ibme. W TI U- W ir Ki 6- für rt/”7 ttejh ab= an ad*- I 'M v-'/,>AbsE SE L w nbe re>- «5 i an iadi- ion cn- B Na- rilbergrauer Jagdhund Olt w* entlaufen. S Ml Ausflug nut LmenmÄ MW WMl ?MMgei vünklltch s MiSi *— Giess^,^ ujOn: 5^2? -> sK- Cd '"WlnLB - Ji/t Up-' 7>', wn#rtj|!. Aitsans Ahendd Das n M" M§y* Zweigverein Giessei, Sreitayd.2K.MrrM, aber 9 llhr, mi Saiirrbos: |t'. KsttvttßNlMj Tages-Ordnung: Jahni! richt: Rechnungsablage: $r standswahl: Verschieden^ P Samstag den 8. Ir abends 8'/, Uii findet im Cai'6 6bd Vereinslokals die ungsgemätze Frühjahrs- fchchich statt, wozu ergebensl c£Xt vi.';i Der wttm 9‘ Marz JSS* urnS?®“^ I«a=6en6im 61,4611 f» M Programm. tendes Drama. leftett Naooleons I. ffite61™** b. Nr. 66 159. Jahrgang Freitag, 19. März 1909 Lrjchetnl tSgNch mti Ausnahme deS Sonntags. Die „Siebener ZamtUenblStter- werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» „Kreisblotl ffli 6ee Kiels Stehen" zweimal wöchentlich. Die „eandwirtschastlichtv Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhehen NotationSdruS «n> vertag bet vrübl^che» Unwerliläls » Buch, und Steuiörudecet. ÖL Lange, Gießen. Redaktion, Expedttton und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und vertag: e=3Ä 5L Redaktion: 112. Tel,-Ad u AnzeigerGiehen. Deutscher Reichstag. 227 Sitzung, Donnerstag, den 18. März. Am Tische des Bundesrats: v. Einem, v. Ballet des Barte», v. Wachs, u. Lochow, b. Dorrer. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr. Den Platz des Abg. Bebel, der heute vor 40 Jahren seine erste Rede im Reichstage hielt, schmückt ein Strauß von roten Rosen. Der Militnretnt. (Dritter Tag.) Abg. Liebermann v. Sonnenberg (deutsch-sozial): Eine durchgreifende Reorganisation des Heeres ist jetzt noch nicht notwendig. Wir müssen stark gerüstet sein, denn d i e Stunde der Gefahr kommt für uns. Wir entgehen dem Schicksal nicht. Wir werden zeigen müssen, ob das Deutsche Reich nur eine vorübergehende Erscheinung int Völkerleben ist, oder ob es gegründet ist für alle Zeiten. Darum ist falsche Sparsamkeit vom Uebel. Dr. Müller ist glücklich, lveil er glaubt, einen Teil der Heeresverwaltung geistig erfaßt zu haben: das Militärkabinett. Ich denke aber an das Wort im „Faust": Da hat man die Teile in der Hand, es fehlt leider nur das geistige Band. Säße ein S ch a r n h o r st hier im Hause, so würden wir ihm wohl andächtig zuhören, aber einen maßgebenden Einfluß nicht einräumen. Der muß der Verwaltung Vorbehalten sein. Die zweijährige Dienstzeit für die Kavallerie ist unmöglich. Wir brauchen eine tüchtige Kavallerie füc den Anfklä- rungsdienst, für die Verfolgung nach der Schlacht. Trotz der Autorität Dr. Müllers halte ich den Drill für den Träger unserer großen Kricgserfolge. Er ist ein unersetzliches Mittel zur Förderung der Manneszucht und des Gehorsams. Als die bayerische Armee den Drill noch nicht kannte, ließ sie in Frankreich auf Vorposten und beim Marsche noch manches zu wünschen übrig. Die Kommandoworte müssen zu wahren Zauberworten werden, die wankende Truppen selbst im schärfsten Feuer Zusammenhalten. Die geheimen Qualifikationen sind notwendig. Es ist weise eingerichtet, daß niemand seine Zukunft kennt. Der Luxus im Heere hat sich vermindert. Gott erhalte uns unsere jungen Offiziere so, wie sie