V W 159. Jahrgang Freitag 29. Januar 1909 Erstes Blatt i llii $* it eher SSSÄ’steÄiÄÄ =£ & K 3anN abnidS 8'/, H)t der Turnhalle teilSeigner in dieser können nur Neichsteulscte sein. Ebenso kann die Gesellscl-aft nur von Reichsdeutschen geleitet Verden. Tas Kapital wird zwei Millionen Mark betragen und im wcsent- lichen für zinsfreie Vorschüsse auf die eingeliejerten Diamanten, freisinnigen Volkspartei, und sehr starken Sulkurs erhielten sie oucch den n-ationallioeralen haniwversciM Landivirt Wackhorst oe Wente. Der temperamentvolle Amtsgerichtsrat Dr. Baren horst versuchte seine büiiblerifcte W^.hlrede gar nicht zu Drapieren; er sowie der auf der Bank der Kvnservaiioen sitzende itouerlidje Besitzer Hufnagel, die Abgg. v. Oertzen und Werner fetzten sich besonders mit den Sozialdemikraien auseinander, von denen vor acht Tagen Herr Stadthagen, teutc in nicht enten wollender Rete Herr Brey filr die Forterungen ,hrer Partei eintraten. Im weiteren Verlaufe lernte man zwei 'Jiculinge aus der parlam-'ntarischen Arena Eciuien, den schlesischen Konservativen v. Bolko und als seinen Widerpart Den freisinnigen Ostfriesen Fegter, der unter lebhaftem Bei fall der Linken sehr wirksam die gesunden ArteitSvcrhüitnijse seiner freien bäuerlichen Heimat mit den Zuständen in teut junkerltchen Osten in Vergleich zog. __ etwa in Höhe ter Förterkosten, dienert. * Die tschechenseindlichen Temouslrationev in Eger haben sich vorgestern avcnD erneuert. Eraue erbitterte Menge zog unter heftigen Drohungen gegen die Tschechen durch die Straßen. Es mutzte wiederum Gendarmerie einschresten. Diese wurde von der Menge mit Steinen bombardiert, konnte aber biß Ruhe wieder herstellen, ohne von ter Waffe Gebrauch zu nuxdjcn. Eine Anzahl Demonstranten wurde verhaftet, Falls sich die .aittitscl)echisä-cn Demvnsbratchnen iuicteiljotai sollten, plante die Statthalterei die Verhängung des Standrechtes über Eger. Es rst mir merkwürdig, hast die Behörden in Prag, wo die Tschechen das 5xft in der Hand haben, sich gar nicht so sehr beeilen mit i^en Maßnahmen. Inzwischen hat ein Ausruf ter Stad lver^ ordneten in Eger jede Gefahr beseitigt. Er werten keine weiteren Demonstrationen stattfinten. Gestern abend waren auf Dem Marktplatz 3002 Meufä)en versammelt. Lvr dem Kaiser Franz Josefs-Denkmal hielt ein LandtagL-Abgwrdneter eine Ansprüche an die Menge, in ter er sie bat, ruhig nach Hause zu gehen. Man haoe erreicht, was man erreichen wolle, das Hotel Deurscher Hof werte nicht in tschechische Hände ütergebeit. Auch der gesamte Ltadtrat war auf dem Platze erschienen uenD wirkte überall auf Die Menge beruhigend ein. Tre Gendarmerie, die in Bereit- säjaft stand, brauchte nicht auszurücken. Gegen 9 Uhr war die Stadt wre auSgeschrben. Es ist zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. ____ dümmMgsbUö aus dem preutz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 28. Januar. Bejoldungsvorlagen. Mit einer grasten Ueberiaschung mr die weitere Oeffentlichleit hat die zweite Lesung der B e s o l d u u g s o a r l a q e n im Abgeorducieilhauie begonnen Noch ehe das Haus in die Beranuig cmtiaL iorderie Der '2lDg. totai Praicha eme einstündkge Bcrlagung. da seine Panei sich über ein in letzter Stunde emgetvetenes neues ■Dionient schlüssig zu machen habe. Und als die Powe vorüber IUQr, da veriündele der Konseroalwe v. H e n n i g s-Techlin euren q e m e l n s a >n e n Beschlug , ä u» t l i ch e r bürgerlichen Parteien über Die Behandlung Der Borla e: Nur solche An- iräge sollen zu Der Vorlage tn Der zweiten Lesung geuelll werden, die die Unteridniit aller bürgerlichen Parteien tragen. Ferner tu mit Der Regierung vereinbart worden, datz sie die