Samstag Erstes Blatt 159. Jahrgang Die heutige Nummer umfafet 16 Seiten. - - ft ft Redaktion, (trpeöition und Druckerei: Zchulstratze 7. An,eiaenten?'H."Äck. poLitische wschenschau. Gießen, 30. Oft. ttäglich gemacht werden könnten . . . Mit dem Bismarckschen Rezept müssen auch die neuesten Vorgänge in Griechenland befolgt werden. Sie berühren die deutschen Interessen nicht und können uns zu keinerlei Besorgnis oder Einmischung veranlassen. Tie K.etafragc läßt uns kalt, und höchstens könnten wir daran interessiert sein, den Ausbruch eines Krieges wegen dieser Insel zu verhindern. In Baden ist für die kommenden Stichwahlen rasch eine Einigung erzielt worden, eine Einigung, die von der Notwendigkeit geboten wurde. Die Sozialdemokratie ist in den Großblock der Liberalen ausgenommen worden, und fie erhält in sechs Wahlkreisen auch die Stimmen der Nationalliberalen. „Nicht ohne Zaudern greift des Menschen Hand in des Geschicks geheimnisvolle Urne"; gar mancher national gesinnte Mann wird bei der Stichwah Parole in ernste Gewissensnöte gekommen sein. Die rasche -tat ist jedoch zu loben. Wir habe,' mehrmals dargelegt, daß uns ein großes Lamento gegen die Sieger in der Reichssinanz- frage nicht gefällt. Wo aber das Handeln in Frage kommt, gibt es nur einen Weg, und der führte in Baorn m-.t Notwendigkeit zum Großblock gegen das Zentrum. Der Liberalismus hat durch das Zusammengehen mit der Lwz-al- demokratie mehr gewonnen, als es bei einem Bund nrt dem Zentrum der Fall gewesen wäre. Hätten dre Nationalliberalen sich auf die ultramontane Seite geschlagen, !■? wären die sozialdemokratischen Ehanceii vielleicht nicht einmal allzusehr bedroht worden. Ein kleiner Nest darf Sck>adenfreude bleiben. Die stolze Unnachgiebigkcck der Rechten im Reichstage, die ein politischer Fehler war, muß unangenehme Folgen auf sich nehmen. Das muß freilich betont werden: politische Verdrossenheit hat bei bem badischen Abkommen die Absichten des gemäßigten Liberalismus nicht geleitet. Möchte nur auch bei anderen Fragen und Entscheidungen die nüchterne praktische Ueberlegung über unfruchtbares Gerede siegen! Gietzeirer StaNtbcakr« Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel von Henrik Ibsen. Der Ibsen, der in seinem fünfzigsten Lebensjahre die Stützen der Gesellschaft schuf, wurzelte noch fest in der Mbcrlieferung und war ängstlich darauf bedacht,^datz fern ' Derk den Anforderungen der Bühne entspräche. So wurde m zu einem guten Teil theatralisch und was als scharfe, mistreiche Satire begonnen har, löst sich mit ein bißchen Rührseligkeit und bißchen Unwahrscheinlichkeit in du- Wohl- rstallen "auf, das von jeher den Beifall der großen Masse rinb. Die Stützen der Gesellschaft brachten,ihrem Dichter £:nn auch rasch und pünktlich einen Weltruf ein, wuhrend man ihn vorher fast nur als besonderen norwegischen Heimatdichter dem Namen nach gekannt hatte. Da e- uns an eigenen Bühnendichtern fehlte, die sich mit den fragen der Zeit ernstlich auseinandersetzten, so war fern ।. Duhm rasch verbreitet — und heute, wo da- ganze reiche schaffen dieses hochbcdeutenden Mannes abgeschlonen vor ! \ uns liegt, heute zählt er zu den unsrigen wie Shakespeare M uns zählt. Mit seinen gewaltigen Dichtungen hat er unS ergriffen wie wenige und bei wenigen hat er ]o hej ■ und nachhaltig gewirkt, wie bei, uns Datschen, wo er sich mit den Stützen der Gesellschaft den Boden erobert hat. ! Tie Alten und die Jungen hießen ihn willkommen, denn '; er wurde beiden gerecht — und erst die spateren zielbewuß- ■ । tieren Werke haben die vielen Widersack-er gegen ihn m- Feld gerufen. Daß die Mängel des Stuckes heute um h; meles schärfer hervortreten als damals, liegt in der Natur !; äer Sache. Das Althergebrachte im Gang der Handlung, in einzelnen Charakteren und namenrlich in der seltzamen 1; Wendung nad; dem dritten Aufzuge, wurde damal- kaum J gemerkt, und es fiel auch wohl kaum auf, daß die Idee de- Stückes zwar anf allgemein Menschliches aus gebaut ist, ; Sie Tragik aber nur aus einem ganz besonderen Einzel- ' ßhicksal heraus entwickelt ist. Tie Meisterschaft, mit der Tbsen in seinen späteren Werken den besonderen Fall : sunt allgemein menschlichen zu steigern verniv hte, Näßt er in den Stützen der Gesellschaft in künstleriicher Geschlossenheit fast ganz vermissen. Ja, er macht durch haben würde? Wir müssen zurückhaltend werben, wo für uns keine direkten Interessen auf dem Spiele stehen, und mit Bedauern erkennen wir, daß die schwankende Leitung der deutschen Politik ein richtiges Verhältnis zu Rußland noch nicht gefunden hat. „Unsere Interessen sind mehr als die der anderen Mächte mit dem Gravitieren der russi- chen Macht nach Süden verträglich; man kann sogar sagen raß sie dadurch gefördert werden." Tiefen Sätzen Bismarc! ist offenbar zu wenig Beachtung geschenkt worden. Teulsc. land krankt heute an den Folgen der schwankenden uu unbeständigen auswärtigen Poli.ik, die in den ersten 20 9k gierungsjahren Kaiser Wilhelms II. getrieben worden i Die Wiener Politik darf uns nicht wieder vor Heber- raschungen stellen. Die bosnische Angelegenheit hat bei Welt die ungebrochene deutsche Macht gezeigt; auf der jetz zu beschreitenden Bahn muß die Kunst der Diplomaten dies. Lebenskraft in die rechte Bahn leiten. Die um uns ver strickten Bündnisse werden es schwerlich wagen, uns anzi - greifen, aber langsam muß durch die Verfolgung unsere realen Interessen die drohende Isolierung durchbrochei werden. Oesterreich hat uns einstweilen nicht viel zu geben ja, in weiter Ferne tauchen sogar die Möglichkeiten von Auseinandersetzungen und Abrechnungen auf, die durch de Streit der Völker innerhalb der Habsburgischen Lände, hervorgerufen werden könnten. Umsomehr Wert hat da oben zitierte Wort Bismarcks, daß unsere Interessen mi dem Gravitieren der russischen Macht nach Süden ver- Wird der neue führende Staatsmann Deutschlands den ns nach Bismarcks Lehre steuern wollen? Bei allen . eignissen der letzten Zeit hat das Wort des großen Kanzle Geltung behalten: „Deutschland ist vielleicht die einzige große Macht in Europa, Die durch keine Ziele, die nur durch siegreiche Kriege u erreichen wären, in Versuchung geführt wird. Unser Interesse ist, den Frieden zu erhalten, während unsere tontinentalen Nachbarn ohne Ausnahme Wünsche haben, geheime ober