Nr. 20 Erscheint ttgN- mit Ausnahme des Sonntags. Die „Etetzener ZomtltendlStter- werden dem ,91nAetflere otcrmal rodcbentltcb beigelegt, daS „Krcbblatt für öte Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Dl« „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 159. Jahrgang Montag» 25< Januar 1909 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhchcn ff jtatton6bntd und Verlag bei fitGbPIdieti UniDctlitäie • Vud>» and enemOcuefereu Üt Lang«. (Stegen. Redaktion, Expedition und Trucferei: Schul* ftrage 7. ExvebiNon und Verlag. 5L 8te0aftton:e^ll2. Lel.-AdruAiizeigerGicfjeu» daß er deutsche Wir werden nie der Androhung !. genommen werden. (Heiter- Exempel statuieren. (Zuruf Präsident Graf Stolberg: Sie dürfen einem Abgeordneten nicht nachsagcn. skurile Witzchen macht. (Heiterkeit.) Ledebour: Mit dem Block hat sich hier die preußische und die Regierung wieder einmal eine unsägliche Blamage zugezogen. (Unruhe.) Unruhe bei den Polen.) Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Ledeb^ (Soz.): Die Versuche des Herrn TMüller, durch Schiebereien die Sache zu verdrehen, sind gänzlich mißglückt. (Vizepräsident Kampf unterbricht den Redner.) Ich hoffe, Herr Präsident, daß -ste gegen mich so liberal sein werden wie gegen andere. Vizepräsident Kämpf: Hch weise diese Bemerkung als ganz ungehörig und unpasseiid entschieden zurück. 2fbg. v. CzarlinSki (Pole): Ich stelle fest, daß man uns nicht einmal Gelegenheit gegeben hat, alles zu sagen, was wir zu sagen halten. (Stürm"chc Oho- Rufe, Zurufe: Drei Polen haben ja gesprochen!) Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.): Herr Ledebour hat seiner Komik heute die Krone auf» geseh, indem er sich als gekrankte Unschuld hinstellt. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr betr. den unlauteren Wettbewerb. Schluß 4% Uhr. rufer in eine Geldstrafe von 100 Mk. genommen weroen. t Heuer- feit) Lier sollte man einmal ein Exempel statuieren. (Zuruf des Aba. F rank: Beim Ordensfest. - Heiterkeit.) Es 1°..a1ud) kein Wunder, wenn so etwas vorkommt. Hat doch Fürst Bulow im Abgeordnetenhause zu einer strengen Anwendung der Gesetze gegen die Sozialdemokratie aufgefordertI Wos ist das weiter, als der direkte Appell zu einer chikanösen Behandlung der Sozialdemokraten? (Sehr gut! bet den Soz^) Auch wenn der Staatssekretär darin recht hat, daß die polnischen Berufsvereine einen nationalpolitischen Charakter haben, was be- recktiat ihn diese Vereine unter ein Ausnahmegesetz zu stellen. lAhr r ch ig! bei den Soz. und bei den Polen.) Was den Sprachenparagraphen anlangt, so hat die Rede des Ab.g^ Göthem bewiesen, daß eine Anzahl Freisinniger die Definition nicht kannte, die der Staatssekretär ihm geben wollte. Ware diese Definition allen bekannt gewesen, vielleicht wäre daS Gesetz dann gar Nicht zustande gekommen. (Sehr richtig! bet den Soz.) Aber diese De- sinition ist auf Hintertreppen einigen Freisinnigen gegeben »erben und nicht hier im Hause wo sie hätte gegeben werden müssen. Trotz all meiner Provokationen hat der Staatssekretär im Plenum beharrlich geschwiegen. Würde nicht jeder Richter aus diesem Schweigen auf die Schuld schließen? (-^ehr gut! bei den So^.) Fest steht jedenfalls, daß auch Herr Muller-Memmgen sich m seinem Kommentar dem Sprachenparagraph eine andere Definition gab als die Definition des Staatssekretär«. (Abg. 3R u 11 