so znuande lommenben Beschlüsse des hoben HauieS sich zu eigen macht, und drittens ist für Die Beratung selbst eine Zii-anunen assung Der em- ■einen Besoldungs-Bor lagen m vier groste Gruppen beschlossen rvorDen, em NtoDuS, Der eine überraschend schleuiuge Erledigung der weitschichligcn -jJiatene ermöglicht. So wurde Denn auch bereits am ersten Tage eine Dieser Gruppen erleDigt. Tie Redner aller Parteien kamen ausgiebig zu Wort; allen gemeininm war die Versicherung, das sie manche besonderen Wünsche mit Bedauern batten zurücksteilen müssen, als sie ans Das Kompromiß entgingen. Villen gemeinsam war auch Die Mahnung an Die Beamten, von weiterer Agitation abzulassen und sich überzeugt zu halte,i, baß so nir sie erreicht worDen sei, tuns überhaupt erreicht werden konnte. -Allen gemeinsam war schließlich die Darlegung jener Wünsche, die l'ie gern durchgeietzl hätten. Von den ülntioiialltberalen sprach Herr Dr. S ch r ö d e r-Uasjel, von den Freisinnigen Die Herren Büchlein a n n und P e l t a s o h n. Vergebens muhte sich Der Sozialdemokrat Hirsch, Das bürgerliche Kompromiß zu Distredillereu uuD Die jozialdemokraiilchen Anträge Des agitatorischen Ebarakters zu entrieiDen, Den ihnen Der Flnanzmmlster und die bürgerlichen Redner nachgeiagt hatten. Nach seiner Rede fiel das Fallbeil des Schlustantrages, und .Gruppe I4 war bts aui eme Position erledigt- Die Erledigung der nächsten Gruppen dürste das Ergebnis des ersten TageS fein. Sttmmungsbil» aus Sem Keidistage. Berlin, 28. JckN. muffe die freudige Wertjchützung des Staats leiden, wenn ei Ach in schweren Tagen als Fordernder emuellt; allein eben Liefe oberflächliche und irrtümliche Auffassung gilt eS, zu be- länipfen, und sie roirb schiomDen. Wohl fordert der Staat, «der er fordert nur, weil er, und nur er, durch feinen Rcchts- ßchuy und seine RechtSgewalt den sicheren und ruhigen Uebet> ^ang de« Besitzes ermöglicht. TaS scheinbar Selbilveruänd- lid)e, dieser sichere Ucbcrgang, ist eben keineswegs felbst- »eriiändlich, sondern das Produkt einer langen Kultur- entiuidlung, und eS sind Jahr um Jahr große Mittel nötig, Lamtt der Staat feinen Rechtsschutz und feine Rechtsgcwali «uflechterhalten kann. Diese Plillel werden durch Die all- gemetnen Steuern aufgebracht; aber es tst nicht mehr als Willig und entspricht auch anderen gleichartigen Fällen, Daß die, «eiche den Rechtsschutz in besonderer Weise in Anspruch nehmen, dafür eine Gebühr erlegen. In der Tat — die Nachlaßsteuer erscheint als eine Gebühr, in welcher der besondere Rechts- ßchutz, den der Staat den Erbenden atigedethen läßt, zum Slusdruck kommt und entsprechend honoriert wird. Die so- gialethische Wirkung dieser Belaslung kann nicht hoch genug geschätzt werden; denn sie erinnert in kräftigster Weise und «m richtigen Punkte daran, was die Rechtsordnung des Staates dem einzelnen bedeutet, und wie unsicher seine Lage «hne dieselbe wäre. In rechtlosen .Staaten* ist der Tod LeS Besitzers das Zeichen, daß sich jedermann auf Den frei- geroorDcncn Besitz stürzt und der Stärkere Die Beute nimmt. Dieser Zustand wurde sich noch heute wiederholen, hielte nicht der Staat seinen starken Arm über jede Hiuterlassen- flchaft, und sorgte er nicht dafür, daß jeder das Seine bekommt. In allen Schulen, m denen oom Staate gesprochen wird — es wird leider viel zu wenig über ihn gelehrt —, flößte dargelegt werden, was man ihm verdankt, und an Hinein andern Punkte kann das auch Den älteren Kindern so Deutlich gemacht werden wie bei der Vererbung. Werden sie über Den Unterschied von erworbenem und vererbtem Vermögen belehrt und über die Bedeutung, welche dem Rechts- fchlitz des Staates bei der Vererbung zukommt, so