monatltrt)75'BL,üiertel- iäbdtd) Dkl. 2JO; durch dibbele- u. Brodgftefl« monatlich 65 'LI.; durch die Post Mk.L.-viert el- jäbrl. ausjcht. Benettg. ZeilenpreiS: lokal ausioärls 20 L'ennlq. Eheiredakteur: 41 Goetz. äietantiDortlid) füx den poluilchen Teil: August Doetz, iüt .ixeutUe- ton' und .Beninlwie^ R. 9leuratb, tüt «Stabt ».Land- und.GelichlS» Nr.8V0 Erstes Blatt ,L5S.Jahrgang Mittwoch «S. Dezember 1909 Äi "LK ZHW • * -ÄK XäT © . Sonnioei. - Beilagen: BH ▼ «GletzenerAnWger WU General-Anzeiger für Oberheffen te “onoVt^"»"uf£ 8oteflonsöniaus. Darnach bilden die Universitäten des Landes be- lonbere Wahlkörper, sie wählen neun Abgeordnete, und wahl- I berechtigt sind diejenigen, die einen akademischen Grad besten. In Großbritannien besteht also eine Art Plural- ivahlrecht nach Maßgabe der Hochschulbildung. Das ist insofern eine Anomalie, als anderswo die Hochschulen ihre z Sitze in der Ersten Kammer haben. An dieser Stelle ist ;■ fron anderer Seite bereits treffend darauf hingewiesen Gietzener Stadttheater. Die Hosen des Herrn von Bredow. Schauspiel nach Willibald Alexis von Kory Towsw. Goethe sagt einmal in seinen Gesprächen mit Ecker - inann am 18. Januar 1825 in bezug auf Byron: „Was da isi, das ist mein! hätte er sagen sollen, und ob ich es aus dmi Leben ober bem Buche genommen, das ist gleichviel, es icm bloß daraus an, daß ich es recht gebrauchte. Walter v Scott benutzte eine Szene meines Egmonts und er hatte ein Reckst dazu, und weil es mit Verstand geschah, so ist er zu loben." Kory Tvwska, oder Frau Kory Elisabeth Rosen- lib-lum, wie sie im bürgerlichen Leben heißt, könnte sich ruf diese Stelle stützen, um die Berechtigung ihres „Schau- jPieles" nachzuweisen, wenn sie den besten Roman, den Willibald Alexis geschrieben hat, tatsächlich recht und mit Verstand gebraucht hätte. Die hat sich aber so sklavisch an ihr Vorbild gehalten — man könnte auch sagen, )ie war so Qrfurchtsvoll — daß ihre Bühnenbearbeitung notwendiger- loeise verunglücken mußte; allerdings nur insoweit, als es künstlerisch ohne Bedeutung tft Der AllEeinhert wird das „Schauspiel" gefallen, d. h - der von Willibald Alexis gegebene Stoff, und es wird auch kaum merken, daß ine "dramatische Spannung fehlt und lediglich durch die stoffliche ersetzt wird. Sie hat — weniger geiffoou tiä in ihren sonstigen, teilweise zehr achtbarenWerfen die wichtigstmi Teile des Romanes zu Bühnenbildern um- g.estaltet, indem sie einige Gestalten anbere itp einander verschmolz und die Erzählung des Romane» m Siebe und Antwort übersetzte. ^r ,,Verbiense ift ^so erenso bescheiden wie ihre Arbeit. Dabei rst «ms dem gucken Roman ein mittelmäßiges Bühnenstück geworden, das mit seinen unendlichen Reden, die bei der hiesigen Aussuhrur^ Llerdings recht glücklich gekürzt war'en, über Gebühr a^ gwehnt ist. An Eigenem bleibt 1 ehr wenig unb' dms von besonderer Bedeutung wäre. ir.e bebeutenbftc Gestalt des Romanes, Wiltin.dvn finden- berg, mißlungen ist, daß die Feinheiien die,es Charatwrs ■ ber Bearbeiterin unter den Fingern zmnonnen sich- iron dem bedeutenden Roman übrig bleibt, ist eme Zu- sLmmenstellung ber packendsten Bilder zu einem Wchnen- stuck. das jedenfalls wirken wird und geuern auch hier iearten Beifall fand. Am schwächsten sind die beiden ersten LnMge. k. in Frage; nicht verglichen werden telen, die die berühmte liberale Gladstonesche Reform von Nark. Die dritte und letzte Masse beginnt mit einem Ein ortnnmfl in ber beschossenen Form Verschärfung ber Geschäfts- angeregt hatten, und derer. die das