tarif. Macht geht d« hört nut die Weite'. -er. Bez» gsp reis: monat lich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Dck.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: G. Anderson; f. Feuilleton und , Vermischtes K. Neurath; sür „©labt u. Land" und „Gerichts- .8 Fälle von bet cht ch auf unter dein Ec. ft: Ohne Wiberspru-bl nun gegen al ba§ ein. (Wer W -uc Materien in den :se Materien nur in ^gegenständ skhen. iecht haben fast alle nd ich erinnere auch 1879, die clausula ! enthielt, mitbet« rllärungen zu diesem )cnil.) Ter Antrag erhoben und ist ohne n luotben. (Ztürm. eh: auf dein Ctand, utzc von Minotitäten i 'Scitimmungcn. Im stheit beschließen, Iras Paul Langerhans f. Der Senior der Berliner Stadtverordneten Dr. Paul Langerhans ist am Montag früh im Alter von 89 Jahren gestorben. Vor einigen Wochen war er infolge eines Ohnmachtsanfalles in seiner Wohnung gestürzt und hatte hierbei einen Bruch erlitten. Seitdem träufelte er, und in den letzten Tagen verschlimmerte sich der Zustand des Greises, wie wir bereits gestern gemeldet, stetig. Langer-- Hans war, wie wir dem „Tag" entnehmen, einer alten Suttner Familie entsprossen. Schon sein Vater stand im Dienst der Kommune, und im Einführungsjahr der Städteordnung, 1809, wurde er Ratsmaurermeister, eine Stelle, die damals politifc^e Lagesschart. Großadmiral v. Köster. Am geftrigen Tage beging Großadmiral v. Köster die 50jährige Wiederkehr des Tages, an dem er als Kadett en- aspirant in die Königlich preußische Marine eingetreten war. Dem Jubilar gingen aus diesem Anlasse zahlreiche Glückwünsche zu. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen und die Kronprinzessin von Griechenland erschienen gestern vormittag in der Villa des Großadmirals zur ^glück- wünschung. Prinz Heinrich von Preußen überreichte dem Großadmiral eine Kabinettsordre, durch die dem Jubilar die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden verliehen werden. Das kaiserliche Handschreiben hat folgenden Wortlaut: Hamburg, den 21. Juni. Ich spreche Ihnen zu dem heutigen Gedenktage Ihres.vor 50 Jahren erfolgten Eintritts in den Dienst der Marine den herzlichsten Glückwunsch aus und erinnere mich 'hierbei erneut gern und dankbar Ihrer hohen Verdienste um meine Marine. Als äußeres Zeichen meiner gnädigen Gesinnung verleihe ich Ihnen die anbei folgenden Brillanten zu meinem hohen Orden vom Schwarzen Adler. Mit dem Wunsche, daß es Ihnen ferner Wohlergehen möge, verbleibe ich Ihr wohlgeneigter Wilhelm I. R. Professor v. Martens f. Der in den letzten Jahren viel genannte russische Völkerrechtslehrer Professor v. Martens ist auf einer Reise in seine livländische .Heimat plötzlich gestorben. Friedrich v. Martens wurde am 27. August 1845 zu Perncru in Livland geboren. Nach Beendigung seiner Studien wurde er 1871 Dozent des Völkerrechts an der Petersburger Universität, 1872 Professor des Staatsrechts an der kaiserlichen Rechtsschule und am kaiserlichen Alexander-Lyzeum daselbst und im folgenden Jahre ordentlicher Professor an der Universität. Im Jahre 1874 wurde er dem Reichskanzler Fürsten Gortschakow für besondere Aufträge zugeteilt. Seitdem spielte er bei allen internationalen Fragen, die Rußlands äußere Politik berührten, als juristischer Sachverständiger und Berater eine wichtige Rolle. Im Jahr« 1891 war er im Auftrage der russischen Regierung Schieds-» richter m der Neufundlandfrage zwischen England untj Frankreich. Seine Teilnahme an den Haager Konferenzen, am Portsmouther Frieden zwischen Rußland und Japan, an der Algeeiraskonferenz dürfte noch in allgemeiner Erinnerung fein. Die letzten Jahre war er ständiges Mitglied des Konseils des russischen Ministeriums des Aeußen^ öit iej.t U°Uer> er 0emnben. t'.toie.?nber8 2 1 tja übrige h*WwiJ| N; tiu erlläten. U 'fe^formJe y »ur um üe ft.um die 8 et. °d'gcn Petj, Ü'S ’°«9Qc »'cht 1 l'»b doch bje "W so ausgiebigen y durchaus nicht ~r. Müllet. SB ir r Kommission oatz ft eine nicht »9 und) ibrei besten Ansicht, daß unmittelbaret §e- Mttvürfcn an das echtsloge werden wir dcn Antrag Eingcr eändett z» t Antrag Singer 5‘ S* **. Speisewagen nicht führt, und in dem er noch eine längere Fahrt zurücklegcn muß. Die Bedienung auf den Stationen durch die ambulanten Büfetts und die Speisen und Getränke herumtragenden Kellner ist notorisch ja auch eine keineswegs dem Bedürfnis! gerecht werdende, da es an Zeit fehlt, das Reisepublikum zu befriedigen. Das vorherige Lösen einer Platzkarte würde bei der langsamen Abwickelung der Platztärtenausgabe in einem langen Zug auch so lauge Zeit erfordern, daß ost die Benutzung des Speisewagens illusorisch werden würde. Wir wissen wohl, daß sich die Maß- nahmm dagegen richten, daß oft Fahrgäste während der ganzen Fahrt im Speisewagen verbleiben und anderen die Benutzung! des Speisewagens dadurch unmöglich machen. Aber gegen solche Ausschreitungen kann durch eine entsprechende strenge Verordnung Abhilfe geschafft werden. .Der Bewirtschafter des Speisewagens müßt« nur zur strikten Durchführung dieser Verordnung nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet sein. Die obigen Maßnahmen würden ein großes Uebel nur durch ein noch "größeres beseitigen; und den Verkehr erschweren. Zsumaliften unö Schriftsteller. I.. . S- ir. H. Breslau, 20. Juni. Unter sehr zahlreicher Beteiligung von Delegierten aller deut- schen Journalisten- und Schriftstellervereine, auch der Oesterreichs und der Scywerz, trat heute — wie bereits kurz gemeldet — tm Festsaale des Neuen Konzerthauses der 16. Deutsche Iour- nalisten- mid Schrntstellertag zusammen, dessen Verhandlungen diesmal besonders bemerkenswert sind, da sie unmittelbar nach dem Kongretz des Bundes Deutscher Redakteure stattfinden, und dieser Vorgang sowohl wie der inzwischen seitens des Vereins der Zeitungsverleger geschaffene „Normalvertrag für Redakteure" zur Erörterung steht. Ferner werden die Alters- und Jnvalidenver- slcherung der Redakteure und Schriftsteller, der Verkehr zwischen den Redaktionen und ihren Mitarbeitern, die Rechtsprechung in bezug auf das Urheberrecht, Unterstützungsfragen und anderes zur Besprechung gelangen. Auf der Tagung sind vertreten der Verein Berliner Presse, der Verein Berliner Journalisten, der Berliner Journalisten- und Schriftsteller-Verein, der Deutsche Lehrerschriftsteller-Bund, der Deutsche Schriststellerinnen-Bund, der Verband der Rheinisch-westfälischen Presse, der Württemberg. Journalisten- und Schriftstellerverein, die Wiener „Concordia", der Journalistenverein für Mähren und Schlesien, sowie die Journalisten- und Schriftsteller-Vereine von Hamburg, München, Dresden, Hannover, Leipzig, Mainz, Mannheim, Karlsbad und Breslau. — Der Oberpräsident und der Regierungspräsident hatten ihr Fernbleiben entschuldigt, ebenso die beiden Breslauer Reichstagsabgeordneten Fürst v. Hatzfeldt und Schulrat Pfundtner. Dagegen nahm der Oberbürgermeister Herrenhausmitglied Bender mit dem Stadtverordnetenvorsteher und mehreren Stadtvervi "eten an der Tagung teil, ebenso der Rektor der Breslauer Universität Prof. Uthosf. — Den Verhandlungen war gestern die Generalversammlung der „Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller" vorangegangen. In dieser erstattete Prager aus München den Geschäftsbericht und wies daraus hin, daß der Zugang der Mitglieder ein erfreulicher sei. Die Mittet der Pensigns- anstalt sind in der Hauptsache in erstklassigen Hypotheken angelegt. Die Mitgliederbeiträge bezifferten sich im