Nr. 295 Zweites Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 16. Dezember 1909 Erichenn lil-Nch mti Hu8nat}nw hef SonncagT. tte „Siebener ZomUiendläNer" werden dem ,91nsetflere otcnnal wöchenilich bctgelegl, daS „Krctsbkm für den Kreh Lietzen" zweimal wochciillxch. Die ..Lanvwtrtschastltche» Lett- fragen" erscheinen monailid) 112. teL-Slbu: !Uruetgcr<*ieMib hessische Zweite Kamme?. R.B. Darmstadt, 15. Dez. Am Regierungstische: Staatsminister Tr. Ewald, Minister be-5 Innern Tr. Braun, Finanzminister Dr. Gnauth, Geh Rat Wildrand. In der nm 10Vs Uhr vom Vizepräsidenten Kvrcll eröffneten Sitzung nimmt .vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. Bahr das Wort und führt Beschwerde über die mangelhafte Berichterstattung im „Ingelheimer Beobachter". Dann wird in die Tages- ordnrmg cingetveten und für die Vorstellung des Taglöhners Ambrosius Böhnlein in Offenbach ein Berichterstatter ernannt. Bei Besprechung der Anfrage der Abgg. Tr. Pagen stecher md Genossen und Tr. Schmitt und Genossen, bett, den Wohn. 1 i 6 der Offiziere des in Mainz-Ko stel neu zu s o r- mrerenden Pionierbataillons, erklärt Avg. Tr. Schmitt (Zentr. , es sollten im nächsten Jahre in dieser Einsicht Aenderungen vorgewommen werden. Wenn bei !>en verheirateten Offizieren ein gewisser Mangel an Wohnungen nicht adznrstreiien sei, )o bestehe doch bei den unverheirateten kein Grund zu Klagen wegen Wolmuugsnurngels. Tic Ofiiziere ziehen twtzdem nach Biebrich wird hierdurch hat das hessische Mainz, in öddrrn bie Garnison liegt, das Nachsehen. Ter Redner hofft, daß diese Verhältnisse sich bessern werden, besonders »veil ihm ^(rt.V^ben ist, daß der Kommandeur des 18. Armekorps es den Offizieren schwn nahe gelegt habe, möglichst nach Lessen herüber- zuziehen Besserten sich über die Verhältnisse nicht, dann müsse man eien fpäter nochmals vominen und rwchuurls eine solche Interpellation wie die heutige cinreichcir. ' Tamil ist die Besprechung der Jnterpellvtion erledigt. Es folgt die Besprechung der Anfrage der Abgg. Tr. Osann vnd Genossen, betr. die Notlage der Schä l wa ldbe si tze r iin südliclzon Odenwald. Abg. Kredel (Natl.) gibt eilte auf der Tribüne unverständlich gebliebene Schilderung von den gegenwärtigen ungünstigen Verhältnissen der SMlwaldindustrie. Aog. Tr. Osann betont, die 'OtatTagc der Schälwaldbesitzer fti bei Regierung bctoint nnb werde au h nicht von ihr bestritten. Er habe aber von der Regierung erfahren wollen, was sie zu hm geben Ec, um den geschädigten Gemeinden und namentlich auch den Privatbesitzern von Schälwaidungen l,u Hilfe zu kommen. 6s habe ein ganz außerordentlicher Rückgang der Preise für bie Lohrinde stattgesunden, von etwa 12 auf 4 Mark und dazu hätten de Arbeitslöhne eine starke Steigerung erfahren. M nn tie Regierung jetzt Vorschläge, daß die Schästvalbbesitzer statt bei Eichen Ehiistbäume anpilanzen sollten, so sei das doch ein fragliches Beginnen und die Besitzer bezweifeln sehr, daß solche An- Pi lanzungcn sich in absehbarer Zeit rentieren würden. Die Regierung sollte die Verfolgung der Sache nicht allein der Land- trirtschastskammer überlassen, sondern selber durch Aufklärung und Eelhrung der interessierten Bevölkerung und durch geeignete Maßnahmen, vielleickst P wbeanpflanz ungen usw. da bin wirken, daß toc Notlage der Scks uwaldbesitzec hn südlichen Odenwald gehoben rurb. Auch die badische Regierung habe für ihre Angehörigen be- rcits Schritte getan und Versuche verschiedener Art erngcleitet. Minister des Innern Tr. Braun: Tie Regierung erkennt vollkommen an, daß der derzeitige Preisstand für bie Lohrinde oußervrdentlich traurige Verhältnisse in der Odenwälder Bevöl- Irrung gezeitigt hat, vielleicht nicht so sehr bei den Gemeinden wie bet den Privatbesitzern. Diese Erscheinung hat schon in den 80 er Jahren bas Haus beschäftigt. Damals wurde durch einen Antrag Arnold ein Schutzzoll gegen die Einführung ausländischer Rinden vorgeschlagen, der j^wch abgelehnt wurde. Heute ist der Zollsatz ziemlich hoch Ein lre teres Schutzmittel gegen bie Verarmung ist das Ueberführen der Schälwaldungen m Hochwald, was jedoch ungeheuere Kosten verursacht. So kostete z. B. in Erbach daS lieber führen des vierten Teiles Gemeinbeschälwald in Hochwald über 100 000 Mark. Diese Summen können ohne staatliche Hilftz nicht aufgebracht werden. Im Verhältnis zu diesen Summen U das Tempo der Umwandlung sehr langsam. In Betreff der Verarmung der Odemvalbbevölkerung sehe Abg. Tr. Osann zu schwarz. Tie großen Unternehmungen z. B. Kreisstraßen und nab Wasserleitungen, könnten nicht als . Zeichen der Verarmung ausgefaßt werden. Bei den Privatbesitzern ist die Schwierigkeit größer. Wie uns die Landwirtschastskammer mitgeteilt hat, will W den Privatbesitzern ihre Unterstützung nickst entziehen Die mit l - en geplante Konferenz hat bis jetzt noch nicht stattgefunden, voraus ich den Schluß -ziehe, daß sich die Besitzer der aufaerl ordentlichen Schwierigkeit der Frage bewußt sind, wie dem Privatbesitzer zu helfen ist. Vielleicht können die un5 einen Weg zeigen. Die Tätigkeit der Kreisrätc steht schon soweit als möglich im Dienste der Bevölkerung, obgleich man sie in der Landwirtschaftskammer auszuschalten vermochte. Tie Regierung werde wie auch seither schon der Örage stets ihr Auge zunxmden Abg. Lang (Natl.) stimmt den Aussührungen des Abg Osann zu. Er verweist auf