Seilers- Nr. 143 159. Jahrgang Dienstag, 23. Juni 1909 Erscheint tSgN- mit Ausnahme bei Sonntag!. nach • die | Ich mutz dem Pfingsten zusammengetretenen deutschen Finanzminister r die fall gerechteste und recht» und im Schatzsekretär Dr. Sydow: Vorredner darin widersprechen, daß die Die „Siebener JamiHenblötter* werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich betgelegt, das „Kreisblatt fflr den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Seit» kragen" erscheinen monatlich zweimal. AotattonSbvnk en» vertag der SrühNch« Univerfttäts - Buch- und Stetndruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: ^^112. Tet.-Adr^2lnzeigerGießen, Beschlüsse der Finanzkommission bezüglich der Kotierungssteuer nicht richtig unterrichtet gewesen wären. Ich habe selbst dort den Vortrag gehalten, und ich war auf Grund meiner aufmerksamen Teilnahme an den Kommissionssitzungen genau orientiert. Wenn der Vorredner gemeint hat, dos von den auswärtigen Staaten mitgeteilte Gesehgebungsmaterial sollte man auf Deutschland übertragen, so kann ich das in bezug auf die Erbschaftssteuer nur sehr anerkennen. (Sehr richtig! links.) Reichsbankpräsident Havenstein: er ist nur der Größe des Reiches zu verdanken. Die verbündeten Regierungen haben 1893 den unserem Anträge zugrunde liegen, ben Gedanken einen guten genannt. (Hört, hört! rechts.) Eine Steuer, die in Frankreich 50 Jahre besteht, kann doch nicht undurchführbar sein oder auch nicht so schlecht, wie Herr Muller- Meiningen meinte. Der Redner erörtert nunmehr die Kotierungs. steuern im einzelnen. Es sei doch verwunderlich, daß die Regierung nicht den großen Vorzug anerkenne, der in der Freilassung, also Begünstigung der Reichs- und Staatspapiere liege. Der Mittelstand muß gerade für die Kotierungssteuer sein und gegen die Erbschaftssteuer. Nur die Sorge um die Kleinen veranlaßt uns, gegen die Erbschaftssteuer zu sein. Man sagt, mit der Kotierungssteuer schädige man die Bank- und Börsenleute. Ja, einer muß doch zahlen, einer muß doch geschädigt werden. (Sehr richtig! rechts.) Es ist eine unbewiesene Behauptung, daß die Kotierungssteuer ausländisches Kapital aus Frankreich getrieben habe. Und es pfeifen in Frankreich die Spatzen vom Dache, daß die neue Abänderung von der Deputiertenkammer nur vorgenommen sei, um der Regierung ent- gegenzukommen. (Hört, hört! rechts.) Wirerkennen auch denErnstderLagein feder Beziehung an. Die Ermahnungen, die Herr von Rheinbaben neulich aussprach, sind bei uns nicht auf Ablehnung gestoßen. Aber immer wieder müssen wir hervorhebcn, daß unsere Stellungnahme nicht etwa die Neigung ist, einen Kampf zu führen um politische Macht. (Lachen links.) Wir befinden uns nicht in einer Angriffsstellung, die man uns vielfach im Lande unterschiebt, wir befinden uns lediglich in einer Defensive (Lachen links) dagegen, daß die Regierung zu einer demokratischen Regierung wird. (Gelächter links.) Uns erfüllt eine tiefe nationale Sorge, denn wir erkennen in der Erweiterung der E r b s ch a s t s st e u e r , wie sie fetzt geplant ist und für die Zu- kunft noch weiter geplant wird, eine nationale Gefahr. (Großes Gelächter und Aha! links, lebhafte Zustimmung rechts.) Für Sie (nach links) sind es Zweckmäßigkeitsgründe, für uns nationale. (Gelächter links.) . Die rechte Seite hat noch nie versagt, wenn es sich um nationale Forderungen handelt. (Gelächter links.) . Aber die verbündeten Regierungen sollten auch bereit fein, den Anschauungen der Mehrheit des Reichstages zu entsprechen. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Und von dreiem Standpunkt aus kann ich die Hoffnung n i ch t a u f g eben, daß d i e verbündeten Regierungen n i ch tauch d n Weg finden sollten, der mit uns zusammen, kcmmt. Ich hoffe, daß wir gemeinsam das Ziel er- Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Recht als eine Verbeugung vor dem Großkapital ansehen. (Zustimmung recht? und im Zentrum.) Die Kotierungssteuer ist vernünftigste im ganzen Steuerbukett. (Bei- Zentrum, Zischen links.) Abg. Dr. Müller-Fulda (Ztr.): Bei der Kotierungssteuer handelt es sich um keine Ausnahmebestimmungen gegen die Börse. Man will nur d i e leiftungs- fähigen Kapitalisten heranziehen. Mir der Kotierungssteuer soll ein gerechter Ausgleich geschaffen werden da- für, daß andere Berufszweige — Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und.Handel — schon stark belastet sind, während das mobile, mühelos Zinsen tragende Kapital am schwächsten erfaßt wird. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Der Redner weift darauf hin, daß der frühere Abgeordnete Büsing schon im Jahre 1883 im Reichstage für eine Koti-rungssteuer eingetreten ist. (Hört, hört! im Zentrum und rechts.) Es wäre doch die patriotische Pflicht der Börsenkreise, auch ihren Teil an den Steuern zu tragen. (Beifall rechts und im Zentrum.) Erfreulicherweise gibt es noch Tausende von Bankiers und Kaufleuten, die mit dieser Steuer durchaus einverstanden sind. (Beifall und Widersvruch.) In den Zirkus Schumann sind diese Leute natürlich nicht gegangen, sonst wäre es ihnen so ergangen, wie Ge- heimrat Kirdorf. (Sehr richtig! rechts, Widerspruch links.) Ich war entrüstet über die Behandlung, die er erfahren hat. (Lärm links.) Der Mittelstand in Sachsen hat sich auch bereits gegen den Hansa- bund erklärt. Die Sachsen hoben einen feinen Riecher. (Zuruf links: Auch in der Erbschaftssteuer! Große Heiterkeit.) Ich werde auch durch die Kotierungssteuer