werden sie sowohl einen Begriff von den Pflichten bekommen, die an er» echtem Kapital in besonderer Weise haften, als auch lernen, 'daß der Staat mit feinen Ordnungen ein Gegenstand freudiger Wertschätzung für sie fein muß, daher aber auch zu seiner Ec- Haltung der notwendigen Mittel bedarf. Somit ist die Rach- llaßsteuec vom sozialethlschen Gesichtspunkte eine besonders »empfehlenswerte Steuer, und die Bedenken, die'gegen sie ins ^elb geführt werden, vermögen gegenüber den Vorteilen, die *fie bietet, nicht anfzukommen. Daß sie gerade auch als kNeichSsteuer zweckmäßig ist, dies darzulegen, fällt außerhalb meiner Kompetenz, aber der Beweis hierfür ist nicht schwierig ^ebenfalls ist es auss dringendste zu wünschen, daß neben den Steuern auf den Maffenkonsum, Denen nienmnb eine ethische Bedeutung anzudichten vermag, auch eme Steuer großen Stils allgemein emgcführt wirb, die vom sozialethlschen Stand- punkt nicht nur euirourfSftei, sondern auch heilsam isl, weil sie das „Saum caiquea fo zum Ausdruck bringt, wie es der Geist unseres Jahrhunderts verstehen und fassen muß.* 'Diese Ausführungen des berühmten Gelehrten sind außer- isrdentlich interessant, aber ob sie etwa unsere Konservativen überzeugen werden, daS ist doch sehr fraglich. Der natl. Äbg. Friedberg hat ihnen am Dienstag im preußischen 9lb- Heordnelenhause lief in die schönen Seelen gekeuehtet, als er »lernte, sie lebten unbelehrbar dem Grundsatz: pereat mundus, «renn nur unsere Machtstellung gewahrt bleibt. «■■■— 1 ii-"»« ■!■■ ■■in-- Die heutige Nummer umfafot 10 Selten. harnack empfiehlt die Nachlabsteuer. Für und gegen die Nachlaßsteuer ist m letzter Zeit so viel Beiveismaterial vorgebracht worden, daß man meinen möchte, Neues ließe sich über diesen Gegenstand nicht mel)t singen. Und doch ist es der Fall, wenn man die Nachlaß- sileuer vorn sozialethlschen Gesid)Ispunkte betrachtet, wie es der berühmte Berliner Theologe Adolf Harnack jetzt in bet .Deuifchen Revue* in einem Aufsatze über Die Nachlaß- plrucr vorn sozialethlschen Gesichtspunkt tut. Wir entnehmen Inn Aufsatz DaS Nachfolgende: .-Möglichste Freiheit für jeden «hrlichen Erwerb, angemefiere Beschränkungen bei Scheiikiu'ge» ainb Erbschaften, strenge soziale Pflichten für jeden Besitz — La« sind die Forderungen, die fiel) durchsetzen müssen, damU m,r da« Pnvoieigentum, diesen Booher da bronze unsere» NuUur, mit gutem Geiviffen aufcechierhalten können. Aber ■unbellen« ebenso wichtig wie die Wirkung der Steuer in chmsicht auf bi« richtige Würdigung ererbten Besitze« ist die Wirkung in Rücksicht auf bie Bedeutung deS Staats und geinet ZlcchiSordnung. Zunächst mag eS freilich scheinen, als 4poi8tifd?e Lagesscvcrrr. Die Ortzauifation des Auswärtitzea Amtes. In ter Sitzung ter Buogeckvminrstuou tes AleichstageS, in welcher ter Etat des Auswärtigen Amtes Weiler bereiten wurde, führte Staatssekretär v. Schön aus, er überzeugte sich in den antertkalb Jahren seiner Amtstätigkeit, daß die O r g a n i s a t i o n des Auswärtigen Amtes, tco&oem dort genau und erschöpfend gearbeitet rverte, zu wünschen übrig lasse. Er, Staatssekretär und sein smudiger Be-ctreter, ter lluterstaals^kretär, seien mit Arbeiten stark belastet. Es sei unumgänglich, für die politische Abteilung entweter die Stelle eines Direktors ober ooch wenigstens eines Dirigenten zu schaffen, wie sie auch im Ausland fast überall bestehe. Auch die Einrichtung eines 5rabinetts für die Leiter der Behörte, daS namentlich sich eiliger Sachen an» zunehmen haben wurde, werte man nach dem Beispiele tes Aus^ lautes naher treten müssen. Anderseits versuche num bereits jetzt diese J-rage durch Bercinsachung des Geschäftsganges zum Teil zu