amtlich bekannte, die nur durch Krieg zu erfüllen sind." Auch die Ratschläge scheinen befolgt worden zu sein: „Im Gegenteil sollten wir uns bemühen, die Verstimmungen, die unser Heranwachsen zu einer wirklichen Großmacht hervorgerufen hat, durch den ehrlichen und sriedliebenden Gebrauch unserer Schwerkraft abzuschwächen, um die Welt zu überzeugen, daß eine deutsche Hegemonie in Europa nützlicher und unparteiischer, auch unschädlicher für die Freiheit anderer wirkt als eine französische, russische oder englische." Von der so nachdrücklichen Betonung der Erneuerung u itb Festigung des deutsch-österreichischen Bundes hat Oester- rxid) weitaus den meisten Nutzen gezogen. Die deutsche ‘J&Htif wird von dem Raeeonigischen Ereignis wenig be- rtihrt. Unsere Schwerkraft gilt dem Frieden. Das muß Cu'i'rerreid) deutlich gezeigt werden. Woher stammt die femd- seilige Stimmung des russischen Volkes, die sich jetzt sogar irr. einem Boykott der deutschen Waren geltend machen soll, obgleich bei dem Eh ar bin er Vorfall Deutschland mehr Langmut gezeigt hat, als Bismarck wahrscheinlich empfohlen den erzwungenen Schluß sogar noch auf dieses Mißverhältnis aufmerksam und stellt durch die damit verbundene verunglückte Psychologie dem Darsteller eine schwielige Ausgabe. Ein Berwick hätte unter den gegebenen Voraussetzungen gewiß niemals gebeichtet, am allerwenigsten in )ieser Form. Im weiteren aber, und das erwähnt meines Wissens Bulthaupt, hätte er wohl den geplanten Mord, aber wohl kaum die um Jahre zurückliegenden Verleumdungen und die anderen Kleinigkeiten gestanden, die ihm jeden Schimmer von Seelengröße nehmen. Daß Kurt Gühne als Konsul Bernick diesen krassen Umschwung glaubwürdig und doch echt menschlich barzustellen vermochte, das ist wohl da- größte Lob, das man seiner durchgeistigen Darstellung die,es traurigen Helden spenden kann. Ohne sich in Kleinigkeiten zu verlieren, banb er die beiden Seelen in der Brust des erfolgreichen Feiglings zu einer glücklichen Einheit, die ihn als Op s er der Gesellschaft erscheinen ließ, was er ja auch tatsächlich ist Seine Frau wurde von Lore Scholz zwar recht hübsch, aber doch nicht mit der nötigen Gemütsschwere dargestellt, wozu sich ihr lebhaftes Temperament auch wohl nur schwer eignen dürfte. Als Johann wußte tzcerry -L^a u = bal durch eine wahrhaft lebendige, schon abgeklarte Darstellung besonders zu fesseln. Mit Feuer und Schneid stattete Elly Gühne die tapfere Loua gebührend, anfangs sogar etwas reichlich aus, und in dem seltsam innigen Austritt mit Martha, die Erna Güldener mit treuer Anmut zu geben wußte, errangen die beiden Frauen eine bedeutsame ^öhe Rudolf Goll schuf als Hilmar wieder eine köstliche Figur und Karl Volck schwang sich als Hilf-prediger auf eine Stufe der Vollendung, die den Wunsch rege macht, ihn einmal in einer führenden Rotte zu sehen. Ausgezeichnet waren auch Edgar Pauly als Auler und Fränzi Koch als Tina, sowie'Ada Pauly als Frau Rummel, xie kleineren Rollen waren mit Hermann Norden (Rummel, Quife von Glo eben (Olas>, Rolf Gunolt (Wiegelanb-, Franz Wie der hold (Altstedt), Paul Ur b an (Krapp) unb Hermine Gilzinger (Frau Holt) gut besetzt. Die Qcitunq ber ausgezeichneten Vorstellung wurde von Kurt Gübne mit der gewohnten Umsicht und Aufarbeitung geführt. , Karl Neurath. — Die Witwe Karl Gutzkows ist am Donnerstag in Frankfurt a. M. im Alter von achtzig Jahren gestorben. Berta Gutzkow, eine geborene Meidinger, war die zweite Gattin des Dichters, hie er im Jahre 1849 in Dresden kurz nach seiner politischen Sturm- unb Drangzeit geheiratet hatte. — Die aufgehaltene Weltgeschichte. Am Montag ben 2. November wird sich vor dem Landgericht I, Berlin, ein interessanter Prozeß äbspielen, dessen Ausgang für die Allgemeinheit recht interessant zu werden verspricht. Professor von Pflugk-Harttung, Berlin, der Herausgeber der sog. Ullsteiuschen Weltgeschichte, klagt gegen die genannte Venagsftrma auf sofortige Unterbrechung der weiteren Herausgabe des umfangreichen Werkes. Proseßor von Pflugk-Harttung begründet seine K.age damit, daß die Verlagsfirma in allen ihren Ankündigungen den Namen de« Herausgebers unterdrückt und das Werk unter der Bezeichnung „Ullsteins Weltgeschichte" in den Handel bringe. Der Vertreter des Professors, Rechtsanwalt Dr. Paul Mup- kat hat von Gerichtsseite eine einstweilige Verfügung erwirkt, der aber ^on ber Verlagsfirma widersprochen ist. Am Montag wird nun der Gerichtshof darüber zu entscheiden haben, ob dem Wunsche des Professor von Pflugk- Harttung entsprochen werden kann, bis zur Entscheidung durch einen Schiedsgerichtshos die weitere Herausgabe des Werkes zu untersagen ober nicht. — Kleine K n n st cb r o n i k. Ter Magistrat von Berlin faulte vom Militärfiskus das 8 Hektar große Auimarschgelände des Tempelhofer Feldes zur Vergrößerung Viktoria- partes für 6,3 Millionen Mark. — Ter ver> b Öo'kapell- meister a T. Reiß in Wiesbaden, der früher tu., .e Jahre am Uömgl. Theater in Kassel tätig war, hat letztwilUq eine Stiftung riiglmsten der Witwen und Waisen ehemaliger Mitglieder des Kasseler Thecuerorchesiers errichtet und dieser Stütimg den Namen Luise-Reiß» Stiftung- gegeben. — Am Donnerstag ist in C h r i sl i a n i a die vollständige Ausgabe von Ibsens Nachlaß erschienen. Tas Werk umfaßt drei Bände, von denen bisher zwei ^efte ansgeaebeii waren. — In B e l m o n t e P i c c e n e wurde ein römisches Grab mit vier zweirädigen Wagen, drei Helmen, acht Lanzen, Lrouzewaren und anderen kostbaren Gegenständen aufgedeckt. Eine miliiärrevolte in Griechenland. In Griechenland gärt es in Heer und Marine noch immer, und die Regierung steht allen Unruhen und Hetzereien schwach und hilflos gegenüber. Im ^fsizier-korps wurde bisher die Unzufriedenheit über Vorrechte und angebliche Unqeeignelheit in den höheren Stellungen weiter geschürt. Vielleicht ist es ein G.uck für die Dynastie, daß in Offizierlorps selbst Spaltungen hervorgetreten find, und aß die eine Gruppe Jnlerefie bar an hat, Aufs laude und Unruhen zu unterdrücken. Die untergeordneten Offiziere vollen anscheinend die Lage benützen, um schneller aufzu- üden, und diese Strömung besonders unter den jüngeren Marineoffizieren, war so stark geworden, daß ber Marine- minister Damianos, wie bie ,-Vosf. Ztg " gestern melbete, sich sclwu zu einem- Kompromiß