Mittwoch 24. November 1909 Zweites Blatt Nr. 27« 159. Jahrgang ttlcbetrti tSgttch mti Culne6me deS Sonntag«. ränge Schulen und einige Lehrbücher, ine besonders re- j hessischen Justtzmurästers. ES sei doch höchst kindisch und uw. igionsfkindlich wären, richtete. Ihor mit Klavier- Die Jahreszeiten1. ing1* . Bob. Der Kampf um die Schule in Frankreich. i. e > Franz C FliW [avierbegleitnng mniiement von , Altdent*- . In ganz land r Sächsisch. Neapoli n. Bariton-Solo rte . • • • ir 9 ,l Dänisch. Vorn Rba Ao» P« Schlesiü- Joh. Bnii Rich ttw Rotahonibrucf und vertag der Vrüblichen UnwcrsuälS - Buch- und 6teinörudeceu R. Lange, Liegen. erhört, wenn ein so ins politische Leben eingreifender Richreck ;um Minister laufe und den Kadi artrute. Die Richter dürsten nicht empsindlicher fein, als andere Menschen. In jtnem anderen Falle war auch gegen das Offenbacher JKbenix* olatt Klageantrag gestellt, aber da sei das Ministerium! poliitvcbc Tagcsjchatt. Englische Sorgen. l 16 Redaktion, Eroedltton und Druckerei: Schul- straße 7. EroediNon und Vertag, &L Äebaf tum:112. Teü-Abr^AntetgerGleven. hessische Zweite Kamm«. R.B. Darmstadt, 23. Nvv. Bei der heute um IO1/* Uhr fortgesetzten Wahl recht sberatu ne sind Daus und Tribüne gut besetzt. Am Ministertische haben ^taatsminister Dr. Ewal d. Geh. Staatsrat Krug v. Nidda md die Ministerialräte Dr. Weber und Lorbacher Plal genommen. Nackchem Vizepräsident Kvrell die Sitzung eröffnet uni do.» .Haus die als ersten Punkt zur Beratung gestellt«' dringliche .'Infrage der Abgg. Pennrich und 41 Genossen, betr. den Der lütungsmodus für die Eisenbahnsahrten der Abgsordncten von der Tagesordnung abgefetzt hat, nimmt bei Fortsetzung der Generaldebatte juerft Staatsminister Dr. Ewald das Wort. Er weist auf m Mißverständnis seitens der Presse hin, den Vorschlag dir lautetet betreffend. Er habe gelesen, daß die Vorschläge, bie du Regierung gemacht habe, dahin zu oerstch.m seien, daß in Zukunft eine Karenzzttt von 6 Fahren für die Wahl maßgebend sein solle Tas sei falsch. Man werde finden, daß kein wesentlicher Unterschied zwischen den früheren und jetzigen Bestimmungen vorhanden ser. In der Tat sei es durcliaus Sache desjenigen, der wählen «volle, ob er in seinem Rechte sich rn Zukunft anders gestellt Z.Ge d.lOjii tagv.J. geb 31 i f 81.5. Die „Otetzeiter LamtUendlSNer11 werden dem Anzeiger1 eiennal wöchentlich berget egt, b«8 'rlrettdlan für dev Kreis -ietzen" twennal wöchentlich. Die .^andwtrtschsftlichen Sett- ,legen" erfchemen monatlich zweunal. D, GIESSEN :end« Ta« KONZERTE ‘*Tn>Ppt 0 JannettL AnlanrB^ baut da 1 G'essei t ex On’QltÖ 8,$». ™ fÄpfc 1 1 AKW Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesftn Giesset »*■* ^*>4 sÄ von Hesse Fes'*0!1**:. IW** Das Sc Ergabt §ruon!too Tarl^V ***** I» *- .Khefl 11 iTügtr gewesen und habe dem Antrag keine Folge gegeben. Tas fei klug gewesen, denn eine Verurteilung vor dem Tarmstödter Rickcker wäre einfach nidrt möglich gewesen. Tic hälfttge Erneuerung der Kammer halte er für einen allein Zopf, mit dem man aufräumen müsse. Eine derart erneute Kammer halte er für ungeeignet, durchgreifende Reformen bin- sichtlich der Ersparnisse hcrbeizuführen. Wenn man mit Erfolg die Finanzmisere bekämpfen wolle, sei die volle Erneuerung der Kammer vorzunehmen. Tie Kantclen bezüglich deS Wahlrechts hält der Redner für falsch. Er steht auf dem Standpunkt, daß die Frauen, die auch herangezogcn werden zu anderen ftaatlicben Tätigkeiten, das Recht haben sollten, zu wählen und gewählt zu werden. Der Redner wendet sich dann zu bat Art. 67 und 76, von denen der letztere zwar ein Stück Kronrecht, aber ein viel größeres Stück Volksredst darstellc. Der Redner schließt damit, daß er gegen die Vorlage alle Mann an Bord rüst. Vertnsso- rungen wolle man ver>uchen; bekomme man sie aber nicht, danns diesem Kinde keine Träne nachgeweint! Staatsminisier Ewald Cxz. wendet sich gegen bie Ausführungen des Abg. Ulrich. Wenn dieser gesagt habe, bei dem Eisenbahnvcrtrag mit Preußen sei Hessen ein gereift und über den Löffel barbiert worden, so müsse er gegen solche AeußerungeN entschieden Verwahrung einlegen, da sie eine Beleidigung gegen die Regierungen beider Länder enthalte. Wenn Abg. Ulrich ferner erklärt habe, seit 1870 sei ein so reaktionäres Ministerium wie das seine nicht am Ruder gewesen, so sei das seine Ausfasjung, die ihn, den Slaatsminister, jedoch kalt lasse; denn dieselben Vorlagen hätten ja schon unter seinem Amtsvvrgänger Rothe Vorgelegen. An den Kantelen solle man nicht rütteln-, wenn man Gegenanträge einbringe, erschwere man dadurch außerordentlich die Einführung des direkten Wahlrechtes. In Verbindung mit Art. 15, der Frage der Wählbarkeit von Lokalbeamten, habe Abg. Ulrich den Fall des Amtsgerichtsrates Seibert in Offenbach herangezogen. Dieser war in einem sozialdemokratischen Flugblatte angegriffen worden, er habe bei einer Amtshandlung parteipolitisch, und zwar ungerecht, verfahren. Diesem Vorwurfe gegenüber legte Amtsgerichtsral Seibert in einer offent* liclyen Erklärung die Verhältnisse klar. Er hat dabei allerdings amtliches Material verwertet, was er nicht hätte tun dürfen. Deshalb habe Se. Exz. sich verpflichtet geholten, die Entscheidung des Disziplinargerichtes anzurufen. Dieses erllärte, daß das Verhalten Seiberts nicht korrekt gewesen sei. Aber eS handelte sich dabei um Dinge, von denen Seibert wußte, daß sie ohnehin bekannt waren. Er wurde freigesprochen, weil das Gericht ferner in Erwägung zog, bafj, wenn einem Richter ein solcher Vorwurf gemacht wird, er sich in einer gewissen Notwehr befindet, und wenn er da Material verweirde, das ihn entlaste, so sei das entschuldbar. Zum Schlüsse wendet sich der Redner noch entschieden gegen den Vorwurf der Weltsremdheit, der ihm von feiten des 91bg. Ulrich gemacht worden sei! Vizepräsident K 0 r e 1 l rügt den Ausdruck des Abg. Ulrich „über den Löffel barbiert", den er vorhin nicht gehört habe, und mehrere andere unparlamentarische Ausdrücke desselben Redners. Abg. Reinhart (nat-tib.