Erstes Blatt 159. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt lv Seiten. ockstrasse ■BEJffuE'TF 14/16 f der Nr.Ä53 Der Siebener Lnzelqtt erscheint täglich, aufeer Sonntag». - Beilagen: viermal wöchentlich 'iehenerZamiliendlätter; .ipeimalroöctientl.Krell» lall für den Kreis Sieben > Dienstag und Freitag); iveimal monatl. Land- IirlichaftlicheSeitsragea renisprech - Anschlüsse: '4r die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger «icßcu. iBd-ührea autle f> gut. Gehen. ks!r: M n-Ueberzie'ner ren-Anzüge ifakturwaren Pelze zzz: Auswahl. Bill. Preise Mmisterwechse! in Dänemark. Kopenhagen, 27. Okt. Der König empfing heute den Führer der Radikalen im Folkething, Rechtsanwalt Zahle, der folgende Ministerliste vorlegte: Rechtsanwalt Zahle Ministerpräsident und Iustizministcr, Landrichter Krabbe 86» von Sä-® Uff nhalt empliemt iu - tschinenfabrik Scbieäersleii •h (Oberhessen). Donnerstag 28. Oktober 1909 Vezugopret». monatlich 75 Vt., viertel» ▼ - A jährlich Mk. 2.20. durch Abyole- u. Ziveigstellen moimtlicb 65 Pt.; durch — Deutscher Fröbel-Verband. Auf Hauptversammlung zu Magdeburg sprach am Montag abend Prof. Enken-Jena über „Die Bedeutung pröbel» für die Kultur der Gegenwart". Der Verfasser stellte dem äußerlichen, rastlosen Tun Fröbels Anschauung vom ALel der Tätigkeit entgegen. Gesellschaft und ^mdr- vidualität sollen nach Fröbel einander nicht ausschltetzen; das eine wächst durch das andere. Das ift bie beste Gewahr für eine harmonische Entwicklung des Menschen. Die Frau werde dem 9Ranne gleichwertig, .aber nicht gleichartig. Jeder in seiner Art - auf gleicher Hohe - nebeneinander. Die Sorge für die Erziehung der Mens Aeit ist der Frau, der Mutter, in die Hand gegeben, ^ie soll darum ihre Arbeit im Familienkreis nicht geringer achten, als die des Mannes in der Oeffentlichkett. Nickst auf die Größe des Arbeitskreises kommt es an, sondern auf die Wirkung. Am folgenden Tage wurde über die Stellung der Kindergärtnerin verhandelt. Frau Clara Richter- Berlin zeigte, daß die materielle Lage der Kindergärtnerin bisher keineswegs der eingesetzten Kraft entspricht. Es ist des^lb eine Attersversorgung durch. Anschluß an die Leh- ■e1. teil ges chehen, indem s i e zu viel beweise n ro j l L t c und Furrer unstatthafte Mittel zu seiner ® c r t c t =■ digung eingeräumt und das Dersalfreii tu bic Lange hat gelten lassen, anstatt das durch die Umstände gebotene iiim- marischc Verfahren anzuwenden, bet dem die Aburteilung und ÖtnrickNiMg der Verhaftung unmittelbar gesolgt wären. Tie Wirkung, welche dieses .gesprenkelte Bersahrcn auf dte öfseMltche Meinung Europas ausgcübt lat, ist das Gegenteil von dem gewesen, was Derr Maura erwartete. Für meine Person hcwundere ich das Vorgel>cn Frankreichs, das während der Kvrn- nnnte dcit Aufstand nachdrücklich erstickte, in der Folge aber den ftüHeren Teilnehmern an der Empörung, die sich geändert hatten, die Teilnahme an den Landrsgeschäften gestattete. Aber ich v'\eber» hvle, daß es in Spanien keinen Fall Ferrer gibt und geben wnn. Das sagt ein liberaler Minister des neuen spanischen Kabinetts! Was sagen dazu diejenigen Freigeister, die auch in Deutschland für den „unschuldig Verurl.rltcn" voreilig und ohne genaue Kenntnis von der Sache so gewaltig die Trommel gerührt haben? Daß diese osfen- kundige polittsche Blamage jetzt von der Zentrunrspresse gegen das geistige Rüstzeug des Liberalismus ausgenützt werden kann, ist höchst bedauerlich Liberale Politiker aber haben das Recht und die Pflicht, gegen solche Schädigung des Ansehens im eigenen Lager zu protestieren und notigen- falls auch den Spott nickst zu sparen, den das Gebaren mancher sogenannter entjchieden Liberalen geradezu heraus» forderte. politische Lagesschau. Russischer Boykott deutscher Waren. Trotz des offenkundigen Rückzuges, den die deutsche Negierung bei dem Zwischenfall in Charbin angetreten nut, sind die weiteren Folgen für die dortigen Deutschen jochst unerfreulich Der „Köln. Ztg." wird aus Peters- ; >urg berichtet: . . SDic Nowoje Wrernja" entnimmt den in Ostauen erscheinenden | russischen Blättern einen Aufruf zum Boykott deutscher Die Türkei und dar 2lus!anö. Zwischen Wien und Konstantinopel ist wieder alle? in schönster Ordnung. Sehr wertvoll für den deutschen Einfluß ist es, daß General v. d. Goltz wieder in türkischen Diensten weilt.' Bemerkenswert ist es aber auch, daß der Sultan künftig regelmäßig türkische Ofstziere auch nach Oesterreich schicken will, damit sie sich militärisch unterrichten. Während vor einigen fülonaten noch eine ungestüme Boykotlbewegung gegen Oesterreich im Flor war, machen heute friedliche türkische Reisegesellschaften in Wien Visiten. Die Zeiten ändern sich rasch. Konstantinopel, 27. Okt. Auf Grund der ausgeschrie- benen Submission auf Kriegsmaterial, zu der eine außerordentlich große Zahl von Lieferanten zugelassen wird, soll die Firma Krupp den Zuschlag für neunzig Rohrrucklauf-Feld- kanonen erhalten, während ein gewisses Quantum Munition für ältere Festungs- und Belagerungsgeschütze an Armstrong vergeben werden soll, lieber dte Munitionssahrzeuge ist noch nichts Endgültiges bekannt. „ „ Konstantinopel, 27. Okt. Nach Information^ von maßgebender Stelle wird die Türkei von 1910 ab ; ahrltch vier bis sechsOffiziere zur Vervollkommnung der Studien nach Oesterreich-Ungarn entsenden. Die Gesamtzahl der zu entsendenden Offiziere soll vierzig betragen Wien, 27. Okt. Eine aus 250 Personen bestehende türkische Reisegesellschaft ist heute abend hur em getroffen. Am Bahnhofe begrüßten Vertreter des Handelsministeriums, der Präsident der Handelskammer und Bürgermeister Dr Lueger die Gäste auss herzlichste. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die s e i t A l t e r s h e r bestehenden freunbjtbaTiiuijcn Bande mit der Türkei durch diesen Besuch enger geknüpft roeroen mögen. Konstantinopel, 27. Oft. Aus Anlaß ber heutigen Fahrt des Sultans nach Jsmid war der Bahnhv, der cmawlischen Bahn festlich geschmückt. Das Bahnpersonal bildete Spalier aus dem Bahnsteige. Ter von der Gesell)chaft zur Verfügung gestellte Sonderzug bestand aus fünf Waggons. Auf der Strecke bis Jsmid trugen alle Bahnhöfe Flaggenschmuck. -Ler Sultan drückte wiederholt seine Befriedigung über die §ahrt aus. Lebensmittelkeuerung in Oesterreich. ; österreichischen Älbgeordnetenhaus ftvnd gestern eine , lvchwichtigc Anci-legenheit zur Brratirng, dl« -Mituber ine Grenzen hinaus Interesse erregt. In Oefterrem> ist eine Lebensmittelteuerung eingettcten, bie bie S^cteuenjng in Deutschland noch zu überttesfen scheint. Der öfter» lüchische Handelsminisier hat sehr off en Herz! ge Er tarun gen abgegeben und namentlich die ablehnende Haltung der un- ■infrfycn Regierung wegen der Herabsetzung der Grtrerde- ?c>lle beklagt, was allgemeines Aussehen erregte. Gerung will man durch die Errichtung einer Wiehverwer- 1 maszen träte mildern. . Wien, 