verstanden haben soll, wonach eine Anzahl höherer Marineoffiziere penswniert wurde. Trotzdem ist inzwischen aus dem erhitzten Militärlager ine Flamme aufgeschlagen, die indessen, wie es den Anschein hat, bald unterdrückt sein wird. Einer jener v^hrer Der unzufriedenen jüngeren Marineoffiziere hat eine Repo l t e gewagt und einen Handstreich versucht. Es wird Darüber gemeldet: Athen, 29. Okt. Marineoffizier Th pal dos hat mit 'inem Torpedoboot und ungefähr 300 Mann das Arsenal von 5 al am iS besetzt. Tie Flotte liegt in der Nähe vor Anker. Die 'Regierung ergreift Gcgenmaßregeln. Unter ber Bevölkerung herrscht große Erregung. . . At he n, 29. Okt. Der Marineoffizier Typaldos mit einigen Unteroffizieren und Matrosen drohte, sich des Zeughauses zu bemächtigen. Die Negierung ordnete feine Verhaftung an unb Die Militärliga erklärte ihn für einen Verräter. Athen, 29. Okt. Die Militärliga erläßt eine Ver- ösfentlicl/ung, in iueldjer es heißt: Tas Mitglied Sisji, ÄWj tän Tnpaldvs, hat unter Verletzung seines Eides Don m Liga verlangt, bei der Regierung durchzusetzen, daß sie der Kammer einen Gesetzentwurf betreuend die Remigung der MarmL- iTerwaltung vor lege, ohne die Initiative des Marinemmisters ab» •.umarten. Kapitän Typaldos hat kategorisch er Hart, daß er selbst zum M a r i n em i n i ft er e r n ann t wer de n wo l le, um die Verbesserung der Marine energischer und nnrtjamer zu treiben, und gedroht, daß, wenn feiner Forderung nicht binnen 24 Stunden entsprochen würde, er mit den ihm zur Bersügung stelzenden Torpedobooten sich mit Gewalt zum Her ruber Lage machen und seinen Willen durchsetzen werde. Xie Militar- liga bezeichnet diese Forderungen Typaldos als Narrheit und ist der Ansicht, daß er außerdem von Personen beeinflußt fein müsse, die mit ben Armeeverhältnissen nicht vertraut sind mck» sich seiner als Werkzeug bedienten und ihn dazu '■'ine Drohung auszuführen, typaldos hat durch DrohungM und Verspreckmngen versucht, die Marineofiiziere mit sich sott- zureißen. Angesichts dieses Verhaltens hat die Militarliga ein- mütig beschlossen, Typaldos aus den Listen zu streichen und ihn wegen Hochverrats vor ein Kriegsgericht zu 1t ben , 29. Okt. Zwischen den im Besitz der Ausständigen befindlichen Torpedobooten und einigen auf der Höh-^on Scaramanga ausgestellten Fetbba11erien fand heute nachmittag ein etwa 20 Minuten dauernder Gefchützkampf statt, wobei das Torpedoboot „Stondoni" getroffen wurde. Auch bie Panzerschiffe gaben aus bie Torpedoboote Feuer. Tas Arsenal : ist in Händen der Regierung, welche darauf rechnet, daß die Torpedoboote sich ergeben werden. Die Stadt ist ruhig. * Konstantinopel, 29. Okt. In gut informierten Kreisen verlautet, Rußland habe auf bie Schritte, die 30. Oktober 1909 Vezugspre»»: monatlich 7öPf., viertel» * A jährlich Mk. 2.20 . durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Vf., durch 1 die Bost Alk. 2.— viertel- HB iährL ausschU Besiellg. M I- A 3cilenpret6; lofol 15üiw auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton' und.Vermischtes* K. 9teurath; für.Stadt u. Land" und »Gerichts- Fast scheint es, als sollten wir zu der erst eimge Tage zurück liegenden Treibunb-Erinnerungsseier ^uen Stofs zum -Nachdenken erhallen. Was in Raccomgi i »r sich ging, war, davon dürfen nnr auf das Bestimm- , ste ausgehcn, ein politisches Ereignis, ein Signal, bas j emand überhören durfte. Sollte der Zar bie weite Reife ■! i ur darum gewacht haben, um mit seinem neueniFreunbe iktor Emanuel weiilfin vernehmbar ein neues ^erflrin fr die unerschöpfliche Friebenssparkasse werfen. Amt- ijche Noten wollten uns bas glauben machen. Demnach । ärc also vor Racconigi die Friebensburgschaft minber g üestiat gewesen. Man kann bas, wie wir schon au§geführt i wen/ bestreiten. Das Friedensbedürfnis gruppiert sich um den Balkan; russisck)es Mißvergnügen und rms'ische ünsche suchten nach einer Kundgebung, über die vielleicht I b. r alle Reisepoliliker über dem Kanal besriedigt schmun- ilt. Soll infolge der neuen russisch-ilalieuifchen Freunb- i !aftsgesühlc der Lauf der politischen Dmge auf bem Balkan ,'iuie mibere Wendung bekommen? Sollte die leise Drohung ich Wieii — in fjueiter Linie auch nach Berlin — Wirkung i id Folge haben ? Eben erst haben Berlin und Wien vor uler Welt gelobt, den alten Bund mit Nachdruck auch m ber ! .ttunft zu erhalten. Aber J.alien. hat jetzt vor.dem Altar Nr. 255 Trr Siehener Bnjdqet «e'djeint täglich, außer ! Sonntags. - Beilagen: er mal wöchentlich . j-ithentr^amillenblälter; »eunal wöchentl.llrefr- i t attfürdenllreirSiesjcn j s^lenstagundFreilags-, zweimal monatl. £anb-- lürtschaftlicheAeitsragen irtnifpred) - Anschlüsse: WW General-Anzeiger für Gberheffen § d^ie Tages,nunmer Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. 1 hM vormittags 9 Uhr. - ■■■ — Dreibundes zu ängstlich und weinerlich sein Jawort .»geben, uno föerr v. Bethmcmn-Hollweg erhalt, bevor er ich in Rom seine Austvartung macht, vor der Dreibund- hinx deutliche Auskunft. Die Politik Italiens ist nsicher und schwankend. von griechischer Seile erfolgten, offiziell erklärt, day der Anregung der Turfd roemt der Regelung der kretrscnen -ragen bcz^alich der len wegen der Zulassung eims riir kis chen Stat ion»* schiffes in den kretischen (Yewässern die not- wendigen Schritte unternehmen__________ Die heifische -emeindesteuerreform. R. B Darmstadt, 29. Cft. Ter Finanzausschuß setzte in seiner heutigen ge* meinschaftlichen Sitzung mit der Regierung, vertreten durch die Herten Finanzminnter lynauth, Minister des Innern Braun, (Yeh. Rot Best und Lberiinanzral Knell, die Beratung über die Gemeinde st euerre form fort. Zuerst erstattete 'Aba. M olthan als Ausschußreferent eingehenden Bericht über die Beratungen und Beschlüße des gestern in tvtainz versammelt gewesenen Handelskammertages. Minister Gnauth hält es vom Handelskammet- tag für bedenklich, wenn die Zuschläge der Steuer von den Ertragen über 5 Pro.z. nicht allein solchen Betrieben, die einen Ertrag von 1300 Mk. haben, sondern allen Betrieben auferlegt würden; das sei unsozial. lArt 10 der Regierungsvorlage bestimmt, daß bei Betrieben mit einem Ertrag von weniger als 1300 Mk. ein Zuschlag über 5 Prvz. des rauhen Wertes nicht erhoben werden ioIL, Ter Ausschuß ging darauf zur Beratung der Kapital- steuer