Erstes Blatt ISS. Jahrgang Mittwoch 24. Februar 1900 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Bezugspreis: monatlich 7SPi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15P'., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und .Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt u. Land" und..Gerichts- Redaktion, «Erpcöifion und Druckerei: Schulstraße 1. Nr. 4« Der Gietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöcbenklich GiehenerFamilienblätter; »weimal wöchentl.Areir- blallsürdenllreisSiehen (Dienstag und Freitag); zweimal münatl. Land- wirlschastliche Zeitstagen Ferilsprery - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ».Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen bis »omütSTufc Rotationsdruck und Verlag der vriihl'schen Univ.-Vllch' und Steindruck«»! H. Lange. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Die hessische Volkswirtschaft. Von Professor Dr. jur. et Phil. M. Biermer, Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatistik. Man wird sich erinnern, daß ich an dieser Stelle — es war am 12. Januar d. K. — die Berufsgliederung im Großherzogtum Hessen auf Grund der Berufszählung vom 12. Juni 1907 besprochen habe. Ich habe mich in der Annahme nicht geirrt, daß meine statistische Studie gewissen Kreisen in hohem Grade ungelegen kommen würde. Es gibt eben immer noch recht zahlreiche Leute, die die Wahrheit nicht vertragen können. Der wissenschaftliche Nationalökonom nmß aber trotzdem nach dem Grundsätze handeln: „Wer die Wahrheit kennet und sagt sie nicht, der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht!" Die Einwände, die mein Januar-Artikel erfahren hat. lassen sich nach 3 Richtungen unterscheiden: 1. Hessen ist ein zu Keines Land und deswegen als Beobachtungsgebiet für die Verhältnisse der deutschen Volkswirtschaft ungeeignet. Es kommt auf die großen Staaten und namentlich das ganze Reich an. 2. Nackte Zahlen sind nicht beweiskräftig. Die behauptete Industrialisierung unseres Wirtschaftslebens ist nicht vorhanden. Der Schein trügt. In WirKichkeit ist unsere Landwirtschaft nur in neue Jüdustrieformen hineiu- gewachsen; was die Statistik heute in die großen Gruppen Industrie und Handel" nnterbringt, ist vielfach nichts anderes, als modernisierte Agrarproduktion. Man denke z. B. an die fabrikmäßige Verarbeitung der Fleischproduktion und an die Konservenfabriken. 3. Die Industrialisierung mag vielleicht vorhanden sein, aber sie ist eine ganz unerfreuliche Erscheinung, weil dabei der Volkswohlstand leidet. Das Einkommen breiter Schichten geht auf diesem Wege zurück, und die Steuerkraft vermindert sich. Wir wollen diese Einwände, soweit es der hier verfügbare Raum gestattet, etwas näher betrachten. Als ich die hessischen Zahlen mitteilte und besprach, waren die preußischen Ziffern und die des ganzen Reichs noch nicht veröffentlicht. Gegenwärtig ist das der Fall. Für Hessen habe ich nachgewiesen, daß 1882 in der Landwirtschaft 4iy2 Proz. der Bevölkerung tätig war, 1907 aber nur noch 27% Proz. Die industrielle Bevölkerung ist dagegen in dein gleichen Zeitraum von 36% Proz. auf 44 Proz. gestiegen, und die im Handel und Verkehr beschäftigten Personen machen jetzt 13% Proz. aus, im Jähre 1882 waren es nur 10% Proz. Die landwirtschaftliche Bevölkerung hat gleichzeitig absolut Um 11% Proz. abgenommen, die industrielle dagegen um ■)9% Proz. zugeuommen. Die Zunahme in Handel und Verkehr beträgt sogar 71' Proz. Was lehren nun die preußischen Zahlen? Dort kommen jetzt auf die Landwirtschaft 10,8 Millionen Köpfe, auf die Industrie aber 16% Millionen. In Handel und Verkehr sind es 5 Millionen Köpfe. Seit der Zahlung von 1882 hat der prozentuale Anteil der Bevölkerung bei der Landwirtschaft einen Rückgang von 491/2 Proz. auf 33% Proz. erlitten, während in der gleichen Zeit in Handel und Industrie zusammen der Prozentsatz von 0OJ/2 auf 56'/.', gestiegen ist. Wir finden also in Preußen genau dieselbe Bewegung, wie in Hessen, und ebenso ist das in Bayern der Fäll. Sollten aber gewissen Skeptikern auch Preußen und Bayern noch nicht groß genug sein, so kann ich ihnen mit den Zahlen des ganzen Reiches dienen. Das Deutsche Reich hat 62 Millionen Einwohner. Hiervon kommen 282/3 Proz. auf die Landwirtschaft, 423/t Proz. auf Industrie und Gewerbe und 13,4 Proz. auf Handel und Verkehr. Industrie, Bergbau, Handel und Verkehr zusammen sind jetzt doppelt so stark besetzt, wie die Landwirtschaft. 1882 waren die Zahlen folgende: Landwirtschaft 42y2 Proz., Industrie und Bergbau 35fts Proz., Handel und Verkehr 10 Proz. Die Industrialisierung ist also eine ganz gewaltige und rapide, und Deutschland ist kein eigentlicher Ägrar- staat mehr. Interessant ist aber die weitere Tatsache, daß in Hessen, das manche als „Bauernrepublik" ansprechen, der Rückgang der Landwirtschaft noch größer ist, als in Preußen und im ganzen Deutschen Reich. Was den zweiten Einwand betrifft, so ist seine Beweisführung nichts anderes als Selbsttäuschung. Selbst wenn man die Fleischverarbeitung und die Weiterverarbeitung von Obst und Gemüse nicht zur Judustriegruppe zählen, sondern als landwirtschaftliches Nebengewerbe auffassen will, so ändert das in dem Gesamtbilde der Berufsgliederung und -Verschiebung fast nichts. Bei Licht betrachtet, kommt bei der Untersuchung, ob wir noch ein Agrarstaat sind oder nicht, alles darauf an, wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, der ein privatwirtschaftliches Interesse an hohen Getreide- und Viehpreisen hat, und diese Gruppe der Bevölkerung nimmt relativ von Jahr zu Jahr ab. Trotzdem kann man mit guten Gründen für Agrarzölle eintreten, eben weil man die bisherige Landwirtschaft erhalten will. Fernerhin ist entscheidend, wo wir den gewaltigen Bevölkerungszuwachs unterbringen und beschäftigen können. Seit 1895 hat die Bevölkerung im Reiche um 10 Millionen zugenommen, das sind 19,2 Proz. Seit 1882 beträgt die Zunahme 16 Millionen. Diese 16 Millionen mußten, wenn sie nicht auswauderu oder verhungern wollten, außerhalb der Laudwirtschaft Beschäftigung finden, namentlich in der Industrie. Dazu kommt noch eine siebzehnte Million, um die die landwirtschaftliche Bevölkerung absolut abgenommen hat. Das ist die beste Illustration für die Richtigkeit des bekannten Wortes des Generals v. Caprivi: „Entweder Menschen oder Waren exportieren!" Der dritte und letzte Einwand beschäftigt sich mit der Vvlkswohlhabeuheit, also mit unseren Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Sind wir Deutsche im letzten Menschenalter, wo die Industrialisierung so große Fortschritte machte, reicher geworden, oder nicht? Diese Frage ist gerade jetzt eine viel erörterte und von enormer Bedeutung. Ich könnte hierüber ein dickes Buch schreiben. Ich beschränke mich aber auf wenige Zahlen, insbesondere auf hessische. Tie hessische Bevölkerung hat seit 1880 um 35 Proz. Angenommen, das Einkommen ist aber von 224 Millionen Mack auf 566 Millionen Mark gestiegen, Hai sich also mehr als verdoppelt. JUl Königreich Sachsen ist es jetzt 21/2 mal so groß als 1880. Das zur Vermögenssteuer veranlagte Gesamtvermögen betrug in Hessen 1901 4014 Millionen Mark, 1908 4447 Millionen Mark. In 7 Jähren macht das eine Zunahme von 433 Millionen. In Preußen ist die Znnahnte von 1899 bis 1905 2368 Millionen Mavk gewesen. Bekanntlich sind sozialpolitisch besonders wichtig die Zahlen der Sparkassenstatistik, denn sie geben einen Gradmesser für die Wohlstandsvermehrung in den unteren Klassen. 