also nicht in Frage. Nachlässe bis $ii 20 000 Mk. bleiben Ev rotrb yur alle Fälle zweckmäßig sein, die Entwicklung der Regierungspläne unter Weglassung aller Detail- ^Aui^iugen noch einmal kurz zu skizzieren. Eine Reichs- erbschaftssteuer haben wir seit dem Gesetze vom 3. Juni 1906, das bereits am 1. Juli des gleichen Jahres in Kraft . Dieses Gesetz läßt die Kinder und Ehegatten voll- standrg frei: Die nächsten Verwandtschaftsgrade, die steuer- Pftrchtrg gemacht wurden, waren die Eltern und Geschwister, und dann kommen in weiterer Wstufung die entfernteren Verwandten, die Großeltern, Schwiegereltern, Adoptivkinder, und wrederum in höherer Progression die Onkel und Tanten, Verschwägerte im zweiten Grad der Seitenlinie, und endlich zu den höchsten Sätzen alle übrigen Erben. Das Gesetz zieht eine allgemeine Minimalgrenze von 500 Mk. und ferner ein Spczialminimnm für Eltern, adoptierte und uneheliche Kinder Don 10 000 Mk. vor. Erbteile, die unter diesen Grenzen bleiben, werden nicht belastet. Die Steuer ist in doppelter Hinsicht progressiv. Sie beginnt mit 4 Proz. und stergt je nach der Entfernung der Verwandtschaft bis zu 20 Proz. Bei einer Erbquote von über 20 000M5 steigert sich außerdem die Steuerabgabe um ein Zehntel bis zu dem Zweieinhalbfachen der Ncormalsätze. Das Zweifache wird bei emem Erbschaftserwerb von einer halben Million, das Zweieinhalbfache bei dem Erwerb von einer ganzen Million erreicht. Aber die nächsten Vcrlvandten in der ersten Klasse, Eltern und Geschwister, werden dieser Zuschlagssteigerung erst dann unterworfen, wenn der Wert des Erbes den Betrag von 50 000 Mk. übersteigt. Der Höchstsatz von 25 Proz. kommt nur bei Erbteilen von über eine Million Mark an Nicht-Verwandte oder ganz entfernt Verwandte in Frage. Diese Erbschaftssteuer von 1906 ist also keine allgemeine Erbschaftssteuer, sondern eine sogenannte „spezielle", denn sie läßt die bei weitem überwiegende Mehrzahl der naturgemäß in Frage kommenden Erben, Ehegatten und Kinder vollständig frei und besteuert auch die dann folgenden näheren Verwandtschaftsgrade in sehr mäßige?! Sätzen. Die ursprüngliche Reichsfinanzreformvorlage des Jahres 1908, (die Sydowsche) sah viererlei Veränderungen vor: 1. sollen in dem bisherigen Erbschaftssteuergesetz einige Befreiungen beseitigt werden, zugleich aber auf der andern Seite die räer- wird eine neue „Nachlaßbesteuerung", die die meisten Kultur- ftaateu, in Deutschland aber nur die Hansastädte und die günstigungen, die in der neu vorgeschlagenen Nachlaßbesteuerung dem ländlichen Grundbesitz, der die Nachlaßbesteuerung in zwanzigjährigen Raten bezahlen darf, zugestanden werden sollten, auch auf die entfernten Verwandtschaftsgrade ausgedehnt werden. Diese Novelle zum Gesetze von 1903 ist aber fiskalisch ohne jede Bedeutung, ein finanzielles Mehrerträgnis würde sie nicht bringen'.' 2. Für Ehegatten und Kinder -L fre b 23ocfä Roman „Die Pariser" urteilt Dr- Semmch Benzmann m der Rheinisch-Westfälischen Zeitung: „Alfred Lock hat die chm eigene Art eines kräftigen, ästl-ensch geklarten Realismus ,chon zu einer solchen Höhe kultiviert, daß man sich Nlcht denken kann, wohinaus ihre Weiterentwicklung noch ge^n wll. Die Tmdenz iit ja nicht eben neu, wills aber auch qar nicht |etn. Das Bedeutlame an dem Buche ist, daß der Dickster ,re sewissernmßen aus dem Tendenziösen herausgchoben und sie mitten ms Reinmenschliche hmemgesetzt hat. So klingt sie als Motiv im ckwerton mit, und die Menschen, sowie ihr Lebens gehen, ungehindert durch |k, ihren natürlichen, überzeugenden Gang. Keme Lpur des Absichtlichen hinterlassen sie, auch nicht die beiden Rivalen um den Bürgecmeisterpr,sien, die doch Träger b^^bnz.und. Im Gegenteil, gerade in der Gestalt des Altburgermcuters hat Alfred Bock das Höchste seiner charakter- zeichnerischen Kunst geleistet und einen Kerl vor uns hurgestellt der als trotziger, selbitbewugter Bauer echt und ganz ist bis imta &L$lnS^a9Cf^55o-r^t ^sagt fern soll, daß ers an den Ncbenper,onen Hattestehlen lauen. Diese ganze Torfbeoölkertmg leot, da ist keiner fonltruiert, und wie fein der Dichter Fann, das zeigt allem schon der leise Zug des Fremden, bat er taufte n,ern ' ehemals ausgewanderten Dörflern zu geben Kleinigkeiten als Geiz-Hals, obgleich er im Großen nobel und verschwenderisch auftreten konnte. Seinen Gästen fetzte er schlechteren Wein und schlechtere Zigarren vor, als er selbst zu sich nahm. Kein Ton durfte in seinem Hause erklingen, der nicht von ihm selbst komponiert mar, und barum begrüßte es feine musikalische Frau als Erlösung, wenn er einmal verreiste, denn dann konnte sie doch auch m der Musik anderer Komponisten schwelgen. Unter den «emunberern von Offenbachs Kunst befand sich Übrigens auch Ka t ser Wilhel m I., der besonders bei seinem Ätde- aufenthalt in Ems stets im Theater war, so oft man em Werk von Offenbach gab, und den Komponisten, der ebenfalls durch Jahrzehnte einen Sommermonat in Ems zu- T™9 ft Prt€ßte' ^id} beschied und mit Freundlichkeiten Die Nachlaßsteuer solle 84 Millionen Mk., die Wehrsteuer 14 Millionen, das Erbrecht des Fiskus 25 Attllionen cinbringen, das sind zusammen 123 Millionen. Davon sollte das Reich rund 92 Millionen erhalten, während auf die Bundesstaaten der Rest entfiele. An Stelle dieser Nachlaßbesteuerung soll nun nach den Gesetzentwürfen vom Jun: d. Js. eine Erbau fallsteuer treten, d- h- eine Erbschaftssteuer, die den einzelnen Erbteil besteuert, aber auch auf Kinder und Gatten ausgedehnt wird. Es ist klar, daß bei gleichen Sätzen die Nachlaßbesteuerung größere Erträgnisse bringen würde, als die Erbanfallsteuer. Die Regierung hätte deswegen die Minimalgrenze niedriger ziehen, die Prozentsätze höher gestalten und die Progression verschärfen müssen, wenn sie finanziell zu ihrem vollen Recht hätte kommen wollen. Mau hätte schon bei einem Erbteil von 7000 Mk. einsetzeu und bereits bei 350 000 Mk. 3 Proz. verlangen müssen, zumal die verbündeten Regierungen die Wehrsteuer fallen lassen wollten und auf das gesetzliche Erbrecht zu verzichten geneigt waren. Der Regierungsvorschlag wählt aber nur eine mittlere Linie. Er schlägt vor, alle Erbteile an Kinder und Gatten, die nicht mehr als 10 000 Mk. betragen oder die aus einem Nachlaß von nicht mehr als 20 000 Mk. stammen, vollkommen von der Steuer auszunehmen; dafür wird die Steuer nicht nur bi? zu drei Prozent, sondern bis zu einem Satze von vier Prozent hinaufgeführt, der bei einem Erwerb von mehr als 750 000 Mk. in Geltung tritt. Auf diese Weise entsteht ein Ausfall von 16 Millionen Mk., insgesamt bringt die Erbanfallsteuer 68 Mllionen Mk., von denen wieder ein Viertel an die Bundesstaaten abfällt. Alle Vergünstigiingeu des landwirtschaftlichen Besitzes sind bestehen geblieben, namentlich wird dort nicht der gemeine Wert, sondern der kapitalisierte Ertragswert, der bekanittlich nicht unerheblich niedriger zu jein pflegt als jener, der Steuerveranlagung zu Grunde gelegen. Das landwirtschaftliche Gewerbe hat von den 68 Millionen nur wähnte Privileg. Die Steuer ist progressiv gedacht, beginnt mit einem Halden Prozent, erreicht das erste volle Prozent bei 60 000 Mk., das zweite bei 150 000 Mk., das dritte bei 1000000 Mk. 3. Mit der allgemeinen Nachlaßsteuer sollte eine Wehrsteuer verbunden werden in Form eines Zuschlages vom Nachlasse belfen11 Personen, bic bei ihrem Tode ihrer militärischen Dienstpflicht nicht genügt hatten. 