Nr. 2 Zweites Blatt 1 ZA. Jahrgang Montag 4. Januar 1909 Erscheint tSgllch mit Ausnahme des Tonntag«. D'e „Gießener LaniiÜLNblätter" werden dem „Sliiaeiflev* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblctt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Eeneral-MZeiger für Overhefsen Rotationsdruck und Verlag der vrühl^ch« UnwersuälS • Buch» und Sieindruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» ftrnüe 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion: ^^112. Tel.-AdruAnze'gerGießen» Kolrtrfehe Der Kaiser und die Kommandir enden Generäle. Am ouinä.ag ijcu im Kgi. 311 Be.lui das übliche Diner der kommandierenden (yciierütc stat-g?snnden. Nach Aushebung der Tafel hielt der Kaiser einen sachlich-militür. Vortrag über bie Ausgaben und Lehren der lebten Manöver. Der Kaiser wies an der Hand von Karten auf diejenigen Momente der Manöver hin, die nach seiner Meinung geeignet sein könnten, anregend und betehrelld zu wirken. Am Schluß dieses militär-technischen Vortrags spielte bei Kaiser mit einigen Worten culf die Vorgänge an, die sich im Anschluß an die Veröffentlichung des Dail.) Telegraph-Jnterviews ereigneten. Der Kaiser sprach in sehr ruhiger Weife unb das, was er sagte, ließ ernennen, daß die lebten Ereignisse einen sehr ernsten Eindruck ans ihn gemacht haben. Er oerlas auch einen kürzlich erschienenen Revue-Artikel und fügte hinzu, buy dieser Arcilec uugeiahr das enthalte, was er selbst über bic juugüea Vorgänge sagen funme. Ars der Kaiser seine Siebe geendet, nahm der rangälteste der anwesenden Generäle das Wort, tmille dein Monarchen und versicherte ihn des rüÄhaltlo eften Vertrauens der Armee. w WaS g>hl in China vor? Tin kaiserliches Edikt hat den Rücktritt des leitenden chinesischen Staatsmannes Yuan-shi-lais verjügt. Als Grund wird angegeben, daß er an „Rheumatismus" leibe. Es wird ihm besohlen, alle Aemter niederzulegen und in seinen Geburtsort zurückzulehren. Durch ein weiteres Edikt wird Narung zum Mitglied des Großen Rates ernannt. Natung dürste voraussichtlich an die Stelle Auan-shi-iais treten. Die Entlassung Auan-shi-kais kam gänzlich unerwartet. Infolge der Ernennung des Mandschus Natung zum Mitglied des Großen Rates verbleiben nur zwei Chinesen im Großen Slate. Beide gehören der alten Schule an Liang Tun-yen wird interimistisch Yuan-shi-cais Skach- folger. In Peking glaubt man den Rücktritt Z)uan-shi--kais aus Jntriguen und Mandschus zurückfuhren zu sollen. Es scheint, daß nur die japanischen Vertreter einen Wink erhalten haben, daß ein derartiger Schrill geplant sei; die ausiändisch-n Gesandten sind erst um 2.50 Uhr nachmittags davon in Kenntnis gesetzt worden. Zwei Stunden später kamen dec englische, der deutsche und der amerikanische Gesandte in der englischen Gesandtschaft zu einer Konferenz, die bis 7 Uhr dauerte, zusammen. Man darf annehmen, daß sich eine größere Abordnung von diplomatischen Vertretern zum Chef des Staatsrats, Prinzen Ching, begeben wird. Deutsches NeLch. Frauen als $ö t e t l t ü c g e r. -er „Berl. Lokalanz." meldet aus München: Dura- Beifügung des Justizministers sollen zunächst 50 Frauen an den bäuerischen Gerichtshöfen zur Verteidigung zugelassen werden. Abänderung der Gewerbeordnung. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreifenb die Abänderung ber Gewerbeordnung vom 28. Dezember 1908. Das Gesetz tritt am 1. Januar 191u in Kraft. Eine polnische Pa.z.lliertLng.ba.at für Lberschlcsien ist von dem Reichs- und Lindiagsabg. Korfanty und anderen Polen in Kattowitz gegründet worden. General Castro ist vorgestern morgen wieder in die Privatilinik de§ Professor Israel übergesiedelt. Ausland. DerdeutscheB^^, .. ,,ir Frhr. v. Marschall hat namens seiner Regierung der Ps^r.e die Ertiärung-abgegeben, daß die Türkei bei der geplanten Erhöhung der Einfuhrzölle und ber Einführung bestimmten Monopole,fest Liiernes FeurUeton. — An dem 100. Stiftungsfest der Zelter- schen Liedertafel, des ältesten deutschen Männer- gesangvereins, ber am 24. Januar 1809 von Zelter gegründet wurde, wird die Zeltersche Liedertafel ihre Geschichte veröffentlichen, die, von Professor Dr. Kuhlo bearbeitet, ein ungewöhnlich interessantes Werk ist und gleichzeitig eine Art von Berliner Kulturgeschichte ber letzten hundert Jahre barstellt. Um dies zu erläutern, braucht