Erstes Blatt Montag 22. Februar 1909 u. Land" und „Gerichts. 159. Jahrgang Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abholc- n. Zlveigstellea monatlich 65 Pf.; durch d,ePost Mk.2.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps* * auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt Xmuitime non Snjeigea - - bis tormittagsTüb" «staüsnrkinick uttfe Verlag der vnihrschen llnio.-vuch. lind StcinönuTerci K. tauge. Reöoftion, Lrpedition und Druckerei: Schlllstratze r. Ameigh? Nr. 44 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Bettagen: viermal wöchentlich SietzenerZainilienblätter; ßwermal ivöchentl.Areir- vlatt für ben Kreis Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lanö- wirlschasUiche Zeitfragen Fenisvrech - Anschlüfle: für bte Redaktion 112, Verlag u. Expedition 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. GietzenerAnzeige General-Anzeiger für Gberhefsen Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. (Ein Kompromiß über die Reichzfinanzresorm. Wenn men den Blättern deS Zentrums und der Kvnservativrw Glauben schenken wollte, dann wäre am Freitag die Entscheidung (über die Reichesfinanzresvrnr gefallen und die Reform gesichert. Mm! Freitag hat nämlich die Subbommission ihre Arbeiten bv- xndet, nachdem man sich nach der „Germania" geeinigt hatte, ,die Rachlaßsreuer ebenso lme die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten und den Ausbau des Erbrechts ,des Staates fallen zu lassen und dafür eine Besitzsteuer in Höhe 'von 150 Mrlliomm Mark, die von den Emzelstciaten durch Steuern vom Besitz und Einkommen, einstiveilen nach der Kopfzahl der ^Bevölkerung aufzubringen ist, an Stelle der Matril'ularbeiträge treten zu lassen, so daß die Matrikularbeiträge der Einzelstaaten, itoelche die Regierungsvorlage selbst auf 50 Millionen Mark er- ft;vhen tvvllte, um weitere 100 Millionen Mark erhöht werden. Es wurden darüber eine Reihe programmatischer Punkte festgcstellt, die von dem Llbg. Weber redigiert und mit einem schriftlichen ,Bericht der Finanz- unt> Steuerkommission des Reichstags, die am TonnerStag wieder zu einer Sitzung zusammentritt, unterbreitet werden sotten. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen als sicher an, daß die Verständigung innerhalb der Subkommission und mit der Regierung auch die Zustimmung der Finanz- und Steuerkommission finbat wird, womit dann ein wichtiger Teil der ReichSfinanzresornr eine befriedigende Lösung gefunden haben würde, falls nicht Fürst Bülow daran Anstoß nehmen sollte, daß das Zentrum mit seinen Verbesserungsanträgen dabei mitgewirkt hat." ' Die Freude des Zentrumsblattcs über diese Verständigung in der Reichsfinanzresvrmfrage scheint indessen verfrüht zu sein. Ti- Beschlüsse der Subkommission finden allem Anschein nach nicht bte Zustinrmung der Regierung. An der Spitze dcr „dcordd. Allg. Ztg." wird eine offiziöse Auslassung veröffentlicht, in dcr ausgesprochen wird,^ daß die Mitteilungen der Presse über die Verhandlungen dcr Subkourmissiou nicht in vollem Maße zutrefsen. Insbesondere sei es nicht richtig, daß die Beschlüsse das Ergebnis einer Verständigung mit der Reichsfinanzverwallung bilden. Die bei der Beratung anwesenden Vertreter des Reichsschatzamts haben keine zustimmende Erklärung abgegeben, da sie damit von der vorn Bundesrat bisher eingenommenen Stellung abgewichen tvärm. Sehr absprecheud urteilt die Nationall. Korresp. über den Antrag der Subkonmttssion, der an dem heutigen Stand der Dinge nichts wcsenlliches änbcrit würde, aber in Wirllich.keit ein gefährliches Manöver bedeutet. „Man will zunächst die erforderlichen Gelder durch eine Besteuerung des Konsums zu- [ammentrageit und die Frage der dirckien Steuern dann seelenruhig auf den St.Nimmerleinstag verschieben. Eine solche Politik werden die Nation alliberalen nicht mit- sttachcu. Wer gibt denn die Garantien, daß jenes Gesetz, das die Matrikularbeiträge in r-on den Einzelstaaten einzuführende: Wesitzsteuern verwandeln will, auch vour Reichstage oder den Einzel- Landtagen angenommen wird?" Noch schärfer urteilt die „Köln. Zeitung: „Tas Kompco- wiß in der oben bezeichneten Form läuft auf nichts anderes^als auf eine Teilreform; hinaus, auf eine Erhöhung der indirekten Steuern ohne gleichzeitige Anspannung der direkten. Damit ist aber die Voraussetzung für das gäuze 3ieformwerk, die conditio sine qua von, einfach auf die Seite geschoben, und damit ist cd allen, die auf eine gesunde Reform hinarbeiten, von,vornherein mMöglich gemacht, dem EinigungsVorschlag ihre Zustimmung zu geben. Der Antrag Gamp, auf 5cm' das Kompromiß in der Hauptsache sich «ufbaut, besagt, es sei bis zum 1. Oktober 1909 in den Bundesstaaten das Gesamtvermögen nach einheitlichen Grundsätzen festzustellen, pnü die Umlage des Fchlbetrags auf die einzelnen Staaten sei nach Maßgabe dieses scstgestellten Vermögens vor- ^unchmen. .Abgesehen davon, daß die auf diese Weise