er- Meiningen: Sie können ta nicht lesen! — Zurufe bet den Soz ) Reizen Sie Herrn Müller nicht zu neuen Kommentaren, S->ch- wird dadurch nur lonfufcr. g. Dr. Brunstermann (Rp.): ES ist anzuerkennen, daß der Gesetzentwurf ein bundes- freundliches Entgegenkommen Preußens gegenüber den anderen Bundesstaaten zeigt. Wir sehen das als gutes Zeichen dafür an, daß die seinerzeit von unserem großen Partei, führer Herrn von fiarborff angeregte Veredelung der Matrikularbeiträge, h. h. die Berechnung nach Der Leistungsfähigkeit und nicht nach der Kopfzahl schließlich doch noch einmal* kommt. Wir sind bereit, den Gesetzentwurf auch ohne Kommissionsberatung anzunehmen. Abg. von Brockhaufen (Kons.): Auch wir wollen wesentliche Aenderungen an dem Gesetz nicht vornehmen. Aber die Verhältnisie bedürfen doch noch der Prüfung, besonders im Zusammenhang mit der Besoldungsaufbesserung in Preußen, daher beantrage ich Verweisung an die Finanzkommission, oder falls es abgelehnt wird, an eine besondere Kommission. Unzweifelhaft erhalten die kleineren Staaten, besonders Oldenburg, ein Geschenk von Preußen, nach dem stets getätigten Grundsatz, daß die Leistungsfähigeren die Schwachen unterstützen sollen. Abg. Quarck (Natl.) spricht als Vertreter von Koburg-Gotha in gleichem Sinne wie der Schaumburg-Bückeburger Abg. Brunstermann. Eine Reihe von Kleinstaaten hat ihre Eisenbahnen an Preußen abgetreten und nunmehr ein großes Kontingent von preußischen Beamten bei sich wohnen, die die Wohltaten des Kleinstaates genießen, aber ihre Steuern an Preußen entrichten. Koburg-Gotha wird hierdurch um einige 20 000 und Weimar um über 40 000 Mark jährlich geschädigt. Wir begrüßen das bundesfreundliche Em- aegenkommen mit Freuden. Zu erwägen wäre es, ob nicht der besondere Wohnsitzbegriff durch den allgemeinen des Bürgerlichen Gesetzbuches ersetzt werden könne. Die von einzelnen Sloten gegen den Güterwucher eingeführte Besteuerung der Ein- 3elbv|djäfte bleibt wohl aufrecht erhalten. Abg. Binder (Soz.): Ich spreche zum ersten Male im Reichstage, bin ein Freund des Wortes: Zeit ist Geld, und faste mich daher kurz. (Beifall.) Der Redner erörtert aus den besonderen Verhältnissen von L u D - wigshafen, dessen Vertreter im Reichstage er ist, und Ma n n- heim am anderen Ufer des Rheins, die Bestimmung des Gesetzentwurfs, wonach, wenn sich Betriebsstätten desselben gewerblichen Unternehmens in mehreren Bundesstaaten beenden die Heranziehung zu direkten Staatssteuern in jedem Bundesstaat, nur anteilig erfolgen soll. Er empfiehlt statt dessen eine in der Praris einfachere Bestimmung, wonach, wer an eine Steuerbehoro« bereits entrichtet hat, gegenüber der be§ anderen Staates befreit sein soll. " Abg. Enders (Fr. Vp.) spricht als Vertreter von Meiningen. Die bundesfreundliche Gesinnung Preußens bedarf keiner besonderen Anerkennung, d'nn^es ist einfach Pflicht und Schuldigkeit, ein Unrecht gutzumachen. L-ei Redner wendet sich in dieser Beziehung gegen Brockhausen. Stellvertretender Bevollmächtigter für Anhalt Dr. v. Encken-Addenhanseu stellt das Entgegenkomuien Preußens fest. Abg. v. Tamm (Wirisch. 