sind. Als Blockgenosse hätte ich Herrn Müller gern etwas Angenehmes gesagt. Ich kann ihm aber nur in seiner Klage über die Unübersichtlichkeit des Etats zustimmcn. Die Offiziere, die ihm angeblich Briefe geschrieben haben, werden sicherlich seufzen: Gott beschütze uns vor diesem Freunde! (Heiterkeit rechts.) Das Heer ist für unser Volk immer noch ein noli mc tangere! Herr Stückten Ijat gestern d i e alte Leier Bebels gespielt, der ja heute ein Jubliäum feiert. Es sind immer dieselben Walzen, freilich schon etwas abgespielt! (Sehr richtig! rechts.) Die Antwort auf die gestrige Rede Stücklcns ist pränumcrando in den Reichstags- verhandlungcn der letzten 20 Jahre schon zur Genüge erteilt, Alle seine phantastischen Gebilde sind da bereits zerstücklet. Protestiert inuß aber iverdcn gegen das immer wieder von neuem versuchte T a s ch e n s p i e I e r k u u st ft ü ck , das Volk als gleichbedeutend zu setzen mit Sozialdcmotcatic. Nicht das Volk ist der innere Feind, sondern die Sozialdemokratie, ein verführter Bruchteil des Volkes, den wir noch lange nicht aufzugeben brauchen. Die Phantastereien unserer Sozialdemokratie machen zum Glück auch im Auslände keinen Enrdruck mehr. Der Redner befürwortet zum Schluß seine Resolution über die Zahnpflege in der Armee. Am Militüretat zu sparen, dazu ist der gegenwärtige Augenblick ganz gewik am wenigsten geeignet, wo man nicht weiß, ob nicht in diesem Augenblick der K r i e g s b I i tz über dem G c Iv i t t e r h o r i z o n t schon zuckt; da kann nur frevelhafter Leichtsinn oder Mutwillen den Blitzableiter spielen wollen. (Beifall rechts.) Abg. Vraildys (Pole): Beim Militärctat herrscht H u r r a st i m m u n g. Das Heer soll dem politischen Gclvirc fcrustehen. Der Offizier soll nicht durch politische Aeußcrungcn Aergernis erregen; das geschieht aber, llnü Ivie steht cs mit der 3t e l i g i o s i t ä t im Heere? Privatim, in der freien Zeit, erlaubt man dem Soldaten nicht, seine religiösen Pflichten zu erfüllen. Katholische Soldaten verschickt man vorwiegend in protestantische Gartiisoncn und umgekehrt. (Zurufe von den Freisinnigen: Konfessionelle Engherzigkeit 1 Der Redner wendet sich erregt gegen die Freisinni. gen und trägt weitere konfessionelle Beschwerden vor.) Derf Redner führt Klage über Mißhandlungen polnischer Soldaten,und über die Boykottierung polnischer Gastwirte und Kaufleute durch die Militärverwaltting. Die polnischen Zeitun- gen verhetzen die Soldaten nicht. Im Gegenteil, sie mahnen unsere polnischen Sohne, treu ihre Pflicht zu erfüllen, aber Polen zu bleiben. Das ist kein Verbrechen, lein Hochverrat. Die Kriegervereine werden zu politischen Zwecken mißbraucht. Abg. Schrader (Fr. Vp.l: Von einer Hurrastimmung bei der fetzigen Beratung habe ich nichts gemerkt. Wir beraten vielmehr den Etat in einer Situation, in der unö allen klar geworden ist, welch außerordentlich große Kosten die Aufrechterhaltung unserer Heereskraft er- fordert. Wenn unsere Militär- uitd Marineverwaltung in derselben Weise wie bisher fortschreitet, so können wir mit Sicherheit annehmcu, daß die bewilligten Mittel nicht ausreichen wer- den. Deshalb müssen wir den Etat mit besonderem Ernst und mit besonderer Vorsicht behandeln. Ich halte es aber für verfrüht, jetzt darüber zu beraten, auf welche