angestrebte KZereüelung der Matrikularbeiträge auf der Unterlage des Vermögens allein auch nicht einwandfrei erreicht loerben tarnt, verkennt der Antrag völlig die techuisci)en Schwierigkeiten, die sich einer solchen Vermvgensscststellung entgegen türmen. Tas Kompromiß .hat deshalb, wie es heißt, den Termin auch gleick) um -zwei Lahre verlängert. Aber indem cs so die Scylla umsegelt, treibt es der C^irybdis zu. Denn es erhebt sich sofort die Frage, «Siebener Aonzertverein. ii. Festmahl und Ball. Auf diese schwungvolle Rede des beliebten Borsitzerchen, die tait starkem Beifall ausgenommen wurde, folgte ein fröhliches Gedicht, das die Mühen und Arbeiten bei den Pwben recht treffend /und mit liebenswürdigem Humor schilderte und das von Fräulein sStrack ryht wirkungsvoll und mit guter Launq vorgetragen 'Lvurde. l Nachdem dann Geheimrat Krüger eine Reihe wn Glück- wunschtelegraMincn verlesen hatte, nahM ^eine Magnifizenz Prof. Dr B a r t h o l o m a e im Namen der Gälte ua5 Wort zu längerer Rede, in der er mit launigen Worten das Verhältnis von Universi- ftät und Konzertverein erläuterte und „richtig" stellte. ES sei nicht das Verhältnis wie zwischen Mutter und Krird, wndern wie 'das zwischen Eheleuten, die in langer erfolgreicher Ehe zuiammen- lebten unb noch viele Jahre zusammenleben »vollen. Daß es dabei -micht immer ohne gegenseitige lleine Zwistigkeiten und Rerbmeum 'abainge, das sei nur natürlich, aber das cryohe die rfremidschaft und die Zuneiguiig. Daß die Käufe nicht so weny feien wie die schwellenden fSessel eines Tamensalons, das liege daran, datz tie Universität die .Aula unrechterweise in erster £ime für die Studierenden gebaut habe, ein Fehler, den sie aber schon langst eingefehen habe unb tief bereue. Mit einem Hoch auf den fest- aebcnbtn Verein schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Ausftchrungcn. Als Vertreter der ^tabt über- Bttttelte dann Beigeordneter Keller die besten Wünsche der ^tabt Sinb würdigte des näheren die guten Beziehungen, die zwischen der Stadt uitb dem Kvnzertverc x beständen und wünschte ihm für die nächste Zukunft einen recht stattlichen Saalbau, damit die großartigen Darbietungen. des Vereins auch zur besten Geltung was in der Zwischenzeit werden soll, und man stellt dazu unwillkürlich die Nebenfrage, wie lange diese Zwischenzeit wohl Werben wird, denn an die zwei Jahre glaubt im Ernste kein Mensch Tie Lösung, die unS mit dem Kvmvvomiß angefbnnen wird, ist sonach ein Verlegenheitserzeugnis schlimmster Art, wett mit ihr die übelsten Befürchtungen wahrgemacht würden, daß nämlich die Reichsfinanzreform lediglich mittels Verbrauchssteuern, also auf Kosten der breiten Masse, bewerkstelligt werden soll. Die Konservativen sorvohl roie das Zentrum haben, frettich wiederholl beteuert, sie seien für eine Belastung des Besitzes, aber sie stellen mit ihrem Kompromißvorschag einen Wechsel aus, bat — die Einzelstaaten honorieren sollen." Die „Freisinn. Ztg." glaubt auch nicht, daß die liberalen Parteien, die eine ausreichende Besteuerung des Besitzes für Reichszwecke verlangen, auf solche problematischen Mnfteleien eingehen tönneiL „Wir haben den Eindruck," so schreibt das freisinnige Parteiorgan, ,chaß die Subkommission zwar über einzelne {fragen Klärung geschaffen, aber eine befriebigenbe Lösung der ihr gestellten Ausgabe nicht gefunden hat. Tie Steuerkommission »vird über die ganze Angelegenheit abermals eingehend verhandeln und sich auch erneut mit der Frage beschäftigen müssen, ob nicht, wenn die Nachlaßsteuer keine Mehrlfcit finden sollte, ein Ausbau der bestehenden Erbschaftssteuer angezeigt und durchführbar ist. Kommt eine Verständigung über die Frage direkter Reichssteuern nicht zustande, so haben die liberalen Parteien., Ivie in der Kommission bestimmt ausgesprochen ist, kein Interesse an der Beratung der weiteren Steuerproiekte." Der hessische §taat;voranschlag. Ter Bericht des Finanzausschusses der Zweiten Kammer über den Staatsvoranschlag 1909 ist nunmehr fertig gestelll. Er empfiehlt im allgemeinen Genehmigung der angesetzten Positionen, lieber die finanzielle Lage des Landes, die bekannllich leider nicht die beste ist, besagt der Bericht in seinem einleitenden Teil u. a. folgendes: Ter wirtschaftliche Niedergang ist nod) nicht zu Ende. Tie Lage ist verschärft durch die hinzugekonunene und noch nicht erledigte orientalische Frage. — lieber die Lösung der Reichsfinanzreform herrscht noch Ungewißhett. Schwer lasten diese Verhältnisse auf bau Reich und es leiben darunter die Bundesstaaten bei F-ertig- ftellung dcr Hauptvoranschläge für 1909. Ueberall lserrscht Finanznot. Seit Jahren hobelt wir teilten Hauptvvranschlag zu verzeichnen, der ein so wenig erfreuliches Bild unserer Finanzlage entrollt, wie der vorliegende. Ter ganze Erfolg der 1907er Reform unserer Finanz an ist in Frage gestellt durch die inzwischen eingetretenen Schwierigkeiten. Ter Ausblick in die