Samstag, 23 Januar 1909 139. Jahrgang Nr. 19 Erscheint 18-Nch mtt Vurnahme befl Sonntags. Entwicklung der polnischen New« liegt an Die „-letzener ZamtttendlStter" werden dem ,®nAeifler* viermal wöchentlich bcigelegt, das „Kretsblott fflt dev Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen*' erscheinen monatlich zweunal. tischen Kurzsichtigkeit. Arbeiter- und Gewcrkschaftsvcreme dürfen Nicht so leichter Hand als politische Vereine erklärt werden. Württemberg und Bayern sind in dieser Beziehung sehr loyal. Preußen sollte sich hier an den süddeutschen Staaten ein Vorbild nehmen. In Leipzig, der Stadt der Intelligenz, hatte Professor Dr. Forel einen Vor» RotanunSdruck and Verlag der Drüblfchm UniDctiuätd • Buch, und 6temöaideteu fft, Lange. Dießen. Redaktion, Exvedttron und Druckerei: Schul« strase 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:«^ 113. TeU-AdruAnzeigerGietzen» Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesjen haben. (Sehr richtig im Zentr.) Dr. Müller spielt eine ,on- derbare Nolle bei der ganzen Sache. Er fragte den Staatssekretär vor der Verabschiedung des Gesetzes, ob die ganze Gewerkschaftsbewegung vom Sprachenparagraphen befreit bleiben solle. Das bestätigte dieser. Da gehört doch geradezu ein logisches Saltomortale dazu, wenn man trotzdem die Polen aus- schlietzen will. (Sehr richtig tm Zentr. u. b. d. Polen.) Dr. Müller wurde ober nun zu einem Rätsel. Er erklärte nach Einführung des Gesetzes plötzlich, er habe bei seiner Anfrage an den Staatssekretär die Polen schon vorher ausgeschlossen und nur an die deutschen Gewerkschaften gedacht. Die Sache ist ganz rätselhaft; er fragt nach der ganzen Gewerkschaftsbewegung, meint aber nicht die ganze Bewegung. (Heiterkeit.) Jedenfalls werden unsere Verhandlungen nicht viel helfen, wenn nicht das Gesetz selbst abgeändert wird. Es hat nirgends Segen gebracht, sondern überall nur neue Fesseln gelegt. (Beifall im Zentrum, Widerspruch links.) Es ist nun einmal ein Ausnahmegesetz gegen die politisch mißliebigen Parteien. (Beifall im Zentrum und bei den Polen.) rein wirtschaftspolitische Verhältnisse im Auge hoben, so wurden wir nicht wünschen, den Sprachenparagraphen in Anwend"ntz gebracht zu sehen. To dos aber doch geschehen ist, war, es ^"igaoe der Regierung, zu beweisen, daß die polnischen Gewerkschaften mdyt wirtschaftliche, sondern politische Zwecke verfolgen, und do muß ich sagen: ich habe schon viele Beweisführungen erlebt, aber mir i|t nochniemalseinsoglänzender Beweis erb rächt worden, w'e dies gestern durch den Staatssekretär v. Bethmann- Hollwcg geschehen ist. (Lebhafte Zustimmung rechts und links, Lachen im Zentrum, Lärm der Polen.) Tas war eine erdrückende Fülle von Beweisen, und ich kann namens meiner Freunde erklären, daß wir den Beweis als voll gefuyrt erachten. Wir können nicht annehmen, daß, die polnischen Vc- rufsvereinigungen seit Erlaß des Vereinsgesetzes einen anberen Charakter angenommen haben. Tas haben ja die Herren Polen selbst nicht behauptet, und deshalb kann ich die Erklärung obgeben, daß wir uns mit der Anwendung des Sprachenparagrapheu auf die polnischen Gewerkschaften einverstanden erklären. Ter Abg. Grober Hot seinerzeit geäußert, daß wir uns durchunserePoi en- Politik mit allen Völkern verfeinden wurden, Die auch Polen zu Untertanen haben, und daß eine Erschütterung des Dreibundes eintreten werde. Seither ist ja über den Dreiounb vieles gesagt worden, aber das eine kann man wohl feitueuen. durch den Sprochenparagraphen hat die Festigkeit des D r e i b ,i n d e s sicherlich keine Einbuße erlitten. (Sehr toaqrl) Aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes, z. B. aus der Rede des Abg. Kreth, geht deutlich hervor, daß die polnischen Gewerkschaften mit nationalpolitischem Charakter nicht von der Geltung des Sprachenparagraphen ausgeschlossen J:in loUtcn Auch der Staatssekretär hat mit keiner Silbe die «onoer'tcllung der polnischen Gewerkschaften, die er in seiner ersten Erklärung ncgenükr d-m Abg. s-ftg-st-llt 6atie aurudynommrn. ^pt Vorwurf des logischen SoltomortaleS fallt al,o auf den Abg. Roeren zurück. (Sehr wahr! b. d. Mehrhektsparteien.) Auch der Senatspräsident am Kammergericht Kofsrn, ein der Politik fremder Richter, hat in einem Aufsatze der -.Deutschen Juristen- scitung" anerkannt, daß nach der Entstehungsgeschichte des Sprachenparagraphen auch die polnischen Gewerkschaften unter ihn fallen. Gegenüber dem Sprachenparagraphen treten die andern Querelen weit zurück. Der Staatssekretär Hot uns gestern damit an die Einzelstaoten verwiesen. Aber wir betrachten e-> gerade als Vorzug des R e i ch s vereinsge'ctzes, daß der Reichstag seine Ausführung überwachen kann; außerdem hat nach Jrt. -i der Reichsverfasiung in Nereinssacken das Reiche ' nA u f ° sich ts recht. Sollten z. B m der Auslegung des Rnchsver- einSgcsctzes Differenzen zwischen den Bundesstaaten entstehen, fo müßte der Bundesrat einen Nichtcrspruch fallen — obwohl ich, wie ich neulich hier ausführte, dafür einen Staatsgerichtshof für