93g.)' dankt als braunschweigischer Abgeordneter Preußen für die Er, füDung einer gerechten Forderung und ist für Verwerfung an eine besondere Kommission, nicht an die Finanzkommission, dann wurde das Gesetz verschleppt werden. ?sbg. Dr. Neumann-Hofer (Fr. 93g.) wendet sich als Abgeordneter für Lippe-Detmold gegen den über- preußischen Standpunkt des Abg. v. Brockhau,en der ben ;^anf an Preußen erschwere. Es sei nicht so, daß die Leistungsfähigen die Schwachen unterstützen, sondern vielfach umgekehrt. Man denke an die noch immer ausstehende Veredelung der Matrikular- beitrage. Ein konservativer Antrag auf Kommiss i o n S b e r a t u n g wird abgelehnt. Dafür stimmen neben den Antragstellern nur die Polen und der Abg. v. Strombeck (Zentr.) Antrag Gamp (Rp.) auf Aussetzung der zweiten Beratung wird angenommen. Die Handhabung beS BereinSgesetzes. Die Besprechung der Interpellationen b e r Sozialdemokraten und der Polen ubex die Hand- habung des Vcreinsgesetzes wird fortgesetzt. Abg. Fürst Radziwill .Pole): Durch das Material des Staatssekretärs ist keineswegs bewiesen worden, daß die polnischen Berufsvere.ni- aunaen sich polit'sch betätigen. (Widerspruch.) Der Staatssekretär hat nur Aeutzerungen einiger polnischer Redakteure angeführt. Für diese Auslastungen einzelner Polen kann man die polnische Bevölkerung nickst verancworU.ch machen ~aö Ware genau so, als wenn man die Deutschen sur die U n f I a 11 g « leitien des „S,mp Uziss." zur B°rantw°rlung ziehen wollte. Man fordert, daß wir auf liniere Nationalität ver- zichten, und dadurch zwingt man uns zum dusammenschli^ in Oraanisationen, die das N a (i o n a l i t a t s p i , n z i p lmck'hal- ten Sie wollen die Deutschen in aller Welt zusammen sch ließen, um sie dem Vaterlande zu erhalten. Siönncn Sie es uns da her- Die Sozialdemokraten mögen ruhig fein. , einem Ausnahmegesetz gegen sie zustimmen. Mem.^t über die schönen Aiisemande. setzungen der Ntori)ch-materialisti,chen ethisch-revisionistischeii Richtung in Nürnberg ist ^rrn -edebour in die Glieder gefahren. Er meinte, e» ie, schwer, kmne Satire über mich zu schreiben Er schreibt ja taglich-selbs!^Satirrn ub« sich im „Vorwärts", die nach Schmutz u n d U n r a t riechen. (Sehr richtig!) Er hat eine huldvolle Act und Weife, mit feinen Genossen umzugehen, indem er von p a r l a m e n i: a r fe n Kretins spricht, von den niederdruckenden und abstumpfei- den Wirkungen des batzerischen Biers auf die Gehirntatigkeit. Solche Schmeicheleien werfen sich die Gcnosten an den SW- Schreiben Sie ruhig Satiren über wich Herr -^cbour. d ie unfreiwillige Komik Ihrer P en on besteht fa darin, daß Sie sich selbst ernst nehmen. (Grotze^ H^rkeiü) Sie bringen immer das alte Zeug wied-r vor, aber getrete er Quark wird breit, nicht stark. Herr Ledebour alle Tatsachen mit der ihm eigenen Ehrlichkeit bc.ieife gelaßen Er hat e» mit der ihm eigenen souveränen Ueberlegenbeit abgelehnt, "gend welchen Kommissionsbericht zu lesen, um sich zu informieren. Daher wirtschaftet er mit Unwahr heitern ^ch erkläre nochmals, daß es unwahr ist. daß Annahme dc» Gc> setzes für uns von irgend einer Erklärung des abhängig war. Wie in Der gerichtlichen Medizin, so gibt e» auch in der Politik em gewisses Ouerulantentum, das jede Aufklärung ablehnt und immer dasselbe lagt. Bereiü, die Sprüche Salomonis - Herr Ledebour .st ,a em großer Bibcl. tenner - warnen davor, mit solchen g e id o f) n h e 113 m a feigen Schmähern sich einzulasten. (Heiterkeit.) Ich erinnere an das Wort Sirach 8, 4: „Streite nicht mit einem Mann, hos lalai (der schwätzt.! damit du nicht Holz zutragest zu feinem Feuer." (Große