Montag 26. Juli 1909 Erstes Blatt 159. Jahrgang er Siebener Anzeiger ^Haus. 1 er Siebener Anzeiger **-7™ a O 88--/. 3 scheint täglich, außer FQy -4 ' ■ J V - Glchener Anzeiger nackhaft nur 1iünchen &*«k aemäßigten Blättern wie bäte", nicht ungünstig be $ werpes nach m ayA) »ft Preist — Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. Am Samstag vormittag ist in Stuttgart an den Folgen eines Schlaganfalles Prof. Otto Reiniger, einer der eriten Land- Mainz erteilt worden. •• In den Ruhestand verseht wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Groß-Steinheim Hch. Ruths auf sein Nachsuchen. - Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oder- Finken bach. *• Der hessische Lehrerturnoerein hält am 17. und 18. September seine Hauptversammlung zu Groß-Gerau ab. Landesturninspektor Schmuck hielt dabei einen Vortrag über die Bedeutung des Turnens in der Fortbildungsschule. Studentische Unterrichtskurse. Die Teilnehmer und Lehrer der Studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Unterbeainte machten gestern mit ihren Angehörigen einen Ausflug nach Annerod. Den wohlgelungenen Anordnungen des Leiters Dr. Vogt ist es zu verdanken, daß alles dabei zur allgemeinen Zufriedenheit verlief. Große Freude erregte es unter den Kindern, daß als Preise für hervorragende Leistungen beim Drittenabschlagen Schokolade und andere schöne Sachen verteilt wurden; aber auch die Er- wachsenen kamen auf ihre Rechnung durch ein begeistert aufgenommenes Pceiswitzerzählen, bei dem die besten Witze durch Verabreichung kleiner Bücher an die Urheber belohnt wurden. Allerdings erhoben einige Mißvergnügte Protest gegen das Urteil des Preisrichterkollegiums, doch wurde dieser glänzend abgeschlagen. Auf dem Heimweg öffnete der Himmel etwas verfrüht seine Schleusen, ohne daß aber die allgemeine fröhliche Stimmung dadurch hätte beeinträchtigt werden können. •• Die Ludwig - und Alice-Stiftung der Hessi- scheu Lehrer hält ihre 31. ordentliche Hauptversammlung am 17. November im .Deutschen Kaiser" zu Bensheim ab. •• Unsere Universitäts-Bibliothek wurde in der vergangenen Woche vom Bürgermeister Baurat Kuhn, Oberbibliothekar Prof. Dr. Binz und den Stadtbauinspektoren Gelius und Rühl von Mainz eingehend besichtigt. Besonders interessierte die Herren die bei dem Bibliotheksbau durchgeführte praktische Raumausnutzung. Die Stadt Mainz beabsichtigt, für ihre großen und wertvollen Bücherschätze einen Neubau zu errichten. ** Luftschiffe auf Reisen. Die Frankfurter Luft- schiffahrts-Ausstellung hat einen bemerkenswerten Luftschiffverkehr iin ganzen Mittelrheingebiet und auch in unserer Gegend hervorgerusen. So flog z. B. am Samstag abend gegen 9V2 Uhr ein erleuchteter Luftballon über unsere Stadt. Ec nahm'die Richtung nach dem Busecker Tal zu und zwar mit großer Fahrgeschwindigkeit. Am Sonntag mittag 1^ Uhr flog ein Ballon westlich von Gießen von Süden nach Norden. Er fuhr in geringer Höhe und trug eine schwarz-weiß-rote Flagge; in der Gondel saßen drei Personen. Nachmittag? und gegen Abend flogen drei weitere BallonS über unsere Gegend, die sämtlich bemannt schienen. Es sind anscheinend dieselben Luftschiffe, die nach einer Mitteilung unseres Bad Phiils Ausland. Generalmajor Cool, Inspekteur des Militärunterrichts- wesens, rourbe zum holländischen Kriegsminister ernannt. Kundgebungen gegen den Zare n b es^uch. In London fand gestern nachmittag auf dem Trafalgar-L-quare eure Arbciterkundgebung gegen den Empiang des Zaren statt, an der einige tausend Leute teilnahmcn und bei der verschiedene Reden gehalten wurden. , , . . __ „ Der »erzog von Connaught i|t von ferner Stellung als Oberbefehlshaber der Mittelmeer-Strettkräste zurückgetreten, wie es heißt, weil er die Stellung, mit der eine nennenswerte Tätigkeit nicht verbunden war, für überflüssig erachtett C l e m e n c e a u ist gestern abend von Pans nach Karlsbad Der Karlistenführer Markgraf von Ceralbo erklärt, daß Don Jaime die Standarte seines Vaters ccufgerwmmen habe und hoffentlich bald in Spanien regieren ,verde Ter abgesetzteSchah weilt noch in der rustnchen Gesandtschaft. Wie es heißt, ist die Abreise verschoben worden, wegen der Schwierigkeiten, die Ktonjuwelen. ausfindig zu machen. Steueren Meldungen zufolge sind starke Stteitträste unter Saulet ed Dauleh auf dem Marsche nach Schiras; die brttische Konsularwache wurde durch 40 Matrosen verstärkt. - mitdemle«nannsh£tueif natürlichen Gicht» ass ’ An doppel tk oh Jenas ni* MthlonstärtoThem Broschüre mit HeUberlchteo fri HauptiMeriige in-. Giessen Jean Weisel Mineralwasser-Handlw Telephon 235. IÄ tfWd ort Mw® Bromi, ^lstoleu Cal. 7,65 u. 6j Dreyfepistvltll, TegivW- empfiehlt Ad. Heinis Waffenhaudlung, .. 30 Seltersweg Z ■ Eigene ReparaturwerkD 3Auftr. Katalog gratis u. fre Arrs Stoöt und LrAttd. Gießen, 26. Juli 1909. "Vom Großherzoglichen Hof. Die Nachricht von dem Besuch des ZarenpaareS am Darmstädter Hofe, der für den 11. August angekündigt wurde, ist lediglich als eine Kombination zu betrachten, wie sie in den Sommermonaten regelmäßig aufgetischt zu werden pflegt. Eine Begegnung zwischen dem Zarenpaar und dem Großherzogspaar steht allerdings bevor, die nach den Besuchen des Zaren in England und Frankreich in Hemmelmark stattfinden wird. " Der Finanzausschuß der Ersten Kammer trat am Samstag zu einer Vorberatung über die neue Gemeindeumlugenreform -Vorlage zusammen. Der Ausschußberichterstatter, Fchr. Heyl zu Herrnsheim, erstattete ein ausführliches Referat über den Gesetzentwurf, an das sich eine Aussprache anschloß. •• Finanzminister Dr. Gnauth hat einen vierwöchigen Urlaub angetreten. •» Neuer Konsul. Auf Grund einer Entschließung Sr. Kgl. Hoh. des Groß Herzogs ist Herrn Erich W. Bau- mann, Teilhaber der Ficmä Johann Koch Erben in Mainz, das Exequatur als Ehrenkonsul der Republik Panama in 11 ^^Haus. nOn 40 ^nerustaersatz S>e kostenlos ' 50 Plg- 1 über50 P|g6 o.