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Die ^Gtehener Lamtltenblätter- werden dem »Anzeiger* otcnnal wöchentlich betgelegt. daS „Kretsblatl fü» dev Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Dte ..Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. 159. Jahrgang Donnerstag, 18. März 1909 Eichener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhehen ftotoHonSbrotJ «mb Verlag bei OrObHcfjen Unwerinäts • ®ud> und StetnörudeteL 8L Lang«. Dietzen. Redaktion. Exvedrtwn und Druckerei: Schul- stratze ?. Expedition und Verlag! 5L Redaktion:^^112. Tel.-Adr^AnzeigerlLietzen. Deutscher Reichstag. 226. Sitzung, M ittwoch, den 17. März. Am Tische des Bundesrats: v. Einem, v. Lochow, v. G e b s a t t e l. In der Hofloge wohnt Prinz August Wilhelm von Preußen den Verhandlungen bei. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr. Der Militärelat. (Zweiter Tag.) Die Beratung wird beim Gehalt des Kriegsmittisters fortgesetzt. Abg. v. Byern (Kons.): Zu meinem tiefsten Bedauern mutz ich hervorheben, daß die Worte des Abg. Häusler nicht in diesen vier Wänden Verhallen werden, datz sie im In« und Auslande Beachtung finden werden. (Sehr gut im Zentr.) Danach scheint es ja, als ob in unserer Armee nur Parademarsch geübt und Kommiß gebullt wird. Gehen Sie doch einmal auf die Exerzierplätze und sehen Sie sich an, tote dort die Truppen felddienstmätzig ausgebil. oet werden. Das Ausland beneidet uns um unser wackeres Heer, desien Schlagfertigkeit über jeden Zweifel erhaben ist. Im Parademarsch und in den Griffen liegt aber die Musik des Soldatenlebens. (Heiterkeit links.) Sie schaffen erst eine straffe Disziplin. Gewiß sind die Offizierskasinos nicht mehr so einfach wie früher. Das liegt an der modernen Zeit. Allgemein ist der Luxus gestiegen, auch unsere eigenen Häuser sind luxuriöser auSgestattet. In den Kasinos wird aber lange nicht mehr so titel getrunken wie früher. Ich möchte fast sagen: leider! (Große Heiterkeit.) Die Tafeln sind jetzt mit Limonade und Apfelwein bestellt. Auch die Geschenke für höhere Offiziere hat man eingeschränkt. An die zweijährige Dienstzeit für die Kavallerie ist nicht zu benfeji. Der Kavallerist hat viel mehr zu leisten als der Infanterist. Er hat auch daö Pferd zu besorgen. Dazu kommen noch der Patrouillendienst, das Satteln und Packen, das Lanzenfechten, das Kartenlesen, Pionierdienste usw. Freuen wir uns, wenn unsere Kavallerie besser ist als die anderer Länder. Sie ist dringend notwendig. Wenn die Truppen in der Schlacht wankten, hat die Kavallerie noch immer entscheidend eingegriffen. Sie ist die Force unserer Armee. Die Abstriche am Etat sind nicht überall berechtigt. Das reitende Feldjägerkorps soll ab. geschafft werden. Dagegen sind wir entschieden. Für die Feld- couriere mühten andere Offiziere eintreten. Billiger würden wir also nicht wegkommen. Auch gegen eine Verminderung des Aggregiertenfonds müssen wir uns aussprechen. Auch für eine Verminderung ber Musikkorps sind wir nicht zu haben. Es ist ja hier nicht der Platz, patriotische Reden zu halten. Aber wie steht es denn im Kriege: auch der Trommler macht da seine Musik, wenn cs zum Sturm geht. Und wer in seinem Leben noch nie gebetet hat, für den kommt der Moment, wenn nach der Schlacht die Musik den Choral anstimmt: Nun danket alle Gott! (Ruf aus dem Zentrum: Hurra!) Ich appelliere an den religiösen Sinn des Zentrums. Die B e k l e i d u n g s ä m t e r haben sich bewährt. In Königsberg soll in diesem Jahre ein Bekleidungsamt errichtet werden, und wir haben es mit Freude begrüßt, daß Herr Erzberger noch eine Heraufsetzung dieser Position um 100000 Mk. beantragt hat; man soll den Bau gleich in dem notwendigen Umfang inachen. Reisekosten und Diäten sollen nur entsprechend ber wirklichen Ausgabe, die Rationen nur für die wirklich gehaltenen Pferde gewährt werden; aber dann mutz man freilich auch sur ausreichende Rationen sorgen. Der Fütterung der Pferde mit Kartoffeln, die in der Kommission angeregt wurde, ttiiberrate ich; das mag für Arbeitspferde angebracht fein, nicht TurJHeitpferöe. Ein Verbot der Privattätigkeit der Büchsenmacher lehnen wir ab; dann müßte man das auch allen anderen Beamten berbietem Der Antrag auf Verlegung der Unteroffizier- ^ule von Biebrich nach Wetzlar ist leider in der Kommission ab- gelehnt worden; wir werden ihn neu stellen. Der Redner legt ein Wort für feine Wahlkreisstadt Genthin ein, er wünscht dortbin eine kleine Garnifon. ' Der Redner bittet um Berücksichtigung der Handwerker- g e n o s s e n > ch a f t e n bet den Vergebungen der Bekleidungs- s es geschehen ist, die Schneidergenossen- schaft in 'Stettni den Bescheid erhalt, sämtliche Arbeiten seien bei Strafanstalten untergebracht. (Hört! Hört!) Er empfiehlt weiter die Unterbringung derverabschiebetenOsfiziere i^n 23cam teufte!! en unb warnt vor ber Einrichtung von ebelleutn antl ft eilen. Das sollte erst dann geschehen, wenn es dringend erforderlich ist. Er erörtert dann den dln 3 ug ber jungen Offiziere. Es ist bebauerlich, batz bas von konservativer Seite gesagt werben muß. Wie bei den Damen, scheint bie Mobe auch bei den jüngeren Offizieren eingerissen zu fein. Man bemerkt da manchmal Herren mit Kragen bis unter bie Ohren, Achselstücken nur 1 Zentimeter lang, Epau- letten gqxz klein, zwei Herren vom selben Regiment mit ver- schlcbenem Tuch, die Knopfe des Ucberrocks weit auseinander, den Säbel verschieden getragen, und, was ich sehr bebaure; bie Offiziere machen auch die Mobe ber Zitiiljugenb mit, sie tragen zwischen Nase und Munb, da wo sonst ber Schmuck des Mannes ist, ein gewisses Etwas, von dem man nicht weiß, ob e s Bart ober Bartbinbe i st. (Große Heiterkeit. Der Kriegsminister nickt zustimmenb.) Die Herren sollten baran beulen, daß es nur daraus anlommt, daß der Offizier seine Pflicht tut und nicht auf Aeußerlichkeiten. Der Redner schließt: Wir können auf unsere Armee, um bie uns jebes andere Land beneidet, stolz sein. Es ist in ihr eine eiserne Disziplin, eine Hingebung für oen Dienst, wie man es mehr nicht erwarten kann. Es muß darauf hingewirkt werden, daß jedermann seinen Dienst aus eigenem Antriebe gern tut, und dazu können die Vorgesetzten mit Wohlwollen viel beitragen. Wir leben in einer sehr ernsten Zeit mit verfinstertem Horizont. Die äußere politische Lage zwingt uns, unser Heer jederzeit kampfbereit zu erhalten. Furcht vor unserer starken Waffe ist immer die beste Versicherung für den Frieden. (Beifall rechts.) Abg. Dr Müller-Meiningen (Fr. Vp.): Die Beschreibung des S i m p l i z i s si m u s-> T y p s des Kavallerieoffiziers war für diese Seite des Hauses sehr interessant. Wenn wir früher, und zwar viel weniger drastisch, solche Kritik übten, wurden wir von drüben angegriffen. Man bemerkt den veredelnden Einfluß des Blocks. (Große Heiterkeit.) Den Vorwurf des 91 bg. Häusler, die Mehr- heitsparteien hätten die Sparsamkeitsbestrebungen nicht ausreichend unterstützt, lehne ich für meine politischen Freunde entschieden ab. Eine Anzahl von Abstrichen ist auf unseren Antrag erfolgt, bei andern schien uns das Sachverständigenurteil des Zentrums nicht zu genügen, bei einer dritten Gruppe ließen uns die Herren vom Zentrum im Stich. Ter Tank des Herrn von Lieben an den Kriegsminister, weil er bei diesen Abstrichen die Ruhe^und den Gleichmut nicht verloren habe, war völlig überflüssig. (Lehr wohrl links.) Gegen den Kolonialminister waren bie Herren um Siebert nicht so zartfühlend. Alle Parteien des Hauses waren vom besten Willen beseelt, möglichst große Abstriche zu machen; leider ist das beim Militäretat sehr schwierig, weil der Laie zu wenig Einblick hat und uns bei jeder Stelle der Kriegsminister erklärte: Ausgerechnet dieser Abstrich gefährdet die We^chastig- feit des Deutschen Reiches. Ich gebe auch zu, es ist sehr schwierig, Fehler bei der Abstrichpolitik zu vermeiden. Leider aber fehlt ber gute Wille, nicht etwa beim Kriegsminister, sonbern an anbern Stellen, die in allerletzter Linie in Betracht kommen. Ta mutz jede Sparsamkeitsaktion erfolglos bleiben. Tie Herren ber Militärverwaltung sollten die Stimmung im Lande etwas mehr beachten. Zeigen sie für die nächsten Jahre nicht mehr Entgegenkommen, so quälen wir uns bei der Finanzreform umsonst, bann haben wir in wenigen Jahren genau basselbe Finanzelen b. (Sehr wahr!) Worauf es ankommt, bas finb organisatorische Aenderungen, vor allem im Pensionierungssystem, bei ber Gewährung von Tispositionsurlaub unb vor allem in bezug auf die Friedenspräsenzstärke. Wozu braucht man Kommandanten in Glogau, in Swinemünde usw.? ^-cr,. ?rom m0?’ baut von Swinemünde hat. wie ich höre, als wesentlichste Aufgabe, Salut zu schießen, wenn der Kaiser vorbeifährt ^Heiter, leit) ober in dem ganz seltenen Falle, bah eine frentbe Flotte vorbeikommt. Unb als neulich, bas einzige Mal, bie englndje Flotte vorbeikam, da kam er zu spät ober war nicht zu Hause. (Heiterkeit.) In einer Reihe von Fragen stimmen wir mit Herrn Häusler vollkommen überein, besonbers über bie Unübersichtlichkeit des Militäretats; dann den Mangel an Aerzten, an dem auch konfessionelle Engherzigkeiten schuld sind Zurücksetzung der iubi- schen Aerzte, was sich im Falle eines Feldzuges bitter radnen wird. Was Herr Häusler über die Beschränkung der D l e n ft« zeit bei ber Kavallerie unb Artillerie sagte, 'st auch bie Meinung zahlreicher militärischer Sachverständiger, auch bayerischer. (Generalmajor ti. Gebsattel: Welcher?) 8a, Herr General, das möchte Ihnen natürlich passen, daß ich ^hnen meinen militärischen Sachverständigen auslieferel ^Heiterkeit.) Freilich, auch sie sagen ausdrücklich: nur bei entiprechender Vereinfachung des Dienstes. Aber muß denn der Kavallerist ein halber Militärprofessor sein? Sehr viel überflüssiges Zeug kann da weggelassen werden. Mit vollem Recht hat Herr Hausler gegen Drill und Stechschritt gesprochen; und wenn .Herr von Siebert meinte, ber Stechschritt sei eine Fundamentale der deutschen Armee, so ist das ber Geist, ber nicht nach Sedan, sonbern nach Jena geführt hat. (Sehr wahr! linksZ Ti'ziPlm unb Drill finb nicht dasselbe, sondern Gegensätze. Der Drill ist die Negation ber Jnbivibualität unb ber Intelligenz, unb vor allem ist er bie Quelle ber schlechten Behandlung der Soldaten. Zum fünften Mal bringen wir nun unsere Resolution hierüber ein, viermal ist sic mit großer ^Wbc-t vom Reichstag beschlossen, da sollte auch endlich einmal die Militärverwaltung sich danach richten. (Sehr wahrl links.) Bringen wir nun hier einzelne Fälle von Mißhandlungen vor, dann kommt der Kriegsminister und sagt: Das stand ja ui den Zeitungen Wenn wir sie aber nicht vorbringen, bann sagt er wieder: Es muß doch sehr wenig passiert sein, wenn bie Herren hier nichts vorzubringen loissen. Ja, Herr Kollege, was sollen wir da eigentlich machen? (Große Heiterkeit.) Der Redner bringt bann einzelne Fälle vor unb schlicht baran den Wunsch, daß insbesondere gegenüber den Reservisten bei den Kontrolltier, fammlungcn möglichste Rücksicht genommen würde. Interessant waren die Ausführungen des Abg. Häusler über bie militärische Jugenderziehung. Freilich würben sie nicht ganz klar durch die Berufung auf die Feldmarschälle Gneisen au und Bebel. (Große Heiterkeit.) Der Grundgedanke ist uns aber jedenfalls sehr sympathisch. Ich bin überzeugt, das vorzüglichste Mittel gegen die Militärmißhandlungen ist die Bekämpfung der körperlichen Schwerfälligkeit durch frühzeitigen systematischen Turnunterricht. Allerdings müßte die Militärverwaltung der deutschen Turner sch oft größeres Entgegenkommen zeigen. Heute gilt das Turnen in der Armee zum Teil als zu demokratisch. Tas hat die Behandlung der Turnerschaft in Frankfurt a. M. gezeigt. Ich sehe mich genötigt, auch die Frage ber konstitutionellen Garantien hier zu erörtern. Gerabe die Feier des hunbertjährigen Bestehens bes Kriegs Ministeriums gibt uns zu einer Betrachtung seiner etwas eigentümlichen staatsrechtlichen Stellung Anlaß. Der Kriegsminister ist kein Reichs-, sonbern ein Preußischer Minister. Schon daraus ergeben sich merkwürdige Konsequenzen. Dazu kommt, daß bie persönlichen unb organisatorischen Verhältnisse in der preußischen Armee die Minister- Verantwortlichkeit auf das kleine Gebiet der Verwaltung beschränken. Im übrigen ist der Kriegsminister nur der parlamentarische Prellbock für eine Reihe von rechtlichen Sonder- organisationen. (Sehr richtig! links u. im Zentr.) Tie kommandierenden Generäle brauchen keine Anordnungen vom Kriegsminister entgegenzunehmen. Sind sie mit dem Militärkabinett einig, dann ist der Kriegsminister machtlos. Dieses Militärkabinett hat eine Zuständigkeit, bie eigentlich alles umfaßt. In ber Armee unterscheibet man nicht bloß bürgerliche unb ablige Waffen, sondern auch bürgerliche unb ablige, Hof- und gewöhnliche Regimenter. Innerhalb der Garde unterscheidet man noch vier besondere Stufen von Regimentern, außerhalb ber Garbe drei, im ganzen etwa sieben Klassen von Regimentern. Dayn kommt, daß die adligen bie besten Abteilungen im Generalstabe besetzen. Sollten bie bürgerlichen so unfähig fein, baß sie zu ben im Heere besonbers erstrebten Posten sich nicht eignen? Diese Zustände bedürfen dringend ber Remebur. Es ist ganz richtig, wenn Kollege ti. Siebert erklärt, daß das deutsche Offizierkorps aus einem Gusse geschaffen ist. Es fällt mir nicht ein, irgend ein Regiment als weniger tüchtig zu bezeichnen. Aber wir sind überzeugt, daß nicht alle Regimenter gleich behandelt werden. (Sehr richtig! links u. im Zentr.) Und wir verlangen die vollkommene Gleichstellung aller Offiziere. (Sehr richtig!) Wer einen gewissen Kastengeist in die deutsche Armee einführt, der versündigt sich gegen die Armee. (Sebh. Zust.) Tausende von Offizieren in der deutschen Armee sind durchaus meiner Meinung. Ich könnte das durch Zuschriften beweisen. Derjenige versündigt sich an der Armee, ber bie W illkür an« stelle des Rechtes setzen will. Die geheime Quali- f i l a t i o n mutz verschwinden. Sie vernichtet jetzt viele militärische Existenzen, meist wegen lächerlichen Quisquilien. Oft weiß bet Betreffende auch nach der Verabschiedung noch nicht, warum er den blauen Brief bekommen kann. Gewiß ist fein anderer Teil der Beamtenschaft so eng mit dem Fürstenhause verbunden wie bas Offizierkorvs- Eine große ruhmreiche Trabi- tion hat die Beziehungen de? tireu'm >en Offizierkorvs zum Königshause zu einer eigenartigen in ber aanzen Welt gemacht. an ber zu rühren vermessen wäre. Aber in einem persönlichen Dienstverhältnisse zum Kaiser und König, wie Herr ti. Oldenburg einst sagte steht auch der preußische Offizier nicht. Er ist Staatsdiener unb Staatsbeamter. Auch für ihn müssen unter allen Umstänben die staatsrechtlichen und tier- fassungsmäßigen Garantien erhalten werden. Sonst würde ber Offizier gerabezu unter bie Stufe bes blöbejtcn Lakaien herabstnkcn. (Sehr richtig!» links.) Im Offizierkorps mutz das Verständnis bafür geweckt werben, baß cS nur ein Teil bes ganzen Verwaltungsapparates ist. Die Stellung ber ticrab= schiebeten Offiziere ist unhaltbar. Das wirb am besten bewiesen durch die sechs widersprechenden Urteile im Falle G a e b k e. (Sehr richtig!) Sie beweisen, daß bie Verordnung von 1874, bic die Stellung ber tierabschicbeten Offiziere regeln soll, unhaltbar ist. D i e E h r e n g e r i ch t e finb als bemokratische Einrichtung geschaffen worben. Man sieht, was ein absolutes' Königtum bar= aus machen kann. Ursprünglich war der König nur ber Vollstrecker ber geringfügigen Ehrengerichtsstrafen Jetzt ist bas ganze Ehrengerichtsverfahren überhaupt nur, noch e i n e b e k o r a t i v e S a ch e. Sie sind m Wirklichkeit keine Urteile, sondern lediglich Sachverständigen-Gutachten, an die die allerhöchsten Stellen, in praxi das Militärkabinett in keiner Weise gebunden ist. Die Willkür ist nicht nur gegenüber ben aktiven Offizieren immer mehr geltend geworden, sondern auch gegenüber ben Reserveoffizieren und nach ber Verordnung von 1874 auch gegenüber den verabschiedeten Offizieren. Diese unglückselige Verordnung liefert das ganze Reservekorps politisch und g e s e I l s w a f t l i ch auf Gnade und Ungnade diesem Spruche aus. Jede unbequeme Kritik wird damit ertötet. ES ist aber gerade notwendig, daß die Inaktiven ihre Stimme hören lassen. lSehr richtig! links.) Und von wem werden diese Ehrengerichtssprüche gefällt? Von 20- unb 21jährigen Leutnants gegen ältere Offiziere. (Hört! hört! links.) So übt das Militärgericht eine oberste richterliche Entschcidungs- gemalt aus, bie zur völligen Vernichtung ber sozialen Stellung eines großen Teiles ber Offiziere führen muß. Auch bie_ Offiziere besitzen einen Anspruch auf Schutz gegen jegliche Willkür. D i e Bevorzugung eines einzelnen Standes, der Mangel an Rechtssicherheit und bie Unsicherheit ber Stellung, vor allem bei der Pensionierung sind bie Hauptgründe des Mangels an Offizieren. Das sind die großen Ab- schreckungsquellen für bas Offizierkorps. Es ist verdienstvoller für bie Armee unb die Monarchie, wenn bie Schöben in der Armeetier- Wallung anerkannt werden, als wenn man kritiklose Verbeugungen vor ber Armee macht, unb pharisäerhaft alle Dinge, bie mit dem Heere zusammenhängen, beweihräuchert. (Sehr richtig! links.) Der Kriegsminister muß möglichst bald kommen, ber einer falschen Kommanbowirtschaft im Interesse ber beut)dien Armee ein Enbe macht. Ein solcher Kriegsminister wirb zum Segen bes Volkes unb zum Segen bes deutschen Heeres wirken. (Lebh. Beifall links.) Preußischer Kriegsminister von Einem: Von einigen Rednern sind durchaus wichtige Budgetfragen berührt worden, die mit dem LebcnderArmeein engem Zusammenhang