erheblich getroffen. Aber es macht mir nichts aus. (Große Heiterkeft.) Was sollen die Arbeiter denken, wenn wir 400 Millionen indirekter Steuern bewilligen und den Besitz nicht belasten. (Sehr richtig! links. Lebhafte Zurufe links: Erbschaftssteuer!) Nein, die Lebenden sollen zahlen. (Lebh. Zusftmmung rechts u. im Zentr.) Wird die Kotierungssteuer nicht angenommen, so würde man das mit beißt aber nicht, wie der Abg. Raab sagt, alles auf eine Karte stellen, sondern das heißt, eine Karte haben, d i e mehrere Atouts hat. (Zustimmung links.) Wir brauchen eine starke und leistungsfähige Börse, sowohl für unsere wirt- schriftliche Entwicklung wie als ein scharfes Instrument in schweren Zeiten. Die neue Börsengesetzgebung hat neues Leben bei uns ge- bracht. Die starke Weltmarktstellung Englands beruht ganz wesent- lich auf der Machtstellung der Börse von London. (Sehr richtig! links.) Ich unterschreibe lange nicht alles, was über die Wirkung des früheren Borsengesetzes geschrieben und gesprochen'worden ist. Aber daß es tatsächlich einen starken Schaden für uns gehabt hat, das ist zweifellos. (Zustimmung links.) Infolge des Börsen- gesetzes hatten sich die deutschen Depots im Auslands fast verdreifacht, während die ausländischen Depots in Deutschland annähernd um die Hälfte zurückgegangen waren. lHört! Hört! links.) Wenn wir einer schlechten wirtschaftlichen Entwicklung entgegenwirken wollen, dürfen wir die K o t ie r u n g s ste u e r nicht an- nehmen. (Beifall links.) Abg. Dr. Frank-Mannheim (Soz.): Ueber die Kotierungssteuer sind wir derselben Meinung wie zurzeit die Regierung. (Heiterkeit.) Die Ausführungen der Rechten hatten keine überzeugende Kraft, denn sie können auch auf die Erbanfallsteuer angewendet werden. Stutzig hat uns nur der Hansabund gemacht, der so feurig gegen die Kotierungssteuer «uftrat, aber für die Belastung des Massenkonsums kein tadelndes Work hatte. In Steuerfragen können wir von Frankreich wirklich nichts lernen. Hochmut kommt vor dem Fall. Des, M wird der Sturz der agrarischen Herrschaft nicht fern fein. (Beifall links, Unruhe rechts.) Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Weiterberatuna Dienstag 2 Uhr. Vorher Petitionen, Rechnungssachen. Vizepräsident Dr. Paasche teilt mit, daß die namentlichen Abstimmungen zu den Steuer- geictzen nicht erst aui den folgenden Tag verschrien werden, sondern immer sogleich stattfinden sollen. Schluß 674 Uhr. Die Kotierungssteuer steht zwar auf der Tagesordnung, aber neun Zehntel der bisherigen Ausführungen betrafen die Erbschaftssteuer. Zum ersten Male ist die Ablehnung der Erbschaftssteuer als nationale Tat hingestellt worden. Also diejenigen, die für diese Steuer eintreten, sind antinational. (Lachen rechts.) Damit trifft Herr Roesicke viele seiner nächsten Freunde, vor allem die sächsischen Konservativen, die geschlossen für Die Erbschaftssteuer eintreten. Gerade das mobile Kaviial wird von dieser Steuer scharf gefaßt. Erfrischend in der ganzen Debatte war das feste Eintreten der R e g i e r u n g für die Erbanfallsteuer und ihre ablehnende Haltung gegenüber der Kotierungssteuer. Sie ist für uns unannehmbar. Man trifft auch nicht die Kreise, die man fassen will. Denn von den 70 bis 100 Milliarden, die in Deutschland an mobilem Kapital vorhanden sind, besitzen die Bank- und Börsenkreise nur etwa 5 Prozent. Viele Papiere werden vom Kurszettel der Börse verschwinden. Das wäre ein volkswirtschaftlicher Rückgang. Die Herren von der Rechten können selbst ja ohne die Börsennotierungen nicht mehr auskommen. Sie brauchen sie als wirtschaftlichen Regulator. Wenn Sie von Frankreich durchaus etwas übernehmen wollen, dann greifen Sie nach der französischen Erb- schaftSsteuer mit ihren hohen Sätzen. Ein starker Besitz ausländischer Wertpapiere ist die beste finanzielle Kriegsbereitschaft. (Sehr richtig! links.) Der Redner spricht sich eingehend gegen die Kotierungsstcucr aus, die praktisch und theoretisch ein Unding sei. Nachdem die Kotierungssteuer hier so verteidigt worden ist, sehe ich mich genötigt, vom Gesichtspunkte der Reichsbank aus, von allgemeinen nationalen, volkswirtschaftlichen Interessen aus die ernsten Gefahren und Bedenken darzulegen, die der Kotierungssteuer entgegen» sichen und die so schwerwiegend sind, daß die verbündeten Regierungen glauben, sich diesem gesetzgeribschen Vorgehen nicht anschließen zu können. Der Gedanke einer Kotierungssteuer ist an sich durchaus richtig und enthält an sich etwas Sympathisches und Berechtigtes. Bei näherer Prüfung kommen aber doch schwer- wiegende Bedenken gegen sie. Und wenn hier eine Anzahl Finanzmänner angeführt worden sind, die sich früher sympathisch diesem Gedanken geaenübergestellt haben, so liegt dies eben daran, daß in diesem Gedanken prinzipiell etwas Sympathisches liegt, daß aber damals gar kein Anlaß vor lag, dem Gedanken näher nachzugehen, was sicherlich schwere Bedenken zutage gefördert hätte. Der Abg. Raab hat als Zweck der Kotierungssteuer hin- gestellt, daß die Börse selbst mit 60 Millionen g troffen werden solle. Die Börse ist ein wertvolles Instrument in unserem Wirtschaftsleben und für unsere Kriegsbereitschaft. Aber die Börse wird gar nicht so der Träger dieser Last sein, sondern das deutsche Volk, die Besitzer der Papiere, die großen und kleinen Kapitalisten. (Widerspruch und Rufe: Das wollen wir ja!) Ohne Frage ist die KotierungS- steuer ein unbilliger und einseitiger Zuschlag zur Vermögens, und Einkommensteuer, und