Nr. 226 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag». Lande gesucht. -Tire ! Hills bei Newyork, trat ihm eine ei fernher unb dem Grafen Don Aehrenthal veröffentlichte Kvm- irntniqu6 desiniere dieses System mit unzweifelhafter Teut- RotatwnSdnick und Vertag der Brühlfchen UnioevfttätS - Buch- und Steindruck««. R. Lange, Dreßen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ea^Sl. Redaktion: Tet,-Adr^An-erg«Greßen. ungeres 1 Dklober, eoentl iifiL Meres .. in KSNU — Tic Teuerung in Pclzen. Die Vorliebe, die die Mode dieses Herbstes für Pelze zeigt, ist nur von einer unangenehmen Erscheinung begleitet: die kostbaren Felle sind diesmal teurer, als sie je zuvor waren. Chinchilla, das hauptsächlich begehrt wird, ist fast gar nicht aus dem Markte und erzielt eine ganz gewaltige Preisstergermtg. „Vor ein paar Jahren nodj", so teilt ein großer Londoner Pelzhändlcr mit, „konnte man ein Chinchilla' feil für sechs bis sieben Schilling kamen. Heute würden wir froh sein, werrn wir es für ebQrsoviel? Pfund bekämen. Man muß nicht bloß zmanJigmal, sondern dreißigmal so viel anlegen. Tie schönsten Chmchillapelze kommen am Arica in Südamerika, aber in dieser G^end sind die Tiere fast völlig vernichtet." Wit Die „Stehener Lamillendliitter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblan für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erfchemen monatlich zweimal. ZW Berliner Theaterbries. Gin neues Drama fron Max Dreyer. daß er so d« Sache seines Königs und Kaisers am besten diente. Also ein solgemchwercr polnischer Fehler wurde allerdings dem früheren Reichskanzler zur Last fallen; darauf wollen wir jedoch in dem jetzigen Stadium der Sache nicht näher eingeben." Ob die „Kreuzztg." auf andere als die von Martin in die Welt gesetzten Insormationen sich berufen kann ? Und ob die Regierung antworten wird? KW ZWZ fest I jein Wiener Aufenthalt habe zur Befestigung und neuerlichen ’ Klarstellung der von Deutschland und Oesterreich-Ungarn seit I inet Jahrzehnten fortgeführlen Bündnispolitik beigetragen. I Äas über oen Inhalt der Unterredung zwischen dem Reichs- 1 '-vt-r-i f a v* h i -w S Söm /Urnfntt hnw ’OfAlwnnHiAf K A-v-ri fr t A vt l ( i i n Ö -r> tu - lichkeit und bezeicl)ne ihr durch Verträge festgelegles Ver- holtnis zu einander und zu dem dritten Verbündeten als unverrückbare Grundlage, auf der, wie schon bisher, auch künftighin ihre europäische Politik aufgebaut bleibt. Daß rric der Allianz entsprechenden Beziehungen zu Italien mit der alten Sicherheit und Zuverlässigkeit fortbestehen, dafür tobe es in der jüngsten Zeit auch an äußeren Zeichen nicht gefehlt. Das Blatt erinnert an den Tepeschenwechsel zwischen )tn beiden Kaisern und chrem hohen Verbündeten beim Äieuer Aufenthalte des deutschen Kaisers zum 60jährigen Riegierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef, sowie an die große Kammerrede Titt onis, ine eine Art Rechenschaftsbericht über die Haltung der italienischen äußeren Politik i »ährend der letzten Baltankrisis bedeutete und mit zu den k Bekräftigungen der großen wohltätigen Selbstverständlich- [ feit gehörte, zu welcher der Dreibund im Leben der Staaten »geworden ist. Der Dreibund, heißt es weiter, ist geworden, was Anschuldigungen gegen einen ReichStagSabgeordneten. Der sozialdemokratische Rcichstagsabgoordnctc Hengsbach ist bekanntlich ähnlicher Neigungen beschuldigt worden, roie sie der Abg. Schack an den Tag gelegt hot. Der schon erwähnte Bries, den ein Kaufmann Richter Köln an den Vertrauensmann dec Elberfelder Ortsgrupvc des D. H. B., Herrn Friedrich Wiegers hcms, sandte, bat folgenden Wortlaut: Hengsbach lebte mit seiner heute von ihm in Hörath bei Wermelskirck>en getreimt lebenden Ehefrau in der denkbar un- glücklichsten Ehe. Nach Aussage der letzteren ist cs des öfteren oorgekommen, daß er nachts Frauenzimmer mit nach Hause brachte, während sie, nachdem sie noch obenbreui mit Prügeln reguliert worden war, die Nacht auf der Treppe zubringcn mußte. Was aber aller Unmoralität dieses Well Verbesserers die Krone aufsetzt, ist, daß er seinerzeit mit einem solchen Frauenzimmer eine Reise nach der Schnxiz unternahm und dazu seinen 15—Iß jährigen Sohn als Reisebegleiter mit- nahm. Tics erfuhr ich aus dem Munde feiner eigenen Frau und war bei diesem Gespräch ihr Bruder, mein Kunde Herr Albert Hinrichs, Anstrcicl)ermeister in Hörath, zugegen. So verdammenswert ein solch, s Ehcleben für jeden rechtlich denkenden und moralisch fühlenden Menschen ist, so wenig wollen wir uns über derartig täglich vorkommendc Fälle als Sittenrichter aufwerfen. Tas, was diese Angelegenheit für uns Deulschsozialc zu einer interessanten macht, ist, daß der Parteileitung der sozialdemokratisck-en Partei das Vorleben ihres Parteigenossen bekannt ist, ohne daß sie Veranlassung nahm, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Beweis dafür die Aussage des sozialdemokratischen Abgeordneten (Seher ina, mit welchem ich am 28. Februar 1908 mit dem Zuge 12,30 Uhr mittags von Köln nach M.-Gladbach fuhr. Als ich mit diesem Abgeordneten unterwegs eine für beide Teile sehr interessante politische Unterhaltung pflog, drückte ich ihm kurz vor unserem gemcinsckwstlichen Ziele, M.-Gladbach, meine Verwunderung darüber aus, daß man einem solchen Mann ein Reichstagsmandat angctragen hätte, und btt3 man seitens der Parteileitung, selbst wenn man c5 später in Erfahrung gebracht hatte, ihn nicht wieder sofort eliminierte. Daraus erwiderte S., ich glaube mich wörtlich daraus befimten zu können: Tie Angelegenheit mit H. ist in der Fraktion zur Sprache gekommen: Bebel habe aber gemeinl, daß eine Mandatsniederlegung nicht in Frage komme, weil 1. das ehelich« Verhältnis einer gerichtlichen Klarstellung, wie es ein Ehescheidungsprozeß ist, entbehrt, die Frau des H. sagte mir später in Erfahrung gebracht hätte, ihn nicht wieder sofort Ehescheidungsklage einzuleiten, was sic aber mit Absicht unter ließ, und 2. daß die Sache noch zu wenig bekannt sei, so daß noch nicht einmal der Truck einer bürgerlichen Preße vorläge. Vorstehendes bekräftige ich als unbeschsttencr Mann durch meinen heiligsten Eid, und daß ich auch nicht durch Motive oon Sensationslust zu dieser Veröffentlichung geleitet wurde, dürfte daS Faktum erhellen, daß mir das zuerst aus dem Ehelcbcn des H. Angeführte wenigstens sechs Jahre bekannt war, ohne daß ich davon öffentlich Gebrauch machte. Heute aber, wo die sozialdemokratische Partei den Fall Schack in einer Weise ausschlachtet, daß man wirklich meint, mit Engeln zu tun zu haben, da muß jebe Rücksicht fallen, und dröhnend muß es den Sittenrichtern fn die Ohren gellen: „Richtet nicht, aus daß ihr nicht gerichtet TDcrbet." Tor „Vorwärts" meint dazu, das sei doch keine Triole- Afsäre. Gleichzeitig veröffentlicht er eine Erklärung des oben genannten Reichstagsabgeordneten für Bielefeld, Severing, die also lautet: Bielefeld, 24. Sept. Mit den Anwürfen gegen Genossen Hengsbach bin ich auch von einem Teile der bürgerlichen Presse in Verbindung gebracht worden. Tanach soll ich am 28. Februar 1908 auf der Fahrt von Köln nach München-Glad- bad) einem Teutschfozialen Mitteilungen über Erörterungen gemacht habet!, die in der Fraktion über den Genossen Hengsbach gepflogen worden seien. — Ich erkläre demgegenüber, daß