stehen. Vorher will ich auf einige Fragen minder wichtiger Natur eingehen. Der Abg. Müller-Meiningen hat an die Spitze seiner Betrachtungen den Satz gestellt, daß seine Frattion unter allen Umständen für die Schlagfertigkeit und die dauernde Kriegsbereitschaft des Heeres eintreten würde. Tas war mir eine höchst angenehme Mitteilung. Aher unmittelbar darauf hat er gesagt, daß beim Ablauf des Scvtennats eine erhebliche Verminderung der Präsentstärkc und außerdem eine ausgiebige Beurlaubung ber Mannschaften des Heeres slattfinden müsse. Wie sich eine Verminderung der Präsentstärke mit der Schlagfertigkeit des Heeres zusammenreinien läßt, das geht über meinen Verstand hinaus Der Abg. Häusler hat gestern eine Anzahl von Bemerkungen gemacht, an denen ich nicht ohne weiteres vorübergehen kann. Ich habe ja auch bereits heute im „Vorwärts" gelesen, daß ich gestern an den unangenehmen Bemerkungen, die mir gegenüber gemacht worden seien, borübergegangen sei, unb daß ich gestern nicht geantwortet habe, um mich noch weiter vorzubereiten. (Heiterkeit.) Es heißt bort weiter, das Militärkabinett habe mir nun Wohl erklären lassen: Einem vor die Front! (Große Heiterkeit) Tas ist ein ungewöhnlich großer Unsinn. (Erneute große Heiterkeit.) Ich versichere Sie, daß ich ein vollständig selbständiger Mann bin, ber ganz allein nach eigenen Entschließungen beurteilt, wann er reden wird und was er reden wirb. Da hat mir fein Mensch Vorschriften zu machen, unb so finb mir auch noch feine gemacht worben. Herr Häusler hat sich über bie Ausbildung ber Infanteristen ausgelassen. Sie soll sich erheblich verkürzen lassen, man soll Ersparnisse machen tonnen, ber Infanterist lerne zu viel. Tas sind Ansichten. Ich will dagegen gar nicht streiten. Ich will nur konstatieren, baß alle die Generale, bie das Exerzierreglement gemacht haben, die unsere Felddienstordnung ausgestellt haben, erfahrene, im Dienste er. graute Männer, anderer Meinung sind. (Sehr richtig! rechts.) So lange in der Armee bie Meinung ist, daß diese zwei Jahre durchaus notwendig sind, um einen Infanteristen nicht bloß mit dem Dienst vertraut zu machen, sondern ihn im Dienst so weit zu bringen, daß er ihn automatisch zu tun vermag, daß er ihn über seine ganze Reserve- und Landwehrzeit hinaus nicht vergißt, so lange müssen wir die zweijährige Dienstzeit beibehalten unb werden sie auch beibehalten. (Beifall rechts.) Es ist ganz unrichtig, zu behaupten, daß der P a r a b e b i e n ft bie Truppe herabbrückt. (Sehr richtig! rechts.) Tas ist unrichtig. Wenn wir den Paradedienst beibehalten, so hat er einen gewissen Zweck. Ich leugne es durchaus, daß wir irgendwie eine Paradetaftik oDer zuviel Paradedienst treiben. Die Zeiten sind vorbei, als jede Uebung mit einem Parademarsch anfing unb enbete. Jetzt geht es sofort ins Gefecht. Jetzt haben wir keine Paraoetagc, sonbern UebungStage. Nun hat sich Herr Häusler auch mit ber Kavallerie beschäftigt. Bei mir unb meinen Herren besteht kein Zweifel, baß wir für die Kavallerie die - ijährige Dienstzeit beibehalten müssen, daß sie für die Ausbildung bet Kavalleristen notwendig ist. (Sehr richtig!) Herr Häusler hat bie Sache so hingestellt, als ob die Kavallerie eine antiquiert? Sache sei. Er hat behauptet, daß bas Feuer heute bas Schlachtfeld beherrscht. Das ist alles richtig. Aber was geht benn vor der Schlacht vor? Weiß benn Herr Häusler nicht, baß vor jeder Schlacht eine große Ausklarungstät'gkeit itattfinbet? Daß biese SlufflärungStätigfeit zunächst sich an ben Spitzen vollzieht, in den Patrouillen? Daß diese Patrouillen sehr weit gehen müssen? Daß sie nur ihren Weg finden können, wenn sie Herren ihres Pferdes sind? Weiß er benn nicht, daß man mit einem Psecbe, das man in der Hand hat, ganz anderes leisten kann, als mit einem Pferde, über bas man nicht die Gewalt hat? Weiß er nicht, daß eine gut berittene Truppe ganz andere Märsche machen lamt als eine schlecht berittene. Weiß er von allen diesen Dingen nichts? (Heiterkeit.) Er hat davon nichts erwähnt. Aus allen diesen Gründen brauchen wir aber tüchtige Pferde, unb daher auch bic dreijährige Dienst zeit für den Kavalleristen. ts. bte überragenb vväxt VS« allerhöchste Kriegsherr unter allen Nm stände« einen flciüifien bis- 'retienären (9 eh rau* von feinen C’fijKren jederzeit tu moAtn ' c'üb:,U fein mufc. Bei* hängt »uidinmrn mit dem Berufe $<• Cfhjier«. mit >:m Berufe und mH der Verwendung bcc £etr* Sir sind völlig davon durchdrungen, daß wir unseren T eilst ru» müssen tm Oct re zum Bohle der Armee, zum Bohle bei Staat* ülm letztenErde nur. um unserem Vaterland« au di ncn. Holten sie sich versichert, daß wir tn dieser Beziehung in unserer Oe* fation ist. Sir sind i m weiteren Sinne Beamte. Sir w0 vielfach al- ctMa» tm Stillen Birfrnbe». als etwas Mvfti - (- Kontrolle ganz von selbst durck bie Andrücke. bte an dw Offiziere gestellt werben, und das Äilitärhwinett loirb überhaupt gar inckt in der Lage fein, auf bie Tauer Offiziere, welche nid,: geeignet find, in besonderen Stcllimgcn zu verwende.i S>e würben dort nicht» leisten, und iv würde über sie berichtet werden, baß sie nickt zu ge• brauchen sind, sie würben zurückgezogen werden. Also ein solch u Stiften! der Willkür wurde |uti gor nicht halten lasten. Bevorzugung de» Avancement» läßt fick, wie die Herren wrnen. l'/utzutage nur durck den (Hencrnlrtcib oder da» , -n >>i. durch ein besondere unparteiische Behörde erfolgte <"» fall gewisi mcht ge* leugnet werden, daß d e r .st r i e g V m - n i st e i in M e i n u Hfl Verschiedenheiten mit dem ^bef des JMIitar« 1 kabinetts gelangen kann. Da» kann aber auck --sweden mit irgend einem anderen Hennalc. mit einem WenrrahrtpcTteui. uiw Sie sehen ja hier im Reichstage, wenn die verteil ^oeb- verstau digen ihre Meinung sagen, daß "> eabei auck auseinanberkommen. Wenn solche Meinungsverichiedendenen Vorkommen, bkibt nichts andere übrig, als hab vo. den. Reiht der Vortrag stattfinbet und jeder seine Ansichten au»eina''dervt und Seine Maieftät bann entscheidet. Bei mir sind solche T"stick vor einiger Ieit gelesen habe, saji alle Ti rett wen und Initiative in der Heeresverwaltung tn l»ezug auf k tnnnan* gfw. vom Militatkabinett ausgingen Wenn da» striefls- m : n t ft e t i u m eine so vertrottelt« Be bord« wate, dann müßt« man dock eigentlich {eb- dankbar sein, unb m»L müßte froh sein, daß irgend eine Stelle vorhanden wäre, die Sacke vorwärts brächte. (Sehr richtig I rechte, i Aber bii» i man nickt, c« wirb dies auf bas aUerbittevfte getadelt. Air« Vogif kann ich nun eigentlich nicht begreifen. }k*un muR tdi oder auf das Bestimmteste erklären, daß vas Militärkabinett nie mn’ nimmer in mein Ressort in irgend einer Weise eingegrtneu bm 3d» habe mit dein Militärkabinett stet» von dem 'siefickltpunkte au» gearbeitet — auch mit meinem freunde, dem verftorbenen WraKn Hülfen —, daß wir uns sagten: wir müfiai bestrebt ktn, gern c i n s a m zu arbeiten unb uQgemein das fcetr üortpän» bringen 11 nb er ist es gerade gewesen, der mir sagte: werde itet» Offizier« aus dem Strieg»mini|tcrtum nehmen, weil bie oev ef*äft»ganq. die (ste setze, die Bestimmungen am heften kn nennet) Ihibc auch schon angebeutet, daß viele ehemalige C‘f fic dem 5trteg»miniftenum aiigcbörteu. im SRihtärfabirett stak 3ch habe niemals von dem Militäitabinett chic Muff artet ung bekommen. ctiva dahin: S. M. der Statfer haben geruht, da» und das zu l*efehlen. Tas ift niemaU vorgekommen, und c» kann auch eigentlich gar nicht Vorkommen Denn bet Aricgimmift« »ß in der glucklicken Lage. S. M. jede Aockeeinen perfSn- licken Vortrag zu halten. Und ui diesem ©ertrag stimme» alle Tinge die überhaupt die Verwaltung um f aff en, gur -wrackt, namentlich Organisationsfragen, Betvaffnung»-, Aek'.cidin^» fragen. Verwaltung»fragen, die Robi'mackung. di« Van6cjI*(<♦!*• anng — alle» dies trägt allein der ftricglnnnifter vor, und M skrieg»minister ift allein dafür verantwortlich Sie sehen daraus, eö gebt in jeder Beziehung vollftänditz ressor t m a flifl« bestimmungsmäßig und gesetzmäßig vor fick. Vo» einer Stellung de» Militärkabinett», bie überragend loaw w» der alles au-ginge. ist nicht au reden. Hoffentlich habe ich . Bedenken damit zerstreut, bie bte Herren tn bezug auf das St»* tärfabmett hatten. S. ist bann immer bie ftorberuna gc|teu. worden, da» Militärkabinett muß unter da» Nr'egsminüteriu». Tiefe Forderung konnte Seine Majestät ohne weiteres erfülle». 