Nr. 116 Zweites Blatt ISS. Jahrgang Mittwoch IS.Mai 1909 Erscheint Kqlich mit Ausnahme de« Sonntag«. Die ..Wietzener KamiiienblStter^ werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt, daS „Xreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landuurtschaftlichen Seit- tragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesstn RotattonSdruck und Verlag bet vrühNch« UnwersitätS - Buch- und Steindruckerrt. Ä. Lang». Stehen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» strahe 7. Expedition und Verlag: esg5> 5L Redaktion.e^^112. TeU-Adr.: An-eigerStehea» auf ?l-anderung der Fahttartensteuer gestellt hatte, bemerkt, er habe angenommen, baß die Vorlage dem Plenum des Reichstags gemacht werden solle. Auf eine Aeußerung von konservativer Seite, in der die Befürchtung ausgesprochen wurde, daß die Absicht bestehe, die Verhandlungen auf einen toten Punkt zu bringen, nahm Dr. Wiemer (Fr. Vp.) für seine Person in Anspruch, zur Förderung der Geschäfte nach besten Kräften beizu- tragen. Da ein formeller Antrag im Sinne der sozialdemokratischen Bedenken nicht vorlag, wurde in die Beratung des Entwurfs eingetreten. Zur Sache erklärt sich zunächst der Wortführer der Rational- liberalen, daß seine Freunde, wenn die verbündeten Regierungen die der Denkschrift als Anlage beigegebene Vorlage dem Plenum verlegen sollten, ihre Zustimmung zu dieser Aenderung der bestehenden Fahr karten steuer nicht in Aussicht stellen könnten. Er verkenne in keiner Weise die Mängel der jetzigen Steuer: aber in einem Augenblick, wo man fast 400 Millionen neuer Konsumsteuern bewilligen müsse, eine neue Belastung der minderbemittelten Schichten, eine Hineinbeziehung der 4. M^genklasie eintreten zu lassen, erscheine ihm ganz unangebracht^ Sie sei umso mehr unmöglich, als die nun vorgeschlagene Form der Steuer für die 1. und 2. Klasse eine wesentliche Verminderung der jetzigen Fahrkartensteuer bringe, was die neue Belastung der 4. Klasse um so unberechtigter erscheinen lasse. Die national- liberale Fraktion habe sich einmütig entschlossen, einer Ausdehnung der Steuer auf die 4. Klasse nicht zuzustimmen. Der Vertreter der Reichspartei erklärte es für berechtigt, daß die 4. Klasse in mäßiger Weise mit herangezogen werde. Die Fahrkartensteuer sei für die 1. und 2. Klasse zurzeit zu hoch. Der Redner bedauerte die ungewöhnliche Bescheidenheit des Reichs- schatzamtes. Zweckmäßig seien Sätze von 5 — 5 — 4 und 3y2 Prozent. Geheimrat Dr. v. d. Leyen (aus dem preußischen Eisenbahn- mnristerium): Das Reichsschatzamt wurde von der Kommission um die Vorlegung von Material gebeten. Sein Ministerium habe dies gegeben. Das Votum der Nationalliberalen sei bedauerlich. Die Abwanderung in die niedrigere Wagen klasse nehme fortwährend zu. Lasse man die 4. Klasse frei, so werde dieser Mißstand noch mehr gefördert werden. Man solle sich nicht Vorurteilen hingeben, sondern auf den Boden der Vorlage treten. Ein sozialdemokratischer Redner erklärte "bie Vorlage dadurch für gerichtet, daß sie eine Entlastung der oberen und eine Belastung der unteren Klassen bringe. Die längeren Reisen in der 4. Klasse seien nicht Einzelreisen, sondern meist Familienreisen. Früher habe man den einfachen prozentualen Zuschlag als brutal bezeichnet und habe die Steuer sozial gestalten wollen und jefct mache man eine solche Vorlage. Der Vertreter der Freisinnigen findet die Bedenken ferner Freunde gegen eine Fahrkartensteuer durch die Erfahrung durchaus bestätigt. Wenn auch 'die Zerrütymg der, einzelstaatlichen Finanzen die Folge gewesen fei, so fei doch großer Schaden erwachsen. In den Einzellandtagen habe inan die schärfste Kritik geübt. Die vorgeschlagene Aufhebung der Steuer hätten ferne Freunde mit aufrichtiger Genugtuung begrüßt und bedauerten, daß jetzt eine andere Fahrkartensteuer an die Stelle der alten treten solle. Die neuen Vorschläge seien ebenso verkehrt wie die alten. Die Regierung hätte sich überhaupt nie auf eine Besteuerung des Personenverkehrs ein! an en dürfen. Besonders bedauerlich sei der antisoziale Zug, der in der Einbeziehung der 4. Klasse liege. Da gäbe es keine IVergnügungsreisenden. Uebrigens könne man die Steuer für die 4. Klasse ja dadurch umgehen, daß man bei Aufenthalt auf einer Station eine neue Karte löse bis zum steuerfreien Betrage von einer Mark. Ddr prozentuale Zuschlag wirke höchst ungleichmäßig. Ein Reisender in der 3. und 4. Wagen- klasse empfinde bei einer Fahrkarte von 3 Mark die Steuer härter als ein Reisender der oberen Klassen, der für den gleichen Betrag eine Karte löse. Die Fahrkartensteuer sei weder Besitz- fteuer, noch indirekte Steuer, sie fei eine Verkehrssteuer, und der ganze Grundgedanlc sei verkehrt und unannehmbar. Der Redner forderte die völlige Aufhebung der Fahrkartensteuer, die verfehlt, finanziell inigünftig und grundsätzlich verwerflich sei. Der Redner der Wirtschaftlichen Vereinigung verlangt gleichfalls die Beseitigung der Fahrkartensteuer als Erschwerung des Verkehrs unter allen Umständen die Ablehnung der Heranziehung der 4. Klasse. • Der Vertreter der Pvleir gab zunächst bte Erklärung ab, das; seine Freunde an der Finanzreform positiv mitarbeiten wollten und nicht, ivie man ihnen nachsage, schließlich gegen alles stimmen würden. Die Belastung der 4. Klasse sei unannehmbar. Der Schatzsekretär verwies auf die kuriose Sage, in der sich die Vertreter der verbündeten Regierungen befänden. Tie Regierung habe die Aufhebung der Fahrkartensteuer vorgeschlagen in Voraussetzung der Bewilligung neuer Mittel. Sie habe dann die Kommission gehört, und diese habe die prozentuale Steuer empfohlen. Auch er halte sie für richtig. Nunmehr sei er in der Auffassung, daß im Plenum eine Mehrheit für die Vorlage zu erzielen sei, sehr wankend geworden. Bei solcher Sage der Tmgc komme man schließlich zu der Auffassung: Wenn nicht, dann nicht! Von sozialdemokratischer Seite wurde noch auf die Zehntausende von Saisonarbeitern verwiesen, die weite Strecken in der 4. Klasse zurücklegen müssen. Geheimrat Dr. v. d. Leyen bemerkte gegenüber dem Vorredner, in Ungarn habe man mit dem Zonentarif schlechte Erfahrungen gemacht. Ter Einheitspreis für die 4. Wagen klasse fei in Deutschland niedriger als in allen anderen Kulturstaaten. Von konservativer Seite wird ausgeführt, daß doch schließlich der Fahrkartensteuer der Reid auf die Erträge