Erstes Blatt 159. Jahrgang Mittwoch 27. Januar 1909 R Nr. 22 Der Gtetzrner Anreger «rscheml täflhcf), außer Lountags. - Beilagen: wicrmal roöcbcnt(icf) LleßenerZamiN.cnbiälter; {veimaltvöcbentLMiciS: IcttfüröenKrcisSitgen ^Tienstag und Freitag); monoil. £auö= wirtschaftliche Zestfragen ftenilpved) - Anschlüsse: für die Redaktion 112, tierlag u. Expedrtton 51 Ldresse füt Teveschenr Anzeiger Gtetzcv. lnnat?me oon Anzeigen *üi Die Tagesnmmner bis vormittags 10 Uhr. VezugSpret): monatlich 75 Pi., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post SDIL2.—oiertel« lährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenvreis: lokal 15Pj, auswärts 20 Ptennlq. „ ■ Verantwortlich General-Anzeiger für Oberhessen ZZUZ v ’ © I I u. Land" und.Gerichts» VotaiionrLruS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei H. Lange. Redaktion, Ervedltion und Druckerei: SchulftraKe 7. [nal": «m den 1 ’ u Anzeigenteil: H. Beek. Zürn 50. Geburtstage des Aalsees. €s will einem scheinen, als wenn es noch gar nicht so lange her wäre, daß man v»sm jungen deutschen Kaifcr sprach, und heute feiern wir bereits den 50. Geburtstag t*es Wonarcbcn, der vor nun schon mehr als 20 Jahren die Erbschaft der großen Zeit des alten Kaisers angetreten hat. Eine lange Zeit in einem kurzen Menschenleben, jn der Geschichte eines Volkes ist es freilich nur eine verschwindend kurze Spanne Zeit, Lid doch vermag sich derweilen auch in den Geschicken eines Volkes vieles zu ändern. Es hat sich auch bei uns manches geändert. 21lit dem Regierungsantritt Kaiser IDiltyilms II. hat äußerlich und innerlich eine neue Epoche in der Geschichte des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes begonnen. Die Begründer des neu geeinten deutschen Reiches hatten eine gute und feste äußere Grundlage geschaffen. Auf dieser Grundlage g.alt es weiterzubauen und das Reich auch nach innen hin auszugestalten. Bange Gefühle beschlichen gar Rkanchen, als Kaiser Wilhelm I. dahinging und der Thronerbe als siecher Mann d ie schweren, verantwortungsreichen Regentenpflichten übernahm. Bänglicher noch ward es d ielen zu ei.ute, als dann der junge Kaiser des bewährten Rates des alten Reichskanzlers nicht n ichr zu bedürfen glaubte und in jugendlichem Ungestüm ihn, den unvergeßlichen Bismarck, u iid mit ihm manche alte Tradition bei Seite schob. Mit Mißtrauen ward vom zweiten .'iieichskanzler, dem Grafen Laprivi, an jeder Kanzlerwechsel ausgenommen, mit Mißtrauen und Mit herber Kritik ward jede Handlung, jedes IDort des jungen Monarchen besprochen, Inaifer Wilhelm II. hat sich aber durch nichts beirren lassen. Er hatte sich ein hohes, schönes Ziel gesetzt und dieses Ziel mit aller Energie zu erreichen getrachtet. 211an hat — wohl nicht immer mit Unrecht — vieles nicht zu billigen vermocht, was der Kaiser tat, aber man hat auch vieles nicht verstanden. Und roenn wir heute alles objektiv prüfen sollten, was wir in diesen 20 Zähren der Regierung unseres Kaisers gesehen und erlebt !)eiben, dann müssen wir zugeben, daß das beste und edelste Mollen uiid Streben des Kaisers keineswegs so vergeblich gewesen ist, wie man es uns oft hat einredeu wollen. Dinge, von denen man noch beim Kegierungsai'...*iti des Kaisers wenig wissen wollte, ßi>d uns heute etwas Selbstverständliches, Natürliches und Notwendiges geworden. Daß in großes, starkes Reich, wie das deutsche, mit seinem täglich wachsenden überseeischen h«nidel auch eine starke IDehrmacht zur See haben muß, hat man erst im Laufe der Zähre — richtig verstehen und würd:gen gelernt. Daß ein so stark bcpöltiertcs Reich seine aus- lvandernden Landeskinder nicht als Kulturdünger für fremde Länder dahingeben kann, solidem eigene Kolonien haben muß für deutsche Unternehniungslust, auch diese Wahrheit hämmert allmählich in den Köpfen der Masse auf. Die Znitiatioe zu dem allen, und w ohl auch noch viel mehr als die, danken wir unserem jetzigen Kaiser. Mit scharfem, sicherem Blick hatte er schon frühzeitig erkannt, daß ein großes starkes Reich, wie das deutsche, auch eine entsprechende Finanzkraft haben müffe. Daher das unablässige Bentühen des Kaisers, die weitesten Kreise unseres Voltes zum Wett- bmoerbe auf dem Weltmarkts anzustacheln. Daß unsre Handelspolitik uns Geld und Verdienst ins Land gebracht hat, wer kann das laugnen ? Aus dem armen Deutschland isü in wenigen Jahrzehnten eines der reichsten Lander der IDelt geworden. IDährend such er die heimatliche Scholle nicht genug Brot für ihre Kinder Zu haben schien und die Auswanderung von Zahr zu Jahr zuuahm, ist heute die Auswanderung in fremde Länder auf ein geringes Maß zurückgegangen, heute müssen w.r sogar ausländische A rbeder ms Land ziehen, weil es uns schon an Arbeitskräften fehlt. Selbst in den Zeiten de r wirtschastlichen Depression, wie augenblicklich, ist die Zahl der Arbeitslosen bei uns geringer als anderswo. Sind das nicht augenscheinliche Erfolge, und danken wir sie nicht der vorsichtigen, vielleicht zuweilen gar zu vorsichtigen, Friedenspolitik unseres Kaisers? Wo viel Licht ist, da ist freilich auch viel Schatten, und die Novembertage des vorigen Zahres haben uns das ja zur Genüge gezeigt. Aber wir müssen uns fragen, ob die Kritik, die seitdem an unserem Kaiser und seinen Ratgebern geübt worden ist, nicht doch weit über das Ziel hinausgegangen ist. Genügte es uns denn nicht, daß der Kaiser selbst die Schäden erkannt hat, die sich aus seinem gut gemeinten Verhalten ergeben hatten? Genügte es denn noch nicht, daß sich