Nr. 127 Der Siehener Anzeiger erschein! täglich, anker Sonntags. — Beilagen: : «ermal roöebeiuHd) SietzenerLamili-nblätteri zweimal wöchentl.Xreir- blattfürdenrlreir Sichen (Dienstag und Freiraq); zweimal nwnatl. Landwirtschaftliche -citfrazen ,"ern|pred) - Anschlüsse: für die Nedaktipn 112, Verlag u. Expedition öl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ?lnnahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vorrnittugs 9 Uhr. Erstes Blatt Dormerstag 3. Juni 1909 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Ztemdruckeret R. Lange. 1S9. Jahrgang ^Cjttßöprci): monatlich 75Pf., merteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigsiellen monatlich 6ö Pf.; durch die Post Mk. 2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallöPi., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadl u. Land" und „(Äencbts- Redattion, Lxpeditton und Druckerei: Zchulstrahe 7. qj“V/r? letzener Anzeiger General-Anzeiger für Ohecheffen Line herzersrischen-e Kundgebung. Auch in konservativen Wählcrireifen wachst die Mißstimmung gegen das Verhalten der konservativen Partei in der Frage der Reichssinanzreform, lieber ein neues Symptom dieser wichtigen llnter- und Gegenströmung in den konservativen Kreisen wird der „Tügl. Rundsch." aus Lötzen berichtet, daß dort die reichstreuen Wähler eine Ver- scmnnlung abhielten, um eine Resolution zugunsten der Regierimgsvorschläge für die Reichssinanzreform yu fassen. Nach einer kurzen Ansprache des königlichen Gpmnasial- direktors Dr. Wiesenthal tuurde einstimmig eine an den Vertreter des Wahlkreises, den konservativen Abgeordneten v. Staudy, gerichtete Resolution angenommen, in der es heißt: „Erne Dersamnrümg Ihrer Wähler aus der Stadt Lätzen, teils eingeschriebener Mitglieder der konservativen Partei, teils Wahlhelfer derselben, hält es für ihre Pflicht, Ew. Exzellenz davon in Kenntnis zu setzen, daß sie mit der Haltung der konservativen Partei in Sachen der Reichs finanzreform nicht einverstanden ist. Wir 6etrachten jeden Tag der Verzögerung als ein Unglück, die Fortdauer der Fnurnznot des Reiches als eine Schande und eine Gefahr für unser Volk. Wir sehen daher mit schmerzlicher Enttäuschung, daß der nationale Reichstag von 1907 den Er war tungen des bis auf eine Interessenten gruppe opserrvilligen deutschen Volkes nicht entspricht, daß vielmehr die Parteien ihre Prinzipien höher stellen als das Wohl des Ganzen. Wir vermögen aber keine Entschuldigung der konservativen Partei in dem Umstande zu finden, daß auch andere Parteien das Zustandekommen der Finanzreform erschweren. Jedem einzelnen Abgeordneten ist die Verantwortung für die Lösung dieser nationalen Aufgabe auf die Seele gelegt Insbesondere halten wir den Widerstand der konservativen Partei gegen die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Ehegatten und Kinder unter den obwaltenden Verhältnissen nicht für gerechtfertigt. Es ist eine Ehrenpflicht der Besitzenden, den im Verhältnis zur Belastung der kleineren Einkommen durch die indirekten Steuern geringen Anteil des Bedarfs, den die Mgierungsvorlage ihnen auferlegt, willig auf sich zu nehmen. Daß man in den Parteizeitungen den Freunden der Erbanfallsteuer Zerstörung des Familiensinns vorwirft, empfinden wir als Beleidigung. Wir hoffen nämlich, unsere Söhne und Töchter zu einer solchen Familien- und Staatsgesinnung zu erzieht, daß sie nach unserem Tode von denk etwa hinterlassenen Vermögen dankbar und gern dem Reiche seinen Anteil geben, dessen Schutz allein die Sammlung und den gesicherten Erbansall des Vermögens ermöglicht. Die konservative Partei hat starke Wählerreserven in dem nationalgesinnten Bürgertum. Das Vertrauen dieser „Mitläufer" entfremdet sie sich aber durch ihre Unterordnung unter den Bund der Landwirte und ihr Bündnis mit Ultra- montanen und Polen. In den Kreisen der gebildeten Bürger und Beamten ist Verständnis und Sympathie für die Landwirtschaft, mehr vielleicht als für jeden andern Erwerbsstand, vorhanden. Man gönnt es ihr von Herzen, daß es ihr bei dem jetzigen wirtschaftlichen Tiefstände von allen Erwerbszweigen noch am besten geht. Uinsomehr muß es alle, denen das Vaterland höher steht als jede Partei, verstimmen, daß der Bund der Landwirte ein Haupthindernis der Reichssinanzreform ist. Die konservative Partei scheint uns daher nicht gut daran zu tun, wenn sie die Verstimmung ihrer nichtagrarischen Mitglieder und Mitläufer für nichts achtet. Mr würden es schmerzlich bedauern, wenn in der konservativen Partei für reichstreue Männer ohne Landbesitz kein Platz meyr sein sollte. Als deutsche und evangelische Männer des national gefährdeten Ostens sind wir empört darüber, daß die deutsch-konservative Partei dem Zentrum bei seinem Bemühen, wieder in den Sattel zu kommen, den Steigbügel hält. Das war wahrlich nicht die Meinung der Mi hier von 1907, daß die ultramontane Partei mit ihrer reichsfeindlichen polnischen Gefolgschaft durch die Hilfe der Konservativen des Reichstags wieder bestimmend für die Geschicke des Reiches werden sollte/' Das ist eine deutliche Sprache, und die konservativen Führer täten gut daran, solche Warnungen wicht in den Wind zu schlagen. politifd^e Tagesschau. Ministerialdirektor Thiel hat gestern seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Reichskanzler richtete an ihn aus diesem Anlaß nachstehendes Telegramm: „Ew. Exzellenz bitte ich, heute, wo Sie in voller Rüstigkeit das bMische Alter erreicht haben, meine "lierzlichsten Glückwunsch? entgegennehmen zu wollen. Möge Ihre reiche praktische Erfahrung dem preußischen Staate mb der deutschen Landwirtschaft, die Ihnen schon viel ver- Lanken, noch lange zu Gebote stehen; möge Ihnen die Freude «m der Slrbeit und der rheinische Humor niemals ausgehen " 11. a. hat auch die Mrrionalliberale Partei an Thiel, als einem alten, treuen Anhänger der Partei, herzliche Glückwünsche gerichtet. * Der frühere serbische Kronprinz erachtet es unter seiner Würde, Genugtuung bei Beleidi- fiungen zu geben. Der Prinz fiel im Audienzsaal des Konnks in Gegenwart vieler Personen über den Major Okanowitsch her und schrie ihm zu, wie er es wagen könne, irr den Konak zu kommen: „Sie wollen meines Vaters Gefühle gegen mich vergiften. Haden Sie mehr Macht in diesem Lande als Georg Karageorgewitsch?" Der Prinz geriet immer mehr in Wut: „Wer sind Sie unb die Männer, die Sie vertreten? "Feiglinge, Verräter, bestochene Spione! Aber der.König wird mich trotz eurer Machenschaften nicht verleugnen. Sein ältester Sohn ist ihm. lieber als irgendeiner von euch!" Da fuhr der Major auf: „So kommen Sie urtl) lassen Sie uns zusammen vor den König hintreten!" Wit diesen an Prinz Georg gerichteten Worten suchte er die Türe zum. Kabinett König Peters zu öffnen, aber ein Adjutant wehrte ihm den Zutritt. Prinz Georg fuhr nun1 fort, den Major und dessen Partei als Verschwörer zu beschimpfen und forderte Okanowitsch