verflossenen Jahre auf 109 633,02 Mk., der Zinsensaldo belief sich aus 64 095,92 Mk. Die außerordentlichen Einnahmen erreichten den Gesamtbetrag von 25 652,83 Mk. Redner wies zum Schluß auf das neue Bersicherungsgesetz hin, das am 1. Januar 1910 in Kraft tritt. Das Aufsichtsamt hat der Pensionsanstalt mit- geteilt, daß sie sich in einzelnen Bestimmungen dem neuen Gesetze anpassen müsse, und hat auch in entgegenkommender Weise einen entsprechenden neuen Statutenentwurf der Pensionsanstalt ein- gesandt. Die staatliche Versicherung werde, so meinte der Redner, lehr spät, vielleicht erst nach 10 Jahren kommen, und'sie werde kaum den Wünschen der Journalisten entsprechen; diese müßten sich also aus eigener Kraft helfen. — Der Rechenschaftsbericht, die Jahresrechnung und der Prüfungsbericht wurden einstinilnig genehmigt. Das Verwaltungsbudget für 1910 wurde mit 20 500 Mk. festgesetzt. Das Gesamtvermögen der Anstalt beziffert sich gegenwärtig aus ca. 1 800 000 Mk. Die heutige erste Hauptversammlung wurde von Chefredakteur Dr. Hamburger (Breslau) mit einer Begrüßung der Delegierten und Ehrengäste eröffnet. Hierauf nahm Oberbürgermeister Dr. Bender das Wort zu folgender Begrüßungsansprache: „Einen Ausdruck unserer Sympathie möchte ich Ihnen zu Ihren Beratungen aussprechen. Schlesien ist ein gastliches Land und Breslaus Behörden sind stolz darauf, immer eingetreten zu sein für freies Wort und freie Schrift. (Beifall.) Wir wünschen, daß Ihre Tagung fruchtbringend sein wird und den Erfolg hat, den Sie sich versprechen. Wir begrüßen Sie als die Künder der Gegenwart, die uns sagen, was unsere Mitmenschen tun und treiben. Nicht einen Tag möchten wir die Presse entbehren, und würden uns sehr verarmt fühlen, wollten die Journalisten sich auf die Streikbank setzen. (Heiterkeit.) Aber auch die Verkünder der Zukunft sind die Journalisten. Neue Gedanken, neue Ziele, neue Bestrebungen regen Sie an und zeigen die Mittel zu ihrer Verwirklichung. Wenn Sie nun nach Breslau kamen, so werden viele von Ihnen das Empfinden haben, daß sie sehr abgerückt sind von den Zentren der Kultur. Ich hoffe, die Tagung wird dazu beitragen, die Ansicht zu verbreiten, daß sich auch hier am Strande der Oder und unweit von den Pollacken gut leben läßt. Wir stehen auf altem Kulturboden und sind stolz daraus, eine solche Tradition zu haben. Wenn Sie allerdings fürstliche Schlösser, fürstliche.Museen und fürstliche Theater suchen, dann werden Sie uns rückstäiidig finden. Wenn Sie aber das suchen, was Bürgersleiß sich errungen hat, was wir uns selbst geschaffen haben, so werden Sie begreifen, daß wir stolz sind auf unsere Heimat. Der Stand der Journalisten ist ein Stand, der uns alle angeht. Wenn Sie Ihre beruftichen Verhandlungen pflegen, so liegt uns das nicht fern, und wenn Sie Ihre eigenen materiellen Interessen sicher stellen wollen, so verfolgen wir auch das mit lebhafter Sympathie und hoffen, daß Ihnen ein glücklicher Erfolg beschieden sein möge." Der Oberbürgermeister bat dann, nach dem Schlüsse der Tagung der Stadt Breslau einen Besuch ftn Rathaufe abzustatten und sprach sein lebhaftes Bedauern aus, daß es ilM selbst nicht möglich sein werde, die Journalisten dort zu empfangen, da er durch parlamentarische Geschäfte in Berlin sestgehatten sei. — Die Rede des Oberbürgermeisters wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Es folgte dann der Bericht des Vertreters der Münchener Vensionsanstalt Prager (München) über die Lage der Pensions- anstalt mid deren gestrige Hauptversammlung. Nachdem noch Leher (München) über die Erledigung der copiright-Frage ge- iprochen, erstattete Direktor Schaum berg (München) den G c - ichäftsber icht. Er führte aus: Als München den Vorort übernahm, war eben der Kampf um die Jnferatensteuer entbrannt. 2er Vorort hat im Namen des Verbandes eine Petition an den Reichstag gerichtet und die Verbandsvereine zu energischem Protest aufgeforbert, der dann auch erfolgte. Es sei nicht öum mindesten euch den Bemühungen der Journalisten und Schriftsteller zu banken, wenn die drohende Gefahr der Anzeigensteuer von der Dresse abgewendet wurde. Etwas überraschend kam die Kunde lon den Bestrebungen, die die Schaffung einer neuen journalisti- Ichen Korporation bezweckten. Die Stellungnahme des Vororts Zu diesen Bestrebungen war klar vorgezeickstiet. Es galt, die Sutereffen des Verbandes zu wahren, eine sezestion zu vermeiden imb zu versuchen, ob sich die erstrebten Ziele nicht durch eine Eonderorganisation der Redakteure und der festangesteltten MU- erbeiter innerhalb des alten Verbandes durchführen ließen, -öu diesem Sinne sprachen sich die Vertreter des Vorortes Dr. -tics (München) und Chefredakteur Scharre (München» aus. Der vollzogenen Gründung des neuen Bundes gegenüber konnte der Vorort mnsomehr eine beobachtende Reserve bewahren, als der Vuno Deutscher Redakteure wiederholt betonte, daß 1 einerseits nicht die Absicht bestände, dem alten Verbände feindlich gegenubergutreten, Mi er vielmehr in allen wichtigen Fragen Hand in Hand mit W gehen wolle. (Beifall.) \,t Aommiffion^lK' rüuS§Ucuer" cst°rp H & jC Punlie b: lall-) -ui dr fyricibctu»90 L, nid Lrlv ;/.i nUt 3n‘ lebt nei» »rru db-i-i'K r° {ifliiS E Steuers '.stzsi il i" L - stcu« $ e ice'b/"' d ; JllP ' ®rite8 ’8latt ISS.I-hrgaag Di-nötag 22.Juni 1909 erscheint täglich, außer Oh A Sonntags. - Beilagen: «RI? ® WGletzener Anzeiger Verlag u. Expedition 51 yrar ’ < xv-r q> A w WW General-Anzeiger für Oherhessen bis vormittags 9 Uh^ ^0^ütlon§druck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderef B. Lange. Bedaktion. Expedition und Druckerei: ZÄulftraße 7. fnaI": e- HebHlür den ................ ||- ' 1 * U Anzeigenteil: H. Beck. Die vorliegenden Anträge zur Reorganisation des Verbandes pursten zu einer toeiteren Besprechung der Angelegenheit führen. Von den Beschlüssen des Wormser Verbandstages beanspruchte der über den „Normalvertrag" die größte Bedeutung. Redner teilt hierzu mit, daß die Kommission zur Ausarbeitung eines Normalvertrages mit dem Verein Deutscher Zeitungsverleger auf dessen Hauptversammlung in München verhandelt habe, und daß hierüber später ein besonderer Bericht erstattet werden würde. Die Stellungnahme zu den sich mehrenden Fällen von Schadenersatzklagen gegen Redakteure und Mitarbeiter auf Grund der §§ 823 ff. des B. G. B. soll späterhin erfolgen. Endlich war der Vorort beauftragt worden, Erhebungen über die Möglichkeit einer Stellenvermittlung für Redakteure anzustellen. Der Vorort ist der Frage noch nicht nähergetreten. Die bisherige Organisation des Verbandes macht die Durchführung jedenfalls unmöglich. (Bewegung.) Der folgende Beschluß der Wormser Tagung, Schiedsgerichte bet den Vereinen einzuführen, ist von einer größeren Anzahl Vereinen bereits verwirklicht worden. Darauf wurde in die Erledigung der Tagesordnung eingetreten. Chefredakteur Giesen (Frankfurt a. M.) berichtete an erster Stelle über die Verhandlungen der Kommission, die in Sachen be3 Normalvertrages für Redakteure gelegentlich des Münchener Zeitungsverlegertages mit diesem verhandelt hat. Der Redner hob hervor, was alles erreicht sei und bedauerte, daß dem nicht mehr fei. Es fei aber jedenfalls nicht unterlassen worden, um die berechtigten Interessen der Redakteure zu wahren. Wenn nicht alle Wünsche Erfüllung fanden, so sei das dem Widerstande der Verleger zuzuschreiben. — Prager (München) erklärt sich von den Verhandlungen nicht für befriedigt, soweit wenigstens