gerade, weil diese Kotierungssteuer bei uns ein Zuschlag zur Einkommensteuer wird, kann man auf das französische Beispiel sich nicht berufen. Die Kotierungssteuer würde auch dazu führen, die Kapitalsbeschaffung zu erschweren und die Zinssätze zu verteuern. Das gilt für alle Papiere, auch für die landwirtschaftlichen und Hypothekenpapiere. Bei neuen Emissionen würden sie gezwungen sein, einen entsprechend höheren Zinsfuß zu fordern. Parallel mit der Steigerung des Zinsfußes muß aber auch ein Sinken des Kurswertes gehen. Dieser Kursverlust aber wäre ein befmi» fioer, ein dauernder im Gegensatz zu den gewöhnlichen Kursschwankungen, die bei besserer Konjunktur wieder wett gemacht werden können. Nehmen wir beispielsweise die Deutsche Bank. Hier würde die Kotierungssteuer die Dividende, die zuletzt 12 Prozent betrug, das heißt also 120 Mark um 1,20 Mark vermindern. In gleichem Maße wie die Dividende nnißie bann auch der Kurs sinken. Tie Besitzer der Aktien der Deutschen Bank würden eine nickt wieder einzubringende Schädi. pung des Vermögens von 28 bis 29 Millionen Mark erleiden. (Lebhaftes Hört, hört! links.) Bei der Reichsbank würde der Verlust rund 30 Millionen Mark betragen. An Kommunalpapieren, Pfandbriefen, Hypotheken- Pfandbriefen usw. haben wir ungefähr 20 Milliarden. Hier würde der Kursverlust 5- bis 600 Millionen Mark betragen. (Hört, hört! links.) Bei den industriellen Werten dürfte sich ein Kursverlust von 110 Millionen Herausstellen. Im ganzen darf man wohl behaupten, daß die Einführung der Kotierungssteuer ein plötzliches Sinken des Kurses zur Folge hätte, daS einem dauernden Verlust an Volksvermögen von etwa 2 Milliarden Mark gleichkäme. (Lebhaftes Hört, hört! links.) Das geringe finanzielle Ergebnis der Kotierungssteuer würde mit allgemein und volkswirtschaftlich außerordentlich schweren Schäden verbunden sein. Das gute deutsche Geld würde ins Ausland gehen. Es gibt eine ganze Anzahl von Börsen rings umher, die unser deutsches Kapital mit offenen Armen aufnehmen, nicht nur in Brüssel, Antwerpen und Kopenhagen. Herr Roesicke hat unrecht, die Börsensteuern in London sind sehr viel niedriger als bei uns. Der Schlußnotenstempel fehlt dort ganz. Auch Herr Müller- Fulda war nicht richtig orientiert. Ein starker Besitz guter ausländischer Werte ist dringend geboten, sowohl im Frieden, wie auch in schwerer Zeit. Er ist auch ein sehr wichtiges Mittel, um eine Erhöhung des Diskonts zu verhindern. Das Hinaustreiben ausländischer Effekten würde daS verhindern, wozu selbst das mäch- tigste Land in schweren Zeiten genötigt ist, wenn seine Existenz in Frage steht und alle seine finanziellen Kräfte aufs stärkste an- gespannt sind: fein Vermögen, das es einsetzen muß, nicht nur im eigenen Lande flüssig zu machen, sondern auch im Auslande. Das Deutscher Reichstag. 266. Sitzung, Montag den 21. Juni 1909* Am Tische de§ Bundesrats: Sydow, Delbrück, Haven, stein. Haus und Tribünen sind schwach besetzt. Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung um 2 Uhr Iß Mmuten. v Die Aussprache über die Fiuanzreform. (Fünfter Tag.) Zweite Lesung: Die Kotterungsfieuer. Abg. Roeficke (Kons.): @3 ist "och niemals seit Bestehen des Reichstages vorgekom- *ine Kommission noch am Pfingstsonnabend getagt hat. cs ist auch noch niemals vorgekommen, daß die verbündeten Re- gienrngen em s0 vollgerüttelt Maß von Monaten auf so große Einnahmen verzichten mußten, obwohl ihr Bedürf- nis vollauf anerkannt ist. Die Hauptrolle spielt ja dabei die der Erbschaftssteuer. Es hat fast den Anschein, als ob es heute nicht so sehr darauf ankommt, die Finanzen des Reiches zu ordnen, als die Erbschaftssteuer auözu- bauen. (Sehr wahr! rechts.) Dabei ist hervorzuheben, daß dies der einzige Steuervorschlag der verbündeten Regierungen gewesen ist, gegenüber dem wir uns ablehnend Verhalten haben (Sehr wahr! rechts), während die Verbündeten Regierungen aus alle chre Vorlagen von links einen Korb nach dem anderen erhalten haben, fast eine ganze Kiste voll. (Sehr wahr! rechts, ^^.Erfpruch lmks.) Nun verweist man darauf, daß man bei der EAchaftssteuer rücksichtsvoll Verfahren werde. Aber der Preu- tzische Flnanzmrnister müßte vollkommen von dem alten preußischen Geist verlassen sein, wenn er bei allem Wohlwollen nicht darauf bringen würde und bringen müßte, mit aller Energie die Steuer zu vereinnahmen. Es würde also in jedem Falle ein belafhgenbeS Eindringen in die Familienverhaltnisse erfolgen. Trotz allem haben wir uns nicht negativ Verhalten, sondern haben auch über diese Steuer mitberaten, während die Linke sich der Arbeit einfach entzogen hat. (Unruhe links. Sehr richtig! rechts u. i. Zentr.) Dabei muß man nicht vergessen, daß es bereits ?Un wesentliches Zugeständnis von uns ist, daß überhaupt ein Teil des Bedarfs auch durch Besitzsteuer n aufgebracht werden soll. (Sehr richtig! rechts.) Denn wir haben stets auf dem Standpunkt gestanden, daß bas Reich seinen Bedarf aus inbirtften Steuern deckt,, und soweit das nicht reicht, die Matrikularbeiträge eintreten. Nun aber ist die Frage- ferner? Wir bestreiten, daß die Erbschaftssteuer eine allgemeine Besitzsteuer rft- .Der Vorzugsstellung des mobilen Kapitals muß endlich ein Ende gemacht wer - d en. (Sehr richtig! rechts.) . Wenn man sich die Frage vor- legt, wie wir in die jetzige Finanznot hineingekommen sind, so wird man ohne weiteres zugeben müssen, daß es unrichtig ist, wenn behauptet wird, daß die Getreidezölle daran schuld