Nr. 98 Zweites Blatt L 89. Jahrgang Mittwoch 28. April L 909 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag-. 2Lta ^sen . Dieii nimmt eine zogen ist, daß er also in Wirklichkeit, wie ne von der Welt draußen und ihren Zu- manischen Prinzen er; stattgehabten „Voss. Ztg." verbündeten 3ui aer bei ih, Robert Ra Inh.: Otto Täoiert Schanzenstrasse 6 Telephon 336 !■ wie ich gern zugeben will, es auch nickst ohne weiteres unrstoßen Gönnen. Jedenfalls würde es eine heftige Erschütterung geben, und eurer solchen das Reich auszuseßen, dazu lieben wir unser Vaterland zu sehr. Mag also der 64jährige Reschad-Effendi immerhin PÄüschah werden. Wir wissen, daß er wie alle os- im übertragenen Sinne — _----- ständen keine Mnung hat; aber er kann seinen Namen icbr eiben, und sv viel Verstand wird er wohl besitzen, um zu begreifen, daß er von dieser Fähigkeit Gebraml) zu machen lyaben wird, sobald ihm ein Minister ein Dekret zur Unterfertigung vorgelegt hat. Sie sehen, daß wir den Thvrauvechsel mit nüchternen Augen ansehen; aber gerade deshalb müssen wir jene Garantien zu schaffen suchen, damit die rein repräsentative Figur des Padychah durch reale DerrtZches Das Kaiserpaar auf Korfu. Frühstückstafel bei dem Kaiserpaar waren geb Tapeten en gros en detail Prinzessin von Griechenland, Prinz und Prinzessin 'Andreas von Griechenland und Prinz Christof von Griechenland. Die Kapelle der „Hohenzollern" stellte die Tafelmusik. Der „Reichs an zeig er" veröffentlicht das Gesetz zur Ausführung des Abkommens über den Zivilprozeß vom 17. Juli 1905. DaS Gesetz tritt gleichzeitig mit dem Abkommen über den Zivilprozeß tu Kraft. Der Parteitag der Christlich-Sozialen in Elberfeld erklärte in seiner Stellungnahme zur Reichsfinanzreform, daß die Reform zustande kommen müsse, ob mit oder ohne Block. In der Spiegelglasindustrie Bayerns steht ein Ausstand bevor. In sämtlichen 14 bayerischen Spieael- fabriken wurde gestern die Arbeit niedergelegt, da die Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen erfolglos geblieben sind. ileesamen Rotationsdruck und Verlag der Brühkffchea Unwerfitäts - Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen. war, ist dadurd) erwiesen, daß von hier aus, nämlich vom Jildiz, nicht einmal eine Patrone abgefeuert wurde. Wenn meine Abdankung gewünscht wird, so geschieht Gottes Wille, nur müssen Sie mir die Sicherheit meines Lebens versprechen. Hamid schloß mit den Worten: Was sollte ich machen, es sollte so sein. Darauf zog ]td) die Deputation zurück. Abdul Hamid behielt die Fassung, obgleich seine Hände heftig zitterten. Er reifte gestern mit Extrazug nach Saloniki ab, wo er bleiben wird. Konstantinopel, 28. April. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr fuhr der neue Sultan Mohamed V. im 'geschlossenen Wagen, zu dessen Seite Hassan Risa ritt, nach dem Seraskierat und leistete dort den Schwur. Im Seraskierat sand eine Desilir-Cour i'ifltt, an der die Generalität, Mitglieder des Senats und des Abgeordnetenhauses teilnahmen. Das Kabinett hat noch nicht demissioniert. Konstantinopel, 28. April. Sehr energisch geht, die Operationsarmee gegen die Hodschas vor. Zahlreiche Durchsuchungen werden bei ihnen vorgenommen und Papiere und Gelder beschlagnahmt. Auch eine Anzahl Kurden wurde verhaftet, weil sie im armenischen Quartier zu plündern versuchten. Sie wurden fofort erschossen. Die Finanzkommission des Reichstages führte am Dienstag die Beratung des Branntweinsteuergesetzes fort, erledigte den Abschnitt über die Betriebsauflage (Denaturierungs- ionds) und beriet dann die Bestimmungen über den Ueberbrand. Tiefe Beratung wird am Mittwoch fortgesetzt. Am Dienstag abend 8 Uhr sollte eine Konferenz der Führer sämtlicher bürgerlichen Parteien (also mit Ausschluß nur der Sozialdemokraten) mit dem Lchatzsekretär stattfinden. Bon dem Verlaufe dieser Verhandlungen wird es vermutlich abhängen, ob die Beratung der Wertzuwachs- fteuer in die Durchberatung der Branntweinsteuer einbezogen werden wird. Die Tabaksteuer-Subkommission trat am Dienstag nachmittag zusammen. Die ,,-ietzener Zamlllendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatl für den Kreis Gießen." zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen» staatsmännische Kräfte ergänzt werde. Reschad-Effendi wird ruhig mit der traditionellen Nichterziehung seines Hanfes zum Regieren das Regimntt antreten können.. Er wird dem türkischen Volke Fernen Schaden tun. Hätten wir die Freiheit gehabt, einen Prinzen zu wählen, so würden wir Reschad allerdings nicht gewählt haben. Schon iein Alter hätte uns beiuogen, an dieser Kandidatur vorüber zu gehen, und vielleicht wäre der Blick auf einen der ©öffne Abdul Hamids gefallen, die in der letzten Zeit toirttid) so etwas wie Volkstümlichkeit besaßen, Ader für uns spitzt sich die Frage nicht darauf zu, welche Persönlichkeit auf dem Thron sitzt, fonöern welche Persönlichkeiten den Thron umgeben, und wie die Bürgschaften dafür gewonnen werden, daß die Tüchtigsten und Besten dem Mdischah leben Augenblick an die Seite treten trauten. An diesen Bürgschaften wird es nicht fehlen. Reschad-Effendi ist aus dem Dunkel seines Gefängnisses erst mit den übrigen Prinzen her vor getreten, als die Verfassung allen Osmanen die Freiheit bradjte. Er hat aber von dieser Bewegungs- freiljeit wenig Gebrauch gemacht, ich nehme an, weil er seine geringe Bedeutung fühlte. Es weiß kaum jemand etwas über iljn, uitd wenn von einem Eindruck, den