Nr. 349 Der Siebener Bitjet?« «scheint täglich, äuget <5onntag$. - Beilagen: viermal wöchentlich 4iebener§ami!ienblätter; iroeimal wöchentl Xrett» »lattfürdenrlreiLSiehea iDienStag und Freitag): zweimal monatl Land' virtschastliche Seitsragen ^ertiiprech • Anschlüsse: iür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: U«zeiger «leben. Annahme von Anzeigen tut die lagesnummet bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 159. Jahrgang Samstag 33. Ottober 1909 ® monatllch75V.,mertel- ER Y ▲ jährlich Att. 2.30; durch OttOTl1s LZ v I Iv V 441 iiv l>lv v sss Ä HF Verantwortlich für den - polittschen Teil: August General-Anzeiger für Gberheffen WW Rotationsbrrn! nnö Oerlag Der vrühl'scheii Unlv.-Vuch- und Steiebruderel R. Lange. Reöattion. «rpebition und 0räderet: Schulftratze 7. Anzeigenteil: Deck. so wird es zu höchst bedeutungsvollen! BotsckMters vertauschen zu Dürfen, ginge bald in cxf schen Berechnungen kommen Werden INur der Mangel einer geeigneten Persönlichkeit, die ' L . 's . . • < . < < v C12 1 i v, v- Qf,,-v f-i MI 211 1PRPTT Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. Spitze des Berliner Auswärtigen Amtes zu setzen wäre, scheint zu bewirken, daß einer so deutlichen Bitte bisher noch nicht entsprochen wurde. Vielleicht schiebt man den Wechsel hinaus bis Herr v. Bethmann-Hollweg d-ie diplomatischen Fäden besser in seine Hand bekommen hat. inge bald in Erfüllung. —<1.1.1-21. an die Ein neues Talonsteuergesetz. An der Absicht, ein neues Talonsteuergesetz dem Reichstag vorzulegen, wird sestgehalten. Von zuständiger Stelle erfahren die „Berl. Dal. Rachr.", daß die Umfrage des Reichs- scha tzamtes bei den Aktiengesellschaften, die vorzeitig Talons ausgegeben hatten, ein sehr günstiges Ergebnis gehabt hat. Der weitaus überwiegende Teil der Gesellschaften hat sich schon jetzt damit einverstanden erklärt, daß die Talonsteuerzahlung ebenso 2lus -em Leben Lombrosos. Die Tochter und Mitarbeiterin des berühmten, nun Lahingeschiedenen Begründers der Kriminalpsychologie hat ihrem Vater zu seinem 70. Geburtstag in der Pariser Revue" ein fesselndes Lebensbild gewidmet, in dem sie -mit innigem Nachfühlen und feinem Verstehen die engen Zusammenhänge zwischen Leberi und Schaffen des Gelehrten rufzeigte und das wir hier im Äuszug wiedergcben. Berufnere Kritiker, als ich, werden von den anthropologischen tatb kriminalistischen Lehren erzählen können, die das Werk memes Vaters bilden; ich will mich begnügen, die Stadien und Etappen seiner Entwicklung aufzudecken. Mein Vater »sollte Philologe -verden. Als Kind schon, hatte er sich für Griechisch rmd Lateinisch legeiftiert und hatte mit zwölf Jahren einen Esmy über die Kröße und den Verfall Roms" verönentlicht. bür seine philologischen Studien fand er einen würdigen Führer m entern wenig bekannt gewordenen genialen Forsrl>er Paolo Marz-olo. Wem Vater verließ mm die Schule, um sich als elfter Junger seinem Reister anzuMießen. Er studierte mit ihm chaldaiich, koptisch hinesisch, hebräisch und wollte sich ausschließlich der Philologie ividmen. Aber Riarzolo wußte in Cqarc den Gedanken zu er yccEen, daß die philosophische Wissenschaft mrr m den Tatsachen ^er Naturgesckncküe eine göftä>crte Grundlage gewinnen rönne oo drängte er ihn auf das Studium ber Medizin bin, nnonreu Vater war bald ebenso eifrig beim Studium der Geisteskrcurfheittn mb der Psychiatrie, wie bei seinen Sprachsorichaingein Sem nftes Werk über „den weißen mrd den farbigen Menichen , das er Marzvlo widmete, muß als das natürliche Bindeglied zwischen seinen sprachlick-en und seinen psychiatrischen Studien angesehen lucrbm. Mit einer damals — 1869 — ganz eigenartigen Kühnheit, stellte er die Psychologie des Bierhänders, des Schimpan.cn, uif und stellte die Achulichkciten und Verschiedenheiten mtt benen ber Wilden gegenüber. Jn^-.n er seine mannigfachen Spracy- lenntnisse geschickt benutzte, ' er baiut zu beweisen, datz wir n ber Biwung und Entwi^ ,ig der Sprache dreielben Stadien Nrrchaemacht haben wie heute noch die Auiträtier mib Rothäute. 3>m Jahre 1859, als mein Vater 23 Jahre alt war Tagte er einen bei seinem scheuen und unpraktischen Naturell ,ehr gefahr-- sichen Entschluß. Die große Zahl von Soldaten und Menra>en ms den verschienen Teilen Italiens, die ihm vor Augen tarnen, gaben ihm den Gedanken ein, eine „anthropologische Geographie Italiens" zu schaffen, indem er durch Messungen der Statur und des Schädels die Unterschiede feMellte, durch die sich die Bewolmer der verschiedenen italienischen Gegenden körperlich unterscheiden. Durch die Messung von etwa 4000 Personen sammelte er ein geivaltiges Material und erwarb sich eine solche Sicherheit dos Urteils, daß er bei federn Individuum auf den ersten Blick den Ort seiner Geburt feststellen konnte. Wachend er in Pavia in Garnison stand, hatte er die .Erlaubnis erhalte, das Irrenhaus zu besuchen und die Kranken zu beobachten. Aber lein gelehrt^ Streben machte ihn bei den Soldaten immer mehr verhaßt. Tas Mißtrauen gegen ihn kam zum Ausbruch, als er einen Soldaten der simulierte, zu seinem Truppenteil zurückichckte. Man beschuldigte ihn, er habe den kranken Soldaten nicht behandeln wollen, und er wurde zu zwei Monaten Festung verurteilt, ohne daß man seine Beweise für seine Unschuld prüfte. Ta nahm er voll Zorn )einen Abschied 9änt begann für ihn das dürftigste, aber nicht das unglücklichste Jach feines Lebens. Seine Familie war arm: von ich wollte er nichts annehmen. Seine Stellrmg am Jrren- lmus war unbesoldet; so lebte er von seiner eifrigen Feder, indem er des Nachts Uebersetzungen an fertigte. Da empfing er eines Morgens eine unerwartete Nachricht; er war zum Direktor der Irrenanstalt von Pavia ernannt und zum Professor an bei Universität, mit einem Gesamtgehalt von 3000 Lire. Das war bas Paradies; die Zukunft war gesichert. Im einem Freuden- H-nnd) schrieb er in zwei Nächten die Einleitung zu seiner Dor- l'yung die „Genie und Wachsinn" betitelt wurde und die grundlegenden Gedanken seines späteren großen Werkes enthielt. Nun begann für meinen Vater die stolzeste und kampireichste Periode seines Lebens. Unter den Insassen seines Irrenl-auses waren viele, die an der Pellagra litten, einem fürcksterlichen Siechtum, bas mit einem aussatzähnlichcn Hautleiben beginnt und ut ber Zerstörung des Gehirns endet. Da sich die Kran ausschließlich bei den Bauern sand, so studierte mein Vater . und- bebingungen i&rer Ernährung und fand schließlich die Ur>ad)e in einem Gift, das sich in verdorbenem Mais entwickelt, der Hauptnahrung ber Bauern. Mein Vater drang nun mit allem Eifer darauf, daß die Verwendung dieses verdorbenen Mais verboten würde; aber er erregte dadurch die höchste Empörung unter den Großgrundbesitzern, die damit eines billigen Nahrungsmittels beraubt worden wären und Millionen im Jahre verloren hätten. Seine Universitätskollegen, die Verwaltung des Irrenhauses, der in die Stichwahl, und