im Gesetzentwurf über (Art. 38—12. Es wird darin bestimmt, daß das Kapitalvermögen nur zur Hälfte bei Bemessung der Gemeindesteuer herangezogen werden soll. lPtenßcn kennt diese Heranziehung von Knvital zur Gemeindesteuer nicht.) Ausgenommen von der Steuer sollen Aktie,' und G'schäftsanleile jeder Art von Aktiengescllscbaf- ten, Geseltsä asten mit beschränkter Haftung und CycnüiH-n- schaften sein m dem Verhältnis, IN Dem diese in den Gemeinden des Großlierzogtums zur ^Gewerbesteuer veranlag! sind. Abg Ulrich verlangt, daß der gesamte Kupitalbesitz zur Gemeindesteuer herangewgen werden solle, wogegen Abg. Tr. Osann darauf hinwies, daß cs eine große^Anzahl von Kapitalisten gebe, die sich bei der Wahl eines Domizils besonders und) der Höhe der Steuern eines Ortes richten und eS davon abhängig machen, ob sie in Hessen verbleiben oder nact) Hessen verziehen sollen. Es müsse mit diesem Umstand geredmet weroen und ztvar nicht in Rücksicht auf das Kapitat, iüiibcrn darauf, daß möglichst viele kapitalkräftige Einwohner herangezogen und in der Gemeinde steuerpflichtig werden. _ Abg. Tr. Gutfleisch stimmt den Ausführungen des Vorredners zu und weist auf (Yrund feiner Erfahrungen I in, n ie gioß der Einfluß n u in auf Zuzugslustige sei. Es sei in diesem Punkte im Interesse der O'rmeinden Vorsicht geboten. Der Ausschuß läm nun in seinen Erörterungen nochmals auf das Verbot des S ch u l d e n a b z u a s zurück. Abg. Tr. Weber gab zur Erwägung, vielleicht als Gegengewicht gegen die Heranziehung nur die Hälfte des Kapitalvermögens wenigstens eilten mäßigen Schuldenabzug zu gestatten. Finanzminister Gnauth wandte sich entschieden gegen diesen Vorschlag und führte zur Illustrierung der Folgen eines solchen Schuldenabzugs ein Beispiel aus BadMauhetm an: Wenn die Gemeinde für zwei nebeneinander liegende .Hotels an Fahrbahn, Trottoir, Kanal, Wasserleitung, wie überhaupt an öffentlichen Dingen dieselben Einrichtungen mache, soll man da bat unverschuldeten Hotelbesitzer anders behandeln als den verschuldeten, dem unverschuldeten also alle Lasten des Verschuldeten mit auferlegen, gerade für die beiden Hotels gleichmäßig .zugute kommenden Gemeinde auptienbungen? CM). Rat Best führte aus, das; auch die Nachbarstaaten Preußen und Baden für Gemeindesteuern feinen Schuldenabzug haben und wies daraus hin, daß in Hessen bei den staatltc1>en Steuern der volle Schuldenabzug gestattet fei, während in Baden nur die Hälfte abgezogen werden dürfe. Abg. Molthan legte noch dar, daß auch bisher bei ter Gemeindesteuer in Hessen ein Schuldenabzug nicht gegeben worden ici. Auch der jüngste Mainzer Han- bcfdlammcriag habe sich gegen den Sckfuldenabzug ausge sprachen. Finanzminister Gnauth inamtc zum Schluß noch dringend vor einer Aenderung der Regierungsvorlagc. Tami wurde die Beratung abgebrod>eii; am nächsten Mittwoch soll die Beratung über die Beschlüsse des Handelskammer tageS über die Gemeindesteuerreform stattfinden. • Die Einführung zweijähriger Budgetperioden für den Staatshaushalt beantragt Abg. Wo ad. Er wünscht Vorlage eines Gesetzentwurfes, dan statt der bestehenden einjährigen But-getperioden zweijährige eingeführt werden und dementsprechend die teil weife Erneuerung der Zweiten Ständekammer alle zwei Jahre abwechselnd nach den drei Provinzen des Landes vorgenommen wird, oder im ganzen Lande nur alle vier oder seckfs Jahre stattfindet. Der Antrag nnrb isttuptsächlich aus finanziellen Gesichtspunkten heraus begründet._________________________________________________ Kritit an bayerischen hccrMrern. Wir haben von dcm Aufsehen erregenden Vorgehen ultra- montaner baiieriidier Blätter gegen banerische Prinzen und Go nerale 'Uhttcilung gemacht, roeil wir unS dachten, daß eine amtliche oder halbamtliche ErNärung darauf erfolgen würde. DaS ist denn aud, tatsächlich geschel-en, nachdem in den letzten Tagen dieer wähnteK'ritika n der Manöverführungbayer i sch er Prinzen in bayerischen Zenrrumsblättern noch weiter fortgesetzt ivorden war. So schrieb die „Neue bayerische Lanbeszcitung", der Versuch, den (Hcneralielb- marschaN Prinzen Levoold von Bayern nrgen der groben Fehler seines llntcrfübTcr» General von der Tarnt zu emlasten, erinnere an das 18G6 erlebte Schicksal des bauenicben £beifommanb icrenbat Prinzen Karl sowie an Benedeks Versuch, durch den berühmten Nebel von Ehlmn und das Mißgeschick ferner llntersüIrrer dir eigene Niürerlaae zu beschönigen. Ter Nebel habe im Kaisermanöver zu Würzchurg auch geherrscht, als der rechte Flügel dos Pnn, zen Larvvld vollständig gridilaiTrii wurde. Im Ernstfälle wäre bannt die ganze Schlacht enliditebcn und der Fe indSieger gewesen. Den Schluß machte ein heftiger Angriff auf den Prinzen Lcolwlb von .'^locrn, der die Beförderung des Wenerakt Von bei Tann zum Kommandierenden Kmera! durchgesetzt und chn viel zu lange an der Stütze des brüten Korps gelassen habe. 3n der balbaintlidjcn Korrespondenz Hoffmann erfolgt nun eine Antwort: Zn der tüngftrn 3cit haben mehrere Artikel in der ..Würzburger neuen baverilchen Londeszertuna' die Füdrcrtaligkeit bäuerischer ökuetale und insbesondere 'ouiglicher Prinzen l*ci den letzten Kaisermanövern foiw die Stellung der Prinzen in der Armee einer äußerst abfälligen und böswilligen Kritik unterzogen Ter Verfasser der Artikel soll angeblich ein ehemaliger Swbsvftiz'er sein Diese Beichte Iven erlennen, daß dem Schreier em Cme’.td in den null . en Zusammenhang der Ereignisse völlig abgehl. Sein Unvermögen, sachgemäß zn urteilen, geht schon daraus hervor, dan er aus dem Umstande, daß mehrere größere Truppenoer.ande tm tauie der Manöver rritweilig außer Geiecht gesetzt worden lind, ohne nähere Kenntnis der Uratb-.n den Sdrlutz liebt bte ^ubrer die er Truppen hätten sich als unfähig errouien. Es wäre nicht der Mühe wert, von solchen Kr'.v.ken Notiz zu nehmen, wenn sic nicht, wie der Verfasser fick rühmt, rreubi? von der aus ländl chen und der dem Königshause unfreundlich gesinnten Dresse rodlet getragen und dazu ausgeschlachtet würden, das Ansehen des königlichen Hauses unb ber bayerischen Lni-iere herabzusetzen. Leider ist der Fall nicht mehr vereinzelt, dar, au’ solche De,se Mitglieder des königlichen Hauses unb hochgestellte Offiziere, benen eine Abwehr gegen derartige angnnc in ber Regel nicht zu Gebote steht, zu nahe getreten wirb Deshalb muß nachbrücklich gegen dieies unoerantwettliche -trei ben Verwahrung eingelegt werben Bei der großen Bedeutung, bte die Armee für bic Allgemeinheit besitzt, in cö telbitvernaru lich, daß die Verhältnisse in der Armee in bet 2aa«pni;e be'prochcn werben. Tie Armee kann eine sach11che Kr 1111 recht wohl vertragen unb wird Nutzen baraud jtehen, gleichviel, woher sie kommt: auch ist es nur zu b.