er hervorruft, überhaupt die Rede sein kann, so soll es der fein, daß er ein sehr ruhiges, um nicht zu sagen verschlafenes Wesen zur Schau tragt Mag er auch als Padischah weiter schlafen. Die osmanische Nation hat dafür mehr als einen erprobten Hüter, der über ihre Freiheiten und ihre Forffchrckte wacht." Wie Abdul Hamid die Nachricht von der Entthronung aufnahm. Dreiunddreißig Jahre war dlbdul .Hamid, der gegenwärtig rm 67. Lebensjahre steht, auf dem türkischen Throne. Je zwei von der Natioualversammiuug gewählte Deputierte und Sena- roren haben gestern im Jildis Mdul Hamid feine Absetzung bekannt gegeben. Er empfing die Mitteilung niedergeschlagen und iußerte: Das war ein Verhängnis! Als Abdul Hamid sich für ein Lcchen besorgt zeigte, erklärte ihm die Deputation, er stände rnter dem Schutz der Nation und wiederholte ihm diese Verfiche- ntng, als er auf eine mögliche Sinnesänderung hinwies. Schließlich sprach der frühere Sultan den Wunsch aus, daß er in Lscheragan wohnen dürfe, wo seinerzeit Sultan Murad gefangen zehalten wurde. Sämtliche Frauendeskais erlichen Harems sind außerhalb des Jildiskiosks gebracht worden. Genaueres über üe Repressalien der Jungtürken ist nichts bekannt, da eine strenge Zensur über alle Nachrichten ausgeübt wird. Konstantinopel, 28. April. Sobald gestern der Salut ■für den neuen Sultan ertönte, kam eine Aboümung nach dem Jildiz. Born Senat waren Aram Essendi und der frühere Marine- Minister Aryf Pascha^erschienen. Von Seiten Abdul Hamids ’baren anwesend zwei Ober-Eunuchen und der erste Sekretär sowie 'Vrinz Avdur Ahim, der laut weinte. Im Auftrage der Nationalversammlung verkündete daun Essad Pasckw die Absetzung des Sultans. lTfer Sultan erwiderte: Ich bin seit Erneuerung her Zer Thronwechsel in der Türkei. Die Jungtürken sind, — das muß man ihnen lassen — Vorsichtig zu Werke gegangen mit der Entthronung; Abdul Hamids. Um nicht etwa den religiösen Fanatismus der Bevölkerung zu erregen, haben sie das Schicksal Abdul Hamids formell in die Hand des höchsten islam. tischen Geistlichen des Landes gelegt, und erst nachdem and; dieser fich von dem bisherigen Sultan lvsgesagt hatte, ist die Absetzung Abdul Hanrids erfolgt. Wie der „Neuen freien Presse" aus Konstantinopel gemeldet wird, besagt der Fetwa, wie das Gutachten des geistlichen Oberhauptes heißt, der gestern in der Nationalversammlung verlesen wurde, folgendes: „Wenn ent Kalif mit Unrecht Menschen himnorhen läßt, wenn er zwisclum den Nationen Anlaß zu Unruhen gibt, ivenn er beschworen Hal, die Nationen zu organisieren und gewisse verbotene Handlungen nicht mehr zu begehen und dann meineidig wird, wenn die Provinzen erklären, daß der Sultan entthront ist, und sie ihm nidü mehr gehorchen wollen: dann haben die Weisen des Volkes zu entscheiden, ob Entthronung oder Abdankung angezeigt ist." c . Nach der Verlesung erklärte der Präsident des L-enats sard Pascha: „Die Weisen des Volkes sind wir und unter uns tann kein Zweifel sein, daß Abdul Hamid zu entthronen sei!" Unter frenetischem Beifall nahm die Versammlung den Vorschlag an. Zum Sultan wurde Reschad Effendi ausgerufen, der den Namen Mohamed V. führen wird. Die Ausrufung Reschad Effendis als (Sultan Mohamed V. erfolgte im Kriegs- ministerrum. Der Sck>eich ul Islam verlas ein Fetwa und sprach die bei dieser Gelegenheit üblichen Gebete. Ein Salut von 101 Schuß kündigte gestern um 21/2 Ul-r nachmittags den Thronwechsel an. Um 4 Uhr fuhr Reschad unter Salut auf dem Seewege nach Stambul, überall militärisch begrüßt und- von den Truppen und der Bevölkerung lebhaft afftamiert. Tie ganze Garnison Und alle mazedonischen Truppen waren am Nachmittag ausgerückt und bildeten vom Palais des neuen Sultans bis jur Pforte und weiter bis zum Kriegsministerium, wo der Generaliplmus Mahmud Schefket mit der ganzen Generalität den Sultan erwartete, Spalier, hinter dem sich die Bevölkerung in Massen drängte und gemeinsam mit den Truppen jeden Kanonenschuß mit Beifall begrüßte. Der Thronwechsel wird von der Armee, der Mehrzahl der Beamten, der Intelligenz, der Jungtürken sowie der Christen mit sehr großem Jubel begrüßt und äußert iid*i in mannigfachen Kundgebungen in Wort und Schrift iowie starkem Freuden, chiceßen. Die Vöehrzahl der Alttürken verhält sich reserviert. Eine Extraausgabe des „Osmanischen Lloyd" meldet: „Die Nationalversammlung habe gestern in einer geheimen Sitzung die Absetzung des Sultans beschlossen und die Thronbesteiguirg des neuen Sultans Reschad als Mohamed V. auf morgen angesetzt. Die Nationalversammlung als gegenwärttg höchste Reichsautorität, habe den Präsidenten der Kanrmer Achmed Riza mit der Kabinettsbildung betraut. Das Kabinett sei in folgender Weise zusammengesetzt: Hilnri Pascha: Inneres; Deputierter Hussein Pascha, Tscha- hid: Unterricht; Dschavid: Finanzen; Risaat Pascha: Aenßeres; Vitalis (Christ): Marine und Woradungshian: Bauten. Der neue Sultan. Heber die Persönlichkeit des neuen Sultans ist wenig bekannt. Ein in Berlin lebender Jung türke hat sich einem Vertreter des Verl. Lok.