»UKinoein । ^rtM5beliiraBLl^>7 r(H ft L le [S it Ö r n n 9 Cf’ :n It ie, «0 it n> m it ti ie» irn 8ZÄ Cafs Leib) :: Ttlerbos- ei 21 Marz 1909: Erstellung, togramm muß man ie6en 1 vorzügliche Tümies-Aomik tcrnber Lacheriolg!! viel der preisgekrönten 2L-' $ A, Nacktänzerin. renz. in welcher Olga W> eie errang, lich im «olofleum zu had Iten Köln. VurleSken^tM!" ■Bree/M roai in diesem Ga« M ttt der hier io :itSt «‘lct,le omeÄsM/Wchca tarnet ^un”' Mm s-WW! HW HZL WM .M W ' s§8®r- aeitfftnti"15•-: will.zuinbaloige PravcS- «p «UMftJ n.2anbei.yc;rJ Nr. 70 Zweites Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 24. März 1909 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Oberhejjen Rotationsdruck und Verlag der Brühlfcheu UmversuätS - Buch- und Stetndruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* straße 7. Expeditton und Verlag: bl. Redaktion:^^I12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Die „Olehener ZamNienblätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatl für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Ltlmmungsbild aus dem preutz. Abgeordnetenhaus , r _ Berlin, 23. März. Noch cmmal ergoß sich am Dienstag ein Sturzbach lokaler «MeOafrnnrtnffte über das hohe Haus und das Haupt des Ministers. Der Wichte sich vor den energischen Forderungen der Volksvertreter schließlich nicht anders zu reilen und zu bergen, als in dem er die summarische Erklärung abgab, die alle seine ^^üänger für solche Fälle in Bereitschaft litten und die auch seinen Nachfolgern noch gute Dienste leisten wird, die stereotype Regierungserklärung auf alle Eisenbahnwünsche imb bei feder Sekundarvorlage: Alle Anregungen und Anträge werden wohlwollend geprüft werden. Das Haus wars zufrieden, imd es hatte selbstverständlich auch nichts dawider, daß Herr v. Breiten- bach angesichts der Unwahrscheinlichkeit der rechtzeitigen Verabschiedung des Etats für sich das Recht beanspruchte, alle notwendigen und zweckmäßigen Ausgaben für sein Ressort vorzunehmen. Nach etwa zweistündiger Debatte war der Bahnetat rm -Hafen, und nun erwartete man eine etwas temperamentvollere Aussprache: Wahlprüs ungen hatte das .Haus zu erledigen und darunter war die vielerörterte Wahl des Abg. Reinbacher in Schöneberg-Rixdorf. Aber es kam wieder einmal anders: Nur bei der Wahl des Nationalliberalen Fürbringer gab es so etfoaS tote eine Debatte — alle anderen Wahlpttifnngen, auch der Rixdorfer Handel, wurden sang- und klanglos den Kommissions Vorschlägen gemäß erledigt, ebenso in erster und teilweise gleich in erster und zweiter Lesung eine Reihe kleinerer Vorlagen. Ein halbes Schock unbettächtlicher Petitionen, die fast sämtlich in den Papierkorb wanderten, war in zehn Minuten abgetan, und nach nur dreistündiger Sitzung vertagte sich das Haus auf Freitag. hessische Zweite Kammer. Darmstadt, 23. Mürz. Asti Regierungstische: Staatsminister Ewald, Finauzminister Gnauth, Geheimerat Frhr. v. Biegeleben und mehrere Ministerialräte. In der um IO1/* Uhr eröffneten Sitzung erklärt Abg. Noack bot Eintritt in die Tagesordnung, daß er zwar vom Abg. Best als Sachverständiger über die verschiedenen Abstriche bei den neuen Bauten befragt worden fei, daß er aber die beantragten Abstriche für viel zu weitgehend halte. Darauf setzt das Haus die Etatsberatung bei Kap. 140, Zentralb auwesen fort. Ziffer 3 betrifft die Errichtung einer Dammwärterwohnung in Hamm, wofür 15920 Mark verlangt werden. Abg. Best beantragt, für diesen Bau nur 8000 Mark zu bewilligen; die Regierung möge ein billigeres Baugelände suchen. Geheimerat Frhr. v. Biegeleben erklärt sich gegen den Mittag Best,der völlig haltlos und unbegründet sei. (Sine Dammwärter ivohnung in Konradsdorf sei allerdings für 8000 Mark herzustelleu, auch in Hamm, aber diesen Betrag erfordere das Wohngebäude allein, während für die Nebenräume und das Stallgebäude der Rest der angeforderten Summe nötig sei. Ohne eine völlige Aenderung des Bauprogramms, die er keinesfalls empfehlen könne, sei der Bau nicht billiger auszuführen, der übrigens nicht teurer sei, als Ausstellungshäuser und noch mehr Räume enthalte. -Tie Beibehaltung des jetzigen Bauplatzes sei im dienstlichen Interesse notwendig, denn der Dammwärter müsse auf dem Damm wohnen, damit er auch den Sttom übersehen könne. Abg. Noack bemerkt, es sei erklärlich, wenn man sich durch die Häuser auf der Ausstellung beirren lasse. Ihm sei versichert worden, daß das von Prof. Walbe aufgeführte Zweitvohnungs- prus nicht 7200 Mark, sondern in Wirklichkeit 10 000 Mark gekostet habe. iRufe: Hort!) Finanzminister Gnanth erklärt: Seit der Landesausstellung habe er die Bauabteilung sozusagen in eine Zwickmühle ge- noulmen, um zu veranlassen, daß die Staatsbauten ebenso billig ausgeführt werden sollten. Er habe aber nur eine einzige Abrechnung von den dortigen Musterhäusern erhalten können und zwar vom Hause des Prof. Wienkoop, das sei dock sclwn ein „mildernder Ümftanb" für die Bauabteilung. Die höhere Summe für die Dcrmmwärterwohuung sei durch die Errichtung derselben auf dem Tamm bedingt, was iwtwenbigcr sei, als weitn vielleicht ein Pfarrhaus neben der Kirche errichtet werde. Abg. Noack bringt nun einen Vermittelungsantrag ein, an ber Summe von 15 92Q Mark 10 00 Mark z u streichen. Dieser Antrag wird schließlich unter Ablehnung des Antrags Best angenommen. Ohne Debatte werden darauf 1520 Mark als Nachforderung für den Neubau des Steuerkoistmissariatsgebäudes zu Heppenheim, 800 Mark als Entschädigung für eine Brandmauer an der Militär- kommandokaserne in Mainz und 26 000. Mark für die Verlängerung des Leitdammes am Flußhafen zu Gernsheim bewilligt. Zur '.Beratung kommt nun das Projekt der Regierung bett. Erhöhung und Verstärkung der Landdämme am Rhein, wofür als erste Rate 346 775 Mark verlangt werden. Abg. Er k ersucht um Zurückstellung des ganzen Projekts. Abg Tr Winkler- Oppenheim stellt zunächst den Anttag, die hier angeforderte Summe abzusetzen und die Regierung zu ersuchen, eine besondere Vorlage über das ganze Projekt dem Haust vorzulegen Der Redner begründet seinen Antrag ausführlich intb kritisiert eingehend die von der Regierung herausgegebene Denkschrift. Er gibt zuerst einen geschichtlichen Rückblick und schildert den Gang der bisher stattgehabten Verhandlungen über die Frage der Dammbauten. Die Denkschrift unter,cfaidet Zivilehen unbedingt notwenbigen" und nur „notwendigen" Dammbauten, einem Unterschiede, dem er, Redner, nicht zustimmen könne. Er sei kein prinzipieller Gegner non Damm bauten überhaupt, aber er müsse erst von