Mittwoch 27. Oktober 1809 159. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten. Berlin, 26. Oft. Der Ausfall der Wahlen der dritten Ab- erstag, 28. CM* Ur, eröffnen wk öo", BabchüM., v teilung im fünften, sechsten und siebenten Berliner Landtagswahl- kreise bestätigte den Sieg der sozialdemokratischen Kandidaten. Im zwölften Wahlkreise war der Kampf am schärfsten. Um 11 Uhr abends wurden gezählt: 140 freisinnige, 320 sozialdemokratische, 63 nationalliberale und konservative Wahlmänner. Etwa 170 Stichwahlen sind erforderlich; von deren Ausfall ist es uidjl. Lehrmittels ungen nimM her Neustadt 4, enW DienMg im &rm. zu Leginn desAlm- )er Vorstand ~ uogravben-Verm.- ^Lckrcv, Wtrttn. _ Nr. 252 Der Siebener anjdget «rfcheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich -irhenerZamilienblätter; zweimal wöchentl.llreis- dlattfürdenlireisSiehen ^Dienstag und Freitags; Zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitsragen Fernsprech- Anschlüsse: iür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. ZeilenprerS: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Lheiredakteur:A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton' und.Vermischtes' K. Neurath; für .Stadl u. Land" und.Genchts- Aleines Feuilleton. — Das Studium devMediziN. Die Zahl der Medizin- studierenden betrug auf den 21 deutschen Universitäten im vergangenen Sommersemester 9502. eigenartiger Weise stand nicht die größte Universität Berlin mit der größten Anzahl der rn der medizinischen Fakultät immatrikulierten Studenten an der Spitze, sondern Vinnchen, wo 1696 Studierende der Medizin eingeschrieben waren Tann erst folgte Berlin mit 1162 Studenten, es hatten weiterhin Freiburg i. B. 794, Leipzig 574, Heidelberg 553, Kiel 490, Würzburg 490, Bonn 370, Breslau 349, Straßburg i. E. 318, Marburg 313, Königsberg i. Pr. 304, Tübingen 301, Jena 287, Erlangen 260, Göttingen 254, Hallo a. S. 234, Greifswald 213, Gießen 209, Münster i. W. 166 und Rostock schließlich 16£> Studierende der Medizin aufzuweisen. werden Weiter trat der Redner dafür ein, daß der Gemeindeverwaltung ein größerer Spielraum in der Auslage von Steuern gegeben werde. Das richttge fei, nur Einkommen- und Vermögenssteuern auch in den Gemeinden zu erheben, nicht nach besonders Grundbesitz und Gewerbe luereiAassthallk) ord-Anlage & M durch die AD wirtschaft- separate RestourM r M-V 'LenoML > , Liammzimmeriuc i, SiölMgen, SZ Vereine, auch als M *yr8**”* — Künstlerische Entdeckungen rn Italien Aus Perugia wird beriästet: Eine überraschende Entdeckung, die m kunsthistorischen Kreisen besonderes Interesse erregen wird, ist tn diesen Tagen in Gubbio gemacht worden, wahrend des Transportes der Pinakothek aus dem Palazzo bet Priori utben Paazzo dei Cvnsoli. Im Auftrage des Ministeriums hatte Grat Umberto Gnoli die Ueberwarliiung des Galerietransportes übernommen. Ein Bild, ein unbÄeutendes Oelgemälde, das dem 17. Jahrhundert zu entstanimear schien, war bereits dazu bestimmt, bei der Neuordnung der Galerie ausgeschieden zu werden und ins Magazin zu wandern. Eine nähere Untersuchung erweckte die Vermutung, buß unter der Farbschiäst ein ältere» Bild verborgen sein könnte Pros. Eola- vieti übernahm die Restaurationsarbeit und nach langem Bemühen gelang es, unter der Untermalung dreizehn Figuren zu befreien, die Gnoli nach 'kurzer Prüfung dem großen ^eiu^en Pietro Lorenzetti Mschi^ibeir konnte, ^as außervrdentuch reizvolle Werk, das künftig eine Zierde der Pinakothek von Gubbio bilden wird, bringt der Kunstforschung nichtige Neue Anhaltspunkte für den Einfluß, den der große Sieneser Meister ausgeubt Lat Ein zweiter Fund wurde fast zu gleicher Zeit in Bascvn bei Treviso gemacht Bei den Wiederherstellungsarbeiten einer kleinen, der heiligen Anna gewidmeten Kapelle, entdeckte man unter abbröckelndem Kalkwerk an einer Mauer ein Wandgemälde, das jahrhundertelang verborgen geblieben war. Das Fresko bedeckt zwei Wände und ist verhältnismäßig gut erhalten; es stellt icnde E ick gj^ung ^er Turiner „Stampa" sollte ein aus- toärtiger Journalist behauptet haben, er habe bei dem Empsang im Rathause zu Racconigi aus eine an den Ministerpräsidenten Hiolitti gerichtete Frage, ob der Dreibund erneuert werden würde, solgende Antwort erhalten: Unvorhergesehene Ereignisse Vorbehalten, werde der Dreibund ohne Zweftel erneuert werden, aber Italien werde dabei neue Abmachungen anftreben, in welchen eine unleugbare Vermehrung seines Ansehens und seiner Machtstellung zum Ausdruck komme, die seinen Interessen gerecht würden, indem sie zugleich seine Wurde eifersüchtiger wahrten. Die Behauptung dieses Journalisten — so erklärt die „Agenzia Stefani" — sind absolut salsch, wie übrigens die Mitteilung der „Stampa" selbst erkennen ließ, die ausdrücklich bemerkte, die anderen anwesenden Journalisten hätten davon schlechterdings nichts gehört. Die italienische und französische Auslegung. Rom, 26 Ott. Tie „Tribuna" schreibt, die Erklärung im Kommunique der „Agenzia Stefani", die Annäherung zwischen Italien und Rußland könne keinerlei Mißtrauen Hervorrufen und werde gewiß von allen Mächten als wichtiges Element für die Aufrechterhaltung des Friedens begrüßt werden, auch jene Phantasten zu einer objektiven Betrachtung ber Dinge