4. endlich wurde dem Staat ein gewisses Erbrecht an solchen Nachlassen, über die von feiten des Erblassers nicht verfügt war, und die au ganz entfernte Verwandte („lachende Erben"!) nach dem gesetzlichen Erbfolgerecht fallen würben, zugesprochen. seinen geistreich melobiösen Spöttereien den stärksten Ausdruck. Er wurde ein Liebling des allmächtigen Herzog von Morny und Napoleon III. schenkte ihm eine Bronzestatue der Euterpe, um ihm feine besondere Gunst zu bezeugen. Mer was er als Komponist verdiente, das verlor er wieder in seinen Theaterunternehmungen und beim Kartenspiel; in ewigem Auf und Ab wühlte er bald im Golde, bald sah er sich dem Ruin gegenüber. In solchen Tagen der s)tot wurde ihm das Violoncell seiner Jugend zur Zaubergeige, die ihm wieder Geld brachte. Er gab vielbesuchte Konzerte als Biol-oncellspieler, besonders in Deutschland, und hier wieder vor allem in Wien. Friedrich 11hl, der Offenbach während seines Wiener Aufenthaltes nahe trat, gibt in seinen Erinnerungen ein scharfes Bild von der Persönlichkeit des Komponisten: „Offenbach kannte die Ruhe nicht: selbst wenn er, von der Gicht gepackt, die Füße eingehüllt, am Kamin sitzen mußte, besprach er mit seinen Dichtern künftige Stücke, mit den Direktoren Engagements der Darsteller, mit den Verlegern neue Ausgaben älterer Werke. Er lebte für zwei, drei Menschen, arbeitete ohne Unterlaß und war dabei kein Riefe. Nicht groß, nicht klein, ein wenig nach vorne, wie über das Bioloncell gebeugt, hager, die Glieder wenig mit Fleisch bekleidet, dafür stets, wenn die Mittel es irgendwie erlaubten, mit Kleidern vorn besten Schneider, der Kopf schmal und fein, die Schläfen eingesunken und die Adern daran sichtbar, die Stirne hoch, teils von Haus aus, teils durch die Flucht des dünnen aschblonden Haares, der Abamsapfel sehr ausgebildet, rund um diesen welke Hautsalten, Wange und Oberlippe von spärlichem, in jedem Jahre anders gefärbten Haare fast bedeckt, schmale Lippen, fast zwei rote Notenlinien, und die Augen, blaue Augen, hinter Gläsern hervorblitzend. So stechende Augen, mit einer Art von Spießblicken, hat man selten au,f sich gerichtet gesehen." Man munkelte in Paris, daß Offenbach den „bösen Blick" habe, und etwas dämonisch Unheimliches ging wirklich von feiner Erscheinung aus. In feiner Häuslichkeit herrschte Offenbach als Tyrann und zeigte sich in vom König öer Operette. (Zu Offenbachs 90. Geburtstag.) Am 21. Juni 1819 wurde einem mit Kindern reich gesegneten jüdischen Tempelfänger in Köln ein Sohn geboren, der den Namen Jakob erhielt; da die Familie aus der Umgegend Frankfurts, aus Offenbach stammte, nahm sie den Namen des Heimatortes an und der Knabe Jakob, der sich später Jacgues nannte, war dazu ausersehen, diesen Mimen in der ganzen Welt bekannt zu machen: aus ihm tmrrbe der berühmte Jacques Offenbach, der „König der Operette", noch in unseren Tagen, die diesem leichten Genre der Musik wieder so viel Begeisterung entgegenbringen, das unnachahmliche Vorbild, der nie wieder erreichte Meister seiner Gattung. Den Jungen ließ der musikalische Water im Violoncellspiel unterrichten unb er wurde falb ein Virtuose auf diesem traurig! klagendem Instrument, nn dessen Ton er eine dumpfe tiefe Wehmut zu legen loußte. Aus dem weich einschmeichelnden, süß betäubenden Klang der Kniegeige sind ihm zuerst jene so ganz anders gearteten, schamlos lachenden Melodien entgegengeklungen, iie doch immer noch den verführerisch hinschmelzenden Sehnsuchtsruf seiner ersten Lieder bewahrten, dkoch als Knabe nach Paris verschlagen, ging Jacques mit seinem Violoncell hausieren, zeigte erst auf der Straße seine Kunst imi> bald auch in den Salons, wo der romantische Judenknabe mit dem seelisch ausdrucksvollen Spiel recht interessant gefunden wurde. Schließlich tourbe er Kapellmeister vin TheLtre Francois; aber der klassische Stil und die klassische Musik besagten weder dem in ihm sich regenden Eeist leichtgeschürzter frivoler Klänge, noch seinem ebenfalls tief in ihm wurzelnden Geschäftsgeist. Er gründete selbst eine Bühne, die „Bousses-Parisiens" und wußte sich tfiit seinen Singspielen und Operetten bald zum beliebtesten Komponisten der Seinestadt aufzuschwingen. Dre ffeche, prickelnde und sinnlich freie Stimmung ^es zweiten Kaiserreiches fand in seinen dahinwirbelnden Tänzen und Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. D'e deutsche und britische Erbschaftsbesteuerung. Von Professor Dr. M. B i e r m e r. (^r.ey^^e Finanzminister v. Rheinbaben hat kürzlich rm Reichstag gemeint, ein großer Teil der Einwürfe gegen die vorgeschlagene Nachlaß- bzw. Erbanfallsteuer beruhe daraus, daß die Gegner dieser Legislative die Gesetz- . ent tour fe entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hätten. Dcw klmgt zwar nicht sehr schmeichelhaft, ist aber, wie nur scheint, durchaus zutreffend. In der Tat hat man in poli- , ^ch^u Versammlungen, ja sogar gelegentlich im Parlament ftrihfen und Befürchtungen gehört, die darauf schließen lassen, dag die Redner sich nur recht flüchtig und oberflächlich ? r-r—S über die sie so abfprechend sich äußerten, beschäftigt haben. Natürlich denkt kein Mensch im Ernst an solche extravagante Experimente, die sich für Deutschland schon" um deswillen verbieten, weil wir ja ganz andere ©teuer« sh steine und neben den Neichssteuern noch ganz gewaltige einzelstaatliche Staatssteuern zu tragen haben; aber mir scheint, die britische Erbschaftsbesteuerung ist doch lehrreich genug, um auf sie hinzuweifen. Frankreichs Erbfchafts-, Iteuer hat im Jahre 1908 199 Millionen Mk. eingetragen, die durchschnittliche Erbschaftssteuerbelaftung betrug dort 4’/2 Proz. In Großbritannien wird sie fiinftig 9,36 Proz. aus- niachen. In Deutschland stellte sich der Prozentsatz, wenn das neueste Gesetz durchginge, nur auf 1,71 Proz. Nach der Begegnung in den finnischen Schären" Von Bsörkö in den finnischen Schären ist die Kaiferjacht „Hohenzollern" Samstag abend auf der Danziger Reede wieder eingetroffen. Das Schulschiff „Hertha" und viele dichtgefüllte Salondampfer begrüßten die „Hohenzollern" und bereiteten ihr herzliche Ovationen. Ter Kaiser sah sehr wohl aus und war sichtlich frohgelaunt. Er dankte freundlich für die donnernden Hurras. Nach der Festmachung der „Hohenzollern" ging