I r Neues 8tMB 4 . Die GrosssladW I Oscar«l^belbur^ ■ . ..^M. Lndes-^'. ir it. V. rt m nt g 50 in n. Giessen. Dirtk*!3^ ** *faM s^o* ll^rz l!)OfhClcl,bonti)1 VorsteBi.. ISun8 ^ Theater -5 acheu! ■cl^tptei§geMl ( Utl!' «y «ein eill,illh *Ä"IS8* ^•-Ehsemble croefeuT ®enrc 9cbotc” werbe ,Ä? deoeliösW AW* s« * '-<>». das wirk!. flWBic. ck-'J und ieiilungsiahlg 'e nehmen, wclches.je^k Ziehen war, galicri I vom 2ö. bis eiliM 30. März in W\ «rite ^oritpllll''L , ■ "'n hPll ZZorvcrkmis-^^jj^M 5Ä(lX“'S S tt Sö1118' ^onoricvunq nr jllfcn fij einen 1 ^ladniches Armenami SfflPÄWS Waichcrci Frau WoÄ. Ebeljtratze 9. MMMM auf II. Hypolhelen geteilt u Vergeben. 2d)rittl Angebote unter ß an die GeiäiätlSst. des Gier,j Hiesiger Sportverein in? i slhöncS Stitiiiejiiw Schriftliche Angebote m'. J an den Giehener Anzeiger eirr | Bäuerischer Gesangverein Tie für DienstagI .LLBtzWtk!»- tfl] jlütt» ' ^cr VoniWi. ha Nr. «8 159. Jahrgang Montag, 22. März 1909 ttrldjetni tSgNch mtt Ausnahme des Sonntag». Die ..Stetzener Zamilienblätter- werden dem .Anzeiger' vterinal wöchentlich betgelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen** erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejftn NotattonSdruck enb Verlag der ötübHcfjcn UnwersitätS - Buch- und Stemdruclereu vi. Lange, (Sieben. Nedaklion, Expedition und Druckerei: Schul« slraße 7. Expedition und Verlag: 5L Rcdaktion:S-^II2. Tel.-Adr^AnzeigerGießen» Deutscher Reichstag. 229. Sitzung, Sonnabend, den 20. März. Am Tische des Vundesrats: b. Einem, b. Lochow, bon Dorrer. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Ter Militäretat. (Fünfter Tag.) Abg. Gothein (Fr. 23g.): Die Abstriche am Militärkabinett sind gering im Verhältnis zu der ungeheuren Höhe der Ausgaben. Wahllos wurde nicht gestrichen. Wir wissen wohl, daß es im gegenwärtigen Augenblick schwer ist, die militärischen Ausgaben zu verringern. Die Ausgaben sind so hoch, weil alles teurer geworden ist. Schuld daran ist unsere verfehlte Zollpolitik. Der Redner bekämpft die jetzige deutsche Wirtschaftspolitik. Schon Oesterreich hat sich durch seine übertriebenen Ausgaben finanziell ruiniert. Wir sollten uns vor einem ähnlichen Schicksal hüten. Dis Gefahr, daß wir in einen Krieg verwickelt werden, ist nicht groß. R u s; - land kann es nicht wagen, uns zu bekriegen. Es ist ein Kolos; mit tönernen Füßen. Auch Frankreich ist nicht mehr der gefährliche Gegner von 1870, da seine Bevölkerung stagniert. Ein Zwei-Frontenkrieg ist also durchaus nicht zu befürchten. Eine Vermehrung der Rüstungen sichert nicht immer den Frieden. Sie kann im Gegenteil eine böse Verstimmung Hervorrufen. Ich erinnere an die letzten Verhandlungen im englischen Unterhaus e. Der Redner bekämpft den Drill undden Paradeschritt. Sogar im „Deutschen Offizierblatt" und in der „Täglichen Rundschau" haben höhere Offiziere dagegen Stellung genommen. Wieviel Offiziere und Unteroffiziere könnten wir sparen, wenn wir auf den Exerzierniarsch und das Griffekloppen verzichten würden. Auf fünf Mannschaften kommt ein Unteroffizier, auf achtzehn ein Offizier. Auf wieviel Volksschüler ein Lehrer? Die Nachteile der geheimen Qualifikationen sind in dem Prozeß gegen den Kapitänleutnant Berger deutlich genug zutage getreten. Denken Sie doch an Reuters „Ut mine Stromtid". Dort schrieb dem unglücklichen Axel von Rambow sein wohlwollender Oberst in die Conöuite, daß er ein fe—iger Offizier sei. Er meinte „fähig", da er aber mit der Orthographie auf schlechtem Fuße stand, wurde „feig" daraus. Der große Friedrich ließ den tliamboiD sofort entlassen, da er keine feigen Offiziere haben wollte, und der Oberst hatte alle Mühe, die Sache luieber einzurenken. Bei einer öffentlichen Qualifikation sind solche Komplikationen unmöglich. Der Vorstoß des Kriegs mini st ers gegen d ie Sozialdemokraten war unberechtigt. Jedes Volk hat die Sozialdemokratie, die es verdient. Warum herrscht denn in Hessen eine so angenehme Temperatur zwischen der Regierung und den Sozialdemokraten? In Vahcrn und Baden liegen die Dinge ähnlich. Der Redner bespricht die Zurücksetzung der Inden im Heere. Die Armee muß wieder ein wirkliches Volksheer werden. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.) t Der Husarenrittmeistcr der Reserve Graf Garnier hat mir mangelnde Sachkenntnis vorgeworfen. In der Kunst, den hochanständigen Pferdemist zu behandeln, bin ich allerdings Laie. Ich habe mich auch nicht über militärisch-technische Fragen an sich, sondern über ihre rechtliche Seite geäußert. Herr Erzberger hat hier mit einigen Blockivitzchen operiert. Er zeigte dabei eine Art Galgenhumor, denn seine wirkliche Stimmung ist nicht so heiter. Sie sind ergrimmt gegen den Block. Das kommt in der ganzen Zentrumspresse zum Ausdruck. (Lachen beim Zentruin.) Wilhelm Busch, mein Lieblingsdichter (Große Heiterkeit beim Zentrum) — Sie mögen Busch nicht, weil er den heiligen Antonius von Padua geschrieben hat (Lachen int Zentr.) — Busch fügt dazu: „Wer sich freut, wenn wer betrübt, macht sich meistens