PK 5 Erstes Blatt 159. Jahrgang Mittwoch 23. Juni 1909 Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Form zu akzeptieren. rikal-tonservative Mehrheit die verlangten 500 Millionen dankbar ist. Karl Neurath. der Bühne genommen. Sie sang r von Sevilla" mit der ganzen Sembrich Abschied von Nr. 144 Der Otthener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KietzenerZamilienblätter; — Berliner Musikbrief: Marcella Sembrichs Abschied van der Bühne. Man schreibt uns aus Berlin unterm 22. d. M.: In der Gurw-Qper hat gestern Marcella Kreta. Wie „Jeni Gazetta" meldet, hat die Pforte an die Schutz- Mächte eine Note gerichtet, in der sie erklärt, daß die Äreteü oder Griecl-enland im Juli, wenn die Mächte ihre Truppen und Schiffe zurückgezogen hätten, wahrscheinlich eine Attwn zwecks Annektierung un'emehmcn würden. Linen solchen Schritt werde die Pforte aber niemals gestatten; nötigenfalls werde sie selbst vor einer Kriegserklärung nicht zurückschrecken. Gleichzeitig erklärte sich die Pforte bereit, über die Autonomie der JuseÜ parlamentarisches. md. Tie W a h l p r ü s u n g s k o in in i s s i o n des Reichs- k^ages kam heute zu einer Entscheidung über die Wahl des Adg. Sievers (Nall., Lüneburg-Vinsen-Bleckede). Die. Wahl wurde beanstandet und Beweiserhebung beschlossen. Line Rede der Kaifers. Anläßlich der Segel-Regatta auf der Unterelbe hat her Kaiser in einer bemerkenswerten Rede die politische Lage behandelt. Die Rede des Kaisers auf dem Dampfer „Deutschland" der Hamburg-Amerika-Linie bei Altenbruch lautete: „Meine verehrte Magnifizenz! Ich bitte Meinen herzlichsten und gerührtesten Dank entgegennehmen zu wollen für die freundliche Begrüßung im Kreise Mir gleichgesinnter und wohlbekannter Männer. Es war in der Tat für mich ein schwerer Gewissenskampf, als Ich zwischen Meine Pflicht und Mein Vergnügen auf der Elbe und in Hamburg gestellt wurde, evtl, die Freude, der Gast der Homburger sein zu dürfen, aufgeben zu müssen. Aber es verstand sich von selber, daß der Wohlfahrt des Reiches gegenüber persönliche Wünsche zu schweigen hatten, und schweren Herzens entschloß Ich Mich daher, die Nachricht nach Hamburg gelangen zu lassen, daß es Mir wohl nicht möglich sein würde, Ihr Gast zu sein, und an den sportlichen Unternehmungen teilnehmen zu können. Glücklicherweise haben sich die Verhältnisse günstig gestaltet. Das Mir vom Bulkan gelieferte Schiff, das Sie alle kennen. Meine Jacht „Hoheuzollern", hat ihren altbewährten und guten Ruhm von neuem wieder wett gemacht. Wir haben Uns beeilt und sind durch die Ostsee geflogen. Und was sie nicht beenden konnte, das besorgte die Eisenbahn, und so war es Mir denn möglich, zu diesen schönen Veranstaltungen des Hamburger Renntages rechtzeitig eintreffen zu können, und so wieder in den Kreis der Mir so befreundeten und so sympathischen Männer und Jrauen zu treten und zu gleicher Zeit auch den Wünschen von Eurer Magnifizenz entgegenkommen zu können. Der heutige Tag verpflichtet Mich zu innigem Danke der Stabt« Hamburg für ihren warmen und herzlichen Empfang, der sich womöglich von Jahr zu Jahr steigert, wenn das möglich wäre, für die Gastfreiheit in dem Heim Euerer Magnifizenz und nicht zuletzt für das schone Fahrzeug, das Mir eines Hamburger Meisters Hand geliefert, irachdem Ich schon seit Jahren strebe, daß auch in dem Jachtbau wir auf eigenen Füßen stehen, wie im Kriegs- schissbau und wie im Dampferbau. Von deutschen Händen gefügt, aus deutschem Material geboren, und von deutschen Männern von der Waterkant besetzt, ist es ein würdiges Fahrzeug, das, wie Ich hoffe, auch noch in diesem Jahre im Auslände sich gut -eigen und gut abschneiden wird. Wir treiben hier Sport und keine Politik: Eure Magnifizenz haben aber die Güte gehabt, die Punkte zu berühren, die aller Deutschen Herzen jetzt bewegen. Ich hoffe immer noch, daß der Gemeinsinn in unseren Volksoer tretern sich über hem Parteisinn Bahn brechen wird, da Ich doch axv nehme, daß niemand unter ihnen die Verantwortlichkeit auf seine Schultern nehmen wird, das Scheitern einer für unser Vater land nach Innen wie nach Außen unumgänglich notwendigem stellerisch hatte die Künstlerin einen großen Erfolg. Mit geistreichem Spiel verband sich eine gefällige Gewandheit zu schönster Wirkung. Darstellerisch bot auch Willy Schwind eine sehr ansprechende Leistung, aber seine stimmlichen Mittel sind bei aller Schönheit doch beschränkt, was umso stärker hervortrat, als sich das Orchester unter Alfons Mourots Leitung nicht immer anzupassen wußte. Bruno Hildebrandt brachte die unglückliche Figur des Rosillon zur bestmöglichen Geltung und Grete Brill war als anständige Frau so nett und lieblich wie kürzlich als Daisy. Richard Hel sing als Zeta, der auch die Bühnenleitung mit großer Gewcmdhett führte, und Edgar Pauly als Rjegus hatten tadellos Maske gemackst und boten ohne große Uebertreibungen recht glückliche Leistungen. Vorzüglich hielt sich der Chor und auch die von Lina Old ini sehr gut geleiteten Tänze sind aller Anerkennung wert, so daß im ganzen eine sehr gut ausgearbeitete und erfolgreiche Vorstellung zu stände kam, für die die Bevölkerung der tüchtigen Leitung des Theaters auch offensichtlich zweimal roöcf)entLKtei$: blatt für den Kreis Siehe« (Tienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Gieszener SfaMtyeater» Die lustige Witwe. 