der Kaiser seit den unerquicklichen Ereignissen des herbstes größere Zurückhaltung auf erlegte? Genügte es denn noch nicht, daß er angefangen hatte, in der Hofhaltung das Prinzip der größeren Sparsamkeit zu beachten? Der Nörgeltrieb aber, unser altes Ur- und Erbübel, wollte bis in die letzten Tage hinein nicht zur Ruhe kommen. Alan kritisierte immer fest darauf los, ohne zu bedenken, daß der Kaiser doch wirklich nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann. Das Gerechtigkeitsgefühl, das im Grunde genommen uns Deutschen doch im Blute steckt, sollte uns endlich dahin sichren, daß wir auch unserem Kaiser Gerechtigkeit widerfahren lassen. Wenn wir uns umschauen im Auslande, denn werden wir finden, daß man uns um unseren Kaiser beneidet. Seine impulsive Art, sein Verständnis und sein reges Interesse für alles erheben ihn selbst als Menschen weit über den Durchschnitt. Das sieht man im Auslande, aus der Feme, noch viel deutlicher, als aus unserer Nahe. Ein Amerikaner, der Auslausch-proftssor Zohn W. Burgeß von der Tolumbia»Universität hat erst dieser Tage in einem Vortrage in New-tzork vom deutschen Kaiser in geradezu begeisterten Worten gesprochen. „Zch hatte", so führte er u. a. aus, „niemals vorher das Glück, einen intelligenteren, wissenderen, warmherzigeren Manne mit größeren Zdealen, von aufrichtigerer Höflichkeit, von wirklicherer Rücksichtnahme für die Ansichten anderer, von größerem Wunfche beseelt, Gutes zu tun, helfend nach allen Richtungen und für jedermann einzugreifen, und von stärkerer Treue für seine Freunde, sein Land und die Znteressen der allgemeinen Zivilisation, zu begegnen wie dem deutschen Kaiser. Einfach und mäßig in seinen Gewohnheiten, ein ergebener Gatte und Vater, ein treuer Freund und Wohltäter, ein frommer Gläubiger, ein großer Staatsmann, ein echter Zdealist, ein unermüdlicher Arbeiter für das Wohl feines Landes und den Frieden und die Zivilisation der Welt, mit einem Wo.te ein Mann, ein Thrift und ein Gentleman im höchsten Sinne dieses Wortes — das ist das Bild des Kaisers, wie ich es aus der Ferne und der nächsten Nähe kenne." Wenn ein unabhängiger Ausländer in solcher Weise spricht, dann können wir Deutschen doch erst recht und unbeschadet unserer sonstigen liberalen Anschauung alles Gute und Große anerkennen, das sich in der Perfon unseres Kaisers findet. Muß es uns nicht mit Stolz erfüllen, daß an der Spitze des Deutschen Reiches ein voller und ganzer Mann! steht, voll ernster Pflichterfüllung, voll Tatkraft und Zielbewußtsein, ein Mann, wie er in unserem ach so kleinen und kleinlichen Zeitalter selten ist. Am heutigen Tage, da der Kaiser im Kreise der deutschen Bundesfürsten seinen 50. Geburtstag feiert, da drängt es auch uns, ihm unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche darzubringen. Nicht schuldige Ehrfurcht vor der Majestät allein, sondern noch vielmehr das warme, rein menschliche Gefühl der persönlichen Hochachtung und Dankbarkeit treibt uns dazu, unseres Kaisers an diesem Tage in besonderer Herzlichkeit zu gedenken. „heil unserem Kaffer !* j____________Ernst Anderson. , zum heutigen Tag dem barbringen, der jene Bestrebungen, wie wir wissen, mit ganz besonderem Eifer Pflegt und fördert, unserm Kaiser und zugleich seinem und unserm Vaterland. Diesem Wunsch,! meine Jpefrn, bitte ich Ausdruck zu geben, indem Sie, die Gläser erhebend, mit mir rufen: Unser Deutscher Kaiser, Wilhelm IL, xr lebe hoch, hoch, hoch! , , 1 Lre Feiiversainmlung stimmte begeistert in daS dreifache Hoch ein und sang dann bte Kaiserhymne. Am Abend feiern die einzelnen Kompagnien in verschiedenen Lokalen,, während im Stadttheater al5 Festvorstellung .Wallensteins, Tod* über die Bühne geht. Die Schulen, die Krieger-s vereine und auch die diesjährigen Fünfziger hielten besonderes Geburtstagsfeiern ab, bei denen die Bedeutung des Tages ent» sprechend gewürdigt wurde. Auch in der Gewerbeschule wurde der Geburtstag in üblicher Weise durch einen Fest- nftuS begangen. Gewerbelehrer Arch. Garnon hielt dabei einen interessanten Vortrag über die geschichtliche, kulturelle und kuniigewerbliche Enuvickelung der Stadt Gießen inner- halb der letzten Jahrhunderte.^ — T a g es ka l e nd er für Mittwoch, 27. Jan.: S tad t- i h e a t e r: ‘ Sefiuoritellung zu Kaisers Geburtstag: „Wallensteins Tod.E Anfang 7 Uhr. * — Für die Sitzung der Stadtverordneten.' Versammlung am Donnerstag, den 28. Januar,! nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung vorgesehen:, l. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Straßenpflaster., 3. Gesuch des Gg. Wallenfels um Alitbenutzung des Stich-, kanals zwischen Kirchstraße und Burggraben. 4. Berkaus von Gelände an Fabrikant Gg. Throm am Wetzlarer Weg. ö. EigenlumSanspruch des Architekten Huhn an städt. Gelände. 6. Verpachtung von Gräben im 9leuftäbter Feld an Georg (Simon. 7. Vergebung der Fasclhaltung. 8. Gewährung einer Vergütung an den Vertreter des erkrankten Forslwart Geisel. 9. Beschaffung von künstlichem Dünger für die städtischen Wiesen. 10. Einrichtung von Näumen beS, früheren Filialarbeitshauses für eine Verpflegungsstation.i 11. Verzeichnis der den 2)hlitäranroärtern vorbehalteneni Stellen. 12. Beitritt zur Medlzinalkasse für staatliche unb| kommunale Unterbeamte. 