einige Lederproben aus dem Tisch des Hauses. Tiefe seien nach einem neuen Verfahren von SdyroinM mittelst hessischer Lohrinde hergestellt. Dieses Verfahren sei nach dem Gutachten eines hervorragenden Sackwerständigen geeignet, bie hessische Lohrinde mit der ausländischen vonkurrenzsahig zu machen. Abg. Reinhart (Natl.) lauf brr Tribüne fast unverständ lich), weist darauf hin, daß jedes Jahr neue Gerbstoffe bringe uw baß im vorigen Jahre nach Deutichland für 37 Millionen Mati Gerbstoffe einaesührt mürben. Dies ©ZCb könne im itande bleiben Nur die Militärbehörde halte noch am lvhgegerbten Sohlleder fest, während man sonst mit ausländischen Rinden und Extrakte:' hergestelltes Leder verbrauck)e. Abg. Orb (Svz.); Die Velehiungcn der Sck-älwalbbesitzri durch die Regierung allein tun es auch nicht, der Staat soll auch durch die Tat unterstützen. Um Wege zur Abhilfe zu zeigen, sei die Regierung und ihre Beamten da. Gehcimerat Milbrand führt aus: Tie schlechte Geschäfts läge treffe mehr die Gemeinden, die keine Arbeiter finden, als die Privatbesitzer, die ihre Arbeit selber verrichten. Sehr rentabel sei z. B. die Zucht von Christbäumen, amb das Pflanzen von Tevorationsmaterial. Die Staatsunterslützung sei eine indirekte durch Lieferung von Pflanzen zu Mininvalpreisen. Das Schwindü sche Verfahren nütze nicht viel. Es ibrcdxn noch die Abgg. Büchner, Lang und Bähr, welch letzterer feststellt, daß sich auch bie Landtvirtsckwftskammer mit dem Notstand der Schälwaldbcsitzer besckZaftigt habe und dieselben demnächst zu einer gemein)amen Besprecksting einhxbat werde. Tanrit ist die Besprechung der Anfrage erledigt. Bei Besprechung der 2Lnfrage des Abg. Berthvlb^ betr. die Zustände in der Eisenbahn Hauptwerk st ätte> zu Darmstadt mackst der Antragsteller nähere Ausführungen über Die dortigen Arbeitsvorschriften usw. Tie Äücklohnsätze seien gegen früher erheblich reduziert worden, fo daß die Arbeiter nichts mehr verdienen könnten. Sie müßten auch ganz überhastet ar- beiten, weil der Minister eine Prämie für die sckmelle Probefahrt unb Auslieferung der Mascknnen erhielten. Der Redner greift dann mehrere Meister mit Namensnennung an, welche die Arbeiter schlecht behandelten unb kritisiert dann das Werkstättew- Material, das an die russischen Zustände erinnere. Nach dem Brand des Main-Neckar-Bahnhoss seien ztvei Arbeiter in die Trümmer- ftätte gejchickl worden, Die Dann durch einen Herabsturz des Hantind verunglückten und nun arbeitsunfähig seien. Die Regierung sollte alles tun, um in der Werkstätte einen menschenwürdigen Zustand zu schassen. Tis Anfrage ist damit erledigt. Vizepräsident Korell erklärt, daß nunmehr das Beratungs material! erschöpft sei. Wann die Kammer im neuen Jahre wieder zusammenberusen werden könne, hänge von der Förderung der Arbeiten in den Ausschüssen ab. Er schließt die Ätzung mit den besten Wünschen aut ein fröhliches Weilmachts' und Neujahrsfest und teilt dann mit, daß Nach kurzer Pause unter Ausschluß der Oefsentlichkeit noch eine Besprechung über baä neue Budget für 1910 stattfinüen werde. Publikum und Journalisten verlassen darauf unt 12y3 Uhr das Haus. politische Cieber fallen gelassen worden, und man geht in Parteikreisen mit dem Gedanken um, das „Deutsche Voli'sblatt für Stadt und Land", das gegenroämg im Verlage von Reimar Hobbingin Berlin einmal wöchentlich erscheint und in Wittenberg, Bez. Halle, gedruckt wird, als große konservative Zeitung für das Reich tuszubcrucn. Das Blatt wird schon gegennnivtig in inten» iver Weise in der preußischen Monarchie verbreitet. Schl» ische Großgrundbesitzer beziehen nach der eigenen Angabe Der beteiligten Kreise 100 bis 1000 Exemplare, ebenso toiijer- uarive Fabrik- und Bergwerksbejitzer zur Verte.lang unter ihren Leuten. Es ist demnach also auch gewisfermaßen als conserva.ives Arbeiterblatt gebucht. Auch »n^den Kasernen tat es Eingang gefunben unb wird an die Soldaten zum Teil gratis verteilt. Das Blatt laßt sich gegenwärtig durch Zuschriften aus feinem Leserkreise bestätigen,, daß es die beste Lektüre für kleine Handwerker und Arbeiter ist. Ein Rittergutsbesitzer bestätigt dem Blatte, daß er es dem Vvr- .itzenden des Bundes der Landwirte als besonders wertvoll zur Propaganda gegen die Sozialdemokratie empfohlen und angeregt habe, daß das Blatt von [eiten des Bundes unterstützt werde. Da gelegentlich des Parteitages auch ein energischer Hilferuf $ur materiellen Unterstützung Dec konservativen Parteipresse ergangen ist, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß der Plan, eine große konservative Tageszeitung für die breiteren Massen des kouservanven Mit.el- unb Arbeiterstanbes zu schaffen, von Er,olg begleitet sein wirb. Konrad Haußmann gegen den Reichskanzler. Der Reichstagsabg. Konrad Haußmann glaubt einen guten Schlag gegen Herrn o. Bethmann-Hollweg zu führen, inbem er ihm in der ,Bofs. ßtg." oorroicft, daß er keine Parteiregierung wolle. Haußmann schreibt n. a.: „Die Formulierungen des neuen Kanzlers, mit denen er auf dem Gebiet der inneren Politik der neuen Lage ausweichen wollte, haben in der viertägigen Debatte nicht Stand gehalten. Herr ü. Bethmann-Hollweg sträubt sich n£gen den Dualismus, gegen die zwei Lager, gegen die klare Scheidung rechts und linls. In der Etatsdebatte ist die Gruppierung in zwei Lager starker in die Erscheinung getreten als je im deutschen Reichstag