-Anz. gegenüber in folgender Weise über Reschad-Effendi, den nunmehrigen Sultan Mohamed V„ ausgesprochen: „Wir haben keine Liebe für ihn, wir hassen chn nicht, wir erwarten und befürchten aber auch nichts von ihm. Er wird nur darum Sultan werden, weil wir das Hausgesetz des Hauses Osman, das nun schon 400 Jahre besteht, nicht umft0f3.cn wollen und. Negierungen, daß diese nicht in der Lage seien, die Reichs- Wertzu wachs steuer anzuuehmen. Die Steuer verspreche einerseits nicht einen genügenden Ertrag, anderseits stehe die Erhebung dieser Steuer den Gemeinden zu. Reichspartei, Zentrum und wirtschaftliche Vereinigung wollen mm bemerkenswerterweife trotz der Ablehnung der Regierung an diesem Steuervorschlage festhalten. Bei voller Besetzung des Hauses würde, wenn diese Fraktionen geschlossen auftreten, auch ohne die Polen, die Deutsch-Hanno- veraner und Elsässer, die dem Zentrum in agrarischen und solcben Fragen zu folgen pflegen, damit eine Mehrheit für oie konservative Reichswertzuwachssteuer vorhanden und der Block somit gesprengt fetn. AolMsehe Tagesschau. Ablehnung der Reichszuwachssteuer. Der Kampf um die Reichsfinanzreform überraschende Wendung. In der gestern Konferenz der Parteiovmänner erklärte, der zufolge, Staatssekretär Sydow namens der Hel H —^Telephon 'Bringe meine Säle Whchin-v.Mlichkeitenjq! 3rt m empiehicnde Grinnee önchen, Torten u. j. h _ täglich hisch. ' Gemütliche Kassccümki Größ Gesellschaften Anwch vorher erwünscht. Hochaist J. Uhl,' )&s hmittel ÄSX- "ibl maheto, Pak, ‘/1r-OSS,erSeho. h., Düsseldorf. Gemüses®? empfiehlt in U «•*" Robert Siut Bad Neoei* garflfÄHa^ F,a= AsLsLanv, Der ungarische Ministerpräsident Tr. Wekerle hat gestern bekanntlich in einer Audienz beim Kaiser die Demission dcs ungarischen Kabinetts überreicht. Die Demission wurde angenommen. Der Kaiser hat sich die weitere Entschließung Vorbehalte und das gegenwärtige ungarifdje Kabinett mit der provisorischen Weiterful-rung der Geschäfte betraut. Ilm 1 Uhr nadjr mittags wurde Wekerle vom Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, bei dem er Nr ehr als ein Jahr nicht nxrr, rrt dreisttindiger Audienz empfangen. Äm Nachmittag kehrte dann Wekerle nach Budapest zurück. Die Anerkennung B u I g a r i e n s. Die Vertreter der Dreibundmächte drückten gestern nachmittag gemeinsam der bulgarischen Regierung die Glückwünsche ihrer Negierungen zur Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgariens aus und schrieben sich sodann in das im Königlichen Palais aufliegende Buch lin. Bulgarien konzediert der deutsch)en Weineiirsuhr dieselben Vergünstigungerr wie der französffchen und der italienischen. König Peter und König Ferdinand werden denv- nächst eine ^Begegnung haben. Ort und Tag sind noch nicht bestimmt. Der Posten eines Generalgouverneurs für die baltischen Provinzen wm'de durch einen kaiserlichen Ukas aufgehoben. Die Lage Muley Hafids. Nach beit aus Fez L>m- mdnden Meldungen vom 23. d. Mts. bat sich die Lage Muley Hafids verschlimmert. Alse Stämme befinden sich in lebhafter Erregung. Viele haben sich zusammengeschlossen, um sich für El Roghi zu erklären. Einige hafidistisch ge)innte Kaids sind von El Roghi abgesetzt worden. Mehrere kleinere Stämme suchen in Fez Schutz. __________________________ Ans stadt und Land. Gießen, 28. April 1909. ** Vom Gr0ßh. Hofe. Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich ist nach der .Darmst. Ztg." gestern nachm. 1 Uhr 37 Min. wieder von Darmstadt abgereist. Erbprinz Dan i l 0 von Montenegro weilte am Samstag nachmittag bei seinem Schwager, dem Prinzen Franz Josef von Battenberg, in Darmstadt zu Besuch. Abends begab sich der Erbprinz wieder nach Frankfurt, woselbst spater auch die Erbpcinzesstn, werden sich dann voraussichtlich nach Homburg zu längerem Aufenthalt begeben. •* Pfarrpers onalien. Se. Kgl. Hob. der Groß- h erzog haben dem Pfarrverwalter Ludw. Wörißhoffer zu Maulbach die eoangel. Pfarrstelle daselbst übertragen. "Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stolberg.Wernigerode-Gedern auf die dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gedern präsentierte Schulamtsaspirant Joh. Diehl aus Jugenheim.— Erledigt sind: die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrer- üetle an der Gemeindeschule zu Ober-Finkenbach. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu; die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu HopfmannSfeld. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst nerbunben. **NeuerpolitischerVerein. Man schreibt uns: Im Februar hat sich in Gießen ein neuer politischer Verein gebildet, dessen Mitgliederzahl beständig im Steigen begriffen ist. Er setzt sich aus allen Kreisen der Stadt zusammen, jungen Bürgersöhnen, Kaufleuten, Studenten, jüngeren Beamten; auch Damen sind zahlreich vertreten. Der Verein will vor allem das Interesse für politische Fragen anregen und in ihr Verständnis einsi'chren. Er ivill wahrhaft liberale, fortschrittliche Gesinnung verbreiten, ohne seine Mitglieder von vornherein auf ein bestimmtes Parteiprogramm zu verpflichten. Er unterscheidet sich dadurch wesentlich von den nationalliberalen und ünderen Jugendvereinen. Donnerstag, 29. April, äberids 8y2 Uhr, wird der Verein im tz>otel Schütz feine dritte Versammlung abhalten. Professor Urstadt wird über die „Geschichte des deutschen Bauernstandes" sprechen. Da der entschiederte Liberalismus eben darangeht, sich ein Agrarprogramm zu schassen, so empfehlen wir jedem, der sich für eine liberale Bauernpolitik interessiert, der Einladung des Vereins Folge zu leisten. Der Vortrag ist als wissenschaftliche Grundlage für eine Diskussion über das auch am letzten Sonntag von liberalen Männer in Frankfurt verhandelte Thema gedacht. ** Studentische Unterrichtskurse für Arbeiterund Unter beamte. Auch im zweiten Semester haben die Unterrichtskurse