Heiterkeit ) Schimpfen Sie rugtg weiter, wir «ehren uns nicht daran, wir sind auf dem allein richtigen Wege (Lebhafter Beifall.) Abg. v. Siebert (Rp.): Im Namen meiner politischen Freunde muß ich unserem Unwillen darüber Ausdruck geben, daß das Haus sich von einer oer. schwindenden Minderheit hier in eine dreitägigen f erl oj c Verhandlung hat hineinziehen lassen trotz der Geichaitviage des Hauses. (Beifall.) Ein Vergleich mit der Katastrophe in Messina und der Laae der Polen kann absolut nicht gezogen weroen Tort sind 150 000 Menschen unteracaangen. und hier sehen wir eine unheimliche Volkspermehrung. (Große Heiterkeit.) Ich mahne . S. hier verübte am 21. und 23. August vor. Jahren ^cchbetrug, indem er stch bei -Ztiirien JUurit. Bier, Schnaps und Zigarren ucrQbieid)C»tJici;, woiau» er alsdann heimlich sich aus deni Lokale enl'ernle. 4.tc chm zur -2a it qclcntcn 'Straftaten gab er in allen Teilen zu und verzichtete an* Zeugenvernehmung. Tai» 'bericht erkannte auf eme '9e»aini- i'cfängnisftraie von i e cf) 3 Wochen. — U c b e r t v c t u n fl bet B auordnun g. Ter Wirt tt.D m Wiese ck halte die m dem Baubescheidi' erietlten Korfdmftcii nicht innegehallcn, indem er das u errichtende Gebäude hoher, aU gciiehmigt »ouidc, auSfnhrtc. •Jeacn dieser llcberltetuiig iDiirbe er in eine (Sdöitrafc von zehn Warr eventuell zwei Tage vast verurteilt. — -l i c b it a hl. »as Tienstmädchen R. Ech. in Öicfjen entwendete einer früher hier wohnhaft gewesenen Hebannnenschülerin aus einem unverschlosfenen Koffer em schwarzes Tuchkleid und eine ivcißc Bluse. Tas Kleid wurde aut dem Speicher versteckt votgefundcn. Wegen Ticbstahlc wurde die Angeklagte zu einem Tlona t GemngmS verurteilt. - Ferner gelangten drei Bettler znr Aburteilung. ke. Darmstadt, 21. Jan. Eine Klage gegen den (Sroßh. FiSkus wegen Schadenersat; hat der Zintmernietsler Lhilipp Schäfer ans Hähnlein am Landgericht migeftrciigL Schmer hatte seinerzeit in irgend einer ebenfalls am Landgericht Darmstadt anhängigen Prozcßfache sein Geschäftsbuch, ,oie er behauptet, zu den GerichtSakten gegeben. Nach Beendigung des Prozeßes verlangte er bad Geschäftsbuch zurück. ES konnte aber bei Gericht nicht aufflcinnbeii und daher nicht zurückgegcben ivcrdcn. Nicht steht eS fest, ob das Buch dem Gericht übergeben oder m dem Termin bloß vorgelcgt und von den Parteien wieder an sich genommen wurde. In dem Buche ivaren nach Angabe des Klagers feine GeschaitsauSstände eingezelchnet und behauptet er, baß es ,hm nunmehr unmöglich sei, seinen Kunden spezisizierte Rechnungen zuzustellen. Für den dadurch er>vachscnen Schaden macht cchufcr oen Großh. hessischen Fiskus verantwortlich und haftbar. Es wurde in der Sache verhandelt und das Gericht beschloß, Zeugen darüber zu hören, ob das Geschäftsbuch überhaupt zu den Akten gegeben wurde. Dem AuSgang dieses interessanten Prozesses sieht man in Geschäftskreisen mit Spannung entgegen. II Marburg, 22. Jan. Eme eigenartige Betrugs- aefchichtc, bic besonders Gastwirtskreise interessieren dürfte, beschäftigte heute das Landgericht. Als Angeklagter erschien der 'Waurcr Peter Ammei aus Mornshausen bei Gladenbach. Ihm wurde zur Last gelegt, m der Gladenbacher, Wetzlarer und 'Gießener Gegend zum Schaden des Hotelbesitzers August Tiltges m Neuwied in 94 Fällen Betrügereien begangen, ferner Urkunden gesälscht und unterdrückt, sowie einige