'Operette in drei Akteur von B. Leon und L. Stein. Musik von Franz Lehär. Schillers sämtliche Werke haben alles in allem dem -Dichter und seinen Nachkommen dreihunderttausend Gulden ettiaebracht. Schiller selbst hat hiervon ungefähr vrerund- zwanziqtausend Gulden erhalten. Die lustige Witwe aber hat ihren Vätern iirnerhalb dreier Jahre wett über sechs Millionen Mark verdient. Ein schneidender Gegensatz, dem es aber nicht an einer gewissen Romantik fehlt. Die beiden Verfasser haben dabei allein über vierhunderttausend Mark eingenommen. Das ist fast soviel rote Schillers Werke überhaupt getragen haben. , rr Vor allen Dingen ist das natürlich das oder besser noch der Verdienst des Tonsetzers, der mit seinen faßlichen, liebenswürdiq-harmloseii Melodien einen unglaublichen Erfolg errungen hat. Aber auch die Verfasser haben daran Lett. Vor allem ist es wohl der Charakter dev offenherzigen Danilo, der die Frauen begeistert hat und 1somit den Sieg be§ Werkes errungen hat. In manchen Städten wurden ine Darsteller dieses ehrenhaften, schneidigen Schelmen aeradezu verhimmelt. Und das Romantilche, das von jdjer 'ine Räuber zu Halbgöttern gemacht hat, hat auch hier seine Wirkung nicht versagt. Vornehm, verarmt, schon, faul, von liebenswürdigstem Benehmen und sieghafter Keckheit, nachts bei den leichtherzigen Werbern von Maxim tber in den Salons vornehmer Frauen - das ist der Held, gewiß nicht das Ideal emes Mannes — aber trotze dem begehrt. Daß er zu einem Liebling der Frauen geworden ist, hätte neben den sozialen GeftchtsMnkten «euch ein großes psychologisches Interesse, wenn die Ver- Wr es weiter verarbeitet hätten, als es-zu einer fen- abnenholen und heiteren Wirkung notwendig ist. So äst nur der äußere Schein maßgebend urrd die ganze Anteilnahme bleibt lediglich eine harmlose ^chiuarmerer. Auch gestern verfehlte die Aufführung ihre Wirkung flächt; sie war gut und eingehend vorbereitet und hatt teilweise ganz prächtige Bühnenbilder zu wege ^gebracht. Besonders der zwette Akt war ausgezeichnet aus gestattet. Tuch die Darstellung war auf einer erfreulichen H oh - Kränzi G r o ß k o p f verstärkte den günstigen Eindruck, oen jie als Dotlarprinzessin gemacht hatte, um eut bedeutende^ kÄas Viljalied gelang ihr ausgezeichnet, ^uch rern dar Aus dieser Meldung geht, wie man sieht, recht deutlich hervor, daß die ganze Aktion eigentlich gegen Bülow gerichtet ist, dem der Kaiser nach der letzten Reichstagsrede ein Glückwunschtelegramm gesandt hat. Aber was ficht es die' Konservativen an, daß der Kanzler noch immer das Vertrauen seines kaiserlichen Herrn hat. Ja dieses Vertrauen ist es gerade, das die Konservativen und das Zentrum nun schon seit Monaten zu untergraben suchen; aus alle erdenkliche Weise. Nun haben sie zum Hauptschlage ausgeholt. Mit welcherlei Mitteln man arbeitet, um im Lande Mißtrauen zu säen und die eigenen Pläne zu verdunkeln, lehren die immer wiederkehrenden falschen Gerüchte über die Haltung der Nationalliberalen. Die „Nat- Ztg." sieht sich nun genötigt, diesen Gerüchten wieder einmal ein Dementi entgegenzustellen. Das nationalliberale Parteiorgan schreibt: Es gehen durch die Presse immer wieder Nachrichten, die es als möglich oder gar als wahrscheinlich hinstellen, daß die Nationalliberalen am letzten Ende sich zu der neuen Mehrheit schlagen würden. Es ist nach all den letzten Kundgebungen der nationalliberalen Partei und der Reichstagsftaktion verwunderlich, daß ernsthafte Politiker diesen Vermutungen Glauben schenken können. Um endgültig diesen irreführenden Nachrichten den Boden entziehen zu können, teilen wir mit, daß die n a ti o n a 11i b c r a I e Fraktion des Reichstages einstimmig beschlossen hat, für den Fall der Ablehnung dev Erbanfallsteuer, der heute einzig möglichen allgemeinen Besitz st euer, den Finanzreformplan der Mehrheit in allen feinen Teilen ab- zulehnen. Dieses harte und entschlossene Nein von nationalliberaler Seite berührt außerordentlich sympathisch. Vi.lleicht erkennen die Konservativen nun noch in letzter Stunde, daß es nicht grtt gewesen ist, den Bogen dermaßen zu über- fpannen. Ein Rücktritt Bülows im jetzigen Augenblick würden wir sehr beklagen, aber es ist ja auch noch fein rechter Grund für einen solchen Rücktritt vorhanden. Die Regierung ist bisher festgeblieben, sie sollte auch die weiteren Konsequenzen nicht scheuen. Warum nicht schließlich auch eine Auflösung des Reichstages? Sie würde doch endlich Klarheit bringen. E. A. Hause, so lange sie nnb Francesco d'Anorade als Figaro auf der Szene standen. Von den anderen Mitwirkungen aber wandte sich das Publikum, das den großen Saal bei Kroll bis auf den allerletzten Platz gefüllt hatte, mit Schau- fcern ab. Im Orchester wurden Tempi genommen, die die herrliche, unvergänglich schöne geniale Musik des „Barbier" vollständig verzerrten. Es ist recht peinlich, daß Marcella Sembrich so traurige Erinnerungen an den letzten 2lbcnd mttnehmen muß, an dem sie auf den Brettern gestanden hat. Ein frohes Ereignis im spanischen Konigshause. Die Königin von Spanien ist gestern früh, wie bereits telegraphisch gemeldet, aiif- Schloß La Granja von einer Tochter entbunden worden. Die Botschaft von der Geburt einer Prinzessin wurde der Hauptstädtischen Bevölkerung gestern früh durch neunzehn Kanonenschüsse mitgeteilt. 20 Minuten nach der Ge- burt trafen der Kabinettschcs und der Justtzminister per Automobil bereits im Schlosse La Granja ein. Um> 7 Uhr zeigte der König die Prinzessin den in den Vorzimmern versammelten amtlichen Personen und nahm deren Glückwünsche entgegen. Die junge Prinzessin hat blondes Saar und ist etwas schwächlicher als ihre beiden Geschwister bei der Geburt waren. Tie Freude! der königlichen Familie ist um so größer, als man sich öl (gemein eine Prinzessin gewünscht hatte. Der König bekundete seine Freud« durch ein Amnestiedekret, das eine Reihe von Personen begnadigt, und die Strafe anderer cherabsetzt. KolLtische Sagessehari. Die Krisis in Ungarn. Der -ungarische Ministerpräsident Wekerle wurde gestern vom König Franz Josef in Wien in Audienz empfangen. Wekerle erbat die endgültige Lösung der Krise auf der Grundlage, daß gegen die Gewährung nationaler Zugeständnisse vom Reichstage die neuen militärischen Forderungen bewilligt werden sollten. Ter König lehnte diese Lösung der Krise ab. Der Ministerpräsident bat darauf um endgültige Entlassung des Kabinetts. Der iüinig drückte den