1880 betrugen die Sparkassenguthaben im Reich 2614 Millionen Mark, Ende 1907 13 889 Millionen Mark. Die unteren Klassen haben also 111/1 Milliarden ersparen können. In den hessischen Sparkassen lagerten 1882 67 Millionen, 1907 284 Millionen. Schließlich ist auch die leider lange Zeit vernachlässigte Konsumstatistik von erheblicher Bedeutung. Der Weizenkonsum betrug 1880 pro Kopf 62 kg. Er ist jetzt auf 941/2 gestiegen. Der Itoggenkonsum steigerte sich in den letzten fünf Jahren von 108 kg auf 151, der Kartoffelkonsum von 303 kg auf 609. Die Zahlen über den Fleischkonsum reichen leider zum Vergleiche nicht weit genug zurück. Der für Genußzwecke verwendete Alkohol ist zwar int letzten Jahrzehnt gefallen und glücklicherweise erheblich niedriger, als in Frankreich, Belgien, Italien, der Schweiz und cAroß- britanuien, aber er beträgt immer noch 1/2 Liter mehr pro Kopf der Bevölkerung, als in den 70er Jähren. Ich glaube, daß ich mit diesen wenigen Zahlen alle gelegentlich veröffentlichten (Sintoenbungen gegen meinen früheren Aussatz widerlegt habe. Ter unbefangene und denkfähige Leser wird sich an der Hand der angeführten Ziffern selbst sagen, welche Tendenzen sich in der deutschen Volkswirtschaft wirksam zeigen. Wer das wirtschaftliche Leben mit dem Auge des Nationalökonomen verfolgt und nicht immer nur an sich allein und fein Portemonnaie denkt, wird zugeben, daß die Lichtseiten in unserer neuzeitlichen Berufsgliederung die Schattenseiten bei weitem überragen. Die Volkswirtschaft ist ein lebendiger Organismus, in dent alle Teile auf einander unmittelbar angewiesen sind. Stimmungsbild aus dem preich. Abgeordnetenhaus. Berlin, 23. Februar. Ein arithmetischeD Wunder vollzog sich in der Dienstags-- fitzung des Abgeordnetenhauses: Sage und schreibe vierzehn Volksbotcn waren über den weiten Raum des Saales verstreut, als Herr v. Kröchcr das Eröffnungssignal gab, und ihrer wurden auch im weiteren Verlaus der Sitzung nicht viel mehr. Und doch wurden ein halbes Hundert Reden — wenn nicht noch mehr — geschwungen. Das kam daher, daß es die Fleißigsten der Fleißigen unter den Volksvertretern waren, die sich hier ein Stelldichein gegeben hatten; fast jeder Redner flieg zwei«, dreimal ober auch öfter zur Tribüne hinaus. ESwarderTag des Kleinkrams beim Landwirtschaftsetat, jener Tag, der etwa die gleiche Zahl besonderer und lokaler Wünsche ans Licht zu bringen pflegt, wie der Tag der Sekundärbahnoorlage. Kaum ein Kapitel des Etats ging vorüber, ohne daß ein oder mehrere Dutzend Wünsche dem sorgenvoll dreinblickenden Nachfolger Pod- bielStis präsentiert wurden: Viehzucht, Pferdezucht, Molterei- unb Fifchereiwesen, Moorkultur, Obstzucht, Kurf, alle Gebiete laubwirtschaftlichcr Betätigung gaben ben konservativen, liberalen und Zentrnmsrednern überreichen Stoff zu Beschwerden, Anregungen und Wünschen. Herr v. Arnim, ohnedies kein Muster parlamentarischer Beredsamkeit, war offenbar jedesmal heilsroh, toenn er die übliche Versicherung der wohl- Grefzener StafcttlKatcr. Hofgunst. Lustspiel von Thilo von Trotha. Frohsinn und überschäumende Laune gehört nun einmal zur Stimmung des Fasching, und ihnen genügt Trothas nach berühmten Vorbildern ausgedachter Schwank von ben Launen der Hoftunst nahezu vollkommen. Was liegt daran, daß es weder ursprünglich noch lebenswahr ist, es ist lustig, voll tyreube und Munterkeit, so recht ein Stück für Zaschings- Dienstag. Kommt dann noch hinzu, daß sich die Aufführung so flott abspielt wie gestern unter Hermann Bako f s umsichtiger und eingehender Leitung, dann wird man sich an der harmlosen Derbheit der kleinen Mademoiselle t^ans Gene lebhaft ergötzen und die hier und da durchfchinuncru- ben Plattheiten zwar nicht gerade gern, aber doch nicht unwillig in Kauf nehmen. Auch die Darsteller hatten scheinbar etwas von der fröhlichen Fafchmgsstimmung, denn es klappte, von Kleinigkeiten abgesehen, alles recht glücklich. Anni Röber als mutwillige Vicky stand natürlich int Mittelpunkt und erfreute wie gewöhnlich durch eine voll Lust und Leben sprühende Darstellung, der auch dec tiefere Gehalt nicht fehlte. Einen hübschen, aber etwas müden Fürsten verkörperte Erich Wein gärtner mit angenehmer Herzlichkeit. Hermann Bakof als Vater der wilden Hummel zeichnete mit markigen Strichen den ehrenfesten, biederen 'Gutsbesitzer und erfreute durch sehr feine, klug abgestufte Wendungen int stummen Spiel.' Gefällig in jeder Hinsicht war Max Kronert als parkettgewohnter, aalglatter Kammerherr, G-rete Höcker als Fürstin-Mutter, Paul Kohl manu als Junker. Einen sehr schönen, gut ausge- dachten Auftritt bot Rolf Ziegler als Hausminister. Clemens Roden war ein flotter und schneidiger Ulanen- leutuant, der feine Uniform mit Liebe und guter Anpassung trug. Die Gräftn Birkenfeld wurde von Ada Pauly, die Baroneß von Naire Albrecht sehr wirkungsvoll dargestellt, ebensod.as iFräulein Stern von Hermine G i l z i n g e r. Jo Hoven als Prinzeß hätte ein wenig beweglicher sein dürfen. — Für die sonst ausgezeichnete Regie möge noch der kurze, an sich belanglose Hinweis dienen, daß ein Offizier feine Handschuhe nicht zusammengeknäult an dem Degen trägt, wenn er einen Besuch macht und die Hacken, ohne Schwung zu holen, zusammen nimmt K. N. * — Führungen und Vorträge des Kunsthistorischen Instituts in Florenz. Das Kunsthistorische Institut in Florenz, Viale Principessa Margherita 19, wird im kommenden Frühjahr Führungen durch Florenz veranstalten, die am 22. März beginnen und voraussichtlich am 17. April schließen sollen. Für jede Woche sind zwei Führungen und ein ergänzender Vortrag in Aussicht genommen. Ihre Mitwirkung haben zugesagt die Herren Dr. Walter Bombe, Dr. Adolf Gottschewski und Dr. Georg Gronau in Florenz, Dr. Wilhelm Wätzoldt aus Berlin, Privatdozent Dr. Hans Millich aus München und der Direktor des Instituts, Prof. Dr. H. Brockhaus. Anmeldung zur Teilnahme ist an ben letzteren möglichst bis 8. März zu richten. Den Teilnehmern werben Wochenkarten mit Angabe ber einzelnen Führungen unb Vorträge ausgestellt. Die Gebühr betrügt für Mitglieber bes „Vereins zur Erhaltung bes Kunsthistorischen JNstttuts in Flo- renj" und ihre Angehörigen 5 Franks pro Person unb Woche, für anbere Teilnehmer 10 Franks pro Person unb Woche; Stubenten haben, soweit ber Raum es gestattet, freien Zutritt. Wegen ber Raumverhältnisse kann nur eine beschränkte Anzahl von Karten ausgegeben werben. — ShakespearcsGifte. Die ausgebreiteten medi- zinischen Kenntnisse in Shakespeares Dramen haben schon oft bie Aufmerksamkeit ber Forscher auf sich gelenkt unb man hat feine Belesenheit in allen wichtigen mebizini- scheu Schriften seinerzeit nachzuweiseu versucht. Doch tote man allgemein die Behauptung eines ganz unsaßlichen und für einen Schauspieler tote Shakespeare unmöglichen Wissens, die die BasonümLv für ihre Theorie au. Die Elltko»»iision im Lichte der Zeutrnrn-leqeabe Tie „Germania" hat am .'