bringen müsse, die in dem engen Freundschaftsverhältnis zwischen Italien und Rußland eine Auflösung des Drei- bu ndes erblicken. Sodann betont das Blatt, baß die italienischrussische Entente mit dem g e g e n ro ä r 11gen Bündnis- । h ft e m keineswegs in Widerspruch stände, sondern im Gegenteil geeignet fei, es zu beleben. An ber internationalen europäischen Lage habe sich nichts geändert. Es bestehe nur eine Freundschaft, ein wichtiger Faktor des Friedens in Europa. eine Madonna dar mit dem Jesuskinde dem heckigen Rochus und dem heiligen Sebastian und einem Bischof, Vielleicht bem heiligen Augustinus. Man vermutet, daß man es mit einem Wmcke des Tommaso da Modena zu tun hat oder mit benti Werke eines feiner Schüler aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. — Für eine urkundliche Geschichte der Lagunen von Venedig schreibt das dorüge König!. Institut für Wissenschaften, Literatur und Kunst einen Preis von 3000 Lire aus Die Arbeit, die im Jahre 1910 abzuliesern ist, kann in italienischer, französischer, deutscher und englischer Sprache etn- gereicht werden. Ebenso die Bearbeitung des Themas, das für 1911 ausgeschrieben wird: Das höhere Pflanzenleben der Lagune von Venedig nach biologischen und geographischen Gesichtspunkten. Als Preisausgabe für 1912 wird eine Arbeit über die Ortsnamenskunde Veneziens gestellt. — WedgwoodsMeisterwerk wiederentdeckt. Das lang verschollene Meisterwerk Josias Wedgwoods, dasder englische Künstler der Porzellanmanusaktur im Jahre 1773 für die Kaiserin Katharina von Rußland in Angrift genommen hatte und das nach einem Jahre abgeliefert wurde, ist letzt dank der Bemühungen des Herausgebers des prachtvollen, Pier- mont-Morganschen Miniatur-Kataloges Dr. G. E. Williamen wieder ausgefunden worden. Das Service beitanb seinerzeit aus qegen 1200 Stücken, die gegen 2000 Ansichten von Schlossern, Abteien, Klöstern, und Landschaftslüldem aus Schottland und von der englischen Ostküste zeigten. Wedgwood, der auf den Auftrag Katharinas sehr stolz war, hatte der Arbett seine ganze Begeisterung und fein ganzes Können gewidmet und nch das Ziel gesetzt, ein Service zu schassen, das „zum Tische einer Kaiserin passe". Eine Reihe von Künstlern zog aus, um im Lande nach der Natur Studien zu machen, die dann zur Bemalung der Servicestücke verwertet wurden Allein die Herstellungskosten des Services beliefen sich auf über 60 000 Mark; Wedgwood verdiente übrigens nur wenig bei diesem Auftrag, aber fein Ruhm wuchs um so höher; das Meisterstück wurde im Juni ausgestÄlt, Königin Charlotte besuchte die Ausstellung, und bald war das neue große Wedgwood-Service ein gesellschaftlicher Treffpunkt Tür bie elegante Welt. Katharina war mit ber Leistung des englischen Külistlers vollauf zufrieden, sie pflegte des öfteren die Benutzung des Services besonders anzuorbnen, aber mit den Jahren vergaß man die kostbaren Arbeiten und bas Service verschwanb. Alle ssage duff- Sablubotufifi ^Heilgymnastik ieu-Cberatiou e°eu.Nachtvacha & Liedrich K U. YM. Maffkr |0 verloren, H. ■flöt Belodmmg ab; >em Polizeiaim. agdbuud.Ld.AF Mlauj. tzeg. ibeli' Jteuitaht 55, iQg- Sonnxag eine Xafcte r u. Lrmziosel tn k -ge!. Abzah. b.fclir.- ilofopbeniBaU). iftr. Paris, 26. Okt. Der heute nachmittag nach Paris zurückgekehrte Minister Pichon sprach sich zu einem Mitarbeiter bes „Tcmps" in folgenden Worten über seine Begegnung mit dem Zaren und dem Minister Iswolski aus: Meine Eindrückcsind in jeder Hinsicht ausgezeichnet. Der Zar zeigte sich von seinem Aufenthalt in Italien entzückt und Iswolski hat mir seine volle Befriedigung über seine Unterredung mit Tittoni geäußert. Sie können sicher sein, daß die Begegnung der beiden Souveräne und der beiden Minister, in der sich das Einvernehmen I Rußlands und Italiens zur Erhaltung des Statusquo im Orient kuiid gegeben hat, eine weitere Bürgschaft für den Frieden Europas bildet. Was uns anbelangt, welche wir dieser, dem Herzen aller Völker teuren Politik dienen, so lönnen wir den Ergebnissen der Zarenreise nur- Beifall spenden Tiefe Ergebnisse entsprechen unseren Wünschen und unseren Bemühungen zur Herstellung eines Einvernehmens zwischen den Regierungen, deren Ziel cs ist, diesen Staaten das Gleichgewicht der Kräfte zu sichern und die Ursache von Zwisttgkeiten zu beseitigen, welche aus entgegengesetzten ehrgeizigen Bestrebungen entstehen könnten. Und da alle Großmächte ihre Friedensliebe und zugleich ihren Entschluß bekundet haben, im Orient keinerlei Befriedigung territorialer Gelüste zu suchen, so kann keine derselben über die Vorgänge in Racconigi verstimmt sein, da die Vertreter Rußlands! und Italiens sich nur von jenen Gesinnungen leiten ließen,! welche ich bei einer anderen Gelegenheit als den „europäischen Patriotismus" bezeichnet habe. Türkische Witterung. Konstantinopel, 26. Okt. In einer Besprechung der Enttevue in Racconigi führte die Zeitung „Paswin^Esttar^ ans, die russisck»-italienische Entente könne bas Heft ber Türkei nicht sichern, denn hinter ber Entente lauert bie Eroberungslust. Hierburch könnten höchstens bie Expansionsbefttebungen beider Teile begrenzt werben, Rußlanb aber wolle für die Verluste tm fernen Osten Kompensationen int Westen erlangen. Die Heimreise des Zareu. u. F. T. ra