sind. (Sehr richtig! rechts, Widerspruch links.) Die enormen Ausgaben, die zu der Finanznot geführt haben, sind vor allem durch unsere flotte und bann durch die soziale Fürsorge verursacht worden. Welches Kapital ist es nun, das an diesen Ausgaben her Flotte unb ber sozialen Fürsorge besonders interessiert ist? Es ist das Kapital, das ausländische Handelsbeziehungen unterhalt und dadurch Maßnahmen zu seinem Schutz notwendig macht. Dieses unpersönliche Kapital, wie es in Aktiengesellschaften, Obligationen usw. in Erscheinung tritt, bat zu Unternehmungen geführt, zu einer Politik der offenen Tür, die wir durch eine starke Flotte schützen müssen. Dasselbe möbile Kapital hat aber auch oen Ausbau ber sozialen Fürsorge im Reiche notwendig gemacht. Auch die Besetzung der Kolonien war aus ähnlichen Gesichtspunkten erforderlich. Diese Tatsachen beweisen, daß einerseits dieses Kapital die Leistungsfähigkeit des Reiches für sich in Anspruch nrmmt, und ihm andererseits auch eine Leistungsnotwendigkeit auserlegt. Dieses mobile Kapital, das so viel Vorteile von unserer Leistungsfähigkeit hat, ist also wohl geeignet, daß wir ihm eine Steuer auferlegen. Es handelt sich nur darum, in welcher Form das geschieht. Da lag ber Gedanke nahe, den mühelosen Gewinn, den gewaltigen Wertzuwacks, den das Kapital durch die Entwicklung des Reiches erfahren hat, zu besteuern. Dieser unverdiente Gewinn muß gefaßt werden, denn reichen. Ich wünsche, daß recht bald der Tag kommt, wo wir zurückblicken auf die heutige schwere Zeit und dann sagen können: mit Ernst und Fleiß ist doch Großes für das Deutsche Reich geschaffen. (Lebhafter Beifall rechts.) Reichsschatzsekretär Dr. Sydow: Ich hab» nicht die Absicht, die Stellung der verbündeten Regierungen zu den Kommissionsbeschlüssen nochmals darzulegen. Ich will mich nur mit einigen Punkten aus den Reden der Vorredner beschäftigen. Die Abgg. Graf Westarp und Dr. Spahn haben darauf hingewiesen, daß 1893 die verbündeten Regierungen selber eine KotierungHeuer befürwortet hätten. Dem ist aber nicht so. Als 1893 der Entwurf einer Stempelnovelle vorgelegt wurde, wurde auch erörtert, ob neben dem Effektenstempel eine Emissionssteuer für alle Papiere oder eine Kotierungssteuer fiic die an der Börse zugelassenen Papiere eingeführt werden soll. Gegen die Emissionssteuer wurde geltend gemacht, daß man damit die ausländischen Papiere nickst fassen könne, also das Ausland auf Kosten des Inlandes begünstige. Von der Kotierungssteuer wurde gesagt, sie hätte diesen Nachteil der Emissionssteuer nicht, und außerdem ihre sachliche Begründung in den Vorteilen, die den betreffenden Papieren aus der Zulassung zur Börse erwachsen. Seitdem ist niemand auf diese Sache zurückgekommen, und wenn man jene hypothetische Bemerkung richtig würdigen will, so bezeichnet man sie am besten als eine Verbeugung vor der damals herrschenden Richtung, die dann zu der Einschränkung des Börsengesetzes von 1896 führte. (Lebhafte Zustimmung links; Hört, hört! und große Unruhe rechts.) Fürst Bismarck hat einmal folgenden Weg als einen gangbaren für Ministerien angegeben: wenn Ihnen von Abgeordneten ein Vorschlag gemacht wird, den Sie auf den ersten Blick als nicht durchführbar erkennen, so lehnen Sie das nicht gleich ab, sondern sagen: es spricht viel für den Vorschlag, das und das und das und ich werde mir die Sache reiflich überlegen. (Heiterkeit.) Wenn der Herr dann wieder kommt, dann sagen Sie ihm: Ich habe es mir überlegt, bloß eigentlich geht die Sache nicht. Dann wird der Mann der Ueberzeugung sein, daß er keiner vorgefaßten Meinung getzenübersteht und die Sache ist erledigt. So liegt die Sache auch pier., (Heiterkeit links, Unruhe rechts.) Dann hat der Abg. Roesicke gesagt, daß in Frankreich das Kapital zwar ins Ausland gegangen sei, aber nicht wegen der Kotierungssteuer, sondern wegen der Erbschaftssteuer. Das ist nicht richtig, und Herr Roesicke hat die Dinge zusammengeworfen, die gar nicht zusammen gehören. Daß die Kotierungssteuer an der Abwanderung des ftanzösischen Kapitals in das Ausland schuld ist, geht schon daraus hervor, daß die Erbschaftssteuer in Frankreich schon sehr lange besteht, diese Erscheinung aber erst seit der Einführung der Kotierungssteuer. Es ist wiederholt gesagt worden, die Ümsatzgebühren an der Londoner Börse seien erheblich höher, als die an der Berliner Börse. Das ist richtig. Wenn wir die Weltmachfftellung hätten, die der Londoner Markt in der ganzen Welt bat bann könnten wir auch erheblich liöhere Gebüyren erheben. Der Verkehr an der Londoner Börse ist erheblich größer, aber nicht wegen der hohen Gebühren, sondern trotz der hohen Gebühren. Abg. Kaempf (greif. Bp.): Zweiter Blatt nommierleöchochttnM ^baus wünscht mH -äsrkrsvr eSSo « ©efflllß’ st 1 SS«»* j Gies* "1909 ä: 0 Mark auf L HM »Längetote unw» Gießener AMerK MüMZ qejucht. MW irten Und Karton- 'fadenti/fa pigen Reifen M- und gießen j-tEä tct 1« 1909 ^erti^' • «Ä s Geschmacks a q. Schutzmarke. 1000 kg je nach Qualität, ivatet (—) gegenüber der Vorwoche m folgt: Klammem () 360 ) (— 1) 372 (— ( 200 2) V ( 3) ( 210 Telefonische Kursberichte 114?^ 225.00 162.30 Unübertroffen ich enthalten übet das Auftreten und en Herde:strömt len n ,,3d) auf die Schwierigkeit hiniDtcf?n, die Änroefenbcit des Fudas in der unmittelbaren Umgebung iihrifri an^unthmen. weist daraus ihn, daß sowohl die Pcntltnifckfttti Briefe al» auch die Offenbarung des Johannes feinerlei hinwei- auf den Betrat des Judas enthalten, Evangelium des Markus wird an drei Stellen Judas ermähnt, aber Forschungen legen die 'Annahme nahe, daß es sich feiertet uni spater interpolierte Zusätze handelt. Während Markus den Judas (+ (+ (- (+ (— 2. 