8 Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten. u vtz Q c Z- 2 CJ- a ö c 3 c ö S es- <7- C e o L X ci *• 2 c<"; 2 ■- :> . S : v 2i£d>' 6» ['S® -w c.r t e es v- -5 i z - -ä E 2 = 5 Q&51 cSc = ^- Ci' :2t,c Z)®* SS I Der Gießener »njelaef scheint täglich, aufeer Sonntags. - Beilagen: itrmal wöchentlich | i^ie&entrSamUtenblStttr; , Deimal roäd)ent(.Krti$i 5 !attfürdenUr«isSiehen (XienStag und Freitag) ; zweimal monatl- £ünb‘ uirt|d)a|tlid|e5titiragtn iXernjprccf) • Anschlüsse: Irlr bte Redaktion 112, lerlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ■W \ -W i? Spei -8sV«v^ “ u O S ,F» 2^ 2-9 politiiche Tagesicha«. V. Bethmann Hollweg und die preustsche Wahlrechtssraqe. Ter Ausfall der Wahlen in Sachsen und Baden hat den Konservativen Anlast gegeben, vor der Reform des Menschen Wahlrechts zu warnen und in einigen Artikeln der „Krcuzztg. sind schon Erörterungen erfolgt, die wie eine Drohung gegen den neuen st^ichSkanzler Hingen. In Grauden z hat am Sonntag bei einer Provinzialversammlung des Bundes der Landwirte für Westpreußen der Provinzialvorsitzende des Bundes, Kammerherr v. Lldenburg-Ianuschau in dieselbe Kerbe gehauen. Er sagte nach dem Bericht der „Teutfto TageSzlg." nach einer Erörterung der '»Rr. 258 «Z 3* 2 C u >- e knnahmt von Anzeige» -fir die Tagesnummer itiei vormittags 9 Uhr. süden Persten s nehmen zu. Die Straße von Isfahan nach Schiras ist von mehrer en hundert Räubern besetzt. Vor einigen Tagen zerstörten Räuber den englischen Telegraphen in Deschti Ardjan Tie Telegraph-nverbindung mit Abuschir war vierundzwan-lg stunden unterbrodyen. ^ex Telegraph arbeitet auch heute noch sehr schlecht. Aus Petersburg wird gemeldet: Die in der Nahe des Kaukasus ansässigen Stämme der Schahseweunen und Ka- radschadagen beschlossen, für den früheren Schah ein- Ku treten. «Sie belagern gegenwärtig Ardebil. Da durch diese Tatsachen dem russischen Bizekonsulat und den dortigen russischen Untertanen zweifellos Gefahr droht, andererseits die aus Täbris und Teheran entsandten persischen Truppen nicht so bald dort eintrefsen, beschloß die russische Regierung, unverzüglich die Schutzwache des Vizekonsulats in Ardebil zu verstärken und zwar durch einen Truppenteil aus dem angrenzenden Militärbezirk des Kaukasus, nicht aber durch einen Teil des in Kaswin oder Täbris stationierten Truppendetache- ments, da der Transport dieser Truppenabteilung nach Ardebil mehr Zeit erfordern würde. 19.2 2g 1 Deutsche» Reick. Ter Kreisausschub in Bensheim hat dem m Bürstadt zum Bürgermeister gewählten F a b r i k a r b e t t e r Bhilipp 3ue die Bestätigung versagt. In der Begründung aeaeben daß Ille vvr 19 Jahren wegen Körperverletzung bestraft Nwrd^ sei und außerdem in Verdacht stehe, sozialtznwkrattschenl Gesinnungen zu huldigen. Wie bie sozialdernokratiichc „Maurzer Volkszeitung" erfährt, ist Ille Mitglied der Zentrumspartei. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in- ihrer Blättcrschäu: „Der als Beilage zum „Berliner ^ageblatr auch im Auslande verbreitete „U t f" hat in seiner letzten Nununer eine Karikatur des Königs vonDpanien gebracht, die mit Recht als anstößig empfunden werden must. Skraitige Ausschreitungen des Karikaturenstiftes verraten einen bcdauer- [idxm Mangel an politischem Verantwortungsgefühl. Gefolgschaft" bestanden habe und bezeichnet bie Katalonier als liberal-radikale Leute, Ferrer ut nach Bernstein- Memung cm Anarchist und „wildge w or de n c r Sep ata ist go wesen. Am Schlüsse des Bernstein',cken Artikels hecht es Den Ferrer-Kultus aber kann und wird bie deutsche Sozialdemokratie nicht mitmachen. Ferrer istmann^ift für I«ne Uebcrocugung gestorben; das haben fedoch Taufende vor ihm W M w-rk-n wohl'noch vtze nach ihm tun. Es ist vom politischen Gesichtspunkt aus nicht gerechtfertigt, den Mut der letzten Stunde so hoch einzuschätzen, daß man auf ihn hm Straßen benennt und Denkmäler baut, xte graste Jrultur- bewegung der Arbeiterklasse hat andere Maßstube für die Wertung von Vorkämpfern. Sie hat lern ^ntereste daran, das kulturelle Niveau ihrer Kampfe auf das früherer Epochen zu rütkzustelleu. Tas Dynamit und der Revolver haben als politische Kampfmethoden überall Bankrott ge- Nun müßte eigentlich ein wütend«: Kampf der Ferrer-freunb- lichen „entschieden liberalen" Presse gegen Bernstein entbttnnen, denn bie neueste, mit so viel Aufwand ins Werk gcsetztt bewegung gegen den spanischen Greuel durfte doch nicht fo jämmerlich, im Sande versickern. __________________ Z Bg«? zu umfassen, da trifft ihn ein Backenstreich> der unklugen J-rau, die ihre „Rache", die Untreue, für so leicht hielt. Aber er findet sich und steht ihr bei, um den Gatten von ihrer Schuld -u überzeugen, damit er in sich gehe, aber da 1 acht man, lacht man. Die Frau und e r . Armer Auguste. Ihm blüht das Glück nur in der Enge und so findet denn auch er Kuletzt einen Zug, mit dem er fahren darf, wahrend das junge Weibchen, über dessen Tugend die Liebe als Schutzengel wachte, ihre Nebenbuhlerin überwindet und dem reuigen Gatten lächelnd verzeiht. Es wäre eine nicht aanz uninteressante Doktorarbeit, Francitlon mit diesem Lustspiel zu vergleichen, das an Geist und Witz sein Vorbild weit überragt. Auch die ganze, blendende Kunst der Rede, die den Erfolg des Stuckes bedingt, ist das unbestrittene Eigentum der beiden Verfasser, die es sogar wagen durften, einen an fich überflüssigen Aufzug zu schreiben, den ersten. Man erfährt darin gar nichts, was zum Verständnis der folgenden drei nötig wäre, aber er fesselt durch die außerordentlich geistreiche Führung, durch den prächtigen Dialog, in dem es schillert von tausend Farben. Und tadellos wurde gespielt, im Ganzen Kurt Gühne, als der Privatgelehrte Auguste im Mittelpunkt, schuf diesen Mann mit der lachenden Träne aus dem Vollen heraus, und fand, ohne jede Uebertteibung, den richtigen Weg zwisckien der weltfremden Art des Stubengelehrten und des gebildeten Mannes, aus der besten Gesellschaft; eine lebenswahre, prächtige Gestalt. Gustt Ney, anfangs etwas l-astig stattete die schwierige Rolle der wilden Jacqueline nicht nur mit dem Zauber einer liebreizenden Madchenfigur aus sondern bemühte sich mit vollem Erfolg, em leibhaftiges Menschenbild darzustellen, und wurde denn auch durch besonders starken Beifall ausgezeichnet. Tie glückliche Liebesszene im zweiten Aufzug gelang ihr besonders gut. Rudolf Goll war ein „musterhafter" Ehemann, der seine Haltung ausgezeichnet zu wahren wußte. Herzlich und nicht ohne Lebenskunde war die alte, lüsterne Marquise der jyrau Elly Gühne, schillernd und verführerisch Franzi Koch als leichtlebige Lucienne. Etwas mehr herzlichen, welttundigen Smnwr hätte ich von Karl Volck als Abbe erwartet, der seine Rolle doch wohl zu ernst auffaßte. Ein wenig Freude mehr iCt hier wohl nicht unangebracht. Auch im übrigen war