ünpsch.T ^g> Frankfurt a Ä,eandl" der hamburgische Senat, der Altonaer Magrsttat und viele künstlerische und literarische Vereinigungen sandten Kranzspenden. Am Grabe hielt Richard Dchmel die Grabrede; weitere Ansprachen folgtem Notschrei. Herr Roger Marx, „inspecteur des beaux arts“ in Paris, Hal eine Rundfrage über die Lage der dekorativen Kunst in den verschiedenen Ländern veranstaltet und kommt dabei angesichts des ungeheuren Aufschwunges dieser Industrie m Deutschland zu einem vernichtenden ErgebmS für die gleichartigen Verhältnisse in Frankreich. Er sieht diesen berühmtesten, Jahr- hlinderte allen Industriezweig seines Landes dem völligen Untergänge geweiht, denn, sagt er, man müsse entweder neue Erfind- nngen machen oder verderben, und fern dekorativer Künstler Frankreichs habe den Erfinduugsgeist, den eine neue Zelt verlange. Dieses Urteil gibt dem,Gil Blas" Veranlassung, unter der bezeichnenden Aufschrift „Uoncurrence imprövue“ einen Artikel zu bringen, in dem mit einem gewissen traurigen Pathos der außerordentliche Vorsprung Deutschlands auf dem Gebiete des Dekorativen lest- gestellt wird. Tie Nachbarn jenseits des Rheins, die man so lange Zeit des schlechten Geschmackes geziehen habe, hätten sich m un- qlaublich kurzer Zeit eine von Frankreich unabhängige völlig selbstständige dekorative Kunst geschaffen, mit der die französischen Kunsthandwerker, die immer weiter nach dem alten übernommenen Schema Louis XIV., XV., XVI. arbeiteten, nicht wetteifern könnten. Wer nur immer die Münchener Ausstellung (1908i gesehen hat, war einfach starr vor Verwiuiderung unb hat in allen Sprachen das Lob von Deutschlands mächtigen Fortschritten gefangen, -Lie Ergebnisse haben nicht auf sich warten lassen, und so hat denn aua) die Handelskammer zu Mailand in ihrem letzten Bencht^die Vorliebe der Italiener für die deutschen Kunsttischler- und Schmiedearbeiten hervorgehoben." Obwohl der ..Gil Blas' an eine Em- lwliing der deutschen Erfolge durch Frankreich nicht mehr glaubt, rät er doch 511 einer Anregung von Seiten der Regierung für die untergehende Industrie und zu einer Ausstellung, denn „angesichts der deutschen Konkurrenz ist keine Zeit mehr zu verlieren.- FÄZ »ÄW, iÄ'ÄSühK Renner B°r.cht°rstatt-rs hort bei F°i°db°-g unb ' '•1 Butzbach beobachtet wurden. Um 21/2 Uhr etwa überflog h&^^fnnfiedWi-' s-S 1 Gicht- Blasenerkrankui; heilbar— Der rabiEale Deputierte Lafferre, Obmann des Durch- führungsausschusses der radikalen Partei, erklärte dem Ministerpräsidenten Briand auf dessen Befragen, daß bie Zusammensetzung des Kabinetts seine Partei nicht befriedige, da sie in demselben >fast gar nicht vertreten sei. Er Halle es für notwendig, Aufklärungen über die Haltung des neuen Ministeriums zu erlangen, und werde deshalb am nächsten Dienstag eine Interpellation über, dessen allgemeine Politik einbringen. Präsident Falliöres sprach am Freitag beim Empfange Briands und der anderen,,Minister dem neuen Kabinett sein Vertrauen aus und versicherte die Mitglieder der Regierung seiner Unterstützung. Es gebe im Ellfföe keine Politik als die des Kabinetts. Im Laufe des Nachmittags empfing Falliöres Leon Bourgeois, der nochmals mündlich sein Bedauern aussprach, daß er aus Gesundheitsrücksichten den ehrenvollen Auftrag, das neue Kabinett zu bilden, habe ablehncn müssen. Später empfing Fallieres auch den bisherigen Ministerpräsideriten Clcmenceau, der heute nach Karlsbad abreist. In der nächsten Kammersitzung am Dienstag wird die Regierung sofort nach Verlesung ihrer pro- granlma tisch en Erklärung die Interpellation über dre allgemeine Politik beantworten. £ „ Der neue Postminister Millerand stellte nach Erklärungen, die er dem „Matin" gegeben hat, wichtige Reformen in Aussicht, die ihm zweifellos sehr populär beim Publikum machen werden. Hinsichtlich der Frage der Wiederanstellung der wegen Streiks entlassenen Postbeamten erklärte Millerand, in seinem Sinn sei es möglich, die Gerechtigkeit vom Wohlwollen zu trennen. Deutsches Reich. Der Kaiser nahm Samstag vormittag in Melde die Vorträge des Vertreters des Auswärtigen Amtes, des Gesandten von Treutler, sowie des Chefs des Generalstabes der Armee von Moltke und des Chefs des Marinekabinetts, von Mueller, entgegen. Nachmittags unternahm der Kaiser einen Spaziergang in der Umgebung von Melde mit einigen Herren des Gewlges. Das Wetter ist sonnig unb wärmer. — Kaiser Wilhelm wird nach den bisher bekannt gewordenen Dispositionen zu Den, Kais er - Manövem in Groß-Moseritsch am 8. September emtrepen unb mit Kaiser Franz Josef und dem Erzherzog §rauz tfcrbmanb im Schlosse Wohnung nehmen. Umgehung der Talonsteuer. Bei Öen ^Beratungen im Bundesrat ergab sich Einhelligkeit darüber, daß den bekannten Versuchen, die Talgn steuer durch vorzeitige Neu- ausgabe von Zinsbogen zu umgehen, unter allen Umstanden cut- gegenoetreten werden müsse. Die württembergische Erste Kammer hat einstimmig einen Antrag angenommen, der die Regierung auffocdert, eine C r h ö h u u g d e s F a h r P r ei s es der v 1 er ten W a ge n- Hafte bei- Eisenbahn in Erwägung zu ziehen. Die Bergwerksdirettion Saarbrücken Jjat nach der Frkf. 31g. auf sämtlichen Gruben für DJlontag, 26. ^uh, eine ^^^as^G?n^er^a1 kommando des 7. Armeekorps dementiert das Gerücht, wonach der kommandierende General v. B e r n h a r d i zur Einreichung seines Absckstebrgefuchcs verau la M worden sei. Er suchte lediglich einen Urlaub bis zum 31. August nQ%fe badische Fabrikinspektorin Fräulein Dr. E. Munzing er hat, wie die „Bad. Landesztg." mitteilt, aus Gesundheitsrücksichten um Entlassung aus dem Staatsdienst geboten und wird am 1. September ai^scheiden. Ein Erlaß des \.