Erstes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 24. Juni 1909 Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Gleich zu Es hatten.' Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 23. Juni. Die Reichswertzuwachssteuer. Ans Stadt «nd Land. Gießen, 24. Juni 1909. * * Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher Emil Hohmann in Grünberg zum Gerichtsvollzieher in OffeÄach. * * Erledigte Lehrer stellen. Erledigt sind die mit evangelischen Lehrern zu besetzenden Lehrerstellen zu S e e h e i m und zu B i s ch o s s h e i m; die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Urberach. * * Vom Steueramt. Erledigt sind: die Stelle eines Revisionskontrolleurs bei dem Hauptsteueramt Offenbach und die Stelle eines Hauptsteueramtsassistenten bei dem .Hauptsteueramt Mainz. (Schluß der Meldefrist: Montag den 28. Juni, vormittags.) '* AuS dem Militärwochenblatt. Hahn, Oberst und Kommandeur der 14. Kav.-Brig., unter Enthebung von dieser Stellung mit Wahrnehmung der Geschäfte des Generaladjutanten Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs von Hessen und bei Rhein beauftragt. — v. Oertzen, Oberst und Kommandeur des 2. Pomm. Ulanen-Regts. Nr. 9, mit der Führung der 26. Kav.-Brigade (Gcoßh. Hess.) beauftragt. — v. Böhl, Major beim Stabe des Garde-Drag.-RegimentS (1. Großh. Hess.) Nr. 23, unter Versetzung zum Kür.-Regt. Graf Wrangel (Ostpreuß.) Nr. 3, mit der Führung dieses Regiments beauftragt. — Frhr. v. Schauroth, Major im Leib-Drog.-Regt. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, unter Enthebung von dem Kommando zur Dienstleistung bei des Großherzogs von Heften und bei Rhein Königliche Hoheit, zum Stabe des Garde-Drag.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 23 versetzt. — Hrhr. v. Hirschberg, Lt. im 2. Großh. Hess. Feld-Art.- Regt. Nr. 61, zum Oberlt. befördert, kommandiert zur Dienst- Nr. 145 Der Slehener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SlehenerZamilienblätter; zweimal wöchentlAreir: blatt fürden Arcis Liehen (Dienstag und Freitag); zweimal rnonail. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuininer bis vormittags 9 Uhr. auf der Rechten — das Zentrum befolgte wieder die Taktik des Schweigens — daraus sachlich nichts zu erwidern wußten, so balfen sie sich mit Lärmen und Invektiven, und anstatt sroher Reden wurde die munter fortschreitende Arbeit des Abstimmens durch turbnlante Szenen begleitet. Auf ber morgigen Tagesordnung steht die Erbschaftssteuer. Sc. Hreber und für die linkslrberale Fraktionsgemeinschaftidrei Gesellen ein fein Kollegium, als Herr v. Manteuffel die I Sitzung eröffnete: außer ihm selbst touren sage und schreibe zwei Pairs im Hohen Hause zugegen. Und als dieses Dreimänner-- Parlament sich an die Bewältigung des Tagespensums machte, da stellte sich heraus, daß schon beim ersten Punkt eine Haupte Person fehlte, der Berichterstatter der Kommission, die über beit Gesetzentwurf wegen der Bestrafung der Schulversäum- nisse in den ehemals H essen -RassauischenLanden ihr Votum abgegeben hatte. Graf Bork v. Wartenburg war das enfant terrible, das diesmal durch Abwesenheit, wie sonst durch seinen Humor, glänzte. Und da man schlechterdings ohne den Berichterstatter nicht gut „prozedieren" konnte, um einen Lieblingsausdruck des Herrn o. Manteuffel zu gebrauchen, so wandte sich der gleichmütige Speaker des Oberhauses an die beiden Pflicht- getreuen mit dem freundlichen (Srfucben: „Warten wir iroch ein Weilchen, er wird ja wohl kommen." Und biefe zuversichtliche Hoffnung trog nicht, nach einem Weilchen erschien der sehnlich Erwartete eiligen Schrittes im gelben Saal, und mit ihm erfreulicherweise auch ein starkes Fähnlein anderer Mitglieder des Hohen Hauses. Eilends schritt auf die lauste Mahnung des Präsidenten der Nachfahr des Tauroggener Helden zum Rednerpult und sang sein Kommissionslied. Und als er mitten darin! war, da begann er sämtliche Taschen seines Habits zu durchsuchen, dieweil darin stecken würde, was nicht darin stak, ein Antrag, den er selbst noch als Unterantrag zu dem Vorschlag der Kommission zu stellen gewillt war. Es half nichts, daß Der Gras in heller Verzweiflung seine Taschen um und um kehrte, der Anttag erschien nicht auf der Bildfläche, und der vom Pech verfolgte Pair mußte sich schließlich an den Präsidenten mit hem Ein- geftändnis wenden, daß er den Antrag offenbar in einem anderen Rock stecken gelassen habe und ihn nachträglich 'einbringen wolle. Das Hohe Haus amüsierte sich königlich, als es den Grafen tu d-er Rolle sich drehen und winden sah, die bas bekannte Berliner Couplet jenem ehrsamen Schlossermeister unterlegt, der in einer Bezirksvereinsversammlung feinen ersten politischen Speech halten will: Er hat sich vorsorglich, um gegen die Gefahr des Stecken- bleibens gefeit zu sein, einen Leitartikel der „Vossischen Zeitung" in den Ueberrock gesteckt, und am Ende, als er wirklich stecken bleibt und zu dem rettenden Opus seine Zuflucht nehmen will, muß. er inne werden, daß er einen anderen Bratenrock trägt. Aber man kann dem Grasen Bork nicht nachsagen, daß er sich so wenig zu helfen gewußt habe luie jener Meister, von dem der Gassenhauer höhnisch behauptet: „Und ba wollt er wieder herunter, und da tonnt Das Herrenhaus ceform nahmen die liberalen Parteien auuj au uici^ tftage I glich am Mittwoch zu Zeiten einer Hindernisbahn, eine einheitliche Stellung. Für die NationaUiberalen verlas l Begum der Sitzung gab es eine amüsante »s-ene. Dr. Müller-Meiningen Fraktionserklärungen. "Sie gaben ihrer grundsätzlichen Zustimmung zu dem Gedanken einer Heranziehung des unverdienten Wertzuwachses an Grund und Boden in Stadt und Land Ausdruck, verlangten aber ausreichende Berücksichtigung der kommunalen Interessen, die sie in der Arbeit der Rumpskommission toie in den noch unmittelbar vor Eintritt in die heutige Verhandlung neu eingebrachten Anträgen des Grasen Westarp vermissen; und sie lehnten es nach wie vor ab, in dieser Steuer eine allgemeine Besitzsteuer und einen Ersatz für die Erbschaftssteuer zu sehen. Ihnen schloß sich Herr Südekum für die Sozialdemokraten an. Etwas zögernd trat der Wohnungspolitiker des Zentrums Dr. Jaeger für die Kommissions- vorlage ein. Aus seinen Worten llang immerhin eine gewisse Sorge um die Schädigung der Wohnungsinteressen in den Gemeinden. Aber er suchte einen Trost darin, daß durch die Reichssteuer gewissermaßen alle die Gemeinden bestraft würden, die sich bisher der Einführung einer Wertzuwachssteuer innerhalb ihres Gebietes widersetzt haben. Graf Westarp und von der wirtschaftlichen Vereinigung Herr Raab, glaubten sich mit den Gründen der Regierung und der Linken dadurch abfinden zu können, daß man ja die Sache in ein paar Jahren wieder abändern könne; und Freiherr v. Gamp befolgte auch hier die Taktik der Reichspartei, trotz aller auch von ihr gestellten Bedenken einstweilen dem Machwerk des neuen Blocks mit zur Annahme zu verhelfen, mit dem Vorbehalt und in der Hoffnung, daß bis zur dritten Lesung eine Verständigung doch noch zustande komme. Die Abstimmung über den grundlegenden ersten