der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft zugrunde liege, das Reich sollte daran parlizipieren. Es erscheine bedenklich, zurzeit ein neues System einzuführen. Wenn die wenigen Millionen, die aus der Fahrkartensteuer erzielt werden sollten, anderweitig beschafft werden könnten, dann sollte man die Fahrkartensteuer beseitigen. Tas festzustelleii sei der Zweck der heutigen Besprechung. Lorn Zentrum wird der Regierungsvorschlag verteidigt. Tie Entlastung der 1. Klasse spiele praktisch gar keine Rolle. Abge ordnete und Beamte stellten das Hauptkontingent in dieser Klasse Deshalb sollte man eine solche Entlastung nicht Vorschlägen, weil den Gegnern damit eine scharfe Waffe gegeben werde. Das Publikum der 4. Klasse sei heute ein ganz anderes als vor drei Jahren, infolge der Abwanderung: da liege die Frage nahe, ob man 'nicht eine kleine Steuer aufschlagen sollte. Der Zentrums rebner behielt sich bie endgültige Stellungnahme vor. Ein anderer Zentrumsführer bemerkte, daß zu Bismarcks Zeiten eine Fahrkartensteuer bis zu 10 Prozent geplant worden sei Jener Entwurf habe nur den Bundesrat nicht verlassen. Es würde interessant sein, darüber etwas zu hören. Auch dieser Redner sprach sich für die Beibehaltung einer Fahrkartensteuer ans Der Vertreter der Freisinnigen fand es bemerkenswert, daß gerade das Zentrum sich für die Fahrkartensteuer und die Be lastvng der 4. Wagenklasse ins Zeug lege. Tas entspreche allerdings der verkehrspvlitijchen Anschauung des Zentrums aus dessen Reihen das Wort vom „Verkehrsdusel" seinerzeit gekommen. Ter Grund sei hinfällig, daß das Publikuin der 4. Wagen Nasse jetzt ein anderes und leistungsfähigeres sei als früher: denn die ärmeren Volksschichten seien nach wie vor auf die 4. Klass angewiesen, und die aus der 3. Klasse zugewanderten gehörten dem Mittelstand an, dem man doch auch nicht neue Lasten aus- halfen dürfe. Er freue sich, daß auch die Konservativen für die Aufhebung der Fahrkartensteuer eintreten. Ersatz könn gefunden Stimmungsbilö aus dem Reichstage. Berlin, 18. Mai. Kehraus int Reichstage. Zum letzten Mal vor den nunmehr gesicherten Pfingstserien kam man zusammen, um das weitere vertrauensvoll der Finanzkommifsion und den Verhandlungen hinter den Kulissen zu überlassen: Aber ehe man auseinanderging, waren noch alle die Gesetzentwürfe zu erledigen, die der parlamentarische Vvlksmund kleine Vorlagen zu nennen pflegt, und deren Einwirkung auf das gewerbliche, geistige und soziale Leben der Nation doch häufig viel durchgreifender und nachhaltiger ist, als die gar mancher hochpolitischer Gesetze, deren Verhandlung das parlamentarische Gefüge schier zu erschüttern droht. Nicht lveniger als fieben dritte Lesungen standen auf der Tagesordnung. In rascher Folge, zumeist ohne jede Erörterung und zum Teil sogar en bloc wurden sechs Gesetzentwürfe verabfchiedet, unter anderem die Berner Uebereiu- fünft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst, das Patentabkommen mit Nord-Amerika, das nur noch zu einer kurzen Zwiefprache zwischen dem national liberalen Dr. Stresemann uno dem Staatssekretär v. Bech- man-chollweg über das wünschenswerte zollpolitische Entgegenkommen der Vereinigten Staaten Anlaß gab, das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb und die Novelle zum Bankgesetz. Umso ausführlicher und angeregter war Vie Unterhaltung beim siebenten Punkt, dem Viehseuchengesetz. Aber man würde vergeblich auf den zahlreichen Seiten dieser Drucksache nach Bestimmungen suck)en, die den Gegenstand der Aussprache bildeten, denn zu einer sachlichen Auseinandersetzung hatte nach der gründlichen Beratung, die im Plenum und in der Kommission vorangegangen war, niemand mehr Lust. So wurden denn mehrere Stunden ausgefüllt durch ein Rede-Tournier höck;st persönlicher Art, bei dem der Führer des Bundes der Landwirte, Dr. Hahn, vom ersten bis zum letzten Gange sich auf die Verteidigung beschränken mußte. Bei der zweiten Lesung desselben Gesetzes am Sonnabend hatte er einen Be- ।richt über die bekannte Wagnerversammlung. der Steuer- uno Wirtschaftsreformer erstattet, der mit oen wirklichen Vorgängen in gar zu schroffem Widerspruch stand, und als Antwort hierauf barg er ein Schreiben des Geheimrats Wagner in seiner Rocktasche, dessen Lektüre er wohlweislich bis zum Ende der heutigen Sitzung verschob. Aber ein Schreiben gleichen Inhalts hatte auch der freisinnige Abg. Fegter erhalten, und so mußte denn schließlich Dr. Hahn, in die Enge getrieben, etwas kleinlaut den Rückzug antteten. Auch die Unterstützung seines Bundesbruders Dr. Rösicke konnte ihn nicht retten. Im übrigen ging die Debatte fast ausschließlich um Fragen der allgemeinen Zoll- und Wirt- schastspolitik und die Rolle, die der Bund der Landwirte dabei gespielt hat, und auch hierbei blieb Dr. Hahn gegenüber den freisinnigen Abgg. Gothein und Dr. Struve und dem hannöverschen Nationalliberalen Wachhbrft de Wente durchweg nur zweiter Sieger. Schließlich wurde aber auch das Viehseuchengesetz verabschiedet und zum Schluß hatte der Reichstag noch Gelegenheit, seine Einmüttgkeit zu zeigen rn der Wahrung seines Budgetrechts. Die Rechnungskommission halte Swakopmunder Molenbauten aus dem Jahre 1901 beanstandet und das Plenum des Reichstages faßte, indem es diesem Anträge beitrat, einen Beschluß, der eigentlich bie Bedeutung der zivilrechtlichen Haftbarmachung eines BMlbeamten für den Betrag von mehreren hunderttausend Mark lstiben müßte. Aber dem Staatssekretär Dernburg gelang es mit seiner Darlegung, daß jener Beamte im Reichsinteresse zu handeln glaubte und jedenfalls guten Glaubens war, doch eine etwas versöhnlichere Stimmung hervorzurufen, und so dürfte denn die Verwahrung des Reichstages bei der brüten Lesung dieser Rechnungssache einen Zusatz erhalten, der sie der bösen zivilrechtlichen Folgen entkleidet. Um sechs Uhr war die Tagesordnung erschöpft und man trennte sich mit einem: Auf Wie der- sehen bei Zeppelin und in Stuttgart, dessen Oberbürgermeister noch zu guterletzt die Hohe Versammlung zu Gaste gebeten hat. Oie Srköigimg der Krips in der Manzwmmission. Die Finanzkommission wählte am Dienstag zu ihrem Vorsitzenden den konservativen Abgeordneten v 0 n R i ch t h 0 f e n. Bei Eintritt in die Wahl richtete ein Mitglied der Reichspartei an Dr Paasche die Frage, ob er bereit fei, eine Wiederwahl