Weise künftig Ersparungen gemacht werden können. Unsere politische Situation hat sich zweifellos gebessert. Wir sind nicht mehr isoliert, und wir stehen mit gllcn Mächtcit etwa mit Ausnahme Rußlands in guten Beziehungen. Deshalb müssen wir uns fragen, ob eine so koloffale Land- und Scemacbt aufrecht erhalten werden muß. Auch die Wirren auf dem Balkan dürfen uns nicht erschrecken, wir hoffen, daß sie bald beendigt sein oder so geleitet werden, daß die Leute da unten sich untereinander prügeln ohne daß wir beteiligt sind. (Heiterkeit.) Die Armee ist uns teuer, weil sie ein Teil des Volkes ist. Aber wir wollen nicht i in S ch a 11 e n der Armee in Sicherheit leben. Wenn cs einmal ernst werden sollte, dann muß die ganze Nation eintreten ,und den Kampf führen. Dann haben wir das Volk in Waffen, zu dessen Oberleitung lediglich die Armee dienen soll. Unsere Armee hat eigentlich noch alle Einrichtungen, wie wir sie im alten absoluten Staat hatten. Wir haben eine Heeresvcr- ivaltung im Namen des absolutcit Königs. Der Redner erörtert dann entgehend den Fall des Hamburger Rechtsanwalts Braband, der als Reserveoffizier gemaßregelt wurde, weil er seine Parteifreunde aufgefordert hatte, bei einer Stadtverordnetenstichwahl für den Sozialdemokraten zu stimmen. Die Armeeverwaltung ntüßie sich hüten, in die bürgerlichen Verhältnisse einzugreifen. Wir iDoUeit für die Armee eintreten, aber wir wünschen dann auch, daß sie nicht den Anspruch auf eine Sonderstellung im Volke erhebt. (Beifall links.) Abg. Storz (Disch. Vp.): Herr Bebel feiert heute ein Jubiläum. Er ist der einzige Abgeordnete, der noch dem Norddeutschen Reichstage ange- hört hat. Als sein politischer Gegner erkläre ich, daß seine v":" menschlichen Eigenschaften sympathisch berühren. Er ' ■ ein schlagendes Beispiel dafür, welchen Einfluß die flann' ende Begeisterung eines einzelnen Mannes auf die Nation gelohnten kann. Insoweit ist er auch ein Vorbild für die deutsche Natioi als solche. Jetzt, da er vom politischen Kampfe zurücktritt und die Waffen beiseite gelegt hat, muß man ihm menschliche Sympathie als Kollege entgegeickringen. Wir sind warme Freunde der FriedenDen MammoniSmuS und Luxus im Heere wü.,chen auch wir nicht. Man sieht es anscheinend ganz gern, wenn Offiziere reiche Jüdinnen heiraten. Dann sollte man aber auch die j ü d i s ch e n Soldaten nicht z u r ü ck s e tz e n. Warum läßt man die Juden nicht Offiziere werden. Sie sind durchaus dafür geeignet. Tas beweist schon die jüdische Geschichte. Die jüdischen Offiziere in Frankreich haben sich durchaus bewährt, ebenso in Oesterreich. (Sehr richtigI links.) Dem Leutnant v. Bismarck, der von einem Rowdy angefallen wurde, ist Unrecht geschehen. Die phantastischen Ideen über Luftkriege errregen kein Aufsehen mehr. Der Ballon wird niemals zum Angriff verwendet werden können. Er wird aber allmählich die Kavallerie beim Aufklärungsdienst ersetzen. Eine ausgedehntere Verwendung der Automobile ist notwendig. Die dreijährige Dienstzeit bei der Kavallerie und Feldartillerie sollte man beibehalten. Bei der FeldartiUerie lassen sich bei der Bespannung noch manche Ersparnisse machen. Ter Redner beruft sich auf einen Artikel der „Straßburger Post". Die Paraden können viel billiger gemacht werden. Auch bei den Versetzungen