nur darauf hingewiesen zu werben, daß Goethe lebhaftesten Anteil an der Zelterschen Gründung nahm, und daß Theodor Körner, Heinrich v. Kleist, Brentano, C. 91L v. Weber, Rückert, Mendelssohn, Otto Nicolai als Mitglieder ober als Gäste in der Zelterschen Liedertafel verkehrten. — Der Lauch st edter Theaterverein. Am 20. Dezember sand in Halle a. S. die erste Sitzung des Lauchstebter Theatervereins statt, der unter dem Eindruck des Erfolges ber biesjährigen Aufführungen Menandrischek Komödien unb ber Goetheschen „Iphigenie" sich begründet hat. Er beschloß, im Frühsommer 1909 vorerst Goethesche Stücke, die sonst nicht im Spielplan erscheinen, darzubieten unb denkt zunächst au sein altes Lauchstedter Eröffnungsspiel „Was wir bringen", sowie an die jedem Goethe-Freunde teure „P andor a". — Eine Vereinigung für ästhetische Forschung ist in Berlin gegründet worden. Sie hat den Zweck, „durch Vorträge unb mündlichen Gedankenaustausch zwischen Vertretern philosophischer, historischer, ethnologischer und naturwissenschaftlicher Kunstsorschung sowie theoretisch interessierten Künstlern die Anschauungen über Wesen unb Aufgaben der Kunst und ber einzelnen Künste zu vereinheitlichen unb zu vertiefen". Den ersten Vorstand bilden Prof. Dr. Max Dessoir, Julius Hart, Prof. Dr. Max Herrmann, Dr. Leopold Schmidt, Privatdozent Dr. 4llfred Dier- l'andt, Prof. Dr. Heinrich Wölfflin unb Privatdozeut .Dr. OStar Wulfs. Alt-Heidelberg in .. a = tschechischer auf bie wohlwollenbste unb 'reundschafilichste Un.erftü^ung ber beutschen Regierung rechnen könne. Die gesamte hiesige europäische unb türkische Presse hebt die Bedeutung dieses Schrittes hervor, dessen Wichtigkeit keines Kommentares bedürfe. König Eduard soll beabsichtigen, Ende Februar eine Mitlelmeerreise zu unternehmen unb dem türkischen Sultan einen Besuch abzustatten. Senatswahlen in Frankreich. Bei den gestrigen Senatswahlen wurden nn er^en Wahlgang 23 Republikaner, 24 Radikale, 20 Sozialistisch-Radikale, 8 Pro- tzressisten und 4 Konservative gewählt. 21 Stichwahlen sind erforderlich. Unter den Gewählten befinden sich u. a.: Cle menceau, Deswurnelws, Couga.is, Jsan Dapay, M^linard, Pierre Daudiu, Sarricn, Frei-cinet, ALaujan und Ribot. 15 Deputierte sind zu Senatoren gewählt. D e r t o l l e 'M u l l a h hat luicbcr einige den Engländern besreunbeie Siäuime angegriffen. Krieg in M i 11 e 1 u m e r 11 a 1 Wie das Blatt „Sun" aus Skew-Orleans meldet, werden Truppen aas Honduras, Guatemala und Salvador bei Amapala zujammengezogen, um Wicaragua anzugreifen und den Prä,identen Zelaya zu stürzen. > Spenden für die ©pfer der Lcddebcn-Uatastrophe. Tie Erdbeben-Katastrophe, die an Schrecklich teil alles üibertrifft, was die Erde bis jetzt an lluglückssallen sah, Hal alsbald überall die Mildtätigleit familicher Kulturvoller angeregt. Auch in Denischland spenden zahlreiche Hände, uni die Folgen des Unglücks nach Möglichkeit zu mindern. Wenn trotzdem der Gieß. Anz. diesmal von ber Eröffnung einer besonderen Sammlung ab sah, so geschah dies, weil er im letzten Jahr schon dreimal — für Zeppelüi, Torrau- eschingen unb Radbob — bie Gebesreubigwii feiner Leser fast schon über Gebühr in Anspruch nahm unb auch von anderer Seite die Möglichkeit zu Spenden für die Opfer der Crbbeöen-Katastrophe gegeben war. Für Gießen unb Umgebung ist auf Anregung ber Großh. Hanbelskammer eine Hilfsaktion in bie Wege geleitet worben unb wir bitten alle, bie sonst Gaben an uns abgeführt hätten, sie ben angegebenen Sammelsiellen zuzufuhren. Zur Empfangnahme von Geidspenben haben sich bie Mittelbeutsche Krebitbank unb bie Bank für Handel und Industrie bereit erklärt. Nach den letzten Nachrichten herrscht noch großer SJlangel an warmen Kleidungsstücken, Lebensmitteln usw. Die großen Hamburger Schiffahrtsgesellschaften lassen nun im Laufe dieser Woche Extradampfer mit gesammelten Gaben abgehen. Für unsere Stadt hat es die, Vorstandschaft des Detaillisteu-Vereius übernommen die eingehenden Liebesgaben zu verpacken und zu befördern. Es wird dringend gebeten um Zuwendung von: Warmen Kleidungsstücken (auch ge;rag ne und ältere), Decken, Tüchern,' Jack-n, Sachen aus Geschäften, Hemden usw., ferner Konserven und Lebensrnittel. Die Annahmestelle dafür ist im Restaurant Kaiserhof, Schulstraße, bis einschließlich Mittwoch den 