jo und interessanten taktischen Berechnungen das Zentrum und die Konservativen bei den Stichwahlen, die schon in einigen Tagen stattfinden werden, ganz auf sich selbst gestellt sein, und welche Stellung werden die bei der Hauptwabl zurückgedränglen Nationalliberalen, die bisher selbständig vorgingen, bei den günstigen sozialdemokratischen Aussichten einnehmen? Wie wird der liberale Block crussehen und inwieweit wird Die Mandalspolitik die vorhandenen natürlichen Gegensä^e überbrücken? Am üppigsten stehen die Felder der Sozialdemokraten; wenn der nationale Sinn im deutschen Bolle noch der Parole der letzten Reick)slagswahlen eingedenk ist, wird er keine Freude darüber empfinden können, wenn eine etwaige Verminderung der Zentrumsmandate nur den Sozialdemokraten zugute kommt. Ueberall sehen wir infolge der unseligen Reichsfinanzkämpfe das Anwachsen der Umstürzler, die doch nur dem Geist der Verneinung huldigen, und, wie eben noch durch die „Freis. Ztg." sehr zutrefsend nachgewiesen worden ist, z. B im preußischen Landtag an positiver Gejetzesarbett rein nichts getan oder auch nur versucht haben. Auch im Reichstagswahlkreis Auburg sind sie bei der Stichwahl zu allgemeiner Ueberraschung burchgedrungen. Nun werden sie wohl in Sachsen, wo bai> neue Plurallvahlrecht für ihr siegreiches Vordringen kein Hindernis war, den Namen des roten Königreiches wieder zu Ehren bringen wollen. Diese politische Erstaufführung unter dem neuen Gesetz wird bekanntlich noch den Schlußakt der Stichwahlen Magistrat ber Stabt, die Aerzte, alle erhoben sich wie ein Mann gegen ihn; er wurde verachtet, beschimpft und verleumdet Dieser Kampf um die Heilung ber Pellagra bauerte zehn Jahre und würbe für ihn bas Feuer, in dem sich sein Charakter härtete unb stählte. Als mein Vater bas Studium bes Verbrechens begann, dachte er sicherlich nicht baran, baß er einen ganz neuen Zwerg der Anthropologie dadurch ergrüiiden würbe; bie Krirninalanthrv- prstogie, mit ber fein Name ruhmreich verknüpft ist. Bon seiner alten Idee einer anthropologischen Geographie Italiens war ihm die Geivohnheit geblieben, bie Menschen nach ihren charakteristischen Eigenschaften in verschiebene Klassen zu teilen. So studierte er benn die Merkmale der Irren, der Kretins, ber Pellagrakranken. Als er 1869 öfter nach Alexandria kam, nm, er sich verlobt hatte, erhielt er die Erlaubnis, das Gefängnis dieser Stadt zu besuchen unb an den Verbrechern Messungen und Studien vvrzunehmen. Sv arbeitete er ruhig fort, bis er an einem Dezembermorgen 1870 zur Leichenschau bei einem berüchtigten Räuber Villella gerusen wurde. An dem Schädel dieses Menschen entdeckte er ein tiefes Loch in ber Mitte des Hinterkopfes, ganz so wie es bei den Wiederkäuern existiert, und nun schlossen sich seine bisher unbestimmten Gedanken über die Natur des Verbrechers zu einer Synthese zusammen. Wie in einer blitzartigen Erhellung erkannte er, baß der Verbrecher die anatomischen Merkmale ber Vorfahren m ihrer primitiven Brutalität wiederholt, intern er zugleich die psychischen Nkerkmale der Wildheit, Grausamkeit, Unempsindsarw- keit wieder hervorbringt. Dieser Gedanke wurde Grundlage feiner Theorie. Später erst als Sachverständiger in einem Mordprvzeß von Misdea, in dem ein stark epileptischer Soldat als fünffacher Marder verurteilt wurde, kam mein Vater auf den Gedanken, daß bas Verbrechen nicht ausschließlich ein atavistisches Phänomen sei, soirdern bie Wirkung eines krankhaften Zustandes, der Epilepsie, und daß aus biefer franfljaften Basis sich bann das atavistische Element entwickle. Tie Untersuchung tausender und abertaurnber Verbrecher führte ihn allmählich zu seiner Klassifikation der Verbrechen, unb er war unermüdlich, ein reichhaltiges Beweismaterial für seine Methode zufammenzubringen. Das führte zu manchen merkwürdigen Zwischenfällen. Einmal brachte man in sein Kolleg einen Verbrecher zur Untersuchuna, ber schon 20 Jahre Zwangsarbeit getan hatte. Beim ersten Anblick schrie mehr Vater auf: „Tas kann kein Verbrecher sein; er hat bas Gesicht eines durchaus anitänbigen Menschen". Und wirklich konnte ber Unbefatmse, genau befragt, feine Unschuld Nachweisen, so politische Wochenschau. v Gießen, 23. Okt. Die Gelehrten Minen sich nicht einig werden, so viel auch rie weite Öffentlichkeit mit großen um^rleuchtet vergebens, baß ihr ringsum wissenf chaftftchschw-ei ft. ein eher lernt nur was er lernen kann. In Klatsch und Etsch nird aründlich herumgestöbert, bas klare poetische Bub in Deutschland verhängen uns Sensationssucht, ^techader rnd Jnteressenwirtsck-aft. Der Zwe6khciligt das ME leber 5-crrer machen wir befriedigt Schluß, das Kabinett Naura ist abgedankt, und bei freundlichem ^r9^f°nne.tlfl ich ein gehen die aufgepeitschten Gemüter zur Ruhe ein. )2ad) alter parlamentarischer Gepflogenheit wird der liberale mfiter Moret, an Mauras Statt der Ratgeber der Krone, mb ber „blutige Alfons" darf wieder etwas freier atmen. . treten wir den Angelegenheiten des eigenen Landes wieder etwas näher, lieber den „Tendenzprofessor" ist man iich auch noch nicht einig geworden. Bisher hat außer dem Rostocker Professor Ehrenberg selbst nur noch der teigiger Nationalökonom Karl Bücher gesprochen. Wir haben Ehren- dergs beide Briese hier nack-georuckt und wollen, nachdem 7ie wissenschaftliche Welt sich in — vielleicht sehr berechttates - Schweigen gehüllt hat, einige Schlußbemerkungen zu dem Tyatl machen. Der beinahe an den Stxeit um den Nordpol erinnert. Professor Ehrenberg glaubt die einzige Methode gefunden zu haben, eine rein vergleichende und politisch Mbjektive Volkswirtschaftslehre vorzutragen, und das scheint, «außer ihm selbst, niemand zu glauben. Das erträumte Ziel wäre vielleicht auch, wie Der Nordpol, kalt und kahl. Ernste und verdienstvolle Gelehrte der Nationalökonomie, - cren wissenschaftliche Sachlichkeit nicht durch einseitige politische Voreingenommenheit getrübt wird, haben wir in Deutschland genug. Vielleicht gibt es hier ein Erfordernis Tvie aus den Lehrstühlen der Geschichte: das persönliche D>enken und Schauen muß die Mateme beleben, und das volkswirtschaftliche Rüstzeug braucht einen Wärmeleiter vom Menschen zum Menschen. Uns dünkt, Herr Ehrenberg, der iich gekränkt, verkannt und unterdrückt fühlt, überschätzt feine eigene wissenschaftliche Bedeutung, und schließlich kann die <öache unb Wal/rheit nur durch sich selbst, nicht aber durch «ufdringliche Selb st an Preisung &um Siege gelangen. „Ten- l>enzprosessuren" scheinen aber erfreulicherweise auf beui> hchLN Hochschulen nicht eingebürgert zu sein. Unsere politisck>en Parteilämpfer sind um diesen Fall tu großen Bogen und Kreisen zaudernd herumgegangen, (^hpenbergs Notschrei wird verhallen, denn die neue Aera rod) dem Block hat wichtigere Ereignisse gebracht. Selbst das interessante Momeittbild der Bulow'sa)en Anwesenheit bei ber Konfirmierung der Tochter des Kaisers ist ziemlich lautlos wieder