seit zwanzig Jahren. Nie wurde der politische Gedaulengang des leitenden Staatsmanns durch die Kundgebungen aller Parteien stärker desavouiert. Damit ist denn bereits konstatiert, daß der neue Kanzler nicht „leitender" Staatsmann des deutschen Parlaments und in der inneren Politik ist. Vielleicht betrachtet er das als einen Vorzug mit derselben Unbefangenheit, mit der er aus der Not eine Tugend gemacht und ausgerufen hat, es gibt in Deutschland keine „Parteiregiemng", wie es keine Regierungspartei gibt. Die Regierung freut sich, daß sie keine Partei hinter sich hat. Aber dieser Mangel ist kein Beweis tron Gesundheit unb Starte. Dieser Zustand ist vielmehr annormal unb ungesund. Er ist der tiefste Grund jenes „Mangels an Autorität", über den die Regierung klagt. Tie politische Haltung der Regierung ist so wenig klar, das polittsche Programm ist aus Angst, anzustoßen, so negativ, daß sich keine einzige Partei offen mit der Regierung identifiziert, daß gerade auch Die Rechte unb das Zentrum, wie von einem Naturrecht davon Gebrauch macht über die Regierung, über ihre Bureaukratie und ihren „grünen Tisch" unb über ihre „Sünden" nach Zeit, Ort unb Gelegenheit loszuziehcn. Das ist in Wahrheit ein lächerlicher, unwürdiger unb schädlicher Zustand. Dadurch vor allem wird das Verantworckichkeitsgefühl der Regierung, der Parteien und der Mähler abgestumpft und her- abgewirtschaftet. Die „Negierung" droht ein mechanischer Begriff zu werden, und die Reibung ist schon jetzt endlos. Das, toas eine Regierung für nützlich hält, Farm sie rasch, sicher und einheitlich nur durchsetzen, wenn sie eine Regierungsmehrheit nicht bloß für irgend eine allgemeine Idee, sondern für eine zusammenhängende Politik unb für bie Art ber Ausgestaltung der Idee hat, und eine dauerhafte Mehrheit kann nur von einer Regierungspartei ausgehen, von einer Partei, die stolz ist, der Regierung zu folgen, weil die ihre Uebeneugung verwirklicht, und weil unpopuläre Akte auch vor den Mählern eine ii ii w,■ » »u t iwmmb—mtw—anw— Der Christbaum. Einige Re fo r mg eda n ken. Von O. ScheN (Elberfeld). Dieder naht es, bas Weihnachtsfest mit seinem Zauber für Groß unb Klein, mit feinem lrcllen Lichtcrschein, ber bas Her; des Kinbes in seliger Lust höher schlagen laßt, der auch das Lerz der Erwachsenen mit warmem Glanze durchleuchtet und ihm die Kindheit int seligen. Erinnern, jugendfrisch ausleben läßt. Der Christbaum mit seinem Lichterglanz ftcht im Mittelpunkt unseres Gar manche irrige Ansicht hat sich an den Ehristbaum geknipst unb droht zum festen Gtaubensveftand unseres deut)chen Holkes zu werden, mit seinen! alten Volksglauben immer inniger »erschmelzend. Darin liegt cinerseüs der freudigen begrüßende Hohe Wert des Ehristbaums ausgedrnckt, andererfeits aber auch feie Gejalw, an die vorn Volk geheiligten Ansck>auungen, loerm es not tut, eine kritische Sonde zu legen. Vorweg muß leibet* tie sehr verbreitete Ansicht von dem schon aus germanisck^ Urzeit stammenden Alter des Christbaums beseitigt werden. Er kommt eben nicht aus ältaermanischer Zeit und wurzelt retnes* Ifcffä in altgermanischer yluffassung des Jahres, ^.arum ist es nie und nimmer angängig, in seinen Lichtern Den Gumtz des «euerwachteu Sonnengottes iWinterso-rmenwende), der Fro oder Areyr genannt wurde, zn erblicken: auch erinnern die dichter des Beihnackchsbaumcs nickst an ein alles Opfer, das dieser Gottheit einst dargebracht wurde. E. Mogk spricht )td> m ber )ach)isck)en Lollskunbe mit treffenbeit Worten darüber aus, tonn er schreibt: .Alter Glaube und deutsckses Gemüt bilden den Boden, auf dem irr Christbaum Wurzel geschlagen l)at und gewachsen ist. Ver- ätbiebciie Vökker, zu denen auch unsere Vorfahren gehören, lebten Fit uralten Zeiten in dem Wahn, daß einige Bäume zweimal Nähten unb Früchte trügen. In beit Winter irrurbe bte 3pt tiefer zweiten Blüte, die Zeit der zweiten Ernte verhetzt. Dieses Glaubens bemäckstiate sich auch die Kirche; ilyre exfmft)teller »ahmen ihn, wie so imuiches andere aus dem Heidentum, aus ■mb erzäUten, wie diese Bäume in den Weihnachtstageu ihre Stollen Früchte trugen. Vor allem waren es die Apfelbaume, von lenen diese Märe galt, und hieraus erklärt sich die Rolle, Dte tod) heute die Aepfel unter und an dem Chrlltbaum i Vielen. Nach ähnlichem Glauben sollte ferner in der (ibriftnacfjt bie ganze Statur grünen und sprossen. Man pflückte deshalb Zweige und trug sie in das Zimmer, das sie am Ehristtage ' djmudm talltcn. Ers ist ja bekannt, daß bie,er Glaube heute noch jyrtlebt; in tieüai Familien werben aut AÜdreastage Kirsch- oder Aepfetzweige gepflückt, von denen man am Christfeste die Blüte erhofft. Mancher weiß ja vielleicht auch aus eigener Erfahrung, wie oft diese Hoffnung zu nidste wird. Soldse getäuschte Hoffnung und zugleich bie Freude der Deutsd?en an Wald und Walbesgrün mögen es gewesen sein, bie auf den Gebauten führten, ben grünen Baum bcs Winters, ben Tannen- ober den Fichtenbaum, in bie menschlichen Wohnungen zu tragen." Wahrscheinlich bat der Meihnackstsbaum noch einen anderen Ursvrung. In England herrscht bekamttlich die Sitte, zu Weihnachten einen Mistelzweig aufzuhängen, und allerlei Bräuche knüpfen daran an. 9am hat bie älteste Nachricht, die man zu unserem Weihnadstöbaum in Beziehung gebracht hat, eine unverkennbare Achillichkeit mit diesem englischen Braud,c. Der berühmte Prediger