Einjährig-Freiwilligen-Zeugnis Haden. Analog ist ' eorbnet; hier worden, daß im übrigen das englische Wahlrecht mit dem freisten aller Wahlrechtssysteme, dem des Deutschen Reichs die liberale Gesinnung wird einem abgesprochen, Pluto- tratische Meinungen und Bildungshochmut werden dem Widersacher imputiert. Solche Kritiken und Anzapfungen sind billig wie Brombeeren, aber sie treffen nicht den Kernpunkt ber Sache. Wer es freilich für richtig hält, daß unsere blühenden Großstädte mir durch radikale Ar-i beitervertreter vertreten sind, wer es für erlaubt hält, daß Städte wie Berlin und Homburg eine rein sozialdemokratische Repräsentation haben, der muß allerdings auch noch einen Schritt weiter gehen und das Reichstagswahl- recht auch für die Einzelstaaten befürworten. Dem wirklich fortschrittlichen Gedanken wird damit aber jedenfalls nicht gedient. Es ist ein selbstmöroerisches Vorgehen, das der leider unausrottbare deutsche Doktrinarismus empfiehlt. Die poetischen Leistungen der Demokratie sind keineswegs so großartige, wie man sich und anderen einzureden sucht. Das gilt namentlich auf sozialpolitischem Gebiete. Hier hat die Denivtratiie fast immer versagt. Direkt fragwürdig sind aber ihre staa tswirischa f 11 i ch en Leistungen. Man vergleiche z. B. Preußen mit anderen liberal regierten Ländern. — 1884 zwar erheblich gemildert, aber bestehen gelassen hat A----- --------- ................—- Die lehrreichen Zahlen, die ber „Gießener Anz." in seiner ommensoll von mehr als 2800 Mk.,^ bezw. 2500 Ml. Nummer vom 18. d. Mts. gebracht hat, stammen aus bem bezw. 2200 Mk. T' schied wird aber erst deutlich, wenn man sich vergegen toärtigt, daß bei den letzten Reichstagswahlen im Deutsche, Reiche 3ist Millionen sozialbemolralijche Stimmen abge geben worben sinb. Ich schätze also, baß in Englanb nur r;afb soviel Arbeiter wahlberechtigt sinb, roie in Deutschland Das Pluralwahlrecht in den genannten Staaten i, nur leise und ^al)m angebeutet. Die typischen Länder dieses Wahlsystems sind dagegen zwei ausgesprochene Industrie- staaten, nämlich Belgien und bas Königreich Sachsen. Da heute gültiae belgische Wahlrecht stammt aus dem Jahr, 1893. Nach ungemein lebhaften Kämpfen kam der neue code Slectoral front 28. Ium 1894 zur Berobschiebung. Ur sprünglich bestaub bie Zensusmahl, d. h. die Wahlberechtigung nach der Steuerzahlung. 1881 wurde das Alter für bas aktive Wahlrecht auf 21 Jahre herabgesetzt. Unle dem Kabinett Beernaert. bem die neue Wahlreform gelang, würbe bas Wahlrecht, wie folgt, geordnet: Eine Stimme Hai jeder Belgier, wenn er 25 Jahre alt ist, eine zweite weiter- bekommt derjenige, ber entroeoer das 35. Lebensjahr vollendet hat ober über ein bestimmtes Grundvermögen verfügt Zwei weitere Stimmen, also im ganzen drei Stimmen, er halten solche Personen zugesichert, bie eine bestimmte Bi bung (Hochschuldiploine, Äbiturientenzeuguis, öffentliches Amt unb bergt) Nachweisen können. Mehr als drei Stimmen hat niemand. Die belgische Wahlreforrn ist eine der durchgreifendsten bie wir überhaupt kennen, denn die Zahl der Wahlbereck)- tigten bat sich mit einem Schlage verzehnfacht. 