einen erfreulichen Verlauf genommen. Von den Teilnehmern ist die Zahl der Unter- beamten zwar gefallen, die der Arbeiter dagegen gestiegen gegen das erste Semester. Unter den verschiedenen Fächern, die gelehrt wurden, fanden am meisten Anklang die, welche schon einige Vorkenntnisse voraussetzten, die Oberklassen in Deutsch und Rechnen, sowie die Klassen für Geometrie, Bürgerkunde und Französisch. Es wird notwendig fein, dies bei der Fortführung des Unternehmens zu berücksichtigen, damit die Schichten, die dem Unternehmen das stärkste Interesse entgegenbringen, die höher stehenden Arbeiter und die Unterbeamten, auf ihre Rechnung kommen. Es werden im neuen Semester wieder Kurse im Deutschen und Rechnen und tn der Geometrie eingerichtet. Dazu tritt zum ersten Mal eine Einführung in das Arbeiterver- ficherungswesen, die Herr Dr. jur. Fuchs freundlichst übernommen hat. Der Unterricht int Französischen wird geteilt, um denen, die die AnfangSgründe schon beherrschen, Gelegenheit zu geben, sich im Sprechen und Uebersetzen zu üben, ohne durch die Anfänger, die eine besondere Klasse bilden, aufgehalten zu werden. Bei genügender Beteiligung können auch noch verschiedene andere Kurse ein- gerick)tet werden. — Anmeldungen, bei denen auch jede weitere Auskunft erteilt wird und die Gebühren (für jeden Kurs einmal 50Pfg.) bezahlt werden können, werden am Freitag abend im Universitätsgebäude (ebener Erde) entgegengenommen. ** Für b 1 e Nebenbahn Butzbach Ebersgöns ist der Butzbach-Licher Eisenbahn-A.-G. das Recht eingeräumt worden, das in der Gemarkung Butzbach erforderliche Gelände, soweit nötig, im Enteignungsweg zu eriverben. ** Gruppenwasserversorgung Bad-Nauheim. Auf Grund des § 22 des Bürg. Gesetzt), und des Art. 4 des Hess. Ausführungsges. hierzu wurde dem Verein für Bau und Unterhaltung der Ortsgruppe B der Gruppenwasserversorgung Bad-Nauheim mit dem Sitze in Reichelsheim i. d. W. nach Vorlage der Satzung die Rechtsfähigkeit verliehen. Der Verein für Bau und Unterhaltung des Hauptrohrstrangs für die Ortsgruppe B der Gruppenwasserversorgung Bad-Nauheim, dem die Rechtsfähigkeit am 4. März 1907 verliehen worden war, hat sich wieder aufgelöst. ** Vertiefung des Lahnbettes zwischen Gießen und der Badenburg. Der letzte Eisgang und das dadurch herbeigeführte Hochwaffer hat gezeigt, daß durch die Versandung des Lcchnbettes in der Gemarkung Launsbach die Gefahr besteht, daß der Fluß mit der Zeit sich einen Weg über die Aacker und Wiesen des Teiles der (öemarknng Launsbach bahnen wird, der unter hessischer Oberhoheit steht. Dieser Umstand gab Ende des vorigen Jahres dem Kreisamt Veranlassung, nach einem Gutachten der Kultur- Inspektion Konrad Rübsamen unter gew ssm Bedingungen die Erlaubnis zu erteilen, den Baggereibetrieb in der Lahn imteryalb der Gemarkung Launsbach, soweit das Flußbett hessisch ist, auszuüben. Ter Unternehmer ist angewiesen, bis 2.40 Meter unter Normalspiegel Kies zu entnehmen. Zu diesem Zwecke hat $>err Nübsamen bereits einen neuen Dampfbagger auf stellen lassen, um in einigen Tagen mit der Arbeit beginnen zu können. Es wäre zu wünschen, wenn eS sich durchführen ließe, das Flußbett vom LaunS- bacher Steg bis hinter der Wißmarer Buücke auf die zu- gelassene Tiefe von 2.40 Meter auszubaggern, damit es möglich wird, eine schon früher geplant gewesene Motor- bootverbindung von Gießen nach der Badenburg einzurich- teu. Wer mit einem Boot den wegen der Versandung des Lahnbettes allerdings nur unter Fährlichkeite.i zu machenden Weg einmal gemacht hak, der ist erstaunt über die malerischen Uferpartien der Lahn, die man nur vom Wasser aus wahmehmeu kann. Auch für unsere Ruderer wäre die Pasfierbarkeit des Wassers vom Bootsplatz bis zur Baden- burg pon großem Vorteil, da die Strecke vom Felsen bis zum Bootsplatz zu kurz ist, um dem Sport zu genügen. iSine Mannschaft will auch einmal auf einer längeren Strecke rudern, um ihre Kräfte zu Mhlen. Zur gestrigen iaoen der König und die Königin der' Hellenen, der Kronprinz und die Kron SW Otglied Ak *“s derhrauerei 6/6 pf. e u?n Ps lasterarbeiten wird die Ost-Anlage Minidrcn V'ürten- unb Pi.'Itkestraße von beule an bi« auf weiteres für den Fute und Radsahrverkehr gesperrt. Gießen, den 26. April 1909. GroßderroglicheS Polizeiamt Gießen. Reinhart. Grovherzegliche^ Mimiiei.uur der Finanzen Abteilung für J:irai«zwirtfehaft und Eiscnbahnivesen. E ü f f e r t. Voran4st ■'elta.?c ______ ftattlicfie Anzahl Mitglieder befreundeter Bereine. Abends 7 Uhr •anö im Beicui-lokal die LreiSDerteilung statt und beqru&te Sein lanöler edieret-^nebberq die anwesenden Gäste mit einer furjer. feimqen Aniprache» wobei er insbelonbere auf die Sichtigfert de. Schiegeus im allgemeinen bmroies. E« errangen folgende schützen treue; 1. bttnvheibe I. vabeil, Bab-Raubeun: 2. Ebrenicheibe unb Ebrenvrei« Weorg Scbmtbt, ^riebb. rschntzen verein: 3. y. jean Wirtb, Schutzenoer. Eicherohenn: 4. Pr. Dr. med. -I. Seier- luig, Friedberger Sd)ÜRcnoer.; 5 Pr Peter Metzler, ^nebberger Schützenver.. 6 Pr. uotelier Graulich, Bad-Naubeim: <. Pr. Prokurist l'ofcbborn, Bad-Nauhenn. Ruf Meisterfcheibe: 1 Pr. Fifcher. Offenbacher Schützenoerem' 2. Pr. i)aß, Tiana Lberraö; Pr. Winzer. Schützenver. EicherSheim4 Pr. St. Georg, Tiana Cbetraö ; 5. Pr. Georg Schmidt. 1. Frredb. Schützenver.: 6. Pr ücinrid) Gukelsberger, Fnedb. Schützenver.: 7. Pr. «Zritzy-chmidt, 1. ,uiebb. Schützenver., Pr. Prokurist ^öfchhorn. Bad-9iauhenner Schützengilde: 9. Pr. Karl Herber, 1. Friedd. Schiitzenver.