geeigneter hielte. Jedenfalls stelle ich fest daß das Aussicht-recht der Reichsregieruna loyal, energisch und k o r r e l t gehandhabt worden ist und die Bundesstaaten sich ihm willig und entgegenkommend unterworfen haben. (Lebh. Zustimmung bei der Mehrheit.) Prinzivicll möchte ich nicht, daß d i e I d e e des Aufsichtsrechts des Reiches irgendwie obgeichwachl wird. Man sollte aber auch mit der Kritik der Einzelheiten be^ Bereinsgcsetzes nicht in bic Einzellandtage gehen., ^ie Besprechung von Reichsgesetzen in den Lanbtagen ist dem ReichSgedanken Nicht förderlich. Es ist gesagt worden, es sei nicht tunlich, Die Bundes- floaten zur Rechenschaft über die einzelnen Fragen zu veranlaßen. Gewiß, man soll nicht soweit gehen, Akten zu fordern, aber wenn die Vermutung entsteht, daß ein Gesetz in einem Bundesstaat nicht richtig angewendet wird, bann wird die Reichsregierung nicht umhin können, Aufklärung zu verlangen. (Sehr richtig!) Man soll sich nicht an daS etwas hort klingende Wort »Beaufsichtigung stoßen Ich verstehe unter dem Draufsicht,gungsrecht das Recht, eine Verständigung zwischen Reich und Bundesstaaten zu erstreben, um die richtige Anwendung der Reichsgesetze zu sichern. Das Gesamtbild Roerens war ganz falsch, er hat nur mit einer Farbe gemalt und war sehr einseitig. (Sehr richtigl) Tie einzelnen Bundesstaaten sind mit dem Gesetz ganz zufrieden. Bayern hat ja schon das Zeugnis der Vernünftigkeit bekommen, ^n 23 a b e n , Hessen und Württemberg ist man ebenfalls zufrieden. In Württemberg haben 90 Proz. der Einwohner gar Ä d°b sie ein neues Gesetz haben. andern 10 Proz. sind aber auch zufrieden damit, weil es freiheitl ch ange- wcndet wird. Und was hat nicht Herr Grober Unheil prophezeit^ Wenn die norddeutschen Staaten sehen, daß dcw Gesetz mit Erfolg in Süddeutschland freiheitlich angewendet E- den kann, bann werden sie sich aua, selbst zu einer freiheitlichen ^°Jm übrigen^barf ma^sich nickst wundern, wenn in P r eu feen undSachsen untergeordnete Behörden sich Mißgriffe zu schulden haben kommen lassen. Galt es doch jahrzehntelang m diesen beiden Bundesstaaten für eine besondere Aufgabe der Pottzer, sich auf dem Gebiet des Vereins- und Versamm ungsrechts Lorbeeren zu er- werben. Daß manche Beamten aus alten Zeiten biese Vorstellungen noch nicht überwunden haben, darf niemanden überraschen. der die Mißgriffe z. B. bei der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches mit erlebt hat. Daß nun aber die Herren Interpellanten nach den wochenlangen Vorarbeiten und den vielen Aufru en in den> Zei- tunaen nickt mehr zusammengebracht haben als hundert Falle, ist geradezu beschämend. (Große Heiterkeit bei der Mehrheit Unruhe bei den Sozialdemokraten und Polen.) DaS ist wlrklich e in armseliges Material. (Erneuter Beifall bei der Mehrheit) .Wenn Sie hier auftreten wollen mit Ihren Klagen, mußten Sie" ganz anderes Material haben. (Zurufe inks ) Wir glauben Ihnen nur nicht, daß Sie noch mehr Matena haben. (Sehr gut! und Heiterkeit bei der Mehrheit ) Wenn Sie aber noch welches haben dann heraus mit dem Flederwisch! (Sehr nut’ bei der Mehrheit.) Aus ganz Sachsen haben Sie sechs bis sieben Fälle Nach dem Geschrei der Presse hatte ich wirklich mehr erwartet Die sächsische sozialdemokratische Presse klart fetzt »briaens eifria ihre Anhänger über die Vorteile des neuen Reichs- veÄnsgesetze/auf. Fälle einer symptomatisch falschen Auffas,ung des Gesetzes sind überhaupt nicht vorgebracht worden. Mr treten für eine durchaus vorurteilsfreie Anwendung des Gesetzes ein und könn-n wi- bei dem Waffe des Gesetzes ° auch letzt bei ferner Ausführung dem Staatssekretär das volle Vertrauen zu seiner Loyalität aussprechen. (Lebhafter Beifall bei der ft1 Da kür bürgt uns sein Wort, und, was mehr ist, fe??° Persönlich leit. fErnen.er Beifall bei der Mehr, bei ) Die Herren Interpellanten aber sind gewogen und zu leicht befunden worden; sie hätten ihre Sachen lieber nicht Vorbringen Mn (HeUerkeit'und lebhafter Beifall rechts und links.) Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.): Wir sind dankbar, daß wir Gelegenheit haben, uns über die Ausführung des Vereinsgesetzes hier auSzufprechen. Der Abg. Roeren hat sich dec größten Uebertreibuns schuldig ge- Abg. Gans Ebler zu Putlitz (Kons.): Auch ick bin der Ansicht, daß die Wünsche bcc Interpellanten nur durch eine Abänderung des Gesetzes erreicht werden könnten. Die Borwürfe gegen den Staatssekretär lvarcn unberechtigt, er hat völlig loyal und korrekt gehandelt. (Beifall.) Wenn es sich um die richtige Ausführung eines Reichsgesetzes handelt, so sind wir die ersten, die dafür eintreten, die als Hort davor stehen. (Beifall rechts.) An der Materie sind- weite Kreise interossiert. Wer sich in seinen Rechten verletzt fühlte, hatte den Beschwerdeweg offen und schließlich mittelbar auch den Weg der Interpellation. Die vorliegenden Interpellationen sind aber völlig verfrüht. (Sehr richtig! rechts.) Die Interpellanten hätten doch wenigstens abwarten sollen, bis die verschiedenen Beschwerden ihre Erledigung