die durch prächtige, neue Ausstattung überraschende . Aufführung unter Kurt Gühnes geschmackvoller Leitung CJ “ Z - KZ CD*: r* r* z dieser Vorschläge wirken. Je mehr diese durchireuzt wurden, desto mehr mürbe darüber bebattiert werden und mit defto größerer Entschlossenheit werde das englische Volk darauf sehen, daß diese Vorschläge auch angewandt würden. Ihre Anwendung konnte dann in den Formen geschehen, die bei den Unwwsten Bedauern Hervorrufen würden, das Budget opponiert zu haben. Snowden (Arbeit er Partei) erklärte, das Budget fei nur ein wenig sozialistisch, aber nicht revolutionär; denn es würde einer Revolution vorbeugen. Es müsse von diesem Parlament etwas geschehen, um die g r o ß e n U n g l e i ch h e i t e n z w i s ch e n dem Reichtum und der Armut, zwilchen Luxus und N o t zu beseitigen. Im weiteren Verlaufe seiner Auswhrungen gegen die Tarifreform erwähnte Snowdcn die letzt e n Wahlen in Deutschland, die ausschließlich unter dem Eindrücke der jüngsten Stenergesetze ausgefochten wurden. Alle deutschen Sozialisten seien auf Grund einer schmerzlichen Erfahrung Freihändler. Wenn es möglich sei, durch die Besteueruna des Auslandes Einkünfte zu erzielen, warum tue es Deuttchland nicht? Gieszcner Die Liebe wacht. Lustspiel von G. W de Caillavet und Robert de Flers. Meder einmal ein voller, unbestrittener Erfolg, der d-llrch nichts getrübt wird. Ein Lustspiel, das m semer Srfindunq nicht neu, aber von solch liebenswürdiger, geist- r ücher Art ist, daß es noch oft volle Häuser und mit semem imtziqen Geist Menschen froh und freudig machen wird. Solche Lustspiele werden selten geschrieben, bei uns hi Deutschland schon gar nicht, und es ist deshalb lem Wunder, daß es von der Akademie mit eurem Preise gehont wurde, was bei uns auch nicht immer der Fall KU {•ein pflegt. Dafür ist Ernst Hardts ^.antrrs, der Narr ein offensichtlicher Beweis. Anders in der freien Republik unserer westlichen Nachbarn, die uns an Geist und GraZ^ »on jeher überlegen waren. Bemerkenswert ist aber, daß sowohl Hardts Dichtung, als auch das Lustspiel der Franzosen nicht im vollen Sinne Original ift, sondern beide auf frühere Werke zurückgehen, wie die meisten deutschen Dramen in den letzten Jahren. In ihrem neuesten Werk greifen die beiden Pariser, bie in ihrer Heimat beliebte Lustspieldichter^smd, auf des jiingeren Dumas ziemlich bekanntes stuck jzirancillon jtttnui, dem sie allerdings nur den Grundgedanken ent» Ühnt lstiben, um ihr Werk mit Geist und Gluck darauf 1 eii erbauen. Nicht einmal besondere Mittel gebrauchen sie. sie verwenden all die bekannten Schwankfiguren, nur dasz j siie manche mit Glück zum Charakter vertieft haben. So kkommt es eigentlick) von selbst, daß der stille, weltfremde Stubengelehrte hier im Vordergrund des Stuckes steht, wähnend er bei Dumas nur am Schluß flüchtig auftritt. Cr klommt sich selbst vor wie ein Stationsvorsteher, der all Sie Züge in die weite, schöne Ferne fahren läßt, ohne fe- mals selbst darin fahren zu dürfen, oder wie der ^ogen- ßchließer, der ztvar den Beifall hört, aber nichts von dem, roas auf der Bühne vor sich geht. Auguste ist nur ein Zauw «ast des Lebens. Man braucht ihn wohl, man freut sich ßeiner, aber er ist. . . nur der Zaungast. An ihn wendet ßich Jacqueline, um ihren ungetreuen Gatten so zu sttafen, Die sie es ihm geschworen hat, utid er steht, hilflos da, Das reiche unerwartete Glück, das er so lang ersehnt, macht . chn verwirrt — und als er sich auf raff en will, es liebend letzten Reichsfinanz-Kämpfe: ., „Nun liegt dieser schwere Kampf hinter uns, aber ich glaube auch, daß ein s e h r s ch w e r e r n o ch v o r u n s l i e g t. Die Erbschaft, die Fürst Bülow seinem Nachfolger hinterlassen hat, ist nicht leicht. Herr von B e t h m a n n - H o l l w e g hat die ganze Gesetzgebung mit Bülow zusammen gemacht, er hat die ganze Sache mit entriert, phne eine andere Rückzugslinie zu kennen, als über die Leichen der Konservativen. Fürst Bülow hat Zentrum und Konservative untertariert. Es gab ja Zeiten, wo man mit dem Zentrum paktieren mußte, weil ohne Zugeständnisse von ihm nichts zu erlangen roar; aber diesmal war es staatsmännisch genug, ohne Zugeständnisse zu bewilligen. Die Konservativen hat er gleichfalls untertaxiert, und das hat Bethmann auch getan. Hoffentlich hat er aus dieser Erfahrung gelernt, daß es für bie Konservativen Augenblicke gibt, wo sie lediglich ihrer Ueberzeugung folgen und bei den größten Fragen des Vaterlandes Glück über die eigenen Interessen stellen $>en Liberalismus U er über tariert- der gibt nichts ohne Zugeständnisse. Sich selbst hat Fürst' Bülow übrdarier'., durch ou Macht seiner Persönlichkeit glaubte er, das ungefüge Gebilde des Blocks meistern zu können. Auch darin hat cr sich geirrt. Unb da Herr von Bethmann alle Wege mit ihm gegangen ist, jo ift Jem Stand heute sehr schwer, und- es wird ihm außerordentlich schwer werden, das einzulösen, was die preutzische Thronrede ver- gro6=8 Unglück für d°S Reich, wenn in di- Zersplitterung der Parteien ein schwacher Reichskanzler gestellt worden wäre. Hoftentlich stellt Herr von Btthmann-Hollweg seinen Mann, der die Gegensätze mit festem Willen zu überbrücken weiß! * Genofie Bernstein gegen den Ferrer Kultus. Sogar innerhalb der Sozialdemokratie glaubt man nicht daran, daß infolge der Verurteilung Ferrers bte Freibenker: sich zu Kundgebungen erheben mußten. In den „Soz. Monatsheften beschäftigt sich Genosse Eduard Bernstein mit bem ir-euer und erklärte, der Hauptnachteil deS Budgets sei, daß es l gefaßt sei mit der anerkannten Absicht, besondere Lasten auf k.'sondere Vollskreise zu legen. Tie Opposition glaube, daß cs iwd) andere Wege ;.ebe, den finanzi'llen Ersorderm; ^n zu bo- i^nen. Chamberlain schloß mit den Worten: Laßt uns aus den r fabrungen unserer Kolonien und fremder Länder lernen (wo» isicher Beifall bei den Liberalen), laßt den Luxus der Reichen ^incn Anteil an den Steuern tragen, laßt die große Menge der . Einfuhrgüter aus dem Auslande ebeiiso ihren Anteil tragen. Ihr E Jtifi trägt zmn Vorteil des Viarktes bei, von dem sie profitieren. In Erwiderung des Vorredners sagte Attorney, daß der Regierung bei der Erweiterung der, Steuergrundlagen brtn Weye üfien gestanden hätten, darunter sei die Wahl nicht schwierig ■ieroefen. Einmal die Steuer auf den unverdienten, oft völlig .