916 000 Wähler hatten nach den Wahllisten von 1901 je eine Stimme, 318000 je zwei unb 239 000 je drei Stimmen. ES waren also 1473 000 Wahlberechtigte vorhanden mit zusammen 2ist Million Stimmen. Wir sehen also in Belgien eine Kombination des Mehrstiimnenwahlrechts auf Grund von Lebensalter, Besitz unb Bilbung. Die sächsische Wahlreform stammt aus bem VLai dieses Jahres. Auch hier ist das fünfundzwanzigste Lebensjahr grunblegend. Außerdem den zweijährige Staatsangehörigkeit unb ein halbjähriger Wohnsitz am Orte ber Listetiaufstellung gefordert Zu diesem Normalwahlrecht kommt bann bas Pluralwahlrecht, das in ziemlich komplizierter Weise gearbnet ist Es besteht eine Zensur in brei Klassen. Zwei Stimmen haben nämlich Personen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 1600 Mk. Ihnen stehen gleich gewisse Grundbesitzer mit niedrigerem Einkommen und alle Personen, deutsche Reichstagswahlrecht, so müßte es nach seiner Be- völkerunaszahl 2 Millionen Wähler mehr haben, als e-: tatsächlich aufweist. Diese 2 Millionen kämen unzweiselhas in erster Linie auf die lohnarbeitenbe Klasse. Der Unter Tas Werk "bet/aribeti., wie allgemein bekannt sein dürfte, den Kampf des jungen Kurfürsten Joachim Nescor mit den märkischen Raubritteru, die dem Fürsten nad) dem Leben trachten, als er einen der ihren zum Tode verurteilt Durch bie Kühnheit des jungen Hans Jürgen wirb der Kurfürst aber gerettet Die Aufführung, bie nahezu 31/2 Stunden dauerte, war ganz im allgemeinen wohl gut, aber man hatte sich im Ton vergriffen. Ein Lustspiel ijt dieses Stück doch wohl nicht Im Grunde ist es ernst und mußte auch notwendigerweise ernst dargeistctlt werden. Der vermittelnde Heber gang zwischen Ernst und Sckierz wurde nicht gefunden und dadurch wurde denn bie Darstellung erheblich beeinträchtigt Die stummen Personen hätte ich mir etwas beweglicher und findiger gewünscht Der heißblütige, mannhafte Kurfürst wurde von Karl Marx mü schöner Beredsamkeit unb edler Lebhaftigkeit gegeben, wenn ich mir auch seine Gesten hin und wieder etwas ruhiger gewünscht hätte. Kurt Gü hn e, der auch bie Leitung hatte, gefiel mir diesmal als Darsteller weniger, was zum großen Teil an dem verzeichneten Charakter dieses Geheimrats liegen mag. Auch übernahm er sich stimmlich nicht eben selten. Groß war er aber in dem Auftritt als Gefangener. Ein erfreulicher, tüchtiger Bredow war Hermann B a k 0 f, und auch Hermann Norden als Schweinichen gefiel mir. Eine scheuerwütige Ehefrau voller humorvoller Behendigkeit, aber sehr übertrieben, war Lore Scho 1z als Brigitte, die in ihrem holden Töchterlein Eva, das von Fränzi Koch allerliebst gespielt wurde, eine treffliche Stütze fand. Recht nett war Kurt Goldberg als Hans Jürgen, aber etwas weniger Salbung und Frierlichkeit wäre wünschenswert gewesen. Rudolf Goll überraschte als Otterstedt durch die mannhafte Selbstverleugnung, mit der er bie ihm so wenig „liegende"' Rolle durchzuführen versuchte. Ferry Dau dal als goldgepanzerter Graf Giech von glück- (idjfter Erscheinung, war sehr ansprechend in der schlichten Wärme seines Vortrages. Lobenswert war auch lDgar Pauly als geriebener Krämer, aber er übertrieb mich etwas, wie denn die ganze Aufführung auf einen ernsteren Ton gestimmt sein sollte. Eine hübsche Leistuna bot Karl V 0 l ck als Rupprecht. Bon den übrigen Mitwirkenden sind noch -u nennen: Wolfgang Leßler, Franz Wiederhold, Paul Urban. — Daß die Hosen des Herrn von Bredow auch als Süljnenftütf einen großen Erfolg haben werden, ist nach der 2lufnähme, die sie hier rme anderwärts fanden, wohl kaum zweifelhaft. K. N. Dl: Weiterarbeit im österreichischen Abgeordnetenhaus. Am 18. Dezember wurde im Wiener Abgeordnetenhaus nach nuteten; wr vcmiar wirf» •• »jtr.j*?n werden, irennglrid» noch ungennfc ist, in welchen Grenzet ne fich^ vorläufig halten rtnrb Au ad 171) Deutsche stehen urige.ihr 2UÜ Stamm unb 90 ÄOjtaweBwncten gegenüber; eine bürgerlich» .'Jtnrotii-;: kann also nur ar»' ivrunb