ä d) 1 il cbcn Kr iegsmini ste r i> verbietet sämtlichen sächsischen M i l i t ä rmu, i ke r n alles öffentliche Tanzaufspielen in Unffoi-m. . Todesfall. Der Abteilungschef im Marinekabinett, Fregattenkapitän von Rothkirch-Panthen, ist in Wilhelmshaven an Gelenkrheumatismus geswrben. . , Der russische Polizeispitzel Azow ,oll sich, wie von Wien gemeldet wird, nach München geflüchtet haben. Enn russischer Gendarmerie-Oberst unb Senator Mekerow, bie Azow verfolgen, sind von Wien nach München abgereiit Bezugspreis: monatlich7öPf^ viertel, fahrlich Mk. 2.30; durch Abhole- u. Zweigsttllc'i monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPf., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich !MW General-Anzeiger für Oberheffm iS?1 die Tagesnummer Rotationsbnid und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und Zteindruckeret R. Lange. Redaktion, Lxpedirion und Druckerei: bchulftraße 7. Anzeigente^: H." Beck. vormittags 9 Uhr. _____ ,,,, BMirM--- Während einzelne radikale Organe der combeistischen ichtung dem neuen Ministerium, unverhohlenes Mißtrauen »tgegenbringen, wird es von aemäßigten Blättern to;c 2emps" und „Journal des Debats", nicht ungünstig be ileilt. Der „Temps" schreibt: Ministerpräsident Brrand e bei der Zusammensetzung des Kabinetts den Elementen -r Mäßigung und Besonnenheit einen beträchtlichen Platz i.iaeräumt Die mutige Wahl zweier militärischer Minister iit bas Kriegs- und Marinenlinistcrium beweise, daß der die Ministerpräsident trotz seines Sozialismus dem Anti- ralriotismus Hervss keine Zugeständnisse machen wolle, das „Journal des Debats" spricht seine Befriedigung dämmer mts, daß die Anhänger Lombes', obgleich sie den ttm des Ministeriums Elemenccau herbeigeMhrt haben, irl neuen Kabinett lediglich durch den etwas farblosen .tslonialmimster Trouillot vertreten seien. Das neue französische Kabinett. Man hatte gemeint, daß der Rücktritt Clemenceau's und < äiies Kabinetts nichts wesentlickzes an der Zusammensetzung • t Regierung mrdern werde, aber es ist doch etwas anders fonunen. Dadurch, das; Brianddie Bildung des neuen l Äinetts übernommen hat, zeigt sich dieses weseirklich nach i ils hin verschoben. Der Radikalismus ist in Frankreich meder ans Ruder gelangt. Ein Sozialist steht an der Spitze ftanMischen Kabinetts. Es hat immer etwas Mißliches, einen neuen Minister mnach beurteilen zu wollen, was er vorher gewesen ist „]rb geleistet hat. Gewöhnlich kommt es doch immer anders, t,a man gedacht hat; besser oder schlimmer, je nachdem, /her Clemeneeau, den man seiner Zeit als argen Deutschen nd bezeichnet hatte, dürste Deutschland sich eigentlich nicht beklagen. Er war als Ministerpräsident wesentlich sser als "sein Ruf. Auch in der Beurteilung Briands , man einstweilen zurückhaltend sein müssen. Vor über- ,Ebenen Hoffnungen und Wünschen ist zu warnen, so sym- athisch es einstweilen auch berühren mag, daß ein Del ossö in dem neueniKabinett nicht, wie mau schon gefürchtet xilte, einen Platz bekommen hat. Pichon, als Leiter der caswärtiqen Geschäfte, scheint eine Bürgschaft dafür zu sem, aß die äußere Politik Frankreichs im wesentlichen im rten Geleise bleiben wird. Interessant ist es immerhin, etwas über den neuen -ibiuettschef zu erfahren. Aristide Briand ift, wie 1 emcnccau, Bretone;,er ist erst 47 Jahre alt, von Beruf :\-)Dorat. In der PolitikfFrankreichs hat er schon in jungen '.Viljrcn eine beachtenswerte Rolle gespielt. Sein größtes : erk itiac die Durchführung der Trennung von Staat und <-,rd)e. Als Berichterstatter der Kammer hatte er s. Zt. über liefe schwierige Materie einen glänzenden Bericht verfaßt mb als Redner in der stimmet hatte er die Trennung in so tzschickter Weise vertreten, daß die Vorlage schließlich un । schrdet angenommen wurde. Eine schwierige Ausgabe, ie nur der richtig zu witrdigen wissen wird, der die große 1 lcht des Klerikalismus im damaligen Frankreich kannte. cnige Jahre sind erst seitdem verflossen und die Trennung fli-Dn Kirche und Staat hat sich in Frankreich außerordent- J. I) gut bewährt. Briand ist nicht nur ein glänzender Red- vi, er ist auch ein kühler und klarer Kopf und verfügt über tjint beträchtliches Wissen. Ursprünglich bekannte er sich un sck>ärfsten Sozialismus, und in der Arbeiterbewegung oj etina 10 Jahren spielte er eine bedeutende Rolle. Er narb sich damals die Bezeichnung „Vater des Allgemein lSstandes". Im Allgemeinausstande sah er damals das Uheilmittel für den Sozialismus. In einer seiner berühmt '(Torbenen Reden versicherte er später allerdings, daß er i: die Revolte predige, aber doch auch niemals aufhöre, .»zialist zu fein, trotz seines offiziellen Ausschlusses aus der artet So sieht der Mann aus, der heute an der Spitze der zöjischen Regierung steht. A. IClcwcs Feuilleton. — Fürst Bülo w unb bie Leipziger Untver fita t. f !1(« früherer Student der Universuät Leipzig hat auch rfurft Bulow sine Eniladiuig zu ben Iubiläumsfeierlichkeiten erhalten; er