kann viel ge- spart werden. Wir wollen keine Paradearmee, sondern eine Feldarmee. Die Flurschäden müssen besser entschädigt werden. Ter Redner führt Klage über die rücksichtslose Einziehung von Mannschaften des Beurlaubtenstandes zu militärischen Hebungen in Württemberg und über die Ausführung von Malerarbeiten in U l m durch Soldaten, sowie über die Konkurrenz, die in Ludwigsburg die Krümperfuhrwerke den Fuhrwerksbesitzern machen. Die Armee ist in ihrem innersten Kern gesund. Trotzdem müssen wir Kritik üben, wenn es nötig ist, um ihr die Gesundheit zu erhalten. (Beifall links.) Preußischer Kriegsminister v. Einem: Der Abg. Schrader bat eine intcrejsante Rede gehalten. Er hat gewisse politische Gesichtspunkte erörtert und auch besondere Wünsche geäußert. Ich kann mich in sehr vielen Punkten mit ihm einverstanden erklären. Die ganze Art seiner Rede hat mich sympathisch berührt, und ich sage ihm dafür meinen Tank. Er hat gewisse Zukunftsbilder gemalt und sicht die augenblickliche politische Lage für uns sehr günstig au. Er meinte, daß unser Nachbar im Westen wenig Neigung habe, jetzt einen Krieg zu führen, und daß unser Nachbar im Osten elxrnfalls wohl schwerlich an kriegerische Ilnternehmungen denke. Er meinte, unsere politischen Verhältnisse haben sich so geändert, datz^wir unS die Frage vorlegeu müssen, ob unsere große Land- und Seemacht noch auf ihrer alten Stärke erhalten bleiben müsse. D a s Deutsche Reich will keinen K r ie g nach links führen und keinen Krieg nach rechts. Es steht aber entschlossen auf beiseite seines Verbündeten, und hinter dies ent politischen Willen st eht die deutsche Armee. Ich glaube, daß wir in diesem Momente gerade der Stärke unseres Heeres den Frieden verdanken. Gewiß, wenn die Verhältnisse so weiter laufen, daß wirklich ein besseres Verhältnis zu England, vielleicht sogar eine Entente cor- di a l e zustande kommt, so kann man ja vielleicht auch daran denken, das Heer zu vermindern, etwas abzurüsten. Ich weiß cs nicht, ich weiß auch nicht, wie es kommen kann. Das weiß auch Herr Schrader nicht. Auch vor ihm haben schon Leute prophezeit, daß der ewige Friede da sei, daß wir abrüsten müssen. Auch kurz vor dem Kriege von 1866 hat ein Parteifreund des Herrn Schrader sich ähnlich geäußert. Sie winken ab, Herr Schrader; man hört es freilich nicht gern, wenn man daran erinnert wird, daß die eigene Partei auch einmal sich geirrt hat. Vtbcr so etwas kommt vor. Ich glaube, wir brauchen nicht weiter bei der Zu- funft zu verweilen, sondern wollen uns der Gegenwart zuwen- dcu. Sie ist ja hart genug für uns alte. Schon Generalseldmar- schall v. Moltke hat auf die schwere Last der Rüstung hingewiesen. Die Last ist immer stärker geworden, und ich gebe ohne weiteres zu, daß sie jetzt sehr bedeutend ist. Ich gebe auch zu, daß sie zum Teil auch daran schuld ist, daß die Finanzreform notwendig ist. Ich bin auch von der Ansicht durchdrungen, daß in dem Tempo der letzten. Iah re tatsächlich die Ko ft en des Heeres nicht vervielfältigt werden können. Daraus habe ich auch in der Budgetkommission kein Hehl gemacht. Wir denken auch nicht daran, in diesem Tempo auch nur annähernd fortzufahren. Ich will nicht wiederholen, in welche schwierigen Verhältnisse die letzten Jahre uns geführt haben. Neuordnungen