Paragraphen brachte natürlich die Nieder stim- mung der Linken; aber es war bemerkenswert, daß die Polen sich der Abstimmung enthielten. So weit war die Verhandlung in verhältnismäßig ruhigen Bahnen gegangen. Als man aber dann bei den folgenden Paragraphen in die Einzelheiten kam, sprangen beim ersten Blick in die zum Teil funkelnagelneuen Vorschläge des Grafen Westarp die Ungeheuerlichkeiten denn doch derart in die Augen, daß einzelne Redner der Linken, vor altem der Hagener Oberbürgermeister Cuno, es sich nicht versagen konnten, an einigen praktischen Beispielen diese Gesetzesmacherei zu kennzeichnen. Und da die Autoren Zwischen Kotierungs- und Erbschaftssteuer die Wertzuwachssteuer. Und im ganzen dasselbe Bild wie all die I Tage, nur schärfer und plastischer, lveil die große Entscheidung immer näher rückt. Auch hier drängt die Mehr- ' beit des Reichstags der Regierung eine Steuer auf, die sie freilich nicht wie die Kotierungsfteuer für unannehmbar V erklärt, mit der sie sich sogar wie alte Parteien des Reichstags im Prinzip einverstanden erklärt, aber siegen deren I Durchführbarkeit im gegenwärtigen Augenblick und rm 1 Nahmen der Finanzreform sie die schwerwiegendsten Grunde hat. Der Schatzsekretär unterzog sich der unfruchtbaren Aufgabe, in einer vorzüglichen Rede die wesentlichsten die.er Gründe und Bedenken zum Vortrag zu bringen. Sie sind das Ergebnis der Konferenz, die der Leiter des Reichs- ; shatzamtes bekanntlich sofort veranlaßt Hat, als urplotz- . Lid) der Gedanke Her Neichswertzuwachssteuer in bet <^n^nz- Eommiffion aufgetaucht, beraten und am selben Tage schon . in einem Mehrheitsbeschluß der Regierung prafentiert worden war. Ein Zuruf von der Rechten versuchte die Absichten, die Herrn Sydow bei der Einberufung dieser Konferenz geleitet hatten, zu verdächtigen. Aber der L)chatzfe,retar 0 tat den Fragesteller mit der Feststellung av, datz fich unter den Teilnehmern bekannte Anhänger der Reuchswertzuwachs- . steuer befanden, wie Adolf Wagner und auch Förderer dieses * Gedankens unter den Männern der Praxis, -txe Huupl- schwierigkeit, die eine jahrelange Vorarbeit erjorberhai macht, liegt in der Notwendigkeit, in einheitlichen Be ftimmungen die so verschiedenartigen Verhältnisse der einzelnen Gegenden und Kommunen zu berucf)ul)figen um die Interessen von Reich und Gemeinden miteinander 9u vereinbaren. . Wie im ganzen Verlauf der Verhandlung der ^-rnanz- ‘' teform nahmen die liberalen Parteien auch ^u dreier ^ragt Stimnumgsbilfc ans dem preuh. Landtage. Berlin, 23. Juni. lieber Dinge, die sich wie Kleinkram ausnehmen und es doch nicht find, wurde am Mittwoch im Abgeordnetenhause verhandelt. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden spielte wieder einmal eine nicht unbeträchtliche Rolle in den Debatten. Das Haus hatte sich mit einem Anträge des Grafen von der Necke- Volmarstein zu beschäftigen, der die Stadt- und Landgemeinden mit ihrem Einkommen aus im Gemeindebezirke belegeneu Grundbesitz und Gewerbebetrieb zu den Kreisabgaben heranziehen will. Die verstärkte Gemeindekommisfion hatte sich den Antrag im Prinzip zu eigen gemacht, inzwischen aber war noch Sin Antrag verschiedener Parteien eingegaitgen, der über die Forderung des Grasen v. d. Recke hinaus eine Prüfung der Frage verlangt, wie weit man die kreisfreien Städte aus ihrem Grundbesitz und Gewerbebetrieb zu den 'Provinzialabgaben heranziehen könnte. Diese Forderung hatte eine unerwartete Konsequenz: Die Regierung erllärte sich gegen sie und verwies darauf, baff eine besondere! gesetzliche Regelung der ganzen Frage vorbereüet werde. Das hinderte nicht, daß die Mehrheit neben dem Kommissionsanttag auch den weitergehenden Antrag der verschiedenen Parteien schlankweg annahm. Ganz und gar nicht nebensächlich war auch die Beschlußfassung über das bekannte Ersuchen des Breslauer Disziplrnarrichters, das Haus möge ihm eine Petition des Breslauer Polizeisekretärs Arndt im Original ober in der Abschrift mitteilen, die eventuell in einem Disziplinarverfahren gegen den Petenten verwertet werden soll. Die Sache hat in der Presse lebhafte Kommentare hervorgerufen, aber der dabei ziemlich allgemein zutage getretenen Auffassung, das Haus müßte die Herausgabe der Petition verweigern, hat sich weder die Geschäftsordnungs- konimijsion noch auch das Plenum anfcMiefjen zu sollen geglaubt. Die Gründe hierfür müssen in dem ^enor der Petition selbst gelegen haben, denn auch 'die Linke, sonst Gegnerin berartiger Prozeduren, hielt in diesem Falle die Auslieferung der Petition für angezeigt. Es war selbstverständlich, daß der Politiker und Jurist Draeger, der einzige Sprecher der Linken in dieser Debatte, dieses Verfahren als eine Ausnahme hinstellte und ihm nur unter dem Vorbehalte suftimmte, daß es kein Präzedens. bedeuten dürfe. . Getrennte Wege gingen .Nationalliberale und Freisinnige in einer Frage, der Abg. Traeger mit Recht den Charakter einer Parteifrage absprach, in der Frage irämlich, ob Artikel 84 der Verfassung dahin geändert werden, soll, daß der Strafvollzug unterbrochen toirb^ wenn der Bestrafte ein parlamentarisches Mandat erhält. Lozialdemokraten und Freisinnige hatten oahingeherrde Anträge gestellt, aber sie fanden nur bei dem Zentrum, das wieder einmal sein freiheitliches Herz entdeckte, Gegenliebe. Die Mehrheit lehnte jede Verfassungsänderung ab, weil ein zwingender - Grund dazu nicht vorliege. Man debattierte noch, anknüpfend an zwei Anträge Hirsch-Berlin und Schmedding, über die verzwickte Frage der Einwirkung von Armenunter st ützun genau fössentliche Rechte, und man einigte sich am Ende auf einen Beschluß der Gemeindekommission, der Gesetzesvorschriften verlangt, wonach nicht, jede auf (firunb preußischer Gesetze gewährte Unterstützung auf die öffentlichen Rechte des Empfängers Einfluß haben soll. Damit war, was an interessanten Themen vorlag, erschöpft, und nachdem noch ein paar Petitionen kurzerhand erledigt worden waren, vertagte sich das Haus auf eine frühe Vormittagsstunde des Donnerstags. Stempelsteuertrovelle und Berggesetz stehen auf der Tagesordnung, und man will dem Finanzminister die Möglichkeit geben, noch vor der Reichstagssitzung dem Hause über die Beschlüsse des Herrenhauses zum Stempelsteuertarif Bericht zu erstatten. Deshalb der frühe Beginn der Sitzung, der einem großen Teil der Volksboten fichtlich nicht "gerade willkommen war. er nicht!" Graf Bork blieb seelenruhig aus der Tribüne und führte auch ohne den Konzept seines Antrages seinen Part nickt übel durch. Allerdings, ein Mißgeschick kommt selten allein: Als er nachher seinen Antrag, fein säuberlich zu Papier gebracht, dem Präsidenten überreichte, erklärte dieser kaltlächelnd: Nach der Geschäftsordnung müsse über einen derartigen Anttag nochmals abgestimmt werden, sobald er gedruckt vorläge. Und so geschah es, daß mitten in der Beratung der Sekundärbahuvorlage, so ziemlich gegen Schluß der Sitzung, noch einmal über den Antrag Bork abgestimmt werden mußte. Aber auch die Regierung sand heute schwere Hindernisse auf ihrem Wege, Hindernisse, über die die rhetorische Kunst des Herrn