hat choch feine Beteiligung durch folgendes Schreiben an den Rektor ‘Querer Magnisizenz schulde ich noch die endgültige Antwort nut bie gütige Einladung zur Jubelfeier der Universität --etvzig. l:nere Magnifizenz werden es verstehen, wenn ich nach ben Muhen .nd Kämpfen der letzten Zeit der Ruhe beburttig bin unb mein Hehlen bei dem Feste zu entfchnlbigen bitte. Erinnerungen mancher. I.'i Art, pevfönlidic unb historische, hatten mich wohl nach Leipzig I logen. Ich gebende gern der beiden Semester, die ich dort, am II ulen Hochsitze deutscher Bildung und Gelehrtamkett, verbracht )ibe. Ich bewahre in dankbarem Gedächtnis vor allem die tiunben, bie ich zu Roschers Füßen saß. Aus feinen -cortragen ftde ich reiche Anregungen mit ins Leben hmausgenommen, unb J lein „System ber Volkswirtfchait" ist nur auch m wa hren Jahren oft genug Berater unb sichrer gewefen. werde die Jubelfeier mit bem Wunsche begleiten, boß !'< einst gegründet wurde, um deutschem Gerste Zuflucht und Wirkungsstätte zu bieten, die ihrer Auigabe m giiten uni। bofen leiten treu gewesen ist, bie vor demnächst bundert Jahren die Ziiriel über bas Schicksal unseres Volkes lallen sah, wrer g Itergangenheit eingebenf noch unzähligen Generationen ben scher Jünglinge bas geistige Rüstzeug bieten möge für bie Arbeit un Dienste bes Vaterlandes. , In ausgezeichiieter Hochachtiiiig bin ich , Euerer Magnifizenz sehr ergebener igez.) F ü r st v. Bulo w. Reichskanzler v. Bethrnann-Hollweg, ber gleichfalls in ^emjig $ [iubiert hat, lehnte ebenfalls loegen zu großer Arbeitsuberburbuug 1 (bie Teilnahme ab. — Gestern nachmittag erfolgte nach einer Feier int -trauer* baufe aufdemAlt-Rahlsted ter Fried h o r e bie Beerdigmrg , Ottlev. v. Liliencrons in Anwesenheit vieler litcrariiajer s^'öTttichkeiten. der Abordnungeit des Offizierkorvs bey 1. rur- ZljejfisclMi Jnsauterieregiments Nr. 81 in Frankfurt, bem Der Entschlafene angehört hatte, und des Alwnaer ^nfantertercglmenls («kaf Bose Nr. 61, die kostbare Kranzspenden mederlegten; auch irfdcbn JUnim’ beute Am Nachmittag b< ab. fofort öal < *uycn Al« höchste Punktzahl einem Hoch auf Raifcr und ttr..Herzog eröffnet. '' Schutzen tz^chhantlung uje? reger Beteiligung begann 48 Ringe erreicht werben. ba will id) , sagte der davon allein kannst du es doch nicht haben " abend einmal zu mir", antwortete der Ändere verteilt. Saal von, 1 dtbenrt n dir es zeigen." Er tat es. „Mache dach Licht zitätüwerk« ist mit onerfenaenlroertet ö 2rch, 26. Juli. Der fli teget- und Militär, verein .Hasfia' hielt gestern : schon eine Regel bei den Alten gewesen. J&ut, man lasse die aitibuffe wieder in ihr Red)t treten. Statt mit einem Streichholz, zünde man seine Pfeife ober Zigarre mit einem Jibiouö am £fcn ober Herd an, ober über bet Lampe. Ter Biertrinker ziehe sich ein ober zwei Ga? ab und reagiere nicht aus das Zutrinken; der R a u d) c r rauche ein ober zwei Zigarren weniger. <*?bt alles, wenn man nur will und fomequent ist. Man trinke überhaupt nur, so lange man Tur ft hat und stürze nicht über Bedürfnis Getränt hinab, von dem man keinen We nutz l-at. Einer nul) darf man das beste Ok? tränt zurecht machen, sic wirb, sobald sie satt ist, den Eimer wegstoßeu — und der Mensch? Man gewöhne feine al über an bas Essen, aber nidit an iibcrmafugct' Essen. Meine Mutter sagte immer: „Ein ^reifer wird nicht geboren, sondern ge zogen." Allerdings, in Nürnberg, wo es eine ganze An zahl fogennnnter „Fretzvereine" gibt ieiner nennt sich Nirn merfatt), scheint es umgekehrt zu fein. Zn einer kleinen Stabt Oberhcssen- lebte vor etwa fiO Jahren ein reidter Mann, der aus ganz kleinen Verhältnissen zu großem Reid, tum gekommen war. Ten fragte eines Tages ein Freund: „Sag’ an, wie haft du es nur angefangen, daß du zu foldiein Vermögen gekommen bist? Ein Sparer warft du ia, aber wegte sich vom Rathaus au» cm stattlicher Festzv, nach bem Heftplaß am Aldachcr 64L.lr.wi Br, Handlung dos Urteil gegc« die b<: Mistt^ndlune. ang N :trn Unterelf,jierr und Sergeomcn des 146 3nf -Ro:4 • mntfn mit 911 Szerchaungen bedacht werden. Ten 1. Drei« erhwlt Väckenne.'tec Chnsiian Schmidt mit 46, den 2. Ga r» w«n Herne. Heller mit 44, den 3. Evenqlenneister Gustav Paul mit 44, den 4. Maurer Henr. Remp# mit 44jH:n^en w. An die Prek»verteilung schloß sich Tanz an. Tie seit- her übliche Ehrung der 1870 71 gefallenen Kriegs» Veteranen, deren Denkmal »rüber mmer am Tage des Scheibenschießens mit sriichem Laub befrän|t wurde, iü dieses Jahr jum Bedauern vieler Einwohner weggefallen. ----Salzböden. 23. Juli Am Sonntag. 18. Juli, konnten wir bet berrlkchemWetter unser diest^hriges MissionS- ml feiern Schon am Samstag nutete sich ledes HauS. siebe lrd)t unter den oberen Zehntausend nicht immer das rechte Beispiel der <*Vnüg- amleit ui^b Sparsamkeit gegeben — und nach oben schaut das Volk g. *Kiid>anÖlung utcc «u i«t> ^»»»h TDctm Un.r:-x>name 2Xmrtane|t oenuu.lt Wjfn worben und so weit gediehen, barj noch in dieser Woche mit der Bedachung begonnen werden kann. Tagegen geht der Schlachthof-ErweiteningSbau lehr langsam voran. ** Tie städ11schen La st wagen brachten 1908'09 an Einnahmen 5980,67 Mk. gegen 5388.26 Mk. im Vorjahre ein. Tie Einnahmen verteilten sich m:e folgt: Neustadter Tor 3799,71 Mk.. lyranfmrtec Straße 2135.40 Mk., Margaretenhütte 45,66 Mk. Tie Zahl der abgegebenen Wiegekarten beträgt 14 834 gegen 16 303 im Voriahre. •• Die T irektion deSstolosfeumS bittet unS mit» zuteilen, dog das ®aufpiel der Leipziger Carola- Sänger nicht, wie gestern irrtümlich annonciert wurde, om 27. Juli, sondern am 2 8. und 2 9 Juli stottsindet. 