gefunden haben. (Sehr richtig!) Man hat mit dem Ende angefangen. Ter Reichstag ist doch auch nicht dazu da, sich über die Verfehlungen einiger untergeordneter Organe zu unterhalten, über die noch gar nicht endgültig entschieden worden ist. Wir können die einzelnen Fälle doch gar nicht prüfen. Ter Staatssekretär hat so gehandelt, wie er mußte. Wir legen Wert darauf, daß das Gesetz genau so gehandhabt wird, wie die Bestimmungen lauten. Tas überraschende Ergebnis der Erörterung ist die außerordentlich geringe Anzahl der Verstöße. (Sehr richtig!) Hin ganzen Lande aber gibt es viele, die sich fragen, ob der Reichstag nichts Besseres zu tun wisse, als sich über, diese verfrühten Interpellationen zu unterhalten. (Sehr richtig!) Es liegen lehr viele andere wichtige und dringende Arbeiten vor, die erledigt werden müssen. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Junck (Natl.): Durch die bisherige Besprechung der Interpellationen ist die richtige Handhabung des neuen ReichSvereinsgesetzes vor, aller Oeffentlichkeit festgestellt worden, und wir bedauern nur, da,; uns eine gesetzliche Handhabe dazu fehlt, jetzt d e m, S t a a t o i e t r e - tär unser volles Vertrauen ausfprechcn zu wnuen. Es kann sich gegenwärtig nur um bie Handhabung bes Sprachen Paragraphen gegenüber den Polen handeln, denn eine Debatte über bie Bestimmungen bes Verenwgeietzes selbst lehnen wir ab. Nicht leichten Herzens, aber mit vollem Bewußtsein haben wir ben Weg bet Neichsgefetzgebung betreten e hier oorgebrackten Beschweren konzentrieren stch al,o ledig,lu auf . hie Frage, ob nicht die preußische Regierung Anlaß gehabt hatte, gegenüber den Versammlungen der volniichen Gew^ilchasicn ole Ausnahmen zu gewähren, die das Ge,etz gestattet. Wa» ba^ Verhältnis des Sprackcnparagraphen zu den ^w^ichaftcn anlangt so stehen wir. zunächst abgesehen von den polnischen allgemein au dem Standpunkt, daß man im Zweifel für die Fr,c hei her Gewerkschaften cintretcn, daß man sie möglichst >cho- nen muß. Wenn wir nun bie Ueberßcugung hatten, daß es sich »uch bei ben wischen Gewerkschaften nur um solche handelt, bie macht. Was soll man dazu sagen, wenn er ausführte, von den Segnungen dieses Gesetzes ist nirgends etwas zu bemerken! Allgemein ist babei eine günstige Beurteilung bes Gesetzes eingetreten (Lebhafte Zustimmung) gerade in den Staaten, wo man durch das Gesetz etwas zu verlieren fürchtete. Wenn die Abgg. Groeber und Hildenbrand, die damals fo wegen Württemberg gegen das Gesetz wetterten, das von Württemberg nickst gelten lassen wollen, dann sollen sie mit Material herauskomm-n. (Sehr gut!) Ich frage den Abg. Frank, ob er aus Baden Material gegen die Ausführung des Gesetzes hat. Ich frage die Herren aus Bayern, welches Material sie haben. Und wie wurde damals, als das Gesetz hier beraten wurde, in Oer bayerischen Abgeordnetenkammer gegen das Gesetz gt wettert! Wenn in Preußen und in Sachsen das Ge,etz noch so angctomivl wird, wie es dem Geist des Gesches entspricht, so werden Sie uiu> am allermeisten bereit finden, für zu sorgen, daß auch in Preußen und Sachsen eine richtige Praxis em- tritt. Der Abg. Lcdebour machte vorhin den Zwischenruf, gewiße Vorteil- des Gesetzes haben die Sozialdemokraten nie bestritten. Was sagten aber die Sozialdemokraten bei der Beratung des Vor- einsgesetzes? — „V o 11 s v c r r a t, G a u n e r st r c , ch! Von den Vorteilen haben Sie damals nichts gesagt. («ehr Mahr!) DaS mußten Ihnen erst einige Ihrer Preßorgane sagen. (Sehr richtig!) Wenn das VercinSgesetz eine reaktionäre Maßregel wäre, würden Sie es mit Jubel begrüßt haben, da es Ihnen in der Agitation nützen würde. Jede fortschrittliche Maßregel zugunsten der Arbeiter beschimpfen Sic aber, wie das eben Ihre ganz- Art und Weise ist. (Lebhafte Zustimmung links und rechts.) fiein Mensch, der 'n den Kommissionssitzungen und im Plenum babei war, bat daran gezweifelt, daß die polnischen Gewerkschaften . unter das Gesetz fallen sollen. Ter Staatssekretär war durchaus korrekt. Tie polnischen Gewerkschaften wurden von vornherein von den übrigen Gewerkschaften getrennt. Das hat seinerzeit auch der sozialdemokratische Abg. Huc anerkannt. Tie Herren, Du jetzt mit allerlei Vorwürfen anrücken, Herr Ledebour und Roe, ren, waren damals niemals in den Sitzungen erschienen (Hort! Hört!), unb jetzt führen sie das große Wort. Wir stritt-n damals lange um die Frage der polnischen Gewerkschaften. Herr Roeren tut jetzt, als wisse er nichts davon. Es gehört ex n gutes Quantum von bösem Willen dazu, mit solchen Angriffen zu kommen. Wenn die polnischen Berufsvereine nur gewerk. fchaftliche Ziele verfolgen, dann wird ihnen nichts gefchehcn. Aber eine polnische Gewerkschaft ohne nationalpolnische Ziele ist ernt Eontrabiktio. (Sehr richtig!) Dafür hat der Staats,ekretar gestern erdrückendes Material erbracht. (Sehr richtig!) Seine Ausführungen haben den tiefsten Eindruck auf das HauS gemacht. (Beifall.) Er hat bewiesen, daß eine fanatische Scheidung zwischen deutschen und polnischen Arbeitern systematisch