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Ulrich und erwähnt gegenüber dessen Ausführungen, als ob die sozialdemokratische Partei das direkte Wahlrecht angeregt habe, daß schon vorher einige andere bürgerliche Parteien, so z. B. die nationalliberale und das Zentrum, Anträge nach der Richtung gestellt hatteir. Die Wirrung der Kautelen sei schärfer als man glauben sollte, was er schon früher nachgewiesen habe. Durch Verleihung des Stimmrechts und durch Verleihung politischer Rechte an die Frauen würden diese entwürdigt. Die Frau verliere dadurch den Charakter als Frau. Die Vorgänge in England seien für ihn eine Mahnung, hier nickt die Land zu bieten. Wie der Fall beweise, daß eine Wahl- rerfytlerin, die in London sistiert worden war, sich weigerte, Sträf- lingslleidung anzulegen und im Naturzustände mit dem Arzte, der in ihre Zelle kam, kämpfte, führe diese Richtung auf Abwege, die geeignet seien, die Familie zu zerstören. Die Ehe unb Familie solle geheiligt bleiben und nicht nach der Richtung auS- gebaut werden, wie sie Frau Jerusalem, die Parteigängerin der Sozialdemokratie, vertrete. Was die Anträge der Abgg. Böhr und Köhler anlangt, alles beim alten zu lassen, so werde durch diese Anttäge das direkte Wahlrecht auf viele Jahre hinaus begraben. Abg. Dr. Osann (natt.) führte etwa folgendes aus: Der Präsident hat in dankenswerter Weise einige Ausführungen des Abg. Ulrich rektifiziert. Als Vertreter der größten Partei des Landes möchte ich auf einige Angriffe des Abg. Ulrich nochmals eingehen. Mit der tiefsten Entrüstttng weise ich zurück, daß wir den Wählern durch unsare Anttäge Sand in Die Augen streuen wollten. Ein schlimmerer Vorwurf ist einem Abgeordneten, der mit Leib und Seele seinem Volke dienen will, noch nicht gemacht worden. Ernst ist es mit dem, was wir beantragt haben, und Herr Abg. Ulrich ist kein Richter über unsere Taten. Schon in vergangenen Jahren haben wir die Sparsamkeitspolltik in diesem Dause vertteten, wir haben gestrichen, wo es uns möglich erschien, und wir haben in unserem Anttag die Punkte, bei denen wir glaubten, daß Sparsamkeit am Platze sei, angeführt« Wenn Abg. Ulrich fagK am Ordensposten solle gespart werden, so käme hier nur der Wringe Betrag von 5000 Mk. in Betracht. An der Zivilliste zu sparen, sei nicht angängig, denn an dieser nehme nicht allein der Großherzog Anteil, sondern er bezahle aus ihr eine ganze Reihe von Beamten und wende außerdem ansehnliche Beträge öffentlichen Anstalten zu. Und wenn £>err Abg. Ulrich gegen die Ministergehalte ist, so hat er doch seinerzeit selbst gesagt: was sind die 12 000 Mk. Ministergehalt! Dafür tue ich es noch lange nicht! Dieser Reine Bettag kann doch auch nicht in Bettacht kommen Wir sind in dieser Angelegenheit sachlich vorgegangen und nicht in der Ricktung, daß wir nach außen hin Früchte aus unseren Reden ziehen wollen. Es muß sonderbar berühren, wenn man lieft, wie das Volk wieder ausgestachelt werden soll und wie scharf gemacht werden soll von sozialdemokra- ttscher Seite. Und wenn von dieser Seite behauptet wird, wir seien unserer Zugeständnisse wegen rückgratlos, so möchte ich doch daraus Hinweisen, daß auch die Abgg. Reh und Dr. Fulda bereit waren, Opser zu bringen und entgegenzukommen, damit das große Werk des direkten Wahlrechts endlich unter Dach unb Fach kommt. Wenn jemand die Wahlvorlage vernichtet hat, so ist es der £yerr Abg. Ulrich gewesen. Zu den anderer, Hauptfragen ist von meinen Parteifreunden bereits gesprochen worden. Ich möchte nur noch die Frage erörtern, ob es richtig ist, den Lokalbeamten die passive Wahlsähigkeit zu nehmen. Den Angriff des Abg. Wolf auf die Beamtenschaft halte ich nicht für berechtigt, berat cs müßten eigentlich alle Beamten, da sie ,a alle ihr Gehalt aus dem Gelbe bet Wähler beziehen, von ter passiven Wahlberechtigung ausgeschlossen sein. Tu Vorwurf, daß die Beamten auf ihre Wähler beeinflussend wirken könnten, ist unger edytfertigt. Dieser Einfluß ist schon zu Zeiten des indirekten Wahlrechtes fast nicht vorhanden gewesen, wie vielmehr wirb dies beim direkten WaArechl der Fall sein. Der Redner oerweist sodann auf die Eingabe des RichterkollegiumS, in der u. a. baigefielü ist, wie pur durch eine Lusallsrnuchrität vop etan« Sem* tileeee» X wert ruob •* Bnjbl'acbfOti« werden. 2. Für feindliche Höfen bestimmte britische Schiffe mil Nahrungsmitteln sollen ihre Fahrt aufgeben und in einem Lasen des Vereinigten Königreichs zurückkehren. 