entschwuiiden. Der Gesprächsstoff über Die folgen ber Novemberereignifse war wirklich auch erfchäpft; Haß der Exkanzler des Kaisers Freund geblieben ist, wird vielleicht später gelegentlich von sich reden machen. Tas unfruchtbare Geplänkel unter den ehemaligen Dlockgenctzsen -ist etwas schwächer geworden, Entscheidungen stehen nal,e -heijor, und in Baden und Sachsen befinden wir uns mitten im Kanonendonner. Worte tun's jetzt nicht mehr. Im Herzogtum Sachsen-Meiningen sind bereits vor einigen Tagen die Würfel zu gunsten Der Sozialdemokratie gefallen, unb Ijeute zeigt sichs, daß diese radikalen Gegner «aller Steuern den anderen Parteien im Wahlkampf weit voraus sind. Noch steht das Endergebnis in Baden nicht fest; bie 36 Stichwahlen, bie bevor stehen, bieten nicht ge- riigenbe Anhaltspunkte für eine sichere Voraussage. Jeder ^arteiEanbibat, der 15 Prozent der Gesamtstimmenzahl in feinem Bezirk auf sich vereinigt, kommt nach badischem Gesetz bringen. Die Unenkwegtheit der international Verbrüderten hat in Italien einen merkwürdigen Riß bekommen. Dort hat man, wie in Frankreich, besonders taut sich über die „Schmach Spaniens" ereifert. I idem man sich unter der Beihilfe des Pöbels mit ziemlicher Raserei über den „Pfaffenknochen" herstürzte, fühlte man sich an Kundgebungen bald so sehr gesättigt, daß selbst das Annahen des „blutigsten" aller Herrscher, des Zaren, kein weiteres Aufbäumen der Empörungsgefühle mehr Hervorrufen konnte. Es ist ein offenes poliiifches Bekenntnis damit verbunden, das in der Presse gleichmäßig beurteilt wurde. Der Herrscher aller Reußen, ber 1903 ieinen Besuch in Rom wegen angekündigler ungestümer Absi.hten ber tta ienischen Rabilälen abgesagt hatte, wird diesmal in Italien mit allgemeiner Shrnpalhie und von der bortigen Sozialdemokratie mit Na fsicht empfangen. Die rit'sisch-ätalienische Annäherung hat je^t eben ct.ien veßeren" Kitts werk. Cb- gleich nämlich in Oesterreich aus Anlaß der Reise Nikolajs zusttmmenbe unb wohlwollende Artikel gedruckt worden sind, ist es ganz klar, daß die neue Umarmung des nordiscl)en und drs südländischen Vruders im Grunde eine K.'nl geöung gegen die wachsende Macht Oesterreichs darstellt. Auch wenn der eigenartige Umweg, den ber Zar auf feiner Reise nimmt — er fährt burch "Polen, Preußen unb bas Rhone ml, währenb er boch auf bem Seewege um ben Sübosten Europas hätte fahren können — nicht schon deutlich genug spräche. Doch bleibt die Begegnung vorläufig freilich nur ein Stimmungsshmptom. Die rußisch-. deutsche Annäherung, bie nach der Erledigung der Balkankrise infolge der kräftigen Halttmg Deutschlands einzusetzen schien, will schon langsam der Vergessenheit anheimfallen. Die russische Presse, die damals sehr unfreundlich sich gebärdete, scheint ber jetzigen Zarensahrt weit verständnisvoller aegenüberzustehen Dre Art, wie der russifch-denlsche Streitfall in Chardin beigelegt worden ist, hat wahrscheinlich nicht dazu beigetragen, das deutsche Ansehen zu fördern. Die „Nowoje Wremja" Hal in beutfch- feindlichen Artikeln gerade in den letzten Tagen das Ungeheuerlichste geleistet. Wir wünschten, das Sehnen des Herrn v Sckwen, unseres Staatssekretärs, seine Stelle mit der eines So5ialöemofrattfd)er Sieg in Koburg. Die Wählereignisse drangen sich zusammen und zu den sozialdemokratischen Erfolgen in Baden und Sachsen gefeilt ich eine neue große Enttäufchung im bürgerlichen Lager Iber den für den Liberalismus tief bedauerlichen Sttck)wahl- auscrang in Koburg. Dort waren bekanntlich in der Hauptwahl am 11. d. M. für ben nationalliberalen Kandidaten Quarck 3460, für den freisinnigen Arnold 3041 unb füs ben sozialbemvkratifchen Kandrbaten Zietzsch 6185 Stimmen abgegeben worben. Hier ist das Ergebnis ber Stichwahl: Koburg, 23. Ott In ber Reichstags st ichwahl zwischen Quarck (NatlZ und Zietzsch (Soz.) wurden bis 12.30 Uhr nachts gezählt: Für Quarck 6465, für Zietzsch 6986 Stimmen. Nur aus einigen kleinen Orten fehlt noch >as Ergebnis. Damit ist der Sozialdemokrat gewählt! Die Freisinnigen scheinen ziemlich vollzählig für Quarck gestimmt zu haben: die Frkf. Ztg. stellt freilich fest: „bis aus ca. 200" Jedenfalls steht es wieder fest, daß die Agitatwn gegen bie Reichslinanzresorm den Sozialdemokraten immer wieder neue Massen zugetrieben hat. Der sozialdenu)- krattsche Kandidat hat 800 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl ausgebracht Dieses Ergebnis wird überall Uebev» raschung und wahrscheinlich mele Erörterungen Hervorrufen. __ Der Geburtstag der Kaiserin. Die Kaiserin hat gestern, am 22. Okt., ihr 51. Lebensjahr vollendet. Zugleich wurde gestern die Prinzessin Viktoria Luise, die vor einigen Tagen konfirmiert wurde, yun Chef des Äveiten Husarenregiments ernannt: Potsdam, 22. Ott. Die Kaiserin nalym anläßlich il/res Geburtstages heute vormittag die Glückwünsche der kaiserlichen Familie unb des engeren Hofes entgegen. Später fand Familien frühstück statt woran auch die Großherzogin von Baden und Prinz Christian von Schleswig-Holstein teil- nahmen. Der Kaiser ernannte die Prinzessin Viktoria Luise zum Chef des zweiten Leibhusaren-Regi- ments. Der Regimentskommandeur, eine Abordnung fron Ossizieren, der Kommandeur der Leibhusarenbrigade, kom- manbierenber General Mackensen, finb heute vormittag im Neuen Palais eingetroffen unb tourben der Prinzessin, bie in der Uniform des Regiments, auf einem Schimmel reitend, an der Gartenseite des Neuen Palais erschien, durch den Kaiser in Gegenwart der Kaiserin mit einer Ansprache vorgestellt. ..... Potsdam, 22. Oft. Abends um 6 Uhr reifte die Großherzogin Luisevon Baden über Berlin nach Baden ab. Der Kaiser begleitete Die Großherzogin im Automobil bis Station Wildpark. erfolgen soll, als wen« b* wryitige Ausgabe nicht emge^ten wäre. Der rüttt wertere« von Okf'lHrfxiftm beücn es «u einer gleichen enogültiaen (Srflänmq nur noch des BeidüusieS der Gesellichoftsorgane Nur qan» rocniqe Gesellschaften hoben „ch ablchnerw verhallen. In letzter Zeit ift l»,er und da tnc Mtt- lastmg aufgetaucht, baü unter solchen Umftänben ns risches Vorgehen überhaupt Nicht mehr m rVrage käme Tem- gagenüber roirb in den „Verl. Pal 9?o(br " auäbr^iflid) bemerkt, bag diese Mitteilung nicht Mtrint. E? nxio vielmehr an der Absicht festgehalten, den Beg b-r Gesetzgebung in beschreiten, wenn es sich schließlich Herausstellen sollte, daß der St-uerkasic durch die vorzeitige Ausgabe von Talons nn auch nur irgendwie nennenswerter Steuerbetrag entgehen würde. Sfr Edward (Brei) über Englands auswärtige Politit Der Staatssekretär des Aeuhern Sir Edward Grey Hal in Sheffield eine Rede gehalten, in der er die allgemeine Lage in der auswärtigen Politik als entschieden günstig bezeichnete Die Tatsache, führte Grey au-, daß die Mächte über die Unruhen auf dem Balkan im letzten Jahre glücklich hinweg- gekommen sind, ohne daß die Aufrechterhaltung des Friedens gefährdet war, kann als gutes Vorzeichen dafür betrachtet