alle diese Behauptungen von A bis Z erlogen sind. Am 28. Februar 1908 war ich im Reichstage, aber auch an anderen Tagen bin ich weder in München-Gladbach gewesen, noch über München-Gladbach gefahren. Ich habe noch niemandem über Hengsbachs Privatleben Mitteilungen gemacht und aud) nicht machen können, weil mir auch bis heute nichts dai - — Gin Besuch bei Mrs. Harriman. Eine Unter - haltung mit Mrs. Harriman, der Gemahlin des orrstorbencn " Eisenbahn königs, die mm uw hl die reichste Frau der Welt ist, schildert der Newyorker Korrespondent eines englischen Blattes. In der herrlichen, mit entern Aufwand von fünf Millionen Dollar erbauten, rod) nicht vollendeten Residenz in den Ramapoe ehrwürdige Tarne von einigen chen Trauergewand, das nur ledern Jahr wird die Pelzzufuhr geringer und geringer. Seitdem durch die transsibirische Eisenbahn den Pelzhändlern eine bequeme Verbindung geschaffen ist, sind die russischen Zobeltiere fast völlig ausgerottet worden. Daher ist Zobelpelz, besonders die berühmte blaue Färbung, die nicht nachzuahmen ist, ganz außerordentlich wertvoll. Auch die Zahl der weniger wertvollen kanadischen Zobel ist sehr verringert. Tie Ausbeute im Jahre 1907 betrug 46000 Felle, die im Vorjahre nur noch 34 734 und dies Jahr werden kaum über 24 000 Felle auf den Markt kommen. Nicht ganz so groß wie bei Chinchilla und Zobel wird die Teurung bei Hermelin werden, aber die Ntode vernachlässigt gerade diese Pelzart in der neuen Saison. Großer Manacl herrscht auch an Sealskin, denn die pelzspendcnden Robben haben schweren Schaden gelitten, weil in den letzten Jahren die Pelzjäger viele weibliche Tiere und die junge Nachkommenschaft vernichtet haben. SnabemitgvterZA,^ WOW sechzig Jahren entgegen im einfau,- _______________ ,1M„ mit einem Musselinband an Hals und Taille garniert war, außer dem Trauring keinen Schmuck an den Händen. Sie erklärte es für ihre Ausgabe, die Pläne ihres Mannes so weiter zu führen, wie er sie zu vollenden gedacht hat. „Seine Wohltätigkeit war groß, aber er vermied jedes Aufsehen: ebenso will ich es halten. Meine Tochter Mary, die schon ihrem Vater bei der Ausführung- feiner sozialen und philanthropischen Ideen zur Hand ging, wird auch mich unterstützen . . In erster Linie bin ich Mutter- ich habe vier unverheiratete Kinder, deren Wohl den meisten Frauen genug ju tun gäbe, so daß sie an nichts anderes denken könnten. Ich werde nie vergessen, daß meine Kinder den ersten Anspruch an mich haben, aber ich will auch, soweü es nur irgend in meinen Kräften steht, die Verpflichtungen erfüllen, die das große Vermögen in meinen Händen mir auferlegt. Vor allem will ich meine Aufmerksamkeit der Dienerschaft und Bevölkerung mrincs Landsitzes zuwenden, wie ich das an den englischen Damen stets bewundert habe, die auftrpscrnd für ihre Bediensteten und Dauern sorgen." der niedrigen Art, in der er die Folgen der Nacht vor der Oeffcntlichkeit vertuschen will. So sagt sie sich von ihm los und nimmt ihre Schande auf sich. Ihr Vater, ihr Bruder und dessen Braut stehen auf ihrer Seite: sie haben sich zu der gleichen Freiheit und Stärke der Weltanschauung durchgerungen. Es ist das alte Schema des „Probekandidaten", unter dem sich nun einmal Dreyer Leben und Menschen vorstellt. In ausdringlicher Parallele wird dem kriecherischen und gesinnungslosen Erwin der ebenso auftechte und gesinnungstüchtige Jürgen gegenüber gestellt, der den Verlockungen des bösen Geheimrats, ihn von den idealen Bahnen seines Kunstgeschmacks abzulenken, nicht nur trotzt, sondern sogar noch einen wenig geistreichen Spott entgegensetzt. Aus der einen Seite stehen bei ihm die kräftigen gradgewachsenen Gestatten, deren innere Tüchtigkeit sich in kräftigen Püffen, in Zerbrechen von Möbeln und Aufdonnern auf die Tische äußert; auf der andern Seite steht Dahse, die Jammergestalt, die gute Manieren bat, tiefe Verbeugungen macht und schon darin ihre schwarze Seele erkennen läßt, lieber die tiefere Bedeutung eines solchen Wettbildes läßt sich nicht diskutieren Wohl aber wird man dem frischen Theatertechniker zugcstehen, daß neben dem gequälten Pathos und der groben Unwahrheit der Grundidee manch hübsche und sein beobachtete Züge, gemütvolle Bemerkungen und luftige Jmpromtus stellen. Sie verhalfen dem Drama zu einer gewissen Aucrkennung, ohne daß das Publi kum sich hätte stärker envärmen können. Die Aufführung über ragte nirgends das Turchschnittsmaß: eine neue Kraft Brahms Hilda Hcrterich, die die Hauptrolle spielte, hatte wenig Gc- lcgenheü, ihr Können zu entfalten. Gut war Haus Marr als alter Pastor. Dr. P. L. Die Stäriung der Dreibundes. In Berlin wie in Wien werden halbamtliche Veröffentlichungen erlassen, die eine Stärkung des Dreibundes im Zusammenhang mit dem Kanzlerbesuch in Wien feststen : Berlin, 26. Sept. Die „NortK>eutsche Allg. Ztg." Schreibt in ihrer Wochenrundschau: Wenige Monate nach ter Hebern ahme der Amtsgeschäfte folgte der Reichskanzler jjrinem Wunsche, sich dem ehrwürdigen Herrscher der dem deutschen Reiche verbündeten habsburgischen Monarchie vor- ^uftellcn. Die Wiener Tage hinterließen persönlich wie politisch die besten Eindrücke Dankbar äußerte sich von Zethmann-Hollweg wiederholt über den sehr huldvollen Empfang, der ichn vom Kaiser und König Franz Josef zuteil geworden sei. Jrt vollem Einklang mit dieser Aufahme stehen die Ergebnisse der eingehenden Unterredungen, die der Reichskanzler mit dem österreuchisch-ungarischen Minister des Aenßern v. Aehrenthal gepflogen hat. Es wurde Darin die unverminderte Fortdauer des Vertrauensverhältnisses zwischen den verbündeten Kaiserreichen und ihrer dun desfreundlichen Gesinnung für Italien von neuem fest- gestellt. Dem Reichskanzler war es überaus willkommen, i daß sich in Wien Gelegenheit bot, mit dem Leiter der aus- | »artigen Geschäfte Oesterreich-Ungarns die Haupt- i puTitte der europäischen Politik zu erörtern. Verfolgte die Reise von Wien aus keine besonderen Zwecke, j® werden dort die ausgetaüschten Eindrücke doch zur friedlichen Weiterentwicklung der schwebenden I Fragen das ihrige beitragen. In der europäischen Presse wird die Bedeutung der Wiener Besprechungen vollauf gewürdigt. Wien, 25. Sept. Das „Fremden blatt" hebt die herzliche Aufnahme chervor, die der Reichskanzler v. Bet h- mann-Hollweg in Wien gefunden hat, und erklärt. indenTge^ - sMe-i Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 27. September 1909 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Ms Berlin wird uns geschrieben: „Des Pfarrers Tochter von Streladorf" bat Max Dreyer fern neues btäaftigcd Schauspiel genannt, das am Donnerstag abend un Lessing-Theater seine Uraufführung erlebte. Bieter Titel enthält eine gewiß nicht unbeabsichtigte lttcrarhiswrnchc An- fMimg, indem er nämlich an Bürgers berühmte Ballade „ü,cs Mrrers Tochter von Tauben Hain ' erinnert Dieses unfcunbd) jiiu gewaltige Meisterwerk, das die ^Nu^ung d^ lungen Madd^ W Wd den Kindcsnwrd in der glühenden Leidenschaft des Sturms W iCTj) Drangs matt, hat in der Li^raturgesduchte schon viel. ,£j:< : %Kf)abmimgen gcsiinden; t>iel_ gelesene icntrmentale Stemmte rrtzten den Stoff in breiten Schilderungen aus. S t lo -u d- n>i g knüpfte a-n ihn in seinem Entt^uN Tufc" an. Für Dreyer tir Burgers Motw mrtteeax^ere Tttvegnng gewesen, indem