.''ontaq aoend eine Darttellun-j Dt*r den Verlaus der Tinge in bcr knien Sitzung der Subfom. Mission v. cossemlichl. gegen Dir die 9 reibt sie. von rinem fcrtwrn «rjinpiomiti ;u reden 'Las firi' am letzten Freitag m bei Subfommüiion begeben, tnor meintet: nur biete»: Tel Äbg Freiherr v. Ganw batte feinen Antia > /ruf Veredelung bet 'Vlotri Pu (artet träge noch riirmal begründet rechtl>chrnr (tebiet, ium Teil richtet.n sie sich gegni bte «inseitig' Bindung der l»on«umfteucrn, ehrte daß zuglei2 htf <5enntir’t gegeben mürbe, daß die- vorgcschlagme „Bentz steuer" auch, wirklich ins Leben träte Jm netteren Verlaus bei TiSkussisit bat Tr Weber bann freilich erklärt, daß er deren sein würbe, selbst bte form oeS Gampschen Antrages zu akzep tieren. Uber nur unter der Bedingung, daß da- Mindestoernrögen. ao# besteuert werben dürfte, nicht weniger als 20 ^X) Mark betrüge, und baß ferner das Reich \raormatiDbeftinunungen über die Veranlagung des Vermögens erließe In dem „Kompromiß", mon dem die „Germania" berichtete, und ba4 des Tbg Erzberger thnfe fotet bereit« inr „Tag" preiQ, in dem revidierten -Antrag IlHamv alb), waren diese beiden Vorbehalte indes nicht enthalten, und deshalb hat der Abg. Tr. Weber gegen ihn gestimmt. Tic Haltung derRationalltberalen bleibt in diesen Stücken durchaus einheitlich und unzweioeutig: ftc werden nur eine Be- fitzstcuer annehmen, die vom Reichstage beschlossen wird und bei her man dle Sicherheit bat, daß den Beschlüssen auch die Durch fltfjrung folgt e Der Mittler zwischen Deutschland und Frankreich. Verschiedene sranwsisch? Blätter behaupt en aus zuverlässig.! Luellc erfahren tu Haden, daß es her Für ft von Monaco gewesen und T« uiKfianb ergriffen hab« Seit fahren habe der Fürst an leichtert worden, daß er gleichzeitig Persona grata beim Berliner Hof und im (ihior war. Rach verschiedenen Reifen, roeldic er nach Paris und Berlin unternommen hatte, sei cs ihm gelungen, olle Schwierigkeiten zu überwinden und beide Regiiungen zu vcranlasjrn, stch gegeweitig Zug, stäudnisse zu machen. e Tie Banktrennung in Oesterreich Ungarn. Tei unnariirfx? £>onbcl-?mutifler >tvfsutbs hat gestern eine Audienz beim Kaiser Franz ?fai *f gehabt: es band ltc sich um em- Besprechung der txm Ungarn geforderten Banklrennuug Ter „Reuen Freien Presse" aif?lac dürfte bad mittelbare Er gebiiic. der Audienz Franz llöfiutbs beim Kaiser dann bestehen, daß der Unabhangiakeilsparlel begreiflich gemacht wird, daß an gesicht« her heutigen auswärtigen Lage und der iwtwci»>i ien ftnmi ziellen Striegbrüitungen brr Monarchie alles vermieden loerdeu miHic, was ho» bklömcfcit der Dionarckie in eine fchtvaukn«-. ■ I ta ' n rb tn ritüff Ev htu I tt.tr bett die Verhandlungen ich. r gartellbanken nur zu dem Zweck ftattfinben, um Zett zu gewinnen (♦in Anschlag gegen den Zaren In *|3etcr6biinj gehen Gerüchte um, als fei bei bei Beisetzung des Großfürsten Wladimir in der Petei-Paul4-Kathedrale von den Revolutionären etwas gegen den Zaren int- Weil gesetzt worden. Fest steht nur, daß tn den letzte» Tagen tn Petersburg zahlreiche Verhaftungen und .paue- suchungen vorgenommen wurden, die mit dein kurzen Rus- enthalt des Zaren :n Petersburg zur Beisetzung seines Lnkels im Zusammenhang flehen. Unter den Verhafteten befinde» sich melircu Studenten, die im Verdacht stehen, rcDoliitionäre» und anarch'tischen Verbänden anzugehören. Dabei wuide eine geheuuc Druckerei aufgehoben, die sich mit der Fabrikation falscher Pässe und dem Druck von Piollainationcn beschäftigte. I11. ■!■ ” ••»>••• - - ______ ■ __1« Deutscdcs Ucict». Ter Tculsche Kronprinz soll, nach Meldungen omert kanüche Blckuei beabsichtigen, im fomnrnben 'Sommer eine Reise nad den Beremigten Staaten zu unternehmen. Der 2lu->- fing soll hauptsächlich fn.'rtltd? n Studien.zwecken dienen T c i braunschweigischen Lande S-Snnode ist der (hite-ur eine- Kirtbengefetze- f itens der Regierung zugcgangrn, thrned1 hiniiia bet den Gottesdiensten die Fürbitte für den Regenten des Landes, auch Herzog Ernst non Gunibcrlanb, <0 er sog von Braumchweig und Luneburg und fämilute Mitglieder des herzoglichen Haust's einsdst'eßt Tamir ist den Br. R. N. ;u- folg: ein Ung gehegter Wunsch der Anteiliger des braunschweig,- fdicn HerzogSoaufes erfüllt Tic Vorstand« bei Z e n tr u mo va r tci bei .'freue Imrcn und Jülich beidüoiiciL für die durch den Tod des Grafen Hompesch nvNrendlg gewordene Ersatzrvah: den tetben Dablkvuntees den Fürsten Lawi-Tyck am Schloß 2öd bet Reuß a(S Kandidaten nor zuschlagen Ausland. Erhöhung des Zolltarifs tn Frankreich Zn bcr Zoll'»mmi'fton erhoben gestern die Minister Ruau unb (Snipn rechn iüchc (5vnroenbitngcn gegen eine inbolmng des Zöllmens Miuiw i Pichvn wies bann aut die Möglichkeit internationaler Bernicklungen und der uorauoiid tlidten Gegenmaßregeln bin isc inite, von der jvomrniüion beantragte Maßnahmen konnten ins besondere die Entente &>rbialc gefäürden. TaS neue fer buche Kabinett ist wie folgt gebührt Ravakowmch fonfdiruilrr Präsidium, die Altrabikalen Mila laiwitfd:. .Hcufeere*, Miwsavljewitsch, Inneres. Piotinch. Finanzen 'Üaütsü.. Bauten, die Iungradikalen Ttoianonni'ch, stuitus »nt Pnodaiwn itsch, handel, der Rationalist Aibarat'ch. Fustti Zorn Hrieirtminiüer ist der Zlvmmandant Cberft Aarinvwitfch aus ersehen. T e u t s ch - Q ut e r i k a n i s ch e s Patent *?l b f o m m e n ESxJ# gestern in Washington vvot Äaais'ekretar Bacon unb dem deutschen Bvtichaner Erafen BernSdors unterzeickmete PÄtent itblcuuitcit sicht eine gleiche B«-l>rndlun.; der 'Latentindaber u linde« tiinbein vor. 54. Äeneralotrfawmlun? der Vereinigung btt Steuer und n>irtfd?aft$reformer. e. u. fe Berlin. 