-grützen, wenn ehemalige Lsfiziere ihr Interdse für die Armee in matzvoller Weise durch die Presse roeüerijin bekunden und zur richtigen Orientierung der öffentlichen Meinung beitragen. Wenn aber der Teckmantel ber Anonymität, rote eS scheint, von einem ehemaligen Offizier bazu mißbraucht wirb, um aus '.che rem Hinterhalt bic gehässigsten persönlichen Angriffe gegen Glieber bcs Konigshauies unb höchstehenbe Cnijicre ju irtilcu dem, so rechtet sich dieses Gebühren bei allen Urteilsfähigen unb rechtlich T-enkenben cun selbst.______________ 9. Sitzung Grvßhcrzogkichcr Handelskammer Gießen für die Hreife Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug- Gießen, den 19. Okwber 1909. Anwesend sind bic Herren: Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Grünewald als zweiter stellvertretcnber Vor sitzender, Türbeck, Friedberger, Hoos, Zhring, Klingspor, Noll, Röhr, Rühl, stammlet, Wal- lach. Zurbuch und der S Y n d i k u s. 1. Aus dem Geschä ftsbe richt ist folgendes milzuteilm: a> Dem Grvßh. Kreisamt Gießen ist auf Ersuchen ein aus ührlicher Bericht über b i e berzeitige Lage bes Ar- bcits Marktes im Kreise Gieß en erstattet worben. bj Ter Königlichen Eisenbahndircktion Frankstlrt a. M ist ber regelmäßige Halbjahrsbericht über bic Lagc bes Eijenerzbergbaues im Kammerbezirk erstattet nrorben. _ . . c Die Prüfung des Dintcrfahrplan-Entwurfes Ü r 19 0 9/1 0 hatte oer Handelskammer Veranlajsung gegeben, der König!. Eisenbahndirektion Fraiitsurt a. M. bereits wiederholt ausgesprochene, jedoch bisher unersüllt gebliebene Wünsche von neuem zur Berücksichtigung vorzutragen. Diese Wümche, mit deren Befriedigung dringenden Bedürfnissen weiter Berkehrskreise Rechnung gelraae.l werden würde, betreffen 1. bie Einleamtg eines neuen Abcnb-EilzugeS von Kassel nach Fronkfutt a. M. im An 'chluß an bcn um ‘9,06 bortsclbst von Bremen eintreffenben Eil- zug Nr. 6 unb mit Abgang etwa 7,30 abends m Gießen. Die Eisenbahnverwaltung hat jedoch die weitere Vcr wlgung der unter 1 und 2 yenannten Wünsckzc abgelchnt, da sic keinerlei Bedürfnis hierfür anerkannte, wahrend die unter unb 4 gestellten Anträge cuicr nochmaligen emgehenden Prüfung unterzogen ivvvbai sollen. dl Auf ehre entsprechende Eingabe der Handelskammer hat das Grvßh. Ärnisternirn der Finanzen, 'JCbtcilung für Steuer, wesen, bic Großh. Hauptstenerämtet angewiesen, für Zoll unb T a b a F ft e u e r F r c b i t neben ben bisher üblichen Arten der Sülzerstcllu-i'g auch bic Verpfändung unter amtlichen Mit ocrsckluß gestellter ^htabakoorralc als Sicherheit anzuuehmen e) Die Handelskammer hatte bet dem Kaiserl. Telegraphen amt Gießen angeregt, daß ber auf bem hiesigen Balm ho je auf gestellte Fernsptcck^fflutomat in einer schallbiclsten Zelle unter gebracht wirb, ber ben als sehr störend empfundenen Außen la em fernhält. Die Telegiavheuverwaltimg will aber biefer Anreoimg nur bann näher treten, wetm bic Jntercsfenten bie 250 Matt tc tragenbm zlosten übernehmen. Diese Fotberung hat die Handels rammet nicht als berechtigt anerkennen können, da an dieser Ver kel'rsenrrichtung nicht ein bestimmter Personenkreis, sondern die ANgemeinl)eit ein Interesse hat. Von einer weiteten Verfolgung der Angelegenlieit ifU da zur Zeit völlig aussichtslos, abgesehen worden. f) Verschiedenen Behötchen wurden Gutachten erstattet bezw. Sachverständige benannt. 2 Gesetzentwurf über bic Gemeinbeumlagen Der Syndikus berichtet über die am 11. Oktober in Main; stattgeHable Vertreter-Konferenz der hessischen HanbelSkammern, an n'elcher seitens ber Großh. Regierung Geheimerat Tr. Becker unb Geheimerat Dr. Best unb seilens ber Landstände bet Berichterstatter ber Zweiten Kammer, Herr Landta-isabgcorbneter Molthan teilgenommen haben. Tic Kvnferen; btfd'äiligtc sich in der Hauptsakl>e mit Anikcl 10 des Gesel;entwurßs, ber für bie Handelskammern in der vorliegenben Fassung nicht annehmbar in Zur Beseitigung ber er! o benot ikbenfen, ivelclre bar in gipfeln, daß durch die vorgesehene Erteilung von Zuschlägen bei einem Ertrag des 0kiperbcbctriebe4 von mehr als 5 Prozent des wahren bienenden gesamten 8 Zuschläge auch für bie Fälle normaler bczw mäßiget Rentabilit it zur Reget gemacht ivcrb-.m, nnirben zweclentsptechenbe Von gemacht Außetbem nahm bie Konferenz zu 2 Anträgen Stellung, rod die von jenen der Landwirtschaft zu dem Küpittl ..(-runcz steuer" gesteNt worben sinb. 3. Wahl ber Hanbelsrichter. Mit Ende dieses Jahres läuft bic AmtSbauer ber seitherigen Hanbelsrichter ab. Tic Kammer nahm daher die erforderlichen Noovahlen für die Jahre 1910—1912 vor unb wirb die Ge mailten dem Herrn Präsidenten beS Großh. Sanbgerid Provinz Ober Hessen sür bas Amt eines Handelsrichters bezw ErgänzungSrichters in Vorschlag bringen. 4. Wahl ber Vertreter im Be-irk-eifenbahn- r at Fr an kfurt a. M. Mit Enbe bieses Zahres läuft bie AmtSbauer ber Vertreter im Bezirks senbabnrat Frankfurt .- ES würben ^einstimmig wiedergewählt als Vettreler Herr Kommerzienrat S. Heichelheim unb als Stellvertreter Herr Fabrikant A. filinmtor. 5. Eingänge. 1. ES ist eine bekannte Tatsache, baß em großer Teil bet Unregelmäßigkeiten t m Stü ckgutverkebt auf eine unsachgemäße iVifttdung der Güter durch bic Ver senber utrüdAuiidnen ist. Tic Eiioibahnvenvaltun.-n legen dauer in ihrem Bestreben, die llnrrgclm if, \ leiten auf ein möglichst geringes Maß berat;ubrü f n, ne ^ zeticlimg der 2v.icLv.it r "BeNebe^ uno Anhangezcnel nach ganz bestimmten Mu-ier drucken, welche zu niedrig bemessenen Preisen an den Gut erschall em iu Laben find Aus Wunsch werten bie .Zettel und Andänur auch mit jvtrmenbnuf geliefert, wenn ber Bene aber nicht vorzteht, sich die Zettel in gleicher 'Änorbnuut von einer Privaldrucker.: ber und in gfndxr Trrt’tbrung alle erforderlichen Angaben enthält. bebeutenbe Vor-ug/ Tie Handelskammer weist baber cn 2teile alle Fnrereffenrcn Lustruck.'ch auf die Zwecknläßigkei: eu-. r möglichst allgemeinen Znc ü rauch na I-me von vor gedruckt« kl.