Heseler ihn nicht hinwegzuttagen vermochte. Bei der Vorlage, die die Haftpflicht des Staates und der Kommunen für die Beamten bei Amtspflichtverletzungen regelt, hat die Finanz- kommisfion des Herrenhauses eine einschneidende Aenderung vorgenommen : Im Gegensatz zu dem Regierungsentwiirf und der Fassung des Abgeordnetenhauses forderte sie, daß nicht die Schulverbünde, sondern der Staat für die Amtsvflichtverletznngen der Lehrer und Lehrerinnen hasten solle. Es gab eine lange und teilweise ziemlich lebhafte Debatte, in die der Justitzminister mit aller ihm zu Gebote stehenden Verve mehrmals emgriff. Aber ob ihm auch in einigen Rednern brillante Sekundanten entstanden, die Mehrheit des hohen Hauses war doch nicht dazu zu bewegen, die Haftpflicht für die Lehrer den Schulverbanden wieder auf- zuhatfen. Vergebens beschwor der Minister das Hans, sich eines anderen zu besinnen, 'vergebens drohte er in dürren Worten mit dem „Unannehmbar" für das ganze Gesetz: Trotz alledem u. affe« dem blieb eine große Mehrheit auf dem Boden des Kominissions- beschlusses stehen und die Abstimmung endete mit einer ziemlich eklatanten Niederlage des Ministers. Tie übrigen Paragraphen des Gesetzes riefen keine Debatte hervor; offenbar sagte sich das Haus, daß das .Hastpflichtgesetz nach der Erklärung des Ministers, die Vorlage sei in der Kommissionsfassung für die Regierung unannehmbar, ein st weilenbegraben sei. lieber die Sekundärbahnvorlage unterhielt man sich dann noch mit deutlicher Gründlichkeit und unter vielen guten und wertvollen Anregungen fand sich auch manche taube Nuß, manche kuriose Beschwerde. Dieser Gründlichkeit der Debatte hatte das hohe Haus es zu verdanken, wenn es auch Heute noch nicht Schluß machen konnte, und so vertagte man sich denn nolens volens auf Donnerstag, den anscheinend „unwiderruflich letzten Restertag". Sür die Reichrtagrauflösung mehren sich jetzt die Stimmen. Wie von crntoritativer Seite verlautet, wird Bayern, das bisher mit Sachsen und Baden tm Bundesrat gegen die Auflösung des Reichstages war, nunmehr für die Auflösung stimmen, sobald die Frage zur Beratung stehen wird. Die Bundesstaaten sind fest entschlossen, in Sachen der Erbaufallsteuer und Kotierungssteuer auf ihrem Standpunkt zu verharren. Auch die Kölnische Zeitung weist in einem größeren Artikel nach, daß der Reichsregicrung eigentlich kein anderer Weg mehr übrig bleibt, als der der Auflösung. Wenn die Konservativen, so ftihrt das Blatt aus, zwischen der zweiten ttnd dritten Lesung sich nicht noch eines andern besinnen, so wird sich ftir die Negierung folgende Lage ergeben: Annchmen kann sie die Gesetzgebung" des neuen Blocks unter keinen Umständen, und sie wird dann vor die Wahl gestellt fein, ob sie den Reichstag bis zum Herbst vertagen und dann den ganzon Kamps von neuem auf» nehmen will oder ob sie trotz aller bisher geltend gemachten Bedenken zur Auflösung des Reichstages schreitet. Die Vertagung wäre sicherlich eine sehr schlimme Lösung, beim nicht nur würde durch sie dem Reiche die Notwendigkeit auf erlegt werden, täglich IV4 Million durch Anleihen aufzubringen, sondern der ganze schwere Kampf, in dem wir seit einem halben Jahre stehen, müßte von neuem aufgenommen werden. Man muß daher dieser Lösung widerstreben, wenn sic auch immer noch besser wäre als die Annahme der neuen sogenannten Finanzreform, die durch die wirtschaftlichen Schädigungen und die Beeinträchtigung unseres Erwerbslebens dem Reiche unendlich mehr kosten würde als die iy4 Millionen täglicher Schulden. Die zweite Möglichkeit wäre die Auflösung des Reichstages. Man hat flcgcit sie eingewandt, daß eine Wahlkampagne mit der Plattform neuer Steuern sehr mißlich fei, und daß vor allem die Gefahr bestände, daß die bei den letzten Wahlen glücklich zurückgedrängten Sozialdemokraten wieder in großer Zahl ihren Einzug in den Reichstag hallen würden. Auch auf liberaler Seite werden diese Gründe nicht unterschätzt werden; aber es ist auch zu erwägen, daß, wenn heute die Sozialdemokratie mit unverkennbarer Aussicht auf Erfolge in die Wahlkampagne eintreten würde, das noch in vielfach erhöhtem Maße der Fall fein würde, wenn die im Laude jetzt schon herrschende Erbitterung noch mehr gesteigert oder gar, was wir allerdings für ausgeschlossen Tratten, der konservativ-klerikälen Gesetzgebung die Möglichkeit geboten mürbe, ihre verheerenden Wirkungen eine Zeitlang auszuüben. Dann würden die Sozialdemokrater. eine Plattform besitzen, wie sie sie sich besser nicht wun scheu können, und dann tonnten mir allerdings ganz Merkwürdiges erleben. Den Gründen, die gegen die Auflösung sprechen, stehen also auch andere entgegen, die sie befürworten. Zum Schluß erwägt die Kölnische Zeitung auch die Möglichkeit eines Kanzlerwechsels, den sie nicht für sehr wahrscheinlich hält. Nicht ausgeschlossen wäre es, so meint sie, das; aber, wenn ein Kanzlerwechsel doch eintreten sollte, ein Mann ins Reickistanzleramt berufen würde, dem ^s richt so, wie dem Fürsten Bülow, durch seine ganze frühere Spaltung erschwert wurde, den offenen Kamps gegen die .Konservativen zu fuhren, und der, ungehindert durch solche Rücksichten, den Versuch unternehmen würde, dem Fürst Bülow heute noch widerstrebt. Auch das sei, so meint das Blatt, eine Erwägung, der sich die Konservativen nicht verschließen sollten. Dem Zentrum könne das ziemlich gleichgültig sein, nicht aber den Konservativen, die in ihrer jetzigen .Haltung nicht so stark seien, wie sie selbst glaubten imb wie ihnen das Zentrum beibringen möchte. ® 'Wgzf' Bezugspreis: :noncrkl»ch7bP^rnerrel- letzener Anzeiger Verantwortlich General-Anzeiger für Gberheffen MBZ M w * Off u. Land" und „Gerichts- Hotafionsorua und Verlag der Brut), schen Univ.-Buch- und Steindruckerei B. Lange. Bedattion, Expedition und Druckerei: Schulftraße 7. &aI": Sc6;Jürmbcn . * 1 * * * V ' u Anzeigenteil: H. Beck. LH- Platz bE rKs Ä«* B-rvK. fr»*** b ig. O«**:'1 ■tett&ttyri l Är"6* 4. Juui verbunden nut t seenbsster Programm den 21. tereaasüen,* verein Ilbenstadt, 2. Preis Radfahrerverrin 3. Preis Radfahrerverrin diach dem Preisfahren hielt Referendar ton zur Bor- uszudtt des Das Pfund Xlfbenbgeividit ging Jungviehes beschränken. Don bei den Mälbcrn von 46 Pfa. ans 36 Psg. lierab. mitb neu 'WanderfaU* 'yfriP'jüua Hotels chw i nvier, der sich Tr. Treu nannte, dal hier und in Lamvtw Gchwindcleien begangen. P o l i t i s dj e v c<\: bau tn luiKTtm &ibtfreif br Können abflODtrit dal. m entlegen ften Dorschen 6ki L ber-Märlen, dach v. d. H. im 3h(len arbucn und in den Neiden der aUrat halben orr tierenen fernerer wirksamste Unirrituninia hüben. >vollen i«h die Ratronalllbrralen den Seg »u Dr.i lömnt der ÄiMct durch ö'fentliche Vorträge, verbunden mit Lniublldervorsübrungen a obem Am reqftai sich offenbar die Frelimnigr Partei, dir durch den hiesigen liberalen Volksverein ui der Umgegend Virk sam vertreten wird. Ihr Kandidat. Redakteur C. Ruschke, bat erst kürzlich nnebcc eine Anzahl Bornage hier und :n r.nigex Nachbarorten gehalten. Las die Sozialdemokraten andetangt. so ieht da« -oautnauartier in Liegen jedenfalls ein, daß im 3cmmrr, wo nur landnnnschaftliche Ardener zu Haus oniutTtfkn hmd. wenig zu machen ist. Frankfurt a. M., 23. Juni. Der Frankfurter Innung». Ausschuß hat in einer am Montag abgehaltenen Versamm- ung einstimmig beschlossen, in den Innungen und gewerblichen Vereinigungen darauf hinzuwirken, daß sich sämtliche Handwerker und Gewerbetreibende dem Hansa Kunde an- chließen. M ö ek e l - Iiegenberg eine Festrede, in der er d e hohe ge- undheitliche Bedeutung de» in vernünftigen Grenzen betriebenen ^adfabrenS besonder» hervorhob. ku'lung beim Reichs.ftolonialomt. — Don Beendigung der EchluffübungSrene der «riegSakodcmic im Juli bis zur Be- enbigung der Herbstübunacn 19OV auf sein Ansuchen kom- inandiect: Berkert, SIL im Inf.