27. Okt. Bei der Verhandlung der Dringlichkeit santräge betreffend die Lebensmittel- r e u e run g wies Hanbelsminister Wervk (■in, daß die gegenwärtige Situation gegen ähnliche frühere friburd) versck-ärst erscheine, daß zu der Lebensmtttelteue- nmg noch eine Depr e s s io n de r i ndu st n e l l e n Kon- j unklur mit brohmder Arbeitslosigkeit hmzulomme. Der ^udelsminister desPrack) eingehend die Frage der G tre.de- olle. Er hob l>ervor, daß das Bedürfnrs eines Zollschutzes i'iir die heimische Getteideproduktion sick) zu vermindern ixginne, zumal die Voraussetzung für die hohen Getrerbe- zölle, nämlick) das Sinken der Getteibepreise, keineswegs iiiehr zutteffe. Die Regierung habe sich an die ungarische ' : Regierung wegen Herabsetzung der Geteidezölle mit Rück- I ficht auf bie geringe Ernte gewandt. Die ungarische Re- I gierung habe eine Herab setzimg abgelehnt, weil für das >ahr 1909 keineswegs von einer schlechten Ernte gesprochen «erden könne. (Hört! Hört!) Auf die steigende Tendenz jtt Getteidepreise wirke zweifellos auch die Tatsache ein, >aß trotz der nachdrücklichsten Vorstellungen der österreich- .ichen Regierung Budapest noch immer auf dem Blanko- » terminhandel bestehe. (Lebhafter Beifall.) Handelsminister Dr. Weiskircksner befaßte sich i.m wei- teren Verlaufe seiner Rede eingehend mit der Frage der l e i s ch t e u e r u n g, die namentlich im nächsten Frühjahre infolge der gesunkenen Viehbestände bedenklich zu □erben drohe. Er sprach den Wunsch aus, daß die Re- s,x»erungsvorlage betreffenb die Errichtung einer Vieh- ^verwertungszentrale baldigst beraten werde. Der 5 Minister betonte, daß die Fleischversorgung der Großstädte ohne Zuhilfenahme geschlachteten Fleisches für die Dauer i ausgeschlossen sei. Zur Frage der Milchteuerung erklärte -er Minister, die Regierung werde alle in dieser Hinsicht I gemachten Vorschläge reiflichst Prüfen. Es sei die Pflicht ocs Parlanients und der Regierung, sich mit allen diesen •Stagen eingehend zu befassen; aber ihre Lösung sei natürlich -richt von heute aus morgen möglich. Die wichtigste Vor- wbingung für eine bauernbe Lösung berartiger Fragen je Bevölkerung in der Mandschurei durch nichts gegen die empörenden lieber griffe Deutscher geschützt. Die Deutschen könnten sich das Eigentum der verttauensseligcn Russen aneignen und seien unter dem Schutze der nationalen Flagge und des Konsuls gegen udes Gesetz gefeit. Um der Frechheit der Deutschen ein Ende zu madjen, besitze die russische Bevölkerung Charbins in bem Boykott ber bcutschen Waren eine mächtige Waffe. Möge kein Russe, der noch Selbstgefühl besitzt, einen Gkgenftanb deutscher Herkunst in bie Hand nehmen. Mögen bie russischen Kaufleute ihre Beziehungen zu den bcutfd>cn Firmen abbrechen, wenn sie nickst selbst bem Boykott verfallen wollen. Möge die Ostdstnabahn der deutschen Firma, der sie zu Millionen Mark Bestellungen übertrage, emen Fußtritt geben, wie der russische Soldat ihn bei der Erfüllung seiner Dienstpflichten während der Versteigerung der Ebarbmer Brauerei erhalten habe. Der Aufruf schließt mit den Worten: es sei Zeit, daß die Russen aus ihrer Erniedrigung erwachten. Daher solle der Boykott deutscher Waren eingebettet werden Es handelt sich hier um offenkundige Gehästigkeiten, und das Berliner Auswärttge Amt wird aut tun, diesen Dingen ernste Aufmerksamkeit zu schenken. Fe entschiedener das deutsche Auftreten ist, desto größer der Refpekt der Russen, das ist eine sehr alte Erfahrung. Gietzener Stadttheater. Ter Doppelmensch. Schwank von Wilhelm Jakoby und Arthur Lippschitz. So herzlich und ununterbrochen wie gestern habe ich im Theater noch selten lachen hören: Karl W. Buller nar mit einem neuen Schwank von Jakoby und ^.ippichutz qekommen und verhalf dem witzigen Stücklem zu einem starken Erfolg. Wer Jakoby, den gefeierten ehemaligen Vorsitzenden des Mainzer Karnevalvereins, kennt, bei besten Erscheinen in der „Narrhalla" heute noch cm unbeschreiblicher Jubel ausbricht, der weiß, daß dieser witzige schlagfertige Redner auch als Schwankdichter stets lebhaften fall findet. Spielt dann iivch Karl William Buller die Haupttolle, dann gibts überhaupt kein Halten mehr, dann sorühen Witz und .Humor wie tausende von kleinen lachenden Teufelck)en zwischen Bühne und Zuschauer. Sofort ist die iimige Beziehung da, die feste Fühlung, die sich erst mtt dem letzten Fallen des Vorhanges lockert, um als sticke, lächelnde Freude in uns nackizuklingen. Und wie Buller mit den denkbar einfachsten Mitteln Menschen leibhaftig macht, wie er mit einer leisen Geste das Lachen weckt und ohne jede Aufdringlichkeit, ja unmerkbar fast, das Wesentliche unterstreicht, emporhebt und zu voller Rundung forint. dieser Abgeordnete, der gegen die „Nachtlokale" wettert und dann durch Erbschaft der Besitzer einer der tollsten ^anzhallen wird, steht als lebendiger Mensch vor uns, dessen ^chichale rind Abenteuer uns nur deshalb so stark festeln, weil em Künstler in der Rolle steckt und sie mit semem Können weitet. Alle die vielen Kleinigi'eiten, die den Mensthen aus- riachen, faßt Büller genial zusammen und bildet daraus ein wahr hastiges Wesen aus Fleisch und Blut. Aeben Büller hatten bie Mitglieder unserer Buhne einen schweren Stand. Aber sie spielten wacker und mtt Liebe. Elly Gühne bemühte sich nicht vergeblich. Die geistig etwas klein geratene Gattin in Erscheinung zu bringen, unb Rudolf G o l l spielte den Jünger des ©omnam. bulismus, der in jedem einen Doppelmenschen wittert, mtt fröhlicher Hingabe. Recht glücklich verkörperte Ada Pauly die alt ünpferliche Tante Aurelie. Sehr Hub,ch waren auch Rolf Gunolt als Dirigent emer Zigeunerkavelle und Edgar Pauly als Portier. Das jugendliche Liebespaar wurde von Gustt Ney und Karl Marx das Meitbare Ehepaar von Erna Gülde n er und Ferry Daub al recht anerkennenswert dargestellt Eme ausgezeichnete „Stutze war Lore Scholz, deren lebhaftes Temperament sich famov in die lustige Rolle des gebildeten Dienstmädchens sand Erwähnt sei noch Kürt Goldberg als Vorsitzender des KlubS der Nervösen. Die Leitung Kurt Äuhnes war flott und umsichtig. K- MUi ä** eitc Beweis ii ae> au id)C» •.$&***% inani«=T>^,e nie.) -7 • . ’L Betten, iterwaren, IwmZ A w ■ ■ M Bm MW H Ei Jr w H Ä W fij y H diePoslMk.2—vieilck- IM rajr fa RI ^rK SMS ü idbiL ausjchl. Bcsleüg. H TO B Q HbK ■ JE Hi KS M L» B HA B väk. B Zeilenpreis: lokal 15 stft Pkj« B W v/W k | öy auswärts 20 Pienmq. ® K* 'Mr r.g ’V Chelredaktkur: A Goetz. ■ DM fy VeraiNworklich für den XkJr - "****ey pohtiid)cn Teil: August General-Anzeiger für Gberhesien WM 'ü°d",7'r°7»n!u'n" Hotationsönid und Perlag der vrühl'schen Univ.