gepflegt und gefördert wird. (Sehr richtig!) Nurals^eck- m a n t c I unb Kulisse werden die polnischen Gewerk,chafteu benutzt. Darum muß der Sprachenparagraph gegen sie angewen- bet werden. (Beifall.) Wir wären Dummköpfe gewesen, wenn wir wegen des Sprachenparagraphcn das Gesetz nickt angenommen hätten. (Beifall.) Wir würden d aS Gesetz auch heute noch annehmen. (Beifall und Hört! Hört!) Der Reichskanzler hat kürzlich bedauert, es sei hinsichtlich der Kritik viel gesündigt worden. Wir fühlen uns nicht getroffen. Nicht die Kritik schwächt die Autorität', rocXI aber eine schlechte Verwaltung. (Zustimmung.) Tic Kritik ist die moralische Pflicht des Parlaments. Auch die Handhabung ue5 Vereinsgesehes müßen wir kritisieren. Es gibt wohl keinen Abgeordneten hier, der nicht von den Ausführungen des Kollegen v. Bethmann überzeugt worden wäre. (Große Heiterkeit. Zuruf: Soweit ist's nöck nicht mit Ihnen! Erneute Heiterkeit.) Wir sind von der Loyalität und Ehrlichkeit des Staatssekretärs überzeugt. Einige Beschwerden aus dem Wahlkreise Greifswald- Grimmen, heften glücklicher Besitzer der Abg. Gothein ist! Die ' zur Versammlungsankünbigung bestimmten Zeitungen nehmen Inserate von Sozialdemokraten und Liberalen einfach nicht auf. (Hört! Hört!) Ihnen sollte man überhaupt das Veröfsent, lichungsrecht entziehen. Wie sieht es mit dem Ausrufen von Versammlungen in N o r d d e u t s ch l a n d. XAt Staatssekretär scheint sich noch nickt damit beschäftigt zu haben. (Große Heiterkeit.) In Süddeutschland werden vielfach 93er- sammlungcn durch Ausrufer bekannt gegeben, in Norbdeutschland sollte man bieses System auch Zulaftcn. Recht sonderbar ist auch, daß der Oberpräsident von Pommern die Gründung eines Schützenvereins untersagt hat, weil kein Bedürfnis vorliege. Tas ist dock ein eklatanter Verstoß gegen das Gesetz. (Sehr rlchng!) $i>ie bayerischen Sozialdemokraten unterscheiden sich in der Bc- urteilung des Vereinsgesehes erheblich von den norbdeut,chen. Vielleicht liegt es daran, daß die königl. bayerische Sozialdemokratie zu einigen bayerischen Mim,tern in einem sehr guten Verhältnis steht. (Große Heiterkeit, Lachen ber Sozialdemokraten.) Ich gönne ihr diesen Vorzug. Wir sind auch damit einverstanden, daß die bayerische Regierung dem letzten sozialdemokratischen Parteitag in Nürnberg in l^der Areise entgegengekommen ist. (Lachen der Sozialdemokraten.) Man laßt ,a in Bayern die rote Presse auf den Bahnhöfen ohne weiteres zu. In Nürnberg räumte man dem Parteitag einen x,eil des Bahnhofsgebäudes für Empfangsräume ein. (Ledebour: Schrecklich!) Nein, sehr vernünftig! Die Polizei hielt sich möglichst zurück. Und was war die Folge 1 Die Herren Sozialdemokraten wuschen sich selbst den Kopf. (Große Heiterkeit.) Hätte die bayerische Regierung durch kleinliche Schikanen bie Genossen zusammengetrieben, dann M- di- ganze schöne Nürnberger, Meister, f innere! nicht zum Vorschein gekommen. (Große Heiterkeit, Lärm her Sozialbcmokraten.) Tann hatten bie subbeutschen „Bierdimpfl", die „bayerischen Kretins", „die sich das Hirn schon mit Bier weggeschwcmmt haben", von den norddeutfchen Zwns- Wächtern nicht so schön die Meinung gesagt bekommen. (Große Heiterkeit, anhaltender Lärm der Sozialdemokraten.) Es war em kluger Streich der bayerischen Regierung, daß sie die Herren unter sich ließ. Ich empfehle der preußischen und der sächsischen Regierung dasselbe Verfahren. (Heiterkeit.) Man sollte doch emsehen, daß eS ganz verkehrt ist, ein politisches Martyrium zu schaffen, durch das die Sozialdemokratie nur Mitläufer sich schafft. (Große Heiterkeit.) Ich wollte niemanden beleidigen. (Erneute Heiterkeit.) Die Mitläufer werden bald von der Sozialdemokratie abfallen, wenn diese nicht mehr mit allerlei polizeilichen Mißgriffen krebsen gehen kann. (Sehr richtig!) Aber auch andere Parteien leiden unter der volizewurecmkra- Der Staatssekretär ftat sich die Beantwortung der Interpellationen recht leicht gemacht. Er hat nur eine Schilderung der Entwicklung der polnischen Bewegung im Westen gegeben, weiter nichts. Er hat cs so hingeftellt, als ob wir im Westen von den Polen geradezu bedrängt würden. Er hat aber vergessen, hinzuzufügen, daß die bakatistischen Drangsalierungen allein schuld daran finb, wenn die Polen sich bedroht suhlen, wenn sie sich dagegen wehren, daß ihr ausgeprägtes Nationalgefühl verletzt wird. (Sehr richtig! im Zentr.) Wenn die polnischen Gewerkschaften politische Zwecke verfolgen, so liegt das daran, daß es den Polen unmöglich ist, sich politisch organisieren. (Sehr richtig! im Zentr.) Wenn aber auch die polnifchcn Gewerkschaften ihre Äomvetenzen Überschreiten, so denken sie noch lange nickt an eine Loslösung der polnischen Landesteile von Preußen. Mit allen diesen Dingen bat aber die Frage, die uns jetzt beschäftigt, gar nichts zu tun. Wir halten uns nur an die Er- flärung des Staatssekretärs bei der Beratung des Vereinsgesetzes, Laß alle Arbeiterorganisationen, ohne. Ausnahme, vom Sprachenparagraphen nicht betroffen werden sollen. (Sehr richtig! im