die soziale Fürsorge in Frage komme. Er hätte den Anschluß der Verleger an die Münchener Pensionsanftalt gewünscht und bedauere, daß das nicht gelungen sei. Die Ablehnung der Forderung sei in ziemlich schroffer Form erfolgt. Die Kommission möge dal)er weiterhin nichts unterlassen und diese Forderung im Auge behalten. (Beifall.) — Rechtsanwalt Armer (BreSlau) will alles weitere der Zukunft überlassen und hofft, daß der Norma l- vertrag sich bewähren werde. — Dr. Steinbach (Wien) ist von dem Vertrage ebenfalls unbefriedigt und wünscht eine eingehende Agitation zu Gunsten feiner weiteren Ausgestaltung. Vieles sei trotzdem erreicht worden. Bedauerlich fei nur, daß die Frage des Minimallohnes nicht geregelt sei, wie schon längst in Oesterreich, wo ein solcher von 200 Kronen festgesetzt sei. — Giesen (Frankfutt a.M.): Man hat mit Absicht keinen Minimallohn fejigelegt, damit nicht wie in anderen Fällen der Mini mallohn als Maximallohn betrachtet werde.. Diese Gefahr liegt ziemlich nahe. (Sehr richtig.) Redner bedauert, daß die Berichterstattung der Zeitungen über die Verbandstage eine so spärliche sei. Die Zeitungen sollten berücksichtigen, daß es sich um ihre ureigensten Interessen handelt und mindestens ebenso ausführlich berichten, wie etwa über eine Gastwirts- ober eine sonstige Tagung. — Landtagsabg. Müller (München), Chefredakteur der „Münchener Post" führt aus, daß der Verein Arbeiterpresse längst das erreicht habe, was der Verband deutscher Journalisten- und Schriftsteller-Vereine mit dem Normalvertragc letzt erzielen wolle. Redner wünscht eine straffere Organisation, wie sie Sozialdemokraten mit Erfolg auf den verschiedensten Gebieten durchgeführt hätten. — Stossers (Düsseldorf) ist ebenfalls der Meinung, daß man dort der geschlossenen Organisation der Verleger gegenüberstand. Es sei schon sehr schwierig gewesen, das Zugeständnis der Nebenbeschäftigung mit Theaterstücken, Romanen und anderem durchzubringen. Unter diesen Umständen fei das Erreichte sehr erfreulich. Redner ist ebenfalls gegen Einführung eines Minimallohnes, da die Verleger zu lange bei diesem stehen bleiben würden. — Es sprechen noch Schaumberg (München), Meister (Berlin), Scheller (Karlsbad), die durchweg der Kommission Dank für das Erreichte aussprechen. Gegen die Ulasjenunterschieoe in den Speisewagen der Eisenbahn wendet sich eine Eingabe des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands an den preuß. Minister für öffentliche Arbeiten. Es heißt dort: Im Bereiche der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung sollen, wie verlautet, Neuerungen in bezug auf die Benutzung, der Speisewagen eingeführt werden, tvelche darin bestehen, daß a) eine Trennung zwischen Reisenden der ersten beiden Klassen und solchen dritter Klasse in besonderen Abteilungen eintreten, und b) der Speisewagen erst 20 Minuten nach Abfahrt des betreffenden Zuges von der Abgangsstation zur Benutzung offenstehen und vorherige Lösung der Platzkarte iwt- wendig sein soll. Für die Maßnahme unter a) ist ein Bedürfnis nicht vorhanden und es muß eigentümlich berühren, wenn in unseren Tagen, wo die Standesnnterschiede doch mehr und mehr verblassen, seitens der Eisenbahnverwaltung einem solchen K lassen- geift Konzessionen gemacht werden sollen. Wir stehen nicht an, eine solche Verfügung als einen sozialen Mckschritt zu bezeichnen. Die Speisewagen sind eingeführt worden, seitdem die Schnell- unb Eilzüge selbst an Hauptstationen in der Regel nur einen kurzen Aufenthalt nehmen, so baß es dem Reisenden nicht mehr möglich ist, in den Speisesälen der Bahnhöfe mit Ruhe fein Frühstück, Mittagsmahl ober Abendessen einzunehmen. Das trifft den Passagier der brüten Klasse, die als vottstümlichste zu gelten hat, doch genau so, wie den bet ersten und zweiten Klasse! Dazu kommt, daß die Reisenden, der beiden oberen Klassen so sehr in der Minderzahl sind, besonders seit die Tariftesorm mit den gestaffelten Schnellzugszuschlägen erster und zweiter Klasse doppelt der dritten und die Fahrkartensteuer in Kraft sind, daß sic den Speisewagenverkchr gar nicht rentabel machen können. Die Reifenden der dritten Klasse aber würden in erheblicher Weise in der Benutzung beschränkt werden, denn zu ihrer Bedienung reicht der zugewiesene beionbcrc Abteil nämlich in keiner Weise aus. Im Abteil erster unb zioeiter Klasse wird es 'leere Plätze geben, während der Abteil dritter überfüllt sein wird. Das wird zu großen Aergerlichkeiten führen und für die Bewirtschaftung der Speisewagen nachteilig fein, ja sogar die Rentabilität in Frage stellen. Und müssen denn die Reisenden dritter Klasse nicht für Speisen und Getränke dasselbe zahlen, wie die erster und zweiter Klasse- Also auch vom Standpunkt der Gerechttgkeit aus ist die Maßtrahme als verfehlt anzusehen. Gerade der reisende Kaufmann aber ist in vielen Fällen auf die Benutzung des Speisewagens angewiesen. Er muß frühzeitig noch den Zug benutzen und Hot nicht mehr Zeit gehabt, zu frühstücken. Oder- er denutzt schnell noch einen Abendzug, um an einen anderen Platz zu kommen, ohne daß es ihm möglich war, am letzten Platze noch sein Abendessen einzunehmen. Ihn würde die durch nichts g ererbt fertigte Erschwerung in der Benutzung der Speisewagen besonders hart treffen. Und auch zu der Maßnahme unter b) liegt unseres Erachtens fein Grund vor, wohl aber wirkt sie lästig und erfchiverend beim 1 Umfteigcverkehr. Der Reisende wird oft gezwungen sein, schnell im Speisewagen eine Erfrischung zu suchen, da er vielleicht in ! der v. ■ n Viertelst-.!u' in einen Zug übergeht, der einen dem Range des Stadtbaumeisters entsprach. Der junge Langerhans studierte Medizin und ließ sich als praktischer Arzt in Berlin nieder. Das Jahr 1848 hatte den jungen Mediziner mit ganzer Wucht in den Strudel der Politik und des öffentlichen Lebens gerissen, und er ist darin ein unermüdlicher Schwimmer bis zu seinem letzten Atemzuao geblieben. So wurde er Landtags- und Reichstagsabgeord- neter und seltsamerweise erst später Stadtverordneter. Er gehörte von 1881 bis 1902 dem deutschen Reichstage und von 1875 bis 1904 dem preußischen Abgeordnetenhause an, war also nahezu dreißig Jahre am parlamentarischen Leben beteiligt, eine Zahl, die nur sehr wenige erreichen. Er trat 1861 der neu begründeten Fortschrittspartei bei und blieb ihr und ihren Nachfolgerinnen treu, machte Ende der achtziger Jahre die Fusion zur deutsch-freisinnigen Partei mit und schloß sich bei der Trennung der beiden divergierenden Teile der freisinnigen Volkspartei an. Eine führende Stellung hat er in ihr wohl nicht bekleidet, aber fein Wort galt etwas, und wie bei feinen Freunden Beliebtheit, genoß er bei den Gegnern allgemeine Achtung als ein arbeits-, eifriger, tüchtiger und überzeugungstreuer Mann. Am besten hat Langerhans selbst fein Wirken und Wollen einmal in einer Ansprache gekennzeichnet. „Ohne Eigenlob," so sagte er, „darf ich von mir sagen, daß ich mein ganzes Leben bestrebt gewesen, treu, wie keiner, der Stadt und der Bürgerschaft zu dienen. Ich bin ohne Schwermut durchs Läen gegangen. Aber weil glücklichere Verhältnisse mich umgaben, darum habe ich mich bemüht, Armut und Elend zu lindern." Ein Stück kerndeutschen/ geraden, schlichten' Bürgertums ist mit dem „alten Langerhans" dahingegangen. Pöiifl Peter un> die Berschwirer. Lonig Peter soll dem Hauptoerfchwörer Gtencic unb dem Lberst Maschiu je IOOoOO sanken geboten haben, nxcnn sie Serbien jojort für ein Fahr ocrlaiicn. Dicics ‘1 «gebot des Honigs ift durch den bekannten tioitfhll ver> anlaftt worden, in den Prinz (^eorq mit der Herschwörc' 4,inci geraten ist. (£rmiinner Gencie und £ ber ft Masttiri niad)icn aber von dem Anerbieten des Aömgs einer Per faniinlnng der Verschwörer •J'iitteilnng Alle Verschwörer beschlossen, dieses Anerbieten bt<- Honigs zurülkzuweisen und den Stampf gegen den Prinzen Georg sortznsetzen. Sie Haden dem Prinzen bekanntlich den Tod angedrohi. Deutsche» Uctcb. Der Kaiser traf gestern abend in (Siuhonen ein KommtfSjlirRcidistaasaui'löfung? Tiefe,Trage steht noch offen »Vür den Fall der Ablehnung der inoaniaU neuer ift cnnnvrilrn im tfuiiDce raic eine Mchclie,^ für die Aus Ionina h i dH oorhandeu A.'och immer gilt ein Sieg der Erb aufallstencr nidit für ausgeschlosfeu In parlanirtitarisdieu Mrenrn wird indessen idion heule die Möglichkeit einer ReichStogsaus Tie Eulfestigung ÄönigSbergS geht ihrer nlinuh sichen s4krrtnrflid)imq entgegen. Die dem B. T. aus Königsberg gerne!ort nnrh, hat der dortige Miaistrat den Ankauf des Fest uugSgelandes jum Stavfprcifc von 29 Millionen Mark. -Zahlbar in 20 Iahresrenten beautraat Tamil werden btc seit vielen Jahren bestehenden Wünsche der XonigSberger, das Stadtbild über ien Festungsgürtel gezogenen Grenzen hinaus *u erweitern, verwirklicht werden Ten srestungscharakter wird die Stadl dadurch noch hidn verlieren, weil der Kreis der Forts nur weiter vorgeschoben wird Ausland. König Eduard reist nach Marienbad. lPie ba> Neue Wiener Tageblatt aus Löndou meldet, fei der (SntfdiluB König Eduards, and) in diesem Jahve nori) Man en bad zu komnini, einem vandschrelben Kaiser Fran; Josefs zu perbanren, welches der österreichische Botschafter in London vorige Woche König Eduard überreicht hat. Las griechische B a n d e u w e f en nimmt, nach einer Meldung aus Saloniki einen bedenklichen Charakter an. Aus verschiedi'unl Erlen weiden llcberfulle griechischer Banden gemeldet Bei Jifca kam es zu einem mehrftündigeii Gefecht, mobei mehrete Banon Mitglieder sowie einige Soldaten und Gendarmen beten. Türkische Parlamentarier in London. In der brüten Juli Woche werden laut einer Meldung des Standard türkische Parlamentariei in London ein treffen. Ein Ausschuss einflußreicher Persüiibchkeiteit unter der Leitung der Verzöge von Hamilton uuo Soulherland, dem auch in London wohnende Türken, Griechen, Armenier und Perser angehören, bereit« die entsprechende Aufnahme bei Gäste vor. Menelik im Sterben In 9tom geht das Okrütbt, haft der Tod Mencliks unmittelbar bevontehe. Tie Kaiserin Jlaitu habe bereite die Regierung übcrnommrii Aehnliche Wc tuchte haben sich in den lohten Monaten schon mehrfach wieder holt, sie stellten lich hernach aber immer als unwahr heraus. 21 it* Stadt und Land. (Lietzen, 22. Juni 1909. •• Tageskalender: 6 t a b 111) e a t c r: Operclten-Basl- spiel: „Tic (nftige Witwe". Anfang 8 Uhr. " In den Nu he st and versetzt wurde der Lehrer Christian Völzing zu Ober-Eschbach auf fein Nach« suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. Juli 1909 an. * Ausprägung der ReichSmünzen. Nach dem soeben vom ^RoichSanzeiger^ veröffentlichten neuen Münz- gefetz werden bei Ausprägung der Golbmünzen aus einem Lilogranuu feinen (Soldes 139'/, Zwanzigniarkslückc und 279 Zehnmarkstücke, bei Ausprägung der Silbermünzen aus einem Kilogramm feinen Silbers -10 Fünfmarkstücke, 662/3 Trei» Markstücke, 100 Zweunarlstucke, 200 Eininarkstücke, 400 Isinizigpfennigftücke auSgebrachl. Daß MifchungSoerhältiiiS betiäßl bet den Golbmünzen 900 Teile (Sold und 100 Teile SUipfcr, bei den Silbermünzen 900 Teile Silber und 100 Teile Kupfer. ** historische Kommission. Tic 12. Jahres vorfamiulung der historischen Kommission für Hessen unb Waldeck fand am SamStaa im Scnaissaalc der Universität öu Marburg statt. Eftie Sitzung des Vorstands ging ihr am gleichen Tage vorauf. Neben den in Marburg ansässigen Patronen unb Mitgliedern waren von außerhalb erschienen die Herren Oberförster von Baumbach, Dassel: Oberlehrer Dreher, Friedberg: öteneral Eisentrant, Kassel; Direktor der Kolonialschule Tr. Aabaruiv. Witzen Iw usen; Baron JV von Gießen Bürgermeister Baurat Stahl, Friedberg; Privat boAcnt Tr. Bogt, Bietzen; Alabeniielehrer Zimmermann, S?anau. Nach Begrüßung der Anwesenbeu burch bcu Bor- Hbcnben erteilte die Versaninilung dem Schatzmeister, Oteb. Archivrat Tr. Honnccfe, die Entlastung für feine Rechnungs- lng Sic Jahresreä in nähme von 13 9JI Mk. gegenüber einer Au-gabc von 6986 Mk. Im Lause des BcrickUsiahrcs sind crschienerte „Regesten der Laubgrasen von Hessen", erste Lieferung 1248—1:308, bearbeitet von O. Okotefeub unb ber erste Band der „Chroniken von .Dessen ilnb Walbeck", cutbaltenb „die Chroniken des Wiegand Geistenberg von Frankenberg", bearbeitet von £). Ticinav. Jin Druck befinden sich der erfte Band des Wetzlarer Urkuudenbuchs unb die Regesten der Klöster ber Land fdiaft au der Werra. Andere llnternehmmigen gehen im Lause des kominendeu Jahres in den Satz. Der in Bälde erscheinende Jahresbericht tvird hierüber nähere Auskunst erteilen. •• Militär turn wese n. Den Truppenteilen ist dom KriegSnlinisterftmt die Weisung Auqegangen, bcu Turnunterricht abwechselnder zu gestalten tayi gehört in erster Linie die Einführung des F n tz b a 11 s p i e 1 s , das bei der Marine schon seit eitriger Zeit gepflegt wird Tie Frei- Übungen sollen zivar nicht ganz vernachlässigt, aber nur selten angciöeubct werden. In der Turnstunde sotten fortan auch die verschiedenen Ben*cguugsspiele zu ihrem :Hedue kommen. Tic Anregrmg zu dieser Neuerung ist vom Kaiser ausaegangen, der ein finger Förderer der Bewegungsspiele ist. " Der Tiirnverein hielt gestern abend in seinem Vereinvhausc zu Ehren der Sieger nn Feldbergturnen einen gut besuchten Kommers ab, der einen ausgezeichneten Verlauf nahm. “ Tic ersten O p fc r ber elektrischen Bahn sind mehrere ber in der Schulstraße »rchenden Bnbenverkchrs. Vor einigen Tagen traf in Mainz eine etwa hundert Mopfe Aählenbc Gesellschaft, zumeist aus Fremden bcstehe>id, von einem Rheinausflug ein unb suchten ein größeres Bierlokal auf. Tie meisten inolltcn noch eine Kleinigkeit essen, aber in bem glcidjcn klugen bl idc erhöhte der Wirt dem „M. Tgbl " zufolge auch schon den Preis seiner Speisen um .30 bis über 50 Proz. Hierüber mar man allgemein und mit Recht empört und mehrere hiesige Herren jagten auch dem Wirte in nicht miftzu verstehen der Weise ihre Meinung. Nebenbei bemerkt sei, daß ber Wirt, als die Fremden kamen, von der Benutzung der Taincngarbcrobc sofort eine Gebühr von 10 Psg. erhob. Wieseck, 21. Juni. Der Radfahrer-Verein Wieseck 1900 errang am vergangenen Sonntag in Sangen- hein-Ziegenberg unter starker Konkiirrenz im Korsofahren den Ehrenpreis. ----Rödgen, 21. Juni. Gestern feierte der Gesangverein ,C oncordia* sein 25j äftrigeß Bestehen. Am Vorabend brachte man dem Verein einen Fackelzug. Em 'iattlicher Festzug bewegte sich Sonntag nachmittag gegen 2 Uhr durch die Straßen den, SüdwestauSgangc deS Dorfes zu. Viele Vereine auS nah und fern waren erschienen. Am Festplatze begrüßten der Vorsitzende deS sestgebenden DeremS, Wagner, und Bürgermeister Stern die Gäste. AlSdann hielt Pfarrer Groth die Festrede. Rach der Festrede heftete Fräulein Schmidt eine hübsche Schleife an baS VereinSbanner. ES folgten Lieder der Gastvereme. -g. Taubringen, 21. Juni Ter Turnverein Taubringen gegv. Ib75 bolle mit dem bieeiährigcn Felbbergturnfefte auch einen Geben kl an »u