-Such und Steieörnderei B. Lange. Bedattivn. Srpeditivn und Druckerei: rSsuIftratze ?. diS oormittaflS 9 Uhr. — mitt- im -■■i n ■—a——iwi ■'■«w Eine Enthüllung über Ferrers Verurteilung. Die Anhänger Ferrers mögen gedacht haben, bas neue liberale Kabinett in Spanien werbe ber alten Regierung burch amtliche Veröffentlichungen in ber Ferrer^Sache wuchtige Tobesstvße versetzen — das gerade Gegenteil i|t Der Fall. Wie die neuen Minister sich zu dem Falle Ferrers stellen, zeigt eine Erklärung, die der Kr ie gs m i n ist er General Luque einem Bertteter des „Figaro" gegeben hat. Sie lautet nach einem Bericht der „Köln. Ztg": Sie wollen von mir wissen, wie man in ber Armee über Die Ferrer-Angelegenl/eit benft. Ich kann Ihnen nur sagen, batz diese Angelegenheit für uns nicht besteht: Ferrer ist ersdMjen, und ich glaube nicht, baß man ihn auferslehen lassen will A l s Liberale mißbilligen wir gewiß das Unterdrückung ssystem, das Herr Maura m Barcelona angewandt Ijat. Jul sold/en Fällen in intfcler Zeit muß die Unterbruck- ung sofort geschehen, Nicht mit Ianger grtft unb Kleinfeuer, benn auch wenn sie nicht so blutig ist, hinterlaßt sie bann den Eindruck, daß man eher Mit* Vergeltung als bie Herstellung der Ordnung verfolgt. Gefangennahmen^ und Hrnrickitungen nach zwei Monaten sind nicht nach uni er cm öinn. Der Fall Ferrer ist nur eine Episode dieser Unterdrückung, wir verutteilen sie als einen politischen Fehler, aber nach Gesetz und Recht ist Ferrer zu Recht verurteilt worden. Tie eben veröffentlichten Prozeßakten zeigen, daß die Gesamtheit ber Zeugnisse u. Indizien zur Genüge dieS chuld Ferrers bartun, nicht als Verbreiter von Ideen, sondern als Leiter des Aufstandes. Entgegen den Mitteilungen des Auslandes war die Verhandlung öffentlich, und das einstimmig gefällte Urteil wurde durch beit Auditeur des Generalkapitanats für Katalonien bestätigt, dessen begründeter Bericht den Atten beiliegt. Diejenigen, die in gutem Glauben das befolgte Verfahren angreifen, kennen die spanische Gesetzgebmig nicht. Tie Aburteilung durch ein bürgerliches ®erid)t nmr ^05* mebt nur auf Grund des Junsdikttonsgeietzes (von 1906h helfen Urheber ich bitt und das den Kriegsgerichten bie Vergehen gegen bic Armee zuweist, sondern auch nach dem ganten Riefen 9W, wonach bie Empörung stets durch bie Kriegsgerichte abgeurteilt ""^Äuch wäre eine Begnabigung Ferrers nach ber Hin- richttmg ber übrigen Verutteillcn als eine u n z u l a s s i ge A u s nähme erschienen. Wenn die konservative Regierung bie g e s e tz lichett Vorschriften verletzt hat, so ist das 1 m Gegen- Au; WettHöigunaSinmiHer, AbteilungSchef im 'JJliniftenum deS Aeutzeren EzoveniuS Minister des Aeußeren. Dr. pbd. P. Munch Minister be8 Innern, Landwirt Paul Christensen Landwirt chastsminister, Pfarrer Nielsen Bemmeleo Kultusminister, Generaifonsick Weimann-Hamburg HandelSimnister, Dr. pf)iL Eo. GrondeS Finanzminifler. Der Minister der öffentlichen Arbeiten ist noch nicht bestimmt. Der König wird die neuen Minister morgen nachmittag empfangen. Kopenhagen, 27. CfL Hofbesitzer Iensen-Onstedc hat daS DeckehrSministenum übernommen. ...... Deutsches Kcicb. Ter Dahlkreisvorstand der nationallibe- ralen Partei des R eich s t a g s wa h l kr e i s e s Gießen hielt am letzten Sonntag in Nidda eine Sitzung ab Auf der Tagesordnung standen u. a. Beratung der WahllceiZsatzung, Bericht über die letzte Landesau-schuß- sitzung. Festlegung der diesjährigen Vertrauensmänner-Der sammlung. ^ie VorstandsMitglieder, welche aus den ver- fdxiebenm Teilen des Wcchlkreiies erschienen waren, sprachen sich bei dem letzten Punkt dahin aus, daß die politisä-c Lage es tPünschLNSwcrt erscheinen lasse, die Bertrauens- männerversammlung möglichst bald emtuberufen. Es wurde darau »hin beschlossen, die Dertrauensmänner für Sonntag, 31. Oktober, 2 Uhr, nach Nidda zujammenzurufen und dort im Anschluß an die Dertrauensmännerversammlung um 3 Uhr eine öffentliche Versammlung abzuhallen, in welcher der Vorsitzende dec Landespartei, Herr Reichstagsabgeord- neter Dr. Osann (Darmstadt) über „Politische Tagesfragen" sprechen soll. Abends 7 Uhr wird dann derselbe Redner in einer öffentlichen Versammlung in Lich sprechen. Aus Crainfeld tvird uns geschrieben: Die Landlagsersatzwahl für unfern verslorbenenBürger- meister Sch m a l b a ch ist auf den 6. November anberauml worden und findet zu Herbstein bei Gastwirt Strauch statt. Wahlkommissar ist l-roßh. Äreisamtmann Herberg von Lauterback) An Kandidaten durfte es diesmal nicht mangeln, so daß man auf das Resultat sehr gespannt ist. Unter anderen hört man als solchen Bürgermeister Jost von Bermuthshain nennen. e Ter Kaiser hat am Mittwoch im Neuen Palais zu Potsdam die Borträge des Kultusministers und des Chefs des Zivillabinctts entgegengenommen. Der Mai)er richtete, im j" zufolge, an bin Kaiser von Japan aus Anlaß der Crnwrdung des Fürsten Ito nachstehendes Beileidstelegramm: „Soeben erfahre ich von der Ermordung des Fürsten Ito. Ich bitte Eure Majestät, den Ausdruck meiner aufrichtigsten Teilnahine an dem Verlust eines so getreuen und ausgezeichneten Staatsmannes entgegennelMen zu wollen." Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die „Hamburger Nachrichten" vom 9. Oktober veröffentlichen eine Zuschrift eines Deutschen aus Para, nach der eine nord- amerikanische Gesellschaft, die den Bau der Bahn Matz ei ra-M am orö am oberen Amazonen ström übernommen habe, in Deutschland Arbeiter aniverbe, und das Auswärtige Amt habe die Erlaubnis zur Anwerbung der Arbeiter gegeben. Wie wir von unterrichteter Seite !>ören, ist die Nachricht, daß das Auswärtige Amt die Erlaubnis zur Anwerbung von Arbeitern für das in Rede stehende '-bamm ter nehmen erteilt habe, falsch, vielmehr wurde, sobald die amtlichen Nachrichten über die ungünstigen Verhältnisse in dem Bahnbaugebiete vorlagen, da.- Geeignete veianlaßt, damit die deutschen Arbeiter vor der Uebersiedlnng dortlstn gewarnt würden. Wie in einer freisinnigen Versammlung in Eisenach mitgeteilt wurde, bat der Parteitag der freisinnigen Bolks- Partei in Okra beschlossen, baß die Freisinnigen in einer ehoa doch nod) durch Mandatniederlegung Schacks notwendig werdenden Rinchstags Ersatzwahl einen n a t i o » fl l {i b e r a I c n Kandidaten unter st Ätzen ollen, unter der Bedinguiig, daß die NationaNiberalen bei »en nächsten allgemeinen Dahlen in W imar für den Frei- init eintr'ten Tann wurde dieselbe Situation sein wie 19o«, wo ebenfalls in Eisenach ein Nationalliberaler, in D'i'Nar ein Molkstarleiler k indidierte, aber dec Liberal,s- muS in beiden Fallen unterlag. Ausland. Kaiser Nikolaus von Rußland ist am Mittwoch nadmiiiiag '» Uhi in Warschau eingetroffen und hat die Spu 'n her Behörden, Deputationen der Stadt und der Landbevölkerung, sowie 'Vertreter der Universitäten und anderer Hochschulen empfangen; alsdann fetzte er die Rückreise fort. In der Abendsitzu.ng der russischen Duma am 27. dieses Monats beachte die Arbcitergriippe eine Anfrage an den Münster des Innern darüber ein, daß in den Bibliotheken der ReichSduma uitb des Reichsrates in gesetzwidriger lichts angewiesen, obgleich dabei auch elektrisches