Zukunft ist getrübt, denn das Gleichgewicht imt Hauptvoranschlag für 1909 konnte nur hergestellt werden durch Verwendung von 1058 382 Mk., fast des ganzen Ueberschusses, aus früheren Jahren. tzinzu! kommt noch die Entnahme von 1905 800 Mk., and beit Bestärken des erst vor wenigen Jahren gegründeten Ausgleichsfonds. Wir Müssen anerkennen, daß der tzanptvoranschlag mit großer Sparsamkeit ausgestellt ist. Die Vermehrung der Beamten ist auf das äußerste beschränkt. Unb doch verlangt der Hanptvoranschlag eine Gesamtausgabe von 62 654 436.53 Mk. gegen 60 233 005.01 Mk. für 1908, demnach eine Mehrausgabe von 2 421 431.52 Mk., worin freilich ein durchlaufender Voften in Einnahme und Ausgabe von 1033 116 Mk. (Kap. 70 Landsskreditkassc) enthalten ist. Tie Ausgaben werden in den einzelnen Kapiteln des Verwaltungsteils nachgewiesen. Bei feinem hat der Ausschuß eine Beanstandung gehabt. Wiv verweisen auf die Dorn' Ausschuß erstatteten Berichte. Rur auf einzelne, nicht zu umgehende Mehrausgaben möchten wir schon an dieser Stelle aufmerksam machen. .Hauptabteilung VIII. Ministerium des Innern verlangt einen Zuschuß von 12 721107 Mk. gegen 12 305 045 Mark in 1908.. Hauptabteilung XI. Ausleihungen und Staatsschuld einen Zuschuß von 13114 925.97 Mk. gegen 12 309 304.42 Mk. in 1908. Hauptabteilung XU. Pens Tonen eilten Zuschuß von 3 485 408 Mk. gegen 3 273 216 Mk. in 1908. Bei diesen drei Hauptabteilungen allein eine Mehrausgabe gegen 1908 von 1 433 875.55 M., Ausgaben, an welchen nichts gespart werden kann, wett sie aus Verpttichtungen des Staats, wie Gehalte, Zinsen der Schulden und aus Pensionen betrete lieber die Entwicklungen der zunehmenden PensionSIafteni lasseu wir die nachsteliendeu Zahlen folgen: 1901/1902 3.079.779 Mk. Rechnungsergebnir, 1902/1903 3.115.187 , 1903/1904 3.131.207 „ 1904 3.185.446 , 1905 3.225.830 „ 1906 2.233.100 , 1907 3.217.785 , Voranschlag, 1908 3.273.316 „ , 1909 3.485.408 „ Nach der gegebenen Finanzlage imd so lange die Reichs- finanzresorm nicht unter Tach ist, kann an die Regelung der Beamteilbesoldungsftage nicht I>crangctretcn werden. In der Thronrede ist ausgeführt und von dem iöerm Fincutz- Minister wiederholt betont worden, auch in seiner Rede vom 4. Ja- nn.ar ds. Js., daß, vorausgesetzt, daß sich die Finanzlage des Landes nicht durch tveitergebenbe Ansprüche bes Reichs (über die vorgesehenett 80 Psg. pro Kopf Matrttularbeiträge hinaus) unb weiteres Anhalten ber schlechten wirtschaftlichen Lage verschlechtert, voraussichtlich für 1910 eine Steuerer Höhung von 25 bis 30 Prozent eintreten müsse. Tie Steuerer Höhung sei bann nötig: 1. Zur Deckung des Fehlbetrags ün Haupworanschlag für 1910: 2. zu einer auch nur müßigen Schuldentilgung nach dem Vorgang des Reichs; 3. zur Befriedigung begründeter Ansprüche der Beamten, Lehrer und £>interbliebcneit von solchen. Daß eine Steuererhöhung nicht zu vermeidett sei, darüber war man sich schon tut Ausschuß im vorigen Jahre flar; dieser Meinung haben wir bereits in der Einleituttg zum Bericht für 1908 Ausdruck gegeben. Wenn die Ausgaben für die Staatsverwaltung vmt Jahr zU Jahr wachsen, die Einnahmen bagegen nicht gleichen Schritt hallen, so ist ber gegebene Weg, memt nichts in ben Ausgaben gespart werden famt, nach neuen Einnahmequellen Umschau zu halten. Ter Ausschuß hat sich bemüht, schon int vorliegenden Hauptvoranschlag aus neue Einnahmen hinzu wetten, um eine in Aussicht stehende Steuerer Höhung herabzuntinderu. Wir verweisen, hier auf die betreffenden Vorschläge im Bericht des Ausschusses. Während unsere Einnahmen aus Domürten des Großher- Kvglicheu Hauses ein erfreuliches Wachsen aufweisen, mußte bet den Staatsdomänen (bei bat Erträgen aus ber Prcußisch-HessischL'.r Eisenbahngemcinschaft) eine Minberetmmhme von 2 050 000 2?i-Z- vorgesehen werden. In der langen Reihe der steigenden Erträge au5 her Gemeül- schast haben wir zum zlveitenmal cüieit Rückgang zu verzeichnen. Wemt das ganze wirtschaslliche Erwerbsleben sich in einer laitgan» hallenden Ääüsis beftndct, ist es selbstverständlich, daß alle Lei-- kshrsaustalten, der Eiscnbahrtbctrieb iuii) auch die Schiffahrt har^ getroffen werden. Ter Rückgang des Güterverkehrs ist züml großen Teil die- Hauptursache der Mindererträge auS den Etsenbahnen. Das gleiche Bild zeigen die Ergebnisse der anderen deutschen Eisenbahnverwaltungell. Mit der "Wiederkehr des Aufblühens deS Erwerbslebens werden auch die Ertrage aus bgr Eisenbal-ugc- meiuschaft wieder wachsen. Tie EütnalMen aus bireften Steuern sind mit 14 928 000 Mark eingestellt. Bei Stempel mußte ein Ausfall von rund 700 000 Mk. eilt* gestellt werden. Die EinnahlNeN aus Stentpel in den ersten Äconaten des Jahres 1908 haben ganz erhebliche Mütdereiunabmen nachge- totefett, weil das gesamte Jmmoblliargeschäft infolge der wirt- schaftltchen Lage fast auf einem Ruhepunkt mtgelaitgt ist. Im Vermögensteil ist für Eisenbalmzwecke eine Kapitalausnahme von 9 707 