-Regt. Prinz Narl (4. Großh. Vxrfi.) -tr. 118. — Em Valent ,hre8 Dienstgrades vom 24. Juni 1909 verliehen: den LIS. Pieper im Inf.-Regt Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hesi.» 'Jir. 116, Bender im Inf.-Letb-Regt. Großherzogin (8. Großh. Hess.) Rr. 117, Fell (flurt) un Ins.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Rr. 118. — Befördert: zu LtS.: die Fähnriche Madlung im Inf.-Regt. Kotier Wilhelm (2. Großh. Hess.» Rr. 116. Will .ch, gen. v. Pökln, tz. im Letb-Drag.-Regt. (2. Droßh. veff.) Rr. 24 — Der Abschied mit dec gesetzlichen Pension bewilligt: dem Oberlt. v. Geldern im Leib-Trag.-Regt (2. Großh. Hess.) Rr. 24. — Im SanitätSkorpS. Im aktiven SanitätSkorpS ongestellt: Dr. Krumm, Ober- arzt der Landwehr 1. Aufgebots, als Oberarzt beim In'.. Regt. o. Goeben (2. Rhein.) Rr. 28. — Im Beurlaubten, stände: Dec Abschied mit der Erlaubnis zum Tragen ihrer bisherigen Uniform bewilligt: den Stabsärzten der Landw. 1. Aufgebot« Dr. Hahn iFriedberg), Dr. Weber, Dr. Hofmann (Gießen). — Befördert zum 2t. der Res.: der Vize- ivachtmeister Esser (II Köln), dcS 2. Großh. Hess, ijelb« Art.-RegtS. Nr. 61, der Vtzeseldw. Weiß (Gießen), des Oberrhem. Inf.-RegtS. Rr. 99, der Vizefeldw. Karcher (I Darmstadt), deS Westfäl. Fuß-Art.-RegtS. Rr. 8 zum Lt. der Res. - DaS Wetter am Jo hanneStage. Das Wette, am heutigen IohanneStage spielt bekanntlich bei unseren Landleuten eine große Rolle. In manchen Gegenden heim eS: .Tritt auf Johannes Regen ein, so wird der Nachwuchs nicht gcdeih'n!' und .Regnets am Johannes sehr, werden die Hoselnüsse leer'P Da Johannes nach der Astronom,. deS Volkes als Tag der Sonnenwende gilt, so ist eS Ictdj zu erklären, daß man diesen Tag auch überall für einen Wendetag der Witterung ansieht. Darum sagt man: .Vor Johannes bet' um Regen, nach Johannes kommt er ungelegen1, oder .RegnetS an, IohcmneStag, so regnet es nod vierzehn Tag". Hoffentlich trifft letzteres aber in Anbetracht dec bereits überall begonnenen Heuernte diesmal nicht ein. •• Der PostankunftSstempel. Da« Reichspostamt hat dem Zentralverband deutscher HandlungSagentenvereine (Ditz Berlin), der wegen Wiedereinführung deS Postonkunftt stempelS vorstellig geworden war, einen ablehnenden Bescheid erteilt. *♦ Billige Fleischpreise Es nrirb uns au«? luifcrent Leserkreise gesclirieben Seitdem die Preise für Brot und betreibe in die Höhe gegangen, sind als eine natürliche Folge die Fleischpreise in Deutschland erheb 1 i di gesunken In unserer Gegend sind die st alber auf einen Preis heruntergekommen, wie er seit langen Jahren . n ist Auch bic Preisc für Ochstn und Rinbcr haben einen Abschlag erfahren, so daß ein Abschlagen unserer Ladenpreise in Gießen unbedingt an der Zeit wäre. Halb fleisch ist seit einigen Tagen um 4 Psg. das Pfund billiger getootben und m in aller Stille. Der verlangte Preis von 70 Psg. für die billigste Art Kalbfleisch ist aber noch viel zu hoch gegenüber einem Einkaufspreis von 65 Mart für den Zentner Schlachtgewicht von Kälbern erster Güte. Unsere Metzger erhalten zurzeit für Felle und Fett sehr hohe Preise und sollten im Interesse einer in dieser Zeit doppelt gebotenen wohlfeilen Fleischnersorgung unfiTcr Be fe dem billigen BieheinkaufSt . «passen Eit fi Itei ch t a Halten hoher Fleisd preise die Gunst der Bevölkerung nicht versd)erzen. ** Ein Fackelzug zu Ehr etc Bismarck«? findet morgen Freitag um ,<9 Uhr abends statt. Der AI' inarfd) erfolgt von der Ecke der Lickicr Straße und der Uaiser Allee: der Zug geht bann bnrd) folgende Straßen zwiser Allee, Gartenstraße. Stephanstraße, Bi«smarckstraße, Lubwig-ssrraße. Bleichstraße, Sud- rind West-Anlage über die Lahn, durd) die Schutzen straffe nad) dem Bismarckturm. "Ilachher findet .Üommers auf der Hardt statt. *♦ Im Kolosseum ist heute abend das erste Okifb spiel des Mannheimer Intimen Theaters, das um 8 Uhr beginnt. caTtifdie Reuerung Den Paletot mardern in dein rkollegienhaus will da-?- Rektorat der Universität das .vanbtverr legen. In einem Anschlag am sdrnxrr.zen Brett nnrb daraus hingewiesen, daß bte rNcider- Halter im Gebäude derartig eingerichtet sind, daß die Be- fudjer der Vorlesungen mittel« einer Einrichtung, die für 90 Pfg. und 1.50 Mk. beim Hausverwalter ober bei einem hiesigen Eiscnhändler zu haben ist, ihre Ueberzieher usw. diebe«>sid>er anschlieffen können. Das Rektorat lehnt es für bie Folge ab. für gestohlene Kleidungsstücke Ersatz zu leisten. ” lieb ung von Polizeihunden Am Sonntag vormittag übten in Gegenwart des Polizeiamtmanns Reinhart und unter Anleitung de«) Schutzmanns Seitz bret Schrrtzleute, ein Wcnbarm und ein Beamter der Wad) und SchließgeseUfdurft am Philosoplrenwald, drei Dobermann Pinscher und dre, deutsche Schäferhunde, nach her Anweisung des Polizeikommissar Most in Saarbrücken. Die sehr tiitcr essante Hebung, die etnxi drei Stunden in Anspruch nahm, wird an den nächsten Sonntagen fortgesetzt werden Zahlreiche Spaziergänger wohnten als Zusckrauer der Vor- fül)rung bei roegte, begann daS Wettfahren in zwei Abteilungen. Da« Ergebnis war folgende«: 1. Abteilung'. 1. Preis Rafahrrr- oerem .Germoma^-EranSbera. 2. Preis Radfabreroerein ,All Heil*-Lder-Mörlen; 2. Abteilung: 1. Preis Radfahrer. dem sogar erste Pa ring roßen in den _ rollen naben, bat die Agitation der in Betracht kommenden Par teten n cht mirb-xlaffen. Während bie (Shnftlicb-Zu. len mehr 4- Biedenkopf, 22. Ium letzten Reichstaa-roadlkampf, der sich Lnmtltd) in den denkbar schöristen § AuS dem Ohmtal, 23. Juni. Unsere Taltviesen mit Ausnahme der suinpsigen Riedwiesen zeichnen fid) burd) ihre vortrefflichen Graser aus, die ein so gutes Sxu er leben, wie es kaum übertroffen wird. Das Ergcbni«s der Heuernte, die setzt begonnen, fällt aber in diesem Jahre ungewöhnlich gering aus. Man darf getrost die Hälfte des gewöhnlichen Ertrages erwarten: die Preise sind deshalb ehr hoch. Die Wiesen erzielen saft durchschnittlich den wppelten Preis gegen das vorige Jahr. Die Folgen der chlechten Futterergebnifse machen sich bemerkbar an dem verabgehen der Viehpreise. Das Angebot ist zitr.zeit stark, besondiws in Mälberit, weil die Landwirte die A einem entsprechenden Sinken der Fleischpreite — hört man nichts. Darmstadt, 23. Iiuri. Während sich in diesen Tagen zweifellos die Wahl des Herrn B ü r g e r m c i st e r s D r. Glässing zum Oberbürgermeister von Tarmftabt voll zielten wird, soll