4- Ofrüningen , 26. Zuli Ein seltenes Gemeinde- fest beaing am 3am5tag, 24 d M., die Bevölkerung unsere- Städtchen I, nämlich das 25jährige Tienftjubilaum unseres verdienten Lrtsober Hauptes, des Bürgermeisters und OrtSgerichtsvorstehers Wilh. Otilbert III Beigeordneter Tya t), her die ^icr arrangii gierungsrot Weicker, dem Qrtsvorstand, dem Gemeinde- rcchner Arnold, dem Pfarrer Römhelb, den Lehrern Morn berget und Zipp, den Mitgliedern des LrtSgerichtS und dem Storftanbe des "Adam Irheim'schcn GefangvercinS, dessen 1 Präsident der Bürgerin eistet nach dem Testament ist, in der Wohnung des ^ubilaren zur ,3cier ein Auch die Gc meindevettreter her Orte Eberstadt, Torfgill, Garbenteich, Watzenborn. Steinheim und Großenliuden, letzterer alS Bor- sitzender des >lrelS»Bürgcrmeistcrverbandes, waren rinne- laben und erid>ienen. Of;meinbcridmer Arnold gedachte der hohen Bedeutung des Festes für die Gemeinde, da es der erste Bürgermeister fei, der 25 Zahte die ßVmeinbe brrwaltctc. Negierungsrat Weicker überbrachte bie Gratulation der tprei Behörde und gedachte int besonderen Aus Bürgermeister#, namenilid) erwähnte er ben schönen Schul bau, der unter feinet Leitung entstanden ist. Deig ,3 a t) gr itu- lirrte namens der tVfemeinbe, fpr.id) über die ikrhienfte wäh» ■ banfbarer Anerkennung einen Schreibtisch, der dem Jubilar - i । füflung seiner T i< nfi e fd äftc dienen soll. Tie ratulation von den crfdiicncnen ibilann bi ichte Büt;*rmeifti Watzenborn zunt Ausdruck. Pfarrer Röm he Id feierte m längerer markiger Rede den Zubilaren Der Redner fd)loß gönnt fein möge, die ‘Wemeinbe a's überhaupt zu ver nmlten. Lehrer Momberger gedachte der Ehefrau des ZubilarS. Bürgermeister Gilbert dankte in herzlidiet: Worten für bie überaus große Ehrung; besonderen Dank fprad) er dem RegicrungSvertreter aus für fein Erscheinen zn der von der Gemeinde veranstalteten ^ticr. Er leerte sein < las zu in weiteren Blühen und Gedeihen der Gemeinde Rad) cinbredfcnber Tnnfelpeil bewegte sich ein Lampions- zug beS Adam Isheim'schei» Gesangvereins durch den Ort rav 1. Borstandsmitglied Engel der Verdienste des Jubilars um ben 1 ercin in kerni i r > gratulierte und aus DankbarkeU ein n Schreibsessel mit stissen und Wibmung übergab, bannt dieser bie weitere Wirkung für den Verein stützen möge Ter Jubilar dankte für die erwiesene Ehrung und bat den Verein nebst allen freunden und Gönnern zur weiteren £cicr ui die Wirtsdraft ^ai). kVA11endots (Vahn . 25 Juli. Der Aaninchen-Zu rbt- n i :• ■ ’i . i i u H g < !■ ■ g< v legt iinrb Avicil III i Bk 1 I - 1 • Füller lÄllendoi' . Hch Müller .illendorf : lobenhf Anerkennung: ? ■ Erbauu n i emrt W a Iritung bddileh am Freitag der Gememderat Tif Quellen • Sfpiten der grfamten Leitung werben 70000 Mk Utraafn Man dosft. die Vcitung noch in die,em Zähe fetligüdkn zn können. • Etting S h a u len. . Z.ili Hallstadt leit weifen darauf hin, dast nufere irgend schon in brr porgcfduduiidu-n Zeit stark besiedelt war. Man in in ben ausgedehnten Waldungen zwischen Lich. Hattenrod und Etting lmusen auf Srurtn bet Ansiedelungcn geflohen imb bat im Distrikt Äüblftrauch u. a ein Hünengrab freigcle^t. Die Ausbeutung des i^äberfrldes soll noch in bleiern ©onmier, im August ober September, unter Leitung des Denkmalpflegers vorgenommen werden. , * ^tT?xob-<26, Äuli Heute nacht gegen 1 Uhr brad inmitten untere» Dorfes ein größeres Schadenfeuer au». Das Anwesen de» Schmiede» Phil. Hammel be ftebenb aus Scheune. Stall und Bohnung, brannte voll- stündig trieber, ebenso eine Scheune be» Aorftwanes Spaar in welcher bas ^eucr zum fluöbmd) kam Ta» Vieh konnte nod) mit knapper Rvt gerettet werben Tte Abgebrannten wae?aar wäre e n Psiegekind de» Sdimirbt ? Hammel in dem Qualm erstickt Dank un- serer W^rsserleiluna. bie erst w man dien iHcgner hatte, kmnte das ireuer ui bicfer ..boicn Ecke - auf seinen Herd bf\hr.inli Werben Tic Abgebrannten sinb versichert Es liegt allem Anschein nach Brandstiftung vor Bii<»cldmedel Ipudde .ourbe UnUrgebenct in itori --rc[| g'brnrt m um Üllrn. . o ei mit fern Channtearparat veranstal e . ' ten von dent Flug! ugel wurde der Apparat von einem uiom lickten starken D nditost erfastt und in dte S'öhe geh.^> ,t Ter Apparat überschlug sick, mehrfach und wurde z e r t r u t u mert. Eberleutnant Trützschler von Ialkmstein blieb ur.. verletzt. Hauptmann (George ist zum Reichskom- nif sar bei der Abnahme des ,^Z> ll" ernannt worben. utz 'U. die einen Verband nötig machte Ter französische Tor- mehreren seiner freunde tarn erst 6.50 Uhr in 2over an. Tie Pariser Blätter feiern in warmen Worten beo ! Blerio t wurde zum Ritter der E h r c n Ieg i or ernannt. Er erhielt die Rachrick)t darüber bei seiner La».4 Dung in Touer. Bleriot erzählte einem Berichterstatter, er sei sofort eit seines Aerovlans fei tadellos gewesen Angesicht» der unendlich sd»e,nenben Meeressläche habe er ben Eindruck gehabt, dast cr^ nicht von der St.-Ile komme, nach ■iiicr langen halben Stunde sei bie englische Küste in äi® ■ gesehen, wo er, ben Srri^brbmgütigen entsprechend lan mußte. In diesem Augenblick habe er heftige j i rfpürt; dann fei er sea»: Kilometer längs der eiiglischeVi üste geflogen. Endlich sah er Dover vor sich und er», den Ur »Ni n de hin und her geschwenkt wurde. Bei der ctiwi iahen Landunq fei bie Sdiraube etwas verbogen wart . ;i. ' lenot hat beschlossen, sich auch nm ben für den ^luq v m vonbon nad) Manchester au g. s l ri heuen 2 •« 0 i ^ra >ßiei| bewerben. Der englische Aerolind lial defchlosfen. o4 der Stelle, wo Bleriot landete, ein Denkmal z.i erricht!n. | 12 internationaler Anti Alkohol-Kongress. S u. H London, den 3uli Unter zahlreicher Beteiligung ist hier der 12 irilrni'nou/nr vlnt! Alkobolkongrest luionnn nneirrtrn. der auch von tru bi. cxnti I xstacten eine ofimellc Be>c1uäung erfahren hoi T e u t i rt> f a ■ > j bat den bekannlrn Vorkämpfer der olkobolgrgn.