590 Mk. und eitle solche von 4137 565 Mk. für andere außerordentliche (im allgemeinen nicht werbende) Zwecke vorgesehen. liniere Schuldenlast wächst demnach wieder um rund. 14 Mitt Mark. Ter Stand der eigetttlichen Schuld (ohne die Landeskredrt^ kasseschuld) betragt am 1. April 1909 407 038 434 Mk. Unsere Einnahme aus der Preußisch-Hessisckren Eisenbohngemetnschaft: deckt zicrzett nicht mehr die Zinsenlast unserer Gesamtschulden. Wir lassen die Tabelle folgen, welche die Aufklärung gibt. wf, w;, hTinnr rr ■ r in mb, ii « 'n > > 'iiwmiu -v wmugrrerorwta1 Mwmaanm Im Auftrage des Kirchengesangvereins überbrachte Kirchcnrat D. Schlosser die besten Wünsche znr Jubelfeier und würdigte in längeren Ausführungen die Verdienste des beiher» feitigen Dirigenten. Qb Redner auch den Auftrag Halle, die erften Kon^rtkrttiken des Gieß. Anz. in ellvos eigentümllcher Form zu besprechen, darf füglich bezweifelt werden, und lag auch wohl nicht im Interesse des festgebenden Vereins, der sich gewiß mit uns hierüber sehr wunderte. Tie etwas gestörte Stimmung wurde durch die schwungvolle Rede bes Geheimrats Behaghel, die voll liebenswürdigen und schlagenden Witzes und gesunden Humors war, wieder in das richtige Gleise gebracht. Es ist leider nicht möglich, die geistsprühende Rede des näheren wiederzugeben, ohne die launige Kritik, die der Redner übte, zu zerpflücken. Er schloß seine viel belachte Rede mit einem Hoch auf Die Damen, Denen im Könzertvercin von jeher bas langersehnte St immrecht gewährt sei, das sie zu Mitz und Fvonunen der ganzen Bevölkerung in burchauS anerkennenswerter und lobenswerter Weise ausübten. Reicher Beifall folgte auf diese von sonnigem Humor durckÄeuchtetcn Llusfuhrungen deS allseitig beliebten Redners. Nach einer kleinen Pause dankte Professor Twautmann mit sichtlicher Rührung für die vielen herzlichen Beweise der Anerkennung unb wies auf Die vorzüglichen Leistungen ber Sängerinnen unb der Sänger hin, die sich in wvcl/enlanger ?Crbeit eifrig bemüht hätten, ihre großen Aufgaben würdig und weihevoll zu lösen. Er trank auf das Wohl der Mitglieder. Auf die Solisten sprach Rechtsamoall Mendelsohn, dessen Hoch begeistert ausgenommen wurde. Damit war der Redereigen erledigt. Nach dem Essen, das von dem Wirtschafter des Gesellfchafts- verLinä in anerlennLNswerter Güte geliefert ivorden war, begann ber Ball, dem nicht nur die Jugend in ausgiebigster Weise hui- digte. Erst gegen fünf Uhr verzogen sich die letzten späten Gäste. So nahm ber Verlauf des Festes einen ebenso Mneu W sckluJ fixie die drei 5wnzcrte, die auf3 neue den Beweis von der hochstrebenden Kim st des KonzertDereins und seines tüchtigen Leiters erbracht hatten, und mit Stolz können bte Mitglieder auf die Tage der Arbeit zurückblicken, denn außer der reichen Lußereu; Anerkennung dürfte auch der innere Gewmn nicht unerheblich sein.. Die Gießener Bürgerschaft aber wird sicherlich auch den Eindruck" gewonnen haben, daß es bringend wünschenswert ist, einen Konzert- sactt zu bauen, in dem die von ausgezeichnetem Jtteiß und fühlcudem Können zeugenden Darbietungen des hochstehenden, Vereins zur besten Geltung kommen. Dem Jubelverein aber .ein herzliches Glückauf für die folgenden Jahre und Jahrzehnte. * — Eine wertvolle Schenkung für das Goerhe- museum in Frankfurt a. M. haben nach einer Mitteilung' ber „Südwestdeutschen Korrespondenz" die Tetthaber ber Firma I. u. S. Goldschmidt, Frankfurt, gemacht. Es handelt sich babcc um Wachsbilder des cl-ernaligen Domvikarius Hardy in Köln, ben Goethe bei einem Auscnthalle bart besucht und sich außerordentlich für den von Hardy gepflegten Kunstzweig begeisterte. Tiesü Arbetten, die einst Goethes verständnisvollen Anteil erregten und die besonders wertvoll für die Erkenntnis der Kunstauffassung Goethes sind, werden nmunti/r dem FrMrkfurter GoellMiuscum einverleibt werden. Tie Sammlung umfaßt 24 Einzeldarstellungen, jede/ genau Goethes Beschreibung entsprechend, in einem Derglaften Kästchen verwahrt, — DerPrinzregent von Bayern, ber ant Samstag die von verschiedenen bayerischen Künstlern aus geführten, für das Bayerische ?lrmeemuseum bestimmten Gemälde beiichtigte, überreichte dabei Angelo Jank, der als künstlerischer Beirat bte Ausführung der Bilder überwacht hat, als Zeichen der Anerkennung den Verdienstorden vom heiligen Michael 4. Klasse. — Der bekannte Landschaftsmaler. $äitßei; ,yt ig Dresden ün Aller von, 81 Jahren gestorben. Nach der Rechnung. Hessischer UnletC am Ueberjchuh der Ehenbohn-Gemeinschalt Beda.7 Ur Verzinsung der eigentlichem GFnt'abn- CumtSfchulv >chu S J907 12.950.; 23^4 Tir. '. 13^)06.393,48 Mk. 10.? 42^51^1 Mk. 1906 14.406.202^5 , 12.2f-1^69,69 . j.ö 15.463,97 , 1906 14 005.221,0 > , 12 289.626.92 , 1904 12.911.012^3 , 11.712.122^2 . 9.6u9 335^6 , 1903 12.594^92^0 , 11.332.942,66 , 9 5.8 889, - , 1902 11.021.134, M , 10.^66X4,1 , 9.1«9J36^ . 