aller Art waren notwendig. Infolgedessen sind auch die Kosten, bedeutend angeschwollen. Das einzige Bestreben ist dabei, die Güte des Heeres zu erhalten und zu verbessern — denn dazu bin ich in erster Linie da, und dafür bin ich verantwortlich. Abg. Schrader hat weiter einen Blick geworfen auf das Verhältnis zwischen Heer und Staat, oder besser gesagt, zwischen Armee und Volk. Ich kann ihm vollständig darin beistimmen, daß die Armee niemals Selbstzweck sein kann. Sie ist da für das Volk, und muß getragen sein vom Vertrauen des Volkes. Das hat sich gerade im Jahre 1870 gezeigt. Ich glaube nicht, daß das Heer einen großen Erfolg gehabt hätte, wenn nicht das ganze Volk hinter ihm gestanden wäre in leidenschaftlicher Begeisterung und Vaterlandsliebe. (Lebhafter Beifall.) Die Armee muß tatsächlich sein ein Volk in Waffen. Das deutsche Heer hat auch dazu beigetragen, Handel und Wandel des deutschen Volkes zu fördern. Wenn zwischen Armee und Volk sich eine Kluft bildet, so ist dies für Armee und Volk gleich schädlich. Wenn sich zwischen Armee und Volk eine solche Kluft bildet, so kam: dies lediglich herbeigeführt sein durch daö Streben der Sozialdemokratie. (Unruhe bei den Sozialdemokraten. Lebhafte Zustimmung rechts.) Die Sozialdemokratie hat dem Heere den Krieg erklärt. Der Abg. Bebel hat in Dresden ganz offen erklärt, die Armee ist noch das letzte Bollwerk, und das ist auch schon ins Schwanken geraten. Nun, die Armee ist alter als die Sozialdemokratie, und zwischen Seer und Volk hat eine viel bessere Gemeinschaft bestan- den, ehe die Sozialdemokratie kam. Der Sozialdemokratie mache ich den Vorwurf, daß ihr einziges Streben darauf gerichtet ist, das gute Verhältnis zwischen Armee und Volk zu entzweien. (Gelächter bei den Sozialdemokraten. Sehr richtig!) Ja, meine Herren Sozialdemokraten, ivenn Sie nichts weiter können als lachen, so machen Sie damit die Sache nicht besser. Die Armee ist allerdings eine schwere La st für das Volk. Die Armee bringt in alle Verhältnisse des Volkes ein. Das kann aber auch nicht anders sein, weil die Armee fordern muß, daß alle ihr Angehörenden, auch die nur zur Reserve Gehörenden, jederzeit ih • zur Verfügung stehen. Wir müssen auch voll den Reserve offn eren fordern, daß sie sich überall, wo sie auftreten, als Gentlemen benehmen. Nur dann können sie Führer sein. Nichts ist mir unangcnehmer als die Verfolgung eines Landwehr- oder Rescrve-'ssiziers. Tie Landwehroffiziere haben die volle Freiheit im ' olitischen Handeln, und ich weise jegliche Verfolgung eines Of'isiers wegen politischer Tätigkeit innerhalb der staatserhalten- dc.i Parteien weit von mir. (Lebhafter Widerspruch bei den Soz.) Für oen Offizier gibt es eben eine Grenze, und das ist die Sozialdemokratie. Eine Betätigung für d i e Sozialdemokratie von einem Offizier, sei es der Linie, der Reserve oder Landwehr, kann und darf nicht passieren. (Sehr richtigl rechts.) Ich will nur einen Grund dafür anführen: weil die Sozialdemokratie die V e d e u t u n g d e ö Eides leugnet. (Zuruf von den Soz.: Das ist nicht wahr!) Ihre Führer haben das wieder- holt gesagt. (Zuruf: Wer hat das gesagt? Das ist unerhört!) Das ist so und so oft gesagt worden. Ich wüll ja damit nicht behaupten, daß ein Sozialdemokrat, der einen Eid vor Gericht