eurer beutidrilann»eben noalitwn gebildet werden, nonut gerade das (Sieigruo dntmen itarb-:, de. die gesamte bcuiiffltrrouH!? LLbkenchaft ohne Unterschied bi hütet unter allen Umjunhn Vermieden imiicn wollt», ifo ipiro al j nach menschliche^ Porans» fübt in kurzem erreicht werben, was beut' che uttb »artci' sichrer in oen t>cri(bidxnfren Avrmen ieit dem srrüchadr^ au strebten: die Bildung eines parlamentarischen Koalinonskabtnett» (56 ist darum Pflicht de r deutschen A bg eo r d ncten , unverweilt, noch ehe das parlamentarnche Soitrm 'ich uiyeicti: hat, die Mitnirkung an bet neuen Regierung davon abdang? nwd?en. Der nun arbeitsfähig gewordene Rc.chsrat wvr: nach Erledigung der lmanzieUcn :Hegitrung6torlogen, btc Beratung und Beschluhsassung übet bie S p r a chen g e s e vvv r tagen oomimmt vatten d'e Ehrrstlich-wimlen bei ihrer Unter-* Itütnmg deS Äntraaes Lret-nramorz wirklich nicht- anderes im Sinne als die Herstellung der ArbeiiSfähigSeit des Adgeoronktew foauiec, bann werden fte um io eher 'ich mit den anderen beuiitncn Abgeordneten in dieser Forderung Bereinigen, cüS mir w Da j beubcfK Block erhalten werden kann. Wien, 21. Dez Heute trat im Abgeordnetenhaus- die neue Geschäftsordnung in Kraft. Tas Hau- tonnte infolgedessen unter Umgebung der noch vorliegenden Dringlichkeit San träge sofort zur Tagesordnung übergehen _ „ Auf der Tagesordnung stand die erste B c f u n ab c 5 Ermächtigungsgesetzes. HandelSminister Dr. Weiß- kirchner verwies daraus, daß von allen Seiten, auch aus den agrarischen Wahlbezirken, an die Regierung die Aufforderung gelangte, den Handelsvertrag mit Rumänien baldigst abzuschlreben Es sei Aussicht vorhanden, mit Serbien in absehbarer Zeit zu einem Meistbegünstigungs- Vertrag ,zu gelangen Tas Ministerium des ‘Xcuüern sei nicht in der Lage gewesen, Berlragsverhandlungen mit Montenegro zu beginnen, da die Zustimmung der uiv garischen Regierung bisher nicht zu erlangen war. Mit Bulgarien finden .zurzeit keine Vertrag-.Verhandlungen statt. Im Interesse von Boocve de Zattaro sei es unbedingt notwendig, zu einem Vertrag mit Montenegro zu gelangen. Der Minister stehe noch wie vor auf dem Standpunkte, daß tm Interesse der Delcan nen Lerhältnisse Oesterreichs dieEinfuhr lebenden Diebes aus den Bal kau- ländern nicht zuzulassen sei. Bezüglich des DertrageS mit Argentinien verwies der Minister ptmn!’, daß fd on dl heutigen Verhältnisse dargetan hätten, baß ine Einfuhr überseeischen Getreides rin S.nicn der Getreide preise nicht herbei sichre. T-er AÜnister schloß: »fühlen wir uns alle al> Mitglieder eines großen Staates, welcher oerujen ist, eüt Bollwerk des Ostens zu fein und ein Empor tum des Handels gegenüber der Levante schließen wir uns n.cht tib vom Weltmärkte und Weltverkehr; sorgen wir dafür, mit diesen MaHna^nen bh Teuerung und b.c Arbeits losigkeit bekämpft werden. (Lebhafter Beijall und Hände- _________________________________________■■ politische Laaesschau. Bericht auf bie VerelenduiitzStheorie? Die Perelendungstheorir, einen der >>iuvtpunkte des sozialdemokratischen Programms, gibt setzt and) der „Boi> roärti" auf. Er schrieb in seiner Sonntagsnummer: Daß sich spach'U in Deutschland die Baqc breiter Schichten l'rui«iar:atx> ge-oben bat, ßflpbcii bat ui erster ßiUK dank brr Tätigkeit d«i erfreulicher web. so rasch erstarkten C*cit»ert- ldwfi.cn. wird scluverlül. icnunh bestreiten! . . . Tast die Sehend* zwar, aber doch iu..ncrhm rben 7 ij.