der Notwendigkeit derselben überzeugt sein, Vm vorliegenden Falle habe er viele Bedenken, denn bte Folge der neuen Tammbauten würbe eine Ruckstanung der Waiiermapen und ein erhöhter Druck sein. Tie heutigen Zustande seien durch die Hafenbauten von Worms und Alain; verursacht. Die Vorlage der Regierung sei nur Stückwerk, und darum wünsche er eine neue besondere Vorlage, die in der Kammer grundlich durch- Icraten werden müsse. Man dürfe die Kammer nicht atemte automatische Bewilligungsmaschine betrachten, die ganze Sache müsse von der Volksvertretung gründlich studiert werden. Es handle sich eigentlich hier nm eine Reichsange leg en hort: daß man die große Kostenforderung einfach in den Etat einstelle, fer ein ganz neues Verfahren, das er nicht billi^n könne. -Leun das 5wchs1ntpwfil bei Oppenheim vorbereitet .werden 'olle zu Gunsten der Schiffahrt, dann müßten auch biejemgen 5iir Besttettung derselben herangezogen werden, die den Vorteil davon bauen, neoner weist bann auf die Einwendungen der Gemeinden Oppenlstim, Guntersblum, Dienheim und Ludwigshöhe hin und er Läutert dieselben an der Hand großer Karten- und Geländeskizzen. Abg. Reinhart erklärt sich im Gegensatz zum Vorredner mit der Regierungsforderung einverstanden und Werst daraus hm, das. dieselbe, im Finanzausschuß eine gründliche Behandlung erfahren habe. Es stehe für die nächste Zeit wahrscheinlich eine nasse Periode bevor und wer heute gegen bic Vorlage stimme, übernehme eine große Verantwortung im Falle bey Eintritts einer Katastrophe. Deshalb dürfe auch keine Verschiebung der Sache ein treten. Er erinnere daran, daß durch die Katastrophe im Jahre 1882/83 ein Schaden von 4 Millionen Mark ent- ^standest fei. £ic jetzigen Vorschläge Ijättcu längst zur Ausführung kommen müssen. Wenn der von Tr. Winkler Vertretene Standpunkt der genannten Gemeinden allgemein vertreten wurde, wäre eine Dammvorlage ümrhaupt nicht möglich: das „Oppenheimer Wäldchen" scheine hier eine Hauptrolle zu spielen. Die Vorlage sei von der Regierung nach reiflicher Erwägung und nach Anhörung ber Reichsregierung eingebracht worden und die Bauten müßten schleunigst zur Ausführung gebracht werden. Deshalb bittet Redner, den Antrag Tr. Winkler abzulehnen und die vom Finanzausschuß einmütig genehmigte Forderung anzunchmen. Finanzmiiiister Gnauth betont, die Regierung habe mit der Vorlage des Dvmmprojekts, das nach jeder Richtung genau geprüft und sachverständig durchberaten wurde, einfach ihre Pflicht getan. Lehne jetzt die Kammer die Vorlage ab, so müsse ihr auch die Verantwortung überlassen bleiben. Die anerkannte sachverständige Autorität Geheimer Cbcrbaurat Jmroth, habe selber das Projekt ausgearbeitet und in der Tenksd/rift sei alles Wissenswerte ausführlich näher dargelegt, auch das, was Dr. Winkler vermisse. Deshalb müsse er auch den Vorwurf dieses Herrn, daß die Vorlage nur Stückwerk sei, als unbegrünbet zurück- weisen. Das vorgeschlagene Projekt sei so wichtig, daß es auch evt. gegen den Widerspruch einzelner Gemeinden durchgeführt werben müsse. Tie Ablehnung einer Ausführung der Arbeiten auf der einen Uferseite würde einer Spekulation auf das Unglück der andern Rheinseite gleichkommen. (Zustimmung.) Zum Schluß betont der Minister, die Regierung werde ttotz der T>ringlichkeit der Tammarbeiten im Falle der Ablehnung dem Hause keine besondere Vorlage darüber machen, sondern erst im nächstjährigen Staatsbudget wieder mit der Forderung kommen. Abg. Noack empsiehlt eingehend und dringend die Zustimmung zu der Regierungsvorlage, die eine durchaus notwendige Forderung darstelle und nach allen Richtungen wohl ertvogen sei. Geheimerat Frhr. v. Biegeleben weist eingehend auf die große Wichtigkeit der Dammverbesserung hin. Tie Dammverbesse- rung sei in anderen Bundesstaaten längst durchgeführt imd nur in Hessen noch zum Teil rückständig. Die Negierung habe ein sehr erschöpfendes Material darüber vorgelegt, mehr könne kaum noch gesagt werden. Daher habe auch eine Zurückstellung und nochmalige Prüfung der Sache keinen Zweck. Oppenheim widerspreche nur aus rein lokalen Gründen, namentlich des Wäldchens wegen. Diese lokalen Interessen müßten aber den großen allgemeinen Interessen gegenüber zurücktteteu. Geheimer Oberbau rat Jmroth gibt noch eine längere sachliche Darlegung über die Notwendigkeit der Vorlage. Der Tamm sei gerade in der Gemarkung am schlechtesten!, weil durch das Wasser der Untergrund immer mehr ausgespült werde. Redner führt u. a. eine Eingabe her Gemeindevertretung von Oppenheim vom Jahre 1852 an, in welcher über die schlechten Dammverhältnisse bittere Klage geführt und die Regierung dringend ersucht wird, daß der Damm dahin verlegt werden möge, wohin er auch nach dem jetzigen Projekt kommen soll. (Hort, hort!' Abg. Seelinger erklärt sich mit den Ausführungen des Abg. Reinhart einverstanden und Fonftatiert, daß die große Mehrheit ber Gemeinden ber Ausführung bes Projekts zustimme. Redner hegt aber Bedenken dagegen, daß die sogen. Sommerdämme beseitigt werden. Geheimer Oberbaurat Jmroth tritt den letzteren Bedenken entgegen und legt dar, daß in ber Vorlage alles getan werbe, um bie Wcmeinben vor Schaben zu schützen. Abg. Raab erklärt, er stimme den diesbez. Ausführungen des Abg. Reinhart vollständig bei. Abg. M o l t h a n betont, es Wäre besser gewesen, wenn die ganze Forderung der Dammverbesserung in einer besonderen Vorlage ber Kammer unterbreitet worden wäre und es empfehle sich, die Vorlage im Finanzausschuß noch einmal zur Erörterung zu bringen. Allerdings sei es recht unerwünscht, die ganze Angelegenheit noch zu verzögern, weil damit die Verantwortung noch immer größer werbe. Deshalb werbe er unter Umstänben auch jetzt schon bereit fein, für bie Regierungsforberung zu stimmen. Präsident Haas teilt mit, Abg. Tr. Winkler habe soeben einen Eventualantrag eingebracht, ber bahin geht, ben die Gemarkung Oppenheim bett. Teil der Vorlage auszusetzen ober abzulehnen und bie Regierung um Einbringung einer besonderen Vorlage darüber zu 'ersuchen. Abg. Bähr erklärt sich im Sinne Dr. Winklers gegen die Regierungsvorlage, während Abg. Dr. Weber bedauert, baß man bie eifrige Arbeit bes Finanzausschusses in bieser Frage so gering anschlage. Dort sei die ganze Sache sehr gründlich durchberaten worben. Die dagegen vorgebrachten Bedenken seien rein lokaler Natur und er bitte dringend, ber Vorlage zuzustimmen. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Dr. Winkler, Heiden reich, Reinhart und Bähr wirb ber Ausschuß- antrag auf Bewilligung ber 346 000 Mk. mit allen gegen 2 Stimmen angenommen, ebenso werden noch einige unwesentliche Restkapitel bewilligt, womit die ganze Etatsberatung beendet ist. Ein Amendementsanttag der Regierung inbezug auf bic Hagelversicherung wird genehmigt. Das Haus stimmt darauf dem vom Abg. Reinhart kurz begründeten Entwurf des Finanzgesetzes für das Jahr 1909 Au, worin sich bie Gesamtausgaben infolge ber Beschlüsse bes Hauses um etwa 200 000 Mk. Verminbern. Auch bem Verwaltungsvoranschlag ber Zweiten Kammer für 1909 wirb bebattelos zugestimmt. Die Sitzung schließt darauf um 2 Uhr. Nächste Sitzung: Mfttwoch früh 9 Uhr. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer tritt am Mittwoch vormittag zur Beratung des soeben von ber Zweiten Kammer enbgiltig verabschiebeten Staatsvoranschlags für bas Jahr 1909 zusammen, so baß berfelbe noch im Laufe bieser Woche auch vom Plenum ber 1. Kammer genehmigt werben Fann. Zwei Reden des Abgeordneten Röhler-Langsdorf im Landtage, Sitzung vorn 12. März 1909. (Schuletat). Ta unser Berichterstatter infolge eines Versehens bie Ausführungen des Abg. Kohler- Langsdorf im Landtagsbevicht nicht erwähnte, so bringen wir diese Reden hiernach im Wortlaut: Meine Herren, ich werbe mit einem nassen, aber nicht mit einem heiteren Auge dem Absatz c zustimmen: denn ich sage mir: Es müssen leider die Gelder aufgebracht werden, und da ist es der nächste Weg, baß man die Schulgelder erhöht, allein ich sage gleichzeittg: Der richtige ist es nicht, denn ich meine, man sollte den Weg zum akademischen Studium, der durch bie Gymnasien, die Oberreal,"ctmlen und die Realgymnasien geht, dem minberbemittelten Volke nickt durch höhere Schulgelder verlegen Es ist dasselbe was die Sozialdemokraten gesagt haben, aber auch dasselbe, was Herr Kollege Finger gesagt falt. Wir sollten dazu kommen, überhaupt das ganze Schulwesen in Hessen auf den Staat zu übernehmen, die Volkssckmlen und die höheren Schulen, und wir sollten alles einheitlich behandeln und überall das Schulgeld aufheben. Das ist das Ziel, das mir vorschwebt. Es ist ein hohes, ein ideales Ziel, dessen Erreichung leider 8 Millionen Mark kostet, bic dann durch direkte Steuern aufgebracht werben müßten. Aber selbst wenn das der Fall märe, Würbe ich mich wegen ber Erhöhung der Steuern nicht von der Zustimmung abhalten lassen. Dann bie Unzufriedenheit m Bezug auf bie höheren Schulen besteht auf dein Laube nur deshalb, weil die Volksschulen zum größten Teil von den Geineindeu unterhalten werden müssen, während die Söhne der höheren Klassen ber Bevölkerung in den höheren Schulen unterrichtet werben und hierfür die Steuerttasl beö Volkes in ganz bedeutendem Maße in Anspruch genommen wirb. Nun noch ein Wort zu ber Schunbliteratur, von ber ber Herr Geheimerat Dr. Eiseuhuth soeben gesprochen hat. Ich muß sagen: Das war eine sehr schöne, eine ganz hervorragende Rede, ber ich bie weiteste Verbreitung wünschen möchte im ganzen Lande und im ganzen Reiche. Aber leider wird sie keine große Wirkung haben. Sie wird von bem Stenographen gewissenhaft aufge- zeichnet sein, sie wirb in ben Protokollen iiicdergelegt werden, aber kein Hahn kräht bann mehr danach. Die Herren Jouinatistenl da oben werben auch ein paar Worte darüber aufschreiben, sie werden berichten, daß das und das gesagt worden wäre: aber leider wird die Rede die Verbreitung im Volke nicht erlangen, die sie eigentlich verdient. Ich meine, man sollte da praftischer Vorgehen, man sollte die Ideen, die der Herr Geheimerat ausgesprochen: hat, mehr in das Volk bincinbringen, auf irgend eine Art. Durch die Verwaltungsbehörden wäre das möglich, burch die Kreisräte, bind) die OrtSschulvorstänbe. Es könnten vielleidst gewissermaßen kleine Traktate verteilt werben — bas ist ja ein Mittel, bas man viel, benutzt —, um daburch die Worte des Herrn Geheimerats Eisenhuth näher an die Eltern heranzubringen. Aber selbst wenn man diesen Weg beschritte, würbe ich mir nod) keinen großen Erfolg versprechen. Wir stehen heute in einer Flut von allen möglichen Zeitschriften, Zeitungen und Büchern, und des Bücherschreibens ist Fein Ende. Ueberall umgibt uns die Flut der Druckerzeugnisse. (Heiterkeit und Zuruf.) — Meine Herren, ich habe mein Lebtag noch Fein Buch geschrieben: auf dem Gebiete der Anträge, Anregungen und ber Anfragen bin ick) ja ziemlich hervorragend, auf dem des Bücherschreibens weniger. (Heiterkeit.) Aber was idi Ihnen jetzt sagen will, auch das ist ja gewissermaßen eine neue Blüte meines Nachdenkens über bie vorliegenbe Angelegenheit. Ob Sie sie richtig erkennen, ist eine andere Frage. Sollte es nicht der FaN sein, so muß ich mich eben bescheiden und mich damit tröften, daß ich meine, baß es die Wahrheit Wäre. Meine Herren, ich glaube. Sie kommen nicht zu guten Erfolgen, wenn Sie nicht tun, was auch Exzellenz Tr. Braun schon betonte, Wenn Sie nicht den Vater, die Eltern selber erziehen. Solange der Vater gleidjgültig ist gegen alles, was nicht zu feinen nächsten Obliegenheiten gehört, so lange er keine hohen Ideale hat, so lange er wohl tagtäglich schlecht und recht, auch im übrigen gewisserhaft seine Arbeit verrichtet, wie es einem ordentlichen Hausvater zukommt, abends hingeht, fein Glas Bier trinkt und stumpffinnig! bann bis 9, 10 ober 11 Ufa- seinen Skat klopft, und denselben Kreislauf tagtäglich verfolgt, kann der Junge daheim Feine Ideale in sich aufnehmen, weil er keine vor sich sieht. Auf diesem Boden gedeiht die Schundliteratur. Wenn sich aber ber Vater "für alles Schöne, Gute und Wahre in seinem Volke interessiert, nicht indifferent ist, Anteil nimmt an den Geschicken seines Volkes, fid) begeistert für hohe Ziele, so wird bas auch auf ben Jungen einwirken. Dann hat der Junge in bem Vater nicht, nur einen guten Versorger, ber ihn mit Gelb und Gut versieht, sondern ein teudy* tenbes Vorbild, einen Berater, der ihm hohe Ideale zuführtt Dort kann die Schundliterattir leinen Boden fassen. Meine Herren, audi draußen auf bem Laube kann man Anteil nehmen an ben höchsten Gütern des Volkes. Ich baba daheim eine sehr große Bibliothek im Werte von 6—7000 Mark. Id) bin mein Lebtag ein großer Bücherfreund, fast kann man sagen: Ein Büchernarr gewesen. (Heiterkeit.) Ich habe mir vielleidst zu viele Bücher angeschafft. Ich halte auch eine Menge Zeitungen. Ich bin stets auf ben „Simplicissimus" abonniert gewesen, (Heiterkeit, i und id> habe es auch meinen Buben nicht verwehrt, ihn zu lesen. (Sehr gut.) Ich habe ihnen einfach diese Tinge hingelegt unb alles haben sie gelesen. Und, meine Herren, ich sehe die Erfolge: Nichts