unbeliebt!" (Heiterkeit links.) Herr Erzberger sollte mit seinen Mitteilungen vorsichtiger fein. Sonst geht es ihm noch öfter so ivic gestern mit seinen lierühinten Pillauer Deckengemälden. (Heiterkeit.) Das Militärkabinctt ist e i n a n t i k o n st i t u t i o- ii c IIc r Fremdkörper aus der vormärzlichen Zeit, das den Einfluß des Kriegsministers lähmt. Immer droht eine Kollision zwischen den Wünschen des Militärkabinetts und denen des Kriegs- ministers. Wenn das Militärkabinett feine Ansichten zur Durchführung bringt, ohne sich an den Etat zu halten, fo sinkt der Reichstag zur automatischen Geldbewilligungsmaschine herab. Auch der Kriegsminister hat sich gegen die Hof- u n d M o d e r e g i m c n t e r ausgesprochen. Hier hilft kein Mundfpitzeii, hier muß gepfiffen werden. Jagen Sie doch die Kounnandeurc, die sich weigern, bürgerliche Offiziere aufzunehmen, zum Teufel. (Sehr richtig! links. Lachen rechts.) Warum werden die Juden i in Heere zurückgeseht? Das Geld jüdischer Mädchen ist ein äußerst beliebtes Hilfsmittel zur Auspolierung des Wappenschildes vieler Offiziere (Lachen rechts), aber die jüdischen Einjährigen will man nicht avancieren lassen. Der Adel wird in jeder Weise bevorzugt. Ich muß diese Frage noch einmal behandeln, da der Kriegsminister mich in einer recht sonderbaren Weise dazu veranlaßt hat, durch die Art, wie er meine Darlegungen ausgenommen hat. Im Jahre 1907 waren auf der Kriegsakademie 38 Adelige und 100 Bürgerliche. Verschiedene Abteilungen sind besonders gesucht, so die Aufmarsch- abteilung, die Manöverabteilung, die Aiisbildungsabteilung, die Armeeinsstektioii nsw. In ihnen sind 63 Adelige und 25 Bürgerliche vertreten. Weniger gesucht sind die russische Abteilung, die Linienkommandanten nsw. Dort sind nur 16 Adelige und 46 Bürgerliche. Es zeigt sich also bei den guten Abteilungen eine geradezu Aussehen erregende Be - vorzugung des adeligen Elements. Die beste Waffe gegen die Sozialdemokratie ist eine strenge Innehaltung der Verfassung. Es muß dafür gesorgt werden, daß der Wehrstand wieder m engere Fühlung mit dem Bürger stand kommt. Fürchten Sie sich nicht vor den Derbheiten eines bierseligen Seehundes. Es gibt auch im Offizierkorps derartige Seehunde. (Heiterkeit.) Man soll in dieser Beziehung nickt zu altjüngferlich sein. Im übrigen ist aber der Kriegsminister mit feiner Hagener Seehnndsgeschichte hereingefallen. Die Herren werden ihm die richtige Antwort geben. Preußischer Kriegsminister von Einem: Auf die Frage der Komniandogewalt nnd des Militärkabineits gehe ich nickt ein. Wenn Sie Wünsche in dieser Beziehung haben, so müssen Sie die Verfassung ändern. Nun hat Dr. Müller erklärt, er fei durch die Art, wie ich nach seiner Rede verfahren sei, gezwungen worden, heute zu sprechen. Ich habe mich nach Kiner Rede zu Herrn Kopsch begeben und ihm mitgeteilt, daß die Ausführungen des Dr. Müller über die Bevorzugung des Adels durchaus unrichtig seien, und daß ich ihn bitten möchte, sie zurückzunehmen. Herr Stopfd) sagte das auch zu. Das war docki gewiß eine höfliche Form. Daher brauchte er sich nicht für veranlaßt zu halten, heute wieder darüber zu fpredjen. DieOffiziere kommen zur Siriegsakademie lediglich auf Grund eines ExamenS, das bei den einzelnen Armeekorps gemacht wird. Der Adel hat dabei gar nichts zn tun, nur die Fähigkeiten kommen in Betracht. Auf Grund der Prüfungen wird eine Liste ausgestellt, nach der dann die Einberufungen vorgenommen werden. Von den Lehrern der Akademie sind 10 unabeiig und 7 adelig. Ich würde sie beleidigen, wenn ich behaupten würde, daß diese Lehrer, uameiitlid) die nnadeligen, das adelige Element vorziehen bei der Beurteilung, ob die Offiziere sich zur Abkommandierung in den Generalstab eignen. Ich halte das für völlig ausgeschlossen. Ich habe noch niemals, weder in meiner Jugend, weder während meiner Generalstabszeit, noch jetzt gehört, daß eine Bevorzugung des Adels stattfinden soll. Im Generalstab sind von den drei Oberguartiermeistern ^h?ei unabeiig, und einer ist erst kürzlich) geadelt worden. Auch diese Offiziere sind maßgebend für das Eintreten der Offiziere in den Generalstab. Von den Abteilungschefs sind 6 unadelig. Ich habe auch noch niemals etwas von bevorzugten oder nicht bevorzugten Abteilungen gehört. Es ist mir rätselhaft, woher Herr Dr. Müller das hat. Im Gkneralftab weiß niemand etwas davon. Dr. Müller gibt an, daß die russische Abteilung unbequem wäre. Warn m? Das kann ich nicht begreifen. Die russische Abteilung kann nur von Herren besetzt werden, die Russisch in einem gewissen Maße verstehen. Nur solche werden also ausgesucht. Für jemand, der die russische Sprache kennt, kann dock) diese Abteilung dann aber nicht besonders schwer sein. Schwierig ist die Eisenbahnabteilung. Auch dort werden nur Offiziere eingestellt, die auf diesem Gebiete unterrichtet sind. Niemals kommt der Adel bei der Besetzung der Stellen in Betracht, sondern allein b i e 23 e f ä I) i g n n g. Id) muß verlangen, baß das, was ich sage, auch wirklich geglaubt wird. Es