- .-etr ln nad ci endahnfeitigem Muster hin 2 Es hei uv. io teilt ber Präfibent bes Kaiser!, statbnschg Amtes ber Handc.skammer mit, hermtsgesteltt, baß bie u n tt6 11 q e n statistischen Angaben zum nicke geringen T - au- ungenauer ober unzutresienber Aus ülluu i ber Jh melbepav.ere durch die War niw iKiibcr ober länger berulen. Bet ber großen Bedeutung, ber Statistik für bie Handel- un> Zollpolitik des :KndNE io wie tüt ? e ErkennMis ber n ir'scöaTtl.chen Entwickelung j «>mmt. dürfte es im Zmercisc aller am Erwerb» unb Winsch« leben bctnligten Kreise liegen, baß eine möglichst zuverlässig I imranbrreie Statistik rnstanbe kommt. Tas ist aber nur zu c honen, wenn der Aiisiertigung ber statistischen Anmeldevap.rrk die nötige Sorgfalt gertnbmcl wirb. Tic Handelskammer richte: daher an bie beteiligten Kreise bie bringende Bitte, für m zuverlässige imd .genaue Aus'ertigung ber zur Autstellung d fratiftiid^n Nachwc.'ungen bienenden Anmeldungen bemüht z, fern. Zn zweiidda'tcn Fällen werden die oiitänbigen Zollneller ;ur Belehrung und Auskunfterteilung bereit fein. Tie Handeitz kämm er weist ferner darauf hin, daß die TranSovNanstaUen ir» d-.-nrn nach z 6 deS Gesetzes vom 7. Februar 1906, betref-rtj I bic Statistik bes Sareutn-rfcbr5 mit dem AuSlanbe, die pflid’tung zu einer Nachprüfung der pom_ Versender enlgegen#» I irommenen Anmeld vapiere obliegt, burdj Erlaß des Herrn Reichtz I lanzlers angerviesen worden find, künftighin ö'ters non der Bc> I fugni» Gebraud, zu machen. Sendungen, über roddx- ungmoue ole im;uläng(id) austzefertigte Anmelbcpaviere vorgelegt nxrben, lü zur voeschTlstsmäßigen Anmeldung vom weiteren TranSvott :uscüließen Insbesondere sind die Versandstat?nen ber Ey» vahnverroaltungen gehalten, bie bei ihnen mit ben Frachtpapiere zur Abgabe kommenden statistischeri Anmddescheinc genau u- vornehmlich babin zu prüfen, ob bie Waren nach Maßgabe m. bem Wortlaute bes statistischen DarenverzeichnisseS und dem bet herausgeqebenen alphabetischen Verzeichnis richtig beilariert ia) 3. Am 1. September ds. J-. sind bie neuen Ve- stimmungen über Beschaffungen unb £ itfe rungen für bic Schutzgebiete in Kraft e treten Ferner sind der Hanbclslammer von unterrichteter cn. ^.'Mitteilungen ugegangen über bic ivirtitbafllidTC Entwickelung S ;al lunqen unb Sttmpclic. Rußland und über zweifelhafte Firmen in Argentinien irisch lanb, Serbien, Spanien, Asiatische Türkei unb Bereinigte staar von Amerika , __ Jnteresienten erfahren Näheres hierüber auf bem Sekftart ber HanddSkammer. J, -- ....... - ■ .... .......— ■ ; 2lrrs Stadt und CnnS. Gießen, 30. Oktober 1909, Die Oeffentlichkeit bei den Gemeindetatsntznugev erstrebt eine B o r st c l l u n g des BerbandeS Hessisärer Sä - nerocreinc, an bic 2. Kamnier. Nack» ber Begründung, die der Vorstellung beigegeben ist, ist in dein gegennärlig bea Landtag vorliegeitden Entwurf der Landgeincindcvrduuk- in An -sick't ßcuomnicii, den Art. 43 des bestehenden O-esehL der bFc NichtöffentlickTleit der ( mein \ rat Sil u-isien l* stimmt, bzw die Einführung der Oeffenllichkeü dem tk» meinderat überläßt, unbcia’rbcrt in bas neue Gesetz ;i übernehmen. Ter Berbaitd Hessilchcr Bürget vereine p in seiner Hauptversamm 1 u-rg bic Ansicht betätigt, daß t gesetzliche Festlegung bet Oe'Sittlichkeit in den emeivt rats°Sitzungen ein dringende:- Bedürfnis gewvrdn ist. U gesehen von der mrglcichmäßigen Behandlung zwischen b Bürgern von Stadt unb Land bzw. der Orte, die die ft führung ber Oefsentlichkeit bereit-3 bestimmt haben, tour hauptsächlich darauf hingerviesen, daß bei der uM: | raschen Entwickelung der einzelnen Gemeinden und öe V*- I mit verbundenen hoben Lasten cs reckst und billig fei, hrtr I ben Bürgern unb Steuerzahlern auch Einblick in bic 6 I rattmgen ber die Mlgcmeinl-'cit betreffenden Punkte gegclcj würde. Tas v^'fetz erkennt ja durch die Bestimmung, wo« I bic Einführnt^f der Oefjenllichkeit durch Beschluß des G-»I meinberats einer O^emcinbc möglich ist, ohne weitere.-a.I baß durch die 6Hbranchmachting von diesem Rechte (i I Sck ädigung der betr. Verwaltungen nicht eir.triit: Hll würde selbstverständlich auch für bic Gemeinden, d'. s I der Einführung verschließen, der Fall jein. Wie iderti es in manchen Gemeinden hält, bie Oefscnttichteit her» »1 zuführen, ixwon wurden verschiedene Fälle bdannt gegvi><« und dieses wird wohl, wenn bie Gesetzgebung nid t <;| anderes bestimmen sollte, auch für die Folge so bleibttl Tie Ansicht, daß mit der Einführung ber OesjentUcbk« große Kosten verknüpft seien, wird nicht allgemein ßcitul dürfte icdoch auch im Bejahnnasfallc keinen Grund t-| die Nichteinfübrung bilden, da die Gleick)verechtigmig L:| Bürger nicht nur im Staate, sondern auch in den munen rechtlich gefordert tverden kann. ** Tageskale «der. Stadtl Heater: Sonntag al < I 8 Uhr: ,T i e fremde Fra ue. Sl o n a e r t v c r e i n. Sonntag nachmittag 5 Uhr im St» I cheater: Enter Ordrefterabenö. Roloifeiim: Täglich Porstellung. Rincma tograp b: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. Hatierpanorama: Samstag Eröffnung der WtM*I spielzeit: Reife ooin Rhein m die Vogcien. • • • Lehrerperfonalien. Ernannt wurde proviforiiche Lehrerin an ber Diktoriafchule zu Darn. Helene Rohbc zur Lehrerin an biefer Schule unter tf laffung in ber Kategorie ber Volksschullehrennnen. — 6--' lebigt sinb die mit einem kalh. Lehrer zu besehende Lehrt» stelle an bet Gemeinbeschule zu Hetschbach; bte mit ctvr euang. Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an er Gemciidf schule zu Zahmen. Mit ber Stelle ist Lektordienst Kf banden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bctml- werden. • • Reformationsfest. Morgen feiern die f» gehörigen der evangelischen Kirche das RefonnationSfest p' GedüchtniS an ben Ton, an bem Luther durch den Ansäür der 95 Thesen an ber Schloßkirche zu Wittenberg ben An * zu jener weltgeschichllichen Bewegung gab, die eine neue 3' cmleitete. • * Freidenker - Vereinigung. Am DonneMß abend fand un Hotel Einhorn die Generalversaiumlunq V- In ihr wurde u. a. daS Programm für ben fomtncil* Winter festgesetzt. Es sollen neben einer Reihe BorlefuWW :n ben Mitgliedet-Verfammlungen wieder eine Anzahl ltchcr Vorträge slattfinden. Der erste ist für den 11. Novell a!S Schillcrseier in Aussicht genommen. * * Ter Sänget vorn Rhein. Der von früher hier noch in bester Erinnerung, namentlich auch in studentiE«» Kreisen, stehende ,Sänger vom Rhein^ veranstaltet nwis|| abend ein Konzert im Hotel Schütz. - Tic Anlagemufik fällt am Sonntag, 31. dS. TH8., aus. * '1M tri SO" « Si ...8 W" ir««1 ’ >rJii ’S » >d * ...zp-tl! $■ ' Sin 9 7.Lddem I W ftr 5^ < f” ’ Lltii >0« • Wut ,. C|flbt und oerubt (xrt’te zum Mil ii * 6inbn nntr bitjigm f rnd felgende w btn weißt $fl:, Mitflt iynenia Monht lijdM teftcMtne bat i Mifpunhe für 0 Sollai btrrmann ai auf Vt SoOarn Sdjra ls/ift-i = Xtiilii jrfcftwd t)fbul hui. Siefen everre in Ix irtflitr eine in < Fu Jiufif und ! km. 3" einer flohen To * rchotle tr. W ^ovembe t: trer Lröl krhmingcn sch -Äfibarf), luienhoj »-"•trern £rt wja doö'gcleg Rt ber jüngste, •- Arbeiter un 43 ui gehen. 9 Aarbur ^adtv Vorsitze 64c-J9erid) _ v i’tanffu ^••'d’Seiri r ’ ^ana T . chen besieh, 7'' gestellt -luvalischas Ma MM W MI iß 0 -rüber aus dem Sehr: der □ a hocheleganter Verarbeitung. in einfacher sowie GEBRÜDER " IÖ8E3 Marktplatz 9 10 Marktplatz 9-10 a (an-. cn' 30. Oktober 1%; .all! in allen modernen Farben und Stoffen auch in Backfisch- — sowie allen Frauen-Grössen Giehener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heuen am Sonntag dem 31. Oktober: Wlcift trüb. Regen, in den Bergen Schnee. Wesentlich kälter. Lebhafte nördliche Winde. Erstellung. [Q. aq Eröffnung gesen. Ernannt Arbeiterbewegung. Frankfurt a. M., 29. Okt. Nach langen Verhandlungen ist der Friede im S chr e i n e r g e w e r be gesichert. Gestern stimmte eine große Holzarbeiterversammlmig dem neuen Aartf zu. .Heute wird der Arbeitgeberverband und die Schremerzwangs- innung ihre Beschlüsse sassen. . „ = . Mannheim, 29. Okt. Im S ch r c r n e r st r e r k ist es den beiderseitigen Lohnkommissionen gelungen, eine Einigung zu erzielen aus der Grundlage, daß der Stundenlohn um 2 Psg. und vom 1. April 1910 ab um einen weiteren Pfennig erhöht wird. Ter Tarif läuft bis 1912. (Frks. Ztg.) bie^ ' von tSiM r hin. kann. ttheater: Sonntag I Griginat-Drahtmel-ungen. Die Revolte in Griechenland. Athen, 29. Okt. In der heutigen Sitzung der Deputiertenkammer gab Ministerpräsident Mavromichalis eine Darstellung des Sachverhalts der Rebellron des Marinelcutnants Tiibaldos. Glücklicherweise fei die revolutionäre Bewegung sehr beschränkt; nichtsdestoweniger ist die Lage anormal. Die Regierung, die sich mit der Reform aller Zweige des öffentlichen Lebens beschäftige, fuhr der Mimster- präsident fort, konnte auch die Marine nicht vernachlässigen. Die unangebrachte und ungerechtfertigte Ungeduld haben aber btc Lage geschaffen, die zu dem Umsturz der bestehenden Ordnung hinneigt, ich bin gezwungen zu erklären, daß die Regierung fest entschlossen ist, die Herrschaft des Gesetzes nach jeder Richtung hin wieder her zu stellen. Wenn die Offiziere durch einen Irrtum zu ihrem Vorgehen verleit^ wurden, haben sie jetzt Zeit, sich wieder auf sich zu bei nuten. Rhallis verlangte Aufklärung über die Mitteilungen verschiedener Blatter, nach denen die Deputierten Strates und Alexandris Tybaldos zur Empörung veranlaßt haben sollen. Die genannten Deputierten stellten die Behauptung energisch in Abrede und verlangten eine Untersuchung. Limbritis tadelte heftig die auf; einanderfolgenden revolutionären Ereigmne und verlangte, bau die Bewegung mit aller Strenge unterdrückt werbe. Unter großer Unruhe wurde die Sitzung aufgehoben. Nam der Kammer,chung wurde an die Abendzeitungen eine halbamtliche Veröffentlichung ausgegeben, in der erklärt wird, daß die von Tybaldos angezettelte Bewegung sich in engen Grenzen halte und die Regierung ent*. schlossen fei, dem Gesetze Achtung zu verschaffen,. Eine Springflut. Paris, 30. Okt. In verschiedenen Teilen Frankreichs, besonders in der Vendee, der Bretagne und der Normandie richtete eine Springflut große Verheerungen an. (tnberiritv bewerkstelligt. Zn diesem Zähre wurden, allein während der Schulferien, 163 pinge Franzosen und Französinnen 6—10 Wochen „ausgelauscht" und zwar erfolgten 122 der Auswechselungen zwischen Frankreich und Deutschland, 48 zwisckxm Frankreich und Englaiid, 2 zwisclwn Frankreich und Oesterreich und 1 zwilchen England und Teuischland. Die Auswechselungen zwischen Frankreich und Deutschland sind noch intmer die zahlreichsten und zwar kamen Kinder aus Berlin, Hamburg, Cuxhaven, Bremen, Kiel, Oldenburg, Chemnitz, München, Nürnberg nach Frankreich. Von Oesterreich sind Reichenberg und Graz vertreten. Der Austauschverkehr zwisclieii Frankreich und England bat fugens nun en; von 33 1908 gmg er aus 48 1909. Eine Schule in ., 29. Okt. Wegen umfangreicher Wechsel-Betrügereien wurden die Staber der Kommissions-Firma Dudenhöfer u. Glaser, Hermann Glaser Mb Wilhelm Dudenhöfer verhaftet. Die seit etwa 410 Jahren bestehende Firma hatte seit kurzem )hre Zah- Inngen eingestellt unb seit dieser Zeit beschäftigte sich die Staatsanwaltschaft mit ihren Angelegenherten. Dte Unter- iji), November erfolgt sein. ** Ein Bravourstück Gießener Polrzet- liiunde In der Bstraße wurde bei einer Hebamme nachts bitte? geschellt. Die ^au überzeugte sich ledesnml datz ! remanb ba war, der ihrer Hilfe bedur w. Als jungit r uchts, nachdem die Frau zweimal vergeblich ihr -)ett v.r- lnssen hatte, das drittemal geschellt wurde, Machte bte Hchamme, „ihr sollt mich nichtn och das drittemal foppen. Am andern Tage erfuhr dte ^u zu tyrem ^rdruß, baß £;: bei dem brüten Schellen in der Nacht Ernst gewesen hraT. Die Hebamme klagte ber Polizei ihr Selb unb am SLbenb bezogen in aller Stille 2 Beamte mit 2 Poltzet- lanben bü Lreinfahrt eines dem Tatort gegenuberhegen» bum 5>auses und warteten ber Dinge, bie da kommen solltten. K:an hatte nicht nötig, lange zu warten. Lustig und ver- (r-iügt kamen drei Studios oie Straße herunter, sie setzten, ^scheinend schon in dem Geschäft geübt, bte Schelle in V eiucgung, um bann Reißaus zu nehmen. Aber bte Uebel- Ilter 'kamen nicht weit. Wie ber 2Binb flogen bie beiben Polizeihunde chnen nach und wie btc Mauern stauben bie 1 Zn gern Leute, von ben Hunden solange festgehalten, bis ;■ ie Beamten zur Stelle waren, bie Personen feststellten unb i® aller Nul)e freunblich „Gute d^cht" w'inschten. 