werden, daß zukünftige Unruhen in gleicher Weife beigelegt werden, zum Beisoiel auch m Persien Wenn sich die jüngüen Ereignisse dort einige Jahre früher abgespielt hätten, als Rußland und Großbritannien noch eifersüchtig aufeinander wachten und sich mit mißtrauischen Augen betrachteten, so würde ein Krieg, ich will nicht gerade sogen, unvermeidlich gewesen sein, aber sicherlich wäre die öffentliche Meinung m beiden Ländern in höchstem Maße beunruhigt worden. So aber haben wir diese Unruhen überwunden, ohne daß sich in der Presse oder in der Bevölkerung der beiden Länder die Besorgnis geäußert hat, die englisch- russischen Beziehungen Forinten gespannt werden. Was drillcn» Marokko onbetrifst, das noch von Unruhen zerrissen wird, so hat sich auch hier die Besorgnis über die dortigen Ereignisse möglitl Wirkung auf bic "idrfne Europas sehr verringert, wenn sie nicht schon ganz geschwunden ist. Greh fuhr fort: Einige Leute schienen zu glauben, der Staatssekretär des Aeußern solle eine Art fahrender Ritter sein, Abenteuer r falschen Seite einmischen. Tie vornehmste Pflicht des Auswärtigen Amtes war cs aber, die Interessen des eigenen Landes zu wahren, sich zu bemühen, die Interessen der anderen Länder zu verstehen und die gegen- feit inen Bestehungen so zu leiten, daß die Interessen, wenn sie miteinander in Konflikt gerieten, ausgeglichen werden konnten, ohne Bruch deS Friedens In dieser Hinsicht haben die Auswärtigen Aemter Eeuropas in den letzten Jahren erfolgreid) ihre Pflicht getan Run wurde die neue Forderung aufgestellt, daß die ausivärtigen Aemter ihre Beziehungen regeln sollten nicht nur nach den eigenen Interessen und dem Wunsche nach Frieden, sondern auch nach den Ansichten über die inneren A n g e l c g e n h c i t e i» der Länder. Tas war ein unmögliches Wagnis Wenn der Minister des Aeußern solchen Forderungen, sich in die innere Verwaltung anderer Länder einzumischen, nachgeben würde, so würden gegenseitige Beschuldigungen zwischen den Ländern folgen, begründet auf parteiischer, unvollkommener, irriger Information. Ich gebe zu, daß die off ntliche Meinung btr zivilisierten Welt Einfluß bat auf die iflcn der Mächte, aber dieser Einfluß wird ehei gi schwächt durch die Forderung, daß bic Regierung sich cinmischen joil, wo ein Vertrag oder wo Verpflichtungen bcftclscu. wie in "Maccdonitn oder im slonflo. Denn jemanb glauben sollte, der britischen Regierung fehle etz an Stmipathie, oder sic sei gleichgültig gegen die Interessen der Menschlichkeit, so verweise ich ans das Zeugnis der verschiedenen Regierungen Groß- britanniens ,m Homert der Mächte Bezüglich des Kongo bat Großbritannien bis vor kurzem allein gestanden. Tas jüngst seitens der Bereinigten Staaten dem Kongo zugewandte Inter- ciic heißen wir willkommen Wir können die Annexion des Kongo durch Bclgren auch fernerhin nicht eher anerkennen, bis zwei Fragen befriedigend gelöst worden sind. Erstens wird die Mehr zahl der Eingeborenen iioch immer unter der Maske der Besteuerung zu Zwangsarbeiten herangezogen, und zweiter,» ist das Land noch dem »anbei verschlossen Tic gegen- lvartigen Zustande im Kongo können unmöglich auf die Tauer aufrecht erhalten werden, wenn nicht uuerwünschtc Bcrnnckc hniflot cintrelcn sollen. Aus öcm österreichischen Abgeordnctenhause. Wien, 22. Cft Im Abgeordneten Hause sind drc in der lebten Session euraebrachten Regiciungsvorlacum emgo laufen, darunter eine betreffend die Abänderung deS Gesetzes über dir ^esch a i t s o r dn nn g des Reichsrates, ferner vierzehn DringNcl b-il.wnträgr _Tai' £vau? nahm einen Antrag an, alle Ausschüsse der vorigen Session wicdcrzuwalchm, dageiien den Unter- i ichtsauSichuß neu ;u wählen. Zum Schluß der Sitzung protestierten mehrere Abgeordnete gegen die vom ;3cmralbirrfnn- K e - st r a nek gqirn die Gesamtheit der Abgeordneten vorgebracht-?n Berdächligillige.n, insbesondere gegen die Behauptung, daß Ab daß die flcrülntrn Studenten eine Sammlung veranstalte teil, um die .stoßen ,iil Revisiin des ProzesicS und zur Rehabilitierung dos ^Inglücklidnn aufzubringen So reihten sich Glied an Glied, um die Kette der geistigen Entnncklung meines Vaters zu schließen Ilm sie durchzuführen, bedurfte einer enormen Arbeitskraft: aber sie wurde von ihm hentUligi, mal er »n steter Berührung mit den Menschen und der W - v bf it blieb und den prattis ■ nie aito dem Auge ließ Er hat stets ein Temperament besessen, • u.der. schassen und mirfen mit Anstrengung imh Schwierigkeit, aufioärtsstrebend, doch schmerzhaft gehindert twrch die Tonten und Steine, die den Weg bedecken. Eesar? Lomdrvso bal Mc Ton um und Steine deS Wege» nnnnals bemerkt. er bot nur bat berankhenbai Tust und tm* werte AuS'icbt gekostet. die der unendliche Horizont ,hm darbvt. E. D • - Reu, B i bk io t hekSb au ten Tie neuesten deutschen Biblwthekvbauten sind vor kurzem en stand an,» Donr.iges des TirckwrS ber Münklzcner Universitätsbibliothek Geb Rc> giermu^srat Tr. Molitor gewesen, den biekr aus der 10. Bcrfannnlung Tvutfdrr Bibliothekare in Münster gehalten hat An den fostspiesigeii Bauten zu Heidel brr a und Freiburg nxro bairängelt. d>iß txn ihnen die Bediirf^msvrüche. Beguemlichfeit wid B rauchbar feit der Inneneinrichtung den» prunkvollen Fassaden b,ru geopfert ivorden feien. Manches Lob wird dem schönen Neubau zu Basel gesivnbrt, dem aber bodi Mich einige Mängel au haften ^«on tmi Wen bau der Gießener UniversitätS b, bl rot he k Ivird die klare Raumeuunlinu, und die vorzugtickx Bellchtung des Lesefaals gerühmt und water bemerkt, daß hier alle Raume m bruurnenr und sachgemäßer Anordnung ineinaridtl luetfoi. 4.ab Gießener Gebäude fei als das de stc «nd zweckdienlrchste Gebäude zu bezeichnen, das w, r zur Zeit in Teutschland haben Ter neueste Biblrotbeksbau. der tvn Münster, hatte sich »ofort nach ferner Vmchtung als zu knapp geraten erwiesen so daß schon letzt eine l’ mvilrnnti in Aussicht «mroiruten ist — eine Folge des Umnands. lmh die Bidlrotbelsverwaltun., «ruf tne Gestaltung des Bmlprogrannns nicht den genugachen Ernstuß uLm fonntc Hauptmann Begei sterung ,n Wien, (Zerhau VENMMUt las in Dren vor einem Mngtoränaifli UuHifum aus rctertag zur Fürsorge 1 Cftober 1010 in Berlin Der Stcnographenvcrem Donnerstag, 28. Cftober, n h o i n hat sich ein neuer biß jetzt 30 Mitglieder de»- — Kleine Chronik auS Kunst und Wissenschaft. Ter 4. internationale Vertretertag für Geisteskranke wird am 1 starrnrrden. Unter den deutschen Mitgliedern des ständig-n >!? mitte» für bat internationalen Kongreß befindet sich auch 6H Med Rat Pros. Tr Tuczef Marburg . — Eine neue C ber MaScagniS, — „6ibtT1 a" lautet voraussichtlich der Jitrl ' V. H.