Schlechtes haben sie in sich ausgenommen. Das Schlechte prallte einfach ab an ben hohen' Idealen, die mich unb meine Familie beherrschen. Art läßt nicht von AUt. Man läßt seine hohen Ideale nicht bei Seite, wenn man die Bilder sieht selbst von Pasein, der freilich ein ganz miserabler ist, von Reznicek usw. im Simplicissimus. Es ist gesagt worben: Der Simplicissimus sei ein Blatt, das man ben Kindern nicht geben, das man vor ihnen weglegen sollte. Id) bin nicht dieser Meinung. Wenn ein hohes Ideal in der Familiö herrscht, so werden die Kinder burd) einzelne Schweinereien, zum Beispiel des Simplicissimus, die gelegentlich einmal aud) vor sie gelangen1, nicht verdorben, wenn die Kinder selber von guter Art sind. Ten Simplicissimus rechne ich, gar nicht zur „Schundliteratur", denn man findet Perlen echter Kunst darin, Perlen der zeichnenden Kunst, der Poesie, unb ba stelle ich hoch über alle ben Lubwig Thoma, der unter bem Namen Peter Schlemihl schreibt, den Verfasser N. Andreas Vöst, den Freund des echten Bauerntums, obgleich er einen etwas beißenden Witz hat und mitunter auch einmal den Bahnen folgt, bie ihm gewissermaßen durch den Albert Langenschen Verlag gegeben sind. Ick sage: Es steckt ein bedeutender und hoher Geist im Simplicissimus, und es wäre nur zu wünschen, daß die Schweinereien, die id) wirklich aud) mit diesem 'Namen bezeichnen mochte, heransblieben, damit dieses ganz hervorragende Witzblatt zu einem in jeder Beziehung edlen und cinwanbfreiert Blatte sich gestaltete. Meine Herren, ich will Ihnen zum dritten und vierten Male! sagen: Sie werden keinen Erfolg erringen bei den Jungen, wenn Sie es nicht zuvor fertig bringen, die Alten zu bessern, den Alten hohe Ideale einzupflanzen, sie von ihrem öden Skattisch weg- zulocken und ihnen hohe Ideale vor Augen zu setzen. Abg. Kohler: Ich habe vorhin vergessen anzuführen, daß die Herausgeber der Schnndliterattir besonders in den Kreisen des kana- anisckcn Volks aufzusuchen sind, (Heiterkit.) ganz gewiß. Das wird ja mit Heiterkeit und Lachen begrüßt, weil bie allgemeine Dummheit in dem Volke heute nod) so ausgebreitet ist, daß man die große! Gefahr nicht bemerkt, bic hier vorhanden ist. Neulich war eist Jude bei mir in Berlin im Reichstag, ans Gießen gebürtig, mit Namen Moritz Kann: wir sprachen vom Antisemitismus. Ich bin mit dem Juden auf du; ich sagte ihm: du kennst meinen Antisemitismus : er richtet sich ganz in erster Reihe gegen meines bornierten eigenen deutschen Stammesgenossen, die nimmer ein)eben lernen, daß ihr, die Juden, die Herrschaft schon so ziemlich besitzt, nicht gerade m unseren hessischen Verhältnissen, aber in Berlin, wo die Juden so ziemlich dominieren. Präsident: Was hat das aber eigentlich mit dem Kapitel zu tun, das wir jetzt beraten? 2lbg. Köhler: Ich will das eben ausfuhren, bitte, Herd Präsident, passen Sie nur schön auf, ich werde gleich darauf kommen. Id) sage nicht: Die allgemeine Herrschaft haben sie schon, aber sie haben in ber Literatur bas Heft in der §)and. Sie sind auch die Erreger der Schundliteratur in erster Linie: ich sage nicht, baß nicht auch meine Volksgenossen daran beteiligt seien, es gibt aud) da schlechte Elemente, die schleckste Literatur herausgeben: aber Unternehmer sind in dieser Richtung hauptsächlich die Juden: und wenn, wie ich fd)oii sagte, im „Simplicissimus" manches schlechte hervortritt. so ist, glaube ich, dafür verantirortlich zu machen Herr Albert Lairgen, der ein Hebräer erster Güte ist. Tie Inden sind cs besonders, die diese Literatur ins Land hercinschmcißen, und denen ist cs ganz gleich, wie das aufs Volk wirft, wenn nur bei dem Geschäft etwas heraustommU 36r eigen«-- Bolt in qfflen diese Sc* n in r n if- nt tu nchert, btr haben den feiten iSrundsatz . . . Präsident: ixte Jtb-v Eie beben aber immer noch nicht dargctan, welchen B.;na 3i>re LuS'ahrungen mir bas Uic Beratung stehende ButgctFapitfl havcn. o(bn. uoh 1 er; Ich -prfd i 'n der - i unciikr.nur, d' von dem yrrnt ibfl Dr Cl'ann hier rngeführt wurde, Herr < 6.1«,.-mitral Tr (fiienimW hu daS werter c ^jrrubri, un» ich muß nun auch darauf einqcprn; roa^ den von der lh.> neruita i»nb von der nationelNberaleu Bartn Recht in, tollte mir .nid) «echt «ein, nach dem <*ininbiap der meint in» n-.v4' um if» Einzelner nnb t ,r* „fartri" hier -t■'>.*. Präsident: neben ov -id) nur auf dos Budget' Ibg '-Jublet Ti chlcchte Literatur ist bei diciem Budget koj l -l uir Sprache a.-brnnf i, und ich mn& es noch rrnmal mieoer« ! ,!-n, Y'.v ich mriii I' Judentum hat di* grötzte Sdni Ib beton, -cn dieie schlechte Viiftatur besitzen Tas Judentum unter- rffrft in seinen marKbriiocn Jrtungm das gute Deutschtum •j.'k .1 ■» ' V trranir Ich habe ein Buck in der Hand Torr* ,ir Bvckel, nent großen Baif rnfuhrer IN Cberbciicn. Ta4 ist rin gutes deutsche) '-Werf, aber 3ic werden in keiner -serer nroßen i»litud-i*n 3ntunqcn dieses Werk erwähnt finden ,ch wicdcrbole: Ter qroür Bauernführcr Tr Böckel - .L"ch-n eis ►'rinqt fern Lachen m diesem Saale aus der Welt Ter grate Bauern »öftrer, r nt eZ. er mar es und er wird es wieder fern' 2>i3 ?ui>rntum nicht mit einer gewissen Absicht alles gute deutsche Echritttum ,» i-ntcronirfcn, jtno cm brr anderen Völker verderben d-s 3d:rnttuin an r*iicn Stelle in setzen. Ire mcitcren möchte ich in Iortführun., Der Ideen des perrn VIba. Bohr bezüglich einer 'Jiniorgantfation des höheren Schul iveiens einige Worte sagen Tabei fommr ich and) »mige^u ahnt von oenr •Burnetfapitcl ab; der Herr President imrd das e— »kn. I1 r a t i b r n t: i’lbcr nicht iu weit. Abg. Mohler: Ich meine. Die Reuor^anisanon • >af schulen in dein Simu, idic Herr Schulrat Scheret n gelegt hat und wie Professor Lehmann in Den 'BrenBiidjcn Ia»,ivuch^en nom Januar oieies Jahres ebenfalls tw-< ."»eiteren ausgenihri l>at 3di denke mir naci t«m Ergeben bet Sachkenner, des Herrn -chulrak Sduri r uno l ioicior Lehmann, \ih es wohl möglich ist, aus die PullSidnile derart eine Realschule aufzusetzen, die nut der BeredHiguiig zum (kiniährigenbieni't )d)lief;en körmre und gleich» zeitig mit bei Berekhtiqmtq znm 'Befudie eines Seminars. Id) möchte Herrn Ökheimerat Tr. eifenhuth bitten, mir seine Ansicht darüber mitiuteilen, ob er meint; bar r:'* Idee der gcna uiten Männer ausführbar sei ee**^«eeeeeeeer-^—» Man lese den Gießener Anzeiger gröfttc iinö reichhaltigste Tageszeitung Gberheffenr. Auflage über 1^000 Expl. Klle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts» stelle des Gießener Knzeigerr nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. eeeeeeee®®@e®ee®®@®e