2>te ürebamme in ber Bstraße ist seitdem ohne Ursache in ihrer Nachtruhe nicht mehr gestört wordeu " Verhaftet. Gestern wurden von der hlesigen Gendarmerie 2 Burschen festgenommen, die in letzter Zeit in b.T Stadt und zu Klein-Linden nachts mehrere Emdruch- d ledstähle verübt hatten. Dec eine davon sollte in diesem siowbste zum Militär einrücken, zog es aber vor, sich stellenlos im Walde umherzutreiben. ♦♦ Einbruchsdiebstahl. In das Fabrikgebäude eftner hiesigen Färberei wurde heute Nacht eiugebrochen u ab folgende Gegenstände gestohlen: Ein weißseidenes Kleid, d lei weiße Pelze, einer halblaug mit zwei Schleifen, zwei b.mkle Herrenjackes und fünf verschiedene Hosen, eine hell- b lonbe Tischdecke und cüt icbwarzer Plüschumhang. Der Gestohlene hat eine Belohnung für ben ausgesetzt, ber An- I iltspunkte für büj Täterschaft geben kann. 0 Lollar, 29. Oft. Der verheiratete Arbeiter H. Herrmann ans Bellnhausen bei Fronhausen wurde 0 ns der Lollarer Hütte durch einen mit Eisensteinen beladenen •• Stadttheater. Bisions .fremde Frau", bie morgen onntaq abend hier wiederholt wird, Hot jetzt auch in Franl- ,rt einen großen Erfolg beim Publikum davongetragen. 3-donberen Effekt machte auch dort der Gertchtsaft. Beson- e:§ ermähnt sei, daß die Vorstellung wegen des Nachmittags- ediertes des Konzertvereins erst um 8 Uhr beginnt. -er -psche Schwank ,0 diese Leutnants-, der urlprunglich nicht 1: eine Abonnement-Vorstellung vorgesehen war, ist aus wünsche aus Abonnentenkreisen hm zu einer weiteren, aber ■den Aufführung, für die nächste Freitagvorstellung angesetzt Fceitaa-^lbonnenten, die in der VorauSietzung, daß CM oiua <11 ihrem Abonnement nicht gegeben werde, sich dir Sonntogsvorstellung angesehen hatten, erhalten aus Wunsch iiu: 'diese Vorstellung Gutscheine gratis. •• Eine Prüfung für KreiSamtSgehllfen und ^reiSawtsbureauvoisteher beginnt am Montag, 29. Nov., zu Darmstadt. Die Anmeldungen dazu muffen dis zum vermischtes. * ©ottberbarc Theatertviletten. Die zurzeit im NeirenI Königlickien Cfrerntljeater in Berlin gastierenden Sckstrerster hatten dieser Tage eine Ausführung fron ,„Zagerblut" als alpine Festfrvrstellung angesetzt, zu ber, „um der Veranstaltung ein charak- tenstisches Gepräge zu geben, der Eintritt ins Parkett nur in alpiner Tracht gestattet luar". Diese Neuerung und Ergänzung der für höfische Galavorstellungen bereits besehenden ^oiletteiv- torfdjrifteiT eröffnet findigen Direktoren, die dem Publikum etwas Besonderes bieten wollen, werte Perspektiven. Vielleicht lesen wir nächstens von einer Vorstellung des Fliegenden Holländers oder des Blinden Passagiers, zu welcher der Zutritt nur im Storni modore-Anzug mit ber blauen Mütze des Kaiserlichen Jachtklubs gestattet ist. Zu einer Fubiläurnsfrorstellung fron Jfflands „Jagern" oder Ludwigs „Erbsörster" wäre pasienderwerie grüner Försterrvck oder roter Jagdfrack vvrzuschreiben und zum Besuch der Schwänke „Ter Kilometerfresser" und „Der Mersterfahrett Automantel ober Pelz unb Mütze nrit Brille bezw. eroeater und Knielwsen Und die Freunde des Lufttports könnten bet der Ausführung der neuen Lustspiele „Tas starre System" und „Ter Luftteuttiant", die von den Herren Wrtglst und Bleriot bisher sträflich vernachlässigte besondere Luftschifferttacht krerren und aui dem Wege dnrck/s Theater Parkett populär machen. Die namentlich von Ausländeni oft erhobene Klage, daß die beutfefen Theaten- tzesucher zu bequem seien, vorm Besuch des Musenternpels dre Kleider zu wechseln, dürfte, wenn das Experrment der biedern Schlierfeer Nachahmung finbet, bald verstummen. * Vom internationalen Kinderaustausch. Die im Jahre 1903 gegründete Gesellschaft für den internationalen Austausch von Kindern und jungen Leuten hatte bis zum Dezember 1908 578 solcher Auslvechselungen zwischen Frankreich einerseits unb Deutschland, England, Oesterreich, Italien unb Spanien Ontbet ,~u Wittenberg .. i. ' 8l die eine ,mg g°b, 9un9,nfneda|linl11111'' . Generaw^ fc.,r ocwi'f10“11 Rh-m ° T” b • Lehrer ; Handel. R Ö I n, 20. Oft. Wie der .Köln. Ztg." aus Brüssel gemeldet wird, wurde daS Abkommen zwischen dem belgischen Kokssyiidikat und dem Rheinisch-Westsälischen Kohlensyndikat mit Wirkung vom 1. Januar 1910 ab aus drei Jahre verlängert. __ _______| Märkte. Gießcu, 30. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wocken- markte kostete: Butter pr. Psd. 1.20-1.30 Dik., Hühnereier 1 St. 9—10 Pfg., Enteneier 1 St. 0 Psg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Erbsen p. Pid. 00—00 Psg., Linsen v. Psd. 00-00 Pfg., Tauben vr. Pr. 0,80-1,00 Pik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Aik., Öähne pr. Stück 0,80—1,80Alk., Gänse pr. Pid.60—70Pi., Enten vr. Stück 1,80 bis 2,20 Pik., Ochsensleisch pr. Psd. 76—84 Psg., Kuhfleisch pr. Psd. 60 Psg., Rindfleisch |pr. Pfund 70—74 Pfg., Schweinefleisch pr. Psund 80—90 Psg., Schiveinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 96 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psd. 60-80 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00—5.50 Alk., Zwiebeln per tttr. 5,00—6,00 Alk., Aiilch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 10-15 Big., per Zentner Alk. 0.00—0.00., Aepsel per Ztr. 10—18 Mk., Birnen per Ztr. 10—15 Pik. Nüsse 100 Stück 40—50 'Big., per Ztr. 0—00 Mk., Zwetschen der Ztr. 4.00—5.00 Mk. Marktzeit von 8—2 Uhr. hnZrtdcratssstuW- Landes hessifaiei £ V ad) der Begründm ’' m dem gegenmärrifi. r Landgemeinde^ des bestehenden f>xi: * neinderats-Litnmp I Oeffentlichkcit dm in das neue Geirs ■ scher Bnrgewerein! I Ansicht betätigt, bei, chkeit in den iSemrj ' urfnis gelvordn ist' Zehandlnng zwischtt . ber Otte, bie die i beftimmt Haben, r daß bei der Lemeindw unb l :d)t unb billig sei, uch Einblick in bi effenben Punkte ge. die Bestinnnmig, fr durch Beschluß bei ch ist, ohne weiten^ von diesem Rechts gen nicht eintritt:1 die Gemeinden, b’i Fall sein. Wiest bie Oeffentlichleii k ne Fälle bekannt M e Gesetzgebung nch' ür die Folge so b c- hrnng der Oesscnil- -d nicht allgemein A sfalle keinen fenifr ■ iie Gleichoerechtigniizs ndern auch ui den» Mllt, bS k^-l äks rt&t ober nu?‘ W I(otben- ^ccl « l'. M SIÜ'-^^’inngQrn, > tei und Vereinigte 9abcn u. ©o&tl, WruTtabt L bill z o Nab Lii-Anlage >4 ll. 12 (Varl .iuu (5673 Marburger 2nabe 56. Hmterb. ißilhclmitrane 11. 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