auch er Verfühncng teHtd) Mutter fiihlenden Mädchens m den R^men des ^am hiuses gestellt hat. Aber mit den ichweren Z^chdodrmtakzenten d« Beriwßung durch den Vater und des Krndesmordes. vermag der Theaterdichter, der fein Publikum nicht Ächetzen hineinziehen will, nichts anzumngen. E^ Nt vielmehr Problem des jungen SRädd»ens, das lieber die schände einer oehdidjen Mutterschaft auf fid) nitmnt, alv eurrni Kann in bfc Ehe zu folgen, dessen verächtliche Charakterwligiert ne»u )pa artomt hat. Tie Tochter des Pfarrers von sttelatwN kehrt ftch vrn der tüchtig-gefunden Lcbensauftassung^ ihr>.v 3ater->, oe nrbr Bauer ist und Geschäftsmann als "nrncr mehr al in ihrer Liebe zu dem Privatdozenten ^r. Erwin ^ah's. bet auf einem Grundstück des Pastors Graormgen nmh ^n^ utitem ber Urzeit vornftumt. Während sich Vater ww Bruder in ihrer knorrigen Urwüchsigkeit von dem korrekten leu - trfterrfcheu Archäologen abwenden, wächst Stcbe zu ib inaner mehr, und in der Johannisnacht gibt |ie lidf i&m bin. . fo{geiti>cn Tage aber muß sie die ganze Eharatterloiigkeit ihr - Jchutigams erkennen, der dem hochoemrögenden Geheimrat geg^i-- üler feine wichtige wissensd)aftliche Entdeckung verleugnet, mn suh baimrd) zum Prinzenerzieher und Professor emporzuicchmngei^ Trd nun fallen ihr in einer einzigen Szene d^^ochuppQi von bet Augen; sie erkennt die Erbärmlichkeit ftmes Wesens auch ui MiateT sn bet filofcttüö’:' I! nb bet Dlomaqt r • '■ uni> Sabeantaflk I n^uten Leistungen nstl Meldungen oniL« I .obnanfutuef) unter M- Anz. erbeten, ! Maurer und HE Meldungen -Lchifsenberger üi Suche zum 1. LkuT ootgut einen zuveü^ Ijtll Pferdekiii. iei alle lanbroirtfdx’ nen versteht Shnioiti ndtge Leute, die iästigung suchen, rootti en. Zu erfragen m ir ■ sstclledesGieijeneiÄLg -beiter^"" ___________Friedrich j: J Ein Hausburiäu gesucht Bäckerei $ti ____________Seitersllqt Ein Hausbursch« gesucht. Neustadt 19, BeL- i unserem Lctzcrei d i Maichiurm'aal tami Ü genommen werden, mdliche AusbiidMg dl Heft BrüMcheDnck, !tzausmäöchen,we/iM \ ‘ ges, Lismarckm . Mges Mäd^ gebahnten neuen Ordnung im okto manischen Reiche, das auf einer Linie mit den. Friedensinteressen Europas Nutznießer dieser aussichtsfrollen Reformbewegung ist. Die entschieden günstige Meinung, womit man in Wien und Berlin ihren Fortgang verfolgt, steht im engsten Zusammenhänge mit den beiderseitigen Wünschen, daß eine gründliche Konsolidierung im Orient auch auf das Verhältnis der europäischen Mächte segensvoll zurückwirken möge. politische Tagesschatt. Die Konservativen unb der Sturz Bulow». Eine konservative Zeitung und ein Zenttumsblolt hatten behauptet, die Unterredungen, die der Kaiser während feines letzten Aufenthalts in Highcliffe gehabt hatte, seien ganz im Sinne einer vorher mit dem Reichskanzler gehabten Rücksprache gehalten gewesen, der Kaiser habe den Reichskanzler durch Briefe über die Unterredungen verständigt und Fürst Büloiv habe sich brieflich dankbar und einverstanden ausgesprochen. Der gute Erfolg der Aussprache des Kaisers in England selbst habe die Regierung ermutigt, die Mitteilungen des Kaisers einer größeren Oeffentlichkeft zugänglich zu mack-cn, zuerst in der „Deutschen Revu e", und da der beabsichttgte Zweck nicht voll erreicht wurde, durch eine für die englische Presse bestimmte Publikation. Diese später im „Daily Telegraph" erschienene Publikation sei also vom Reichskanzler veranlaßt, das in mehreren Abzügen übersandte, mit Schreibmaschine deutlich gedruckte Manuskript sei im Auswärtigen Amt vom Unterstaatssekretär Stemrich und dem Geheimrat Klehmet ^gelesen und daraufhin habe der Reichskanzler in Norderney die Veröffentlichung genehmigt. Im „Berl. Tgbl." gibt der frühere Regierungsrat Rudolf Martin zu, diesen Veröffentlichungen nahe zu stehen. Marttn hat übrigens dieselben Behauptungen schon ftüher in einem gegen Bülow gerichteten Buche ausgesprochen. Die „Kreuzztg." greift diese Presseäußcrungen auf und schreibt dazu: „Diese Darstellung deckt sich im wesentlichen mit den uns seit einigen Monaten gewordenen Informationen. Wir halten es für unerläßlich, daß die Regierung dazu Stellung nimmt, schon mit Rücksicht auf die noch amtierenden beiden Beamten, die bei dem obigen Sadwerhalte oon dem schweren Vorwurfe, die ihnen obliegende Prüfung des Manufkripts unterlassen zu haben, entlastet werden würden Ist aber diese Darstellung jüdjtig, so bleibt für die vollkommen abweichende Darstellung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" nur die Erklärung übrig, daß der Reichskanzler sich in der Voraussicht über die politische Wirkung der „Daily Tclcgraph"-Verösfcnllichung völlig geirrt hat oder, vielleicht richtiger gesagt, daß er durch das unmittelbar einsctzende Geschrei der liberalen, mittelparteilichen und alldeutschen Presse sich hat kopfscheu machen lassen, und da der Kaiser ihm die Entlassung nid)t erteilen wollte, feinen andern Ausweg zu haben glaubte, als sich selbst und feine Behörde zu Unrecht einer Pllidftverletznng, nämlich des Nidft- lefens des vom Kaiser zur Prüfung übersandten Manuskripts, zu beschuldigen, lieber dies Verfahren vom Standpunkte der politischen Moral den Stab zu brechen, dazu wird derjenige, der die politische, Geschichte kennt, sich nicht leicht ent» schließen. Aber seine sonst fo kluge politische Voraussicht würde, wenn der obige Sachverhalt richtig ist, diesmal den Reichskanzler und seine Berater gänzlich im Stiche gelassen haben. In jenem Proton pseudos würde der Keim zu der ganzen unglücklichen Entwicklung gelegen haben, die bei einer anderen Behandlung — wir haben den Weg einer leicht herbeizu- ftihrenden offenen Aussprache im Reichstage un Auge — unschwer zu vermeiden war. Darauf wollen wir für jetzt nicht näher eingehen. Aber zu dem Vorwurf einer Illoyalität gegen den Kaiser liegt nad) unserer Ueberzeugung nicht der geringste Anlaß vor. An dem Sonnabendabend, wo die Aufsehen erregende Nlltteilung der „Norddeutsd)en Allgemeinen Zeitung" erschien, überbrachte sie uns ein Vertreter des Auswärtigen Amts in sorgenvoller Stimmung, indem er als einzige Bitte des Für st en Bülow zum Ausdruck brachte, die Person des Kaisers, wenn irgend möglich, ganz aus der Debatte zu lassen und die Kritik allein gegen die verantwortlichen Schuldigen, den Reichskanzler und das Auswärtige Amt zu richten. Wir haben also einen besonderen Grund, nach wie vor der Aufsassung dcs Abgeordneten v. Heyde- branb in seiner großen Rede beizupflichten, dcr als einmütige Auffassung seiner Fraktion bekundete, daß, wenn der Reichskanzler so gehandelt hat, wie er es getan hat, es aus keinem anderen Grunde geschehen ist, als weil er die feste, ehrliche und beste Ueberzeugung von seinem Standpunkte aus hatte, tc ift, weil er in den 30 Jahren seines Bestehens nicht einem beunruhigenden Ehrgeiz seiner Teilnehmer, sondern den höchsten tulturellen Interessen, sowie der gesicherten und stetigen Entwicklung ihrer Volkswirtschaft freu gedient hat. Wit der größten Genugtunng wurde auch bei dcr Anwesen- hett des deutschen Reicliskan-lers in Wien neuerdings fest- bestellt, daß die Beziehungen der beiden Mächte nach allen Seiten hin normal und freundschaftlich seien. Die torau» entspringende gute Stimmung kommt der Bcurtei- !