- beweist ja inckt nur bte 05envrtschaflssörrtiftif, j.'ndern auch gar nicht bestritten.' Tatsache." . Dazu bemerkt die,Lreis 3tg.": Tas i|t unrichtig. Ter ,^Lorw" Ixit im Gegenteil durch die tendenziöseste Zu> fammcnflcllung von allerlei Ziffern aus der Einkommen- statistik bisher gerade bie angebliche Berelenduna der Massen beweisen wollen Aber sei dem, wie ihm sei, es verdient Anerkennung, daß jetzt endlich sogar das sozial* demokratische Zentralorgan sich zu dem Zugeständnis Durch* rimjL daß Die Massen nicht verelenden, sondern daß ihre Lage sich bessert. __ Au» Seifen. Die „Darmst Ztg." schreibt ; Wie uns mitgeteill wird, war Die hessische Regierung von vornherein der Ansicht, daß der dem Bundesrat vorgelegte Entwurf eines Gesetzes über die Erhebung von SchiffahrtSab- gaben nicht annehmbar Jet Tic von Preußen in Aussicht gestellte, unlängst veröffentlichte Denkschrift hat bie gegen den Entwurf bestehenden Bedenken nicht beseitigt Wohl aber sind sie aurd) die später veröffentlichte Sächsisch-Badische TenNchriit verstärkt worden Bet dieser Sachlage hat sich die hessische lstegierung dahin schlüssig gemacht, dem Antrag Preußens >juf Erlaß eines Gcselbes, betreffend die Erhebung von Schiff- sahrtsabgabcn, die Zustimmung zu versagen. 1_____-■■■■ "■' 1 ■■ ■■■'■■ ----- Deutsche» llcicb. Du Kaiser nahm Dienstag vormittag im Neven Palai- die Vorträge des Ehefs des Mtlitäikadmettü nnb de« Ehef« des Admiralstad« der Manue entgegen. Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht eine Verordnung, wonach der preußische Landtag auf den 11. Januar 1910 einberufen wird. Der »Reich-anzeiger* oeronentlicht eine Bekanntmachung betreffend einen deutjch-ruffljcheu Rotenwechfe 1 zur Behebung von Zweifeln bei der Handhabung der Nachlaß» kanv ention von 1874. Am Montag abend zeitigte bie Beratung be6 Militär» Etat« m der dayerifchcn b qeorb net en f amm rr einen Iournalistenstreik. Das Hau- konnte nch von der Dts- kiisston über Äantinenlicfernnqeu nicht trennen. AlS bas Zentrum deshalb um 7*/4 Ubr einen VertagungSantrag ab» lehnte, drehten btc mit doppelten Smunaen wabüich gemia geplagten Journalisten einfach das " chl ans und ocrlieven bie Tridiiue. Unmittelbar danach oenagte sich auch dos Hohe HauS. Dic .Rordb. Allg. Ztg.* schreibt: Ter Nachricht, daß btc Nationalgalerie von dem Verbände der Museen abgetrennt ist, hat m einzelnen Blättern zu Mißdeutungen Anlaß gegeben. Bon zuverlässiger Seite er» fahren wir. daß für die Abtrennung der Antrag des Genera- öirehorS Tr. Bode bestimmend aewefen ist, der mit Nückurb: auf daS außerordentliche Anwachsen des «Aeichäil-kreifes ba Muieen, ben dteser unter seiner Leitung erfahren hat, von v»c Cberletiur.g der Nationalgalerie befreit zu werden wünscht, äknn er letzt zu dem früheren Verwaltungsmodus zurück- qcfebrt ist, io find dafür keine anderen als fachliche Genchl.- u mfte maßgebend gewesen. Dem Versuche, die Maßnahme in ernem dem Generaldirektor Bode feindlichen sinne auSzulegen, muß mit Entschiedenheit entgegen- getreten werden. Für die Reichstagsersatzwahl in Mülheim- Wi pperfürth baden die Ebristlichfozialen unb Bündler sich auf die gemeinsame Kandidatur des Pastors Hoehmann geeinigt. Ter Allgemeine Fürs orqe-ErziehungStag wird oom 27.