6. Januar, vorm. von 10—12 Uhr und mittags von 2—5 Uhr. Auf Wunsch werden sie auch abgeholt unb genügt Nachricht an: Detaillisten-Bcrcin, Hotel Kaiserhof ober telephonische Nachricht unter Nr. 73. Aus StadL und Laad. Glegen, 4. Januar 1909. Die hessischen Volksschulen im Staatshaushalt. Die Volksschulen erforbern im Jahre 1909 einen Staatszuschuß von insgesamt 2 619 440 Mark, b. L 2400 Mark mehr als im Vorjahre. Unter bie)en Ausgaben besinben sich bie Gehalte für 21 Kreisschuliuspektoreu, bie Mundart. Im tschechischen Theater in Budweis gibt augenblicklich eine tschechische Theatertruppe ihre Vorstellungen. Zn ihrer Benefizvorstellung wählte die Direktorin, die die Hauptkraft der Truppe ist, das allbeliebte Studentenstück „Alt-Heidelberg" unter dem Titel „Die erste Liebe des Kronprinzen". Die Handlung blieb ganz unverändert, spielt auch in Heidelberg. Die „burfari" traten jedoch ohne Band unb Kappe, nur mit Hüten und großen Stöcken auf, damit sich das Publikum nicht „provoziert" fühle. Auch bas Gaudeamus wurde gesungen. Das Publicum geizte keinesfalls mit dem Beifall und amüsierte sich in diesem urdeutschen Stück auf das beste. Ob der deutsck)e Aptor die tschechische „Verbesserung" mit Dank akzeptieren wird, ist eine andere Frage. — Das Mittelglied zwischen Mensch und Affen. Ueber die telegraphisch gemeldeten, aufsehenerregenden Mitteilungen, die der Direktor des Naturhistorischen Museums Perrier auf Grund einer Arbeit von Boulle der Pariser Akademie der Wissenschaften gemacht hat und die sich aus bie Auffindung eines Skelettes beziehen, bas ein Zwischenglieb zwischen Mensch unb Affen barstellt, werden jetzt genauere Einzelheiten berichtet. Die Entbeckung ist bas Ergebnis ber Ausgrabungen, bie bie Abbös Bouyssoui unb Bardon bei Chapelle-aux-Saints in ber Correze vorgenommen haben: hier fanben sie ben nur leicht beschädigten Schädel und die Gliebmaßen eines Wesens, bem ein be- sonberer Name gegeben werben muß, ba er ber lebenben Menschengattung nicht angehört und zugleich in wesentlichen Merkmalen von ben Affen sich unterscheidet. Die Gebeine wurden in der Pleistocaen-Schicht gesunden, der geologischen Formation, die etwa dem Ende der Tertiär- und dem Anfänge der Quartärzeit angehört. Neben den Gebeinen fand man die Zähne eines Rhinozerosses. Jener Mensch, den Perrier in seiner Mitteilung als den ältesten der Welt bezeichnet, lebte in einer Zeit, wo das Klima Frankreichs also nahezu tropische .Eigenschaften aufweiseu mußte, in einer Epoche« in der bie Fauna sich aus. dem langhaarigen inkl. Wohnungsgelbzuschuß, Tagegelber unb Reisekosten 1'39 540 Mart erforbern. Für D i e n st z u l a g e n nach Maß^ gäbe ber Gesetze über bie Gehalte ber Vol^sschullehrer zahlt ber Staat 1909 an Lehrer unb Lehrerinnen 2 015 000 Mark, an Schulverwalter unb Verwalterinnen 30 000 Mark. Diese Dienstzulagen beliefen sich im Jahre 1905 auf 1675 042 Mark, 1906 auf 1 676 726 Marl unb 1907 auf 1985 212 Mark. Vom 1. April 1908 ist bas neue Gesetz über bie Gehalte der Lehrerinnen in Kraft getreten, das ungefähr 15 000 Mk. mehr gegen 1907 erfordert. Es werben ferner als Zulagen an Lehrer, Schulverwalter unb Schulgehilsen an bejonberä ungünstig gelegenen Orten 10 000 'Diart (Zuschüsse an befind- tiv angestellte Lehrer bis zu 150 Mark) als Vergütung an Katecheten 16 000 Mark unb als Vergütungen der den Lehrern usw. bei vorübergehender Dienstunsähigkeit beigegebenen Vertreter und Gehilfen, sowie zur Vertretung der zu nrilitärtschen Hebungen eingezogenen Lehrer, Schub- Verwalter unb Schickgehiljen 52 üOu Mark ausgegeben. AIS Zuschüsse an bedürftige Gemeinden zur Aufbrcngung der Lehr-rgehalte toerb^n für bas Jahr 1909 41 000 Mark ht Anspruch genommen, zur Unterstützung bebüiftiger Gemein- ben bei Aufbringung ber Kosten des Forlbckduugsfchulunte'r- richts 32 200 SKart und zur Abhaltung von Unterrichts- lursen für Handarbeitslehrerinnen 3700 Mark. Zur Unterstützung von Gemeinden bei Schulhausneubauten sind auch für das neue Jahr wieder 80 000 Marl im Erat vorgesehen. Der gleiche Betrag ist im Jahre 1908 auf folgende Gemeinden verteilt morden: Kreis Ben-Heim: Laudenau; Kr. Darmstadt: Waschenbach, Mnlche»; Lr. Erbach: Hatngrund, SJiomart, Stockheim; Kr. Groß-Germu Astheim, Walldorf; Kr. Heppenheim: Unter-Flockenbach, Trösel, Weiher; Kr. Offenbach: Frvschhauseu; Kr. Alsjeld: Strebenborf, Udenhausen, Ermenrod, Elpenrod; Kr. Tübingen; Fauerbach, Ham-Grundau; Kr. Friedberg: Schwalheim; K r e i s G i e ß e n: Daubringen, Lauter, Kesselbach; Kr. Schotten: Glashütten, Slieder-Seemen, Feldkrücken; Kr. Lauterbach: Obermoos, Nösberts, SteiiisuN, Stetzhausen; Kr. Bingen: Heidesheim; Kr. Worms: Weinsheim. * •• Lanbesunioersitäl. Als Vertreter der Landes- uniöerfität wird der ordentliche Profcssor der Zoologie Geh. Hofrat Prof. Dr. Spengel an der Darwin-Feier in Cambridge, die im Ium d. I. Üatlfinöei, teilnehinen. *♦ Die neue deutsche Arzneitaxe ist für dass Großherzogtum Hessen am 1. Januar in Kraft getreten. * • Zur Förderung des taufmänni)d)en Fort- bildungSunterrichtS werden im Jahre 1909 wiederum 17 500 Riark Slaatsbeitrag geleistet. Davon erhalt die Vanbel§li-l)vnnfiaU in Mainz einen Beitrag von 6300 Mt. (gegen 6000 S)ik. i. V.). Die übrigen Zuschüsse verteilten sich 1908 wie folgt: Darmstadt 2130, Offenbach 2690, Gießen 2060, Alsfeld 820, Lauterbach 230, Friedberg 900, Bingen 980 und WormS 1890 Mk. * • Ein Eis fest (Kunst- und Wettlaufen mit Konzert) veranstaltet morgen der Eisbahnoerem • • D l e Zigeuner plage. Zur Landplage werden zur Zeit wieder die Zigeiiner. In der Gegend von Bellers- l) e i m und Göbelnrod vergeht keine Woche, ohne daß die Bewohner der Dörfer und Gehöfte von diesem Gesindel heim- gesucht werden. Daß sie es nicht nur aufs Betteln abgesehen haben, beweist folgender Bericht des »Grünberger AnzeigersE: „Beltershain, 30. Dez. In einem Hause unseres OrteS dewährten zwei Zigeunerinnen wieder einmal die Kunst des ilangstugerns. Sie kamen m das Wohnzumner deL Landwirts Petri und bettelten die mit einem kleinen Kinde be- ----- M ,|, ,| ,, m, BMI । ik । r Mamlnuth," bem Rhinozeros unb verschiebenen Hirschgattungen zusammensetzte. Die genaue Untersuchung besi Schübels ergab eine Reihe bisher noch nicht beobachteter Eigentümlichkeiten. Die Kinnlade ist stark verlängert, und der Kiefer enthält feine Eckzähne. Die Schäbelhöhle zeigt in ihrem Volumen menschliche Entwicklung, während int übrigen die Schädelform, das Hervorragen der Augenhöhle« auf den Affen hindeuten. Die Nase ist außerorbentlich groß, unb von bem Stirnbein durch eine tiefe Furche geschieden. Der schnauzenartige Charakter des Gesichts ist stark ausgeprägt. Auch die Verkleinerung des zitzenförmigen Fortsatzes des Schläfenbeines verbindet diesen Schädel mit dem! Affen. Die aufgefundenen Gliedmaßen sind gekrümmt unb lassen daraus schließen, daß jenes Wesen meist gebückt und auf allen Vieren sich fortbewegte. Das scheint auch bestätigt zu werden durch die tiefe Stellung des Hinterhaupts loches, die daraus hindeutet, daß der Kops oft gegen die Erd« gebeugt wurde. Die Genickmusleln müssen von außerordentlicher Stärke gewesen sein, um den Kopf tragen zu können; man erkennt bas aus bem Muskelansatz, der zeigt, daß bas Wirbelbein meist in horizontaler Stellung verharrte. So vereinigen sich alle Merkmale, um ein Miktelglieb zwischen? Menschen unb Affen erkennen zu lassen. „Der in ber Corröz« aufgefunbene Menschentypus muß zwischen den Duboisscherr Pithekanthropus und ben heutigen Menschen eingcreiht werben. Er übertrifft den im Neanbertal aufgesunbenen Schöbel an Alter um ein Erhebliches unb ist auch älter als ber in Spy in Belgien entdeckte prähistorische Rienschen^ schäbel." — Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft Ter Charakter als „Geheimer Regierunasraf ist dem ordentlichen Bro'esior der 'Jifd)äologte und Direktor des archäolo- logifchen und des lunslgejdnchtllchen Apparates an der Umueiiiiät Marburg, l>r. phil. Ludwig von Sydel verliehen worden. — Urhr. Fraiiz von Preirfcheu, Prolesjor der Gyiiäcologre an dev Uiuversliät Gieüsivald, ist im Alter von 64 Jahren in Wiesbaden g e st 0 r b e n. — Ter König der Belgier errichteto eme Stillung, die der Stadt Coburg jährlich 30000 Mark sichert, durch die Kunst und Wisjenfchaft, Philantwpte, Volkslüldungj und Volkswohljahn gefördert iverdeu iollen. Ichüftiqte Hausfrau an. Letztere hatte gerade so viel Zeit, das Lind in die Wiege zu legen und sich umzudrehen, als sie bemerkte, daß die an dem Garderobehalter hängenden Kleidungsstücke sich bewegten. Sre machte ihren dazu kommenden Mann darauf aufmerksam, der alsbald an das in seinen Hosen geborgene