Licht, Rönlgenstral)leii und Radium eine erhebliche Rolle spielen. Was die Sonnenstrahlen im besonderen in dieser Hinsicht nU leisten vermögen, hat Dr. Widmer auf örunb neuester Erfahrungen in der „Münchener Medizinischen Wochenschrift" besprocltcn. ShiSführtid) wird ein Fall behandelt, m dem der Kranke eine kr e b f i g c Geschwulst znnfchen Rase und ?luge aufwies und diese durch ausschließliche Be- ftrahlung mit Sonnenlicht zur vollstäudigen Heilung gc- brarfü werden konnte. Die Belichtung ttnirbc nur viermal je eine halbe Stunde oorgenonuncit, und die gesährliche Ok*- schwul st mar innerhalb einer W oche beseitigt. Den besonderen Wert der Behandlung mit Sonnenlicht sieht Dr. Widmer darin, daß auf bic|em Wege die schwulst nicht nur zerstört, sondern auch neues gesundes Gnm-be erzeugt twrben kann Die Zerstörung des krankhaften Cstwebcö beforgen die letzt so viel genannten ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts, tvährcnd für die andere Wirkung verschiedene andere Strahlen sorgen. — Kleine Ku n st ch r o n i k. Der Deutsch-Ev. Frauenbund bat für die luge des 4.—6. November feine Ansschuß- Ech""'l nach Han n oder einberufen BurgtlnMuerdirek- tor Schien t her in Wien wurde vorgestern zur General- intentzMiz berufen wegen dem am Samstag bei der Erst- eniffitbruiig von Müllers „S?argiibl am Bach" vorgelom- menni Skandal. Es wurden in dem Sluck ncucrlidy Striche vorgenommen. Vielfach hört man, daß die olinei ies schwache Stellung Sc1»lentl>ers uit ball bar geworden fei. Auch die Ä-ritir verlangt teilmctfc feinen Rücktritt Unter feinen mut- maidüben Nachfolgern nennt man Baron Beiger, den Leiter bfr> >'unbnrgcr Scl-auspielHauses — „Di d »-. du neueste Operette von OSkar 3 trau : , fand am .• i bei ihrer Erstaufführung in Wie» nur u>enig Bo»,all Leise einige ausländische Zeitschriften nicht zugelafien würden Der Antrag wurde einem Ausschuß überwiefen, nachdem die Dringlichkeit abaelehrn worden war. In der französischen Tevutiertenkam mer stellte bei der wieder aufgenommenen Verhandlung über den Zolltarif IauröS (Sozialist) am Mittwoch an die Regierung die Forderung, sie möge auf das Nachlassen bet aoarrrung im Zolsivncn hinwirken, ba dies von jetzt ab möglich und notwendig fei. Minister Pichon antwortete, er könne mit dem Auslande nicht eher in Verhandlungen über diesen Gegenstand eintreten, bevor nicht Frankreich seine Tarne revidiert habe. Die Bevollmächtigten Frankreichs mürben auf bet nächsten Konferenz im J?aag die Zolltariffrage in dem von IauröS angeregten Sinne zur spräche bringen; vorher könnten biptomatifche Besprechungen darüber stattfinden. In der Sitzung des englischen Unterhauses am Mittwoch bemerkte der Premier Minister, die dritte Lesung Der Finanzbill werde am 4 November beendigt sein. Am 5. November werde der Vorschlag gemacht, die Zusatzanträge des Oberhauses zur irischen Landcsbill en bloc abzulehnen. Das Haus werde sich dann bis zum 23. November vertagen. Es steht nunmehr fest, baß die zweite Lesung ber Finanz^ bin im Ober Hause nicht vor dem 22. November beginnen wird. Der spanische Finanzminister erklärte am Mittwoch, daß ber Goldschatz sich auf 80 Millionen beziffere und der Ueberfchuß der Einnahmen und mc Silberreferve ausreichen werde, um die Kosten bes Felbzuges zu decken. — Der König von Spanien vollzog bie Ernennung des Generals Wehl er zum General kavttän von Cata- Ionien. Ein zweites, yeute unterzeichnetes Dekret ordnet die Unterbrechung der Cortessitzungen an. Eine Erklärung des japanischen Auswärtigen Amtes besagt, daß die Polittk Japans Korea gegenüber durch die Ermordung des Fürsten Ito keine Veränderung erfahren werde. Ans Staöt und £anö. Gießen, 28. Oktober 1909. • • Tageskalender für Donnerstag, 28. Cft.: Lustiger Abend von Roda Roda. Abends 8‘/4 Uhr in Steins Garten. * • • Prinz und Prinzessin Heinrich vonPreußen begaben sich am Mittwoch vormittag mit Gefolge im Auto von Darmstadt zu niehrtägigem Besuch beim Prinzen Waldemar von Preußen nach Straßburg i. E. * * In Audienz empfangen wurde von S. K. £>. dem Großher zog am Mittwoch u. a. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert aus Gießen. * * Pfarrpersonalien. Der Groß Herzog hat die Wahl des seitherigen Pfarrassistenten Will). Knöpp in Darmstadt zuni zweiten Pfarrer des Diakonissenhauses „Elisabethenstist" zu Darmstadt bestätigt. * * Lehrerpersonalieu Uebertragen wurde dem Lehrer Marl Gaul zu Leiselheim eine Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Freimershetm. Bestätigt wurde der von bent Grasen zu Solms-Laubach auf die erste Lehrerstelle au der Gemeiutzeschule .zu Wetterfeld präsentierte Lehrer *cd). ffnab zu Lber^Sclmiitten; der von dem Grafen von Schlitz genannt v. Görtz auf die LchrersteNe an der Gemeindeschule zu Ober^Wegfurtb präsentierte Schulamtsaspirant Albt. Hotz aus Rimbach, * * Pharmazeutische Prüfungskommission. Zu Mitgliedern der pharmazeutischen Prüfungskommiisiou an der LaudeSuniverfikät fiir die Zeit vom 1. Oktober 1909 bis 30. September 1910 wurden Professor Dr. K'önig als Vorsitzender, Hofrat Profeffvr Dr. Naumann, Hofrat Professor Dr. Hansen, Privatbozent Dr. Feist, Mebi- zinalrat Apotheker Dr. Bvgt-Butzbach, Apotheker Dr. Caesar-Gießen, als Mitglieder ernannt. * * Studentische Un t e r r i ch t s ku r s e für Ar- bci£cr und Uuterbeamte. Da sich aus den Kreisen der Studentenschaft ein steigendes Jntereffc an dem Unternehmen bemerkbar mackst, können die Marfo mindestens in dem seitherigen Umfang weitergeführt werden. Für Rechifchrcibeii, Auffap, Rechnen (in verschiedenen Stufen), Französisch u. doppelte Buchführung werden Klassen ein gerietet, aber auf Wunsch und bei genügender Beteiligung auch noch für andere Fächer. Für bie Teilnahme an jedem Kurs wird eine (einmalige) Einschreibegcbuhr von 50 Pfg erhoben Die Feststellung des Arbeitsprogramms und des Siundcnplans findet diesen Sanistag (30. Ott.) abends 8» Uhr in der Universität (Erdgeschoß, Hörsaal 13) statt Alle Arbeiter und Unterbeamte, die an einem ber Kurse teilnehmen mqllen, werden gebeten (auch wenn sie sich schon angemeldet haben!), sich zu dieser Beratung ernzu- sinden. Auch die Wahl der Vertrauensmänner und deS Verwaltung Ausschusses soll am Samstag abend ftattfinben. - Bon einem Freunde der Unterrichrskurse sind für das Konzert des Kvnzertvereins wieder Marten zu ermäßigten Preisen zur Verfügung, gestellt worden, für bas Konzert zu 50 P,y., für bie Hauptprobe zu 30 Pfg. Die Harten tonnen bei Dr. Vogt (Weferstr. 