der zur Begrüßung erschienene General v. Mackensen an Bord, der Kaiser schüttelte ihm herzlich die Hand. Nach der Ausschiffung fuhr der Kaiser mit seinem Gefolge nach Langfuhr. Hier empfingen die Offiziere den Kaiser. Er nahm in der Vorhalle des Kasinos die Meldung des neuen Danziger Kommandanten Generalmajors Hinckeldey entgegen. Nach der Retraite und der Verabschiedung fuhr der Kaiser mit Mackensen zum Bahnhof Langfuhr, wo er herzlich Abschied von dem General nahm. Die Reise ging über Berlin nach Hamburg. Die „Hohenzollern" ging mit dem Kaisergeschwader nad) Kiel. Ueber die Monarchenbegegnung werden von einer hochgestellten russischen Persönlichkeit, die der Entrevue beiwohnte, noch folgende interessante Details erzählt. Ter Verkehr unter den Fürstlichkeiten war äußerst herzlich. Die gute Laune Kaiser Wilhelms teilte sich auch dem Zaren Erstes Bktt 15®.3*cgOTe M-Mag 21. Zmn 1009 viermal wöchentlich Ä m. Sä ▼ mona stich 75 Pi., vierte l- giefienerSamilitnblötter; Ä W A jährlich Mk. 2.20; durch zweimal wöchentl.rcreis, M ■ W Abhole-u. Zweigstellen »sä! 1B1 IrKrUPI /■ IIZPILIOr--WAS «wvpvllvl «IljVlUVl Verlag u. Expedition 51 /bf 9 jk-t e Verantwortlich WM General-Anzeiger für Gberheffen WW biscornuttagi 9 Uhr. Rotationsdruck und Verlag der vrnhl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei rr. Lange, kiedattion, Srpedition und Druckerei: Schulftrade 7. ’Ml": e- »Ä .. .......................m■ H।11iui_u___i ’ 0 Anzeigenteil: H. Beck. k, .... / -l. --- --- ..... -t Es dürfte sich gegenüber der Tatsache, daß das Deutsche erhalt das bereits er- Reich, das neben den 29 Millionen aus der speziellen wähnte Privileg. Die Steuer ut vroareOiv aedack^ ^anni* Reichserbfchaftssteuer nur noch 68 Millionen aus der Erb- anfallsteuer, wie sie jetzt vorgeschlagen worden ist, vom Volke verlangt, verlohnen, auch einen flüchtigen Blick aufl die britische Erbschaftsbesteuerung zum Vergleiche Mi werfen. Bekanntlich hat die neueste englische Finanzreform unserer Tage die Sätze der Erbschaftssteuer ioeiterhin erhöht. Eine mir kürzlich vor dem Erscheinen im Schanz'- schen „Finanzarchiv" gütigst zugänglich gemachte Berechnung des, trefflichen Hamburger (Statistikers R. E. May ist in dieser Hinsicht überaus lehrreich. Danach würden in Deutschland, wenn wir ebenso wie die Engländer und Franzosen nur die Vermögen unter 2000 Mk. steuerfrei ließen, im übrigen aber unter Zugrundelegung unseres eigenen Nationalvermögens nach englischem Vorbild versteuerten, für die Reichskasse 429 Millionen Mk. heraus-, kommen. Bei dieser unzweifelhaft sehr vorsichtigen und zuverlässigen Schätzung des Shamburger Autors sind bic Zahlen der preußischen Veruiögenssteuerstatistik zu Grunde gelegt worden. Bekanntlich haben andere Fachleute neuer» dingS erheblich höhere Zahlen ausgerechnet, indem sie annahmen, daß eine erhebliche Summe von Vermögen sich bisher der Steuerveranlagung entzogen habe. Herr K. E. May zieht auch diese Berechnungen mit heran und nach dem Grundsatz, daß „die Wahrheit in der Mitte liegt", wählt er eine Mittellinie und kommt so zu dem Ergebnis, daß die neue britische Erbschaftsbesteuerung, auf Deutschland übertragen, im Jahre sogar 506 Millionen Mk. einbringen könnte. Man hätte also die ganze Reichsfinanz- reforrn mit einer solchen steuerlichen Erfassung der Hinterlassenschaften durchführen können. 12 Millionen auf^ubringen. Neunzig Prozent sämtlicher landwirtschaftlicher Unternehmer bleiben dabei fteuerfrei, also fast alle bäuerlichen Werte. Von den erganzungs- steuerpflichtigen Landwirten (Landwirten mit einem Vermögen über 6000 Mk.) bleiben 65 Proz. erbanfallsteuerfrei. Der preußische Finanzminister hat mit Recht darauf hin- gewiesen, daß sich ja jeder durch eine bescheidene Lebensversicherung mit Leichtigkeit gegen bic spätere Steuer schützen kann. Wie außerordentlich gering die Abgaben gerade für die Landwirtschaft sind, möge man aus einer anderen Berechnung des Ministers ersehen, wonach ein Landgut mit einem Ertrage von 3200 Mk. und 40 000 Mk. Schulden, also einem Reinvermögen von 24 000 Mk., bei Anfall an einen Erben jährlich 17 Mk. Rente für die Erbanfallsteuer zu entrichten hätte. Für ein Landgut mit 8000 Mk. jähr- ^ . . lichem Reinertrag und 100000 Mk. Schulden, also einem Reichslande, bereits haben, in Aussicht genommen. Der Reinwert von 60 000 Mk., würden bei einem Kinde jähr- Wert des Nachlasses soll als ungeteilte Masse der Steuer lich 60 Mk. Rente, bei drei Kindern jährlich je 14,50 Mk. zugrunde gelegt werden. Die einzelnen Erbquoten kommen I Rente zu zahlen sein. — imb der Zarin mit, dir seit langem nicht mehr so munter unb heiter erschienen. Biel Leben brachte auf der „Stoben- Kollern" der Besuch der Z,arenkinber. Ter Zar hob wieder holt den firinrn Thronfolger hod). der ganz entzückt über die herrlichen Gefchenke war. die Kaiser Stllclm .hm mit gebracht hatte, darunter eine« vrächtigen Zepvclliiballon Tie Toaste von Bjöcko werdcu von der frattzösiichen V reffe korrekt gefunden, eu'b I re« somit nach französischer ‘Jütfiafntng ieder politischen Bedeutung. Ter ..Tempo" fuhrt nod> einmal den (Äeoanken au. daß die beiden bestehenden vn(iaiitfmtemc sich nicht zu befehden brauchen, du» es im (**flcntet( für bett allgemeinen Frieden nützlich sei, wenn die Tripelallianz unb die Tr-pelentente dank den guten Beziehungen der einzelnen '"kochte sich einanoer anzube auemen suchen. Tas „Journal des Tebato" sagt, das einzige, roar LS,lHelm II. von der Begegniing erhoffen könne, sek eine Besserung der Beziehungen zwischen Nußland und Oesterreich. 3m (Gegensatz hierzu schreibt die „Nordd. Allg. Ztg" in ihrer Wochenruudfchaii Tic Begegnung, die am Donnerstag lind Freitag dieser Wod'e zwischen Ihren Mojestäten dem deutschen steifer und bei» Malier von Rußland stattfand, bat in ihrem Bei laufe den Cirtnai hingen voll entsprochen, die in den maßgebenden streifen beider Reiche an hc geknüpft wurden Zu den an Bord her russischen Mail erfocht gehaltenen Trinksprilchen wurde die Fortdauer herzlicher Freundschaft zwischen den beiden Svrridjern abermals be ftätiat und der von ihnen gehegte aufrichtige Wunsch neu be kräftigt, diese traditionellen Anziehungen im Interesse ihrer Lander und des Friedens auch fürderhin zu pflegen. Für die deutschen und russischen Staatsmänner wird bad gleiche Bestreben durch die in der letzten Abendausgabe wieder gegebene balbainHidie Mitteilung über das Ergebnis der Unterredungen zwischen den die Majestäten begleitenden Staatsmännern bezeugt. Insbesondere wurde nochmals fest- gestellt, daß die guten Beziehungen Deutschlands und Ruß lands zueinander den internationalen Abmachungen, an te (igl find, 'n kl inet % gegenüberstehen Q ist deshalb zu hoffen, daß die uaijerbegegnung in den finnländifdn'n Gewässern, die von Anfang bis zu Ende einen überaus erfreulichen Per lauf