliche Aufwendungen machen soll. Ein erfreulicher Fortschritt ist es jedenfalls, daß zwischen den deutschen Behörden und der chinesischen Verwaltung ein Uebeteinlommen übet diese Schule getroffen worden ist. Aeußerste Sparsamkeit ist auch in Kiautschou geboten. Dann werden die Hoffnungen, die wir auf diese Kolonie gesetzt haben, auch Erfüllung finden. (Beifall.) Abg. Gothein (Fr. Vg): Herr Ledebour will Kiautschou verkaufen. Trotzdem macht er die Kolonie in jeder Weise schlecht. Er mag wohl humoristische Talente haben, kaufmännische hat er aber nicht. (Heiterkeit.) Mit der Gründung von Chinefenschulen und gar einer chinesischen Universität ist das eine ganz eigene Sache. Wir können uns davon nichts versprechen. Wir machen damit nur den ersten Schritt zu einer dauernden schweren Belastung unseres Etats. Darum ist ein Teil meiner Freunde gegen die Bewilligung der geforderten Summen für diese höheren Schulen. Abg. Heckscher (Ft. Vg.): Blutenden Herzens muß ich dem Abg. Gothein widersprechen (Heiterkeit.) Die Chinesen dürsten nach Kultur. Warum soller wir ihnen da nicht auch deutsche Kultur zukommen lassen. Wir werden daher unsere finanziellen Bedenken zurückstellcn und die geforderten Mittel bewilligen. Warum sollen wir die Kolonie aufgeben ? Wir planen doch nichts Kriegerisches gegen China. Ich würde wünschen, daß in das Herz des Herrn Ledebour ein kleiner Hauch von Naivität einziehen möchte, dann würden uns manche ätzenden Witzeleien hier erspart bleiben. (Sehr richtig!) Ueber die Ehre eines Volkes soll man keine Witzchen machen. Man muß einen Strohhalm verteidigen, wenn die Ehre auf dem Spiel steht. Abg. Ledebour (Soz.)? Die Ehre Deutschlands verteidige ich so gut tote jeder andere Abgeordnete. Diese Ehre hat aber mit der Aufrechterhaltung von Kiautschou nichts zu tun. Staatssekretär v. Tirpitz: Da ich glaube, daß die Sozialdemokratie mit ihrer Aus. sosfimg bezüglich der Aufgabe von Kiautschou allein dasteht, so gehe ich nicht weiter daraus ein. (Beifall rechts.) Die Schulen in Tsingtau haben sehr dazu beigetragen, ein gutes Verhältnis mit der chinesischen Regierung hcrzustellen. Wir wollen in Tsingtau Muster schulen einrichten, in denen der weltberühmte deutsche Schulmeister eine segensreiche Tätigkeit entfalten kann. (Beifall.) Abg. Eickhoff (Fr. Cp.)vJ Ich lehne es ab, mit Herrn Ledebour über deutsche Ehre zu polemisieren. (Sehr gut! rechts.) Damit schließt die Diskussion. Der Etat fir Kiautschou wird bewilligt, ebenso der für die Verwaltung deS ostafiatischen MarinedetachementS. Ohne Debatte angenommen wird baß Etatsgesetz für d i e Schutzgebiete. Die bis zur gesetzlichen Fesü. stellung deS Haushaltsetats innerhalb seiner Grenzen geleisteten Ausgaben werden hiermit nachträglich genehmigt. Ebenfalls ohne Diskussion wird der Etat für die Ex. pedition nach Ostasicn gebilligt. Dritte Lesung des Automobilgesetzes. SS findet eine Generaldebatte statt. Abg. v. Oertze« (Rp.) legt nochmals die Vorzüge des Gesetzes bar. Durch den Kaiserlichen Automobilklub habe sich lern Kommissionsmitglied beeinflussen lassen. Nur daS Interesse der Allgemeinheit war maßgebend. Unter allen Umständen muß dafür gesorgt werden, daß der Geschädigte auch zu seinem Rechte kommt. Härten kommen in jedem Gesetz vor, wir haben uns bemüht, daS Nichttge zu treffen. Der Verkehr wird durch daS Gesetz nicht gehemmt werden. Durch das Gesetz wird dem Geschädigten mehr als bisher die Garantie gegeben, daß er auch wirklich entschädigt wird. Darum bitten wir Sie, das Gesetz anzunehmen. (Beifall.) Abg. Stadthagen (©03.) bedauert die bei der zweiten Lesung erfolgte Ablehnung der Abänderungsanträge seiner Partei. Trotzdem werde er dem Gesetz zustimmen, da cs einige Verbesserungen bringe. Abg. Graf v. Carmer-Zieserwitz (Kons.): Besonders notwendig ist ein Verbot der Wett-, Dauer- und Tourenfahrten. Im Juni steht wieder eine solche Konkurrenz bevor, die die Route Berlin—Breslau—Wien haben soll. Dadurch wird das Publikum schwer belästigt. Die Kinder müssen an diesen Tagen natürlich emgesperrt werden. Aber auch die Erwachsenen stehen in großer Gefahr. Die Chausseen werden ruiniert Staatssekretär von Bethmann-Hollwcg: Der Gesetzentwurf hat nach den gestrigen Beschlüssen eine Gestalt angenommen, wonach die Regierung eine befriedigende Lösung der ganzen Frage erhoffen kann, obgleich sie verschiedene Wünsche zurückstellen mußte. Wir stehen dem Gedanken der Zwangsversicherung durchaus sympathisch gegenüber. Unmittelbar nach der Verabschiedung des Gesetzes soll all das Material gefummelt werden, das für die weitere Ausarbeitung des Systems und die endgültige Beurteilung über die Durchführbarkeit notwendig ist. Auf die Resolution über das Verbot der Touren, fahrten kann ich materiell jetzt nicht eingehen. Es wird Ihnen bekannt fein,, daß die Automobilinteressenten seit längerer Zeit den Plan verfolgen, sich für die Abhaltung von Wettfahrten eine eigene Bahn z u schaffen. Sie sind zu meinem Bedauern bisher, soweit ich unterrichtet bin. über Vorberatungen nicht hinausgekommen. Angeblich sollen finanzielle Schwierigkeiten bestehen. Ich möchte aber doch auch von dieser Stelle aus den dringenden Wunsch aussprechen, daß die am Automobilwesen interessierten Kreise diese finanziellen und anderen Schwierigkeiten recht bald überwinden mögen. (Beifall.) Denn daö ganze Automobilwesen könnte, wenn das nicht gelingt, sonst in ganz erhebliche Ungelegenheiten geraten. (Beifall.) Abg. Bitter (gentr.y verzichtet aufs Wort (Beifall.) Abg. Ptinz zu Schönaich-Carolath (Natl.): Ich schließe mich vollkommen dem Grafen Carmer an und verzichte nach der Erklärung des Staatssekretärs auf weitere Ausführungen. Damit schließt die GeneraldiSkusfion. Aus Antrag des Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath (Natl.) werden die einzelnen Bestimmungen des Gesetzes es b 1 o c angenommen, und zwar einstimmig. Damit ist die Tages- ordnung erschöpft. Montag 12 Uhr: Etat deS Reichskanzlers nnd deS Auswärtigen Amtes. .