zum Duell. Schließlich verließ der Offizier den Saal, da er einen tätlichen Konflikt mit dem Prinzen, der außer sich vor Wait war, vermeiden wollte. Als Major Okanowitsch dem Prinzen Georg später durch zwei Zem^en, banmter bekannte Verschwörer, eine Herausforderung zum Duell schickte, ließ der Prinz die K'artellträger durch einen Diener aus dem Palais werfen und vor der Tür sagen: Eine Verschwörerbande darf die Treppe meines Palais nicht betreten; ich erachte es unter meiner Würde, mit Verschwörern Verhandlungen zu führen. Deutsche» Reich. Das Meineidsversahren gegen den Gehei me- rat Hammann, bent vom Amte suspendierten Presse-Dezer- nenten des Auswärtigen AmteS, ist im Sande verlauf«:. Die Unterfud)ung der Staatsamvaltschaft, die schon in den früheren Phasen der Affäre ein Einschreiten abgelehnt hatte, ergab allem Anscheine nach nichts Belastendes, denn das Verfahren wurde eingestellt. Herr Hammann kann also wreder seiner Tätigkeck nachgehen. Fürst Bülvw und die Konservativen. Eine Meldung, die zu verheißungsvoll lautet, als daß sie wahr sein könnte, weiß ein Berliner Korrespondent seinem Pariser Blatte zu melden. Er will nämlich aus zuverlässigster parlamentarischer Quelle erfahren haben, daß Fürst °Bülow eine energische Aktion vorbereite, um den Widerstand der Konservativen gegen die Finanzreform M brechen. Der Fürst werde diese seine Aktton demnächst in einer Rede im Reichstage andeuten und wenn die Konservativen keine Umkehr halten, dann werde er gegen sie einen energischen Feldzug enrieiten. Die Konservativen werden die Absichten des Fiirsten an gewissen administrativen Maßnahmen zuerst erlernten. Die Hauptversammlung des Bundes'deutscher Verkehrsvereine in Frankfurt a.M faßte einstimmig eine Resolution, in welcher die neuerdings geplante Ausdehmmg der Fahrkartensteuer verworfen und die Beseitigung dieser verkehrs- feindlichen Steuer gefordert wird. Ausland. Abdul Hamid. Die Nachricht, daß der frühere Sultan nach einem arabischen Dorfe gebracht worden sei, ist unrichtig. Nur in dem Falle, daß Abdul Hamid sich unruhig verhalten würde, soll seine Internierung an einem anderen Orte erfolgen. MherorürntUcher Banöelsfammerntag. S. u. H. Berlin, 2. Juni. Heute fani> im großen Sitzungssaale der Handelskammer zu Berlin die Versammlung der Deutschen Handelsvertretungen, so weit sie in uwnittelbarer Beziehung zu den deutschen Börsen stehen, statt, die von der Handelskammer zu Berlin zwecks Stel lungnahme zu den neuesten Beschlüssen der Finanzkommission des Reichstags über die Besteuerung von Wertpapieren ein- becufcn war. Nach längerer Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: „Die am 2. Juni versammelten Handelskammern, die in unmittelbarer Beziehung zu den deutschen Börsen stehen, erheben schärfsten Widerspruch gegen den völlig verfehlten Beschluß der Fi- iranzkommission des Reichstages, der dem Handel mit Wertpapieren und ihren Besitzerit ungerechterweise unerträgliche Sonderlasten aufbürden will. Die beschlossene Besteuerung würde die deutschen Börsen, die nach dem Inkrafttreten der deutschen Börsengesetznovelle von 1908 eben auf dem Wege einer allmählichen Ge sundung waren, aufs empfindlichste schädigen und sie noch tiefer herabdrücken als es durch die frühere Börsengesetzgebung geschehen war. Sie würde den deittschen Kommunen, Anstalten und Unternehmungen die Erfüllung ihrer wirtschaftlichen Ausgaben erheblich erschweren und die ausländischen Börsen auf Kosten der inländischen stärken. Vor allem aber würde sie die politischen und wirtschaftlichen Gesamtinterefsen und damit die Machtstellung des Reiches bedrohen, weil sie die deutschen Börsen vom internationalen Finanzgeschäft ausschlösse, und die Grundlagen des Außenhandels erschütterte Die Erträge der Steuer würden hinter der von der Kommission ohne sachliche Unterlagen in der oberflächlichsten Weise erfolgten Schätzung weit zurückbleiben. Die Versammlung bittet daher, Reichstag bzw. Bundesrat um Ablehnung der Beschlüsse." Lvange!isch-5o;ialer Longreh. S. u. H. H e i l b r o n n, 2. Juni. Die Begrüßungsversammlung im Theatersaal war so stark besucht, daß biete Kongreßteilnehmer keinen Platz finden konnten. Nach dem Vortrage von Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" nahm der Vorsitzende des Ortsausschusses Chefredakteur I ä ck h von der Neckar-Zeitung das Wort. Er erinnerte daran, daß vor 13 Jahren der Evangelisch-Soziale Kongreß zum letzten Male in Württemberg und zwar in Stuttgart getagt habe. Aber auch in Heilbronn finde er kein Neuland. Ter evangelisch- soziale Gedanke sei in Heilbronn schon lebendig gewesen, als es noch freie Reichsstadt war. Tas Denken und öffentliche Wirken in Heilbronn bewege sich in den Jdeenreihen des Evangelisch- Sozialen Kongresses. Ter Redner.schloß mit dem Wunsche, daß die Tagung die Teilnehmer erfüllen möge mit dem Gefühl für soziale Vervollkommnung zum Gedeihen des gesamten Vaterlandes. (Lebh. Beifall). — Pfarrer Capns (Tuttlingen) entbot dem Kongreß ein Willkommen namens der Evangelischen Arbeitervereine Württembergs. — Pfarrer Traube (Stuttgart, begrüßte den Kongreß namens des Evangelischen Bundes und seiner 22 000 Mitglieder Württembergs. — Pastor Rohlfs (Osnabrück) dankt namens des Guttemplerordens für die Einladung und dafür, daß der Kongreß seinerzeit den Mut gefunden habe, eine Kritik der deutschen Trinksckten durch Professor Raujchen- bach zuzulassen, obgleich er doch in der Hauptsache von den akademischen Kreisen getragen werde, die in der Bekämpfung der Trinksitten noch weit zurück seien. Aber auch auf diesem Gebiete gehe es vorwärts auf der ganzen Linie, sogar in Württemberg (Lebh. Heiterkeck). Pfarrer Naumann (Heilbronn mit stürmischem Beifall begrüßt, führte ans: er wolle sich nicht mit denen beschäftigen, denen es Ueberwindung gekostet habe, auf dem Kongreß zu erscheinen. Man dürfe nicht übersehen, daß, wenn die freigesinnten Kreise sich nicht um kirchliche Einrichtuirgen kümmern, damit die Kirche noch lange nicht aus der Welt geschafft ist. Daraus folgt nur, daß die Freigesinnten die Unfreien in der Hand halten. Noch stehen du»rch das ganze Land hin die Kirchen, wird Religionsunterricht erteilt. Wir freuen uns ihnen zurufen zu können: die große Instrumentation der Vergangenheit arbeitet weiter, aber ohne euch! Es ist richttg, daß der Heidelberger Professor Rohde schreibt: Ungläubige Zecken haben uns schon oft zusauimen geführt. Daher muß der Evangelisch-Soziale Kongreß den freigefmnten Kreisen zurujen: Auch Ihr sollt mithelfen. Ter Katholizismus steht als Kirche sehr fest, als Weltanschauung aber schwächer da als der Protestantismus. Wer sind die Völker, die die größten Errungenschaften der modernen Zeit gezeitigt haben? Tas sind die Engländer, die Amerikaner unb nicht zuletzt der protestantische deutsche Norden. Ter Protestantismus hat die Menschen lebendig und scha)fensfreudig gemacht. Die großen Denker