3. Dieselbe Maßregel soll für alle nach neutralen Hüsen bestimmten britischen Sck)iffe mit Nahrungsmitteln 6 4. Nach Kriegsausbruch dürfen sowohl britische, wie neutrale Sck)iffe Nahrungsmittel von irgendeinem Hafen des drittschen Reickyes nur nach einem Hasen des Wer- einigten Königreiches bringen. Diese Maßregeln sotten so lange in Kraft bleiben, bi? die Beherrschung der See durch England oder eine ausreichende Nahrungsmittelzufuhr unzweifelhaft sest- $ In der Erörterung darüber erhob Professor Holland fadi einem Bericht der „Morning Post") Bedenken gegen die Beschlagnahme neutraler Schiffe, obgleich man wahricheinli- jTi außergewöhnlichen Maßregeln greifen müsse. Dageaen crflärte stch der pensionierte Commander Gaborne mit den ermähnten Vorschlägen einverstanden. Man dürfe sich im Kriege nicht allzu ängstlich an die im Frieden getroffenen ^Lmachungen hatten. In gleichem Sinne äußerte sich Lord Ellenborough. England müßte im Falle eines Krieges mit einer benachbarten Macht bedeutend mehr Rechte bean- 'pruchen, als den kriegführenden Staaten gegenwärtig durch j.fl5 Völkerrecht zugestanden werden. Wie er meinte, könnte hen Neutralen niemals die freie Benutzung der Nordsee ^ugeftanben werden. Bei allen Mächten und Staaten, wo große Interessen con Seehaudel besteyen, wird man, so schreibtiL-iy„Kre-uzztg.", her wir diese Mitteilungen entnehmen, von diesen Pbänen mil) Absichten Kenntnis nehmen müssen. Ftt'taS Seitdem das französische Episkopat Ende September hie katholischen Ettern aufgefordert hat, chre Kinder ntchl mehr in die sogenannten „neutralen" Staatsschulen, sondern in die „freien" kirchlichen zu schicken, und des weiteren non den Kindern verlangt hat, gegen die eingeführten „unmoralischen" Lehrbücher zu rebellieren, ist der Kampf um bie Sck-ule in Frankreich auf der ganzen Linie entbrannt. Zwar hatte der Ministerpräsident Briand in seiner bekannten Jlebe in P^rigueux am 10. Oktober noch jede schärfere Tonart vermieden und auf eine Versöhnung des durch das Trennungsgesetz in zwei feindliche Lager gespaltenen Frankreichs hinzuwirlen gesucht. Aber nachdem derselbe Brnand rm letzten Frettag auf die Notwendigkeit des Zusammenflusses aller Republikaner zur Verteidigung der Staatsschulen gegen die Agitation des Episkopats hlngewresen n-at, und die Regierung sogar einen Gesetzentwurf dorbe- r eitet, der Strafen für die rlerital gesinnten Eltern vor sieht, welche ihre Kinder aufhetzen, ist an eine Versöhnung b:r um die Schute streitenden Elemente nicht mehr zu i d mken. Vom rein politischen Standpunkte aus betrachtet, Itfmmt natürlich dieser Kampf gegen Rom, nachdem auch ! b:r Papst wieder beim Empfange französrsck>er Pttger scharfe Sorte gegen das irreligiöse Frankreich hat fallen lassen, tarn Regierungsbtock sehr gelegen. Die Parole „bie S.aats- toule ist in Gefahr" wird bei den Wahlen des kommenden ^ihres seine Anhänger geaen Klerikale, Monarchisten und Nationalisten in einer Weise zusammenschweißen, daß der Ausfall der Wahlen, der wegen der,im Block selbst strittigen , Pnanzreform Eocherys schon einigermaßen unsicher er- ) I djien, wahrscheinlich einen großen Sieg der Repubttkaner. Aal i. al en, Demokra en, Radikal-Sozi listen uns Soz a i-en bibeuten lvird. Ja, vielleicht wird dann die wieder neu «-festigte Regierung Mittel und Wege finden, die kirchlichen cl/ulen überhaupt durch ein staatliches Monopol des Unier- nichts zu beseitigen, was bisher aus Gründen der Duldsam» izrit und Opportunität versäumt toorben war, um die Trennung von Kirche und Staat auch denjenigen annehmbar zu ttachen, die sick als Anhänger eines, wenn auch rein äußerlichen Katholizismus fühlen. Damit aber hätte das französische Episkopat gerade das Gegenteil bon dem erreicht was es mit seiner Agitation gegen die Laienschule bezwecken wollte. Es hätte die ganze Jugeaid Frankreichs und damu end) seine ganze Zukunft im Laude verloren. Das febeinen bie Klerikalen denn auch bereits euige^ ssthen zu haben. Nachdem sie zuerst gegen ^e staAtüche Sckmle überhaupt vom Leder gezogen und ihr aus christlichen Drüuden jede Existenzberechtigung abgesprochen hatten. Hatten sie sich späterhin nur mit dem Kampfe gegen bic ihnen mißliebigen Schulbücher begnügt. Und wenn sie dort au Hen Staat stießen, der sich die Verunglimpfungen seiner Einrichtungen nicht ohne weiteres gefallen lassen durfte inb lauf die staatlich an gestellten Lehrer, die in j>eni toirten' Briefe eine Beleidigung sahen, so waren es hier ine Der- Wer und Verleger der Lehrbücher, die suh durch Bon- Spttierung ihrer Azeuanisse zivilrechtlich geschädigt fühlten go droht der französischen Geistlichkeit, bie nach dem -^.rennungsgesetz schon so wie so nicht aus Rofen geben ei ist. «ine Reihe von Prozessen, deren Ausgang der ganzen ®ay-;= fcge nach nicht zweifelhaft fein kann, -sie verfolgt daye^ 1-tzt bei ihrer Agitation gegen die Volksschule und ihrc Lehrbücher eine neue Taktit rüdem sie so tut, als ob |ie |ia), mgrungcii «er uu^.i .w‘ -ur bÄVen ^iae u^ ^T Abtvehr sich nur gegen | etrafantrafl gest-llt worden, doch nur aui Senmlafiimg sehen wolle. Aba. Reh lFreis.) geht, nadtbem er den Gang der Verhandlungen über die Wahlreä)tsvorlage in früheren Landtagen kurz bv'leudiict hat, auf die heute vorliegend« Vorlage ein. Tic Acra benmg des Art. 67 scküage er in ihrer Bedeutung für bi« Zweite Kammer viel höher an als es von verschicbenen seiner Vorrcbner gefdieben ist. Wenn man ber Ersten Kammer seither ein Entgegen lorranen gezeigt habe baburch, baß man jahrelang bie Re- Sommunikationen »ugeTaffen habe, so [trijtbe bieser Gebrauch im Widerspruch zur Verfass"ng. Lier sei der Punkt, an dem bk Zweite Kammer hätte an,ctzen können; er stehe hier auf bcm> lÄben Stanbpunkt wie Abg. Dr. Fulda Art. 67, wie er von dem Ausschuß vvrgescUagcn ist, wahre der Zweiten Kammer nad) vier Richtungen hin ihr Vorrecht. Ersbems köime die Erst« Kammer nur dann in bie Beratung des Budgets eintreten, nachdem