(Zunächst AuswärttgcS Amt.), Schluß gegen 6 Uhr. Stimmungsbild aus dem preiitz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 27. März. Das war ein scharfes Streiten am Samstag im Abgeordnete nhanse! Fast die ganze Sitzung nahm der Redekampf um Genossen sch afrsfragen in Anspruch, der sich an die zur zweiten Lesung stehende Vorlage wegen Erhöhung deö Grundkapitals der Preußenkasse knüpfte. Ziemlich friedsam begann die Sache — ein paar Tirailleure, der Konservative Meyen sch ein und der Zentrumsmann F- a ß b en d er eröffneten die Genossenschaftsdebatte — der eine mit begeisterten, der andere mit ein wenig verklausulierten Lobsprüchen für das Zentralinstitut. Und auch der Natioualliberale Glatzel tat Herrn Heiligenstadt, dem vielgeplagten Präsidenten der Miqnelschöpsnng, nicht sonderlich wehe, er zog vornehmlich gegen die von Herrn Faßbender emphatisch geforderte Hineintragung des religiösen Moments in das genossenschaftliche Leben zu Felde. Tann flbec trat der Freisinnige Dr. Crüger, der langjährige Verbandsanwalt der Schulze-Delitzschkasfen, wider Herrn Heiligenstadt in die Schranken, und wie er diesem in der ersten Lesung sehr hart auf den Leib gerückt war, so tat ers heute nicht minder. Die Kritik, die der Mann der genossenschaftlichen Selbsthilfe an dem Bollwerk genossenschaftlicher Staatshilfe, vulgo Zentralgenossenschaftskasse, übte, war laugenschars, und Herr Heiligenstadt war offensichtlich nicht in der rosigsten Stimmung. Ehe er aber noch zu Wort kam, erhob sich aus den Reihen der Konservativen Herr Kreth, Dr. Crügers enragiertester Widersacher, zu einer mit Ausfällen auf den Freisinnigen reichlich garnierten Philippika. Die Schärfe seiner Tonart färbte auch auf Herrn Heiligenstadt ab, der dann ausführlich und in stellenweise reck)t scharfen Wendungen sich gegen Dr. Crügers Kritik wehrte. An die vier Stunden dauerte — mit der persönlichen Rede nnd Gegenrede der streitenden Kämpen — das parlamentarische Turnier; bei Licht besehen, hatte es gegenüber der ersten Lesung nichts neues, gebracht. Dann wurde die Kapitalserhöhung bewilligt, und nach kurzem Hin nnd Her auch der Etat der Preußenkasse. Vorher hatte das hohe Haus eine ganze Reihe kleinerer Vorlagen fast debattelos erledigt, und auch die dritte Lesung des Beamtenhaftpflichtgesetzes hmr A f A V* nm IaUaT r\( CITY - . . .... • . politische Tagesschau. Fürst Kar! Günther von Schwarzburg-Sondershausen f. Fürst Karl Günther von Schwarzburg- Gondershausen war am gestrigen Sonntag in Dresden schwer ertranit und um 12 Uhr 50 Min. mittags trat bereits der cj11- Fürst Karl Günther hat ein Alter von nahezu 79 wahren erreicht Die Regierung des Fürstentums trat 1 ??80' ltac0 Verzichtleistnng seines Vaters, des Fürsten Gunther, an. Er war in kinderloser Ehe ver- «51* der Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg, einer Jcid)lc des tiu vorigen Fahre verstorbenen Herzogs von Altenburg. Mir dem Tode des Fürsten Karl Gunther ist das Haus Schwär,zburq-Londershauicn int Mannesstamme erloschen. Tie Negierung geht somit ans den regierenden Fürsten Günther von Schwarzburg-Ru- dolstadt über, her gegenwärtig im 57. Lebensjahre steht und in kinderloser Ehe mit her Prinzessin Anna Luise von Schönburg-Waldenburg vermählt ist. Als Erbe des Gesamt- Hauses Schwarzburg kommt nach dem Ableben des Fürsten .Günther von Schwarzburg-Rudolstadt Prinz Sizzo zu Schwarz in Betracht. Erzbischof und Pfarrer. Erzbischof Abcrt hat nach Eingang der Erklärung des Pfarrers Tremcl durch seinen Bruder, den Landgerichtsdirektor Abcrt, an diesen folgendes Telegramm gesandt: Mein Bruder, der Herr Erzbischof, ist tief gerührt über die in Ihrer offenen Erklärung bekundeten Gesinnung, die ihm großen Trost bereitet. Er sendet Ihnen von seinem Krankenbett aus seinen Gruft und Segen. Deutfd>cs Reick. Der Kaiser wird, wie verlautet, im Anschluß an die Kieler Woche eine Nordlandsreise unternehmen. Der Kronprinz wird dem Könige Carol von Ru mänien zu seinem bevorstehenden 70. .Geburtstage die Glück wünsche des Kaisers überbringen. Das russische «Geschwader hat gestern nachmittag den Kieler Hafen verlassen und ist nach Libau in See gc- gangen. Ausland. Pöbclausschrcitungen in Prag. Auch am gestrigen Sonntag wurden die deutschen Studenten während des Bummels auf dem Wcnzelsptaüe von zahlreichen tschechischen Temvnstrmtten belästigt, ohne daß es jedoch zn ernsten Tätlichkeiten kam. Als Rufe „n a ch Serbien" laut wurden, räumten Gendarmen mit gefälltem Bajonnett den Platz, wobei sieben Bcrhastungeu vorgenommen wurden. Am Nachmittag wurden in Seiten- straften zwei Studenten, die Kvuleur trugen, mißhandelt. Ter König von Dänemark tvird nach Ostern dem russischen Hofe einen Besuch abstattcn. Der bisherige Chef des russischen HauptstabcS, Generalleutnant Mhschlajcwsli, wurde zum Chef des Generalstabes, Generalleutnant Kondratjew zum Chef deS Hauptstabes ernannt. Stürmische Sitzung. Bei Eröffilung der vorgestrigen Sitzung der portugiesischen Kammer vollsührtc die Opposition, indem sie die Pulte zertrümmerte und stürmisch eine Untersuchung über das Verhalten des Finanz- tznrnisters forderte, einen derartigen Lärm, daß die Sitzung ohne Debatte unterbrochen tvurdc. Nach Wiedereröffnung der Sitzung tvurdc der Lärm fortgesetzt, so daß die Sitzung Wiederum geschlossen wurde. Massenkundgebung in Madrid'. Gestern fand in Madrid die von dem republikanischen Senator Sol y Ortega am 18. März im Senate angekündigte öffentliche Kundgebung gegen die zwangsweise erfolgte Entlassung des konservativen Senators Sanchez Toca aus seinem Amte als Direktor des Madrid mit Wasser versorgenden Kanals statt. An dieser Kundgebung nahmen etwa 40 000 Personen teil. Es kam dabei zu keinen Ruhestörungen. Unruhen in Brasilien Nach Meldungen aus Rio de Janeiro haben erliste Zwischenfälle im Gebiet Acre stattgeftindcu, zu dem Zweck, eine Autonomie dieses Staates herbeizusühren. Tas Gebiet von Acre ist unlängst Brasilien ungegliedert worden und befindet sich zurzeit unter der direkten Kontrolle der brasilianischen Bundesregierung. Lin Antrag zum Cabakverbrauchftruergesetz. Tie Nationall. Morr, ist in der Lage, folgenden Antrag su vcr öffentlichen, den in Gemeinschaft mit dem Abg Mommsen von der frciiinnmc» Bereinigung der nntwnallibernle Abgeordnete Dr. Weber der Tabaksubkommission cmgcreicht Hal. Dieser Antrag „zum Entwurf eines Tabakverbrauchstcucrgesetzes" lautet: Die Subtonlinission ivolle beschließen, der Finanzkvinmission zu empfehlen: I. $ 1 ist zu fassen wie folgt: Der EiugangSzoll beträgt h'ir einen Doppelzentner •A' Tabakblätter, unbearbeitet; Abfälle von unbearbeiteten