-C. In Herchc > Ziveigverein gegründet, den, getreten sind. •• Stenographisches. Stolze-Schrey geginnt am der LiebrgShöhe Vortrag von Frl. Tr. Säumer anS Berlin: grauen- bewegung in ihren Beziehungen zur rnodernen Kultur. SaniStag abend 8 Ul>r int großen Lörfaal der Univerütat. ^l >t l a g e »t n f i f am Sonntag vormittag 11'/, Uhr in bei Sud-Anlage. Svielvlan: 1. Pilgerchor und Lieb an den Abendstern oho .Tannhäuser*, von R. Wagner 2. Jntrobnftion ans der Oper ,Earmen', von Astet; 3. Intermezzo russe, von jranfe; 4. Er weicht ber Sonne nicht, 'Morsch von Kaiser. Ans Stadt und Land. Gießen, 23. Cftober 1909. • • T a g e 5 f a [ e n b e r. Etabttheater: Sonntag nach, mittag »'/, Uhr: .Al t - H e i b e l b e r g" ; abend- 7*/, Uhr .Ter fidele Sauer*. Kolosseum: Täglich Vorftellunq. Kinematograph: Täglich : orftedung. Biogravh: Täglich Vorstellung. Konzert ber RegimentSmusif Sonntag nachmittag 4 /, Uhr ge»rb*ete ihr Mandat ;u sekbikl uchtrgen Zwnken mißbrauchten. Tb Dwsldaa sich 1 tmo sprach Iw Zortrara au», baß Namen namen tro^. Hieran' brach" Breiter So; nnax 'graten gegen cu_ aw der qamot verdammte Hinnchmng .verr,l®11 bet den Se^ziatdemokraten, Dwenpruch Ehnnluwszuileu Nächste Sitzung Dienstag Vie», 22 Cft .^u Vizepräsidenten m, 2Larxb netenlxms wurden tue Abgeordneten -Berner,u>ner, Bogaenir. £x Ritter v Stanonski. Tr. Luv 2tcinnvnE*-T unb .^uvorta Le> wählt .»um -frciibcntcn d< icinbabniicfcllitbaft nicht zu erreiche», diese wll v.clmetTr erklärt haben man lach- nicht, ihre Lokom». wen unb O^üi er mag en seien genau so wertvoll wie bu* Wage» der Straßenbahn Tie Sreujung muß nun so gemacht werden, oaß die Schienen ber Straßenbahn von dem glatt weiter laufende» Gleis der Biebertalbalm geschnitten werden. AlS dieses Bähnche» gebaut wurde, tarn die Stadl Gießen ihm in jeder Deifc entgegen. Man überließ der (Mdlübaft ohne jede Entschädigung ober Pacht ba» Tvrtwus an der Neustadt al» Sahnboi und stellte bu einzige Bedingung, daß täglich nach jeder Richtung mindestens 4 Züge für den Perionenv erkc br lau’en, eine Bedingung, die leicht *»a erfüllen ist und auch im Interesse der Gesellschaft liegt. Ter Fall mit der ureuinng an der Harnmstraße ist »ehr lehrreich. Wäre ras hefsifche 'Ueinbahngesctz nicht auf den Fall ;u gunften der Stadl jugefdmitten, dann wäre von der Biebertalgesellfchaft wohl kaum die Erlaubnis zu erlangen gewesen und d,e Stad: hätte ihre Dagenballe an anderer Stelle, wo bei Grundenverb sich vielleicht recht hoch im Preise gestellt hätte, bauen mü'sen. Polizeiakten Wir werden um die Mitteilung ersucht, daß von den für die verkauften Polizeiakten .relöske» Geldern außer Polizeisekretär Bilo feine anderen Beamten Ke« träge erhalten Haden, sondern lediglich einige 5d)retbgtbilicn. **TerGreßener Eisvercin, der in dieser Woche seine OtcneralDerfammlUHfi abljielt, hat beschlossen, daß die IRitgTieberbeilrägc wie bisher bestehen bleiben sollen: bu Freikarten für die Besuch er der Volksschulen sind auf 4000 erhöht worden Ebenso sollen wieder 120 Dauerkarten umsonst an brave und fleißige Kinder der Volksschule gegeben werden: weitere Taucrlarten werden an Bollsschüler zum Preise von 50 Pfg. verausgabt. Man bcabsichtiyt wieder. n*ie im vergangenen Iabre die Eisbahn an einigen Vormittagen der Vollsfchule kostenlos zur Verfügung zu stelle» und sprach den Wunsch aus, daß uitsere Schulen davon einen weitgehenden Gebrauch machen möchten. Ter E'»verein hegt die Hoffnung, daß auch 1909 10 der Eissport sich auf unserer uundcrvollen Hahn gedeihlich weiter entnndfU. Man hat für diese Saison außergewöhnliche Veranstaltlingen geplant und hofft, daß Jung und Alt sich daran beteiligen ivird. i- Hochwaldhausen, 22. Cft. Henke, am Geburtstag der Kaiserin, wurde zu,» neuen Landhaus des Herrn Tr Schaffer zu > icßcn der e r st c S p a i e n st i «t» getan und mit der Herstellung de» Fundaments begonnen, -.-.och ein zweiter Bau, der bei Frau von Grvlmav .benfalls ein Landhaus, wird im kommenden Frühjahr ;ur Ausführung gelangen und weitere stehen in Au »ficht. 2. Friedberg, 22. Cft Tie heutige Sitzung der Stadtverordneten erledigte zuerst nne Anzahl Bau- flcfudie und genehmigte ferner den Verkauf von st idnfchea -elande an Privatbefitzer Tas Gesuch des c^enx'rn’fhaff*« Kartells um Bereitstellung von Notstandsarbeiteu :vurde m der Wnfe erledigt, daß auch für diesen Winter Arbeit'- lose von der elabt in Notstandsarbeiten befchistigt werben sollen Aus der Mitte der Versammlung wurde haraef bingctvu jcn, daß am Iuhciber Wasserwerk und in den Roßbacher Bergwerken Arbeiter in größerer Anzahl für xn Wlnter gcsncttt würden Zer Eislauf verein bittet unk die Herstellung einer Berieselung ber Ci'bahr mit Hnbramen. Tic ungefähr 1700 Mk. bet ragen ben Her- nfUun^loOen werben in der Weife genehmigt, baß bvt itabt di Anlage heruelU unb unterhält, baß ter Erlauf' it unb d - cunt verzinst Tas Wasser ist mit 4 Pfennig für ben 'tnd'k- meter zu vergüten zie Talonsteuer zu ben neue« Nupons-Bogcn wirb mit 140 Mk. von ber Stadtkasfc über* J1?0”euc Schulklasse soll errichtet werde» ficcr und Flotte. Hirschberg i. Schl., 22. Crt. Ter ..Schlefifchen Gc- bicfl&Vfl" infolge ist ber General ber Infanterie z. ^. X la suue des badischen Leibgrenadier-Reglments Nr. 109, Sigismund v. Schlichting, nach vollendetem X Lebensjahre gestorben. ___________________ "Militärdienst Nachrichten. Graf v. S ch w c i- n i tz und Kiain Fchr. v. Kauder (früher im Großh. Artillerie- korps Nr. 25), Oberstleutnant, beauftragt mit der Führung des 1. Garde Feldartilleric Regiments, unter Belassung in dem Verhältnis als Flügeladjukant des Kaisers, zum Kommandeur genannten Regiments ernannt. — v. Grävenitz, Major beim Stabe des Schleswig-.Holsteinschen Tragoncr Regiments Nr. 13 (Standort Metz, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension und der Er> laubuis zum Tragen ber Uniform bes Husaren-Regimenls Fürst Blücher von Walstatt (Pomm.» Nr. 5 zur Tisp. gestellt unb ium Pferbevormuslerungs Kommissar in Tarm- stadt ernannt. — v. Gorrissen (früher im 6>arbe-Trag.- Regiment Nr. 23), Leuluaiit im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5 (Standort Mülhausen i EI, auf sein Gesuch zu ben Reserve-Offizieren bes Regiments übergefuhrl. Nacl)- trdgliü) sei bemerkt, baß bei am 14. b. M. mit Pension zur Tisp. gestellte Major unb Eskabronchef Ritter unb Ebler v. R o gifte r vom Garde>Tragoncr-Iiegimeitt Nr. 23 in türkische Dienste getreten ist. * * Kunstverein. Tie Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand ift von Sonntag, 31. Oki., an wieder geöffnet. Nach den bis jetzt eingclaufcnen Anmeldungen ver spricht bic Ausstellung ganz hervorragend zu loeroen, beim es gelangen u. a. Werke von: Bader, Beitlmn, Brütt, Griitzner, Gelles Hagen, Ludwig v. Hofmänn, Morgenstern, Thoma, Roch ling, Keller Reutlingen zur Ausstellung. Auch Werke der Plastik von Staudmgcr, Liebmann, Schau» und Schwarz werden aus gestellt werden. • • 6ta bttljc ater. Ein neues Schauspiel nach dem Roman von Willibald Alexis, ,T i c Hosen deS Herrii von Biedorvist von der Direktion zur 9(ufführung erworben morben. Die Novität ist vor kurzem am Hamburger Schauspielhaus mit außerordentlichem Erfolg ausgeführt worden