3) in Empfang genommen werden. " Eine Sitzung des Provinzial-AuSschusfee findet am Samstag, 30. Oktober, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: Gesuch der Stadt Bad Nauheim um Erlaubnis zur Einleitung der Abwasser in die 11 fo. * * Stadttheater. Im November werden es 32 Jahre, daß Ibsens „Stützen der Gesellschaft" zilm ersten Male, und ztvar m Stockholm, aujgefüfyrt worden. Sctauspicl blieb eigentiidi immer das populärste Derk Ibsens und so gibt sich auch für die morgige Aufführung, in der Herr Guhne die Hauptrolle des Konfuls Beruick fpielt' lebhafte Icilnarmc kund " Der Gießener Eis verein beschloß die Errichtung eines Hauses unmiNelBar an ber Eisbahn, in bem Räunie fnr Wirtschaftsdetrieb ivährenb ber Eiszeit für Garberobiausb cwe.hr i-ng, Anschnal'.ruum und heizbarer Wartciaum für 'Artet ec bcs EiSvenins enthalten sein »ollen Zur Erlangung von P'.anen hierzu ist ein Wettbewerb unter ben Gießener Architekten in Aussicht genommen. Das Preis- gericiit wirb aus Oberbürgermeister Mecum. Baurat Diehm unb i-lodttau meist ei Braubach bestehen Das Projekt soll bis zur eaifon 1910 u verwirklicht werben. * Die Vereidigung ber Rekruten unseres Regiments fmio ge|tern vormittag nach DorauAgegangtntm "'ottesbicnst in Der üblichen Weise statt. Am Nacluinttag befubtigten bie )ungen ^iterlanbsveneiblger korporal- )chastsivei)e die Sehenswürdigkeüen der Stadt. 4. ie bit a h L Den Lpltzdubcn ist nichis mehr heilig, i njltd) winde m der Synagoge in dec Süd-Anlage dem -to nkc c.n Uebecziehec gestohlen, während er beim Gottesdienst amtierte. Ke- Lwgner , fcn Antrag iv SmtaMitnt bt : bu ifdtrre . Pfa- ^kr^MsliMg 31 frtzrr frettm, I baA: xr öoinbal gW * for?"VAtKt alI'ä ty? yJxiitniDCi ft < i »öZ ■eRbSUl ./ca"nurtQ. * "ni *abid)„ a* -1«n b o l r 97 ta-, ; * zwei ’ tu ,n (?| I. v» x^^gunm ÄTw* I wrrrf1 I , xi M1 u ’ s? N kl ’M«» Blattes werden unS »ur Frage, ob die Ko n fir m a t io n »- kleider der Mädchen weiß oder schwarz sein sollen, folgende Ausführungen eines Berliner Blattes über andt: In ber Fricdenskirche in Potsdam stand die Kaiserwchter i» ihrem schlichten, weißen Kleid, das Haar, das man gewohnt mar. frei flattern zu fehen, hochgencstelt. Früher da war es gar nicht» Ungewohntes, den Dagen, die vor der Kirche bie Äonfirma» binnen abfeyten, weißgekleidete Mädchen entsteigen zu sehen. Hie und da nur unterbrach wohl ein dunkler Fleck die lichte Reihe. Das war das 'chwarze Kleid einer Aermcren, dir sich den Lucus des hochgeschlossenen weichen, weißen SeidenNeides, die sich Bavs. Mull und Kaschmir nicht gestatten durfte unb bie mit ber praktischen Verwendbarkeit des schwarzen ÄollNeidrs rechnete llnl wer noch weiter zurüäbenken kann, der weiß wohl noch, rott am öffentlichen Prüfunqslag in der Hofkirche ängstlich die MädchS^W herzen unternt weißen ^Mull schlugen und wie am EinfegnunaAM tage starre, fchwaru Seide biciungen Gestalten urnschioy Ter Wunsch, ben Unterschied zwischen Arm und Reich zu verwv'che^ mag den Anstoß für daS Borherrfchen der bunficn Farbe gegeben haben. Und doch, warum soll diesem Tage, der der Ab- fchluß sonniger Kindheit ist, nicht auch in feiner kirchlichen Weihe der Stempel lichter Freudigkeit verliehen werden? Fragt man die Vater, so leben sie ihr Kind meist lieber im weißen Älab als im düsteren ichwarzen, fragt man die Mutter — sie w -rde» daS weiße snrib in den meisten Fällen ebenfalls zu loben wifstU, D Es gibt das sommerliche SonntagsNeid, es yibt das Festgewanb. Tas schwarze bleibt für die Traueriälle, für die verein leiten, dunkle Kleidung bedingenden kirchlickx-n Festtage, für die Mienen wichtigen Gänge zum Vomiund, zur Patin, zur Horfullinii beim neuen Prinzioal. Es wird unmobem Wäre es daher rvirb lich schade, wenn bie Frage energisch angeschnitten und wieder aufgerollt werden würde: „Schwarz oder '2Beib'?" Der Einsender meint, ein lveißeS Kleid sek von den Konfirmandinnen, die meist noch im Wachstum sind, besser aufzutragcn, als ein schwarzes. Auch minder Bemittelte brnuditcii int Sommer ein weißes Kleid, das sröhlicher unb auch billiger als ein schwarzes ist. Erne (Hnißung ber Eltern» unb Geistlichen, bie es freiftcUt ob lveißeS ober sck>warzes Kleib gewählt wirb — wie es in großen Städten allgemein üblich ist — erscheine bringend geboten. ? Klein-Lin den, 27. üft. Bis letzt uat sich ein hiesiger Rtilitärpflichtigcr noch nicht bei seinem Inuyiw teil gestellt. Er treibt sich vielmehr in ber Umgegend toen Gießen herum unb ist verschiedentlich gesehen worben. ')iui wurde bei dem Vater deS Herumtreibers ein nächtlicher Einbruch verübt und Speise und Getränke entwendet. 'JWan nimmt an, daß ber Sohn ber Täter ist unb baß er sich im Großen-Linbener Walbe irgenbroo versteckt hält. Der Hnnaee hat ihn anscheinenb zu ber Tat getrieben. Der Militärpflichtige ist geistig nicht normal unb hat sich schon früher ohne Beschäftigimg im Walbe hecnmgctricben. Die Polizei suchte bis jetzt vergeblich nach ihm. r. Großen-Linbcn, 27. Cft. In unmittelbarer Röhe beS WalbeS zwischen Großen- unb Klein-Lmben beabsichtigt ein hiesiger Einwohner ein WalbhauS mit Wirtschaftr- betrieb zu errichten. W Ehringshausen, 26. Cft Der VerK-hrSauffchn^n,! I auf ber oberhefslsäxm Bahnstrecke Gießen—Fulda bat eine de- deutende Vergrößerung unseres BahnhofS nokwentnL I gemadit. Tie Arbeiten, bie einen Kostenaufwand txnt 180 000 ML erforderten, find letzt fast beendet. ES ist ein vollständig neues Bahnhofsgebäude erbaut und ein neuer Bahnsteig angelegt Word«. Große Crdd'wegunm'n waren erforderlich, die 50000 Mk kostet«. Der Güterverkchr nt hier außerordentlich gtvfc, verladen Dodi em» 18 Orte h er ihre Güter. Die Eröffnung deS neuen Bahnhois ioC am 1. Dezember erfolgen. u. Schlitz, 27. Cft. Ein 30 Jahre alter Müller auS Frau-Rambach, der am vergangenen Montag weg« TyphnS inS hiesige Gräfliche Hospital eingeliesett wurde, tft nunmehr dieser bösartigen Krankheit erlegen. Die m imserer Gegend in letzter Zeit öfters vorkommenden Typhus- Erkrankungen führt man jebensallS mit Recht auf Benuyung deS mit TyohuSbazillen durchsetzten FlnßwasserS zurück. — Nächsten SarnStag wird un Guntrum'schen Saale hier bu unter bem Protektorat beS Grafen zu Schlitz, gen. von Görtz, stehende 1. Geflügel-AuSstellung eröffnet werden. Als elfte derartige Veranstaltung im Schlitzerland darf sie allgemeines Interesse beanspnichen. X Willofs, 27. Cft. Tie Gemeindejagd wurde wiederum der Gräfl. Görtz'schen Forstoermaltung Schlitz für jährlich 600 Mf. verpachtet. □ Friedberg, 27. Cft Tee hessifche Iugend- helservereiniguna hielt heute ihre erste Hauptveriammlunß L;cr unter lablveicher Beieiligung ab. Lberlehver Campa»* Friedberg leitete die Bei'.-audlungen. Er führte auS, Der im x*inii d I gegründete Verein befasse sich mit ber Fürsorge fit die Jugend ;w schen Schule und Kaserne. In der V-.-rcimgung Haden sich Vereursleiter der Dend»ccbenftm Richtungen unb Fr runde der Iu^.