verzeichnen. Es war bas erUemal, baß er tielturner auf ben Feldberg fanbte, und das mit Erfolg Hch Grölz erhielt mit 64'/, Punkten den 19 Prei mit 55 . Punkten den 67 Preis Zu Ehren der sieger luurbc eine Feier veransialtei, die lehr angeregt verlies vofsenilich werden unsere^Wetturner auch vom Gaulurnsest ,n Marburg am 5. Juli als Sieger beimlehreiL r. Londori, 21. Ium. Ein Radfahrer auS Beuern rannte heute nachmittag auf der Straße von Allertshausen nach hier gegen einen Baum und stürzte dann auf einen Stein, wobei er den linken Arm zweimal brach. Auch am stopf hatte er mehrere tiefe Wunden. Nachdem er vom hiesigen Arzt verbunden ivar, mußte er im Wagen noch Beuern gebracht werden. = Lich, 21. Zum. Gestern fand hier auf dem Hardt» berge cm Zugendfest statt. Um 3 Uhr stellte sich vor dem Rathause der Festzug, bestehend auS sämtlichen Schulklassen, auf und marschierte unter Leitung der Lehrer und unter ben stlängen der Licher Musikkapelle nach dem Festplatze auf bei Hardt, ben die Fürstliche StandeSherrschaft freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. Pier führten die Lehrer mit ben Umbern Spiele auf. Zum Schluffe der Spiele erfolgte die Verteilung ber Brezeln an die stmder. Eine große Zu- 'chauermenge hatte sich zu dem Feste eingefunben, das von 'chöneni Wetter begünstigt war. Tie zur Abhaltung des Festes notivendigen Mittel batte die Stadtverwaltung bewillml b. Cppenrob, 22. Zui.i Am Sam-tag veriingluckic hier ein Radfahrer von Altenbuseck an einer abidtiiifigcn Stelle baburd), baß er in ben Reifen eines spielenden Knaben geriet Ter Rotziahrer, ber eine yitlang bewußtlos ivar, hatte sich ben einen Arm verrenkt. Er wurde erst >um Arzt unb bann nach seiner Wohnung gebracht. b. Cppenrob, 22. Juni Vergiftete vunbe. Ter hiesige Okmciirbcichäfer wirb beharrlich vom Unglück verfolgt. Vor einigen Wochen verendete ihm plötzlich ein wertvoller punb, als er an her Busecker Q>renje hütete unb nach ein paar Tam il ging ihm auch ein anderer $?unb an derselben Stelle an Run soll hm auch em dritter Hund gestorben fein, "an tann als sickier anuebmen. daß bic vundc dem Gift zum Spier gefallen sind, davon Zögern bort zum Fuchsiaug gelegt wurde. Es wäre aber boa> erwünscht, daß berarngc Tinge unterblieben, da ic tveit mehr Schaden al» Ratzen nn iHefolge haben. Ter Schäfer lebt so wie so in sehr bescheidenen Vertustlntsien. □ ttrünberg, 20. Zum. Der Kriege roerein feierte am Sonntag ferne Fahnenweihe, zu der sich die Mitglieder von etioa 20 Rriegcroeremen eingefunben Hatten. Zu einer Vorfeier vereinigten sich schon am Samfltan abenb die Bürger in ber Turnhalle. Der Vorsitzende des stneger- Vereins, Stationsvorsteher Dörhöier, eröffnete die Feier unb übergab im Auftrag beS Vereins an die striegS- teilnehmer Ehrenurkunden, womit sie der Verein zugleich zu Ehrenmitgliedern ernannte. Liachdein zive. st naben cm Gedicht vorgetragen halten, hielt Rektor ringel berget eme Ansprache, in der er Vie Verdienste der Veteranen um das Vaterland feierte. Tie neuen Ehrenmitglieder des Vereins sind die stameraden Fischer, Schott, Iöckel, Groß, Görnert, Herzberger, Usinger, Hartmann und Weber. Den Glanzpunkt der Vorfeier bildete daß Festspiel «strieg im Frieden*, das unter Leitung des Gerichts- Vollziehers Hohrnaun von 16 Damen unb Herren gespielt wurde. Heute vormittag bewegte sich em Festzug durch die Stabt. Am Kriegerbenkmal legte Rektor Angelberger einen stranz meber. Die Weihe faub auf dem Festplatz hinter der Turnhalle statt. Fräulein Hartmann sprach einen hübschen Prolog und übergab bie von ben Frauen und Zungsrauen gestiftete Fahne. Dekan Wagner hielt bie Festrebe, in bei er bie Bedeutung der Hriegerocreine hervorhob und mit einem Hoch auf Kaiser unb Großherzog schloß. Schriftführer Hohrnaun bankte ben Damen für bic neue Verem-fahne Die Glückwünsche beS Hassia-striegcrbunbcS sprach VorstanbS- möglich Ritter-Laubach auS. Die neue Fahne ist burch Sammlungen ber Frauen unb Zungsrauen ber Stabt angeschafft worben. Sie trägt auf ber einen Geile baS große hessische Staatswappen, bic andere Seite zeigt das Wappen ber Stabt (Mrunberg, bic Aufschrift: «Mit Gott für Fürst unb'Baterlanb-unb bie Jahreszahlen 1875—1909. Während deS Festes spielte die .stapelte deS Gießener staiser Wil Hel ui-Regiments unter Leitung be« MusikbirektorS st raufte. Etwas aber ivurbc viel bemängelt. Die Stabt hatte nämlich einige Tage vor bem Feste noch bic Bahnhofstraße inctcrtief auf brechen taffen unb fo den Festverkehr aufterorbentlich gestört. ? Trais-Horloff, 21. Juni Zu dem gestern bei schöistlcm Wetter ftottgriuiU) emc '.’liuabl oudmärtificr Vereine iiiw sonmaer ,Tcstteilnc'.)mer emnefunben Bon 7 bis U Ubr fand emc Preis Lanaiamiabrt statt, bic folfienbco Ergebnis batte. 1. Preis Rvl». Pwwa ? rate» Br T! ei» TraiS- yorloif Um 1 3 Uhr be- bui ’i Frk B o i n m a n n fialhanb 11 Vorlv't. 3 n bet Df ii unb Uti'b- i iand eine Radifeier statt. ? Hungen, 21. Funi Ani Sonntag bem 4 'ult iinbrt in Wobnbad) das Btzirk gen statt. 0 Büdingen, 20. Ztiui. Ter Fußballklub des Wolfgaug-Erust-(st.)m,iasiums fviette heute nut feiner erste« Nau «schäft, bann mit fein» i C r t c n I) c r n. Gegen Offen dach crztcllc er in her ersten unfeinen Spi lc zweite Manufchaft schlug die Lrtenberger mit 3:0. 4t Bad- Rauheim, 21. Juni. 2!och selten erreichte Preise ivurbcn heute morgen bei der Versteigerung beS Heu- graseS auf ben stäbtischen Wiesen am Promenabenweg nach Friebberg zu bezahlt. Der kleine Morgen kam bi» zu 7 0 — 7 5 Tlarf. Zm vorigen Jahre iDiirben 30 Mack kaum überstiegen. (Gute Aussichten für bie Milch- unb Fleischpreise: D. R ). L. Friedberg, 21. Zuni. Zn bet General- oerfdinnilung beS GewerbeverelnS machte ber Auf- 'ichtSrat bie Mitteilung, ban in nächster Zeit eme ben Anforderungen beS gewerblichen Unterrichts entsprechend« Gewerbeschule mit Lehrwerkstätten gebaut werden soll, sobald hierfür oon der Stobt em geeigneter Bauplatz zur Verfügung gestellt wirb. Ferner iDiirbe eine Eingabe an au Stabtoerorbnctcn beschlossen, bie Stabt möge städtische Arbeiten früher (mit Rohbanarbeiten and) die Znnenarb tenf auSicftrcibcn, damit der Heine Handwc Erfolg an der Submission teilnehmen könne ohne Heranziehung vieler fremder .'IrbeitSkräste. — Zahlreiche Vereine besuchten gestern unser« Stadt, so ein Verein and Aschaffenburg mit 900 Penonnr, erner der Verein lunger Landwirte au6 Höchst mit über 50 Personen. bm. Gettenau, 21. Juni. TaS feit Samstag ibgehaltene Turnfest tDau-Tumfahrt des Gaues Wettcrau , mit bem her hiesige Turnverein seine Fahnenweihe «t« unben hatte, nahm, auch vom Wetter begünstigt, ben jchön'lm Zerlauf. ES waren nicht weniger als 37 Vereine in dem lattlichen Festzug vertreten, und daS Wetturnen am ^estrigen Hauptfesttage bewies, roic wacker auch ta den ländlichen Turnoeremen gearbeitet wird. bm. Aus der Detteran, 21. Zun>. Heute begm*® mc Arbeiten zur Herktellung der Wasterieitung für die an daß iaatliche WasserversorgungSwerk Lauter-Bad-Rauheim 'ngeschiostene Gruppe B (die Gemeinden Beienheim. WeckeS» ncini, R ichelSbeim i. d. W.. Heuchel he>m i. d. W., Bingev heim, Gettenau und BisteS umfaRrnb). L. Z. Darmstadt, 21. Zuni Der hessische Ze»' tralverein für Errichtung billiger W ohnu»' gen hüll am Mittwock), dem 30. d MtS., vormittags ‘‘‘•» Hauptversammlung. her Tagesordnung stehen u. c- ! folgende Vorträge Tuberkulose und Wohnungsfrage,^ lZtreibaffistenzarzl Tr Best in Tarniftadt, sowie bic W* beschasrung für Ardeilerkuniscr über die mündelsichere v*tt#F hinaus, von Professor Tr. Bier in er. R.