anzn- nehmen. Dr. Paasche gab f^ier ^imgtuung über bie if)m teil gewordene Anerkennung für die Führung der Geschäfte Au»- druck bat aber, von seiner Person Abstand zu nehmen hierauf brachte das Mitglied der Reichspartei den Abg v. Nichthosen ut Vorschlag und dieser wurde einltimmig gewählt. Er nahm die Wahl an mit der Erklärung: dieses Amt fet zu allen Zeiten schwierig gewesen und jetzt doppelt schwer: er übernehme eß aber in der Hoffnung, baß bei den Verhandlung^, bie lachlichen Ge)ichts- pMkte maßgebend fein wurden und werde alles daran setzen, ^imeufTrfolgte bie Abstimmung über den Schlußartikel des in einer der früheren Sitzungen im übrigen erledigten Entwurfs der Subkommisfion über bie Tabakwertsteuer Dieser Artikel 4, der von bem Inkrafttreten des Gesetzes handelt, wurde angenommen, die Zeit des Inkrafttretens nnrb einstweilen sreige afteri Damit ist die erste Lesung der Tabaksteuer und somit auch die Banderole für bie erste Lesung erledigt. Die Fahrkartensteuer. Auf ber Tagesordnung ber Kommisfionssitzung stand nunmehr die Fahrkartensteuer. Vor Eintritt in die, Beratung erhob ein Mitglied der sozialdemokratischen Partei geichastsordnungsmaßige Bedenken dagegen, daß eine Vorlage von der Kommission beraten werde, ehe sich das Plenum in erster Lesung darüber geäußert habe. Ein Vertteter der freisinnigen Vereinigung bemeine dazu. Dem Reichstag werde jedenfalls die erste Lesung nicht vorenthalten werden dürfen. Die Wortführer der Kntwnaaiberalen und des Zentrums vertraten die Auffassung, daß die Beratung einer Denkschrift in der Kommission zulässig sei, und von freisinniger sette wurde hinzugefügt, daß das Plenum, das ja ledenfalls zu dem Gedanken Stellung nehmen müsse, dies noch rechtzeittg tun tonne bei der ersten Lesung der Ersatzsteuern. . . . . Auf die Bemerkung eines Zentrumsaogeordneten, daß die Abänderung eines bestehenden Gesetzentwurfes ohne xlnljorur.g des Bundesrats bedenklich sei, erklärte ber L-chatzsekretar: es handelte sich um einen Kommissionsbeschluß, also habe /r die Denkschrift auch nur ber Kommission vorlegen können. Mer den verbündeten Regierungen ijabc er Fühlung genommen; ihnen fei die Anregung ber Kommission sehr erwünscht. Der Zentrums- abgtsrbncte, der femeryät den Antrag in der Fuianzkonrmission werden, wenn man bie Ermäßigung ber Zuckersteuer verschiebe, bie einen Ausfall von 35 Millionen bringe. Schatzsekretär Sybow nimmt nochmals bas Wort: Er fei nicht sanguinisch genug, zst glauben, baß hier Gelb genug bewilligt werbe. Tie Frage ber Fahrkartensteuer könne man nur vom Standpunkt ber Zweckmäßigkeit rnib Gerechtigkeit auffaffen, nicht politisch. Eine Entlastung ber ersten Klasse sei nicht nötig. Tamit enbet bie Besprechung über bie Fahrkartensteuer. Das ber Finanzkommissinn vorliegenbe Material ist bamit in ber ersten Lesung erschöpft. Ter Vorsitzende schlägt vor, bie Besitzsteuern itnb bie dazu gestellten Anträge auf bie Tagesorbnung ber nächsten Sitzung zu setzen. Dr. Paasche ersuchte, bie Regierungsvorschläge auf bie Tagesorbnung zu setzen. Von freifinniger Seite würbe betont, baß neue Gesetzentwürfe zunächst vor ben Reichstag gehörten. Ter Sckfatzsekretär erklärte bazu: Ich hatte bie Absicht, email Gesetzentwurf betreffend bie Wertzuwachssteuer vorzulegen. Eine hierauf bezügliche Denkschrift ist in Arbeit. In ihr werben bie Bedenken gegen bie Werizuwachssteuer bargelegt: welche Stellung bie üerbünbeten Regierungen einnehmen werben, vermag ich noch nicht zu sagen. Die Ausarbeitung einer Vorlage würbe bis Mitte Juni möglich sein. Tr. Paasche oertrat nochmals ben Stanbpunkt, bah für die 2. Lesung Stofs genug vorliege, unb ba bie Regierung bestimmt erklärt habe, baß bie Erbansallsteuer für sie eine conditio sine qua non für bie Finanzreform sei, so müsse bie in erster Lesung schon vcrhanbette Erbansallsteuer auf bie Tagesorbnung gefetzt roerben. Von konservativer Seite wirb bestritten, baß ber Staatssekretär jemals bie Erbansallsteuer als conditio sine qua noa bezeichnet habe. Ein nationalliberales Kommissionsmitglied nimmt bcmoegcB* über Bezug auf bas Kommissionsprotokoll. Inzwischen ist ber angetünbigte neue konservative Besitzsteuer- antrag, ber einen Gesetzentwurf unter bem Namen bes Abg^ v. Nicht- Hofen enthält, mit einem Weripapier- (Notierungssteuer), Wettzuwachs- unb Umsotzstempel ber Kommission gebrückt vorgeleyt worben. Die Zusatzanträge betreffen bie Bestimmungen über bte Besteuerung aller zum Börsenhanbel zugelafsenen Wertpapiere nnb über bie Erhebung ber Umsatz- imb Wettzuwachssteuer. Der Steuersatz ber Wertpapiere schwankt zwischen 1 bis 3 Matt vom Tcmsenb bzw. 2 bis 4 Matt vom Tausenb bes ganzen zu Beginn bes Steuerjahres emittierten Kapitals. Befreit sinb bie Renten unb Schuldverschreibungen bes Reichs unb ber Bundesstaaten. Steuerpflichtig sinb ferner Kauf- unb sonstige Anschaffungsge.chäfte auch über Wertpapiere, bie nicht zum Börsenhanbel zugelassen find. Tie Umsatz- unb Werizuwachssteuer wirb erhoben vom Erwerber, ber Vs Proz. bes Wertes unb vom Verkäufer, ber bie Wertzuwachs- fteuer zu zahlen hat, bie 10 Proz. beträgt, und bei einer Wetti fteigerung von weniger als 10 Proz. sich progressiv steigert bis 25 Proz. bei einer Wettsteigerung um mehr als 150 Proz. Diese Sätze kommen^ jeboch Nur zur Erhebung, wenn ber letzte Besitzwechsel höchstens 5 Jahre zurückliegt. Bei einem längeren Zeiträume rieten Ermäßigungen ein. _ _ Der Schatzsekretär erklärt, baß, falls bie)er Antrag RichthofeNi auf bie Tagesorbnung gefetzt werben sollte, er aufmerksam ber Debatte folgen werbe, sich aber nicht materiell bazu äußern könne, ba bie Regierung noch keine Stellung genommen habe. Von freisinniger Seite würben mit Rücksicht barauf, baß bte, Regierung suh noch nicht geäußett habe, Bebenken gegen eine Beratung bie)er Materie erhoben. Tie Abstimmung ergab als Tagesorbnung ber heutigen Sitzung das von ber Finanzkommission in erster Lesung beschlossene Besitz- steuerftimpromiß, ber ursprüngliche Antrag Gamp-Herolb in Ber- binbung mit bem neuen konservativen Besitzsteueranriag unb ber Erbschaftssteuervorlage ber Regierung. Tie Kommission will heute unb bie nächsten Tage vor- und nachmittags tagen; sie wirb vermutlich noch bis Tonnerstag vor Pfingsten zusammen bleiben. _______________________________ poitfifdH* Tagesschar». Zur Banderolesteuer. Die Animosität, mit der der