MU SÄ , ®“ölcrin~ni^ Nachforschungen waren seitdem fruchtlos geblieben, bis nun Tr. Williamson nach langen Verhandlungen vom Zaren endlich bie Zusage erhielt, baß eine genaue Suche veranstaltet werben sollte. Tie russischen Hofbeamten hatten auf Dr. Williamsons erste An- ftage geantwortet, daß bas Service ihres Wissens nicht mehr existiere. Die Nachforschungen führten nun tn Peter Hof zur Wiederauffindung des berühmten Services; in den Bodenrä umen des Schlosses stand es in alten unansehnlichen Kisten verpackt. Mft Erlaubnis des Zaren sind die Hauptstücke jetzt photographiert worden; voraussichttich wird auch ein Teil bes Services nach London geschickt, um eine Zeitlang in eine Ausstellung ben Lieb- babent alter Porzellankunst zugängig gemacht zu werben. — Leutnant Shackletons neue Riesenleistung. Leutnant Shackleton, der Mann, der beinahe den Südpol erreicht hat, plant ein neues Unternehmen, und wenn er die Kraft haben sollte, es durchzusühren, wird man von ihm sagen können, daß er der Meister im Vortrag- Halten ist. Er ist bereits für 83 Vorträge verpflichtet worden, und es kommen täglich neue Anträge. Man schätzt, daß Shackleton seine Fahrt zum Südpol mindestens 120 Mal wird schildern müssen, das bedeutet natürlich auch ebensoviel Festessen mit den dazu gehörigen Reden und wenigstens 120 Antworten. Die Reise soll am 1. November in London beginnen und den Forscher zuerst nach verschiedenen Großstädten Großbritanniens fuhren. Oft wird Shackleton an einem Tage zwei Vorträge halten müssen, einen am Nachmittag, den anderen am Abend. Bon England geht es nach Frankreich, nach Italien, nach Deutschland und nach Oesterreich. Shackleton wird in Paris und in Rom in französischer Sprache, in Berlin, Hamburg, Dresden, München, Wien und Budapest in deutscher Sprache erzählen. Beschlossen wird die Vortragsreise in Amerika. „Kluge Leute" haben ausgerechnet, daß der Forscher auf dieser Vortragsfahrt mehr als 32000 Kilometer zurücklegen und mehr als 1200000 Worte sprechen muß. Wenn er alle seine Borträge hintereinander hielte, würde er genau sieben Tage, sechzehn Stunden und dreißig Minuten sprechen müssen. Giessen. Her.- ** «-C es'* irrenglaj^. »LS er.^heobt8Pr* PrelS6‘flbonne^ iga0 e fiastsP161 ■JSj.* ssSs# Die russisch italienische Annäherung. Tie in Racconigi gewechselten ^nk^cuche und die »üren bekommt. Immer wieder nzurbe ton t»r öenmnlam Ltte Le Wort von dem neuen Unterpfand des Weltfriedens ist zu einer Phrase geworden, drc alle Am mstuungen neuer politischer Entwürfe deckt und kernesfalls möglich genommen werden darf. Denn in Raccon.gi schemt ÄWÄ 'L-Nd und Stal'cn oeraiftt man, daß der Weg zwischen Rom und Petersburg croch^ ziemlich weit ist und die ausgestreckten Arme sich nur sclnv erlich werden berühren können, wenn nämlich Berlin nid Wien an gemeinsamen politischen Zielen festhalten vollen. Tritt nne solck)e Spannung een, so ist Nicht etn- msehen, wieso der Weltsriede gefestigter dastehe al^ früher, igenn der französische Minister des Auswärtigen glerch-- ialls von einer weiteren Bürgschaft des Freden? ge^paochen haben sott, so ändert dies an der 'Lache nichts. Auch Frank- rcirf) wird in kritischen Augenblicken auf Rußlands Istwert nicht so sicher rechnen können, wie Deuftchland und Oesterreich auf ihre gegenseitige Unterstützung. UebrngenS sucht inan in Rom die bisherigen Meldungen durch Berichtigungen äbzuschwächen, und die Aengstlichkeit, mit der man dort die Zugehörigkeit zum Dreibünde immer wieder be- ont, beweist von neuem, daß Italiens Pvlitik^chwankend rind unzuverlässig ist. Wir erhalten folgende Meldungen.- Berichtigungen. Rom 26 Okt. Die „Tribuna" erklärte: WederTittoni (io* Iswolski hätten Berichterstattern Mitteilungen über betl Inhalt ihrer Unterredungen gemacht Alles, was darüber veröffentticht worben sei, trage ben Charakter'von mehr ober veniaer wahrscheinlichen Vermutungen. Rom 26 Okt. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht fol- “aa > 1081$ Sn jährlich Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatiief) 60 Ps.; durch AH "W*gf monailrch7öPi..viertel- Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhessen ro"nüh”Va”5nummir Rolationsöruct und Verlag der vrühl'schen Uni0..Bud)= und Stehtörndtrti R. rangt. Redaktion, Lrv'dMon und VkuSktti: Schulftr-tze 7. B-ck. bis vormittags 9 Uhr. l— zu besteuern. Minister Braun wandte sich gegen die Ansickft Schien- bergers, die Gemeindesteuern lediglich durch einen Ziischlag zu den Staatssteuern zu erheben; das sei nicht durchführbar, weil die staatliiche Einkommen- und VeiMiögenssteuer nicht alleinbcsttmmend für die Gemeindeumlagen sein können. Mg. Ulrich beharrt auf seinem Standpunkt, daß der Schuldenabzug gestattet werden sötte. .Hiergegen wandte sich Geheim erat Dr. Becker, wie auch Abg. Schön b e r g e r. Der Vorschlag, daß Einkommen und Vermögen allein zur Grundlage für die Gemeindesteuern genommen j werden solle, sei unmöglich, rtreil dann die Belastung viel zu stark werde. Wenn z. B. Bad Nauheim eine durchschnittliche Schuldenlast von 40 Prozent habe, so wurde es ungerecht sein, wenn die unverschuldeten Einwohner Ncui- heims den Anteil der Versck>ulbeten an den Gemeindesteuern zu tragen hätten. Diesem Standpunkt trat auch Abg. Moltyan bei und betonte, daß beispielsweise der Grundbesitz doch nicht freigelassen werden könne, wo von den Landgeineinden doch gerade für den Grundbesitz die größten Aufwendungen gemacht werden. Filianzminister Gnauth wies daraus hin, daß selbst Abg. Schönberger einen votten Schuldenabzug nicht traben wolle. Andererseits würde es ein Unikum fern, wenn Hessen a 11 e i n in Deutschland lediglich auf dem Staatssteuerprinzip die Gemeindesteuern mif- bauen wollte. Das könne er nicht mitmack)en. Geh. Rat Becker betonte, daß an Staatssteuer mit die Gemeindesteuer übertragen werde. Nicht werde vor- Worms, 26. Okt. Der Äofzug des Kaisers von Lieben Schuldcnabzug und dann das Verhältnis der Rußland traf !