ist eine Beleidigung des Chefs des Generalstabes, wenn bc. hauptet wird, daß der Adel dort bevorzugt wird. Der Generalstabschef von Moltke ist ein durchaus vorurteilsfreier Mann und steht ganz auf meineinStandpunkt.Jch verstehe auch heute nicht, daßHerr Dr. Müller nicht einfach sagt: Nachdem id) diese Erklärung gehört habe, bin ich gern bereit, anzuerkennen, daß ich mid) geirrt habe. (Sehr richtig! rechts.) Tie Beweisführung des Herrn Dr. Müller erkenne ick) a b s o l u t n i ch t a n. Ob er mir das glaubt oder nicht, i st mir jetzt Iv i r k l i ch vollkommen g I e i d) = gültig. (Beisall rechts.) Im Glcncraljlab sind 302 Offiziere, von diesen sind 170 adelig und 132 unadelig. Ich betone nochmals, diese Offiziere sind nickt durch Proteltion in den Generalstab gekommen, sondern auf Grund ihrer Tüchtigkeit. (Beifall.) Abg. Dr. Belzer (Zentr.) bittet, das Hohenzollernsche Kontingent an daö 14. badische Armeekorps anzugliedern und wünscht eine Garnison für Hechingen. Von den Abgg. v. Normann (Kons.), Bass ermann (Natl.) und v. Liebermann (Wirtsch. 23g.) geht ein Antrag auf Schluß der Debatte ein. Abg. Singer (Soz., zur Geschäftsordnung): Der Abg. Bebel war durch) Krankheit verhindert, die gestrigen Angriffe des Kriegsministers zurückzuweisen. Durch den Schluß der Debatte will man uns die Möglichkeit der Abwehr and) heute nehmen. Uns ist es nicht möglich, den Schluß der Debatte zu Verbindern, wir werden aber alle Mittel der Geschäftsordnung in Anwendung bringen, um den Beschluß zu erschweren. Ich bezweifele daher die Beschlußfähigkeit des Hauses. Zur Feststellung der Beschlußfähigkeit wird der Namensaufruf vollzogen, wobei die Sozialdemokraten fast durchweg den Saal verlassen. Es bekunden 177 Abgeordnete ihre Anwesenheit, daS Haus ist also b e s ch l u ß - unfähig. Vizepräsident Tr. Paasche beraumt die n ä ch ft e Sitzung eine Viertelstunde später, auf 43/i Uhr an. lieber den Schlußantrag haben die Sozialdemokraten namentliche Abstimmung beantragt. Zweite Sitzung. Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die neue Sitzung um 4’4 Uhr mit der Mitteilung, daß der Schlußantrag zurückgezogen ist. (Höhnisches Gelächter der Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Frank-Mannheim (Soz.): Hat der Kriegsminister den Aufsatz von Kautsky, aus dem er einen Satz zitiert hat, gelesen oder nicht? (Kriegsminister von Einem: Jawohl!) Dann hat er sich also für berechtigt gehalten, uns ein gefälschtes Zitat vckzulesen (Unruhe), genau das Gegenteil des Sinnes, den Kautskh hineingelegt hat. (Der Redner verliest die Stelle.) Kautskh hat das von den Anar- ch i st e n gesagt, hat hinzugeiügt, daß die anarchosozialistisd)en französischen Gewerkschaften es übernommen haben, und daß aus diesen Kreisen auch Anhänger in die sozialistischen Reihen gelangt seien. Er sprach von der Dienstverweigerung der Reservisten, wie sie Herve prätendiert. (Hört, hört! bei den Soz.) Und das will uns der Kriegsminister bieten als Meinung von Kautsky? Ich nehme an, daß ihm irgend jemand dieses gemein gefälschte Zitat überlassen hat. Große Unruhe rechts, Ruf: Unerhört!)--Jawohl, unerhört, der Qeffentlichkeit mit derartigen Zitaten zu kommen. Weiß der Kriegsminister, daß jene Stelle bei Kautsky gar keinen anderen Zweck hat als die B e - kämpfnng des M i l i t ä r str e i k s? (Hört, hort! bei den Soz.) Daß Kautskh ihn eine heroische Torheit genannt hat? (Hört, hört I bei den Soz.) Daß Kautskh gerade im Interesse des Proletariats sich gegen diesen Vorschlag ausspricht, ja sogar für den Fall, daß beide kriegführenden Mächte sich auf den Militärstreik einlassen? Aus Respekt vor der Volksvertretung hätte der Kriegsminister uns derartiges nicht bieten dürfen und auch aus Respekt vor sich selber. ("Beifall der Soz., Zuruf rechts: Weiter im Tert!) Text und Melodie werden Ihnen wenig gefallen. Der Kriegsminister hat aus dem „Sozialdemokrat" ans dem Jahre 1887 ein Zitat gebracht, das das ehrwürdige Alter von 22 Jahren hat. Ich habe die Nummer nicht beibringen können, weil er sie uns nicht näher bezeichnet hat. Aber nach den Erfahrungen in dem anderen Falle bin ich überzeugt, daß es genau so frisiert ist. Aber wären damals im „Sozialdemokrat", der im Ausland unter der Redaktion von Eduard Bernstein erschienen ist, wirklich ein paar Worte gegen die Heiligkeit des Fahneneids geschrieben, nun, so war es während des Ausnahmezustandes, in txm der gesetzliche Boden gegenüber der Sozialdemokratie verlassen war, auf den Trumpf ein Gegentrumpf. Im Privatleben gilt es nicht als anständig, einem Motive nnterzuschleben, zu denen er sick) nicht selbst bekennt, aud; eine Partei darf man nur nach ihrem Programm und offiziellen Beschlüssen und Aeutze- rungcu beurteilen, nicht nach Aeußerungen einzelner Leute. Seit die sozialdemolratische Partei existiert, hat sie auf sämtlichen Parteitagen sich nachdrücklich gegen die Kasernen» agilation erklärt; und wenn Sie sick) etwa auf Karl Liebknecht berufen, nun, junge Leute gehen leicht weiter als die anderen, denken Sie