^erwarteten Wertzuwachs, dann die. Besteuerung der I n - b u ft r i e und schließlich die der Arbeit in Form einer Steuer mf den allgemeinen Konsum. Die Regierung ent,chied sich dafür, boß das geeignetste Stenerobjekt der Wertzuwachs sei. Es ei itn klar, daß Chamberlain Handel und Arbeit besteuern wolle. Er bestreite entschieden, daß das vorliegende Budget cm sozia- 2 Tisches sei. Das vorliegende Gesetz hob die Finanzen m eine höhere Sphäre. England h a b e d e n W e g d es . F or t- (drittes betreten ,hinweg von den bösen Zeiten, in denen ö ic Armen belastet wurden, um dem beaünftigten Teil Nutzen in verschaffen. Gegen diese Art Politik seien die Vorschläge b.tf Budgets gerichtet. Die Opposition möge für die Vereitelung Die Stichwahlen in Sachsen. l ilen demnach noch 11. . Dresden, ,2. Nov. .Bei den heute zur zweiten Stande-- ,7t "vT i 8unb her Landwirt-, l M.tt-lyandz- Partei, 2 4 N a 11 o n a l l i bera l e, L Frei, inm ge, En^T-'resden wiirden drei Nationalliberale und ein Frei- ,Niger und in dem großstädtischen Wahlkreise Plauen em Frei- U17Clc ?etzten^erforderlichen Endstichwahlen Hnben morgen unb .itermorgen statt. Daran sind beteiligt o Konservative 1 Bund üerr Landwirte, 6 Naiionalliberale und 10 SoMldemokraten Wir verzeichnen noch folgende Meldung der „Frist. Ztg. . Dresden, 2. Nov. D ie Freisinnigen scheinen die arn dem Vorsitzenden des Landesvercins der freisinnigen Volks- jjrtei, dem Abg. Günther, gegebene Wahlparole, stets für den .-rationalen Kandidaten" zu stimmen, im allgemeinen mÄt be- ’algt zu haben. Die noch ausstehenden Wahlkreise sind besonders lünftin für die Nationalliberalen, bie sedenfalls in ihrer 'lien Stärke von 31 Mandaten wieder emziehen werden. Die A-zialdemokraten werden vielleicht noch zwei oder drei Mandate I gewinnen. •OE-S» durchaus lobenswert. Zu erwähnen wären noch nament- ich: Edgar Pauly (Carteret). Hermine Gilzinger (Baronin), Erna Güldener (Ursule) undAda Pauly (Rosa). K. N. ■ — Geheimrat Ehrlich, der bekannte Frankfurter Gelehtte, berichtete gestern abend bei einem Vortrage inBerlin über Experimente, die er gemeinsam mit seinem Assistenten aus Japan an Kaninchen gemacht hat. Es wurden mittels syphilitischen Giftes Geschwüre an dem Versuchstiere erzeugt, die mit Hülfe eines neuen von Ehrlich gefundenen Mittels in wenigen Tagen wieder zur Ausheilung gebracht wurden, wer Gelehrte drückte sich hinsichtlich der Uebertragung dieses höchst bedeutungsvollen Ergebnisses auf bie Behanblmig ber Syphilis beim Menschen mit großer Zurückhaltung aus unb erklärte, daß an eine Verwendung des neuen Mittels zur Verhinderung der menschlichen Syphilis selbstverständlich nicht eher gedacht werden könne, als bis weitere sehr sorgfältige Versuche in Krankenhäusern zu näherem Aufschluß geführt haben. — Gerhart Hauptmann und fein Interviewer. Ein Herr Martin Feuchtwanger schickte in diesen -tagen ben verschiedenen Zeitungen ein Hauptmann-Interview, das auch von einigen, fo von dem „Berliner Tageblatt" abgedruckt wurde. Ter LchriftsteNer teilt im Jnterviewbericht nut, daß er den Dichter in Halle besucht habe, und erzählt dann, was Hauptmann angeblich zu ihm geäußert habe. Wir haben den Bericht nicht veröffentlicht, weil wir aus verschiedenen Bemerkungen em Mißverständnis des Schreibers vermuteten, das stch^ietzt logar als grobe Täuschung des Publikums darstellt, denn Gerhart Hauptmann sendet dem „Berl. Tagebl." ein Telegramm folgenden Inhalts: „Ern Herr aus Halle hat sich eine Unterredung mit mir dadurch erschlichen, daß er sich als zweiter Vorfitzender eines Luccarischen Vereins in Münck>en einsührte unb i'einejour» nali'tische Mission verschwieg. Ich hielt ihn für einen Studenten in Gewissensnöten und suchte ihn durch energischen Zuspruch aufzurichten. Daraus hat er einen lächer- lichei'. Artikel: „Gerhart Hauptmann und die Kritik" gemacht, aus dem hervorgeht, wie er zwar nicht imstande ist, Gespvoch^ies richtig wicderzugebcn, dafür aber eine höchst respektable Erfindungsgabe besitzt." Tas dürfte genügen. — Das Berliner Mommsen-Denkmal, das am Montag im Vorgarten der Universität enthüllt wurde, ist eine Sckovfung von Prof. Adolf Br ü tt in Weimar, dem holsteinischen Lands mann des Gelehrten. Brütt war aus dem engeren Wettbewerbe unter sieben Bildhauern als Sieger hernorgegangen. Ber- ä , pqo' Sr'j -Z) -c. * -2^ S - 5 Z z* -1 v~- gjs C>—- — , ? = c 7 , 6a: u er- u cj S*0« —- - u 2 ■-> ^3 3 tr Lx- 2 7-0 "** «Z- ** -T - 2 u ~ 2^- «J Ü ~ r-XC 7 ,r. M i A <. - " v*£l 5--2 »5 2^2 • D 7 $ Um. 56,^^ Erstes Blatt 159. Jahrgang Mittwoch 3. November 1909 Eichener AnzeigerW General-Anzeiger für Gberheffen MW Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Univ.-Vuch- und 5teiudruüerei H. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. !£^e;flenteVv Beck. St- ^1»a. O C - O|C£‘" jl -<3’ Aus Stadt und Land. Pilsen, 3. Woocnibtr 1909. Lt. .vubcrtue. In braunen und gelben Tönen leuchtet der Wald, langsam fallen bte Blatter von den Bäumen, Nebel loallen und graue Wolken dangen am Himmel. Aber die Jägerei ri lustig und frisch auf, mag auch die Natur zum Winterschlafe lid) rüsten. Tcr 3. November ist schon fett Jahrhunderten der Festtag der Jägerei, denn an diesem Tage ist daS Namens- feil des et. Hubertus, des Schutzpatrons der Jagd, der oben bei 3t, Petrus an der Himmelspforle fleht und dafür sorgt, daß jeder brave JögerSmann, ausgenommen die Sonntagsjäger, (Lmlab findet l»nd daS edle Waiowert tn den himmlischen Jagdgründen fortsetzen kann. Pfalzgraf HubertuS von Aquitamcn war selbst ein eifriger JägerSmann, der sogar an hohen Festtagen dem Burschen oblag unö manchem starken Keiler und stolzen Hirschen daS Lebenslicht auSblieS. Als er ernst am Charfreitag der Jagd oblag, erschien ihm in tiefer Waldeinsamkeit ein weißer Hirsch, zwischen dessen Geweih ein vom NimbuS umstrahltes goldenes Kreuz stand. Und HubertuS sank, wie vom Donner gerührt, auf die Äme, faltete die Hände und betete. Seitdem ging HubertuS, der bisher em ziemlich lockerer Zeisig gewesen, in sich, tat Buße und wurde em frommer Mann. Die Jäger haben ihn zu ihrem Schutzpatron erhoben schon im 10. Jahrhundert, denn auch als Bischof ist HubertuS irn Grunde seines Herzens der Jägerei hold geblieben. Zu Ehren des Heiligen sindet am 3. November, allem Brauche gemäß, die Hubertusjagd statt. Lchon im Mittel- alter ist der Tag festlich begangen worden — in Frankreich am Hofe des Königs und an den Sitzen des hohen Adels mit der Parforcejagd, die wir Deutsche in ihrer feineren Ausbildung mit der Mehrzahl ihrer Bezeichnungen von dort übernommen haben. Hinter der Meute her auf schnellem Nasse di>rch Wald und Flur, über Hecken und Gräben, über Stock und Stein den flinken Keiler, den Damhirsch, Rot- Hirsch ober Kurgel zu jagen, ist besonders seit dem 17. Jahrhundert stark in Mode gekommen. Den gut berittenen Rot- rdrfen ist die Parforcejagd eine Lust, aber die richtigen Grün- rocke stehen ihr kühl gegenüber, denn ihnen ist der Pürsch- gang die Krone der Jagerei. — Tage-ka len der für Mittwoch, 8. Nov. Stadt- t b e a t e r: .Narrenglanz". Anfang 7 Uhr. • • * LanbeSuniversität. Die philosophische Fa- kultckt der Lanbesuniversität (ließen hat Pros. Dr. Lud- tvh Weis in Darmstadt anläßlich seines 50jat)rigcn Dokwr- judiläums ihre G.ilcklvunsä)e missprechen und ihm „in An- erkermung