13. Niederschlagung uneuibring*^ Die Zricr von Kaifmgebitrtsiag. Die Mehrzahl der deutschen Bundesfursien war itzsn im Laufe des gestrigen Tages - in Berlin eingetroffen, iiißi dem Kaiser zu feinem heutigen Geburtslage ihre Gluck, iviünsche auszuspreehen. Der greife Prinzregent von Bayern, dkl z. Zt. in Berchtesgaden zur Erholung weilt, wird durch iecnen Sohu, den Prinzen Ludwig, in Berlin vertreten Zwischen dem Pnnzregcnten und dem Kaiser hat em sehr dkizlicher Depeschemvechiel ftahgcfunbcn. Gestern abend um 5 Ubc fand nn Elisabeth-Saal des Berliner Schlosses eine urfcl statt, an der die bisher eingetroffenen Jüistlichkeiien hulnabmen. — Der Großherzog von Baden empfing abends )e n Reichskanzler. Tie Berliner Morgenblätter verzeichnen e§ mit Be- irldigung, bau der Kronprinz den zur Beglückwünschung des iOijers hierhergelommenen Kronprinzen von Däne- in irf am Balm Hofe abholte und daß der Kronprinz von tcnenmrE bei ihm wohnt. Wie man hort, soll der letzte Besuch des Fürsten ;8 61 o ro beim Kaiser weniger den schivebeuden Fragen len Politik, als vielmehr Vorschlägen des Reichskanzlers ge- Ito Iten haben, tn welcher Weise der Kaiser an5 Anlass seines iO. Geburtstages Gnadenbeweise zeigen könne. Dian rechnet la der mit der Wahrscheinlichkeit, dass am 27. Januar eine umfangreiche A m nestie erlassen iverden dürfte. Festlichkeiten aus Anlass des 50. Geburtstages des la isers haben gestern in München, Prag und St. Peters- ||u cg stattgefunden. Aus Stadt und CaJiö. Gieren. 27. Januar 1909. Die Feier von Kaisers Geburtstag kvrlief hier in Giessen in der herkömmlichen Weise. Die kssenllichen Gebäilüe und namentlich die Kasernen waren ge- shmückt. Am Vorabend fand Zapfenstreich statt, der viel tblf auf die Beine gebracht hatte. Der heutige Tag wurde buch grosses Wecken durch die Regimenlsmusik emgeleilet und M 8 Uhr tönten die feierlichen Klänge emes von der Rtusit gespielten C-Horalcs vom Stadtkirchtuim herab. Jn der eoang Stadtkirche und in der kath. Kirche fand späterhin Fest- gotteSdienft statt, nach dessen Beendigling das Regiment nach Oswalds Garten marschierte, wo um 111/3 Uhr grosse Parade abgehatien wurde. Ter 9!achmittag brachte zwei Kaisers- geburtstag-Fesicssen. Die Ossiziece und Reseroeoifiziere Der» lammelten sich hierzu im Kasino, die Beamten und die Bürger- ichast im Gesellschaftsbaus. Se. Magn. der Rektor Professor Dr. Bartholomae hielt hier folgende Ansprache: Meine Herrn! In altgewohnter Weste haben wir uns heute hier versammelt, um unsres Kaisers Geburtstag festlich zu begehen. Es sind nunmehr fünfzig Jahre, dass dem damaligen Prinzen von Preussen Friedrich Wilhelm der älteste Sohn geboren wurde, und schon mehr als zwanzig Jahre sind darüber hinweggegangen, seit dieser als Wiiheim 11. seinem Vater auf den Tyron gefolgt ist, im Jahre 1888, nachdem der Tod die beiden ersten Kaiser des jungen Deuisä)en Reichs rasch nad)cinaiit>cr abgefordert hatte. Zwanzig Jahre an dec Spitze eines gewaltigen Staatenbunds! tLs ist keinem Herrscher der illeuzeit vergönnt — und wenn er mit der höchsten Staatskunst die grösste Machtsülle verbände — wahrend eines so langen Zeitraumes, während zweier Jahrzehnte nur Erfolg an Erfolg zu reiben. Die Verhältnisse im Innern, die Beziehungen nach Aussen sind viel zu verwickelt, als dass selbst dann, wenn Mittel und Ziele in sorgfältigster Weise gegeneinander abgewogen werden, nicht auck) ein Mißgriff gesä)ehen, nicht auch ein Misserfolg eintreten könnte. So ist auch bei uns nicht alles durck)gesehl worden, was und wie es geplant war, und es hat nicht Jedem alles gefallen, was geplant und was durck)geseht wurde. Noch zittert ja die Welle jener gewaltigen Erregung im Deutschen Volke nach, deren Wiederholung nur ein A-cüib des Deutschen Reicys wünschen kann. — Dccine Herrn, das Ideal eines Regenten wird sich Jedem, der über politisa-e Fragen selbständig zu denken befähigt und gewillt ist, in besonderer Weise darstellen. Aber in einem Stück, und wahrhaftig nicht dem geringsten, hat Kaiser Wilhelm II. nicht nur den Veiten, sondern allen genug getan, und dadurch hat er sich bei jedem Deutsck-cn volle und dauernde Danfbarkeü gesichert, der es wohlmeint mit feinem Vaterland; er hat in den zwanzig Jahren seiner Regierung dem Deutsck^en Reich den F r ie b c n erhallen, den Frieden, ohne den sich kein Fortschreiten in der Kultur, kein Gedeihen des Volkswohls denlen lässt, einen ehrlihen und ehcenhasten Frieden, insofern er durch Wiste und 9)lau;t, nicht durch Furcht bcitinimt wird. Wir hoffen alle, dass die auf den Frieden der Kulturvölker gerid)teten Bestrebungen der Diplomatie fortbauern; und dass fte auch weiterhüt Erfolg haben, das sei der Wunsch, den wir sicher Poften aus 1907. 14. Voranschlag des PoltzeiamtS für 1909. 15. Gebühren bei FreibankflctschoerkanserS. 18. Vertrag mit dem Pächter der KrciSabdeckerei. 17. Verkauf der Schweineborslen auS dem Schlachthaus. 18. 9lu3* Führung des ReichSfleischbefchaugeietzeS: hier: die Gebühren für Fleischbeschau. 