Verfasser des ersten Artikels „Zur Banderole steuer" in Nr. 114 des „Gieß. Anz." seinen Erpektoralionen Ausdruck zu verleihen beliebt, lassen eine Rechtferttgung nicht von der Hand weisen, zumal der Artikel äußerst provokativ ausklingt. Meinem subjektiven Empfinden widersttebt es zwar, mitf) zu verteüngen, indes, ich handle in ,,defensione necessaria“. Zum Abfassen des inkttminierten Attikels hat mir lediglich der Eindruck die Feder in die Hand gedrückt, den ich erhielt, als ich vor kurzem zu meinem größten Erstaunen aus dem Munde eines Zigarrenfabrikanten vernahm, welche Unklarheit über das Wesen und die Handhabung der Bande- roleestuer besteht oder bestanden hat. Weitere Umfragen haben die Anschauungen des Fabrikanten bestätigt. Die Belehrung erscheint daher durchaus nicht so „seltsam", toie es ber Artikelschreiber hin?,ustellen für gut finbet. Es mag sein, daß dieser und mit ihm ein großer Teil der Fabrikanten über den Gegenstand eingehend informiert ist; dieser Umstand konnte mich aber nicht abhalten, auch die „Nichtinformierten" aufzuklären. Den Standpunkt der Tabakbranche verkenne ich keineswegs. Es ist aber ganz naturgemäß, daß sich jeder seiner Haut wehrt, wenn ihm Gefahr droht und insonderheit solche, der man nicht auszuweichen vermag. Es würde hier zu weit führen, auf alle Einzelheiten des Könterskriptums einzugehen. Nur wenn es die Notwendigkeit erfordert, werde ich in meiner „edlen Harmlosigkeit", die mir der Konterskribent in so überaus liebievoller Weise im püriert, die Angelegenheit näher zu beleuchten wissen. So viel sei aber gesagt, daß nicht die Fabrikanten Die aus purem Patriotismus bewilligten 40 Millionen Mark aufzubringen haben, sondern die Konsumenten. GS muß mithin diesen auch gestattet werden ihre Ansicht Kurt Ausdruck zu bringen. Der Verfasser des Artikels „Ein paar Worte zur Banderolesteueri". Die Beamtenbesoldnngen unb die Fmanzreform. In der Budgetkommission des Reichstags gab Schatz- ftkretär Sydow am Dienstag die Erklärung ab, die verbündeten Regierungen könnten zu den Beschlüssen der Kommission über die Beamtenbesoldungen keine Stellung whmen, ehe das Ergebnis der Beratungen der Finanz- ommission vorliege. Bekanntlich hat die Budgetkommission ic Besoldungsvoriage bereit ab geändert, baß sich daraus ui'? Mehrausgabe von 26 Millionen über bie Regierungs- orlage hinaus ergeben würde. Der Berichterstatter der Kommission machte d-en Vorschlag, bie zweite Üesung der Zesolbungsreform am 16. Juni zu beginnen. Von kvnsev« c ioer Seite wurde int Einklang mit der Erklärung des 2 itzsekretärs es für nötig erklärt, mit der zweiten Äsung L) ;um Abschluß der Beratung der Finanztommission zu, nxnieit. jjennum, ^eijinniqe uno roiriioyiniiaie Xkreuti- aurtfl betonten dagegen die Dringlichkeit der Erledigung -er B^säldungsreiorm: mu> verlangten die zweite Lesung auch ohne Rücksicht aus die Finan>rtform. Tic Beamten könnten nicht mehr warten, und man müsse mit dieser 'Angelegenheit zur Ruhe kommen. Tie Kommission setzte ihre nächste Sitzung auf den 16. Juni an und wird au» nächst die Frage der Zulagen in Verbindung mit der Zuteilung einzeln.-r Beamiengruppen in Tarisklassen erledigen. Tie Subkommission l>at die Zulagen durchbcra en, a.er btc Negierung hat erklärt, daß sie Zeit zur Durchberatung der Beschlüsse haben müsse, und mit Rücksicht hieraus wurde die Vertagung der Kommission arbeit beschlossen. Zwischen der ersten und zweiten Lesung der Besolbungsrisorm sollen verhandelt werden die FernsprechgelMrenorbnung. das Etatsgcsetz für die Schutzgebiete und die Angelegenheit der Einfuhrscheine. Trr Schatzsekretär kündigte einen Nachtragsetat an über den Erwerb des Truppenübungsplatzes Zehrensdorf zum Ersatz für dac- Tempelboser Feld, das der Militär- fistus bekanntlich verkaufen will.___________________________ Deutsche» Keich. Deutscher Stäbtnag Zum nächsten Montag ist der Vorstand deS deutschen Städtclages nach Berlin berufen worden, um Stellung zu nehmen zur Frage der Neubswertzuwachssteuer. Die GeroerbeorbnungskornmiisionbeS Reichstages erledigte in erster Lesung ohne erhebliche Aenderungen das Gesetz über oic Zigarren- und Hausindustrie. Tic englischen Gäste, die Dorgeftmi abend zu einem Fit essen ui der Tonhalle in Düffelboi s versammelt waren, fuhren gestern vormittag in Begleitung des Lberbürgermeisters, m< Beigeordneten und Stadtverordneten mit einem Sonderzug nach Leverkusen zur Besichtigung der Farbenfabriken von Bayer u. Eo Sie trafen dort um 10 Uhr ein und wurden vom AufsichtSral und der Direktion der Fabriken empfangen. Geh. Rat Dr. v. Boetlmger, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, hielt einen Vortrag über die Organisation der Fabriken. Daraus erfolgte eine Besich uqung der Fabrikanlagen Von Düsseldorf sandten die Gäste ein 2 legramm an den deutschen Kaiser, tvoun sie ihre Frcubc über den Empfang in Düsseldorf ausdruckten. Vorbesprechungen über die Brüsseler Weltausstellung. Eine aus Vertretern der belgischen Regierung sowie aus der Leitung der Weltausstellung in Brüssel 1910 be stehende Abordnung trifft unter Führung des Herzogs von Ursel am Freitag in Berlin ein Die Delegation wird Abmachungen über die Beteiligung Deutschlands an der Weltausstellung mit einem Reichskominiffar zum Abschluß bringen. Während des mehrlagigen Aufenthaltes finbcn zu Ehren der Delegation Empfänge bei oem Staatssekretär v. Bethmann Hollweg, dem Staatssekretär uno dem Präsidenten der ständigen Ausstellungskommission für die deutsche Industrie und die deutschen Komitees und dem bei- gischen Generalkonsul statt. parlamentarische» aus Hessen. Der G e s e tzg c bu n g s a n s f ch u ß der 1. Mn nt m e r setzte gestern seine Beratungen fori. Zuerst wurde der Bericht über die Regierungsvorlage, bi'tr. Entwurf eines Gesetzes, die Abänderung des Gesetzes über die Ansüliuiig und den Schutz der Fischerei vorn 27. April 1881 betr , verlesen und genehmigt: ferner wurde der Bericht über Art. 227 des P o l i z e i u r a s g e s c tz e S erledigt, i^ezüglich des Amrags ber Abgg Ulrich und (9en., betr. Entschädigung für unschuldig erlittene Straf- u n d Unter» , uchungshaft nimmt der Ansfciniß den gleichen Standpunkt an, wie der 2. Ausschuß des 33. Landtags. Der Ausschuß wird über diesen Gegenstauo d r auf dem vergangenen Landtage eingehend verhandelt wurde, unter Berufung aus diese Verhandlung