Tabakblättern I. für Zigarren und Zigaretten 110 Mk., 2 iiii Rauch , Kan und Schnupftabak 100 Mk., b) TabaNangen 100 Mk., c> Tabakstengel und Tabakrippen 85 Mk., d) Zigaretten 1600 Mk., e) Zigarren 400 Mk., f) Feingeschnfttencr Tabak 700 Mk., K> Kautabak »nb Schnnvitabak 300 Mk. h) Tabakblätter, ganz und halb entrippt 250 Mk., i) Brajilkarotten 210 Mk., ki Rauchtabak und andere Tabakerzeugnisse 300 Mk. Die Znlandsteuer beträgt für einen Toppelzentner Rohtabak, solvie Gruinpen: l. für Zigarren und Zigaretten 75 Mk., 2. für Ranch . Kau und Sdmupftabok 50 Mk. II. Dem! 8 i dßle nachfolgenden Bestimmnngen anzufügen: 8 la. Bei der Ausfuhr von Tabak und Tabakfabrikatnc oder bei ihrer Niederlegnng in einer öffentlichen Niederlage oder in einem unter amtlichem Mitverschluß stehen den Privallager wird eine Abgabenvergütnug gelvälnt, welche beträgt für deii Doppel zentncr: a) Zigarren, welche unter zollamllicher Ueberwackung aus übersceisclrrn Tabaken hergeftellt sind, 195 Mk., b) andere Zigarren 105 Mk., c) Zigaretten 110 Mk. bezw. 60 Mk., d) Rauchtabak 95 Mk. bezw. 50 Mk., ei Kautabak 35 Mk., f) Schnupftabak 35 Mk. § 1b. Die Ranch, Kau und Scbuupftabakfabrikantcn haben ihre Betriebe bei der zuständigen Zollbelwrde anzumelden. § le. Rauch-. Kau* und Schnupftabakfabrikanten, welche Anspruch auf die niedrigere Steuer und den niedrigeren Zoll machen, dürfen die Rolnabake und Grnmpcn nur im Transitverkehr beziehen unb müssen ioldu* mit den zoll- oder steucramtlidien Bc^- gleüsdreinen sofort in die Fabrik verbringen. t lieber die Tabake ist ein Fabriklaaerbuch zu führen, aus dem jederzeit der Eingang und der tägliche Verbrauch in der F-abrikation ersichtlich in. S Id. Rohtabake und enklaugte Tabake dürfen aus den Ranch-, Kau und Lchnupftabakiabriken mir mit Genehmigung der Steuerbehörde entnommen werden 8 le. Die Rauchtabake unterliegen dem Vcrpockungs zwang. Das Höchstgelvicht bei Pakete darf 500 Gramm nicht übersteigen Auf den Paketen >u .'50 und 500 Gramm ist unter Hinweis au die entsprecliende Bestimmung des Gesenes zu vermerken, daß die Tabake mir als Pfeiientabak und nicht zur Fabrikation von Zigarren und Zigaretten verwenaet werden dürfen 8 If. Der wiisentlis Verkauf oder Kauf von zu niederen Zoll oder Steuer'apen abge'ertigtem Rohtabak, oder aus solchem krergestellten Fabrikat zu Zwecken de ligarren oder Zigaretten- sabrikation wird mit . . . bestraft. T jleirfx Strafe trifft den Vermittler. § lg. Das Schneiden von Emlagentabaten für die Zigarren- fabrrkatwn in Rauchtabakfabrrkkn ist nur unter stcueramtlicher Uebenvachuug zulässig. . ,, . _ , _ In gemischten Betrieben, in welchen außer Rauch-, Kou- oder Schnnvitabak auch Zigarren oder Zigaretten ober Zigaretten- tabake l^rgeücllt werden, müssen diese Fabrikationszweige oder die dazugehörigen Lager an verzolltem oder versteuertem Tabak voll- tändig getrennt sein. , . ., . . - lh. Alle Tabake, die nicht unter Begleit'chern oder Steuer- Verschluß nach einer Rauch. Kau- uni» Schnupftabaffabrik gehen, unterliegen den erhöhten Zoll- und StruErsätzen. Uebergaugsvorschriften. § li. Alle am 1. August 1909 im Zollinlande in verzolltem Zustande befindlichen Rohtabake unterliegen einer Nachverzollung, welche betrögt für den Tovvelzenttrer. aj Für die zur Herstellung von Zigarren und Zigaretten bestimmten Nohlabake 55 Mk., b) Für die zur Herstellung von Rauch-, Kau- und Schnupftabak bestimmten Rohtabake 15 Mk Alle am I August 1909 im Zollinlande in versteuertem Zustande befindlichen Rohtabake unterliegen einer Nachversteuerung, welche beträgt für den Dovvelzentner: a) Für die zur Herstellung von Zigarren und Zigaretten bestimmten Rohtabake 30 Mk., b) Für die znr Herstellung von Rauch-, Kau- und Schnupftabak benimmten Rohtabake 5 Mk Alle am 1 August 1909 int Zollinlande im verzollten und versteuerten Zustande beftndlichen entrippten sowie geschnittenen Rohtabake unterliegen einer Nachverzollung ober Nachversteuerung, welche beträgt sür ben Doppelzentner: a) Für bic zur Herstellung von Zigarren nnb Zigaretten bestimmten Rohtabake 40 Mk., b) Für bic zur Herstellung von Rauch-, Kau- nnb Schuupr tabak bestimmten Rohtabake 5 Mk. § lk. Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 1909 in Kraft. S ch l u ßbest im m u n g. § 11. Der Zoll für Rohtabak (unbearbeitete Tabakblätter nnb -Stengel) kann bis zu 9 Monaten geftunbet werben. III. Die 88 2 fs. zu streiclieu._________________ :)ie 50 jährige Jubelfeier Oes Mittelrhein. Turnireiser. 1. Die Znbelfeier. Mainz, 28. März. Zu ein« m glänzenden Z sk 50Iahren erfolgteGründun rittelrhem. Turnkreises, die nm 27. März hier in der Stadthalle abqehalten wurde. Eine außerordentlich große Zahl von Festteiluehrncrn hatte sich ans allen Teilen des ausgedehnten Kreisgebicts cin- gefunden. Ti-' Behörden hatten als ihre Vertreter gesandt: Oh- Ii.'imernt Tr. Eisenhuth von der hessischen Regierung, Proviuzial- direktor von Hornbergk 511 Bach ans Mainz, ObcibürgcTmcutcr Götteliuann aus Mainz, Gouverneur Erz. von Goßler, Mainz, Professor Keßler, Stuttgart als Vertreter des 11 Kreises und der deutschen Tnrnerschast und «tzandenberger-Freiburg vorn 10. Kreis, Öbcrrhrin. , Sie alle wurden zur Eröffnung der Feier von Kreisvorsteher S ch m 11 rf Darmstadt, bei dabei des Wandels der Zeiten gedachte, willkommen geheißen und dem Kaiser und der Fürsten des Kreisgebiets ein „Gnt Heil" ausgebracht. Nach einem prächtigen ^Gesang des Männergcsangvereins Mainz führte Kreisvertreter Schmuck in einer von hübet Begeisterung für die beutirfjc Tnrnsache durch- 1 elften Festrede ans Eaund der geschichtlichen Entwickelung des Kreises die Bedeutung des deutschen Turnens, wie cs der Mitte l- rheiukreis allezeit gepflegt hat ünd jetzt iwch in umfassendem Maße pflegt, der Festversammlung vor Augen. Aus einem kleinen Häuflein von 10 Vereinen und 550 Mitgliedern am 27. März 1859 hat sich der stolze Bau vou heute mit 1084 Vereinen und 109 000 Mitgliedern entwickelt. Hohe kulturelle Aufgaben sind es , an denen der Kreis in der Bergangenlwit mitgearbeitet bnt und in Zukunft mitarbeiten tvird: Erzieherische, bic verlangen, daß sich der Einzelne immer in ben Ticnn der .'Illgemcinheit zu stellen hat, so baß als Folge des Turnens bic Feuerwehren, Saui lätsvereiw' nnb nnberc gemeinnützige Vereinigungen entstanden