3» 3) 210 212 216 210 3. 1.76). 7.A5-. 21.40 156.0» 1?W (+ i) (- ) 6 3i 1 b 11 3> ) 6> ) ) Bör*e, . 131.40 . 340.90 22 Joni. Anfang» »uns. Harpcner Bergwerk . . Laurahütte . . . Lombarden E B. . . . Nordd. Lloyd . . . • Türkenluee . • • • • 118.00 124.(n 1A9-5» 180.60 89.^1 146.20 2u3 (+ 235.36 ( + 210 197'., 5) 3 ) 1) liefern soll. Günstige Smd)tc über die Ernte lagen von vor, aber auch drüben scheint vorläufig der Preisstand beftefeeuben Warenmangel eine feste Stutze zu finden, ^n land blieb die Stimmung während des grtf!ten Teiles sich erhängen laßt, ist der Verräter nach der Apostelgeschichte einen Abhang hinabgostürzt und dabei in ypei .teile geborsten Tie Evangell 286 (4- 286 i-t- 9o.2o 85.40 054*0 85.40 93.00 Königsberg Danzig Stettin Bolen Breslau Berlin Magdeburg L'ew-ig Dresden Braunschweig iRoflod Rui vamburg Hannover Frankfurt a.TR. Mannheim Straßburg München Gerichtssaal. R.B Darmstadt, 21. Fmn. Das Schwurgericht beschäftigte sich beuu* mit der letzten und ideveritrn Totschlagsanklage. Der schon 14 mal Dorbeftrane .52 Za brr alte Taprzrer- geHilfe Franz Karl Brocks au» Hannover Hatte am Vormittag des 2. Zun! den in der Pal la-wiesenstrotzt wohnenden Metzgermeister Peter Daßner bierfelbft in seinem Laden nach einem kurzen Wortwechsel durch zwei Revolver'chüsse getütet. Der Angeklagte lebte seit 6 Jahren in Worms mit einer Witwe stimm ernt em, die Tcutter von 5 Kindern ist, in ftonfubtnat. ans dem wettere drei .Hmher entstammen Wahrend des letzten Winters N. Tagung öes Sundes deutscher Gastwirte. S. u. H. Darmstadt, 20. Juni. Nachdem soeben in Miel der 36. Verbandstag des Tcutidxm O-astivirtsverbandes zu Ende gegangen ist, tritt feier in dieser Woche die znxnte graste £rgani|ation des deutschen Gastwirts- gewerbes, der Bund Teutidwc Gastwirte, zu seiner 17. Bundes- iffijamniluiifl zusammen. 2er teste Bundestag in Muln hatte beschlossen, die Tagung in Darmstadt abzufealteii, weil in diesem der 'Rhein Main Verband der Gastivirtc die iVcier seines i'iferigen Bestehens feiert. Anlästttd» dieser Feier ist eine Fach geweibeausstellung für das Gastwirts und Voteliergewerbe veranstaltet worden. Der Großherzog bat das Ehrenprotektorat über dieie. '.'lusstellung übrrnommen, die beute üt feieditfeer Weife eröffnet wurde Zu der Tagung des Bundes, der gegen 40000 Mitglieder zählt, sind eine graue Anzahl von offiziellen delegier um angemeldet, zumal sich in Darmstadt der Sitz der Dohl- lahrtseinrichiimgeii des Bundes befindet. Wie in Miel wird die Versammlung in der Hauptsache die Braustcuervorlage und die '.'tri dir Abwalzung der neuen Lasten auf das Publikum bc- jdiäftinni. ;>u 'JieKienteil sind hierüber bestellt Kamp» und 4 reutlcr (Leipzig- Weitere Punkte der Tagesordnung bilden das Animierkneipenivefen, bic Einschränkung der .Monzessions-Er- tcilung an ("rostindustriette, die Ronzessionierung der Pensionen, ^-peifm>irt)dMiftrn usw., die Besprechung der übrigen Steuervvr- lagen der 'Regierung und der Reichsversicherungsordnung, die '.'IrbeitsvermitUung im Ofosiwirtsgewerbe, Organisatwns und andere Fragen. ')icbcn der .vaitptxxrianunlung werden die General- richtSwoche fest. Bemerkenswert war trotz günstigerer Witterung das Anziehen des Preises für verbstlieferung, wobei wohl die Ettvögung matzgebend war, bau zu .30 Mk unter dem 29crt der Iulilicserung stehenden Preise für September weder vom AnSlande noch vom Inlands auf Abladung zu kaufen ist Die sich am Schlutz der Woche bemerfoar mackiende Abschwächung schien mit dem Umstande zusammenzuhängen, dast in den letzten Tagen mehrere Weizensegler in England und Deutschland angekommen sind, für die aitgesiclstS des schönen Wetters Mdufer weniger leicht als bi-her zu finden waren. Namentlich aus dem fRvggen niartte schienen die besseren Eriiteaussichten bie Mauslust zurück- zu halten, zumal andauernd über den Mehlabsatz uuo die dabei erzielbaren Preise geklagt wird, foafer wurde zu weiter erhöhten Forderungen nur spärlich angeboten, doch war das Ge schäft ziemlich ftiü, da der Mons um bet den hohen Preisen nur Elektri*. Lahmryer . . . Elcktnx. Schu- kcrt . . . Eachwciler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hambanr - Amerik. Paket! Harpe orr Bergwerk . . . Laurahfltte . . • . . Nordd Lloyd .... Oberaehlea. Einen Inda»Irie Berliner Hande lagea- . . Darmstadter Bank . • . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank , . Diskonto - Kum maudil . . Dresdner Baak . . . . Kreditektieo , . Baltimore- and Ohiw- Eisenbahn . . . . Oottbardbahn . • • • Lombard. Bisetbahn. . . ' >cUat»hahn . . . Printe - Henri• Eiaeobahe . Roggen (— 2) 3 191 194 192 196 196 196 195 199 193 19U 192 200 198 19Ä 200 197 . 