genommen bat, fortan zu argwöhnischen oder miß- icheu Auffassungen i inen Anlaß mehr bieten wird Uebcr die politischen Folgen der kaifcr-Entrevue äußerte sich der 2' Petersburger deutsche Botschafter Graf Por talei folgendermaßen: ES ist beschlossen, auch künftighin bei Entstehung politischer Fragen sich an die traditionelle Freundschaft und das Vertrauen zu halten. Tarin wird der beste Weg Aur Erhaltung des Friedens und des Einvernehmens erblickt. Die Aufregung einzelner cnfllifdtcr Blätter war grundlos. Die traditionellen freundschaftlichen Be ;-h lnmgen zu ische n 2 ■ durchaus nicht dem englisch-rtisfifchen Einvernehmen, das eine Reihe von Fragen in Zentralasien betrifft, speziell Persien und Tibet, wo Deutschland feine Interessen verfolgt, lveslxitb von ein i Konkurrenz nicht gesprochen werden kann. Rußland moiii verlangt ein Einvernehmen mu England, das ebenso natürlid) ist, wie die guten Beziehungeil Deutsch land-> zu Rußland und England, die Deutschland bestrebt ist zu erhalten. politische Lagerscha«. liebet den „Woodburn" Zivischenfall oeröffkiitlichl der rufsifä»c 'DZaimcgeiiciniiiab ein Kommunique, m hem ci zunächst darauf himveist. daß c-.- infolge der wiederholten lJlim5l)cnmq»uerhid)C von Kauffahrteischiffen an Kriegsschiffe nn leigen Ialne für nolwendiq befunden ivorden sei, diesbezüglich neue Besiiimnnngeii zu erlassen, hie im Januar d. Is. verösfem- licht ivorden und und sich auch auf die fmi{d)cu Gewässer er strecken. DaS Kommunique geht dann auf die Einzelheiten he* IwifchciifaNei ein und hebt hervor, daß die Schüsse auf rufßfcher 3 eile erst avgeienerl worden seien, al) der Engländer sich weigerte, seinen Kurs zu ändern. Ans Beicht eines Fliigcladjuianicn bc.- Zaren ging dann cm russischer Offizier an Bord des „Woodburn ", um den dort augerichtetcn Schaden zu besichtigen und scstzuftellen, warum baß englische • chisf ict ergangenen Ausforderinig keine cdjulö daran sei auf den simschen l'iloicu znrnckzuiiihren, den die ganze Beranuvortlichkeit für den trän bad, sobald dc, Lotse an Bot ist, keine Befehle bezüglich dcSkinieS erteilen. Der Lotse ist bereit:- arretiert worden. Das Kriegsschiff, weiche da? britische Handels- sahrzeug beschoß, ist der Minendainofer »Emir von Buchara". Ter britische Botschafter in St. Petersburg erhielt bereits die offizielle russische Darstellung von dem Zivischeirfall. • Monatchenbesuche. In nnitcrcit Regierung-kreism ift über eine bevorstehende i i lifc -1 in, vord< rha bekannt Es erschejnt jedoch nicht ausgeschlossen, daß eine solche Begegnung ftattitnbcn wirb Ucbei den Besuch Äönig Edua rbs tu Moricndad ist hiev nichts bekannt Bon emev bevorstclxndcr Eittrevue zwischen dem Zaren und dem Snl tau wird berichtet: Tu* „Morning Post" meldet aus angeblich guter Petersburger Quelle, der Zar werde nach seinem Besuch iii Italien den -ctiltait in MhonftantinoDcf befuck-en und von dort nach Liwadra reisen. Der Sultan we bc dem Jäten fbätet einen Ofcgcnl’efucb abüatten Aus Eherbonrg wird gemeldet: Der zum ein ans Arfenalarbeitern bestehende Esemernderat von <Ämeurdveville bei Ehrrbourg erhob Einspruch gegen den Besuch des Kaiser s R i t o l a u s von Rußland in Eher boura und forderte die Bevölkerung auf, sich lebet Sympathie kundgebung für den Zaren zu enthalten Anläßlich be8 16. Telegietteniagci des Verbandes deutscher Journalisten unb Schriftstellervereiue tagte dort Samstag nachmittag die .vaiwtDcnammlung der Pci, sionSMiitokt deutscher Journalisten und Schriftsteller. Insgesamt waren 16 OrtSvereine vertreten Cb mann Wilhelm Prager schil berte die gegemvärtraen Berdaltmssc der Lasse. Der 3tanb der Pensions wie der Wttweukoüc sei ein mfrii-benstellender Der Peusionskasse geboren '.Ml Prozent der Mitglieder der Alterskasse über C><> Jahre an Der Zuschuß für die P«niionäre für das Fahr 1910 wird luicbcrunt auf -'M) Mark festgesetzt. Em Antrag Steffen. Düsseldorf betretend die Auidebung der füniiahrigcn Larenzzeit nntxbc zurückgewgen. Im Verlaus der Sitzung n*ar die Frage der Berufsorganisation beraten worden Hierzu lag außer anderen ein Antrag des Benins Berliner Presse vor, auf Bildung einer olle Teile des um fassenden Organisation biniuitntfcn, bi-* geeignet ist, die roirtfch.rtlidKn und beruflichen Interessen d» > io am hm deutschen Tchnitftcner* und 3i»u rnaliüenfia nbvx» mich dringlich ;u vertreten. Rach langer Debatte wurden alle Anträge bahnt rnweimgt Der Verband beschl,cßi. alle Anträge betreftenb die Berufsorganisanon einer Ztrnnnisfion von Vctretcin von fün' Verbaudsv, reinen zu überweisen Die 'lvmmistion hat den Auftrag, eine Vorlage au#uiarbeitni, durch die eine den gestellten Am ragen nach Möglichkeii entspr.-chende Schaffung einer umfassenden Bermsorgamsation im 2inne des Antrags d Ber.-.ns Bi'rliner Pveffe herzige,übet wird Tic Mommm-.on bat Voü macht, mit anderen Beru-sorganüationen m Verbindung zu treten, wemi dies Hvttfbtenhd) erschein! - Heinrich lohnten. Professor xxinrtcb Sohn reu. her Dichter und FvlNorist, ist am 19. Ium 30 Jahre alt geworden. as er ai.> t olk.-:^mlichcr Poer, als bet „norddeutsche Anzengruber". wie ibn der verstorbene beirnuh £xrrt einmal genannt bat, rvcrtic. haben mir an dreier Stell*" nicht ui würd'gen. Aber m der tmernritMidxn schöpferischen Tärmfnt. vc er als tHeidjäneführer des Vereins ’ür länblide I ohlfahrtsoslegr ent’alKt hat, möchten wir doch auch hier nicht vorübercwden. Mü oem frorf'terOirnten ;nn"tmalOirtftor Thiel, dessen iiebiignci Wcburwtag nur erst dieser Tage geierert, ist iöetnci Tohnrcn Wegbahnrr geiv fcu auf diesem vor ihm kaum anqcbautni < gebiet; bat er -— ideenreich und voll , prüde In der Lriginalitdi nnc wenige immer neue Pfade gewiesen, um .Wunil, cdJönfc :t unb ethische Freud« m die ländl'..« Abgefchloistn heil und Emiamkert bmcnt.;utragen und io zu einem -teil doch auw der ^.'and'lucht unb L'eutcnat entgegenzuwirken Unserem 3 hxfaq tarier tum. dem der Mensch nachgerade von Brot allem litt, find die idealistischen Bestrebungen ^obnrevS immer ein Dorn im Auge gewesen Mit ein Grund für uns, des wackeren Mannes uns warm zu erinnern. , parlamentarischer aus Hessen Ter Gesetzgebu^lgSaus schuß der Zweiten tiammrr bat in seiner Sitzung am Samstag die Beratung der Artikel 42—68 der Vorlage über die ^andstönde vollzogen und damrt die erste Lesung über den Gesetzentwurf beendet Von Veränderungen gegen die früheren Vorlagen ist noch eme BesNinrnung des Art. 43 bemerkenswert Rack» einem früheren Beschluß der Zwesten 'tarn mer sollten, wenn üch in einem ll m f fh l a m c h r c re 2 11 m m- zettel befanden, diese Stimmzettel iänstlich ungültig sein Der m*uc Entiourf bestimmt dagegen, nachdem auch uizwisdren für die Reick.stagswalsten unb für die LandiachRvahlen in Baden und Württemberg dieselbe Regelung befchloisen worden ist, daß, wenn sich in einem Umschlag mehrere eiimnucttel