lösen. Ja Ernnderung auf bie Ausführungen eines freisinnigen Rebners erklärte ter Staatssekretär, auch er stehe auf Dem Standpunkt, daß Privilegien und Kastengeist nid)t bestehen sollen. Er sorge deshalb bafür, daß das bürgerliche Element gebührend herangezogen werbe. Er hoffe auf einen Zustrom geeigneter Elemente aus Bürger fix gen, hie natürlich eine geeignete Erziehung genossen haben müssen. a Sozialdemokratische Indiskrelion. Dertrauliche NriUeuungeu tes Si4ia^letieiär§ v. Schön in der Aubgetkommission bes Reiclistages über bie auswärtige Lage nxrren burch die Indiskretion eines Teilnehmers an ten Verhandlungen an ein Wiener Blatt gelangt. Die Budgets mm ifsion stellte den sozialdemokratischen Abgeordneten Noske als ten Urheber Der Indiskretion fest, dtvske bedauerte ten Vorfall und erbat Entscliuldigung, worauf die Kommiffivn die Geheimhaltung des Vorgangs beschloß. Da nun Der sozialtemokcatijche „Vorwärts" trohbem den Vorfall veröffentlichte unb ganz allgemein ein Mitglied bes Reiä)stags als Ureter bezeickprete, hat die Bndgetkom- Mission ü)re bisherige Gel)cünhaltung aufgehoben. In ten Wantel- gängpn »mirbe nunmehr allgemein Avgeorbnetcr döoske als Urheber ter Indiskretion genannt Die Notiz im Vorwärts rühvt, mie in ter Kommission berichtet wurde, von dem soz. Abg. Lehmann -Wiesbaden he^> Die Verwertung der südwestafrikauischen Diamanten. L>ezugSvrets: monatlid) 75 Pf., viertel» * jährlich Mk. 2.20; Durch Abhole- u. Zweigstellen ▼ monallrch 65 Pf.: Durch Die Post Pik. 2.— viertel* fährt ausscht Beftellg, j Zeilenprers: lokal 15 Uf^ auswärts 20 Piennr^ Lerantworilrch fux Den polinlchen Teil, füi .Feuilleton* und .Vermischtes* i Ernst AnDerwn; für .Sladt U. ItanD" und.(Scrtchlö- Nr. 24 Ter Siebener Anzeiger «rscheini täglid), außer Sonnlags. - Beilagen: e i e r m q I wöchentlich LietzenerZamilirndlätter; Sioeimal ivöciienil.KtetSi latt für den llr«i§ Sietzen «Dienstag unDFreimg); zweimal monntl. Land» vlrlschaftliche Sritsragen (teriüpred) • Anschlüsse: tüt Die ReDakiion 112, tierlag u. Expedition 51 Ubiefle lux Deveichen: Anzeiger Gießen. Annahme von Hnjagen üi die TageSniiinnier bi« vormittag« 10 Uhr. 'm' lldr Älii ietzener Anzei General-Anzeiger für Oberhessen ^’kenbali kraebenu ein Mk. o,;; *8nn, iranz, ^37), 1 Betbier. 8annar 1909 Der R-eichsanzeigcr veröücnt.iust eine Lt.aifer.iche-. Verordnung über ten Handel mit südwestaftikanischen Diamanten. Auf Grundlage dieser Vewrdiiuirg Haven sich, iu-ie die^„Rordd. AUg. Ztg. rnittcick, die an der Diamantgewrniiung im Sujafcgebid: mrerenier- ten Gruppen mit unmeientließen AuS.iahmen zufaulmengeich-o,sen und durch Vermittlung chres Bankiers ost Errrchtung einer Ge- seldchaft in Ausiicht genommen, welä-er ter Vertr.eo ter deutschen öiolon aldiamaitteu auf Grundlage der erwähnten Verordnung Die bevorstehenden Nachwahlen in zwei ländlichen Hannover- sHen Landkreisen dürften wohl mitoestimmeud dafür sein, teis ter Dutrag ter Sozialdemokraten auf r e i chs g e s e tz l i ch e die gelang der Verhältnifse der Landarbeiter und tes Eesintes eine so ausgedehnt Behandlung findet Auch der heutige zottle Schwerinstag reichte nicht aus, die Rednerliste zu erschöpfen. Ten Schluß des ersten Verhanolungs.ages vor acyt Tagen halst eine sehr polemische Rete des THahn gegen reinen asten Witer- tender Weise vorftsthrst. Die Rete klang aus in eia Hoch auf ten Kaiser. Am 27. fanden bie üblichen Schulfeiernr in ter Volt'Ssckstile statt. Abends vereinigten sich einige Herreul zu einem Festessenim „Stern". Die eigentliche Volksfeier>. an der sich Leute aller Stande beteiligten, und die patriotisches Charakter trug, fand in Gestalt eines Kommerses int GambrinuS- statt Die