197 , 188 Berlin 3uh 191 : Berlin Juli 190.76 (- (— l— l- (— <+ (— (- 287 2S4 275 370 260 ‘.62 278 (— <+ l- (- (— 276 (4-2' ,1 267 ' , (4-t*;,) 290 (— ) (- (+ 1- gestellt worden ist und wonach in bicfcnt Lande eine Weizenernte von nur 33 gegen 41 Millionen Dz. im Vorsohre in Deutsch- der Be- Lcrantwortlid) i. B.: für Gerichtssaal E. Anderson, für Stadt und Land: Marl Neurath. Kleines Feuilleton. — Ein Leipziger Nektor Shin, da man idvn mitten drin ist im ^ubelsemester der Leipziger Uniöerfüät, verdient auch lener Rektor eine Srwahnung, der nicht nur wie wie viele im-r Kollegen vor ihm und nach ihm, sich durch sein Leben. Iandern auch bufrii seinen Tod ausgezeictmct Hal. (ihnftopb Preisibius mar anfangs Arzt, spater Jurist und Professor der stiechte. Er hatte burdi einen gewaltigen Barl ein so fürchterliches Aussehen, datz einst ein Kläger ihn. als er )idj im Rosentale in einem O^ebusche ouSgest reckt hatte, tut ein Wildschwein angesehen und aus ihn gezielt haben soll. Um ein £>aar wäre die Magni nzenz erschr>stzui wvrden. Wichtiger aber als sein Leben war lern rod: er war der erste Rektor der Universität, der als solcher starb. Man setzte deshalb auf seinen (bravstem bie Anschrift: L»ic vriMikS exemplo boeuit, RectorrS Lipfu^nses esse ni.'NaleS iÄn rdm sah man suerst, datz die Leipziger Rektoren sterblich sind.' „Zeppelin 111" auf der Fernfahrt! Ans ^ena, 15. Juni, wird den „Münchest N. N." geschrieben: Än den xvluitretkn verschiedener Stratzenteile der Innenstadt mürben heute mittag Plakate angeschlagen, die heu Jenenser Philistern davon Mitteilung machten, datz ,Zeppelin III" nachmittags in Jena emtreffe und vom Oknnancnhauie ans eine Personenbefördernng itad) Nmmerbach einrichtr Gläubige und Ungläubige fanden sich in Menge, alle aber harrten ungeduldig der Dinge, die da kommen sollten Tenn datz es sick» um einen „aktuellen" Stu dcntenulk bandeln mutzte, konnte den Kundigen nicht zweifelhaft sein. Und ndmg. um die angekündigte Zeit setzte sich das Zeppelin^-chauspiel in Bewegung! Tie Buricheiiscbaft „Öermania" hielt ihren Äuszug aus ihrer Exkneive 'Jlmmerbad) und leitete ibn burdi einen Kostüm Umzug durch dx 3tabi ein Voraus rrtiat Verolde in mittelalterlicher Tracht, begleitet von Pieudo Schutz. Ieilten, die den Säbel über der Schulter trugen oder in sonstiger Weste der Disziplin ein Lchnivockren schlugen Tann kam der Bnchoi mit der Biichoiin und nnnem Hofstaat, gefolgt von „RSniiericli y wirb, fehlte nich, Jem Caltr 197 t4- 6) 199 (4- 1) 196 (- ) 196 (4- 2» beigefügt ist, wie Weizen zur Hsirpflegc ist Dr. Dralle’s • Birken- Haarwasser im Gebrauch mit Kopfwaschpulvcr „Kopfrein“. Itiinc, 22. Juui. 1.15 Uhr. 99-80 99.50 62.20 *3öM 952)0 145-10 98.55 177A) I 189.70 lh(i.25 MV.*) 97 L" 171. 6 181 JO -41.90 147Ü0 1 <>.40 lüW 19'Aiu Türkenlose . . . 4° . Griech. Monopol-Anl. 4e/0 äussere Argentinier 3° e Mexikaner . <*/,•/, Chinesen . . . Aktien) Roch am Goas .... Buderus E. W. . . . Tendenz: ach wieher. Berliner Canada E. B. . • Darmstädter Bank . • Deutsche Bank . . r>'.ändnio d.i 3ufd>auei. die in bellen S?ai nmtbc durch Plakatc aufgeholf n, a • b nen ; versannulungoi der SterbeLrHe des Bundes und der daftpslicht-1 zöqernd txnytn^ Gerste war wenig verSnd-rr. Mais mr 16- lafie em berge beit, ^nr die Tagung im Jahre 1910 bewerben sich ladnnq cxt^-qenfominnibCT pnenrrt. benti icpt die Emzelvercinr von Stuttgart, Metz und Erfurt. I trs stellten "ch die ircifc hir mlandifches betreibe cm --------------------------------1 letzten Marktmge da- Mehr (4-) dezw. Weniger 1- deutlcher Uongreh für Zäugtingsschutz. S. u.H. Dresden, 20. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung ihrer Müglieder hielt die am 18. Februar o I. gegründete Deutsche Bereinigung für 3äuff- ling"schütz in der Aula der Technischen Hochschulc ihren crflen «tongTcp ab. — Den Borsitz führte der Lab,nc:tsrat von Bchr- Pmnow ^Berlin . Lnizi-lle Vertreter hatten cntsandt die grötzeren deutschen Stäbtf, verschiedene LandermeOizmalkoNegien. Die' M amm nlehranstalten, Mrnderschutzv-reine, die Zentrale für BolkS Wohlfahrt u. a Ter Präsident des Reichsgesundhe'.rsamtes WtrN. Geh Rat Br. Bumm fcrgrÜEir den Hongtcij al? Vertreter des Neichsamts des Znnerii Bisher schon sei große» für die Gesundheit und die «öngiTtc oe.1 Volkes geschehen, nur ein ivebiet sei bisher noch i irfmutterlich behandelt worden. 0>e säughnqeDflege. Alle noch so lebhaften Bemühungen um die Volksgesundheit nützn nichts, rontn Darüber der Nachwuchs vergesscii wird, aus dem die deutsche Nation sich veriüngen und ergänzen mutz. (5S wäre unverantwortlich, wollte man c6 ferner dem Zufall überlassen, ob bi-' jungen Sprosse verkümmern oder sich zur Blüte entwickeln, da sich gerade in der ersten Lebensz-it deS Srnbes die Bedingungen tür i'äne ganze Zukunft entwickeln Daher sei die neue Bewegung oer Säuglingsfürsorgc mit streichen zu begrünen, der bie Reichs- rcgiennig stets mit Rat und Tat zur seite stehen werde. — G'efe. Medizinchrat Renk Dresden überbrachte die Oküfe«; der Sächsischen Staatsregierung, Bürgermeister Tr. Man tDresden oic der nabtifdm Behörden. — Darauf reimerte der Geschätts- luhrer Pros. Tr. Heller föfeatlottenburg über den Stand oer Laugllngspflcge. Er gab zunächst einen Rückblick auf die ersten '-Infänge einer organisierten Säuglingspflege auf das Uincelkinderwesen, das bat Zweck hatte, die Kindcrweglegung uns oen üindernwrd zu verhüten, ferner auf die 'Irmenmlege und sdstleistid> die Berufsvormundschaft der i^egentoart. Die moc> -v'icgc ist : d< r 90er Zähre zu Datieren Zn Dresden wurde das erste Säuglingsheim go* griinoct, aber nur langsam folgten andere Städte diesem Bei- spiel. Es bandelt sich nicht nur darum, kranke ftinbcr zu heilen, sondern fleiunce Minbcr gesunb zu erhalten, zumal letzteres billiger und leichter ist. Immer mehr feat fid) auch bie Ueberzeugung von der Rotwendigkeit verbreitet, baß bie Mütter bie Kinder selbst stillen müssen. Das Haus bn Säuglingsfürsorge ist errichtet, letzt gilt es, an den inneren Vludbau zu gehen. (Lebh. Beifall - Ten