an den Kronprinzen von Serbien. Der Redner zitiert Aeußerungen von Bebel aus dem Jahre 1893 und feine Reichstagsrede von 1904, Ivo er erklärte, die Sozialdemokraten würden kein Stück deutsckien BodenS an das Ausland abtreten. Durd) diese P a p i e r s ck n i tz e l b e w e i s e des Kriegs- Ministers ist die Sozialdemokratie schwer gekränkt worden. Gewiß ist auf dem Parteitag in Jena beschlossen, den jungen Leuten A b s ch e u vor d c m Militari 6 m u s beizubringen, nämlich sie vor dem Militärdienst zu belehren über ihr Beschwerderecht und den Militarismus als soziale Erscheinung. Wir, die Führer, meint der Kriegsminister, machen den Unterschied, aber die jungen Leute verständen darunter Abscheu vor ihrer Dienstpflicht. Dazu sind die jungen Arbeiter viel zu intelligent, und so weil einzelne es nicht begreifen können, find die erbärmlichen VollS- fd)ulcn daran schuld. (Gelächter rcdjtS.) Einen ganz starken Trumpf glaubte der Kriegsminister damit ausfpielen zu können, daß wir es mit dem Cid nicht ernst nehmen. Daß wir es mit dem privatrecktlichen Eid nicht ernst nehmen, damit wagt man uns heute nicht mehr zu kommen. Aber es ist merkwürdig, daß unter ernsthaften Leuten noch über die Bedeutung öffentlicher Eide, deS Verfassungs- und Fahneneides diskutiert weroen muß. Das, was wir über die Bedeutung des V e r f a s s u n g s e i d e S sagen, ist geschichtliche Theorie, zn der die bürgerlichen Parteien nnd die Negierungen die praktischen Beispiele abgeben. (Lebh. Beifall der Soz.) Wie oft ist Friedrich Wilhelm IV. in die Lage ge- kommen, Verfassungen, oder was er dafür hielt, zu besd;wören, und wie oft bann das Gegenteil von dem zu madjcii, was er beschworen hat! (Große Unruhe rechts.) Vizepräsident Kaempf: Sie dürfen einem Hohenzoller^ nicht Meineid vorwerfen. Ick) rufe Sie zur Ordnung. Abg. Frank: Hätte mid) der Präsident zu Ende sprechen lassen, dann hätte er gehört, daß id) mich gegen die spießerhafte Auffassung verwahre, derartige geschichtliche Vorgänge als Meineid, Eidbrnd) zu lennzeidmen. Weltgesd)id)tliche Prozeße können nicht vor dein Schwurgericht verfolgt werden. (Sehr wahr! b. d. Soz.) Soll ich Sie daran erinnern, daß Wilhelm I. den Ver- fassungseid, den er auf die preußische Verfassung geleistet hat, unter Assistenz von Bismarck ebenfalls nicht gehalten hat.- (Große Unruhe rechts, Rufe: Unerhört!) Vizepräsident Kaempf ruft den Redner z u in zweiten Male zur Ordnung. Abg. Frank: 'In der Jndemnitätsvorlage hat Bismarck ausdrücklich zugegeben, daß die Verfassung nicht beachtet ist: Wäre Bismarck hier, er würde sich dagegen venvahren, daß nachträglich mit dein Mittel der Geschäftsordnung ihm ein 23 c r f a f f u n g s b r n ck; a b = genommen werden soll. (Heiterkeit b. d. Soz.) Wie hat denn Bismarck in der Konfliktszeit sein Verhalten beurteilt? Er hat gesagt: Ein Eid auf die Verfassung kann nur bindend sein, wenn man es dem Vereideten mßglid) macht, mit der Verfassung zu regieren. (Die Soz. rufen: Rufen Sie dock, Bismarck zur Orb- nung!) Die Folge dieser privatrechtlichen spießbürgerlichen Auf- faffuug wäre die, daß die einzigen Volksvertreter iiadj dem Herzen des Kriegsministers die Welfen sind. (Sehr gut! b. den Soz.) Und wieviel Eide haben die holsteinischen Beamten im Laufe der Zeiten fdjtoörcu müssen, nnd sie haben in ihren Beamtenherzen keinen Schaden angerichtet! Der Punkt, um den eS sich hier dreht, ist einzig der: Gibt es für die Vol.er ein Recht der Selbstbestimmung? Gibt es für bie Volker ocw Recht, luerin die Umstände danach sind, ohne Rücksicht auf Verfassung und Fahneneid dem hislorisckien Recht zum Siege, 511 verhelfen? (Hört, hört! rechts.) In England haben auch die Konservativen schließlich anerkannt, daß das Volk, luciui die Regierung es ihm'unmöglich) mad)t, mit der Verfassung zu leben, da s Rechtnnd die Eide brechen darf. (Zuruf rechts: Das entscheiden Sie!) In London steht in der Nähe des Hau,es der Gemeinen das Standbild eines Eidesbrechers, Olitfcr Cromwell, der die Versassung wiederholt gebrodjcn, der einen König auf oaS Schafott gebrad)t hat. Und Rosebery und Asquith, zwei Lunister- präsidenten, haben ihm die Festrede gehalten: hier in Berlin verhindert es die Regierung, daß man für die Märzgefallenen auch nur ein ordentliches Friedhofsportal machtI Wir stellen uns tu diesen staatsrechtlichen, oder wenn Sie wollen, philosophischen Fragen, vollkommen auf den Boden, den Bismarck uns gegeben oat. Wir stehen auf dem Boden der Verfassung, so lange die Regierung es uns möglich macht. Wir wünschen, daß w i r bie Forderungen der Arbeiter ans friedli ch e m Wegev erwirk l i ch e n können; machen Sie es uns unmöglick), dann kommt die Verantwortung auf Siel Wenn Sie alle Reserveoffiziere, die für einen Sozialdemokraten gestimmt haben, ans dem Offizierkorps ausschließen wollen, dann werden zum Beispiel in Landen nicht mehr viel übrig bleiben. Früher haben wir dort oft das Vergnügen gehabt, dast die Herren vom Zentruin für uns stimmten, 1905 waren die Natiönalliberalen so liebenswürdig. Wenn