-B. Darmftabt, 21. Zum. Der V« I Schiitzvcrcin für entlassene Gefangen« wird yv1 , „i* Z5V • II 'A'Ks^ SM ,d s° ,ek üil :*SS2I Snaticn gS I öS 'Ör* ‘"Wtabe, 1 I LE »ÄK ltl'poetel, ®tot ' ^rtniann unt ;c bildete das W. ■eilun9 des Gericht-. Herren 9e(piell n *9 durch bü _ot ^"gclbergck Schlitz W„ 1 Mch einen hübsche» ‘“CJ. und Jungfrauen 11 d>e Festrede, in bei ^rvorhob und mit ! schlag. CchriWhcei )1C neue ÄereinSsahne! ides sprach AorsiandS- »eue Fahne ist durch rauen der Stadt an« einen Seite da? grobe te zeigt das Wappen ,Mit Gott für Fürst 8(5—1909, Während Gießener Kaiser >ng des Musi'direktorS )einöngell. Die Stabt este noch die Bahnhoj. ib so den Festverkehr Zu dem gestern bet I nhrciicft flotten sich I sonstiger Fcslteilnchmi I eine Keis-Langsamsadn I reis Rob. Wölva ßraii-1 Pr. Sch. Theiß 'Trais- off). Hm y«3_ Uhr oc-1 an, ivo nach einer An-1 (et die ikrcisvcrteilung e Gcsaiigvcrcinc Trais- ugc Lieder vor. Leute I tag dem 4 Fuli Kndet ii :icgcrvereinsbc;irls ioui; I r Fußballklub s heute mit seiner criwl leschic Lsnnbachnl acflcii den §ui;b^llila«I zielte er in der erBl .weiten ivegeu angel'l'el eje hieraus austretenW ibcrger mit 5:0. I j, Noch selten erreich.» Versteigerung des H , Pconienadenweg n-SI M-rg-" ,a"' ahlt mutte" so I “7fc bi« MR- 4 In d-l @«“‘1 :teinS um* b,r 3 >rd- ci«e® 900'N* *;?*ind * 1^'uern»«1! , w«1« 1 « S5=“UI” 0 ,£•«*** ssJW M $«*«> *m 11 „ I Dienstag dem 29. Juni im Schöffengerichtssaal deS Amts, gcrichts zu Offenbach seine ordentliche Mitglieder-Ver- sammlung unter Vorsitz deS Herrn Generalstaatsanwalts Dr. Prectorius abhalten. Mainz, 20. Juni. (Sine Erinnerungshalle a n Richard Wagner will ein auswärtiger Maler hier errichten. Sie soll in die Anlage kommen und Gemälde aus Wagners Werken enthalten. Der Erbauer will die Kosten durch Eintrittsgeld decken und dann die Halle der Stadt zum Geschenk machen. Nachdem die zuständigen Kommissionen ihr Einverständnis damit erklärt haben, kommt die Angelegenheit am Donnerstag zur endgültigen Entscheidung vor die Stadtverordneten. — Durch Vermittlung des Oberbürgermeisters Dr. Gottelmann wurde der S t r e i k der Aktienbranerei nach sechswöchiger Dauer heute beendigt und der Bierboykott aufgehoben. Ter neue Tarif tritt am 1. Juli in Kraft; von den Streikenden werden 70 Prozent wieder eingestellt. te. Oppenheim, 21. Juni. Der gestern hier abgehaltene 21. hessische Feuerwehrtag bestimmte als Ort für den nächsten Feuerwehrtag 1912 — Gießen, Friedberg und Nidda hatten sich gemeldet — in Anbetracht, daß die Friedberger Feuerwehr 1912 ihr goldenes Jubiläum feiert, Friedberg i. H. Wetzlar, 21. Juni. Die dritte Lahn-Berbands-Re- gatta luirb am 25. Juli hier abgehalten. Der Wetzlarer Ruderklub hat drei Rennen auszuschreiben: Junior- Vierer für Lahn-Vereine; Lahn-Vierer für Lahn-Vereine, Großer Vierer, Wanderpreis des Prinzen Eitel-Friedrick) (Verteidiger Rg. Sachsenhausen). X Aus dem Hüttenberg, 21. Juni. Nachdem am Sonntag unter großer Beteiligung in Dornholzhausen das Hüttenberger Krieger-Verbandsfest gefeiert wurde, rüsten sich die Gesangvereine für nächsten Sonntag zur frohen Sängerfahrt. In Groß-Rechtenbach wird daß 4. Verbandsfest deS Hüttenberger Sängerbundes in Verbindung mit der Fahnenweihe des dortigen Gesangvereins Liederkranz abgehalten. Als Massenchöre kommen zum Vortrag: „Brüder reicht die Hand zum Bunde" von Mozart und „Am Rheine ist Leben" von Becker. Die Chöre wurden unter der Leitung des Lehrers Drescher-Hochelheim geübt. Die Musik stellt die Dtarburger Stadtkapelle. [] Marburg, 20. Juni. Heute wurde hier das Jahr esse st der Jungfraucn-Vereine Ob er Hessens abgehalten. An die Festpredigt in der reformierten Kirche schloß sich eine Nachfeier in den Stadtsälen, bei der die Jungfraiien-Vereine kirchliche Lieder vortrugen. Ansprachen hielten Pfarrer Heermann, Pfarrer Möller und Professor Bornhäuser. sc. Frankfurt a. M., 20. Juni. Eine außerordentliche Generalversammlung des „Mitteldeutschen Viehhändlervereins" fand heute 4 Uhr in der „Harmonie" hier unter Vorsitz des Saun Wallerstein (RöLelheim) statt. Die Versammlung war gut besucht. Frankfurt a. M., O b e r Hessen, die Kreise Hanau, Usingen und Höchst, sowie Unterfranfcn waren vertreten. Der Vorstand wurde neugeivählt. Er besteht aus: S. Wallerstein i Rödel beim), Vorsitzender; Siegmund Seelig (Frankfurt a. M.), Stellvertreter; Ad. Straus; iBockenheirn), Schriftführer; Elias S? o i in a n n iFriedberg), 2. Schriftführer; Aron Heß (Frankfurt a. M ), .Voariicvcr; als Beisitzer: Bernhard Lorsch iFrank- furt a. Wj, Rarhan Stern Friedberg«, David Sohlinger (Aschaffenburg«, S. Strauß II. >Wachenbuchen), Fritz Himmelreich «Eschborn-, Vena Stern Rodheim v. d. H.>, Gustav Grüue- b a u nt (Vilbel i. TaS"abgelaufeue Geschäftsjahr hat einen Ueber- sauis; von 317 Mk. ergeben, weshalb für das lausende Geschäftsjahr der Vereinsbeitrag nur zur Hälfte erhoben wird. Zum Schlüsse wird bemerkt, daß eine Anzahl Mitglieder ans dem Verein ausgetreten sind, die sieh den neugegründeten Viehhändlervereinen von Nassau, Ob er Hessen und dem Vogelsberg angeschlossen haben. X. Ha non, 21. Juni. Eine stark besuchte Versamm- lung beratschlagte über die Einleitung einer zweckmäßigen Werbetätigkeit für den Hansa bu n d. Einstimmig wurde die Notwendigkeit einer starken Organisation und die Gründung eines Lokalkomitees betont. Für die nächsten Tage ist die Einberufung einer großen Versammlung beabsichtigt. — Freiherr Laur zu Münch Hofen in Ottweiler, dessen mutmaßliche Wahl wir schon mitteiltcn, wurde jetzt amtlich als Landrat und Polizeidirektor bestätigt. W. Homburg v. d. H., 21. Juni. Die Großherzogin-Witwe von Luxemburg in Begleitung ihrer Tochter, der Großherzogin von Baden, trafen heute nachmittag um 6 Uhr, von Schloß Königstein kommend, in Dornholzhausen ein, um der Witwe ihres Kammerherrn, Freifrau v. Dieskau, einen Besuch abzustatten. fc. Schloß Wilhelms höhe, 21. Juni. Ter Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen treffen am Vvrniittage des 5. August voraussichtlich auf Schloß Wilhelrnshöhe ein. Ter Kaiser wird von Schloß Wilhelrnshöhe aus in der Zeit biS zum 2d. Aug. der Eröffnung des Ofsiziersgenesungsheiiu „Taunus" in Falkenstein zunächst anwohnen. von da sich nach der „Senne" begeben, um die dort zusamiuengezogene Kavalleriedivision zu berichtigen. Ein Besuch des Kaisers in Eleve gelegentlich der 300jährigen Gedenkfeier des Anfalls der Jülich-Clevi- schen Erbschaftsmasse an den Brandenburg-Preußischen Staat ist dann vorgesehen. Die Besichtigung von netten des 18. Korps auf dem „Großen Sande" bei Mainz reiht sich nach dem 15. August an, toelckie einen Besuch bei ben Priuzlich Hessischen Herrschaften auf Schloß Friedrichshof im Taunus im Gefolge hat. Bon schloß friedrichshof aus njirb der Kaiser mit Prinz und Prinzeffin Friedrich Karl von Hessen (meiin auch inoffiziell) die Jla" in Frankfurt a. M. in Augenschein nehmen. Am 2d. August wohnt die Kaiserliche Familie der Eröffnung des neuen Hoftk)eaters in Kassel bei. Zu Beginn des September verlaßt die Kaiserliche Familie Schloß Wilhelrnshöhe, um sich zu den Kaifer- Paraden und den daranjchließeiiden Manovern der bayrischen, württembergischen und badischen Truppen im Mckar- und Jagstkreis und an der Frankenhöhe zu begeben. Sport. — Bei dem am Sonntag den 20. Jitni. vom Gaua des Deutschen Radfahrer-Bundes veranstalteteil lOO^Kilometer-Peniien errangen in Gruppe