^ 10 Pr. Richard vok, 1. Jnedb. Schützenver.: 11. Pr. I Wirth, schützen- verein EfcherSheun: 12. Pr.W.A.peß. 1. jnebb. Schützenver.^ 13. Pr. I. 'tabed, Bad-Nauhemi: 14. Pr. M. Körbel, 1. Fnedb. «-chutzeu- verem; 15. Pr. Dr. med. A. Wekerling, 1. Friedb ^chutzenoerem. Außerdem wurden noch loeitere 10 Preise an schützen verteilt. R. B. Darmstadt, 27. Aprll. In der Unter,uchrurg betreffs des lobe5 der Frau Schnell haben die neuesten Ermittelungen folgendes ergeben. Die gerichtliche Sektion die heute vormittag sehr eingehend vorgenommen wurde, ist negativ ausgefallen Bon ihr abgesehen lagen von vornherein auffällige Momente vor, die nach wie vor den merkwürdigen Jyalf dunkel erscheinen lassen Dem Ber nehmen nach wird nun noch eine chemische Untersuchung bestimmter Leichcnteile ftattfinben, deren Resultat abzu- warten bleibt, veute nachmittag wurde Schnell vor dem Amtsgericht einem längeren Berhör unterzogen und in Anbetracht der Berdachtsmomentc unter .Haftbefehl gestellt. Schnell stammt aus Dortmund, ist 26 Jahre all, hat gute Schulbildung genossen und einige Jahre die hiesige Hochschule besucht. Er nannte sich daraufhin Zivil-Ingenieur iind erhielt im vorigen Fahre wegen Darlehensschwindels .j Monate Gefängnis. Seine Frau war die Tochter eines hiesigen Zugführers und war als lebenslustige Person be lannt. Sie war seit nicht langer Zeit bei zwei Unfallversicherungen versichert in Höhe von 90000 Mk. Die ftran hat noch in letzter Zeit vor ihrem Ableben, nach ihren eigenen und ihres Mannes Angaben angeblich einen leichten Unfall gehabt, den sie auf einer mit ihrem Ehemann unternom menen Reise in Köln erlitten haben will, indem sie die kreppe heruntergefallen sei. Seit ber Zeit war die Jvrau ihren eigenen Angaben nach sehr erregt unb erhielt hiergegen ärztlicherseits Beruhigiingsmittel. Seit der Mann die ihm zu diktierte Gefängnisstrafe verbüßte, war sie in einem Frankfurter Geschäft als Kassiererin tätig unb trat seitdem in sehr eleganter Toilette auf. Wenn auch Selbstmord bei den Bersicherungsbedingungeit meist die Ansprüche auf Auszahlung ausschließt, so wurde das doch nicht der Fall sein, wenn z. B. Selbstmord im Zustand geistiger Verwirrung getan wird. s) Marburg, 27. April. Von ber Stadt werden bereits Vorkehrungen zu einem würdigen Empfange beS 2 0 00. Stu beuten getroffen, benn allem Anscheine nach wird biefe Ziffer diesmal erreicht, bezw. überstiegen. — Tie seit drei Semestern hier abgehaltenen studentischen Unter- rich18kurse für Arbeiter, Handwerker, Unterbeamte und kaufmännische Angestellte sollen auch in diesem Semester wieder ftattfinben. Die Farbe % */ des Kaffees ♦ rbfü'" u ♦ ♦ icn ♦ wesentlich verbessert dnr b einen kleinen Zasatx der beliebten. »Nein echten Kaffee • Essen» von Pfeiffer 4 Dlller Sehr ausgiebig, deshalb sparsam im Gebrauch- Ueberall crhtillich in Origiua)dor ' .iw werde er sich dann mit Männern zu umgeben die die ihm selbst fehlenbeit Eigenschaften besitzen. Nef*-6- . rtlärte damals ferner, er habe persönlich die JVotgen w“- I espotismuS am eigenen Leibe erfahren und fein etge reller Seife zu regieren hoffentlich werde englant» ■ _ Iscriiingnnpon^nücrlcitunflöörlicitfii. Für Die S iflcrvtrforflungeanlagcu 6er flölicnhain im Rrei« Schotten lolleu die vorkommenben nrv« unb Lieferungen und zwar - | CucUlammer (ferne Ciiefllufmng) 1 \ \">o(bbebälter von 50 Äbm NutzmhaU o . o I Höbrcngtäbeii ca. 2200 Meier ^oe - । Rvhrlieieriinqen unb $edeqiiHß«arbetten (werben nicht getrennt vergeben) H durch schristliche-r Angebot vergeben werden, tzlane und ^er unaen stnd bei de» -.mterieichneten Behörde, die Bedingungen ' bei der Bürgermeisterei Rölienbom emjtikben; Angedotsoerv^ •mb gegen ganj hete E nienbnnq Inicht m Bnestnart«' 2/>0 Bi ur jede» ko« nur vo mt m beziehcn flngew« ver'chlotftn unb mtt entspreche» er Anstchrist verleben. Loenumrner tinb Unternehmer ;n ersebeu > । Samstag den 8. Mai 1009, norm. 10 . Hör auf unserem Bureau: iftanl'urier 3traße 29, Znmner 3U.*« mreidirn, wo die Erofmung der Angebote in ©eqemwn cifchieneuer Bieirr ftattfxnbet. Freie AuSwabl bleibt 7^ vctbcbaUciL V - to'rneu nur Angebote auf Bor änbenmg u Zivotze Berüchichtigung staden. Zuschlagsirist « Gießen, den 23. April 1909. Großd. Äuliurtnfprttion Gießen. * H. Steinbach. " — Eine Sitzung des ProvinzialauSschuffeS finbel am Samstag, 1. iL’iai b5. Zs., vormittags 9 Uhr, m: folgender Tage-ocdnung statt: 1. Antrag der Gcwerlicha't । Elisenburq m Hungen auf Enteignung von Gc'.ände. 2. Hascloieh zu Odenhauseu 3. Aufnahme des Rudolf Keil von Ettingshausen in dieLandeSirrenanstalt Philipp«' Hospital. 4. Rekurs des A. Dietzel zu BonameS gegen einen Polizeibcfehl Großb. KreiSam'.S Friedberg. *• Der Rhein-Main-Ga st wirttverband, zu dem auch der hiesige Gastw.rtcverein qebört, hielt am Dienstag. 27 April h Z , im ,.Wormser Kasino" in W 0 r rn s eine Protest Versammlung gegen eine reichsgesetzlich ■ waren üertr .en unb einstimmig würbe nachsolgenbe Resolution angenommen bie den Reichs* und ^andlagsabgeord- neten sowie der hessischen Regierung überreicht werden soll: „Die am Dienstag. 