sein Bruder, Geheimer Lberfinanzrat Dr. (M ä f f i n g , mt Stelle de«s dort verstorbenen Bürgermeister«? Dr. Heß zum Bürgermeister von Wiesbaden au-terfefoen wor den fehl. (Siehe unter Wiesbaden.) Die Stadtverordneten haben bereits heute abend einen dahingehenden Beschluß gefaßt; die öfsentliche Bekanntgabe der Wahl soll am nächsten Dienstag erfolgen. Herr Geh. Cfacrnnanjrat Dr. Glässing steht erst im 42. Lebensjahr und ist in G i c ß e n geboren. Dr Glässing ist verhältnismäßig jung ins Ministerium berufen worden. Er war zuerst auf dem hiesigen Steuerkommissariat befdiästigt und hat sich in hervorragendem Maße an der henifdum Steuerreform betätigt. Dr Glässing bekleidet zur Zeit das Amt des Referenten über das direkte Steuer- wefen im Finanzministerium. ? Krofdorf, 24. Ium. Der hiesige Turnverein, dem Gaue Heffen angehörend, veranstaltete am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Schauturnen in dem Haufe dcS Gastwirts Hofmann. Die Leistungen der noch meistens mnz jugendlichen Turner waren sehr gut. Die höchste Vunktzahl erreichte der erst l^iährige Turner Heinr. RöbrSheim nut 86'/, Punkten. w. Wetzlar, 23. 3inrt Der Ennsausschuß bcabiid'trqt ui eer Zeit vom l.Iuli bis 14. August l. IS. m der Stadt Weylar einen Au-5bildung«skursu«S für Handarbeitslebre rinnen des Kreises W-ylar ab^uhaltni Es wird in allen iiKiblichrn Handarbeiten unterwiesen, die in der Bolkssckmle gelebt l uh-ThCTt. ledvcd besonderes Gewicht auf Micken, Rahen, sowie Beiuäx au Si uff eilende ui:.- bcidbigl wr Anstellunn als Handarbeitrlcdrrrm an den Bolts schulen de-> Greises T, haben die Landwirte wenig Lust, den Doryughdien Ackerboden ad zugeben. — Ein in Dillenburg verhafteter sc. Wiesbaden, 24. Juni. Die Sfommiff bereitung der Wahl des zweiten Bürgermeister-^ bat ein — Unfall. Auf dem 6eItertroeg geriet gestern ein Lastwagen in die Ausschachtung, stürzte um und zerbrach in zwei Teile. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. "Bon der Elektrischen. Die Arbeiten an dem Bahnbau nehmen raschen Fortgang, nachdem die Unter- bettungen soweit fertiggestellt sind, daß mit der Gleisanlage begonnen werden kann. Bor dem Hauptpostgebäude sind schon die Pslasterarbciten im Gange, auf dem Sclterflioeg liegen die Gleise bi- zur Goethestraße und auch sonst ist überall ein erfreulicher Fortgang zu sehen. **DerTurnverein Gießen (1846 hielt zu Ehren seiner Feldbergsieger wie bcmt«5 kurz ermähnt, am Montag abend einen glänzend verlaufenen uommer-s ab, der stark besucht war Audi die Landsmaimschaft. D a r m ft a d 11 a, deren Mitglied der erste Sieger Heinrich ?? o 11 von hier ist, war ui stattlicher Anzahl erschienen Der 2. Sprectier. Kaufmann A11hoff, ließ fid) in seiner Begrüßung aufpradie ül»ei den Wert des Turnens auf ihm Fe 1 dberg und feines großen Ansehens ans Mit einer nod) nie do gewesenen Begeisterung sei das Fest diesmal geseiert wr'rden. so daß der diesjährige Erfolg für den Turnverein um so ehrenvoller sei Hierdurd) sei seine d.-rd, frühere Errungen schäften in ersten Preisen bur , einen Vn Nehmet er Hast, uännnerer, Zentgraf Rvdnaget, Rausch gohicv T-wnev Hosmanii, llnueiöagt u. v. a. erworbene Dtgejehcnc Stellung in der deutschen Turnsache auf» neue befestigt worden. Tarür bürgten auch die von nah und fern eingelanfenen Glückwünsche. Weoner schloß feine kernige Ansprache mit einem „Gut Heil" auf die Sieger. D«r i -auDcrtrcrrr Helm (her zweite Gauvertreter Eidmann sowie Gau- rurnroart Will waren ebenfalls erschienen) betonte, daß nicht nur Freude im Verein, sondern auch tm >*kni und «reis selbstverständlich sei, und daß der Turnverein Gießen alter lleberlieferung folgend eine führende Stellung einnehme. Sein Hoch galt dem Dorwärtsstreden deS Bercins, in das begeistert eingestimmt wurde. Namens der Sieger sprach Turner E. M ü 11 e r. Dem Vaterlanbe galt sein „Gut Heil". Borstandsmitglted Erle gebadite der zahlreich er chienenen alten und älteren Turner. Ansprache auf An spräche. Hoch auf Hoch, abwechselnd mit Gesang und Musik, brachten ftohes Leben in das Herrn des Turnvereins, der mit vollem Recht auf die daraus hervorgegangenen Er rungcnfdyaften stolz sein kann. Lollar, 24. Juni. Der bekannte freisinnige Politiker Blösser aus Darmstadt wird nächsten Samstag abend den 26. ds. im Saalbau tzur Linde einen Vortrag über die Finanz läge des Reiches halten. Der vor kurzer Zeit gegründete reisinnige Verein zahlt bereits 170 Mitglieder. R. Bob en hausen, 23. Juni. Bei der heute statt- gefundenen Versteigerung be«5 >?eugrases der hiesigen Gemeinde wurden, wie vorauszusehen war, sehr hohe Preise erzielt. Eine Wiese, die voriges Jahr für 70 Mk. ver pachtet wurde, wurde heute mit 196 Mk. verfteiaert. Im Verhältnis zu dem vielen Bich, das hier gezüchtet wird, ist eben zu wenig Futter vorhanden. §§ Aus dem Greife Alsfeld, 23. Juni. Sic im vorigen Jahre, so hat auch in diesem der Kreistag nnederum 200 Mark für bie streis-Lehrerbibliothek bewilligt. △ Vom Vogelsberg, 23. Juni. Schlechte Land- Wirtschaftsjahre sind, so sagt die Regel — gute Bienen- iahte. Wir haben aber, vom Futter abgesehen, durchaus keine schlechten Ernteergebnisse zu erwarten, und die Imker haben doch eine reiche Honigerute. Das ist insonderheit in den Gemarkungen der Fall, wo viel tveißer stlee gebaut wird. Wohl war in diesem Jahre die gesamte Vegetation ver- jpälet, der Raps schlecht, aber die jetzige Tracht bringt Entschädigung durch das reiche Honigen der Blüten. Diese Verspätung zeigt sich auch in einer außergewöhnlich späten Schwarmzeit: letzt kommen noch >>auptschwärme vor, die sonst Ende Mai oder Anfang Juni fallen. Es ist ein eigentümlidns Zutreffen, daß sehr oft nach schlimmen lieber- winterungsverhältuissen, denen viele Völker zum Dpser fallen, ein sehr gutes Bienjahr folgt. Der Bienenhonig Durfte in diesem Jahre keine Seltenheit roerben und die Bienenzucht einen neuen Ansporn erhalten. # Bad Nauheim, 24. Juni. Die hiesigen „Wandervögel", bie seit Jahresfrist schon ftohe Wanderfahrten unternehmen, haben fid) gestern abend fest zusammeugeschlofsen. Die neue Ortsgruppe des „Wandervogels" zählt nun schon gegen 20 ordentliche Mitglieder. Zum Vorsitzeuden wurde Oberlehrer Dr. Strecker gewählt: Schriftführer ist stud. math. Kersting.. Am kommenden Soniltag treffen fid) die hiesigen, sowie die Gießener Wandervögel, ferner die neue Vau bad)er Ortsgruppe zu einem Wandervogel-Konvent in Lich. kg Ki r chha i n , 23. Juni Heute traf hier die Maschine für das Elektrizitätswerk ein. Q Langenhain • Ziegenberg. 22. Juni, ftadfahrerfeft am vergangenen Eonntag nahm bei sehr »ter Beteiligung einen schonen Verlauf. Rach einem ftatt» I lichen Festzug, der pch gegen 3 Uhr durch bcibc Dörfer bestimm ig be)d)lo)fen, den Stadtverordneten und unbesoldeten Magistratsmitgliedern die Wadi des Geh. CbfTfinajiArate» Glässing, Darmstadt (Bruder des Bürgermeisters D R', vorzuschlagen. Die Wahl tvird am 29. Juni stattsutden. -..... ■ ----- .......