Wunsch aus, das Kabinett möge die Geschäfte noch . einige Tage weiterführen. Wekerle kehrte nach Budapest zurück. Mißstände in der französischen Marine. „Journal" teilt mit, daß am nächsten Donnerstag der Bericht der Marine°Untersuchungskoinmijsion durch den General-Bericht- erttatter Henry Michel der Rammet zugeüetlt werden wird. Tas genannte Blatt ist bereits in der Lage, die Hauptpunkte des Berichtes zu veröffentlichen. Die Untersuchungs-Kommission stellt darin fest, daß bezüglich der Artillerie den durch die Katastrophe an Bord des Schlachtschiffes „Jena" verursachten ausdrücklichen Wünschen der Kammer keinerlei Rechnung getragen worden ist, daß ferner die Munilionsbestande noch immer nicht ergänzt worden sind. Bezüglich einiger Geschütztypen hat die Untersuchung unglaubliche Tatsachen zutage gefördert. So sind z. B. Bestellungen von 350-Millimeter-Geschützen gemacht worden, ohne das Modell einer Probe zu unterziehen. Die Verdingungen der Panzerschiffe erfolgte vielfach, ohne daß die Pläne fertiggestellt waren. Tie Jolge davon war, daß schon während des Baues umfangreiche Abänderungen vorgenommen werden mußten. Die Industriellen, die für die Staatsmarme lieferten, bildeten ein Syndikat, das der Alarineverwaltung erhöhte Preise diktierte. Bei der Verdingung der Panzerplatten für die letzten Panzerschiffe hatte bereits vorher jede der in Betracht kommenden fünf Firmen ihren Typ gewählt und die Preise in diesem Sinne ausgestellt. Frankreich, das bis 1911 sechs Schiffe vom Typ des „Danton" haben soll, besitzt bis heule noch nicht ein Trockendock, das eines dieser Schiffe aufzunehmen vermag. Der Bericht schließt mit der Ansicht, daß alles reorganisiert werden müsse, und zwar von Grund an§. die Rosina im „Barbier von Sevilla" mtt der ganzen großen Kunst, die ihr zn eigen ist, mit der darstellerischen Lebendigkeit, die ihre Darbietungen allezeit so interessant und fesselnd gestaltet haben. Ten Gipfelpunkt ihrer gestrigen Leistung bildeten die Einlagen im dritten Akt. Sie trug den Walzer „Frühlingsstimmen" von Johann Strauß, ein deutsches Lied non Riesz und eines der polnischen Lieder von Chopin vor. Es gab Blumen in Fülle, minutenlangen Beifall und eine herzliche Stimmung herrschte in dem stets danach streben, soweit es in unseren Kräften liegt, mit Gottes! schließlich bereit finden werden, die 500 Millionen in dieser Hille für die Forderung und Wahrung des Friedens zu wirken.'^-— — 1------ (Andauerndes Bravo!> Unter diesem Frieden kann sich auch natürlich 'ber Sport in vollster Weise entwickeln. Und so leere >!>ch denn Mein Glas auf die gastfreie Stadt Hamburg und Meine Kollegen, die hier versammelt sind. Drei Hurra für die Stabt Hamburg und die Hamburg-Amerika-Linie öurra, Hurra, Hurra!" vsr der Entscheidung. Der gestrige Tag hat, nrie an anderer Stelle ausführlich berichtet wird, zwei bedeutsame Mstimmungen gebracht: die Ablehnung der Erbanfallsteuer der Regierung tn der Kommission und die Annahme der Kotierungssteuer im Plenum. Die konservativ-klerikale Mehrheit ist also, ttrie vorauszusehen war, gegenüber der Regierung und der Linken Siegerin geblieben. Da drängt sich einem nun unwillkürlich die Frage cntf: Was nun? Zunächst hat nun aber die Abstimmung in der Kommission doch einige Klarheit gebracht und gezeigt, daß die Erbanfallsteuer im Plenum ooch wohl noch ein anderes Schicksal erfahren kann. Wäre jetzt eine neue Kommission gewählt wordcn, dann hätten die Freisinnigen eine Stimme mehr bekommen, die Polen eine verloren, und die Kommission hätte dann die Erbanfallsteuer angenommen. Bedeutsam ist auch die regierungstreue Haltung der Frei- konservativen. Wie nun die „Anklamer Zeitung" aus sicherer Quelle mitteilt, haben die Konservativen so gut wie beschlossen, die Erbansallsteuer auch in zweiter Lesung abzulehnen, da nach den jüngsten Erklärungen der freisinnigen Frak ionsredner zurzeit keine Aussicht bestehe, daß der Linksliberalismus die 400 Millionen indirekte Steuern beioillige. Eine Annahme der Erbanfallsteuer würde das Zentrum veranlassen, jede weitere Mitarbeit einzustellen, und damit wäre das Zustandekommen der Finanzresorm in dieser Session gescheitert. Die Rechtsparteien seien aber entschlossen, den geforderten Mehrbedarf des Reiches unter allen Umständen noch in dieser Session sicherzustellen. Für die dritte Lesung habe sich Graf Schwerin-Mäwitz und andere der Erbanfallsteuer feindlich gesinnte Abgeordneten Vorbehalten, dieser Steuer .zuzustimmen, falls die Konstellation der Parteien sich bis dahin insoweit geändert haben sollte, daß nur durch die Annahme der Erbanfallsteuer die Lösung der Finanzreform erfolgen wird. Deutlicher noch, als in dieser Meldung, werden die Pläne Der klerikal-konservativen Herrschaften in ber „Wiener Neuen freien Presse" verraten. Der Gewährsmann dieses Blattes soll ein hervorragender Parlamentarier sein. Für den Fall, so heißt es hier, daß es der Regierung wider Erwarten ge- : lugen sollte, die Erbanfallsteuer mit Hilfe der Linken zur Annahme zu bringen, wollen Zentrum und Konservative gegen die ganze Finanzreform stim- >n c n. Da nun aber, was wahrscheinlich ist, die Erbanfall- ieiier in der zweiten Lesung fällt, so wird vielleicht in der Dritten Lesung ein Mitglied des Zentrums eine Erbanfall- "teuer auf den mobilen Besitz beantragen, wogegen dann ine Wertzuwachssteuer für Grundstücke als eine vom immo- Dilen Besitz zu tragende Last zu gelten hätte. Auf diese Weise würden dann bei Schluß der dritten Lesung die kle- Reform zu beranttoorten. iBravo!) Sie haben alle mit In terefie Meine Reise nach den Finnischen Scharen verfolgt, wo Ich so warme und gastliche Aufnahme seitens Seiner Majestät des 'Kaisers aller Reußen und der Leinen gefunden habe. Cs freut mich, in der Lage zu sein, gerade Ihnen als 53ertretern bei Handels- und Geschäftswelt, die Sie ein Interesse an der fried lieben Gestaltung der