-ndvflege zusai.unrngenmden Pfarrer Sa tt ler Siad« H elt einen Vortrag ül*r das Ibcma: nm nnr sirr bit Hingen Burschen Ober bei len»". R ebner führt aus, ber Jugend in Die optirnfrube zu schnell genommen nvrten, das Wirtshaus in an die Stelle getreten Vielen fehlt da» Familienleben, i< imb auf sich fefbit angciineien Du Jugend- unb Iünglmzs' vereine sollen rrligiös-iittlich, allgemein bildend und natianck wirken, aber bie Religion nicht in den Vordergrund stellen und ferne Parmoolitik treiben Turnpläye utü) Smelpläke sind W | mttvbat, durch Kenntnis der Dorfgeschichte ist der He>matstM zu pflogen. Vortragsabende müssen itattimben, Biblwtlieken ev- ricinet werden Hauvkledrer S t o r ch - Bubbaw redete den 2m* vlöken besonder das Wort Schulrat Scherer-Bübinnen qlautt. daß die vielerlei Vereine ber Jugendfürsorge, öcimatp” ege, fm.de m'n» nicht benindig und volkstümlich würden ES »olltfll Mrn#WTVinc unter »manvdlcT Mitwirkung aller «^K-mcinba V grunixt wetten, dic sich brr Vvlkswohlfahrt, KranfentR lege. | Pflegt ufw. wibmcr-n. Mit bat vcclcn curzelnat LciE« ßu* L vl” an 7' / I ‘^40^ 80 • • Unlauterer Wettbewerb. Auf Seranlcfiung des Vereens der Detaikttsten wird am Freitag abend im rowl ..Einhorn" Justizrat Tr. Fu l d aus Mainz übet d^s neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das am 1. Choker d tv in Krast getreten ist, einen Vortrag halten. • • y reu Bild)* Rla'en lotterte. Tie Errieuerung der Sole zur 5. Klane, deren Ziehung vom 6 November bis 7. $ember ftottfuibtt, muß d,S spätesten» 2ien»tag, 2. November, erfolgen. • • ,^3rief fall en*. Dru^sacken werden häufig zu Brief, fallen, wenn zur V.rvackung nur ein loses Streiiband oder eig ungeeigneter llmidilag verwrnbet wird. In die weit geörinet« ia'chemörmigen Falten derartiger mangelhaNer Sireiibanb. sendungen und in die auöcmanderklaffenden Umschläge mii nach innen nngcitcdtrr Verichlußllappe verschieben sich unbemerkt Briest, zl baonberv solche 0eineren Formats, Postkarten unb andere kleine I t^-gensiänd^- unb gelangen io an eine falsche Abrcsfe. Günüige, ■ Falles werden sie von einem Postbeamten oder dem Ernoiänger 1 oct TrudfadK entdeckt und bann mit erheblicher Verspätung bei I Adressaten ausgebändigt. Oft genug aber wandern sie mit bei I uncroifnetcn und unbefebenen Drucksachenicndungen in den Papier» I korb oder ins Feuer. Zur Verpackuna von Dtuckiachen etgn« | sich am besten Kreuz bänder, einfache Streifbänder, die noch mit Bindfaden kreuzweise fest umschnürt sind, unb Um'ckuäge mit seitlichen Berschlußklappen. die einen zungenania«, zum Einschieben in einen Schlitz des Umschlages fxitunmtm Ansatz haben. • • Weiß oder Schwarz? Don einem Leser unseres »2, nopbev. _ Ito oj Antrag i Ilirt ii inecken Mcfttij gavefe *1 ju der in baß eil t tarrbfn einet «x, T u ■ «st im | »«ntifiafit aufgt Mm • aus tiefes ifir —_ Organa 4>uWr mapiM rrfcn mm tcü, d cnaititTtfli >'i 5 rilÄttr irjt un ' ' Hirfe iämlid) tn ( 'Mä viLah, bt I ntdjnt :■/ SMgoi '3*ftdlai vor fu bcmr?iV jitid | bi itröx'nmg ein irlnefew ba Axail tmuaeben. Zit &r tr io bdt bist ictbrn kann. ' ."am:4 gtbolt mi , imnt< untcnädmi t nt tebnittnbe ?ti t XtHame | utb ben UtWen s wra beioq |anäd) » v» Zunretiiitanb Bon-bi« von-biS 00-00 44-49 00 00 00 38—42 00-00 00 00-00 00 36-38 00 37—42 00 00 00-00 32—36 00-00 00 00 75-76 00 35-37 00 60-64 24-28 00 00 20-22 50-54 00 00 über bcn Ausgang des Prozesses berichten. 00 00 31-41 30-34 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 49-52 45-49 43—45 25-28 19-23 00 00 00 00 00 60-00 00-00 Es hieße aber am verkehrten Ende sparen, wenn man anstelle des altbewährten Originalpräparates solche Nachahmungen kaufen wollte, denn nur der Erfolg entscheidet, und diesen hat die echte Scotts Emulsion auf' zuweisen. Darum Vorsicht beim oo oo oo Einkauf. Man bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion mit unserer bekannten Fischerschutzmarke zu erhalten und lasse sich keine ^Nachahmungen aufreden l 81—85 oo - 00 oo—oo 77—78 77—79 76-77 00-00 60—62 60-62 60-61 54.-00 00-00 00-00 Unr die echte Scotts Emulsion, Keine Nachahmung! Der Weltruf von Scotts Emulsion bürgt für die Güte des Präparates, und die mit ihm erzielten Erfolge sind unbestritten. Billigere, vielfach minderwertige Nachahmungen von Scotts Emulsion hat es von jeher gegeben und neue tauchen immer wieder auf. ch unmittelbarer m-Linden beabW mit Wutscht OrigrnaL-VrahtmelSungen. Danzig, 2/. Okt. Das K'arsermanöver imJahre 1910 sind et, wie amtlich bekannt gegeben wird, zwischen dem 1. und 17. Armee-Korps statt. Für die Kaiser-Parade des 17. Korps ist als Termin der 24. Juli und als Ort der große Exerzierplatz bei Danzig in Aussicht genommen. Nikolajew, 27. Okt. Die Differenzen, die zwischen den englischen und den russischen Reedern wegen der Ablehnung der Ermäßigung der Getreide-Exportabgaben ausHebrocheu waren, sind bei gelegt. Lustschiffahrt. Die Kölner Luft-Manöver. Köln, 28. Okt. Der Beginn der Luftschiff-Ma- «över, der für geftern angesagt war, ist wegen des anhaltenden schlechten Wetters verschoben worden. Hauptmann George uem Luftschiffer-Bataillon, der mit der Führung des „Z. II." während der Manöver betraut war, stürzte vorgestern vom Vferde und zvg sich eine schwere Quetschung zu, so daß er das Bett hüten muß. Infolgedessen ist es zweifelhaft, ob ec seines Amtes walten kann. Ein Mißgeschick Bl^riots. Bukarest, 28. Oft. Gestern nachmittag, als Blöriot^sinen Drfftüeg unternehmen irirHte, siel der Motor aus dem Flieger heraus und wurde ebenso wie die Propeller stark beschädigt, fen Mechaniker wurde erheblich verletzt. Blöriot drahtete sofort »och Wien um seinen giuettcn Apparat. Infolge der Absage Sport. = Hochwaldhausen, 27. Okt. Der erste Vogelsberg er S ch i kl ub Hochwaldhausen hat sich mtt 31 Mitgliedern gegründet. Als Vorstand wurden die Herren Beritt, ZLemenschneider und Meckel vorläufig gewählt; in einer demnächst ciirzuberufenden Versammlung sollen die Satzungen beraten und der Vorstand endgülttg gewählt werden. Vom Franrsiwter V. i). C. war ein sympathisches Begrüßungsschreiben cingcttosien. Der Sombasturschwindel vor Gericht. ^.Dresden, 27. Okt. dnefecnci Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen nm Freitag dem 29. Oktober: Nachlassen der Negeniälle. Weift trübe. Mild. Ochsen. Voll fleischige, ausgeinästete, höchsten Schlawiivertes, hödn'ieii 6 Jahre alt Junge flenchige, nicht ausgeinästete und ältere ausgeinäüete...... Mäßig genährte junge und gut genährte ältere......... Bullen Voll fleischige, ausgewachsene, höchsten Schlaäitiverles vollsletschige, jüngere ...... Färsen, K ü h e. Voll fleischige ausgeinästete Färsen höchst. Schlawltvertes Vollfleischige ausgeinästete Kühe höchst. Schlachtiverles bis zu 7 Fahren . . Aeltere ausgeinästete Kühe und wenig Hut entwickelte jüngere K ühe undFärseu Mäßig genährte Kühe und Färsen . . Kälber. Doppellender, feinste Mast Mittlere Plast- und gute Saugkälber . Geringere Saugkälber Schale. Mastlämmer und jüngere Masthainmel Aeltere Maslhanunel und gut genährte Schafe Mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschale) Schweine. Voll fleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht Fettschweme über 3 Ztnr. Lebendgew. . Fleischige Schweine Sauen............ Lebend Schlacht- yVO 1*'0 Pid. gewicht Levcnd;2chiachl gewicht (5crid>tsvaaL Frankfurt a. M., 27. Okt. Tie Strafkammer ver- urteilte einen Tavezierermeister, der mit jeinem Motor- r o b einen Radfahrer, den Portier Friedrich Rößler an fuhr, so bofe dieser einen tätlichen Schädelbruch erlitt, wegen fahrlässiger Lötung zu 4 Monaten Gefängnis. Stendal, 27. Okt. Tas altmärkische Schwurgericht ver- u-rteilte den Grundbesitzer Platz aus Beuster an der Elbe, der im Juli ds. Js. Äivei Angestellte der Wittenberger Eisenbahn-Werk- ftitten. die in der Elbe fischten, erschoßen hatte, zweimal z u m Zo d e. keiibänber •fisi ite's VT gelohnt im" * bie JÄ >K den 2 d>e sich Kdie mit rechnete. Lr lvch noch tz ängstlich die "j? 0311 EinsegM.-t Ech zu Dtrmiidß 1 dunklen Farbe, '! ^age, der der?• nner kirchlichen Stii werden? Fragt n: Jer im weiten fiü Mutter - sie roertc Ms zu loben nisii gibt das Festgctou! für die vereinzätü ttage, für die sellA itin, zur Borstell» Wäre es daher tri? efchmtten unb te Weif?" Kleid sei von h achstum sind, W minder Semitte ), das fröhlicher er Eine Einigung te It, ob weißes ck i in großen StÄL end geboten, jetzt hat sich ein b bei seinem Xw i bet Umgegcnb: ehen worben. 51 ?in nachtlichir Ei» e entwendet. Ä: und daß er sich i £t hält. Der N- eben. Der Militw hat sich schon -trieben. Die Pelin kam eS unter den Zuschauern, bie ihr Geld zurückverlanaten, zu sehr erregten Auftritten. Bkeriot, bet wraen seines Protestes mit ber Jia nach Frankfurt ab-reifen wollte, roirb noch einige Tage hier bleiben. Zm Sturm über die Nordsee. Sonbon , 28. Okt. Ein Ballon, der während deS Sturmes über bie No rbsee getrieben mar, verwickelte sich in ben Trlegr aphenbrähttn. In dem Korbe befanden sich ein Frön lein Marvin unb ein Derr Garnier aus Nancy. Tic Dame sprang aus dem Ballon, ber sich im selben Augenblick mts ben Drahten entwirrte unb pfeilschnell in bie Höhe schoß. Trotzdem sich die Dame ein Fußgelenk verstaucht hatte, schleppte sie sich bis ins nächste Baueml-aus. Garnier mürbe zwei Meilen weiter ins Land gerneben unb (anbete unversehrt. Fluges, den Lat Ham am Freitag bei ber Fliegertonkurrenz von Blackpool bei stürmischem Wetter ausgeführt hat. Ter Zrveisel an ber Flugmaschine, bie ja doch auf stilles Wetter angcioiejen sei unb größere Windstärke nicht überwinden könne, ist mit diesem Bravourstück Lathams zerstört. Bei einer Windstärke von 37 englischen Meilen in ber Sttrnbe, also von runb 16 Meter in der Sekunde begann ber kühne Flieger in seiner Auto ine tte-M aschine unersclxrocken den Kampf mit der Windsbraut und Nieb^am Ende ber Sieger. Die meisten Flugtechniker waren an dem Tage nicht am Start erschienen, da ein Flug bei so heftigem Sturme mehr als ent Wagnis bedeuten mußte. Die Flugfläche lag leer unb verödet. Mit Erstaunen sah man, wie mittags gegen 12 Uhr plötzlich und unerwartet am Flaggenmaste der weiße Wimpel hochging, ber da anfünbigte: „Flug wahrscheinlich" Erregte Erwartung be= mädjtigte sich aller Gemüter. Was sollte das bedeuten? Wer will bei diesem Sturme fliegen? Man blieb nicht lange im Zweifel: dort drunten am Schuppen holte man Lathams Apparat aus ber schützenden Halle. Heber bai Flugplatz brachte man bcn Apparat: dann sah man, wie Latham ein stieg. Wollte er nur quer zum Schuppen zurückfliegen? Das wäre ohne eine Wendung gegangen unb eine Wendung bei dem heftigen Winde erschien allen eine Unmöglichkeit. Aber in diesem Augenblick geht ein zweites Signal in bie Höhe, durch das Glas erkennt man Lathams Namen und mit Staunen lieft 'man: er startet für ben Schnelligr- keitspreis der „Daily Sketch". . . Die übrigen Flugtechniker stehen in kleinen Gruppen beieinander unb flüstern; ihre Mienen sind ernst unb besorgt. Nur Latham lächelt unb ist froh. Dann gibt er bas Zeichen zum Loslassen. Sobald die Maschine frei wird, springt sie empor. Noch nie sah man einen solchen Start. Selbst ben Laien wird es klar, baß hier etwas Außerordentliches geschieht. Der vogelähnliche Apparat wirb heftig von einer Seite zur andern geworfen. Bisweilen packt ihn ber Sturm von hinten unb versucht, ihn zur Erde zu drücken, die Schwanzteile werben emporgel-oben, alle Windflächen sind von ber Gewalt des Sturmes gebogen. Doch immer wieder arbeitet die kleine Maschine sich empor. Tie Erregung ber Zuschauer erreicht ben Gipfelpunkt, als ßatbam am ersten Drehpunkt nun eine Wenbung versucht. Weit arbeitet er sich erst hinaus, ehe er langsam, strichweise, zur Seite sich wendet. Unenblich langsam scheint es zu gehen, der Apparat steht in der Lust wie festgebannt: ba endlich hat er bie Höhe, eine kurze scharfe Wendung unb bcn Sturmwind nun im Rücken braust das Aeroplan mit Schwindel erregender Schnelligkeit dem zweiten Zeichen entgegen. Atemlos haben bie Zuschauer den Vorgang verfolgt; nun klingt aus trockenen Kehlen ein heiseres Hurrah, in dem noch die Angst des Publikums nachklingt. Am zweiten Wendezeichen wiederholt sich ber Kampf mit bem Winde. Tann sieht man Latham einer unten stehenden Gruppe von Freunden zuwinken. Tie Schnelligkeit spottet jeder Beschreibung: „150 Km.", meint kopffchüttdlnd einer ber Techniker; es waren wohl nicht mehr als 120 Km., aber immerhin eine unerhörte Geschwindigkeit. Die Kollegen verfolgen mü scharfen Blicken ben Flug. Aus bem Zuschauertteis hört man eine Stimme rufen: „Herunter kommen." Es ist ein italienischer Aviatiker, der vor Auflegung bebt: „Es ist grauenvoll," ruft er, „ich zittere für sein Leben." Aber Latham vollendet ruhig Runde um Runde. Ter Wind wird stärker, bie Maschine aber gräbt sich ihren Weg durch die Sturmwogen. Dann endlich sieht man ihir den Apparat zum Boden lenken. Mit ruhiger Leichtigkeit landet das Aeroplan, schnell unb sicher entspringt Latham bem Gerüst. Er lächelt; jebes Gefühl ber überstandenen Gefahr scheint ihm zu fehlen; er spricht nur von den Verdiensten des Ingenieurs, der diese wnindervoll stabile Maschine gebaut hat. Tie Leitung der Fliegerkonkurrenz aber hat dem kühnen Aviattker einen besonderen Preis von 6000 Mark zuerkannt, „für den schönsten Flug des Meetings". * Amerikanische L u x u s st at i st i k. Tie Ausgaben für Luxus und Vergnügungen haben in den Vereinigten Staaten eine erstaunliche Höhe erreicht. Im „Technical Wrrld Magazine" nurben einige Zahlen darüber zusammengestellt. Für bie Theater wenben bie Amerikaner jährlich 400 Millionen Mark auf, für Zirkus und Kinematographen gar 600 Millionen. Für Luxuswagen wurden 220 Millionen unb für Automobile, bie in Amerika lyergefteilt waren, allein 440 Millionen bezahlt. Ein Riesenabsatz finbet auch in Kucken unb Süßigkeiten, besonders von zuckernden Früchten, statt: 1905 rourben etwa 400 Millionen dafür ausgegeben, unb feitbem soll sich die Summe verdoppelt haben! Andere Zahlen sind: 372 Millionen für Juwelen, 44 Millionen für Parfüms und kosmetisch Mittel, 40 Millionen für Federn unb Blumen, 132 Millionen für Spitzen, 260 Millionen für andere Kleinigkeiten und 800 Millionen für Seiden! Schließlich hält sich aud} der „Musillvnsum" ber Amerikaner auf entsprechender Höhe: 200—240 Millionen werden für Klaviere unb 64 Millionen für — Phonographen ausgegeben. Kleine Tageschronik. Tie Solz-Engroßfinnen Kurt Mallentin, Konun.