27. Avril 1909, im „Wormser «asino" in Worms tagende Protestversammlung des Rhein-Main Gastwirteverbands legt geg n die vom Schntzverband der Brauereien der Norddentichen Brausteuergemeinschast beantragte Kontingentierung der Bierer^eugung encrgiidii'rcn Protest ein Sie erblickt in dieser Forderung ber Brauereien ein reichsgesetzlich geschütztes Monopol, bas aber keinesfalls bie Abwälzung der Steuer auf die Konsumenten garantiert Die Prodnttionssestleguiig treibt die Grundstücks- und Anlagewerte einerseits künstlich in die hohe, worin die Gesahr liegt, daß später irciierc Bierpreiserhöhungen folgen, anderseits werden diejenigen mittleren unb kleineren Brauerei- anmefen, welche das .'tontiiigcnt verkaufen, toefentlich ent« wertet unb werben baburrti große Verluste an gegebenen Lmpotliekdarlehett zu icn fein Den jetzt noch unabhängigen Gastwirten wurde jede Möglichkeit einer roirt- sckwstlichen Maßnahme g:gen den gesetzlich sanktionierten Brautrust unmöglich gemacht da das Genossenschaftswesen der Gastwirte erstickt und die Gründung von neuen Brauereien vollständig nitmöglich gemacht wird. Den Gastwirten wird hier du ich die gewerbliche und persönliche, insbesondere aber auch die Vertragsfreiheit geraubt Die Versammlung bittet dringend Regierung und Reichstag, sowie die Re gicrungen der Bundesstaaten, diesen Anträgen der Brauer um Kartellierung der Brauindustrie mit Hilfe eines Finanzgesetzes, die Zustimmung zu versagen." "Kolosseum. Donnerstag, 29., und Freitag, 30. April, giebt das .Reue Berliner Intime Theater" ein zweimaliges Gastspiel in den Räumen beS Kolosseums. Das Programm wurde sorgfältig zusammengestellt und hat künstlerischen Wert und bietet babci reichliche Abwechselung. DaS Berliner Intime Theater besteht durchweg auS erstklassigen Eabaret- und Bühnenkünstlern. ES finden nur diese beiden Gastspiele statt. (VorverkausSpreisc haben Giltigkeit.) ♦* Die Reifeprüfungen für Nicktschüler werden in biefrm Jahre am Wolfgang-Ernst.Glnnuasmm .m Büdingen, am Realgvmna'iiim zu Mainz und an der Oberreal- ichule zu Worms abflvbaltcn. Sie beginnen am Gymnasium am 16 August, an der Oberreal'chule am 7. September und am Realgmnnasiimi am 14. September. Qkfudie um Zulassung ju biekn Präsungen imb, unter Nachweisung des Bildungsgangs und sittlichen Verbaltt-nS, wnste unter Vorlage der letzten Schul- und Privaueugniise, bis spätestens zum 1. Juni bei der ^chul- abteilnnfi des Ministeriums cinjnreidm. Zugelassen sollen in ber R.-gel nur solche werden, die Ourdi Geburt oder Wohiwrt der Eltern bem Gros'bei loatum angehören ober seit mindestens 3 Jahren bann ihren ftäubiqen Wohnsitz haben ober feit mindestens 3 Zainen die b.iiifdx Staat sänge bongleit besitzen. Wer früher ein Gttnumsilnn, Realgymnaimm oder eine Oberreal'chule besucht Imt, soll in der Reget nur zugelassen werden, wenn mit Ab- lauf des Halbsahres, in dem er sich meldet, von dem Eintritt in bie Prima an gerechnet, uuci ,1abre unb, falls er aus der Obcr-SeTnnba ausgetreten, auRrrbem noch dieienige Zeit ver ftoffett ist, die er der Regel nach in dieser Klasse noch hätte zubringen müssen, um in bie Prima versetzt zu iverdcn. Wird bie Prüfung nicht bestanden, so kann sic in der Regel nicht vor Miaus eines Jahres wiederholt werden. — ©ctlcrfclb, 27. April. Pfarrer Scriba schreibt unS: Zu der tel. Einsendung, betr. Austritt aus der LandeS- lirche, sei, da dienstliche Gründe zurzeit Ausführlicheres unmöglich machen, vorerst nur bemerkt, daß es sich nicht um Streitigkeiten mit dem OrtSaeistlichen handelt, sondern um eine künstliche Erregung eines Teiles der Gemeinde, bie durch die Strafversetzung emeS Lehrers heroorgerufen ist. Ein Austritt ist nicht erfolgt, dagegen hat inan damit gedroht, in der Hoffnung, auf diesem Wege die Entfernung des Schul- vorftandSoorsitzenden, dem man die Schuld an der Versetzung deS Lehrers zuschiebt, zu erreichen. ES sprechen weder kirchliche, noch religiöse Gründe hierbei mit, sondern lediglich persönliche Guuägnngcn auS einer und derselben Ouelle. Roöbach v. d. H., 27. April, ^n schönstem Blüten- schmucke prangen gegenwärtig bie großen Kirfchenanlagen, die sich am Abhange deS Taunus befinden. Bon weitern erscheint das Gelände wie mit Schnee bedeckt. Die Kirschenanlagen unseres Cd s sind eine beträchtliche Einnahmequelle, Tausende von Mark en alljährlich in die Gemeinde. Die RoSbacher Kirschen sind m der Wetterau, in Frankfurt, Bad Nauheim, Houibiirg, Friedberg u. s. w. ein beliebtes Frühobst. -in. Friedberg, 26. April. D e r 1. Friedberger 5 ch ü tz tiiotvein hielt gestern auf feinem Schießfiande an der Fraullurier Straße unter großer Beteiligung sein A n s ch 1 e ß c n nb. Außer deu Veieiiwinitgliedern beteiligten sich daran eine Schaffner beraubten. . An Bord bei Hamburger Barke »Selene ist in ®uana- quil der ei krankte Matrose Holst nach Verabreichung von ttiei falt gestoibeii. Tic Untersuchung ergab, daß da« 8'ltei'a.j 65 Proz. Gifi entlnelt. ----1 Märkte. fc. Frankfurt a. TL, 28. April. Schweinemarkt. muf(b innen 'd'lc’mben (HtoKDoter. beit 81 icixraen Trebora.l,vieler Anton Önn»e. durch Bnlbiede auf den Mota getötet. Ter Enkeljob« Hane die Lc: verübt, weil er glaubte, daß lein Großvater ibn denn Anftiu’ einer Drehorgel betrogen habe ‘Räuber, 28 April Bor dem Schwurgericht kitten 'ich gestern zwei Brüder, die Bergarbeiter Paprotnvas aut Zabrze • icegen AKorbee ui verantworten Sie lourb-m beschuldigt, tm P-.lä?onutzer ’Walbe bie Schneiderin ZaSkulla in bestialischer tietir getötet tu baden, um den Folgen der Vaterschaft an dem unebr- ltdKn 'tinbc des Mädchens zu entgehen. Das Ofcndit venMeilte - - tuftfibinabrt. Zur Ucbcmahmr der Vuftftbiffftatwn Metz, wo ein starres Reickrsluftschiff Z I, ein unstarres MNitärluftfchift Parscval II und ein hLldftarres Großsches Luftschiff na tioniert werden, reist heute S?aiwtmann George imt einem Sergeanten und 12 Luftfchiffern von Berlin ab Des englischen Obersten Eoddps neueste Flug- maschine erwies sich als ein Mißerfolg, weshalb tue Militärverwaltung in Aldershot die Berlangermiß des Vertrages ablehntc. «leine TageschrontL. 