Geller von Kaisersberg nämlich eiferte 1598 gegen die Sitte, daß man Tannenreiser in die Stube lege. Diese Sitte mag damals fdxm alt gewesen sein und mit der englischen Gepflogenheit denselben Ursprung haben. Es ist auch heule z. H. noch in Dänemark üblich, am Christabend mit einzelnen Tannen- reiiern die Bilder der verstorbenen Familienglieder zu schmücken. Tas Sckpnücken des Hauses unb Zimmers mit Tann eng rün soll heute noch stellemveise in Westfalen oortemmen. Wir haben also, bas darf als ziemlich feststehend gelten, in der ursprünglichen Art des Gebrauches von Tannengrün in unseren Wohnungen zur Weihnadstszeit, die mit der Wintersotrnentonbe fast zusammen- fällt, einen cmiadien, ansprechenden Schmuck, ber um'er winterliches Heim mit einem Teil des Waldes beleben unb verschönen soll, wobei der anl-astende Glaube vorläufig ganz außeracht bleiben kann. Tie Vorliebe des Deutschen (unb ber ihm verwandten Nachbarvölker) für den Wald, bie allerbings uralt ist, fand darin einen ongcmeijenen Ausdruck. Wann man von einzelnen Tnnnen- reifern zum Tannenboum überging, ist bisher wohl nicht fest- geslellt nwrden. Aber berells ums Jahr 1600 hatte die katholische Kirche im Msaß feine Bedenken mehr gegen die Anwendung des Weihnadstsbaumes. Schon im Jahre 1604 war der Gebrauch dort allgemein geworden, wie aus wlgenbcn Mitteilungen her- ovrgeht: „Llufs Weihnacksten rickstet man Darrn en bä um zu Straßburg in ben Stuben aufs, daran Henckel man Rosen aus vielfarbigem Papier gefchnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgvld, Zucker." Tiefe Auslassung zeigt aber bereits die wichtige Wendung, bit mit Den grünen Waldbaum vorgegangen war: er Dient nlchr mehr allein zum Schmuck des Hauses, ionbern wird selbst geschmückt unb geziert. Tie Verbreitung des Gebrauchs des TMrnenbMns twllzog sich jiim allmählich. Im Jahre 1737 findet sich aus Zlllau die Mitteilung, daß der Christbaum mit Lichtern geschmückt und in den Mittelpunkt ber Weihnachtsfeier gerückt würbe. Aber hier ist noch von Heinen Einzell)crumchen bie Rebe, wohl ein Anklang an bie ehemals verwandten Zweige. Es war ein leicht und gewiß bald l-erbeigeführter Schritt, bie Einzelbäumchen durch einen großen gemeinschastlichelr ..Familienlichtbaum" zu ersetzen. Erst ums Jahr 1800 wird der Christbaum häufiger, und in ber zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ton er nach den meisten deutschen Ländern und nach Nordamerika. So ist ber Gebrauch bes Christbamns eine junge Erscheinung, Die erst in jüngster Zeit eine allgemeine Verbreitung auch aus dem flachen Land« gesunden hat, eine Erscheinung, zu deren Verbreitung bas rein zufällige Zusammentreffen der christlichen Weihnachtsfeier mit der hochheiligen Zeit der alten Germanen wesentlich beigetragen hat. Es ist auch möglich, baß ber Weihnachis- bäum in feiner heutigen Herrid^ung eine Nad-ahmung bes ge- sd-mückten Maibaumes ist; bann würbe allerdings bie ganze Frage nach dem Ursprung in wesentlich anderen Bahnen gu halten sein. Möglicherweise hat man aber nur den bunten Flitter nun jenem entlehnt, ber ja als Ridübaarm aus unseren 9teubauten schon in engere Beziehung zum Hause getreten ijt Tuntel ist and bleibt manches, wie wir sehen, in der geschichtlichen Entwicklung des Christbaums. Aber das bars als feststehend angesehen werben, daß er in seiner heutigen Art kein seht hohes Alter beanspruchen kann, so daß die Pietät vor deut geheiligten Alter nicht jede Kritik untersagt. Um für eine solche sichere Grundlinien zu genrnmen, muß daraus verwiesen werden, daß, wie O. 5x^1001 bra^cim sagt, die Ausschmückung des Wcihnachtsbaumes em Zweig volkstümlicher Kunst Ul, eine Kunstdomäne der Familie. Diese Volksllmst, heute fast die einzige, welche allgemein geübt wirb, hat aber die natürlichen Vorbebingungen längst eingebüßt, bie sie vordem auch in Deutschland besaß, als das Tannenreis, der Tannenlxnnnt noch ben eigenen Wert ausschließlich in sich trug, -SelbsH-oeck aber nicht Mittel zum Zweck, wie es heute (eiber brr Fall ift Ter Schmuck bedeckt heute ben Baum oft fo, daß man vorn Maldesgrün kaum noch einen Schimmer gewahrt. Wenn aber Der Christbaum ben Zweck hat, ben Zauber des Wald-?s ins winterliche Heim, in bie Herzen ber armen unb reichen, ber großen unb kleinen Menschen zu verpflanzen, bie unnennbare Poesie Des Waldes nachklingen zu lassen in der Seele, bann muß er in anderer Weise geschmückt werden, als es heute burcheoeg bie Regel ist, bann muß man von der Unnatur unserer Zett zur Natur zurückkehren. Unb wie kann bas geschehen? Zunächst stutze man ben Baum nicht zurecht durch Ausfchneiben und Einfügen von Aesten, durch ifiürlK cJjö'e minel turdh biet* von* eon-bii ?on-M D cf) len. 'n* ig acroorbcn, jiinott haben 75-80 4* 76 wärmt sich behaglich die 37-89 71- 88 71 66-JO 84 33-86 rLmmerige Aarpfen imö 700 70-76 37-40 88 77 34 ? Lauter. 4^-55 80-91 70-00 35 70 78-76 68 74 78-75 68 74 Tnrch» Dez. Setter 1909 H Vörfifte Teinveratur am 14. bt4 16. 16. de« Frnnkfnrter BUrwe, 16. Deaeinber, 1.15 (’br. 107* 3’Reicbtanleihe 3* do. luON 6340 IM« Pna« • Haan - Eueebabn । WS* . TM« Hur Mutter uud ShiiO. 71-73 71-78 250.10 . 116.70 31 25 36 VS \r.‘- 13176 70-76 60-70 85 74 31 45 3M 61 61 196.7- 1IÄ* 4 ff 2461' 1480 VAA 18ÜM 210» Dezember. Aafaarmn. Harpe ner berg wer! . . Laarabnua . . . . . .1 LcnoUHen E. B. . ... .1 Nord! L!n-.d . . TtrkuiivM..... 