-riidien . ,n ;u den senot#prdiibentrn Tr r Ltraud und 7 v r n e o - ntforN. '.Sudt fonit bat Deutfchkand einen groben Anteil an b-ii R i r > r be 19 n VÄfl tu d-m 2 benid ..An: c 1k in - '■ :.....II" ......... V ; burd» die Junntb selbst onpiiinen zu lasten Der Verein bncher abmnenter Studenten bilde mit Erfolg murr Mi -dmH tindem kleine (hruvven. denen die iHrunbidie der Anti-Alk^äW benngung von gröberen Schülern beigebracht würden Vebrxf j veterfen flirl ttmnfdue, dast die Lehrer belfer als bis*'• 'üe den jiamvl gegen den Alkohol ausgerüstet wurden -den in den xetntnarrn müjie dafür Sorge getragen werden, das- tungen Lehrer ernt gründliche Ämntmfl der schweren (uri ixi und körperlichen Schaden txigebrachr werde. Die der Alkohol' oenuß fftr den Einzelnen wie das ganze Volk hat — Am ^ar» Mittage besuchten bie Hon iref tninfbmrr da» Lonooner Ha v'i-! m dem die veilwnfe in alkodolq^gneriicheni Sinn- .rusgeM mied Ibends sprach Hnol Laitin.'ii au.- Helsingiors über free Studien an Alkotn'lkronöen Er will geriutbcn haben, dast kfH her <*emrB ron nur em Viertel-Liter Bier pro Tag h mmriSe v-mTiüde auf da» Blut ausüde, so dost dessen Abwehrmogi .rtr r gegen stronkheitsgifte sinke .............—--— Dcrmifcbtc». * Ein o e u t f d> e r u r ft Tie feil drei Jahren fdure benben Verdanblungen des n ü r ft e n d o n Schaum dura • ch * Riefestluftkreorer T<* lü n 4 ft e Sen otnior Schutte hat da» von 'hm n»tgrr Techniker »evrn: und tm ModcU bereits serNggcUcUte lenkdarc Lippe mit unganichcn kaptialcfren über den Berkaus feiner ungarischen beut|d>-fprad)igcn Besitzungen sind ae Dienstag ,u A trarn zum Avschluß gelangt. Ter ,iürft er halt für feine am 1 August in ungarische n Besitz aber* gebenden ' ^ter insgesan:- 4«» Millionen Kronen -Je Total beschmutzt Isl13/, ric, Lahnlwmr. 51. Giessen, den 25. Juli 1909. 4198 Neue holl. Vollhttillge Einmaeii-Zrier [4128 Stück 7 Psg. Diese Schutzmarke Wreiecß ist ejfiß Garantie für die reine und unübertreffliche Qualität einer Seife. ■ Äl durch Wichse ist bei Regen- weiter der Saum Ihres Kleides. Bei Verwendung von Erdal ist dies ausgeschlossen, Sie tragen dann selbst beim schlechtesten Wetter elegantes hochglänzendes Sch uh werk, Erdal überall erhältlich. der BestattuugSgenosscnfchaft der freien Schrcincrvereinigung Gießen . entrernt firner Bringe Dienstag nur bem "Wlge KMt und schmerzlos MklkoM ll. Professor I>r.Grünewald s I“>**., ' Mirrfnni Pulver. Dose Mt. 1.50. Allein echt: WniWif M nhithänblcr Pelikan-ApotW, Kreuzvlatz 2. WH Versteigerung. Dienstag den 27. dS. 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Wie dem Daily Telegraph gefabelt wird, entschied bet Ridder, datz Bltckendorfs Verhalten gleichbedeutend mit Grau- santkeit sei, und bewilligte seiner Frau die Scheidung. * In der Schule. Lehrer: „Warum habe ich dich einen kleinen Dummkopf genannt?" Schüler: „Weil ich noch nicht so groß bin, wie Sie, Herr Lehrer!" Kleine Taacschronik. Tie Radrennen mit M 0 t 0 r s ch r t t t m a ch e r n sind auf den preußischen Rennbahnen bis auf Weiteres verboten worben. Ans ber alten Rabrennbahn in Chemnitz fuhr der Motor eines Schrittmachers mitten unter die Zuschauer und überfuhr i) r e i 6 r w n d) i e n e und ein Kind. Die 23er- lehnngen sind nicht besonders schwer. Trei Angehörige der Garmson Breslau verübten am Samstag Selbstm 0 rd. In Neudorf bei Straßburg überfielen drei streikende Heizer einen Kapitän und mißhandelten ihn schwer. Etwas spater fielen etwa 20 Streikende über einen Arbeit s lv i l l i g e n her und brachten ihm gleichfalls schwere Verletzungen bei. 12 von den Schuldigen wurden verhaftet. Nack) einem Telegramm des Gouverneurs von D e u t \ d) - Ostafrika ist in Sansibar die Pest amtlich festgestellt worden. Alle erforderlichen Maßregeln werden sofort angeordnet. . , , Die Rial tob rücke in Venedig ist ernstlich bedroht. Der Bogen nach der Seite des Palazzo Camerlenghi weist bereits äutzerst bedenkliche Sprünge auf. Ein Orkan zerstörte gestern die Tribüne des Luft- schifsgeländes in Vichy. Ter Flugapparat T iss an di er ist vollständig zerstört. Diejenigen von Ztpfel, Paul- Han und Derue sind schwer beschädigt. Zwei Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Bisher sind aus den Trümmern des in Petersburg em- gestürzten Hauses schon 4 0 L e i ch e n ausgegraben worden. Seit Beginn der E h 0 l e r a - E p i d e m i e in Riga sind 43 Erkrankungen und 20 Todesfälle zu verzeichnen. Bei den M a u ö v e r n vor Portsmouth, m denen eS sich darum handelte, den Hafen burd) einen überraschenden Angriff zu nehmen, rannten bei gelöschten Lichtern die Torpedoboote 2 und 13 zusammen. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. Von der Mannschaft ist niemand verletzt. _________________ A.* Reichs» “ tau fejeb, § Ä ,li ' den KoHaiT' l‘uÄ ■lÜf) l'On °us einer Wiese hi^ Minuten zu dem .Endung sch unbeschet:- Verletzung am chie. Der französische mit der yrtut Bleriots 11 -ri".