Zentr.) Gestern hat aber der Staatssekretär versucht, den etgenb licken Kernpunkt der Situation zu verschieben. (Widerspruch.) Er meinte, der Reichskanzler habe nichts mit den Mißbräucken zu tun, das sei Sache der Einzelregierungen. Warum ist aber der Staatssekretär dann zu den Interpellanten so entgegenkommend gewesen, wenn er es nicht nötig hatte? (Lachen.) Jedenfalls handelt es sich für uns darum, daß tatsächlich die polnischen Gewerkschaften unter den Sprachenparagraphen fallen entgegen der früheren Erklärung der Regierung. Es sind Harten gegen sie vorgekommen, die man nicht für möglich halten sollte. Daran sind nicht etwa die ausübenden Organe schuld, die Schuld dem lückenhaften Gesetz unb an denen, die es geschaffen Bchr richtig im Zentr.) Dr. Müller spielt eine son- Deutscher Reichstag. 191. Sitzung, Freitag, den 23. Januar. Am Tische des Bundesrats: v. Betbmann-Hollweg. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min unb erbittet und erhält die Genehmigung, dem Kaiser die Glückwünsche des Hauses zu feinem demnachstigen Geburtstage zu übermitteln. Die Handhabung des VcrcinSgesetzes. (Zweiter Tag.) Auf der Tagesordnung steht die Besprechung der Interpellationen der Sozialdemokraten und Polen über bie Handhabung des Vereinsgesetzes. Abg. Roeren (Zentr.): trag ongeseHk. Die Setfoimnlung Hierfür wurde auch zuerst vcm da Polizei genehmigt. Linen Zcg vor der Versammlung aber wurde diese Genehmigung des Polizeiamts von der KreiShaupt- Mannschaft aufgehoben infolge eines Gesuche» deS Vereins zur Hebung da öffentlichen Sittlichkeit. Die Kreis ^uprmannschaft sprach in ihrer Begründung von pseudowissenschaftlichen Darbietungen des Professors Dr. Forel — man denke, Prof. Dr. Forel ist Mitglied der Akademien der Wissenschaft aller Länder! — und stützte sich auf das BaeinSgesetz. es würden in der Vafammlung Zwecke verfolgt, die gegen das Strafgesetz verstießen. Sind denn die Logen zum Grünen Feigenblatt so mächtig, daß ihnen ohne weitaeS die Polizeibehörden folgen! (Große Heiterkeit.) In Halle kam es nicht viel bessa. Als da Professor Dr. Forel eine Vafammlung abbalten wollte, fragte die Polizeibehörde: Wer ist denn dieser Professor Forel, hat er denn einen Kunstschein? (Große Heiterkeit.) Wenn das BaeinSgesetz in dieser Weise von höheren Polizeibehörden angewandt wird, dann kann man sich nicht über die Art wundern, wie cü von Schutzleuten »imnchmal angewandt wird. Wir Deutsche glauben immer, daß wir aus politischen und wirtschaftlichen Eifersüchteleien in da Welt nicht geschätzt- seien. Wir treiben Vogel st rauß. Politik, wenn wir nur diese Gründe gelten lassen. Zalllose gebildete vorurteilslose AuSlända, die frei von Deutschenhaß sind, sehen aber den geradezu bestimmenden Tharakter- zug der Polizeibureaukratie ,ra/Man sollte diese Herren in der Oe ffcntlichkeit so brandmarken, daß kein Hund C-VLC f ‘ H c " m c b r von ihnen a n n t m m t. (Sehr ri$tiQl links.) Die Mitgliederlisten von Wahlvereineu sollten von der Volizei wieder zurückgegeben werden, damit nicht Ate schriften für andere Zwecke hcrgeftcsst werden rönnen. An» Grün» men kenne ich solche Fälle. Ministerialdirektor im Rcichsamt d:L Innern Just: Tie Polizeistunde sinder Anwendung auf Versammlungen in derselben Weise w.c auf einzelne Personen. Während der ganzen Beratung des VercinSges.ycS ifi immer als Grundsatz bin* gestellt worden, daß eine Mehrheit von Personen e.n: andere Äehandlung nicht beanspruchen kann wie einzelne Personen. Abg. Ricklin (ZcnirumSelsässer): I n El saß-Lothringen können wir über den Sprackenparagraphen noch nickt klagen (Hort! hört!) Vielleicht kommt daS aber noch, bis jept harte ja die Regie, rung keine $:raniafiurg, ibn anzuwenden. Vielleicht wird das im Wahlkampfe einmal anders. Schon jetzt weht ein neuer Wind bei unS. (Zuruf: Zorn von Bulach!) Hoffentlich belehrt der Staatßicfrctär unsere Regierung bald, wie sic sich zu dem Gesetze zu verbalten hat. Wie konnte man nur die Aufführung eines französischen StückrS durch Dilettanten in Metz v.rbieten? 2er Ertrag war so ar für-Messina bestimmt. Ein solches Vorgehen laß: Schlimmes für die Zukunft befürchten. Elsässischer Bevollmächtigter Dr. Sieveking: . Zweifel an der Loyalität der reich »ländi. l ch - n Regierung bei der Handhabung des DereinSgesetzeS sind durchaus unSkgründet. Ick erinnere mir daran, daß ^zcräde in Elfaß-Lothrinzen der Boden für die Durchführung dcS Gesetze» schon gegeben war durch das Gesetz von 1905, da» im wcicnthi'cn dieselben Bestimmungen enthält wie da» jetzige Reick ZvereinSgcsetz, und das sein Enisteben der Initiative der Scraßburger Rciicrunz verdankt. ES bedarf niete erst eines Appells an die ReickSeegie- ning, um die reicksländisde Regierung an ihre Pflicht zu erinnern. Ter Ausführung deS Gesetzes werden femerfei Sckwi'ri weiten in ben Weg gelegt. Tie Instruktionen an die Behörden sind in dem- selben Geiste gehalten, den der Staaissckreiär seinerzeit hier be- kannt gegeben hat. ES fehlt der Regierung nicht am guten Dillen, baS Gesetz durchaus loyal zu handhaben. Abg. Hanssen (Däne)' führt Beschwerde über illiberale Handhabung be» G.