und soll demnächst von unserem Theater als zweiter Buhne gegeben werden. Bicbertalbahn und städtische Straßenbahn. Wie gefährlich es ist, einer Privatgesellschaft bic Mitbenutzung der Straßen einer Stadt zu gestatten und mic wenig Entgegen kommen gegebenen Falles die Gemeinde von einer Prlvatgesellsckwfl zu erwarten hat, zeigen die Verhandlungen der Stadt Gießen mit der Biebcrtalbahn wegen Kreuzung der QMeiic der letzteren durch unsere Straßenbahn Verbieten fomUc die Biebcrtalbahn die K-reuzung an der Haminstraße nicht, denn dieses Recht wird durch das hessische Äleinbahngesetz gewährleistet. Tre Stadt wünschte aber, daß die Biebcrtalbahn, bereit Gleis entlang ber Hammstraße nur mit einer Lokomotive und Packwagen, nicht aber mit Personenwagen befahren wird, von den Gleisen der Straßenbahn buidifdjnUtcn werde, so daß die einen neuen Kursus. (Näheres siehe Rnzeigcnieil). "Einbruch. In das Kontor eines Geschäfts in ber 2 chanzenftraße wurde in vergangener Nacht emgebrochen. Ter Dieb erbrach mit einem starken Messer. baS er am Tatorte zurückließ, mehrere Behältnisse und durchsuchte alles nach Geld. ES fielen ihm aber nur 7 Mk. und eine Anzahl lO.Pfennig-Mtirkcn in bic Hande. Alles andere ließ er unberührt. • • Neue Reichsbank st elle. Am 29. Nov. d. I. ivird in Spandau eine von der Reichsbank stelle in Eharlottenburg abhängige Neichsbanknedenstelle mit Kasteneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. 3E. Leihgestern, 22. Oft Am kommenden Sonntag nachiniltag findet hier in ber Gastwirtfch».i: von Gg. Ben- ber eine Versammlung bes Obcrhess C b ft ba u- Vereins ftatt# in 3*er iwx 5^/rrtdr HCw. 1 Hoffmann knis Friebberg, einen Vor trag halten Wifb über „Tic Wintcrarbeilen an unseren Obstbäumen". Mt ber Versanrnilung ist eine Gratisverlosung von Ob st bäumen für bic Mitglicber bco £bcd) £ bftbou- vcrcinS ber Gemcinben Wal cuborn-Stcinbcrg unb Leihgestern verknüpft Ta ber Obstbau fur bic hiesige Gegend, wie bicS sich auf bem Gießener CbftmarTtc gezeigt hat, sehr lohnend ist unb noch weiter ausgebehnt ivcrbeu kann, wäre ein zahlreicher Bcfiid) ber Ber ammlung auch Kuben umlicgcnbcn Orten sehr erwünsdst. ? Homberg a. b. Ohm, 22. Okt. Tret hiesige 11 jähr. Schüler verübten vor einigen Tagen in WalberS- Hausen Einbruchsbieb stähle unb trieben sich al»- bann einen Tag in Nieber-Gemünben herum, woselbst sie auch einen Hm« entwendeten unb an einer Leine mit sich hentmführten. Tic Nacht kampierten sie in einem Eisen- bal'Nwagen, woselbst sie eittbcdt wurden. Sie halten 15 Mk. an Geld bet sich unb gaben an, nach Oesterreich reifen zu wollen, ba biejer Staat Verbrecher nicht ausliefere. Sic würben verhaftet unb nad) ihrer Heimat transponiert (!) Schabenbach, 22. Cft. Nadi langen Verhandlungen hat die (Gemeinde bic (Genehmigung erhalten, ihr altes, baufälliges A i r d) 1 c t « zu veräußern C# soll auf den Abbruch ver'aust werden Tie alten historisch.'n Bilder -Jesus und die 12 Apostel darstellend müssen auf Anordiiuug des Tentinalpfiegers im neuen Gotkcshaujr Aus- nähme finden, was der «emeinbe äußerst unlieb ist, da fic nach ihrer Ansidst ba» idnnudc Kirchlein verunzieren. X "auterbach, 22. Cft. Tie hiesige Ileifchenunung hat die Einführung ber obligatorischen Tn d) inen schau bcschlosicn. bebanMi eine brr ältesten und reizvollsten Sagen des ducO, seine THäubcrromontit früb*T io berülmttcii unb berücknigten Ab nlizenlmideS. Tic Icjtbidjtfr sind der in Rvm lebende Maler Slrntifr» Sorsoria unb der lunge Tidrtrr Marco Bucci T as erste d e u t s ch e I n st i k u t für är»tfin; Resideundeatei in Hannover emvrben war. ist von der Zcn - —---- v rvu uiuwci iwu»- fur verboten mitten - C dvmina me a dnßt ocr neu-in ~ •‘leibe wird bis zum Umbau ber Musterftsiule in da» «o*es GcjchäitS in bc -Nacht emgebrochk er, bo§ er am Sc urchsuchte alles nti ■. unb eine Änzu S andere ließ er c + Herbstein, 22. Oft Das hiesige Schöffengericht verurteilte heute den Krd. Oechler von Ilbeshausen wegen Beleidigung zu 15 Mk. Geldstrafe und Tragung sämtlicher GriginaL-Drahtmel-ungen. Frankreich unb die Zarcnreise. Paris, 23. Okt. Der Minister des Aeußern Pichon beabsichtigt, den Zaren auf der Rückreise zu begrüben unb will bei dieser Gelegenheit auch eine Unterredung mit Stolypin haben. (Siebener Wetterdienst. Äoranssichtliche Witterung für Hessen am Sonntag dem 24. Oktober: Trübe, Regenfälle. Stark wmdig bis stürmisch. Gegen das Aitern Dr. HommeFs Haematogen WARNUNG! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommel. Kosten. Oechler hatte in einem im Lauterbacher Anzeiger er* sckneneuen Gedickte, unterzeichnet Heinr. Vogelsberger, zum Ausdruck geb rackst, die Wirte verkauften ,,Tröpfelb i e r". Ter Vorstaird des Gastwirrevcrcins erhob hierauf gegen Oechler Privat klage, in der obiges Urteil erging. Dem Privatkläger wurde ausserdem die Publikationsbefugnis int Lauterd. Auz. zugespvochen. Bern, 22. Okt. Das Gericht in Veven ^Kanton Waadt) verurteilte einen Reserveoffizier aus Dortmund, der einem schweizerischen Oln-rleutnant aus Bern auf offener ^traye eine Ohn'eige versetzt hatte, zu fünf Monaten Gefängnis unb 1000 Francs Entschädigung an den Geohrfeigten. LMchUahrl. ,,Par seval 3" nrirb heute seine große Heimfahrt nach' Bitterfeld antreten. Gestern hat das Luftschiff eilten wohlgelungenen Aufstieg unternommen. Major Parseval nahm an der Fahrt teil, außerdem u. a. der Militärattache bei der russischen Botschaft in Berlin, Oberst v. Michelsen, im Äluftrage seiner Regierung, die sich für beit Ankauf eines Parsevalballons interessiert; der englische Oberst Churchill, der Chefredakteur der „Neckarzeitung" in Heilbronn, und der Stadtrat von c-i"‘--- Zuerst ging die Fahrt dein Niain entlang auf ’ Wiesbaden zu und dann wieder zurück. Das Luftschiff hatte gegen starke Böen anzukämpfen, die es jedoch gut bestand. Die Geschwindigkeit betrug 60 Kilometer. Grösste und leistungsfähigste Möbelfabrik Deutschlands. Konkurrenzlos in Bezug auf Preise, Schönheit der Formen und Qualität der Arbeit. Reichhaltigste und ständig wechselnde Ausstellung Kompletter Wohnungseinrichtungen in allen Preislagen. Sämtliche Räume, auch die einfachsten, von ersten Künstlern entworfen. Eigenes Atelier für Innen - Architektur |30" ist beschädigt. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 22. Oktober. Wegen Beleidigung eines Eifenbahnschafsners hotte das Schöffengericht den Müller H. S. von Echzell zu I Tagen Gefängnis verurteilt und dem Beleidigten die Publi- 7 Eionsbefugnis -verkannt. Der Angeklagte kam an einem Sonn- iLgmorgen von .Homburg v. d. H., wo er in Arbeit steht, mit mer Ärbeitcrfahrkartc, die nur zur Fahrt an Wochentagen be- Lchtigt, auf dem Bahnhof Friedberg an. Der Bahnsteigschaffner ,-rlangtc eine volizcilichc Bescheinigung, wonach die berufliche .itigkcit des Angeklagten cs nicht gestattet habe, die Rückreise in Samstag anzutretcn, da nur unter dieser Bedingung eine .Wochenkarte Sonittags benutzt werden darf. Ter Angeklagte i klärte dem Schaffner, er habe von ihm gar nichts zu verlangen [urai> er zeige ihm auch nichts vor. Als ihn der Schaffner bis hiLT Ankunft des Stationsbeamten festhielt, nannte er ihn einen , Trecksack" und schimpfte mit drohend erhobenem Schirm weiter. ,,infolge Strafantrags der Eisenbahndirektion ging Anklage und i bits Schöffengericht führte bei der Urteilsbegründung aus, es habe Lut deswillen auf eine Freiheitsstrafe erkannt, weil gerade durch ne Roheit der Arbeiter die Cisenbahnbeamten viel zu leiden hätten, "'(r Angeklagte legte Berufung ein, indem er die Beleidigung Lfcilritt: er behauptete sogar, er sei von dem Schaffner angegriffen! n»rbcn. Diese Angaben stellten sich als unwahr heraus, wes- ■ alb seine Berufung zuruckgewiesen wurde. Ein schlechtes Geschäft Ihat der Ziegeleiarbeiter H. G aus Frischborn bei der Straf- unmer gemacht. Sein Stiefsohn H. I. kam in Altenburg Imit einem Kameraden in .Wortwechsel, weshalb er nach seinen i Ikern rief. G. kam dann mit seiner Frau auf die Straße und twhrend Mutter unb Sohn den Gegner umherzerrten, gab der ^ter diesem einen Stoß in den Rücken. Kurz darauf griff dem «verletzten ein Kamerad auf den Rücken und sagte: „Du blutst ja rröe ’ne Sau." Erst jetzt merkte der Verletzte, daß ihm neben, bat linken Schulterblatt ein Messer eingedrungen war. Bon den lnigreifern wollte feiner gestochen haben, zwar gab der junge I. an, er habe mit dem Messer geschlagen, dieses sei aber ge- i schlossen gewesen. Nach Lage der Sache konnte nur der alte G. hem Verletzten den Stich beigebracht haben. Alle drei wurden wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung angeflagt, und trotzdem von nun an behauptete, er habe dem Verletzten den Stich beigebracht und G. seine Schuld bestritt, verurteilte das Schöffen gericht den Zuletztgenannten zu 2 Monaten Gefängnis und sprach bie Fron unb den Sohn frei, da diese in Notwehr gehandcttl .hätten. Der Verurteilte focht dieses Erkenntnis an, desgleichen die Staatsanwaltschaft, da diese die Angeklagten wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilt wissen wollte. Auch vor der Strafkammer bestritt G. seine Schuld und sein Stiefsohn wollte die Sache auf sich nehmen, während die Frau die Parteien nur habe trennen wollen. Die Strafkammer war mit dem Schöffengericht einig, daß nur der Angeklagte G. dem Verletzten den Stich deigebracht haben kann, da die andern Angeklagten den Verletzten nur von vorn angesaßt haben. Unter Berücksichtigung der Gefährlichkeit dieser Handlungsweise, die leicht den Tod des Verletzten hätte herbeiführen können, erhöhte das Gericht die Strafe des G. auf 4 Nionate Gefängnis. Da I. den Verletzten auch mehrfach getreten hat, ohne in Notwehr zu sein, wurde er zu einer Geldstrafe von 25 Mk. verurteilt, während es bei der Freisprechung der Frau blieb. Falsche Beurkundung ist dem ftcflDertr. Ortsgerichtsvorst eher K. K. von Ober-Ohmen zur Last gelegt. Ein Bewohner des Ortes wollte ein Darlehen aufnehmen, weshalb eine diesbezügliche Urkunde ausgestellt wurde. Der Bürge wollte aber nicht für den ganzen Betrag haftbar fein, was den Schuldner bewog, die Urkunde abzuändern. Die Kasse beanstandete die Urkunde unb sanbte sie zur Vernichtung an den Schuldner zurück, unter gleichzeitiger Beigabe einer neuen, die unterzeichnet und beglaubigt Turin 1902: . . . Gold. Medaille St. Louis 1904: . Gold. Medaille Mannheim 1907: Gold. Medaille liu 29. Nov. b.; Reichsbankstelle i anstelle mit Rofii» eröffnet werden. ommenden 5onr.:: schast von Gg. Ze rhess. Obstbar .Herr ittrag halten iri jb[tbäumen". 'J1 Erlösung btt > Oberh. Obsits inberg und Lro Die hiesige Gcgc'i rarste gezeigt hr >ehnt werden minituug auch ß Drei hiesige 1M m in Waldei-' id trieben sich al? herum, woselbst st nncr Leine mit r- jic. in einem 6ip rden. Sie . in, nach Lester^' rficr nicht ausneis eintat transportur ch langen WJ iaultg erhalten,» veräußern, c ?ie alten historM' OeKeitb) müist»^ Icn^ttcM-; Kein veru^ >iesige Fleisches in5rid)tnen|«S- |i Marburg, 22. OK. NoÄ>em der Wiederaufbau des U-Dicken Teils des im vorigen Jahre abgebrannten städtischen Itttrrzitätswerkes in der sog. herrenmuhlc ilott im Gange ■t, beschäftigte sich heute ine Stadtverordneterweriammlung mit f« Frage der Wiederherstellung d s We sts lu g el s, •criiber große Meinimgsverschiedenheilen D erschlag des Bezirks-Konservators Pros v. Drach wll das Ge- dube ähnlich dem alten werben, wahrend bas Proiekt des adtbaurats Bewig bei tunlichster Berücksichtigung bce früheren in Werks bie notwendige Verbreiterung der Kratze zulatzt. ^.as Uere Projekt wurde einstimmig gutgeheißen. — In den letzten |. -igcn wurden hier und in der weiteren Umgebung etwa sefjn 3-itte der spinalen Kinderl ähmung testgestellt. -i-ie -ankheit verläuft bis jetzt gutartig und gibt zu Bei orgni, seit iJten4?fte6rborn, 22. Okt. Nächste Ostern findet hier der nassauische Lehrertag statt. Die Versammlung wird aller Wahrscheinlichkeit nach sehr gut besucht werden, zumal ine meisten Lehrer Nassaus auf dec hiesigen Pcaparanden- o istalt ihre erste Ausbildung fanden. Ihre beiden r-chwestecn- t ifiolten Ufingen und Dillenburg lind jüngeren Ursprungs. Wiesbaden, 22 Okt. Ern schreckliches Un- g lück, das den Erstickungstod dr erer Krnder zur s^olge hatte, ereignete sich gestern in d^n k>cmse Wucher- inafie Ni. 17. Dort nmkM un 2. Stockwerk de^ Seiten- Halles der Taglöhner Himmelmann. Ein Hausbewohner bemerkte aus der Wohnmig Rauch herausdrrngen. o>a zensier ujtb Türen verschlossen traten, so tmirbc von einem yaus- H.rwohner die Tür erbrochen. In der rauchgefullten Wotz- arna fand man in der Stube drei Knaben im Alter von 5 3 und 1 Fahr bewußtlos vor. Die Äinber hatten jedenfalls imit Streichhölzern gespielt und hierbei das Bett in Brand q.ksteckt. Das Feuer wurde durch Hausbeivohner bald gesetzt und die Sanitätswache lferbeigerusen. Emer der un- rücklichen Knaben war bereits tot. Die beiden anderen i-arben mts dem Wege zum Krankenhaus. Die Kinder be- anben sich allein in der Wohnung. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen unb b en Radibor floaten. Trotz der eifrigen Bemühungen der ^ani- Äsbehörde nehmen in Offenbach die Ty phuserkr an - -jnqcn narf»crabe einen beunruhigenden Umsang an Am '-reitaq sind abermals vier neue Fälle zu verzeichnen, so datz KBt die O^esamtzisser 29 Erkrankungen unb 5 Todesfälle betragt. In Schweinsberg fiel der Taglöhner Hälfe 1 b ach io umglücklich die Haustreppe hinunter, daß er gestern starb. — 3 n Frankfurt a. M. lvurden bei einem E i n b r u ch eine (io§e Anzahl Wertpapiere, Preußische Konsols und Bayernche - isenbahnobligationen, gestohlen. — 3n Lor ch h ausen hat der «ÄZinzerverein, brr 40 Mitglieder zählt, seine Bilanz nut einem ■y erhift von 56 046 Mk. abgeschlossen. — Auf dem Kleinen üi bc in bei Biebrich stießen infolge Nebels die Güterdampser diadenia 30" unb „Jnbustrie II." zusammen. Die ,,^n- ■ buftrie II." sank, ihre Besatzung würbe gerettet. Die „Babenia Hof - Möbelfabrik DARMSTADT Telephon 35 Grossh. Hess. Hoflieferant Kaiser!. Russ. Hoflieferant :ltcn der Sm «ffiu^ h" i blc,e5 $ähh* ?b!?u«g ob, r £ ""»Ms "$« »«9, bi. kft ligt 5*8 ©tunbetitetb r» ' **n Hälfet Pnr ®,lkitunn N ?