3n M e tz sind 160 Soldaten deS 12 Fußartillerie- RegimentS erkrankt, wahrscheinlich infolge Genusfe» verte'rdena Zn Thiemendorf in Brandenburg brach in der Nacht V rin Feuer aus. dem in kurier Zen I -v" neten Biel Vieh sand dabei den Tod. Tao Feuer ist ach Bor* 5 aU" ■eneflni u ifQ 8 I ♦ Ober hessische MelpVersicherungs-Anstalt (03095 Heuchelheim, den 28. Zlpril 1909. Tages-Ordnung: 2438 Rasiere Bich im Dunkeln in und äusser Abonnement. (2467 [2542 Die trauernden Hinterbliebenen. Reste Danksagung Wir Garantie: Zurücknahme. Klein-Linden, den 28. April 1909. [08083 Geschäfts - Eröffnung zur Mk. S t e i n b a ch. 2536 Marktplatz 2. Marktplatz 2. Apfelwein Moselwein bei 5 Fl. 25 Pfg. bei 5 Fl. 65 Pfo. Schwarz Braun aus den sten Die Beerdigung findet Freitag den 30. d. Mts., nachm. 3 Uhr, in Heuchelheim, von Bahnhofstr. aus statt. Modernstes Waschmittel = Deutsches Reichspatent = ist ein ganz neuartiges und eigentümliche» Waschmittel von überraschender Wirkung, dabei garantiert frei von Chlor und allen sonstigen schädlichen Bestandteilen. Fabriken von Dr. Thompson's Serfenpulver (Marke Schwan) G. m. b. H. In Düsseldorf. höch- Stä n- den Giess. Union-Bier. München. Löwenbräu. Reine Weine. Zimmer für kürzeren u. längeren Aufenthalt m. u. o. Pension. Glänzende Anerkennungsschreiben FSr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Äöttelmann bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten sage ich allen herzlichen Dank. 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W l. 66-67 $g„ Seweimab IM., Lebendgewicht 54,0-00,6 \ gut, fein I!eber|1and. . __ Den geehrten Einwohnern von Steinbach u. Umgegend gefl. Nachricht, daß ich die WMsW „Zm grünen Bam" Todes-Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Verletzungen unmöglich Kein Schleifen, kein Abziehen mehr auf Kosten der Selbstrasierer. Wer kennt nicht Mlcstg? Mu Minna Bikijinann geb. Jung. Trommeln, 8 Schraub., 38x16 Durchmesser Militär-Trommeln, 8 Schraub., 38x19 Durchmesser Nur erstklaff. Fabrikat Elegante mit grossen Oesen und . breiten Bändern mit und 2^ ohne Lackkappen a”/« Bekanntmachung. Betreffend: Lehrlingsvermittelung. Die Lehrherren, die Lehrlinge oder Lehrmädchen ein- siellen und die Eltern, die ihre Kinder in Lehrstellen unterbringen wollen, machen wir auf unsere unentgeltliche Lehrlingsvermittelung aufmerksam. ___ ß-*/ Gießen, den 22. April 1909. _____ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. und 2534 zurückgesetzte Partien ausserordentlich billig. Adam Hofmann im 72. Lebensjahr. Heuchelheim, den 28. April 1909. Bekanntmachung. Netrifft: Die Vertilgung der Raupcnncster. Die Garten- und Feldbcsitzer der Gemarkung Gießen werden biiermil aufgesordert, bis zum 20. Mai 1909 ihre Bäume,Sträucher nab Hecken von den Raupenncstern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, v"wfallen in die in § 368 des Reichsslrasgesetzbuches bestimmte Geld eiter Haftstrase. Außerdem wird die Bertilgung der vorhandenen Maupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 23. April 1909. ß”/4 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. Todes-Anzeige. Heute morgen 2V, Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Meline Schneider im 27. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Schneider W. Gorr u. Familie W. Stork u. Familie. Heinrich Hochstättei Tapetenhaus Schlossgasse 19 Telephon 36 Nach langem schweren Leiden erlöste Gott durch den Tod unsere inuig'tgelicbte, treubesorgte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Christine Dreher geb. Briet Jnhab. des Verdicnstkreuzes für Frauen u. Jungfrauen. Um stilles Beileid bitten Die tiestrauernden Familien: Treber, Vogel und Heß. Gießen, Frankfurter Straße 62, den 28. April 1909. Die Beerdigung findet am 30. April, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. (2546 _ , 1.20-2.60 „ r . Fachmann. Bedienung, (ss27ls Albert Vogt, Rhein. Munk '^nitr. Lager, Brachbach a. d. S. Unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Ltädtischel' WMchmis Wen. Gartcnftraßc 2, Zimmer 2. Gs können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Rockarbeiter, 1 jüngerer Hausbursche, 2 Lauffrauen, 4 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen, 1 Weißbinder, 1 Handlanger, 1 Kindermädchen, 1 Wäscherin. Lehrlinge: 2 Buchbinder, 4 Schreiner, 1 Bäcker, 5 Schlosser, 2 Glaser, 1 Schmied, 1 Lehrmädchen, 1 Gärtner, 4 Tapezierer und Polsterer, 1 Wagner. 1 Kellner, 1 Schneider. b. bet auswärtigen Arbeitgebern: 1 jüngerer Metzger, 1 Schlosser und Installateur, 1 Spengler, 1 Schneider, 2 Arbeiter, 2 Köchinnen, 3 Dienstmädchen. Lehrlinge: 2 Bäcker, 2 Schlosser, 2 Schreiner, 2 Metzger, 1 Schmied. W jucken Arbeit: B“/* 1 Handlungsgehilfe, 1 Schreiber, 2 Schmiede, 1 Kellner, 3 Glaser, 1 Rahmenglaser, 2 Schlosser und Installateure, 2 Buchbinder, 1 Bäcker, 1 Steinmetz, 1 Mechaniker n. Gisendreher, 3 Bauschlosser, 2 Spengler u. Installateure, 1 Schuhmacher, 1 Polsterer und Tapezierer, 1 Sattler und Tapezierer, 5 Schreiner, 2 Fuhr- knechlc, 2 Hauöburschen, 1 Gartenarbeiter, 8 Arbeiter, 4 Lausfrauen, 2 Waschfrauen, 1 Kindermädchen. Lehrlinge: 3 Schlosser. ■ral-teiiiiluiio Id tataitai Samstag den 1. Mai 1909, vormittags 10 Uhr, im Gasthause zum Solmscr Hof m Hungen. □zomt Gebrüder Berdux Bahnhofstraße 27 a28/4 Fernsprecher 231 Mk. 7.