sind, die Bildung des Charakters, die Entwickelung der Tugenden 'des Gehorsams, und der Selbstverleugnung, die Bildung^ bed Willens und der Selbstbelfcrrschung, bic Gewandtheit nnb Stählung d.'s Leibes als Vorschule für bcii Wehrdienst: die Forderung des Schulturnens, die sich die Turnvereine schon in den vii Jahren angelegen sein ließen, und der aus dem Vereiusturucn. bcrvorgcgangcne. Männer, wie Adolf Spieß 11. a., ihre ganze Kraft n ibmcteii, die Pflege deS Kinderturrnnis als Ergänzung des Schul turnens, die Bestrebungen zur Einführung der Leibesübungen in bi" Fortbildungsschule, um auch her Jugend nach der 5dml- entlassung bic Segnmuzen derselben zuteil werden ,u lassen, lieber all wird es Frühling, bic Eisdecken bersten, die Bornrtcile gegen das Turnen ichwiitdcu, überall bringt die lleberzcugung durch von der großen Bedeutnng eines vaterländisch geleiteten Turii uescnS. Hohe Verpslichtnngen erwachsen aber daraus unseren Vereinen und dem Kreis. Tcs VaterlMides Wohl soll uns alle zeit nie» Leitstern vor Augen schweben, denn die Turner haben stets den Einheits.iednnkeu auch gegen ben Willen der Regierungen gepflegt und aufrecht crlynlten Konfessionelle, politische und Standes unterschiede keimt der deutsck)e Turner nicht. Daher ist der Turn platz die beste Stätte, wo der Mensch den Menschen achten und schätzen lernt und die breite Kluft, die sich zwischen den einzelnen Standen ausgetan, überbrückt wird. Tie Wohltaten, die uns unser Vaterland bietet, werden als eNvas Selbswerständliches hingenommeu, ohne der Not vergangener Seiten zu gedenken und sicki darüber zn crinnent, daß es wieder einmal nubere» >verden kann. Wahrhaft vatenändisd)e, sruchtbrälgendc Taten sind au' bent Felde deutschen Turnens nach zn leisten, mögen sickf alle bic .Haube reichen, bic Ideale der deutschen Turncrschasl immer mehr zn verwirklichen. Der 9. ZkreiS tvird auch fernerhin, wie im vcrgmigeuen halben Zalirhundert, seine Pflicht tun. Deutschland, unser liebes Vaterland, sei mich fernerhin unser Anfang und Ende, und "nibelitb ertöne ihm an unscreni Frciidentagc unser Gruß: Gut Heil! Ein vorn Festredner verfaßter Prolog mit folgendem lebendem Bild, die Huldigung an Vater Ja kn durch die Vcr tretcr aller Alter und beider (Geschlechter in dem Kranz der alten Turnerfahnen schloß sich urfarbig an. DZ ad) dem (besang eines Inbellicbes brachten die Vertreteft der Belwrdeu ihre Glückwünsd-e dar. Geheftnerat Di. O' i sen Huth gab als Vertreter der hessisd-eu Regi^ung bic Versicherung nb, bnß diese in dein Land, iw sd-on vor 100 Jahren bic bcutschc Turnknnst gepflogen wurde, und wo ein Adolf Svicß wirkte, dcu Bestrebungen der deutschen Turnerschaft stets die wärmste Teilnahme entgegenbringe, da bic turnerische Arbeit nicht zum Vergnügen deS einzelnen, wubern int Dienst des Vaterlandes geleistet wirb. Provinzialdirektor von .Hoinbergk zu Bad) ■ n Ei nu:rnng n ?. 1 ch daran und tmiuschtr bem Kreis dieselben Erfolge jur bic Zukunft Itn seither. Ober - l'ürgcniieirtcr Tr Nöttelmann überbrachte die «'Uudmünidyc der Stadt Mainz, die allezeit die Turnsadfe miss beste fördere. Kemps Mainz sprach ftir die dortige Turmrschaft. Exz. von Goßler dankte im Namen der Ehrengäste für die Einladung Pwf. Keßler Stuttgart übermittelte die Glückwünsche dcrTeut^ scheu Turnerschaft und deS bcfrcmtbcteii TurukreiseS Schwaben. Zhm schloß sich Gan den berg er -Freiburg für den Cberrbenv kreis an. Ein Bild der turnerticben Arbeit im Kreis gab das Auftreten der KrciSriegen an Bock, Barren und Pferd, der Schier des Kreises, der Altersriege, Zraucnadteilungcn und Turner der Mainzer Turnerschaft. Frau Jäger -Hauau übergab die Jubel- spende der Fraucnabteiluugen, Gauvorsteber Schill die d.r Gaue Tie Vereine, bic ben Kreis gegründet, rrbicin'it Urkunden, banmtcr au» Oberheften bic Vereine von Friedberg und Gießen ebenso Turnlehrer Ok-hru Mainz als einziger jener Vertreter vom 27 März 1859. Nachdem Schatt als 2. KreiSvertreter allen Mltwirkenden geda>ikt, sdNoß die erbebenbe Feier, die daS erfte halbe Jahrhundert des Kreises würdig beendete. 2. Ter Krei^tumtag. Ter äußerst ;ablreich besuchte Kreisturntag. ocr das yocue Jalirhuudert des Mittelrhei»ik«lses mit reicher Arbeit eröffnete, fand am 28 März in b.r Turnhalle des ^utimcul? Mainz stall. Er wurde von jQbcrbnrgermeuier Tr Göttcimann als Sertrcter der Stab: und von verrn Manor im Namen der Mainzer Tumcr» schart begrüßt. Ter treuen Toten des vergangenen Jahres, besonders des Krcisgachäftsführers Kaminskn, gedachte die Veriamm- fung durch Erheben von den Sitzen. Kr.'iSo. ttreter Schmuck erstattete noch unter dem Eindruck der Jubelfeier den Jahresbericht in warmen Worten, der großen Erfolge gedenkend, aber auch an bic fernere Arbeit mahnent Zweiter Kreisturnwart Münch erstattete den Turnbcricht, die Beteiligung des Kreises am 11 brunchen Turnfest in Frankfnrt a M. ithilbcmb, die etwas bester hätte sein können Kreisvorturnerstundcn wurden 2 abgebaftoi, für die Leiter und Leiterinnen von Irauenabteilungen fanb eine Zuf'ammenkunst statt. Tic iniltelrbeiniidK Vorturnervercliiiguog kam einmal zusammen. Tas Feldbergfest und das Spichererbertz. fest sanden zahlreiche Beteiligung Tas Zechten '.mlcrsteht in Zukunft der Leitung der Kreisturnwartc. Die mittelrheimsche emeinercinigung cntroidelic nur dem Frankfurter Turnfest eure umsaffende Tätigkeit. Als Freunde des Turnens werden crmä^ir die preußische Regierung, bic den TurnkuffuS in Berlin veranstaltete, Abg. Müller Meiningen, der im Reichstag sehr warn: für dos Turnm emtrat, und verschiedene Städte, die die Turnsache unter- tützen. Auch Feinde gibt es noch, bic sich gegen das Turnen »er Fortbilduugsfchüler wenden, aud) ander, die ben Kern der ' 'nrnsacke nicht kennen. Der Berichterstatter für die Preste, fZros. Wamser-Butzbach. betont, da 1111 vorigen Jahre -hilidre Mil tcilungen in die Oeffentlichkeit gingen, ausdrücklich das große Entgegenkommen vieler Zeitungen des Kreisgebiets, wenn auch nod) manche sich ablehnend verhalten. Es fehlt hier noch znm Tal die Mitarbeit bn Vereine selbst Die Kniskasie schließt in Einnahme mit 10509,21 Mk, in Ausgabe mit 10628,31 Mk. ab. Ter Fchlbettag beläuft fid» also auf 119,10 Mk Tie Rotderinrl stiftuug znnl Bau vou Turnlwllcn besitzt ein Kapital von 2917,17 Mk., sic soll aus 10000 