mit demfekbcii Romen befinden, einer dieser Stimmzettel gültig sein soll. — Eine wichtige Renening bringt Art. 51 der neuen Vorlage. In den früheren Gesetzentwürfen war das Verbot enthalten, den Besitzern und Protokollführern der Lrlswahskommissivnen eine Bcrgü tu n g zu gewähren. Da bei den rrüberni Beratungen der Zweiten Kammer cm Bedürfnis noch 6ntid)äbiqung für diese Aemter laut geworden war, hat die Regierung diese Bestimmung nicht auf recht erhalten, sondern in Art 51 bestimmt: Den SSahlbor ■ ftebern, Beisitzern unb Protokollführern bei der Wahlhandlung in den Abstimmungsbezirken, sowie den Beisitzern bei der Er Mittelung des Wahlergebnisses in den Wahlkreisen kann aus der Gemeindekaffe des Wohiwrts eine von der Gemeindevertretung festzufetzendc Vergütung gewährt werden. — Die allgemeinen Be itinimuiigcn des Gesei.entwurfes entfvrcchcn den früheren Bor lagen Der Ausschuß fjegt bekanntlich "bic Absicht, die Gesetz entwürfe setzt für bic Plcnarbcratung im Herbst fertigzustellen unb wird deshalb schon am nächsten Freitag die z w e i t e L e f u n g begiitnat. Deutsches Reich. Ter Kaiser traf gestern früh von Danzig fonintcub im Reuen Palais wieher ein und begab ftd) wenige Stunden darauf mit der Kaiserin nach Hamburg zum Horner Rennen Rücktritt Lynckers? Das „Berl. Tagebl." gibt unter Vorbehalt das (frucht wieder, das in militärischen streifen zirkuliert, wonach Freiherr v. X! n n der, der Ehef des Militär-Kabinetts, von feinem Poften zu scheiden gedenke. Gleichzeitig wird erzähl', Lb rstleutnant Rudolpn, Mo in nianbenr des 4. G.rrdc Feldartillerie Regiments, habe um feinen Abschied gebeten und zu-ar int Zusammenhang mit den Reidistags-Debatten über die Zurücksetzung der bürgerlidien Offiziere im Gxtrbe storps. AbbröckelungSprozcß. Ter „Deutschen Ztg." wird geschrieben: Zahlreiche Reichs-, Staats- und Mom munalbeamte, bereit prinzipielle Stellung zu her konser - vativen Partei unzweifelhaft ist, erklärten offen, nunmehr liberal zu wählen. Der Senior der Berliner Stabtverorb- neten Paul Ilangerhans ist von neuem sd)wcr erkrankt unb hat bas Bcimißtsein verloren 211151(1110. Zur Krisis i n Ungarn. Der ehemalige Finanz- Minister Lukacs ist vom Monarchen mlüt der Entwirrungs- Aktion betroiu worben. Militärkonvention? In Konstantinopel zirkn Heren Gerüdste, bic Pforte beabsichtige, Vcrhaitbluiig.n zwecks Abfdilnsses einer Militärkonvention zwifd)cn her Türkei, Deutfchlanb unb Oesterreich cinzulciten. Zur Lage in Albanien. Die Situation der in1 Cberolbanieii unter Dschavib Pascha op.rierenden Truppen gestaltet fiel) kritisch. Sie sollen in einem Engpaß zmifchen Tiafowti und Jpeg geraten unb von Albanesen in günstigen Stellungen ernstlich bcbroljl [rin. Aus Stutan find Dscha vid Pascha Verstärkungen gesandt worden. A n f ck) l a g eines Ge i st e s g e ft ä r t c n'? Als Präsident Taft dieser Tage das Weiße Haus verließ, um eine Ausfahrt im Automobil zu unternehmen, bemerkte ein Te tettiö einen Mann, bet hinter einem Ahorn bau m dem Prä (tbenteu aufzulauern fctnen. Ter Mann wurde feftgenommen und bei seiner IleibeS-Vifitation rin Revolver und cm Pa troiiengürtel bei ihm gefunden. Uebcr seine Personlid)keit befragt, nannte er fid) £berft Strickleng aus Rofebern in Arkansas unb gab an, nad) Washington gekommen zu fein, um heu Präsidenten zu sehen. Der Manu, der offenbar geistesgestört ift, ivurbc ins Krankenhaus gebracht. 18. Dcrbanösfcft bes Mittclrheinischen Verbandes evangelischer Arbeitervereine. K. Butzbach, 20. Juni Unter sehr tu bl reicher Betest igung raub beute bas 48. Bei bandSsesl unter Leitung bco Piarrcr Schmitt- Höchst a. M. statt. Die Tagung bmann mu einem Fcftgoctesbicnst in ber 3t. Markuskirchc, in bcin Professor Dr 3chöll Friebberg die Festvredtgt hielt Um '^12 Uhr versammelten sich etwa 150 Lio 2*X) Abgcortzncte im 3aale bes Hessischen Host- m den Ber l'antluiigrn, bei denen Psarrer ^cbmitr den Bonitz führte W 11- hel m-Höchst a. M gab einen Bericdt über „Tie Delegierten- Versammlung de- 0! o r b n u n g , bie nur f Z. Bcrönentluhtrn Der mittel rheinische Verband zahlt > Z. 12 Vereine mit 1167 Mu gliedern Ter bcuh'cbe Verbanbstag mr 1910 »mbet in El beriet b statt An bte Verbanblnngen schloß sich nn Festessen — Den Nachmittag füllte bic Fa Knenweihe bes Butzbacher evang Arbeitervereins aus Um 1 <2 Uhr iwurbe eine Probe für bcu Massen chor in der Fest balle abgebalten Um 2 Uhr letzte sich nn stattlicher Festgug in 'Scroraung, an dem außer den Butzbochc: auch auswärtige Vereine, darunter Gießen, mit etwa 100 Mann ttiluabmcn In her Fest halle hielt noch einem liberal vom gemischten V'borc aus Gießen unb Höchst a M, Pfarrer Vco Bii-.bach die BegrüßungSansorache. Dr Vmiif-nk^ des initlilrbc’v Verbandes, Pfarrer 3 noch Griangsvorträge iv*-, Geiangvereins „Lrpbeus", Ansprachen, Konzen und turntrtißx- '3uffübruugea. 2lui Statt unt taut. Gießen, 21. Juni 190t. Die neueste Bahnlinie in Cbcrhcikn. Am Frestaq unb Eainüraq eifoiate bie lan be. mit 76, Earl Müller der 3-'». mit 711Gg. Reinhardt der '»2. mit 6.3, '.lug Loos er 55. mit 611 ,, (i'fl. A1 bold der 61 Preis mit .'»8 , Piiukien Zu Ehren der Sieger findet heute abend iu der Turnhalle ein gemütliches Zusammenfein statt, das wohl eingedenk rcr schönen Errungenschaft recht zahlreich bciudH werden Wirb. Ter Männer-Tnrnverein errang eben fall eme größere Anzahl von Preise i ccti s int ganzen t-? erhielten: wein 30. Preis (71 P i, Christian Sdimitk '•< Pre,s (60' , P. , Friedrid) Pfoisfo r Preis P . 'nrl Thöt 62. Preis l.'»8 P , Heinrid) Müller i'i. Ern? 1.36 Punkte-. (Ausführlidwr Bericht folgt ntorgeu ) "Der Eifrnbahn-Beaintcnoetein untern ihm gestern einen Ausflug nach GimbcrSaii bei Weilb.irg. Zwei Sonberzüqe beföibcrten bie etwa 800 Teilnehmer, bie um 9 Uhr abends wieder hier cmtrafen. * • Auf der LiebigShöhe findet niorgen nadnnii 1 1 Uhr das erste Gar t e n k o nzc r t in hii*fem Jahre jütt» * • Stenographische Tci Stenographen r n Stolze-Sd-reh beginnt, wie aus dein Anzcienteil ersicht t*. am 29. 