bie Zweite Kammer darüber beraten hab«; ihren Beschlüssen müffe sie bie BescUüsse ber Zweiten Kammer zugrunb« legen. Sodann sollten bei Nichtübersttmnrung der Beschlüsse beider Häuser diejenigen der Zweiten Kammer nrafegebtnb sein; bei einer ge- meinschastlid-en Sitzung solle die Stimme des Präsidenten der Zweiten Kammer ausschlaggebend sein und endlich solle bi« Ablehnung des Bubgcts burck die Zweit« Kammer eine enbgülticje Ablehnung darstellen. Tiefe Bestimmung resultiere aus den Erörterungen im letzten Wahlkampfe. Der Redner hofft, baß bieje Bestimmung ber Bub^ctverweigerung angenommen werden wirb. Art. 75 werb« seiner Anjidü nad) wesenllid» unterschätzt. Er stelle zwar ein Knonreckt dar, wenn er aber in Tätigkeit trete, fei er ein wefentlicl^s Vvll'srecht. Deshalb könne der .Redner nicht dem zusttmmen, waS bie Regierung in biefem Entwurst vorfchlägt. Eine weitere VersäilechteiTMig enthalte der Artikel dahingehend, baß nicht nur eine nochmalige Abstimmung über ein abgclehntrs Gesetz, sondern eine nochmalige Durchberatung bes ganzen Gesetzes ftaitiinben solle. Deshalb, sei er bafür, den Artikel in der früheren Form anzunehmen; im Falle dies nickst angängig sei, ist der Redner für Annahme das Anttages Wolf, ber bas Hauptgewicht m bie Majoritätsverhättnisfe ber Zwecken Kammer legt. Ter Redner wendet sich bann ausführlich gegen die Bestimmung des 3 jährigen Wohnsitzes; es' könne sehr wohl ber Fall eintteten, daß man 6 Jahre warten müsse, bevor man wahlberechtigt werde. Wenn z. B. ein in Hessen Wohnender mehrer« Jahre ins AuSlrarb geht, so verliert er seine Zugehörigkeit und muß bei seiner Rück- Eetrr wieder drei Jahre hier ansässig sein. Auch Frhr. v. Hehl habe sickr im Jahre 1905 in ber Ersten Kammer mit größter EntfHiebenheck gegen diese Bestimmung ausgesprochen unb baraus hinae- toiefen, daß damit viele Arbeiter vom Wahlreckst ausgefchlosfen würben. Wenn bas ein so konfervativer Herr sage, dann sollten sich buch auch bie Nationalliberalen noch einmal bie Sache recht überlegen. Eine ähnlich« Beschränkung sei auch in keinem anderen Bundesstaat vorhanden, in Baden und Württemberg genüge einfach Staatsangehörigkeit und Wohnsitz. Es würde nach ferner Meinung vollständig genügen, wenn man vorschriebe: Dreijährige Staatsangehörigkeit unb Wohnsitz in Hessen. Auch Abg. Wolf habe darauf hingewiesen, baß es genüge, wenn der Wähler Hesse sei und im Lande wohne. Einem faldyen Antrag würbe ber Rebner sofort zusttmmen. Ferner sei es ein Unikum m Hessen, daß bie Kammer nur immer „hälftig" erneuert werde, er verlange mil seinen Freunden stets die ganze Neuwahl ber Kammer. Seine Partei werd« sich ihre endgültige Stellungnahme Vorbehalten, er betone aber, baß seine Partei eine entschiedene Anhängerin des direkten Wahlrechts sei unb er protestiere gegen eine Aeußerung des Abg. Wolf, baß die Freisinnigen aus „Mandatshunger" gegen cxrS direkte Wahlreckst seien. Auch seine Partei werbe bereit fein, Opfer zu bringen unb sie werde an dem Zustandekommen des Gesetzes Mitarbeiten in ber Hoffnung, daß bas Gesetz mit einem möglichst einstimmigen Votum zustande kommt, das seinen Eindruck auf bie Erste Kammer und die Regierung nicht versehlen wirb. DiLepräsident KoreN teilt mit, baß seitens der National- liberalen, Abg. Reinhart .unb Genossen, soeben ein Anttag eingebracht worben sei, bie 5ui Wahlrechtsausübung er fordert ick,'e Staatsangehörigkeit auscinLahr herabzu setzen Abg. Ulrich (Soz.) führt aus, er freue sich immer, wenn jemand vernünftig werde, und bei bat Nationallibcralen umsomehr. Wenn es denselben Ernst war mit ihrer Meinung, so bättsi sie schon an Ausschuß einem öhnttckxen Antrag R. auf einjährige Beschränkung der Staatsangehörigkeil Kustimmen sollen, dann wäre ber jetzige Wechselbalg von Wahlrechtsvorlag« überhaupt nicht Möglich gareicn. Tie ganze Vorlage sei derartig, daß er nÄmsche, sie möge so bald wie möglich in den Orkus fliegen. Der Redner geht dann auf das Gesetz naher ein und wendet sich zunächst gegen bie Abänderung des Art. 67. Bei Besprechurtg bcs Art. 6 des Wahlgesetzes bemerkt ber Redner: Der Slaats- nvmiftor wollte uns aufreden, daß, wenn wir den Arttkel nach der Regierungsvorlage annchmen, an dem bisherigen Zustand garnick.its geändert werde, denn man könne ja gleich beim .Verzug seine Aufnahme in den Staarsverband bewirken. Daran würden wohl Staatsbeamte und Minister denken, nicht ober Arbeiter unb andere Leute, bie sich ihr Brot erst suchm müßten. Die Herren am grünen Tisch hätten freilich von foldxm Dingen feine Ahnung Tas Ministerium Ewald sei bas reaktionärste Ministerium feit den 70er Jahren, selbst Minister v. Dalwigk sei nicht so reaktionär gewesen. (Ohorufe. Heiterkeit anr Regierungstisch.) Und wenn oie Minister hier darüber lächelten, so bewiesen sie ran, daß sie fün Gefühl unb Verständnis für bat Fortschritt hätten. -'Unruhe und Heiterkeit.) Der Redner bringt dann di« Angelegenheit des Oberamtsrichters Seibert in Offenbach zur Sprache, ber ein ltattonattiberales Wahlflngblatt mitunter] ebrieben habe, in welchem siH auch Sätze befanden, die der Oberanttsrickcker nur aus den Akten entnommen habat Bannte. Infolge Beschwerde an das Ministerium sei dann eineTisziVlckrarunterfuchung « ngel'itet worden jnb ber Bette,ünde wurde tteigespvochat, da ihm subjektiv kein. Sdmlb beizumessen sei. Daraufhin habe sich bann bie Partei- preiie des Falles bemächtigt unb nx^en ihrer polemischen Ausführungen sei bann gegen bie Volks]timmc mti> bcn