3a. dann wäre ich aber nicht in der Vage, über diese persönliche» Angelegenheiten hier vor dem Reick»ra-z Red« und Antwort P stehen (Sehr richtigl unb Beifall recht»> unb Ihnen :erantwoN- (ich zu kni. Dazu müßten Sic bk Verfassung ändern. Odae ein« Verfosiungsänderuiig ginge da» nickt ab. T ES wäre höchst unpraktisch, diese Familien zu ver- nachlässigen, weil sie auck heute noch eine Quelle sind für guten und tüchtigen Offizieröcrsah. Aber ick bin auck überzeugt, diese Familien selbst wollen eS auch gar nicht, daß damit etwa bad bürgerliche Element zurückgesetzt werbe (Ge- läcktcr lmkö Abg. Rogalla v. Bieberstein ruft: Sehr wahr!). baS bürgerliche Element, auf baö wir heute angewiesen sind. Und mir wollen nickt vergeßen, daß einige unserer größten Söhne in ber Armee bürgerlicher Abstammung gewesen sind. AnberS aber ift eS, wenn davon gesprochen wirb, baß der Adel im Avancement bevorzugt wird. DaS ist nicht ivahr. (Lacken links.) Sie können lacken, soviel Sie wollen, dadurch wird die Sacke nicht wahr. Sie können mit einem Mann nicht rechten, der seit langer Zeit an Stellen steht, wo er über diese Dinge mit zu entscheiden hat. Ich habe noch niemals gefragt — unb diese Herren hier sind Zeugen, und wenn ick etwas sagte, waS nicht wahr wäre, so würde ich in ihrer Achtung finken, hier meine Untergebenen — ich habe noch nie gefragt: Ist der Mann adlig, ist er unadlig? Ich habe nur gefragt: Ist er tüchtig? (Lachen b. b- Soz. Beifall.) Unterbrechen Sic mich boch nickt immer. Oder vielleicht einigen Sie sich, daß nur einer von Ihnen sprickt; aber auf Gemurmel von Stimmen kann ich nicht antworten. Danach habe ich mein Mim ilerium gebildet. Ich muß »S auf das allerbcstimmtcstc bestreiten, daß bei der Versetzung in den Generalstab der Adel bevorzugt wird. Das ist einfach untvahr. Ich bin selbst im Generalstab gewesen, ich bin hier alö Leutnant kommandiert worden, bin in bin Generalstab versetzt. Wir haben nicht danach gefragt: sind wir Adlige ober sind wir Unadlige, sondern ivir haben einfach unsere Pflicht getan und sind dankbar gewesen, daß man uns ausgesucht hatte, aber wir haben eS dem alten Feldmarschall Moltke nickt ^ugetraut, daß er darin einen Unterschied mackt. Deshalb empfinde ich eS als eine Beleidigung deS Chefs de» G e njr r a I ft a b e s , wenn Dr. Müllcr-Mefningeu sagt, daß die belferen Abteilungen im Generalstab mit Adligen, die schlechteren, schwierigeren mit Unadligen besetzt werden. Ick hoffe, daß Dr. Müller-Meiningen eS zurücknimuif. (Unruhe link», Zuruf: Kann er beweisen!) Die wichtigste Abteilung im Großen Generalstab ift die sogenannte zweite Abteilung, in der der Auf. mari'ck de» Heeres und die ganze Mobiltnachung bearbeitet wird, e» ist eine Ehre für jeden Offizier, der dorthin kommt. Diese Abteilung ist letzt dreimal hintereinander in den Händen burger. licker Gencralstabsoffiziere. (Hört! hört! Zuruf links.) Tüchtige Offiziere, natürlich. Er war aber nicht tüchtiger, weil er unablifl ist. ES ist eine merkwürdige Logik, bie Sic haben, i<-ehr wahr! reckte.) Felbmarschall Moltke hat int Kriege 70 drei AbteilungSchefS gehabt: he heißen: Brousart u Schellen, botr, bet erste nachherige Minister, Verdh, auch Minister, und mnL®ronbcn^cin' Icibcr SU früh verstorben. Heute bei der Mobilmachung würden in diesen Stellen mindestrnS zwei Un. adlige sein; auch wieder sehr tüchtige, aber wiederum nicht, weil sie bürgerlich sind. Also ich bitte Tr. Müller-MeGingen, noch ein. mal seme Nackrickten daraufhin zu revidieren. Wir haben eine geringe Anzahl, vielleicht augenblicklich gar keine igehr unter den tommonbierenbcn Generälen, die unadlig sind. Warum? Weil eine Anzahl von ihnen in diesen hohen Stellungen g e a d e l t sind: ebenso in den DivisionSkommandos. Die Offi. ziere sind in dicke hohen Stellungen gekommen auf Grund ihrer Züchtigkeit als bürgerlich« Cffijierc. h Wüner«SJeiningen und Häusler haben nun bie Stellung des Militärkabinett^ berührt Ick mochte dazu einiges sagen. Es ,oird bei ihrer vorgesaßten Meinung wenig Eindruck machen, aber was ich ihnen faae, ent- wr'cht der Wirtlichkeit. Tas Militärkalnnett Imt sich entwickelt mit der Armee unter der Leitung und dem Oberkommando der Könige von Preußen. Wenn man die Stellung de» Kabinett» seine Beccchtigungen und seine Zuständigkeit verstehen will, so mu*$ man sich vergegenwärtigen, welche Rechte und Pflichten durch die Verfaßung dem Könige von Preußen bezw. dem deut- schen Kaiser zuerkannt sind. Der Knegsminisier verliest eine längere Darlegung über die Entwicklung der Institution deö Militärkabinett» und führt bann au»: S» ift ohne weitere» klar, daß einzelne der Befuaniße, die der König aur Grund feiner Slemmanbogcii'alt bat, sich der Mitwirkung deS .siriegsmin,ster« sehr wohl entziehen können, indem sie Tinge betreffen, die mit der Verwaltung im engeren Sinne oder mit dem Etat in keiner Seife kollidieren In Preußen ist eS allezeit allein üblich ge- i wesen, daß der König die Ernennung von Offizieren, ihre Ver- fetzung und Verwendung allein al» Sacke der unmittelbaren Äommanbogctoalt angesehen da: Rack den früheren Vorschriften batte ber 'SMeilungtkhef für bie Personal, angelcgendeitcn. obwohl er dem KriegSminister unterstellt war. Ich habe in «asinoS gegeßen, die nur aus ein paar Zimmern hesianden. die höchst emfack au5gcftattct waren. Benn einzelne Kasino» besser eingerickt.-t sind, so liegt da- menten» daran, daß die betreffenden Regimenter einen Stamm alter Herren haben, die sich ein besonderes Vergnügen daran? machen, Ausstattungen uno Silber zu schenken. Biele gehen sogar so weit, bestimmte Cummen noch für bic Erhaltung bc5 KafinoS aufzuwenden T'c L^ gegenstände sind also meist geschenkt. .Auch über die G e s ck'.c n k e .i u Vorgesetzte bat man sich bcichwert. Es nt wohl überall -itte. daß einem scheidenden Porgcsctztcii in höherer Stellung ein Geschenk gemacht wird. Tie Geschenke, bie nun von Regimentern an scheidende Kameraden gemacht werden, sind austerordenUick einfach. Bei einzelnen Regimentern bestehen noch besondere Bc. ftimmimgen dafür, meist werden die Geschenke ül>erhauvt nur gemacht, wenn ber betreffenbe Offizier mindestens zehn Jahre beim Regiment war. - Ick habe bei zwei Regimentern lange Jahre gestanden und kein Geschenk bekommen. (Heiterkeit.) Nun zur Frage der Repräsentation. ES ist durchaus zu nfißbilligen, wenn fick jemand verleiten laßt, über seine Kosten zu repräsentieren. Eö ist eine Tummheit, wenn k- manb sein Geld weggibt und darbt, um dafür andere:, kostbare Tinge vorzusetzen, und Ivenn er nachher über die Kosten seufzt Für keinen Menscken in der Armee liegt die Notwendigkeit vor, zu repräsentieren. (Zuruf: Kommandierende Generale!) Tas ist etwa« anderes. Die kommandierenden (Generale müßen naturnck' Gesellschaften geben. Ick spreche aber hier von Untergebenen, die eventuell ihre Vorgesetzten cinlabcn. Gott sei Tank gibt eS nock' eine ganze Menge von Vorgesetzten, die sich solche Einladungen von Untergebenen direkt verbitten. Ich finde e8 nickt schön, trenn gesagt wird, daß Repräsentation nottvendig sei, um Karrier« zu macken. Wenn doS der Fall träte, bann wären w i r wirk, k i ch h e r u n t e r fl e f o nt ni c n. Herr Abg. Häusler hat gesmzt, eS wären Unterschlagungen von ganzen Wagenladungen vorgekommen. Ich kenne solche Fälle nicht. Er hat ferner mehrere Fälle Von Verwendung einzelner Fonds zu anderen als den vorgcschricbeneu Zwecken gesprochen. Ick wär.- dankbar, wenn mir ber Herr Abgeordnete solche Fälle nennen könnte. TaS träten ja scktvere Vergehen, die entsprechend oefithnt werden müßten. Wenn man solche schweren AnNagcii er hebt, so muß man dock auch sagen, wo das vorgekommen ist. (isebr richtig! rccktS.) Tic Al'g-i. Hä"..lcr unb Miiller-Meiningen haben luanftanbet. daß bte OualifikationSSerichte G e. hei mn iS seien ES scheint mir, daß gegen alles, was geheim ist. biet eine eigene Scheu vorliegt. (Zurufe: Sehr wahr! So ift «sl) Nun. meine Herren. Eie halten ja auch geheime Sitzun- gen ab. Sic behandeln in Ihren Kommissionen wiederholt Ange, lcgenheiten al? geheim. Es gibt doch zweifellos gewisfe Sachen, bie man gar nickt burck 6)efetze rcflcin kann, sonbern —- und dazu gehört bie pflichtgemäße Beurteilung und bte Abgabe von Meinungen — da muß man appellieren an bo5 Gewißen, an die Pflichttreue und an daö Wohlwollen. Ick glaube, daß das bei unseren OualifikalionSbericksten durchaus geschieht. (Zuruf: Sind auch nur Menschen!) Gewiß sind das nur Menschen: aber eö sind alle» ehrenwerte, anständige und nach ihrem ganzen Cüarak. ter gefestigte Mcnsckcn. Zur Aufstellung von Qualifikation^ bericksten werden doch nur solche Personen verwendet, denen Seme Maiestät bic Führung eines Offizierkorps airt>edraut._ Ta hat man alle Garantie, daß sie mit Aufbietung » aller Kräfte daran geben, so gereckt wie möglich sit sein. Ich möchte fragen, ob die, b nigen. die aiialifhicrt werden, nicht auch dieselben menschlichen Schwächen haben, als dieienigen. die beurteilen. Ich habe schon Leute gekannt, d i e s i ck f ü r L ö w e n b i e l t e n . unb sie waren nur — sagen w i r Hammel. (Große Heiterkeit.) Ick mochte glauben, jeder Untergebene weiß ungefähr, tva-3 der Vor gesetzte von ihm teuft. Außerdem wirb ja kein