Schießautomatcn bei Seite geschafft zu haben. AIS Zeugen ivnr eine große Anzahl Gastwirte erschienen. Jmmel, der sich im Jahre 1907 dem Hotelier Tiltges m Neuwied, der damals em Antomatengcschäst betrieb, als Mechaniker vorgestellt halle, überiiahm für dessen Rechnung die 2lufftcUung von sog. Schießautomaten in den Wirtschaften oben bezeichneter Gegend. ES war seine Pflicht, die Antonmte von Zeit zu Zeit zu entleeren und abzüglich voi» 20 Proz. für ihn und der Bruttoeinnahme samt den von den Wirten unterschriebenen Cuitlungdformularen, 10 Proz. für den Wirt, an den Unternehmer zu senden. Jmmel kassierte auch fleißig ein, aber nur in seine lasche, mit den Quitiungssorinularen machte er allerhand 9)lani- vnlationen, teils ließ er sie ganz verichwmden. TaS Gericht verurteilte ihn wegen Untreue, Unterschlagung und Unterdrückung von Urkunden zu 8 Monaten und 2 Wochen Gefängnis. Gleiwitz, 23. Jan. 34 Mitglieder des polnischen Mann er o ere »ns BiSkupitz, der unter religiösem Deckmantel national - polnlscsir ’vzwr rrte®, batten sich Ui dreitägiger Verhandlung roegen G e k, e i m b ü n d e l e i zu ceiantroorten. Tas Urteil lautete gegen die Vorstandsmitglieder auf te I e d) 5 Wochen Gefängnis Tie übrigen Mitglieder imirDen zu geringeren Strafen cerutteiÜ. Miel, 23. Jan. Ta» LberkriegSgericht ucrurteilte gestern in der Berufungs-Instanz den Qberfeuermcrlsmaat Tiedrich wegen Landes vcr rats zu 5 Jahren Zuchthaus. Tas Urteil ist eine Bestätigung der crümftanrlufxn Ent'chetcung. -Ltc Verhandlung wurde unter Ausschluß der C-cffcntlübfeit gerührt. Kleine TaflCodiroiiiL AuS Havanna wird telegraphiert, daß in der ^tadt bei dem Hafen Gibara, ungefähr »0 englische Meilen nordwestlich von Santiago eine große Feuersbrunst wütet. TaS ,jener brach gestern morgen ans unb droht die ganze Ltadt zu ve^uchtcn. 30 Personen sind verbrannt und viele verletzt. *2.er Schaden ist ganz ungeheuer. Ein heftiger E r d st o ß lsttr in M a r v k! o groncs Unheil aiigeruf.tct. Aus Tetuan wird ein Erdstoß gemeldet, durch t-cn mehrere Eingeborwendörfer gänzlich verschüttet wurden. Unter den Trümmern liegen ein paar founbert Araber und Mauren begraben. Vörsen-Wochcnberichr. -- Frankfurt a. M., 22. Jan Naci:dem bic vrientatische Frage durch die Verständigung der Türkei mit Lesterreich-Ungarn auf bem besten Wege ist, geordnet ’u werden, bat man sich an der Börse der polttsichen BeoenlVn. ctroa» ' ntschlagcn. Größere Unternehmungslust konnte inbenen bisher noch nicht recht Platzgreifen, wenigstens beobachtete man in der ersten Hälfte der Woche noch große 3urüdf)a1tung, da die Konstellation am internationalen Geldmärkte Anlaß zu Besorgnissen gegeben hatte. War schon die in der Voi> Woche erfolgte Diskonterhöhung der Bank von England ein Moment, das Bedenken Hervorrufen mußte, so wurden diese später noch bestärkt durch die anhartenüc Erhöhung der Tevisenvrci'e, insbesondere durch die außergewöhnlichen Gvldansammlungen der Bank von Frankreich. Hat man in erster Linie auch die Finanz^- zierung der neuen russischen Anleihe hierfür verantwortlich gemacht, so erachtete man doch den Betrag des neu auriubrmgenhen Kapitals nicht bedeutend genug, um bic schon seit Monaten andauernde Goldbewcgung nach Frankreich zu rechtfertigen. Man suchte daher nach anberen Gründen uitb erging sich in Kom- binationen, die das Geschäft an der Börse wesentlich