Zukunft> haben, das folgende über die Bc beutung des Besuches Mitteilen zu können. Seine Majestät bei Kaiser unb Ich sind bahin überemgetommen, paß unsere Zu sammenkunft als "eine energische Bekräftigung des Friebens auf zufafsen ist. (Lebhaftes Bravo Y ' Wir fühlen uns als Monarchen unserem Gott verantwortlich für bas Wohl unb Wehe unserer Völker, bie wir so weit als möglich auf friedlichem Wege vor tvärtsbrmgen unb zur Blüte enrporfiihren wollen Alle Völker Steuern barbieten und in d"n Kreien dieser Mebrbeit brauchen ben Frieden, um unter fernem Schutze Den großen parme.en uno m D.n stici|en öie|ei. JJcet)ipeit Kultuixmfgaben ihrer wirtschaftlichen und kommerziellen Emwicke- rst man davon überzeugt, daß wenn auch nicht Fürst Bulow, ürng ungestört obliegen zu können. Daher werben wir beide so doch ein neuer Kanzler und der Bundesrat sich W Bezugspreis: A r;Vj monatlich 75Pf., viertel- _ lchener Ammer Fernsprech - Anschlüffe: M $9 " M sx auswärts 20 Pfennig. !.ür die Redaktion 112. Verantwortlich Verlag u. Expebmon 51 < Axtf * ä- ** ben politischen Teil: :~E General-Anzelger für Gberheffen s® für bie Tagesnummer t j x 1 Bf» u. Land" unb „Gerichts- bis vormittags 9 Uhr. «otattonsoruc! und Verlag der Vruhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftraße 7. C Heb; für den _________ _______ ‘ u Anzeigenteil: H. Beck. 375 M, 1 jetzt Im. ilephon U r jetzt Eiserne sw steckrm ets in großer Ausivch M. Hta edüvalt®y ittd 22. SS M.«s M-r MLrÄMZL in Verhandlungen rin-utr r i: hiernach mögen bte Möchte ihre Haltung zur Arelafrage richten Perfien. Los Blatt „2ü>mo" bestätigt, dop. zwischen dem Minister 3fnx>lf!h iiho dem deutsche:! Staatssekretär 3rhm v 2 Wispertal nach Lorch. Das Projekt blieb ruhen, da her preußische Elfenbahnsibkus der Strecke Lanllesgreuzc- Usingen wenig Sympathie entgegenbrachte. Seit Fahres frist hat fid) bie Antipathie in Gegenteil verwandelt. Es stellt heute fest, daß der Bau der Strerke Bad-Nauheim a n nu । eine Frag bei seit ist Infolg ^dess n hat seit einigen Wölben in den interessierenden Kreisen, beson bers in denen der Taunnsortc eine rege Agitation für den Bau der Bahn eingesetzt. Eine diesbezüglictx' Berit ii n>< 11 ii .i ii tagen Die Bahn bringt Wettrrau und Rl-ein in direkten Verkehr. Die Fortsetzung der Linie Hödisl-stonigstein soll in die Taunus guerbahn einmunden. Sie wird bedeutende Strecken des Taunus, die weitab vom Weltgetriebe liegen, erschließen und einen Mittelpunkt im Taunusvcrkehr bilden • • Militärisches. Dav Roinnianbo des 18. Armeekorps hat Bestimmungen über die bicsiährigcn Herbst- Übungen erlassen, in denen eS u. a. heißt: Zur 95. Division wird eine halbe KorpStelegraphenabteilnng mittStationSwagen zugeteilt. Den Infanterie.Tcuppenteilen werben zum ersten Male vom Beginn der Btigadeinanboer an b>S zum Manöver schliiß Meldereiter von den Kavallerie-Regimentern zugeteill IebcS Regiment und lcder Brigadestab erhalt zwei dieser Meldereiter. • * Für bie Sitzung brr Stadtverordneten Berfam m l u u g am Donnerstag dcin 24. Juni 1909, nachmittags > Hin, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: I Auslosung von Schuldverschreibungen: 2 Bau gesud) des Karl >mhn für die Stephanstraße: 3. DeSgl vcs Friedrich Linker für bie Bismarckstraße: l DeSgl. des Wilhelm Amend und Karl Bock für die Frankfurter Straße. - Tesgl des Heinrich Tidm für die Löweiigasse: 6 DeSgl des Emil Koch für den Seltersweg: 7 DeSgl des Wilhelm Engelhardt für die Blockstraße: 8. Tesgl des Otto Sdmaf für SelterSweg: 9 DeSgl deS Georg Sckwit- lieiß für die Marktstraße 10. Tesgl der Firma Birken- stock & Sdmeider für die Friedrichstraße: 11 Gesuch des S Loeb um Genehmigung zur Anbringung eines Firmen- fchildev am Haufe Bahnhofstraße »2a: 12 Geiud) der EisenbahU'Betriebs-Fnspcktion 1 um iKenehmigung zur .vcr- fteNuirg einer Telephonleitung nach dem Hause Schul- srraße 11: 13. BelegnngSplau des israelitischen Friede 1»os«s am Rodtberg: 11. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen: lä Genehniiguug von Rechnungen 10 Beleuchtung des Fußpfades zwischen Bleidt und Allcestraße: 17. Mitbenutzung der Turnhalle des Gymnasiums durch das Realgymnasium nnb die Cberrealfdinle; 18 Prüfung der Rechnung des »Ris- nnb Wasserwerks für 1907; 19. DeSgl des Elektrizitätswerk 20. Genehmigung des Voranschlags der Plockifchen Stiftung für 19a9; 21 Weind) des x)cmndi Sdwn um Erlaubnis zum Sd)ankiv>rtfduifts- betrieb im Haufe Wetzlarerweg .7; 22. Tesgl des Fohann Steinbauer für Lubwigstraße »: 2l. Tesgl des Louis Kip für das Siadltheater 21. Desgl be> Fohann oierltdier ptr Müifernllec l.: 2 » Desgl des Adolf Deuninghoff iur Bleutrßraßc 5; 26. Ck'fud) der Christine Stein um Er^ laufmid zum Betrieb eines SelrcrSwasferdäuschcns am S08. Tic MitglieberzaKl ist um .54 647 gestiegen und betaust sich nun auf 902 646 (6,5 Pro.; mehr flcijfii 4,67 Proz. des Portahres. Tos starke Wachstum hat also nicht allein seine Ursache in der Gründung neuer, sondern auch in der ZunaKme der alten Vereine. Zöglinge gibt es 149973. Itn- Zahl Kot sich am meisten vergröi ert und zn»or um 10 565 ober 7,6 Pro;, gegen 6,4 Proz. des BorjakreS. ES ist dies ein icl;r erfreuliches Zeichen, da es beweist, daß sich bie schnlentloßen. Fugend in verstärktem Maße bei Deutschen Turneischast ;u wendet. Tas Turnen wurde von 416.614 Mitgliedern ausgeubt und zivar in SOI 642 Turnzein n Dieser Betrag hoi gegen das Boriahr eine starke Steigernng erfuhren, er ist um 58 612 Ium» zesten ober 7,9 Proz größer geworben. Tie Zahl aller Turn- bciudivr betragt über 19 Millionen uno zeigt einen Fortschritt von 5,5 Pro; Zum Militär einberufen iourden 33330 Turner Die Zunahme von 6,5 Proz ctitforirfit Dcrinugni ber Mitglieder ahl. Die Fraucnabteilungen haben sehr stark zilgenommen, sie hüben ein Mehr von 11,! Pro; auszuweifen und zählen letzt •19927 Mitglieder. Geht dos Wachstum der T.ntfchen Turner schast