nun die Liberalen, die Herren vom Zentrum ans dem Kriegerverein aus,chließen uno die Zentrumsherren die Liberalen, so loird von dem Kriegerver» ein nicht mehr viel übrig bleiben. Wir warnen die jungen Leute, die zum Militär kommen, dringend davor, ihre sozialdemo!rati,che Gesinnung zu betätigen. Wir geben uns Mühe, sie sch 0 n vorher s 0 z i a I i st i s di zu erziehen zu.Persönlichkeiten. E-^ ist nicht nur traurig, daß es solche Unteroffiziere gibt, die sich zu Mißhandlungen hinreißen lassen; es ist ebenso traurig, daß es in Deutschland noch Soldaten gibt, die solchen Tröpfen gegenüber lieber ihre Freiheit aufs Spiel fetzen, als ihxe Menschenwürde gefährden lassen. (Lebhafte Zustimmung der Soz.) Das Gute und das Rechte, das sind die unsichtbaren Träger jedes Staates, das hat Herr Baffermann gesagt. (Hört! Hört!) Nicht unser Bass ermann hier (Große Heiterkeit), das war der Basser- maiin von 1848 in der zweiten badischen Kammer. Der Kriegsminister hat über unsere Prophezeiungen die Nase gerümpft. Aber audi andere Prophezeiungen sind nicht in Erfüllung gegangen. Es hat jemand gesagt: Ich führe eud) herrlichen Zeiten entgegen. (Sehr richtig! bei den Soz.) Da ist aud) eine Prophe- zeihnng, bie nicht in Erfüllung gegangen ist. Da hat jemand prophezeit, daß er zwischen sich und sein Volk kein Stück Papier schieben lassen werde, und ein Jahr später hat derselbe Mann vor den schwarz-rot-goldenen Farben feine Verbeugung machen müssen. (Zustimmung der Soz.) Wir werden weiter kämpfen gegen den Militarismus und gegen den Mann, der sick) hier zu seinem Sachwalter auf gerufen und dabei kläglich Schiffbruch flclitleii 6at. (Lebhafter Verfall bce Soz.. Loschen recht» und frei den Natl.) vizepräsrbent Kaempf ruft den IBfcg. Frank nachträglich noch zweimal zur O i b n u n g , weil er >n KrikgSmmi'ter der Fälschung und der Urißnfiänbifl! 2er Abgeordnete bot Iv.-iirr gsagt. ich lätle falsch zitiert, er bot es darauf hin- geführt, das- ich einige Satze auSgelosseii bali:. (Lachen bei den Soz) Ich Kobe aus KautSky zitiert, weiter nichts: wenn ich die weniger Satze au-gelaffeu habe, so tut do» gar Nicht» zur Sach". «K'derjpruch und Lärm bei den Soz.) Warten Sie nur ob. Ich wachte hinzufügeu. dar., wenn irf> flirni ousgelosfen habe, der Vlbgeorc.uc:e selbst da» Wichtigste au-gelassen bat. (Hört! hüt! recht». Widerspruch bei den Soz.) Da- er vorgclesen hat. «st weiter nicht», al- dost Koutsky Herite zitiert. Nun kommt aber sofort klipp und klar, toov Äaut»fa selbst über die Sache o nkt NautSki) meint, dost keiner der thischeu Gründe vom Standpunkte de» proletarisch«-n Patriotismus dagegen spreche. «Hort! hört? recht», lebhafter Widerspruch bei den Soz.) Bei KautSky liegt also nur der Knüppel beim Hunde, weil er noch nicht die Macht hat, er kann noch nicht, wie er will, und da» ist genau so bei Ihnen. (Sehr richtig! terfrt*.) Sa ist d«e Wahrheit! Wenn Sie konnten, da- ist sehr häufig ausgesprochen, so ivürdcn Sie bandeln nur Herve es Ihnen voi- 'fschrieben ho! (Anruf bei den Soz.: Ist nicht tvahr! Oiroßer 2 arm. Glocke des Präsidenten ) Der Abgeordnete hat mit einem qewisien Selbstbewußt sein erklärt, daß die Partei auf ihren Parteitagen sich stet- gegen die Kasernenagitation erklärt habe. Der Abg. Liebknecht und einig« andere Genossen haben immer Pro- pagauda hir diese Agitation gemacht, die ober von dem Abg. Bebel vamenttich immer bekämpft wurde, weil ftc einfach jetzt noch zum Schaden gereichen würde für die einzelnen iHcfmltgi. iLro-rspeuch be, den Soz. Der Prastdent schivingt heftig die und erfmtst wiederholt in scharfem Tone um Ruhe.) Ick' fern» dach nicht aste Aktenstücke hier Vorbringen, nm den Beweis zu tubren 'ffk. Jimi u. Lachen b d. Soz.) Sie haben sich gegen dir *?l,' Ann bat der Abgeordnete immer wieder darauf hin- grtmt-kn, daß ich der Angreifer sei, die Sozialdemokratie die arme anaegriffene Partei sei Davon ist qz > Ter 2bg. Singer hat gesagt: Wir sind Feinde het; Militarismus und werden ihn belämpfen, bi« er zerschmettert am Boden liegt. (Sehr richtig rechts, Widerspruch bei den Soz.) Ich habe nicht« weiter gesagt, al« baß Sw die Stühe,, der Macht de» Vaterlandes untergraben wollen, daß Sie du- Staatsordnung Umstürzen toollen, wie Sie selbst so läufig behauptet haben. Dac ist Ihr ganzes Leben «werk, Ihr ganzer Daseins zweck? (Gc. luchter der Soz. Sehr ndüigl rechts.) Der Abgeordnete hat weiter erklärt, er wollte unter allen Umstanden die jungen Leute zu Sozialdemokraten machen unld sie aufklaren über ihre Rechte. Ich will einige Sähe vorlesen, welche Abscheu vor dem HcereS- dienst erwecken sollen, an« einem Blatte, dessen Heransgcb«-r Dr. Uran? lit. (Zuruf: Aba!) Rur folgende Säße: ..Die Hundepeitsche aber ist ein Sbmbol der Freiheit im Vergleich mit dem 'Amt. nut der Sklaverei, unter die Euch der blutige, eiserne Militarismus zwingt." Rach meiner Meinung eine unerhörte Behauptung, ein ganz unerhörter Sah (Zuruf de« Abg. Frank: Ick, möchte fragen, in irrtet Rümmer? (strotze Heiterkeit recht». Lärm bei den Soz.) öie meinen Sie? (Abg. Frank: Rach den Erfahrungen, die tuic mit Ihnen gemacht haben!) Wenn Sic ruhig wären, würbe ich e» Ihrwn sagen. <5t ist her Artikel .Rekruterabschred" in der Str. 7 brr .Jungen Garde" vem 22. 