Mt. gebracht werden Tie Kaffe zur Ausbildung vou Turnwartai und Borturueru Hot einen Bestand von 1710,09 Mk. Als neuer KreisgefchäftSführcr wurde H. R o l b Frankfurt gewählt. Die neue 'Smununbnung, die besonders sur dcu wichtigsten Teil, das Vercinstnnicn, an dem alle Vereine teilnehmen können, abgeänderlc Vorschriften bringt, wird einstimmig angenommen Tic Erhöhnng der KrciSstencr um 2 Psg. wird mit großer Mehrheit angenommen. Ten Leitern von Fecht, Spiel und 3dnpinnnabtcilungen wird Sitz und Stimme tut Tnrnansschuß gewährt Tie näheren Bestimmungen werden dem Turnaiisschuß überlassen Vcrtrct.n ind mit ben Ausschussmitgliedern 488 Stimmen aus 261 Vereinen Krcisvertretir Sdunuck schließt mit dem Ausdruck der Freude über bic rasclwn Verhandlungen. In der Kreisausschußsitzung am Tag vorher wurden den Vcr einen Hahiistättai nnb Wörrstadt je 200 Mk , Langenselbold 100 Mk. für Hallen nnb Platz bewilligt. Tic Zubcl'>nbe von 39 Frauenabteilungen beträgt 470 Mk., die der Gaue bis jetzt 915 Mk. Gicßcner Strafkammer. )( Gießen, 26. März. Erfolglose Berufung. Der wegen SittlichkeitSverbrechens vielfach bestrafte Taäidccker PH. R. aus Köbbingcn hat sich in Rockenberg, wo er wohnhaft ist, einer Fran gegenüber betört benommen, daß bic Straftat nahe an Sittlichkeitsvcrbrechai grenzt. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen tätlicher Beleidigung zu 5 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft Ter Angeklagte erhob Berufung und versuchte, die Frau als imqlinb würdig hiuzustcllcn. Es bestand jedoch kein Anlaß, an ihren Eingaben zu zweifeln, was bic Bestätigung des Urteils zur Folg^ baue Die Probefahrt. Dem Mechaniker G. O. in Alsfeld ging ein Strafbefehl über 50 Mark zn, weil er wiederlzolt ein zur Befördermig von Personen diaiaidcs Kraftfahrzeug auf öffentlichen Weg-u benutzt bat, ohne zuvor bei dem Steuerkommissariat eine Erlaubni. karte zu löfen. Er trug genchtlictie Entscheidung an, indem it angab, er habe das Motorrad im defekten Znstand gekauft und e ausgebessert, um es dann wieder zu verkaufai. Die Fahrten feien nur zu Probezwecken erfolgt, in welchen, Falle eine Erlaubni. karte, die mit Sternpelentrichtuug verbunden ist, nicht nötig fei. Das Schöffengericht hielt aurh Probefahrten nir vorhrgaiö und erkannte auf Freisprechung Aus Wunsch der Veiivaltungsbehvi« verfolgte die Staatsanwaltichast Berufung, da bei solchen Fahrt« das Kraftfahrzeug ein Schild mit der Aufschrift ..Probefahrt" tragen muß und eine foldfe Fahit and) bei dem Kreisamt an- zumelden ist Entgegeii den Ausfübrnngeu der Staat.-am,-al, schäft, daß Probciahrten nur dann vorliegen, iveun Reftettonten für das in Betracht kommende Kraftfahrzeug amoefenb sind, na hin bas Gericht an, baß auch bann Probefahrten «wgenommen werde,» müssen, wenn der Verkäufer das Zfraftfahrzeug auf feinen tut tigen (Kang prüft. Wenn and) der Angeklagte die Anmeldung d Probefahrt untcrlaffcn hat und and» kein cntf'predicnd Plakat an dem Fahrzeug aubrachte, so konnte and« in dieser Beftehuag keine Bestrafung emtrden, da Verjährung eingelreteu ist. 5cir: mußte das Urteil bestätigt werden. Vom llinderlchuhgeseh. Tas Schöffengericht l»atte ben Bäckermeister E. M h,ei weg '' ■ urteilt. Weil mit 12jäl)riger Sohn morgens r tragen von Backwaren betroffen wurde. Der Angeklagte rrboo Berufung und machte geltend, er habt* den Zungen nur einmal znr Aushilfe benutzt, als die Backwareuträgeliu bei ihrem Rund- gang bic Türe eines Hauses itod) veffchlosien vonand. Ti^e ausnahmsweise Verwendung des Junge» lonne nicht als nuc Verwendung im Gewerbebetrieb bezeichnet werden. Die Vn- leidig,ntg betnängelte auch die Rechtoqültigkeit der Pol' ,fioervrd „ung, die schon vor Erlaß des .Kinderschntzgesetzes bestanden bot Tiefe Verordnung, an deren Recktsqultigkeit öas »»Bericht nickt zweifelte, besagt u. a., daß schulpilldKige Kinder morgens vor .h und abends nach 8 Uhr znm Ausl ragen von Backwaren, Milck nickt verwendet werden dürfen ‘.n-i-’’ dies aber bei dem Solme des Angeklagten t»er Fall Es konms umsoweniger von »i,b-r Freisprechung die Rede sein, al Angeklagte wegen gleichen Vergeh.ms schon zweimal norbcttra't 1» und , v ii tv - ' ' vcr» wendet hat. Unter diesen Umständen mußte die Berufung bd Angeklagten zuntckgewief'en werden. Bom (Snterbanbel. Die Olülerhändler M. St., H. I. und M H hier erfndtm Strafbefehle über 20 loiirar unter der Anschuldigung, das-, sie laitblidn- <'*utcr ctioorbcn haben, oWt zwei Wochen vorher von ihrer Absicht dem Kreisamt Mitteüu»4 ;u machen, wie dies vorjicschricben ist Auf ihren Wideffpn:ck gelangte da-.- Scheftengeridit iiir Fi.i'predniug. indem cS führte: bic Angeklagten H und I. haben für itrf) utib in Boi! macht bes St., ihr Vorlwben. das ftaglickc Gut .11 erwerbe», angezcigt. Bei bem ortsgerichtlichen Vertrags Abschluß kannten sie bie vorgeschriebene Bescheinigung bes Kreisamts nicht vorleg«' weshalb von "irieber-Lflciden aus bei dem Kreisamt Alsfeld tdc* plronifcl» angefragt wurde, ob dem Vertragsabschluß etwa- >« Wege stände Ta eine verneinende Antwort cintra’, -riolgte der Vcnragsabschluß Tiefer war aber, wie es sich spater ergab nicht rechtswirkfam. Zur Vollendung der 5traibarkr gehöre, dak die Anzeige beim Kreisomt entweder gar itidyt. oder »u fjj- erfolgte und daß der Verttaq über den En»»erb der 1» lundnucke and» abgefchlossen worden ist; wenn der Vertragsabschluß v.ickt Zustande aekomwrN. Die Rechtslage der -Sache fei so zu beurtnlcn, als wenn über' bauvt kein Vertrag vorläge. Tie Strafkammer ’diloH i«d) b-'N Ausführungen des Schöffengerichts an nnb verwarf d>- von der Staatsanwalffcdaft auf Betreiben des Äreismuts . rhobene Be» ruiung unter Belastung der Staatskaffe mit fümtlidicu loMtz und der notwendigen Auslagen der Angeklagicu. morunttr aud) die Kosten der VeNcidigung durch die Rcchtsauwöltc iaUclU^^^ liircbc und Sd>ule. d Ledrerkonserenzen im Streife Friedberg. Tie amtlichen FruhiaHrskonferenzen wurden in den letzten Tagen unter dem Vorsitz von Schulrat Süß abgehalten und zwar n»r bic Bezirke VUdet und Friedberg in Vilbel und für bie Bezirke Butzbach und Bad-Nauheim in Butzba ch. Auf der Tagesordnung stand in beiden Versammlungen als Hauptpunkt ein Referat von Kreisarzt Dr. N e b e l in Friedberg. Nachdem er schon seit einigen Jahren durch Koufcrcnzvorlräge einen