—I" 3ubiläumsau$ftcnung für da; Hotel- u. (Saftroirtsroeftn. Darmstadt, 23. Juni Der RHein-Mam-Gastwirteverband, der in diesem Jahr? nyf ein Pierteliohrhuildert icine«5 Bestehens mnidblidni kann, hak. wie bereits mitfietnlt, eine Fachgewerbcau-stelluna fui Do«5 Hotel und ^astwirtsgewerbe tx-raiiHnltvt, über die der Groß Hcrwa bat Ehreusdmtz übenwinmai Hat. Wie der Jweck, so iit au di Die Beschickung sehr reichhaltig und vielgestaltig Tod tadtische Au«sstellungsgebäub< auf der Mattuldentwb sonne ein tahmtfü errichteter großer 3dtbau umfaßt die Ausstellungen txm 164 Ausstellern So sehen wir u a. Hotelummeremrichtunie«, Mod) und Heizungsamogen, Büfett uno Schaub inrichrunaen, . Silber und andere tail Porzellan, Tarelschinuck, Maschinen für Hotel und i»ostwirts- wesen und Üücheneinrichtungeu, sowie alle Arten von Aahrungs- unb Genustmitteln Auch .TachlittcraNn und ?sahi ugr '"«d aut vertreten Unter den Aussteileni verdient in erster Vur.c die Maggigesellschaft genannt zu werden, bie eine gioße Mustcrsauimlung zur Sd)au stellt. In bcmfdbrr Na nm hat auch die H e 1 o e t, a - Ä o n s e r v c n f a b r i k. A. X'! Gros'-"^iau, außer Wettbciverb eine sehr reichhaltige Auswahl von Cb't und Gemüsekonserven ausgestellt Die Weingroßhandlnng Adam olvie Mräirtcrlitor. Die Firma Georg Pa l m n II in G u n dr r n- kaufen bietet Proben ihrer Liköre und Weme und die Bce.sn- n-ein-Firma R. Fromm -Frankfurt zeigt eine ,rro»c Aus- ivahl von Beerenwein. Sehr geschmackvoll nt Die .lu > luua der Friedrichsdorfer Zwiebadiabrik von Wilhelm 8h'» inMainz, die einen größeren Ausbau aus Zwieback mid-M bat. In bent vorderen Saal muß an erster Stelle die Darmstadter Möbelfabrik von Ludwig Stritzinger erN'ähnk werden, die ein rmenbet Hoteliimme mit illen 'B-ouemlid ? tri^ hui'irtft und die Fabrik H die ein reich angelegtes Ülavier in Nußbaum itad) 'nem <. i'tiv#rf van Jakob Ärug ausgestellt hat. Daneben hat Di.’ Wein und 91t. fei rocht feilem von Marl Philipp Müller Darm"idi eietj hübfd c Moje errichtet, in der Proben von Apfelwein uns AvtckM iixinfclt verabreicht werden. Recht einladend ist audi bie Likormbril Jranz Messer-Mainz stellt eine i.'tbe "vnosdl lat end :vii lt die mdh« 3am von H L Munifl. Emen allerliebsten Anblick teten uoei a.ir«f aetadeite Lchweindten, sowie Schink.n und Wurstwaren der xalb^ und Schwememetzgerei von I E Rettig-Bensheim Im größten oberen Ausstellungsräume uügt sich lütrbero» Lehranstalt für Monditoren von a i t m a n ii • 51 u 11 a a r l, ; hat die Rindu Eompagnte. .3tüi(bc u Vamb xn b: :uw- i?rtiaftrn und Svene Würzen errichtet .Tri<-brid> Dorn Vf »•« re n beim hat Sanitüts imb sandel iwielmck, Weingut heft ter Marl Jung-Lorch o Rh alkoholfreien vergorenen Wem. btt ■ Liloriadrik Okbi Mühlschwein Bildel > C ihre I epMl- funtmeL Magenbitter und .Thimdwlinnen darbietet lln* r b« ablrcidwit Erieugniisen für ben O»astroictSbedari inen btt maw b «e। -.vn .vmbnf von Willv Bene, ' LMnlomroll Vorrichtungen von HSilhelm Order, CawterM^ erivahnt _ In der «rosten Zelthalle haben die bmcfneDenen Bai"' städter Brauereien Platz genommen n Prob«yB Erieugni'se Dar Die Werndan^ ..... n ' i .MUT hat die Ma'chinen'.rbnk und Eiseugrestetet M a i b e l : 31 f * f 1' • • . eine dovvelkolb'.i », ' ImbÄMera: n q m Cm** Ixi br n-it 'ne muüerbcür » ibl inlage »ur rdiau und «■ ** Automobil Industrie tst vertreten Am Eingang zur Ausstellung bat bte Fnma Lorcn» AilltJ in Worms, An habe: 7u< Gießen, den 22. Juni 19; Großherzogliches Poft.e samt Gießen. Reinhart. Bekanntmachung. Die Lieferung des zu 6200 Zentner veranschlagten Bc darfs au Nußkobleu ziveiter Größe für die städtischen Anstalten für das Rechnungsjahr 1909 ist zu vergeben. Die Bedingungen liegen aus unserem Sekretariat, Zimmer Io, zur Einsicht offen. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis 18 Mär' 1909. Einwendungen hiergegen sind bei Meidimg des Ausschlusses innerhalb der Oßenlegungsfristen bei Gr. Bürgermeisterei Gietzen schriftlich einzureichen. . (RM/ Friedberg, den lo. Juni 1909. Der Großherzogliche Feldberetnignngskommissar: ;sgez.) S chni11svobn, KreiSamtniann. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen links der Lahn. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. ~ . ___ Gietzen, den 21. Ium 1909. . . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. 8c,r-: SS! Ä» lichen Kenntnis. . „nnn Gießen, den 21. Juni 1909- . r Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m. 17. Tagung des Lunder deutscher Lastwirte. S. u. fr. Darmstadt, 23. Juni. Der 17. Bundestag des Bundes Deutscher Gastwiicke mit dem Sitze in Leipzig trat heute hier im Christ'schen „Fürstensaal" zu seiner Hauptversammlung zusammen, zu der sich iiisbesondere Die Delegierten ails Südwrstdeutschland, Süddeutschsand Rhcüi- lond und Westfalen sowie aus Mitteldeutschland und dem Königreich 'Sachsen sehr zahlrctch cingefunden hatten. Vertreten sind u. a. Berlin, Leipzig, SOtintdien, 'Jiümterg, Stuttgart, Dresden, Mannheim, Augsburg, Breslau, .Halle, Ehenrnitz, Straßburg i E Trn r, Saarbrücken, Halle a. S, Mainz, Kassel, Hildesheim, Kemp, teil, Gietzen, Hannover, Fulda, Frankfurt a. M., Göttingen, Kob l^, en» M sich säintii^ ln Hansabunde su, 'Kommission zur «v. »rgermeisters hat ei? letenund unbesoldeter Geh. 0berfiimzrak Aurgermeislns 2.$; & 3uni staltfiuden.^ Maftroirtsweltiu mstadt,23.Jmi. der in diesem Jahre ® zurückblillen kann, k. 'rbcousstcllungir! lallet, über die ber örej •• Wie der Zweck, fo ii und vielgestaltig. Tei Mathildcnhöhe. sowie ea ißt die Ausstellungen te Öokljimmcreinriditungts. und Lchankcjiilichtunse. ren, Kochgeschirre, r Hotel- und Gastwirts llc Arten von Nahrungs : und Fahrzeuge iinb k )ienl in erster Linie tit werden, die eine gch In demselben Raum HL brik, A.-G. Grost-Gem 1 Auswahl von Löst- ul' Seingroftandlimg ? Auswahl von Wciiw. almvll. inGundrrru t> Seine und die Beem : t zeigt eine grvft Au- Ml ist die Ausslcllm von Melm aus Zwieback ernchteft: T Stelle die DamM! jer erwähnt werden, » Beauemlichkeiten daiV liamsoriesabrik ramm ckaum nach einem Mite neben hot die Inj jj »Hüller-Damnos von Aplelwem ui. nlabcnb ,ger-vochheiter stellt eine reiche W us und nickt Steinhägers Anblick bieten ,nd -Lurstwarcn bei.’- ettigW^mL MS ipb.nnehao- . t-s«"?;" ’s«*? KM HM r* «ffl? l«fl jX gbrdul''“' uiiö omw, > a «er WrftlS'A xSM '®"Ä' ä-jStS s Bekanntmachung. 