«ng der allgemeinen Situation zustatten. Die beiden Verbündeten 'falten nach wie vor an der Bewahrung des Status- iOUD im nahen Orient als Leitmotiv ihrer Politik fest, t«rs als wichtige Bürgschaft dafür betrachtet werden darf, tot auf einem alten Soraengebiete der internationalen M., Rofttü ferne neuen Verwiälungen die ruhige Ge,taltung »2»« Ibec Tinge unterbrechen werden. Diese Hoffnung findet Wihre stärkste Unterstützung in der von den Jungtürken an- die größeren staak Wtz tr UM B -‘Jhböc. «rftincf twm ,r:tm!orn Srr.'on*. r 4 ftc r ftr tt« Widders der» *1 X Vorträge und Er- fei nnehcr geteilt noditrägfidx 6t!fe. c w fragen der Reform habe sich liebet -mmmmung dahin das;, wie der Verein es schon früher wiederholt ou«- LeiftungS- ft a r f f n und Maße an den 3Ä ittel erforderen Ergedni« infam men: Es dab Vorbeugung höher stehe als 6rtenmti worden, ftflr bie ergeben. (ieii>rod)rn. da» Sänoergenncht dann liege, die f ä bi g f eit der kleinen Verbände »u die gröberen Verbände in weiter ausgedehntem schwierigen, erhebliche sinanzielle und technische nähme gewisser Zwerge der Fürsorge durch liehen mih kommunalpolitischen Verbände Derselbe Redner fakte zuin Schluß der L VrerS Lckb «lasse 2: heim-BvrSbort. Ä t a * i e 3 UM Il.-'.tioi* V1 2 Tret» Vergeordn W »r«te rm-B-ttzbvis. Stil 3. II Beckrl Mcnrrboch fT Bor-d ultiÄ , 3. S4 ' Uh'.-Nibtza ffe fr Ha fer l Beionord» 'StbbcrSher» bernhen flnHniicn und Linrichrungen zu beledigen; die in den -ünden der Teilnehmer befindlichen JL'nttöpe neben hierfür mannigfachen 'Anboll; e» ind namentlich die Anstalten für Geisteskranke. Blinde. lüubftumme. Krüppel, die als Anstalten der Landarmenperbände die Fürsorge für ftianfe cinfd)liefÜid> ärztlicher und grtmrkShilsllcher Fürsorge zur Ergänzung der ort- hibrtt Vnihmgat mit ^ilfr der Kreise und ähnlicher Betirke zu Teilten baden. Doch wies Schölte! als Vertreter des schlesischen Landarmenverl'andes darauf dm. dag ohne Erhöhung der Dotationen aus erhebliche Reuschöpfungen nicht angegangen werden tonnte Heber die NützUckKcit von sn»rngswe,>er Zusammenlegung feinerer Gememdrn |u einem Eteiamtarmenverbande waren die Wernmigen getttll; Decker und Kapp sind bedenklich, während Drechsler pon gutem Eriabrungen in Hannover berichtet und Siuerfer dringend eine gtfeMtdx Regelung »ordert Von der öffentlichen Brtcblutztafiung über Leitsätze wurde Abstand genommen. karnmer Z PH. faanf-Stxxfbetm __ 3: Erne gute E,nmachbirne: l M T8TI l Pfarrer Weiß-Wallernbausea. Drrekwr 3 I Allerseelen die Pflanze massenhaft kauft, um damit die OrAlr jrtr Lieden zu schmücken. Zm ver^ngeurn Zahr ging i»' gar ein größerer Transport in Kistffn übet pamburg n^ Amerika. Ackerbau, und Gdftausftellung in Nibba. X Nidda. 2« September. Dir seit längerer Zeit geplante und von einem rührigen Komitee m« Werk geletzte Bezirk«-Ackerbau- und Cb stau« stell ung in Kraft« Saalbau wurde geilem durch KrriSrat Boeckmann eröffnet. Eie zeigt, wa« m dem landwirtschaftlichen Bezirk vorn Acker- und Cbftbau gelei tet worden ist. und iit em rühmliche« Zeugnis für den Bezirk, sowohl wa« Quantität, al« Qualität de« Ausgestellten bietet Man sieht, was em rationeller Landbau und eine rationelle Cbstzucht zu Stande bringen können. Die Schönheit der Gruppierung macht dem Komitee alle Ehre, hat ihm allerdings a.fch viel Mühe und Arbeit gemacht: auch die Dekoratton de« Qaale« häufen. _ w „ Aufgabe 1 I £> Fischrr-SelterS. 2 L ^eunma.Saflniu häufen. Ang M Selter-. Aua Mo f er -Setter«. C ibba, 3 Ä Bach-Wallern Hausen meiner RupP-SetterS. x? Wendel. IV -ntiurrbod). Beigevrcmeter ■ bnm, 3 Belzer-Bor-dorf. Tiplome der LaiünrnrtschaftLtounner K. Koch-Stockliemr und C Preufch I -2i?allernbaufen . 2 St. Bach. L 1B- mu^ Wall ernten, sen. Dild »fritz-Se'.ter«. 3 C BeUer-BorSdorf. Ir Bach Wallern bau fern. Aua Alt-Selter«: TiDlomr des Cbft- •dleT'^allabauten. (H Widder^bein • Ctto Buff-St'ckbeim. B«staeordncler WidderSbeim-BorSdori häufen, G Edelmann rbach, C Buff-Stockheim. j)ch. bischer- Zelter«. 3 rt Koch-Zt^ckbenn. Aua Al»>LelterS. Aug. Möser- Selter? und Tirektor Schinkel-Unter,'chmitten: Diplome de« Cbft- bauver ins C. Belzer BorSdorf. Sy Wenzel IV -Fauerbach. Diplome der Landnnrtschaft>kammer st Seum-Wallernhausen und Bei- gevrdncter WidderSheim-BvrSdorf. Ausgabe 7: Ein fixilblübenber Tafelapfel: 2. Preis Ctto Dolf Ballern Haufen. Slug Alt-Setter«. 3 Direktor stbmfrl- Unterschmitten: Diplome de« Cbstdauverein« L. Stevniiig-Wallem- hauteu .1 u f g abe 8: Drei Apfelsorten, die sich als fhmnfidxr bewährt haben und gut rentieren: Ehrenpreis der Stabt Aidda C. Äeflenoeller-Dallembausen. 1 Preis Aug M ifer-S'lters. Duerrn der Landimrtschaftokammer St Koch-Stock heim Ausgabe 9: übrrnprei« B ?ri,cher-3rlter«. 1. Preis Dierk- und ar Bach-W,rslernHaufen: Diplom de« Cbstbauvernn« Aug Alt Teller- Auf gäbe 10: Ristchtragende arvtzfrüchtigr derbsttafechirne 1. M Toll I -BorSdori, 2 C Belfer BorSdori und iVr Reu- ninq H.^iibba, 3 C. Westerweller Wallernhaufen: Tiplom der Lanow,rN'chafk)kammer Sy £‘inb A'teih-'Jlibbn Ausgabe 11: Eine wenig scharf empfindliche 'Hofe,fort* ftflidiw'el . irbmipTi-i 5 der Stadt 'Jhbba Aug Mäser-Telter«. 2 Preis Sy Lint^<^e,b-9iidba Ausgabe 12: 1 Aug M äs er Selter«, 2 C Doll-Äollern hau im. 3 Beigeordneter DidderSheim-Borckdors: de- Cbstbauvereins Bürgermeister Kvch-Twckdeim. Aufgabe l1. Preis und Zufatzprei« de« Verrn Klo« Nidda Karl 3d'nrud-'2k>r«bJrf. I ’ <1 a b >■ 1 I V :u 3 n Am es und Birni.'rt'I " ' .Vrou B'-ria ihi^Kr- '.'idda. Beiq WidderSbeiM-BorSdorf. v "TtfdxT-^dier«. Tirektor Schinkel Unrerschmitten. Bürgermeister Soch^S rock denn. * Seum- beim. Ä Strauch-Bor-dorf: Tiplome der Landw,rtschaltskammei .rrnbauien, Trx. Bach-Vallemf •rufen. T r ■ in« ’mm. P'arrer Wertz-WallernHamen, ft Bach-Kall-rn- baufai, c^emeutbe Crtmbera Aufgabe 15. Fünf Sorten Tafcköpiel. die in bett Otegenh besonders gut gedeihen: 1. Ä Scknaub-Bor-dorf. 2. L Bibbrr*- !.viM-Bor«dvrf. 3. Ctto Deiterweller-DaUemdausen. Diplom St uoch-Stockherm Aufgabe 16: Eine reichtragende Apfel forte von 5 pal ter- formen und Pvrannden: 1 ^nhnnfier Tt Weber KonradSdorf. 2 .rrau Kircher-Nidda. Diplome de« Cblibauormn« Rendant >?Miiunger-st!idda. Lehrer LwL-Nidda. Diplom der Landwinfchan-. Jammer Pfarrer Derrmann-X',dda Aufgabe 17: 1. U.itmerfter Dr Weber - K anr ad-dorf. ,nau rerta Kircher Nidda, irtau S> Ktein-Nidda. Tiplom brt> CbH.üutxmn« M. Toll l -BorSdors. Lkw ar Geiger-tedda. 5r Koch Nidda Ausgabe 18: mir eine Sorranfung Cb st- und Gemüse tont entert: 1 Aargarete Sttorf-^hböa. 2. Ärau Äengek-Nidta. Berta K-rcher-^idda. Irrau 3chul»-Bad^sa!tzhauten. 3. L» Aull- mditn-Xibba. title votz-Kidda. Marie Neuntng-'.'^dda. Stau Lehrer l'ietngoU-’Kibba. Tiplome .«au Lehrer Bopp, ^erb-rtanb Aoft. tb. xxrnumn, Ar au Grölt. Arau Rapovld mi» ^rau ftlnn •Jüööo Aufgabe lv: 1 L. Wagner ^rdda. 2. « tialter^Ballcrw Nrufen. 3 Aug Mengck^rdda ® Lo--Selter- Tiptome bei Cbitbaupernn» «n Bürgermeister ReumRg-BallernhauseA. 'S ftNidda und £> Nullmann-Nidda A uf gäbe 20: Berte Beerrnweme: 1 Bürgermeister Rupp- Setters 2 Lehrer Bovv-^idda. 8 irr au Lehrer tvp- jhbbe Aufgabe 21 hier m fchönster ^Frischhaltung: daneben beftnben stch die Äpparate zum Kochen. Zur Erhaltung der Singvögel sind alle Arten Ikistkästen und ^utterhäuschen. zur Vertilgung der rchödlmge die verschiedenen Raupenleimgürtel. sowie Spritzapparate auggestellt: auch Gortenwerkzeuge haben ihre Stelle gefunden. Al« Aussteller treten nicht dlo« Einzelpersonen, lonbern auch 1 lemetnöen hervor. Auch fehlt eine Tombola nicht, welche leistiq benutzt wird. Die Brämiieruna batte hftgente« (Er«ebn if: Gruppe C bftbou . 