allgemeinen Ueb erblick über das gesamte Gebiet der Schulhygiene gegeben hat, sprach er diesmal über ein spezielleres Thema, über die Tuberkulose und ihre Bekämpfung in der Schule. Tic mehr als cinstündigcn Ausführungen des Redners, die durch interessantes statistisches Material treffend erläutert wurden, werden bei den Hörern wohl manche veraltete Ansicht über die Entstehung und Verbreitung der verheerenden Volkskrankhcit beseitigt und viele praktische Anregungen für die Schule gegeben haben. Als ein wesentliches Hilfsmittel im Kampf gegen die Tuberkulose betrachtet Dr. Nebel schon die neuen, modern eingerichteten Schulhäuser, die jetzt überall im Land entstehen; als Hauptsache bleibt für ihn aber die Verminderung der Ansteckungsgefahr, die üom' kranken Individuum ausgeht. Sonne, Lickt und vor allein Reinlichkeit sind für den Redner die wirksamsten Heilmittel, mit denen entschieden mehr erreicht wird, als mit der Methode der theoretischen Belehrung. Auch Schulrat S ü st kann die Reinlichkeit nicht genug empfehlen; er tritt deshalb warm für die Errichtung von Schul- und Volksbädern ein, wie solche jetzt Vilbel und Friedberg ins Lebert gerufen werden. Wandern und Reisen. Bad Nauheim, 26. März. Ter Taunusklub „Wette rau" (Sehiouen Friedberg und Bad-Nauheim) hielt am' Donnerstag aus dem Johannisberg seine 28. Generalversammlung unter dem Vorsitz von Herrn I. Dörr-Friedberg ab. Nach dem Rechenschaftsbericht war der Klub, der übrigens in keinerlei Beziehungen zum Gesamttauuusklub steht, im aogelau- feneu Vcreinsjahr rege t-.nig, sowohl durch Wanderungen als auch durch Anbringung von Markierungen, Wegweisern und Schildern im Arbeitsgebiet. Die Mitgliederzahl beträgt 308; der sog. „Turmbausonds" für die Errichtung eines Aussichtsturmes aus dem Steint'opf, der neben dem Vereinsvermögen als besonderes Kapital angelegt ist, ist auf 1183,43 Ml. angewachsen. Auf Antrag von Regierungsrat Hoos-Friedberg hat sich der Taunusklub „Wetterau" unter Beibehaltung seines Namens und seiner Organisation für die Mitglieder, die sich frei willig dazu bereit erklären, dem Vogelsberger Höhen kl ub angeschlossen. Solche Mitglieder zahlen als Beitrag eine Mark mehr als die andern, die in die Kasse des Hauptvereins des Vl. H. K. flieht. Das vom Vorsitzenden ausgearbeitete W a n d e r p r o g r a m m für 1909 10 lautet wie folgt: 18. Apr.: Friedberg -Bad Nauheim'— Steinfurth—Manzenberg -Södel—Melbach (6 Std.); 16. Mai: Echzell—Bingenheimer Forsthaus—Dauernheimer Berg—Bloselder Wald—Wilde Fran-Gestühl—Staden—Wickstädter Wald—Ässen- heim (6> j Std. : 6. Juni: Reiskirchen—Bersrod—Geilshausen— Weitershain Büstfeld -Homberg a. d. O.—Nieder-Gemünden (7 St.); 4. Juli: Butzbach—Kleeberg—Bodeurod—Hesselberg—Haus- bcrg- Butzbach (6 StdJ; 1. Aug.: Aschaffenburg—Hohe Warte —Völkersbrnun Elsavatal—Klein-Wallstadt (7 Std.); 11. und 12. Sept.: Salzhausen — Reippcrts—Schotten lUebernachten) — Hoherodskops—5)ochwaldhausen—Grebenhain—Hartmannshain (4 i Std. u. 61'2 Std. >: 17. Oft.: Forsthaus Glaubzahl—Ulfa—Storn- fels—Gonterskirchen—Laubach (5 Std.i: 7. Nov.: Friedrichsdorf —Lochmühle—Bimstein—Capersburg—Steinkopf—Winterstein — Friedberg (514 Std.); 9. Jan. 1910: Anspach — Sandplaken — Feldberg—Saalburg—Friedrichsdorf (7 Std.). Sport. tt Automobilr tunen in Nizza, 25. März 1909. Bei Eröffnung der diesjährigen Automobitsaison gelegentlich der internationalen Automobil-Woche von Nizza hätten die Deuffchen einen unbestrittenen Erfolg. Das von 35 Konkurrenten in neun Klassen bestrittene Kilometer-Rennen mit fliegendem Start brachte in der 6. und 7. Klasse den beiden Opelwagen je einen er ste n P r c i s. Opel von Joens gelenkt, erzielte mit 273A sek. die schnellste Zeit des Tages und fuhr 130 Km. in der Stunde, während der von Lindpaintner gelenkte Opelwagen mit 35% Sek. die zwejtschnellste Zeit aller Wagen erzielte und 101 Km. Durchschnitt herausholtc. Joers "steuerte einen Opelwagen von 130 Mm. Bohrung, während Lindpaintner einen -Opel von nur 115 Mm. .Bohrung zum Siege führte, denselben 21 45 PS. Opel- Dourenwagen, mit dem er einige .Tage vorher die Strecke Frank- Tntt tt. M.—Baiel—Lyon—l'Jcarteilte—ilUzza mit 4 Personen und reichlichem Gepäck trotz aufgeweichter, unwegsamer Straßen in 3 Tagen zurückgelegt hatte. Arbeiterbewegung. X Mühlheim a.M., 26. März. Äm Montag ist das gesamte Arbeiterpersonal der chemischen Fabrik vorm. Ä. Leonhard u. Co., Akt.-Ges., in den Ausstand getreten infolge Nichtbewilligung der geforderten Stundeulohnerhöhiing unt 4Pfg. Tie Fabrikleitung betrachtet nunmehr die in den Ausstand getretenen Arbeiter und Arbeiterinnen als gekündigt und stellt neues Personal ein. Heute sind etwa 100 Arbeiter eingestellt. verinißehte». ipc. Die Kosten des Pariser Post streiks. Erst jetzt, nachdem der Streik der Pariser Post- und Telegraphenbeamtcu glücklich beendet ist, lästt sich der ungeheure Schaden ermessen, der durch ihn dem Erwerbsleben und dem Nationalvermögen zugefügt worden ist. Die wahrend der Tage des Streiks fast völlig ausgebliebenen Einnahmen der Postverwallung, die Ausgaben für die Einstellung von Hilfskräften und die Herstellung der abgeschnillenen Telegrapbenlinien bilden nur einen Bruchteil des Gesamtschadens. Ungeheure Verluste erlitten die Geschäftsleute in Paris ivic in der Provinz durch das Ausbleiben der mittels Postanweisung geleisteten Zahlungen und die Nichtauslieserung von Warensendungen. Die Pariser Banken und Börsenmakler sandten während der Dauer des Streiks täglich mittels des Nordexprestzuges besondere Kuriere nach Brüssel, um dort Postsachen für sie oufzugeben und entgegen* zunehmen. Zieht man alles dies in Betracht, so betrögt der an» gerichtete Schaden für jeden Tag des Streiks mindestens 10 Millionen Marl. * Gin alter (Gegner des Grasen Zeppelin gestorben. In Weißenburg im Elsas; starb int Alter von 84 Jahren der ehemalige französische Gendarm Köhler, der am 24. Juli 1870 mit dem Lancier Toussaint bei Kröttweiler die von dem damaligen Rittmeister Grafen von Zeppelin geführte badische Dragoner- Patrouille angriss, wobei das Pferd des Grafen getötet wurde. Am. Tage darauf wurde dann das deutsche Streifiörps bei Schicken Hof von einem Zug französischer Gegner unter Leutnant Chabot, dem jetzigen Divisionsgeneral, überrascht. Kohler hatte es der Fürsprache seines alten Gegners, des Grafen von Zeppelin bei der Kaiserlichen Statthalterei zn verdanken, daß er seine Tage in seiner alten Heimat beschließen durste. * Im Gerichtssttal. Angeklagter (zum Verteidiger): „Schön gesprochen haben Sie, Herr Rechtsanwalt ... ja wenn man so verteidigt wird, da macht einem das Einbrechen wirklich noch Vergnügen!" Meteorologische Eieoliuchrurrgen der Station Gießen. März 1909 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 2» 743,0 9,9 4,2 46 S 4 Sonnenschein •28. 