3iiui d. Is. wieder einen Ansängerkursus für Tai und Herren. • • Bon bet Straßenbahn. Die Mauretarbe '. a für bie Wagen Halle finb bem Bauunternehmer Becker übertragen worben. — Bon ben viel erörterten Rosetten sind jetzt mehrere Stücke hier eingetroffen unb sollen als Mu'icr au verschiedenen Gebäuden angebracht werben. — Mit : Verlegung ber Schienen vorn SelterStor bis ginn Kreuzplatz ist heute vormittag begonnen worben. Plan hofft, im Kauft ber Woche auch bte Pflasterilng zu erlcbigcn. um bie Gliage in der fonuuenben Woche roteber für ben Aerkchi oRnai zu können. • * Verbrannt. Am vorigen Samstag nachmitt ig fdniftrtc bic Ehefrau des Arbeiters Sdimidt in ivr B'.''n- liofstraße beim kaffeekoeben zur beffercn Anfachung -^-s Feuers aus einer Flafd>c Spiritus in fr* • Aci:cr Tic Flasche crvlodiertc, bic Kleiber der Frau gerieten in Brand, und die Frau erlitt derart schwere Brandwunden, da;; sie durch Maiinschaften der Sanitatskolonne in die Klinik flf* bradit werden mußte. • • Fahrradmarder Cm hiesiger Einw'Inter besichtigte gestern vormittag die i^ra.»ernte an' bc- nrcls- micfe unb legte solange fein Fahrrad an der «Wrunbrrirt 3trapc neben den Wiesen nieder Hier sah er n.u nNc ein Unbekannter des Weges tarn, sich auf ba .Vihrral jrf't und in der Richtung Re'-kirdwn baponruhr er .a:rr war ctma 25 Jahre alt, trug dunklen Anzug unb weißen Strohtw'. Das gestohlene Rad war ein noch ganz vurl 'Äblerfabrrab mit ber Fabrikiwminer Src-leidM tragen brefe Zeilen zur Feststellung des Diebe» und Wiedererlangung des Fahrrades bei. " Unfug. In verflossener Nacht wurden In brn Reuen Bauen und in der Ludroigstraße mehrere Straßenlaternen zerschlagen. • • Ermittelt. Tie polizeilichen Ermittlungen X* züglich des Brandes in der kcnnclschen Hosreite rrget*!» daß zwei Buben im Alter von 8 und 9 Jahren in b* .... natöJiiiO'^ ,B-1” 61C . rfiitrOJli»'7 Wr t der h . ltim, J S«--S ,e« LSÄ Gerüstes beschäftigt, als er plötzlich ausglitt und vom Giebel des .^xruses auf das Pflaster stürzte, wo er tot liegen blieb. (:) Wingershausen, 20. Juni. Der Bezirks- Kr leger -Verband „Vogelsberg" hielt heute sein äußerst start besuchtes Bezirks fest ab, womit der hiesige Krieger^ bereiil sein 2 5 j ä h r i g e s I u b i l ä u m verband. Geheime rat Schönfeld übergab dem Kriegerverein die vom Kaiser verliehene Fahnenschleise in den deutschen Farben. Namen« des Bezrrls sprach Bürgermeister Biehl - Raintod. Ter Hassiaverband übersandte dem Verein eine Ehrentafel. W. Bad Nauheim, 20. Juni. Im Künstler- tonzert im neuen Konzerthaus spulte am Samstag das Kurorchester unter Windersteins Führung unter lebhafter Anerkennung des vollbesetzten Hauses. Sehr freundlichen, nach jeder Darbietung sich lebhaft erneuernden Beifall errang Fräulein Thea Fen aus Friedberg, die sich hier stets freundlicher Aufnahme erfreut. Heute veranstaltete der von seinen früheren Aufführungen aufs beste cingeführte Nauheimer Gesangverein „Frohsinn" unter der sicheren Leitung seines Dirigenten Bechtolsheim er ein Doppelkonzert: Volkslieder für Männecchor. Sämtliche Aufführungen erfreuten durch ihre technische Sauberkeit, sowie die Wärme des Vortrages und brachten den Sängern im nachhaltigen und starken Beifall einen wohlverdienten großen Erfolg. R. Friedberg, 21. Juni. Wie unS mitgeteilt wird, stimmte Beigeordneter Damm für den Neubau einer M u ft c rsch u l e; im gleichen Sinne äußerte sich Stadtverordneter Oppenheimer. L. Friedberg, 20. Juni. Kommenden Mittwoch, 23. Juni, hält die Evangelische Konferenz für das Großherzogtum Hessen (Friedberger Konferenz) ihre diesjährige Hauptversammlung hier im Hotel Trapp ab. Vormittags ll1/* Uhr findet die geschlossene Mitglieder- Versammlung statt, auf deren Tagesordnung neben Geschäftlichem auch die Verhandlungen über die Frage der Stellenbesetzung und über die diesjährigen Synodalwahlen stehen. Nachmittags 31/* Uhr folgt der öffentliche, für jedermann zugängliche Vortrag des Herrn Senior D. Bornemann aus Frankfurt a. M.: „Wo liegt die Zukunft unserer Kirche?" mit anschließender Diskussion. Bei der Wichtigkeit der Verhandlungsgegenstände wäre ein zahlreicher Besuch wünschenswert. L. Friedberg, 20. Juni. Die von der Ortsgruppe des Deutschen Lu f t f l o t t c n v c r e i n s einberufene öffentliche Versammlung erfreute sich eines ziemlich starken Besuches. Oberleutnant Funk von der Zentrale des Deutschen Luftflottenvereins sprach über „den heutigen Stand der Luftschiffahrt". Etwa 70 der Anwesenden zeichneten sich als Mitglieder ein. — Der Fußballklub „M e r k u r" feiert am 27. Juni sein 5. Stiftungsfest, verbunden mit Wettspielen auf der Seewiese und einer größeren Feier am Abend. Darmstadt, 21. Juni. Im Hotel Britannia fand heute eine Versammlung hessischer Architekten statt und wurde hierbei der „Verband hessischer Privat-Architekten" begründet, n-elcher die Wahrung der Standesinteressen bezweckt. Ter Verband besteht vorläufig aus den Ortsgruppen Darmstadt, Gießen, Offenbach, Mainz und Worms. R.-B. Darmstadt, 19. Juni. Ein trauriges Familien bild wurde gestern nachmittag in einem Hause der Alicestraße entdeckt. In einer Mansardenwohnung daselbst fand man die Witwe eines früheren hiesigen Gastwirtes mit ihrer Tochter in einem geradezu entsetzlichen Zustande vor. Die Mutter leidet an Mastdarm- und Blasenschwäche und die 30jährige Tochter lag ganz teilnahmslos und völlig abgemagert ebenfalls hilflos in einem vor Schmutz starrenden Belte, während sich die ganze, aus drei Räumen bestehende Wohnung in einem unglaublichen Zustande befand. Das städtische Pslegeamt veranlaßte nach einer ärztlichen Unter- juchung die Ueberführung in das städtische Krankenhaus. Offenbach, 19. Juni. Die Zahl der Austritte aus der Kirche hat im abgelaufenen ersten Vierteljahr eine noch nie dagewesene Höhe erreicht, so daß in einzelnen Bezirken die Amtsgerichte zur Bewältigung des Schreibwerks ihr Personal wesentlich verstärken mußten. Bemerkenswert ist, daß in neuester Zeit sehr oft die Frauen auf den Amtsgerichten erscheinen und Austrittserklärungen vollziehen. s> Krofdorf, 18. Juni. Der hiesige Kriegerverein trifft Vorkehrungen zu seinem 40jährigen Stiftungsfest, das am ersten Sonntag des Juli im „Freundschen Garten" gefeiert werden soll. Begründet bereits im Jahre 1868, gehörten dem Verein 1872 insgesamt 65 Kriegsteilnehmer an. Im Jahre 1906 sind mehrere ehemalige Gründer ausgetreten, so daß der Verein z. Zt. nur noch 18 Veteranen und 26 jüngere Leute, zusammen 44 Mitglieder, zählt. Die benachbarten Kriegervereine, sowie die Ortsvereine haben ihre Teilnahme zu der Festlichkeit zugesagt. Im Jahre 1905 widmeten die hiesigen Frauen und Jungfrauen unserm Kriegeroerein eine neue Fahne. ö. Schönbach, 18. Ium. Unser Dörfchen an der neuen Westerwald-Bahn (Herborn-Westerburg), das infolge seiner idyllischen Lage neuerdings auch als Luftkurort immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist reich an alten Fachwerkbauten mit interessanten Inschriften. So ist daselbst zu lesen: „Mit Müh' hab ich gebaut dies Haus und muß doch morgen wieder drauS; drum lehre, Herr, bedenken wohl, wo ich denn ewig wohnen soll. Erbaut von Heimberger Leibel und Anna, Eheleut." — An zwei weiteren Gebäuden ist zu lesen: „Lese, sieh und schaue, betrachte diesen Baue, schau auf dich und nicht auf mich, Tu nicht Unrecht, hüte dich, denn selig ist der Mann, der sich in andern spiegeln kann." — „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten." — lieber dem Toreingang der alten Mühle daselbst steht der für Müller besonders intereffante Spruch: „Wer ist, der in Müllers Sachen einem jeden recht kann machen. Solcher Müller wird auf Erden müssen noch geboren werden." X. Hanau, 