mir einen kurzen Bericht erstatten. An» Stadt nnd Land. Gießen, 19. Mai 1909. Vberhefscn, die Wnsscrtantmct von Frankfurt. Seit Jahr und Tag war die Stadt Frankfurt a. M. auj der Suche nach einem guten, gesunden Quellwasser Erfolglos hatte sie hier und da schürfen lassen. Da wars die Frankfurter Siabtverivallnng ihre Blicke nach Norden, nach Oberhessen, nach jenem gesegneten Landstrich, dessen Erzeugnisse mit W. beginnen Oberhessen har zwöls W., tvährcnd an bert* Gebiete eines oder das andere ermangeln- Wasser, Weide, Weizen, Wein >Büdingen, Nod-Nauheim >, Weiden, Wiesen, Weiher, Wolle. Wachs, Werk (Flachs), Wäl der und Wild. Der erste Berwaltungsbeamle der Provinz. (Hcljeiniercit Dr Beeiden Gießen kam Frankfurt a M. zu Hilfe und stellte ihr aus dein projektierten, großzügigen Wafserioerk bei Inheiden am Westrande des Bogelsberges gelegen Wasser zur Bersügung. Folgender Vertrag mit Frankfurt und der Provinz nnirbt* fixiert: 20 000 tfnbif- meter täglick), für 10—12 Pjg. das Kubikmeter, 50 Fahre lang lieferbar, unter der Bedingung, daß das Weisser bis an die Landesgrenze bei Vilbel lierangebrachi werde, die »Losten für die hu । preußischem Gebiete herzusteUeuden Au lagen Frankfurt zu Zahlen und die Wasserlieferung vom Jahre 1912 zu beginnen hat. Di der Frankfurter Wafserbedars durch das Znheidcner Wasser nicht gedeckt ist, richtete der Magistrat seine Blicke aus den öjtlicben Vogelsberg, nach dem Quellengebiet der Braclft und Salz und trat in Ber iwndlungen mit dem Fürsten zu Jsenbury-Birstein, in dessen Standcsherrsilurft der obere Lauf der Flüßchen liegt. Sach» verständigen-llrteile ergaben, daß man diesem (Gebiete täglich ai die Ver trage gebilligt unb gleichzeitig der Stabt Frankfun a M. seine Einwilligung gegeben für bic Dnrckx iihrung von Vor» iren unb die gruudfätzliche Genehmigung zur Eutnabuie ,ivii Rutzivasjer aus dem Rheut bd «astet. Der Frankfurter Stabtvcrordnetenverf'ammlung ivcrden bemnädut bic Verträge mit der Proviu,.aldirekiion b.e Provinz Oberhessen und dem Fürsten zu F,enburg zur Geuiyuiigung vvrge.egt werden. • " Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versanimlung am Freitag. 21.Mai, nachmittag 4 Uhr ist folgende Tagesordnung aufgeslellt worden: 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der Rechnung der Stadt und des Stadleriveuerungsfonvv für 1907. 3. Baugesuch des Sind Mod) für Seliersweg 75. 4. Erwerb der Henjclstraßc. 5. Verlauf von Gelände am Tietenweg an Ockel. 6. Ankauf des Grundstücks von Marx am Lndwigsplatz. 7. Tauschvcrirag . nut Heinrich Tichy üder Gelände an Der Vüivengafie. 8. An» unb Verkauf von Gruudsiucksleden beim SchweitcrnhauS und ber Sparkaste. 9. Verlauf von Sladtbachgelände in der staplanSgaste. 10. Befestigung der Bürgerficige in der Bis- ni asirage. 11. Kabellegung tn der Gartemiratze. 12. Unterhaltung und Beleuchtung des WegeS nach dem DolkSbad. 13. Vergebung von Arbeiten. 14. Beschaffung eines Licht» pauSapparateS für das DermefiungSamt. 16. Abänderung ber Wochenmarktordnung. 16. Waldwirtschaftßplan für 1910. 17. Genehmigung von Holzabgaben aus der Hand. 18. Feld» bereinigunq links der Lahn; hier: Öeroannbenennung. lU Bleichenbach, 18. Mai. Unsere Gemeinde erhielt heute eine neue Feuerspritze von ber vereinigten Gesellschaft „Fabrik für Feuerlöschgerätschaften" zu Ulm an der Tonmi zum Preise von 2080 Mk., wozu die Landesbrandkasse einen Zuschuß von 600 Mk. leistet. Tie alte Spripe, seinerzeit ocn ber Firma FohS. Bach-Windecken geliefert, konnte beim letzten Brande nicht in Tätigkeit treten und die Anschaffung einer neuen Spritze war dringend geboten, stmim war die Spritze im Schuppen unterge* bracht, erscholl auch schon Fcuerruf. Ein kleiner knabc halte in einer Schnier ein ttcbunh Stroh angezündet Ein Glück war es, daß die Großmutter des Kleinen auf dessen Angstschrei Hilse zum Löschen herbeirufcn konnte Bei der enaen flauart in diesem Torfteil wäre das Torf voraussichtlich von einem großen Brandunglück betroffen worden. A OrleSh ausen bei Büdingen, 18. Mai. Nach heftigem Wahlkampf unterlag gestern der bisherige Bürgermeister Schließer mit 10 Stimmen seinem Gegenkandidaten I. Dörr, der 43 Stimmen aus sich vereinigte. Nur wenige Bürger waren dem Wahlakte ferngeblieben. Hoffentlich kehrt bald wieder Ruhe bei den erhitzten Gemütern ein. — Auch in dem nahen Aulendiebach findet heute eine zweite Bürger- meisterwahl statt, die endlich auch dem kleinen Dorfe die nötige Ruhe wiedcrgeben wird. ?. Schlitz, 18. Mai. Der Kaiserbesuch scheint dieses Jahr auSzusallen, wenigstens ist an maßgebender Stelle bestimmte Zusage biSh-r nicht erfolgt. — Der Bezirkstag deS Bezirks Alsfeld vom Hessen-Nasiaulschen Verband Gabelsberger Stenographen fand am Sonntag hier statt. Die Tagung begann um 10 Uhr mit dein BezirkS- ivettschreiben unter Leitung deS RealschuldicektorS Pltz- AlSseld. Außer den Darnen-Stenographenoereinen Alsseld unb Fulda beteiligten sich die Herrenoercine Alsfeld, Fulda, Lauterbach und Schlitz recht zahlreich an demselben. Nach Dem Wettichrclben sand gemeinsame Mittagstafel statt, woran sich um 3 Uhr bic BezirkSvcrsammlung schloß. Als Ort für Den nächstjährigen Bezirkstag wurde Fulda bestimmt. L. Friedberg, 18 Mai.. Am 17. Mai fand im Hotel Trapp unter bein Vorsitze des Ministerialrats Dr. llfingcr eine Konferenz der Landwirtschaftslehrer >üc das Großherzogtum Hessen statt Die Hauptpunkte der Tagesordnung nxtren: Landwirtsdwstliche Vorträge für Soldaten; bas landw. Fortbildungsichulivoscn: Zetdiennnter- richl an landw. Wiutir.chulen. Ra dun. l tags f;.nh e.n Bi' jtchtiguug der Elnrichtuktgeu der Grvsih. £b|tbau und lan io. Winterschule statt. — Kunstfreunde seien aus den 2». Mai aufmerksam gemacht, au dem der hiesige Mufikverein „Josu^ von Händel zur Aufführung bringt -jin br sanderer Kunstgenuß steht deshalb bevor, weil außer den als tüchtige Kräfte bekannten Solisten die Nauheimer Mur kapelle (Winderstcin-Orchesler) mitwirki. — Auf kurze Zeit ist der Betrieb der Grube L u d wi g s h o f f n u u g bei Wölfersheim stillgelegt. Die Arbeiter konnten leidet an anderen Plätzen untergebracht werden. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 18. Mai. Unter Ausschluß ber Lefstnllichkeit würbe gegen beit 20jährigen Weißbinder H. N. und den gleidj altcrigcn Landwirt L. M. aus Heuchelheim wegen Sittlich keitsverbrechens verhandelt. Aus dem Urteil ergibt sich, daß 91. un Herbst 1907 mit einem damals 11 jährigen Madäien nn sittlichen Umgang hatte unb baß M. im letzten Winter sich an bem nämlichen Minbc in unzüchtiger Weise verging. Feber ber Angeklagten würbe unter Annahme milbernber Umstände zu 6 Monaten unb 14 Tagen Gefängnis verurteilt, worauf 14 Tage Untersuchungshaft in Anrechnung kommen Unter falscher Flagge gesegelt ist ber Taglöhner P A. F. aus Heidelberg. Er halte einen Dieb stahl begangen, wofür er vom Schöffengericht i^roß-Geran zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden ist Schon bei seiner Verhaftung legte er sich den Namen Hans Loos aus Hersbruck zu unb behielt biefen Namen während der Aburteilung bei; auch ließ er sich bei feiner Einlieferung in bic Zellenstrafanstalt Butzbach unter genanntem Namen in bic Gefaugeniegifiir eintragen, rvao eine Anklage wegen intellektueller Urkunbenfälfchung naä, sich zog. Das Gericht zog straserschwerenb in Betracht, baß ein wläies Verhalten eine Gefahr für bic Rechtspflege beoeuiet, iitbem Der Angeklagte burd) bic Angaben unrichtiger Personalien bezweckte, baß er nicht wegen TiebUahlS im Rücktall verurteilt worben ist; anbererseus aber auch ein Unfchulbiger als bestraft im Strajregister geführt wirb. ES würben ihm 3 Monate Gefängnis zub,kliert unb ihm 14 Tage Unterfuchungshaft angcrechnet Die gestohlenen Ringe. Eine eigentümliche Rolle bot bic Tienstmagb E. F. E. auS Paris in einer DiebstahlSangclegenheit zu Bab-Nauheim gespielt. Sie war HauSmäbchen tn einer Monbitorei, als einer Verkäuferin aus bem Schrank in ihrem Zimmer uve» Ringe ab- hanben kamen. Tie Verkäuferin wußte, daß sie ben Schrank verschlossen hatte, unb ba sonst niemand Zutritt zu dem Zimincr hatte, als die Angeklagte, siel der Verdacht auf sie. E» wurde mehrere Tage nach den Ringen gesorscht, unb btc Angeklagte, zur Rebe ge stellt, meinte immer, bic Ringe werben sich schon roicber finden. Als nach acht Tagen die Ringe noch nicht zur Stelle waren, machte die Verkäuferin bei der Polizei Anzeige und spracb auch ihren Verdacht gegen die Angeklagte aus Nach anfänglichem Leugnen gestand sie der Polizei gegenüber den Diebstahl zu: sie gab an, Itc habe nut nnem Schlüfsel, der zufällig das Schlof; Des Schrankes fchloß, geöffnet und habe fich bic Ringe aus einem Mauchen, worin sich noch mehr Schmuckfachen berauben, genommen Tie Ringe wollte he befeitiqt Haben; iie gab auch der Polizei an, sic Hobe einen Ring in einen Ösen geworfen Troy alles Nach- iuchens konnte er aber nicht gesunden werden Ter Verkäuferin gegenüber brückte sie ihr Bedauern aus, baß he nicht m ber Lage fei, bie Ringe zurückzugebeu; sie bat um Verzeihung unb veriprach, nie roicber stehlen zu wollen Es erfolgte nunmehr ihre Festnahme, aber roäbrenb ihrer Internierung im Hajtlolal fanb man eines Morgens nnen ber Ringe m ber Ladenlasse und den anderen un Hof neben ber Hausture vor. Bei ihrer ferneren Vernehmung am Amtsgericht unb bei ber Verhandlung vor ber Strafkammer widerrief sic ibr Geständnis und beitritt, sich an ben Ringen vergriffen zu haben. Wie sie zu dem Geständnis gekommen ist, kann sie nicht erklären; man hielt cs auch für ausa, »chlofien, baß sic etwa Durch ben Polizeideamten zu einem GefiäridniS gezwungen worden ist. Wäbrend Oer llnierfuchung taub man auch einen an einen Maler in Homburg v. b. Höhe aOrenierten Br»ei. ben he aber nicht abgefandt batte, :mb in bem 'm dem Adreffolen als ihrem Vater den Vorfall fdmbtrt und habet «r aber Die Wegnahme der Ringe tn 91 ar ehe stellt Die betten Worte deS Gerichts vermochten bic Angcliagte weder zu einem Ge fiändniS noch zu einer Erklärung, i?ic iie zu dem früheren u*e- nicht, um eine Pcrurteuung nntteten lauen. Es stono fest. haft eine dritte Verton habet Die >?and tm spiel batte un) es eridnen nicht auegeidilohen, dost die Ameklaate ihr früheres Geständnis m bem uüauben cboeiegt bat, he !pne!< ich o-imit Dcrmiffbte». • Gin neuer „Iobann C rt h" Die ron m r, etile immer noch nicht cuigegebenen Aochforichungen itac > öem Schicksal hes verschollenen ebemai .en Erzderroas Fo .inn caivatpe von Oesterreich, Zodonn Crtb, b.it-cn in Aorhamertka. tm Ztaatr Cbw zu einer absonderlichen Gitritedung geführt. Wie briuhttt wird, soll in ber Stadt Pom vtlle in Odro em Mann v unaw Johann Crtb verschwunden »ein, nachdem seine Fdentilär mit dem rermiftnt Erzherzog Fodonn Salvator seflgenellt iverbtn wäre Die Behörden tn Washington bestreiten die Fdenliitt » Verschwundenen mit bem öder reichlichen Pnnzeu. hoben aber trotzdem Nachforschungir nach .Johann Crtb" eing leitet, her al* Maschinist arbeitete uno sünszebn Dollars ui der Woche i n diente. w Leopold Wölfling siedelt »ich in Belgien au. Ttr frühere Errberzoa Leopold Wöliltng bcabftcfcimi heb nut seiner irptgen Frau m Belgien oniufichcln, unb die belatitbr orig leit zu erroerben Er bat. erfabren. einem Häuieragentcn ben Auhcag zum Ankauf eines Schloßgiltrs in her 9käbe her Stahl Brüssel und btc dazu nötigen Vollmachten gegeben. * Gin Denkmal für Karl Schur; Tim vor nae« mehr brei Fahren verstorbenen berühmten Temich .t.i.iikaner Karl Schurz beabsichtigt bic Stabt .ierovork ein Denkmal z, setzen. Wie wir Horen, soll sich das Denkmal auf dem l’iaM an der Straßenkreuzung ber Morningudc Avenue unb d . 160. Straße erheben • Das Schlachtfeld von Waterloo Aus Brüssel wirb beruhtet: DaS berühmte Schlachtfeld von Waterloo tü in Gesobr, sein historisches Aussehen zu oerlier.n ‘.In zahle ichen Stellen werben Bauernhaus r angelegt, alle befetligl und zugleich fallen btc alten Gutsböse, bie 1815 .ieugen bes Mutigen Ringens waren Fn der j.lgijcbai Kammer hat jetzt her Abgeorbnele Fuure; von der Regierun , du nöligem Mittel verlangt, um ber historisären Staue ihi alte» Aussehen zu wahren. Das Schlaäitfeld wird hliabrltch von 30 OOO Reifenden bcfudit, unb beonber* für bi» Engländer bi IM es eine Art Wall'ahrtsort Neben dein histoiikchen Fntcrefse sprechen somit auch materielle Grunde für die Ciihihung de» Schlachtfeldes. * Eine durchgehende GüterzugSbremfe. Der „Südwesth. Korr." wird aus Bern berichtet: Tie internationale .Kommission für eine durchgehende Güterzug-bremse > tzie d Anforderungen, bie an eine solche Bremse zu stellen > nb, fotv-.- bas Programm für die anzustellenben Versuche fest Ta4 nun mehr unterzeichnete Schlnßvrolokoll ivm- Den Mteiltgu n u v nnigat durch den Bunheorat lugeftdlt iv.