-i0 Uhr in Dover« rn in tuarmen Worten Da me der glänzendsten ul ■' lQ9t: Der Xag, an k »en Aermellanal überaus > das seine unauslöjchli^ ^sscnschast und der Zivil, 'euen uns, daß dieser inn 1 Franzosen ist. ter der Ehrcnlegi^ )t darüber bei seiner Le: ichterstatter, er sei soß hoch geflogen. Tie Sfc los gewesen. Angcsitz ssläche habe er den e der Stelle komme, rr ie englische Küste in fc unter nichts von D c." ngen entsprechend, L abe er heftige M/M aeier längs der enM:- Dover vor sich unb ü e von einem ihn ermrie enit wurde. Bei der cra e etwas verbogen lM:. nm den für den Mg to! ri.’bcnen 25 (.00 Frankem! erollub hat beschlossen, u sin 2 enkmalzu criidii:: Sonn5»brand, kraunrr Hal^.mihsarbigcStrllcn ic. sind AnomLlicn bet obcrficn i-iutftfiidjt die mit bet Absloßmig bet» selben öeridiroinben und einem reinen, rofigen, samtartig zarten Teint Dlay machen. Tie völlig unmerkliche, schmerz- und Jgefahrlofe Abltotzung solcher versärbtcr Hautstelleir bige Gebrauch v. Zucker’ s Patent- Medizinal-Seife, u.lOOOfarf) erprobt, äSfrf.50 P.L (1570ig) u. M- 150 (35°„-g. ZuM-Mniß feHcnbb dem edelsten u fofibarficn aller Hauter^n--?, Preir75 pf.u.M.2. Ueberall erhältlich. In Kietzen echt in der Unv vcrfitätS Apotheke, Marktvlatz. Hirsch Apotheke, Kreuz Droge H. Haas III. 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Für bie im Herbst m erwartenden Flugversuche 'fitheint Mannheim unb das weite Fabrilgelände der Firma Lanz - - weitem besser und günstiger, als das sehr abseits gelegene l'-ffniia welches noch durch seine Lage am Mser mit feinen Winden Eb Stürmen beschränkt ist. Tie Winbverhältniste Mannheims, --ickünt durch seine Berge und seine zentrale Industri?lage, wo Tel nötige Zubehör schnell unb in jeder gewollten Benanung Schafft werden könne, waren ausschlaggebend für den Ort der L?ande! und Verkehr, volkswirtßcha-t. Berlin, 24. Juli. S aa t en st an d im Deutschen Reich um Mitte Juli; Winlerweizen 2.8 (im Vormonat 3.0); Sommerweizen 2.5 (2.7); Winterspelz 2.3 (2.4); Winterroggen 2.6 (2.8): Sommerroggen 2.5 (2.5); Sommergerste 2.3 (2.5); Daser 2.5 (2.6); Kartoffeln 2.4 (2.6); Sllcc 3.1 (3.3); 2u5erne 2.8 ,(o 1); Bewässerungswiesen 2.7 (2.8); andere Wieien 3.0 (3.3) -ön den Demerkiingen dazu heißt es: Die Witterung des Berlchtsmonatv war reich an Niederschlägen u. dadurch für den Saatenstastd Nicht ungünstig. Leiber wurde bie gute Wirkung ber zahlreichen Regen- siille durch die zu kühlen, fast kalten Temperaturen vielfach wieder abgesdiwöcht. Tierische unb pflanzliche Schädlinge machen sich weniger bemerkbar; umsomehr hat das Unkraut Ueberhaud genommen Wintergetreide besserte sich int allgemeinen Nicht uner- l,,-blich Auf eine befriedigende Körnerernte kann gerechnet werden. Mit dem Schnitte des Roggens war Mitte Juli erst ganz vereinzelt begonnen worden. In der Hauptsache^ dürfte die .lioggcn- ernte erst anfangs August einsetzen. Auch im Stande der Sommer- Halmfrüchte ist allgemein eine wesentliche Besierung emgetreten. Die Kartoffeln haben sich überall weiter entwickelt, sie beginnen aber in manchen Gegenden bereits unter her Raffe zu leiben. Wesentlich ungünstiger als über Getreidearten unb Kattoffeln lauten bie Nachrichten über Futterkräuter. Der Graswuchs ber Wiesen ließ allgemein viel zu wünschen übrig. Das Einbringen bed Heues würbe burd) Negenwetter außerorbentlich verzögert und erschwert. , ., , , Berlin 25. Juli. Nach schwierigen Verhandlungen haben fidi die Vertreter der Kaliwerke gestern abend über em Syndikat verständigt, bas am 1. Januar 1910 zunächst auf entfahr laufen soll, mit ber Maßgabe, bau das Syndikat sich nach dieser Frist auflöst, falls nicht bis 1. Oktober 1910 eine Verständigung wegen Behandlung der außersynditatlicken Verkaufe, bie zwischen Aschersleben-Sollstedt und dem amerikanifchen Norddungertrust getätigt find, zustande kommt. Im Falle einer solchen Verständigung würde sich der Syndikatsvcrlrag von selbst um^weitere: vier mhre verlängern. Es soll aber jebcin Mitgttede ba^ Redst S."st.ehcn, ben Syudikatsvertrag schon innerhalb des ersten ^uit icchs- wöchentlicher Frist zu kündigen. Die Syndikatsleitung hat bat, Recht, falls die Marttlage es erfordert, nut Kampfpreiien vorzu- geben. Der Sitz des Syndikates während des nächsten wahres bleibt in Staßfurt. — Um 11 Uhr fand die Unterzeichnung des Kalisyndikatsvertrages durch bic ^yiidikalsgcsell'chastcr fiatt._________ Griginal-Drahtineldungen. Paris, 26. Juli. Barthou unb Miller and haben den Ehrenvorsitz für ein großes Bankett übernommen, bas frii Ehren Bleriots unb ber übrigen dekorierten Luftschiffer veranstaltet wirb. Er erhielt aus allen Teilen der Welt Glückwunsch-Telegramme, darunter eins der französischen Parla- mentsgrnppe für Luftschiffahrt. Sein Flugapparat wirb von heute ab in London ausgestellt. In einem Telegramm an bie „Daily Mail", bereu Preis von 1000 Pfunb er durch den gestrigen Flug gewonnen hat, brückt er die .Hoffnung aus, oaß der-gestrige Erfolg die Freundschaftsbande zwischen Frankreich und England noch enger knüpfen möge. Paris, 26. Juli. Im Justizministerium fand gestern ein SLR i n i ft errat statt, welcher der Aufstellung des am Dienstag in ber Kammer zu verlesenben Regierungs- Programms galt. Der enbgültige Wortlaut des Programms wird erst in bem heute morgen zusammentretenden Ministerrat festgestellt werden. Madrid, 26. Juli. Die M i n i |t e r f r i f e scheint vermieden zu sein. Die spanische Regierung hat beschlossen, den F-amilien der einberufenen Reservisten eine tägliche Entschädigung zu gewähren. Die großen Handelshäuser zahlen die Gehälter für die einberufenen Angestellten unb deren Familien fort. Am 29. gehen zwei Regimenter Infanterie, ein Regiment Kavallerie und ein Regiment Artillerie nach Melilla ab. Tie marokkanische Gesandtschaft ist gestern abgereist, da ihr Aufenthalt in Madrid immer gefährlicher wurde. Melilla, 26. Juli. Die Spanier erwarten für heute einen neuen Angriff ber Mauren, welche aus dem Innern zahlreiche Verstärkungen erhalten. Das Bombardement dauert an. Die Truppen, welche von ben Kriegsschiffen gelanbet werden, sind mit dem Wachdienst in Melilla betraut worden. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Verluste unseres lieben Töchterchens, sowie für die schönen Biumenspenden sagen tiefgefühltesten Dank Assessor Seibert imd Fran. Heidelbeeren * täglich frisch eintrenenb _ empfiehlt (40/7 2. Hankcl, Neuen Baue 7. Telephon 612. ci>te». .*®\* iS*"* Vertreter: Gehr. Jnllmitiin. BahnhoMr. .~>9, ti=2llfol}oI=KongreS. o London, dm 24 vMZ ist hier ber 12. interna« M ber anch Mt verchiM: erfahren Hal alkobolgegnerifchrn raub unb Torn Y ettB. .efßinynnig des ^rOtU5 im Manie» . toffnnngsM -x.wi)nI)( m bic 5eVU^rn>''Beratung-’^ frSbs Sn'“®;; । d>e>cr R' die W ;u lahm- , den e rirbm. » «? L bic Lehrer L» ( ausüeru^ ' den. ffjj fff Ä- 'S \/T Q TTk'A QTFT\I in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, lS0Jwie mit Zirkeln aller studentischen Ver- I einigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl'sche Univ.-Druckerei. ■k1* A Q t § ^ls Künstler. Muhammed Ali, der Perscr- llLab der setz' auf dem Thron seiner Vater feinem jungen ^ohne sTuab machen niüffcn, wird die ihm anfgezwungenen Tage der 'mnße wohl Mit literarischen und philosophilchen Studien aus- jZ d<.„en er schon als Herrscher großes ^ntere'se entgegm- ■ Tracht hat. Dieser schöngeisttge Zug, der bei ihm ,o llark usgepragt war und sich in einer reichen Bele,enheit und Gelehr- '«ffit äußerte, ist ein Clement des Charakters, der nck am ihn frtnen «orfabieii her vererbt hat. Auch sein Vater Mnzasser ibin war ein Liebhaber der Dichtung und Literatur und cm Honbcrer Freunb der Musik. Ein Klavier mußte m feinem A rbeitszimmer stehen, und wenn er auch mit seinen kurzen und schwachen Fingern kein großer Tastenbeherrscher war, w erneute r? sich doch gern an einem selbstgeivielten Lied oder Walzer, H dem er sich von den Regierungsgeschätten erholte., ^er Voriger Muzaffer ed-dins aber, Nassir cb-din, fühlte ^ich als ein blonderer Günstling der Musen; er war Maler, dichter und Schriftsteller. Viele Schonen seines Harems hat er in ieurigen werfen im Stil der großen persischen Dichter Hans und -aadi.be- lintgen oder wie er es selbst in der üppigen Wortpracht orientalischer ^erskunst ausgedrückt: er hat „die Bülbül (Nachtigall) der öcbcr um des Serails voll aufgeblähte Rosen mit weichem Schwünge flattern lassen." Während feiner Reise nach Europa hat Nassir cd-din seinem Sekretär ein Tagebuch diktiert, ut dem des Abends M Erlebnisic des Tages in ungezwungenem Plauderton auf- ae;eidmet wurden. Dies amüsante Buck), das aud) von B e r 11 n und Wiesbaden viel Lustiges zu erzählen weiß, ist dann inerft persisch erschienen und in viele Sprachen überlebt worden. m sangesiroheii Persien ist überhaupt bic Personalunion von Achter und König nichts Seltenes; auch andere Herricher aus Pirfiens Vergangenheit haben die Scher so gut zu gebrauchen cetuuht wie das Schwert. So war auch der kricgerliche «z-eth Ali, Nassir ed-dins Urgroßvater, ein Poet, der viel auf ferne Lieber hielt. Doch hatte er auch noch einen Hofdichtcr, der zugleich cm scharfer Kritiker unb ein Humorist war. Gmcy iages hatte Stiiic Majestät einige Verse gemacht, bic ihm wohl gefielen; er ließ also ben Hofpoctcn holen unb deklamierte sie ihm vor. Das hältst Tn von diesem Gedicht?" fragte der König aller Könige" „Und sollte ich auf immer Deine Gunst verlieren, 4 inb ber Sonne," lautete bic Antwort, „ick muß cs boch lagen : äbis Gedicht ist sinnlos." „W niit Dir" donnerte die beledig c ''Majestät, „führt den Esel in den Stall! Und. es geschah buch- släblick so, wie der Herrscher befohlen. Als sich die Wut des Schahs nach einiger Zeit gelegt hatte, hell erden dofdickter n.icbcr vorsühren und las ihm cm anderes Gedicht vor, öa? UM Ibft ausnehmend gelungen schien. Der Dichter stand mit ge- mftem Kops unb hörte demütig zu, wie der König ihm die Ber e ^Namicrte. Tann wandte er fick still und ergeben um unb wollte hinaiisgehen. „Wohin gehst Tu?" ickrie ihm. der Schah nach. In den Stall," mar die Antwort, -ta mußte dock) auch der "ftönig der Könige" lachen und zwar — auf seine eigenen Kosten. * Schweigsamkeit a l s S ch e i d n n g s g r n n d. Einen I seltsamen, jedoch erfolgreichen Sdieidungsgrund hat eine - Der*, td*nu>nrxub< Al Neue Kartoffeln fcrlt vo» Srfirt i. ttaiKrfrene vr rler bei pro .Zentner zu Ijß Mk ttfilb Wauendoru. I1Ä wöbet >tvc tekwwi xr I ®aii. T -".‘rua ISiiöf ■ •:au Yi>Mie X.tu tvnr. Schiffe iver.Mi tVcfl !• HL Bpnnglebmbe große Tafel-Krebse '-tn* vorrätig 1419 firriirmta Bilibin _______Setters weg m. Neue Kartoffeln la. Qualität tSetttrauer per Zenmt r 3..*>o Dit. empneblt J. Weise! «um gonnenirrane & Telephon Sb FriBch.cn Zwiebel-Kuchen leben Tieuolag, Tonuerstag u. Zaeieiaa von u Ubr an i.fiM; •b. Z(tvjnber, UatHoritra,,c ',7 Zrüh - Kartoffeln Kaiserkrone BO Kilo 3.23 Mk. mit Tack ab Vriebbera versendet gegen Nach nähme Iulius iVcrtbeimer, hrM , tVriebbcra »yefi 1. Tet. »L. A&gust Binger Seltersveg 79 = Spezial-Geschäft = gedieg. 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