99 50 96.10 94.6.) 1- . 47.70 9>>ck»0 66.90 99.*5 80-3» CO—63 24-27 48-54 V4 00 M.8> UM» 02*5 93 XX) 1 93.' 5 1#&35 Elcktriz. I.abmejer . . . Ekkttu. S«-lm<-kert . . . Ei-.hweiicr Bercwerk . . । fl^oktrrben Bergwerk . tUubarg • Au.enk Pakett Harpen^r Banpeerk . . • Xordd Lloyd . . . . . öbeneble* Eieen-Indoatrie Berliner Handel«?«». . . banottidter Bank . . . benueb« Bank . . . . Dentacb - Arial. Bank . . Oiekoato-Kowmaodil . • Dresdner Bank . . . • Kreditaktien ..... Baltimore- und Ohio- * Eisenbahn r.ottbardbahn . . .>.«*• Lombard Eisenbahn 1‘eaUTT. SuatabMu . . •. berliner Canada E. B. . . Darnutadter Bank eotsebe Bank Mütter, die ihre Rmber selbst nähren. loüten mr und Ridihtiuna ecotti C.imilfton intimen, deren 4u:flufc *“* i dxi Wen een und Tlenac der dMullrnniid) imvctfennhar Hl; 5*’’* inan bemeift bald, wie die Sdiiflluifle pcbeiden und miinier «erhe» 2elb0 em emaHiidltdier ütaumen ronb ohne ®uöe ecoira thrndw* einnebmen, die nnd> von einem icLwacden Dl open leicht oeibMri werd und nicht auhiökl. Aktien: Bo-bam Gass . . . . Badem« E. W. . . Tendeax eehwacb. heftete oiieaeinäftete Rübe und weniq qitt entividelie jüuqereRüde u Harten •l’loBtg flenotjite Untre und Aäisen . . .R ä l b e r. Zeiuste Mart- (IfolhmlctiiioÜ) und beste • • • "Pütilere Dlast- und gute Saugkälber . Geringere Saugkälber 3 cb a f e. aerangen. 5ie Unarbe kam bildete eine '-.wüauna, dee een Tarnen bat Irace ; von Söddien unb von Kellen Blei hem unter, kipte. Tie ’äniivotl der Tarnen war ein Schreiben en ter ?ibi?tlimg4vor'land, in dem die er gebeten wurde, eine arbere Rraom:: a nuleaen, da beit Tarnen die Aarbf feiner duibe iu.t rii?. Ht. Ire diiTirort war eine Terminbeiuufl der Bebatter; bo die Satnen üch aber damit nicht einverstanden «rf! arten, iraten •;e ned) vorheriger lkrüdn6igimg der Idepoonleilitehuiet in den ?lißftanb. ‘ iarx ' 180lk hiesigen Gewässer anSgeietzt. Sie sollen dem dezrmierlen ^tschbei'land elwaS ainhelfen. 43-47 86—40 Israelitische Neliaionrgesellschaft. Gottesdienst. Eabbat’eier ain 18. Dezember 1909 ^reitaq abend 4.00 Uhr. enmeiaq "Bornuiiaq 8.30 Uhr. 9larfumttaq4 3.30 Uhr. eabbat-"?lii4nnitfl 5.15 Ubr. 2LoeheiiqottfSdieuH: ‘Dloraerrt 7.10 Uhr. abend- 7.80 Ubt. - ' " ---- ' mctcoroiogijdie veodachtungcn her Station Sicht« pro 100 t’»b. kbr-.uepieti btM-i- L-**• pro lOOVaoi ipa. Der Ä u S rt a u d derTeleobondame« tnHrtto- .... bürg. Tie 2eia :;on irtii en von Bunciirg >rud an den .^5':au2 • ; ■* «x a- -■ •»* »u lUewi. «•> n • lt**«*- 3uuae, fleischige, nicht ansgeiuauete und ölieie out-aeindtieie...... •.Olaäia penanrie junge und gut genährte ältere £ärnqiie , , 14. 9heberid)(aa: = 0.0 mm 15. Tez. Recht träneigen Seih» nachten gehen die Eltern deS jüngst bei Stockhausen von den Pustern zweier EisendohnwaagonS erdrückten jungen Rock entgegen. Er war die einzige Stütze und em braver und lletüiger Sohn seiner Eltern, dem sein Lehrer das befte Zeugnis ousslellt. Durch den Schrecken über den tragischen Perlust ihres Sohnes liegt die Mutier schwer trank darnieder. Wie ein Unglück selten allein kommt, so auch hier. Ter Mater verbrannte sich durch kochendes Wasser beide Beine lürcblicbc Zladiricbtcn« ZrraeUtijche HchgionsgemcmOe. ßottesöientl in der Synagoge var über diele Berlegmig ihrer Borschrineu derartig auf .rel rawt, bafe fie an bie tnmefun heiautut und ihr imt^b«i ‘Nett- veulche einen Schlag quer über bae Wencbi verseilte. Seit bieier Zeit blieb bie loduei für immer von der Mutter getrennt und >ch!c>8 iich immer mehr ihrem Baker an. >pc. Der Ertrag der franzöfifchen Weinernte. Iie ‘.'imtreiiginigen, bie die Winter im Süden ainufieid»« gemocht haben, sind nicht oergeblich gewesen. Tie viedtädrtae L.ernenne uit ihnen 126 Millionen aiaufru mehr gebracht, wie im Boriadre. Ter Cauotaninb *ui das Vlii*. hibeu des •.,tfema«(0 Mk., Vale 7.50 Mk., ürbieu 0,0V fxartondn 4.00-6.00 JU. J BoU»teischiqe airtflemäflete Sude höchst. Kchlachtwerkrt bi« zu 7 ZgHr4n . . 33 —36 68—69 3' -eL Konsols . :r. do J .3 . . 3' ,e,e Hessen . r , I, Uberbac«terr. GoldreuU 41 / , < lesUtr. Silbeneote. 4'. Uncar. Goldrente . . 4*. Italien. Rente . . . 3*„ Portugiesen Serie I . 3*. Porta;icsen „ U( . r ,*4 ruu. Suataaul. 1905 4 ,e , japin. Staataanleibe Tiirkenluse 4 , Griecb Monopol-Aul. . • , Mexikauer . . . . 4 , Chinesen . . . . schwer. △ Elpenrod, 15. Dez. Durch den Gennst von Lattverge hat sich in einer Hiesigen Familie eine Ver« gistung ereignet. Ter Verwalter eines Hiengen Gutes uebit seiner Tienstmagd erkrankten nach dem Geituste von Cbfihomg unter eigentümlichen Anzeichen, die aus Vergiftung 'chlieüen liegen. Plan nimmt au, dag ber Honig beim Kochen in einem kupfernen Kessel Grünspan gezogen. Die durch die Vergiftung Erkrankten befinben sich außer Lebensgefahr. Büdingen, 14. T-ey Eni Komitee, an dessen Spitze rtürft Wilhelm zu Isenburg-Büdingen steht, erlätzl einen Aufruf zu Geldsammtun g c n für die durch den 3u- ammenbrud) des Obermock st ädter Vorschuß' und .