-seteS gegenüber dänischen Vereinen, besonders ün Tczirk Flensburg. DaS HauS vertagt sich. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Hue (Soz.): Ich verwahre mich entschieden gegen den Versuch bc8 Dr. Müller, mich in die Gesellschaft der Freunde dcS Sprachenp.io» graphen zu bringen. Abg. Roeren (Zentr.): Dr. Müller war wenig liebenswürdig gegen mich. Wenn man ihn an daS erinnert, was er früher gesagt hat, wirb er immer gleich von der Idee belastet, c5 sei böser Wille dabei. Abg. Dr. Müller (Fr. Vp.): Herr Roeren will nickt verstehen, cS wäre nicht daS erste Mal. HucS ganze Rede beruhte auf der Voraussetzung, daß der Spreiten- Paragraph auch auf die polnischen Gewerkschaften ungciDcnbet werben soll. Abg. Kolbe (Rp.): Here Roeren war ganz einseitig. Man sündigt gegen die Wahrheit, wenn man sie verschweigt. Weiterberatung Sonnabend 11 Uhr, vorher kleine Vorlagen. Schluß gegen 6 Uhr. Das allein echte mit dem Kreuzstern üüertrifft alle Nachahmungen! k-2/S- E >■ AM' V;.;' ' 1 TfJfZ ■ A irischer Arbeiten (Meßbriefe, Lasieplänc W Iröqc werden jederzeit Klinikstraßc 24, tö Settershohe entgegengenomrnen. Unterzeichneter empfiehlt sich für Gießen und Umgcgenb in der Ansfühning sämtlicher geome- :c.). Auf. Nestanrant 248 Weber, Großb. Geometer I. Klaffe. an! 5 = HartwigsVogel ......................... ....----Ü|J—1..J—■___r-1^ Ich habe mich als RecMsamswaEt hier niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Bahnhofstrasse 52 a (neben Hotel Schütz). Giessen, im Januar 1909. . 039:. Dr. Leopold Katz, Rechtsanwalt. veulsche Biertrinker! Trinkt Bochumer Vil[toria-?il$mr SiHhiintHtr 6r[ii§ für fojcnuniiks chlkS Piiscutr. -tu Plätzen, wo noch nicht vertreten, -ff der Allein- AuSjchonk zu vergeben. 2461 Issltoria-Lraücrki, $6jnni. 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Ställen und sonnigen Gelassen schon seht iB’flonnen werden, bevor die Schnaken mis>fliegen und ihre Eier nblcgciu^ ^ic^enl ^10eif ro,rjj jn jjCn nächsten Tagen durch beson- loers bieriür vorgebildete Leute mit dem AuSbrcnncn der Keller deqonucn werden. Da das Vorgehen der Stadt nur dann von tiriolg sein kann, wenn das Vertilgen der Schnaken möglichst in allen Kellern vorgenomnicn wird, in den letzten Jahren aber von einem groben Teil des Publikums das Betreten der Keller au liefern Zweck untersagt und hierdurch eilte einheitliche Durch sühr- ■ itg unserer Maßnahme verhindert wurde, richten wir an die Be- loohner unserer Stadt hiermit die dringende Bitte, diese, dem ntteresse sowohl des cinAdncit als auch der Gesamtheit dienende «cinciitnüiiigc Einrichtung durch bereitwilliges Entgegciikom liaeu au unterstützen und den von der Stadt bestellten Leuten Lei Erledigung ihres Auftrages nach Möglichkeit behülstich $u werden dieses Mal eine genaue Kontrolle über diese Tätigkeit üben lassen und eine Namhaftmachung derjenigen Per iionen veranlassen, die durch mangelndes Entgegenkommen dtc Durchführung unserer Masrnahme unmöglich machen. Gießen, den 31. Scsembcr 1908. . . (B6/t Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m- Keller. B%) Verdinftttttft B23/! Gerbe!. BekaritttmachurN. Betreffend: Die Stiftung des Gcmeindcratsmitglieds Friedrich Lony scn. _ . Die diesjährigen Zinsen aus der Lontz - Stiftung sollen an 8 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mk. vergeben werden. Be- i Werbungen sind bis Aum 1. Februar 1909 schriftlich oder muud- i ch bei dem Armcuamt, Neuen Baue 25, Zimmer No. 2 cur Mreichen. Gießen, 21. Januar 1909. . Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Das Aus- und Abschlagen des Lolksschulbades auf der Lahn s oll Samstag den 30. Januar d. J6., vormittags 10 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen zur Einsicht bei und offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, und bis Liun genannten Zeitpunkt an und einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 21. Januar 1909. Städtisches Lwchbauamt. Verdrngrurg. Die zum Aus- und Abschlagen deö Freibades, sowie der •chutsgelanber in der Lahn erforderliche Zimmer- bczw. Schreiner- cicocit soll Samstag den 30. Januar d. Js., vormitt. lul/2 Uur, cwentlidj verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen und wahrend der DienUstunden bei uns eüiAufeijeii uno Angebote auf Vordruck bis zum genannten Dermin daselcht einzureichen. — ZuschlagSfriU 3 ill'odjen. Giegen, den 21. Januar 19u9. Ba/i Städtisches Hochbauamt. _______Gerbet.