seiner verdienstvollen, besonder.' dem Gebiete der Religwusphi.o ophie ge.riometen schriftstellerischen Tätigkeit" nach altem Brauche das Dottor-Diplom erneuert. Prof. Weis steht im 80. Lebensjahre. • • Orden Sangelegenheit. Ter Groß Herzog hat dem vormaligen Äroßh. RheinschiffahrtSbevollmachtigteu Geheimerat Frei Herrn v. Bi ege le den in Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Großherzog von Baben verliehenen Konimanbeurkreuzes 2. Klasse deS OrbcnS vom Zähringer Löwen erteilt. • • Lehrerpersonalien. Ucbertragen würbe bem Lehrer Phil. Bender zu Ctangenrob bie fünfte Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Grüuberg. • • Nicht bie Krone zum silbernen Kreuz, son- bem die zum Ritterkreuz erster Klasse deS Verdienst- ortens Philipps des Großmütigen erhielt Major z. D. v. Neufville, wie sich ber amtliche Teil beS Darmstädter Regierungsblattes berichtigt. • * 0 c f f c n 111 d) c Lesehalle. Jiii Oktober wurden •2277 Bände ausgcliehen. Tavon kommen auf: Erzählende Viieratur 1117, Zeitschriften 838, Iiigendschriften 260, Bers- bidmmflen und Ti amen öu, Lueraturgeiduchle 7, Länder- und xüirei'unbc 71, flullurflc|d)id)tc 27, Gefchickle und Biographien 111, Kunstgeschichte 40, 9laUirroificnfd)ai( und Technologie 115, S?eev- unb Seewesen 30, Haus- unb ^andwirischaft 17, Wefimb- hetb lehre 19, Religion^ und Philosophie 43, Staaiswissenschafi 9, ^prad)nnsseiijchau In, grembsprachtiche» 8 Bände. Nach ausiväriü kamen 78 Bände. '* Roheiten. In ber Nacht zum Montag ucrgnügtai sich vier Hinge 2dn?cib und S.'aitblungSflfhilfcn damit, in der Wetzsi.instrave an mehreren Häusern Fenstenckriben rinznschlagen. 3traianrräne wurden leider nickt gestellt, da Der Schaden gleich ersetzt wurde. 'laum hatte bao ocnieftcr benoraten, als es auch fduit voei Herren einer Derbindung für notig hielten, ihrem Ucbcrniul freien Lauf zu lassen und üt ber Nackt aus Dienstag 'n der Kaiser.Mler und in Der Ludwigstrafze je eine Straßen.- hrtcrKC ju zertrümmern Der auf diese Weise der Stadt zu- gefugte Schaden beträgt etwa 25 Mark. Em Schutzmann ermittelte langt war eine sitzende Statue auf einfachem Sockel ohne Nebenfigur unb als Kosten eine Summe bis zn 60000 Mark in Aus^ ficht genommen. Brüns Denkmal zript ben (Mehrten auf einem hoben Sessel, von einiacher Tvomi, mit einem langen, fließenden, bis au ben Füßm reichenden Mantel betteltet. Seine link Hand halt ein Buch, das auf seinem Sdwße ruht Er hat fick seitlich in ben Sessel zurückgesetzt und ticktet sein Auge in die Weite. Der ichlickte Sockel trägt nur den Namen Mommsen Das Werk har auf ber Westseite des Borgartens ter Universität vor dem Seitenbau seinen Platz erhalten. — Der l ctzte Nach komme Gutenbergs gestorben. 0>eneraI ber Artillerie von Molsberg, langjähriger Generalabintant .stdnigS start, ist in Stuttgart im Älter von 77 Jahren gestorben. Nack dem Tote feines Bruders in, Langenau bei Nackenheim war General von Molsberg nock der einzig lebende Nachkomme Gutenberg-. — Fünf Millionen zum Kampf gegen den ,L>akenn»urm" bat jetzt, wie mii 'Jtavnorf berichtet wird, Rvckefettor auSgeiriU Die Hakenwurm Tran fbeit ist ein erst Nr, lick entdecktes ^Leiten, das durch winzige Würmer berturgtruf- n Ickrb, die im Süden Amerikas durch die Poren ter nackten Füf» oder auch mit ter Nahrung in ben Mem'ditiikorver curbruignt imb Inin als Parasiten Müdigstil. Mattigkeit, Tiä.iteit imb mr der Jen Ar bei tsun fähig dnt l>ennrken. Man sickätzt tec Zahl ten an teere* MYanRrit Latenten ui den Südsruaten Amerikas auf mindestens urri Millionen. Ein besonderer Ausschuß ntvOntmidKi Okfrbrtrr und Aerzte bat die Berwaltung te> Rockeseller Fönte überm'mmni — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der Maler William Frith ,st am Ticn^tag m London ge ft or ben. William Frith, ter ein Altoi von 90 Jahren er reicht hat. mar einer ter beiben 3 dufter er te> englischen Volks bH.i'S Sein bcrturrc.inttnt. 'ihlb ber Ter bi» bar. bie och in ter Londom-r N- Nonalgolerie befindet Jin Alter v?:i 64 Ja türm st a i b m Wien ter Bass ui, Freiherr von Not« t ftii f j», ter mehr alS :v» Jahre der Diener £ ixt an gehörte. XV F Tjarks, Teilt»ber der Firma 5-dir 6 ber ti v u V ambribge sttfvnr ter UniDcrüiät, um das Studium Taüidm yt rorteni. .">000 Pfund 3 letun j, bic MM Snteuo^..:: verwendet nxTten sollen. bie Tütti. ite werten sich temnäcbft wegen ^arbbertMtegung »r ipcrickt m veranmwrken . oben. Fahrradmarder Am Montag abend hatte cm hiesiger Kaufmanns lehr luig auf dem Haupttvnanrt zu tun und fein rab ki' lange weine.' geschickte bat sich dieser Tage in einem benachbarten Ort ab gespielt. Zwei Schiveinebesitzer wollten wissen, iver von ihnen wohl das größte Sckvvein hätte. Um dies festzustellen, beschloß man, die Tiere zu nteffen. So betrat denn ter eine den Stal! des andern, um an dem ruhig daliegenden Borstentier die Messung iwrzunehmen. Sri es nun, daß das Schwein Derartige Mani pulat'onen nicht gewohnt war ober witterte es in dem auf ihm Sitzenden einen ehemaligen Kavalleristen, kurz entfcüloncn. das Borstenvieh sprang auf, und mit Dem Reiter auf dein Rücken ging es im Sangalop» ohne Sattel und Zaumzeug im Schweine' stall immer an ber Wand lang. Nach einigen Runden geruhte das sonderbare Pferd feinen Reiter in einer feuchten Ecke ab zmverfen. Mit Entsetzen Ixit ter Besitzer des Schtoeines diesen jeltsamen Ritt angesehen, aber noch entsetzter soll ter Gesichts-- auvhrucf des Reiters gewesen fein. Mit Strohwischen, die oft mals erneuert tverden mußten, wurden damr die Spuren des Rittes von den Kleidern des Reiters entfernt. •• In Amerika verstorbene Hessen. Tanzlehrer Gerhard Schneider, 76 Jahre alt, 0116 Kirtorf, in Rew- t)orf. — Johann B 0 llhardt, 87 Jahre alt, au3 Ober» Ramstadt, in PittSburg. — Joh. Friedr. Jung. 67 Jahre alt, anS Lichtenberg, in PittSburg. — Kath. Willer, geb. Krick, 66 Jahre alt, aus Lampertheim, in Chillicothe. — Joh. Luck Haupt, 70 Jahre alt, auB Lörzenbach, in Columbus. — Peter Gg. Schein, 80 Jahre alt, auB EbcrS- heim, in WaScoutba. — Joh. Martin Eifer, 78 Jahre alt, anB Bingenheim, in Limestone. Alsfeld, 2. Nov. Die hiesige Apotheke geht am 1. Januar 1910 in den Besitz des Apothekers Möller in Darmstadt über. Der Kaufpreis beträgt 250000 Mk.: der seitherige Besitzer, Apotheker Sander, batte n. d. Alsf. An-, die Apotheke im Jahre 1879 für 36 000 Mk. von seinen Eltern gekauft. ? Hungen, 2. Nov. Auf Dem gestrigen Sriämermartt hatte ein LerkaufSstand unter allen anderen eine besondere Anziehungskraft. Es handelte sick um die sogen. „Frankfurter Wunschrolle n", die für 10 Psg. bad Stück zu haben waren. In einer Kiste befand i’id) eine Unmenge tteiner Papier- röllchen. Deren innerer Aufdruck einen Gegenstand bezeichnete, den der Käufer Der „Wunschrolle" erhielt, nachdem er sie selbst gezogen und geöffnet Halle. Neben vielen