in diesem Maße weiter, nnb daran ist int Hinblick auf Has 1913 in Leipzig nmOenbe 12 deutsche Turnfest und dos umchnirnbe Interesse an gesunden Leibesübuilgen nicht zn zweifeln, so ist die Million bald erreicht. Sdwn im erstell Vierteljahr d F. fino wieder über 120 neue Vereine ber Deutschen Turnerschafl bc. getreten. * * B o n ber T i e bs z n n f t. In ber Rad,l vom 19 ani 20. l Mls statteten ;ivei Einbrecher dem gegenwärtig nnb.'wohnten Schlosse FriedelKausen bei Lollar einen Beiuch nb. Biel Glück hatten bie Diebe bei bem Unternekmen nicht, denn sie ünb bereits gestern in »TranHurt a. SK verhaftet worben Einelt Teil ber Beule wollen sie im Walde verstedt dad. n Das am 21. I. Mts hier gestohlene Fahrrad wurde in einem Pianb- haus zu Frankfurt a. M. gefunden Gewitter unb^cuer Das Fcueranzünden beim Gewitter gilt in vielen tagenden als ein Mittel, den Blidstrahl abzuwekren Landleute wählen do in beim Heronnohen des Ge witterS foIdK» Brennstoff, ber dichten Cutlni erzeugt, wie grünes Holz und feuchtes Laub. Tie Landleute geben sich m der Annahme, taburd) die Macht des Wetters z'n brechen, keinem Irrtum oder '.‘iberglnnben hin, denn der Rauch unb die VerbrennungSgaie schwädien den Leitungsividerstanb der Luft, wie man fich durch einen einfachen Versuch davon überzeugen kann Hot man zwei Holuntx'rmorkkugelcl^n derart cleftriiiert, baß ne nch stark ad stoßen, so bracht inan in der Rahe nur ein Streichhol; anzuzünben. pnd sie fallen zusammen Tie Berbrennung-gaie haben de» Lufl ihr FscUerv. rn ögeu genommen, und die K-.igeln haben iidi urort emtaten Taraus folgt, daß jedes an der Erde entiimdete Feuer, jeder lamm, aus dem Raue!' außsteigt. langfam.-, aber stark ii irfenh. Entlader brr elektrischen Spannung ihrer Umgebung Blitzschäden gegenüber nmrbe durch eine Statistik ber Blipi'ch! igc tn ^chl swia Holstein erwiesen Wahrend dort tm glcidi. n ?>. n raum 6,3 Kirctien und 8,5 Wuidmuhlen unter ,e 1000 bmer emporro,iendeit Gelxiude aeirofir» wurden, kamen auf Eii>> Fabrik iäwrnsteine mir 0,3 Butzichlage Tam,t hat die Wisfenfclwn einen alten, oft als Aberglauben gebrandmarkten Bvlkslrorouch gered fertigt, midibem man sogar eine Jcitl :i eiserner Sieg treten. 0. Braunfels a. b. Lahn, 22. Juni. In bem b uch ferne herrliche Lage unb seine günstigen klunotiichcn Verhält- niste in ben weitesten Rrcifen bekannten unb qejchüyten Luftkurort Braunfels a. b. Lahn ist man eifrig bestrebt, modern a Anfprüchen Ülechnung zu tragen imb Emi,chtu>igen zu fch-Krn. bic geeignet fiub, ben Rurgalten den Aufenthalt noch an- genehmer zu gestalten unb ihre Erholung unb Gef> ndunz 'vesentlich zi» förbern. In nächster Zeit mirb bie Herliekliwg einer Sommetdabeanstatt beenbet sein, bic auf einer Wald- wiese außerorbcntlich günstig gelegen ist *unb neben bem $«• nustc eines Lust- nnb SonnenbabeS auch ben cmcS Schwimm- babcS in frischem stiebendem Wasser, nut warmen unb kalten Duschen, ermöglicht. Zur llidcihaltuno ber Kurgäste wirb die wackere Rünstlerschar befl Rhem-Maunichen Verband-- Theaters, bic im vorigen Jahre so viel Beifall gefunben, auf der Sornmerbühne beS FürfUichcn Schloßparkc» roiebet ihre Vorstellungen geben. Ferner lil bic Vcranstalluna von Tlili- t-irfonjerten in ber prächtigen Lindenallee in Aulsicht genommen. Der Turnverein Braunfel- mirb aufcerbem n schön auSgestattctcS Lefezimnier — ein Geschenk bet Inhabers bcS HolclS .Astor* in Rcwyork — der östcntlichcn Benutzung übergeben. sc. Frankfurt a M. 22 Juni. Wie auf der thfen- bahnftrcdi* Wiesbaden — Lan,,cnfchivalbad) und nnLm Strecken im Thüringer Wald, find feit kurzem aud) auf der Western-aldstrcck • eine Anzahl fc»g Ausf'd)t-mage» mit sehr großen Fenstersdieldcm in Betrieb gcsteNt toor# hen Auch aus den Strecken Frankfurt—Limburg, Gießen - Eoblenz, Gießen Vogelsberg und in der Rhvn sollen dorle» Wagen zur Einführung gelangen. | >port. E urhapen, 22. Iunr lir baitiflc Segelwe11kabil de- 'V o r b be u tj d)e n Re-at ta verein- au' c*r Ihttrmec Hatte folqrnbee Ergebnis. A l fltafk. Ehrenpreis brr hnfX Hanfastadt Hamburg: erste: Iowt a m d u r g ^.«Raifer- lacht ..Meteor mu Crm Kauer an Bord, gtrw 1 Mtrnnr 57 Sekunden dmkrr brr ..Hamburg" durch 3id. 1 Ktaste. Älofintpiat: „Susan ne", die nflon durchs 3id MetrrNaiie. Klosfenpm- und udnii^shan war tr bei Beh^upnmg ftcboi gehl irden unb haue verjichene er, bai er ** Bleriot in Br and. Ster lot kam jedoch noch unverletzt davon. Sein Apparat wurde teilweise zerstört. Die O ft staalen von ')( m c r i f a leiden unter dein Einflufic einer plötzlich ausgetretenen H i p e w c l l e. In Newnork und Philadelphia sind ^zahlreiche H i iz j ch l ä g e vorgekommcn. Tic Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreisc am 21. Juni 1909. Märkte. Höchste Schlachtviehpresse in Frankfurt a. Ul. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 76-80 Ulf. , Kg. Schiachtgew. 93-95 Pi. „ v 70-71 „ J/. Kg. 76-84 Pfg. , 70—80 , '/, „ 70-94 Getreidepreise in M a n n h e i in Brotpresse in Gießen Wetzen 100 Kg. 27.50-0.000 Ulf. Roggen 100 Kg. 19.50—19.75 Ulf. Weißbrot 2 Kg. 66 Plg. Schwarzbrot 2 Kg. 62 Pig. le. Wiesbaden, 22. Juni. B i e h m a r k t. Zum Verkauf standen: 44 Ochsen, 58 Kühe, 362 Schweine, 56 Kälber (darunter 00 Maslkälber, 56 Landkälber), 48 Hammel und Schafe. Bezahlt wurde für 50 Kilograinm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 75,00-77,00 Mt., 2. Quäl. 74,00-75,00''Ulf., Kühe 1. Qualität 64,00-66,00 Ulf., 2. Qual. 00,00-00,30 Mk. Bezahlt wurde sür 1 Kilogr. Schlachlgeivicht: Schweine, vollfleischige, 1,36—1,37 Mk., Sauen 0,00-0,00 Ulf., Eber 0,00-0,00 Ulf.; Kälber: Maslkälber 0,00—0,00 Ul„ Landkälber 1.50— l.58 Mk.; Hämmel und Schale 1,48 bis 1,52 Ulf. — Rinder notierten: 00—00 Ulf., Ferkel das Stück: 00—00 Ulf. Geschäft bei Horn- und Kleinvieh gut, Ueberstand keiner. Tie Zufuhren ftanunteti aus dem Untertaunilskreis lmd Wiesbadeii-Land. le. Frankfurt a. M., 23. Juni. Schiveineinarkt. (Org.