schwört, nicht tatsächlich sich daran hält. Der Fall Braband, dcn der Abg. Schrader hier vorgetragen hat, verhält sich ganz anders, wie er es darstellte. Braband hat in einer sozialdemokratischen Zeitung ausdrücklich zur Wahl eines Sozialdemokraten aufgefordert. (Zuruf von den Soz.: Das war sehr vernünftig 1) Ja, für Sie ist das sehr vernünftig, für alle anderen Parteien, aber ganz besonders für den Landwehroffizier Braband, war das sehr unvernünftig. Als Offizier kann man nicht zwei Herren dienen. Wenn man feiner Ueberzeugung als Sozialdemokrat dienen will, muß man als Offizier seinen Abschied nehmen. Braband^ ist ja verabschiedet worden. Nun hat er die Freiheit, für die Sozialdemokratie zu stimmen ober nicht. Der Ansicht, daß ein solcher zur Sozialdemokratie hinneigender Offizier ein guter Führer sein kann, kann ich nicht zustimmcn. Dazu haben mir die Herren Sozialdemokraten Beweise von Zuverlässigkeit nicht gegeben. (Sehr richtig! rechts.) Ich kann einen als Führer nicht anerkennen, der damit umgeht, die Armee zu stürzen und auf seine Fahne geschrieben hat, Abscheu vor dem Dienst zu erwecken. (Mg. Heine: Wo sicht das beim?) Lesen Sie Ihre Presse oder Ihre Partei* broschürcn, dann werden Sie cs finden. Der Kriegsminister wendet sich dann gegen den Abg. Brandys, führt ans, daß dieser seine Beschwerden auf Grund mangel« Hafter Information vorgebracht habe und lehnt es ab. die Standorte nach den Konfessionen zu belegen. Es liegt im Interesse des Volkes und der Armee, daß beide Konfessionen in Frieden und Freundschaft miteinander leben. (Lebhafter Beifall.) Württembergischer Militärbevollmächtigter Oberst v. Dorrer erwidert auf die württembergischen Beschwerden seines Landsmanns Storz. Der äußere Anstrich der Kasernen wird durch Handwerker besorgt, der innere während der Zeit der Schießübungen und der Manöver durch die zur Verfügung.stehenden Mannschaften, die ja nur jeden dritten Tag auf Wache gehen. In Ulm tostet so das Streichen der militärischen Gebäude alles in allein 3- bis höchstens 5000 Mark jährlich. Die Beschwerden der Ludwigsburger Fuhrwerksbesitzer über Konkurrenz der Krümper haben schon 1904 den württembergischen Landtag beschäftigt, sind untersucht und damals abgestellt worden. Seither ist kein Fall zur Kenntnis der Militärbehörde gekommen; geschieht dies, so wird unverzüglich Prüfung und Abhilfe erfolgen. Abg. Erzbcrger (Ztr.).: Die gqnßc Sparsamkeitsaktion scheint im Sande zu verlausen. Unsere Mstriche in der Budgetkommission will man wieder ungeschehen machen. Eine Menge von Anträgen in dieser Richtung liegen bereits vor. DaZ ist ein seltsames Schauspiel. Da tuft man dem Kriegsminister noch zu, er solle hart bleiben, sonst geschehe ein Unglück. Herr v. Siebert hat die überraschende Mil- teilung gemacht, daß wir unlängst zweimal unmittelbar vor dem Kriege standen. Ich weiß nicht, woher er sie hat. Vielleicht vom Verfasser des Silvesterbriefes. Wir freuen uns, daß der Kriegsminister erklärt hat, daß unserem Verbün - d e t e n mit aller Energie die B ü n d n i s t r e u e mit allen Konsequenzen gehalten werden soll. Damit sind wir völlig einverstanden. (Beifall im Zentrum.) Für eine bessere Verpflegung der Soldaten treten wir immer ein. Sonderbar war das Verhalten des Kriegsministers gegenüber dem