Heinen, fast wenlosen Arttkeln befanden sich auch wieder Spiegel, Weckeruhren ufw als Lockmittel in dem Stand Daß cd nickis weniger als „Wunfch- rollen" waren, konnte man an ten enttäuschten Gesichtern ter «äufer sehen. Denn viele bauen sich einen oer recht begehrlich aus- iehonten (tegenfuinte gewünscht und erhielten bann ein jtelicbcn, einen Papieriädrer u. bergt, mehr. Trotztem wurde immer wieder dos Glück versudn und viele haben an diesem Stand 4—5 Mark gelassen uni> dafür Waren erhalten, die für sie keinen Wert batten und die sie sonst nie gekauft Höllen. Hätten diese Waren zum direkten Verkauf ausgelegen, so nxire sicher kaum ter vierte Teil Davon vertäu 1 ivorten, während durch teefe „Wunschrollen" alles Absatz sand, biü auf bie wertvolleren Gegenstände, die am Abend wieder sorgfältig emgepackt wurden, um anderwärts imeberum als Lockmittel zu dienen. P. Scklitz, 2. Nov Don Samstag bis Montag fand hier jum ersten Male, wie schon mitgctiilt wurde, eine Bezirks- ßeslügelid)an stall. Sie ivar über alles Erwarten gut beschickt. Bertteten waren ca. 180 Nummern aller Sorten Nutz- geflügel. lauten und Vögel, man konnte cnunter besonders fcköne Hähne und Hennen, iowie auch Gänse dewuntem Als Preisrichter iv-rfte Herr SäDler-'.'hebergemünben. Es erhielten für 'JiuBgeflügcl 'Bnnc der Landwirtsckafiskammer und Lbren- vrrise H. Reinhardt. Otto xöber. Ehr Vlum, Hemr Frick, Fvte Dv^ int, n.rail. Itzvrtz'fclie Burggüterverwallling. Jobs Sw.ruh, mehr Hell. Frau Forstmeister Rieger, sauulich e.us ^cktch, f.rner Lehrer Geißler, Förüer Maul Hartersbau en, I -'rieb vunbori und Fote. Sckaub Uellersbauien Ten Ehrenpreis hie beste Geiamüristung er hielt Heuir. 'Jlnnbarbi, bin Die Ausstellung imirb; von ca 1600 Personen besucht, so daß auch Der nnanvrik Erfolg für ten GeNiiieizuckisernn, ter erst l1 • 3obre besteht, gut sein Dürfte. Fau rdach b Nidda. 2 Noo An ter Ebauisee zwifchr, * 0,cr und Cberlcw wurden gestern ganze Sträuße ter herrlichsten 'ringsten 5rbb-Ttrn gev'lückt. Auch wurden noch maffcnh,tz Blüten gthmten. 1 B Darm stabt, 2 Nov. Gegen bie am 29. Oktotz^ vorgenommene La ter Vertreter ter Arbeitgeber unb Versicherten für bie Invalidenversicherung in ter tz Tannüabi wurde von einigen stronlenlaiien Befchwerbe dem Antrag auf Äa f f ier u ng ber Wahl beim Lanbes fickerungsamt emgerricht, da die vereinigte Onskranlenkafse ter Zahl ter Versickerten für die Jnvalidenveritckerung die santtzabl ter Mitglieder angegeten bat. Infolge dieses Urnfta balle diese Onskrankenkasfe 40U0 Mitglieder mehr ;u tertrid als wirklich in Betracht kommen, und nr batte aus diesem Gn 40 Stimmen mehr als ihr rechtmäßig zukommen = Erbach, 2. Nov. Tas 211 berf u 10f e • Tiufeu war in ben letzten Wochen in Reichelsheim, Michelstadt, Rohm und Höchst ausgestellt unb insgesamt von über 52uO Pec. ionen befudjl lReichelSheiM 1020, Ndchelstadt 609. König 1680 unb Höchst 1900. ES wurden 20 wissenschaftliche Borin g, über Tuberkulose :c. gehalten, bie allieitS wie bie 'JliiSftrlluoi baS größte Interesse erregten. Das Tuberkulose-Museum be. finbel sich nunmehr im KreiS Groß-Gerau. [[ TI ar bürg, 2. Nov. Anläßlich beS 70. GebucW» tagS deS jetzt in Eharlottenburg roohnenben, Umoeri läW» profesiors und langjährigen Direktors der diesigen chir»irg,jcke, Klinik, Geh. Med.-Rat Profesior Dr. Küster wurde beult nn Anschluß an einen Festakt in der Klinik eine Büste deS Gelehrten enthüllt. h. Frankfurt, 2. Nov Der Zimmermann Tte*r Jäger aus ter Rotbvfsttaße 3h. 8 Halle im September au» N v Frau und sein drrilähriges stind einen Ntorbversuck unternommgL indem er mehrere Sckuife auf sie abgab. Seit dieser Zeit bennNt er sich in UmersuchungShaft Als er beute früh tem UnterfudmaDW richter vvrgesuhrt wurde, stürzte er sich über daS Treppe», gelänber 15 Meter tief hinab. Er war auf ber Stelle tx. " ----- ---------------- ■ Friedberger Zchulhaussorgen. Wir erhalten aus Friebterg plgcnbe Zuschrift: Wer als Vater fdnilpfltdwiflrr Munter einen feinei ttemM Sprößlmge auf tem ersten Sckalgange begleitete, konnte sich inM ebenfalls ter Wehmut nicht verjckließen. Die natingnnaK twe kleinen ABE-Scküsen im beimteren Maße tefällt, wenn er erstenmal bie 5dmlraunte betritt. Wohl bat bie prjjcnb: MuUtr gar oft bri den so wüten Rangen mit fühlbarer etrenge ihre Erziehungspslickt walten müssen, um einigermaßen Zucht tech Ordnung in dos Kindergemüt ;u bringen E-r war aber »ch immer die Mut!er. deren zeitweise Strenge bei ter unendlicl» n, and üterürablniten Mutterliebe nicht io enwfunten wurde IN soll nun alles anders iverben. Zum erstenmal in seinem lunqe, Leben tritt die barte Pslichi, das strenge Muß an da» Uind ter«, nach all ten sonnigen Freihritstagen loahrlid) kein guter laid* Wehmut unb Trauer teshalb ivjbl bered tigt Wie wertvoll diese Schulpflicht für da.s spätere Vtjeit des lungen ErteubürgerS ist, kann das Klnderlövschen muütltdl nicht begreifen. Unb doch.' welche unendlich weise und .lugt Maßregel bat Allsorger Staat mit ter allgemeinen Schuitstlid» sowohl für den Emzelmemden, wie für die Gesamtheit unstr-» Vaterlandes geschaffen! Wenn Deutfcklland teutc in ter Weg voran ist, nicht zum geringsten Hellen unsere Schulen und gam besonders Misere Volks,chulcii ihr gehäufte» Maß Anteil an dies« fllomenten Verhältnissen, die ben Neid aller Mismärtigen Staete» so sehr erregen. Wir Itaben in Deutsdiland bie allgemein sdnilvflidrt D k bie Eltern aber bereu Stcllnertrcter sind verpflichtet, ihre Miitln ober ihre Pflegtefohlenen ach? Fahre an tem Unterridrt in earr VolkSf cl ule teil nehmen zu laifen Ick habe schon daraus lnngeiv'rien, daß von biriem allaarorr BilduNitSitante nicht nur brr Einzelmensch Vorteil hat. •i.Ncni auch bie Allgemeinheit au:- dieser Tatsacte großen, in nxihtidrnv lich ten größten Nutzen rieht Deshalb liebt bie Verttetung Per Allgemrininterristm, d h bie 5taal#renimmfl, auf tem Standpankl. daß and) die Allgemeinteit für Die M’ftrn uinsutonrnmi hat, ue dieses Mindestmaß an Wllse-n erlanim zu können Die Dolitii'df (Hemnnbe bat m*te ?nO.*rc miszill 'inmen '« die Sdmll^kale, über deren Beschaffenheit brimter. Beoingim.'e» r Bestimmungen ütxrflüiiig sein, denn loiter normalen V rbäll- nisseit ist dock wohl anjunebmen, daß eine CtenrfintenrnDalnnig für die ll.nter ter Gemrittde, Die doch bt? Zukunft repri । . vrtt* und bie Dem Herzen der itenu intenutahrter am itachürn ."lebe, überhaupt nur absolut einwandfreie Raume zur Verfügunjt ftriT • Khl heut o xwu baß für bie Schlafzimmer des Diensttersoaats ter mripri tenbr Luftraum vorhanden ist. Ja, ter WirlSbaii-besucher er rrut 'ich ber Del,örbluten Fürsorge unb Inn Lokal unrb beute n.