Per Kampf um Vie Nachlahsteuer. In der Versammlung de;- Vereins der nationalliberalen Jugend im Uafe ifbcl hielt Herr Iinanzamtmann Banael aus Darmstadt am Montag einen äußerst interessanten Vortrag über die Reichsfinanzreform «Sinlcitend erinnerte er daran, was der Staatssekretär Sndoiv im November vorigen Jahres bei Einbringung der Vorluge zur Rcichsiinanzreform gesagt hat. Die Reichsftnaiizreform sollte hiernach l eine Abkehr des Reiches von der bisherigen Anleihcivirlschaft bringen, 2. das (Gleichgewicht zwischen Einnahmen und 'JUis gaben Herstellen und 3. das Iinanzverhalinis zwischen Reich und Bundesstaaten klären. Redner gab dann zunächst ein Bild' der Schulden des Reiches, der Bnndesstaaten und der Mommuiicu. Hiernach belaufen sich die Schulden des Reiches auf 1 ’/j Milliarden, die der Bnndesstaaten ans 11 ’ Milli arbeit und die der «ommunen auf 7'Milliarden, zusammen rund 26 Atittiar den Die i n s e n a n f w e n h n n g des Reiches beläuft sich aus 154 Millionen Mart, dabei konunen nur II Pro,;, aus die werbende Schuld; her Rest entfällt auf Rüstungen, Schiff bau, Unterdrückung von Auf standen u. dergl. Redner ver glid) alsdann die bisherigen direkten Steuern mit den in direkten Hiernach belaufen sich die direkten Steuern im Reiche auf 2ll Millionen, in den 'Bundesstaaten auf 603, in den Gemeinden auf 977, ,usammen 160. Millionen: das sind 26 Mk. auf den Kopf der Aevolkcrung. Bei den in direkt en Steuern entfallen 1179 Mill, auf das Reich, I67i,2 Mill, auf die Bundesstaaten und 100 Mill, auf die Gemeinden; zusammen rund III'. Mill oder 23 Mk. auf den Hüpf der Bevölkerung Das Verhältnis bei bin* Ft en Steuern zu den indirekten ist also in Deutschland ungefähr wie 1:1 In I r a n Frei d) ist dieses Verhältnis wie 1; 2 und in England wie 3:2. Tie direkten Steuern find also in lr'mglaud am meisten entwickelt. Im weiteren 'Bcrlaufe seine- Vortrage skizzierte der Redner für; das Verhältnis der einzelnen P»irteien zu tu retten und indirekten Steuern Wahrend die Sü,;iali>emo traten alle Bedürsnisse des Staates durch direkte Steuern dellen wollen, glauben konservative und Zentrum alle Mehr Besteuerung nm auf mbireUem Wege 'ringen ;n können. Redner verwirft beide Extrente und meint, das; das gegen- wärtige oMcid)flcn»id>t zwischen direkten und indirekten Steuern nicht zu ungunnen bei Minberbemitteltcn vcrichoben werden dürfe. Vor allem sollte man die notwendigsten Lebensmittel nicht besteuern, wie Salz. Anders sei es bei entbehrlichen Wcnufcmitteln, wie Alkohol und Tabat Tie bisherige Salzsteuer solle mau möglichst ainbebcu. Tie indirekten Steuern, so führte Redner weiter ans, wirken progressiv nach unten Tie letzte Biersteuer vom Jahre 1906 sei durchaus verfehlt gcwtscn, weil der Skuerbctr iq zu gering war Redner ging dann auf die einzelnen Stenervorlagen der gegenwärtigen Finaiizreform em, die für B raunt w e i n IO» Millionen vorschlägt, für Tabal 77 für Bier KM) und für Wein 20 Millionen, zusammen 297 Millionen ferner für Erbschaften 82 Millionen für (*a$ und Elektrizität BO Millionen iinb für Anzeigen :« Millionen. mit er Höhung der Matrttulcrrbeiträge zusaimnen l 's Millionen '*■ nrd» bi; Ablehnung der Ga , Elekiri.zitäts nnd Inseraten steuer in der lomnnsfion fielen nun hiervon Kl Millionen aue os eniiseien also rund '»"» Millionen .uii ind-rekte im au| buettc^Steuern Tas Verhältnis der direkten ;u ben tu direkten «leuern bliebe wie bisher Man dürfe die direkten steuern nicht fallen luffen Redner behandelte nun näheren Die >?ohe dieser Sle Veiinögen 1 Proz. betragen .»0 000 Mk. 0.7 Proz., bet > und mehr Proz 'Bon e sein die Houshilltungsgeg die R a ch i a s; se euer des uer soll bei 20000 Mk reinem bei Mk- 0.6 Vro;^ bei '> l o.b und bei 1 Mill • la» .uer sollen habe1 frei inbe; ferner soll au > bent Rach las; nur eine einmalige B'üeuemng be '• nber:' erfolgen Ter Landwirtschaft will man so weit wie möglich en: gegenkommen. Stammen die torunbfcüde innerhalb der nächsten Jahre wieder zur Versteigerung, dann sind sie frei; nach weiteren Jahren werden sie nur zur Hälfte herangezogen. Die Steuer kann in Form einer tHrundschuld, als Amornsationsren»-* eingetragen werden, .zulässig ist es auch, daß die Rachlaststcucr in 10 Jahresraten bezahlt wird Irei von der Steuer wären also alle diejenigen Rach- lasse, dm iDtniqer als 20000 Ml betragen- Ilm die snb jcbaftvirrver ist mm im letzten Vierteljahre ein heißer Kampf entbrannt Ti» Rachlaßsteuer ist in der .stommifsion gefallrr und die sto-mifsion hat ein skompromin zur Welt gebrech', das wohl rur oorübergehenv am Leden bleiben wird, ^er Äiderstani. dagegen ist so ftarf. Rach js 1 des ztompr"misses hätten die Bundessta ten hie B e s itzste n e r an bas Reich zu entrichten, t? 2 be^mmt, daß die Besitz- steuer nie mehr als 100 Millionen betragen darf. d. d- die natürliche Steigerung der Bcsitzsteuer ist unterbunden. Roch § 3 bestimmt der Bundesrat; ^ie ?finanzhol)ett der Bundesstaaten wird atfo mehr oder rreniger beseitigt Tas ist einer der fduDcrqtn Einwände gegen das Bo-npromiß. Rachl S ' sollen allgemeine Steuern auf jedes Einkommen gelegt werden. Insoweit ist also £ 1 wieder aufgehoben, '.'fach 8 .) greift der Bundesrat bei nicht rechtzeitig c'-lassenen Bestimmungen ein, als." wiederum ein Eingriff in Die Jinans Hoheit der Eiitzelstaaten. Diese Art von Lösitng Der Finanz- teform, fo meinte Redn»r, sei zu verwerfen. Von besonderem Interesse war es mm, zu hören, wie sich das Befitzsteuerlompromiß in Hessen gestalten würde. Tie Besitzsteuer würde in gan; besonderem Maße den Mittelstand treffen. Wir hatten dann in Hessen eine Erhöhung Der Steuern um 50 Proz. zu erwarten Aus der ^inanznot des Reiches würde daun bald eine noch größere Finanznot der Bundesstaaten. Redner wies dos insbesondere an den Verhältnissen in Lippe-Tetmold nach. In Hessen betrug das Vermögen, das 1908 versteuert wurde, I' Milliarden. Davon entfielen auf Mainz, Darmstadt, Offenbach 1 .‘MBftOOooo Mk Tie 10 größten Städte wiesen ein Vermögen von 1 914000000 Mk. auf, also nahezu die Hälfte von dem Vermögen des Landes. 