Portemonnaie mit dem Erläse für ein Schwein — etwa 200 Dtk. — sich erinnerte und es richtig in den Unaussprechlichen nicht mehr vorfand. Die beiden braunen Weltfahrerinnen wurden natürlich festgehalten und mußten den Raub wieder hergeben. Die OrtSpolizei sorgte für ihre Festnahme und die Gendarmerie für ihre Uederführung in daS Haftlokal in Grünberg. — Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß eS hervorragende Schuld namentlich der Landbewohner ist, wenn daS diebische Gesindel eine Gegend unsicher macht. Anstatt es durch Geschenke zlim Weggehen zu veranlasien, sollte man ihnen durch unnachsichtliche Verweigerung solcher den Aiisenlhalt und das Wiederkommen verleiden. Von welch ausgezeichneter Lörperbeschaffcnheit die braunen Naturkmder übrigens sind, zeigt der Umstand, daß ihnen der nächtliche Aufenthalt im Walde selbst bei dec gegenwärtigen strengen Kälte anscheinend keinerlei Beschlverden verursacht/ Auch am Nenjahrstage erschienen wieder Zigeuner in den genannten Ortschaften. Um der Plage abzuhelfen, dürfte ihnen m keinem Hause auch nut das Geringste verabreicht werden. Um ihnen aber auch daS Stehlen zu verleiden, müßten die Ortspolizeibehörden und die Gendarnierie unabläsirg hinter ihnen her sein, dann würde ihnen die Lust, sich in jener i Gegend aufzuhalten, schon vergehen. , sc. Bad-Nauheim, ^an. Im „Sprudelhotel" 'sprach heute abend vor zahlreichen Zuh.rern Abgeordneter 1 Xr. Osann über „Die politische Lage iin Reich und in Hessen". Ter Referent warf zunächst einen Mci- ' blick auf die Situation vor zwei Jahren, geoacht.e der Zeit, roo das Zentrum Trumpf und die Regierung lediglich uen Wünschen der Klerikalen uachram. „Los vom Zentrum", «das war das Streben. Es gelang, der Block kam, der sich bis jetzt bewährt. So sei auf dem Gebiete der Börsen- gesetzgebung ein Fortschritt zu konstatieren, das schwierigste Gebiet aber für die Blockpolitik liege in der Reichs, inanz reform. vier sei es zunächst Sache jedes Vaterlam.S|rcundes, der Regierung mehr Sparsamkeit ans Herz zu legen. Ra türlich müßten bei Heer, Flotte und Kolonien uic noi- ' wendigen Aufwendungen gemacht werden, um inratt zu 'bleiben. Doch in vielem tonne aus den Gebieten gespar. werden. Kostspielige Truppen chaucn, dw ost unnötige.i Versetzungen von Offizieren und Verlegungen von Truppenteilen könnten wegfallen. Die Erhöhung der Löhnung der Mann- schajten uno Unteroffiziere jedoch sei erforoerlich. Tarnt, 'man nicht in die Lage versetzt werde, in einigen Jahren wieder mit einem Sreuerbuiett aujzuwarlen, sei es noi- - wendig, jetzt eine durchgreifende Finanzreform zu schaffen. lAuf die Schultern der Reichen und Wohlhabenden mü^ie die Hauptlast abgewälzt werden. Ter Reoner sprach gegen die Besteuerung der notwendige:i Lebensmittel, cuciijo gt-gen die des Gases und der Elektrizität, erklärte aber den Taba» als eine Quelle für die Besteuerung. Auch plädierte er für eine Reichsvermögenssleuer, eine Erbscha,ts- und Nachlaßsteuer von 15 000 ML. auswärts, eine Reichseinkommensteuer sei dagegen nicht durchlührbar. Nachdem Osann über die denlwüroigen Reichstagssitzungen am 10. und 11. Nov. 1908 eingehend sich ausgelaisen, uno den Kaiser trotz alledem und alledieiem als „den tatlrästigsten Herrscher, der nichts will als des Landes Wohl, und der sich in oen vergossenen ernsten Novembertagen so groß gezeigt", bezeichnet hatte, ging er auf die „Hessische Politik" über. Er konstatierte, daß speziell in Oberhejsen in letzter Zeit die Ideen des Nationalliberalismus an Boden gewonnen, die letzten Landtagswahlen zeigten dies. Leioer sei der Landtags- Wahlkreis Bad-Nauheim noch nicht von einem National- liberalen vertreten. Das Bündnis gegen die Sozialdemo, kratie habe bei den Wahlen in Darmstadt und Mainz gute Früchte gezeitigt, leider habe es in Offenbach versagt. Zum lLckluß erörterte der Redner die WalstrechtSvorlage und die bemnntc Stellung der einzelnen Parteien, und die der Na. tionalliberalen, die unabhängig und unbeeinflußt von der Regierung sei, zu ihr. = Ober-Widdersheim, 3. Jan. Hier findet am nächsten Sonntag nachmittags 3 Uhr bei Bürgermeister Schäfer eine Versammlung der Schäfer statt, in der verschiedene gemeinsame Angelegenheiten besprochen werden sollen. ? 