— „ 7.50 ^hce-Kochschule. Vielseitigen Wünschen entsprechend, beabsichtigt man einen Arfts zur Allsbildilllg m IienßiMchen im einsacker und feinerer Küche nach Pfingsten an drei Aachmittagen wöchentlich einzurichlen. Herrschaften, welche bereit sind ihre Mädchen daran teil- nshmen zu lassen, sind um baldige schriftliche Anmeldung bei Fräul. Dceutsch, Kochlehrerin, gebeten. — Nähere Besprechung später gOneinsam. — (v28/4 Schülerinnen für den jetzigen Kursus können noch eintreten. $»tt sehr preiswerte und gute Mmagstisch wird besonders empfohlen. Der Vorstand der Alice-Sckule. NechnungSablage pro 1908; Vorstandswahl; Beratung und Beschlußfassung über Aenderungen in der Satzung; Verschiedenes. Der Direktor: Lud. Hoffmann. ö,,en toolic ^(t (K°, , I , A.Ss,;’V.k |i Itk ,hnb»»tä»S । n drr äterfffmk ™ Te "*■ 61,1 unslanes Mn.b' kv = > 1« ageschrontl sstea: 5? «• i ä 1 Den 2as Zeun ijh . . ^legraphie in Queul' h'ol)tlo|e Telegramme nach der i » .vohenzollern". Wich- Lei[e dem Raijev Wort übenuia ?■ oem Unterjeeboot ,Foca' ganjen 11 Personen getc: in Tiatroje wird vermiß!. Taches der Kirche in mntag sind insgesamt neun wer verletzt worden, drein London gesterninda^ Staatsmännern an Statuen c ’n die Selten durchseilen. ligt. e r überfielen in einer Vorstch r lbahnwagen und zwangen die [j$ Ivern, ruhig znjusehen, wie |it fr jer Sorte,Selene* ist in ® 'Ist nach Verabreichung oon ?:::■:■■ judjung ergab, daß das W; Tennisschuhe in grösster Auswahl Wilh. Herbert Inh.: Carl Herbert Donnerstag früh 9 Uhr eintreffend: Sehellfisehe kleine, Pfd. 18 Pf.: große, Psd. 40 Pf.: mittel, Pfd. 32 Pf. llsblis», Hopfte Pfund 20 Pfg., im Ausschnitt Pfund 24 Pfg. Rotzungen, Pfund 40 Pfg. Metzer Marmelade, Melange per Pfund 30 Pfg., 10 Pfund-Eimer 2.50 Mk. tqinr Hessen amDomeMtz! uerünyU W* W ' radtmeldunsen. )riq.-TeP. d. „Gieß- M Blä'.tmi gedränt: - ben ZustiMNlster Ilnllageversahrens gege- - 28. 'f’E'te('2en't8®ieW':'R M .< Stad! ist v- oß April- rfo i . 28. 2 ic»1 hl-n •** in j । (sin 8ombnt>*b . ;b V. eine ckan^° /L er völlig'^ ct bedouerte,da« unreicl'end aus bech^ zu ’ „ Bannern s , yn- MW WM Frische Eier Stook 65 Pfg. ^eue Zwiebeln 12 Pfg. Sommer- Malta-Kartoffeln • per Pfund 14 Pfg. Neue 1909er Matjesheringe per Stück 12 Pfg. B^wHesi-Wessie .Harkt- T Wetter- Strasse 9 gasse ist. , :■ , .u crse»^, JO’ /’ »'M« ”iroöc 9'pC>- 'S j verkauf: Baer, Bei». Anlage 54. CT019 Llhöiikö Wöhshas mit geräumigem Lagerhaus und Lraüuuaen unter qönmgen itiebinnunflen au oertnu’cn. Sdmftl. Angebote unter 2479 an den Qkehemr Anzeiger erbet. (tzkbrauch!. Motorrad gegen Qona m* kaufen gefmbt. rdzrtHl. ^nnebote unter <6»h» an den Wichen, ylmeiger erbeten. 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Zu recht Aoblreicbcm Besuche ladet ergebenit ein 080® A. Kappmann, Direktor und Inhaber des Lolosfeum» ("lege». RestaurantMetropol“ Parterre Ploekßtrasse a. I. Eta^e Reichhaltige Tages- und Abendkarte. Gieflteaer Union-Bier. ■ Pilsener Urqoell. ■ M Unebener Löwenbrio. ■ Reelle Weine. Vorzüglicher Mittagstisch Suppe. 2 GAn«#- mit Deeeert 1.30 Mk., im Abonnement 1.10 Mk.; Luppe. 1 i,anK nach Wahl mit Dessert 90 Pf#., 23bß; im Abonnement bO Ptg. FoMiliLpoliHJiltapereiii. TonnerStag, 29. April, abends 8'/, Uhr, Hotel Schütz Vortrag von Prof. Urstadt über „Sie Geschichif des dtiitslhfiiB^ieiiistligdks". L-V Gälte herzlich willkommen, 0" , Eis Eis Eäs Telephon 88 - ■ — Telephon 83 Ab 1. Jini gehen meine Eiswagen regelmässig, und lade ich zum Abonnement höflichst ein. Emil SchmaSi EiekeHerei Bier|rrosshandlung Frankfurter Strasse 7- 2487 Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Gebrüder Zutt,Bau. Unternehmer, imb der beiden ^Virmentnhabcv Theodor und Friedrich Zutt zu Gietzen wird heute am 26. April 1909, nachmittags 1 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Herr Nechtsanwatt Hornberger zu Dießen wird zum KonkiirSoerwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 5. Juni 1909 bei dem lyenchtc anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten ober die Wahl eines anderen Verwatterö, sowie über die Bestellung emcS Gläubiger- ausschusscs und eintrctendcn Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf Montag ben 17. Mai 1909, nachmit tag« 4 Uhr — Zimmer Sir. 18 — und zur Prüfung der ange- inctdetcn Forderungen auf SNontag ben 14. Juni 1909, nachmittags 4 Uhr — vor dem unterzeichneten Gerichte — Zimmer Sir. 18 — Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur KonkurSmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen ober zu leisten, auch bte Verpflichtung auferlegt, von bem Besitze ber Sache unb von ben Folgerungen, für welche sic auS bei Sache abgefonberte Besriebig- ung tn Anspnich nehmen, bem KonkurSverivatter bis zum 6. Juni 1909 Anzeige zu machen. B1*/, Droßherzogt. Amtsgericht Gießen. Freibank. Heute IB*/, Sckrwciucfleijd> Pfund 50 Psg AlzeyerPferde- LoseäNU.^“ Nur 20000 Losen 12000 l'L>" e w inne Sebr günstige Gewinnchance. Zicbung am 14. *?Jiai ds. Js Diese Lose empi. Nick, Bucbader. Gießen, bleuen Baue 11 (21W Xch rnnthrkend kraft- e. blutbildend ist mein 2384 Nähr- und Rräfligungs-likör */i dl- M. 2.50, ' , It. M. 1.50 Germania-Drogerie Carl Seibel — Frankfurter Str. 39. 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