Vorwärts - v *' JL -— - : m---—3 bes ■BERT KASTEN. *1909, abends 5(^1 Saal bau ZERT; "’ne Geyer (Alt) aus Bert« Hi Bross iTenor) vom budfr *r »■; ßamischter Chor ut Sängerkranzei. ^AMM: Dieser Tage ist in London die Frage der Lebensmittel »ersorgling Englands bei Ausbruch einev Krieges aufs neu, angeschnitten worden. In der Royal United Service Jnsii lutron hielt Mr. Douglas Ctoeu darüber einen Vortrag ittti Machte mit Rücksicht darauf, daß bei Ausbruch eines Krieges in England eine Panik wegen Mangels an Nahrungsmittel i-ntstehen könnte, wühreno große Vorräte davon vielleichi , erade nad) Deutschland, Hollaird und Belgien unterwegc Heien, den Vorschlag, im Zatte der Not alle schisse mit Nah -ungsmittelu, auch neutrale, abzufangeu und gegen Zahlung viner angemes enen Entschädigung nad) England zu bringen Mr. Douglas Owen machte noch weitere Vorschläge: 1. Zn keinem drittschen Hafen darf feiitdlichen Han- delssd)issen mit Nahrungsmitteln eine Frist zum Aus laufen oder freie Fahrt gegen Pasjierschein gewährt $tül I des Frankfnrter Börse, V3 90 18UI Abgg. Fulda und r Börlas nufge» IO Woinzi Berliner Börse, 24. November. Anfaa ;emx 5^^ Esset mehr Nur In Paketen erhältlich. P1 ic< 8? ."ru Gold- and Mlbrrn S! IHM 1MN 2lMN !**■ 1-80 Quaker Oats weniger Fleisch. 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Ten Richtern das passive Wahlrecht .u nehmen, halte er für eine unendliche Kränkung de> Rick: menr xer Redner wendet sich iodonn dem £ffenba ch-vreutznchen EisendalpwcrtrageS. Ich wünschte nur, baß die öertai xujgs Ulrich imb Orb usw., die immer so sehr aegen dreien Dertrac; sprechen, mit ihrem Latein an die Svitze deS ftamöTcS mit Preutzen und den anderen Bundesstaaten gesetzt worden wären. L4 ist lehr leicht zu kritisieren, wenn man nicht an verantwortlicher Stell: neht. lind es ist doch nickt daran zu zweifeln, dast wir damals mit voller Heberlegung aller Lonseouenzen den bedeutsamen Sckr-.u getan baben mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Entwickelung der Eisenbahnen in Dessen. (Beifall.) Ich bekenne, daß der «ertrag ein segen-reicher für unser Land gewesen ul Da- kann man auch entnehmen aus der Weigerung Preußens, irgend welche weiteren Verträge ernzugehen. vauvtsäcklich sind e- aber die Angriffe in der Zweiten Kammer gewesen, die Dreußcn veranlatzten, zu sagen, wir wollen mit den süddeutschen Staaten keine i'/e- meinfchast mehr eingchen. Redner wendet sich darauf zur Frag: de-Broportionalwahlrechte-. Taß dieses für die 5 größeren Lladtc Offenbach, Worms, Gießen, Darmstadt und Mmn; vorgcscklagen sei, sei insofern berechtigt, al- dadurch die Minoritäten der Wähler geschützt werden sollen. Bei der Broporlionalwahl durch das ganze Land hätten icdoch die Bart et Häuptlinge das ganze Wahl- gqdiäft in Dan den. Zn Stuttgart, wo allem die Proportional- wählen gesetzlich ctngesührt seien, wurden aulh^ bedeutend mehr Abgeordnete gewählt, als in den hessischen Städten. Zu der Frage, ob die Stichwahlen im Sinne der Regierungsvorlage statt- finden, ober ob sich die Stichwahl aus die beiden Döchstbestimmten bcsckfränken soll, bemerkt der Redner: Wenn man noch weitere Äandidaten bei der Stichwahl zulassen wolle, so merbe sich niemand mehr um die erste Wahl kümmern, sondern seine ganze Äraft auf die zweite Dahl kicksten, etwa wie bei Hncr ZwangS'Bersteigerang, von der man oorl>er wisse, daß das erste Ergebnis doch nicht genehmigt wird. Die Regierutig habe versichert, daß diese Dorlage die letzte für , lange Zeit sein werde. Ter Redner erklärt, er und seine Freunde seien sich der großen Derantwortung voll bewußt, die bei der jetzigen Beratung in Betracht komme und die Ueberzeugung, daß wir zu einer Verständigung mit der Ersten Hammer über die Aenderung der BersasiungSbestim,nungen fonrmen müssen, sei in den letzten Jahren immer mehr zum Gemeingut deS jjtniicn Volkes geworden. Er freue sich, daß auch die 2T Die Kieler IPerftaffäre. lFortievutig.) „ M _ -i. Kiel, 23. Rov. 3rt den wrkgesetzten Verhandlungen bezeichnet der Angeklagte Fraakenthal bie Fem'tellungen des stow' ars Wamwwski über her UntMidneb jwischen Bahngewick: unb Werftgewickst al- voll ständig wertlos Es wäre nur möglich, unbemerkt VagsonS aus der Werft zu schrsien, wenn and) Ei'enbahnbeamte mit den ^xkritbeamten konspirierten Sachverständiger 6krtd)t4iefreiär 3 di i c (c d c äußert sich dahin, daß die Frankeirthaljcken ^äldrr zwar sauber geführt icien, es wären aber nickst alle Wertt- gcid'dftc cingctragat. Frankenthal: Tas beirrcite id> gani cntsckicden, cd konnte sich nur um Gesckräfte^handeln, bie »ck für andere gemacht habe. Turch Befragen des Sacwerftandigcn wird idilieBltd) ieitgcitcllt, daß genaue iZeststellungen nicht zu machen ,.nd, da man nickst wmg. wie groß früher die Benanoe waren. Der Sachverständige givt dann auch zu, datz seine rechnenicken Schätzungcri in der Luft schwebten. Es wird sodann in bie Be.vrcckung der einzelnen «ub< Missionen cjigctrctai. Im Frühjahr 1908 hat die Werft u. a. an eine Firma Easscl 15 400 Eisenspänc verkauft, die sanken- tyal abfuhc, da er fie von der ,nrma Easscl getauft hatte, xic Wiege^ttel der Werst, die von Rtccken untericidytci find, ent* galten genau die 15 400 Kilogramm, die ausgcvotcn waren. Äus der Bahn soll dann nad) der Süitlage ein Gaa.ck,: von aniuihe.no ödOisti Kilogramm sestgenellt worden sein. Es wird versucht, auszullären, ob die Ladung dieses W-aggons ifccnhid) ist mit den aut den Wiegezelteln angegemnen