-rben Tneielbe cm« Hält and) Vorschläge rür das v i r, Vorgehen in hi ' i '.vcv. Sandel und verkehr, volkswirtßchaft. • • Schisfslistc lür billige BIicie und) Den herein i g t c n Staaten von Amceika ZV Plg. für je 2 0 £). »Raifer Wilhelm 11/ nb Brrinen IH. 'm, , i cu: . la- ?• nb vnniburg 20. Alm. ,'llrmz Friedlich *. ilbelin* nt* V'eines! 22. Mm, „itronamu Wilhelm" nb Biem. n 23 1’1 m, uu innaii- nb Homburg 27. Mai, .Rronurm cifin reihe" ab Br n I ämr. „Amerika" ab Hamvnrg 3. Fum. „Raijrt Wilhelm oei Giove' ad Bremen 8. Fum, ^Clcuclnnb" nb Hnmbnrg 10. Fum. bü'itMii nach Ankunh der Früt^üge). 21 Uc Dice un nuun .U.euelatiD* unb .CFmcintiati* fiub «chnelldamvier oder solche, die it c.ucit stimmte Zeit vor Dem Abgang die uhnellslc Bcörd.l.m, . elegeu- heit bieten. E- empfiehlt sich, btc Briefe mit einem L'etivermerf rote »direkter Weg' ohci sehen. S tc Portoeimdf i mich auf Poslkaiten, Trncksacheii ii|id. und gilt nut fite .'meint) den Vereinigten c laaten i on Gebieten Amerikas, z. B. Eaiiada. — Verantwortlich für Feuilleton unb Vermvchles I. V : Emst Anbörjon. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzclirers, mitgeleilt von der Batik für Handel and Industrie, (Hessen. Frankiurtvr Börse, 1'. *1 ii. 1.15 I hr. S1/,*/« Reichsanlcihe ... 9 0» 8*/, do. ... vtz.0.» 37,7. Konvois .... -'ü-a - 37, do. .... «6.33 87,7. Hessen.....94 »i3 8*/,eL Oberhessen . . . ~ 47, Oesierr. Goldrente . . 100 10 47.7. Oesterr Silberrente. 100.23 4*/, Ungar Goldrente 9. .05 4*. Italien. Rente . . — 87. Portufriesen Serie I . h2.45 37. Portn^iesen „ TU . 6-4.75 47,7. rnss. Staatsanl. 19)6 98.So 4'/•*/• j»P»n. Stsatsanlcihe '* >.50 47, Conv.Tilrken von U»3 93.50 Türkenlose . . 146.80 47. Grieeb. Monopol-Ani. . 51.60 47, lassere Argentinier . 89.70 37. Mexikaner .... 6*5U1O 47,7, Chinesen .... 99.55 Aktien) Bochum Guss . . . . 227.09 Buderus E W.....112.00 Tendenz: fest. F.lektriz Ijthmeyer 1M1W Elektriz. Schocken . . Eschwciler Ber1 Prince - Henri • Eisenbahn . 1-1*^80 NESTLE Altbewährte Nahrund fürKiMderundKranke 17.70 VL70 Börse, . 132.2«) 19. Mai. Anfancsknrw. Narp'cer Bergwerk Lnnrabtilte . Ix>rabarden E B. . . Nurdd. Lloyd . . . TürkcnlvM • • • Berliner Canada E. B. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . • Tendenz: fest- 62.60 163.50 I Unübertroffen zur Haarpflege ist Dr. Dralle’s Birken- ^7 Haarwasser im Gebrauch mit Kopfwaschpulver „Kopfrein“. 7 Schuh*Haus \ Ernst Ludwig Ä M»> 4 hni|, Nute ijÄS *Bcfiiiininiiid|nng die landw. Haushaltungsschulen zu Langen und Lindheim betr. Die landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen zu Langen und L i n d h c i m eröffnen am 2. Juli 1909 einen neuen fünfmonatlichen Kursus. Der Zweck und die Aufgaben der Anstalten bestehen in der Heranbildung der Mädchen aus dem Bürger- und Landwirtsstande zu künftigen tüchtigen Hausfrauen durch angemessenen wirtschaftlichen Unterricht und durch praktische Unterweisung in allen in einem einfacksen bürgerlichen Haushalte vorkommenden Verrichtungen und Arbeiten. Gegenstände des Unterrichts sind: Hauswirtschaft, Gemüsebau, Obstverwertung, Gesundheits- und Ernährungslehre, Krankenpflege, Rechnen, Abfassung von Aufsätzen und Briefen, Buchführung, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute Lektüre gesorgt und wird Gesang gepflegt. Für Wohnung und Mobiliarbenutzung zahlen: q) Mädchen aus Hessen.......25 Mark, b) Mädchen von außerhalb Hessen ... 40 Mark für den ganzen Kursus. Der Preis für die Verpflegung wird nach den Selbstkosten bezw. den Preisen der Lebensmittel berechnet Weitere Kosten entstehen nicht uird ist insbesondere der Unterricht unentgeltlich. Die Anmeldungen, welche baldigst erbeten werden, sind bei den Vorsitzenden der Ortsschulkommissionen der Haushaltungsschulen. den Herren: Bürgermeister Metzger- Langen bezw. Oekonomierat W e st e r n a ch e r - Lindheim einzureichen, welche ebenso wie die Landwirtschaftskammcr selbst zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit sind lieber die Ausnahme entscheidet der Vorsitzende der Landwirt- schastskammer. _ . ___ Darmstadt, den 5. Mai 1909. Vorsitzende der LartdwirrjchaststoMkV- L Vu BLLL__DUL Geschäfts- Eröffnung in den ersten Ta^en rd . - ■ 'gj,,i Eisen-Indnstne audelsges • richte Bank türfuW ' 151.* 'M r Bank . ank ■ - ist. Bank ommaudit ank - • “und Ob»* bn ■ bn ■ ■ • Eisenbahn • ' 151* ' B bremse. L, ^-le iiüemotionii 'reinse setzte die & stellen sind, we fest. Tas m i beteiligten ^k> den. TaöM n icn in biqer ijn;- twirtschch ie nach deni>!i. ] 110 Pfg. für ji I Mai, ,'^eul'ilcr.y J ilbelm* ad 5ir.y » j. SDIm, r(!inei!iiB' " ab Arcmen l.Zr (jeliu der Djiof<. 0. Juni. ije miBev ,6leoite‘ )id)c, Die nie eutv I Befördmingsgdtp' I t einem Veitvemtd I Hamburg' 511 wi- I ur oui Siieie, nicti | nur /m AM nach I auch nach aiiDeren I L15 Uhr. ÜU) ehmeyer - hnckert Bergwerk . • b,.a en Bergwerk Imerik. Paketl. erg^erk - • ' ' ' O ftWtinÄ \ unerika, N hrt. to:,,Staate I -m Man» 7^ LW && S.*Ä« L l'or im I Aci.n, Trnkmal a I aus dem $[2*! | utb der 160.3^ I 0 0. Aus I _j,Jn Ereichlr neue "fallen GntsZ 1 °ec Jicgieruin bi- n statte ihr- srd alljährlich 5- ’>.e Engländer 'stonschen Jnlech v>c Erhaltung br; latsbabn ■ jjj.Eisenbahn - BekanntmachunA. Die Steigerer von Brennholz und ungeschältem N a d e l n u tz h 0 l z aus den Waldungen der Stadt Gießen, welche mit der Abfuhr von Holz nod) rückständig Und, werden hiermit aufgefordert, für die Abfuhr des Holzes bts spätestens Ende Juni d. I. zu sorgen, andernsalls forstgerichtlichc Anzeige erfolgt 19 Gießen, den 18. ^OIqi 1909. B /$ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M e c u m. Unentgeltliche Arbeitsvermittelung. LtiidtWer Arbkitsllchnieis kicßtli. Gartenstraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Sckreiner, 1 Friseur, 1 Rockarbetter, 1 Weißbinder, 2 .Hausburschen, 1 Fuhrknecht, 1 landw. Arbeiter, 3 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 Maschinenschrciber;n, 1..Putzrrau. ~ . Lehrlinge: 2 Schreiner. 3 Schlosser, 1 Glaier, 1 2 Tapezierer u. Polsterer, 2 Kellner, 1 Schneider, 1 Kaumrann, 1 Lackierer, 2 Metzger, 1 Friseur. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Zimmerleute, 2 Weinbinder und 'Anstreicher, 1 Maurer, ein Sägemüller u. landw. Arbeiter, 1 Schreiner, b Arbeiter, 1 land- wirtsch. Arbeiter, 1 Dienstmädchen, 1 Köchin, 1 landw. Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Schlosser, 1 Schreiner. Cö 1 Schuhmacher, 1 Handlungsgehilfe, 1 Schmied.l Kellner, 3 Glaser, 1 Rahmenglaser, 2 Schlosser und Installateure, 2 Buchbinder, 4 Bauschlosser, 1 Spengler und Installateur, 2 Polsterer und Tapezierer, 3 Schreiner, l Fuhrknecht, 2 vausburicheu, 6 Arbeiter, 5 Lauffraueu, 12 Erdarbeiter, 2 Waichsrauen, 2 Kindermädchen, 2 Hausmädchen, 1 landw. Arbeiterin. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Gärtner, 1 Tapezierer. Bekanntmachung. In den nächsten 8 Tagen sollen die Ratten in den städtischen Kanälen und Wasserläufen durch Gift getötet werden. Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Ratten in ihren Kanälen, Sinkkästen und Höfen u. s. w. sorgen. Tic Besitzer von Haustieren, Geflügel u. f. w. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, solche Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersatzansprüche abgelchnt werden. Gießen, den 13. Mai 1900. B,e/s Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Tüchtige Schreiner werden sofort eingestellt. — Stundenlohn ca. 50—55 Pfg. gg«/, Auskunft erteilt: Arbeitsnachweis in Essen-Ruhr Rellingbauserstraßc 42. spielt in neuester Zeit in den Schuhgeschäften Deutschlands eine hervorragende Rolle. Diese Preislage ist bei dem stiefelkaufenden Publikum se populär geworden, dass die deutschen Schuhfabrikanten wetteifern, ihren Abnehmern schöne und gediegene Qualitäten zu liefern. Die ausländische Konkurrenz ist durch die Anstrengungen, welche in der deutschen Schuh-Industrie gemacht worden sind, vollständig überflügelt, ja man darf es offen aussprechen, geradezu geschlagen. Unter all den vielen 12 Mark 50 Angeboten ist es nun selbstverständlich, wie bei jedem Wettbewerb, dass auch minderwertige Fabrikate in manchen Geschäften zum Verkauf kommen, und der Kunde einen 12 Mark 50 Stiefel kauft, der nur 10 Mark oder vielleicht noch weniger wert ist. Ich habe es mir deshalb zum Prinzip gemacht, die Herstellung der Marke „Ernst Ludwig“ nur erstklassigen, deutschen Fabrikanten zu übertragen, so dass ich stets in der |Lage sein werde, für jedes bei mir gekaufte Paar | die weitgehendste Garantie zu übernehmen, und was Haltbarkeit, gute Passform und elegantes Aussehen betrifft nur das Beste vom Guten in dieser Preislage zu geben. Die unterzeichnete Firma hat sich trotz des grossen Angebots, welches heute im Schuhhandel vorhanden ist, ermutigt gefühlt, auch in Giessen ein Spezial-Geschäft von nur Damen- u. Herren-Stiefeln zu eröffnen, weil sie weiss, dass sie wirklich Aussergewöhnliches bietet. Die Ernst Ludwig Stiefel kosten für Damen und Herren Einheitspreis nur Mk. 12.50 und in Luxus-Ausführung Mk. 15.50. Die Ernst Ludwig Stiefel werden sehr bald die beliebteste Fussbekleidung, selbst bei dem verwöhntesten Publikum sein. al,/e Schuhhaus Ernst Ludwig Inhaber: Louis Reiss Giessen, Seltersweg 53 im Hause des Herrn Juwelier Noll. Telephon 754 nfancsknrse- jerpverk E-B. • ' yd • ;; 19i; Voranzeige. Voranzeige. Statt Karten. Gießen Margarethe Jung Karl Grosse V erlobte. Sangerhausen 20. Mai 1909. 2945 ?vnde\ ta Todes-^lnzeige. Otrroonbtcn und Bekannten die traurige Mitteilung, das; eß ßiott dem Alluiaäüigcn ncmUcn dal. meine liebe tzrau, untere treusoryende Thuicr, Schwiegermutter. Grostmutter, Schwägerin und Taute Kni Marie Pansch geb. edjniitt Sestern vormittag nach kurzer, schwerer Krankheit im Itter von 70 fahren zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Pausch. «teseck, den «. Mai 1909. Die Beerdigung findet Donnerstag den 30. d. MtS.. nachmittags 2 Uhr, in Wieteck vom Steroehause, Kicstener Ttraste ro, aus statt. (2907 Tanzmusik wozu eraebenst einlabet — 2861 Phil. Dalli Wwe. Himmelfahrt. Miete Walfcl an der „Bitte W bei Bubenred. Verschiedene Ansprachen, u. a. von dem Schreiär deS Westdeutschen IünglingSbundeS Dornemann aus Mainz über .Soldatenmission". Ansang nachmittags 3 Ubr. Jedermann ist freundlichst eingeladen 2866 I. Ä.: ♦ Uhr vormttt. Dir ^eiln. hmerliste liegt irden Abend von 8*10' , Uhr im Brrrins zimmer im Ebel offen v‘T t Bei schlechter Witterung von R llbT abrndS ab gemütliche« Znoammcnieln im tfaie Edel. ____D ir P o rite udr. 7?iir Plattköpfe. Zwecks Gründung eines 108771 Vereins htr Mlföpit werben alle Herren btt einen unfruchtbaren Haarwuchs haben, eriucht, ffch LamSta« b. lt irri "MW ^m vord. Restaurant, XW bei chonem Weiter Im Gar-trn "W Große« Konzert des onerriichi'ä en Damen Orchesters F. Jevr. An'ang 4 Ubr nachmittags Bon 11—1 Uhr ^rübichovven Nouzert. kHnrria tret. Zu recht zahlreichem Bciuche laset ergeben'« ein -08778 widert Hn ppumnn, Direktor u. ^nt'gber des Kr»loffeum5 cUiebrn. Knöpfe bringen wir in gons besondere grosser Atuwehl w: Posament — Jett — Perlmutter — tiold — Stahl — Stoff. Anfertigung von Stoffknöpfen aaf eigner Kaopfmasehine an jedem Kleide pesend in verschiedenen Grossen. Wir senden au! Wunsch Auswahl od. geben Waren a. Adar betten. Hamburger I QJnmnn 0 Pjn Schulstr. 4 Engroslager fl. UfllUIIIUII ti Ulb. Telephon 249 Die Mode bevorzugt fflr diesen Sommer Mull- und Batist-Stfekerehe tm Madeira-Genre. Wir bringen darin hervorragende Auswahl zu mUaigen Preieae. 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Dae*lbe lat »ob barrorrerendar Hel wirkvnr M Hareeaerer l>l.l>»ee ,Liebt, Miere»-, hUle , 6rUe- a. B le», el»l4-*. eowie all Qbrt Pfg. hin und zurück. v*_.__Ter jli orrtanb. 6t|ii|=$treii Rcinüliditrit. Morgen (»immelfabrMae: Ausflug «ach '.Mnnrroh Abmarfch 3 Ubr nachmittags vom Bereinslokal. dahlreiche Beteilig, erwünscht. v»/.i Der Boritand. >8 Der vorgesehene Auollug nach Munzenberq muhte Um stände halber auoiallen._________ Concordia. Htrnmelfahrt Ansflag nach Badenburg Abmarsch 3 Uhr. Ecke Stein und Ederstroste Der Borstand. lAerztlicbe Praxis in der Rahe Ziehend (Bahu Nation> abzugeben. Zchristl. Angebote unter CS® an den (MirhcnfT Anzeiger ertO BksscrrS Restaurant tn der Räbe der neuen RoietW zu pachten oder zu kauten geiAS ewristl Angebote m. Preidat» um an den tdiest. An^erdO Stenographie Prlval-l «(crrlehi In der «abeisberger'schen Gtenogruodie wird Damen Herren gründlich ertdU. *00*' ________Vandgrafenstrabe < Fran^Hhe maltn-wKA braverAe donne tovon JVt an d. Eiped. d. » «rin- u. tllnjbitkli 4 Wochen gründlich 084001 Kaiser-Allee M W KOLOSSEUM