1901 10 490.956,IM , 10.459.395,16 , ft ’j73.443,19 , 1900 11.378.021,63 9.965.964,48 , 9.708.604,48 , D d r 0 n 1 d) 1 a q: 1909 12.960.CjO0,- Mk. J13.M1J65.91 Mk. 10663L00,— Mk. 1908 16.000.000.— . 12.789.970.Od , 10.068.000,- , Im BerrnögenSteil sind verschiedene Neubauten oorges.-h.-n. Die Dcrlicflrnbtn Plünc v^en b-m Hebergang ;a e uer jvar iomcTt/ Bauweise. Tic Kai jaden smd cmiachcr grhaltcn und doch neschmockvott. , Ter Au-schuß hat mit Befriedigung von dieser Dichtung im Bauwesen Stmntni > genounnen und wünscht. bofc solche auch für kne JJ’ihmh beide halten werde feine größere 3ummc ist nix doö Tamuibmuvccn am 9ifccin euigekcyt, >ur 3idKrun<7 ntn Ueüerschwcmmungsg>.'>ohr Tie Ortschaften und die Ahembewotmer. auch die laudw^rt'chastliche B - nütTund, fcnb in liervorragendem Maße an diesen Echu'.b-iuen beteiligt Ttc DorlLge ist der Abschluß lal/rclanger Borarb -ttit iinb Verhau dliuigcn mit den FnierejjciU. n Grove Ire.e sollen durch dir ‘‘Luoii-lzrung dieser Bauten crrelcht rocrbtn. Wir ho ”n «ruf cmc Berftändigung der gesetzgebenden Fattoren in dieser wichtigen irtagc. , . . 3m Laufe dieser ..Einleitung" haben wir i bahnen frachtfrei befördert." - Stadttheater. Besonders sei auf die Kindervorstellung hingewiesen, die am Aschermittwoch nachmittag .Die sieben ©cißlein* und .Puppenfee" bringt. Die nächste Aufführung von Humperdingkö Öntg6- klndcrn* findet am nächsten Sonntag abend statt. Eine Wiederholung im Abonnement kann unter (einen Umständen stattstnden. *• Ihre silberne Hochzeit feiern heute bic Eheleute Hilsöschutzmann Heinrich Ludwig. Dasselbe Fest feiern LanitötSrat Dr. Karl Ka cß und feine Gemahlin Frau Betin, geb. Adami (auß dem Ritter zu Gießen) zu Hofheim a. T., beide gebotene Gießener. " Ab gefaßt. In der Nacht zum Sonntag betraf ein Wach- und Schließmann eine hiesige bekannte Persönlichkeit nut einem Bündel nasser Wäsche in der Wil Helm itraße. lieber die Herkunft der Wäsche zur Rede gestellt, gab der Mann an, er habe sie gefunden. ES stellte sich aber heraus, daß die Wäsche aus einem Garten am Riegelpsad gestohlen war. •• Loseschwindel. Eine Firma Breitenstein aus Hamburg macht iu letzter Zeit wieder Versuche, Llnteilschcine von Losen an den Mann zu bringen. Sie offeriert erst Wohltätigkeitslose für 4 Mk. und wenn diese eingesandt sind schreibt sie, bic Lose seien vergriffen und bittet um weitert Einsendung von 12 Mk. Für die 16 Mk. soll dann der Gerupfte einen Anteilschein von 100 Losen bekommen, aber wahrscheinlich von Losen, die gar nicht existieren. Es sindcn sich immer noch Leute, die auf derartigen Schwindel eingehen, obgleich oft genug von der Behörde gewarnt wurde. x Laug-Göns, 20. Febr. Sein 181 J^rigcS Bestehen feierte ber Gesangverein „Germania" in Gasthaus zum „Schwan,» ' Tie hiesigen Vereine, der Ortsvvrstanb und der Qtefaiunx cut Gin tracht-Butzbach nahmen uh der Feier teil. D-rc „Otcrmama'' ist bereits von mchrermr i^'angwcttstieiten preisgekrönt .zurürk- gekehrt. — Eine große Bauern Hochzeit sand bL*r fbut, bei bcr ein ganzer Ochse, drei Stt-weiue, zehn Zeumer ötuch-nmebl. 15 Hektoliter Bier und eurige Fäßcheir vertilgt nmrbat An bcr Hochzcu, bic drei Tage bauerte, nahmen über 200 Perfvnrri teil. Dem Trauzug rwran niarschierte eine Musikkap.tle. Auf bem Heimweg wurde lau Brautpaar vvu Burschen durch Sor- 1,411trn von Seilen „gefcamut", unb es iiiußle lifj durch cn wirb, ha an die Anlage einer 'Pumpstation gedacht werden muß. Billiger würbe sich die Leitung stellen, wenn bic i^emcinbcDcnvaltung eine Quelle in bcr benachbarten Gemarkung HartmannShain erstehen könnt«'. 8 Bom Bogclsberg, 20. Febr. Lor einiger Zeit tauchte im )üblichen Teile bes -tteiseS Larrterbach das Pro- jekt einer Gruppenwasserversorgung auf. An das Wrrk sollten Orte bis nach Freiensteinou bin angeschlossen meroen. Das Wasser sollte von ergiebigen Caiellcn am Oberwalbe geliefert werden Man bat letzt dieses Prv- icft wieder fallen lassen und jede Gemeinde will eine eigene1 Leitung erbauen. □ Bad-Ranbeim, 20. Febr Gestern eirunden sich abermals zwei Unfälle aui der Rodell'ahn. Zwei Herr« aus Friedberg erlitten erhebliche Verl durch den verhafteten Buchhalter Scheuer noch weiteren bedeutenden Betrügereien au bic Spur gekommen. Die neu entbedien UnieriO'(agungen haben bis letzt bereits eine Höbe von IüOiX) Mk. erreicht unb bic noch nicht abgeschlossene Unterfudjung durfte noch u unliebsamen Entdettungen führen. — Zn derEhrift 0 pd 'irche wurde heute ein Bursche namens Wilhelm Bucrk dabei erwischt, aL5 er aus dem Opferst ock mit einer Leim- rur- die iveldstücke berausfüchte. Ter Dieb, bcr schon feit einigen Tagen den Opferäoek auf biese Weise beraubt bat, ist erst kürzlich aus dem Zuchtbause entlassen rorrbel < Södel, 21. Sirr, emfn Vortrag.-ibenn vci- am)altere gestern abend bt: One ifjä».- Södel WölstrShemr des r am «teil FlortenvereinS. Ter Vortragrndc gao eint cn- id^ru'id - Schilderung des .Harnburgm Hanbe!sba»ens, des stielrr, Ürregsba'ens und *'ubrt? daun bic Z d^rrt an i)4nb einer itaitd- durch den Mcn'er fiilbeim-SjiuiI nio der .