Musik halle die rühmlichst bekannte Kapelle Hißge^ gestellt Bürgermeister Roth eröffnete Den Kommers. Dio Kaiserrebe hielt Oberst z. D. Weimer. Später gebachtc; Psarrer Werner noch ter treuen Lebensgefährtin tes Kaisers, ter Kaiserin. Das reichhaltige Programm des Abends, in Dem sich noch verschiedene sehr gut gebotene Gefangsnummerni peS Ntännergesangoereins befanben, wurde tadellos bis zuletzt Durchgeführt Ein G e b i ch t teS Grosth. Ooeranllsrichters R ö m - Held wurde noch vorgetragen. Wie pattiollsch unsere Bevölkerung gesinnt ist, beweist ter Umstand, daß sogar eine größer^ Anzahl Damen im Kasino Kaisers Geburtstag feierten. Und ivie hat erst die l i e b e I n g e n d auf unserer well ausgetehnstn Eisfläche bei warmem Sonnenschein sich ter Schulfrecheit zu itaiferä Geburtstag gefreut -r- Krofdorf, 28. Jan. Auch hier wurde Kaisers Geburtstag würdig gefeiert. Die Mitglieder tes Krieger- unb Vürgervereins waren mit ihren Angehörigen gestern sehr zahte ceid) im Freundfchen Saale zusammengeeommen. Nach einem B>- grüßungswort durch ten Vorsitzenden, Postagenten Kuhn, unti einem von einer Schülerin vorgclragenen Prolog hielt Hauptsthrer H 0 s f m q n n die Festrede, dst in einem begeistert qu; genommene« Kaiserhoch ausklaiig. Hierauf versetzte P,arrer Sproedl von Otenhauien a. D. L. mit seinem LiclMlterapparat bie Beriarnmelten in bie große Zeit von 1870/71; zu Den verschieDenen Bildern aus Dem Krieg teilamierten Schüler ter Oberklafse passende Ge- dicl>te und die Musik spielte entsprechende Weisen. Mll einem Hoch auf bie Veteranen des Vereins schloß der Lichtbilbervorlrag, ter allgemeinen Beifall sand. Nachdem noch ter Ortspfarrer tem Vortragenden für seine nttereflanie Vorführung im Namen ber beiden Vereine gedankt, nahm Die Feier unter Absingen patriotischer Bieder und Ätujikoorträge radieren guten Verlaus. — i. Hörnsheim, 28. Jan. Unser Kr i eg e rv e re i« feierte geüent Ql'cnD Den Geburtstag Des Kaisers. Um 8 Uhr tanD ein Facketzug Durch bas Tois flau. Danna) begaben sich Die (feliteilnelnnev m Die Gastivirtscbait Volk, um bet Konzert, Vortrccheu miö Tanz Die Feier ioilznsetzen. Ter Vorsitzende DeS Vereins, W. FrieDrich, brachte em Hurra I auf Den Kaiser aus. 'Jtocl) lange blieben bie 'JJniglieDer Des Kriegei Vereins ziisamuren. Auch Die TorijugeuD feierte Den Tag Durch einen vergnüg len 2ldenD bei Gasiw.it Begier. Ter Kriegerein verlor im ubge- lan'enen Jahre Drei MttglieDer Durch Den ToD: Bel ei au (5>a|huirt Volk, Veieran Acichel, Der 23 Jahre erster VoisigeuDer war, und Kanierad Johannes schweizer. Em schönes Fest sieht Dem Verein- oiejes Jai.r bevor, nämlich das Bundesf est Des KrtegerbunDeL' Hüllerwecg. RotaNonrdrvS und Verlag der Vrühl'schen Uniy.'vuch- und Ztpjqönrckerei IL r ihrige Schlosser Beinlich schrieb einem LudwigShasener Fabrikanten einen Erpressungsbrief. Er verlangte die Zu- ienbung einer größeren Summe Geldes und stellte bei Nicht- erfülluna seiner Forderung die Kvmprvm Gierung des Fabrikanien in Aussi.. L Als ber Erpresser auf der ostanstalt sich nach dem jnuaigcu Eintreffen dcs Geld-:s er tunt n wollte, wurde er verhaftet h. Frankfurt a. M., 28. Jan. Der frühere Hauptmann der 4. ^dornpagnie des 81. Insanterie-R^giments Malot' i, gegen ixn ein Verfahren wegen Verfehlungen im Sinne des Paca- .iraphcn 17ö anlkingig war, ist |ür sahnens lüchtig erhärt worden. (Frkf. Ztg.). w Limburg, 28. Jan. Wi- ber .Naffaner Bote' nelbel, ist Bischof Willi an Sungment^ünbung erkrankt, ter Zustand deS Kranken war heule nicht unbedenklich Kitztzng 0er 5>ta0tücrör0iictcM. Gießen, 28. Jan. Amvesend sind: Cberburgermcifier Mecum, Beiaeoidnetei lleller; bie eiaoiDeroibiieiin: Brück, Tr. Ebel, Eichenauer, Aaber, Gabriel, Grünewald, Dr. Gutfle.sch. Hademchl, Tr. Habe«» körn, Haubach, Hetchetheim, Helstich, Huhu, Jann, Jngbaidt Krumm, L'eib, Löber, Loos, Cvug, Petri, Plank, Simon, Trat hiaUemcls und Wmn. Tlitte lungrn. Der Vorsitzende teilt mit, daß die Handelskammer ba:- Ableben ihres Präsidenten, Kommerzienrat Koch miigctcilt hab. und erinnert daran, daß der Verlebte stets dazu beigetragen Ijabc, gute Beziehungen zwischen der Handelskammer unb b-r Siabt- ucrroaltung zu erhalten. Die Stadt werde ihm, dem treuen Bürger Gießens, stets ein ehrendes Angedenken bewahren. Er bitte, sich recht zahlreich an der Beerdigung zu beteiligen. Ardeiteolstn Beratung. Unterm 24. d. M. ist ein Schreiben dcs Stadtv. Krumm eingcgangen, daß einigen Jahre lang bei den SlanaliiationdarbeiUn beschädigten Arbeitern vor kurzem bom Tiefbauamt mitgetedt worden sei, sie,würden von jetzt ab als Notstandsarbeiter beschäftigt, .rotzdem man ihnen vergangenes Jahr gejagt habe, daß sie ständig Jlrbcit bei der Stadt behalten konnten. Tas sei von der Stadl nicht richtig gehandelt und er stelle den Antrag, daft sie wenigstens einen Mindestlohn von 3 Mark erhalten sollten, wenn sie nicht läglid) 9 Stunden zu 36 Psg. beschäftigt würden. Tie Baudepu- faLion beantragt Ablehnung dieses Antrags. Ter V o r l i tz e n d e bemerkt dazu, daß Stadtv. Krumm dieses Schreiben wohl kaum abgeiafti hätte, wenn er sich nicht nur aus die Angaben der Arbeiter verlassen, sondern sich bei der Bürgcr- nicifterei erkundigt halle. Es handle sich uni unständige Arbeiter, . ie bei den uuii der Stadl ausgesührten Regie-Kanal ar beiten be- ä)äsligl gewesen seien. Es sei ihnen im vorigen Jal,r gesagt wordcu, daß sic aus ständige Arbeit nicht rechnen könnten. Taraus- hin seien auch eine Anzahl und zwar zumeist die brauchbarsten wcggegangcn und hätten sich sonstige Arbeit verschasft. Die übrigen würden nunmehr als Notstandsarbeiter beschäftigt. Stadtv. Krumm führt aus, cs handle f>ch um eine Anzahl Arbeiter, die lange bei der Stadt beichättigl gewesen >ewn uno von einem wisse er ganz bestimmt, daft ihni ständige Arbeit ücr- .prochen gewesen sei. Jetzt habe man ihnen plötzlich gejagt, sie würden als drotstandsarbeiter beschäftigt. Auf diese Art macl)c man es den städtischen Arbeitern muuöglich, in den Genuß der von der Stadt eingerichteten Hinterblicbenen-Versorgung zu kommen und bewirke blos, daß brauchbare Arbeiter nicht bei der Stadt blieben. Sv dürfe die Stadt nicht verfahren, selbst wenn kein Versprechen vorliege, denn von den 2,40 Mark, die bie Stadt an dkotstandsarbcilcr bezahle, könne man leine Familie ernähren. Stadtbaurneiücr Braubach bemerkt, cs handle sich um bei 'Jkgiearbciteu beidxijtigicn ungelernte iog. Gelegenheitsarbeiter. Vor 3 huti> 2 Jahren lwtlc die Sache anders gelegen als in diesem Winter, da man damals iniolge der vielen Hausanschlüsse ständig Arbeit für sie gehabt habe. Schon im November des vergangenen Jahres IrüUe man die Leute entlassen müssen, da man keine Arbeit mehr für sie hatte. Man habe ihnen aber gesagt, sobald NolstandsarlrcÄen gemacht würden, werde man sie beichägigen und dies sei auch geschehen. Man habe and) bei den Notstondsaroeitern Unterschied gemacht: Leute, die feitber schon bei der Stadt arbeiteten, erhielten 30 P«g. und Neubesdr-uiigte 28 Psg. Stunden- lohn. Das von den Leuten Geleistete stände in keinem Verhältnis zu den Kirsten. Ter Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daft bic Leute, die nicht ständig bei der Stadt batten beschäftigt werden können, im Sommer auch höhere Lohne wie die anderen erhalten hauen. Aach einer Anfrage bei 8 lriesigen Bauunternehmern beidjaitigteii diese jetzt noch 