8e,r :8!e Untertanen sitm AnÄchtaa- der E°d°-kt-n F°U>b-- reinigungskosten Idas Verzeichnis der m .Bettacht kommenden Grundstücke und Wertes nebü . Abickiiit der Ne chl e der L ou zugskomiuisstou über den Ausschlag »"'d -d e Erhebung der unge deckten Kosten liegen zur Einuchr der Beteiligten 'verklag^ n - 1. in der Zeit vom 23. Juni bis eunchlietzlich 30. Ium dS. aus Großh. Bürgermeislerei Gießen? (ur 2. in der Zeit voin 3. bis eiiudiheuhd) 10. Juli d^. aus iv . Bürgermeisterei Heuchelhemi- 9,„L,ckiunc-. Einwendungen hiergegen m'd bei Meldung des Ausflusses innerhalb der Onenlegungsiristen bei den betressenoen -ou g meistereien schriftlich einzureichen. .dm. Friedberg, den 15 Juni 1909 . „„imr Der Großherzogliche Feldberciiiigung^koinmiiiar lgW.) Schnitrspahu, mcisauitmaün. grüßt. Auch der Angestelltenverban-? ber Deutsche Kellnerbimd, hat einen Vertreter zu ber Tagung yttianbt, die wie bereits berichtet, mit einer Ausstellung für dos Gastwirtsgewerbe verbunden ist. Kleine Tageschronik. Bis jetzt sind «ms den Trünrmern des eiiigeftürzten Brügge- wa l d - T nnn e l s 9 Tote und 6 Schwerverletzte geborgen wor den. Geslern erfolgten neue Nachstürze, so daß ans der einen Tutrnelseite die Bergungsarbetten eingestellt werden niußten. In der S ch w e i z ist bis in die Hochtäler hinab Schnee gefallen. Aus dem Pilattrs, Mgi, Gotthard und Säntis liegt der Schnee teilweise 40 Zttn. hoch. Die Temperatur siel vom Dienstag bis gefterii früh nm 20 Grad. In M e s s i n a wurde gestern abend ein ziemlich hefttges Erdbeben von 10 Sekunden Dauer verspürt. In C a m b r i d g c (Massachnsettsi veranstaltete die deutsche Abtcilmig der Harvard-Universität vor etwa 20 000 Zuschauern, imtcT .ihnen sämtliche Prosessoren und zahlreiche Stn- diercnde, eine Aufführung von Schillers „Jungftau von Orleans" in englischer Sprackze zmn Besten des germmiischen Museums. In Warschau ist man gavaltigen Unterschlagungen auf die Spur gekommen. Zahlreiche hohe städtische Beamte haben sich von städttfchen Lieferanten bestechen lassen. Der Schaderr den die Stadt erleidet, unrd auf mehr als eine Million Ru bel geschätzt. Der russisclte Graf O b e r m ü l l e r, der sich an Bord seiner Jacht in San Trope; besand, ionrde von der Mannschaft überfallen. Obermüller verteidigte sich mit seinem Revolver und erschoß einen Matroseir. Der Graf erlitt keine ernstliche Verwundung. Mehrere Meuterer wurden verhaftet. In Pitts bürg hat in einer Kohlenmine der Lackawona- Gesellschast eine Explosion stattgesunden, durch die etwa 1.50 Bergleute abgeschnitten wurden: cs sind bereits.mehrere surchtbar verstümmelte Leichen aufgefunden worden. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Arbeiten der elektrischen Straßenbahn schreiten erfreulicherweise auch auf dem SelterÄoeg rüstig vorwärts. Wie wir hören, sollen glatte Basaltsteine, die zur Pflasterung des Seltersweges dienten, mm zur Pflasterung zwischen den Schienengeleiscn benutzt werden. Im übripen soll das alte Pftaster nur wieder vervollständigt werden. In einigen Jahren soll dann der ganze Seltersweg asplwltieick werden. Wäre es da nicht besser, weirn die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenpersammlung schon jetzt Asphaltterung zwisck)en den Geleisen vornehmen ließe. Denn wenn es auf ber einen Seite auch etwas teuer ist, so ist doch anderseits diese Anlage auch fertig und verursacht später fehle weitere, unnütze Stoften mehr und auch feine fo große. Störungen für die Geschäftsleute am Seltersweg, die bei den gegcmvärtigen Arbeiten schon genug zu leiden haben. Damit ist bann auch hier ber Anfang eines geräuschlosen Plasters, ähnlich wie auf bem Neuenweg gemacht und jetzt kann dieses, da man er ft mit dorn Legen des Geleises beschäftigt äst, noch ganz gut geschehen. Ferner sei noch aus die Wiegandtsche Besitzung am Neuenweg verwiesen und dringend gebeten, diese ftädtischerseitS zu erwerben. Dadurch ist der Stadt die Möglichkeit weiterer Unternehmungen gegeben Und,auch den unhaltbaren Zuständen des dortigen Betriebes ein Ziel gesetzt. Man hat durch die Neubauten am Neuenweg und durch die Ncupslasternngen ganz wesentlich zur Verschönerung dieses Stadtteiles beigetragen und die Stadtverwaltung und die Stadtvätrr würden hier den Dank vieler erwerben, wenn im Sinne dieser Zeilen gehandelt würde. Einer für Viele. Handel. — 4 proz. Anleihe der U e b e r l a n d z e n t r a l e B i r n b a u >n - M e s e r i tz. S ch w c r i n a. W. Wie aus bem heutigen Inseratenteil ersichtlich, bringt die Darnistädter Bank dahier obige Anleihe zum Kurse von 101.50 Proz. zur Emission. Die Anleihe ist zu 102Vroz. rückzahlbar und die beteiligte!! Kroise haben die selbstichulbnensche Blirgichast bafiir übernommen. Aus Grund dieser Garantie ist die Anleihe als durchaus sicheres Anlagepapier zu bezeichnen mit einer für die jetzige Zeit sehr günstigen Ver- ziufimg. Märkte. ke. W i e S b a d e n, 33. Juni. Biehrnarkt. Zmn Verkauf standen: 36 Ochsen, 88 Kühe, 436 Schweine, 540 Kälber (darunter 335 Mastkälber, 205 Landkälber), 48 Hammel und Schafe. Bezahlt ivnrde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 75,00 — 76.00 Mk., 2. Qual. 73,00—75,00' Mk., Kühe 1. Qualität 65,00-67,00 Mk., 2. Qual. 00,00-00,00 Ml. Bezahlt wurde für 1 Kilogv. Schlachtgewicht: Schweine, vallfleifchige, 1,35—1,37 Mk., Sauen 0,00-0,00 Mk., Eber 0,00-0,00 Mk.; Kälber: Dkastkälber 1,88—1,96 M., Landkälber 1.42—1.58 Mk.; Hammel und Schale 1,46 bis 1,54 Mk. — Rinder notierten: 00—00 Mk., Ferkel das Stück: 00—00 Mk. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, Ueberstand keiner. Die Zusuhren stammten aus Norddeulschland, den Kreisen Liniburg, Obertaunus, Wiesbaden- Land und 6)ießen (8 Ochsen lind 19 Kalber). Gießener Wetterdienst. Boransfichtliche Witterung für Hessen am Freitag bem 25. Juni: Wolkig und trocken. Kühl. Westliche Winde. Original-Drahtmeldungen. R.B. Darmstadt, 24. Juni. Die Ztveite Kammer ber Stäube hielt heute eine kurze Sitzung ab, in ber alle Punkte beit Ausfchußcmträgen entsprechen!) iskonto-Bank in Breslau während der bei jeder Stelle üblichen Gescbäftsstnnden statt. Vordrucke für Zeichnungen sind bei den Stellen erhältlich. Der frühere Schluss der Subskription bleibt vorbehalten. 2. Der Zeichnnngspreis beträgt 101,50 % nebst 4*/2 °/0 Stückzinsen vom 1. Juli 1909 ab bis zum Abnahmetag; ausserdem hat der Zeichner die Hälfte des Schlussnotenstempels zu tragen. 3 Bei der Zeichnung ist auf Verlangen der Zeichnungsstelle eine Sicherheit von 5 % des gezeichneten Betrages in bar oder börsengängigen von der Stelle für zulässig erachteten Wertpapieren zu hinterlegen. 4. Die Zuteilung, welche sobald als möglich nach Schluss der Zeichnung unter direkter Benachrichtigung der Zeichner erfolgt, unterliegt dem freien Ermessen jeder einzelnen Zeichnungsstelle. 5. Die zugeteilten Stücke sind gegen Zahlung des Preises in der Zeit vom 6. Juli 1909 bis 24 Juli 1909 inkl. bei derjenigen Stelle abzunehmen, bei der die Anmeldung erfolgt ist. Giessen, im Juni 1909. _____ (a**/e Bank für Handel und Industrie Niederlassung Giessen (Darmstädter Bank), N FruchUäften »her Art Dr. Oetker’s ng Pudding vorx^nch. Zum Becken nur das echte Dr. Oetker’» Backpulver. Inhaber H. Gutmann 8302 Eine Grube Mist au verlausen. ■ S-- Möbel Linoleum Gut Tüchtiger Landwirt mtt nr üflcnben Mitteln iucht mittel- nuflc 5 Zimmer 3598 Aicbbnr, zu vermieten. 3»i00 Mk. Z6. Mk. 16.75 1. 3tilt au vermieten 2419 Mk. 6.50 Ueber 400 Leiten «frein gebunden nur S Mark. Mk. LA - Mk. 13.- Große loitotte 4 Zimmer u ocrtauien J»u ocrtauiei' l Näheres Riegelpmd 301. Kaol iinirf-(6criid|r Ist verinieten Mk. Mk. 17.50 8.- frtechem, gekoehteei 06,t, eingemachten Frechtea, 5.75 18.50 16.30 19 JO Naderer 1. Stock daieldst oder Hofmannstratze 14. bevor Sie Möbel kaufen bis xum 33. d. Mts., bis die Mf»bel-R» mimmerwohn. «Man ardei ab 1. Cf’, tu Perm Nähere» WUhetmstr. 