91 uß dec Wetterau, 3. Jan. Die anhaltende grimmige Kälte scheint einer gelinderen Witterung zu weichen. Es ist aber auch hohe Zeit, denn die Kälte drohte unseren Saaten gefährlich zu werden, da ihnen die schützende Schneedecke fehlte. Viele Aeckct, sogar ganze Gemarkungen dürften doch schon gelitten haben. Die enorme Kälte lichtet, auch die Holz- und Kohlenvorräte in bedenklicher Weise. Hoffentlich tritt bald Schneefall ein, damit bei wiederkehrendei Kälte die Saaten geschützt sind. — Gmc drollige Ver- Wechselung leistete sich eine Frau in einem Orte der Wetteran. Als unlängst ein Luftballon über die Gegend flog, lief sie eilends in ein Nachbarhaus und rief: ,Ihi Leut, ihr Leut, Hot 'rü fchun gehürt, de Graf Luftballon nm fei’m lenkbare Zeppelin 15 ewc üwer unser Ort gestochen "v Krofdorf, 3. Jan. Grenze, gemeinnützige Unternehmungen gebeult unsere Gemeinde im Jahre 1909 zur Ausführung zu bringen. Tie mit Gleiberg gemeinschaftliche Gemartuiig steht im Zusainmenlegungscer^atzreii, und es gilt nur noch das Wegenetz auszul-auen. Der Gesanllslächen- inhalt beträgt '-500 Hellar, wovon 406 Hettar Gemeindewald in Abgang kommen. — In keinem Jahre zuvor hat sich cm solcher Wassermangel fühlbar gemamt, als in dem ab gelaufenen Jade 1908. Das ii;r Krofdorf-Gleiberg geplante Wasferwert müßte bei 2100 Einwohnern täglico mm- bestens 1 <5 Kubikmeter Wasser ausbringen. — Als dritte Ausgabe fei die schon viel besprochene eleitrischeBahn- Verbindung mit Gießen erwähnt, woraus fiel) jetzt smon jung und ,llt freut. Zwar ist durch die Felobereiniqung eme bequeme fa|t fcfjuurgerabc Straße geschaffen, aber im Interesse der vielen Arbeiter und SchiUer, Die lagt ich zur Stadt müssen, wäre die „Elektrische" zu begrüßen iie hiesige Gemeindebehörde hat einstweiten 500> ■„ diele,« Zweck bewilligt. ä ’ ,n w W e V l a r, 3. Jan. Tie vom kreishandwerkerverein ,'zwecks Begründung einer Kraulen- und Beg r ; b n i ’ lasse euiberufene Generalversa in m l u n g war au '- allen Teilen des Kreises gut besucht Tie Der Regierung zu Koblenz unterbreiteten Siatuten haben bereu v'-enehmmuna erhalten, und zwar mit Ausdehnung auf r a. imi.- Ge- lagen Iw vlnniclbiingcii vor. untb n i" a - t herein fähigkeit der Kasse nicht zu zweifeln. Aufnahmefähig oder berechtigt sind alle männlichen und weiblichen Personen, die als selbständige Handwerker oder Gewerbetreibende im Kreise wohnen. X Gelnhausen, 2. Jan. DerRachmittagS-Personen- zug dec Kleinbahn WächlerSboch-Birsiein überfuhr am Bahnübergang Keffcldorf-WeilerS ein Bierfuhrwerk. Ein Pferd wurde getötet, baß andere schwer verletzt. Der Führer des Wagens rettete sich durch Abspringen. ** Kleine Mitteilungen aus freuen u n b den Nachbarstaaten. In Mainz starb am Sylvester der nrei- finnige Stadlo. Reis, der sich als Doriltzeuder de« Finanz-Aus- jchusseS sehr verdient gemacht hat- — In WormS wurde eure Suppcnanstall gegründet. — August Rasch zu Freien- ft e t it a u wurde zum Bürgermeister dieser Gememde _ gewählt und bestätigt. — In der NcujahrSnacht wurde in Schönbach bei Herdorn beim Jleujahrsschießen einer 18 fahr. Försters- lochier ein Auge auSgeschossen. Dec Täter ist unbekannt. — In Frankfurt wurden in der Sylvesternacht, die übrigens sehr ruhig verlief, nur drei Sistierungen vorgenoinmen. Bon den SeitfleiiDtnmenen waren scharfe Schüsse aus Revolvern abgegeben worden. Landwirtschaft. X Marburg, o. ^oil Deo taubw. Amreis verein Marburg hielt gestern im Schulischen Saale eine von über 150 Ändwirten besuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende, Cehntontierat Tllettor Dr. Hesse und Inspektor Schmidt (Breitenau) sprachen über Wiesenoau und Wwsen- pfl ge Im In er.ss. des W.Z.n^aues empfahl man das ^uuppeiu sowie die bccg^Iucuiig der Flukjluuse der Lahn und der Ohm. — Der Saatmarlt soll im Februar statt- linben. Gcricht-saat. Leipzig, 2. Jan. jaa vl c i u, 3 g e r i cf) t sprach sich heute gegen die indirekte Wiedereinführung des fliegenden GeriwtSstanoes der Presse aus, indem es oas Urteil des Landgerichts Teßau vom 23. Juni 1908, durch oos der Redakteur des „Anhattiicl-en .Kuriers", Zweck, wegen g)eicu)igung oes icäheren Ministers v. Ztzofer.y verurteilt worden war, au|i)uu und die Sacyc au die Strafkammer in Bernburg ais zustu.no lges Gericht vcnvics. Tie inLiimmertcn Artikel waren vom „Voiksolatt" in Dessau nachgeoruckt worden, deßen Redak- leuc Lmne.oever in T»c,,aa