Matertalien. Angeklagter Rieden: Tiese Späne habe ich jutällig selbst gewogen, das 0>ewicht war richtig. Tic 'Jlntlage meint wahrsiveinlich ganz andere Waggons als die Frankenthal bdommat hat. Zn einem weiteren Fall soll Frankenthal 15 480 Kilogramm gefaitit haben, während das Bahngewicht 18 840 stilogramm be* trag. Frankenthal erklärt hierzu, er werde drei Panzerplatten von seinem Lager dazu geladen baben, die sonst wegen ihres geringen Gewichts unverkäuflich waren. Zn einem weiteren Falle stellt der Borsitzende fest, daß die Anklage zu unrecht erhoben ivorden ist. 1904 gingen zwe» Doggons aus der Werst, über die die Werftbüch.w nichts bciagtcit 'JJian nahm zunäckstt an, daß die Waren hinausgesckmuggelt nvrden seien, bis sich herausstellte, daß die Waren der Sdna^uwerst gehörten und von dieser erst natf zwei Zähren abgatomnien wurden. Rieden. So etwas ist öfter oorgerommen. Zn der heutigen Berhanvlung tummt cs zn langen (Srörtcv nmgen über oic '.’lrt, ive bei dcn Waggons das Taragewicht in Anreckpiung zu bringen ist. Tarauf wird in otc Boprechung der Submisiion fvrtaesahren. Bet einer Submission vom 4. 9lo* ix-mber l*J07 sollen für 1000 Mark Altmaterial entwendet worden sein. Frankenthal: Zch habe mich bei der Abnahme ganz aut die Beamten verlassen und kann, wo es sich vm 50 Waggons handelte, nicht mehr angeben, wic es bei dem einen gewesen ifL Zch habe auch bie Werft gebeten, selbst zu wiegen, ich würde das Gewickst anerkennen: leider ist dem nicht Folge gegeben worden. Bei einer Submission vom 19. April 190 < sollen 42000 Kilogramm Eisenabfall mehr abgefahren sein als gclauit waren nranZcntbal behauptet, datz bie Anklage bei allen diesen Zahlen Unrecht habe, wofür er den Beweis erbringen werde aatianmalt: Dir geben zu, bafe ui diesen Zahlen die Anklagcid^i't nickst schlüssig gefasst ist. Es folgt bie Besvreamng einer Submijswn vom Frühsahr 1907, bei der Eisenaofall und Eisenspäne im Werte von 36öu0 Mark veruntreut worden sein sollen Anaell. Frankenthal: ‘Jludi hier hoi die Anklage übersehen, das Ketten non russischen Seviffen dabei waren, die garmdt von der xaiserlichen Werst, Ivndern von der Eermaniantrst gclauii morden sind Auch hier gibt die Anklage kein rickstiges Bild. Auf Antrag des Ersten Staatsanwalts Greff rath, der erklärt, daß die Anklage gegen 9i i c den jumteil erschüttert sei, beschließt der Gerickst-Hos, diesen aus der 10 monütiidxm Unters uchunashaft-u entlasse n. Ta Frankenthal nicht mehr imstande ist, d.-n Berl-andlungen zu folgen, werden diese auf morgen vormittag 9 Uhr vertagt. reckt wolle. (Beifall, i Abg. Tt. D i u kl e r Oppenheim (Natlib.) führt aus, er habe von einem „Lockten" und „Auhvallen der Bol^seele" bei der mit* C2> die .'Ha bi la len behauoteten, bei den letzten Wahlen nickt- bemerkt Man rede wohl viel uon allen mäglidjen ieniaiiDiidlen Tinnen in der Presse, aber nick-l von dcn Arbeiten ner Bolksauscrwaollen in der .Hammer. Es sei unklug twn den Sozialdrawkratcn, nach der Gteirult zu rufen und auf Berfasiungs- bruch Hinzuarbeiten l'i erkläre bageg n, daß r mit seinen (vreun- den eine Verständigung aui dem Wege deS Kompromisses suchen wincke. Etz ici dock: interessant, daß bi Gegner bei dcn lebten Wahlkämpfen die Freunde der VerstanLlgung alS „Berrätei an den BvlkLrccksten" «»'zeick'nct haben, loahrcnD heute die Vertreter bc\, selben Parteien eine Bersteindigung als das richtige erklärten. Cbne Kompromisse gehe öS nun einmal nicht und wer mit dem Lopf durck, di? Wand rennen wolle, der sei keui Toluitcr. Glaubt man wirklich, daß durch Bewllligung des RekomniunikationS. reckt» für die Erste Kanuner die Grundlagen der hessischen Staats^ verfassuna erschüttert werden würden ? Abg. Tr. »yulba Hove sich m Ucberirribungen ergangen, die den Kernpunkt der Sache zu verschieben geeignet seien. Er sei ganz damit einverstanden, daß die Zweite Kammer allem bav Zudgetverweigerungsiccht haben solle: ob aber dieses Reckt nach der Berfassutig io ganz sicher sei, bleibe dock zweifelhaft. Ter Redner bespricht catui oeu Antrag Wolf zu Art 73 der Verfassung und stimmt demselben zu. TaS Privilegium der kleinen Städte sei nichts als em nnoi- legierter Unsinn; es sei ein RonsenS, dan die paar tausend Wähler von Bingen, Alsfeld unö Friedberg dasselbe Reckst haben sollten, wie weit über 20 000 Wähler in bat großen Städten, (ir sei aber einverstanden, das, durch die neue LÄHllreiseintellung für bk durck etnrnl. Dcgsall der 'ikiüilegicn frei werdenden Vertreter em anderer Wahlkreis gesucht werden möge. i^xtlcrLit.) Unter großer Unruhe und andauernden Zwischenrufen wendet 'ich bann der Redner gegen die Sozialdemokraten uiid bemerkt, d, noch das direkte Wahlrecht in die vand zu gel-en. (Unruhe. Weiter erklärt sich der Redner gegen die sozialdemokratische ^Igitation für das Frauenstimmrecht und namentlich dagegen, daß unsere deutschen Franc» sich weiter nach dem Vorbild der Engländerinnen entwickelten. Die deutsche Frau und die deutsche Familie bilbeicn den besten Schutz gegen die Bestrebungen bet Sojialdenwkratic (Großer Lärm bei den Sozialdemokraten: einer derselben ruft: Äommi4 des Herrn v Levi! . Wie denken sich denn die Herren die Sacke, wenn die Frauen stimmberechtigt find und nickt mit ihren Mannern übemnntmmen? ihn altes Bwcl- rvort Tagt: „Multer taccat in cccleiia", mit noch größerem Recht müsse es heißen: „Multer taccat in politiciS" — die Frau bat in politischen Dingen zu schweigen. Redner erklärt, er sei einer der Zünastcn im i'auic und habe geglauot^hicr etwas lernen zu können Aber was er heute hier von Den Sojiawemo- traten hören mußte, und der ganze Ton, den diese in der Debatte angeschlagen, sei nickt dazu angetan Wenn man hier in so unerhörter Weise einen Abwesenden angreift, der slck nicht verteidigen kann, soll bas etwa sozialdemokratische Ritteriich- Betrells der kürzlich erö-hitten elektrischen St ratz«» bahn mvckrt: ick zu den bereits gemachten d. so-grnhts hinzvfüzen. Es rst vielleicht 'ckon rteltn. dieL ernmal durck die Berke des strotz cn Gießen gewandAl irnd. gcaller, daß die elektrischen Wagen nickt nur an _Vr Bo ’anjern auck an der Rückseite durch je zwn große ci;.