9. 06. Dann weiter: .Jedem Osftzier. jedem Unteroffizier werden |tc auf Gnade und Ungnade au »geliefert!" E» ist unerhört, m. H.. einem jungen Marme etwas Derartige» vorzulugr/i. (Lebh. «Zustimmung ) Settet. .Sie haben zu gehorch n, mag auch da» Unsinnigste ur.-i Unmoral ifchsic befohlen werden ' (Pfui rechts Ta» sind Lugen, denn Befehle, die auf etwa» Strafbare!- abzielen. su«d nicht zu befolgen. te* finb also offenbare Lügen hier. ftÖeifofl r:cht». Lärm b. d. So, Tann beißt e» weiter: ift das für ein Vaterland, dar n-.cht da» ganze Volk umfaßt, euch von euren Liebsten reißt, zu fteinber eure Freunde machen r-iödtte. da» den Kampf gegen Die Arberterstbafr pioklainiert. das stch eins fühlt mit Dem Unternehmertum' Ta > :-t nid : euer Vaterland, das ist nut die Vertretung einer Sllahc be» i. . : ttrfxu Volke», die euch, seitdem ihr lebt und eurer Vatern, feindlich u't bis aufs Blut, die euch, eure Väter, Kutter, Bruder. ' -eschwi'tcr nn) Kollegen von Kindesbeinen unterdrückt!" Ta» find Unter- schäm t he itenl (Beifall rechts. Lärm b. d Soz.) Wenn einem jungen Manne solch- Worte gesagt werden, so ist da» etwas, ganz unerhörte», etwa», wa» noch nie dageweser, ist B.iftll rechts. Lärm b d. Soz. . und dann Waden 3ic es mir Dorwurfe zu machen, daß ich auftretc gegen Sie als Vertreter der Armee, für tue ich hier stehe (Beifall recht».» Hier handelt e« stch um den Eid, den der Einzelne auf ttteund de» Gesetzes und der 'SerfafTung zu leisten und zu halten hat Der Abg »frank ist swlz wie ein Spanier (Heiterkeit reckst».), auf Cromwell gekommen, hat auf Bismarck hiiigewiefen und gemeint, er wandele auf den Spure:, Bismarcks. Wenn Bimarck d,e Der- fagung umgestoßen hätte, so Ware c» zu dem Zwecke geschehen, nn ganze» Volk glücklich zu machen. Widerspruch und Lachen bei den Soz., Lebhafter Beifall rechts.Bebel ruft: Der Iweck entscheidet! Nicht der Zweck entscheidet, BiSmorck hat erst da» einig- Deutschland geschaffen, dem toir c» verdanken, da» wir hier fitzen. «Lebhafter Widerspruch bei den Soz., ^uftnnmung- recht« ) Sie kämpfen für eine einzige Klasse, für Die Proletarier Alle» andere, |po.- tiu Deutschen Äetdw noch eristiert, bekämpfen Die, cnftiert nicht für Sre. Mit derartigen Heber- Hebungen müssen Sie nxbt kommen (Widerspruch bet u... Soz.) Die Sozialdemokratie erstrebt nicht» andere» al» die poli- tiscku- liiacbt unter dem Deckmantel, die Arbeiter bester zu stellen. Nirgend» aber wird soviel getan für d,c Arbeiter, al» in Deutsch» larrd. (Sehr richtig! recht«, Widerspruch bei den Soz ) Der preußische Han de lsm, Nister hat hier erklärt, daß ec in allen Stücken weitergekommen wäre, wenn nicht überall die Feindschaft der Sozialdemokratie gegen jede Reform stch bemerkbar gemacht hätte. Rur ganz allein Ihre Agitation hindert die Entwicklung Wider sprucki bei den Soz ) Was ist an alledem, wa» ich vorgelesen habe, gut und recht? Nichts und gar nicht»? (Zuruf bei den ^oz: Sie wissens!) Jawohl, da» Weitz ich, wenn solche Schändlichkeiten dem jungen deutschen Manne beigebracht werden, bann ist das weder gut noch recht, sondern infam. (Lebh. Beifall recht» und bet den Natl., Zischen bei den Soz.) Abg. (interner (Ztr.): X Der Krieo.-Minister bot mir Unrichtigkeiten vorgeworfen. Icti werde meine (üeroährvmännrr nockunal» befragen. Hoffentlich gebt es mir dabei nicht so, wie dieser Tage mit einem Briefe an chic;- Vertrauensmann, der auf der Post geöffnet worden ist (Stürmische« Hört, hört? im Zentrum ) Im Hannover, scheu Falle laste ich mich auf eine Unterscheidung zwischen Ehebruch und unerlaubten Beziehungen nicht ein. Ich stehe auf dem alt biblischen Standpunkt: Wer ein Üücib ansieht, ihrer zu begehren, der bat schon die Ehe gebrochen. »Sehr richtig? im Zen- trum.) Ich bleilw bei meiner Behauptung, daß auS dem Festung» banfondS Dienstzulagen gc-tvährt tvorben sind. Bei seiner Erwidc rung auf meine Anklage hat der Kriegsminister, um einen Augen, blickserfolg zu erringen, mir Worte in den Mund gelegt, die ich nie gesagt habe. Richtig ist auch, daß wir an die deutschen Waffen- und Munitionsfabriken für die Maschinengewehre Monopolpreise zahlen mästen. Die Belehrungen vom RegiernngStische waren wirklich nicht angebracht. (Sehr richtig! im Zentrum und link».) Preußischer Äricgdminiftcr v. Einem: In dem hannoverschen Falle hegt kein Ehebruch vor Durch die Anschuldigungen de« Abg. terzbergec ist eine Dame und ihre ganze Familie fn schwerster Weise beleidigt worden. Dagegen mutzte ich protestieren Man kann nicht von Monopolpreisen fprcdien, wenn ec- überhaupt nur eine einzige Firma gibt, die da« betreffende Geschütz liefern kann. Andere Firmen sind dazu nicht in der Lage Unrichtig ist auch die gestrige Behauptung, daß Truppen zur Hilfeleistung bei Krupp ablommanbicit worden find. Ick habe einen besonderen Grund, auf den Erlaß wegen der gemischten Ehen jetzt nicht einzugedni Wenn em Minister eine solche Erklärung aSgibr. so ,sr e» S ite in allen Par tarn enten. daß die Abgeordneten sr.ii damit Auiiifftn geben Aua zu den Krieaervereinen Einige baden iich 4ei den letzten Wahlen poktudi betatmt S-.e sind dann au» »rnem Entschluß au» dem Vante^fnr.'erverbanbe ausgetreten. In den Statuten t< nun ..rdr icklich ges mt. baß nur Mejaugen Vereine Ni: Warben- band »utrren dürfen die dem ttertvmf* nngeKnen. Ta |ie ausgetreten sind, mußten ve e» also veilirten . » liegt keinerlc Schikane vor. Ich t'tn ein Sem? je.