'Jhni ist der Besitz auf dem Lande m Hessen weit mehr zersplittert als in den Städten, und die Mehrzahl der Bevölkerung auf dem Lande würde von der Nachlaß-. steuer gar nicht getroffen. Redner ist im übrigen dafür, daß die Nachlirßsleuer nicht bei 20, sondern erst bei ,30 000 Mk. Vermögen einfetzen solle, und zwar nur dann, wenn der einzelne Erbanfall 1000O Ml. beträgt Redner zeigt nun an dem Beispiele von 7 ländlichen oie» in e i n b e n in H e s s e n, wie sich dort die Rachlaßsteuer entwilleln würde. Von diesen 7 ländlichen Gemeinden stellen 6 etwa den Durchschnitt der Wohlhabenheit in der Wetterau bis zu den oestsituierten (Gemeinden dar, nur eine Gemeinde steht wesentlich unter dem Durchschnitt der Wohlhabenheit. Ii«? handelt >ich um Gemeinden im Ried, bei Rheinheim, im Birkenauertal, bei Alzey und bei Worms. Bei 20 IHN) Mk. Nachlaßsteuer würden sich nun folgende Ergebnisse zeigen: "Zesamtzahl der Steuerpflichtigen in den einzelnen (Gemeinden Von der Aachlatzsteuer würden betroffen werden bei 20 000 Mark bei 80 000 Mark 1. 194 H8 (22 Vroz.) 52 (13 Proz.) 2. 491 luo (20 Proz.) 72 (15 Proz.) 3. 390 64 tlG Proz.) 14 (9 Proz.) 4. 627 «6 (14 Proz.) 50 (H Proz.) 5. 552 53 (9 Proz.) 2« (5 Proz.) 6. 566 33 (6 Proz.) 1« (3 Proz.) 7. 194 l (2 Proz.) 2 (1 Proz.) In der reichsten Gemeinde mürben also von 394 Steuer- Pflichtigen nur 88 ba» sind 22% von der Nachlaßslener betroffen. In bei ärmsten Gemembe von 194 Steuerpflichtigen gar nur 4. also 2%. Im Durchschnitt kommt die Nachlaß- neuer für 13%, also nur für % aller Steuerpflichtigen in Betracht. Auf ganz Hessen ausgedehnt, wahrscheinlich nur für ‘/io aller Steuerpflichtigen nnd bei einer Grenze von 30000 Mk. 8°/0 d. h. 713 aller Steuerpflichtigen. Die Agitation des Bundes der Lanbivirte gegen die Nachlaßsteuer ist also übertrieben und nnverstandlich. Der Bund der Inbu- itriellen hat sich mit der Nachlaßsteuer einverstanden erllärt, nur ber Bund der Landwirte treibt eine Hetze gegen die Steuer. Wenn nun da? Kompromiß ui Kraft träte, würde die überwiegende Nlehrzabl nicht steuerfrei sein wie bei der Nachlaßsteuer, von der in Oberhesfen speziell sehr wenig zu bezahlen sein mürbe. Redner verurteilte darum in sehr scharfen Worten bie Agitation des Bunde«» ber Landwirte, die hierbei nur die Interessen der Großgrundbesitzer wahren. Die Großgrundbesitzer wollten, baß nur die Maste des Volkes, aber nicht der Großgrundbesitz nach feiner Leistungsfähigkeit die Lasten tragen solle. In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion ergänzten die Herren RechtSamoalt Kaufmann und Profestor Lu lei) die LluSsührnngen deS Redners nach verschiedenen Seiten hin in sehr festelnder Welse. Herr Rechtsanwalt ttaufinaim hob dabei besonders hervor, daß die national- liberale Partei auf dem Standpunkte stehe, daß die 9kachlaß- steuer lammen mäste. Der Iwed be«5 viel angegriffenen Kompromisses sei efl nur, ben Block zusammenzuhallen und den eigentlichen Bedarf, der durch direkte Steuern zu decken sei, festzustetten. Der Rummel des Bundes der Landwirte gegen die Nachlaßsteuer sei zu venversen. Die hessischen Mitglieder des Bundes machten diesen Rummel denn auch gar nicht mit. Selbst in konservativen Kreisen fange man an, für die Nachlaßsteuer einzutreten. Vennifcbtcf. * Chinesische Bestatt u n g Die feierliche lieber* führung der ftcrblidn'u Ucberrcfte des un November v I. perfrorbenen unglücklichen Kaisers Bivanghfu nach Hsilmg, den westlichen naiiergrabern, findet am 2. Mai statt, um dort vorläufig bis zur ^rrtigiullung des kaiserlichen Mausv len ms beigesetzt zu werden. Die -kosten hierfür werden mehrere Millionen betragen. Bei der großen Ehrfurcht, die in China da«> Rind vor den Eltern, und bei der unheimlichen Scheu, die der Lebende vor den Geistern der Verstorbenen hat, werden auch bei dem Sck'lußakt in dem Tranta des irbifdieit Daseins Feine Weiber gespart, um iid> ja mit ben »«eijierii der Verblichenen gut ;u stellen Iast ausnahms. los werden in lihma die Zote ■ unter der lirbc bestattet, und die Feuerbestattung hat sich schon ans Gründen der Ahitenverehrung nie recht im Lande der Mmc ernburgcni können, und ist sie doch e ; " *l : • 1 l.r ber Brauch der XieicbenDcrbrenming a's 7 icufdiuino .n In hiluo, Indien nach China Verüb vgebracht ivorben ist und es hat sich da folgende Legende gebildet, 'inst ließ Bauer Hoti einen Teich in seinem Pala, gaben und leitete Dalvi Menschenlnochcn und der Baiser manbte sich au seinen be rütnnteii Minister Tungfang mit her Irage, wo rur Asch, ba«? wäre T**r Minister eiitgegnete, wäre bn Ische de Leichnams eine? Buddhistenrri - r? au-' dem Seiten, die ihrem Ritus gemäß durch ..Ie'iiei beerdigt' wurden, um wieder „zu Asche zu werden' Weitere Vorbei, itung ranv das Verbrennen der Leichen in vh’na nach einem anderen chinesischen Werke, dem Iitschihlu, erst unter der Sung Dynastie >020 bis 1280 n Chi unb zwar tu den Vrovlnzcu Kiangs', sliangsu unb Andui Tamals soll oon starke liebed* Völkernng geherrscht haben, und aus Mangel an Land ,ur Beerdigniig der Leichen griff man, dem Beispiel der Bubbbisteiipriester folgend zur Verbrennung der Toten Selbstverständlich machten Beamte und Litetaien gegen sie Iront, während die Priester, die aus diese; R'wostnheit der armen Bevölkerung ihren o ivinn zogen, sie ihrerseits nach Mräiten unterstützten. Erst als auch die wohlhab'n deren Klaffen, vielleicht in der Einsicht, bau ma braiiui bares Land durch die Leichenbestattung in da Erde unnütz vergeudet würde, zur Leichenverbrennuug ubei gingen, ei Uch ini Jahre 1157 der Baiser Haothnig cm (jbiit gegen .i >. „Unsitte", uub nm ihr krastvolli von Staats wegen zahlreiche Armenkircknun. ingericbk Doch trotzdem ließ man nicht von dem schon zu heb ge rnorbenen Brauch ^rft im Jahre 1201 erging infolge einet erneuten Bittschrift der i^lcorlen an den Thron da Befeiil. streng gegen alle Leicheiirerbreuner vvrzugei.en. Ten .".,i laß zu dem Tbronbcricht soll damals ein äußert i Umstand gegeben haben, der den iGegnern der Feuerbestattung jctii gelegen kam. Ein Leichenverbrennungsosen in der vu pi stabt ber Provinz Miangfu, Sutfehau, war vom Blitz gev troffen und eingeäfcherl mürben i^.gen die Bi rc der Priester, ihn wieder aufbauen ;u büv.c i, iimnbteii sich m einer Eingabe an ben Dhron die 2.amten und Litera en. bie in bieicr Zerstörung ein ’-otie.•geridit" fallen, und ihrer Eingabe wurde mit beut Befehl stattgegeben, in Jr hinft stet«? in Städten unb Dörfern immer rür n * • ,3a milien Äird letzten Befehl ist man wohl nie >o recht iLtdigefoifiit aber anderseits hat ber Erlast, dessen Durchnmrung im übrigen damals streng gehandhabt morbrn sein soll, nu ber Sitte ber Leichenverbrennuna in China fo ;icmlid) aufgeräumt Sie wird heute im Reiche der tth- nur uod^ hier unb da, wie B in der Stadl Hongtfchan in Tickte klang geübt und bann auch nur von der niedrigsten Boll, s klasse, die im Volksmunde die Bezeichnung >iuotic!r 1 „HörperDetbrenner,'Jubrcn. Slieteozolo^isllze *-öcobiirt)tuiiqtH der Station (ließen. Weller März 190ff s7- C o T* ■£ *e Z 23. 