unter Anklage gestellt wurde; mit dieser Sache war nun Die Anträge gegen Zioea verbunden worden, was das Reichsgericht ais unjuiunig bezeichnete. Da; Lrdbcdeir in 5üdiia!ien. 9hnt sich ue '^uit.egutlg . g.uuantLi ljat, werden eine ganze ttnzaht der int ersten Augenalick gemaulten Meldungen a-s unrichüg erfüllt, was jä zu erwarten stand. Aus Malta lunb miiiKtcut, uüii b;e Gestaltung Der M eerengc von Messina feine Veränderung erfahren habe und daß die Schis fahrt nicht beeinträchtigt sei. - Tie Regierung dementiert die Meldung, daß entflohene Sträflinge ScLiüunbeten und Leia-en die Finger abgeschnit' ren Hullen, um |id) in den Vefiy von Ringen zu feigen. Auch eie Meldung vom Verschwinben zweier lipanscher Inseln i)t unrichtig. Lungs der gan-eir Küste von Reggio bis L a z z a r o herrscht eine grauenfKiitc Berwüstun g. Von den vielen Leinen Bauern- huuiern ist nicht eine Spur iwrig gevlieuen. Auf der Straße von uteggio mich Lazza.o begegnet man zahlreichen Gruppen lieber» tevenoer, die naxn Lazzaro flüchten wo wieder Bahnver- uintung besteht. Bei Pelaro wurde eine Brücke fort gerissen und vom Meere weite Strecken längs der Bahn milgc- fühcL Jenseits der '.>Neercsstraße sieht man über Messina fünf ungeheure Rauchsäulen auifteigen, hie die Luft oeriinfteriL Lungs_ber Eisenbahn arbeitei man an der Wiederherstellung Der Telegraphenvervindung. Der Gang am M-ere entlang führt an frunberten und eg rav euer Leichen vorbei. Die ^itsSlruppm arbeiten mit unguruolicher Aufopferung. Es fehlt am dtötigstem Tie vorhandene ärztliche Hilfe ist bei weitem nicht ausreichenb. Allenrhalben herrscht ein gräßlicher Ber- wesungsgeruck. Die Rettungsmannschaften muficn sich vor oer Mut der hungrigen ounbe in Acht nehmen. Palermo und St. Gregorio smo ganz zerstört. Auch die Dörfer Mizi- tano, Bocale und viele andere sind ganz 3 et flöt L Wie dem „Messaggero" aus Palmi gemeldet wird, klettern Frauen, Der Gefahren nicht acktend, die durch Den die 5Dlanem unterspillendeu Regen noch größer wurden, auf Den Trümmern umher uno ersteigen die Backen der Häuser, um noch etwas von ihren Haöseligkeiten zu retten. Die Fraueii tragen feit fünf Tagen dieselben vom Regen durchweickzten rüei- Dcr. Sie warten aus U n t c r fl ü 6 u n g , Die angesichts des enormen Bedarfs nicht genügt. Tie Verteilung von Brot erfotgtdurchSoldatenmitaufgepflauztemBajo- nett ivcge.i des wild.u AirdrangeS der i-alb verhungerten Ueber- lebenden. Major Pa l l i tto n i, der die Verteilung der Lebensmittel leitet, lief Gefahr, erschlagen zu werden. Neuerdings fehlt esiauch andern Nötigsten, um die geborgenen Toten zu bestatten. Major Ca bal l i n i erhielt das Kommando über das Gebiet von Palmi. Ein schauerliches Bild entwirft folgende Statistik: Umae- kommen sind das ganze 83. Regiment mit Ausnahme eines Soldaten, die 1., 2., 3., 4., 9., 10. und 11. Kompagnie des 22. Regiments, das 89. Regiment bis aus d Unteroffiziere, alle (Sa r a o i 11 i e r i, alle Zoll Wächter, alles Personal der Dampfschiffe, alle st ä d t i s ch c n Beamten und G e m e i n De r ä t c. Es gibt feine F-amilie, Die nicht ein oder mehrere Opfer zu bettagen hat. V ie le Le u t e sind irrsinnig geworden. In Hospiialeta sind alle tot, ausgenommen 130 Irre. Tie Gefängnisse lind yiiammvugcbi'ücfen und etnxi 200 Gefangene e r schI a -- gen. 300 Insassen der Strafanstalt entflohen. In Messina wurden neue Erdstöße nxihroenommen. In Ga l td g i ron e wurde gestern ein heftiger Erdstoß, Der ixm unterirdischem Getöse begleitet war, verspüre. Tas Schul- Haus stürzte ein, ebenso die Kathedrale, die Den Sakttstan und feinen Sohn begruben. Die Bevölkerung floh inS Freie. In Jonadi k-urDen 132 Erdstöße gesuhtt. In Fan 0 nahm mau ebenfalls Erdstöße wahr. Die "BePvlkemng ist dort trotz der großen Entfernung von der Erdbebenzone sehr erregt. Bon den beiden im Mittelweg kreuzenden deutschenKru- zern. Die zur Hilfeleistung in das Unglüdßgebici eraianöt irmr- ben, liegen folgende Nachrichten vor: frcrlha telegravhierr aus Meiffna, daß sie Saotstag früh mit einem V- rwunbe:en-Trans- vvn in Neapel cinireftcn wird. Viktoria Luise ist von Alexandria in Eorsu eingetroisen unb nach Emp.ang Der Crbre noch in Der Rächt nach Mess um in See gegangen. Zwei deutsche Matrosen Der Hertha haben bei ben Rettungsarbeitcn ihr Leben eingebüßt, ißan beginnt jetzt. Die Leichen, deren zu viele siuo, als oaß man alle begrasen tuunte, in MasseuinSMeer-uversenkeu. T^r Leichen- gcrud) in aiUnublid» unerträglich geworden. Ta* Hauptinteresse wenoet sich nun Reggio, das bisher ober c)i um ganz ucntadtmingt wurde, zu. Tas Eiend der Ucuerlevinden ut unbeschreiblich. Alle Einwohuer werden von H u n g er gepeinigt Tie von der Regierung gesaiwten r.eocnsmiUci uno noch nichi eingetrorieu. Dazu kmunt große naite. Der lianjei an Kleiouugunb iwützcnden W 0 hn- statte n. 