beeinflußten. Als aber nach stattgehabter Luoskrivtion der Ru'scn-Anleihe in London weitere Goldverkäusc für französische Rechnung nicht mehr zu beachten waren und gleichzeitig der Bank von England nennenswerte (Yolbbeträgc aus Aegovten zuslossen, wodurch den Befürchtungen einer weiteren Diskonterhöhung der englischen Bank der Boden entzogen wurde, war man geneigt, bic Gcldmarsislagc wieder etwas zuversichtlicher zu beurtcuen, zumal auch die Tevisen- preise wieder rüdtäufige Bewegung verfolgten urtb Damit die Gefahr weiterer Goldcxporte geschwunden schien. Bei uns Italic die Geldslüssigkeit am offenen Markte ohnedies keinen Abbruch erlitten und dies gab auch der festen Tendenz unseres Marktes einen gewissen Halt. Mit der eingc trete neu Weitdung am nttcr- uationalcu Geldmarkt konnte sich aber auch das Geschäft etwas beleben, wenn die Unternehmungslust vorerst auch nur auf einzelne Gebiete sich erstreckte. Im Vordergründe des Interesses standen nach längerer Vcrnachläntgung wieder einmal Mimische Bank aktieu, die größere Avanzcn erzieltem Tic Ausiuerksamkeit auf diese lenkte die Tatsack)e, daß die Teutidye Bank ein amerikanisches Ges Aist mit Vorteil abgewidelt hat, woraus man schließen wollte, daß auch andere Institute zu ähnlichen geminnbrüigcnixm Operationen Gelegenheit gehabt haben bürsten und baß solche Erfolge auch in den nun bald zur Veröffentlichung lömmetwen Jahresabschlüssen zum Ausdruck gelangen werden. Die geheuerten Aussichten für das Emissionsgeschäft im laufenden Jahre erhöhten Das Animo. Auf dem Bahncnmarkt rief bic Meldung, daß bic Baltimore anS £6b Bahn int Deremoer nn Tietro^hn- nabmeplus fort 902 000 Dollars erzielt hat, erhöhtes Jnterriw für Die Aktien dieses Unternehmens berror, auch D|trrr:i(b.id>e Bahnen konnten lieh etwas erholen. Für S (hi f iahrtsak 11 cn timuiiertcn Die bei* er en Nachrichten aber den ^uswandereroerkThr. Montan Papiere wurden ron Der Aufwärtsbetvegung N«m«r berührt, da die Nachrichten ans der E.ien- und Mol)leninbu|ttie Zurücklaltung oeririf- ten auS d." Ei'cn und MJblntiiwufme Eisenberichte die Hoffnungen auf einen baldige n und intern wen Aufschwung in der amerikanischen Industrie cridiüttert haben. Tamit wurden auch Die Erwartungen wegen einer baldigen Rückwirkung auf das heimische Airtschafts.'edcn iveilcr yjrudgcichraubt. Nichtsdestoweniger zeigte sich für anocre Iu bu Itr tcpa ptcre größere stauiinst, so für bic Aktien von Kaliwerken, Maichmen- und Jutei'abriken, Bau und Elektriv.: . n'cll'chaften, ba deren gesch.ntliche Aussichten zurzeit bcftiebigeito find, xic Aach'rage für deutsche Fonds hielt weiter an, auch fremde Renten lagen vorwiegend fest, namentlich 9hmen und Portugiesen. P rivatdiskonto 2-.'-, • Prozent. ßatiöcL Ermäßigung des 51 nvieraufsch 1 ageS auf Elektrische Leitungen. Tie A. El. G. hat Den Nup'eransi'chlaq auf ihre Listenpreise ermäßigt und zivar freibleibend auf 2 l'lf. pro 1 qmm und 1000 w für alle Leitungen, die nach Längen, bezw. auf 0 20 Mk. pro Lg. für Leitungen bic nach »Gewicht berechnet werden. " ---^s----===== Familie it=21acbricbtcn. Verlobte! Fräulein Emma LöDler in Tauernheim mit Herrn Chnnoph Bernet m Büdingen. — Jranlen, Marie Geißel m EhriiigShauien mit Herrn Tlartin Rahn m Lber-Gleen. — Aränlein Uarolme Stcueinagel in WinDhaufen mit Herrn Hein» rich Richber in Ermenrod. - Fräulen Luise Wulf in Osnabrück mit Herrn Karl