5? 2» 9” 739,H 746,3 ! 11,0 7,2 71 »E 2 | Bew vimowl >i,l il.O 9. vSbE Bev. "iinmfl 3.6 ' 5,6 95 । W 2 , 1 1 1 1 1 nächste lempcrahu um 22. bi«5 23 Mürz = 4-11,0 e <. , . 22. , 23. , ®<‘. Telefonische Kursberichte des Giewcner AnzeiKer*, mitgetcilt von der Bank für Handel und Industrie. Gleisen. Frnnkiurter mor S1/,*/, Ikichsanlcihe. . . Uä.2'r do. ... >•:> ’ 3'/,*/, Konsols «... *,3 3e/„ do. .... «r 1 8‘/te/e He.<3en 3’/,*U Oberhes?»en ... — 4•/. Oesterr. Goldrente . . *>7.00 4'/»'/. Oeiterr. Silberrente. *->7.0 4e/e Ungar Goldrente . . 1>1 9o 4’. Italien. Rente . . . 103.25 8®/, Portugiesen Serie I . 53.00 3®/. Portugiesen ,111 . GLo*j 4*/,•/, russ. StAatsanl. l‘>06 97.10 41/,®/. Japan. Staatsanleihe 94L2O 4e/. Conv.Türken von 19u3 *.>_*.«>• Tdrkenloee . .14 . 4®/. Griech. Monopol-An!. . 49.bO 4'/. lassere Argentinier . >1:2" 3®/. Mexikaner ... MX5 <'/■*/• Chinesen ...» V.2" Aktienr Bochum Gum .... 212.00 Buderus E. W.....107.00 Tendenz: matt. Berliner Börne. 2 Canada E. B......lf»M r> • Darmstadter Bank ... I2ö - ' •ehe Ban . . Dortmunder-Union C. . • — Dresdner Bank . • • • 146.10 Tendenz: matt. '«*, .. März. 1.15 l hr Floktriz. Lahmcjer . . . Elcktriz. Schuckcrt . . . bjichweilcr Bergwerk . . ‘*b. " Gelsenkirchen Bergn-erk . 1 ‘ ‘ ’ Hamburg • Amerilk l’akett *** *" Harpenor Bergwerk . . . Laurahfltle . . . Nordd Lloyd . . . . . ' Obereehles F.i«cn-TnduitHe ' Berliner Handelst*. . . Kj*’ Danmt.idt« r Bank . • . । - '" Dfnt-'-'he Bank .... Deutsch-AeUt. Bank • . " Dresdner Bank . - 146J” Kreditaktien . . . , • 1 *' 1. * Baltimore- und Ohle- Eisenbahn .... 1'"'4" Gottbardbahn . . . • Iximbard Eisenbahn. . . lh Oesterr. Staatabaho . . . Prince - Henri-Eise u bahn . Hb'*’ I. März. Anfanirskorec. Harpen er Bergwerk . . . 1*?^' Laurabfltte . . . 18».!«' Lunbard-n E B. . . . • • ’ * N-.rdd. Lloyd..... Türkenloae • • • • • HL‘* Kindermehl Krankenkost. Hervyragefnl be».a rtf Nahrung. 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März 1909, abends 8Vs Uhr, pünktlich int Saale des öotcl Einborn Haupt - Versammlung Tages-Ordnung: va/e Höhere Privatschule Darmstadt 70 Heinrichstrasse 70. Vorbereitungsanstalt für d. Ei- j.-Prim.-. Flihnr.- n. Abit.* Examen und alle Klassen höherer Lehranstalten. Durchaus individueller Unterricht; daher beschränkte Schülerzahl. Kleines Familienpensionat. Von den besten Kreisen vorzüglich empfohlen. Die in der Anstalt seit ihrem Bestehen (1. Juni 1907) zu den Einj.-Prim.-, Fähnr.- und Abit.-Prüfungen vorbereiteten Schüler haben (mit einer Ausnahme» bis Jetzt alle bestanden. Prospekt und nähere Auskunft durch den Vin-1 and.(ISlti)H. |tii|>p. Um 9 Uhr Allgemeine Bürgerversammlung Vortrag des Herrn Tr. Svobr: „Der Kamps nmS Recht im Prozeß." Ein Beitrag zu den Rcsormbcstrcbungcn im Prozcßwesen. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Ter Vorstand. 1Jfl* Ich empfehle insbesondere: hochelegante Handarbeit-Gardinen in Guipure, Zilet und Klöppel :: bis zu den einfachsten :: Lull-Gardinen ♦ vitragen Brise bises Madras und MuLs Verletzungen unmöglich. Wer kennt nicht Mulculo? Nünstler-Velorationen in Lull, Lernen und Lffektstsffen Leinen gewebt und han-bedruckt. Teppiche in den verschiedensten Genres für Zimmer und Veranden Chaiselongues- und Tischdecken Vorlagen, Uokos- u. Zapanmatten Veranda-Möbel in Weiden u. Peddig-Nohr c”/» Großes Lager in echten Persern, Kelims, bulgarischen, indischen :: und chinesischen Stickereien :: Bekanntmachung. Samstag den 27. l. Mts. ist unsere Kasse von vormittags 10 Uhr ab, wegen der an diesem Tage slatt- sindcnden ^cier des 75jährigen Bestehens derselben, geschlossen. Carl Stückrath Spezialhaus für Möbelstoffe, Gardinen, Teppiche. Porto 20 Pfg. Wiederverkäufer gesucht. Preisliste frei. Mulcuto-Fabrik Paul Müller&Co. 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Die Pläne und Bedingungen können während der Dienststunden dort eingesehen und Angebotsformulare gegen Er- Ilattung der Herstellungskosten entgegengenommen werden. Die Eröffnung der Angebote, die bis spätestens zum genannten Termine einzureichen sind, findet in Gegenwart der erschienenen Bieter statt. d” 3 Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Unter sämtlichen Anbietern bleibt freie Wahl vorbehalten. Gießen, den 19. März 1909. Ncubauverwaltung der Provinz Oberhessen. W i W I Kursberic^ zilt von der Ban Polizeiverordnung über die Einfuhr und Durchfuhr von frischem Fleisch, in der vom 1. April 1909 an gültigen Fassung. Auf Antrag und nach Anhörung der Stadiverordneten-Per- samnilung und mit Genehmigung Groscherzogl. Ministeriums des Innern vom 3. August 1905 ivird auf Grund des Artikel 1 des Ge fetzes, die Ausführung des Reichsgesetzes über,die Schlachtvieh und Fleischbeschau betreffend vom 4. April 1903 und des Artikel 56 der Städteordnuug bestimmt: 8 1. Alles nicht im öffentlichen für die Stadt Gießen errichteten Schlachthaus ausgeschlachtete irische Fleisch darf in den Stadtbezirk nur dann eingeführt und daselbst verwendet werden, wenn durch eine amtliche Nachuntersuchung sestgestellt wird, daß die Schlachtticrc, von denen dieses Fleisch herrührt, der nach dem Reichsgesetz vom 3. Juni 1900 vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung unterlegen haben und hierbei nicht beanstandet worden sind, sowie baß dieses Fleisch inzwischen nicht verdorben ist, nod) auch sonst eine gesundheitsschädliche Aenderung seiner Beschaffenheit erlitten hat. 8 2. DaS zur Einfuhr oder Durchfuhr bestimmte Fleisch muß mit einem amtlichen Stempel versehen fein, aus dem hervorgeht, daß die Schlachtticrc, von denen das Fleifd) herrührt, der narb dem Reichsgesetz vom 3. Fnni 1900 vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung unterlegen haben und hierbei nicht beanstandet ivorden sind. $ 3. DaS zur Einftthr bestimmte Fleisch inuß nach Entridnung der Verbrauchssteuer auf dem kürzesten Weg nadi dem städtischen Schlachtlws verbradn werden, woselbst cs mit dem Tag des Ber- brauchssieuerscheins in ein Verzeichnis eingetragen wird. Die Untersuchung findet täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage statt: in den Monaten April—September von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags in den Monaten Oktober—März von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Wird das Fleisch nicht beanstandet, so ivird cs mH einem entsprechenden Stempel versehen und dem Verkehr freigegeben. Wird es als bennstandel, verdorben oder gesundheitschädlich befunden, so ist eine polizeiliche Entscheidung über das weitere Verfahren ersordeclich- 8 4. Wird eingesührtes frisches Flcifdi beanstandet, fo sind neben einer etiua verwirkten Strafe die Verbrauchssteuer und die Bcfchaugebühr in jedem Fall zu Gunsten der Stadlkasse verfallen. 