Hauptpunkt der Beratungeii bildete die Frage, in welcher Sßeije Entlnnbungsanslalten, WöchnerinniM und Säuglingsheime als Mittel zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit benützt werben tannen. Der Referent Geh Cbcrmebijinalrat Tr Tict- ridi «Berlin legte au der Hand statistischen Materials die große ^iudi'rsterblichkeit während des ersten Lebensinonats dar. Von 10<)0 Säuglingen starben int Fahre 1905 198, davon 57. also fast ein Drittel im ersten Monat. In den ersten 15 4,ageit narben :’>8, das ist ein Fünftel der gesamten Sterblichkeit des ersten Lebi'nsiaferes hieraus ist zu ersehen, wie wichtig diese ersten 15 Tage für den Säugling sind. Die beste Pflege für das Mutb ist bie sachkundig angelcitetc Mutter, deshalb mutz in erster Linie die Mutter geschützt und schon vor der Entbindung in die Lage versetzt werden, mit Ruhe ihrer schweren Stunde entgegen- sulchen. Mit ihr schützt man zugleich die beste Rahningsauelle des Kindes, denn die weitaus größte Zahl der Mütter kann bad Stinb selbst stillen, wenn die richtige Vorsorge getroffen wird. Entscheidend bei der Frage ist eine gute Ausbildung und materielle Sicherstellung ber Hebammen. Notwendig wäre auch eine Vermehrung der Entbiubungscmftalten, der Säuglings- und Wöch- ncrfnnciiheimc. Selbst in den Großstädten fehlt da nock; viel. — Der Morn'ernit Prof. Dr. Salgc iGöttingen- betonte cbcnj falls die Notwendigkeit der Vermehrung der Entbindungsanstalteii. - löofrat Dr. Meier (München- referierte über Maßnahmen zur Förderung des Stillens, die vor allem in der Rickstung einer Aufklärungsarbeit getroffen werden müssten. — Nach längerer Debatte nahm ber .stvngresi den Statutenentimirs an. Als Ort ber nächsten Tagung ivurde M ü n ch s n gewählt. Luftig drehte sich die Luftschraube im Leinde, sicher und mühelos I ■», — — ■ — ■ mmmm| ।mm — ■ !■ ■ MMMM handhabten die Mamischaften das Steuer Den Schluß L’tlbeir I ■■■■■ ,,Ons Wilhelmintie" mit dem Prinzgemahl an der Seite. „Lwlland I ■ ■ ■ ■ i "l- — ist nicht mehr in Röten'" verkündete cm großes Plakat „Dil Voph ■■ feclmintic" schob emen Kinderwagen vor sich feer und zeigte fid) | von der liebenswürdigsten Seite, indem es Außhändchen in ungc I folgt dem Rate der Aerzte. gebt den Kleinen zur zähtter Menge mS Publikum warf Auch an anderen originellen I ■ ■ ■ yr «/!!« Tnpen sedltr es nicht. Einer der verkleideten Studetnen batte |SCt1HOlldl Re 3 ■ sIQUBIÖ eine Sclrüssel Schlagsahne mit und strich sie bcn^ibm ichareuweise I __ folgendei! jungen löffelweise um den Mund So ging es lustigI WUD und fidel hinaus vor die Tore der alten Musenftadi. wo auch! ffl J J S fl 6Bb heute noch das alte Dort gilt: „Und in Fene lebt sich S bene!" I W W E .• Brü — Hat Judas Fschariot gelebt? In einemI interessanten Aufsatz, der jetzt in ber Grande Revue Der -1 dae alle anderen Kriftigungamitici an wirkunf. Be>. Der Angeklagte muroe unter Versagung mildernder Umstände, W; 173.65 (— 6 75,. Roggen: r * ~ dem Anttag des Staatsanwalts gemäß, zu der gesetzlich julanigen I b.vo>. September 185.00 (— 4.75». vafer; Höchststrafe von 15 Fahren Zuchthaus und 10 Jahren ,4. o.7ö), September 174.25 (— 1.75» Mk. Ehrverlust verurteilt. B^i Verkündung des Urteils brach das I ... ... ehr zahlreich versammelte Publikum in lauten Beifall aus Der I Märkte. Angellagte erUarte auf die Frage, ob er das Urteil anerkenne, I nom *>1 3uni 1»« mit frechem Tone, er wolle sich das erst mal überlegen. L r , " h' e I n r. mm kr*E'ükr .T Ä" xornieiit plotzltch von einem feeftigen Unwohlsein bi I boiu||lt »go, meiste runde 0.00, Gelbfleifchigc rote O.Ou. 1’1 an n- fallen wurde. sa«.«-:*» Ifec 1 in: Magnum bonuni Mk. 3.2- —.1.30, meiste runde 0.00, 'teil- Frankfurt 0. M , -1- ^"n, .-’rIfleiitfat f blaue 3.25, rote O.Oü, rocincu.0«> ">» Köln: RoteSonen u^cUte ^ute d^ ans Böhmen gebürtign^. Ptagnuui boiuun 3.75-4.00, .rci- Alfred 23 i r f d) n i fe e r , der am Clter,4.,ien4tag feine in cfnerl u..... 0 aa nna . 3 5-3 ■)<>> ivcme 3 .i**—oou hiesigen WirNcstaft beschäftigte Frau wegen Untreue erltochen hatt.. I „ d: Rote Tober 0.00-0.00, au^etc rote corten 0.00 unter Anna ferne mildernder Umstande zu zwei Zähren u c L(. (i sangnis. ,.h. finJ(^elbfleifd)iqe blaue OOu-o.OO, rote 4 «O-O.oü, meine O.O-y-Obo. . ?,a r.u V ' “V ?a(? u a q c u 1. '13.: Rote Tober L U.Ou—U.UO, andeie rote -erteil das Wiedcraumafemegeiuch des zu lebenslangUchim Zuchthaus ver- 0.00-0.00, Magnnni bonum 4.0u-u.t#u, meine runbe O.uo-OOU, urteilten Rechtsanwalt Hau a b g eie fen t. I Welbll tolc o.üO—O.oo, meiste 0.00-0.0«-. S at' i g-P l a id t: :Hoie - x' ^.IC I Tober 0.00—0.00, andere tote -orten 4.50-0.00, Tknymm bouum Ibung, »0110^ bie Beugen icfecr &rn’i|4i2o—10.00, meiste runöe 4.00 - 0.00, «Mbfleifd uie, blaue o.t Q SsN o 2 s» L) "Lr^ 5? 83 <->öO 5= ca ° W~»g? ? -So L ■ö rsasaa* CiCQnli iT> D Handel iS. (B«/e Großh. Mk. 2.00 — 6.00 Bei mehreren Besuchen derselben Reise werden die Dr. Knell. B2’/, D22/. Dr. Schäffer verreist [3565 Hack- u. Häufelpflüge 3279 18Ö W (X) N von dem ml 6. Anderson, Neurath. Bergwerk ;te. ■ • 1) 1) 2) 3) 3) 2) 21 1, 1. Mündliche Beratung..... 2. Besuche in Gießen (OctSbesnch) 3. Auswärtige Besuche je noch der Entfernung........ jß?J S 05, oi cd , 118.00 124.00 ''192.OJ verschiedener Systeme empfiehlt J. B. Häuser Bertreter die Herren: Dr. Kipper, Wilhelmstraße 2 Dr. Ploch, Asterweg 34. Kosten verteilt. — Mehrere Tiere desselben Besitzers je die Hälfte der Ortsbesuchsgebühr. — 4. Gelegenheitsbesuche ivie Ortsbesuche. 