>mte nachmittag 1 Uhr 44 Minuten chU Ar Einkommen- b Vermögenssteuer. Abg. Dr. Osann ver- Rückfalnt von Italien hier em. .Zum Empfange n«ren anwesend ^omm 3 ' bie Prinzipien der bcnach- herttichcr Begrüßung bestiegen bie Lxrrschasten ben Salonwagen bei uns zur Anwendung bringen müsse. In Preußen und des Kaisers, um bicidm das Geleit bis Frankfurt a. M. zu geben. hn Baden sei der Schuldenabzug nicht gestattet; so müsse Frankfurt a. M., 26. Ott. Ter Sonderzug des es auch bei uns besttmmt werden. Diesen Ausführungen Zaren, von Warms über Goldstein kommend, traf um 3 Uhr stimmte auch Minister Gnauth ZU. 25 Min auf ber Sttttion FranNurt-Bockenheirn ein, wo Polizei- In der morgen stattftndenden Fortsetzung der Beratung Präsident S,chcrcuherg anwesend mar. NciV' hcrzlickier Verabschiedung ttisbeiandere die Warenlsaus- und Filialgeschäftsbe- vom Zaren verließen bas G r o h h e r z o'g s p a a r von Dessen, rteuenina debattiert werden. das Prinzenpaar Heinrich von Preiißen und ine PrrnzeNin _ _ --------------------- - von Battenberg, welche den Zaren von Worms hierher geleitet hatten, dcn Sonberjug, worauf dieser nach erwlgtem Maichrnen- VIC £0110t(l$$tD0l)!Cn ttt vClUlt. wechsel bie Weiter fahrt über Sachsenhausen-Bebra sortsetzte^^er I ton Berliner Wahlbezirken fanden am gestrigen Großherksg von Vesten und da» Prinzenpaar .tz^nrich von Preußen Urwahlen zum Abgeorbneteuhause statt. Die Mandate kehrten in bereftl-lehenden Automobilen nach schloß Wo! ssg arten ^K^d^en Borgmann, Heimann, !oir sch und zurück. Hoffmann sind für ungültig erklärt worden, weil bie~ recht- ------------ ------------- - - angefochtene Ausstellung der Abteilungslisten nach der ^teuer- 21u$ dem hessischen Ananzaus chuh. veranlagimg verschiedener Jahre als gesetzwidrig, namentlich aoer . V ' o •* » (ZAtouvtrt I bie zu Gunsten ber sozraldemokrattlchen Kandidaten geübte Be- R. B. Darmstadt, List Okt. Die heuttge Schungl^^^ einzelner Wähler und Wahlmänner mft wirtschaftlichen des Finanzausschusses ber Zweiten Kammer sand tn Nachteilen als vollkommen unzulässig anerkannt würbe. JDeny Wesenheit der Herren Finanzmimster Dr. Gnau th , sind für ben fünften, sechsten, siebenten und zwölften Wahl- nister Dr. Braun, Geh. Rat Dr. Becker und Mintstertal- neue Wählerlisten ausgestellt worden. rat Süssert statt. Zunächst wurde die Vorstellung des Das neue Wahlergebnis wird niemand überraschen. Drei Oberbahnassistenten Fockinghosf, betr. Pens-ionsverhältnrsse, Wahlkreise sind ben Sozialdeniokraten sicher, und nur un von der Tagesordnung äbgesetzt, da eine Antwort des \i2. Wahltteis (Moabit) war das Mandat des Genosten Hoff- preußischen (Asenbahnministers noch nicht eingetroffen war. mann gefährdet, lieber den Ausfall der gestrigen Wahlen wub Sodann fuhr man in der Beratung der Ge m ei n d e-f uns beruhtet: st euer Vorlage fort und zwar zuerst über den Antrag des Abg. Sck)önberger. Dieser gab einleitend eine längere Begründung. Er bezeichnete das Prinzip des Gesetzentwurfs, daß bei Gemeindesteuern auch die Frage der Gegenleistung herangezogen werde, für verfehlt. Demgemäß wende er sich auch gegen den Schuldenabzug. Wenn die Gemeinden besondere Leistungen für einzelne Gemeindeange- hörige prästteren, so könne dies durch Gebühren beglichen abhängig, ob es au einer Stichwahl zwischen den frnmmiqcn unb sozialdemokratischen ftanbib- ttgung bet Beseitigung der Iltückständigkeiten in der Armee, foinK der < tmeidung -in .> blutigen Kriegen und der von der Monarchie errungenen Machtstellung, so schwer sic aimubruigcii jrnd, nicht al- schwerste xfalt von der Bevölkerung angesehen werden können. Dann kündigte der Minister die Reform der Weinst euer und Einführung des Zündholzmonopols an Zu, Falle der xteriueigcrunfl oder Verzögerung der b.anhagten Ma sm ahmen mühten die Investitionen und Ausgaben auf den unbedingten äusiersten Bedarf eingeschränkt werden. Das Daus verhandelte hieraus die DringlichkeitMiiträge betr. die Lebensmittel teuer u ng 21U5 5tafct uns Lnnd. Gießen, 27. Cftober 1909. "Taaeskalender fürMittwoch, 27.Cft.: S t a d 11 h e a t e r. Gastspiel Büller: »Der Doppelmensch.' 