23 Febr Unter überaus zahlreicher Beteiligung hat txur vormittag nn Festiaale d?S Berluvi srünilleThnife» brr B,-r^ niguna der Steuer - und Littscha itSretormer zu ihrer H orbent luhen fWencralfmammUing zusammen, deren ein zwei Berbano lungSgegenstanb bic Finanzreiorm bildet Än Stelle des am uritbcinm üerbutbiTien Bonwenden 1..7nde4birektor Frhm 0 Manteuffel erp'mcie Gro' Wit Mirbach 3ormutten die BerHandlungrm mit tiorten der Begrüßung Tr Ctto Oer lad) üonwSberg und »Tautuiahrrr Freib Zu Putlitz lvroß-Pankmo behandeln bann an erster stelle di. h e t d, 5 f 1 n a n j re f or m unter hem C*kfid,treionncr erklärt 1 Bon bcm in dem beufchen Steuer nitem befolgten Grunbiay, baß üd) das Reich au» Verbrauchs und Berkebrssteuern beschränken unb di eie im Ausmaß feines Fmanzbedaries mtsbauen müi'fe, dar» niefjt ab- gewiesen werb»:n Tic Besteuerung de4 (hntommene unb vermög end durch baS Reich würbe den föderativen^ Charakter b«2 Reiches in Frage stellen, io baß bas wichtigste GefetzgebungSgebiet oen einzelnen Bunbesstaaten entzogen werben wütb-. 2. £)in* sichtlich brr Erbschaftssteuer steht bie Generalversammlung auf Dem bereits von der Generalversammlung 1906 eingenommenen Standpunkt: auch diese Steuer ist ein Einbruch deS ^Reiches in bas Gebiet bet direkten, den Bundepstaaten zusteheiiden Steuern. Jede Erbschaftssteuer trifft bic Gewerbe har! und Daher ungerecht, bei welchen eine BermögenSbildung sich nur langsam vollziehen kann. Bei schnell aufcinanbet folgenden Erbgängcn führt bic Steuer zu einer umfangreichen Bermoaenskonsiskalwn." Ter zweite Referent, Frht. v. P u t 1 i v, kommt zu folgendem Antrag: „Tie 34. Generalversammlung erklärt das Brennetcigewerbc als einen wichtigen landwirtschaftlichen Kulturträger, besonders wo die Kartoffel als einzige Hackfrucht in Frage kommt Zedc neue Gesetzgebung, bi» den Bet brauch von Kartoffeln in bei Brennerei erheblich mindert, sei eS durch zu starke Belastung des Trinkbrannnveins, fei es durch unzureichende Vergütung für denaturierten Spiritus, must daher tm Fnteresse der LonbwiN'chafl zurückacwiesen werden. Auch der Gesetzentwurf über den Zwischen handel des Reiches mit Branntwein bedarf in wesentlichen Tunftcn bet Abänderung, um den berechtigten Forderungen deS Brennerci- gewcrbes zu entsvtecheu " lieber bic Fraae- „Was kann auf dem Gebiete dci Verwaltung her vreustifche Staat und das Tcutfdh: Reich für eine cripTi?r'iiie Lo ung der Finanz rage tun?" reier erte das Herren hausmirg.ied Tr. iur, v. Burgsdorfs- Markendorf unter Zu grunbelegung folgender Resolution: „Zur Hebung unb Ge i'unbung unserer Finanzen, im Reiche wie in Preußen erickunm eine Vctcinfachiuig unb Verbilligung bcr gesamten Verwaltung geboten, iwtigensalls durch Abänderung der euudiläginiii Gcscrc loiüic Die gröBhnöfllidjftc Sparsamkeit in allen Berwaltunge zweigen Es ist jedoch nicht zu übersehen, daß für eine nn dauernde Gesundung unseres Finanzwesens eine genaue Festsetzung bcr Bcsteuernttgsfvtm zwischen Reich unb Emzelstaalen notwendie ist, bergeftaft, daß bcm Reiche die indirekten Steuern überlassen werden." Zu bei» Thema: „3ft üt Preußen eine Erhöhung der direkten Steuern «Einkomnien bczw. ErgänzungSsteucr- uotwenwg?" mc rierte das Herrenhausmitglied Graf von Mirbach- Sorquitten an der Hand folgender Resolution: „Tie 31 General Versammlung erhärt: Tic steuerliche Belastung ist da. Ivo bic bircftcii Stenern mit einer lwhen Kommunalbesteiierung zusammen fallen bereits eine überaus schwere unb drückende, ’o daß )ü nicht bloß bic wirtschaftliche Enttvickelnng vielmd, uugilnftig l" einflustk, vielmehr auch eine Verichiebimg der Bevolkermma ium Radneil bcr ärmeren Landcstcilc zur Folge l)at Eine bauernd. Erhöhung der bireften Steuern ist beshald entidjicbcn zurück iiuuriicp. Tie innerhalb der nächsten drei Zähre zu crfolgcnix Neuordnung bcr direkten preußischen Staatsfteucrn hat and) di« kommunale Steuerbelastung zu berücksichtigen." Prof Tr. Adolf Wagner trat gegenüber beit Ausführung en des Referenten lür direkte Steuern ein. Er fei der Ansicht, daß durdi indirekte, durch Verbrauchsstenern bcr kleine Mann allzusehr belastet werbe, der mit :Rücffidn auf feinen kärglichen Verdienst nicht in bcr Lage sei, neben feinen nonmibigcn Ausgaben noch Steuern zu bezahlen. Bei bcm kleinen Mann werbe Salz, Kaffee, Bier, Tabak, ^Branntwein besteuert, bte höher begüterten Klanen finb mehr in der Lage, Vermögens, Erbfchafts unb andere direkte Steuern zu tragen. Lebh. WiDerfpmch Mrini Herren, ich stelze vor Ihnen als ein Mmm der Praxis, und laue mich durch Ihreii Widerfprud, nicht beeinflussen. Sie gehen nm von einseitigen thcorct liehen Ansichten aus, unb beshalb bekämpf en Sie bie Erl'idwftssteuer Ich hoffe, baß bcr Staat reit bleiben wirb, unb dnst bie Steuer tm Saubtage burcbaeln Zuruf: Sn werden wohl fein Glück haben' Zeigen Sic nur in Europa einen Staat, bei bcm birche unb Erbfd>astssteuern nicht emgeführt finb sogai 'n Oesterreich »»«> zwar mit ciiu alS bei uns geplant. Mit Recht ragt der Heine Mann: t'kr.ibt bieicnigen Kreise, welche die Steuern bezahlen können, drück, n sich bappi. wenn sie mit ihrem Bermog^n emtrrten follen, btt Staates anfiubcriern Vollkommen 1 ch • ■ kleinen Leme Ich hal>e meine Pflicht erfüllt unb meiner lieber»eugiing hier Ausdruck gegeben, audr wenn trfi meint Popul'irilat in Ihren Kreifen einbußen sollte. Lautes Lach.-n dt. nötigen Maßregeln ergreifen wirb, inn die buchen Steuern '"nättr noch zu vctDolltouunncn. Herr v. 5rege wendet fich schan gegen die Ausfühnulgen Haupmiaim v. Simon meint, baß bcm Reiche am bem Gebiete ber Monopole große CuinaMneguellen offen itänbcn. — vaupruuntn v. Fackwitz stellt sich als Mann her Prari» bem Professor 'S?«inner als Ädmm ber Theorie gegenüber In den .'treuen ber Besitzenden und ökmibriaentünici werbe es wohl feinen einzigen geben, ber Tür bic Rachlaßsteuer cintrete. — Heu o. Bobelickiwing crlybt energisch Eimvruch gegen bic Be htiuprung. ba^ bic Lanbwirticban fidr dort, wo sie zahlen solle. iidi brücke, sein väterliches Gut fei bereits nut 25 Pro; des Einkommens steuerlich belüftet. Unter großer Unruhe und lautan Widerspruch ergreift irod. iitmal Pro'enor Wagner das Wort, um kMrzustellen, das •v keineswegs ein Anhänger bcr Bodenspekulation fei, Dir ei 3U Iobren he'ng l -f.