20. Juni. Die Zentralverwaltung für Gas- und W-asserwerle (R. Dunkel) in Bremen als Besitzerin des Gas- und Wasserwerks Langenselbold bei Hanau, Akt. Ges., bot der Gemeinde Langenselbold 220 Aktien zum Kaufe für 82 Proz. und damit den Erwerb deS Werkes an, unter gleichzeitiger Zinsgarantie von 4 Proz. Tie Gemeindevertretung lehnte in ihrer gestrigen Sitzung den Stauf mit großer Mehrheit ab. — Die Unterhaltung der König!. Zeichenakademie Hanau, Fachschule für Ed lmetal - inbuftrie, erforderte int abgelaufenen Jahre einen Staatszuschuß von 97 839.72 Mk. Gerschtssacrl. N. B. Darmstadt, 19. Juni. Tas S ch w urgericht verhandelte heute wegen dem Ucbersall, den der hiesige 36 Jahre alte vorbestrafte Taglöhner Georg R i t s e r t am 6. Mai d. Is. im hiesigen neuen Justizgcbäude, beim Sühnetermin vor dem Amtsrichter Dr. Mahr, gegen seine Fran verübt Hal. Tie Anklage lautet auf Totschlag. Der Angeklagte bestritt nie Tötungs- absicht, er will nur eine Verletzung der Frau beabsichtigt haben, west sie sich weigerte, zu ihm zurückzukehren. Durch seine Trunksucht und Brutalität, die sich öfters in Mißhaitdlung und Bedrohung äußerte, war die 6jährige Ehe, aus der 5 minder her- vorgegangen sind, zerrüttet und die Frau hatte deshalb am 1. April unter Mitnahme der Kinder den Angeklagten verlassen. Dieser klagte nun auf Rückkehr und cs fand aus diesem Grunde der vorerwähnte Sühnetermin statt. Als die Fran auch hier sich weigerte, zu ihm zurückzukehren, siel er über sie her und brachte ihr fünf Stiche in Hals und Schulter bei, deren Heilung vier Wochen dauerte. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände versagt und derselbe wegen Totschlagvcriuchs zu sieben Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. 'München, 19. Juni. Der Fijchermeisler Ernst und der Milchhänbler Riedel, die Kronzeilgeu im Eulendu rg - Pr ozeß, buben aus Berlin die Vorladuiig für den 6. Juli erhalten. Oberlandesgerichtsrat Meyer rst bisher nicht geladen worden. Gent, 19. Juni. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Terroristen Abraham H a r t e n st e i n, der bei seiner Verhaftung am 15. Februar zwei Polizisten getötet hatte, nach viertägiger Verhaudliing zu lebenslänglicher Zivangsarbeit. Sport. n. 24. Mainzer Regatta. 1. Tag. Die Regatta nahm vor einer atlßerordentlich großen Zuschauerinenge um 5 Uhr bei herrlichem Wetter ihren Anfang. Endlich verkündigte ein Glocken- zeichen den Start des ersten Reiinens. Tiefer Slampf — Rhein- V irrer — galt dein Heransforderungspreis des Mainzer R.-V. 'Mit einer halben Bootslänge siegte der T ü s s e 1 d o r f e r R.-V. über den Wassersport-Verein Düsseldorf. Bei dem zweiten Rennen — 2. Vierer ohne Steuermann — unterlag der Mainzer R.-V. mit 3 Bootslängen gegen die Ai a n n h e i in e r R. - G. und tm Gaslvierer siegte L n'd w i g s h a f e n nach scharfen Rennen über die Kasleler R.-G. und errang sich den Wanüerbecher der Stadt Mainz. In dem Ringen — Dritter-Vierer — um den Ehrenpreis, gestiftet von Mitgliedern des Mainzer R.-V., hatte die Kasteler R.°G. alle Aussicht auf Sieg; doch ein Riemenbruch vernichtete ihre Hoffnungen und die Mainzer schlugen mit schönem Endspurt die Mannheimer R.-G. um 3 Längen. Im 5. Rennen — Allfänger-Vierer — trug der Ludwigshafener R.-V. den Sieg über die Mannheimer R.°G. davon' und im folgenden siegte der K i tz i n g e r R.-V. um 10 Sekunden über die Ruhrorler R.- 6k Der Kampf um den Wanderpreis des deutschen Ruderverbandes brachte den Mainzern eine bittere Enttäuschung (1. Vierer ohne Steuermann). Der Ludwigshafener R. ° V., der die Führung verlor, ging kurz norm Ziel noch einmal vor^ die Mainzer und entriß ihneii den sicher entarteten Sieg. Die Mainzer wurden um % Sekunden geschlagen. Den Schluß des elften Tages bildete em Achter-Re n neu, in dem der Kölner R.-V. nach äußerst spannendem Rennen um 4 Sek. früher durchs Ziel ging, als der Kölner Klub für Wassersport. — Der zweite Tag brachte besonders den Kampf um den Rhei n- pokal, den Herr Lukas (Einer) dem Mainzer R.-V. gewann. Auch der Wanderpreis des G r o ß h e r z o g s siel dem Ria Inzer R.-V. zu. Den Wanderpreis des Si a i s e r s wußte sich der Heidelberger R n d e r - K l u b zu erhalten. Tas »in- streitig schönste Rennen des Tages bot jedoch der Kampf zivischen dem M a i n z e r und Ludwigshafe n,e r R.-V. — Er st e r- Achter — das ebenso endete tute der Wettkampf im Erster-Vierer ohne Steuermann. Tie Mainzer wurden um den Bruchteil einer Sekunde geschlagen. Außerdem siegten im Junior-Vierer der Ludwigshafener R.-V., im zweiten Vierer die fl)l anuheirner R.-G. und im Iunior - Achter der Kölner Klub für Wassersport. Im Doppel-Zweier trug die Frankfurter R.-G. Germania den Sieg davon über Hellas (Offenbach) und im Ermunterungs-Vierer siegte der Ma nn he in» er R.-V. über den Kölner Wassersvort-Klub. Kleine Tagcschrottik. Zeppelin sLuftfahrt nach Berlin, zu der bekanntlich der Kaiser Sie Anregung gegeben hat, ist für den 26. Auglist in Aussicht genommen. Die Zahl der T y p h u s e r k r a n k u n g e n in Altwafse r war gestern mittag auf 312 gestiegen, sieben Fälle verliefen tödlich. Vereinzelte Typhuserkrankungen sind auch in der Umgegend von Altivasser vorgekommeu. Von Kopenhagen aus ist die Expedition nach R o r d o st - G r o n l a n d unter btt Leitung von Nikkelse n an Bord der „Alabama" unter lebhafter Teilnahme der Bevölkerung in See gegangen. Auf den kanarischen Inseln wurde gestern morgen ein heftiger Erdstoß verspürt, der in der Stadt Jeot das Rathaus und die Zivilgarbe-Kaserne stark beschäbigte. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tie geplante Geschästsvetgrößerung des M. Keßler am Neuenweg durch den Ankauf des Wieganbtschen Hauses, und der .Geschäftsbetrieb verdient eine nähere Beachtung. Daß die Pscrbcmctzgcrci. an biefen Platz nicht mehr paßt, barüber ist man sich wohl im allgemeinen einig, und man war auch wohl ber Ansicht, baß hier die Stabt zu geeigneter Zeit ein Cpferbringen würbe, um die M i ß stäube zu beseitigen unb bic Anlieger zu schützen. Wer das geglaubt hat, der hat sich sehr geirrt. Man läßt den Inhaber fa)alten und walten wie er will unb kümmert sich nicht um sein Treiben, obschon es manchmal ein Bild ist, das jeder Beschreibung spottet Näher daraus einzugehen, würde zu weit führen, aber für di? Provinzialhauplstabt ist es ein schlechtes Muster, unb bic Passanten ber Reuen baue und des Neuenivegs müssen sich sagen, mir es nur möglich ist, daß hier derartige Zustänbe herrschen. Hier hatte nun die Stadt die Wajsc.in der Hand, das Feuer auf seinen Herd zn beschränken und dem Betreffenden bic Geschäftsführung an diesem Platze unmöglich zu machen unb dies wäre erreicht worden, wenn die Stadt bas Wicganbtsche Haus unb das Spiesfche Anwesen gekauft hätte, weit ihr neben anberen Häusern, z. B. bas Rösesche