Offizier bloß von einem Vorgesetzten beurteilt, sonbern immer Von einer Reibe Tic Urteile durchlaufen vier Instanzen. Ta wirb doch wohl ein ziemlich richtiges Urteil -nstande kommen. Unter besonderen Verhältnissen kann ja auck ber Oualifikationöberickt bem Einzelnen mitgeteilt werben. Und eö ift Vorschrift, baß ein Offizier ber seine Stelle nicht mehr auSfüllt. Mitteiluna von seiner Versetzung erhält, damit er nickt überrascht wird Ich erinnere mich an einen Fall, da la» ein Oberst einem etwa- locker eu Veulnant seinen Ciialififation»bcticht vor und fragte ihn- waö fagen Sie nun? Ter Leutnant, der ein Mann von Selbst, erkenntiiiö war. erwiderte: Ich buchte, er wäre noch kckleckster (Große Heiterkeit.) Solche Selbsterkenntnis haben freilich nur wenige. Nun wird gefordert, der Betreffende sollte über seine Qualifikation sick, beschweren dürfen. Wie soll da» gemacht werben? Ist ber Vorgesetzte einverstanden mit der Qnali- fifatioii, so ist bie Beschwerde darüber erledigt. Ist er nickt ein* i’crRanbcn, dann ändert er sie ohnehin, llndenfhor ist es. bah über diese Qualifikation in, Qffizierkorps ganz offen gesprochen werden kann. bt,5 brächte Unruhe in die Offizierkorp» hinein unb eine unhaltbare Disziplinlosigkeit. Ich kann vor folckcn Dingen nur auf das entschiedenste tvennen. Tie Folge wärt übrigens, daß neben den Citalififation»berichten noch andere geheime herliefen. Ter General wurde fick den Oberst heran- nehmen unb ihm sagen: Sie haben ja diesen Offizier sehr icbön qualifiziert: aber — wie ist er denn eigentlich? (Heiterkeit? Eö gibt nervöse Leute die würden die Wände lang laufen, wenn sie in der Qualifikation lesen wurden, daß sic neröiKi sind Laßen Sie ba» Softem, wie «6 ist. E» ist begründet auf die ehrliche unb geicdite Meinung wohlwollender Männer, die durch ihre Kameraden beurteilt werden. Etwa» besseres, glaube ick. können wir nicht haben. Ick erinnert an bte Vorgänge in einem Nockbarlanb«. Ich will cv nicht näher bezeichnen, wo bte Qualinkatwiw.Vericktc von andern Leuten gefchrieben werden unc wo die Crwicrr auch noch ihr r ?olitifchcn Haltung beurteilt tverben. Tas führte zu großen Mißständen. Ta kam ein neuer ÄrirgSiuinifter unb ber fand den Stein ber Beifen: er fagte, ick werbe bie Offiziere letzt nach ihrer bienfthcben Cualififation»li|tc beurteilen Tiefen Stem ber Weifen bat>eii wir feit hundert Jan reu gefvrbru. Abg Muc! iningcn ist eingcgangcn auf die staatsrechtliche ■£: lluiig d-s ' . a lennntficrtun \h kann m Reichstage für daS ein laben wir schön bei der 'sehen. Auch da haben wir Recht behalten. Uhr ? n.tl)r eine Prüfung des Gedächtnisses, als eine Erforschung ihr alle Cun Sol- emo! rati - Das Haus vertagt sich. Donnerstag 2 Uhr: Weiterberatung. Schluß gegen 7 Uhr. Annexion Elsoß-Lothringens vorn Deutschland ist Mit aller! u schuld, das; Europa in Waffen st a r r t. heyische Zweite Kammer. Darmstadt, 17. Aüirz. Am Minister tische: Staatsminister Ewald, Finanzminister kma u t h, Geheimrat P ü ck c l, Ministerialräte Lorbackcr,. Best, «Mert, Regierungsrat Schwarz. Vizepräsident .Morell eröffnet die Sitzung um 9h strngespinsten sucht man sich zu übertrumpfen. Hierin gehört ach die verrückte Idee des RegierungsratS Mar« in, der mit Luftschiffflotten lämpfeu will. Tie ganze Schwarz - herci ist nur ein Vorbote einer neuen Militärvorlage. Ein kommandierender General hat dem Kaiser versichert, daß ie Armee treu zu ihm stehe. Was heißt das? Eine solche Ver- cherung hat doch nur einen Zweck, wenn die Kluft zwischen - o l k und König bereits so groß ist, daß der Herrscher daran :nken muß, sich auf die Militärdiktatur zu verlaßen. Das ist ■ ne Provokation des Volkes. Es ist bezeichnend, daß der Frei., an vom Oberst G ä d k e abrückt. Denn gerade der Oberst ädke vertritt ja noch freisinnige Grundsätze. Charakteristisch ist ,»>ich der Fall des Leutnants von Bismarck, der '•in einem Rowdy überfallen und daraufhin entlassen wurde. -?äre der Leutnant in Uniform gewesen und hätte er den Au- . reifer mit dem Säbel uiedergebrüsewitzt, so hätte man ihm nid)! ;n Rock genommen. Der Bürgermeister Dieterici in rlten bürg wies einem betrunkenen Bezirksoffizier die Türe. , arauf wurden beide verabschiedet, und dec Bürgermeister verlor .ch den Rock. Als bald darauf der Herzog iin Orte erschien, imußte der Bürgeciueistec als unwürdig verschwinden. — Bald Furauf erschoß ec sich. In einem Orte bei Würzburg ging ein £nuer mit seinem Knecht zur L^onotrollveriammlung, der Knecht t ar Unteroffizier. Am Nachmittage gab der Bauer seinem nacht einen Puff — und wurde bestraft wegen Angriffs auf .-ncn Vorgesetzlen. Als ich zur Äontrollversamml-lng ging, fragte iü, ob ich an dem Tage auch meine Zeitung schreiben dürfe. Ge- hieß es, aber der Inhalt steht unter dem Militärstrafgesetz. 'Jrofjc Heiterkeit.) Da verzichtete ich. (rinen wenig militärischen e nbrud macht es, wenn Offiziere als Vortänzer zu ben Hof- 'cÄlichkeiten abkommandiert werden und wenn Burschen als Dienstmädchen fungieren. Eine bodenlose Feigheit ist es aber, -iin Vorgesetzte wehrlose Mannschaften mißhandeln. Die triegs, Mtichtlichen Urteile sind meist mit Blut geschrieben. In Magd sig gegen den inneren Feind. Wir lehnen ben ganzen Etat ab, beim mir wollen nicht die Gewehre bewilligen, die einmal auf urrS schießen sollen. KMch KM Thitete 5°n l'E ,?1Qt ui*t in be?C?en’ M \9ecignet finx sein, lrbcn ä ’’Ä0nb^ ?• fie nUet,,ten- M Imogen Ivcrdc? ,| lt, Mr nicht holkn t ’ldl- >vic die Neu 15 oder das ' bmmen i)ic fe?cciut’ te*e. Sclm'gcn^ 'd ^^ ou§, bie M am besten er, J ? namjatt. Also auch hi«. "" Ulchts ander? zu tun, al? ist'' ¥r,er^emt es ab . k>a8 Wohl und Web -Mach « der Hand bti ~crv be§ Militär. ’• Lchizicren ja gar genb ein LualifikationsberiÄ ‘n tocncraltommanbo» dorlieck •''Vieren nicht das geringste ji ren Stellen mutz der it allerdings Vorschläge mafrr. der-, als datz Seiner Raje^ werden, und Seine Nasi, s. Irgend einer mutz nun aca Ob nun der Chef des SRilifc. ist gleichgültig. Es kommt nu : Macht hat, durch seinen Lbr< n. In bezug auf das Ehren, bearbeitenden Offiziere des Ni- unben. So ist zum Beispiel te der Lage, eine ebrenaerittlliti den Gang des Verfahrens eis- Verfahren wird befohlen te. Reldung darüber an den Sch binett bekommt von einer cfa nntnis, wem die Akten der Bearbeitung dieser L" mdlung der Angelegenheit »issermatzen reif zur Vorst- .etnalS vorkommen, datz W.v nnte, wie eine solche Aiesn:- 'iu? wie der Spruch eW engcriWcn 3r*W nberc fein, nenn jte ctroa W. ch Mrgefätyen iff, buw e™ late. Go soll geniü m*t fl - ninifter in »<'««»«* Lhes des HtVitav kmn M un U'u\cm®enexa\\M^bcut^ 8t, w 1« W * E' MeimmWttsMnM übria. als datz vor dem M i.ini AnMn auseman^- ,bCt Bei mir sind f » Seb-, interessant »t c-nm snr alle 2 ir eit wen unbi- m m te3«e °>'i Ä',* mb emcr ^ '^uMpunliec- : iicts vond 0^ freunde, ^ ^Aebl st'»^ b allgemein zweien, rtimiterium nehme, „ datz viele Aj^kabnieU V- WLßL MD inettö, d'e Utfentl'»,^!?' rjr, “»£ *1 Tdie. der LU 'f1(b au« er muß F. bcr Lnj u nur em * it nU tc. f 0 m * |n(ll ■ DM. mdodas Haus setzt die Etatsberatnng Zn Mainz sei man fetzt erfreulicherweise bestrebt, nicht mehr so viel anzuklagen: nur bei Antrogsdelikten werde oft auf Antrag Voller hingewirkt, damit ein Derfalwen eröffnet werden könne. Bei der Staatsanwaltfck-aft werde nicht immer objektiv verfahren und Sid)t und Schatten nicht gleichmäßig verteilt. Redner betont ’11111 Schluß, daß der Verkehr zwischen Publikunr und Richter zu wünschen übrig lasse. Tas Pnbliknm werde oft gaiii unbegründet ai-geschrieen. Die Richter seien doch für das Publikum da und nicht umgekehrt. Abg. Dr. O s a n n widmet zunächst unter dem Beisall des Hauses dem verstorbcncir langjährigen Bundesratsbevollmächtigten. Erz. Dr. o< Neidhardt warme Worte des Tankes und bespricht dann den Justizetat im Allgemeinen. Er könne alles, was der Vorredner darüber gesagt falbe, auf Grund seiner eigenen praktischen Erfahrungen unterschreiben. Der Redner erörtert dann die Siras gesetzirvvelle und deren Behandlung im Reichstag; dieselbe habe ohne ,Frage viele Verbesserungen gebracht, wenn sie auch nicht alle Wünsche befriedigte. Als eine Errungenschaft der liberalen Gesetzgebung im Rcickrstag sei die Revision des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen zu betrachten. Dieselbe hatte zur Folge, daß in Hessen seitdem überhaupt kein Strafsall wegen Majestätsbeleidigung zur Verhandlung kam. Es sei notlvendig, daß der Richter auch aus dem Gebiet der Psychiatrie mehr durchgebildet werde; es sollte deshalb auch eine Anzahl hessischer Richter aus Staatskosten zu dem im nächsten Monat in Gießen statliindenden Kongreß für Psychiatrie etc. entsandt werden. Redner bedauert dann, daß in Hessen viele Assessoren das Richteramt ausübten, ohne fest angestellt zu sein, ebenso sollten auch die