'Anlang 8 Ubv Ü>cnicinbe1ronenvcrein: Vortrag von Plärrer Schwabe über Krankenpflege. Adendü b Uhr un Saale der Zohannes- ttrche. e LandesUniversität Pros Dr Kassel wird, tvie Aut Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung berichtet lei, am 1. Vepui 1910 a. ? dem Staatsdienst ausscheiaen, also nn Wintersemester nod) an unserer Universität tätig fein. • • Ordensverleihung. Der König von Preußen hat aus Anlaß des GebuttStageS der Kaiserin dem Major a. D. Maaß in Darmstadt die Note Kreuz-Medaille 3. Klaffe ver- liehen. * * Die BcrkehrSein nahmen a u 5 dem Pcr- sonen - und Oiü t c r ü cr t c I) r betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eifcndahndircttioucbezirle Fran k- Iu i r a. M und Mainz hn Monat September l'JUU: 117 25 000 M. oder gegen das Vorjahr mehr DuüOOO M. — tV-1- P-oz : in der Zeit vom Beginn des Reednungsjahrcs: 66 7XHXXI M. oder gegen das Vorjahr- mehr aMtiOCk» M — 5,61 Prozent. • • ißi rll. Geheimerat Lorbachcr -j-. Einer der ältesten hessischen Beamten, der Wirkt. Gebennerat Bal lammet, ist geitern nachmittag nach kurzem Kranksein in Darmstadt geslorden. Lorbachcr war am 2. Juli 1825 als 6ol)ti eines EandwirtS in Lorsch geboren, Hal aho em Aller von übet 84 Zähren erreicht. Er absolvierte das Gymnafuun i I in Tarinfladt, besuchte seit Frühjahr 1844 b:? LondeS- uiuceruläl und wurde nach bestandener kameralistischer Fakul- 1i-itSprüfung am 13. Dezember 1848 als Fmanzakzessi't ver- stichlet. Nach abgelegter Staatsprüfung trat er am 2. Juki 1854 als Gehilfe bei der LberrechnungSlammer in Darmstadt em, der er dann ummkerd rochen bis zu feiner am 16. Sept. 1905 — also über ein halbes Jahrhundert — erfolgten Pensionierung angehörte. Im Jahre 1859 erfolgte Lorbachers Anstellung als sog. Just'zisikatur-Akzesnft (jetzt dem entsprechend Rechnungsrevisor), 1864 wurde er Sekretär, 1876 Rat und endlich 1889 Präsident der LberrechnungS- f immer. Als er am 13. Tez. 1898 fein 50 jähr meß Tienft- ! ibiläum feierte, wurde er vorn Großherzag durch Verleihung deS Komturkreuzes 1. Klasie des PhilippSordenS ausgezeichnet und bei seiner Pensionierung zum Wirklichen toebeimerat mit dem Prädikat ,Exzellenz* ernannt. Ter Tahingeschiedene war ein einfacher, offener Charakter, und trotz seiner Strenge im Dienst ein wohlwollender Vorgesetzter, der wenig Wett auf den äußeren Menschen legte. Lorbachcr war unverheiratet geblieben und erfreute sich bei seinem hohen Alter einer a ußerordentlichen geistigen und körperlichen Frische. In feinem ganzen Wesen war der freiindliche, alte Herr sehr konservativ; so speiste er schon ■ it — also über 50 Jahre — stets in demselben Gasthaus (Prinz Karl) zu Mittag, bis eS im vorigen Jahr geschlossen wurde. Lorbacher war »alter Herr' der Slarkenbtirgia, die in ihm etnS ihrer eifrigsten Ditlalieder verliert. "Die Feier deS 7 0. Geburtstags des Kammer- Präsidenten Haas, über die wir schon kurz berichteten, vollzog sich in glänzender Weise. Schon früh waren Hunderte von telegraphischen und brieflichen Glückwünschen ein» getrosten. Uiu 12 Uhr erschien StaatSminiiter Tr. Ewald in der Wohnung deS Gefeierten und hielt an ihn eine An- spräche, in der er die herzlichsten Glückwünsche deS Groß- Herz ogS und deS Staatsuiinifleriiims, wie der beiden anderen Mtnuler aiisdrückle. Tann überreichte er ein Bildinß deö GroßherzogS mit besten eigenhändiger Unterschrift und ein Großh. Handschreiben, daß folgenden Wortlaut hatte: „Mein lieber Gel-eimerai Deas! Empfangen Sie zur lcndung I'l-re-^ 70. Geburtslage meine beste Gratulation. An x>brnn Ehrentage, wo |ic aui ein Leben reid) an Arbeit, wie an Ucjulgen judictblidai, tuiticii Sie sicki dessen freuen, daß Sie viele Jahre hindurch als Mitglied und erster Präsident der Zweiten ituimner Zl-rcm engeren und als GeneralatUvalt der laudivrrl- Id^titliaicii Gauncn|d)aitni Al-rem weiteren Vaterland wertvolle ~icii|U! geleistet Uafcvii. Ich fasse, daß ^hre Gesundheit bald wieder völlig l-crgestellt sein möge, damit ^-ic noch lange Ihrer nichtigen Aemteru walten lönneu xulö verbleibe mit meinen warmen Lütischen sur Ihr ferneres Äohlergchcit Ihr ivohlgeneiglrr Ernst Lndtvig V* Taratif feierte bet Vizepräsident der Kammer, Abgeord. Storeil, den Jubilar ebenfalls mit einer Ansprache und überreichte ihm ein prachtvolles Biinnenarrangement, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Präsident recht bald wieder in ungetrübter Gesundheit und Geistesfrische die Geschäfte des Landtags leiten möge. 9!amenö der Beamten und Angestellten der Kammer überreichte der Kanzleidtrektor, RegieriingSrat Schenck, ein Bluniengebmbe und gletch- zeittg würbe der Entwurf für eine große silberne Frucht- schale von Prof. Riegel vorgelegt, die die Vlitglieder und Beamten der zweiten Slammcr als besondere Ehrung stiften werden. Später erschienen noch Abordnungen der Technischen Hochschule, deö Reichsverbandes der landw. Genossenschaften, der Landwirtschaftskamnier u. a. m. Die natlib. ReichL- lagSfraktlon ließ einen großen Blumenstrauß und ein herzliches Telegramm BastermannS überreichen. RamenS deS LandcSausfchustcS gratulierte Abg. Dr. Osann, nanicnß der Fraktion Abg. Reinhart. " Kun st verein. Tie EröffniingSauSstellung wird außer den schon genannten auch noch Werke von Pros. Fr. v. Stuck, Prof. A. Hengler, Prof. Fr. Erter, Prof. SH. Rtemerschmid, P. Burttitz, A. Burger, E. Eimer, H. Taut und Prof. Knaus usw. aufjuroeifen hoben. ** Roda-Roda-Abend am 28. Okt. Auf Wunsch machen wir nochmals auf den morgen flattfinbenoen humorvollen Bor- trog tH*3 bekannteil Sattirikers ausmerksam. Ivcunde licucrcr Stundeii^ werden sicherlich dabei auf ihre Rechnung kommen. ■*' Stenographisches. Der Babelsberger 