19. Gesuch deS Äehgermeisters Cchremer um Aenderung der Beschausetleit für frisch eingesührtc- Fleisch. — (TaS Referat über bie letzte Stadtverordneten' slhung vom 21. l. MtZ. enthält eine fteme Unrichtigkeit. Rechtsanwalt Grünewald hat nicht gesagt, die Klinik der barmherzigen Schwestern stehe vom 1. Januar 1909 ab nicht mehr für die Ohrenkcanken zur Verfügung. Er sagte vielmehr, daß sie nicht mehr ausschließlich diesen diene, sondern Kranken aller Art). - 33 146 Einwohner zählte unsere Stadt am 1. Tezembec 1908 nach der von der Bürgermeisterei und dem Polizeiamt auf Grlmd der An- und Abmeldungen und rbe5 UebcrschusseS der Geburten bei der einheimischen Bevölkerung weltergesührten Zählung deS Personenstandes. Rach der im Deutschen Reiche am 12. Juni 1907 oorgenommenen Berufs- und Betriebszählung hatte unser Gemeinwesen 29 534 Einwohner. Es hat also seit diesem Zeitpunkte ein jährlicher Zuwachs von ca. 2000 Personen staltgefuuden; dauert nun dieser Zuwachs so weiter an, so würde unsere Stadt in 3'/, Jahren, also 1912/13, 40 000 Seelen erreicht haben. - Die Veranstaltung der Landesuniversität für die Opfer deS Erdbeben« m Italien, die morgen abend in der Reuen Aula statlfindet, wird aller Voraussicht nach sehr gut besucht werden. Die nummerierten Plätze sind jetzt i schon nahezu vergriffen, dagegen sind noch genügend un- nummerierte Saal- und Gallerieplätze vorhanden, so daß noch jedermann Gelegenheit hat, sein Scherflein für einen guten Zweck beitragen und dabei einer hochinteressanten Ver- anstaltung beiwohnen zu können. Stach einer Ansprache des -Rektor« Prof. Dr. Bartholomac wird Prof. Dr. Kaiser über Erdbeben und insbesondere über die Ursachen deS kala- brischen Erdbebens einen Vortrag hallen. Bei der Betrachtung der dazu gehörigen Lichtbilder empsiehlt sich die Benutzung eineS Opernglases. - Stadttheater. Das Ende der heutigen Vorstellung .Wallensteins Tod' ist auf dem Theaterzettel irrtümlich zu früh angegeben. Es sei bemerkt, daß die Vorstillung erst ungefähr 10l/4 Uhr zu Ende geht. ** Ländliche veimatpslege und Wohlfahrts- „pflege. Der hessische Zweigverein des Teutsckzen Vereins wird in nächster Zeit mehrere Versammlungen abhalten, in welchen für die ländlichen Derl)ältnisse besonders wichtige Gegenstände erörtert werden. Die erste Versammlung wird am Mittwoch, 10. Februar, nachmittags 3‘A Uhr l. Js. im Hotel Trapv ^Friedberg siattsiuden. Pfarrer Vogel aus Reichelsheim i. ik W. wird einen Vortrag über „Bolksuntcrhaltung auf dem Lande" halten. Außerdem stehen an diesem Tage noch zur Besprechung: Landkrankenpflegc, Verbesserung der Vollsnährmittcl auf dem Lande, insbesondere Gewinnung von Säuglings und Lindermilch, Stellennachweis für gewerblicl)e uick landw. Arbeiter sowie für Dienstboten in Landorten. In einer im März l. Js. stattfürdenden Versammlung spricht Dauptlchrer Storch von Buhback über „die Bedeutung der Spiele für die körperliche und geistige Entwicklung der Jugend aus dem Lande". Auch die Jugendfürsorge überhaupt wird in dieser Versammlung erörtert und außerdem soll über Unterbringung skrofulöser .Niiidcr, über Fürsorgcstellen für Tuberkulose und über die Wohnungs und Bau- Platzfragen auf dem Lande verhandelt werden. — Man hofft auf zahlreiche Beteiligung der Mitglieder und Freunde des Vereins, insbesondere auch der staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten, der Geistlichen und Lehrer. •• Das Bezirks. Kriegerfest des Hassia-Bezirks Gießen wird im Juni dL. Js. in TreiS a. d. Lumda ab- oehalten. ♦* Hochinteressant. Gestern wurden inr hiesigen Schlachthaus zwei reine Schweine von Metzgerm-ister Fritz Schlörb geschlachtet inr SaüachtgeN'icht von nur JJ97 Pfund. 'Züchter war Heinrich O^aul, Wingerst-ausen, Kreis Schotten. — Lollar, 26. Jan. Die freie Vereinigung hessischer Krankenkassen hüt auf Ersuchen von Jntcreisenten aus Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Taubringen,Mainzlar und Trais eine ösfentliche Versammlung nach Lvllar für Sonntag den 31. d. Mts., uacknnittags 4 Uhr, in die „Germania" einberusen. Der Vorsitzende der Bereinigung, Streh Offenbach, wird über ..Unterschied zwischen Gemeindekranken-- -versickwrung und Lrtskasse" sprechen. Die Besprechung dieses liöckst aktuellen Tl)emas darf ivohl eine zahlreick)c Beteiligung bet bett. Orte erwarten lassen. li Leihgestern, 25. Jan. In würdiger Weise feierte der i i e 9 c r o e r e i n gestern abend den Geburtstag des Kaisers. Der Vorsitzende Häufet bcgrützte die Gäste und Kameraden. Der Gesangverein „Eintracht" saug daun einen sehr schönen Ae- grüßungsckwr und Lehrer B u s; brachte das Zkaiscrboch aus. Hanpt- lehrer Storch"Butzbach ergriff hierauf das Wart zu einem Vorträge „Betrachtungen a m Kvfjhäuse r". §in formvolien- deter Art, durchwürzt von eigenen poetischen Ergüsien, entwickelte er ein Bild deutscher Geschichte, das seine aroße Zuhörersckmft in die größte Begeisterung versetzte, und seine Zugenderinnerungen aus dem Jt'ricgc 70 71 brachten vielen Tränen in die Augen. .Den Dank der Versammlung dem Redner auszudrüüen war für Dekan Strack ein leichtes, fühlte man doch, wie aller Herzen ihm dankbar enlgegcnschlugen. Auch unser BezirkSvorsteher Lehrer D aab-Lollar hielt eine Einsprache, die mit einem Hock; auf nniern vielgeliebten Lanüessürstcn, den Protektor der Hasiia, sck)loß. Lehrer T er n-Ncu-Jienburg, ein Leihgestcrner Minb, gedachte der inner politischen Entwicklung unseres Vaterlands. und sein Hock galt den Veteranen. Tie Geiangvereine „Lieder kränz" und „(rin» tracht" verherrlichten den Abend durch meisterhaft porgetragene Chöre, und patriotische Lieder wurden gemeinsam gelungen. Rack»- dem noch der Vorsi^nde allen Gästen, den Gesangvereinen und Rednern gedankt, beschloß nun in früher Biorgenstunde diese schöne Feier. --Watzenborn-Steinberg. 26. Jan. -Deute vollendete bie Divve ttathaniui Harnisch, geb. vir« ui Steinberg (im „Bachbatsers" Haus) ihr 9 4. Lebensjahr bei erfreulicher körperlickwr Rüstigkeit. AuL diesem Llntuß begab sich vormittags der Ortsgeistliche, Pfarrer S v m m e r 1 a d, in ihre Wohnung, sprach ihr seinen und des !dircktz?nvvrstandeS Glücklvün'che aus und überreichte ihr ein sinniges Gedenkolatt, worüber sich die hochbetagte Greisin herzlich freute. 