Schreibgehilfen, die schon längere Zeit im Dienste sind, eine feste Anstellung erhalten. Eine, wesentliche Vereinfachung des Verfahrens bei polizeilichen^ Geldstrafen fei ebenfalls erforderlich. Es sei nicht nötig, daß bei der Bestrafung kleiner Vergehen mit vielleicht 2 Mark ein Llpparat von b akademischen Beamten in Bewegung gefetzt ivcrde und, dazu noch eine Anzahl Schreibgchilfen; das Resultat sei doch meist die Uneinbringlich leit der Strafe. Man habe in dieser Beziehung in Prertßcn ti viel einfacheres Verfahren. Der Redner geht nun auf den Fall Erbach-Erbach näher ein. Ter Abg. Dr. Gntrleifch habe es für richtig gehalten, diese Angelegenheit Lier noch einmal zur Sprache zu bringen und dabei erklärt, daß er dies nicht in seiner Eigenschaft als Abgeordneter, sondern als Amvait des beteiligten Grasen Erbach tue. Als Dr. Gutfleisch ihm gestern mitteilte, oaß er ihn, den Redner, in dieser Sache angreisen werde, habe' er ihm erwidert, er, Redner, halte es für besser, wenn die Angelegenheit nicht mehr in der Ocffentlichkeit behandelt loerbc, da ja schon der Staatsminister die entsprechende Ausllärung gegeben habe. Darauf sei jedoch Herr Dr. Gutfleisch nicht eingegangen. Derselbe habe dann erklärt, das, was dem Redner in der Sache-zugetragcn wurde, sei eine gänzlich unwahre Fabel gewesen und daran das Ersuchen geknüpft, daß Rediter erklären solle, er hätte sich geirrt. Diesem Ersuchen Dr. Gutfleischs tonne er nicht folgen, weil die Tatsachen, Die er am 26. Feür. hier vorgetragen habe, nach seiner Ansicht ünwiderlegte Tatsachen seien. Wenn er sich von einer falschen Darstellung überzeugen könnte, so würde er der erste sein, der seinen Irrtum eingesteht. Es handle sich hier nicht um eine persönliche Sache, sondern um eine Angelegenheit i.'1" nttidier Art, die nicht allein unangenehm in juristischen Kreisen,, sondern auch in der Presse eingehend behandelt wurde. Der bei der Klage angenommene Gerichtsstand in Preußen könne nicht als zulässig anerkannt werden, da der junge Gras in Oberursel nur in einer Heilanstalt war, was nicht als Wohnsitz gelten könne. Ganz unerklärlich sei das Verhalten der Ehefrau im Prozesse. Die Gutachten der Psychiater bewiesen eine Geisteskran l heil oes Grafen nicht, sondern nur eine Krankheit in einer allerdings sehr wichtigen Richtung. Warum sei man denn zu einer Klage aus Ehenichtigkeit geschritten und habe sich nicht einfach mit einer Klage auj Ehescheidung begnügt? Man wollte doch wohl offenbar dem Erbgrafcn sein Vermögen erhalten. Jin gewöhnlichen Leben werde einfach behördiicherfeits gegen sog. „wilde Ehen" eingeschritten, warum nicht auch gegen solche, deren Beteiligte, wie im norlicgenbcn Falle, ans ben „Höhen des Lebens" stehen? Sehr sonderbar müsse es ihn berühren, wenn Dr. Gut- fleisch darauf Hinweise, oaß liier, um die Wahlrechtsvorlage durchzubringen, keine Angriffe auf bie 1. Kammer gerichtet werden sollten. Gerade die Dr. GMlcisch befreundete Presse werfe sich doch mit Begierde aus jeden Mißstand, der sich bei Standesherren herausstelle. So habe doch auch bie freisinnige Presse am lautesten Lärm geschlagen über das „Schnitzer Geld" unb wer sei beim schonungsloser mit der 1. Kainm-m umgesprungen, wer habe sie schärser nngegriffen und verurteilt als bie freisinnige Partei, insbesondere bei Gelegenheit der Wahlrechts»)erhandlungen (Zustimmung'. Unb nun plötzlich eilte Mahnung von freisinniger Seile an uns, dos gute Verhältnis mit ber 1. Kammer nicht zu stören! i.Veiterten., -trage bodj gerade Herr Dr. Gutsl-'sch in erster Linie dazu bei, wenn von ihm, seinen Freunden uni. seiner Presse bie An griffe fortgesetzt gegen ben Frhrn. v. Hcyl gerichtet iveeben. Er traue doch ben Slaubcshtzrren ber 1. Kammer ein anderes Urteil zu, als daß sie sich burdi einen Angriff ober durch Hervorhebung eines Mißstandes beinflusfen lassen würden. (Zustimmung.! Er, Redner, der stets ciiftr Verständigung mit ber 1. Kammer das Wort geredet habe, hätte nicht gewagt, ein solch warmer Fürsprecher für bie Standesfarren zu fein und für sie um Schonung zu bitten. Llbg. Dr. Page ;t st c dj c r bespricht in längeren Ausführungen zunächst allgemeine juristische Fragen und erklärt, daß er den diesbezüglichen Darlegungen Dr. Zuckmayers im ganzen beistimmen könne. Gar häufig trete die Sud)t zu Tage, einen sogen, höheren Berus zu ergreisen. Es zeige , sid; vielfad) eine Ueber- iüllung bet gelehrten Stäube, was zur Folge habe, baß Viele erst zu spät zu einer einslußreichen Stellung gelangten. Tie verspätete Anstellung ber Richter Derminbcre auch öfter bie Qualität biefer Beamten. Als man ein Kind fragte, warum es sich denn so freue, habe dasselbe erwidert: Ei, weit mein Großvater eben Amtsrichter geworden ist. (Heiterkeit. > Bei den Referendaren lasse vielsad) die Kenntnis des praktiicken Lebens zu wünschen übrig. Tie Erfolge der Jugendfürsorge seien natürlich mit Freuden zu begrüßen, aber man dürfe dabei nicht verkennen, daß, die bisherigen Maßnahmen nicht an die Wurzel des Uebels gehen, fon- dern nur ein Notbehelf sind. I Gerichte angerufen, so würde man ihm erst reckt den Vorwurf, gemuckt haben, daß dies in bestimmter Absicht geschehen. Redner führt dann weiter aus, er habe gestern keineswegs gesagt, wie Dr. Osann andeutete, daß die Erste Kammer geschont werden müsse. Er wolle aber auch feststellen, daß er niemals unfreundliche oder rücksichtslose Bemerkungen gegen ben Frhrn. v. Heyl gemacht habe (Mehrfaches Oho.) Erst scitbem Frljr. v. Hcyl das Kommunalsteuergesetz zu Fall gebracht habe, müsse er ifot bekämpfen. Ter Redner bespricht bann noch eingehend die ganze Rechtslage des Prozesses und bemerkt dabei, daß ihm von beiden Seiten für seine unparteiische Prozcßführung Tank zu Teil ge worden sei. lieber die Frage, welche Absindungen die Fischer erhalten habe, könne er ruhig Aufklärung geben. Er, Redner, habe von vornherein aus dem Standpunkt gestanden, daß es un recht wäre, nach der Ehescheidung die Fischer wieder arm in ihre Verhältnisse zurücktteten zu lassen, sic habe selber während des Prozesses wiederholt um Alimentation nackgesucht und ihr seien im Einverständnis mit dem Gericht und dem bcs Redners einmal 40 000 Mk. und das andere Mal 20 000 Mk., im ganzen also 60 000 Mk. ausgezah.t worden, und zwar nach der Entschei cung. Redner betont zum < dj uß nochmals, daß cs int Interesse der noch nicht entschiedenen -ingelcgenheit besser gewesen wäre. Dieselbe hier nicht zur Sprackjc zu bringen: cjnc eventuelle gül liehe Verständigung werde dadurch nicht gefördert werden. Er könne auch den Standpunkt Dr. Osanns nicht teilen, und müsse entschieden bestreiten, daß die Angelegenheit des Hauses Erback, ein öffentlich.s Interesse besitze. ZAbg. Bähr ruft: Bravo!> Abg. Dr. Glässing bringt vetfchiedene Wünsche, Hinsichtlid) Der Vorbildung der Juristen und Be.rwaltungsbcamtcn vor und regt an, wieder eine Teilung der Examina heroeizuführen. Beim juristischen Examen müsse mehr Gewicht auf die Tinge des prak tischen Lebens gelegt werden, weshalb sid; bic Hinzuziehung eines erfahrenen Anwalts als Prüfungskommiisar empfehle. Man sollte auch eine Verstaatlichung des GcrichtsvollzieherwescnS in Er wägnng ziehen. Abg. Wolf spricht sich für eine Erweiterung der Koinpetenz Der Amtsgerichte aus und verlangt eine, größere Bodenständigkeit Der ländlichen Amtsrichter. Bei Der Auswahl Der Schöffen sollte weniger aus Vermögen, als aus die Tüchtigkeit Der Person ge sehen und auch Lehrer dazu herangezogen werden. Nach erfolgter Anlegung des Grundbuchs sollte an Die Verstaatlichung des 9tota riats herangetreten werben. Im Falle Ervach-Erbach sci er ber Meinung Dr. Gutfleischs, baß private Angelegenheiten hier nickt herangezogen werben sollten/ Er müsse jeboch baran erinnern, baß Dr .Gutfleisch diesen Standpunkt nicht vertreten habe. Demi gerade unter seiner Führung sei damals die große Aktion gegen Den Abg. Joutz, wegen dessen Beteiligung beim Butzbacher Bahn bau cingeleitct roorDcit und trotz dieses persönlichen Vorgehens sei dann der Abgeordnete einmütig wicdcrgewählt worden. Nach einigen weiteren persönlichen Bemerkungen zwischen deu ALgg. Dr. Osann und Dr. Oöutsleisch schließt die Sitzung gegen I1,? Uhr. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. Literarisches. — Jahrbuch des Vereins der Hatisbesitzer in Gießen 1 907/08 Herausgegeben von Rechtsanwalt Raab, Gießen, 1909. I. Nickcr'jche Universitäts-Buchhandlung (Ernst Legler,. Ter Herausgeber hat das an Die Mitglieder des Vereins vertci'ie Jahrbuch un Buchhandel erscheinen laßen, um auch in der Oefsenttichkelt autfläreub über die viettach falsch gedeuteten Bc itredungen eines Hansbesitzervereins zu luirfen. Er hat, wie das Inhaltsverzeichnis erkennen läßt, den'Rahmen weiter gespannt und „einige Sircnzüge ins Gebiet Der kommunalen Verwaltung, ber L-olizetverorbnungen und Stenergesetzgebung" angefügt. So enthalten bic 3 letzten Abhandlungen cmc Znsammensiellung unb Verarbeitung ber un La ns eines Jahres verössenttichten Polizeiverord- mtngcii 2C., soweit sie ben Gießener Hansbcsitzer angehen, ferner uitereffantc 'Mitteilungen ans dem Verwattuugsbericht Dec Stadt Gießen für 1907, endlich Vorschläge zur hessischen Gemeindesteuer rciorm. Ter Verfasser schildert Den jetzigen Zustand imb fordert hier als bas Ziel der Gemeindestenerreiorm: 1. „Abschaffung jeber Soiiderbesteuerung, besonbers Beseitigung ber Grund- und Gewerbesteuer ; 2. voller Echuldenabzuc,; 3. Selbstdeklarationszwang nir alle Slenerpftichllgen; 4. Nachbildnng ber staatlichen Steuer m der Form ber Einkommen- unb Vermogens-(Ergäiizungs-) Steuer". Tas „Jahrbuch" enthält außer einem eiiiiiihrenben Artikel über „Zweck unb Ziele eines Hansbesitzerverems", bic JahreSberichlc für 1907 unb 1908 nebst Kasscimachweis, eine Ab- linubtung über die Einrichtung des Wohnimgsnachiveiscs unb die Damit m Den ersten 14 Monaten gemachten Erfahrungen, die Statuten des Vereins unb bcs Zcntralverbandcs, das Forninlar Des Aitetsverlragcs und der Hansarbmmg und einen diese Formulare erläuternden Artikel. Ter „Versuch, em bisher unbekanntes Gebiet zu betreten", verdient dadurch, baß bas „Jahrbuch" in einem großen Ted seines Inhalts über Die Grenze» bev Hansbesitz- nileressenten hinaus allgemeine Gebiete streift, in weiteren Kreisen Beachtung imb Forderung. Meteorologische Beobachtungen T* 36 der Station Gießen c am 16. bis 16. WSW Wetter März 1909 Höchste Temperatur ditcb naße____„___ 17. März 17. „ Schneefall KlarerHimmel Bew. Himmel 80 98 95 17. 17. 18. 740,3 742,1 743,2 + 1,9 0 C. — 5,6 u C. 1,7 4,1 0,1 4,5 3,8; 3,3 Wenn man sieht, wie ein armer Junge, der einmal lange Finger machte, mit grvßcni .'lufiuanb vor Den Richter geführt unb bann ins Gefängnis gesteckt wirb, statt baß ihm eine tüchtige Tracht Prügel verabreicht würde, so tonne sich einem das Herz im Leibe krümmen. Tic Behandlung der jugendlichen Verbrecher bedürfe in formeller und materieller Hinsicht eine reichsgcsctz lichc Äendernng. Ebenso sei auch eine Reform des Zivilprozesses Dringend imtwendig. Es werde in Deutschland viel zu viel Staatsautorität verpulvert; es gebe wohl in Teutschlaird nm- wenig Menschen, bie noch nicht mit einem Strafbefehl bedacht würben. Häufig lasse auch sowohl bei Richtern, wie bei Anwälten bic allgemeine Würbe zu tvüitsckjen übrig. Es müsse bei Gerichts verhanDtungen mehr ber Eharakter einer staatlichen Hanblung gewahrt werden. Man betrachte die Sache vielsach zu geschlsts- mäßig-. Redner beilagt weiter Die Vielschreiberei bei den Gerichten, sowie die häufige prinzipielle Durchführung unwichtiger Streit)iTdicn und die Berufung gegen freifprechende Urteile der Schöfsengcricklc: auck> fei Der übertriebene Fislälismus an den Gerichten zu verurteilen. Redner empfiehlt zum Schluß mehr Laienclemcntc als Schöffen unb Geschworene heranzuztehen, wo Durck) auch eine Summe von Mißstiminitng beseitigt trerben wurde. Jin ganzen fei unsere R-ecktsprechnng recht gut, man sollte sickc aber mehr bestreben, auf Den Standpnnkt der cttgliidjen Gerichte zu kommen, wo aud> der Angeklagte als Gentleman gilt unb als solcher behandelt wirb. ^Beifall- Abg. Dr. Gu t fleis d) kommt nach einigen juristischen Aus führungeil allgemeiner Nattir auf bie Angelegenheit des Gräflid) E rbad-, -Erbach \ chen Hauses zurück und erklärt, er tön ne die Aus führungen T>e. Osanns nid t unwidersprochen lassen. Derselbe habe vor allem nickt berücksichtigt, daß es sich hi-r um eine schweberüe Peozeßsacke hin ... m D e man besser nick, migreifen sollte. E-.- sei nia't bestreitbar, daß es sich in Dem Versal.ce.d vor dem Kusträgalgerickt um eine Entscheidung über da Glü.t oder Unglück des Gräflichen Hanfes handle. Daß eine Schiebung inbezug auf die Wahl des urDentiid;en Gerichts stattgefuiidcn hätte, müsse er entschieden bestreiten. Hätte der Graf die hessische- Telefonische des Giessener Anzeigers, mitge and Industr Frankfurter juor 3l/,°/o Reichsanleihe. . • 95.40 3°/0 do. , • • 85.5' 3'/2°/o Konsols . . , , 95.40 3% do 85.50 3'/2.°/o Hessen 94.80 3‘/A Oberhessen 4U/O Oesterr. Goldrente. . 97.50 4‘/s% Gesten. Silberrente. 96.50 4% Ungar. Goldrente . . 91.80 4° 0 Italien. Rente ... —.- 3°/0 Portugiesen Serie I . 58.10 37O Portugiesen „ III . 60.5' 4l/2°/d russ. Staatsanl. 1905 97.40 4'/2°/o Japan. Staatsanleihe 94.45 4% Conv.Türken von 1903 93.40 Türkenlose . ... 144.10 4° v Griech. Monopol-Anl. . 49.70 4°/0 äussere Argentinier . 86.80 3°/0 Mexikaner .... 65.00 47a°/o Chinesen .... 98.60 Aktien: Bochum Guss .... 212.00 Buderus E. W 108.00 Tendenz: fest. Berliner Börse, 1 Canada E. B 169.25 Darmstädter Bank . . . 126.00 Deutsche Bank . . . 241.60 DurLuiuuder-L uion C. . . — Dresdner Bank .... 146.60 Tendenz: fester. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. .■m-, 1 .. Jiärz. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 115.80 Elektriz. Schuekert . . . 115.50 Eschweiler Bergwerk . . 177.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 178 60 Hamburg - Amerik. Paketf. 108.80 Harpener Bergwerk. . . 183.00 Laurahütte ...... 187.00 Nordd Lloyd .... 87.00 Oberschles. Eisen-Industrie 92.50 Berliner Handelsges. . . 168.90 Darmstädter Bank . . , 126.00 Deutsche Bank . . . e 241.75 Deutsch-Asiat. Bank . . 138.00 Diskonto-Kommandit . . 182.80 Dresdner Bank .... 147.10 Kreditaktien .... 193.50 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .... 106.90 Gotthardbahn .... —•- Lombard. Eisenbahn. . . 16.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.10 Prince - Henri - Eisenbahn . 115.— V März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 176.66 Laurahütte . .... 186.70 Lombarden E. B. . • • • 15.60 Nordd. Lloyd . • • • • 86.60 Türkenluse . e • • e • 1-13.40 Tie tieftrauernden Hinterbliebenen. Treis a. Lda., Gießen. 18. März 1909. [171 Gießen, den 18. März 190<». Heuchelheini, den 16. März 1909. 1711 Tie Beerdigung findet Freitag, 19. März, nachmittags 81/* Uhr, statt. 1709 Gestern morgen 21/» Uhr verschied plötzlich im 66. Lebensjahre unser lieber, treuer, unvergeßlicher Vater, Großvater, Bruder, Schwiegervater und Schwager PoliMiener Georg Hettche. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Blnmensvenden bei dem Hinschelden unserer teuren Entschlafenen Kau Elise Heidt geb. Nau sagen wir allen hierdurch herzlichsten Dank. Tie trauernden Hinterbliebene» Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die trosireichen Worte des Herrn Pfarrer Wütf bei dem Hm idicibcn unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Anna Margarethe Böhmer sagen herzlichen Dank Tie trauernden Hinterbliebene». Metall-, Holz- und Verbrennungs-Särge. Uebernahine von Bestattungen nach hier und auswärts. Karl Zimmermann Schreincrmeiater Gegründet 1832 |1311| Neuen-Bäue 15 Sanitär UUI yioyui Lchreinerveretntguug Gießen Bekanntmachung. 3. 18»/. 5. fl. 7. .Qrüner. «'»ulino Vniibcubodi. Ernst Mannche. Heinrich K II. 10. «. 4. 5. II. h. 'Krbriiacbcr. Baum. Heinrich Beckmann. Georg Berg, Karl Bierau, Baltbaser Frei». Balennn Hondrich. Alben Aaskowtzki. Mar .Qlinnfpor. Adoli Krogmanit, Friedrich Krumm. Eduard .x Kaier. Aobann 4. Kebl. nun ii ft 8. 'Jioll. Heinrich li. Robrbach. Eonrad 10. 2(bcrfeT August 11. schneller. Wil beim 12. Sommerkorn. Bhilivv 1909 Nachdem innerhalb der gefehlicheuEiusvruchSfrisi Beschwerden gegen das Ergebnis der Wahl vom 10. Februar do. Fo. nicht er hoben worden find, wird zur bnenilichen Kenntnis gebracht, das; als Beisitzer des Gewerbegerichts (Kiesten iiir die Beit vom 1. Avril 1960 bis 31. Mar; 1912 gewählt find' b. Arbeiter. 1. llbrist Wilhelm 2. töll, Ernit 11. Milli er. Emil Heinrich 12. 3otf, Ernst l'udwig. Wichen, den 16. März Bnrgernieisterel Wietzen. M fciim Bekanntmachung. sechste Biel tzfemeindesteuer uub Uaualgebübre» für 1908 iü dtS Ende dieie» Monat» bei Benneidung der Beurnbung zu zahlen. Wietzen, den 16. März 1900. B'V, Stadikasse «ließen. Doeoser. Bekanntmachung. An der landivirtfchgstlichrn HauSdaltungsschule zu vindheim lLberdessen» ist die Stelle einer 3 it b ti ft r i c I c I) r c r i« bi» zum l Auii do. As au besetzen. (Hcbnii Mk. 40U— vro Aabr itrbft freier Soft und Wodnung. 