-inv Ter Referent betont tm Schlußwort, baß man looiji nn ukgittr von Profenor Wagner in natioimlökonmiuschen Frage, ein löintc, daß man aber seine Aeußerungen doch mohl rei'vri : irren müsse. Bravo! Tie Resolution gelangt baraii' einstimmig (and Prof. Wagner fninint dafür iur Annahme. lieber des Thema: „Das kamt auf _bcm Gebiete der Per lüültun^ bcr Preußische Staat unb bas Temsche Reich für am lioricnliche Losmi.z bcr Jinan rage tun*<* tcfcrirrtr Maforat? dcntzcr Tr Burgsborff A'.trkcndvi' Ter Redner wrdcr'.c vor allem Elnichr.inhuigeil «uv bcm iHcbictc der Bcrwaltnn 1 vauten für Berwalttlmtszwecke. Lrinbrnnnning de Bcrwaltung- tosten. Auch au! anberni Gebieten könnte eine weife Soorilunki'i itrrt babei gt.h-n die neu«: •lueniiiiuu.j der vierten Wagnihasfe unb gegen dar Berlin . Liabchal)ntar!i Cbnc Tedattc fraiwti- die Bcrianimlung auch bet txm bin« I Kcbner vorg legten Resolunon zu Ter vierte iuib letzte Redner Graf v. Mirbach Soiaimicn I vcrjuftwtc angeiichts bei vorgerückten Jät uns näher.- Ausiüb- 1 ungat zu ber ron ihm PcrgeLMla RriolnruM. tocietf aS birie zur Annahme eclcngtc Taram 'chloß bie Taaunr____________ 1 21 statt unt £and. «g» i o; n, 24. Februar 1909. • * X a g e s» «11 u b e r litt Mittwoch. 24. Feöamr: Stadt« thcater: ,.. te Schmugglet.* ülntan« 7 Utzt. • • Bom Äroßh.rzoftkichen Hose. Ant Montag uach.n.ltag 4 Uhr fand tm 2?eucn ^a^aiS eine Sitzung deS Landesousschussd- b: r Alic«»^chulrn statt. Die AuSfchußinilglieder natjaien hieraus am Ttzt teil. - Zur Stichwahl ui SUzey-Bingen. Die Partei* lcitung ber soziakdcmokrat:fchen Partei sür den Wahlkreis Bmgeu-Slkzei) bat befchlofleu, bei der Stichwahl zwifchcn Morell unb liebel für Pfarrer 510teil cinuitrrtcn. 'JUlbeutfd-cr Perba nb. Ter Bcrlanb dielt cm Monlo.g eine Mitglicderversavmlung ad. in hrldyv der Borsitzende fohr. r Liebig ungefähr fvlgenbes «ruSführve Tao voliti'chc Rubcl-edsirfniS d"S Deutschen, der am liebsten von auswärtiger Politik überhaupt nichts hören will, und da- ilpn cnriDrcdxnbe Friedensstreben bergen ernste i^efahrat in »ich 29cnn ein Reich wie daS Teutfche 20 Jahre lang stets zurückweicht und lebet Reibung, die zwischen ihm unb anderen entsteht, beseitigt, irtbem co nad>ubt; trenn es gar ktn anderes Ziel mehr kamt, a.s da-, den Frieden um jeden Prcw zu erhalten, muß uotoenbig ;cbcd Boll mit stärkerem BolkStefichl den Schluß daraus ziehen Die Teutt'chen werden wohl einen Grund haben, her diese Rach» gicbigkeit, diriet äußerlich fo stark erscheinende Staat muß an :iner inneren Schwäche leiben, die ihn reden Aonflift »drum läßt Dadurch reizen wir bte fremden Böller zu uirmcr grögerrr Anmaßung — die Entwickelung des Casablancafall- ist ein lehrreiche- JRcu'pid dafür — und fdiltcfelidi imrb chen doch eine Grenze tx* ccich-t. an bcr Deutschland ntdx mehr n«id>gebcn kann: d. h ui Wilk.tchkcit festigt diese RachgiCdigkeu Nicht den Frieden, sondern ue erhöbt bie Kricgäwahrschcinlichkcit Teutfchland ist ferner .in Staat, dessen Bevölkerung bei suncf.menbcr Indufriialifierung :inbta wächst unb in feinen Ernäkrungsmög!imkcitcn in steigendem Maße auf den Export angaviesen ist. Tic bisherigen Ervvrt- Möglichkeiten werden aber mehr unb mehr eingcschränkt. Rvrd- amerifa erzeugt viele früher von Teutidtlunb em geführte Warai jetzt selbst. In /«aoan bildet iid: eine bluhcnN* Industrie aus. Die beute schon in £ Italien einen Teil des europäischen Imports oerbrängt tat. Aegnpten, Tunt-, .'tvrea, Persien unb uaS win - ichattlich so gut wie verloren gegangen. Die ungünstigen Folgen xr österreick l|ch-türk.uhen Str >li«ikeilen in bein uu uns au#» iid/tsreirfieit Kleinasien werden 'ich in Balde zeigen. 11 nb mm assen mir uns aud) die Tore von Marokko vor der Rate Zuschlägen Selbst wenn die Franzosen di«' ehrliche -Absicht bitten, virtschastlul) unparteiisch pormachen, fo ist Dorf) eine ganz selbst vei«ländliche Folge jeder politischen Yoniiarfn, daß fith ihr bic .virtschasttfche Ueberlciienljeit anjchließt Aut biefe Weise werden wir bic incbhdü* AnsDchnung unserer mirtfdwniidKn Beziehungen, die wir letzt bei einer einigermaßen erfolgreichen Ttplo- aiatic auf friedlichent 'Scgc cneidieii Tonnen, «miner gröfcrnt Schwierigkeiten entgegen fuhren. Helsen kann sich hier lediglich as deutsche Volk selbst. Wenn cutnral bas deuluhc Boll w »ittoual fühlen gelernt batte, ime e- ber alldeutsche Verband erstrebt, fo müßte bei cinn ‘SngelcgenlKit. wie bcm Marokbo- jertrag überall auS dein Volk heraus Stellung giiwrnrnen wer- ?cn: bcr Reichstag müßte von selbst sich bet Sache amtritacu jtc politischen Vereine iirüf.t n sich inßern E- fei doch wvhl ehr fraglich, ob dann noch Ereignisse ime bic bet letzten Monate. Veröffentlichung ber Tail» Rav», ber l'afaMiticufen, der Pierotloncrtrag, bic ^boliniartn’ möglich niren. Ein kurzes Äufitammen des Volksbcivußtseins wie im Aovcrnber, genüge tn lid-t: es müsse rut forttt’fhreub inneres Miterleben unb Mit- fühlen ui allai T ingen, die baS Tcuriditum an gehen, vvrhande« jein. Tic ‘Sorträ.K am Freitag, 20 Februar, in Steins Garten ,ollen Güsten und Umgehung über Wei'cn unb Ziele des All- .entfch.en BerbanbeS auskfären und zur Bej>'ikigung der vielen Irrtümer beitragen, die iib«*r den Alldcutid cn Verband nertnrilcl verteil: gleichzeuig sollen sie über die Wichtigkeu und bu Tragweite bcr Marokkofrage unterrichten. Beide >Rtimrx sind erste Autoritäten auf ihrem Gebiet. • • Stadttheater. Für bic Wiederholung dc- .RokokoabendS* am nächsten Freitag gibt sich lebhafte- Interesse kund. Desgleichen sür dic zweite Ausführung van 'juniperbinflte .stönigükindern' am Sonntag abend. Bemerkt ei, daß nut der verstärkten Kapelle zu diesem Werk noch weitere Proben stattstnden, um im letzten Akt einige Kürz« nngen anzubringen. Daß die Aufführung der ,König». finber4 für Gießen geradezu ein Iheatralische- Ereignis b«. Deutete, wurde übrigens auch in einer Reihe auswärtiger Zeitungen anerkannt. • • Faftnacht. Run ist Aschermittwoch! — Ein grauet riunmcl hangt müde über den frisch geweißten Straßen, b« gestern voll von lautem, trudelndem Leben waren. Schon kurz nach Mittag belebte sich der SelterSwcg, aus dem dann bis m die spaten Abendstunden ein reges Leben und Treiben herrfchte. Trotzdem war eS bedeutend stiller als sonst unb oon den oft höchst drolligen Sütbfntenmaofen war nur toentg ;u sehen. ES mar kein richtiger Zug dahinter. Zivar mürben ein paar kleine Pnoatumzüge veranstaltet nnb auch eine regel. ?chle, rnenn auch bescheidene wandernde Tierhaltung mar zu ehen und lockte viele Neugierige heran In den Gasthäusern -rar eG ebenfalls roemgec lebendig als in fonftigen Jahren. • * Bahnprojekt im südöstlichen Vogelsberg. Die Erschließung des sog. „Blauen Ecks", die irgend von Freiensteinau unb der Mooser (Srunb, durch eine Eisenbahn beschäftigte kürzlich eint* Versammlung der Gemernbe- Vertreter unb sonstigen Interessenten in Freiensteinau. Auch LrciSrat v. Bechtold von Lauterbach unb > arnmer- direktor Bräunmg von Birstcin nahmen teil unb versprachen int Laufe bcr Verhandlungen Förderung des Balmau- ichüiffciV Tie £rte des „Blauen Ecks" haben bis zur nächsten Babuscatwn 10 bis 20 Kilometer. Wahrend von pr«7ußiscker Seite bcr Südostabhang des Vogelsberges immer mehr