3 Kinder, 16 Enkel, 13 Urenkel nebst einem weiten Verwandtenkreise nahmen Teil : sowie Stande, amt har ci fdion vor Jal. it m. rgctegi, intelge oesjen 'Jicwwhl Lrsorderlich ist. 2Ä 3. auch ferner i.u ißani) der ämmenhangS th unsrer Gemeinde wallen. Auch sei die Wählerschaft darauf hinzuweisen. einen Mann, der in unsrer Gemeinde in jeglicher Beziehung Aä rung genießt, an dre Spitze der GemeindeverwaLung zu stellen, der einigermaßen den Forderungen und Ansprück-en der Neu- zeit Rechnung tragt zum Wohle der (Sfevimthcit und unter Zurückstellung von Sonder-Interessen, dam.t die bei uns noch ;u lösenden Fragen — erwähnt sei die Feldbereinigung — em? bessere Erledigung finden als die Bahnfrage. Schulhausneubau und Wasserleitung sind überwund-en. Letzteres Projekt kam ans Antrag der hiesigen Sürgeridtaft zu Stande ^und hat uns und unsren Rackchargemcinoen viele finanzielle Schwierigkeiten bereitet. wurde aber doch von jedermann mit Freuden begrüßt. ( Schotten . 25. Jan. Der La n d e s-R c chncr ve r- band bereitete dem in weiten Kreisen bekannten Rendantrm D a l d s ch m i t t eine besondere Ehrung. Ta dieser seines hohen Alters wegen den lange Jahre von ü>m bekleideten Vorsitz des Verbandes niedergelcgt hat, wurde et zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt. Vorgestern waren die sämtlichen Vorstandsmitglieder hierher gereist, um ihrem Ehrenvorsitzenden den wohlverdienten Dank auszusprechen und iljm eine künstlerisch ausgestattete Ehrenurkunde zu überreichen. Herbstein, 26. Jan. Die Stadt hat das Grundstück, auf dem das bet dem großen Brand eingeäscherte Sta dlw irt shauS und das Rathaus standen, verkauft. Es ist der schönst gelegene Platz am Markt m unmittelbarer Nähe deS Amtsgerichts und der Apotheke. Der Käufer mußte sich verpflichten, an dem Platze ein Gebäude mit Metzgerei und Gastwirtschaft zu errichten. « Nidda, 25. Jan. Ter Turnverein Nidda blickt am 16. März d. I. auf Den Tag seines 50 j ä hr i g c n B e st e b c ns zurück. Leben wir auch nicht gerade eben, besonders hier in unserer Vaterstadt, in der Zeit „der sauren Wochen", denn ein Fest, ein Vergnügen verdrängt ja das andere, so hat, wenn überhaupt dieser 'ür einen Verein höchst ehrenvolle und bedeutsame Tag das größte Anrecht darauf, in würdiger Weise begangen zu werden. Tie Vorbereitungen sind im Gange, ein besonderer Festausschuß bat die Umrisse und Ausgestaltungen des Festes bereits näher feiert. Geplant ist Samstag den 13. März abends ein Festkommers mit verschiedenen Darbietungen, Sonntag nachmsttag findet Fest- lonzert, abends Festball statt. Bei der Bedeutung des Turnens für die Förderung der Volksgesundlrcit und Volksirast, für die Pflege eines frischen, frohen, freien Sinnes, männlich-sittlichen Strebens und vor allem echter vaterländiscl-cr Gesinnung zweifelt der Turnverein auch nicht daran, daß ein lebhaftes Interesse der gesamten Bürgerscktast wie aller Turnfreunde sich diesem Jubiläum zu- roenben wird. -L-. Friedberg, 26. Januar. Bei der heutigen Zwangsversteigerung des H. Bindewaldschen Fabri kau wesens (Gemarkung Ockstadt) blieb Höchst- bieteuder mit 46 000 Mk. das Bankgeschäft Finck von Frankfurt a. M. (Hypothekargläubiger). Ta mehr geboten ist, wie die SchatznngSfuuuue beträgt, so ist die Erteilung des Zuschlags möglich. Offenbar ist vom Steigerer die Weiterveräußerung geplant. W Mainz, 26. Jan. Ter Kaiser richtete an den Oberbürgermeister folgendes Telegramm: (Äwsangcn Sie meinen beflen T«rnk für die Meldung von dem glücklichen Stapellaus des kleinen Kreuzers „Mainz". Ich freue mich, daß nun auch der Name der altehrwürdigen Stadt Mainz mit ihrer so wechselvollen. sturmbewegten Vergangenheit in meiner Marine vertreten ist, und vertraue, daß das Schiff und seine Besatzung sich in den Stürmen und Gefahren des seemännischen Berufes allezeit wacker halten und dem Sternen „Mainz" Ehre machen wird. Wilhelm I. R. = Groß-Umstadt, 25. Jan. Am Samstag fand hier die löeneraloersammlung des „Vereins ehemaliger Schüler der Großh. Landwirt sckasts schule zu Groß-Umstadt" statt, die jut besucht war. Tie Verlsandlungen. die nachmittags um 3 Uhr hren Anfang nahmen, wurden durch den Vorsitzenden Grünewald-- Lengjeld geleitet. Die Satzungen, die der Vorstand entworfen hatte, fanden mit einigen Abairderungen Annahme. Die Gründung eines Vereinsblatles wurde abgelehnt, dagegen die Verausgabe eines Jahresberichtes, worin über die Verhältnisse der Sckmle, des Vereins und der Mitglieder referiert werden soll, beschlmlen. Ter Verein zählt zur^it ?1 Mitglieder; in finanzieller Hmstckt ist er sehr gut gestellt, hierauf hielt Oberlehrer Tr. Biedenkopf- Groß-Umstadt einen interessanten Vortrag über das Thema ,,.X)un- dert Jahre Tüngerlelwe", der lebhaften Beifall erntete. — Abends sand ein Festkommers statt, der in sehr angeregter Weise verlief. s. Marburg, 25. Jan. Im südwestlichen Teil unseres Kreises scheint ein B ra ndstifter sein Unwesen zu treiben. Währeird am SamStag die Feuerwehr aus Lol-ra bei dem in Seelbach innerhalb kurzer Zeit zum zweitenmal ausgebrochcnen Feuer helfend eingriff, brannte in Lohra dessen Feuerrvehr fort war. eine Scheuer nieder. — Ter Eisenbabnarbeiter Schütz aus Bctzierdorf, der den Landwirt Fuchs so gestochen hat, daß dieser tu der lllinik hier lebenSgejälirlich darniedcrliegt, wurde ins hiesige Gefängnis gebracht. e. Marburg, 26. Jan. Lier hat sich ein Reiter -Verein gebildet, dem bereits über 30 Vierde-Liebhaber beigetreten ind. — Mit der Verwirklichung