5. Nachlbesuche (9 —7 Uhr) sofort verlangte, auf bestimmte Zeit bestellte oder größeren Zeitaufivand erfordernde Besuche werden höher, bis doppelt berechnet. 6. Mit Ortsvorständen, Kassen oder größeren Wirtschafts- betricben können Svnderverträge abgeschlossen »verden. Gießen, den 20. Juni 1909. Die Direktion der veterinärmedizinischen Poliklinik. 1.00 0.75 — 2.00 rC >sl lle’s Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 59? c c n in. berichte der Bank für n. li, 1.15 ühr. Lahmeyet . . Schuckert.. . ir Bergwerk . ^nfangskarse- ir Bergwerk - - itte - 1 * ' den E. B. • * Lloyd . • 1 f 1088 - ' * ' W । 1#! Bekanntmachung. Das Heberegister für das Jahr 1909/1910 liegt heute ab 8 Tage lanH zur Einsicht der Beteiligten auf Bureau des Unterzeichneten offen. Gießen, den 22. Juni 1909. Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft. I. Grünewald. „ Der Plan über die Auslegung von Jernsprcchcrdkabcln in Grunberg dcre rote Sorte» 0.00 Äe runde 3.00-0.00, W, iveiße 0.00-0K !l>, andere rote cutten ieißc runde 0.00-0.00 li'lg-Plaidt:Ro» ■0.00, Magniiin bonuiii iichige, blaue 0.00 bi; l'n n feilt hl (Will: .80-0.00, weißt uinbt rote 3.50-0.00, weißt 1.00-0.00, andere roit 1.00, weiße niude 3Ät rote 0.00-0.00, weiße 00-0.00, andere rote >0-0.00, weiße ninbt rote 0.00-0.00, weißt 3,00, weiße runde O.(w, 0.00, weiße 3,00—0.00, s 5? Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. , , , . ... Die Unterlagen zum AuLschlagc der ungedeckten Feldbe reinigungskosten idaS Verzeichnis der in Betracht kommenden Grundstücke und Werte! nebst Abschrift der Beschlüsse der Voll- zugskvmmission über den Ausschlag und die Erhebung der ungedeckten kosten liegen zur Einsicht der Beteiligten werktags offen: 1. in der Zeil vom 23. Ium bls einschließlich 30. Ium dS. Js. aus Großh. Bürgermeisterei Gießen,- 2. in der Zeit vom 3. bis eimchließlich 10. Jult ds. Is. auf Gr. Bürgermeisterei Heuchelheim. Einwendungen hiergegen und bet Meldung der. Aus ich lun es innerhalb der Offenlegungsfristen bet den betreffenden Bürgermeistereien schriftlich cinzureichen. Friedberg, den 15. Juni 1909. , . ..... (B ‘Iß Der Großherzogliche Jeldberelmgungskommmar: __igcA.) Schnittspabil, Kreisaintniann._____________ nkhei*e" 'igw* 0l Eismaschinen:: Fiieptike offeriert in großer Auswahl zu billigst. Preisen Emil Pistor Nachf. 35001_______________ Marktstrasse 11. Ä 199 (I 198(1 . ä'i: 91C , > isschränke 290 (1' 210 U SH 19?“}±6j - Sti Ä'li 256.25 - 3"“ 20220 tä ..¥? y 3 9(111,1 Wl 190Ji Joyd - • ■ ■. ■ qc vi Eisen-Indostne ? •:. Heugras-Verfteigernng. Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms. Donnerstag den 24. Juni 1909, vormittags 9 llbr, Gemeinde Oberlemp 20 Aiorgen. Anfang „auf der ^.omper . Nachmittags 4 Ubr Gemeinde Mudersbach 24 Morgen. .Freitag'deu^Ä' 3uni! vormittags 9 Uhr, Gemeinde Erda 40 Morgen. Anfang „Krähwiese". . , „ _Q Nachmittags 3 Ulrr (Gemeinde.^ohensolmv „■» Anfang „Bornwiese". Die Wieseti an der ^ohmuhlc ut.d tm _ Blasbachergrund tverdcn mitvcrsteigert. . . Damsrag ben 26. Juni, nachntittags 4 llbr, Gemeinde Iranken- bach 34 Morgen. Anfang „Langwiese". :chen Bergwerk . {{'• ■.Amtiik. NM «g Baudelsges. . äter Bank . • 1 Bank . ■ • ■ Asiat. Bank . „Konwiandit . ■ Bank • • ' tien ■ ■ 1 ' •e. and Ohio- ibabn • • * ibahn ■ ■ • ' L Eisenbahn. • SUatsbahn • < Henri-Eisenbahn 1. in der Zeit vom 23. Juni bis einschließlich 30. Juni ds. Is. das Hauptgeldausglcichungsverzeichnis der Gemarkung Gießen links der Lahn I. Teil einschließlich der Gcmarkungsteilc Wißmar, Launsbach und Wieseck nebst den zugehörigen Einzel Verzeichnissen: 2. in der gleichen Zeit das Verzeichnis der Entschädigungeti, die infolge der Ausführung von Drainagearbeiten m bestellten Grundstücken des BeretnigungsbezirkS Gießen links der Vabti II. Teil zu leisten sind: 3. in der Zeit vom 23. Juni bis einschließlich 8. Juli 1909 das Projekt über Bewässerung der Wiesen in Flur XIII nebst Abschrift deS Beschlusses der Vollzugs - Kommission vom 18. März 1909. Einwendungen hiergegen sind bei Meldung des Ausschlusses innerhalb der Offenlegungsfristen bei Gr. Bürgermeisterei Gießen schriftlich einzureichen. Friedberg, den 15. Juni 1909. (BM/6 Der Großherzogliche Feldbereinigmtgskommissär: (gez.) Schuittspaffn, Kreisamtmann.____________ Bekanntmachung. Betr.: Feldbcreiniguttg in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur öffcnt lieben Kenntnis. Gießen, den 21. Juni 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. N 8 = nn nr» 61? ei oi 'S s Regen Bew. Hini Rebel ÖO CL'* ' CM r-l I I ’JO'IOI t r I! II öuntlpirqutgx SW i SE N " i< unß Ic jpjOijQinaQ aai'jüjajß^ oc ee r- inoj® K> e , ipjönipnaQ sw'iojq^ I'II 1 8'51 2'11 aniuiddiuar. 1- Höchste 9liebiiut 3^ Posten braune Damenstiefeln"™LFb°™en jetzt67M5 ; Posten Herren-Schnürstiefel””‘±1 ^6^ \ Mm enorm billig | Marktplatz 1 Schuhhaus Adelt Baer, Glessen Telephon 602 ütyting! Markt-Anzeige Wim«! (Sifmtc <3108 Emil Fischbach Verlag von Roth in Giessen. Telephon 496 Wasch - Hosen Sweaters etc empfiehlt in J. Schmiicker Ml I Inh- H. Guthardt. Marktstrasse 8 nn den (Siebener gnwMWg Germania - Gasherde 59. P*) Telefon flß. Babndofitr. 59. P Hromvt« Versand in n. auswartS. MolbfifÄe, f. gew. etodfH*. a n n •3147 tbalrt Stofe bei: Clob. SfibcL PubroiflSplau. rVaillanfs 3^ Badeöfan und (JW i fiu. s IJ aulomatHeißwdsserapparatB eutvfcblc au blüinhcn Dreisen. [3WH Inhaber H. 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