des deutschen Volkes gehören in den Protestantismusl hinein. Heute aber steht der Protestantismus nicht mehr vor religiösen, sondern vor sozialen Fragen. Ter Fortschritt der Menschheit hangt davon ab, wie er selbst von den Menschen eingeschätzt wird. Wir können nicht ohne den Mammon leben, aber durch Geld und Mechanik allein können die Fragen der Zeit nicht gelöst werden. Hier setzt brr evangelifch-soziale Kongreß ein gegenüber dem Materialismus. Zu einem Luftschiff braucht man wohl Motoren und Aluminium, damit allein aber hätte Graf Zeppelin sein Luftschiff nicht konstruieren können. Tazu gehört der eiserne Wille, der sich mit seiner Idee unlöslich verbunden hat. Materialismus und Egoismus lassen die Menschheck in den alten Bahnen weiter laufen, neue Formeln werden nur von solchen gefunden, die den Mut l)aben, sich einer Idee völlig hinzugeben. (Stürmische Zustimnlung.) Professor Harnack-Berlin: Unsere große Mutter Deutschland hat mehrere Kinder, die wir alle lieb haben, aber mit dem Schwabenlande ist es etwas ganz besonderes. Es ist die älteste Schwester, jedem der hierher kommt geht das Herz auf. Nicht nur vom Hohenstaufen zum Hohenzollern, es gibt in Schwaben noch andere Wege, die zu hohen Zielen geführt haben. Die Menschheit schreitet fort, aber der Mensch bleibt derselbe. Die großen Schmerzen und tiefsten Sorgen sind dieselben geblieben. Ebenso aber auch die höchsten Ideale. Wärmen und stärken tarnt nur das Solidaritätsgefühl. Möge auch der Kongreß in dieser Beziehung zu seinem Teile daran arbeiten. (Lebhafer Beifall.) Harnack dankte schließlich allen Rednern für ihre Begrüßungsworte. Tie erste geschäftliche Sitzung im Saale der Harmonie war überaus zahlreich besucht. Der Vorsitzende Professor D. Harnack- Berlin begrüßte die Versammlung unb wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß der Begriff der sozialen Ausgaben sich seit der Zeck der kaiserlichen Erlasse verschoben habe. Damals bezog er sich fast ausschließlich auf die Fabrikarbeiter. Wieviel hat sich seitdem ^ändert. Ter Entwurf' des Reichsversicherungsgesetzes ist in dieser Beziehung ein Beispiel. Er bedeutet eine Leistung unseres Volkes, wie sie noch von keiner Nation geschaffen worden ist. Mit Freuden begrüßen wir den Mitarbeiter an diesem Werke, den Grasen Posadowskv, in unserer Mitte. Freilich wird man sich auch nicht dem Gedanken verschließen können, daß die Bersicherungsgesetze für den Trägen aud) Gefahren bringen, man wird auf Mittel sinnen müssen, um das Verantwortlichkeitsgefühl des Einzelnen zu heben. Tie Versicherungsgesetze sind univirksam, solange nicht der Arbeiter innerlich moralisch frei ist. Ter Kongreß stehe im Zeichen des Evangeliums, der Liebe und Brüderlichkeit. Daher sei es Pflicht, auch derer mit Achtung zu gedenken, die seinen Bestrebungen entgegenständen. Der Redner schließt mit einem Hoch auf den Kaiser unb den König von Württemberg. Namens der württembergischen Regierung sprach der Minister des Innern v. P i s ch e k. Er erklärte, daß die Negierung Württembergs den Ausgaben des sozialen Kongresses mit voller Sympathie gegenüberstände, daß sich die Begriffe württembergische Regierung und soziale Ausgaben beinahe decken. Die württem- bergische Regierung werde auch weiter bei der Reichssinanzreform von sozialen Gesichtspunkten aus an der Erbansallsteuer festhalten. (Lebloser Beifall.) Sodann ergriff, von den Anwesenden stürmisch begrüßt, Staatssekretär a. T. Graf Posadowsky das Wort zu seinem Vorttage über Luxus und Sparsamkeit. Ich bin in dieser Versammlung bedeutender Sozialpolitiker erschienen um zu bezeugen, daß ich eintrete für die innere Berechtigung der sozialpolitischen Bestrebungen des Evangelisch-sozialen Kongresses. Tie Gegner der modernen Sozialpolitik setzen sich in Widerspruch mit der Sittenlehre aller gebildeten Leute. Um den ungeheuren Gefahren der Gegenwart zu steuern sind die Staaten gezwungen, den Weg der modernen Sozialpolitik zu beschrecken. Ich betrachte es als höchsten Ruhmestitel unseres Volkes, auf diesem Gebiete Pfadfinder gewesen zu sein. Ich erinnere mich mit Stolz an ein Wort, das der Präsident der französischen Republik, Loubet, mir bei einer Audienz sagte: Die soziale Gesetzgebung Deutschlands wird die ganze gebildete Welt revolutionieren. Es ist eine irrige Annahme, der Sozialpolitik die Schuld an der gegenwärtigen Finanzkalamität zuzuschreiben, oder zu glauben, daß infolge der Sozialpolitik die wirtschaftliche Stellung Deutschlands zurückgehen werde. Luxus und Sparsamkeck ind die beiden Pole unseres Wirtschaftslebens. Zu gleicher Zeit, da in Deutschland die Frage der Sparsamkeit besprochen wird, ist sie auch in England auf der Tagesordnung unb in Amerika, wo man glaubte, man wisse nicht wohin mck den Ueberschüssen. ^Heiterkeit.) In der Wissenschaft hat man versucht, den Begriff des Luxus zu definieren; diese Erklärungen sind aber nicht ausreichend. Was in früheren Zeiten als Luxus galt, irirb bald zu einem allgemeinen Volksbedürfnis. Im gewöhnlichen Leben ieht man oftmals nur den Luxus bei anderen. (Heiterkeit.) (§6 wäre volkswirtschaftlich verkehrt, den Luxus an unb für sckh als etwas Verderbliches anzusehen. Nehmen wck z. B. die (Snri Wicklung des Automobilverkehrs an, so sehen wir das deutlich Was heute manchem als Luxus erscheint, kann bald als allgemeines Bedürfnis gelten. Ein gewichtiges Wort auf dem Gebiete des Luxus spricht die Mode, so unsinnig sie auch manchmal sein mag. Luxus bringt auch oft mehr gutes als Almosen. Im Mittclaller roirften Staat und Kirche gegen den Luxus Man sal) in der Polizei einen Polvpen, der alles umfaffen könne Ja es gibt Leute, die dieser Anschauung auch heute noch huldigen • cs gibt Leute, bte eine Ueberhebung darin erblicken, daß der Arbiter z. V. anständig gekleidet geht. Dian muß sich aber freuen zu sehen, um wieviel besser sich der Deutsche gegenüber dem franzöftichen und englischen Arbeiter in den großen Industriezentren kleidet. Es gibt natürlich einen vermessenen Luxus, von dem man sagt: Große Vermögen gehen selten in die dritte Generation. Luxus treibt der, der mehr ausgibt als er kann Ter unberechtigte Luxus wird auf dem Gebiete des gesellschaftlichen Lebens getrieben, wo oft die geistigen Güter über den materiellen oergenen werden. ^ie Gesellschaft mit ihrer Repräsentation hat sich liier zur fixen Idee entwickelt. Es ist ein plutokratischer Bureaukratismus aufgekommen. Die Auswahl der Beamten findet weniger nach Befähigung als nach der finanziellen Leistungs- lamgieit statt. Dadurch sucht der betreffende Beamte Eftcktuß zu,gewinnen, den er nur seinem Amte selbst verdanren soll. Als äußerst ichädlich i|t weiter zu nennen der Trinkluxus in Deutsch- Ed. Erne «teuer auf alkolwlfreie Getränke würde ich daher uit ethischen unb volkswirtschaftlichen, Sinne jux einen argen ic, ob cs einen wirt n vor 2Selt unb ümuS? Riiibern. heute mittag gegen 12 Uhr ein Student au« Aachen! spitze auoflearbeiiet. Tie ihnen verabreichten Speisen und Getränke für ’öanö ab. liegen sie sich munden. Der hiesige 2. Pflügst- Unter sehr auf bem oanrutatter Wasen, der besonder- gflnfHii M X.'u lassen Jetzt erinnerte sich der Wirt, baR bav erste falsche läelbstück ebenfalls von der ,3rau berrubrtc, die be?halb sofort in Haft genommen au6 ben betr. Orten: Troßen-Minden. Gesangverein .Germania' beteiligte sich am feiertag am GefangSivettitrcit in Gräsenhausen. ben Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt WormS. Aug. pom zu WormS, zum HauptsteueramtSkontrolleur bei bem Hauptsteueramt Mainz ernannt und den BezirkSkasse- assistentcu bei der BezirkSkasie Mainz I, Ang. Reuninq zn Mainz in gleicher Diensleigenschast an die BezirkSkasie Offen bach versetzt. " Erledigt ift die Stelle eine« RevtsionSkontrolleuis bei Großh. Hauptsteuerauit W orm«. (Schluß der Meldefrist 7. 