2tcnü- gravvenvercin oon 1861 und der Damen-Berein Gabelsbergcr haben ihre Wintertätigkeit ausgenommen. Neben den während bev ganzen Jahres lauicnben Ansünger-, Forrbildungs- und Redeslbriltlursen ist in diesem Winter 5um ersten Male ein U e b u n g s a b e n d s ü r P r a l 11 k e r eingerichtet worden. Außerdem sind Lehrgänge iüt Rundschr.it, Maichinen'chreibcn und das ahftcm Stolze Schrei, iüt Mitglieder beider Vereine im Gange Rioigen abtnb halten die Vereine eine Heine Feier zu bbun der preisgekrönten Teilnehmer am BezirkSwettschteiben m Wetzlar (der Verein hat 4o und der Damenverein 8 Preise er- rungen) ad. bei der daS Mitglied deS Vereins, r Luovlf Kohler, einen Vortrag über das Thema „Am Gatdaiee" lüilten wird. (e. Anz.). ** Der erfteStraßenbahnwagen ist lycute bJer eingegangen imd in die Wagenl)olle verbracht worden Der Wagen macht einen durchaus oornel-men und geschmackvollen Eindruck Ta.e Aeubere ist in IsUcnbcinfcnbc g Hillen, und dunlelgrün und duiikelrotvraun abgeseit Das Stadt- n-appen und die in Gvld l-ergesteirte Aufschrift „Städtische Straßenbahn" find wtrkungvvoll daran angebracht. Die beiden Plattformen haben einen Ätasumbau ereilten, der dem Wagenführer und den Fabrgasten gegen die Witterung Schutz gewahren wird. Rechts und links am Wagendaa,, an der Längsseite des Wagens i)inlaufenb, find für die Richttnifl Marburger Strasie grüne Schilder, für die Richtung naifer-Alice rote odnlber mit weißer Schrift vorgesehen Die Plattformen, die vorn 6, hinten 8 Fahrgästen ' gewähren, sind m Heller Naturholzfarbe lackiert. Die Türen zum Innenraum des DagenS, sowie bte 16 Sitze im Waacn selbst, hat man ans Mahagoni Holz gefertigt. Die Plätze sind so angeordnet, daß die 6 Sitzrechen, die quer un Wagen lausen, von den Fahrgästen so eingenommen werden, daß 12 Personen, zur Halste an ,eder Seile, unmittclbai an den ,>enftern sitzen können. Die Frnster können sämtlich 5. an heigen Sommcrragen gevssnct werden. Der innere Wagenranm macht mit seinen polierten Mesiingbeschlä^cn, und der blntct'.wei^en Deae. an der drei Bcleuchwnac körper angcbrack:! jüu, einen sehr freut:blichen uutbrurf Born uno hinten am äußeren Lagen find zwei große Patente» nngeoraaH, die das Schicnenglns taghell beleuchten Auf dem Dache bermben uch Rampen zum eiuftellcn von verschiedenen farbigen <^diern für die ort- schiebenen Iahrrick ningcn. ßlculHeü^j geben txe.e Rampen von rad.v t* Licnt. daS burlj Blender sa gerichtet ist. daß Schüder am Wagen beleucht ei werden. Straßenbahnwagen juü> jo ctngcrichtLt, oaß jic \\u Lnhäuguvagcn nicht verändert zu werden brauchen; die dazu enorderliche Lichtkupvelung und die erforderliche elekmfche BremHvor» nebning ist irrt schon angebracht Dte Lieferung unserer Sttaßenbahnn.agen ist den Siemens-Sckntckertwerken üver- tragen, die leboch nur die Elektromotore dazu hergestellt haben und deren Einbau aussichren. Das Wagenmaierial ist von der Haniwverschcn Laggonsabrik Aktien^settschast Linden-Hannover hergesiellt. — Queckdorn, 25. Lkt. Wie verlautet, wird die Ausbildung eines Mannes als Geburtshelfer bei Rüben ic. beabsichtigt, da oft bet schwierigen Geburten unserer nützlichen Haustiere Veterinärärzte nur schwer zu haben sind und ein Laie mehr schlecht als gut macht. X Büdingen, 26. Lkt Der aus dem benachbarte» Lberau stanrntende Bauhilssarbeiter Schmidt, der vor einigen Tagen am städtischen E>aswerkSneubau in Hanau dadurch verunglückte, daß ihm ein schweres Brett aui den üvps siel, ist im Landkranlenhause zu Hanau an den Folgen der erhaltenen Verletzung verschieden. — Butzbach, 26. Lkt Die Keppler sche Hvs- reite in der Krachbaumgasie wurde ;um Preise von 3000 Mark an Herrn Hetnr. Hadermann hier, ebenso das Haus mit dem GefäZuft des Herrn Georg Frank 11., Butzbach. Letzlarer L:r.. an Frau Maria K'reuber. Fauerbach b. Friedberg, zum Prelle von 9000 Mk. verkauft. Beide Lbsclstufse wurden durch Louis Engel, Butzback), vermittett. Lffenoach, 26. £lt. Die Witwe Gies in der Frankfurterstraße wuroe zu Lebzeiten als v e r f chä m t e Arme oon rnchceren Wohl tätig kcits vereinen unterstützt. ?z *u sehen: den Tom, das Museum, das Leden am Rl-ein, die Srnftnuler ba Römer-ctt usw. Ta bleibt gewiß fcltcu icntonbun auch noch Zell iüt cinxn Besuch m dem einfachen Hau^c Brvldeubaa erswaße 21 übrig. Und doch ist cS intercsicutt hä icdcn, den nicht nur die Kultur der Bcegangeuherr, ionorrn auch oie Oer Qk jciuvart ir.tc- reffiert: der nicht nur eui wiifcnickMttlluves, sondern auch ein praktisches Znteresse an der Maischten nimmt. Tas Haus, von dem ich rede, ni die vom Krippcnverem ins Leben geiufene KüibcrfripDc. Ich wurde nut ixr>Iid>Iat empfangen. l^S tut den dort un Weinl-.igc Gottes tatin.n Arveuermne» ansmeinend wohl, daß man auch ihrem stillen imidjcinbaren Trenk an den Kleinen und Mlcmfum Bcawrnuv schenkte. Mich aber rübrlc die Sorgfalt und Liebe, die in uiqeni Werke steckt Ta lagen die ftleiniien in den säubern weißen Bettchen, im lichten luftigen Schlaffaal santt schlummernd, wubreud unc Ettern, Vater unb Mutter, Dom raul/C» zLampf imi s Tascm gebunden, in der Tyabttf, an der Maschine oder sonn ui irgend einem Dienst stehen. Tie größeren sitzen auf ihren Stühlch.