560 Mark Aufgabe 1: Beste Qkfair.tlaftung m Erpruaniffm de« Cbftfxnxr« m wirfung«voller Ausstattung. 1. Drei« 25 Mk unb BÜfatprer« de« Ärrfe« Büdmaen 20 AU Gemeinde Nidda. 2 15 Mk «-lemnnbe tJaflerrbaufm. Aufgabe 2 $>a(lharr L'jnrergrbtt»: 1 Ctto Vetter- ' lorSdvri. 2 ftarl Snmt-'BaUtmbanfai. L 2t*nrr.r«-'L'-Ur7r- bainer. « Doll l -Bortzdon. 3 L. Remüng-Wallernhausen ID. Äestenoeller Wallern Hansen und G Widder «heim-BorS^n DiPtemc de« C bftbaut>erein« Beigeordnete WidderSbeiM-Bor«- berr und irr Back»-Wallern Haufen: Diptam der Lande« rtichafw- üder bekannt ift. -- Endlich ist nnr auch nichts ftefaort gnamiten. oa% tr bet ^rafhon oder in der iartr«ruig tterhcnixlt worben fei Somng. 59-r ipndn mm b»r Wadrttei: '* Der BottrBris bemerkt noch. „Iftm metH^rn fftualtebrrn der io|u?1orAwkraki'chen Reichs tx»5'r, nstehenden natürlich Nicht möglich, unb gehr btr Cenmttubfrl auch gar n'cht« an Wer der iamoie Brteffchteiher »st. das Düfte die richt Sven Han dl unx Wiullte' Seer und Flotte. — Stapellauf de« Linienschiffe« .^elgv- land." Auf b«-n f-ofvaldkSwerkcm m Kiel erfolgte SamS- tag Mittag tn tVtegenmart des Bringen tzeinrich unb feiner Gemahlin und brr Herzogin Ernst '^unlher vvn Schleswig- Holstein, des Cberprofihenten v Bülow, bet Admiralität, brr Stapellauf eine« neuen £mtenithtffe«. da- ui der furzen Zett von neun Monaten gebaut wurde Ober- präsidnil v. Bulow hielt bei der Taufe folgende Rede Euere Xvniglichen fcoheuen. Euere i)oheit, meine Herren! Unferen usten vorgelagert liegt dir Insel Hel- goland Seiner Maieftät dem Kaiser und König ist sie ein Gegenstand beionberer Fürsorge und Vorliebe Darum hat S-vinr Masrikät dem Volke von yelgoland emc deson- bere Freude bereiten wollen Die ' elqolander sollen in Zukunft, wenn sie vom Falm hc’-ab die JHotte sehen, lagen können Das ist unser schiff- — da« ist die .^elgo- land'" Weiter hat Seine Majestät der Kaiser und Könia den Helgoländern die Ehrung angetan, dast Manner und grauen hier zugegen fein dürfen, gleichsam al« lauf- zeugen bei der feierlichen Taufe des Linienschiffes, baden Namen der wehrhaftesten Nordsecmsel fragen soll ^rftflegrünbet und schon wie der rote Helsen un grünen Meer. >o sei auch du festgebaut unb schön, einem gewapp- neten Manne gleich. Mim Kampf befähigt und bereit und bod> bestimmf. dem ,rnrbcn zu dienen So fahre denn hinab zur Ser, ein Liebling deine« Kaisers und seines Volks und den Helgvl indem ein pichen, daß sie von ihrem Kaiser werfgehalten srnd, einem Schiffe der deutschen ftlottc chren Namen zu geben. Wir aber geleiten deine fahrt mit unseren Gedankcn und ®ünfdwn. wohl nnhcnb, daß. uw du bist. Deutschland ist. deutsche Herr- fd)gm Ernst Gunther den Taufakt. indem sie unter den Worten „Auf Befehl Seiner Maiestat des Kaisers taufe ich dich auf den Namen „Helgo- 1 a n b" eine Flasche deutschen Schaumweine« am Bug v : llt________________________________________________________________________________ (RencralDcrfcmmliing öes öcutfd)en Vereins für Armenpflege un- IDofiltätigfeit Zweiter 6ibung«tag. Mün chen. 24. September. Den dritten unb lebten Gegenstand der Tagung bildet das Thema: Die öffentliche Armenpflege aus dem Lande, über haft folgende Herren mündliche nicht durch Truck vertrrntele. Bi-richi. erstatten: für Banern Bejtiksamtsassessor Decker München. Ostpreußen: Oknerallant>fd)ofl5bircftot Kapp- Königsberg i Cstor. Württemberg: Lechter-Stuttgart, HMi- novrr Vanbrai Tr Drechsler-Haimover. Der Schri'iführcr de- Verein«. Stadtrot Münsterberg-Berlin, legt in einem kurzen, einleitenden Vortrag den Stand der bi«- Hermen Arbeiten des Vereins mi dieser ."trage dar. mit der er sich »viederholt sehr eingehend, zuerst IMM‘2, banptfädiluh aber 1HM6 besckiästigt Hat Damals wurden sehr umfassende Erhebungen in allen Teilen Deutschlands veranstaltet und da« getarnte Material unter dem Titel: ..Tie ländliche Armenpflege unb ihre Resoim verönentllcht Später wurden die wesentlichen «Seiten der Pfiage erneut in einer Untersuchung über das l*onbarmempefru 1890) und in einem Bericht über die Beteiligung größerer Verbände an her Armen last 1397 > irngcbenb geprüft 5mmer wieder dieselben Ergebnisse: mangelnde Le,sfu«g«fähig- fett der flrineu länblicben Verbände, uno immer nneder ote* leiben farbcTungrn: Stärkung her LeislungSsahigkeit durch Bildung von t^esamtarmenverb'inden. Zweckv er bänden unb Ueber» UV flVxibbc und Zbeeirr Boctel fanrrbach. Tuwa Snjerttol Brrsbort -lasse « bilfeefri*tc: 1. Sm« und Ix*ec Sdk UV II-Nidda ä Ä _ Klasse 7: falbe : 1 L WaMn-Nitztz^ S. V Nernte:.::rind G H Hebdrt-Citenbrr». Klasse 8: Äntoftde Mittlerer Merke - G v *.v*d« Crtewbrra Kiese 9: Späte Kartpsselwrt«. 2 S Ne- .x:;?:- Venzrt B' -faeabad) - a 4 f r ü utte bMen i« f«*J immimge” M »*| e Anlieferung von pc 1 lecht ausgevilbeten a§ Komitee vor, 1 gemeinben I em®ebiet9e* I y und b* * ibratmeter b !lh°us eing d nAnfpruch A et ben 115 «)• ?i( W--'. b«6”;»V ibeami^ 1 ~ ei' ■ <***(,% e m»" ' HF«* ,! ,d Y'" A-D Icrm'g °u . kack. u^I-hr 9%; Kiste" ** ■ 1. g an N 2 25 cn Sm Die Cholera in Ostdeutschland. Berlin, 25. Sept. Die „Norddcutscl)e Allgemeine Zeitung" schreibt mit Bezug auf das Vorkommen Vereinzelter Fälle der asiatischen Cholera in den östlichen Provinzen Deutschlands: Abgesehen von umfassenden Schützin a f; r e g c l n an Ort und Stelle wird der Schiffahrts- mid Flöstereiverkehr gesundheitlich überwacht und sind Strom- überwachungsstellcn eingerichtet am Melsluß bei Schmale lcningken, Tilsit, Rufs. Lapiencn, an der Weichsel bei Tchillno, Thorn, Scl)ulitz, an der Oder bei Wollin, Swine- münde, Ueckermünde, Krahwieck, Stettin, Piepenwerdcr, Podcjuch, Gartz. Außerdem findet mit Rücksicht auf die Cholera in Holland gesundheitliche Ucberwachung der auf bem Rhein aus Holland toininenben Fahrzeuge bei Emmerick) statt. Es darf angenommen werden, daß es gelingen wird, etwaige weitere Eholeracinschleppungen in kürzester Frist unsck>adlich zu machen. ♦ Roos cvelt n u f bem „Kuhfänge r". Wie eine ehre Idylle aus bem heißen Afrika, die et uni Obcrländcrs Meister- hand in den Fliegenden Müttern entworfen, lieft sich bie Schi! Lernng des asritanischni Tierparadicses aus bem großen Bericht Aovsevelts über seine Jagdreise, dessen Verössentlichung jetzt im Dail» Telegraph, wie in anderen großen Blättern beginnt. Ter -Expräsident »al während seiner Fahrt ans der llganbabahn sich den „Kuhsänger" zum Lieblingssitz auserkoren, den breiten Schienenräumer vor der Loiomotive, der zu einem bequemen Aujent hätte hcrgerichtet war. So dampfte er heiter durch bas in iropischer Sonne rings erglänzenbe Land. Am ersten Nachmittag gilNs noch nicht viel wilde Tiere zu sehen. Uhir zahllose Vögel wlschwirren beit Zug, der durch die l>errliche weite Landschaft ruhig und sicher seine Bahn zieht. Ta flattert ein schwarz ivciber Nashornvogel aus, so spät aus seiner Ruhe geschreckt, iafi man ihn beinahe mit der S?anb hätte sangen können. Perl LÜhnrr und 5rnnMinl)iihner schwirren em vor, hin und wieder ein Bussard. BuiU glänzende