Both tu Wetzlar. . Gestorbene: Herr Aron Zimmermann m Drtenberg. — Fran Elie RohDe, geb. Wtlbrandi, in Tannfiabt. — Herr Clio Wagner in Wetzlar. übertreffen alle deutschen und fremden Fabrikate durch saubere Herstellung und appetitliches Trockenverfahren, welche hohen Wohlgeschmack und schönstes Aussehen gewährleisten. Jedes Paket enthalt 1 Gutschein für Knorr-Sos. ib^ En jrros: Tribun A Mindheim, Giessen. I Aubenhiä M Lanolin-Seife Meinl *U4I Hwreii Sparwal Vortalhiheite Femilren-TeileHeneile. M»drt »*{*• •e1** Hw «M vnhmden denn *uKprngen. EliueLM»* 20 PI» S Sild » PI«. Vom linolhnero FabrUunlce dsr Lerxl-n^le mA dem «eiMu» »nsel«rt>gi. C n. OB-MO X £ VerMete.teilen 4er» PUtiltlmM___________ Kelranntmachung. Anläßlich ber Feier bes Geburtstages S. M. des Kaisers ist bas Großh. OrtSgericht am 27. l. M. geschlossen- Gießen, den 23. Jamtar 1909. Großhcrzo§liches Ortsgericht: __________________Gros.____________________ Dekamitlillichung. Es wirb hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Mittwock) den 2 7. ds. Mts. wegen der Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers unsere slaffc geschlossen bleibt. Gießen, den 25. 3mtuar 1909. Großhcrzogliche Bezirkskasse I: _____Hansitlt.___________________ Jagd-Verpachtung. Dienstag Den 9. Februar l. Js., uachmiltags 11 ? H ' soll auf hiesiger Bürgermeisterei die der Gemeinde Oden häufen zustehende Feld* u. Lraldjagd auf 6 Jahre, unic Den vor Der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend verpachtet werden. Das Revier hat guten Rehwildstand, auch sind Fasanen vorhanden, ist Bahnstation und der Jagdbezirk lelcht er- leichbar. Odenhansen am 16. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Ovenhausen. ____________Laug,_______ _____ (450 öl>ljvechigtrlllilli.Lttinbcher8tMtil!!itiv!lld. Mittwoch, den 27. d. MtS. soll im hiesigen Gemeinde* wald Distrikten Hceghcck und Llmeisckopf versteigert werden: 78 Fichten * Stämme von 12—22 Gtin. Durchmesser, bi5 16 Mtr. Lange. 15 Fstm. 1517 St. Tcrbstangcn bis zu 12 Etm. Durchmeffer, bis 15 Mtr. Länge mit 74 Fstm. ö6 Rm. Kiefern- und Fichten-Knuvpel, 3000 Buche-Durchforstungswellen, F0RMAMINT Die Freude In Erdal das Idealpräparat zur Erhaltung und Pflege des Schuhwerks gefunden zu haben, kommt in zahllosen freiwilligen Anerkennungsschreiben zum Ausdruck. Nach dem ersten Versuch werden Sie dies begreiflich finden. Pormamint macht die KrankLeitskeime unschädlich, deren Tummelplatz die Mund- und Rachenhöhle ist Dazu gehören die Erreger verschiedener Hals- und Rachenentzündungen, der Mandel- SChwellungen, der Diphtherie und alle jene Keime, die von der Mundhöhle aus weiter in den Körper wandern (der Influenza, der Masern, des Scharlachs, Keuchhustens, Ziegenpeters usw.). Besondere Vorzüge: Angenehmer Geschmack, Leichte Anwendbarkeit auch bei Kindern. Erhältlich In den Apotheken in Originalflaschen ä M. 1,75. Broschüre kostenfrei durch BAUER & Cie., Berlin S.W.<& als wirksamesDesinfiziensd. Mund-u. Rachen- höhle vorzüglich bewährt u. ärztlich empfohlen Erdal überall erhältlich. x. . t et^r: Fritz Jnlliuumi. Un.uihoi?tr. 1800 Eiche* 1475 Ktcfern-Wellen, 3500 Fichten* „ 60 Fichten* und Ateiern-Stöcke. Der Anfang und d:e Zusauunenkunft oorin. 10 Uhr, zunächst der ArctSslraße Steinbach-Annerod am Rotsiackcr au Dem Stamm* und Glangeuholz. Steinbach, den 22. Januar 1309. Gr. Bürgeiineisicret Steinbach. Krämer. 