166 Arbeiter, von denen nur 30 Gießcncr seien. Unter dcu übrigen feien zahlreiche unständige Arbeiter. Auf Be- i tagen, warum sie Nicht nie bi Einheimg'd)e beschäftigen, hätten Die Unternehmer erklärt, diese feien unzuverlässig. Stabt». Winn schreibt die jetzige Kalamität den übermäßigen iW>ttid)en 'Jicßicarbeiieit zu. Es sei selbstversiündlich, daß tue Sladt den diotstandsarbeitcrn Nicht tue gleichen Löhne geben tonne, roit den ständigen Arbeitern. Aber man solle den letzteren den gleichen Stundcnlolrn geben wie im Sommer, auch wenn sie als NofttandS- ar beit er beschältigt würden. Der Vorsitzende bemerkt, das geschehe jetzt schon. Stadtv. Loder rügt es, daß man den Leuten Kitz vor Weih, nachten gesagt hätte, bis Anjang Januar würde nicht gearbeitet. Man hatte sie ständig beschäftigen fallen. Stadt». Krumm bemerkt, die IKute hätten doch früher ihre Schuldigkeit getan; sie seien al)o Nicht so unzuverlässig wie b.er gesagt werde. So gut die Unternehmer von der Stadt verlangen, daß bte städtischen Arbeiten niüjt nach außerhalb vergeben würden, ’üliten sic auch in erster Linie hiesige Acoeuer beschäftigen. Aber Lte Stadt selbst gebe chncn ie Stadt die gleichen Löhne gebe, nne bie Kvnfumoereine, bann sei er (Rebnef schon zuftiedcn. Stadtv. Ha ubach hat nickst- dagegen, wenn hier berechtigte Klagen vorgebracht würden. Aber in bicicm Fall hätte sich Stadt». Krumm erst erkundigen sollen, dann hätte er diese unrichtigen Behauptungen nicht ausgestellt. Stadtv. Troß teilt mit, daß auch bei ihm 3 Arbeiter im Austrag von 36 anderen sich bellagt hätten, daß sie auf einmal statt 36 Psg. nur 30 Psg. Stunden lohn bekommen sollten. hatten erklärt, daß sie mit 32 Psg. die Stunde zusrieden fein wollten (Stadtv. Krumm: Bei 9 Stunden Arbeitszeit), das solle man ihnen auch geben. Durch die vielen 'Jicgicarbcitcn müsse die Stadt Leute einftcllcn, die sie nicht dauernd beschäftigen könne. Tas könne man dadurch erreichen, daß man bic Arbeiten möglichst an Unternehmer vergebe. Durch das ictzcge Verfahren ziehe man Leute hierher, die man im Winter dann beschäftigen müste.' Der mehrmals schon in Aussicht gestellte städtische Taiupfdagger sei auch so ein Betrieb, den man nicht ständig beidyäjtigcn könne. Gegen 2 fSiimmcn wird hieraus der Antrag Krumm ab- gelehnt,. Tie Stra^npfhlhrung. Der Vorsitzende macht Mftteilungen über die Jn- orrnationSreise der Vaudcputation nach Frankfurt, Würzburg unb Mainz zum Studium bet Straftenpilastervcrhaltnisse und schlügt' namens der Baudeputation auf Grund der gemachten Beobad'lungcir vor, bei der Neubesestigung der für bie Äraftenbahn in Betracht kommenden Straßen iolgenbcrmaftcn zu verfahren. Tie Bahnhofstraße soll zwischen Bahnhof- und Liebigstraße mit Asphaltplatten, zwischen Liebigstraße und Wieseck mit Grauuxtcke gepslastert werden. Von da bis zur Schanzenstrafte ist sie in gutem Zustand unb bis zur Marktstraße fall sie mit Aspbaltlleinvflaster versehen werben. Tie Marktstraße, ber Marktplatz, die Mäusburg und der ttteuzplatz sollen Gußaspljalt erhalten, aus dem Kirchenplatz, dem Lindcnplatz, der Walllorstratze und dem Seltersweg fall bas jetzige Steinpflaster bleiben. Tie Marburger Strafte bis zum Friedhof, bie Gartenstrafte und die Kaiser-Allee erhallen Klcinpflasler, Die Liebigstraße und die Frankjurter Straße bis zur Alicesliafte erhält Grauwackepslasterung, die Schulstraße und die Neuenbäue werben mit dem vorhandenen Material umgepflastert. Die West- Anlage bis rum zukünftigen Straßenbahn-Depot und die Neustadt erhalten Schotterplatten. Zusammen würbe dies 215 000 Mark kosten, aufterbem fiub 27 000 Mark ersordcrlich für die Herstellung gelegentlich der Glcislcgung unb für bie