-Gef., und Julius B r u e h l jun. in Charlotten bürg sind in Zahlungs- ■ schmiengkeilen geraten. Die Verbindlichkeiten beider Firmen werden kiüs™ Türk.Tabak-& Cigaretten-Fabrik„Kios" o E. Robert Böhme, Dresden, VIRITKA RTFN in Jed£r beliebigen Schriftart und Kartonsorte, x — sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen Liefert zu mäßigen Preisen die BrühTsche Univ.-Druckerei. en M.? tos a w bi en ober dem Äta »QnbeÄ^ narf nickt weit. Pfarrer Gu ß m ann r Lollar fordert ein Witts - hrusverbot für Mädcken, ebenso Pvofllftn W e r n e r, ba das SSuSleben ber Mäbchm in ben Jndmttrwrllm uberhlnrb wbrne. Im Lause der Behandlungen traten cme Anzahl Herren Verein bei. . ** Bom Hoherodskopf, 28. Ott. wrrb uns gemeldet, daß vorgestern unb gestern ber erste Schnee fiel, d« ater falb wieder verschwand. Auch heute morgen sieht 's aus, als ob es halb wieder schneien werde. d. Frankfurt a. M., 27. Okt. Die Einbrecher, ■bie kürzlich im Westenb einen Einbruch m einem herrschaft- chen Gebäude verübteu und habet Wertpapiere tm Betrage ucn 40 000 Mk. stahlen, wurden von ber Pollzet ermittelt urb heute verhaftet. Es sind drei Kellner. Nur echt «it Meter Mark—demFischer — bem ©arantie- zeichn be3 Scott» >cy« Serfabrcait vermischter. * Die ersten Schneefälle dieses Winters haben sich bereits eingestellt. Im Brockengebiet ist gestern viel Sck>nee niedcrgegangen. In vielen Orten im Harz, sv in Stiege, Günlhersberge unb Hasselfelde herrscht seit gestern früh ununterbrochener starkerSchneefall ; vielfach ist die E r n t e noch nicht ganz geborgen. Auch aus den anderen Mittelgebirgen kommen Sckincernelbungen. — Die französisaien Alpen sind mit einer besonders starken Sck)neeschick)t bedeckt. Im Jura liegt eben'alls hoher Schnee. Das frühe Eintreten des Winters bat in der Gegend, wo die Weinernte noch nicht beendet ist, großen Schaben angerichtet. N. „Tie 3 too cf et". Gelegentlich bet Enthüllung ber österreichischen unb preußischen Denksteine auf bem Mainzer Friedhof, werben den Marn.zern wieder Bilder der schönen, allen Zeit ins Gedächtnis gerufen, in der noch die 'beliebten „Zwockel" in Mainz gamifoniert waren. Diesen gutmütigen Oesterreichern werden allerlei Witze und Schnurren nachgesagt, die uns noch lieut- zutage ein Sädjeln abzwingen. Saß z. B. einst ein preußisckx't unb österreichisckier Offizier beim Essen. Der Hett Preuße lyat sich Fisch geleistet, unb ba (nach bem französischen SpriclMirtl Fisch ohne Trunk Gift ist, tränt dieser bem Defterreichet mit den Worten? „Prosit Kamerad, der Fisch will scstvcmmen" zu, worauf bet Oesterreicher, ber Ochsenfleisch aß, prompt enviberte: „Prost, der Ochs will saufen," Außerdem ist unter ben vielen Geschichten bie erzählt werben, eine wert, noch erwähnt zu werben. Ein Preuße und ein Oesterreichet, beide Offiziere, wohnten einträchtig in ein unb bemfelbeit Zimmer beisammen. Eines Abends sichirftc nun der Oesterreicher dem Wirte ein, ihn am nädjften Morgen um sechs Uhr zu wecken; was auch pünktlich geschah. In der Dunkelheit ergriff der Offizier die Uniform seines preußischen Waffengefährten und eilte davon. Als er jedoch auf die Straße kam, bemerfte er die preußische Uniform unb fing wild zu schimpfen an: „Jetzt halb i dem Kerl doch g'sagt, er soll den Oeftreier luerfen, irodjier Hot er doch ben Preißen g'weckt." * Im Sturm auf ber Flugmaschine. „Heute et- fj idten wir bcn größten unb kühnsten Beweis dafür, daß der Mensch wirklich die Lust erobert bat," so beginnt ein englischer Berichterstatter die Schilderung des Denoegencn prachtvollen auf annähernd vier Millionen '.VI a r f geschätzt. Fast samt« iiche '•berliner Großbanken und große Bankfirmen sollen beteiligt sein. Zu der Gemeinde Beern bei A nt werpen wurden sechs Todesfälle und zwei Erkrankungen an (Cholera fest- gestellt. In Paris fand gestern ein Pistolenduell Mischen bem Schriftsteller Bern st ein, dem Verfasser des im ver^ ttossenen Jahre Mich hier mehrfach gespielten „Simson", und dem Theaterkritiker Chevassu statt. Es wurde niemand verletzt. Ein Orkan, begleitet von einer Wasserhose, ist über Sabies d'Olonne niedergegangen und hat großen 3d)aben anc^richtet. Ein Eisenbahnzug ist entgleist, drei andere Züge sind zum Sollten gezwungen worden. Ter Dampser „yesria" lief, wre aus London gemeldet wird, Dienstag nacht 1 Uhr an der Grand Mana-Insel auf. Der Kapitän ließ sofort Boote flott machen und setzte in eines vier Knaben, die als Passagiere an Bord iv-nren und 12 Mann. Das Boot schlug um und alle Jn- sassen ertranken, außer zwei. Ja ein zweites Boot stieg der Kapitän mit dem Rest der Mannschaft. Tiefes Boot wird vermißt. Die „5destia" ist wrack. uidthe. fc. Frankfurt a. M. V i e h y o' - M a re 1 b e r i ch t vom 28. Okt. Austrieb: Rinder 00, Occkeu 21, Bullen 1, Kühe 113, Kälber 912, Scha'e 468, Schiveme 1'41, Ziegen 22. _ Tendenz. gut, llebemanb nubenb, Kälber unb Schale gut, kein UcbeiiiauO, Schiveme langsam, Ueberitand gering. Preis Tnrch- pro 100 Psd. schnutsvrew Bor der Zweiten Sttafkammer bes Lanbgerickts begann heute .Betriebsmittel ausg.ngcn, kamen dte Trrekwren mtt ow ^oee, b sckritWsch^ Ä ^eMablrerJ «^r ^hnten „2 nbfoTut lieber sei und hohe Zinien tragen werde. Die Genter, die sich mit diesen gesä-äfttichen Ratschlägen befaßten, toaren ber (MBeift des mitt^lallcrlichen Arztes Thevphrastus Bombastus Par^ cellus von Lvl^nheun, eine Göttin Lucinbe und ab nick zu auch das Geist Lutl)ecs. Tie Geister begnügten sich ccker nicht nm: mit ■vrk°inm-ade« R-chl «»f .W" 6aal‘ «fl -■M 9™' I eröffnet * igerlonb darf „enoaltung SW ’l'sS»"'”5' -r j > 1 ugend- Z-L-Ä w1 L November der berühmten <08393 Pia Carazzi. K 81 VS. (B* Touuerstag den 2. T tumber 1909. nachmittag» 3 Uhr. wird m unserem Amtszimmer die dem Friedrich Zutt und Theodor 3utt tn Gietzen zugeichrievene nach- siebend verzeichnete Parzelle ver- steigert: 2/137'/« — 373 qm Ho freite linffi der Ehaun'ee. «leben den 27. Lktober 1909. (DrotzherzoglicheS CrtßgcridH. __________«ro».__________ K *<209. Donnerstag de» 18. Novbr. 190», nad)mutans 3 Ubr. werden m unitreni Lintszimmer die dem Kari Beil und ifbcfrau geb. Rinn au (Mieten zugechrrebenen nach siebend verzeichneten Parzellen oersteigeri: iZl. II Rr. 2B8"/W - 146 qm Wrabflarttn, rechts der Cbau'iee aus die Herrschaft liche Wieke Sl. II Nr. 25*V„, = 502 qm Hosreite daselbst. (Sieben den 27. £ höbet 1909. «rotzberzogliches Lrtsgericht I A. : Keiner. Freitag den 29. l. Mls., nachniittaaS 2 Ubr, soll ein schwerer Zucht-Eber wegen Inzucht aus Grohh. Bürger» Meisterer dahier oev'teigerl werden. Steiglnbhaber werden hiermit eingeloden. 6931 Grogh. Bürgermeisterei Hattenrod. Rock. 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