des Marburger L u f t b a b n- projekts ist es noch nicht so weit, wie einige Blätter wüsen wollen. Tie Bestrebungen, die Sache finanziell sicher zu stellen, sind eifrig im Gange und täglich treffen Städtevertreter und Ingenieure ein, um sich das Proiekt zu betrachten. — Am Donnerstag feiern die Eheleute Daniel Peter in Cölbe ihre diamantene Hochzeit. "* Kleine Mitteilungen ans Reifen und den Nachbarstaaten. Tas Gauverbands fest des Schützcn- verbandes für Hessen findet in diesem Sommer in Alsfeld statt. — In Uctzhausen ist ein Kriegerverein gegründet worden, der IG Mitglieder zählt — In Hensba ch a. i'. B. ereignete sich ein schwerer Unfall. Durch Explosion des steilcte in der 2L Mon» gold'schen Branntwcinbreiuierei wurde der Besitzer und der zwanzig- lährige Knecht Jakob Grünewald durch Ausströmen giftiger Gase erstickt. — Der frankfurter Schutzmann Wal^ll wurde wegen Ticbstahls in Vast genommen. _________________________ Frauenarbeit in der Schweiz. L Fast alle Gebiete der sozialen Fürsorge haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte der Frau erschlossen. Ihre Mitarbeit trat nach den verschiedensten 'Richtungen Erfolge gezelligr. welche llar uno dem lick erkennen lassen, daß gerade bei der Durchführung genteinnütziger Bestrebungen und Veranstaltungen die Frau Nicht länger embchrt werden kann. Auch im Stampfe gegen den AlkoHolismus ist diese Erfahrung aemacku worden. Besonders erfreuliche Fortschritte haben die Frauen in der Schweiz auizuweisen. Es sind dort besonders zwei Frauenvereine, welche mit großem Eiier und Erfolg auf diesem Gebiete arbeiten: Ter Flauenverein für Mäßigkeit und Bolteil'0 hl in Zürich und der Schweizerifck)e Frauenverein gegen den ÄlwholismuZ in Genf. Mit ganz bescheidenen Mllteln hat der Züricher Fiauenoerein für Mäßigkeit und Boltewohl vor ea. 12 Jabren eine kleine allohol- ircie -Lirtscha'i. die .stafieestube zum kleinen Maridabof. eingc- tichiei. Tas Grundkapital von 17 000 Mark, d-as 3um Bau der Wirtschaft nötig war, wurde aus einem Bazar erlöst. Seitdem hat der Frauenvercin nie wieder derartige öil’emittel in Anspruch nehmen müssen, sondern bat sich durch Fleiß und Umsicht in b e Lage gesetzt, die gemeuuiübiget'. llnicrncbmungcn ohne fremde Öitfc >u erhalten. Ties ist angesichts der Schwierigkeit n, die sich beiatiigen Einrichtungen üi den Lveg stellen, ein erfreulicher Beweis banrr, daß die Frauen Her di if-rem Platze itnb. ctaiinenft- roert aber ist es. wenn wir hören, oaß d-er Vere.n feinen Tages« um>ar von 22 Fr. burdx'dmiiüid', vor ca. 12 Jahren auf 2772 gr täglich erhöht bat und « .ß S- B. im Jahre li»04 ein Heben dmb von einer halben '.‘.xulion Franken erzielt wurde. £icic Uet«> schüsie benützt der Verein teils zur Errichtung neuer Bauten — er bat jetzt 10 altobolrrer? Wirtschaften in Zürich und ein alkoholfreies Mnrhiu-3 in der Nähe von Zürich — teils zur Unternützung alkoholgegnerischer Bestrebungen, tclls auch zur Fün'orge für seine Angestellten. Im Jahre 1900 konnte der Verein das erste alkoholfreie Kurhaus auf dem Zürichberg errichten: 600 Meter über dem Meere gelegen, eröffnet es den Blick in die Alpenwelt. Vor dem .sturhauie erstrecken sich üetrliuic Wiesen, icrrniicnförintg 5um See abiallend. Tic Bervflegung ist ebenso auu wtc in den alkoholfreien L-irt'ckaften der 3‘cbt. Ter PenstonSpreiS beträgt nur 3.50 5c. Tas .'Utrhaus bietet also auch denjenigen, roelaic sich einen teuren Kuranfenthall nicht leisten können, alles, was sie zur Stärkung und Erfrischung braucheii. . Ter Zütickier F-rauenoercin bat in richtiger Erkenntnis, datz die Alkoholfrage am besten dadurch gelöst wird, daß vrakti'dx Maßnahmeii und Einrichtungen getrauen werden, w Iche dem Mißbrauch geistiger er Al'sicht der- Yjm gehorsams gehandelt hätten, jeder will sich auf bin and. ra m rlaK« haben. TaS Gericht hielt bei den vier öaubtangeflagten M'» ter ei lür gegeben und verurteilte den Drc-goner Wilhelm B.cker :«u 5 Jal-ren 3 Monaten, Konrad Krumb zu 5 Jahren 1 Monat, Gustav Böckrcr zu 5 Jahren. Jakob Burkheiser zu 1 Jain ßk* järtgnis, bie Dragoner rfarl Traick. Ostvalo Plato, Joliann Jakob Wahl zu je 10 fVümatcn G.fängnis una de.i Wilhllm Metzger zu 5 Tagen Mittelarrest. — Die Vcusketiere edjinoiec uno vorn Juianterie-Ztegiment Nr. 168, welche sich seiner Zeit ton ihrem Truppenteil entfernt, unterwegs MontierungSstücke veräußert und sich nad} Luxenckurg gewandt batten, wurden wegen Fahnenflucht zu je 1 Jahr 7 Monaten Gefängnis verurteilt. N.B. Darmstadt, 25. Jan. Wegen Miß Handlung seiner eigenen Fran und Tocktcr batte sich heute unter .'lnsschluß der 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Landau t P f , 25. Jan. Die hiesige Straskamniec ucr* urteilte heute den Weinkausmann Bene dick itach fünfstündiger Verhandlung wegen Weinsalschung \\i einem Monat Gefängnis und verfügte bie Einziehung von 160 000 Liter Wcrn. Berlin, 26. Jan. Ter Anstreicher Paul Werdcrnia»«« der dem Warenhau-,vesitzer Jandorf in cin-'in Briese gedrvht Ixitie, Jamilienrerhättit.sie über ibn in den Zeitungen zu veröffentlichen, wurde beute von der 4. Strafkammer dos Landgerichts Berlin I wegen versuchter Erpressung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. — Der Vorsitznide bcm.rkte ür der Urleilsbcgrütckung, derartige ErpresstmgLli hausten sich üi derart gemeingefährlicher Weise, daß eine strenge Bestrafung am Platze fei. Leipzig, 26 Jan. Im Svio n a g e p ro z e ß Herrmann wurde der Angeklagte freigesprochen, da der (5c* rickstehof nickt die