3l,nü. •• 'Boni LanbeSlehreiverein. Der Vorstand des! Hessischen 9anbe«lchreruerein« hat sich an da« Ministerium mit der Bitte gewandt, die noch zu Recht besiehende Verfügung, wonach Lehrer eine von dem Schulvorstand beschlossene körperliche Züchtigung zu vollziehen haben, auszuheben. ee PietSge krönte Sänger. Zu den Erfolgen ober- hessischer Sanger aus bem GesangSivettstrct in Grafen- Hausen, über die ron gestern berichteten, schreibt man unv -i Beinen zuzog. /X Mücke, 2. Juni. Tie Bautätigkeiten den Ortschaften der Umgegend iit in diesem Frühjahr und oominer -uicbcr besonder« rege. Die Zahl der mit Baumaterialien beladenen Waggon« ist recht erheblich. Tagtäglich halten an den VerladungSüellen zahlreiche Fuhrwerke, die die Mate- na(ien abholen. Insbesondere ist der Verbrauch an Schlacken- und Zementsteinen enorm. Da« alte Fachwerk au« Holz- flechtwerk und Lehmen ist gänzlich oerschwunben; an feiner stelle werden die Gefache nut genannten Steinen auSge- vie Fernfahrt öes Zeppelin II. 3 m Hasen' so lautete die IkbendiT’it innerer gestrigen Mitteilung hon der glücklichen Ankunft des Luftschiffe'' auf seiner Gern in Manzell, die in Aanz D-eittschst lmid, ja in der ganzen gebildeten Gelt mit Stxinnung erwartet wurde Es war eine tollkühne, .-.ußerord^nttiche Fahrt von Eioppmgen nad) Manzell, unb es gehört nicht nur die stolze lleberzeugung der wagemutigen Ingenieure und der Arbeiter dazu, um mit dem nur notdürftig au*- gebesserten Luftschiff die 100 Kilometer lauge Fahrt von der Unfallstelle bis zum sicheren Hafen voll Bertraunr zu unternehmen unb zu vollenden Aber diese fahrt mit dem mraden Luftschiff hat eine weit größere Bedeutung all die Zuversicht der Erbauer zu erweisen ES ist der fiarfte und offensichtlichste Beweis von der Ue b e rl eg en he 11 des starren Systems über alle andern. Unfälle, wie bei (V-äpoingen werden immer wieder horkommeii, gerade so wie Unfälle in der Schiffahrt. Es ist deshalb eußer- orbcntlid) wichtig, daß man ein gestrandetes Luftschiff an Ort unb Stelle so au Sheffern kamt, daß es nicht hilflos mauert. Tiefe gesteigerte Bautätigkeit ist ein unzweifelhafter Beweis für ben Wohlstand einer Gegend. Nach bem Maßstab de« letzteren nchlet sich die Zahl der Bauunternehmen, die heute gewiß eine loftfpidigeie Sache sind als ehedem. 2ftts Stadt und Land. Gießen, 3. Juni 1909. Polizeihunde. Nachdem Herr Polizeikominnsai Most m Saarbrücken, der I al« erfie Autorität auf dem (Gebiete der Polizeihunde Dressur spart hier einen Vortrag über die Einführung der Hunde »in Polizeidienst, deren Treff irr unb Verwendung im allgemeinen pe-1 halten hatte, wurden vor einigei 3eit ruf Antrag dcö Großh Polizeiamts Gießen von der Büraerineisterei. O-ießen mit 6k wbinigunq bei Stabthewrb fiuunig gestellt, um einen hiesigen edrubmann auf Führung und I Dressur mm Polizeihunden ansbilbm zu lassen. — Schutzmann I Seitz, der eine für den Polizeidienst besonders gut geeignete ni in besitzt, wurde nit dies zu 0 stem »ui ' «1 nun her Polizeilnmdedressur nad) Saarbriichm abkommandiert, woselb i Polizeikommissär Most einen sech-iwöchigen Murfuf abhielt. T;< Hündin des Sdmtzmanues Seitz hat sich als Polizeihuno auss 'Hefte bewahrt unb bk an sie gestellten '.'Inforbcningni stets aut? Beste erledigt Polizei konnm sw r Most, der in brr Pfingftw)ä>> rinnt Vortrag tun dem Verein für Hiindesport zu Wien abhult, tun« die höchsten Svit»m brr dortigen Behoi-deii beiroohntni, rid’ tue auf deren Wunsch an das hiesige Polizeiamt das Ersuchen uir Beurlaubung des Sdnrtzmannes nad -1-.- n zwecks Vorführung ferner SdmferHündin dorten ? • Polizeiamt hatte diesem Wunsch« entfprodun und die Voi fühnlng betf Hui,des sand burd) Schutzmann Seitz am 26. Mai bei Anwesenheit der sämtlichen höheren Polizei beamten unb deren Tarnen sowie etwa 100 Wadnnäimem Halt Polizeikommissär Most, der die Voifuhrung der Hunde leitete, ließ altbalo den hiesigen imb nod» zwei roeiter uorgeführte Hunde mit der Arbeit beginnen Tie Erschienenen waren sehr gespannte die Hunde hatten die von ihren Führern erhaltenen Kommandos stets genau aulgenihrt und in bei Nasenarbeit erwies fith die .Hündin des Herrn Sein als die beüe: sie hatte alle Suchen, welche ih, gestellt wurden, sehr crafi auogenihrt Tic Wiener Polizeibehüide ließ dem Polizeikommisiär Most sowie den Führern der Hunde für ihre Leistungen voll sie Anerkennung zu Teil werben und gab ihr durch herzliche Worte Ausdruck. Weldien Wert ein auf den Polizei dienst dressierter Hund besitzt, haben wir bereit? bet dem von dein Schuhmacher Reif zu Weihuadnen ncr übten Lustmord erfahren 'Reif wurde damals ebenfalls von bem Weilarer Polizeihund als Täter gestellt Hoffen mu, daß bei von Schutzmann Seitz bm'nerte Hund sowie die anderen im Dienst bei hiesigen Polizei flehenben Hunde stets gute Dienste leisten mögen. Fincinzpersonalien. S. N. H. der Großherzog haben dem HauptsteueramtSkontrolleur Aid. Dexheimer, zur Zeit in Darmstadt, die Stelle des Hauptsteucramts- lontrolleurS bet dem Hauptsteueramt Gießen übertragen: starker Konkurrenz, nämlich 11 Vereine in der 3. Stadtklasie, darunter 3 Vereine au“ Tann Hobt, errang er ich den 4. Brei« und ben 1. Ehrenpreis. Beim Singen um den .Hauptehrenpreis erhielt er mit 34 Sängern 222 Punkte gegen 238 Punkte mit 54, bezw. 56 Sängern. Der Verein steht unter der Leitung bet "turn Harnisch aus Steinberg. — Gar deut eich. Am 2. Psingstfe.ertag erhielt ber Gefang. Offenbach, 1 Juni. Ter (Seh. .stommerziiiirttt Eduard Oehler ift in feiner Villa bei Bern gestern plötzlich unb unerwartet im 72. Lebensjahre verstorben. Oehler, der feit einigen Jahren in Frankfurt ansässig war, gehörte bis zu feinem Wegzug aus Offen bad) als Mitglied ber hiesigen Handelskammer an, in die er im Jahre 1RR1 ein getreten war Ferner war der Verstorbene einige Jahre hindurch Mitglied der Ersten M?ammer, legte jedoch später sein Mandat nieder. Weiter bekleidete er bis zu seinem Aus- fdiciöeit aus dem Betriebe das Amt eines Vorsitzenden der Sektion VII der Berufsgenossenschaft der dwmiidien Zn du» Mchgrih ballen Sparsamkeit *t oiu Sache b*u Selbniudn. 