>u l Helgoland Bc- fvnber» gtiidcn die jablreulxn ;irtutrercndeu Bilder und Au- iickrcp. Ter Bon'iyenbc der Dr. Scr 1 da, lüteJ aur dic Bedeutung der bcur r»og aus. Tic L r: Södel-Wölrers- heirn zählt 135 Mitglieder. m. Münchholzhausen, 20. Febr. Der hiesige Haushaltungs kursus für Mädchen unb junge Frauen ist beenbigt. Wie in Dutenhofen war auch hier bic Teilnahme überaus zahlreich. Landrat Tr. Sartorius, Kreis- chulinspektor epcidel sowie die Eltern bcr rrursistinnen nahmen mit großem Zntercsse an bcr Abschlußprüfung teil. Der dritte Kursus bat in Oberquembach begonnen. tr. Frankfurt a. Ä. 21. Febr Kommerzienrat Ed. Seit hat einen Preis oon 3000 Mk. für Cuf 11 d)if f abr- ten bcr AusstcllungSleitung zur Beifügung gestellt. — Bei einer Messerstecherei in einer Wirtschaft ui bcr Roi^- kreuzgasfe erhielt am heutigen Rachmirtag gegen 4 Hhr her fclbftänbige Schneider ^ßwein einen Stich in bie Lunge unb mußte lebensgefährlich verletzt in bas ."ofvital eingeliefert werben. Ter Tater, her sanalarbciter .Heinrich Eichel wurde sofort verhaftet und in Haft bchalctn. h. Fr ankfurta. M., 20. Febr. Gester i abend zwischen 10 und 11 Uhr wurde auf den JOjäbrigcn Monteur August beinerner, bet sich auf bem Heimwege nach feiner Wohnung in der LogelSgefanggasie befanb, an der Hausmr von einem Mann, der sich versteckt hielt, ein Revolver- schuß abgegeben. Die Kugel traf Rcirrcrncr in bie Herzgegend und verletzte ihn lebensgefährlich. Die Vorläufige Untersuchung hat ergeben, daß der Mann, bcr au> dem Dunkeln geschossen hat, ein ehemaliger Kollege von Reinemer war Wahrscheinlich ist ein Vläbchen im Spiel. — An den Folgen eines Schlaganfalles starb heule der Bankier Henry Seligmann im 80. Lebensjahre. Die Armen unb Bedürftigen Frankfurts verlieren in Seligmann einen guten Freund, dessen humaner Sinn 'ich stets in reichem ?.'öaße betätigte. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den a ch b a r st a a t e u. In Wöllersheim wurde 'Sürgerarrüter vofmenn mit 215 Stimmen wäoer-icwählt. Ein Gegcnkandibai 11 ar mäu aiifgcilcllt — ZulruS Luv 1. iwn Elpenrod umrtw zum Durgcrmcister wiedergcu^r/lt unb bestätigt. — iög. Önm. Rahn I. von Rcimenr 0 d würbe au in Bürgerruerster roubez- gcirählt unb bestätigt — Bar einigen Wochen wurde bet Cbex- tohnajjisicnl Heufcr in Fulda ron einem cinfahrcnben ;>uflv ersaßt, uberfahreii mib gewt«. Tic tmkrblicficnc Winoe stard nun i»r einigen Tagen inr Wochenl>:u. 8 unl>crfoigtv .'unbet von 17 Fahren bis 3 Tagen bleiben zurück. — Wie aus Wiesbaden gemeldet wirb, verunglückte au b^.r Ro be lba h» am (Lhüufietbai-j durch Anfahren eines RorlerS der VolizeuoackKiMist.t Weiß nutz erlitt eilten Schadetbrnch vicrzigjälskiger vozcntcnjubiläum oon Äcyeimeral Dr. heft. Gießen, 22. Februar. Die Feier der Suidcntenschaii zum vierziajDhrigca To- -entenjubtläum des Gehcimcrak übend verlief in schönster Weise. Ter Fachekzug zu Ehret des Jubilars, der „ganz Gießen" ans bie Biiue brachte, setzte sich um 8 Uhr von bcr Frankfurter Straße aus m Bewegung, ging bnrch bic "auptstiaßcn bcr Stadl nach bet 1 fcheimetai Prof. Heß gefeiert wurde als einet bcr ersten Vertretet des ForstfacheS, bet feinen unb bet Universität .Hainen weit über bic Grenze» der engeren unb tociteren dankte wiederholt dafür, dost nicht nur seine Fakultät, sondern bic ganze Universität sich an seiner Feiet beteilige, daß er feine ganze traft in den Dienst feiner Sache gc- • Richtung wirken werbe Tann ging es auf bic LiebigShöhe. wo bet Festkommers bei äußerst zabitcichcr tkteihgung itatifanb. 2llS Gäfte waren anwesend. Sc. Magn. bet Rektor osessoren bcr Landcl-unioersi- 0a bett 3*abtr Geh. .^ofrat Dr. Wimmenaucr als Aertreter her Stadt und . twa 80 Forstmänner bie teilweise aus mritcr Ferne zu bem Fubcl'cstc gekommen waren Oberst v. Müller war dienstlich vetbinbett, bem Kommers beizuwohncn. Itr Stimme« nnirbc mit der Rede nuf siifer und ('ttohher^og eröffnet, die flut', phil. Ada m - Armmia hicll. Hochvercdrter xxrr (^eheirnrrat! ES ist mit bic hohe (ihre yiteil geworden, 14hrier. heule bie Gefühle der -Stubentenichatt unserer Aimo matcr Ludo- meiana zum Aut^rurf u bringen Hier haben sich bic ßertreter her Universität unb bic Studierenden aller Fakultäten um ihren Senior geschärt, zu dem sie voller Bewunderung aufblicken unb »hm ihre Huldigung in althergebrach- ter studentischer Sitte fcicthdift barbringcit Wie ein Wanderer, der im goldenen Strahl der Morgensoiuie einen fernen hohen Berg bestiegen bat, vom hohen Gipfel herab die Täler und die Wege feinet Wallfahrt uberb lieb, so flehen auch Sie, verehrter Herr Geheimetat, aui einem hoben bebren Bunkte Zbrer Lebensbahn unb f(bauen zurück auf eine tthährige Amtszeit In bieset Ihiben Sie eine überaus fruchtbare und segensreiche Tätigkeit entfaltet, und von hier ist auch daher Vvbt Ruf bis weit über die Grenzeii unseres