8 5. Das zur Durchfuhr bestimmte Fleisch muß bei der Aus fuhr nod) mit dem in 8 2 genannten amtlichen Zeichen versehen fein, das von dem Verbrauchssteuererheber der AusgangssteUe geprüft wird. Fft das .'»eichen verletzt oder ein Welchen nicht vorhanden, fo wird das Fleifd) vcfchlaguahint und in den Lchlachthof zur Unter- fuchuug verbradn. Dori wird nadi 8 3 damit verfahren. Wird cs als gcfund befunden, fo Hai der Verbrauchsfieuerauffehcr das Weitere zu verfügen. 8 6. Die Einfuhr von gchackteiu Fleifd) ist verboten. 8 7. Der Einbringer hat außer der Verbraudisfteuer etue Befchangebähr zu entrichten. Diese beirägt für 1 kg Fleisch ober Eingeweide, soweii letzteres nicht im ganzen eingeführt wird, 2 Psg.; für das gesamte Eingeweide eines Stückes Großvieh werden 30 Psg., eines Stückes Kleuivieh 20 Psg. erhoben. Bruchteile eines Milo gramms werden voll berechnet. Bei in der Haut entgehenden geschlachteten Tieren kommt bei der Berechnung das Gewicht der Haut in Abziig. Auch ist für alle im natürlichen Fufammenhang eingeführten Teile eines Schlachttiers als Beschaugebühr kein höherer Betrag als die jeweilige für den Schlachthof zu Gießen festgesetzte Schlachtgebühr zu entrichten. Die Beschaiigelstihr wird zusounnen mit der Verbrauchsab gäbe erhoben. _ . 8 s. Die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung finden kerne Anwendung auf von Privaten eingeführtes frisches Fleisch, sofern es zum Verbrauch int eigenen Haushall bestimmt ist. 8 9. Zuwtderbandliiugen gegen die Bestimmungen dieser Po- lizewerorduung werden, fotoeit nicht nach anderen Bcstiinmungen, insbesondere dem Rcichssleischbeschaugefetz eine höhere Strafe ver ivirkl ist, mit Geldstrasc bis zu 30 Mk. bestraft. 8 10. Diese Polizeiverordnung tritt nm 1. September 190a in Kraft. . w/wv_ Gießen, am 8. Augmt 19to. t Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Enrschmann. Nachstehende Straffen sollen in Kürze bergestellt werden: Ost-Anlage, zwischen Moltkc und Garten,träne und die verlängerte Große Miiblgane an der Wett Anlage. diejenigen Anlieger, welche beabnchttgen ihr Grundstück in absehbarer.Seit an das Netz des. städtischen Elektrizitätswerks anzufchlieffen, werden ermmt, die Anmeldung innerhalb 8 Tagen bei der unterzeichneten Verwaltung einzuretchen. Gießen, 24 März 1909. . städtisches Elektrizitätswerk Gtepen. Bekanntmachuna. Nachdem auf Bcfdilnß der Stadtverordneten-Versammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern PPm,-v- Marz 1909 der Absatz 2 des 8 3 der Polizeiverordnung über bic Ein- und Durd)fuhr irischen Fleisches eine Abänderung erfahren hat, ivird nachstehend die Polizeiverordnung in der neuen Fassung zur önentlichen Zkenntnis gebracht. Gießen, den 20. März 1909. (B24/3 Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. Fichten Klaffe III. Elektriz. Ubmeyer. riiktriz. Schocker!. | E-b«““ ■ Laurabfltte- , . w Bank SÄfT-! Dresdner ,10M GottrfbEiseol’^11, L°mbar ctaatsbibO' • ]!? 0e5tenn yi-Ei$el,b8to PriDce^enr St. 239 3 122 208 summe Fstm. ?'!c qeibeln • lhv ber .y 'Witeil t ''“""tlhlicn ' flft,1DeÜ b'- ?»'. Oct L nieij! S, yili ■' ^beu imh < .lc6 üoijct wstndte sich l. Wc hon der ?üü ? n .’-,ncn ^rv auv bem »: fd,c !? beerdim- bir Seiterp ')}\. “ rbcn, m, « hu Hn, erft „ „ "C l itc Iinb iJiternfon 1 'Lot(n üe mia y .rüien gegen it - 1 nn svgen, |ie ihreriei* Wh d •' ör*b Bu‘ braui» n Uh9111 der Erde unnüi Innung übergingen, cilitK u"9 ein » ’i 1 ä“ begegnen, ivurden ünienßrchhg^. ciugerich: dm schon zn'liel) P re U>1 erging infolge ein;. 11 n den Thron der 5H-. »»er vorzugehen. Ten h ein änpercr Hinitoü rn der ^nerbefhittung jw ennungsosen in der Hitz llschmi, war Dom 'W ;■ 'en. Gegen die 'Bitte i ■,n dürfen, wandten iid)? die Beamten und üitento ,/Gottesgericht" sahen, im) Befehl slattgegeben. in * irseru immer für ic 5 iDCflen einzurichten. & nie io recht imdigteiM i;, dessen Durchsnknin- ;m habt worben sein fott, m ung in tibi na so zimH Hicidje bet Witte mit 11061 ;hibt wiigtfdimi in Hi die von der niedrigsten Äli-?- e Bezeichmmg tzuolfchu, Fstm. } 149,83 427,16 308,(w 320,20 J2“ DARMSTAEDTER PAEDAGOGIÜM. ““ 3 Staatlich konzessionierte und beanssichtiate Privatsdmle R nut Real und Gomnasialabteilungeii, Sexta bis Qber- prima. In besonderen Kursen erfolgt die Vorbereitung zum fad Einjährigen-, Primaner und Abiturienten --Eramcn. — h Die Anßall erzielte stets die besten Erfolge. 1908/9 be- M standen sänitliche 12 Abitnrienten, 4 für Unterprima, jg 16 Einjährige und 6 für andere Klassen. [1692 H. Elia«. 2/>9 11,16 046 30 55,35 92 174,99 47 85,25 12 18,87 _ L__ 1. Fstm. Das Holz ist gefällt und aufgearbeitet, ohne Rinde gemessen. Los II, III und IV entrindet. Die allgemeinen staatlichen Submissionsbedingungen sind maßgebend, den Gcscnntansall eines oder mehrerer Pofe, bis ___II.__ St. | Fstm. V.___ Fstm. 53,91 1,82 69,61 ,112,03 265,39 in(aDgskarse- M. ^rZ,rBcr^erk ' ' ,‘ls? jurkenlo86 ■ ß' .apihen , * -SS. OS'- Vas stimmt: Kathreiners Malzkaffee ist der beste, denn er ist mit ausgesuchter Sorgfalt hergestellt und verdankt einem besonderen Verfahren seinen unerreicht würzigen und aromatischen Geschmack. Seit fast 20 Jahren hat sich Kathreiners Malzkaffec überall bewährt und wird darum heute von Millionen Menschen regelmäßig getrunken. — Keine Nachahmung hat ihn je erreicht. — Selten .günstige Gelegenheit zur Deckung de« Osterbedarfs in gediegenen Schuhwaren Carl Berg :: Mäusburg 4 :: Am 1. April geht das seither gemeinsam betriebene Schuhwaren- und Massgeschäft auf Carl Berg jr. über. Aus diesem Anlass wird ein Teil des Lagers, nur gediegene Schuh waren, zu ausserordentlich herabgesetzten Preisen einem Räumungs-Ausverkauf unterstellt. Nicht mehr ganz zeitgemässe Schuhwaren werden weit unter dem Einkaufspreis abgegeben. FrtiM.Vttsttigtmg -ttkrmMc LkskmlLckkl TonnncrStn« den 25. Miirz 1009, nachmittag- 3 Uhr, sollen in unterem Amtszimmer die Otunbftiitfc: (B 10 Nr. 151: 2149 qm Acker am Haicnkiivvelswcg im bnlben .'lehnten A1.2K Nr. 111: 271li qm «rab- „arten am Wistmarer Weg Hl. 3" Nr. 01:1575 qm Acker bat AI. 30 Nr 92: 4821 qm Acker .zwltchen dem .Arnsdorfer unb Distmarer Weg AL 38 Nr.238: 1630 qm Acker btc Vcintcntauie Al. 38 Nr. 340; 1340 qm Acker ans der Xxibleidic crlucilnnnoUalb. versteinert werd, t'hcijen. bett 15. März 1909.