°lMakteii JL» 64r«69tiitia*' biefet $!,6, K°N°n. bah . «b« sollen i '«imbauito -Esichule qeqrt,. 1 Bolksschüler in- ^bllchtigt ioieL 1 an einigen $0[. ffiRiMtelln a)u(en davon etn^ 5er Eisvein- r Export sich ai, Leiter entmidib heVeranstaltilnzn d) Daran beteilige )at sch ein neun 30 Mitglieder te Kleine Tageschronik. Fm Mansfelder Streikgebiet herrschen! seit vor- geftern Unruhen Arbeitswillige wurden von Streikenden mit Stvckschlägen unb Steinwürfen von den Arbeitsplätzen weggetrieben. Polizei unb Genbarmerie wurden angegriffen unb Sachbeschädigungen verübt. Aus den nächsten Garnisonen wurde Militär zu Lilse gezogen. Infolge eines großen Brandes in Perna mbuco ist bas deutsche Vollschiff Posen gesunken. Das Schiff hatte .Hamburg am 5. September mit der Bestimmung nack Valparaiso verlassen. Tie 94 Mann zählende Besatzung wurde von dem englischen Dampfer „Earl of Carrick" ausgenommen und in Rio d e Janeiro an Land gesetzt. . Der Bahnhof von B e l l p a t-B el uts ch i st a n, sowie ein Gebäude an der Eisenbahn nach Quetta wurden durch etn Erdbeben vollständig zerstört. 25 Menschen wurden getötet, 12 verletzt. . . Der Vesuv ist am Donnerstag ut Tätigkeit getreten. Wie aus Cat ania berichtet wirb, wurden um 7 Uhr morgens in mehreren Ortschaften der Umgebung heftige Erdstöße wahrgenommen. Mehrere Häuser weisen Risse auf. Die Bevölkerung verbrachte die Nacht im Freien. Gestern abend 6 Uhr erfolgten neue Erdstöße, die bereits in weiterem Umkreise verspürt wurden. Militär ist in den benachbarten Orten eingetroffen^ Großes Aufsehen erregt die Entdeck^ig des Gerippes einer Frau, die im Walde auf Long Island mit einer Schußwunde im Schädel und eleganten Kleiderreiten und kostbaren Juwelen (tufgehmben wurde. Tie Tote muß schon über ein Jahr im Walde gelegen haben. Papiere, die dabei gefunden wurden, beweisen, daß bie Ermordete eine Deut, che war, die an den EisenwaienHändler Otto Schonner in Altona eine Rech- ming über 16,95 Mark hatte. Neben dem Skelett wurde eine Uhr' mit den Buchstaben A. L. gesunden. Spielpian des Reuen Gietzener StadttheAers. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag den 24. Oktober, nacknüttagS 37, Uhr, bei kleinen Preisen: „Alt-Heidelberg." Ende 57« Uhr. Abends 77, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen: „Ter fiedele Bauer." Ende 107, Uhr. Montag den 25. Oktober, abends 8 Uhr: Volksvorstellnng: „Hase- manns Töchter." Ende 107, Uhr. Dienstag den 26. Oktober, abends 8 Uhr: 4. Dienstag - Abonnement - Vorstellung: „Narrenglanz." Cnde 107, Uhr. Mittwoch den 27. Oktober, abends 8 Uhr (außer Abonnement): Einmaliges Gastfviel von Earl William Büller: Der Doppelmenfch." Neuheit. Schwank in 3 Akten von W.Jakoby und A. Lipvjchitz. Ende 10 Uhr. Freitag den 29. Oktober, Abends 8 Uhr: 5. Freitag-Abonnement-Vorstellung: „Tie Stützen der Ge- sellschast." Ende 107, Uhr. werden sollte. Mit der zweiten Urkunde ging der Schuldner zu dem Ortsgerichtsvorsteher, der seine Unterschrift unb gleichzeitig die des Bürgens die aber (ttod) nicht vollzogen war, beglaubigte. Die Sache blieb eine Zeitlang verschwiegen, denn der Bürge unterzeichnete nachträglich und das Geld wurde auch ausbezahlt. Tie Parteileidenschaft trieb aber die Gegner des Angeklagten dazu, Anzeige zu erstatten. Der Angeklagte will sich bei der Vollziehung des Beglaubigungsvermerks nichts Strafbares vorgestellt haben; nach seinen Angaben war er der Ansicht, es sei alles in Ordnung unb er brauche nur seinen Namen hin- zusetzen unb das Siegel beizudrucken. Tas Gericht nahm an, der Angeklagte habe von der rechtlichen Bedeutung des Vorganges nicht die richtige Vorstellung gehabt, weshalb es ihn freisprach. Tie Staatsanwaltsclwft hatte die Minbeststrafe von einem Monat Gefängnis beantragte. Zhr früheres Urteil aufgehoben hat die Strafkammer, die im letzten Sommer den Landwirt Gust. Schellmann von Geiß-Nidda wegen Betrugs zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt hatte. Der Angeklagte hatte ein seiner Mutter gehöriges Orchestrion, das neu 700 Mk. gekostet hatte, für 1300 Mark an eine andere Wirtin verkauft und zwar, wie diese behauptete, unter der Angabe, das Orchestrion habe neu 2200Mk. gekostet. Im Gegensatz zu früher wurde zu gmisten des Angeklagten angenommen, es sei nicht erwiesen, daß er der Wirtin die unwahren Angaben gemacht hat, zum mindesten stand nicht fest, daß die unwahren Angaben bestimmend für die Käuferin waren. Es erging deshalb Freisprechung._____________________ Gerichtsraal. Standgericht. th. Gießen, 22. Okt. Unter bem Vorsitz des Majors Nücker sand gestern in der Zeughauskaserne eine Verhandlung des Standgerichts gegen den Reservisten Clemens Ang. M aibvm von Attendorn im Saner- lanb statt. Als Beisitzer fungierten Hauptmann Vollav unb Oberleutnant v. Bocltzig. Die Anklage vertrat Leutnant Möller. Maibom hat drei Jahre als Freiwilliger bei den .Husaren gedient unb ging bann als Reiter 2% Jahre zur Schutziruppe nach Südwest-Afrita. Als gelernter Kaufmann, der vor seiner Dienstzeit als Verkäufer in einem Mamifatturwarengeschäft gearbeitet, konnte er nach seiner Rückkehr aus Afrika feine Stellung finden, unb wurde Gelegenheitsarbeiter. Er wollte aus seinem Heimatsort fort unb meldete sich beim Bezirkskonunanbo schriftlich auf Wanderschaft ab, erhielt aber bas Schreiben zurück mit der Anfrage, warum er aus Wanderschaft gehe, worauf er dem Bezirks- kommando feine Antwort gab; er wurde deshalb mit 3 Tagen Mittelarrest bestraft. Maibom hat sich nicht mehr bei dem zuständigen Bezirkstonimando angemeldet, und eine Kontrollversammlung versäumt. Der Angeklagte wurde dann zum 11. April nach Siegen vorgelnden, um sich beim Bezirkskommando zu melden. Auf dem Wege dahin will Maibom in schlechte Gesellschaft geraten sein und sich betrunken haben, so daß er dem Befehl nicht nach kam. Der Gerichtshof war mit dem Anklagevertreter der Ansicht, daß es sich nur um einfachen Ungehorsam handelt unb nicht, wie .bet Anklagebeschluß annahm, um Beharren im Ungehorsam gegen einen wiederholt erhaltenen Befehl, worauf Gefängnis ober Festung bis zu drei Jahren steht. Maibom wurde zu zehn Tagen Mittelarrest verurteilt, auf welche sieben Tage der erlittenen Untersuchungshast in Anrechnung kommen. Tas Urteil wurde vom Angeklagten sofort anerkannt. t. Seide,«"! .^cVpate«' 'tanb «'■< 5"f; SK: ;Crer ytl» k b -E l. » SNlg sU Den $ n dec "soll Frankfurter 5chuhla£er Giessen Te'ephon 539 Mäusburg 12 ^MMMs in grösster Auswahl für Damen, Herren u Kinder Gro^e Posten Kamelhaar - Schuhe empfehle besonders preiswert Schubftrasse 4. Giessen, im Oktober 1909. 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