- Tel. bes Gieß. Anz.) ZmnVerkaufe standen 1003 Schweine. Bezahlt wurden: für Schiveine 1. Qual. 70—71 Pfg., Lebendgewicht 55,0 bis 55,5 Pfg.; 2. Qualität 68—70 Pfg., Lebendgewicht 54,5—00,0 Plg., 3. Qital. 64—68 Pig. Geschäft gut, Ueberstand keiner. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.1 M., Hieben. Gegen die Blutlaus hilft Abbürsten nut eitler Lösung von S ch tn i e r s e i f e oder Einpinfeln mit 21 n 11- stlal sehr gut. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen nm Donnerstag dem 24. Juni: Wechselnde Bewölkung. Vielfach Regenfälle. Kühl. Westliche Winde. Original-Drahtmeldnngen. Berlin, 23. Juni. Ans p ar laut ent arisch en Kreisen erfährt der Vorwärts über die Art, wie die kon- s e r v a t i v - k l e r i k a l e M c h r h c i t sich die Durchführung der Finanzreform denkt, folgendes: Es sollen zunächst ein-« mal bewilligt werden 356 Millionen indirekte Steuern. Von der Kommission sind bisher zusammen 318 Millionen bewilligt worden. Wie der fehlende Rest aufgebracht werden soll, steht noch nicht fest. Der von der Rumpfkominissiou beschlossene Kohlenausfuhrzoll und die Mühlenumsatzsteuer sollen fallen gelassen werden. Dagegen wird an der Ko-- tierungSsteuer festgehalten. Tie Erbschaftssteuer wird auch in der Form der neuen Regierungsvorlage abgelehnt. Zwischen der zweiten und dritten Lesung soll dann als Konzession an die Regierung die Kotierungssteuer auf 40 Millionen Ertrag ermäßigt werden. Ferner soll eine Erbschaftssteuer, aber lediglich für das mobile Kapital, bewilligt und das dann etwa noch vorhandene Minus au Steuern durch eine Grundstücks-Umsatz- und Wertzuwachs- steuer gedeckt werden. Tie konservativ-klerifale Mehrheit rechnet dantit, daß auf diese Beschlüsse hin Bülow und Schatzsekretär Svdow demissionieren. Tie Entscheidung über die Frage, ob diese Finanzreform nun ohne und gegen Bülow Gesetz werden soll, würde dann beim Kaiser liegen. Vom Bundesrat erwartet die Mehrheit weitgehende Nachgiebigkeit. Jena, 23. Juni. Dr. Kuhlenbeck, der früher Professor in Lausanne!'war, beabsichtigt, dem Jenaer Voltsblatt zufolge, seine Praxis als Rechtsanwalt wieder auszunehmen. L o n d o n, 23. Juni Ter Torpedobootszerstörer Massue machte gestern Schnelligkeits- und Schieß vor- s n ch e. Dabei versagte eine Granate und es wurde sestgestellt, daß die Hülse kein Pulver enthielt. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. Unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Städtischer Weitsuchveis Wen. Gartenftrake 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Wärter, 1 Bäcker, 2 Zimmerleute, l Hausdiener, 1 Jahrbursche, 1 Schuhmacher, 3 Dienstmädchen, 1 Brötchenträgerin, 2 Lauffrauen, 1 Kindermädchen, 1 Köchin, 1 Aushilfe. Lehrlinge: 1 Schreiner, 2 Schlosser, 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Kellner, 1 Schneider, 1 Friseur, 1 Lackierer. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Zimmerleute, 2 Arbeiter, 1 Sattler und Polsterer, 1 Dachdecker, 1 jung. Metzger, 1 Schmied, 2 Wagner, 1 Schuhmacher, 2 Bauschreiner, 1 Möbelschrciner, 2 landw. Dienstmädchen, zwei Haus und Küchenmädchen, 1 Stütze. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Sattler und Tapezierer, 1 Spengler. Es iucken 'Arbeit: Bö/8 2 Schreiber, 1 Schmied, 2 Former, 2 Weißbinder, 1 Zuschläger, J Spengler u. Installateur, 1 Heizer, 1 Schreiner, 3 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 1 Kupserichmied, 2 Glaser, 2 Hausburschen, 1 Sattler u. Tapezierer, 1 Polsterer u. Tapezierer, 3 Laussrauen, 1 Lausmädchen, 2 Waschfrauen, 1 Arbeiterin, 1 Iuhrknecht, zwei Ausläufer, 9 Arbeiter, 1 Flickfrau. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Lackierer. Bekanntmachung. Die Reparatur des alten Schnlhauscs in Dorlar ist zu vergeben. Kostenanschlag liegt bei mir ossen. Gefl. Osserten ersuche ich mir bis einschl. 30. d. Mts. einzureichen Krofdors, den 23. Juni 1909. B“/6 Der Bürgermeister. Braun. den Rettungsarbeiten haben HSRRBBBS ™ BHBBBBBBBBBBBBBBBM sog. Ftotz in der Ge- die Rückentunnelarbeiten dieser Eigenschaft habe ick» stets zu veranlassen gesucht, daß die Presse in den Vordergrund gestellt werbe. Das Verständnis für dst Presse ist offenbar auch im Süden größer als inr "Jtorbai. Wir haben ferne größere öffentliche Organisation m Kadern, auf die nicht die Presse Einfluß gewonnen hat. Im Basserischen Eisenbahnrate, im Wohnung saus f chu ß, im 'Wasserwirtschaftsrate il't die Presse vertreten. Es gibt keine änentliche Veranstaltung, zu der incht die Presse eingeladen wird. Auf den Eisenbahnen, fahren wir im Salonwagen und die Ministerialräte müssen uns als Gäste behandeln. So etwas wäre auch in anderen Staaten leicht durchführbar, nratn man nur mit der nötigen Energie herangehe. Redtrer befünvortet namens des Vereins Münckumer Be-- russjournalisten solanrden Antrag: „Der Verband deutscknr Journalisten- und Schriststrllervrreine wolle endgültig Beschluß auf Errichtung der seit langem befürmvrteten.ständigen Geschäftsstelle des 'Verbandes fassen." ' sic lossprangen. * Erpressung durch Brieftauben. Um sich damals nur an gezeugt hätte, um Obdach und Brot zu bekommen Die in ihren Einzelheiten interessante Verhandlung, bei der Mtcis- vrzt Prof. Dr. .Hildebrand bat Angeklagten als einen moralisch Schwachsinnigen bezeichnete, endete mit dessen Fre isprechung. Paris, 22. Juni. Im Prozeß des Tiamantennrackers Lemoine begann heute der Anwalt des Nebenklägers Sir 'Wernhers, Direftors der Debeers Eompany, sein Plaidoyer. V w5' ‘ lästigen Nachforschungen der Kriminalpolizei zu entziehen, ist ein Pariser Erpresser jetzt auf ein originelles Mittel verfallen: er verwendet zur Einkassierung der geforderten Suntnten Brieflattben. Ein Pariser Geschästsmauu erhielt am Sonntag einen Erpressungsbries, in dem der Erpresser ankündigte, daß er Dienstag früh vier Brieftauben