51 L Bekanntmachung. Aus Grund deS § 42 der Verordnung, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Gcundbuchordnung betreffend, vom 13. Januar 1900 hat daS Großherzogliche Ministerium der Justiz bestimmt, daß daS Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Ruttershausen vom 10. Juli 1909 an als angelegt anzusehen ist. Die Vorschriften darüber, was leitens der Beteiligten noch bis zu diesem Zeitpunkte zu geschehen hat, können auf der Amtsstube deS Droßherzoglichen OrtSgerichtSvorsteherS zu Ruttershausen und auS dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. Obligationsverlosung der Gemeinde Rockenberg. In der heutigen Gemcmderatssuzung wurden ausgelost: Lit B Rr. 15, 60 mit je 500 Ml. Lit C Rr. 22, 41 mit je 200 Mk. Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober l. I. gegen Rückgabe der Schuldverschreibungen und ZinSkuponS bei der Dememdekaffe Rockenberg und dem Bankhause Jakob Grünewald in Gießen, und HSrt an diesem Tage die Verzinsung auf. Teppich» Vorhänge flüeaige Metall - Politur macht das schmutzigste Metall spiegelblank in Flaschen v. 10 bis 50 Pfg. Ueberall zu haben. Fabrik: Lubszynaki &. Co., Berlin NO. l Va. Heu Seiler empfiehlt 104714 Edgar Borrmann, (kisennandlung Roth s Illustrierter Wegweiser e durch den Vogelsberg mit Wetterau und die sich daran anschließenden Teile der Rhön.-------- Bel-Remise H Giessen, Bismarckstr. 14 Verkauf findet nur vom 25. bis 4. jeden Monats statt- Geöffnct von 4 bis 7 Uhr nachru. Nur reteo mofortiaaob Swokoinde. unter Jadrikpreio abzugeben. t Aazstge und 6 Ooicn billig Bekanntmachung. Die dteSidhriae öffentliche Tltnuhma in der Ltadt fWeitea wird, beginnend mit Mittwoch den 9. Juni un Jnurslokale - Schulgebäude, Neustadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, Nachmittage 5 die 6 Ubr, ab- gehalten werden. Jmvspffichtig tm lau lenden flolcnhcriabr und d'e tm vorigen Jahre geborenen Linder, sowie die rückständigen aus früheren Jahren. Wir lauen die bieiiaen Einwohner, welche imp'oitichtiae Kinder haben, Aur tjcnuüunn dicer öffentlichen Termine am dem Her crken em, day alle tn demselben vorgenommenen Jmviungen unentgell ltd) nno Wer die Termine nicht bennnrn will, muh die Imp rau« seinen vslichtigcu Uindes bis Aum Jabrcsichluffc auf feine hosten bewerkstelligen laFeu, widrtgensallS ihm un Januar nächsten Jahres eine vicrwöchentltche Irrst zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung grient wird. Aicher den Pflichtigen werden auch Linder, welche im lausenden Jahre geboren und, aui Wunsch ihrer Vertreter germnn. Alle m einem Termine getmoiten Linder müssen tn dem acht Tage später obgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Linder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jrnpsarzte in den öffentlichen Terminen oorpefteüt werden. Die Impflinge muhen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem ftbtper Aut Jmpiung gebracht werden. Es wird nur an eintet Arme mit Vöinnbc aus oem L'anbedunpfinfritut geimpft. Linder aus Jamilien. in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. B•/« Gletzen. 5. Juni 1KO. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießet». I. B.. Seiler. lieber Roth S neuen illustrierten Wegweiser durch den Boaelsberg schreibt die .Ocifiidtc ZcbuUenune' tu Kassel «53. Jadrg . ??r. 25. 19. Juni Itiuth Nun nnd wir wieder in diejitobe Wander und Reisezeit eingetreten. Da nun zu verlassen' und billige Ratgeber. Wegweiser und Wegiüdrer notig, wenn man nicht Aerger nnd Verdruß ernten will. Zur vvtbten Seit und ans guter f*anb bietet 'ich nnd bn ein soeben erschienener ^Illustrierter Wegweiser durch den Bogeldberg, die Weiternii und die JHbPir an. Unter Vsttwirkung von naindaiten Mitgliedern des Bogelsbergcr •vobenllubii von 0 c r m a n n Oeiterwiv bearbeitet, durfte dieser Juhrer un streitig au den besten nnd zuverlässigsten feiner Art gehören Wir haben es hier nicht mit einem Buche au tun. das »ich wie die meisten anderen in dem io unschönen trockenen und hol lernen fViibrerinl gefallt, nein, hier begegnen wir einmal erfreulicher weife einer mehr feuilletoni,tischen Tertbebandlnng. Tiefer Wegweiser benot daher einen gewissen Incrnvutven Wen und das ist au loben Biele Mooitel über Äeologiiches. Klimatische». «vlorn. Vandfcha'tcn historisches Winieripori :c. find mradeAU meiirerbnn geschrieben Et bohr lonb der Wert deS Buches ferner durch ein vorzügliches 9nrtcumate rial (3 grobe. 5 kleinere unb 4 'itiancl sowie durch weit über 100 schone und nttcrtiinnic Stabte und Vandichaftsbilder Ziehen wir endlich noch den äußern medrigen *Brc von 2 l'l. für da» DorneUm gebundene, mit Namen- und achregtner versehene über 100 Seiten Aäblenbc Buch in Betracht -o können wir diesen Jllhrer allen Bogetsverg. Weuerau und Ndonrekfenden als den denen unb billigt en einer Sri warnt empiebicn Liberi iSe o er. *- -- -..........- -----J TOeü Anlage 20 ist die van. W mit 5 3« Baoez. uiro.. iow. Gart.- Anteil per 1 Cft. au oerm. (04710 tycorn Mod), Viibiuiflitranc 61. West Anlage 50 Barterre Wohnung, 5 Zimmer u. Zubehör, herrfchastl. Ausstattung, fffas. Bad. elektr Vldtt. fofort be Keller’sche Einkoch Apparate Einmachgläser 3483) Pergamentverschlüsse. 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Die für die Erbauung eines Schulhauses m Londorf erforderlichen Arbeiten und Lieferungen wie: Erd» u. Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schlosser-, Glaser-, Schreiner-, Weißbinder- und Tapezier-Arbeiten, sowie die Eisen-, Röhren- und Zement-Lieferung sollen tm Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die AngebotSunterlaqen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zunmer Rr. 17, während der Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verschlossen und portofrei bis spätestens am Montag den 28. Juni 1909, nachmittag» 2l/, Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Londorf einzureichen, woselbst die Oeffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. g"/, Gießen, den 15. Ium 1909. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. I. V.: Kalbfleisch. S*ß-Wel in Mein T.WZMK flroQCv Wut an kaufen oder zu pachten. Äussührl. Neichreibung erbitte unter F. G. U. 572 an den Gießener Anzeiger.________'sb®'« Pony zu fauftn qesucht Schriitl. Angeb mit Preiüang. unt. IH723 an den Gietz. Anzeiger :’inbcico Sfoonitrnhc 22. Part Parterre Stock, owie das 3. CberncichoN, 5 Zimmer u Bad nut allen ticducmlichtcuen in den elegant lehr reich ansgeitatteten Aeubauten Jriedriebstratze It zu vermieten.__________ Moderne 5 Zimmer Wohnung 'Badezimmer u. Balkon' zu per- mieten 'Uoonüratze Ifi. Ätoderne 5 Zimmer Wodnung mit Balkow lirfer, Bad. Bleiw platz ufro. rtr 1 Oktober zu per mieten. Plockstratze 12. ’.C#6 GrsDftshailg in Herborn lvessen - Nassau) unter günstigen Bedingungen sofort zu verkaufen. Sebristl. Angebote unter 3606 an den Gießener Anzeiger erbet. Billigst zu verkaufen: U>4708 Lelkcrswasser Maichine, üirammovh. Automat, Lchtctz Automat, sitz Badewanne, Motorrad mit Lciteuwagen. ______Maiser-Allee 1H parterre. Pollständiges Küserwerkzeng, als Hobelbank, Lchnitzbank, »Van zug ufro. zu verkaufen. 3572 Näheres Steinüratze 13 I. 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