-n und ittampell:, lad)tn, machen die ersten yicbeucriutix, idjauat einen balb fröhlich, dato miß- mißtrauisch roriu/T® an, uiueii nicht ihre BeklmMgung nut deor Spielzeug ober mit dem Milchfluillnhen eine gar zu intensive ut. Anw Tranen und 2kßSagen gibt S freilich gelegentlich zwischen- dura), veranlaßt durch die ersten S-chwie^igkeitcn dieses uOiidicn Jammertal». Sofort aber regen sich verständniüor4l bdienbe Lande, um die Uriadx M großen WeltiouncrzeS zu Ukittgea. Welck-e Berichiguitg für arbeitende, lorgenbelabcnc Mutter, ivcnn^fie hier ihre itlemcn m so sichrer Cbbut und guter Bstcge den Tag für 2o Psennig untergebracht wissen, fyur diese geringe Summe, die oer Einruluung aber doch den Almosencharalittl nimmt, erlzaltat die Kleinen die ganze Verpflegung, Spielzeug. Hkmuiig luil/rcnb des Annntha.tS in der Anuatt, Bao uno wenn i nötig ut, auch ärztliche Be.,.s, ivas iür gesundes Hock,kommen seines Rach« wüchse» gerade in Dem schwierig neu Antan .snadium getan wird! Man taim ruhig sogen, daß cs fnn besscr angelegtes Lupttal. feine heilsamer veNixmdte Arbeit gibt, als alle» was für die Jugend, ut»besondere für die zarte Zllndhell geschieht. Die Vlnstatt ist frcilid) für die Größe oer Amgabe unb für die Größe der Staot Mainz viel zu klein. «Zurzett memrt Besuches bJjcrbergtc sie etwa 30 Amber.; Ader |u ist doch em Anfang. Sie jagt einen Leg zur vernünftigen allgemcate» öffentlichen Kinder,urforge für bic Zukunft. Ter Verein itloft, der dieses Unternehmen trägt, ist auch leider kvnig zahlrcich Er bringt knaps fo viel Geld auf, als die Anstalt m einem einzigen Monat verbrauch: Ta dürfte wach Qktoiffai u.id Ehrgefühl der wohlhabenden Mainzer Bevolkerrm» sich noch etwas starker regen. Man suchte sich bisher mit Wohl- tätigkeit.'veranstalttingcn zu helfen, nnc mit dem Kinderfest m ter Sladthallc am 2. Cm:brr (das aber bedauerlich wenig Iw lerrfk fand und wenig ein brachte, und am 31. Cftobcr mit ein« J7umfrt. das l^vf senil uh cinrn günstigeren Erfolg hat. Ersieultch und wichtig ist, daß die Stadloerwaltung bic sache unterstützt. Tie größte Anrrkrnnung aber ücrbi:ncn die unrlgennützigeA edlen Menschenfeclcn, aus deren 3tid)fimltcbc das ganze Werk l*nwrgmg und die letzt noch willig feine oft sehr schweren Sorge» und aitcüMairai troß aus den Kassierer, ohne ihn aber zu treffen. Ein Teil der Räuber wurde verhaftet, ehe der Raub ausgeführt werden konnte. Ihre mit großem Inkasso bestehende Mauptagentur für tiiessen hat eine der ältesten und leistungsfähigsten Lebensversicherungsgesellschafterr mit gangbaren Nebenbranchen an einen, bereits im Fache erfolgreich tätig gewesenen Herrn mit besten Berbindungen anderweitig zu Vergeben. Kautionsfähige, selbsttätige Bewerber, denen jede Unterstützung zugesichert wird, belieben gefL Offerten, die auf Wumch diskret behandelt werden, unter 5938 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers einzureichen. Mainz, 27. Oft Parseoal 3 lvurde um 8.40 Uhr gesichtet und fuhr um 8.5q Uhr über die Stadt in der Richtung nach Gonsenheim zu. Rüdesheim, 27. Oft. Parseval 3 überflog Rüdes heim um 9.23 Uhr und folgte dann dem Rheinlauf. Neuwied, 27. Oft. Parseval 3 passierte auf der Fahrt nach Köln um 10l/2 Uhr unsere Stadt. Köln, 27. Oft Der Parjevalballon ist heute vormittag 11 Uhr 40 vor der Ballonhalle in Bittenberg glatt gelandet Friede in Marokko? Melilla, 27. Oft. General Marina empfing gestern die marokkanische Gesandtschaft, die über ihre Ver-* suche berichtete, die Riffkabylen zum Friedens schluß mit Spanien zu bewegen. Bis jetzt sind die Kabylen wenig geneigt, den Wünschen des Sultans. entsprechend Frieden mit Spanien zu schließen. Stuttgart, 27. Lkl. Auf der schwäbischen Alb ist heute nacht bei 2 Grad Kälte Schnee gefallen, der teilweise sehr dicht liegt Posen, 27. Okt. Ter Kaiser von Rußland kam heute vormittag 8 Uhr 10 hier an und fuhr um 8 Uhr 15 weiter. Newport, 26. Okt Staatssekretär D er nburg trat mit dem Dampfer „Kaiser Wilhelm II." die Heimreise an. iöchmhW. aiiij zu scheu: | bie 2enMet. tik'in auch rtod’.x eidenbaäinswx R , den nicht nm L xr hkzenwack « >, sondern auq g int. m KriPpeMM r nit vnzlichkcit er. tätigen ÄrdeilcrM i Mlcheilldürcn ifte. Mich aber M erfe steckt. Ta W y, im lichten lui-:- e lillern, Am L iimbai, in der W in Dienst stehen. L mveln, lachen, MV > Mlich,^m Mäßigung m ” ; gar zu inteniux'/ gelegentlich [feiten * cstanLnr^oll M Merzes zu beM rgendeladene - - ibut und guicr W m o'ia dltie genz bt-n ÄMfenchar^ üpsleguirg, *! da * tbern ter_arbeit^ :ich zehn S enn dann eben werd« ls alles eit .;; der cd«-" H WÄ« nenn 3i.W: EyolE WH SM Alle deutsche Vcrsichcrmrgs - Gesellschaft, welche Unfall', Hastpsticht- und Lebens Versicherung mit und ohne ärztt. Untersuchung, auch für abgelebnte, betreibt, sucht ss*/« tüchtigen General-Agenten. Domizilwünsche sind en weitgehendste Berücksichtigung. äadjleute, welche Befähigung zur Crgantfatton und tauisllion Nachweisen können, wollen Offerten unter F. L. A. 513 an Rudolf Moste, Frautsurt a. M. einreichen. Auch NichtfschSeute fiudeu Berücksichtigung und werden unter sach- mänulscher Lcttung eingcarbellet. c dazu t en 9entn2‘S Shtn<$ blautet . , 1 Müb? LD ces Bret?^ n. ■SRi "äs -.N |ie ei,? 6,1. V’ilmals h 6‘6 Niste, b,s Ic3ten lcnen 8ürstllpnl 1907 wurde das oberlandesgerickst iche Urteil aus- | KC hoben unb d e Sam. zur anderweiteii Entscheidung Mi das I Ebe.laiidr-sgerlast mmckverwiesen. 