5Darum*Hf ruhu n auch rin grnyrlirr Maria Oainn gelten» madu daß sie zu roui Untrmrhmuna^qm't auf St alten oer Bporiamfrit ben&rn. a bHrrt) -S oattom k. u nePift* m,rc>. zeu,i birie«? Volk nn ruju unb 3onriomfrü in at unb 4-* rt n haben nnr alle b ie bringenfn» intern fr Ludwig XIV -aav Em rko.uO tmbt 6» komm! aber doch sein öaraul an wcur n oo6 Gelo öcrroenoä öatie Luvivtg XB das ’Mo nan ru feinen Prunk nun Ausbau ber nnalweae Franktc chs Der wendet, so wäre die große fran^ iische Revoluuon ocrhindert roor ben Tk Auibrmauna ocr 3tnien ift im all gern «-men leichter, a! bie Beschämung non Mnpita So hat man in Staat unb -ue Schulden auf Schulden gehanit Auch nach der großen .nn in - reform wirb öie Schnloenlau bet H-ube« i«d> roettei Uaaer.i Äfim bi* Regierung Svarsmnkeit Drebigt, Pflegt ue neue steuern au gebronrhen bae ift eine Naturcrfchclnuna, loroie ec geiturt, wemi baa Thermometer unter Viull lällt. 3ft nun die 3ablungr fnbmL*it des Eriche- erschüttert Davon kann keine ‘h.o h in 3di mache oer Dietorm aber oen Vorwurf, daß sie zu wenig Em nahmen fordert 3n iebem Lande muß eS eine Aristokratie geben, die berufen ist, das Volk zu führen Eine iolchc kann -idi ix Deutschlanc, nm dadurch aunredit erhalten, baß ne gronercs Pslichtanühl imb höhere Cpferroilligfeit bezeugt ^ebhane Zunim- mung (nnr Aristokratie, die das radit tut, enchovN ihr Rechi auf bie Führwii oc» Bottes Bravo Ter Reichtum untere» Botte« hegt in der Hauptsache m ber ArveNsstihiakeil und Leistungc fähigkeit Wen'ger Raiuch wie Feuer, weniger Lorm unb mehr vtanbhma ^stürmischer anhaltender BeiiaN und Händeklatschen In ber T^fufnon spricht zunächst Pfarrer Traub- Dortmund Man muß vorsichtig fein in der Verurteilung des Lurus Ter Geschmack ist fein größter Feind Ungeheuer viel Gutes könnt«- getan werden, wenn ber Geschmack mehr gewiegt rourbe. Tie reichen Leute sollten mehr Geld hergeben um bi* beuntbe fcunft zu fördern Im faufmänniiehen Leben wird vielfach cm hoher 8uru' getrieben mit ben Gehältern ber Bankdirektoren Unter Hinweis auf Frankreich erklärte ber Rebner, baß ^ie spar- fanifeit auch zur Gefahr werben könne, wenn sie, un Sinne bes Nationalokouomen Malthus zum ^weikmdersvstem ausarte. Prioatdozcnt G e r l o f f * Tübingen: Tic Frage, ob es einen tor* schaftlichen Lums gebe, sei zu deiahen, deshalb solle es heu Lurus unb Sparsamkeit unb nicht Luxus ober Sparsamkeit Zuenk hat bi«- Svariomkeit einzusetzen, um ber Tommenbcn Generation bie Existi-nz zu sichern, aber die üderidueßenben Bolkskräfte wollen Arbeit unb h'ir sie ift ber Luxus notwenbig. Luxus unb Spar fam Feit so muß die Parole auch bei der Finanzreform lauten. Pfarrer L «■ h m a n n - Horiiderg: Tie Slirtbe ist die sittliche Lebcnsmacht im deutschen Volksleben, bie als Gegnerin bes LuxuS ffuftretcn sollte Tic evangelischen Pfarrhäuser haben hier eine große Aufgabe Wie geht es uidit oft bei unseren Jtonfirmatumj^ feiern zu' Erleben mir habet nicht eine Kapitulation ber Shrdic en „'S-!to au» der Ge'augswetf.re t in Grä'enhauien t i der 5. ttlasie den 2. Preis mit ISO Punkten. Der Vere n! steht unter der Leckunq be« Dirigenten Harnisch von Stein I -rq. Ten 1. Preis erhielt der Mitttärgefangveretn Wie«- ben mit 192 Punkten. •• Mondfinsternis Heute nacht tritt eine Ver I insternug des Mondes em die in unseren vcgendcn mit 'llskondig irrnfch-k. unten auf der Mondscheibe iiditbar Uni 2 Uhr ist der Mond 'vollständig vernnstert und -leibt es bis 3 Uhr Um 4 » Uhr iit der üvrnfdxütcn vom ^ond verfchnIunden. Um 4* » Uhr geht ber Mond für unsere Gegend unter Der Halbschatten erweilt noch bis 5' . Uhr auf bem Mond. — Lich, 2. Juni. Der Sergeant beim Jnsanteric. rcgiment Ni. 88 Jak. Weicker von hier, der jahrelang in 3 Übwestafrika gekämvft hat, hat vom Großherzog die Krieg«- enkmünze .Für Tapferkeit^ erhalten. E« ist bereits die 4. Auszeichnung, die Weicker erhielt. 0 ftloilrr Arnsburg bei Lich, 2. Ium. Die Uett ungSa n st alt für verwahrloste Mädchen feierte Aftern in Anwesenheit der Licher und Laubacher Herrschaften mb unter außergewöhnlich zahlreicher Beteiligung ihr Fahr essest. Gegen 2000 Personen mögen im Kloster qe- vesen sein. Festprebiger waren Pfarrer Keeser-Düstelbori »nd Pfarrer Eßlinger-Auerbach; StistSdechant Klmgelhöfer- 2,ch gab einen Rückblick über baS verflossene AnstaltSjahr. Sie Hauptseier wurde im Walde an der äußeren Kloster- uauer, bie Nachfeier in den Räumen der Anstalt abgehalten. § Dom HoherobSkopf, 2. Juni. Gestern verunglückte ein Motorrabfahrer au6 Frankfurt, indem in einer Fahrrinne zu Fall kam »ind sich Verletzungen an Mulen'öhne während ber Psingsttage über 20 Mk. 'cch:.n würden. Sie haben diese gla> ;end geivonnen. denn das «*<• schüft brockte 22 Mk. ein. Emige Konflikte mit der Polizei hotten fn. buche Erledigung gründen. w. Frankfurt a M.. 2. Ium. Prinz unb Prin- ^effin Roidimoto von Japan uut Gefolge trafen heute imchinittaq gegen 31/, Uhr mit dein fahrplanmäßigen Zuge von Berlin hier ein. TaS Prinzenpaar gedenkt am Freitag nach Pons weiterzufahren. w. Aschaffenburg, 3. Juni. (Tel.) Heute nacht ifchoß im benachbarten St ocksta dt a. 'M. der 20 Jahre |alte CelmuUrr Schiller ben gleichaltrigen Maurer Mai- beiger an« reinem Uebennut. w Homburg V d >?, 3 Juni Prinz und Prin;essui Fran; Jofef von Battenberg ift gestern hier rngetroffen, um bie Binder des Gvoßmrsten Peter von Rußland ;u be» iudKn, die hier zur -nir weilen Im benachbarten Cber» stedten ist die acht Jahre alte I otbter eine» Veberar» a rb e i t er > , bie in Abivefenkcit ihrer Eltern Petroleum ms Feuer schüttete, an den Folgen der erlittenen Brand» ivunden gestorben. feinem Schicksal überlassen zu werden braucht und tage- langer Arbeiten bedarf. Das war seither die Behauptung der Gegner des starren Systems, die dem unstarren leichte Bergung, Perpackung und Berfcnduiig nad>- rühmten. Run hat es fick gezeigt, daß das starte System selbst nach einer schweren Be schab,- g n n g i n knapp 24 Stundet^ mit ft e t e greis« baren Hilfsmitteln, wie Stangen und irrtet, so weit ausgebessert werden kann. da'-. , wieder zu fahren vermag. Und tne Schnclligk't her Ausbefsernng wird sich ein zweites ? Elpenrod, 2. Juni. An Stelle des verstorbenen ^a nun die erste Erfahrung gemadst iit und in .Zukun't Beigeordneten MetzgenneisterS Zoll wurde im zweiten Trorsorge getroffen werden kann Man könnte glauben bar. MnhlMnqe «mllimmiq 6*mieb«neifl« Fisch«. grwLhlt. die Beschätngung proqrammäm.l aSttMysr sä. "ch peinigende Sohn deS verstorbenen Beigeordneten trat jff ^ten Grunde auch .Innigen, wo üd, oor ber Wahl zu Gunsten des ssemahlten zurück. hie Ailsbessettingsfähigkeit des starren Systems glänzend R.B. Darmstadt, 2. Juni. Heute vormittag spielte sich, bewies. wie sdwn beridtfet wurde, in bem Labengeschäft bes Mctzgermeisters • Peter Waßner ein blutiger Auftritt ab. Waßner nnirbe bort «xie Frazie, warum Zeppelin gerade bis Bitterfeld von dem Tapciii-rcr Ünrl « r o d sdurch^we.R evolver,chu,sc 11Kfal)rcn tfl mxb „icht schon vorher, vielleicht Über LeiM'g, getötet. B, ein übel bcLumunbt-tci kensch, bat ' neu i hui i- . n .i..