I, Fahrer unter 33 -3^0re, i>en 1. erj C. Muhl in 3 St. 50 Min. 47 oct, ben 2 Preis KtHmte^ lmiq m 3 St. 56 Min. 18 Sek., bat 3 ^eis Fd. ^nker m 3 St. 57 Min. 48 Sek.; in Gruppe II, Fahrer von 33 bis 40 Jahre, den 2. Prpis 'N. Rödiger m 5 St .9 Min. in Gruppe III, Fahrer über 40 Jahre, 1 Preis K. Lower in4t Ct 57 Min., 2. Preis A. Höß in 5 et. 24 Mm. ^^igung an dem Rennen war in diesem Jahr nicht ]o ^bhaft, wie nn vorigen Jahr, da die meisten Fahrer die Hitze und den starken Gegenwind scheuten. , ,. , . Bor einer großen Zuschauermenge erledigte ber Gieveuer Ächballllub twu lüäfc tas SvNMSrfPtel und zwar gegen einen jr(ten Gegner, den Marburger 23. f. 23. Daß Gießen 1900 das Spiel mit 4—1 gewann, hatte niemand voraus gesehen. Marburg suchte seine Machtlosigkeit mit unfeinem Spiel auszugleichen. Gießen 1900 blieb trotzdem vornehm nnb verschenkte einen sicheren Gewinn vor dem feindlichen Tor. Das «Viel war trotz der großen Hitze äußerst schnell. Marburgs beiles war die Deckung und der Mittelhalb, auch gefielen einige jüngere Spieler der Stürmerreihe. Bei G. F. E. verdient der gesamte Sturm und die Halbreihe hervorgehoben zu werden, die Deckung wie immer, der Tormann durfte sich sonnen. Universitäts-Nachrichten. fc. Marburg. Der a. o. Professor der Malhematik, Geh. RegierungSrat Alhard v. D r a ch begeht am 23. ds. seinen 70. Geburtstag. Geheimrat Traeh ist Bezirkskonfervator für den Regierungsbezirk Gaffel. vermischtes. * Eine Ballonfahrt im Gewitter. Kürzlich« unternahmen die Herren Goeren und F. Franceson von Bitterfeld aus unter Führung des Leutnants Franceson eine BallonMachtfahrt, deren Verlauf im nachstehenden anschaulich geschildert wird: Bei schwachem Nordost-Wind ging die Fahrt zunächst über Bitterfeld in ungefährer Richtung auf Chemnitz zu. Mit dem Hereinbrechen der Dunkelheit hörte man Donner, nahm aber keine Blitzerscheinung wahr. Zunächst dachten die Fahrenden an fernes Artillcrie-Nacht- fchießen, dann glaubte man, es' rühre von einem Feuerwerk her, das in der kleinen Stadt Wurzen auf dem Schützenplatz abgebrannt wurde. Nachdem der Ballon in etwa 600 Meter Höhe über die Köpfe der dort jubelnden Volksmenge um 10 Uhr abends hinlveggefahren war, sah man am Horizont Blitz auf Blitz folgen; ein Gewitter, bei beffen dLäherkommen unbebingt hätte gelandet werden müssen. Die Hoffnung, .daß das Unwetter, dem Ballon vorauseilend, die Wei-terfahrt ermöglichen würde, erfüllte sich leider nick)t. Bald prasselte dichter Regen auf die Ballonhülle herab; ein Sack Ballast nach dem andern mußte geopfert werden. Blitz auf Blitz flackerte am Horizont auf, der ferne dumpfe Donner wurde immer deutlicher. Tann nahten sich dunkle, schwere Wolken, und grelle Blitze knatterten in unmittelbarer Nähe des Luftschiffs. Nun hieß es, so rasch wie möglich landen. Tas Ventil durfte nicht gezogen werden, weil dadurch eine Entzündung des Gases entstehen konnte. Nur langsam drückte der immer heftiger einfetzende Gewitterregen ben in etwa llOOMeter Höhe schwebenden Ballon herunter. Zunächst berührte das disrchnäßte Schleppseil den Erdboden. In diesem Augenblick waren der ganze Korb, die nassen Taue, die Kleider der Mitfahrenden, selbst Teile der Ballonhülle übersät mit ganz kleinen, leuchtenden Flämmchen, die über- und durcheinander hüpften und die Gestalt von kleinen Kügelchen hatten. Es war das St.- Elmsfeuer, das zuweilen an hohen Schiffsmasten und im Gebirge beobachtet juirb. Bald verschwand diese Erscheinung wieder, der Ballonkorb senkte sich langsam auf ein Kartoffelfeld herab; der Führer ließ nun das Gas durch Ziehen der Reißbahn entströmen. In dem mit'*bem Verpackungs- Plan überdeckten Korbe warteten die um 12 Uhr nachts glücklich bei Chemnitz gelandeten Ballonfahrer das Ende des gerade über ihnen stehenden Gewitters ab, um beim Morgengrauen das Ballonmaterial zu bergen. * Arme Junggesellen! Der Temps erzählt von einem merkwürdigen Urteil des Gerichtshofes zu Reims: Im Marne-Departement starb kürzlich der Bürgermeister von Aveney und hinterließ der Stadt Epernah sein Vermögen im Betrage von 2 Millionen Frank. Die Neffen des Verstorbenen, die leer ausgingen, fochten das Testament an und behaupteten, ihr Oheim fei bei der Abfassung geisteskrank gewesen. Beweis: Der Herr Bürgermeister habe sich damit vergnügt, im Gewand eines Kardinals trommelnd durch die Straßen seiner Gemeinde zu ziehen; er habe sein Dienstmädchen nachts durch Pistolenschüsse geweckt, habe tagelang in seinem Garten Drehorgel gespielt usw. Auch wurde nächgewiesen, daß der Erblasser mehrfach in der Irrenanstalt zu Ehalons untergebracht werden mußte. Tie Stadt Epernah dagegen ließ durch zahlreiche Zeugen bekunden, baß der Verstorbene „zwar ein Original gewesen ist, baß aber bic oben berichteten Exzentrizitäten nicht über bie Tollheiten nnb Späße hinausgegangen seien, wie sie alten Junggesellen eigen zu sein pflegen". Ter Gerichtshof von Reims hat sich biefer Meinung angeschlossen, und Epernah hat die zwei Millionen für seinen Stadtsäckel gerettet. * Schusterjunge: „Sagen Se mal, Mämiecken, is es nicht langweilig nischt zu tun?" — Bettler: „Ja, heillos. Aber ich klage nicht. Es hat eben jeder sein Päckchen zu tragen." * H ö ch st e Dressur. „Warum, Herr Professor, haben Sie dem Gaul einen Knoten in ben Scknveis gemacht?" — „Damit er nicht vergißt, um 11 Uhr nach Hause zu traben!" Kleine Tageschronik. Der Intendant Emil C l a a r vorn Frankfurter Schauspielhaus feierte gestern das 30jährige Jubiläum seiner Tätigkeit als Bühnenleiter m Frankiurt a. M. In Köln war ein reicher Amerikaner in die Betrachtung des Domes versunken, als zwei Männer sich zu ihm gesellten, die sich gleichfalls als Amerikaner ausgaben. Sie mußten den Amerikaner derart zu nehmen, daß dieser ihnen seine gesamte Barschaft von 5000 Alk. und einen auf 1200 Mk. lautenden Scheck eines Kölner Bankhauses in die Hände gab. Erst nach dem Verschwinden seiner beiden angeblichen Landsleute entdeckte er, daß er Gaunern in die Hände gefallen ist. Von den Dieben fehlt jede Spur. Am Sonntag abend zog die Eisenbahndirektion Berlin sämtliche Revisoren des 9tordbahnbezirkcs und der Bernauer Strecke zusammen, um den an den Sonntagen vorkommenden Fahr- gelbhinterziehungen entgegenzutreten. Ucbcr 200 Personen würben mit Fahrkarten 3. Klasse in der 2. Klasse betroffen. Tas Militär-Luftschiff Parseval 2, dessen Vropeller- KonstrnkNon einer Abänderung unterzogen worden war, hat am 21. d. M. früh bei Berlin wieder einen A u f ft t e g unternommen, der aber nur 15 Mimiteu dauerte, da die Konstruktion sich trotz der vorgenommenen Verbessernng wiederum nicht bewährt hat. Im evangelisch-theologischen Seminare zu Maulbronn ist fast bic Hälfte der Zöglinge erkrankt: die Krankheit äußert sich in Kopfweh, Schmerzen im Unterleib und Fieber. Tas Medizinalkollegium hat bie Untersuchung cingclcitet. An der b a i) r i s ch « b ö h m t s ch e n Grenze stießen geltem nacht zwei bayrische Grenzaufscher mit einem aus etwa 8 bis 10 Maun l-eflehenden S ch m u g g l e r t r u p p zusammen, der 6 Ochsen nach Bayern einschmuggeln wollte. Die Ausseher nahmen ihnen drei Ochsen ab. Es kam zu einem blutigen Kampf, in dessen Verlauf einer der Grenzwächter von einem Schmuggler durch 6 Aiessersttche schiver verletzt wurde. Ter Schmuggler, der die Aiesserstiche geführt hatte, wurde verhaftet. Nach einer gelungenen Kreuzfahrt über die Schweiz und den Allgäu landete vorgestern vormittag der unter Führung des Hauptmannes von A b e r c r o n in St. Gallen aufgestiegene Ballon Stuttgart des ^Aärttembergischen Pereins für Luftschiffahrt glatt in der Nähe des oberbaperischen OrteS Murn au. Im Heizraum des im Kieler Hafen liegenden großen Kreuzers Prinz Adalbert sprang die Kapsel-Mutter einer Stopfbüchse ab. Durch den aussttümenden Dampf wurde der Heizer Mat- ko w s k i sofort getötet, der Maschinistenmaat Max Schramm lebensgefährlich verletzt. Am Sonntag ist der Direktor der Pariser Wach- und Schließ- GcUlschaft, Löffler, geWMy, nachdem ex verschiedene Abonnements-Beträge cinkassiert hatte und auch seinen Angestellte^ ben Lohn schuldig geb lieben war. Ilebrigeüs soll auch bic Staatspolizei gegen Löffler eine Untersuchung wegen Spionage esti- geleitet haben. Löffler ist deutscher Staatsangehöriger. Wie aus Cagliari (Italien) berichtet wird, sind in der dortigen Gegend große H e u s ch r e ck e n s ch w ä r m e aufgetreten und haben außerordentlichen Schaden anaerichtct. In Cincinnatti begann am 19. 