Haus, zu einem sehr billigen Preis angeboten nnirben. Run sind die beiden Häuser durch Kauf in den Besitz des M. Keßler gekommen, der sich nun zitin Rächtest der Nachbarschaft weiter ausdehnen kann. Es ist durchaus nicht zu verkennen, daß dieser Betrieb für den ganzen Reuenwcg nachteilig wirkt, und das ist für viele um fo bedauerlicher, als sie durch Umbauten schon große Opfer gebracht unb babei den Wünschen der Stabt entsprochen haben. Jedenfalls wäre cs bet bieser Gelegenheit Aufgabe ber Stadt gewesen, hier bessere Verhältnisse zu schaffen, umsomehr als cs durch Heine Opfer möglich war, beit Stabttcil neu zu beleben, es wirb daher immer mit Recht behauptet, baß siir bie Altstadt zu wenig geschieht. Es wirb wohl nicht so sehr lange dauern, jebensalls nicht so lange >vie bei der Insel, was schon so ost bereut wurde, dann wirb man sich fragen, ist es nicht unrecht gewesen, bas Reatzschc Besitztum zur Errichtung eines Geschäftshauses zu ver- faufen, wosür durchaus lern Bedürfnis vorliegt. Die Stabt hätte das Anwesen besser behalten, zumal es einen ganz guten Miet- wert hatte unb im Preis stets gestiegen wäre: man hätte die Dinge, bie ba kommen, abwarten sollen. Wenn man nun in Betracht zieht, baß c3_tn ganz Gießen nie wieber einen berartigen im Mittelpunkt ber Stabt gelegenen Platz gibt, so wäre es gewiß fein Fehler gewesen, wenn bic erwähnten Häuser von der Stabt gekauft worden wären, bic z. Z. burch 'Vermieten rentieren. Es ist ja auch nur noch eine Frage ber Zeit, wo ein neues Rathaus gebaut wirb, unb ba wäre dies ganz entschieden die schönste Lage gewesen, und man hätte sämtliche städtische Bureaus dahin verlegen können, und wenn es dann ein Bedürfnis hätte sein sollen, bann konnte auch bic Stabt einen Ratskeller eut- ridjten lassen. Jebensalls hätten aber bic Stabtvcrorbncten ihren Wählern gegenüber bic Verantwortung übernehmen können unb sich bett Dank aller verbient, wenn sic burch Aukauf ber fraglichen Häuser basur gesorgt hätten, baß biefer Mißstanb beseitigt worben wäre. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 21. Juni. (Orig.-Telegr. bes „Gieß. Anz.") Amtliche Noticrimgen ber heutigen Fru ch t markt preis e. Weizen Alk. 26.00-26.25, Kurhessischcr Mk. 26.00—26.25, La Plata Alk. 26.25—27.25, Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 19.50— 00.00 Gerste (Westerauer) Mk. 19.00—20.00, Franken- selber Alk. 19.00—20.00, Haier 19.75—20.50, Mais Mk. 18.00—00.00. Weizenmehl 0 Alk. 35.50 — 00.00, 1. Qualität Alk. 31.00 bis Mk. 00.0 >, 3. Qualität Alk. 32.00—00.00, Roggewnehl o Alk. 27.50-28.00, 1.Qualität Alk. 24.00—25.00, Weizenkleie Alk. 10.75 bis Alk. 11.00, Roggenkleic Alk. 11.75—12.00, Maiskeime Alk. 00.00 bis Alk. 00.25, Franken, Pfälzer, Rieb Alk. 19.75—20.25. Lilles uer 100 Kg. ab hier. tc.F r a n k f u r t a. M., 21. Juni. (Telegr. Oria. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Roticrnngen der heutigen Viebmarkt- v reise. Zum Verkaufe standen: 525 Ochsen, 19 ans Oesterreich, 52 Bullen, 0 aus Oesterreich, 808 Kühe, Ferien, Stiere und Rindet, 460 Kälber, 206 Schafe und Hämmel, 1938 Schweine, 0 Ziege, 0 Ziegenlämmer, 0 Schallämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 76—89 Alk., 2. Qualität 70—73 Alk., 3. Qualität 60—64 Alk.; Bullen: 1. Qual. 63-65, 2. Qual. 58-60; Kühe 1. Qualität 72-74 Ast., 2. Qual. 60—62 Alk., 3. Qual. 48—50 Alk., 4. Qual. 00—00 All., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 93 bis 95 Psg., Lebendgewicht 53—57 Psg., 2. Qualität 68—75 Psg., Lebendgewicht 40 - 45 Big., Schlachtgcw. 60—65 Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 7v bis 80 Psg., 2. Qual. 70—74 Pfg. Schweine: 1. Qual. 70—71 sli„ Lebendgewicht 55,0—55,5 Pf., 2. Qual. 68—70 Pk., Lebendgewicht 54,o—«00,0 Pfg., 3. Qual. 64—68 Pfg., Lebendgewicht 00 — CO Pig. Gefchäft bei Hornvieh gut, llebevftanö unbedeutend, bei Kälber gedrückt, fern Uebcrftanb, Schafe gut, Schweine gedrückt, Uebcrftanb bedeutend. Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Tienstag dem 22. Juni: Meist heiler und trocken, vereinzelt Gewitter, warm. Südliche Winde. Griginal-Drahimeldnttgen. R.B. Darmstadt, 21. Juni. Die Zweite Kammer der Stände ist auf Donnerstag den 24. Juni vom zweiten Präsidenten Korell zu einer Plenarsitzung einberufen. Aus der Tagesordnung stehen nur unwichtige Gegenstände. Leipzig, 21. Juni. Die hier tagenden Vorstände der sächsischen M i t t c l st a u d s v e r c i n i g n n g sprachen jich gegen den Anschluß an den Hansa-Bund aus, da dieser als Repräsentant' des Großkapitals eine Förderung des Mittelstandes nicht erwarten läßt. München, 21. Juni. Im Mädeler Gabelgebiet stürzte der Student Sander, ein Apothekersohn aus Alsfeld in Hessen, ab. Paris, 21. Juni. Durch einen Streik der Fahrbc- bicnsteten würbe ber Beginn ber heutigen Rennen in Auteuil verzögert. Währcnb bes Rennens kam cs zwcischcn einem Teil bes Publikums, bas in bie Bahn cinbrang, unb Gcnbarmcn zu einem Z u s a rn m e n st o ß, bei bem einige Verletzungen vorkamen. Bonbon, 21. Juni. Rchnolbs Rewpaver mclbct: Die jüngsten Cittz-Rachrichten, wonach bic Gcsunbheit bes Königs minber gut geworben sei, seien zwar übertrieben, boch sei bem König von ärztlicher Seite bie größtmöglichste Schonung anempfohlen worden. London, 21. Juni. Man beabsichtigt hier den Bau von 1.4 Luftkrcuzern, zu deren Kosten bereits ein Teil gesammelt ist. London, 21. Juui. „Daily Expreß" meldet: Mohammed V. werde im Herbst eine Reise nach Europa anlretcn und Ende September Loudon besuchen. Rewhork, 21. Juni. Bei dem Säiigcrfcst fangen 3000 Kinder die Loreley in deutscher Sprache, ivas großen Entusiasmus erregte. Die Entlvöhnung ber Kinder im Sommer ist nach Möglichkeit zu vermeiden, da dieselben durch Darreichung der Kuhmilch (cidit an Magen und Darinkatarrhen erkranken. Wo nun aber die Entwöhnung dennoch stattsiuden muß, greife man ohne Bedenken ah dein feit 40 Jahren altbewährten Restle scheit Kindermchl, welches beste Alpenmilch enthält und mit Waner gekocht eine vollständige, leicht verdauliche, gern genommene Nahrung ergibt. ss4/6 G.m. b.H. gehende Original-Caiiada-Setreideinäher „KTOZOJST“ Aufklappen der Plattform sehr bequem. mit eingeschlossenem Triebwerk und Hauptrad. ganz ans Stahl ist der Beste! ,NOXON‘-Binder siegt überall I Ph. Mayfarth & Co., Prankiurta.M. Tüchtige Vertreter gesucht, wo wir noch nicht vertreten sind. Heugras-Verfteigerung. Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms. Tonnerotag den 24. Juni 1909, Vormittage! f) Uhr, Gemeinde Oberlemp 20 Morgen. Anfang „auf der Vnnipcr". Nachmittags 4 Uhr Gemeinde Mudersbach 24 Morgen. Anfang „Teich" Nr. 1. [B'% Freitag den 25. Juni, vormittags 9 Ubr, Gemeinde Erda 40 Morgen. Anfang „Kräliwicfc". Nachmittags 3 Ubr (Gemeinde Hohensolms 58 Morgen. Anfang „Bornwiefe". 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