Bürgersteig' 81 600 M. Zusammen sind also 324 000 M. erforderlich, wovon 115000 M. bereits früher bewilligt sind, fobaft nunmehr noch 209 000 Mark bewilligt werden müssen. Bezüg.ich der für Wcst-Anlage und Neustadt vorgesehenen Schotterplatten hat er persönlich Bedenken. Stadw. Heichelheim bittet um Auskunft, ob das vorgesehene Pslaster auch für feine Zwecke geeignet sei, namentlich auch» ob bei Ausbrüchen die Kosten nicht zu $od) würden. Der Vorsitzende meint, die Zahl und Kosten der Aufbrüche hinge von dem Zustand der in dcu Straften Itcgcnbrn Leitungen ab. Der Kanal erfordere voraussichtlich längere jtu feine Reparaturen, dagegen seien Gas- und Wasserleitung aüf)t gut. Bei Stampfasphalt würden Aufbrüche teurer wie bei bta vorgeschlagenen Verfahren. Stadlbaumeister Braubach weist daraus hin, daß in der Altstadt kein Pflaster ohne besonderen Untergrund sich halte. Man lege bcshalb jetzt das alte Pslaster tiefer, fülle die Fugen mit Zement auS und lege darüber aus einer leichten Betonschicht bas neue Pflaster. Dieses Verfahren habe sich bewährt. Stadw. W a l l e n s e 1 s glaubt, daß man in unseren Basalt- brüchcn sehr gutes Material habe, das man alS Groß- ober Kl ein- pslaster auf den engen Plätzen der inneren Stadt benutzen solle. Der Vorsitzende bemerkt dazu, auch Basallpflaster halte ohne andere Unterlage nicht, Asphaltpflaster koste 10,50 Mark auf den Quadratmeter, während das Basaltpslaster 10 Mark koste. Tiefe geringe Preisdifferenz werde durch Heinere Reparaturkosten wieder reichlich eingeholt. Stadw. Petri weist daraus bin, daß die Vorlage selbst für die Schulstraße usw. Umpflastcrung des jetzigen Asphaltpjlaster» vorse^e und meint, mindestens für die Außcnslraßen käme Basalt sehr in Betracht. Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß unser Basalt reichlich zur Anwendung kommt, namentlich überall da, wo es sich um Kleinpflaster handelt. Stadw. Eichenauer macht daraus aufmerksam, daß die Wahl deS Pflasters bezüglich der Straftcnrcinigung großen Einfluß habe und bittet hierüber um Auskunft. Der Vorsitzende erroicbert, dah es damit mit den neuen Pflasterarten besser werden und auch tue StraftenreinigungSkosten sich ermäßigen würden. Stadw. Winn fuhrt aus, in der inneren Stadt müsse man die Anwendung von Asphaltpslasier vermeiden. Auch von de« Schotterplaltcn halte er nicht viel. Mit Rücksicht aus die Mitteilung deS Lberbürgermeistcrs über den Zustand der GaS- und Wasscrlcttung falle man beide nach ALöglichkcit vor der noibttlid), wovon 115000 $ nunmehr noch M M Nci 4 der für Vksl-Anlage nu cn hat er persönlich Bedenk um Äuskunjt, ob das Dor? e geeignet sei, namenllich e; u hoch würden. e Zahl und Kostm der # t in ben Archen liegen' - voraussichtlich längere k-« und Wasserleitung - Brüche teurer wie b;i ■ vast daraus hm, Wa in k m Untergrund stch Halle. : tiefer, füllt die öugen c nj einer leichten Betoncht ren habe sich bcwayrt. man in umeren w ag man als Grotz- oder ND inneren Stadt.benutzen M «zu, auch ÄAM 8 chaltpfl-M dste V L säs i bitte 6- * i lr-lden oue, ,aüen NMk schließ ■ 2*^ ST* « rt. [aitn- Zöpfe :: Dreher Haarunterlagen Toupe :: Scheitel Haar-Uhrketten werden billigst angefertigt bet: 1418 H. Tichy LelterSweg 43 Ecke der Goetheftr. eventl. entgegenkommende Zahlungsweiße. (895 Möbelmagazin Aug. üssmann 89 Seltersweg 89. 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Februar öffentliche Hauptproben) Sonde rabon nein en ts zn ermässigten Preisen in der MuBLkalieubandlang Ernst Challier Iluduipus bacld.) *) Die Abonnenten: Rote Karte (6 Abende), denen nur das 7. Konzert (Missa) zusteht, können Abonnement» für das 6 und ti. Konzert erhalten (Umtausch ihrer roten K