schicken würde; „die Vögel haben unter den Flügeln kleine Behälter, tu denen Sie je eine Tausendfranknote unterbringen können. Lassen Sie bann die Tauben frei". Der Kaufmann erhielt m der Tal von der Bahn vier Briestauben, die er der Polizei übergab. Die Tauben werden so belastet, daß sie nur langsam fliegen können; Radfahrer sollen ihnen folgen und man hofft, so den erfinderischen Erpresser zu fangen. Kleine Tageschronik. Wilbur Wright kommt Anfang August nach Berlin, um mit den hier erbauten Flugmaschinen seiner Bauart Ausstiege zu unternehmen. In Alt-Drewitz bei Hilft rin versuchte ein unbekannter Mann einen M i l i t ä rp u l v e r s ch u p p e » in die Luft zu sprenge n. Er wurde, da er auf ben breimaligen Anruf des Postens nicht achtete, erschossen. In seiner Tasche fand man eine Zünd schnür und einen Revolver. In Recklinghausen mürbe eine aus 16 Güterboden- arbeitern bestehende Diebesbande sestgeuommen, die schon seit Jahren Güterzüge beraubt hatte. Gestern abend stürzte eine etwa 25 Meter lange Strecke im B r u g g w a l b t u n n e l der Bahnlinie Bodensee—Togg en - bürg ein, während die Arbeit im Tunnel im vollsten Gange war. Acht bis z-ehn Arbeiter werben vermißt unb sind wahr- si cheiulich verschüttet worben. Die sofort begomten. In ber letzten Nacht geriet in der nteinbe Wattwil (Schweiz), von wo aus LIEBIG’8 Fleisch-Extract □ älteste und bewährteste Marke. O Wegen seiner großen Ausgiebigkeit u. vielseitigen Verwendbarkeitunentbehrlich in der Küche. vollenden |md, bfliuif n. können. Tcsglcichn eines bequemen lkbtr>. e konnte bekanntlich vo: Eszett, nicht aber k utzt werden. An Aidolsjchen Mühle« M « ’ -hi bei Zournaliften und 5chnstfteller. ii. S.u. $). Breslau, 20. Juni. hierauf beschäftigte sich der Verbandstag mit folgendem A n - t r a g des Vereins Berliner Presse: „Die Delegiertenversammlung iwolle beschließen, aus die Bildung einer alle Teile des Reiches umfassenden Organisation hinznnnrken, die geeignet ist, die wirtschaftlichen und beruflichen Interessen des gesamten deutschen Schrittsteller- und Journalistenstandes nachdrücklich zu vertreten." Marx (Berlin) führt als lieferent aus, daß die neue Reba kteuerorg auisation, der Bund Deittsckfer Redakteure erst ben Anstoß zu dem Anträge gegeben habe. Wenn diese Organisation sich iveiter .cntroitfcln sott le, lucrbe sie einen gewissen Gegensatz zu Journalisten- und schriftsteller-Vereinen mit sich 'bringen, der unter Umständen soweit gehen könnte, daß zwei bivergierenbe Gruppen sich entschieden gegenüberstanden in einem Kampfe, von dem allein die Perl eg er den Vorteil haben würben. Tamm richteten sich ganz von selbst bie Blicke aus die alte Organisation, als die Frage akut wurde, welche der Organisationen die bedeu- । tungsvoller sein würde. Es entspricht der Entwickelung der Journalisten- und SchriWelkervereine, ihrer bisherigen Toleranz, daß ; man die Aufnahme von nicht im Hauptberuf tätigen Journalisten , und Redakteuren nicht beschränkte. Das sei erklärlich, aber jetzt ‘bä Beginn einer strafferen Organisation müßten die Aufnahme- 1 bebhigmigen strenger gestaltet werden. Der Verein Berliner Presse I habe damit bereits den Anfang gemacht und kurzerhand die 'weitere Aufnahme von nicht im Hauptberuf tätigen Redakteuren und Schriftstellern abgelehnt. Die Vereine müßten sich durchweg ' selbst prüfen, ob sie befähigt seien, eine große Organisation, wie 'sie jetzt in Aussicht genommen sei, zu stützen. Feste, Dampfer- ! führten usw. müßten bann freilich aufhören, wenn man diese । große Organisation schaffen wolle. (Großer Beifall.) Es wirke ■ besonders peinlich, wenn bei diesen Gelegenheiten bis zum lieber» I druß die Macht der Presse gefeiert werde, während aus der anderen । Seite die vollständige Ohnmacht der Journalisten und Schnft- , fteUer bei jeder Gelegenheit konstatiert werden müßte. Wir stellen große Ansprüche an die Charakterfestigkeit, die Tätigkeit, Befähigung und Begeisterung der Journalisten und Redakteure, während auf der an bereit Seite ein > vollkommen uitzureichenbe wirtschaftliche Lage bei ihnen vorhanden ist. Das 'fröhliche äußere Dafein eines Journalisten verführe die meisten Leute zu der Ansicht, daß auch ihre wirtschaftliche Lage gesichert sei. Rot unb Elend treten aber in 90 Prozent an die Familie heran, wenn ein Journalist stirbt. Es müsse also eine große Organisation durchgeführt lucrben, die in Freundschaft mit den Konkurrenzvcrbänben lebt, aber auch ben Kampf nicht scheut, wenn es fein muß. (Lebst Beifall.) — Chefredakteur Dr. Obst (Hamburg) bringt hierauf namens 'des Journalisten- und Schriftstellervereins für Hamburg, Altona imb Umgebung folgenden Antrag ein: „Der Journalisten- und Schriftsteller-Verein für Hamburg, Altona und Umgebung ist der Ueberzeugung, daß die Satzungen des Verbandes Deutscher Journalisten- und Schriftsteller-Vereine heute nicht mehr den Anforderungen genügen, die an eine starke und durchgreifende Berufs- und Interessenvertretung der Deutschen Journalisten unb Schriftsteller gestellt werben müssen. Der Journalisten- und Schriststetter-Berein für Hamburg, Altona und Umgebung beantragt deshalb, eine aus 5 Verbandsvereinen zu bildende Kommission nieberzusetzen, die die Verbandssatzungen einer Prüftmg unterzieht, unter besonderer Beachtung folgender Gesichtspunkte: a) Zur Hebung ber Leistungsfähigkeit des Verbandes die Mitglieberbeiträge zu erhöhen; b) die Institution der wechselnden Vororte anfzuheben und einen festen Sitz des Verbandes zu schaffen ober wenigstens die Amtszeit des jeweiligen Vororts von zwei auf vier Jahre zu verlängern: c) ein General- Sekretariat als jtäiubige Zentrale zu errichten." — Der Referent führt aus, daß es sich jetzt nm Sein oder Nichtsein einer großen Organisation handele, bie in ben letzten 15 Jahren viel geleistet habe, die aber jetzt überflügelt luerbcn solle durch ben neuen Bund Deutscher Redakteure. Tie