3uni das zehittägige 3 0. .T u r n f e ft des Nordamerikanischen Turner- b und es. Die auswärtigen Teilnehmer wurden in 350 Armeezelten, die durch Kougreßbcschluß zur Verfügung gestellt worden sind, untergebracht. Auf besondere Anweisung des Kriegssekretärs beteiligt sich das in Fort Thomas stationierte' zweite Bundes-- infanterie-Regiment an der geplanten großen Turnerparade. Abends werden auf dem Gouvernement-Sguare üi Gegenwart einer vieltausendköpfigen Festmenge lebende Bilder von dem vorjährigen Frankfurter Turnfest vorgesührt. Literarisches. — G r i e b e n s R e t s e f ü h r e r, Band 34, Ostende 4. Auflage. Allen Reisenden, die diesen berühmten Badeort aufsuchen, ivird das Büchlein ein zuverlässiger Ratgeber sein. Von einem, mit den Verhältnissen genau bekannten Autor bearbeitet, enthält es in gedrängter Form alles Wissenswerte, über die Reise nach Ostende, das Vetkehrsivesen sowie über die Uuterfunft und Verpflegung in den Hotels.^ Aber nicht nur Ostende, sondern auch alle übrigen belgischen Seebäder sind in .dem Bande ausführlich behandelt. Allen Besuchern dürften die Kartenbeilagen, vor allem der neue Plan von Ostende willkommen sein. Handel. — Berlin, 19. Juni. Saatenstand in Preußen Mitte Juni (wenn 2 gut 3 mittel bedeutet«: Winlerweizen 3,2, (Mitte Juni 1908: 2,3), Sommerweizen 2,8 (2,6), Winterlpelz 2,4 (2,2), Wiuterroggen 2,9 (2,4), Sommerroggen 3,0 (2,7), Sommergerste 2,7 (2,6), Haser 2,7 (2,5), Erbsen 2,8 (2,7), Ackerbohnen 2,8 (2,6), Wicken 2,9 (2,6), Kartoffeln 2,8 (2,8), Zuckerrüben 2,8 (2,7), Winterraps und Rübsen 3,5 (2,6), Flachs 2,9 (2,6), Klee 3,5 (2,1), Luzerne 3,3 (2.2), Rieselwiesen 3,3 (2,1), andere Wiesen 3,7 (2,4). — Berlin, 19. Juni. In den Bemerkungen der „Statistischen Korrespondenz" heißt es: Die auf bic gute Entwickelung der Saaten gesetzte Hoffnung im Berichtsmonat ist nur teiliveise in Erfüllung gegangen. Die allgemeine Witterung war viel zu kühl und die Nieberschlage nicht überall eindringlich! genug. Es wurden wegen der widrigen Witterungsverhältnisse des Frühjahres noch nachträglich Umpflügungen infolge der Winter- schaden nollvendig. Ziemlich oft wird über starke Verunkrautung t>cr Sommerung geklagt, ebenso sollten tierische Schädlinge in Akassen vorgekoinmen sein. Mäuse sollen im allgemeinen kaum zu bemerken sein und von Pflanzenkrankheiten find nur Kleekrebs, Mehltau und Wurzelbrand angegeben. Der Stand des W i n t e r w c i zens ist vorläufig nur in Ost- iuib West- preichen sowie in ben Regierungsbezirken Stralsund, Posen, Schleswig, Lüneburg, Osnabrück, Minden, Trier, Aack>en und Sigmaringen etc. beftiedigend 'anzusehen. Winterspelz hat sich in Sigmaringen, wo er am meisten gebaut wird, .gut entwickelt. Der Stand des W i n t e r r o g g e n s wird vielfach als dünn bezeichnet: auch soll das Stroh fast allgemein zu .kurz geblicbeii fein. Hier und da ist Roggen vor der Blüte zum Lagern gekommen. Winterraps und Rübsen sollen derart .gelitten haben, daß auf eine allgemeine Besserung jetzt nicht mehr zu rechnen ist. Recht ungünstig lauten bic Nachrichten über Futterpflanzen, deren Ertrag oftmals nicht die Arbeit lochten soll. Wiesen sehen hier und da - wie int April — rotgrau aus, Sontmerhol m - und H ü l s e n f r ü ch t e haben, ausgenommen Roggen, ziemlich zufriedenstellenden Stand, ebenso Flachs. H a tf f r ü cb t e sind nicht überall gleichmäßig aufgegangen. Kartoffeln sind hier und da erfroren. Zuckerrüben werden durch Aaskäfer vernichtet, so baß Neu Pflanzungen stattftnden müßten. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 22. Juni. 6 eit- und Stroh markt. Angcfahren waren 10 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 4.80.—5.30, Stroh Mk. 3.00—3.50. Alles je 50 Kg. Die Zufuhr kam aus den Kreisen Büdingen und Friedberg. Tendenz fest. Gieheller Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch dem 23. Juni: Veränderliche Bewölkung. Gewitterregen. Zunächst warm, später kühler. Westliche Winde. Original-Drahtmel-ungen. Berlin, 22. Juni. Die F i u a n z k o m m i s s i o n hat den 9a der Erbansallsteuer der Regierung mit 14 Stimmen (Konservativen, Zentrum, Polen) gegen 14 Stimmen abgelehnt. Stuttgart, 21. Juni. Auf dem Truppenübungsplatz Münz in gen wurde ein in Auzcigcrdeckuntz stehender Soldat durch ben Kopf geschossen. Er starb im Lazarett. Breslau, 21. Juni. Die Typhuserkrankungen in Altwasser sind jetzt auf 343 angewachsen. Posen, 21. Juni. Das Torf G r o ß - El s i n g c n bei Nakcl wurde gestern von einem Groß feuer heimgesucht, das durch Spielen der Kinder mit Streichhölzern entstanden ist. Vier große Bauerngehöftc mit 16 Gebäuden wurden eingeäschert, eine W ö ch n e r i n und zwei Kinder kamen in den Flammen u m. Wien, 22. Juni. Wie das „Neue Wiener Tageblatt" von autoritativer Seite erfährt, ist die Meldung von einer schweren Erkrankung des spanischenThron-Prätendentcn Don Carlos irrtümlich. Dieser hält sich zurzeit in dem Luftkurort Warese auf. D e b e n 6 u r g , 22. Juni. In dem Orte Turje brach Groß- feuer aus, wobei 34 Bauerngehöftc eingeäschert wurden. Drei Personen kamen in den Flammen um. Petersburg, 22. Juni. Die Cholera beginnt nunmehr auch in der Umgebung in verstärktem Maße auszutreten. Gestern waren 70 neue Erkrankungen zu verzeichnen. London, 22. Juni. Hier tritt das Gerücht auf, daß im September eine zweite Zusammenkunft zwischen König Eduard und dem Zaren ftattfinben werde, und zwar entweder in der Nordsee oder Ostsee. London, 21. Juni. Hier werden abenteuerliche Lust- slottenpläne erwogen. Unter anderem beabsichtigt man den Bau eines Lustkreuzers, der 227 500 Kubikfuß fassen soll und 25 Fahrgäste mit einer Geschwindigkeit von ctiva 25 Kilometer befördern soll. Die öffentliche Sammlung für eine Luftflotte ergab seither 2693 Pfund Sterling. Madrid, 22. Juni. Die Königin von Spanien wurde heute früh von einer Tochter entbunden. Athen, 22. Juni. Laut offizieller Meldung aus Canea hat die kretische Regierung die Verständigung erhalten, daß die ftcmdeit Truppen-Kontingente am 27. Juli Kreta verlassen werden. Neueste Erfindung! Grösste Schonung der Wäsche! Vollkommen selbsttätig! Bequem 1 Kein Reiben! Ueberraschender Erfolg! 1MA!frlTHn(Mtiepk feinifeBoviHon U 3tct» frisch vorrätig bet H. ($. Jughardt Club.: Slug. Wallenfels Marktvlav n |C*/e IfiOO LAden etc. gesucht. 3515) 3tini )na Snftrign gef IhW Pudivigstrate 44 rr 1. Cftbt. 11 ie zu vermieten. B. 2rfaouibcv, WalliorslraKe 51. 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