deutschen Vaterlandes gedrungen. Es lä^t das heutige Fest in Fbrcm unb in unserem Auge vorüber.iehcn die lange arbeitsreiche Amtszeit, bic Sie bald froh, halb jorgenvoll durchschritten haben, in der Sie ?cr Wett bewlesen halben, was erhallender Eifer unt) Fleiß, gepaart mit reicher Kenntnis und Erfahrung vermögen, in der Sic gekämpft unb gelitten, für Recht unb Wahrheit gestritten baden zum Wohle bet Vater la nbeS. JI11 Stolz ist sich bei en unsere Alma niatet bewußt und mit Canlbarfei: empfinben wir es tief, baß Sic Ihrh hochbewLhrte Kraft unserer Landesuniversität erhalten haben, als glänzende Rufe, wie der nach Wien, uns den bekannten Forstmann zu entziehen suchten. Wenn ich die Frage streifen darf, wie es wohl gekommen ist, daß Sie entschlossen waren, zeitlebens der Ludoviciana anzugehören, dann geschah es wohl aus dem Bewußtsein heraus, daß der Anschluß der Forstwissenschaft an die Universitas litt, von Ihnen als das richtige Prinzip erkannt wurde. Diese Einreihung an unsere Ludoviciana ist eigen in ihrer Art und sie gereicht ihr sowohl wie der forstwissenschaftlichen Disziplin zur Ehre. Sie zeigt uns die Felder, die Sie mit Weisheit zubereitct, die Saat, die Sic ausgestreut und mit unermüdlicher Sorgfalt gepflegt haben, von der Sie heute mit freudigster Genugtuung die reifen, süßen Früchte ernten dürfen. So innig wie die wissenschaftlichen Zweige unter sich verkettet sind, schlingen sich auch die inneren Bande gemeinsam um die Vertreter aller Wissenschaften unserer Alma mater. Es erinnert der heutige Tag auch daran, daß Sie der Gießener Studentenschaft allezeit ein milder und gerechter Lehrer, ein väterlicher Leiter und Freund waren, wie Sie oft dem Notleidenden und Bedrängten als Hilfsbereiter und Retter erschienen, und wie Sie manchmal den Zagenden und Unentschlossenen mit freundlichem und weisen Rat hinführten auf die rechte Bahn, auf das Gefilde, wo ihm die Säöffnung leicht winkte, wie Sie überall in Freundeskreisen Achtung, Liebe und Verehrung genießen. In diesenr Sinne jubelt Ihnen auch die Studentenschaft aller Fakultäten mit gleicher Herzlichkeit zu, wie die Vertreter des Forstfaches, alle beseelt der Wunsch, möge cs Ihnen, hochverehrter Herr Geheimerat, vergönnt sein, noch recht lange als Senior der Stolz unserer Ludoviciana in geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit zu bleiben. Zn diesem Sinne fordere ich alle Anwesenden auf, mit mir auf das Wohl unseres allverehrten Herrn Geheime- rat Dr. Heß einen urkräftigen, donnernden Salamander zu reiben, dessen Kommando mir zur allerhöchsten Ehre gereichen möge. Im Auftrag des österreichischen Reichsforstvereins und des mährisch-schlesischen Forstvercins sprach dann Direktor Dr. Grieb-Eger auf den Jubilar, während Stadw. Dr. Wimmenaucr die Glückwünsche der Stadt übermittelte. Einer Rede auf die Gäste, die stird. phil. Kern. V. d. St-, hielt, folgte als Erwiderung eine Ansprache Sr. Magn. des Rektors Prof. Dr. Bartholomae. Hiermit hatte der offizielle Teil des Kommerses sein Ende erreicht und die Fidelitas trat in ihre Jtechtc, die die Anwesenden noch lange zusammen- hielt. ______________________________ Kleine TageSchronU. Ein Dom Rennplatz ou5 Casiano zurückkehrender Trambahnwagen, der mit Fahrgasten überfüllt war, sauste, rote aus Neapel gemeldet wird, bei Capodichino mit großer Schnelligkeit d i e steil a b i a l l e n b e Straße hinab, da die Bremse versagte. Der Wagen überschlug sich an einer Kurve. Drei Personen wurden getötet und etiva 40 verwundet. Bei Aken an der Elbe stürzte während einer Gefechtsübung der Major v. Frey hold und starb noch nachts im Garnison- lazarett Dessau. Markte. ic. Frankfurt a. M., 22. Febr. (Orig.-Leltzgr. de§ „Gieß. Anz/) AmtlicheNotierungen der heutigen Fruchtrnarktpreise. Wetzen Mk. 22 50—22.75, Knrhessischer Mk. 22.50—23.00, La Plata Mk. 24.00—24 50, Kansas Mk. 24.25-24.75, Roggen (hiesiger) TIL 17.00—17.25 Gerste (Wetterauer) Mk. 18.50—18.75, Franken- 'elder Dck. 17.50—18.00, Hafer 16.50—17.50, Mais Mt. 16.75—17.00. Weizenmehl Mk. 32.50—32.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 31.00 bis Mk. 31.25, 3. Qualität Mk. 29.00—29.25, Roggenmehl o Dlk. 25.50—25.75, l.Qualität Mk. 24.50—24.75, Weizenkleie Mk.9.75 bis Mk. 10.00, Jtoggenkleie Mk. 10.25-10.50, Maiskeime Mk. 12.50 bis Mk. 13.50, Franken, Pfalzer, Ried Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fe. Frankfurt a. M., 23. Febr. (Telegr. Orig. - Bericht deö „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen P i e h m a r k t- vretsc. Zum Verkaufe standen: 447 Ochsen, 28 aus Oesterreich, 73 Bullen, 1 aus Oesterreich, 1032 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 338 Kälber, 347 Schafe und Hammel, 1810 Schweine, 0 Ziege, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaftäminer. Bezahlt wurden für 100 Pi und Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 75—78 Mk., 2. Qualität 67—70 Alk., 3. Qualität 58-60 Mk.: Bullen: 1. Qual. 64-66, 2. Qual. 60-62; Kühe 1. Qualität 68-70 Alk., 2. Qual. 58—60 Alk., 3. Qual. 47—49 Alk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 90 bis 95 Pfg., Lebendgewicht T odes*Anzeige Um stille Teilnahme bitten Februar 1909 Die Beerdigung findet statt Montag, den 22. Februar, nachmittags 4 Uhr in Butzbach, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familien Bender heute Nacht nach kurzem Kranksein im 35. Lebensjahre verschieden ist, Schmerzerfüllt machen wir hiermit die traurige Anzeige, dass unser lieber, unvergesslicher Neffe und Vetter Lang-Gons, den 2L Februar 1909. 