erschlossen mirb. ift Hessen hier sehr untätig. Außer ber Bahnlinie Wächtersbach Birstein finb von Preußen bic beibcn Projekte gesichert: 1. SchluchterrnBreiicnbach- lllnibach, 2. Fnlba^'froßcn Lüdcr ^osenseld-Hausumrz. Tic Versammlung sprach den dringenden Wunsch um Bahn- anschkuß aus und zwar entweder an bic Vogelsberg! ahn nach Grebenhain ober an bic Bebraer Strecke über T:rftd#: ober Schlüchtern. Die £rtc bcs „Blauen Ecks" nehmen tu ihrer Einwohnerzahl fortgesetzt ab, da kein Verkehr unb ein Verdienst für bic Arbcuskräste vorhanden ist Burschen ind Männer gehen jahraus, jähret» nach Westfalen. Tic *mcinbcDertrttcr erklärten jich ;ur Geländestellung bereit. Tic Versammlung beaustragtc schließlich das Komriee^ ha 1909 Stadt. .’s ■ üi6««8 bis ' h’S fur den Wakl. ®«W i»^in Uten. ^hicltam E-' Mährte' °° liebsten^ uni) das ihm “ Tenn M-Ht und Eck, beseitigt, lcL Mr kNmt, notwendig ^°us ziehen: ?r diese Nach' -tE muß an mm lagt : größerer An. [.fin lehrreiches 'M Grenze er- 1 kann: d h nicden, sondern land ist seiner ndustrullisierung äten in steigen- Herigen ILxvort- Ichränkt. ')ivrd- lgeführte Waren Industrie aus, Äschen Imports 1 sind uns will- lünitigcn Folgen t füx uns Ms, igcn. Und Mt •t der Nase zu- e Absicht hatten, eine ganz idbfi- daß sich ihr die le Weise werden Etlichen Bezich- «lgreichcn Tiplo- immer größeren ich hier lediglich deutsche 'M fo xutsche Verband e dem Marokko- genommen im- rücke mnettmT 8 fei dock tote testen M MEU. kt :tn. 6m W cmber, genüge da rieben und Mit gehen, vorhanden in Ztrins Garten d Ziele des W igung der vielen Zciband verbreitet >it und die Trag- Reimet smd erste iederholung des ibt sich lebhastcs Ausführung von abend. Zeinerkl >jesem Werk noch Akt einige Kürz« j der „Königs- ches Ereignis be. eihe ausivcirtiger Ein gmer Bten Sti°ß-°l d" i mären. * auf bem bonn en und Tr«d°° I« «15 l»»l‘ ® „war nur* Qipöi wurden »'auch erhaltung war i denEMusew Men rf>en Logals A - haben brs r ,3 Mrend J )Cy 2 u'ltah5 if’Ä HÄ* *ig& kein Regierung und «Aandekammer um Bahnanschluß vorfteUlg zu werden. ** Die Mord fache Reif. Wie wir gestern schon mitteilten, hat der Schuhmacher Reif sein Leugnen aus- gegeben und gibt zu, der Täter des an dem Knaben verübten Verbrechens Ku sein. Er sucht seine Tat in möglichst mildem Licht darzustellen uni) gibt an, nicht die Absicht gehabt zu l)aben, das Kind zu töten. Der Junge habe bei der Ausführung seiner sexuellen Handlungen zu schreien angefangen und er habe dies durch Drücken am Hals zu verhindern gesucht. Ms er bemerkt habe, daß der Tod eingetreten sei, habe ihn selbst Entsetzen über die Tat gepackt. Weiter hat Reis zugegeben, daß er sich ant Nachmittag des 24. Dezember in der Stadt Herumtrieb in der Absicht, sich ein Opfer für seine Lüste zu suchen. Wie sich die Tat Reiss rechtlich qualifiziert, bleibt der gerichtlichen Entscheidung überlassen. Das Geständnis des Verbrechers wurde wesentlich hervorgerufen durch die klaren, Reifs Schuld unzweifelhaft beweisenden Feststellungen des ©o richtschemikers Tr. Popp. •• Frachtfreie Beföderung von Liebesgaben nach der Altmark wird auf gleichartige Sendungen zur Linderung der Not in den Ueberschwemumngsgebieten der übrigen Teile der Provinz Sachsen und der Provinz Brandenburg, Hannover, Hessen-Nassau, Westfalen, Rheinland und der thüringischen Staaten ausgedehnt, wenn die Sendungen an die Mltverteilung oder Weiterbeförderung der Gaben betrauten öffentlichen Komitees oder Sammelstellen zur Eisenbahnbeförderung aufgegeben werden. — Steinberg, 24. Febr. Der Turnverein „Gut Heil* feierte gestern abend in seinem Vereinslokal ,Zum grünen Baum" seine Kappensitzung. Nach voraus- gegangenem Riegenturnen begannen die komischen Vorträge und die Aufführung einer Anzahl schöner lebender Bilder. Auch einige nette Masken wirkten bei der Feier mit. Später wurde noch eifrig getanzt. r. Geilshausen, 23. Febr. Beim Schlachten eines Schweines biß dieses dem Metzger ein Glied eines Finger? vollständig ab. r. Rainrvd, 23. Febr. Den Tod gesucht und gesunden Trat der ehemalige Maurer Johs. Schwab, int)em er sich aus dem Fenster seines Schlaszüniners stürzte. Ter Greis stand im 94. Lebensjahre und scheint das Motiv der Tat Lebensüberdruß, vielleicht auch Nachlassen der geistigen Kräfte zu sein. Zur Ausführung seiner Tat Ivars der Verlebte zuerst seine Bettdecke aus dem Fenster des oberen Stockwerkes und stürzte sich dann nach. bm Nidda, 23. Febr. Vom 14. bi? 22. ds. MlS hielt der z. Zt. in die Heimat beurlaubte Baseler Missionar Hole in zehn Pfarreien deS Dekanats Missionsoorträge, die allerorts gut besucht waren. Da er aus einer reichen Erfahrung schöpfen konnte — er arbeitet seit 1884 in Ostindien — so haben in den besuchten Gemeinden seine anschaulichen Schilderungen sicher daS Missionsinteresse lräslig belebt und der Mission neue Freunde gewonnen. L. Friedberg, 23. Febr. Auch Friedberg steht unter dem Zeichen deS Faschings. Wohl kaum einer unserer Vergnügungsvereine hat eS versäumt, eine Fastnachtsfeier abzuhalten; schon seit 14 Tagen liest man in den TageS- blättern von Kappenabend, Juxabend, Maskenball. Schon am Sonntag nachmittag setzte das Karnevalstreiben auf der Kaiserstraße ein; zahlreiche, mitunter auch schöne Masken sah man sich tummeln; die unvermeidliche Klatsche und das Konfetti fehlten nicht. Während am Sonntag meistens Kinder sich im Maskenscherz übten, sah man heute mehr Er- ivachsene als Maskierte. Jedoch der Gesamteindruck ist der: Karneval ist bei uns ein eingeführter Artikel, der nie warm werden wird. Dienstag abend sand die Fastnacht mit einem Bürgermaskenball in den Räumen des Hotel Trapp ihren Abschluß. Q Wölfersheim, 23. Febr. Laut Beschluß des OrtSvorstandes wird im Frühjahr die dritte Schul stelle errichtet, da die Unterklasse gegenwärtig annähernd 90 Schüler zählt. Die neue Klasse wird im Rathaus unterrichtet werden. B; $111 hi ft a d t, 23. Febr. Der Karneval hat sich diesmal ivbhl infolge der rauben Witterung weniger stark entfaltet; der Rosenmontag brachte ivicder ein lebhaftes Maskenleben und Treiben auf den Straßen, aber in den größeren Lokalen ging es nicht so toll her, .wie sonst. Der Aufführung im Hoftheater „Orpheus in der Unterwelt" wohnten am Sonntag die Großherzoglichen Herrschaften bei, die gestrige Kinberoorstcllung .Der gestiefelt" Kater", b:< natürlich ausoerkaust war, besuchte der Grogherzog mit Prinzessin Dorothea. DaS Maskentreiben erreichte heute in den Nachmittags- und Abendstunden seinen Höhepunkt. Da ein gemeinsamer Maskenzug nicht zustande gekommen war, durchzogen zahlreich, humoristische Einzelgrupven die Stadt; in den großen Sälen ec. sanden Maskenbälle und Fastnachts- rmnmel statt. Die CaföS und Restaurants zeigten zumeist daS gewohnte aiisgelaffenc Karnevalstreiben. X. Lohrhaupten, 23. Febr. Die 15 Jahre alte Tochter des LandivirtS Kunkel erlitt durch die Expl osion einer Petroleumlampe, wodurch ihre Kleider in Brand gerieten, schwere Brandwunden, so daß der Tod eiutrat. [j Marburg, 23. Febr. Auch in unserer StaLt wurde heute dem fröhlichen M nmmenschanz in ausgiebigster Weise gehuldigt. Das Treiben in den Straßen begann schon in den frühen Morgenstunden und erreichte nachmittags seinen Höhepunkt. In den mit dichten Menschen- massen besetzten Straßen tummelten sich Hunderte von Maskierten, jedensalls meistens Studenteu. Anspielungen auf lokale Vorkommnisse, die Marburger Luftbahn usw. erregten die größte Heiterkeit. Auch die Musikkapellen, die bei den verschiedenen Aufzügen mitwirkten, waren kostümiert. W. Frankfurt a. M., 23. Febr. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung brachten die Sozialdemokraten den dringlichen Antrag ein, dem Sozialen Museum zur Unterstützung Arbeitsloser 30 000 Mark zu bewilligen. Nachdem der Oberbürgermcificr Dr. Adickes die Prüfung des Antrages durch einen Ausschuß empfohlen hatte, weit eine Bewilligung städtischer Gelder für Arbeitslose weittragende Folgen haben würbe, wurde die Verweisung an den Ausschuß abgelehnt und dein Sozialen Museiim nach Maßgabe des Bedarfs ein Betrag bis zu 20 000 Mark bewilligt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Steinfurth wurde die Errichtung einer Wasserleitung vom föemeinbciat beschlossen. — Tie Wa n d e r h a u s h a l t u ngAs ch u l e für den Kreis Friedberg begann in K i r ch -Göns einen sechswöchentlichen Kursus, der 20 Teilnebmeriimen bat.________________________________________ fianOttnrtfcbafL b. Friedberg, 23. Febr. Heule fand der Frühjahrs- p i e r d e m a r k t stall. Er war sehr zahlreich beschickt und besucht. Tie gcmeiusameir Veranstalter sind dieses Mal der Landivirlschaits- fammerau-MdwB für Oberb., der Landespfcrdezurbtverein des Groß- herzogtums und die Stadt Friedberg. Tic Pferde, meistenteils schöne Exemplare, standen in der Allee, in den städtischen P'erde- ställcn rmd in den Ställen vieler Wirtschaften. Ta viele Käufer sich eingefuiidcn halten, sollen gnte Abschlüsse erzielt worben Jem. Gleichzeitig mit bem Pferdenrarkl fand eine Prämiierung der schönsten Pferde statt. Annähernd 100 wurden dazu vorge- führt. Preisrichter waren: Laiidlagsabg. Breidenbach - Torheinr, Gutsbesitzer Plogk-Grundfchwalücini und Gutspächtcr Rullinann» Millelgründatl. Jin ganzen sind 1000 Mart als Prämien be° stinunt. Mittwoch fiiibct morgens Vieh m arkl statt rmd nachmittags eine V e r l o o s u n g. Zu gleicher Zeit fand nochnrittags 2 Uhr in den „Drei Schwertern" der Tisknssionsiiachiniltag des Vereins ehemaliger Landivlrtsckuiftsschüler stall, m welchem Oeto- nomicrat S v r e ß -- Friedberg die Diskussion durch einen Vortrag über „Belriebseinrichlung" emleitete. tScricbtsgaaL Berlin, 23. Febr. (Prozeß Berger.) Düs Gericht hielt den Angeklagten üöenjer der öffentlichen Beleidigung in vier Fällen für schuldig und erkannte unter Substituierung der Geldstrafe zu 1500 Mark für jeden Fall der Beleidigung, auf eine Gesamtstrafe von 5000 Mart, eventuell für je 15 Mark noch einen Tag Gefängnis. Gegen den Angeklagten Ilgen-- st ein lautete das Urteil auf 6 Monate Gefäit g n i s. Ferner wurde beschlossen, gegen Ilgen stein, der, wie angenommen wird, durch Flucht sich der Strafverfolgung entzogen hat, einen Haftbefehl zu erlassen. — Ter Gerichtshof hat den Beweis der Wahrheit für noU ständig mißlungen erachtet, ob die 5tSrtbinLenUÜ-nt und die Ehrengerichte resormLedürftig sind. DaS gehört Xnef nicht zur Sache. Jedenfalls steht fest, daß Admiral Schmidt bei der Ausstellung des Qualifikatiansaitcstes in voller Pflichterfüllung gehandelt hat und weder gehässig, noch racksüchtig, tuuh voreingenommen gewesen, ist und daß das Elirengerickt vollständig unvarlcnjch gewesen ist, sowie, daß daS Marinekabineti nichts unterdrückt hat. Berger bat diese Bescknitdigung auch schließlrckt iurihigetroniincit, Bei der Strafzumessung mußten erwogen werden die unerhörten Beleidigungen gegen die Marineverwaltung. Dadurch wurde das Vertrauen des Volkes zur Mariireverwaltung, einem Teile der Staatsverwaltung, erschüttert. Andererseits hat der Gerichtshof erwogen, daß. der Angeklagte Berger ein verdienter Lffizier war, der 25 Jahre lang treu gedient hat und daß der Angeklagte glaubte, es sei ihm Unrecht geschehen. Aus diesem Grunde hat der Gerichtshof von einer Freiheitsstrafe Abstand genommen. Bei Dr. Jlgenstein konnte dies nicht gesclrchen, da dieser in leichtfertiger Weise hochgestellte Mmirale, die sich um die Marine große Verdienste erworben haben, in schwerster Weise beleidigt hat. — lieber den Verble ib Dr. Ilgen - st ei ns im Prozesse zirkulieren verschiedene Gerüchte. Die Ver wandten befürchten, der nervöse. ^OZattn habe sich infolge der seelischen Depression, in ber er sich na.cki dem Anträge des Staatsanwaltes befand, ein Leid angetan. Andererseits heißt es, eine solche Befürchtung sei grundlos. Tr. Jlgenstein habe die Finck t ergriffen und befinde sich in Paris. G l e i w 11 $, 23. Febr. In dem Prozeß gegen eine Anzahl von Mitgliedern polnisch-katholif ch e r Vere in e in Ober- schlesieu wegen Geheimbündelei wurden sämtliche 34 Angeklagte nach zweitägiger Verhaudluiig frei g cs p rochen. Ter Staatsanwalt hatte selbst Freisprechung beantragt. Gnben, 24 Febr. Ter Malergehilfe Senger, der an- geklagt war, den Versicherungsbeamten Franke im Walde bei Guben ermordet zu haben, wurde wegen Mordes und Raubes zum Tobe verurteilt__— Für Messina finb weitere Svcnben eingegangen: Bei der Bank für Handel und Industrie, Nwderlasmng Gießen: Postagentnr Slemderg Act. 3.50, Postageulur Steinberg 8.10, Posi- agentuv Lützellinden ‘ 2.—, Poftagentur Hochelheim 51.—, Post- agentur Holzheim 39.80, Postageulur Langsdorf 97,25, Burger- 111enterei Aliendorf a. d. Lahn 20.— , ^-siifainnicii Mk. 221,65. Märkte. O Bübingen, 23. Fevr. Ter Petrimartt war mit Schweinen, besonders Jungvieh, äußerst zahlreich befahren: der Au'trieb mehrt sich von Jahr zu Jahr, ein Beweis, daß die Schweinezucht, rationell betrieben, ganz enorme Beträge abwirft. Viele Händler gestalteten den 'Dlarft reckst lebhaft, nur ganz kleine Bestände blieben unverkauft. Die Preise waren nicht sehr hoch, jedoch für Verkäufer und Käufer zufrledeiislellcnd. Sechs Wochen alle Ferkel wurden zu 25-28 Alk., rasch abgefetzt; Läufer zu 55—60-70 M. daS Paar. Rindvieh war nicht aufgelriebeii, ebenso war der Kraimnarkt fast ohne Bedeutung. fc. Frankfurt a. M., 24. Febr. Schwetncmarkt. (Org.