ü r e d i t v e r e i n s in Not geratenen Mitglieder dieses Vereins. ES heißt in diesem Aufruf: Tie Genossen müssen für einen Fehlbetrag von rund HOO 000 Mk. auikommen. Zeyt int Dezember ist mit der Einforderung deS zu zahlcnoen Zuschusses von 2300 Mk. begonnen worden. Viele Mitglieder ind doppelt geschädigt. Äe müssen ihre en.liehene Schuld an die verkrachte staje sofort ab.ragen und den Anteil von 2300 Ml. noch ba^u. ES wird dann weiter betont, daß die AonlurSverwaltung mit aller Schonung vorgehe und daß auch der Staat Unterstützungen in Aussicht gestellt habe. Tiefe letzte Unterstützung könne jedoch nur unter Bedingungen gewährt werden, deren Erfüllung nicht möglich sei, to daß diese .Hoffnung als gescheitert zu betrachten sei. sEb ist dazu zu bemerlen, daß der Staat aOOOO Ml. aufbringen wollte, wenn die Gemeinden dasselbe leisteten. Ter Auf tu" führt aus, daß die Gemeinden mit Bürgschaftsleistungen bis zur äußersten 0'renze ihrer finanziellen Arafl gingen. Aus den eingehenden Maben soll ein s^onds gebildet lucroen, cmS dessen Erträgnissen Beihilfen an würoige Zassenmit- glieder von einer Kommission gewährt werden sollen, die aus dem Eroßher^oglichen .^reiLrat Boeckmann und zwei vom Aassenaus;chuß zu bestellenden Mitgliedern bestehen wird. ^Marburg, 14. Dez. Nachdem gestern eine von etwa 150 Bürgern besuchte öffentliche Versammlung bas neuerte Projekt des Magistrats, vom (Suttlvfiner Hoffmann lenfcttfl der Bahn am Ortenberg eine etwa 2 7 0 00 0 Om qrofee 91 cf er- und Helbestäche für Bauzwecke zu erwerben, lebhaft für unb wider besprochen worden war, beschäftigte sich heute bie Sladtverordneten-Versammlung nut bft für Marburg wichtigen Zrage. Der Oberbürgermeister trat zunächst in längerer Rede warm für den Plan ein und rann wurde aus seinen 9lntrag die Debatte vertraulich weiter» geführt. Die Stadtverordneten waren vollzählig erschienen. Die bis in die späten 9lbendstunden dauernde Sitzung endete bamit, daß die Angelegenheit einer Kommission zur Prüfung überwiesen ivurde. dort bedeutend zurückgegaaßen. Ter Holzmacher, der fonrt nie ohne feinen bescherdensn Tnmk Branntwein tn den Wald ging, verichmäht letzt den teueren SchnavS und nimm! sich lieber Bast.e mit. Em Gleich.-; tut dec Beraorbeiter. der Strayenorbe.ter, überhaupt jeder im Freien Anbeilende. Wenn wohl ber Alkoholgegner als solcher den Rückgang deS Schnaps. konsmnS begrübt, so mutz h:er bemerkt werden, datz genannte virbeiter den Branntwein!runk nur als AnregungS«, nie aber als BerauschungSniitlel liebten. Em gleicher Rückgang im Bronntiveinoerbrauch ist ober auch in den Gast- I'n5 Lchank» wirtschaften zu verzeichnen. ES ist kaum nennenswert, wa4 hirnn noch an SchuavS vertrunken w-rd. Tie Wirte unb Branntweinreifende wiffen davon ein Liedlein zu fingen. Bei iold) auaenfcheinl'chrm Rückgang deS Branntwemv.rdraucheS dürften sich die Bnteuerer tn der Einnahme für die erhöhte Branntweinsteuer sicherlich stack in ihrer Annahme verrechnen. Tezemder « + 0^ • 2. , = - 8,8 »C, 1 “8 Si| v-l Borweihnachtliche Zeit. Irinnen im stillen Zimmer kn« ert der £»en. 2tc Lampe steht ~ ngr unoet au* dem Ttid , und die > auSfrau, soeben mit ihn n ALchenanaelenenheitbN 'sr ig geworden, wärmt sich behaglich Die kühlen »ande Tie ji .nber haben sich in eine Ecke zurückgezogen und w'.spcrn und flüstern Zn ihren Augen leuchtet s vor Erwarcung und Freude: die Lippen vermögen kaum die 3ubelni*e zu unter rücken^Weihnachten, V^l,mochten kommt- Aur noli eine klein: Srmnn? und es erscheint der heilige Christ! Und der Tannenbaum, übersäet mit viel bunten Lichtern, w.rd bald im Zimmer prangen. Und, unb — ja, tue Mündlein »iinern und flüstern —. Mütterchen geht an den Tisch und fl Mt c nc verschlossene Schublade auf, eine Landarbeit komm' iiun Borschein. Und bie S.icknadel setzt sich tn Bewegung; D u ..er um Muster enLstehen tn feibtger Farbenpracht. — Ti. i>3 läutet Baier kommt. Tie Amber jubeln, die Mutzer leg schnell die Arbeit zujammen und verschließt sie wieder. Tic Tür geht auf, die "inber hängen dem Vater am vilic, an den Armen: bas fragen nimmt (ein Ende: „Vater, hast du den Aeihnachismaiin gesehen^' „Pater, haft du ihm auch unsere Wünsche geiag! und nichts pergcf.en? ' „Sc komme ich mein Schaukelpferd unb ich eine Puppe mit ro.rf- Stidmtibtn oben und untTn, recht> unb lml> Man lasse ihn, wie hie Natur ibn qrfd*-J!tnt bat, eine grftne Pnramide. hie ob unb iu Dfrmt Mckngel auiwcisrii wird, die aber wegen dcS burd>- rt»e«i icfcnnc n für ihren Ziveck vaiiender erscheint, nid anbei e inun rgnlu- Bämm niewohl auch die Stertwalme .Zle. baqutfoliuni mit ihren leuchtenden rotat B^wen mitunter recht fltei(inet ist Das Befestigen in einem kleinen Breil nut »otv umn ist qanj an(.rmeilen. idKiiu aber in manchen Gegenden noch unbekannt \u fern Tann streue man künstlichen Sdniec «am testen Setbanfcirattc’ aus die Zu», igr, namentlich auf die Enden, ■ Walde steht bie Tanne nun im weitzm Wintermantel. %üqen wir mut mich eintoe Tannenrapstn in natura aber guter 'Luch- bübuna (bannt auch die armen Sttoobncr der ikxfcb^rkr Tbü« rinomd nicht qeidkibiqt irvd).-;», bic b ^ber bat m isten iihr.u« baumichüu:' liefern^ an brn Zweigen drngend hinAu. so durste der EdriUlxnun einen ziemlich naturgetreuen, anaemeüenen. ja temclnnni i? mbmd mit ein »ach? u lünMerifcbrn iBcrren machen Em solcher Eüimlmum w.rd den lv.idr.niuf da Zugend bilden, sie zum ^auidtdem unb echJnrn fuhren, den Den böJ 97arürl;den erkennen lai'i m und io eine K'llotunn uir Emfaltung bringen bd en. die den March ubmrm be* Waldes wiederso egelt llnta ban Baume mag ein \xirte ictiu Sckrase rochen liruber oft selbst uuibc. Tt . *me 'tr;pr< die ®ei!ma(hcegeidiid)te Parfübren unb viele» 'Bla? finden. m.