________________________ Llrbcitsuer.zevung. Für den inneren Ausbau des eoang. Pianhauses zu 2'3etterfe!b sollen folgende Arbeiten öffentlich vergeben werden: Jnsiallations-, Glaser-, Treppen-, Schreiner-, Schlosserund Weißbinderarbeiten. Zeichnungen, Voranschlag u. Bedingungen liegen wochentags während der Dienstftunden auf dem Bureau des Kreis- firaüenmeüierS Sominertorn zu Laubach zur Einsicht der Interessenten offen u. sind Angebotsformulare zum Selbstkostenpreis dort erhältlich. Die Angebote ' sind bis zum 28. Januar d. Js. verschlossen, postfret u. mit entsprechender Aufschrift ebendahin einzusenden. Die Eröffnung der Angebote sindet am genannten Tage donselbst nachmittags 2 Uhr in Gegenwart etwa erschienener Bewerber statt. Zuschlags- sicist 3 Wochen. Schotten, den 14. Januar 1909. Der Großh. Kreisbauinspektor. Di»/ W tjler._____________________ Lei Her Mcrkrankc«kajse Gieße« jrmb als Aerzte tätig die Herren: Dr. Meyerhofs, Süd-Anlage 7 Dr. Geyer, Settersweg 64 Dr. Ploch, Aslerweg 34 Dr. Wagner, B?eit-Anlage 49 Dr. Schäffer, Ptockstraße 9 Dr. Kipper, Wilhetmstraße 2 Dr. Waste, Alieestraße 11. Bei öer LMmkenkasse Gieße« find außer den seither tätigen Aerzten zugelassen die Herren: Dr. von Hippel, für chirurgische Fälle Dr. Wasls, Alieestraße 11 Dr. Mueller, Liebigstraße 47. Bei i>e«l Lallitiitsverei« find als behandelnde Aerzte noch zugclaffen die Herren: Dr. Wasls, Alieestraße 11 Dr. Mueller, Liebigstraße 47. D"/t Die ärztliche Bertragskommiffiou. Holz-Submission. Nachverzeichnetes Holz soll aus den Waldungen der Gemeinde Watzenborn-Steinberg auf dem Submissionswege ®?rgeben werden: LIL Kl.: 8 Eichen-Stämme von 8—12 Mtr. Länge, 40 bis 49 Etm. Durchm. — 12,74 Fm. E7. Kl.: 9 Eichen-Stämme von 8 — 11 Mtr. Länge, 30 bis 39 Etm. Durchm. — 7,44 Fm. V. Kl.: 3 Eichen-Stämme von 9—10 Mtr. Länge, 25 bis 29 Etm. Durchm. — 1,60 Fm. FI. Kl.: 1 Eichen-Stamm von 9 Mtr. Länge, 23 Etm. Durchm. — 0,37 Fm. Angebote sind nach Klaffen getrennt zu^halteu. Das Mz lagert in dem Diltrikt Polheimer Wald, sonstige ^Aus- erteilt Forsuvart Külbach zu Garbenteich. Die Offerten sind verschlossen Mit der Aufschrift „Hotz - Submission" bis jiiin 30. o. Mts., nachmittags 3 Uhr bei uns einzureichen, ido in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter die Eröffnung jtottfindet. Die Bedingungen sind die übtichen und können bei uns eingejehen werden. Watzenborn-Steinberg, den 21. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. 530 Hirz. Q 547 und Ausstattungen. Bahnhofstr. 44 S?® &E# ©O« Bahnhofstr. 44 vergeben werden und zwar: iiNd veranschlagt zu Durchm. = 1,22 Fm. Kieferstamm v. 40—49 cm V u Fichtenstämme Gießen, den 21. Januar 1909. Angebote sind getrennt zu halten, da 606 S e n s; fe 1 d e r, Kreissirasienmeister. 8 b=Vi n Sämtliche Winter war en, Flanelle, Greises, Flanellhemden, Bieberbettücher, Colter, Unterzeuge etc. besonders billig. Reste aller Artikel ganz wesentlich unter Preis. u 0 7,63 4,85 0,51 61 19 5 1 13 1010 204 207,70 280,00 102,69 383,00 44,40 81,20 Lieferungen öffentlich Erdarbeiten Ehaussierar beiten Pflaslerarbeiten Fuhrteisiungen Stemsetzen Zementrohrlieferung Buchen-Scheuholz Eichen- „ Kieiern- „ Buchen-Knüppelholz Eichen- „ Kietern- „ Bud-en-Stockholä Eichen- „ Kiefern- „ Die Preise unserer sämtlichen Artikel in guten und bewährten Qualitäten haben wir bedeutend ermässigt und bieten somit eine günstige Gelegenheit zum Einkauf aussergewöhnlich billiger Wäsche Eicaen- Erlen- Kiefern Jft n ir n ft 30-39 25—29 unter 25 3360 600 3460 Großh. Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. Klefernsiämme n rcchnung nicht slattfindet. Die Bedingungen können bei uns eingcsehen werden. Sonstige Auskunft erteilt Forstwart Lotz dahier. Offerten sind verschlossen mit der Aufschrift „Holz- submission" bis zum 30. Januar 1909, nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart der etwa erschienenen Bieler die Eröffnung statlsindet. Wieseck, den 21. Januar 1909. — 37,56 , =; 60,35 , = 33,84 , ----- 73,30 , — 17,11 , eine Zusammen Versteigerung: Elchenstämme, Schnitth. 35 —54 cm Dm. 46,17 Fm. 1 41 85 69 480 87 Arvcitsvergebung. Donnerstag, den 28. l. DL, v ormittags 11 Uhr sollen in der Gemeinde Treis v. Lda. nachstehende Arbeiten 17 •» u u Holzversteigerung. Montag, Den 25. d. Mts. kommt im Staufenberger Ge- melndewald Dlstr. Niühlwald, Birken, folgendes Holz zur Holzvcrfteigerung. Im Gieffcner Stadtwald. Montag, den 25. Januar 1909 voruntdagS 9 Ulir beginnend, weiden in den Waldungen der Stadt Gieben in den Distrikten Zollstockswäldchcn, Sanvbcrg, Hcgholz, Philosovbcn wald und HenigeSbodcn versteigert: 209 Jichlenderbstangen mit 19,88 Jestrn. 7 Nimr. Eichemiutzknüpvel 2 128 10 3 11.7 26 „ 27 „ Sichten- ,L 1200 Wellen Buchen-Remg 350 „ Fichren- ~ r , Die Zusammenkunft tu aus der Straße nach Grunberg an der Abzweigung der A'ödger,trage. Gießen, den 19. Januar 1909. Großherzogtime Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Keller. Unser gesamtes Warenlager in Wäsche, Ausstattung - Gegenständen und Betten unterstellen wir einem Räumungs-V erkauf, Holzsndmission. Nachverzeichnetes Holz ans den Waldungen der Gemeinde Wieseck, in den Distrikten Heide, Badenbiirger Wäldchen und Schrei lagernd, soll auf dem Submissionswege vergeben werden. „ Wagncrh. 