-ufomei •»- nicrl, das nicht oie erforterliche Höhe, bas nicht gcinnöteitirt rinwandfre e '21 horte ufw, luichroeucn kann Oftmals imb aber bie Verhältnisse stärker als der Menidv»- nntle und da ist es doch recht gut, roenn Britimmungm Dorliffi, bie bas Minbestmaß an Fütforge vorickrecten Wenn in unserer Stabt die SckuUokale nickt st sind, wie sie eigentlich sein sollten, so sind Lier ganz besonders tut Verlxiltnll'e mit schuld, die einer grünteidien Regelmig bin« Frage bisher entgegenftnnten. Aber letzt mbt uicyt mehr 'ür Das neue Schuljahr muß mm beste ns rin Sckulfanl brickaf l wer bei und nächstes Jahr wirb ledensalls irtcter eine new Nlafk ge* bilbet n> rten müssen. Zu ben vielen sttotdehelfen. Dir iv:r uHt schon baten, kamen akw neue hinzu Wir dürfen dock auck bu Hoffnung hegen, daß mit ter F»'rttgstrllun,i des neuen BahndostD mehr Bahnpersonal berL'inmt unb Daß auch sonst uniert 2taM in ter Entwickelung nicht Heben bleibt Also fleht in fast Ucker« Aussicht: eine nrilerr Steigerung ter Jatl ickulvslickciger flutxt. Damit aber auch zugleich bie Notwendigkeit der flef d)af» f u n g neuer S ck u 1 r ä u m l i ck kr i t en. Ta sei zunächst einmal feitqcftrlU, w-.e denn bic Verhält»äst beute bri uns hegen. Unsere Stadt bat im Jahre 1878 ein neue- S hrtlbaus gebaut, bas für Damalige Scrbäitnifrc als Mustrrbau galt. dieser Zeit sind für Die Volksschule krin- neue Mume nute fr- schassen worben, trotzdem unsere Stabt damals etwa 500<)Cü> wohn er halle unb heute find es 8000 Einwohner Tamals gmgni 500 Hinter nt bie Volksschule unb heute sinb es 1020. Xie ZaA bat sich also verdoppelt. Unb seit birrer Zeit find für bic Volksschule fcii< neuen Räume g e f di a f f e n ? Ja, wo sinb denn btrie Ämter alle u nt er gebracht ? Tic Am- wort muß faulen — un Notbehelf So tol! es klingt, ist <1 aber t-llsäck lick nickt anterJ lieber ba- Wie rrill ick kurz ! rridjUH In tem tirum Schulgeb-äute waren bemal«- natürlich Sm' u* Zeickn niäle rovgefehen. Die aber schon »ehr lau.x als Ülristw zimmer b-nunt .verteil und heute wird riebt in ben H lassen zimmern gegeben 3n tem iagt nanntni TwVw» baetlichen Haufe imri/crr T>r« ktorwohiu.n.r imb ctenfalB hm Sckulzimmer eingerichf: unb |r nne ülaise befindet sich vxx r*i • Tie für Ostern zu emdxntbe iitTic fllaffc toirb in tem Bau tem Hoif tal untergebradu, io haft unsere Volks schule nick' her in ver schiebe neu Gebäuben , teilweise r ä lick weit voneinander getrennt, untcint brachl d Am bie Beschaf'endrit ber etnulnm Schulziunner will ick zuastM nicht nn? ter < > muß aber fl.iagt wCTten, daß von f.nuwnDfmflU i-oricbriftine.Eigen Zuständen nick: btt Rede sein fimt ovgtn d e iveikere Benutzung ter lurnbalif in der Vollst ' nile^ hat das Lroi-s^niunDte tsimt Einspruch erhoben Taß :■» so nickt rociur gehen kann, fcebari nach ben hier «sr kur» bargde^trn, tatsöckluckeu Berhältnllsen irofal ttntm emu Be- nünbung. ,‘v. r unsere Stadtverwaltung tritt nun die Frage xxa wa» hier gqdeben soll, lic Beschasiung lorutrcr Nvtteteiu « Kohlenkasten modernes Lichtbild-Theater grösste Auswahl aparter Neuheiten. Petroleum-Oefen, Koiileniuller, Ofenvorsetzer a’/ii empfiehlt 3S hau eines Bol tsschu l g e b äudes näher zu treten, "iitürlid) kostet ein neues Schulhaus viel Geld und in Anbetracht ter unnünftigen Wirtschaftslage muß eine Stadtverwaltung mit neuen Ausgaben doppelt vorsichtig fein. Das verkenne ich natür- li(h ebensowenig wie die übrigen Mitglieder unserer städtischen Verwaltung. Und wenn in den letzten Monaten der Rns nach üt>arsamkeit in deutschen Landen öfter und dringender wie je jungen ist, so bin ich der letzte, der die Berechtigung dieses .erlangens nicht anerkennt. Aber es gibt bekanntlich auch eine Sparsamkeit, die schlimmster Verschwendung gleich zu achten ist. II nd ich spreche es offen hier aus: Ein Fortwursteln durch Bereitstellung weiterer Notbehelfe i)Lre die kostspieligste Lösung unserer Schulhausfrage. Wer die 1 ter ja nur kurz angedeuteten Mis,stände und Mängel in den dien Schulhäusern usw. vorurteilsfrei würdigt, mus; zu dem Zhlutz kommen, das; auch die Bereitstellung des alten Augusttner- jLulgebäudes für unsere Volksschule keine einwandfreie Lösung ter Schulhausfragc herbeiführen würde. Im Eingang meiner Aussührungen habe ich darauf hin- grwiesen, daß bei uns die Schulpflicht besteht. Dürfen da die Eltern nicht auch das Verlangen stellen, das; unsere Kinder benn ober auch in Räumen untergebracht werden, die eine Lchteitigung der Gesundheit ausschließen! Ganz zu schweigen von den Forderungen einer neuen Zeit, die der Volksichule viel weiter gesteckte Ziele zuweist. Vor acht Jahren hat umere L'adt der Augustinerschule ein neues Gebäude zur Verfügung q 'stellt, das als Musterschulhaus nicht nur allen praktisch und g-sundheitlichen Anforderungen Genüge leistet, sondern auch künst- ftriidicn Forderungen gerecht wird: unser altehrwürdiges evan^ zclisches Gotteshaus hat an die Opferwilligkeit der Gemeinde gwße Ansprüche gestellt: echter, edeler BürgMinn hat sich in unserer Stadt mit der Errichtung des Voltsbades ein Denkmal gesetzt, das weit über die Grenzen unseres engerear Vaterlandes hie Ächtung aller Menschenfreunde heischt. Auf diese drei Statten iw Bildung, des religiösen Kultes und der Ge,undheitspflege Hit unsere Stadt ein Recht, stolz zu sein. x Darf da die politische Gemeiirde bei der Enullung ihrer Pflichten rein geldlichen Bedenken allzu sehr nachgeben? Unsere Volksschule hat für die Allgemeinheit die allergrotztc Bedeutung. Sollten da die Opfer nicht frtitbigen merzens gebrachr werden, die für die Schule gebracht werden müssen! Sollten wir über Haupt nicht mehr X)er$ und Gemüt mitreden lassen, wenn s für unsere Kinder gilt! Ist eine gute Schulbildung nicht das roen vollste, das beste und gar oftmals das Einzige, was dem hingen Erdcnpilger mit auf den Lebensweg gegeben werden kann!^Man komme nicht mit dem Einwand, das; auch in den jetzigen Schul räumen den Kindern all das ebensogut gegeben werden könnte. Unsere Lehrerschalt ist gefeit gegen den Vorwurf, daß in uni er. i Volksschule nicht das Möglichste erreicht würde. Wenn wir aber verlangen, daß Lehrer und Schüler ihr Bestes her geben zur Er fielung der hohen Aufgabe der Volksschule, dann dürfen , auch Lehrer und Schüler verlangen, daß die äußeren Verhältnisse zu diesem Stteben ermuntern, daß Lust und Liebe dorten l>crrfckft. wo Lust und Liebe so sehr notwendig Ich habe schon angeführt, daß über 30 Jahren nichts, wenigstens ist. Haben sich aber in diesen 30 sind. für unsere Volksschule leit nichts Sichtbares geschehen Jahren unsere allgemeinen geändert? Der Beruf des kirchliche Nachrichten. Evallgettfche Gemeinde. Donnerstag den 4. Novbr., abends 8 Uhr, im Matthäussaal: B i b e l |'t u n d e. (Bilder ans dem Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. Märkte. ke. Frankfurt a. M. Schweinemarktberichfrvom 3. Nov. Ausgetrieben waren 1476 Schweine. Boll fleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgeivicht 00 — 00 9)1 L, Schlachtgewicht 00 — 00 