-lttb--t Schikane, tro sie auch herkommt Sie ift Mr widerlich und ich halte » e auch für sedr ge- fahrt.ch Auch der Muttster be* Innern tft genau derselben Ansicht Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Abg. Tr. A'-Slker-Meiningen Fr. Vv > ubctlaßt r5 m persönlicher Bemerkung den cingeweihten Kreisen der Armee, zu en:-dieiDen, wo Wahrheit und Ilnn>'brhetl fei. Tie außergewohnli, Nervosität d^.- .*neg»mm juev — Präsident Graf Stolberg: Ist nicht pcrsölilich. t flbg Erzberger <3enir.): * Ta der Kriegsrnn'- ter Vc\ ferner Feititellintg im hannöverschen Falle beharrt bade ich feine Veran,offiing. an meiner Dar- legunt trotz der L»c'timmtni gegenteiligen Behauptung metnr* GewährSmonti- festzuhatten, und sollte Sie Vorauoiepung der Mr.eg»niiniftcr» zu treffen, nehme , ch mtiitc Behauptung mit dem Ausdruck des Bedauern* zurück. Da» behalt de» KrieqSminifterS wir) unter der Heiterkeit de» Hanfes bewilligt. Tie e- f p l u 11 o n_e n ulet die ttontrollvertamnilungen .ind die Urlaub»- reisen der Soldaten einstimmig, die uber die llefotm de» Militär- strafrecht» gegen die Stimmen der Rechten angcnomnicii. Abg Unne (Freis vp.) kommt auf bic Hagener Angelegenheit zurück Man kann e* dem KriegSmmister nicht verdenken wenn er al* alter .Kavallerist nach dem drundstw bandelt- die bene Parade ist der Hieb ifr bot verstanden, eine heilte ache mit Hiimcr zu behandel,i und hat dem flehten herein .Seedunb' in Hagen zu einer gewissen Berühmtheit verhalfen die za nrdtemern. nicht meine Ausgabe sein wurde, wenn nicht der Eindruck durch bu- Worte buhe hervorgerufen werden können, datz un geselllchan- lickten Leben Hagen« uiigeheuertiehe Zustande herrschten e* ,st -war b-.U gute Recht dr« .Nr,eg -Ministers, aufgrund der Akten nch fehl Urteil zu bilden, mid tolche ^orm gesellsch«tstlicheii Her- kehr» cinzelner Uehermetischen, wie er e» nannte, nut ,'aantr zu tX'tzeln. Ich mutz mir versagen, meine Xienntm* der '♦ecjiwth»»- feiten seinem , einer kleinen Proviiizstadt. bi* drei bi« vier Jahre zuriickliegeu. so ist damit ‘ »er wider die Absicht de« Kriegsministers der k-mbrnrf hervo geliifen. als ob größere gesellschaftliche Kreise beteiligt seien. Ich nehnie an, daß der Minister, wenn er seine humorvolle Behaudliing galt, nicht über den recht kleinen Ärctber Uebermenscheu, die meist gar nicht mehr in vagen anwesend find, hinnuSgi! n wollt'- Jedenfalls sind m.zwisch.-n mehrere Jahre vergangen; der Verein Hot bei dem steten Wechsel dar jungen Inrrsten sich verjüngt und besteht zum Teil au« anderen Mitgliedern, er bat iuti e.ne gesellschaftlich- Position zu erringen geimißt, die srub-ren v’crfcnm- niste sind vergessen. Da kommt ans einmal der - ntgtrf’ die Reserveoffiziere sollen ihre Beziehungen zu den Miülegen mit tedcfceu sie täglich im bürgerlichen Leben und dienstlich verlebten, ad- drechen In dem engen Kreise der Provinzialstadt ohne 1 gebt da» nicht so einfach, ohne weitere Streife in Mitt« . •nfd»|t zv •geben. Ich will gern anerkennen, daß da» taktvolle 'k'.-ibalteo M Bezn-kskomniandeiir« darüber hintpeggebolfen Ixit Ich bitte, kn Kriegsminister, da» Verbot be» Verein» ziiruckzuziebrn Der Titel „toouberneut in Ulm", wozu vom Ab*. Storz (Dtkch. Vp.) ein Antrag auf Streichung vorliegt, wirk» auf Antrag von (Fleni (kons.) an d t c Budgetkommissisn zurückverwiesett Ein Antiag de. '' rasen Or i o I a • i’iall. auf Zuruckver. tveisung de» Titel« .Offijirte in besonderen Stellungen", («ei dem die Kommission fOO 000 'JRarf geurirtien bot. wird abgelebnt und da« Hali» vertagt fick', um diese Angelegenheit nicht bei An- Wesenheit von nur dreißig Mitgliedern zu verhandeln. üSeiterberahmg Montag 2 Uhr. Schluß 7 Uhr. (ficricbtsfaal. Mi u p v r r I •' b ii r g , 19. M.ir.t Heute fanb ein ?Hnd)eafi feine 3ill)iie, bn die Bevölkerung unseres Dorfes in Aufregung Wie auch das Änitsaerickst und audi die Staatsaiuvaltschast in lebdasle Tätigkeit versetzt hatie in 9 Januar war bau Rechner Port flnnrlbet worden, bon ein 'Budinbannt in seinem unweit gelegenen (üanen. Wert Mark, ningehiidt und ; erstört sei. Der Verbacht der Tat fiel aus den vorbestraften S., der zwei Tage Vorl ei infiii '.'iintsgericht Van bart) zu mehreren Wvrtien >>ist vei Urteilt wvrtitt, b i lurlfbeni Spruch Bon als Siiwi'e tätig mar. Tie Uebcriiltuing de S gestaltete i'irti um si» irtuvierigee, als dieser lebe 2tbuib leugnete und Zeugen keine (tufuibnnqen mären. Drohungen, die 2 gegen 1 rusgestosten batte sowie einige Reben innüiinbe führten m feiner Berurt tlu n g von 8 '?)t ona ten C5 e t a n g i s T a i nt Habt, ls Mar. Ter Sergeant List m a n n aus Babenl anseu upnt An Regt. 01 batte firt) heute am Kriege gerirtit wegen einer reckst nuschünett Handlnngsweise ,n verant Worte» Li befand fub l'.M)| ,„t Manöver in Michelstadt i C und lernte daselbst ein Mabck'en kennen, mit der ei in nähere Be Ziehungen trat, odu vbl er idton eine andere Geliebte batte. ($a gelang dem Angeklagten, bei Michelstädterin un (*an,;en etwa 3‘2 > Mai l abznsckm tndeln. ivvbei er ihr wiederholt die Ebe per surckck'. V* r hatte irtmti ltttt« die Aiidere g* l’.