Svnnenvögel, Bienenspechte und ÄeVervögel kreisen nut leuchtenden'. Flügelschlag durch die Helle L'ust oder sitzen unbeweglich rings umher ans den Bäumen, wäh- Tcnb bet Zug vorbeijährl. Als die Tämmerung hereinbricht, "hätte man beinahe eine Hyäne überfahren. Tie Störungen, die ler llganbabahn durch die wilden Tiere bereitet werden, sind ■überbauet sehr zahlreich. Ta versagt bie Telegraphenleitnng ihren Dienst, weil Giraffen mit ihren Riesenhälsen bie Drähte her untcigerineu und einen Pfahl umqenwrien haben. Elefanten er □ueijen sich ebenfalls nicht selten als Feinde dieser Kulturerrungen- Ichaft. Mehrere Acate hat der Zug |a>on bei Nacht Girajsen Lotgefahren; einmal wurde ein Rhinozeros getötet, aber auch die Lokomotive erlitt bei diesem Rencontre schweren Schaben. Auch «ine Löwin bat der Zug einmal nächtlicherweile „erlegt" und ier Zug sichrer brachte triumphierend ihren Kopf heim. Tie körnen bciuuuhigen am meisten die Sicherheit des Verkehrs, zmb auf den Heinen Stationen wirb alle paar Monate einmal «in Beamter von einem schweifenden Löwen schwer verletzt ^oder «jetötef. Am nächsten Tage der Fahrt belebte sich bann bas Tier- Paradies mamuqialtiger, und das Land nahm sich aus wie cm «jrofKr zoologischer Garten. An Verden von einem Dutzend und Iuehr Girasfen kam man vorbei, die ein paar hundert Meter von Lern Zug entfernt durch die Waldlicvkungen sprangen. Ganz Iiahe an der Strecke stehen vier Riedantilopen, die großen Ohren «uftnerksam gespitzt und den Wagen nachstarrend, ohne sich zu rewegen. Viel zahlreicher sind die gewöhnlichen sübasrikanuchen ^lntiwPLN, von denen eine Verde gerade an der Strecke weidete. Da ertönte die Lotomotivpfeise und nun bocken und springen «lle in ihrer graziösen Beweglichkeit dahin und galoppieren m -raschem Lauf davon. Ein langschwänziger strvhsarbrger Aste versucht von Baum zu Baum nut dem Zuge mitzuklettern, .Gröhe Icknvarze Strauße erscheinen ab und zu m ihrer maieftatstchen Äumpheit. Eine Herde von Zebras bricht, kaum hundert Fug ■ton der Bahnlinie entfernt, ans dem Wald hervor, gerade an 3cm Zug vorbei. Wohl läßt sie bas Pfcipm auf einen Nioment cnshorck>en unb innehalten, aber dann rennen sie ruhig und ungestört weiter. Tie wilden Tiere wujcit alle, baß |ie hier in ihrem Heiligtum sind unb daß keiner |ic ftören bart . . . *Ter Fliegenpilz als Beranschuilgsmitte 1. ^sn lmseren Wäldern findet man häufig einen falt tenerrolen Pilz aut veißem Stil, dessen Obersläcl-e mit vielen weitzen Warzen bedeckt ut. Das ist der giftige Fliegenpilz. Er wird fchon ,eit alters zu ÄrzneiMitteln verarbeitet, bie besonders zur Bekamptung berMacht schweiße von Schwindsüchtigen i>ervrdnet werden, csehr verbreitet aber ist auch heute die Berwenbuiig des ^-liegenpüzes -ur Ver- itellung berauschender Getränke. 3e|onbcrä imb eivo^ncr ton Ostsibiricn unb Kamschatka, bie jid) durch Oe^ran^, bie in aus ihm Herstellen, oder dadurch, datz sie ihn kauen, der au, chem oo berichtet Enderli von ben lloriaken, einem unFu(ttoterten, un iaubcrcit Nomadenvolke tn der Iioiri,chen Pro2lnz Jallitsk, unter \encn er sich mclnerc Jahre anshielt, daß |ie bie ulng^npilzc Lmeln Ä Sn unb bei feierlichm Gelegensten gemepem ilnb zwar zerkauen die Weiber gewöhnlich öw Pilze^zu nner Deichen Masse, bie sie zwischen ben vanden zu einer fernen uisanunenrollen unb bann ben Mannern rachem x c auüeit sich sehr bald nach dem Genug. -Lie ^uscn mhmcn einen -vitden Glanz an, die vände, fpater der ganze Morper, ä^a^n in -in aufgeregte» Zittern. Allmählich stellt Extase ein, die zu wilden stürm,,ct>eii Bewegungen ausaner. Jiaäj diesem Zustand der Erregung folgt euie tiefe g. allen schwer und besinnungslos hin unb ^atenln denvonihnen -erbeigesehnten Schlaf, in bem ihnen die herrlich,^ ^rmime alles vorgaukeln, was jie sich nur wünschen. Ja,, es Mht sogar die 2agc bet ben Korjaken, daß sie m bie,em RanichzUstände, in bu Zukunst schauen können, wenn sie vor dem Genuß bev ch ^ - Formeln, die von alters her überliefert ,mb, ’ ... i Ausdruck bringen. Ties Träumen unb »mbamv.crn bauert un gefäljr eine halbe Stunde. Dann erwachen ,ie Wieder, ihr Ga g ist noch taumeiub, ihr Bewußtsein noch gelahmt, ^albau» Ich bie Wirkung des äüegenpilzes von neuem: Rau,ch unb schlaf J^toiein in erwünschter Weile noch mehrmals ab, bis allmäblid, dre Wirkung des Gistes nachläßt und oufbört Aber bie Korjaken bediene« sich eines n-tni raffinierten, allerdings nicht appetu tichen Mittels, um sich immer wieder der Wirkungen des Pilzes $u Dcrfidfcm: sic wissen, daß das Gist des Lärchen schwamm es in den Varn übergebt. 9hm besitzen sie besondere Blechgesäße, in denen sic ben flicgenschwammhaltigen .Varn ausbewahren, um ihn bei ber nächsten Gelegenheit zur Erregung eines neuen Rausttn^ yi genießen. Unb wenn ber Korjake nut seinen Remitieren auf die Wanderschaft geht, so wird er nie biqcv Mechgewß vergessen, d^E 'hm Glü-ck und seliges Vergessen verheißt. Es ist nun von wbem Interesse, daß der Fliegenpilz bei anderen Bewohnern Sibiriens noch heute zur Verstellung des Ahichamors bient, eines rauschbringenden Getränkes, bas wahrscheinlich ibcntiid) ist mit dem Trank, der häufig in der nordischen Sage erwähnt wirb, durch den die Krieger götterähnliche Kraft erlangten, wenn sie in die Bcr,erkerwut gerieten. In diesem Zustande waren sie gegen alle Angriffe gefeit unb unverwundbar. Sie empfanden keine Schmerzen unb vermochten bie gefährlichsten Unternehmungen zu beiteben. Auch bas Amoklaufen, ein Erregungszustanb, wie er ans dem malaischeu Archipel häufig genug oorlo nmt, bei dem der Rasende mit gezücktem Dolch ober mit bem Beil durch die Straßen läuft, um jeden, ber sich ihm in den Weg stellt, nieder zuwerfcn, ist wahrscheuilich au| euie ähnliche Giftwirkung zurück zuführen. * Dom Aderlaß. Mehr als dreitausend Jahre ist ber Aderlaß bekannt Die Zeiten, in denen er häufig angewanb wurde, haben mit anderen abgewechsell, wo er gänzlich unbekannt war. Noch vor 80 Jahren wurde er außerordentlich häufig angewandt; 30 Jahre später wieder mit dem großen Banne belegt; öor etwa 30 Jahren wurde er saft nirgends mehr ausgesührt Erst 'in ber letzten Zeit begannen sich die Anschauungen wieber zu ändern, die Zahl der Aerzte, bie bie Meinung vertreten, baß Blutentziehungen bisweilen sehr nützlich seien, wächst wieder. Vor allem jinb es, wie in der Monatsschrift für bie phpsikallsch- biätetischen Heikmethoben ausgeführt wirb, Vergiftungen und Stauungserscheinungen un Kreislauf infolge von verz ober Lungenerkrankungen, bei benen ber Nutzen des Aderlasses nur noch von wenigen geleugnet wirb. Auch beim vitzjchlag bat nach der Angabe französischer Aerzte ber Aberlaß einen günstigen Einfluß. Fernerhin hat er sich bei einer ganzen Reihe von Krank heitszuständen alS ein wichtiges unb wirkungsvolles Behanblungs- mittel erwiesen, so z. B. bei Vamvergistung, bei der Lungen entzünbung, bei (vehirnschlag, bei gewissen Verzkranklwiteii ufw. dluch nervöse Beschwerben werben von einem Aderlaß günstig beeinflußt. * Zur Kulturgeschichte des Fußballes. Tas Spielen mit elafti|d)cn Kugeln ist eine Erfindung aus antiker Zeit; bevor es gewidelte Lederbälle gab, benützte man Ochsenblasen, die mit dünnem Leder überzogen waren, als Spielgeräte zum Werfen inib Fangen. Es bat aber auch, wie heute noch bei den Hindus, aus Stroh