*.: :a&a erleuchtet iinb. Ich halte biete Ginrichtuua ur u ganz abgesehen von der unnütze» Licklvers^renduur y erleuchteten Sagen kann man aus einiger Entfernuna ersehen. in welcher Fahrtrichtung er tick otHnbet. Tie ^l^glchler die Fahrrrich:un.f des Sagen» sehen zu können, i*: auf :chr rj. sacke Wecke dadurck gegeben, daß man, wie bie? ■-* vielen erj- Studien z. B. Frankier: a M. unh Tarrn nabt) der ch dtc großen SignaUlamven nirr an der Vorderseite deO brennen laßt, fie an der Rückseite aber aus > chaltr: Es ergibt nch daraus eine au» die Taner nicht -.^edeuroche Lichtenvarnis. An fcder Endstation hätte der Wagcn uhra ba» >ie Umschaltung der Lampen vorzunehmen, rc4 ia leine «1L* gEoüe Arbeit ist. — Ferner ist im Interesse der Fremden unbebingt daß die an der Decke der 'Sagen angebrachten, die (hib^ina der betrepenben Linie bezeichnenden Schilder stettz an der xiorte- und Rückseite des Wagens miteinanbetübertinitinifT. tr. und da»; ment, rate ich das gestern abend wieder gutbea b*. bei einem Wagen der roten Linie vorne „Schützendaus-, h.ste- aber ..Bahnhot" steht. Em Fremder kann s,ck auf diese unmöglich emc richtige Orientierung verschaffen. votfentlick tragen diese Zeilen dazu bei, die nicht un^«ch»j tigten Vorschläge in Erwägung zu ziehen. Fugenlose Trauringe Ln allen tioldarten, Gröaecn und Faa»on« cmpfieL»! ö mäsiUren Preisen D. Kaminka, Jowiüer i rinuön tX®6) Jlarktplata 11. Cingcsandt. (Für Form und Inbalr aller unter dieser Rubrik üd üc: rn.tr mt die Redaktion dem 53ubl:Lnn gegeauca SrrantDortnng.) ! gibt e* feine Taschen-Fahrvlane der < Striendnhn? Einer für Ti 8".°'« Reidnanlcibc . . . . . 3* Eonsols ... . . 3° . c. . - ■ - 3’Oberbeuen ■. .£«• 4‘ „ Oc’tcrr. Goldreote — 4'/»*.- (testen. Silberrente. 4“ 0 Uncar. Goldreote .r. •le, Italien Rente .«.'••■ 3e,e Portugiesen Serie I *. 3°, Porta diesen „ UI - 4'/t*'» raM. Staatsaul. 1905 4",°., japan. Staalaankihc 4e/e Couv.Türken von 1903 Tiirkcnlose...... 4 *, Griech. Monop)l-Anl. . 4e „ iiassere Argentinier /. ■|° 0 Mexikaner . .. : . . . Aktien: Bo’hrnn Goss . Badern* E. W. Tendenz fest ftrmmung j . ,_ - - T;e 2-ebottr wird bc-aur kurz vor - Ubr ebgc.rocken Nächste Sitzung: Mutwoch früh 9 Uhr. sorttetzung der Generaldebatte. Des Erdbeben an der südlichen Verghratze. Mannheim, 23. Rov. TaS (rrbbeben, Iber bei wir gestern kurz ber’.zfcttten, wurde in der Gegend von SckrieSneim an der Bergstraße und Ladenburg tn nvck viel stärkerem Maße al4 in Feudenheim und Seckenheim mahrze-wrnmen. So sind in Laderchurg Leute, die schon zu Berte grgan.zen waren, wieder aus gestiegen und erschreckt aus die Straße geeilt. Der h Cocao^T ilöbe^rank 6lioco!aöe [iokös.?LGenus5 ^eniics app tu reisende DeliCfliefie. 6419 Gegründet 1832 6408 Aumann. Amtliche Bekanntmachungen öcr Stakst Wen M. 250 Zentralheizungen B*/u aller Systeme B*/u Paketen Georg Appel, Gießen Telephon 243 Selterswcg 56 Fassons Rodheimer Str. 42 Televbon 660. Neuttadt 56. Preislisten aus Wunsch. Neustadt 56 6128 Günstige Gelegenheit für Verlobte S'ovember. Harpener Bergwerk . •. Laurahütte. . - Lombarden E.E. 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Aus Beschluß der Stadtverordneten-Bersammlung vom 2L Oktober 190;) soll für das Gebiet zwischen Fran furtpr Straße, Mmn- Weser-Eisenbahn und Deterinäramtalt im Anschluß an öen bereits am 18. Mai 19Ö8 fcftfleitelltcn Bebauungsvlan eine weitere Straffe E J. F. in den Bebauungsvlan ausgenommen und dazu die nachstehende Ortsbauiabung erlassen werden. Bebauungsvlan und Ortsbausatzung liegen bis zum 25. k. M. bei unserem Tiesbauamt offen. Einwendungen dagegen sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlusses, bei uns oorau- Speisezimmer-Einrichtung bestehend aus : A. Grünebaum Tel. 441 Möbelmagazin Tel. 441 35 Bahnhofstr. 35 mit fflenebnüounn Gr°.M°»°aUch°n »om sü'r'das Gebier zwischen Frank,urter Straße, Main-Weier-Eisenbabn und Lererinaransiolt folgende Ortöbausatzung erlagen. Der Geländestrelfen westlich der Strane E—J—F ist von der Bebauung ausgeschlossen. Giegen, den 1909. Großherzoallche Bürgermeisterei Gienen. 1 Schneider lGroßstückarbeiter), 1 Schneider lKleinstückarbeiter», 2 Tienmnädchen, 1 Köchin. "ctirliuge: 2 Seb Louer, 2 Backer, 1 Kellner. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: n 1 Bauichremer, 3 Möbelschreiner, 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 1 Stütze, 2 Hausmädchen, 1 Flicksrau, 1 landw. Dienstmädchen. Lehrlinge: 2 Spengler, 1 Bäcker. l^Taoezierer?2 Schreibgebilsen, 3 Sattler, 1 Schreiner, 2 Friseure, 1 Wagner, 1 Installateur, 1 Schuhmacher, 2 Maschinenschlosser, 1 Kellner, 1 Kiner, 1 Zimmermann, 2 Weißbinder, ein Lackierer, 4 Bauschloffer, 1 Gärtner, 1 Spengler, 1 Enendreher, 1 Schmied, 12 Taglöhner, 5 Hausburschen, 1 Borarbeiler, sieben je nur Qn Als Weihnachtsgeschenke empfehle in grosser Auswahl: 16353 Fugenlose, massiv goldene Hochstämmige Obstöäume Zwergobst. Beerenobtt ufro. Aevielbochtt. 