-.« hnrf inolil darauf utritduifuhren fein, ban außerhalb und unterhielt schon int längerer Zeit Verhältnis Ist , , .. ’- yh , h .h. |fni peiindet in mit einer nn £)iutergdkiube WaßnerS iwhnrnbcn Witwe, einer I Nd) m buterjelb eine her wenigen »HWrnen ves nvei. Wasch und Putzfrau, hu- er öfters, io auch an den Pfingsttagen denen das tvstbare Wa } f er ft o f l fl a > in arotzerrn singen besuchte Gestern kam ca zwilchen ihm unb seiner (Gesiebten zu geliefert werden rann. 'Zeppelin wollte ftdi al)o nir alle Streitigkeiten, in die Waßner in feiner Eigenschaft als Hausherr Fälle sichern, und daß er seinen Wendepunkt genau be- eingriff und and) zur Polizei schickte. B. halte schon gestern ver rechnet lstittc, das beweist die Rückfahrt, bei der nur bet schied enc Drohungen gegen W auSgestoßen imb mit einem Revol^r I spj a n p e l an Benzin und A a s s e r b a l l a st zur Lau- herumhantierl. Heute vormittag erschien er in dem Laden des W , twang. Tie Landung und den dabei entnandenm ,n dem sich außer dem Meister nur fein 13läbrigc« 4oAtertfien tl Graf Zeppelin und ein Teilnehmer b.sand. B. stellte den Metzgermeifter zur Rede und feuerte nach । O vv einem kurzen Wortwechsel die tödlichen Schüsse ab, ehe W. von cm der Fahrt wte 'vlgt einem Gewichtstein, den er rasch als Waste ergrisien hatte, wraf Zeppelin über den Unfall. brauch machen konnte Der 7 wurde durch die zahlreiche I • t dec uiisalls bei JRB» Menge, die sich am Tatort angesanrmelt hatte, gelnncht unb so hausen äußerte sich Graf -Zeppelin selber in folgender übel zugeridstet, daß er in bas städtische Krankenhaus gebracht i 'Taf0'f; Der an dauernde t^egenwind wahrend der ganze» werden mußte. Der Getötete stand in den vierziger Jahren, mar ^|)rt hat anßerordentlicki viel Benzin erfordert gurz r Unfollc» entnehmen - —- -7 I „311 der .Frühe sieht man euie Stunde lang über dem bas zufammengefocktene (Leid tedock I jflaiu tH< Schweinfurt, nur Imigsam mit einem MoiM lieferten sie jebeflniol abends aegen Cutttung bei einem Crt* nd» vorwärts Ercidend Tann gebt man durch Steiieo» Vorsteher ab. Es handelte sich um eine Wette, daß bie beiden I Wirkung nefrr, nderftiegt Wnrzburg und komm: trach flotten Fahrt und des günstigen sturses, sowie bei noch geringen Entfernung nndi Friedrichshafen besser, die ""'btt fortznsetzen. Am Steilabsall der fchnuibischeu Alb bei flk'O* pingen verstärkte sich der c^egenwind derart, daß die ichnnndigkeit des Schiffes kolossal vcrn,n,dert wurd- unb die Notore bei voller .straftentwicklung den noch fpärluVa Bcn-;rn»orrat aufbrauchten Unbedingt mußte hier nun ;u einer Landung gefchritten werden. Und sie mürbe mich trotz des böigen Wetteri vmict* noinmen. Das Gelände muß als sehr ungünstig zur Landung bezeichnet werden: tedoch ist die Kahc her JubuftWfc orte für eine Landung wertvoll, weil in diesen B- iiyy iwrräte in größeren ’Renflen crhälthdi find. _ Ter ***N vertraute auf ferne schon so oft bewahrten Steuerleute Im letzten Momente bemerkte er aber, ban bei Ernst.UuM ver Seiten- und Höhensteuerung das Schiff unfeblkar .. „ - . . mit dem einzigen im Gelände stehenden mäck' wurde. >ste gestand, von ihrem ^ohne uir Ausgabe k»er l Birnbaum in Kollision kommen mnstts. Geldstticke veranlaßt ivorben zu fein In dec Wohnung rr ocmeiitfprcdienb fein Rommanbo Toch • de- Fonas fand inan v. rnlnedene Gipstormen, ^nit denen I )tMl Tic Ballomvitze hatte fid) in den starken «cftni be« Jonas die ostckvuucke berstellte ^.re falschen Stucke sink'I. prrsangen, so daß diese abgesagt werden musttkR- aus Finn gefertigt, aber so ungeidiickt und vlunw gear Ifl nicht genau nut ocr Spitze in Windrichtua« beitet, daß die Fälschung an» den criteit Blick ui crfeimen I irün> murt>c f ? bui- und heraefd'kubert, wobei die vier ist. JonaS, der sosort fengenommen wurde, gestand ein, orderen teilen in 8 Meter Lange bi? zum ^nMtaIl*i etwa drei oder vier Stucke angeiertigt zu hab, n um n* Krriifen wurden und das Gas nattirgcmaß entwich aus der großen Notlage, in der er sich befand, zu befreien l,cru,Dt. tl£ tll nnfI vangc von '2 ketr also ganttib ss Marburg, 2. Ium. Im Stadtpatt schotz Hä) trümmeri Die vier d ickiadigten ,ietten werden a ^ Ballon- )i§ Sifterfelb icht über Leim, Mm M, N iM. WM ic rENwMM ; sch chv M ibepuntt gem ^ bei der Ballast vu- 1 dabei entlud- mb ein Teilnc'- 1? Hiuti w '• der 20 ^Quret ö und Prinzess^ i?9etW Rußland in1?' NbartenCi^ federn. 3J1Ett®Ieut Plenen II. Erschrist unjert nkunst des List, m ganz Deust^ lt Spannung n, uußervrdent^ ' K gehört nii\ "gen Ingenien ■ notdürftig au- lange Fahrt * boll Scrhxnifr lnese Fahrt re Bedeutung oP Es ist der kich berlegenhei: em. Unfälle, bi ^kommen, geifö |t deshalb an«: >etes Luftschiff a i es acht hilft- braucht und icc r die BehauplL s, die dem Versendung r» >aß bas st Liren 'Befdjc.1 it stets grl gen und Kt kann, bei; i die SchnebÄ Mal noch erK'i st und in önnte glauben $ fen sei, so £* ) Ivie WMgen nur günstig tw, öppingen, roo sich Lnstemö gAzend ' .'UN ba§iL nut bet ?5 Unb Ulin Ste- Infall. nsalls M selber m M oahrend der p erfordert-. >as Luftschft!l ; un straf* eine Wit mit W sserballast gn> - !ras IM K sonders 9* \ ig ausznfuM rballast < . Wbewm; M, sowie btf * g» Kttf L'Lmrs ll"!,iilhrt3"wW il i» $« » ÄiAl! KiÄ 0ti, AM !tt iveroe" ßahkt .yeriM ,1 St»111 j ilber hme^ [ang jtunK einem- J t U t D Crailsheim. Was jetzt tun? Soll man geradewegs über Ulm nach Hause flie-gen oder noch einen fteinen Abstecher ins 9iecfartal hinein und nach Stuttgart machen? Man hat noch Benzin für 7—8 stunden für beide Motoren und mau will trotz der Uebermübung, die man zu spüren beginnt deshalb nicht locker lassen. So geht es nach Heil- bronn hinüber, über Stuttgart weg und weiter dann nach Ulm zu. Nun aber kommt ein fataler Umstand in die Quere. Es springt am Vormittag ein lebhafter Ostwind auf. Man avanciert langsam in südöstlicher Richtung auf Ulm zu und man konstatiert mit Schrecken, daß möglicherweise das Benzm knapp werden könnte. Im der Nähe von Göppingen ist eine Benzinfabrik, also herunter! Man sucht sich eine lange baumlose Wiese in dem fast windstillen Talboden aus und drückt das Schiff zum Landen abwärts. Ein kahler Höhenrücken ist noch zu über fliegen. Gehorsam steuert das Schiff um ihn herum, tief am Boden. Da taucht plötzlich unvermutet ein großer Birnbaum am .Hange auf. Weit und breit der einzige. Der Steuer-, mann, sonst ein zuverlässiger Mann, dreht in momentaner Berw irr ung das Steuer falsch herum. (B-rnf Zeppelin korrigiert ihn, aber ehe der Mann, der der Situation burdjaus nicht mehr gewachsen ist, sich besinnt, fährt krachend mit voller Wucht das Fahrzeug