Hamburger hätten zur Beratung der Sache sogar bie Abhaltung eines außerorbentlichen VerbanbS- tages beantragen wollen, seien aber bavon abgekommen, nachdem man gesehen habe, wie unentschlossen der Bund Deutscher Redakteure sich entwickelt 'habe. Der Redner steht auf dem rriaitd- pnnkte, daß, wenn der Verband reorganisiert sei, der Gedanke des 'Verbandes immer wieder ein so starker sein werde, daß die Konkurrenz des Bundes ber Rebakteure nicht so sehr in Erscheinung treten würbe. Redner befürwortet eine Verbopvelung ber Beiträge, um bie Reorganisation schleunigst durchführen zu können. — Stossers ,Düsseldorf) stellt zu dem Hamburger Antrag solgeube Zusatzanträac: ,,d) Es dürfen in Zukunft nur solche Mitglieder in die Vereine aufgcnommen werben, die BerufSgenosse.n im wirklichen Sinne, d. h. im öaubtberuf tätige Journalisten, Schriftsteller ober Redakteure und Neickwdeutsche ober als selbständige Schriftsteller tätig sind; e) es dürfen nur solche Vereine in ben Verbanb aufgenommen werben, deren sämtliche. Mitglieder sämtlichen vorstehenden Bedingungen entsprechen." . Große (Charlottenburg) begründet 'die Notwendigkeit der Errichtung der seit langem befürworteten ständigen Geschäftsstelle des Verbandes und der Anstellung eines besoldeten Sekretärs in Form eines Antrags des Vereins Berliner Journalisten. Abgeordneter Müller (München) äußert seine Freude über das überaus gründliche Referat bon Marx, das jeder Redattion im Stenogramm zugänglich gemacht werden^ müßte, i>ainit überall auf den Redaktionen der Sinn für eine straffere Standesorgani sation geweckt werde. Wir klagen darüber, daß der Wert der kommandierenden Generale immer noch unterschätzt werde, unb wir sind doch selber daran schuld, weil wir uns immer in den Hintergrund stellen lasten. (Sehr richtig.) Ich bin zu meinem Leidwesen Mitglied des baperischen Landtags (Heiterkeit) und in 'Whi. P: 5 S=tg du“'!' 1 üate fift ÜQt 1 'S I nockl. *Qni. nii; I uno löi,x70lt hott?. 1 snt brei ©JlM ^" gemeldete m im ii cl-71* t-i Darbietungen 'Ifeuer.) |. {D ertS". Am 4 JÄ*11' lndefitt ^brannte mir bie Architekten Lubwu 'e Memehr, bie mk ir- wnnte das geutt ^Ul .Nm die tzesahi 's die angrenzender * Mer hat vornehm, süddeutsche Mili!>- :r denKrbandstLg 'cc Milchhygiene und scdeutung der örettv J: der hiesige Rechte yvcrkaufsordnuntz, die ti Gericht. juni. 2as schon jahrn sonstigen Jnteressentkii il mit dein SchcldetsI )en, wurde gestern in iu ist auf Forscher :cue Bahn 5berscheld- >ie Industrie durch di ien, bütteninerke und begriffen ist. Schm item des Echeld» uti tfalen und ins Rheie- erdienst. vei wichtige Beschlifi minitn im Laufe Kanalisierung und An> betrieben werben, ein von vielen Italienern bewohntes Haus mit angebauter Scheune in Brand. Der Ausbruch des Feuers wurde sehr spät entdeckt, und es kam zu einem furchtbaren Auf- tritt. Rur wenigen Italienern gelang es, sich zu retten. Sechs verunglückten bei ber Flucht und mußten schwer verletzt ins Krankenhaus Wattwil gebracht werden. Heute morgen wurden zehn Leichen aus '.den Trümmern Lezogen. Tie Ursache ist nicht bekannt. In der Kohlengrube bei Vulkan im Hunyader Komi tat (Ungarn ereignete sich gestern abend 7 Uhr eine gewaltige Explosion schlagender Wetter. Von den in der Grube befindlichen Bergleuten wurden 7 getötet und 8 verletzt. Tie übrigen Bergleute, ctiya 20 an der Zahl, konnten sich retten. In M o u l i m c a u x, wo täglich Versuche mit Flugapparaten stattsinden, geriet gestern das Fahrzeug des Luftschiffers vermischtes. *Die Blitzgefahr für Menschen. Jetzt, da wir in bie Periobe ber Gewitter eintreten, mögen einige Worte über die Blitzgefahr für den Menschen wohl am Platze sein. Im allgemeinen ist sie sehr gering, weit geringer natürlich in den Städten, als auf dem flachen Lande. Nach der Hellmannschen Statistik tötete der Blitz in einem 50jähr. Zeiträume durchschnittlich in Preußen 4,4, in Baben 3,8, in Frankreich 3, in den Niederlanden ebenfalls 3, in Schweden 3,1, in Englaird nur 1, in Ungarn dagegen 16 von einer Million Menschen. Im Innern eines §>anses, besonders in den größeren Städten, steht die Angst, von der sich wohl viele bei einem heftigen Gewitter beherrschen lassen, in keinem Verhältnis zu der kaum nennenswerten Gefahr. Anders verhält es sich aus freiem Felde, wo, allen Warnungen zum Trotz, vom Gewitter überraschte Personen immer wieder Schutz unter Bäumen suchen. Wer auf einem Pferde oder Wagen sitzt, ist dadurch, daß er über seine Umgebung hinwegragt, in höherem Grade gefährdet als diese. Ansammlungen von Menschen unb marschierende Truppen scheinen den Blitzschlägen weit mehr ausgesetzt zu sein, als einzelne Personen. Die warme, feuchte Luftsäule, die sich infolge des Atmungsprozesses über größeren Menschenansammlungen bildet, soll als verhältnismäßig guter Leiter den Blitz gewissermaßen anziehen. Aeußere Verletzungen schwerer Art gehören bei den vom Blitz Getroffenen zu den Seltenheiten, in den weitaus meisten Fällen wird ber Tod wohl durch eine Lähmung des Nervensystems sofort herbeigesührt. Die Bewußtlosigkeit tritt sofort ein. Wie wir Professor Dr. A. Gockels Buch über das Gelvitter entnehmen, vermochten von ben vielen durch den Blitz betäubten Personen, die später wieder zu sich tarnen, nur ganz wenige sich über ihre Empfindungen in dem verhängnisvollen Augenblick Rechenschaft zu geben, weitaus die meisten nahmen weder Blitz noch Donner wahr, nur einige wußten von Feuerkugeln zu erzählen, bie auf >. Jmi. 3n ^cm en kliinMc» W en und gefchötzlku L- eifrig bestrebt, nw» xiniichtungen zu W' I en Aufenthalt w i Holling und Gefl« leit wird die HerM Dic auf cmet ift;unb neben ich den emes im d'l i)on Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben A H. A H., E. Ph. E. Ph., A. M. A. M. und disp. i. a. B. L a. B. von dem in Büdingen erfolgten Ableben i. 1. A. 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