Uevorzeugung gewonnen hat. daß SxrnnanX ein Svion der französischen Regrerung iet, auch nicht, daß er «ick Sachen habe verschanen wollen, die im Interesse der Reicks* sichmhcü geheimjuhalten waren. Erfur:, 26. Jan. Psarrer Bayer aus Großbrüchter wurde von der hirsigetr Strafkammer wegen Sittlichkcit-verbreck-e», begangen an schulpflichtigen Mädchen, zu zwei Jahren Zucht* Haus vemrteüt und zu 5 Jahren Ehrverlust. Flensburg, 27. Jan Ta4 Kriegsgericht der 13. Ti* Vision verurteilte gestern den Leumam v. Bernhard-, vom Infanterie-Regiment 84, einen früheren Sa-utztruppen-Ofsizter, wegen Mißhanolung eines llntcrgeoenen zu 8 Tagen' Stubenarrest. vermischte». * Prinz-Heinrich-Fahrt 1909. Tte Bestimmungen für die dtesiahrige Prinz-Hruirich-Fahrt und 111 ihrer enDgaltfj’n Faisung erschienen. Neu ist darin nur bie Aenderung der rS- Bercchnung, die ben Wert der Motorkra't in das rimtige Betl-alutie- zur Steuenormel setzt. Tic Wagen müssen mit einem Geschnitckig' keüsmeiter verschen sein. Der '?ininungvid)luij ist am 1. April. 6 Uhr abends. Aachncnnung mit dovvettcin Aenuungsgeld bis L Mai. 6 Uhr abenpS. Die Fahr t’inbet stall vom 10. b;-; 18. Juni 190'3. Strecke: Donnerstag, 10. Juni: Berlin-Drcs* lau. V Schnelligteitsprüfung. Frellag, 11. Juni: Dtee-lan* Tatra-Lomnicz bzw. Tatra Fured. Samstag, 12. Juni: Tatra* Lomnicz :.rnoaveu. Sonnta.', 13. Ium: Ruhetag und Ansst.l».ung. Montag. 11. Juni: Budapest-Wien. Ticiu>iag, lo. Ium: jüice* tag iuu? Ausstelumg.^ '.'xttriDOfh, 16. Juni. 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Dieser findet sicher einen starken Widerhall in der gesamten Mo--- narchie. Rom, 27. Jan. Der Aufsehen erregende Selbstmord des Generals Bobbio, der im Aller von 65 Jahren stand, erfolgte nach einem heftigen Streit mit seiner Frau. Belgrad, 27. Jan. Trotzdem btc Polizei strengste Geheimhaltung bewahrt, bestätigt es sich, daß vorgestern auf treu Ai inister des Aeußcrn in seiner Wohnung von zwei unbekannten, elegant gekleideten Herren ein Attentatsversuch unternommen wurde, der nur durch das energische Auftreten der Dienerschaft vereitelt wurde. Paris, 27. Jan. Petit Parisien erhielt eine Meldung, wonach der Zustand des Kaisers Menelik von Adesshnien besorgniserregend sei.__________________ i— Ziel München. Die vorgeschriebene Straße darf bei Strafe her Disqualifikation während der Tagesfahrt nicht absichtlich verlassen werden. Der Start findet an jedem Tage in bet ein für .illemal vom Arbeitsausschuß festgesetzten Reihenfolge statt, und r.ar so, daß der Wagen mit der größten Pferdestärke Zuerst startet. Die Preiserteilung wird vom Arbeitsausschuß bestimmt.^Zurn Schluß sei noch erwähnt, daß der Fahrer, der eine an der Fahrt 'Ließt teilnehmende Person verletzt, ohne Rücksicht auf die Schuld- Lage von der Weiterfahrt ausgeschlossen wird. Rleine TageSchronik. Die Hilfsaktion T e u t f ch 1 a n d 8 für die durch die !tataftropbe in Südilalien Geschädigten beträgt 4','. Million Lire. 38 Unglücksfälle aui der Eisbahn des Müggel- j e e s bei Berlin machten am letzten Sonntag das Eingreifen der Freiwilligen Sanitätskolonne er'orderlich. Bei 27 Verunglückten mußten sogenannte sinnrere Verbände angelegt werden. In Saarbrücken erschoß sich ein Gefreiter des 7. Ulanen-Negiments, der sich Untergebenen gegenüber dienstlicher vergehen schuldig gemacht halte. In B r ü' s e l baut der Bund der belgischen Aeroklubs „ach dem starren System ein Luftschiff, das Paffagiere be- Iwibern soll. Literarischer. — 20 Jahre S.M. betitelt sich eine eben! erschienene Zu- sLnrrnenstellung „heiterer Bilder zu ernsten Ereignissen" aus den £u[Ligen Blättern, der Jugend und dem Kladderadatsch vvn Darold 1 9ttotee (Berlin, Verlag der Lust. Blatt.). Max. Harden hat zu d-crn hübsch ausgestalteten Werkchen, das das Beste bietet, was tm^den irret genannten Zeitschriften mtit Feder und Ohft über Äillielm II. gesagt worden ist, ein Vorwort geschrieben, das den dauernden politisäf-kulturellen Wert solcher Sammlungen vonBll- iown, Versen und Glossen betont und darauf hinweist, „wie früh der Sckstvalbeninstinkt dieser Künstler die Wetterzeichen erkannte 2861 Sch 4-Zimur.-Wohn. m. Gas u. Bleichvl. per 1. April zu ver- inieten. Fraistsurter Straße 95. , 5 Zimmer | warten,tratze 2j Parterre ^Wohnung mit Zubehör ivegzugshalver per 1. April zu uermict. Rah, das. I. Stock. 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Diese Bücher enthalten nur Werke besserer Autoren, u. 3L: Kritz Reuter, Tolstoi, Rosegger, <3. Keller, Gerstäcker, Th. Storm, Ä. O. v. Horn usw. Die Heftchen fnb zum Preise von 10—46 Prill Liusüch. Em BerzeichniS der bis jcht erschienenen 117 stummem Liegt dort auf; vergriffene Nummern werden raschen nachgelieiert Wir hoffen nut dieser Neueinrichtung uniern Mitgliedern einen guten Dienst zu erweisen und er- narien rege Beteiligung. t?6 Der Borstand. L12 'J?,n leinen S, tourbe. neuert W ^unch unh Nten ■r tvariotqe -kN ■i n kk ’l en iS*“* W Fn, S tonn die ^. bei ^i^rungen N W * fDeqimn“ A[>, * "^ojiflle er «n^ewMNcn. Lü “•8 Uit oben» in Heute Nacht verschied nach längerer Krankheit der Seniorchef unseres Hauses Herr Kommerzienrat F. C. B. Koch In langen Jahren gemeinsamer Arbeit in inniger Freundschaft mit ihm verbunden, beklagen wir in dem Heimgegangenen unseren väterlichen 1 reund, dessen Hinscheiden eine unersetzliche Lücke bei uns lässt. In unermüdlicher Tätigkeit bis in sein hohes Alfer se:nem Berufe sich widmend, kannte er dennoch nur seine Erholung in der Erfüllung übernommener