-.o i b-ier okxi teuer nicht gern entbehr, n maq Älle^ iK-entrabifti bann d..' teUen Licht r. deren Anbringung ia baib* kein. Sorge mehr »*nuio(tt rote ivrb«-m. Wcistr 4 r»rn lind am uK'nitnt unb oaifendsteu Antal und roeiü nistssen die Grundiai^n nictro Edristdanuu- bleiben Ter brenne Ton der Zar eu. m* nun aiiiitfallo aiub vergolden maq. wird einen fluten paiixn^-flrnitib beroorruint Märch ninimmma, echte W idt'ach>>stinnnung wird ein io bet- «richlet. r \ mim oueloi.ii bei .-un > unb Alt, wenn brt . anbei Laumrt" Lichter brennen und imbmirablnt in rwfrm. oiflluOmb n Ä tnbcrau.ini . C du rrölrlicde o bu selige. tynabrnbrimwitN D ibnaduuit. Ter EinM i’.vi d.'.tuc.u": in wird bann roi-Da etwa» ?nbrtnbuer.rt. da aut andere Re formen nub: möglich sind bei Baum gen nnt etr.- • 'r:e dedeutung, er roirb ein angtnti -. i Ausdruck cxi Mumli rü; i \ . ! utkriidjjft eanp’inben rnirb gelt ecu und ber '.liiert etgc.u:i Schass.ia, und eigener Uunirtxüitqung, trenn auch in bescheidenem Maste, gcpslan.it. ■?-8 | x-e I I •• FischauSsetzung. Ailf Deranlasiimg des Irischere:. oereinS für da» Grostherzogtuui ^cffen (BolNtzender dthr. p, Heyl zu Herrnsheim) wurden dieser Tone 300 zwei- zweisömmerige Schleien in die fi/ditfertiGui".' durch < :.k anbei planvoll unifTH5Cttnener vrastregeln o?r bie Med'.beii l-itenden Hcgiernng finden rotrben/' tienn öet Sicicr,-ta s jetzt mit der lonseroai o-tlerrkalen Mehrheit durch dick und dünn gehen wolle — ob $)rrr Traust» mann darüber mehr Freude empfinden würde? '^öffentlich ist Hrrr v. Bethmann-liollweg em Mann der Tat! Tast er kein freund verlorener Worte und müstiaen GezüiiLS über BeroanqeneS ift, wollen wir ihm als eine gute Eigenschaft anrechnen. An» Stadt und (and. Gl eben, 16. Dezember 1909. ?.c «ieavadcn Biebt ' - arttbc riebt rem la-t^. Auttr ed. Rinder 127, falber 3j9, Sck.a'e 7-i. Scbipctae 425. ^e -.de..;: -linde-, idileppenb, Halber lebbcHt, Scha e nnttel. mästig, öchiveme iiiitteiinästi-. »ortmaoder-fnloQ C.- . . —.— Oretdner Bank . . 160 40 lichen Haaren?' Tie Mutter hat schnell ein SLrickzeua zur Hand genommen, die bunte Seidenstickerei soll ja ’ur Baier unter dem strahlenden Tanncnl au:n liegen — 3t l( fächel sie vor sich hin. Bilder vergangener Zeiten, vergangener Tage ziehen an ihrem geistigen Auge vorüber, w e auch si. noch em >ünb troi - ja ein .4.nb, mit frommem Weihnächte- glauben. Die A-l aldungssrl nle Lindhcim. de,ini^ive Au stellung bc< Aechncr der Lanbivirtschaoslarnmer, Walst ber 9)ii n!i. >cr «um Bezirloeisenbaliztrot, PreiZstiftung für bie Schlacht unb MailviehanSileUung im Zahre 1010 in sliranifnrt, ein Schreiben bes Ministeriums ber Finanzen bic Einlommcusti uerveronlagung betr, Schr' b n b -s Mi.teldett scheu Acbci ernachweisverban es, len rt* ntraft bruch der lonbir Arbei.er betr, die Erhöhung der S^.lscht gebühren an den stadl. Schlachlhö'en, Schreioen des Mini- iterium-.* der Finanzen, bic Auswahl ber Sachverständigen lür die Festsetzung des Turd schni.tbrandes bei Brennereien, Gese i'tsbki ingung für den Handel mit Fadiik unb Sve.s> fortoffeln, die Revision des Feldbereinigung-gesetzeS. Bewilligung von Mi.teln für ben Lande^pi'erdeziichtverein für 1910, Drucklegung be? he's. Pferdestammbuchs, Förderung der Sckiaf'ucht in iTberhessen, Abänderung des (Vrundplans für Pferde-ml.I, Beschafjung von Analhsen über Mostge- wicht und Säuregehalt der '2*3eine, Veranstaltung von llnicr- wci ung in der jUÜerbiich$ü:,rung, Lortrags>ur|uS in Maipz 1910, bic Wetterdienststelle in Gienen, die Verwendung des Äapitalö be. aufgelösten landiv. Be«rtsvereins Offenbach und bic Ausstellung der deutschen landw. Gesellschaft im Fahre 1911 zu staffel. — Dcc Branntweintonsum iü, »vie nn4 vom Vogelsberg geschrieben wird, durch die neuerliche Besteuerung ---------- « Telefonische Kursberichte Gleeaener Anxelcera, mitgeteilt von der Bank 18r HaaM 15. 2* 754,6 0.6 4 2 89 NE 2 0 -onnenftb* 15. 9« 756 1 - 2.5 8.7 74 N j 0 Klatct v'iuted 16. 7" 754^ -4ch 3,1 | 80 . NE 4 0 • e Ti Für kommenden & 1 1 empfehlen wir: Bunte Baumterzen per Karton 28 Pfg. Marktstrasse 9 Wettergasse Pfd. 170 und 200 Pfg. Wiener Mischung (Ean de Cologne) kill Versuch führt zu öancrnb. 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Ich habe in dieser Saison eine derartig grosse Auswahl, dass ein jeder Geschmack zu befriedigen sein muss. Damen Mk. 3.50, 5 —, 6.—, 8.50 usw. Herren Mk. 8.—, 10 —, 12.50 usw. das Paar Die Christbescherungsfeier unserer Klcinkinder-Bewnhranstalt .oll am nächsten Sonntag dem 19. Dezember, abaehalten werden, Zunächst durch Gortce-dicutt in der Iobanneskirche. Dieser Gottesdienst beginnt nachmittags 3 Mir mit besonderer v 1 lU'iiad) bemietben1 finbet in der Kleinkinder,'chule im engsten Streife ticr Kinder und ihrer Angehörigen die Gabenoerieilung an die "°4LV«n. zu unserer Cbriitbescherung noch Gaben zugedacht haben wollen sie reckt bald an die Borstandsdamen oder die Schulschwestern gelangen lassen. Wir bitten herzlich darum für unsere _41 5 öen 13. Dezember 1909. (vl4/is Der Vorstand der Kleirikinder-Bcwabramtalt. D r. Nauman n. im Leuchtturm. Blüten tropf en ohne Alkohol Wandervoller, täuschend natürlicher Blütenduft. Ein Atom genügt! Maiglöckchen, Veilchen, Kose, Flieder, Heliotrop, Narcisse, Vestorla. Als Geschenk stets willkommen. Preis Mark 8.—, Veilchen Mk. 4.