564 Das neue Bett. vochiem tot dicht Tauncnlooci '.irnhc l -dilciine Cbcr und Üuicrbcucn und \iuct SitHcri mit 17 ? .lddamu n Varuc weil Meine «vchliatben. das Gevett nui Mi 30. . Dai jc tiett mit Tauncnöcdc Mk. 35.—. -i-tc. Vcitm titdico X-.uincnbett Mk. •attenb Geld xurud. Jlaioloa frei. in ’ . Bcncntal rik A. A ^1. Frankronr. (Saffef, 9. Holzverfteigerrmg in der mrftlichett LberfÜrftcrei Lich. Diontag, den 1. Februar, uorm. ö*/« llhr im DistrittMatlbaw: 5diener, Rm.: :M Buchen. I Eiwen,- Omiopcl, Rm.: 7V Buchen. 18 Eichen. 3 Weichlaub: Stocke. Rm.. 111 Bucken. 12 Eichen, Ret^ bolz-WcUcn 6190 sichert 850 Eichen. 50 Haruaubnolz, ll^o Wei di Idubboh, 1010NaöclboU - 22 Llükt Bucheuikliuittbolz —16^)2 ^>rm. <37 bis 55 cm Durchmesierl: 1 Mtritbbaum - l.li Firm. t38cm Aiitten- durchmeffer14 Erlen - 3.21 Fstm. (W bis 23 cm .Turchmeneri. Tic Zufammenkunfi ist auf der Kictsurape Vidi-vattciirob, dort wo ftc vom Vtcinalweg Burttiardsfelbcn yttebirbcffingett ge kreuzt wird. TaS Nupbolz wird gleich zu Anfang öcrueigcit. Ttenstag. den 2. ♦rcbiimr, vorm. 10 Uhr im 4 t’ttitt Lange berg: ftnuDuct Rm.: 24 Elchen. 2 Birken. 21 Nadelholz tliefern. 2:ode; Rui.: Et dien, 44 Nadelholz (Slicicrn und tviducn'; Reu boli Wellen 40 Buchen, 1110 Eichen. 1000 We^astaubholi. 31W Nadel voiz iMtcicrn und Fichten». — 1 Micicr — 0,71 F'tm. <30 cm Turdv meneri; 77 vidjicn Tcibftangcn - 34)6 QrfttiL, 91 Rm. laichten Ret^ »langen in Lchtchthoufen Dte Zu ai.imemunft »ftaui derKreiSftraße von Rieberbeffingen nach Vnngdoorr beim Ein tritt derselben in den Waldd'ftrikt Lange- bci-g (Srrte nach Muhlfachten tztn - b*/i Bei der Biilkerkraiiktilkajsc lSießen sind als Acrzte tätig die Herren: Dr. Mcycrhoff, Süd^Anlagc 7 Dr. Geyer, SelterSweg 64 Dr. Ploch, Asterweg 34 Dr. Wagner, Well-Anlage 49 Dr. Schäffer, Plockstraße 9 Dr. Nipper, Wllhellnslraße 2 Dr. Waste, Ltliccstraße 11. Bei der LltskranktiMe Neßeii sind außer den seither tätigen "Acrzten zugelaffcn die Herren: Dr. von Hippel, für chnurglsche Fälle Dr. WaSlä, Alieeslraße 11 Dr. Diucller, Ltebigslraße 47. Bei dem Sflnitätööcrcin sind als behanDelnde Acrzte noch zugelassen bic Herren: Dr. WaSle, Aliccstraße 11 Dr. Mueller, Liebigsiraßc 47. T)-'Die ürztlLchc Ucrlragstommifsion. Damenbinden ’)Mk., Wurtcl 4) unt 310 C. Rtilir A €o.. BahnhofrtraPe 44.60 t>fft H U «■ u m Gicht 14 I n > < m nr L Ntcinlcldru heilbar «lorrb eine Brunnenkur zu Hause mit deraAismannshäuier^l uatUrllciien Glrlirwatier.^ ' An doppeltkohlcnwanrcin bithionstärkste Therme. Broech re mit H'-uncrirtK'j frei Assmannshausen " Srm: m -Erte SepltaKr. . HauptaleOerlage Lr (liessen Jean Weisel Mineral wasser-Handlumr . Telephon 233. ssu.'i ’teäue Sie «di bei Ouftcn u. Berfchleimuna Ihrer .Qtnber meinen fett Jahren beliebt. Fcnchelbonia b'xtraft per Floiche Atk. OJJü, 050 u. 1.00 zu gebrauchen Germania-Drogerie:: Carl Seibel Rach'ic Nähe des Bahnhofs und Mtimten. Telefon 508. [355 TY,.*« tdbet sicher Kovfläufe und (V* bereit Brur. Fl. .'»<) Pig. Adler-Medlc.-Drogerie Senersweg 39. Cttu Schaaf. iiiÖ.crfitiZ3;rr.i;n)3d;K4 Jb^tirlrcü. Send» toi5i;e SaiiSurffta mit baa r t soetDöC menf-er. £?'-± d«oLlM.Spr^M v- l:cfcit»y^-.TMii). ernuläii wxIroptM lan-r. Cfl* nn|c.*UJ. UciMOU atzLUlich- In OZießerr eckt in der Umu vcrutät Apotheke, Marktolcch Oitidi 24öotbefc. sl“\ Kaffee! vervorrag. rem n’Tucdcnbc Porten ö.