30—35 „ Buchen- „ 42—66 , Erle 36 , Stück Eichen-Derbstangen u Fichten- „ u , Ncisstangen Dienstag, den 26. ds. Mts. Holzsnbmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Climbach soll nachverzeichnetes Holz auf dem Submissionswege vergeben iverden: 3 4 83 4 8 94 Eichen-Stämme v. 36—57 Ctm. mittl. Dchm. — 2,31 Fm. Kiefern B 0 V u n 25—33 12—25 30—39 25—29 12—25 V Fichten V Die Angebote sind pro Festm., sowie getrennt nach Sor = 2,43 = 31,43 = 8,22 = 7,34 = 38,76 timent und Klassen, verichlossen, mit der Aufschrift „Holz- submission" bis spätestens Donnerstag den 28. Januar l. I., nachmittags 2 Uhr auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung derselben slattfindet. Das Holz ist gefällt und ivird auf Verlangen vom Forstwart Leyerer vorgezeigt. Climbach, am 19. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Climbach. 508 Stein. Holz-Submission. Nachverzeichnetes Holz aus den Waldungen der Stadt Staufenberg soll auf dem Subbmissionswege vergeben werden: 1. 8 Fichten Stämme 25—31 cm Dchm. 7,84 Fm. 2. 147 „ „ 12—25 „ , 40,56 , 3. 14 Kiefern „ 12—35 , „ 4,27 , Angebote sind getrennt zu halten, da eine Zusammenrechnung nicht statlsindet. Das Holz lagert un Distrikt Birken. Sonstige Auskunft erteilt Forstwart Zecher dahier. Die Offerten sind verschlossen mit der Aufichnft „Holz- submission" bis zum 28. Januar 1. Js., nachmittags 3 Uhr, bei uns einzureichen, wo m Gegenwart der etwa erschienenen Bieter die Eröffnung slattfindet. Die Bedingungen sind die gewölmllchen und können bei uns emgesehen werben. Staufenberg, den 18. Januar 1909. (458 Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan 23,81 7-27 n Stm>a': 672 N°'l., IL°u. 1fr. KU, 7-11 C.m" D»m° 3-°äVtt. L — 36,82 Fm. 153,41 2,18 26 Buche, 32—51 320 Fichie, 11-54 9 iiicicr, 12—3 J Nutzfchcit: Eiche.4 Nvi. Reiicrvrügcl: Fichie 17,2 Nm. . Zuiammcntnnft voriniltags 10 Uhr im Kloster. Anskumt erteilt Faruwari Melchior Au Arnöburg. Arnsburg bei Lieh, X,bcrbej|cn, 18. Januar 1909. Graft. Oberförilerei Arnsburg. Friederich. Ban- lllld Nllßliolz-Bcrßeigcrullg der Gräflichen Cbeitörncrci 2lrusburg bei L>ch, Cberocffen. Mittwoch den 27. Januar 1909 werden in den Distrikten Hard, A-euerberg und Hain verueigerl: -- n- Stäuune: 82 Eiche, 24—66 Etm. Dchm., 4—14 Mtr. L — av,9o Fm. 26 Buche, 32—51 * „ 4 12 „ » — .23-31 n in denselben Distrikten: 165 Nm. Buchen-Scheit 127 , Eichen- „ darunter Küferholz 38 „ „ -Nutzscheit 3 D y -Nutzknüppel 2 Meter lang 135 y Buchen-, Eichen-, Kiefern-, Fichten-Knüvpek 133 „ „ u u -Stöcke 7300 Buchen-, Eichen-, Kiefern-, Fichten-Wellen. Der jedesmalige Anfang ist vormittags 9^ Uhr im Distrikt N!ühlwald bei der Haltestelle Fnedelhausen. Staufenberg, den 18. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg 457 Stephan. Ho z zv er sie r gern n g. Mituvoch den 27. Januar 19u9, oonnutags 9*/z Uhr soll in hiesigein Gememdewald folgendes Holz versteigert werden: 4 Eichen-Stämme = 1,10 Fm. 21 Fichten-Stämme ----- 4,19 Fm. 46 Fichten-Derbstangen = 2,75 Fm. 86 Nm. Buchen-Scheiter 6 u Eichen-Scheiter 33 a Buchen-Knüppel 30 , Kiefern-Knüppel 1080 Wellen Buchen-Neisig 119o w Kiefern-Neisig 23 Rm. Buchen-Stöcke 13 , Kiefern-Stvcke. Die Zusammenkunft' ist auf dem Lausberg am Weg nach Annerod. Rödgen, den 20. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. 524 I. B.: Inderihal, Beigeordneter. Staff er! empfiehlt 250) Eigene Röstung, allseitig beliebt, ‘4»iunZ> M. 0.80 bis 1.80 Rerik ree M. 1.00 u. 1.20 Liber.a. großbohnig, M. 1.20. bei 5 Vfuno 5 '4>fg. billiger Jakob Maternus, Ecke Klinik nnd Frankfurterstr. Vteinkoßlei!-BezUS-8eskl!sAst Gießen. Lrvcnttiche .^aitptuei sammtnug Montag den 23. Januar 1909, abcndS 8Va Uhr bei Wirt Arnold »Zum Schivkapan". Dages^-Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. ^technungsablage. 3. Ersatzwahl deö Vorstandes. 4. '-’x.-aljl der NechnungsurüfungSkoinmisüon. 5. Satzungsänderung. 6. Verschiedenes. . 254 Glegen, den 9. Januar 1909. Der Vorstand. Die Nechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dlckore> Schanzenftraße 8, vom 17. ds. Akts. 8 Dage zur gefl. Einiicht der Mitglieder offen.■ a Kaufhaus Fritz Nowack Grosse Gelegenheitskäufe in: Wäsche, Baumwollwaren, Leinenwaren, Bettwaren und Ausstattungs-Artikeln. Beginn: Montag* den 25. Januar. : Die diesjährigen Gelegenheitskäufe bieten ganz Aussergewöhnliches zu enorm billigen Preisen. Günstigste Einkaufsgelegenheit für Braut-Ausstattungen. Veranstaltung dcrLandes-Univcrsität für die Opfer der Erdbeben in Süd-Italien. Donnerstag, den 38. Januar, abends 8 Uhr in der neuen Aula der Landes-Universität. 1. Ansprache des Rektors. 2. Vortrag des Herrn Professor Kaiser: Ueber Erdbeben, insbesondere über die Ursachen der calabrijchen Erdbeben. Der Ertrag wird dem Hilfsfonds für die Geschädigten zugeführt werden. — Eintrittspreise - Saal, numerierter Platz 1.50 Mt., unnuineciectec Platz 1 Galerie 50 Pfg. — Eingang zum Saal durch das Hauptgebäude, zu der Galerie von der Goetheslratze aus. .Eintrittskarten sind in der Musikalienhandlung von Challier, in den Buchhandlungen und beim Hausverwalter Ritter zu haben, für den numerierten Platz nur m der Musikalienhandlung von Ehallier. Ter Rektor der Landes-Universität. Lari Ztüärath, Möbel - Sabri! Segr. 1868 mit eldlr. 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