- 29. Juni 1910 in Rostock tagen unb am 30. in Lübeck. Es und äußerst wichtige Fragen der Für- sorge-Erziehung in Aussicht genommen; neben einem junstt- scheu wird besonder- die Frage dec Behandlung der schwer erziehbaren älteren Zöglinge sowobk von einem Piychiater iDie von einem Pädagogen eingehend behandelt werden. :bunbai mit rtaf’.imen LLdiungen bei Lhorichute Müller. | r-nä)berg Vorführung der neuen Orgel in her Seadrllrche ?roaut 19« von Steiirmener-Cetringen mit S Manualer. und 53 kling,mden Zzimmcn Versammlung im Hotel Trapp .12 Uhr : Begrüßung. Jahres bericht des Vorstkien ? Vergütunq hierfür ^ppel-i^roß^serai. : b. der Spieltisch Römer Darmstobt': . der Motor lyrib Cffcnbiidi : d. allgemeine Aussprache Geholte. Fragen aus ber Lrarrs. Vorstandswahl. *• P o sts che ck k o n t v. Das Derzeidrnis Der #ontr- inhader bei Den Postscheckämtern im Reichs Postgediel nnrt- Anfang Januar nach dem Stande vvm 31. T ezember neu herausgegeben werden, aüt Personen bzw. Girmen, die demnach': Dem Postscheckveriehr beiAuiretCB deabfichti-en. würde es sich daher empfehlen, den Antrag schon ,eyt eui !zureichen, bantit sic noch in daS Verzeichnis ausgenommen [tperben können. = Haufen, 21. Tez. Der Gesangverein ,6m. trächt' feiert am 2. Weihnachtsfeiertag fein Stiftung-, feit, verbunden mit Theater, Konzert unb Tang. — Au« 2 icd, 20. Dez.. fAteiM man un«: Seldn 3i2< eibifd)-reliqiyer .'verte in der Musik lchlummeri. deren injnm 3u* nach dem Unendlichen hmstredt, weiden rooul Die iobtrelcheu. awt au« den umlieqtnöen Crten benuflerommenen Zichörer am 4 Advent in unterer st'rch« durch Den stircheuchor au'qr- dne- !tieibnatt)t«-Cratorium« von Erwin leqen euiu'u,:.< ?!u*lniid AuS Bukarest meldet man. 7}’ Dienstag abend Ministerpräsident Bratiano nach .vuufe fuhr, gab ein Arbeiter drei Schüsse auf ihn ab in dem Augenblick, da der Ministerpräsident den Wagen verließ, um sein Haus zu betreten. Ministerpräsident Bratiano wurde leicht verletzt, der Tater wurde verhaftet. Aus Petersburg wird wieder einmal von einem Bombenanschlag gemeldet: In der letzten Nacht (von Montag auf Dienstag) explodierte in einem Hause der Astrachanstraße eine Bombe, wodurch drei Zimmer zerstört wurden. TerEhefderSicherheitSpolizei Peter L'artoff wurde getötet- Ein Lerwundeter und ein Flüchtling wurden verhaftet. Zn einer Rede, die er in Liverpool hielt, sagte Premierminister Asquith, der Himmel fei voll guter Borzeichen für dic Liberalen. Die Sprache der Peers und ihrer Parteigänger ließen ihn Die Weisheit ihrer^ Taktik in Frage ziehen. Mit ihrer Legende über dieFlo11e verfolgten sie vergeblich das Ziel, die Aufmerksamkeit von der Budgetfrage und der Oberhaus frage abzulenken. Nach ge^ wissenlnrftester Prüfung erilärc er ein für allemal, daß die Zlotte gegenwärtig und noch für Jahre hinaus in der Lage sei, die englische Oberherrschaft zur See aufrecht zu erhalten und bie Integrität der Aasten des .Handels und des Reiches zu wahren. Ter griechische K rieasm inister Hal sein Ent» assungsgefuch eingereicht. naben. ‘Bor allem atbubil bem mufituerfläubtaeii luiafnien. tenrn \ immer, ber in ber rooblaelunaenen Tarnellung ben fwörn:,:, Vobn lernet reichen Thibe leben bad, der uneinge »ränfie Zar.* aller Bel.,cbet fcefl KoncetieS. Daß die votksiumliL qebaltme un? ool) fünftlenlcb burdwidübrte ftomoofUton nut Io olo'iritbet An- i(baiBtd)feil die en,leinen, un« Ickrou von der Jugend ber oenraiuen J. unftdiei machten und in Wittelsberg sogar eine Schlack), liefert« sind nunmehr von her Gendarmerie adgcschoben nxröa Ter, der bei der Schießerei einen Landwirt geschossen batte, ist leider entwischt. sc. Bom Westerwald, 20. Tez Ty "^mieindever- tretung uiWilsenroth faßte den Beschluß, daß in ,2u.l« in denen einem Genieindebearnten aus Rackrc an Besch oder Eigentum ein Schaden zugefügt, der Täter eher nicht er mtttclt werden tollte, der betroffene (Vemciiibebcamte ourd) die Gemeindekassc entschädigt