geflochtene Ballons gegeben oder genähte Bälle, wie sie bie Indianer aus bunten Lappen anjufertigen pflegen. Gummiballons sind erst seit den Tagen des industriellen Aus- schwunges bekannt, und Henle noch spielt das Landvolk zu England seinen Fußball mit einer ausgetriebenen Sch.'veinsblase, die voll rasselnder Erbsen steckt. Tort gilt der Fußball als all tägliches Belustigungsmittel unb man achtel in ihm ben Erzieher zu Tatkraft unb Manneszucht. Auch ber deutsche Sport ist der gleid)en Meinung, trotz einiger Aengstlick-er, denen dies tempera mentoollc Spiel zu wild erscheint. In Italien wirb bas Balltreiben nur an großen Festlichkeiten vom Volke geübt; seltsamer weise, denn noch in ben glanzerfüllten Tagen ber Renaissance sckstvärmte man bort sehr für jegliches Ballspiel unb die Fürsten liehen sich von berühmten Baukünstlern grünumbuschte „Ballhäuser" in ihre Gärten bauen. Tie graziösen Wettkämpfe, die darin mit viel Pracht und seibenftarrendem Pomp aitogctragen wurden, hatten allerdings eher mit unserem modernen Lawntennis 33er wandtschaft, als mit bem Fußballspiel Old-Englands. Die antiken Römer sinb seine eifrigsten Pioniere gewesen. Sie hatten ihn von ben Hellenen empfangen, und sie pflegten, in zwei Parteien getrennt, seinem Spiel zu huldigen. * Der Hauptgrund. Tourist: „Wissen Sie, Herr Wirt, früher hats mir in biejer Gegend bedeutend besser gefallen; da waren bie Wälder noch nicht so gehärtet, bie Berge noch nicht so abgetreten, ben schönen blauen See durchfurchte noch kein Motorboot, und vor allen Dingen waren Ihre Portionen größer!" * Unter Freundinnen. ,^Jch bcbaurc dich, liebe Elise, daß du einen ländlichen Fabrikanten geheiratet hast. Im Winter kannst du die Anftisements ber Großstädte nicht mitmachen, unb im Sommer kannst bu nicht aufs Laub fahren, weil du schon — dort bist!" Kleine Tagcechronie. Tie Morgenblätter melden aus Berlin: Durch ausströmenbe Kohlengase ist am Freitag das zweijährige Töchlerchen des Telegraphenarbeiters Krause in Schöneberg c r ft i et L In dem bisher von ber Familie Krause allein bewohnten ganz neuen Hause wurde zum ersten 'Dlale die Zentralheizung aiigcieucit. Wahischeiiuich befand sich in dem Zlinmer, in dem das Kind fchlieh während bie Eltern sich augenblicklich außer Hans befanden, ein jckabhaiter Heizkörper, jo daß giftige Gase ausstiömten. Einer Blättermeldung ans K o n n a n t i n o p e l zufolge entführte bet Brigant Tschakibfchi, auf besten Ergreifung em Preis von 1000 Pmnb ausgefetzt ist, in ber Nähe von Aid in vier Personen, darunter einen Beamten. Er verlangt ein hohe? Lösegeld für ihre Auslieferung. Generalversammlung öcs evangelischen Bundes. 4- Mannheim, 26. Sept. Der gestrige dritte Tag ber Generalversammlung des Eoan gelischen Bundes begann mit einer allgemeinen Mitglicdervar iammlung im Musensaal, die von ca. 300 Teilnehmern besucht war. Ter Reichstagsabg. Lie. Eoerling gab zunächst einen Ucbcrblid über bie Steilung des Evangelischen Bundes zur g c g c n w ä r t i a e. n politischen Lage, indem er aussührtc: Tas Zentrum benutzt politische Macht, um die kirchenpolitischen Ansprüche des unöuLbi'amen llllramontanismus auf allen Lebens gebieten durchzusetzen. Tie katholische Weltanschauung soll, wie ber Vertreter eines überwiegend evangelischen Reichstagswahl- kreises, Dr. Bitter, uns neulich verkündete, der maßgebende Faktor im iDiuttcrlanbe der Resormatiou werden. Dadurch wird das Gleichgewicht der Konsesswnen verschoben. Deshalb hat der deutsche Protestantismus auch besondere Ausgaben im öffentlichen Leben. Er muß einen großen deutsch-evangelischen Volksbund otgaml'ieren. Das letzte Jahr hat gezeigt, weich' neue ernste Gesahren unserm Volke drohen. Der Block ist zertrümmert, des Zentrums Rachefeldzug wider den Kanzler ist gelungen, die Autorität der 'Jitid^regierung ist geschwächt, die S t o ß k r a s t der Verneinungspolitik gemehrt, der llltramontanlsmus auf dem Wege zur erneuten Vorherrschaft, mit dem Nimbus umgeben, daß er jeden Staatsmann, der ihm entgegentritt, zum Ma nossagang zwingt. Im kommenden Winter muß der Zorn der Erregung sich wandeln in die Straft der Energie, die für unsere Sache wirkt. Mag es nicht von heute aus morgen möglich sein, die triumphierende Freude des Zentrums an dem Stteit zeigt die Notwendigkeit dieser Zukunstsausgabe. Des neuen Reichskanzlers Per söulichkeit erweckt die Zuversicht, daß er unter eine neue Vorherrschaft des Zentrums sich nid)t zu beugen willens ist. Hieraus sprach Landtagsabg. Tr. Lohmann - Weilburg über Religion unb Politik. Abenbs sand eine stark beiuchte Volksversammlung statt, in der cinlciteuö Psarrcr Klein Mann heim über Rcsormatwn und bcusiche 6inb.il sorach. Tann nahm, lebhaft begrüßt, ber Geh. Kirchenrat 0. Meyer-Zwickau das Wort zum zweiten Vorrrag über Reformation und deutsche Kultur. Er sührte u. a. aus: Aus unserm Volk lästere Roms Herrschaft wie ein Alp, als Luther kam, der „miß ratcnc, verdammungswurdige "Mönch", wie ihn der Haß iudi heute nennt. Mit ihm laut eine selbständige und nationale Ein- ialtung bcutidicn Wciens. Tie Innenwelt des GcmutS wart» erneuert; Gott in uns und nur in Gott, nicht mehr bloß gehorsam dem Priester — ba:> schuf auch den irdischen Dingen eine neue Behandlung und schuf uns unsere großen Männer. Wir denken an Lessing. Was wüßte wohl Bischos Benzler mit seinem Na,an bem Weisen anzufangen, dem hoben Lied auch der christ- lidh’n Verträglichkeit. Wir beulen an Goethe unb Schiller, an Faust und Wilhelm Teil ; alles Geist von unserm Okift. Religion ut das sicherste, tausendjährige Eigentum der Menschheit, die Bazillen im Organismus der Wissensckrast, die die Wahrheit belästigen, wird fic_ schon selbst ausscheiden. Ihre stolze Tochter ist die Technik. Sie ist keine Zauberei mehr, wie einst. Feines, tiefes Sinnen offenbart sich in ihrer tausendsachen Arbeit. Ach, wenn doch einmal unser großer Graf Zeppelin unser sileschlecht mit in die Höhe nehmen möchte, damit es die geschidülichen Zusammenhänge unserer Kultur begreifen lerne. Ihr höchster Zweck ist nicht bloß bie Besserung äußerer Verhältnisse, sondern auch Hebung, Ausbildung und FestitNmg der Einzclvcrsönlichkeit. Hier bat bie Resormation das Größte geleistet. Innerliche Freiyeit, llnabhängigtfit des Charakters, Lust am eigenen Selbst zu arbeiten aus Achtung vor ihm, in jedem Beruf, weil das Auge des Gewissens wacht — das sthus sie. Tie Menschenwürde bat sic betont und in den Werken der Erziehung gepflegt. Vou ihr hat der Staat die Ausgabe der sozialen Frage erhalten, um Gerechtigkeit auf allen seinen Gebieten wallen zu lassen. Nack einer Tiskusston schloß der Vorsitzende gegen 1 Uhr die Sitzung. Mit einer Massenkundgebung aller Stände unb Berufe der evangelischen Bevölkm-ung^Mann- heims unb des Badener Landes errcid)le am heutigen Sonntag die diesjährige Tagung des Evangcl. Bundes ihr Ende. Ter Prosessor des Staatsrechts Mäher-Leipzig hielt einen Vortrag über die Frage: „Ist eine Acnderung desDerhältnisscs zwischen St i t d) c unb Staat anjuftrebeu? Er führte aus: Wir wollen eine Trennung von Kirche und Staat nicht an* streben. Dennoch dürfen wir die Häirde nicht in den Schoß legen. Die Trennung kann über uns kommen ohne unser Zutun, gegen unseren Willen. Frankreichs Vorbild reizt. Es drängt uns nufere Kirche in Ordnung