9iS 740,4 7,7 4,7 5,4 69 8 2 Bew. Himmel 29. 7 35 737,2 5,4 84 ESE 2 U II Höchste Temp .ralur im 27 . bis 28. März — 4-10,1 ° 6. Niedrigste „ 27 - » 28. „ — 2,1 0 C. Geburten: Herrn Willy John und Frau in Marburg ein Sohn. Verlobte: Fräulein Luise Ruhl in Rainrod mit Herrn Heinrich Roth in Brauerschwend. — Fräulein Anna Kopp in Bad Nauheim mit Herrn Hans Schwarze in Prüm. Vermählte: Herr Alfons Kopp mit Fräulein Frieda Habcrl in Bad Nauheim. Gestorbene: Frau Kätchen Hammel, geb. Leußler, in Grünberg. — Frau Anna Margarethe Hildebrand," geb. Koch, in Nieder- Weisel. — Herr Johann Zavv in Büdingen. — Frau Sophie Engel, geb. Kroll, m Heegheim. — Frau Fanny Sieut, geb. Reitz, Herr Johannes Wilhelm, beide in Alsfeld. — Herr Wilhelm Zoll m Elpenrod. — Herr Friedrich Heinemann in Hainchen. — Herr- Adam Bolitsch in Rohrbach. — Frau Elise Schnell Witwe in Lauterbach. — Herr Wilhelm Rühl in Oberkleen. — Herr Fritz Reidt in Marburg. — Herr Konrad Friedrich in Kirchhain. — Herr Peter Esch zu Hof Heisterberg. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel and Industrie, Giessen. Frankfurter Bör»^. ■ März. 1.15 Uhr. 3l/,e/o Reicbsanleihe. . . 95.45 3°/0 do. ... 86.30 3l/,% Konsole .... 95.60 3°/0 do. ...» 86.20 31/J°/0 Hessen ..... 94.10 3*/3°L> Oberhessen 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 98.30 47s°/o Oesterr. Silberrente. 97.5' 4°/0 Ungar Goldrente 93.75 4°,0 Italien. Rente . . —. 3°/0 Portugiesen Serie I , 58.50 S°/o Portugiesen „ III . 61.00 4*/,% russ. Staatsanl. 1905 98.00 4l/,°/o Japan. Staatsanleihe 95.15 4% Uonv.Türken von 1903 93.60 Türkenlose . . 146.40 4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 50.00 4% äussere Argentinier . 87.90 3% Mexikaner . . 64.40 4'/,o/o Chinesen . . . 99.10 Aktien: Bochum Guss . . . 215.50 Buderus E. W.....108.25 Tendenz: fest aber ruhig. Elektriz. Lahmeyer . . 117.20 Elektriz. Scbuckert . , 119.50 Eschweilcr Bergwerk . . 179.80 Gelsenkirchen Bergwerk . 179 50 Hamburg • Amerik. Paket! 109.80 Harpener Bergwerk . . 185.70 Laurahütte . . . . 189.00 Nordd Lloyd . 87.00 Oberschics. Eisen-Industrie 93.50 Berliner Handelsges. . . 167.70 Darmstädter Bank . . , 127.80 Deutsche Bank . . 240 00 Deutsch-Asiat. Bank , . 139.00 Diskonto - Kommandit . . 187.50 Dresdner Bank . . . 150.80 Kreditaktien ... 197.90 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .... 109.50 Gotthardbahn ... —.— Lombard. Eisenbahn. . , 17.00 Oesterr. Staatsbajin . . . 141.40 Prince - Henri• Eisenbahn , 115.00 Berliner Börse. 27. März. Anfangskurse. Canada E. B. 150.25 170.10 128.00 239.00 Darmstädter Bank . Deutsche Bank Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lest. Harpener Bergwerk . Laurahütte . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd • • • Türkenlose . , . . . 188.20 . 16.90 . 87.20 . 145.80 Beachten Sie unsere THumph-Seide Garantie-Qualität. Weiche, fliessende Seide für Blusen und Kleider in besonders grossem Farbensortiment per Meter Mk. Muster gratis und franko. D’% Gebr. Robinsohn 67/69 Zeil Frankfurt a. 36 Zeil 67/69 Pfe11dreieck-Seifen . Couverts mit Firma billigst vrühl'iche Universitäts-Druckerei. ©iefteit Verkaufsstellen durch dieses Plakat ss*/m) kenntlich. Fabrikant: ' August J acobi. Darmstadt Bekanntmachung. iNasdiinenfaiiriM «Wiesbadens Jdeal ' :Druck-.Knopl Steuerung Gleichu.Drehstrom ‘ 3 ernphas.WechseIsrrom flufzüge I [aller |f.. Personen u. Lasten-’besonders I ^lecfr. 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April, 9 Uhr vormittags, Jahrgänge 1901, 1902 außer Ersatzreservisten, Am 5. April, 2 Uhr nachmittags, Jahrgang 1903 einschließlich Ersatzreservisten, sowie nur E r s a tz r e s e r v i st e n der Jahrgänge 1896, 1897, 1898. Am 6. Avril, 9 Uhr vormittags, Jahrgang 1904 einschließlich Ersatzreservisten sowie nur E r s a tz r e s e r v i st e n der Jahrgänge 1899, 1900, Am 6. April, 2 Uhr nachmittags, Jahrgang 1905 einschließlich Ersatzreservisten, sowie nur Ersatzreservisten der Jahrgänge 1901, 1902, Am 7. April, 9 Uhr vormittags, Jahrgänge 1906, 1907, IW einschllenllch Ersatzreservisten. Die oben unter Nr. 1 Aufgeführien (Offiziere re.) erhalten besonderen Befehl. Es wirb folgendes erinnert. 1. Befrei,mgsgcsuche sind bis spätestens8Tage vor dem Appell durch den Bezirksseldwebel des Haupt Meldeamts einzüreicken und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattffnden. 2. Jeder Komrollpslichtige ersieht die Jahresktasse, zu der er gehört aus dem Deckel seines Militärpasses. 3. Die Militärpässe mit eingeklebter gelber Kriegsbeorderung beztv. Pastnoliz und FütirnngSzengnis sind mitzubrittgen. 4. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher ivegzulegen. 5. Sämtliche Manuschasten stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. । Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der KontrvUversaminlung bestraft. Gietzen, den 10. März 1909. B% .Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen- M e c u m- 7 ' 1 Ernst Bloedner Nachf. Seltersweg, Ecke Plockslrasse Aeltestes Spezialhaus am Platze. Gardinen Vorhänge Rouleaus Garnituren Teppiche Bettdecken Tischdecken Möbelstoffe Fabrik-Niederlage von Delmenhorster Linoleum „Marke Anker“ Lager von Tapeten in allen Preisen und in denkbar grösster Auswahl. Sämtliche Qualitäten und Waren nicht nur in Mustern, sondern auch im Stück am Lager. 