2'vraiioietziin.ien der Auuellnng und em Alter von nichi unter 25 Aadren sowie die Aäbigkeit. in allen weiblichen Handarbeiten Niuerrichl >n erteilen. x'Hiucvbertnnen müssen die Ihn tun n tut .Handarbeitolehrerinneii betäuben und bereit» selbftandtg unter richtet bnben. Bewerbungen sind unter Anschluß von Zeugnissen sowie ycbeit»ioufbcfd)rcibimnen V »um 1 k Mi( an die unterzeichnete Stelle. Darmitadt, iHbeiintr 1 I. emzuretchen. ^andwinschaitokammer für do » rzogtum Hessen D**/A Der Horn tzende; Haas Bekanntmachung. In daS GenoflenschastSregifter wurde bezüglich deS Landwirtschostlichen llonsumverem e. D. m. u. H. m Hausen eingetragen: An Stelle der auS dem Dorsland au-geschiedenen Johannes Jost und Ludwig Schlundt II. wurden Johannes Schienbein und Wilhelm Happel gewählt. Gießen, den 15. März 1909. Bu/, Großherzoqliche? Ämt»gertcht. Bekanntmachung. Mittwoch den 24. d. Mts., von murgeuo S Uhr an, sollen in der Wohnung üeS Sattler Mehl dahier die zum Nachlasse der Katharine Bläser gehörenden Modtlten, als: 2 altertümliche stleiderschränke, 1 Weißzeug- und 1 Küchen, schrank, Tische, Stühle, alte Kisten, eine Partie klein gemachtes Holz, Haus- und Küchengeräte, worunter etmqeS von Zinn, verschiedene Frauenkleider u. Weißzeug öffentlich metflbietenb gegen gleich bare Zahlung versteigert werden. Grünberg, am 17. März 1909. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. 1710 Zimmer. Pcrgtbsng oon Äanrkr- nnö Pflaßkrarbkitcii. Die Maurer- und PNasterarbeilen für die Neubefestigung der Weftanlacic von der ilKilmboi strotze bi» zur Unter'uhrung an der früheren Bumi'stanon iullen Dienstag den 30. März d. 3., vormittag» 10 Udr öffentsich ui’iücbcn werden. Arbeitsbeichreibunaen und Bedingungen liegen wahrend der Dienstitimoen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Bordi uck. der daielbit erhältlich, und fvaieiiens bis zum ooigcnaimten 3eii punkt ver schlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uno emzureichcit. .'.uschlagsfrtst 3 Wochen. Gieyen, den 15. Marz 1909. <8»/, Städtisches Tiefbauamt. ___________________Braubach. Aibeitsvergelmusi. Die Ausführung von Wrborbritcn und die Stellung von Hilfsarbeitern für die im Betriebe des Gas- und WafserwerkS vor kommenden Arbeiten im Betriebsjabre 1909 sollen auf dem Wege der vssentlichcn Auoschreibung vergeben werden. Der diefem Ausschreiben zugrunde gelegte Bertrag-emwurf liegt wahrend der Dienitfmnden auf unserem technischen Amtszimmer zur Einiicbmabme offen. Angebote find unter Benutzung der bet uns erhältlichen Vordrucke bis zum Mittwoch den 24. März d. I., vorm. I I llbr, verschlossen und mit entsprechender Aimchrist versehen bei uns ein* zureichen. Wietzen, den 17. März 1909. B“/s Stadt. Gas- und Wasserwerk Wietzen. Otto Bergen. Jik Lieferung m Srcnnmüttrialicn für die Institute der LandeSunioersität im R. Z. 1909 und zivar von etwa 1150 Ztr. Anthracitkohlen, 2695 Ztr. I u. II gew. Niitzlohlen, 5uo Ztr. gemischte Kohlen, 550 Ztr Anthracit-EiersormbrikettS (Zeche Alte Hause), 10 580 Ztr. Hüttenkoks, 870 Ztr. Braunkohlenbriketts, 13 Nm. Buchen- u. 78 Nm. Tannenscheit-Holz soll aus dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 19. April l. Zs., vormittags 11 Uhr, zu welchem Zett- punkt die Oeffnung derselben auf unserer Amtsstube Halt« findet, verschlossen unter der Aufschrift .Angebote für Brenn- Materialien* bei uns einzureichen. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der betr. Institute rc. können auf unserer Schreibstube (BiSmarck- straße 22) emgesehen werden. Gießen, den 17. März 1909. Großherzogliche akademische Administrations-Kommission. In Vertretung beS Kanzlers: Holzverfteigernnft in den Waldungen der Stadt Laubach. Dienstag den 23. Marz l. Hs., vormittags 9 Uhr anfangend, sollen im Laubacher Stadtwald, Distr. Steinbach: 744 Rm. Buchen-Scheit, 800 Rm. Buchen- u. Eichen-Prügel, 307 Rm. Buchen-Ltockholz und 200 Rm. Buchen-Retser versteigert werden. Das Holz sitzt 15 Minuten von der Haltestelle Laubacher Wald. Laubach, den 16. März 1909. Großh. Bürgermeisterei Laubach. Jochem. 1678 J wo die teure Schotenranille Mh Reeses Vanillinzuoker erzielen >ie denselben feinen Vanille-Geachniack „ t r Also schon aoa Sparsamkeit*- grün den sollten Sic einen Versuch machen. Reese Gesellschaft. Hameln Achtung! Achtung! «in Freitag dem 19. März er. verkaufe am Hoiel -Lenz scher AeHentcUeninWie-teneinen WaggonRotkobl, Weistkobl,Wirsing 'direkt aus Holland hier elngelroffeni, ferner einen Waggon zuckertüne Baleneia Bvieliinen 10 >türf nur 3» Big., Wieirn 10 2tud nur 10 u 50 Hin., Murcia Bluiavfelsiucn 'das fciiiite. was co gibt» io 2türf nur 10, ."so Big., ausgefucht dicke 60 Big., belle Auronen 10 2tiick nur 35 Big., ertra dicke 10 2tüd 45, W Ufa. ,»einen Biund nur 45 Big., Blumentohl. .zwiebeln, Mähren. Marotten, Sellerie Breitlauch. Endivien L-ctcriilie, Annanas. Tomaten. Taielrotznen. AobanmfcbroL KokoSnusic trt’djen Rotmalat 2tntf 10 Big. .e. alle? aucnabmWeiie billig. 1715 Kleins Obstgrosshandlung, Köln Reue Mastrichter Ltr. 6. Fernsprecher 5511. Älleinverlrieb ■ Massenartikels Weitpateni bei dem spielend einige taufend Mark jährlich zu verdienen sind, nt für (Ziehen und Umgebung zu vergeben. m* , Cfierten unter „Solvent and an Badolf Iomc, f'rankrurt a. H. r*18i6 Statt Karten! •> Laura Strauss Sally Süsskind Rodhehn d. Höhe Krofdorf b. Glessen Mine 1909 Mein ^holographisches Mer Bahnhofstr. 61 hat fetzt Fcmsprtchanschlnss jtr. 734 K. Borst, Photograph. Ich bin Abgeber von: 4° 0 Brandenburger Provinz-Aul. unkündbar bis 1911 4°/e Lübecker Staats-Anleihe „ „ 1914 4% Badische Staats-Anleihe „ „ 1918 4% Rheinische Hyp.-Bk.-Pfandbfe. n „ 1919 4% Preuss. Pfandbrlefbank-Ptdbfe. „ „ 1918 4°/e Berliner Stadt-Anleihe „ „ 1914 4°/e Rumänische Staats-Anleihe von 1908 4° 0 Hanauer Stadt-Anleihe unkündbar bis 192d 3l/t •/• Freiburger Stadt-Anleihe 3‘/2 % Mainzer Stadt-Anleihe Zum jeweiligen Tageskurs — franko Provision — soweit der Vorrat reicht. Koupons pr. 1. April löse schon jetzt ohne Abzug ein. Joseph Herz Bankgeschäft. im* K 22'09. I B*/j Donnerstag den m. Avril lOow, iiachmiiiago ll Ubr, werden auf hiesigem CriöncridU die vor dem Namen der Aiima bfebrHuti siebenden Parzellen der Wemat tuufl Bietzen 2/187,1 - 373 qm Hofreue links der Ebauffee 2/145-3 401 qm Grabgarren daf. 2/145,9 241 <|in vo frei le da' 2 254* , - 14 qm Wes rechts der Lbaufjee auf tue Herrschaft liebe Wiese 2,2544/io - 9U7 qm Hofreite daf. 2254% — NU4 qm Hosreiie das 5, lA"/>k», 2ir< — 270 qm Hofreite das. 23/14* .o 3K2 qm Acker am «yalflfniDCfl 23 14’,,., - ‘df, qm Grabland daf. 23 15 -341S qm Acker dasilbft 23 41—119*'i"' Acker am «Balgen auf die Ebauffee und Marburger 3 trage 23 42** IW» qm Acker daselbst 23 43 1254 qm Acker daielbit 23 44 - 1077 qm Acker dafelbft 23 50 M7 qm Acker dafelbft 2ä5l = 1000 qm Acker dafelbft 23 52 1272 qm Acker bafclbh 23 53 9Gk qm Acker dafelbft 23 5X5 956 qm Acker dafelbft 23 54 - 4.VW qm Acker dafelbft 23 V, — ISA» qm Acker daselbst 23,237 — 2197 qm Acker am grünen Weg 23 287=1552 qm Acker dafelbft 24 1 qm Acker in der ViMncuau auf den Almh graben am Wismarer Weg 242 - 2277 qm Acker dafelbft 24 79 ■ 1411 qm Acker am grünen Sen 24« 13D0 qm Acker dafelbft 24 31 - 1574 qm Acker dafelbst 24X? 13 7 qm Acker daiell.il 24 M = 17.M qm Acker d.i'elbst 24 X» - 1650 qrn Acker dafelbft 24 UN • HM> qm Acker links am Badenburger Aufipfob auf den Hlutdgraben 36 IHR — 1579 qm Acker auf den i>luthgraben 2797 91. qm Acker an der ririnfauic gegen die Hodl 2290^ LTVqm Hoireile links der Ebauffee 22»r* — iw qm Gradgarten da selbst 2230- « - 172 qm Hofreite daf 23«? ICH qm Acker neben der Ebauffee auf den Galgen weg 23fB~ late qm Acker dnfelbst öffentlich meistbietend versteigen werden. «Hirfirn, den 4. März 1MV Gr. Lnoaencht Gietzen. Äro». | J Hühnerauge wird sicher nnnO rnH. bunl)L Hv 2 cbaai » dbliüd pjhikriWM. - I Adler Med. DrogrneLelierswLV »ribrafre, (»0«, drösidea' Kruger, t'Jobliea*, tor u. a. Lvnen “ Kartoffeln in «aggonladungen bill^st b-rck Peicr Lcnßfelder Ho Berfand Gei chnst «rotz-Ger«» K 311» „ ,, , e Douaerdtaa, t«. «»nl Lj- nachm :< llbr «ollen in un«fnv A niszimmer die den Aug -'nBarzede, 6>l. 1 Nr 1243'/» .co qrn auf dem itzartfetd. . tH 1 Nr 1244' * : 44 q* aantn dafelbft versteigert werden. Gietzen, 17 Mar, l**i K 34 ' Donnerstag, 2t. Avril f^ nachm. 3 Uhr sollen in unfewn Amtszimmer die den nhader» der,5a «fkbr. ?3uxt zugefchnede«» Bar,eile-, ..... -1.5 Nr qm <*** nut der Scthrroc 9L 5 *t. 158-5» : tw Rm •<** garten dafelbft versteigert werden. Gtetzen, 17. Mari 19k» Gro«;! CriNrn* A rdomaS_ K 26 0». IB*, Donnerstag, den <5. Mer. Ito«, -nchinitlaac» 3 llbr, rollt nur ineiiflcm Crionrricbi die eor dem Namen des Heine TimetW uub Ehefrau geb. T ovnfmaim lebende Barzelle der oiemarfitM lUieficn 1 1244.7 - 268 am Hofreft» toi dem Hatifrlb ösieutlich meistbietend oerstetseu werden. Gießen, den 3. Marz 1900 Gr. Qriogeuchl Girften. _____________f^roS. Doiiuerdtag, den I. Adr,i 190», nadnmnaaö 3 Udr aui ireiwillim o Aniiede» he wr dem Namen des Eunl 2d3wQ I in Gießen : < HarzelU der (*ivmai tiuin «»liehen: >21« 2000 qm «rtbchieogarien nochmals öffentlich meistbietend uenielflcrt werden. Giegen, den 5. Marz IÄ ftzr. rritvicitdji t«este» __________«iros. _ K 35 09 B* . Donnerstag, 21. Abril I.A. nachmiitags 3 llbr fall in iimere» Amiszimmer da» Grundstock: , i>l.2 Nr 23v270 qm Cv