zu bringen, damit sie auf eigenen Füßen wandle. Rechte evangelische Gesinnung ist dazu nötig und Verstäirdnis für den Wert der Slird^ muß wieder geweckt werden. Luther würde heute seinem Katechismus ein besonderes Hauptstück zusügcn von den bürgerlichen Pflichten eines Christen- menschen gegen seine Stirche. Vor allem aber bedarf cs innerer, religiöser Duldsamkeit auch den Glaubensgenossen gegenüber. Hier liegt ber Hauptquell für unsere kirchenpolitischc Untüchtig* feit. Liebevoll vertiefen wir uns in Buddhismus und Islam, schwärmen unbefangen in echt christlichen Zügen am Katholizismus, aber an denen, die mit uns zusammengehören sollen unb wollen, können wir keine Meinungsverschiedenheiten ertragen. Die Wahrheit soll gewiß ihr Recht haben, aber der alte böse natürliche Mensch, der sich immer wieder gehen läßt aus Skoften der gemeinsamen Sache, muß überwunden werden. Sie kann sonst nicht bestehen und ist doch auch Sache eines Höheren. Hier der evangelischen .Kirche zu helfen, innere Toleranz zu ver breilen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des evangelischen Bundes. Der Vortrag wurde mit großem Bcisall ausgenommen. Am Nachmittage tagten dann weitere allgemeine Versammlungen, in denen verschiedene Ansprachen gehalten wurden. Eine Bundesseier auf dem Heidelberger Schloß am Montag bildet den Abschluß der Tagung_______________________________________ Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. September 1909 Barometer auf 0° reduzier! Temperatur ber Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Winbrichtung Windstärke Wetter 26. 2« 748,7 16,2 10,4 76 E 2 Sonnenschein 26. 9» 749,2 12,7 9,8 90 \ 2 Bew. Himme^ 27. 7« 749,8 11,6 9,6 95 still still • ■ ■< 'ochste - lemper itur an i 2o.- -26. C icytemb er — 4- 16,66 C. Niedrigste , tf 25.- -26. u — 4- 9,5 0 0. Verantwortlich für Feuilleton und Vermifchtes: I. V.: August Goetz. Teiefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und IndnstrieZGiessen. Frankfurter Börse, V\?U Reichsanleihe . - . . 94 3°/» do. .......V4.0Ö 3'/,°/0 Konsols ; — . . 3Ü'Ö do. . 85.10 31',0/, Hessen . 93.40 3* Oberhessen 93-00 4°/„ Uesterr. Goldrente99-10 47t°/o Oestcrr. Silberrente.' 98.00 4"„ Ungar. Goldrente 94.60 4° 0 Italien. Rente . . . ~‘~ 3° 0 Portugiesen Serie I . 62.o0 3° 0 Portugiesen „ III - 84.70 4’/,% ross. Staatsaul. 1905 99.25 4' „ Japan. Staatsanleihe 96.15 4% Couv.Türken von 1903 9 '.60 Tiirkeulose 163.00 4" 0 Griech. Honopol-Anl. . 47.40 4C'.O äussere Argentinier ,. 89JJ0 3° 0 Mexikaner 66.00 4*/,’/• Chinesen . . '. . 99.25 Aktien: Bochum Guss . - . er. 255.00 Buderus E. W 123.00 Tendenz: fest. Berliner Börse, 27. Canada E. B......1^4.60 Darmstädter Bank ... 141.00 Deutsche Bank ... . —.— Dortmunder-Union C.-.*. -. 86.00 Dresdner Bank . . —.— Tendenz: fest. 27. September, L15 Uhr. Elektriz. Lahmcyer . . . 111.50 Elektriz. Schuckert . . - . 127.00 Eschweiier Bergwerk . . 209.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 214.20 Hamburg - Amerik. Paketf. 133.10 Harpencr Bergwerk . . . 209.90 Laurahütte . . - 204.30 Nordd. Lloyd .? . . . . 103.20 Obcrechles Eisen-Industrie 112.00 Berliner Handelsges. . . 182.60 Darmstädter Bank . . . 140.60 Deutsche Bank ... 249.40 Deutsch-Asiat. Bank . . 149.90 Diskonto - Kommandit . . 200.10 Dresdner Bank .... 162 50 Kreditaktien 208.50 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .... . . 118.20 Gotthardbahn'. . .*•<••.. —.— Lombard. Eisenbahn . • .tx. 24.75 Oesterr. Staatsbahn . . ». 161,60 Prince-Henri-Eisenbahn '. 133.50 September. Ajifangskurse. H-.rpener Bergwerk . . . 209.70 Laurahütte 204.80 Lombarden E. B <. 25.00 Nordd. Lloyd 103.30 Türkenl use 164.00 Kostbare Tränen des Myrrhenbaumes, bie schon im grauen Slltertume als Kosmetikum hochgeschätzt wurden. Atyrrholin, der geläuterte Ertrakt des Myrrhenharzes, verleiht daher der Atyrrholinfeife ihre unvergleichliche SchönheNs- roirfunn auf die Haut. 50 Pfg. das Stück. b”/. GG J A... Frachtbriefe mit Firmeneindruck ♦ Sehr billig Brühl’sche Ünivers.-Dmkerei sr Gienen . Bahnhofstr. 40) u. Speyer k Rh., 26. September 1900. Im Sinne der Verstorbenen bittet man von Bhunenspenden abzusahen. Die Beerdigung findet Dienstag den 28 September, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle dee neuen Friedhofs aus statt. 5336 Statt besonderer Anzeige. Heute früh entschlief sanft nach kurzem, schwerem Ixadan meine hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Schwester Frau Auguste Spengel geb. Bork. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Cheesen, 26. September 1909. 5345 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste durch das Hinscheiden unserer unvergeßlichen treuen Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Rosa Rosenbaum geb. Levi namentlich auch für die trostreichen Worte dee Herrn Lehrer Klein am Grabe sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Louis Rosenbaum. Gresten fWwsecker Weg 13), 26. September 1909. auf statt. 6334 Aumilic Julius Wagner «Wehen, den t* &rt*rmbrr HOB 5831 Die Beerdigung findet TtenStog den 28. September, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des netten Friedhofs Danksagung. fbit tue steten Beweise herzlicher reiluahme bet bet Beerbiaung unterer heben rochier, Lchwester und Nichte Todes Anzeige. Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerz» liehe Mitteilung, daß mein lieber Gatte, unser unvergeßlicher Vater und Schwiegervater Herr Friedrich Bauderer Tapezierer nach langem, mit Geduld getragenem Leiden im Alter von 64 Jahren am Sonntag vormittag um */,10 Uhr sanft entschlafen ift Die trauernden Hinterbliebenen: Fran (Hifabetbc Bauderer n. Rinder Anna sowie fflr b« reichen Blumeutsendea foara wir innigsten Denk Markt-Verlegung. Der für Gladenbach aus den 1. Otto btt d. Is. anqeiemc llraai» und 3d)tvftnemerft ist aus Freitag den 15. ctiober d. As verlegt. x>", Gladenbach, 26. September 1909. Der Bürgermeister: Äö bien Die regelmässigen Proben beginnen : ’’. Dienstag. IG. September d. abends S Uhr Probelokal: Konfirmandensaal der Johanneekirch Die verehrten Mitglieder werden gebeten vollzählig su erscheinen. Der Vorstand: D. Schlösse! Versteigerung. Dienstag den 38. Levi. L 0- nachm. 4 Ubr. sollen im naduichen Dsandlokale, Lelterswegl 1 dahier, die wegen rückst. Cttefranfni kaflenbeitrage gcvsändet. Gegen- üande. Möbel aller fln, Lchreib tische, Lolas, Lchränke, 1 Lasten- Wagen, 4 Rollen Vtnoleum, Deren werden. M Gemmecker. Bsandmeiller Süsser ÄplelMost täglich irisch von der Seiler. H. Heyne »3adi -flnunrium" Walliorstrahe 6 (5608 Tapeten Lindtm* L«idnuta Klavier Ferit. .Vrrinut lei PkcktUw 7 " Prima Kognak >pe*ial*arfr, garantiert fron* Bevichuiii. arulich eaiplohlen. per vuertta'che 2 Mk ift der oreio werteste und beheb, wegen seines voriüallchen Grlchn-.ackes »Werner gelten meine koiuo'titben »oanaks Polieren t» tedaOoxu Aa*f«rt Der Erfolg Diese Schutzmarke fbreieefi Ist eine Garantie nw* cüa reise innl uaübertrrssbehe Qeettlt eher SaRd. Heine. Kre vert C Priial-Lelir'liiÄttiiiiilzeiclio.illeiilnitsM Maria Sack, akad. geb. Lehrerin leeihit* Ä-etbn. Btutta ur.b Ädrfe ut MncbBcibra ■- eiert** - Feine Mass-Schneiderei - Englische Damen-Kostüme ist der beste Beweis der Leistungsfähigkeit. 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