Mk. Bollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 00-00 Mk., Schlachtgewicht uO-uO Mk. Vollfleifchige Schweine über 2‘/2 Zentner Lebendgewicht 60—62 9)1 L,. Schlachtgewicht 77—78 9)lf. Act(- schweine über 3 Zentner Lebendgewicht 60—62 9)lk., Schlachtgewicht 77 — 79 9)lk. Fleischige Schweine Lebendgewicht 60—61 Mk., Schlachtgewicht 76-77 Mk. Sauen Lebendgewicht 54—09 Mk., Schlachtgewicht 09—00 Mk. Tendenz gut, Ueberstand unbedeutend. Handel. G l e i w i tz, 2. Nov. In der heutigen Generalversammlung der O b e r s ch l e s i s ch e n S t a h l w e r k s g e s e l l s ch n i t wurden die neuen Beiträge durchberaten und unterzeichnet, durch welche die Oberschlesische Stahlwerksgesellschait bis zum 31. März 1912 verlängert ist. Tie Erneuerung derSderschlesischen Stahlwerks- gesellfchait steht einer Verständigung mit der Vereinigten Kömgs- und Laurahülle nach keiner Richtung hin entgegen. Bortiussichtlichc Witterung für.Vesten am Donnerstag dem 4. November: Vorwiegend trocken, trüb und mild. Verhältnisse nicht von Grund aus Lehrers ist einer der denkbar schwersten und nur derjenige, der mit Leib und Seele, aber auch freudigen Sinnes in die Schule Heute Programmwechsel. Der Schneemann, Drama. Bobs Rache, humoristisch. Johann der Schuster, Märchen. Eine tolle Nacht, humriW. Arabische Pilgerfahrt, Naturaufnahme. Pflichtvergessene Mutter. Der Maulheld, humoristlsch. Leichtes Einkommen, humoristisch. Aenderungen vorbehalten. Well Mitlmch lllld &ml)cuii ProglMmeM. LuftscWahrt. Eine neue deutsche Flugmafchine. Köln, 2. Nov. Leutnant Coler vom 65. Jnfantcrie-- Regimrnt hat eine Flugmaschinc, einen Eindecker, zui'amm::t> geftefit, die schon ilyre Probe bestanden HM. Eoler hat vor einer heilten Gruppe von Kameraden einen erpen Flugveriuch unter- nominell, der vollständig glückte. Er tonnte sich mit ,emer Maichmc bis zu 14 Meter erheben und blieb 4 Minuten tu der Lust. Er wurde nur durch einen Motordefekt zur Landung gelungen. Nrchtubung der Luftschiffe. Parseval 3 hat sich an der Nachtübung der drei anderen Lenkballons nicht beteiligt. Ueber die Fahrt dieser drei Luftschiffe liegen bis jetzt nur unvollkommene Nacl>richten vor, aus denen zu ersehen ist, daß die Luftkreuzer in der Richtung nach Koblenz gefahren sind. In Königswinter wurde M. 2 um 12 30, P. 3 um 12.37 und Z. 2 1.15 gesichtet. Köln, 3. Nov. M. 2 ist um 8 Uhr, P. 2 um 8.1o vor der Halle gelandet. Z. 2 ist irod) unterwegs. Kleine Mitteilungen. Petersburg, 3. 9Lov Jrn Gouvernemimt Radom, un= weit Swoljany, landete das deutsche Luftschiff D r e s d e n mit 5 Lustschiiferu. — In Odessa unternahm der Wifiaal, echensnnmh «”$urn >Ae Wafft tmtnrn. &n den übrigen notwendigen Reden, SÄ bei bar torfie^enben Berhält. ifen jeder denkende Mensch fragen, warum nicht fdpn län^t • u eine gründliche Aendernng buigcarbcib‘1 wurde.. ^^r,E) ic r i-ben tatsächlich die Verhältnisse diese allerdings letzt unhalt rcen Zustände mitschassen Helsen. Als im >>«hre 1901 die ncii^ u-msttn er schule eröffnet und das alte Gebäude frei wu^e, galt als selbstverständlich, daß dieses für die Volksichule bereit ge- i Ht- n würde. Tann kam die G e w e r b e a k a demie uefe Raume. Unter der Leitung des früheren Tirektors -Schmidt nrrde stets von einem Neubau gesprockien und allgemein war i' eAnnahme, daß die jetziger Räume -urr der Uebergang sur , n nicht allzu fernes, neues Akademie-tfKbäude frren. , ^un inrb schon 8 Jahre verflossen und das Prvviiormm besteht immer vch. Es ist auch beute wohl niemand in der Lage, angeben zu linnen, wann die Zeit kommt sür das De^urMiS gr.oßerer neuer äumlichkeiten. Tie allgemeine wittichastliche ^ise hat ganz sonders ungünstig auf den Besuch derartiger Lehranstalten ein- -nrirft und ist der Besuch nicht nur bei uns, wndern m allen l.chnisctzen Anstalten zurückgegangen .Laß dfr ge,amte stadtstche ! erwaltung unserer Akademie freundlich gegenubersteht, darl wohl Ivliauptet werden Finden doch alle Forderungen für die Akademie 1,-tS die einstimmige Genehmigung der ^adtvervrdnetenveriam-n- li ng Es darf w«ohl angenommen werden, datz eben v einstimmig ."e Mittel für ein neues AkademiEebäude bewilligt^.werden, uenn das Bedürfnis fick einstellen wllte. ^aß aber bis dahrn noch Jahre ins Land gehen können, tarn wohl, ohne allzu gn>ße Scknvarzseherei, angenommen werden. Ich glaube aber naa)ge= lind en zu chiben, daß die Beschaffung ordinrngsinatziger ^ckml- uimne für unsere Volksschule nicht länger hinausgezogen werden i^nn, so daß wir im Grund genommen auf das tyreiroerben die,er S läumc nicht warten können. . . Trotzdem will ich hier einmal daraus emgehen und annehmen, o irch einen Neubau würde die jetzige Gewerbeakademie in einigen .ihren frei. Wie steht es aber bann? Selbstverständlich kann jr von einer einwandfreien Lösung der Schulhaussragi> I i»sprochen werden, da wohl kein einziges, für die städtische Ver- l nnltimg verantwortliches Mitglied diese schon viel zu lange -uihrenden Rotbehelfe weilerhin besürworten wird. Das alte Realschulgebäude hat jetzt sieben einwandfreie^chul-- i(j!e. Davon würde ein großer Sacfl als Tingsaal in Betrackst foinmen, und ein weiterer großer Saal könnte geteilt werden. Oa ein Zeichen- und Phhsiksaal notwendig ist, bleiben füns eäte nir Schnlzimmer. Damit könnte aber das jetzt schon vorhandene Bedürfnis nicht befriedigt werden, ganz zu schweigen von dem Fehlen einer Turnhalle. Dann sind aber die beiden Schulsale im Erdgeschoß des alten Schulhauses keineswegs einwandfrei; gmnz besonders an trüben Derbst- und Wintertagen ist die Be- i 'ichtung in diesen Räumen sehr mangelhaft und es ist gar nichts Seltenes, daß bis morgens um 10 Uhr Licht gebrannt werden ii*iifr. Wie schlimm es aber für die Augen der tfinber und der Mehrer ist, im Zwielicht zu lesen oder zu schreiben, ist bekannt. Tiefe Schulsäle können deshalb als einwandfrei ebensalls nicht Meidjnct werden. Aber noch etwas kommt hinzu. Die gesetz- dien Bestimmungen verlangen, daß bei der Schule ein Spiel- olaR liegt, der im Mindestmaß 3 qm, auf jedes Kind gerechnet, oben soll. Unsere Schulhöfe haben aber nur einen Flachengehalt etwa 1300 qm und da wir jetzt schon 1020 Kinder in der , lüfte haben, wäre der Spielplatz viel zu klein. Ohne Ueber- u Übung darf also ivvhl behauptet werden, daß selbst bei Ueber» ' Jiung der Räume der jetzigen Gewerbeakademie die Schulhaus- -i oge keineswegs einwandfrei gelöst werden fönnte. Dann bleibt aber gar nichts anderes übrig, als dem Neu- xtit nur unserer Stadt unwürdig, sondern auch mit oerMtrrks-- röftoi wrfnüw't. Tm-l W-ü roub all» mdn langen zu können. _ t insbesondere avjjubw ' bafsenheit frsondere ’SeiW ■ \>tx sind Eigentlich sollten baq benn unter normalen w» jt daß eine GenkeuwevcwM ie doch die Zukunft repr.iM intemitglieber am "*n freie Räume -r Behörden geht ” Dienstpersonals der enbimM her Lirtshausbesulher erimJi fein Lokal nfirö heule neubM che M das nicht ge,m^ Weisen kann. AE ** Ms em tfallö Wieder 'iftn, Die ro;I t -n vielen doch oM hinzu. D'.r ÄMz-L,- igtwcndiglk" K^ebenndst^ Plockstratze 12 Plockstraße 12 WM .ia-st iverd^ iclI1 ^?der ^urn^ben. J Msk-d im Virchon^Krankenhauie, während ein Ingenieur und ein Dau- an rtfläger \Ch ro er e Verletzungen erlitten. Ein Öeizer erlitt leichtere Brandwunden Eine zweite Gaserplmu>n entstand in Berlin daourch, daß eine Frau beim Ab ne hm en der Gaskrone in der Wohnung, aus der sie auszog, die Leitung nicht verschloß. Der Verwalter des Dauses erlitt, als er abenö'-’ mit einem Streichholz in das Zimmer trat, bei der Explosion, durck) die Fenster zertrümmert und ein Teil der Decke l/cruntcrgeriffen wurde, schwere Brandwunden. * Tie Kunst der Straße pflegt noch immer vor den Lichtmasten und den Eisenstangen bet Straßenbahnen ängstlich .