Abg. Haeusler. Er hat ihn beinahe als Ignoranten hingestcllt. Aber auch in der bayerischen Armee wird lein Ignorant Generalmajor. Die Schärfe der Abwehr des Kriegsministers war jedenfalls überraschend. (Sehr richtig! im Zentrum.) Nun hat GrafOriola Herrn Haeusler in einen Topf mit Herrn Bebel geworfen. Dagegen ist persönlich nichts zu sagen; denn ich kenne Bebel nur als hochanständigen Mann. Ich wende mich aber gegen diese Art der Beweisführung. Das sind leere Schlagworte. Einmal mißbraucht man das Wort „national", und dann erhebt man ein großes Geschrei, wenn jemand einmal eine Ansicht ausspricht, die auch ein Sozialdemokrat schon geäußert hat. Solche Mittelchen weichet man nur an, um seine eigene Gedankenarmut zu verbergen. (Sehr richtig im Zentr.) Wir dan. len dem Kriegöministcr für die Erklärung, daß die Kommando- gewalt durch das Budgetrecht des Reichstags beschränkt sei. Als wir aber am 18. Dezember 1906 das Budgetrecht in Anspruch nahmen, rechnete man uns das als Kapitalverbrechen an. Nun sitzt der Block zusammen, ohne etwas fertig zu bringen. DaS einzige. Resultat ist die Spottgeburt des Finanzkompromisses. (Beifall i. Zentr. u. b. d. Soz., Gelächter beim Block; Dr. Müller ruft: Dem Kompromiß liegt ja ein Gedanke des Dr. Müller-Fulda zu Grunde.) Dann haben Sie ihn böse verschandelt. (Heiterkeit beim Gegenblock.) Auch Ihre Tätigkeit in der Geschäftsordnungskommission kann nicht begeistern. (Gelächter b. d. Freisinnigen.) Lesen Sie nur darüber das „Berliner Tageblatt". (Dr. Müller-Meiningen: Ach, das „Tageblatt"!) Nun, es ist fein Zentrumsblatt, sondern ein freisinniges. Herr Dr. Müller, Sie fallen ja immer gleich um, wie ein junger Backfisch von 16 Jahren, wenn nur ein Minister erscheint. (Heiterkeit beim Gegenblock, Gelächter b. d. Freis.) Der Redner bespricht die Bevorzugung des Adels im Heere. Der Kriegsminister hat die Verhältnisse zu rosenrot gemalt. Oeffen11iche Qualifikation sberichte können doch nicht schädlich wirken. Hätte man sie schon gehabt, so hätte sich die ganze unangenehme Affäre Berger nicht soweit entwickeln können. (Sehr richtig!) Recht fopberbar wird bei den Abkommandierungen zum Militärreitinstitut in Hannover verfahren. Rach der Rede des Abg. Erzberger wertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen. Schluß 7% Uhr. «r '-7/V O» -s-s X Di ?ft» z C 5 ftic/ ■ " a- '■ turn □ 7 5 S -x6a 5-5 tsZ 2 4 S 5 ö - 4 8 2 rst^o-a '-J w - X1 =*= & s£>* 5 8»Z *=A w X Ä VS-fA G’ s s &x -SÄ? 6) fU-wS X= = ?zz * 5, 2 X Z 2 £ -c £x sax ~ er X ö- X2. - Z2 *z — x Z5?S? 7 7-^6-E ® cii ftf£ F s X 9? * = 5E X läX il 2 = 8 ft» = = ?' ?F o 8'- iuh Z2252? T§Ä’Sg4l sa S - 5 d& ?a X fli)f in* - btt s s — X^Z X * I •’S (5 X- V 'io 16 x Zss 7; 3 S-K ■5» -8? So -> — ft» .-■7 72 II: ^9-7 = £- '1 s Nf j * y »er frr!e U#b EBr rom» X_- ”73 = 7« X-2 2. 7 er *a X§ z?5 = ü ■' *5*5 S.S Sk, "* x 7 -7»« xp 'S SÄ- "^5* ± r 2 '2 2. <- X = a G 5. 2 S 7 ft» 8 ft» a a 5 ” -s E" x.^z »E _ □ = «L z- = z 5 ft)S= « = 7'5 235, E-'L « =» Y o - g Ord.-Nr. Är t*ci Nad- fnbrfarie. »uiDunp qini •i<»a Ter Alitragendeu 6tanb oder ®c- werbe. Bti Vohnartcttcin ‘»:em« fr» Ärbcit Orbrr» W>r» »a» R«brvab ■ 'jrbnungemutrl jut flvbriteftcRc ob», »am 9< btt Lchulr o.'tt tut «ulübuag »«» Berns» ebtr Oerperbt» braun? Wit hoch tQ be» ' Bemerfrrilgen.