—. (Auch in Luxuspackung zu haben.) N euheit: Dralle’s Orange-Dutttropten in der Tonne. Ohne Alkohol! Preis Mk. 1.50. Chri$tbai«-5climacl$ große Auswahl tu Glasperlen, Ketten, Girlanden, Sortimentstasten, Lichthalter, Nufthalter usw. — ^areu-Tee 1/ Pfund 50, 60, 85, 110, 135 Pfg. und in i/3 Pfund^Paketen. Cebh:^n.zu Georg Dralle, Bamiorg. 4 //MW Geschenkbuch vorzüglichster Art! „Auf stillen Pfaden“ Ernste und heitere Gedichte von (£. Rocmheld in Nidda Zu haben durch die Oticker'sche Buchhandlung. [£>%, Aus den Kritiken: „£a5 Werk wirb jedem Leser Stunden edlen tüenuffcs und tiefinnerlicker Grbaunng bereiten...... Amtlicher TeU. verbürgt feinstes Hochlandgcwlche l Rheinisches Kaufhaus für Lebensrnittel, L. Steinhäuser, Fernsprecher 186. Ceylon Ktliamibnachung. B elr: Borträge icher Obstbau, veranstaltet vom Ober- hessischen Obstbauverein. Es wird zur Aenntnis der Interessenten gebracht, das; int Laufe dieses Monats in nachverzeichneten Orten des' Greises Gießen Borträge über Obstbau, verbunden mit tischen Unterweisungen, abgchalten werden, wozu die Mitglieder des Oberhes|. Obstbauvereins und sonstige Freunde des Obstbaues eingeladen werden: Donnerstagden 16. Dezember in Reiskirchen: Bor trag abends 8 Uhr, Feldruirdgang mit folgenden Morgen. Freitag den 17. Dezember in Bersrod: Vortrag abends 8 Uhr, Feldrundgang am folgenden Morgen. Samstag den 18. Dezember in A l t e n - B u s e i; Vortrag abends 8 Uhr. Sonntag den ID. Dezember in Trohe: Vortrag und Verlosung nachmittags 3 Uhr. Referent Obstbautechniter Wenck. Dvnnerstagden3 0. Dezembe rin W atzen boxn. Vortrag abends 7 Uhr. Referent 2r. Hofmann, Friedberg. Am Sonntag den 19. Dezember findet inTroheeine Gr atisv er lo snn g von O b st b ä u m e n für die anwesenden Mitglieder 'der Orte T r o h e, R o d g e n und Alten-Buseck statt. Gießen, den 14. Dezember 1909. . Grogbe» r»g,> '< ;■ i 'auir Gießen. I. V.: Langer m a n n. Bekanntmachung. Betr.: Benachrichtigung hinsichtlich der Firma Aktien-Ge- sellschaft Lahnhütte zu Gießen. Es ist beabsichtigt die oben genannte Firma im Handelsregister zu löschen, da dieselbe erloschen sein soll. ^ur Gelte,tdmachung eines Widerspruchs wird eine Frist von 3 Monaten bestimmt Gießen, den 13. Dezember 1909. B16/ij ______________Groß her og icheS Amtsge richt. Bekanntmachung. Ter Voranschlag der Gemeinde hatte urob für das Rj. 1910 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht auf dem Bürg er m erstere i-Burean offen. Hattenrod, den 16. Dezember 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. R o ct. 6773 Die Ausführung der Erd-, i>clS-, Rodnnao, Döschungs« und WeaebesesliauuaL-arbellen, foiuic Maurer- und £/berbauarbeiten elnfckl. Vicicrunn uort .jtcnelitctnen, Bruchsteinen, Halt und .sanb iür Herstellung eines UeberholunflögleifeS auf Bahuhoi Aßlar sollen nnnetcilt vergeben werden. Zeicknunaen und Maisenberecknunflen liegen hier aut Einfickt aus. Anqebotsmuster ob ne Zeickiiunaen können für 1 Mk. 5 'Bffl. «Postanweisung- bezogen werden. Tie Angebote werden am 29. Dezember 1909, vormittags 11 Uhr, geöffnet. Buschlagssrist 3 Wochen. Weilar, ben 14. Dezember 1909. D“/u Köm gl. Elsen bahn-Betriebsinsvektion. Bezirkssparkasse Gießen. Bekanntmachung. Es wird beabsichtigt, auch diesmal wieder eine Prä-- ntiierung von Dien st boten des Sparkasse- bezirks eintreten zu lassen. Prämien können von 5 zu j Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnis aus- weisen können. Bon Vollendung der 5 Tienstjahre kann nur dann im letzten Tienstjahre abgesehen-werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösuna des Haushalts oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Prämie glauben Än^ sprach erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung usw., sowie eines etwaigen Sparta! senbuches (die Angabe der 'Mmmer desBuches genügt ebenfalls) bei unserer üajse ober der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 31. D e z e m b e r l. I s. zu melden. Bu/U Gießen, den 10. Dezember 1909. Bezirksspartalse Gießen. Doering. Amtliche Sefanntmadjnnnen her Steht Well. Die Offenlegung der Wählerlisten für die Wahl zur Landwirtschaftskammer betreffend. Während der Woche vom 16. Dezember 1909 bis emichlieftlick •» Dezember 1909 vormüiaas non 8—12 Uhr und nackminafls von o—ß Uhr Hent die Line der in der Gemeinde Gießen Ain Vertrauens mannerwahl wablberecktiflten Berbandsanaebärmen auf der Burger mei'terei — Ztmmer Nr. 2 — zu ieoermanns Einsicht onen. Innerhalb dieser Fri't können Einwendungen fleflen die Nichüflkett und Bollnandiflkeit der Vtfte schriftlich oder zu Protokoll der Bürger- meiüerei erhoben werden. Gießen. den 14. Dezember 1909. CB^/u Großherzogliche Bürflermeisterei Gießen. F. B.: Steller. Vorteilhaftes Angebot für Weihnachten. ßerren-Sdinürifiefel 12.60 IUM 9 50 82*) 5 50..... 5 90 ßerren-Zugstlefel 18.50 H.50 1150 10.60 PL Q A 8 60 7.50 .....O JV Damen-SdinOrltiefel 16^ 12 60 10.5U 950 8.60 K AA 750 860.......t) JV Damen-Ball[±uhe 12 50 10 50 8.50 7.50 6.50 1 Aß 6.60 4 60 8 60 s90 1-eJlJ ßerren-Schnallenitlefel 16 50 1150 10.50 7.50 Damen-Hausldiuhe 6.90 4.75 4JW) 8.90 8 50 HA M 290 250 1.90 1.50 Mk. pf<- ßerren-ßausfdiuhe 3 JO 160 175 1* 1JU 1 40 I 00 Mk..... 6) r* [Rädchen- u. Knaben-Stlefel 8.60 7 50 150 6.60 3.90 Q RA 4 75 4.50 ..... O.VV kilienfeld’s Sdiuhwarenhaus Telephon 298 Seltersweg 52 Telephon 298 Marke „Argus 1000tb oder obiLe Eigenschaften nicht besitzt. Gebr. 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