\>alt zu machen und deren Auswahl aus dem Musterbud) der Hüttenwerke irgend einer von ästhetischen Gesühlen unberührten 3le(lc zu überlassen. Bremen ist wohl die erste deutsche Stadt, die diesem stiefmütterlich behandelten Gebiete ernsthafte Beachtung hat angedeiheu lassen, indem sie dem Direktor ihres stunslgewerbe- mufeums, Pros. E. Äögg, den Auftrag erteilte, für die Beleuchtungsanlagen des Bahnhofplatzes und der anschließenden Straßen Masten in modernem materialgerechtem Sinne zu cntioerkn. Diese Neuanlage zeigt, welck-e Bereick)erung unseres Sttaßenbildes aus dem anscheinend so spröden unb unergiebigen nottvendigen liebel erstehen kann, wenn die alte gedankenlose Akanthusschnörlelci Der- lassen wird und sachliche, aus Material und Konstruktion abgeleitete künstlerische Formen gesucht werden. Uedrigens hat auch Berlin neuerdings Wert darauf gelegt, die Lichtmasten an den großen Plätzen künstlerisch auszugestalten, und die A. E. G. sorgte burch Peter Behrens für Bogenlampen, die sich in ihrer knappen Sachlichkeit und ftrengen Formgebung den neuen Licht- in asten gut anpassen. Es gibt aber noch viele andere „Ausstattungsstücke unserer Straßen^, die eine Reform verdienen, so B. Müllpfosten, Gehäuse für elektrische Leitungssckstüter, Fern- lorechdrahwerteiler, Bedürfnisanstalten, Zeitungskioske usw. ifürz- lid) wurde beispielsweise in einem Berliner Vorort ein Fernspreck^ drahtverteiler in einer Form hergestellt, von der das „ZenttaD blatt der Bauverwaltung" mit Recht sagt, daß er an das bekannte Knusperhäusckien erinnere. Und diese falsche Poesie wird mit der billigsten Jndnstrieware hervorgebracht. Er ist aus Blech hergestellt, .zeigt gevreßte Dachziegel und entsprechende Zierbeschläge der Türen. Auch Sttaßenfcknlderpsosten, Straßenschilder selbst, Laterneiipsähle und vieles andere könnten eine künstlerische Durcharbeitung, eine knappere Form recht gut vertragen. „Lange Jahre litt ich an einem hartnäckigen Hautausschlag im Gesicht. Diel, sehr viel habe ich erfolglos versucht. Ich probierte Zucker s Patent Medizinal Leise. Plötzlich besserte es sich von Tag zu Tag. Nahm nur zum Waschen Zuckcr'S Patcnt- Mcdizinal-Leise u. hatte arofr- artigcn Erfolg. M. 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Wohl hat die |orgenbc Av 9en mit fühlbarer Strenge J n/.um einigermaßen Zucht: bringen. Es mar aber doch jro .rcnge bei der unenblichen, 6 10 empfunden wurde i 1 öum erstenmal in seinem jn« 1 fuenge Msj an das Rud ha, lagen wahrlich kein guter k wohl berechtigt, teiliebt für das spätere £u ann das Kinderköpschen natii vrlche unendlich weise unb h mit der allgemeinen Lchuwi , wie sur die Gesamtheit ufr 1 Deutschland heute in der 2 . haben unsere Schulen unb« it gehäuftes Maß Anteil an da ■n jitib aller auÄmckigen die allgemeine Schulpflicht^ rcter sftid verpflichtet, ihre fr sahre an t>em llnteaidjt in a feien, daß von diesem afiger inzelmensch Vorteil hat, st ■ Tatsache großen, ja wahw deshalb steht die Vertretet tsregierung, auf dem Stanlrl 1 ?ic stosten nufiutonnnen he: . geht, kann den Pflichten gerecht werden, die an das Lehramt geteilt werden. Wer sich aber mit den Zuständen unserer Seite schulräume beschäftigt hat, wird zugeben müssen, daß selbst die idealste Auffassung von den hoben Aufgaben des Lehranttes Lust und Liebe oftmals nicht aufkonimen lassen können. Unserer städtischen Verwaltung find mandyerlei neue Aufgaben gestellt. Tie Lösung der Schulhausfrage halte ich für die bei weitem wichtigste und notwendigste. Bei dem ganz natürlichen Interesse, das unsere gesamte Bevölkerung an der Volksschule nimmt, glaubte ich diesen Interessen am besten dienen zu können, wenn weiteren Kreisen diese Ausführungen unterbreitet wurden In einem weiteren Aufsatz soll über die Verwendung der alten Schulräume und die Kosten eines Neubaues einiges gesagt merbcu. Georg Steinhäuser, Stadtverordneter. Landwirtschaft. **^Vortragskursus für praktische Landwirte. Nachdem die von der Landlvirtschastskammer seit Jahren ab gehaltenen Vortragskurse für praktische Landwirte lebhaften Beifall gefunden haben und sich eines von Jahr zu Jahr steigenden Besuckrs zu erfreuen hatten, sollen sie jedes Jahr abgehalteii werden. Im lausenden Geschäsisjahr kommt Rheinheisen an die Reihe und zwar wird der Sturm-? in der Zeit vom 4.-7. Januar 1910 in Mainz stattfinden. Für bio Vorträge bemüht sich bie Landwirtschaftskammer, hervorragenbe Fachmänner als Rere- renten zu gewinnen und steift zurzeit in Verhandlung mit denselben. Da der Weinbau in Rheinhessen eine große Rolle spielt, sind zivei Vorträge aus diesem Gebiete vorgesehen. In AnsNcht genommen sind ferner Vorträge ans dem Gebiete der Pflanzen- züchlnng, der Betriebslehre, der Tüngerlehre, der Buchführung, der Schweinezucht ufm. Tie speziellere Bezeichnung der ^hernatas wird später mitgeteilt._________________ Gerichtssaal. Freiburg, 2. Nov. Weil sie zum Verwässern der M i l ch Wasser aus der Kanalisationsanlage entnommen hatte, wurde hier eine 9)rilchhändlerm zu drei Monaten Gesäng- n i s und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. üüki-trMint Möbl Zimmer | Preisen. h Mkaota Donnerstag, 4. November, abend? m Udr (4762 Eintritt frei. 4042 vermieten. 15365 bei Der Vorstand. vJVql Karl (Eichmann, 6063! Metzelsuppe 4 Zimmer Die besten Schuhmarken Hitkl Jnileriog Mk. 14.50. 16.50, 18.—, nincna Allein-Verkauf: x fvfort zu verm Ift’rt Äanf Gesuche __J Äi ver mieten Wietgelttche Nktten-Gesnchk levschiedelieL r>r v- '> .MM*. (Offene S'trlliyi 0K)88; Schöne 3-Z.-W. an ruhige Leute zu vermiet. 1'indenvlatz 3. fom- 16OGO fnRd«»Hen LViirSiVtj Tische, Stähle Kächenscbränke Kleiderschränke Wascbscbränke Kommoden, Sofas Betten und getragene Kleider Hers : : : : Beachten Sie meine : : : : Tanz- u. Hausscnuh - Ausstellung. 5*. Roieoboum * Tsacob, Neusiadt 70 2 Stallungen mit Bodenräumen atsbalb zu Gelegenheitskauf. 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