in die dicken Aeste hinein, den halben Baum zersplitternd, aber leider and) am vorderen Ende sein Gerippe traurig zerknickend. Man tonnte heulen vor Wut! So nahe einem Siege höchster Art durch eine stupide Tücke des blinden, blöden Aufalles um den Triumph geprellt zu werden! Qberingenieur Dürr ist außer sich vor Schmerz. Wie in Angst läuft er von dieser Unglücksstätte davon in die Felder hinein, das Schiff nicht mehr zu sehen. Den ganzen Tag über bleibt er verschwunden. Gibt es jemand, und sei es der verbissenste Gegner des starren Systems, der diesen Unfall hem System als solches anzurechnen wagte? Dort liegt ' Schiff in seiner Flugpotenz in Bezug aus Gasfüllung ;iö Ballast bereit, nach Benzinaufuahme nod) unbeschränkte Stunden weiter zu fahren. Lediglich durd) das Versehen eines Mannes, der zwei Nächte und anderthalb Tage lang neben dem Steuer st a n d , a n seiner Spitze besd)ädigt. Kann jemand daraufhiil dos System antlagen? Kann er den unglücklichen ©teuerer anklagen? Was an der ganzen Sache zu beklagen ist, ist lediglick; die verhängnisvolle Einbildung der Männer in der Gondel, daß sie durchaus nod) immer mehr beweisen mußten und daß sie auf diesem Wege ein Spiel trieben mit einem Kleinod, um das die ganze Welt uns in den Pfingsttagen beneidet hat. Die künftigen Z e p p e l i n s ck) i f f e werden ja eine größere Tragkraft haben, um Ab l ö su n gs m a n n- schäften in genügender Za bl in die Gondeln nehmen zu tonnen. Auch wird man künftig, wenn Hallen gebaut sind, überall in vollster Sicherheit zur Landung zwecks Benzinanfnahme schreiten können. Um so bebauer üd)er ist es, daß man glaubte, mit diesem Schiffe eine übertriebene Leistung aus führen zu sollen, um die Anerkennung aller Kreise sid) zu erringen. Die nächste Zukunft. Die .Halle in Metz ist fertig und Z. II sollte am 10. Juni übernommen und dorthin überführt werden. Jetzt find natürlich alle Verordnungen des preußischen Kriegs- ministeriums nichtig und auch die Fertigstellung des Z III wird sick) schwierig gestalten. Voraussichtlich wird das Reichs luftschiff Z I wieder in den Dienst gestellt werden Müssen. Da der jetzt glücklid) geborgene Zeppelin II gegen das bei Echterdiugen Oerbtannte Modell keine nennenswerten Verbesserungen aufzuweisen hat, und da es ben Ingenieuren bei dem eilig in Angriff genommenen Bau nicht möglich war, die bisher gewonnenen Erfahrungen für den s)ieubau noch durchzuarbeiten, darf man mit dem erzielten Ergebnis durchaus zufrieden sein und von dem je£t in Ausführung begriffenen Modell noch ganz andere Leistungen erwarten. Berliner Anfichten. Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt zu der Rekord- lahrt Zeppelins: „Nach allem legt diese Dauerfahrt des genialen Erfinders zwei Schlüsse dringend nahe: Graf Zeppelin Ihctt mit einem nod) nicht mit den letzten Verbesserungen versehenen Luftschiff ununterbrodjen eine Strecke Zurückgelegt, die größer 'ist als eine Fahrt «Emden — London oder Metz — Pa r i s hin und z u - 7i ü ck. Wir lasen neulich die Bemerkung, daß zu größeren ssirategischen Erdkundungsfahren auch das starre System Lisher nod) lange nicht ausreiche. Diese Auffassung ist Alänzendad absurdum geführt. Ferner: Es märe rufe«. Danksagung Familie Gerhard Gießen, den 3. Juni 1909. 04108 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Dic tieftranernben Hinterbliebenen: Familie Otto Knorr. Gießen (Erednerstraße 37), den 2. Juni 1909. Die Beerdigung findet Freitag den 4. Juni, nachmittags 5‘/2 Uhr, auf dem neuen Friedhose Natt. 104100 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mit teilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unser Itcbeö Töchterchen und Schwesterchen Gertrud im Akter von 2'/- Jahren in ein besseres Jenseits abzu der Fahrweg ist nicht zu breit imb an den Seiten zum Befahren nicht hngerichtet. Ich glaube nicht, daß die Forstbehörde ernstlich au die Aufrechterhaltung ihres Verbots denkt, bevor sie iiidjt für einen entsprechenden Pfad für .stinbcriuagcit mit Begleitern gesorgt hat. Für eine Kraftprobe aber waren die Psingstjeiertage zu schade, daS hätte die Forstbehörde aus manchem mißmutigen Gesicht sehen können und cs wird ihr empfohlen, so wie z. B. in den Anlagen kein Weg gesperrt ist, auch den Fußpfad zum Forstgarten für Kinderwagen schleunigst frei zu geben. Märkte. fc. Frankfurt a. TL, 3. Juni. (Telegr. Orig. - Bericht de? „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehinarkt- preise. Zum Verkaufe slandeu: 18 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 00 Bullen, 0 ans Oesterreich, 82 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, <84 Kälber, 289 Schafe und Hammel, 972 Schweine, 1 Ziege, 00 Ziegenlämmer, 3 Schallämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 76—78 Mk., 2. Qualität 69—72 Mk., 3. Qualität 58—62 Mk. Bullen: 1. Qual. 61—63, 2. Qual. 57—59; Kühe 1. Qualität 70—72 Mk., 2. Qual. 58—60 Mk., 3. Qual. 46—48 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 95 bis 98 Psg., Lebendgewicht 57—58 Psg., 2. Qualität 86—94 Psg., Lebendgeivicht 50-55 Psg., Schlachtgew. 00-00 Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 00 Psg., 2. Qual. 70—74 Psg. Schweine: 1. Qual. 68—69 Pf., Lebendgeivicht 53,5—54,0 Pf., 2. Qual. 67—00 Pf., Lebendgewicht 53,0—00,0 Psg., 3. Qual. 60—66 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, Ueberstand unbedeutend. tc. Wiesbaden, 3. Juni. Viehmarkt. Zum Verkauf standen: 51 Ochsen, 120 Kühe, 362 Schweine, 380 Kälber (darunter 224 Maslkalber, 156 Landkälber), 86 Hammel und Schafe. Bezahlt wurde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 74,00-76,00 Mk., 2. Qual. 71,00—73,00 Mk., Kühe 1. Qualität 65,00-67,00 Mk., 2. Qual. 00,00-00,00 Alk. Bezahlt wurde für 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,34—1,36 Mk., Sauen 0,00—0,00 Mk., Eber 0,00-0,00 Alk.; Kälber: Tlaftfälbct 1,88—1,96 M., Landkälber 1.60 — 1.66 Mk.; Hammel und Schafe 1,44 bis 1,52 Mk. — Rinder notierten: 00- 00 Mk., Ferkel das Stück: 00 —00 Mk. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedeutend ; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Limburg a. d. Lahn, 2. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 21,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 00,00 Mk., Korn 14,00 Mk., Gerste: Fultergerste 00,00 Mk., Braugerste 0,00—00 Alk., Hafer 9.25—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk.. Kartoffeln 0,00-0,00 Mk. geradezu eine Versündigung an wichtigen pvlitt scheu und militärischen Interessen des Vater- landes, wenn nicht alles getan würde, um uns den mächtigen Borsprung iit der Eroberung der Luft, öen die Erfindung Zeppelins — und in der Hauptsache sie allein — bedeutet, nid)t mit aller Energie ausnutzen und ausbauen wollte. Dazu gehört einmal, daß wir baldigst eine Anzahl von Luftschiffhallen und zwar von Festungshallen, abgesehen von großen Rundhallen, fertig^ stellen, die auch Zeppeliitschen Luftschiffen jederzeit und unter allen Umständen Unterkunft gewähren, dairn aber, daß imsere Landesverteidigung sich diese Erfindung in iveit höherem Maße z u Nn tz e n macht als bisher. Es ist ein Unding, daß man sid) einstweilen mit zwei Zeppelin-- kreuzern begnügen zu wollen scheint. Es wird nunmehr als eine gefährliche Indolenz gelten müssen, und wenn gar gewisse menschliche erklärliche E i f e r s ü d) t e l e i e n dabei mit im Spiel sein sollten, so müßte das bald zu einer Erregung und in der Bevölkerung zu Sd)ritten führen, die ebenso bedauerlich wie für die davon betroffenen Stellen unangenehm sein würden. Unser ganzer politischer Zustand, wie eine sachlich tief gegründete Bolksstiminung verlangen eine stärkere Verwendung des Zeppelin- Sy st emszu militari schenZwecken. Wir sftrd überzeugt, daß man fid) an den maßgebenden Stellen diesem Verlangen nicht länger mehr verschließen wird. Dafür birgt die bewährte Sachlichkeit, Umsicht und Gewissenhaftigkeit dieser Stellen einschließlich des Reichsmarineamts." Vom Kais er lief eine Depesche beim Grafen Zeppelin ein, worin er diesett zur glücklichen Durchführung der Heimfahrt beglückwünscht und seine Bewunderung über die Leistungen des Oberingenieur Dürr ausspricht. Der Kaiser bittete sodann den Grafen Zeppelin, seinen Besuck) in Berlin auf Ende An-gust zu verschieben, da er selbst erst dann in der Reichshauptstadt anwesend sein wird. Ter Empfang in Friedrichshafen. Die Begeisterung, mit der Zeppelin bei seiner Ankunft in Friedrichshafen begrüßt wurde, hatte diesmal, wie der „Schwab. Merk." meldet, einen ganz besonders herzlichen Ton. Bor dem Deutschen Hause hatte sich eine dichte Menschenmenge aitgesammelt, als die Helden des Tages im Motorboot eintrafen. Zuerst stieg der Graf aus, so frisch und elastisch wie immer, hinter ihm die wackeren Piloten, die das Luftschiff so glücklich nach Hause gesteuert hatten. Dürr, Stahl, Hacker, Lau und Käst. Eine eigen- eigenartige Rolle war auf der letzten Fahrt dem Luft- sck;iffertapitän Lau zugefallen. Ta man, um wieder slott zu werden, sehr viel Ballast aller Art ausgeworfen hatte und aud) das Laufgewicht, mußte Lau dieses zur Ballon- führung dienende Gewicht im Mittelgang ersetzen und nun als lebendiges Laufgewicht zwischen beiden Gondeln hin - und h erkriechen. Kleine Tageschronik. Paul Lindau feiert heute in voller Frische seinen 70. Geburtstag. Zwei Radfahrer aus Köln wurden unweit Hersol von Wegelagerern überfallen, von den Rädern heruntergerissen imb ihrer Wertsachen und des Geldes beraubt. Die Täter sind unerkannt geflüchtet und noch nicht festgenommen worden. ELngesandt. Zur Pfing st Überraschung! Dem gestern gebrachten Eingffandt über das Verbot des Kinder wagen schiebens aus dem oberen Schisse n berge r Weg fehlt dic nötige Sck)ärse, um den durch das Vorgehen der Forstbehörde erzeugten Unwillen — auch bei Nichtbcteiligten — zu kennzeichnen. Wenn fdron die Forstbehörde das bezügl. Verbot nicht allzu auffallend am Anfang des Fußweges bekannt gibt, so glaubte sie wohl bisher selbst nickst an dessen praktische Durchführbarkeit, wenigstens sah ich bisher nie einen Kontrolleur, aber auch noch niemals jemanden, der dem Verbietet ernstlich glaubte. Warum auch ?! Wird etwa der „sorgfältig gepflegte" Weg durch die gummi- beretften Kinderwagen „angegriffen"? Oder sollten gar die Spaziergänger vor „Belästigungen" durch diese Vehikel geschützt werden müssen? Dieses glaubt doch wohl nur der Verbietet'! Jeder, der zum Forstgarten ns)v. spaziert, nimmt gern das bischen Rücksicht. Dann dürfte eher die Stadt die .Selterswegtrottoire ft'ir Kinderwagen verbieten, denn hier hastet ein großer Teil der Passanten seinem Ziele zu, d o r t aber geht jeder spazieren. Die Redaktion des Gieß. Anz. sagt sehr richtig, man sollte unseren & fernen die besten Wege freujebeu. Dies hat auch unsere Stad1> Verwaltung längst efttgesehen, nur die Forstverwaltnng nicht. Sie will anscheinend die Wagen und ihre Begleiter auf den Fahrweg verweisen imb derartige Spaziergänger so zu Burgern zweiter Klasse stempeln, ihnen und den .Kleinen aber die Vergünstigung zugestehen, daß sie den nicht zu knapp aufwirbelnden Staub aus erster Hand schlucken und andere Gefahren auf sich nehmen, denn kirchliche Nachrichten. Israelitische N?Ngren8gesellschast. Gottesdienst. Sabbatfeier am 5. Juni 1909* Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.30 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag dem 4. Juni: Teilweise heiler. Keine erheblichen Niederschläge. Temperatur unverändert. Nördliche Winde. W a f s e r w ä r m e der Lahn 1 7° R. Original-Drahtmeldringen. Baden-Baden, 3. Juni. Der ehem alige Reichs- tagsabg. Theodor Barth ist heute nacht gestorben. Er war am 16. Juli 1849 in Duderstadt geboren, studierte von 1868—71 in Heidelberg, Leipzig u. Berlin die Rechte u. Borllswirt- schaft, warRechtsanw.inBremen, dannAmtsassessor u. Syndikus der Bremer Handelskammer. Er gründete dann in Berlin die Wochenfchr. „Nation". 1881 wurde er als Vertreter Gothas in den Reick>stag gewählt, 188.5 für Hirschberg. Im Reichstage schloß er sich der liberalen Vereinigung, später b?r deutschsreisinnigen Partei und 1893 der freisinnigen Vereinigung an. Barth, der unter den heutigen Politikern als ein feiner Kopf galt, trat im Reichstage insbesondere für den Freihandel ein. Den beiden letzten Reichstagen gehörte er nicht mehr an. Berlin, 3. Juni. Der diesjährige sozialdemokratische Parteitag wird vom 12. bis 18. September in Leipzig stattfinden. Wien, 3. Juni. Nunmehr wird bekannt gegeben, daß die diesjährigen großen Kaisermanöver zwischen dem 8. und 11. September stattfinden. Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef werden auf dem Schloß des Grafen Harrach bei Groß- Meseritsch Aufenthalt nehmen. Petersburg, 3. Juni. Hier heißt es, daß K a i s e r W i l - Helm die Ausreise aus der „Hohenzollern" am 15. Juni von Danzig aus antreten werde. Vor Peterhos liegt die russische Kaiserjacht „Standard" bereit, um den Zaren zu der Entrevue nach den finnischen Schären zu bringen, lieber die ferneren Reisedispositionen des russischenKaisers steht jetzt folgendes fest: Der Zar wird gegen den 20. Juni nach Schweden reisen und wieder nach Rußland zurückkehren, wo er am 7. Juli in Poltawa der 200-Jahrseier des Sieges Peters des Großen beiwohnen und danach Besuche des dänischen und schwedischen Königspaares empfangen wird. Sodann tritt der Zar mit der Zarin die Reise nach Finnland an. Bekanntmachung. Das 1. Ziel Gemeindesteuer für 1909 ist binnen 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zu bezahlen. B% Gießen, den 2. Juni 1909. Stadttasse: Doevfer. flüssige Metall - Politnr DH? . Kaul M macht das schmutzigste Metall spiegelblank in Flaschen v. 10 bis 50 Pfff. Ueberall zu haben. Fabrik: Lubszynski L Co., Berlin NO. 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