10 etütf Mk. 11 II. Cuahtat Mk. 8 Christ. Pirissrr, B-,umsch«le Gießen, Schiffenbergerweg. so:65 Der Monreur August Balser dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß au das-städtische Elektrizitätswerk aus Grund der Besnmmungen vom 20. L-evlember 1900 zugelassen ist eS, daß Sie °ller Art, Petrol.- Heizöfen am vorteil, hasiesten kaufen bei J. B. Häuser Vekamrtmachurrg. Der Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1910 liegt vom 26. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeiiterei-Bureau offen. Londorf, den 23. November 1909. Großh. Bürgermeisterei Londorf. 1 Nie her ®nnrS^ unehmen Ä9;n rrs N y n' la kimj rreinben unbebüiat Tn> die jltt§ an hext einstig ?°Inte ..'Lchützrnhaus" f i.i.4 «ui dick? n9 verichaisen. ' ’ t>aju bei, die nicht imJ Sieben. ' (r5 Betrifft: Sonntagsruhe im Barbier- und Friseurgewerbe. Tie Mehrzahl der hiesigen Barbiere und Friseure bat bet Großh. Kreisamt Gießen den Antrag gestellt, gemän 41 b der Gewerbeordnung Bestimmung dahin zu treuen, daß die Barbier- und Frlseurgeschäfte anitatt wie seither am eritcn, kunttighln am »weiten Weihnachis, Oster und Pnngitseiertag geschloßen sein sollen. Es soll also das seither — nach der Bekanntmachung Grogh. KreisamtS Gießen vom 14. März 1904 - sür dcu ersten .vcicrtag bestehende Verbot der Beschäftigung von Gehilfen und Lehr lingen im Barbier« und Friieurgcwcrbe und das Verbot der Ausübung dieser Gewerbe überhaupt, zukünftig für den zweiten WeihnachtS-, Otter- und Pstngttieiertag gelten. Tie beteiligten Gewerbetreibenden werden hiermit aufaefor- fordert, in der Seit vom 23. bis einschließlich 27. November d Js. ihre Erklärung für oder gegen diesen Antrag abzugeben. Die Erklärung, welche schriftlich oder mündlich erfolgen kann, roirb innerhalb der bezeichneten Frist auf der SBürßermeuterct - Zimmer Sir. 2 - entgegengenommen. Gießen, den 20. November 1909. B»/u Der von Großh. Kreisamt bestellte ZLomnnffan Keller. __________________ Wohnzimmer - Einrichtan poliert Kücken-Einrichtung bestehend aus: 1 Buffet 1 Anrichte mit Aufsatz 1 Tisch TWb 11R 2 Stühlen «11k. 1W. Einzelne Möbelstücke in grosser Auswahl zu denkbar billigsten Preisen. (6^09 Eigene Schreiner- und Polsterwerkstätte. . Franko Lieferung ======= Rchrere größere Lagerplätze sowie gedeckte Hallen Mld Ltallungen sofort zu Dcnnictcn bei m Andreas Euler. bestehend aus 1 Vertiko 1 Divan 1 Ausziehtisch 6 Stühlen 1 Trommeau Aparte feine Neuheiten der Saison in allen Preislagen. Größte Auswahl. Ortsbausatzung. Aus Grund der Bestimmungen in Artikel 2 und 10 deö Ge« setzes vom 30. Avril l&sl, die allgemeine Bauordnung betreffend, und in § 3, 5, 7 uud 9 der Berordnung vorn 1. Februar 1882 die Ausführing der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, nach Anhörung des '-Tv .. 7____2 Surrfi hort rptÄmtdfmwb G. Schultheis, Kü rschner Giessen, Marktstrasse 3 Spezialhaus ürPelzwaren Unentgeltliche Arlreitsvennitlelnng Ltadtislher Arbeitsmiliivtls Gietzell. Attcrwcg 9. Telephon SS. Es können eingestellt werden: G Nübenschueider verschiedener Art, *> I Brochlillöhlei, Fotta- schiikidsssäiiri, gottn- 1 gjjK feieret,verzinkt, Herd- M WM X dLASicr, ÄirtoürigsttiitK Jauchepumpeu ÄiltzwtrisUkil „Xitanii", Äiiiisnkessel Gußmamel. J. B. Häuser i>eastadt 56. Telephon 660. Rodheimer Str. 42. LE-" Bitte Preislisten verlangen. 5986 Vergebung von Wcgbauarbeiten. Für die Feldbercirngung Obbornhofen sollen nachstehende Arbeiten auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. . B’7n 1) Ausbau des HöhenwegeS nördlich der Ortslage veranschlagt zu 1577.15 Mk. 2) Ausbau deS WegeS Nr. 81 südlich der OctSlage veranschlagt zu 383.20 Mk. Die Verdingungsunterlagen liegen aufGroßh.Bürger- m ei st ere i zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen und sind verschlossen, poftfrer und mit entsprechender Aufschi ist versehen bei Grotzh. Bürgermeisterei Obbornhofen einzureichen, woselbll deren Eröffnung Montag den 29. November, vorm. IO1/, Uhr, in Gegenwart erschienener Bieter statlsindet. ZuschlagSfcist 14 Tage. Gießen, den 22. November 1909. Grosth. Kultnrinspektion Gießen. H. Steinbach. Fck) empsehlc meine [6161 Knnstschleiferei n Poliernnftalt im Ausarbcitcu von Bestecken, sowie sonstigen Taiel^ u. Siücbcn- Geräten. Eduard Gierke. 8ranlf.3tr.75 ------ n -F. G/A.r, ...... tun» mit dr-hb-rcm Fteijchg-stcll bejte und praktischste Räucherei (ube. 150 Stück bereits verkauft) empfiehti Gießen, den 22. November 1909. . Großherzogliche Bürgermeisterei öießen. Mecum.__ >70° Gold. u. silb. Jamen- und Herren- M Uhren, D W» Gold- u. Silberwaren, M jin7 Patenlöffel etc. v CarS Schmidt BahrBh©fst8*sisse 8. 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J3B TienanberS b*. btt a'.S s- ritn mtricn, auc -ft gorgtifbtn Hr g'l. - La noch m Teil' btnid ä) rtne Auisöwi rorben. D-ilei' r r.ntr lufiübti btfi Rrtüi tu Strafe«nb Hrvontn. Füi r fobnboi ftriö zn l tr.bDjnft Str btiöi " tieol iroft f unS auS ■ car.b Kranh'urk-Al k.; ttn hier qrbilbet i. rai 6rwad)cn ji ■I «chl >'ich bereits r L h. L-Dirl H. lossch will: A 'kbiss'! Man s» r- ct dm'kS 6pm hkt-g Duniem. 1 "runglückte 4 8. wollte e ^?tn. Untern 35) tarn dabei «5 brr Mann si Ptr jenhatn, des Teulick 20. N. 2)|. ' 'k-rr guten Bei ^.rentschk f Tie mit gesr «de tüt feine ■ fC5^K5 bMIlMNk b?55zrErC0cIitgtEri cht inrSit^ 99 99 99 9 « . f« Buckskin