wird, nachdem das Octsgericht den Schaden festgestellk bat == Siegen, 21. Tez. Anläßlich seine« Hä'ädnflw Befteben« plant der hicüqe Männergdangverem .Apollo' für ben 8. Mai einen Gefang-Wettstreit. Der Dele» qiertentag finbet bereit« am 16. Januar statt. Wettstreit- Crbnung unb allgemeine Bestiiiunungen wurden bertti« arbeiten unb Sunftgegenüänben statt, unb ber zahlreiche Besuch legte Zeugm« ab von bem großen Jutereffe, ba« mon ber Schule entgegenbringt. Sämtliche Techniken der weiblichen Handarbeiten waren in reichem Maße vertreten. Fern auSgeiührte Weißzeug-, Stickerei-, Klöppel» und Spitzenarbeiten, Schnitzereien, Tiefdrand, MeZallplastik, Samt- vlätt- und Malerei, Lederichnitt und Jntarsta boten bem Buge reichhaltige Abwechslung. Besondere« Jnlereffc erregte ein gewebter Siuyrnateppich. ein geschnitzter Eichenholz. Schreibtisch unb eine wunderbare Standuhr; nicht zu vcc- aeffen bie mobernen, so sehr beliebten arabischen Rnüpfeteien. T.e ganze Ausstellung gab em deutliche« Bild von dem gründlichen Unterricht unb ber künstlerischen Auffassung ber Lehrerin. ** T)tc Cefcr-O>ebcnltafcL Gestern nachmittag wurde am Hause des Agenten Jean Dctsel dahier. Sonnen- Kratze 6, eine Gehen kt af el angebracht, die bem Volks- schrifltteller Rudolf C c f e r (pseudonym 1 der in diesem Hause am 31. Oktober 1807 geboren ur.irbe. gewidmet ist. Das Hau«, ein schöner, vor zwei Zähren renovierter Bau, stammt aus dem Jahre 1510, iit also jetzt 4 Jahrhunderte alt. Es enthält einen jeheuswcrien LaubengMig im Znnenbose. — Am 6. Januar 191 i wird ui einer gemeinschaftlichen Sitzung dos oberhessischen '^'fdrickits- Vereins unb des Vereins für Hessiscye Loltskunbe. eine Ge eackünisfeier für Oeser-Glaubrecyr start in:en. bei der Pros. Tr. Roc - chen die Bedeutung Oefer s schildern wird •• Der Verein evang. Organisten und Ebordirigenten in Hessen nrirb, wie schon kurz nrn* geteilt wurde, seine 3. Jahresversammlung am Montag, 27 Tcv, ui Friedberg mit folgender TagrS ordnung abbaüeit Eröffnungsfeier m der Burg- kirche .vormittag. 10 Ubr neranualtet von der Ehorschulk und dem Mannerchor ehemaliger Eborfchüler Ansckwimngs unb ^Ussmittel für ben Geianguntecricht nach Noten, ver- zusquimengestellt. ___ Universitäts-Nachrichten. [1 Marburg, 21. £e* Bei einer am Sameioa obaetwll«#1 U r ii I u n g In Der philosophischen FakutIal Det fcHw' Unioerfnät befiQiibcu Die läinilicheu sieden ÄanbtMKn, lech« mit ‘2lu«teichmmfl, ihr Tokio'»Emmen. Landwirtschaft. Die „Nordbeulfche Allgemeine Zcitunz' idnttbe: Seit Tagen durchlaufen bie Presse Mitteilungen, nxmad) dieFärb » «« ber »um Zolllape von 1.30 Mark eingelassene Gerste Losin Uebelüanbe erzeuge und ihre Berwendun« Viehfutter schätna- Alle Angaben werden sor-jätti- prüft. Umsomehr muß ernstlich gewarnt werden, unnju« Mw trauen zu erregen und namentlich die Viehzüchter ur. Reich zu beunruhigen Ein Beweis für btc schädliche 3hr»** gefärbter Getue Üt bisher nidu erbracht Dir dagegen erb<*®e Beschwerden sind letzt idum als mtnbeftrn» stark übertriebe« I* gestellt Tie Firma E Merck in Darmstadt txmennertt r* Nachricht, ein Arbeiter habe bei der Herstellung von Caf« Gesundbetisichädigung erlitten Tie Höchster ^arbroafc qeiunbbeti»i(tibltd)c Wirkungen des Emms niemals mabt. OcutfdK Rcichsgesev verbietet die Verwendung von EosW im französischen Geick ist Evim bet der Ltkoi ihD Som» 'abrikation auobrüdlim zugelassen. Vor Irtr.ubrM«« ^ärbungsversadtens ist Dir Wirkung geiärbter Gerste an Versuchstieren drei Monate sorgfältig leprüfl worden, j-’* Prüfung ergab, daß Eos