-tratet, liest fid> aber trotzdem ititti i talidien Vorspiegelungen Weib von bei Michel ftädterin senden ?ll■? er nun Aniangs b I wieder eine größere Summe verlangte, stellt bn? Madckieit Rachsorfchunaeri an und - ' .*k- liv-iie ,n t» o it a I e n e r ä n g u 11 n n b Tegrabation venu feilt und in die 2 ginne bet' Soldiiteustaiide. versetzt Ter Mnsketier M o In vom £16. Infanterie Regiment bat einem Mnnietaben I 'Saar wollene Sliiimm». Unterhosen und eine Ubr fette entwend ' Ta brr An.teklagte geständig ill, mtrb er nur ui I Partien nrengen Arrest verurteilt und tu die 2. r breche r stand freute ui der Person tetz 187S ,n Stuniverlenrod rin 0ronlMT»oahiin Hessen • , Iahten in Marienschws abbuvt. hielt nch un vjiiifii Sommer unter dem kamen Schmarl m bei Iw 'tgen »^uenb Iw-i einem Schaududenbeiitzer auf und iMhrrnb dieser Zeit tnrnübte n tu CbCTn*'.p. der 2-, mann, bet 1s abttg 'in - P^nl Mechainferlehrlinn ernt - aniir dpi bi gerick'teo I ;u v< cnntiwiteii I bei mit die Strasteneites . b-. am Nigb L'dnard von Teiin irrn . burrti verabreifini tvn werfen cte begangen tvorben sind mrr be»uglirt: kv» AnaeNa ttin Tu fiiedc" -In. nt. . . .ut ■ ' I ÄngLUagten Bochrt und - -i'dlc nur» her Anklage be» Land ein der 2V t ilxnqi' Möbel brni Arbeiter Ctt.1 7 Mx Bocket und ber 17 jdbngc an Sckuvingencht deo Land Anklage handelte ndi E । n . u g > tage de» .Ma A i b. i t«L*te ihn- rhinuit 111 nun i a den £ mitrbuffen. 'uthr i i» i', 'rtnwrrncn Iviahrni uinu >»’ 'Vrage iwrt' grolent Unfug bejaht Schirnv würbe für Nickst irtnilbig be Tunbrn Tack Urteil, dao in spater ^iack tstunde gefällt wurde, lautete gegen Tiedemann auf !» Monate (MÄngiii-3 unter Änrert» itung von einem Monat auf die erlittene Untersuchungshaft: die erlittene Untersuchungshaft verdutzt find Trier, Ist. Dlärz. Tack S ch w u t g e r i efj I verurteilte nach zwei tägiger Verhaiidluna den Bautechniker 1*1 a a a b, her den Veriicherung^ageutcn Regel im Etfenbcchnzuge eilchosfeu hat. zum Tod c. ... - -"■> "" Vörsen-Wochcttbericht. Frankfurt a M, 19. M.irv Während man an ber Börse seither an der Hoffnung ieftgebalten hatte, das- die Bemühungen um Vfrhaltung d •? Friedens dock» noch (krfola la Mi werden, gewannen m dieser Wocku erstmals M i ugs he’iird tungen die Oderhand und die Folge davon war une Löfuna vieler spekulativer Engagements und em starker Perfau'>rndrang des Publikums und im Zusammenhang damit ein bebentent» r ' iirckruckgang auf fast allen 0>ebieten ttß.nährt wurde fn pe'nmistisck e Briirteilung besonder - durch die flaue \?ainnig b< i 'Kiener Börse, die Nut Ernst der Vage in ansger r unei Bei üinunung 'Kedmung getragen hatte Später konnte an bi i Tvnou feie auch an den deutschen MLrkten miebet eine rimmtdulirtnrc StiiuiuiMg playgreisen, die Kursverluste tonnten :> doch nur unn Teil wieder eingcl ?it werden, nml das ttteick m iick> nur auf Xcdungen und Rückk.rnfe der kleinen Spekulation Lcicbranfle mid im ubrigen grof c Jiirüdbaltiiiig dominiert Solange b-< stri gs leben, das ilbetbie* nad) unter der Ungewi | den über veruick neu Hier IJlt du Erholung nun id in i, n Monaten an nnb auch >u 'tonfektiondgetckräft und eine Belebung teintntiert. iwbl h rrfrt t ehi Hart« i 'l .»iihirrindaniDf und Ne greife ei'.ihren ■ hrgbaii. u2lrbritireniUniungnt. Atimdiichtni und L'dnberab- fetzungen nock md t auf eine Be'ening schließen lassen 22n* iif'tr den l'irab der Belebung sehr stark mwinanbrr: 7ahadr rdoaS füttbax, aber i'telb bleibt immer nach recht flüssig imte i Tw 'Für Niveau bat "ck m n - .-trn , r teädn: ethl-iid? euft Besonders stark T;ntrb-r Han! unb Montan pap, re Iwtrvtfen, Mr 2 • Pro -ent rrrtoren Un iv re A n b-u tt r i e vapter e haben ebemalte gröl i krinbufrn ui ve.. .tni . v thnah. iiiUHi mr bte mdteiuivn Bei»uung tvac uameuthrt) tue lchwachc BttMilaguva dr.- m moivM 21 n 1 e i h c m a r r t c » , u oselbst untimtgreidie Berkaufe auf Uv vitalistenkreifen bi- politnrt- Beunrndiaung deutlich in» .1u* druck biadrtni Vrivatdi kout Prozent Kleine TaqcAdjruniL Ter Cbcrbürgennciiler L i in a u in Sonneberg ivnrde in fei>*et Wohiiung erschostcii auigefuiibcn Vale re Mabille bei Besitzer der >mttenwerke Marie Mort, als Doppelgänger König Leopolde eine volkstiniiliche Persönlichkeit, ift tut Alter von 60 Jahren in Brnfiel a eil orte ,i. Wir die röiimdh'ii Blätter bcriditcn hat ein neuer Erdstoß in