Pflichten für das öffentliche Wohl, und iu steter Fürsorge für seine Familie, seine Alitaibeiter und unsere Angestellten. Sein Andenken wird in unserem Hause unvergesslich sein! von gut erhaltenen Kleidern, Schulzen, SßeißAeuQ, Möbel, Gold- uno Silbersachen re.. Kupier, Messing, Zink, Zinn rc. zu den höchsten Preisen. lOfbb Jakob Olt, Nene Baue 21. Ach-tmiirH Zahle staunend hohe Preise für getragene zerren- u. ^.amen- Garoerot- >'ellschailS°Tollelten Lfaitnarmefachen, Schuhzeug, Gewehre und wnstige Samen. Schriftliche Angebote unter 0oo2 an den Gtegcner Anzeiger erbet. aaU ;sgcvichtder25. TiviM ehor'antsöenreigemng, darr er. 24 in der hiesigen Lqm imnlbig gemacht hallen ob Lu’iaEa. Bier von den '■iemiickattssücke Karten mi i kimiitigt, als der diech in- teilen iin) an dai t» > uinneiic. Lbwohl ec ,-^l ned) an-dMich 6tiüS !cint Folge und taten es ff dem mürbe jeweils nach be uni) uz sonstiger ungehörig yen (teilten in Abrede, J ujtl> in bet Wsicht des.' sich auf den aniwi eeM : sauviangeklagten Mautei regouer Wilhelm Deä« ? mb sa5 3aW MW -wau) Pnw, *n wa bciSi^lm W slclicte Sd)inDier um 'welche sich seiner Zut & Dens ITuiniierungeitutie k i -aiti'i hatten, wurden W» Analen Gesanguts Berurt* Wegen Mißhandln" ^nM000 Liter 3 W 1 graul Werdrrnlwk inltici^ ‘ : g^roht W- u 1 C>E g L«6:gruiM am Pstttze sei- . Svi-nag-plO^derS gewonnen W. dab«^ die wi u zwei 'S / ... w 13.5' huhcrcn v /g Iagen ’nen ön 3-Zimmer-Wohnuug mit Zubc' hör per L April zu vermieten. :W! ____________Liebigftratze 97. 3-Ziminer-Wohnung nn Hinterhaus, Ebelstrahe 34, sofort oder spater zu vermieten.149 Tiefbetrübt teilen wir hierdurch Verwandten und Bekannten mit, daß unser inrugstgeliebtes Töchterchen und Enkelin Lresel nach schwerem Krankenlager uns durch den Tod ent- risien wurde. In tiefer Trauer: Ewald Schreiber u. Frau, Elisabeth geb. Koch Ernst -loch Wwe. Handel. 5. Darmstadt, 26. Jan. Zu dem soeben erschienenen Bericht der H a n d e l s k a m m e r Darmstadt für das Jahr 1908 wird konstatiert, daß sich erfreulicherweise einige Lichtpunkte in denr allgemeinen trüben Wirrschaftsbild gezeigt haben. Besonders gut waren die Herdfabrikeiv, die Konserven- und Kokos- ölindustcie, die Kunstseide- sowie die Tuchfabrikatron und Garnspinnerei. Auch die Möbelindustrie war infolge der Ausstellung gut beschäftigt. Der Detailhandel hatte unter der wirtschaftlichen Depression und der Konkurrenz der Warenhäuser und Konsum- Vereine zu leiden. LingetzanSr. (Für Form und Inhalt cul<. umec d.ck t- Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.') Daubringen. Der hiesige Konsumverein, will wie verlautet, aus dem Verein mit beschränkter Haftung einen Verein gründen „„unbeschränkter Haftung. Möge stick) der Verein, durch dieses Vornehmen, durch den Brand seines Lagers, aus seinen jetzigen Verhältnissen erholen, zum Wohle seiner Ätitglieder. Doch möchten diese Zellen, die Mitglieder aufmerksam machen, auf: Verein mit beschränkter Haftung und Verein mit unbeschränkter Haftung. Mehrere Bürger Danbringens. M-Schncibcrmeistcr! Dürkovv - Schwingsch., schwere Maschine,fast neu, Dürkopp-Centr.- Spulen, do. wenig gebraucht, bist. bei Job. Fr. Schaaf. jQ534 Gin fast neues fruiizöstsaies Lillard (Dorfcldcr-Fabrikat) wegen Mangel an Platz preiswert su verkaufen. Schristl. Angebote unt. Nr. 63a an die GeschäftSft. d. Gieß. Anz. Üiititr=,6äic u. Eiclzklchlitt mit gutem Umsatz, in verkehrsreicher Industriestadt sofort zu verkaufen, evtl, kann Grundstück und Gebäude mit übernommen werden. Branchekundige, fleitzige Leute rinben dauernde Extstens- Schristl. Angebote unter 054o a.d.Geschäftsst. d. Gieß. 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Lamolag, dcu 30. Januar 1909: Zwei Lehrlinge und ein Lehrmädchen für Ostern gesucht. i525 W. W. Schneider Nachs. _________Aiaiklitrage 30._________ 055 li Urin reinl. uimbU. Laus- lnadcheu gesucht Wen Anlage 0 11 Tüchtiger 10541 dosen- o. WeslEn-Sciineider gesucht I. Lcligmauu, Neuen Baue IG. ausgelichn von der Uaoeüe öd Juianiene - rnegimelus .Mfliici liMlbciui- ivir. 116« unter fceuuufl des Uliouo. Lius» dtrerrors Lraugc. „Wallensens Tod“ Xiauciipiel in ö Au,Lügen vss tr11eoncb uou cuiliet. Lliiang? Uhr. Unbe gegen 10'..UN Nach der Puttwoch-PoriielliiUH hau em Curniuu» ui der Su> Alltage, der ipuivfiene */*lu MT naa- der Bahn kujil Donnerstag, den Ä. Januar 11X1 •luiiuuj b nur. V<»lk*prcA*r: Volkuprcbd Vu.ks-Vorbltiiung. Unter Ikiuumuna der SlapeQt des Jnsaittene lliegiments Lvltoeruf o. Munt von G. Batz. Anfang 8 Uor. — t£nbc W’.’i Nbr Jreitag, den 2». Januar 1901 Aluang 8 Uhr. llFreitag-Abonnimeut-YorsielU. ,,Ucr TaLsm^n11 DiaumilscheS Märchen in 4 Ast zu gen von tubiuifl Hulda Aniang 8 Uhr. — twibc 10*/» Nbr guffm'dtrung. Äiachdem der Neuhof bei ücib- gcstcrn 00111 22. Jebr. dS. IS. ab verpachtet wurde, beendige ich mit diesem Tage meine fecüdunb- dreisjigtäbrige Tätigteit daielbst. Ich ersuche üiernui. Jordcrungcn an mich bto fuätcsteuS 10. Jcbr. do. IS. eiuzurcichen. eoenfo Zablnnacn an mich bis spätestens , an dicseui Tage zu entrichieti. |M I Ncubos, den 25. Januar W09. (SoiiraD 2(1|iid aib.' ZumEiseiufnlleu mein übergäbt Eiskeller § abzugeben. Gröhe circa 200 qm. I Nutzeres Marburger 2tra je 83 I Wallioritr. 36-38 (früher CafH Leid) IHK. I2UuU.— aus II. Hvvoibek eines vesi» tumeS in güniligster Vaac bet Stadt von einem prima Zins zabler gesucht. Schriftliche Angebote unter Ifll an den Giegen. Anzeiger erbeten. 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