- Tel. des Gieß Anz.) Zum Verkaufe standen 1-100 Schweine. Bezahlt würben: für Schweine 1. Dual. 70—72 Pig., Lebendgewicht 56,0 bis 56,5 Pfg.; 2. Qualität 69—00 Pfg., Lebendgewicht 55,0—00,0 P'g., 3. Qual. 64—68 Pfg. Geschäft gilt, Ueberstand unbedeulend. Äoranssichllichc Witterung für .pciien am Dounerstag den 25. Februar: Fondauer der Frostwitterung. Geringer Schnee bet wechseliider Bewölkung. Nördliche Winde. <9ri5inabZ)rat)tinel0uii5en« Berlin, 24. Febr. Gegen die. Televhon-Ver- t cu er ung haben sich auch die '21 c 11 eft ejt der Kauf ineiin- s chast non Berlin ausgesprochen. Sie erörterten in ihrer letzten Sitzung nochmals eingehend die vom Reichspostamt geplante Aenderung her Fernsprechgebühren, in der eine durchaus Verkehrs/ feindliche Maßnahme erblickt wurde, die tief in das Wirtschasts^- lebcn eingreise. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß der Reichstag seine. Genehmigung zu dieser Aenderungg versagen werde. Belgrad, 21. Febr. Die Situation wird immer ernster und kritischer. Die von russischer Seih' in Aus--, sicht gestellte Unterstützung ermuntert die Kriegspartei überaus unb die Belgrader Presse bedient sich einer überaus tMous- forbcnihcn Sprache gegen Qesterreich. London, 24. Febr. Eine Versa mm l u n g des Komitees für Handel und Industrie soll am Donnerstag ftattiinbcn zur Prüfung der Folgen, die der neue f r a n - zösische Zolltarif für den englischen Handel haben würde. Ten Vorsitz wird Churchill führen. Man glaubt, daß bei der französischen Regierung Vorstellungen erhoben werben. Madrid, 24. Febr. Ter Erzbischof von Tvledo, Kardinal Sancha, liegt int1 Sterben. s8* Kalter Kaffee schöner goldbrauner Farbe. Ueberall erhältlich in Originalmacht schön — sagt man — er schmeckt aber nicht so gut wie heisser, dem ein kleines Quantum von Pfeiffer & Diller’s echter Kaffee-Essenz zugesetzt ist, denn dadurch wird er kräftig, wohlschmeckend und von Nadelstammholz-Verkauf. Im Wege der schriftlichen Submission sollen unter den. für die Domanlalwatdungen geltenden Bestimmungen aus den Distrikten Todtenberg, Scheid und Nieder-Seilbach der Oberförsterel Treis a. d. Lda. verkauft werden: Stämme: Stierer 3. Kl. (35—39 Etm. dick» 24 -- 18I7 t-rfttn., 4. Kl. (25—29 (£tm.) 42 Stück 26,08 Fstm.; Fichte 3. SIL (30-39 ^tm.) 2 Stück — 146 Fstm., 4. Kl. <25—29 (5tnt) 12 Stück 6,63 Fstm, 5. Kl. 'unter 25 (5tm.) 41 Stück — 10^4 Fstm. Das Holz ist aufaearbeüct und ohne Rinde gemeßen. Gebote, mit der Äusschrist „Hotzsubmission" versehen, beliebe man bis Dienstag, den 2. März, oormittagö 10 Uhr, bei unterzeichneter Behörde einzureichen. Die Gr. Jorsttvarte Büttner unb Lwvert zu Treis a. d. Lda. zeigen aus Wunsch das Holz vor, ebenso erteilt der Unterzeichnete weitere Auskunft. Treis a. d. Lumda, den 23. Februar 1909. Bu/i Grobherzogliche Qversörslerei Treis. Schneider. bester Schulz gegen Rauchbelastigung empfiehlt (411 J. B. Häuser Neustadt 56. Rodheimer Str. 42. EI*miiI ,Windhol‘ z-.-.—. Telefon 624. —r= Bringe meine Säle zur Abhaltung v. Festlichkeiten jeglich. Art m empfehlende Erinnerung. Kuchen, Torten u. s. w. täglich irisch. 1814 Gemütliche Kaffcczimmcr. Groß. Gesellschasteu. Anmeldung, vorher erwümcht. Hochachtend J. Löbbert. Schornsteinaufsatz Phönix LIEBHABER Täglich frische Krcppcln itriCt. Noll. H'llüllkr, Mäusburg 12. tödel sicher Kopfläuse und deren Brm. Fl. 50 Psg. feiner Speisen achten peinlichst darauf, dass in der Küche nichts anderes als Liebig’s Fleisch-Extract verwendet wird, denn dieses altbewährte, ideale Mittel zur Verbesserung der Speisen kann durch kein anderes Präparat ersetzt werden. ..Oberhemden - Klinik“. Reparal. v. Oberhemden werd, schn. ausges. u. neue n. Maß anges. Weißnäherin (§. Schott, 01159) Ludwigstr. 6. II. Adler-Medic.-Drogeriel501 Setters weg 39. Otto Tchaas. LkbillWllslvkiser Lerkanf oon Nutzholz. 1 im Fürstlichen Försterbez. Usenborn, Distr. Schönberg 3.7.U.8.: at 60 Fstm. Fichlenderbstangen und 240 Fstui, Fichteustämme. (Die Stämme sind in Klassen 12—17, 18—24, 25—29 und 30 cm Tm. und mehr auSoebalteii). 2. im Fürstlichen Försterbezirk Gedern, Distrikt Smeßwald 2u. 3, Schwarzwald 1 und 4, Wäldchen 2a und Schwuiuffteiii 1: Bucken- siämme 25-29 cm Dm. en. 20 Fstm, 30—39 cm Dm. ea. 215 Fstm. (Das Hotz ist an Wege genickt.) 3. am ^ckloßpart in Gedern. Erlenstämme 9 oitm. v. 22—48 cm Durchm. Zu 1 erteilt Foritschüß Bauer. Hof Vuifenluft bei Hirzenhain, für 2 und 3 Förster Jvchem in Gedern, Auskunsl. Die Gebote sind verschlofien mit der Aufsckri'l „Nupbolzvertaus Gedern" bis Freitag, dcu 5. März l. I.. vormittags 10 Ubr an Fürstliche Reoiervenvalumg Gedern einzureichen, bei welcher Behörde auch die Verkaiissbedinguikgeil eingcichcii werden können. Bieter haben die Erklärung abzugeben, daß sie die Berkauisbe- dingungen aiierkenneii. Die Eröifnüng der Gebote erfolgt Freitag, dcu 5. März, vormittags 10 Uhr aus dem Geschäftszinuuer der Revieroerwaltuug Gedern. Gedern (Oberhefien), den 28. Februar 1909. BM/e Klinaekhöffer, Oberförster. Nutzholz-Verfteigeruttg. Montag, dcu 1. März ds. Js., vormittags 10 Ubr, kommt aus hiesigem Rathaus aus nachstehenden Distrikten folgendes Holz Ain Versteigerung: Distr. Moorsmald 38b: 93 EichetvStämme von 56,15 Fstm.: Distr. Kübuimer 28b: 13 Eiche» Stämme von 3V6 Fstm., 9 Rm. Elchernuttzholzt Distr. Althetuvald 31 b: 9 Erlestäm. v. 2,50 bltm.: 517 Fichten Stangen von 1—6. Klasse: Di > itt Sauernsgrundyeck: 81 Fichten-Stämme von 16.15 Fstm., 276 Fwueti Stangen 1—6. Kl., Totalität au- mehreren Distrikten: 15 Flchteu-Stamme von 4,69 ustm. Elccberg, den 19. Februar 1909. Der Burgeruieiper: QM/., Keil. Plockstr befindet sich Oberhessens grösstes Waren-Möbel-Versandhaus Frisch Fisch Diskretion. J. Jttmann Vlotkstr. U ©icHtn Bahnhofstraße 27 ZeleHon 231 Basiere Dich im Dunkeln Oegr. 1851 Große Reparalurwerkstälte lür Flügel, Pianioos u. Harmoniums Klavierstimmen Aufpolieren von Pianos W1LH. RUDOLPH Pernspr. 389 Friedrich Magnus empfiehlt. zu derabgeietzien Preisen Zurnrtgesetztc Ware« Winterschuhe I, wo- .H0C1L Gespielte Pianinos, Flügel und Harmoniums sind meistens in größerer Zahl vorrätig (30 bis 1200 Mk.) luniiiflc Monbülonen, Serrcn, auch Tomen, Yi agen ohne Firma Garantie fflr Solidität. 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Miialteber beider Berel ne sowie die flefamte Burgerichaft hrtbefonbere tue Intereffemeu find hierzu freundlichst eingeladen. vM/, Tic Vorstlinde. Versammlung der vereinigten Bauhandwerker an Tonner 4tag den 25. Februar, abends 8'/,, Uhr im Cato Ebel, zu der jeder HandwerlSmelsier freundlichn «mgeladen wird. 1807 Wichtige Tagesordnung. Darum vollzähliges Erscheinen unbedingt erwlinscht. Ter Vorstand der Vereinigung bauqpwerklicher Handwerksmeister in «Heften -7 ------ I .0 zonit - _______________________________________