9lach erneuter Beweiserhebung | Muide vom Cbeilaiibcsgcrid)t Kassel dahin erkannt, daß die -oe- Nlagtc nur bis zu den aus der Poiiee und der angefugten Rentcn- He i.d) ergebniben Höchstbeträgen zum Ersatz verp,lichtet ist. 2ic nunmehr von der Beklagten eingelegte Revision wurde * nom . Zivilsenat des höchsten Gerichtsl)vss zur uckgewt es en. Aus den E n t s ch e i o u n g s g r ü n o e n des erkeiinenden Se- »uts geht hervor, daß Lei zweiselh ast en Ber tra g S-- Be- m immun gen die Verfick)erungsgescttichait die Erklärung ihres Agenten gegen sich gelten lassen muß. Wenn der •a • läg.r bei der Stellung des Antrages, so fuhrt der erkennende I ■ senüt des lwck sten (.MrimtshofeÄ aus, den Vorbel>alt gemacht habe, ,_xkü eine Anzahl von Ec log rnheits sichren mitversichert fein müsse, i । |jije vaiaus nicht, daß er solche Fuhren neben bem LinbiiiriidHililidjen Betriebe besonders bafce veriidjecn wollen. Viel- . ici/j »ave cs sill> oei ihm um einen nicht unberechttgten Zweifel der die Tragweite des Begriffes „lMidwirtschaftlicher Betrieb" «hc ndett. Jur Aufklärung dieses Zweifels sei aber tar »ßwit Ccait seiner Teilung als solcher auch ohiie besondere Bollmackft 1 Urnicit mtd berechtigt geivesen. Wollte man die Gelegenheitt4- ßuhittu in diesem Falt iiicht dem landwirrschastlicyen Betriebe zu- ff xecL)ueu, so nxürben sie überhaupt nicht versichert sein, was schiver- 3 ' d) dem Willen des Versicherungsnehmers entiprocheii haben würde. 711. J59/08.) KLEIDER GARDINEN RÖCKE f 1 VORHAMüE BLUSEN RAM SPITZEN Strümpfe Tücher Möbel stets vorrätig und preiswert zu haben. [5219 Wilhelm Müller, Steinstraße 68. Fluß- und Seefische RcchteFkonsulenten Sippel Sckott's Weinstube. Eingesandt. Tas Konzert auf der Liebigsböbe am vergang-enen Sonntag sand wieder unter Mitwirkung einiger kimstdeflissener TUettantcn statt. Tem neuen Dirigenten unserer Militärkapelle Fann nur dringend emps.'hlen werden, dem Unfug, wie Singen, Pfeifen, Schreien usw. während der Borträge von vornherein gan- energisch entgegenzutreten, denn wenn er sich gegen diese Störew friede — es sind immer dieselben — ein klein wenig nachsichtig zeigt, kann er den Ausartungen später nidyt mehr steuern. Herr Miqikdirefror Krauße wird seinem 9lad)rolger bestätigen können, daß er wiederlwlt, trotz aller möglicher Versuche, nicht vermochte, den Vorträgen nur einigermaßen Geltung zu verschaffen und sich Nicht anders HÄfen konnte, als kaum begonnene 'Dtufifftüdc einfach abzuorcckxm. Gerade in Gießen, wo ein großer Teil der Emwvhiier auf die Konzerte der Reillmentskapelle angcivicfcn ist, wird sich der neue Tirigent den Dank Vieler enterben, wenn er cntfdncben dahm wirkt, daß diesen Ungehörigkeiten ein für allemal ein Ende bereitet wird. Am bedauerlichsten ist, daß ein Teil der crkademisck^n Jugend immer glaubt, in den Konzerten durch Singen, Schreien ustv. die Aufmcrlsamkeit auf sich richten zu müssen. —b. wöchentl. Uederstcht derLoderMe Lö.StaM Sieben. 42. Woche. Boni 10. bis 16. Oktober 1909. Einwohnerzahl: angenommen zu 31 100 linkt. 1600 Mann Militär). 'Sterblichkeitszister: 18,42 °JW nach Abzug von 6 Ortsfremden: 8,36 u/oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—lö. Iah -roch vor uns, wenn nur das Geld da wäre^, so hörte ich aus xm v^be eim*r der leitenden Perfonlichkerten! Ter schnöde Mammon! Immer wieder muß cs dem fozull empfindenden Menschen bitter nxb tun, wenn er ficht, wie so mel Gelb oft io Nutzlos, so unglücklich, ja, direkt verderblich verpulvert wird, mdev bie eeeL'ien, dcingendsten sozialen Untt-rnehmungen^mit tam trau- mgsttti Mangel an Mitteln zu kämpfen Hadem Strecker 8 der Geburt KD KD — — Blutvergiftung 1 (1) KD — — Lungentuberkulose 2(1) 2(1) — — Gehirnjchlag 1 1 — —• Krebs 1 1 —■ — and. Todesursachen 4(3) 3(2) — 1/1) Probieren Sie Pilo und Sie werden finden, dass es die beste Schuhcreme ist, die existiert. Die i^'11 für Herren, Jünglinge und Knaben bringe jetzt Sb *6^ zum Verkauf billig Für Jünglinge entsprechend billiger Effektiv auffallend billig sind diese beiden Serien 2(1 Für alle Figuren, ob schlank oder korpulent, mit einbegriffen. Zu Schleuderpreisen werden Paletots von vorherigen Saisons abgegeben : 8, 12, 15, 18 Mk für Herren 6, 9, 12 Mk für Jünglinge L« Knaben 4, 6, 8 Mk für l*/ie -■vr ’r.x •• bfio, 26. wurde «a t. -ti «tun- er schür Wer Srmrtfr '.r)oMxint Sus?* L •r»tr betr . Die Lus frro&tn z ' ? ‘Wttr, de, »ni> So(( g, deutsche . bi TV3™ feier - .««-sei:n t .«** J*"* «erw £i cdd> n, bü rtefcuv SÄ JJ. b NtZL fr«- • gs «** *?»*?'« MM evr - W frwci* Ä Sr- ^7 .-flj» Cfwifl jffca rr roat e? ft-OM «tarnte tnBfi&id tointti (jj aö ben vorher ffl bl* D*t. äy irmnrr, i swlanb aber y» > W ar E äetmni „rt, sflu. aÄbe tc N ? rixlira Mm'M' tva ferm war. tv t«t iLÄr ßrtrn u leibte, 2 IreSkBbrtÄi v r» Lumm jarxr, e: btf £ 26 Prrifw )to an, ♦ts p moptix ml’.m 3to Wr UM e*vrtOL\' j 1 MW hkW ito y Bairtoi^ nxlxton rwaft Hlxeroc \ito T ir.dr ti» .’hiantj r/’vta o'.ufoöMi Irix «BPiflEgen. Schicke Neuheiten, eleganteste Formen zum Aussuchen, zu Einheitspreisen, ein grosses Quantum m 2 Serien. Serie 1 Hsrren-Paletots u. 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