1342 Jeder behauptet sein Fabrikat sei das Beste. Die zahllosen freiwilligen Anerkennungen aus aller Herren Länder fuhren jedoch den Beweis,daß Erdal- Schuhcreme in seiner Gute einzig auf der Welt dasteht. Erdal überall erhältlich. _________\ <-illerer: .lullinann. B;:bnhofstr, 59 lss9,'n Betmmtrrmchurrg. Tic vom Landwirtschafttzkammcr-AuSschuß für Oberhesscn unterhaltenen Weiden: Tiergarten, Wernings, Lauterbach und Zell, sollen Anfang Mai eröffnet werben. Statuten, Versicherungsbebingungen und Anmelbcscheinc können von dein Lanbwirtschaftskammer-Ausschuß in Gießen ober von ben bctreffenben Geschäftsführeril bezogen iverben. Tie allgemeinen Llufnahinebebingungen sind in Nr. 10 der hessischen landw. Zeitschrift veröffentlicht. Ta die Erfolge unserer Weiden, deren Wichtigkeit und Nützlichkeit allgemein anerkannt ivird, recht gute waren, lade die Landwirte zu recht zahlreicher Beschickung derselben ein. Gießen, den 9. März 1909. Landwirtschastskammer-Ausschuß für Oberhessen: K o r e l l, Vorsitzender. Du/ Zerlsehnilg mn Manier- n. Membeiten. ,Die Maurer- und Pstaslerarbeiten für die Reubcfestigung der . ^lrage Oft Anlage von der (Karten bis zur Moltteftraste'sollen Dienstag den <>. April d. IS., vormittags io Uhr, öffentlich vergeben iverden. .Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während öcr Dlenststunden bei uns. zur Einsicht aus. Angebote auf Vordruck, der da,elbu erlmltllch, und wateffens bis zum vorgenannten Zeit- punkt verschlossen und nut entsprechender Aufschrift versehen au uns emzurelchen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Ehesten, den 25. März 1909. ß27/. Städtisches Tiesbauarul. _________________________B r auba ch. BRAUBACH & FISCRER Färberei - Giiem. Wasclianslalt Remiffuns a on Gai dinen. Portieren etc. Wir machen besonders auf unsere maschinelle Einrichtung zum Stopfen von Gardinen aufmerksam. • (1579 Selterswey 79 a, '1 H. 627. U Neuenweg 4. Tel. 553. 17» (1913 Dienstag u. Freitag frisch 98] bei Eichen-Stämme ----- 7 Fstm. Rm. M PanNiva. Per An 2,234,430.- 155,753.72 foeiii 7M7.50 567,151.50 S1,324.34 4,464,094.65 onbrc 1007 . . 178,516,884.07 Saison 1909. (Gewinn- tmb Verlustkonto M. Tapeten 3024)76.17 Steuern 157,185.86 gez. Gebhardt, Werner. 80,0)0.85 Neuheiten 08,16159 250,000.- 34)10,000.- 5384)12.60 Lesen objuncben der Mitteldeutschen brcdubank. Murcldculschc Crcdttbank. 300X1701 300 X 420, 42,204,189.76 3,776,274.50 Vorschüsse auf Waren tmb Warenoer schissnngen Aval Debitoren 200X200, 200X250, Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, nachm. 'M Uhr, in Oppenrod. 14 17 14 31 34 51 930 3 200 5 800 67 85 07,126,668.43 3,776,274.60 4.461,001.65 7,000,806.0? IM 200X165, 225 X 135, 300 X 400, M. 81,321.34 15,606,489.34 5,275435.62 8,580,655.23 M. 0584,942^0 1450,401.49 7,427,719.11 48,031,211.71 18,449,823.12 4,396,600.- !Klli-.,.5!> 1^,516,881.07 Lombards)........ Efiekten-Konto ftomortial Monte Kommanditen- u. Beteiligungs- MülllO.......... Debitoren in laufender Wcrhmmn M. 96,551^16.03 Pbilivv Patter Narbarine Balser Georg Balser. Ovvenrod, 28. März 1909. decken mit und zwar: 180X300, 200 X 240, 200X900, 250 x 350, :- werteste und beliebt weiten seines vorzüglich« Geschmackes Aenter •teilen meine fraozofischen M oqnokS inucr £nmnaluc'.id)luf; alo die betten, welche der Marit bunat 1394J V. Dort, Salkorftr. 45. ULechsel Konto 31,102,921.39 (Mutbaben bei Banken u. Bankierd 3^74,923.18 Lombard-Konto iReportv und AuS einer Liquidations- Masse bcnü6rcttb habe ich noch die folgenden wasserdichten Wagen Konto-Korrent Reserve Konto . ■■ 1,<>27,719.11 Kreditoren in lausender Rechnung Devofllengetder Uebergangsvosten unserer 'Niederlassungen untereinander . Trauen Konto (Tratten und Schecks»......... Aval-Konto Dividenden Konto (Uncrbobenc Dividenden!........ Gewinn und Verlust-Konto Reingewinn des Wahres 1908 . M. 42382,77031 Vortrag auß dem Vortrag auf neue Rechnung . . M «7,920.37 Todes-Anzeige. Gestern mittag V,4 Uhr verschied nach lurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Christian Balser Feldgeschworener im 84. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: LSteinhänser Neuen Baue u. Seilersweg. I^äwtise Haare im Gesicht, an den Armen, entfernt sicher u. schmerzlos Pros. Dr. Grünewalds Gntbaarnngs bulver. Dose 1.30 M. Alleinoerk. Pellkan-Apotkekc.firctt^plj 1,590,595.49 1,490,74.51 1,646,425.:?) 24)43,370.67 Bon jetzt bis Ostern lO'ittaltitiitllegeosciine Große Auswahl in Konfirmandenschirmen. Aktiva. Kafia Konto..... ttouvons Konto . . . . Cln der heute abgebaltenen 74. ordenttichen Generalversammlung unserer LUuonarc wurde die Dividende für das i'UnduifttMabr 1908 auf 6' » festgesetzt. ?er Divtdendenfd'eitt für 1908 kommt mit M. 19.50 für lebe Aktie zu M. 300 » 78.— ,. , „ „ ,. I LOO zur Auszahlung. Die Einlösung der Dwtdeudenfcheine erfolgt von heute ab: m nraufiurt a. M., Berlin, Rfirnberg, IVürtb, (Kiesten, Essen Anbr und Wiesbaden an unteren Kauen vormittags vuifebeu 9 und 11 Uür, in Baden Baden bei der Bankeommandite Baden Baden 'Diener X Tin, in Camburg bet der yirma M. M. Warburg L <- o., in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Eredu Anstalt (Abteilung Becker & b o.l, in Mainz bet der i>inna Weis, Herz k <$o., in Meiningen und (4otba bei der Bank für Thürttmcn oorinab? B. M. Strubv, Att,enaelellschast, in München bei der Airma Morin Schnlmaiui und bei der Kommanditgesellschaft Bernard Weinmann, in Stuttgart bei der Airma Tiurtenbad) & (Sic., <6. in. b. £». Tie Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit dem Firmenstempel ober dem Namen deS Utttivicbenben su versehen. Die neuen Tiuibeubcnboaen zu unseren Aktien werden von beute ab bis ;um 31. Marz 1910 gegen Einreichung der Talons tmrdi die vorgenannten Stellen ausgegeben ?ie Talons find nach der Aummernfolge geordnet, mit doppelten, bei sämtlichen Ausgabestellen erhältlichen Verzeichnissen ein-UUefeni. ,>ur die in Frankfurt a zum llnttanid) gelangenden Talons genügt die 21 u? icrtiguitii eines r’kru'idnnfieo. Die Talons müflen auf der Rückieue den Nanteit des Einreichers tragen. '.Kadi d io unserer Statuten werden Talons nngülti.r, luenn fie nicht innerhalb eines Padres noch dem zur Brasentattou bestimmten Termine bednfs ttintau'che gegen neue Dividendenbogen bei uns eingereicht werben und es wird alsdatnt der neue Divtdendeitbogen dem Inhaber und Borzeiger bet bctivficnbcn Akne ausgcdandiai »rauffurt a. M., den 27. Marz itiW. ID®/, soll. An Unkofleli-Kotuo Gehalle, (MeithäilöfDCien, Tan tieincn d. Vorsteher d. Filialen, der 'ßrofuriften und Borsteher der Wechselstuben M. 2,210,108.02 H. Haas III Bletchstr. ytnterhauS, Telefon 692 der Vestattung-genofienschast w» der freien echreinervereintgung «testen -lasche »lasche U Gotthilf