tu aui bu Beschaffenheit des unb Fett« keinen Ern »laß au/geübt bat. _ Literarische». — Ter „Gartenlaube Halcnber*. der n?ei^r einem neuer. Band-, hii daL Jabr 1910 wieder ersche *i*-n Pt JPQ« . nch »eo- B ichd^ndümr , kostet mir 1 Ml Man srou n* Mr geicbmackvvUc Ausstottuni de« ret-^-nden. t Bückfetns. man ienutzt et fleißig zum NachfchtagM bn retche« Frag« des pruttxfaen Lebens, inti> man M an %nmTiau kreise gern dre hübschen NoveNen, Plauderern, Gedichte von Georn Georg Engel, S-nsvon Kahlenborg, L^rx dXoeller, Max C^bcrm, Rud Pvesver, Pws. -L-chleich, Z-ohanncs Trojan, n^t-or t> Zabeltitz il a. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Allgemeine Wetterlage heute morgen 8 Uhr. Born Ctean her ift über Nacht noch eine tiefe Zyklone augerüctt, deren Annäherung gestern nicht erkannt werden konnte, da von Frankreich fämtndie Gettertelegrainme ausgeblichen waren. UcbernU ist Trübung unb Regen emceheien, dazu herrscht Glatteis. Besonders in den höheren stustjchichlen ist es viel männer geworden, daher fällt Regen, trotzdem heute früh noch 1 Grad Kalte herrichic. Neber Südirankreich und dem iDhUelmeer ist nahezu sommerliche Warme eingetreten; die Morgentemveraturen erheben sich auf 20 ja 23 Grad Wärme. Auch in Deutschland bringt Südwind große Erwärmung Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 23. Dezember 1909: Regen, für die Jahreszeit ungewöhnlich mild, starker Sud. Original» Oral> fmelfcttngeit* Aus der . (~*2en Hessischen Lummer. z R. B. Darmstadt, 22. Dez Tie Kammer trat feilte vormittag 11 Uhr zu einer Vollsitzung zusammen, in der zunächst die Vereidigung der Dom Großherzog neu berufenen ')JHtg£iebcr, Geh. Lommerzienräte Strecker-Mainz und Balckenberg-Dorms, erfolgte. Direktor Parkus-Darm-- stadt wurde in den Finanzausschuß gewählt. Die auf der Tagesordnung steherrden Regierungsvorlagen, Anträge usw. wurden sämtlich olme 2lussprache nack) den Beschlüssen der Zweiten .Kammer erledigt. Die Sitzung dauert fort. Z. Zt. wird über die Anfrage des Freiherrn von Hehl wegen der Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit beraten. * London, 21. Dez. Bei dem gestrigen Brande des Soren =* Hauses Arding u. Hobbs sind, nne bis heute mittag ieftgrftef[t mürbe, s c ch o Menschen um gekommen. Man befürddzt, daß sich noch mehrere Leichen unter den Trümmern bei inten. Baris, 21. Dez Die „Agende SthHmS" meldet au? Athen: Der Rücktritt des KriegsministerS ist noch nicht erfolgt. Die Müüärliga legte ihm nahe, nicht w banüitDnkrcn SBicn, 21. Dez. Die vvm Abgeordnetenhaufc an die Ausschüsse für Landwirtschafi und Volkswirtschaft überwiesenen Vorlagen über die Biehverwertungszentrale und über das Handels- polnische Ermächtigungsgesetz wurden von diesen Ausschüssen an-- genommen. Paris, 22. Dez. Unter dem Vorsitze des Erzbischofs von Paris fand gestern abend eine große Versammlung der französischen katholischen Jugend, für die Abschaffung dcrNacht-- arbeit in den Bäckereien statt. Ter Erzbischof nncü darauf hin, daß vom Standpunkt der Familie, der Gesellschaft, der Wirtschaftsordnung und der Religion diese Reform notroenbig sei. Eine in diesem Sinne gehaltene Entsclüießung wurde mit Beifall angenommen. Moderne Wanduhren Standuhren Emil Otto Bahnhofstrasse 49 Bahnhofstrasse 49 6493 Kunsthandlung J. Hinz LiMt-Flnmm-NuUohlcn : : Telephon 460 : : Senenweg 16 Neuenweg 16 Schuh-Haus L. SÜSS Wettergasse Marktstrasse 9 optischen Irliiel. ).Happel-Gießen 8 L7^lz-Handlung Seltersweg 22 parterre u. I. Etage. 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