1176 Die Beerdigung findetDienstag, 23. Fcbr.,nachur 3Uhr statt. (1169 Gießert, den 21. Februar 1909. Danksagung. ÄÜT die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheideu unseres lieben Gatten und Baters Sem Heinrich Meißner sagen rott auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Aiittellung, daß «teilte liebe Gattin, unsere liebe Mutter, Grohmutter und Schwiegermutter 8m Katharina L«h geb. Borger nachkurzemLeidencheutevormrttagrmAlter von WFahren, sanft dem Herrn entschlafen ist. Iw Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fac. Luh, Bahnwärter und Kinder. Versteigerung. Dienstag, den -43. Februar, nachmittags.2 Ubr, versteigere ich Neustadt 5a dahier gegen Barzahlung: 11170 3 Pferde, 1 Rollwagen, 1 Fahrrad, 1 Kleid erschrant, 1 Schreibtisch tu 1 Photograph. Apparat. Born, Gerichtsvollzieher. in Gießen. Hta Fichtennadel- :: Brustbonbons:: bind zu haben ä. 30 u.50 Pf. bei: Gustav Walter, Mäusburg 13. Lhv^/joj Mim Sie M! bei Husten u. Lerschleimung Ihrer Kinder meinen seitIahren behebt. Fenchellronig-Extrakt per Flasche Mk. 030, 0.50 u. 100 zu gebrauchen Germania-Drogerie:: Carl Seibel Nächste Nähe des Bahnhofs und Klünkcn. Telewn 593. '355 fz*583 e •* 4 EhenmD, Blasenerkranknngren heilbar“1”1“ zu Hauset mitdemAesmannsZitinse? **3 natürlichen Gicht« aswr. ’l An doppelfkohlcnsa arcro Uthion stärkste Therme. Brosch öre mit Heil berichten frei. . 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Man brachte die Gräsin in das Spital, wo festgestellt wurde, daß sie geisteskrank sei. Paris, 22. Febr. Nach einer Meldung aus Rom betrachtet man in dortigen diplomatischen Kreisen eine Zu« sammenkunft zwischen dem König von Jtalren und dem Präsidenten FallißreS als wahrscheinlich. Die Zusammenkunft soll am 50. Jahrestage der Schlacht von Solferino, im Juni d. Is., erfolgen. Paris, 22. Febr. .Echo de Paris * veröffentlicht ein ersichtlich tendenziöses Telegramm auS London, wonach Rußland den Mächten erklärt habe, es sei entschlösse^ Oesterreich den Krieg zu erklären, falls dieses Serbien besetzen sollte. Anderseits heißt eS, in Berlin ser man eifrig bemüht, zwischen Wien und Petersburg zu vermitteln. ÄhnAfnfict ltt frodjft schmeichelhaften Worten gehen un5 fast Huyoiuaai täglich von Konsumenten der Myrrholiuseife. Zeugnisse über die hervorragenden Eigenschaften berfelbcn zu; dies erklärt die große Verbreitung und allgemeine Anwendung, welche diese Seife gesunden hat. bst', Restaurant ,MetropoF 1172 Dienstag, den 23, Februar 1909 Gross, Fastnachts-Konzert aasgefuhrt v. Mitgliedern der hies. Regiment*kapelle Anfang nachmittags 5 Uhr. Eintritt pro Person 30 Pfg. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ganz ergebenft ein A. Nisten. „Zum Einhorn“ Fastnachts Dienstag voll 11 Uhr an: Urfidelcr Frühschoppen. Von 4 Uhr ab Familien - Freikorrzert ' ohne Programm. ' — Pfungstädter Pilsener — Butzbacher Bock Münchener Hofbräu [1168 8tung. 8tung. Fastnacht-Dienstag abends 7 Uhr 59 Minuten Grosser Maskenball in der Turnhalle. Eintritt 20 Pfg. (01177J Bier im Glas. Kellner- wt LoHeter-Mo tau. Unser diesjähriger [1178 Fastnachtsrummel mit Kappensitzurrg findet heute Rosenmontag in sämtlichen Räumen des Württemberger Hof, Kaplansgasse 10, statt. Tanz, komische Vorträge usw. Gäste find herzlich willkommen. Das närrische Präsidium- Jac Concordia. Fastnacht - Dienstag abends von 8.19 Uhr ab Ä Bele hWoristislhc KüppeOMg. Unbedingtes Erscheinen der Mitglieder erwünscht. v~/3] Das närrische Somitee. Lügentisch—Wieseck! Fastnachtsmittwoch nachmittags 4 Uhr 31 Min. im Lokale des Herrn Georg Weller (Ratscharsch) ÜC1 Große allgem. Kappensitzung und karnevalistisches Konzert verbmrden mit Schlußprüsung in der Lügenfchule. Freunde und Bekcmme sind herz sich eingeladen. S Generallügncr. Georg Weller, Ratschorsch. Lästige Haare im Gesicht, an den SIrmcn, entfernt sicher u. schmerzlos Denelo Dose Mk. 1.50. [102 Adler Drogerie, Seltersweg 39. Otto Schaaf. Lästige Haare im Gesicht, au den Armen, ent* fernt sicher u. schmerzlos Prof. Dr. Gruuswalds (-'utttaarnng^- imitier. Doie 1.50 Ai. Alleinverk. ^etllLsn ^poikelceFlreuzpl^ U011 Marktplatz 6 D e ersten Neuheiten schwarz und farbigen Kleiderstoffen Frühjahrs-Paletots- und Kostümen Bind emgetronen. 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