'ieut einziger der Geretteten ist vottig bdieiDet jyntlidxn Preisen Italiens verlanlet, Messina solle ’ J " 1 r’>:övb.;t werben und du gerettete Be- ,. '' A'31C" *11 w-rben. Laifachlily besteh: bei ' rou 11 • VJn ^attanm auch der Plan, eine neue Vorstadt für die dorthin geflüchteten Messineser zu erbauen und Dein Vorort den Namen Messina zu geben. Mehr als 15 000 Flüchtlinge, Verwundete und Unverwundete aus Messina sind in Cattania angelangt. Die Hospitäler sind überfüllt, es fehlt an Äer-ten. In Messina werden wrtwöbrend Lebende unter ben Trümmern hervorgezogcn, am 30. TezEder allein 1820. Tas energische Vorgehen der Ämabinieric. Die nach Standrecht mehrere Diebe erschossen, machten den Plünderungen ein Ende. Der Brand ist nun bewältigt. Xer seit drei Tagen niedergehende Regen hat Die Straßen überschwemmt und unwegbar gemacht. Der Erzbischof von Messina ist am Samstag aus den Trümmern seiner Kapelle hervorgezooen worden. Er erklärte: Als die Erde zu wanken begann, beraub üb mich in meiner Kapelle. Ich wurde vi Boden geschleudert und alt üb mich erheben unb flüchten wollte, konnte ich nickst mehr wog, ba die Türen und Fenster durch Geröll und 5:etnmancn verbarrikadiert waren. Ich befand mich lebendig in einem Grabe. Ich betete und wartete auf meinen Tod. Die Tribuna meldet aus Meß um: 'Angesichts ber AuZsichts- losigkeit, die Berletzten ans den -trüntmern zu retten, sollen.die Ruinen durch Kriegsschiffe beschossen roerrxn. um sie vollständig zum Einsturz zu bringen. Man hofft dadurch auch den AuSbrnch einer Epidemie zu verhindern. König unb Königin wck>meu sich mit größter ?luf- opferung der Hilfsaktion. Sie streiien an den Trummerstätten umher, helfen beim Verbinden der Verwundeten .Zweifellos ist es, daß erst seit dem Ersckeiimn des Königs Zug in die Hilfs-' aktion gekommen ist, was selbst Die sozialistische Pariri offen, anerkannt hat: ebenso wacker hält süb bcr frerug von Aosta, ber zurzeit Palmi besucht. Die erste Depesche, Die ber König au Giolitti sandte. Lautete: „Schickt Schisse, Schisse, Schisse! Schickt viele Truppen, vor allem aoec schickt vielen Kalk, es ist ein wahrer Fluch'." Der König ließ den Bürgermeister von Messinas wegen Pflichtverletzung ab fetzen unb Den otabtbaurat vorn Amte suspendieren. DieAbsetzung cjoigte, weil der Bürgermeister die F l u ch t ergriffen und erst bei Des Königs ttntiinft zurückkehrte. Der Erdst0 ß am NeujahrSabend rief lebhaftes Entsetzen hervor. Die Königin, Die sich im Hospital befand, ivurdc von erschreckten Personen sortgerisstn und erlitt leichte Verletzung an Der Brust. — In Reggio wurde bet Verteilung von Li.bensmitteln ein Offizier halb 10 tgeschlagen. Jnsolgedejsen sind Die Soldaten bewaffnet worden und gehen mit größter Strenge vor. Nach den letzten L>kachrickuen des „Eocricre della Sera" sind in Meßina 90UJO, in (Salauricn 30000 Menschen uin5 Leven gekommen. In Neapel kommen fortwährend .rnrnnbetc Flüchtlinge an. Viele ovn ihnen werden in Privarbtuseru aufgenjmmcn. Alle neapvlUanischen Vereine verwanDeln ihre Säle in Hospitäler und and) im erzbisdstfflichen Palais fanbnt zahlreiche Schwer- verwundete AufnalMe. In einigen ^agen soll die Teputiertenkammer zu einer außer- ordenttichen Sesiion znsammentteten, um einen Kredit von 30 Millionen Lire für bas 'Jijlftanbygcvict zu bewllligen. Es wurde der Vorschlag gemacht, eine innere Anleihe von einer Milliarde auhunebmen, um alle Ortschaften auf Staatsköstcn wieder auszubauen. Die Königin-Mutter von Italien har ihr Palais in ein Hvspitat umgewandelt und sich zahlreid)cr Waisenkinder angenommen. Das kattwlische Organ „Nnivers" in Paris veröffentlicht einen Aufruf an die sranzösischen. Kail-oliken uno eisuchl sie, ihre Spenden für Die Verunglückten in Italien bc m Papst c zu übermitteln unb nicht ber italienischen Regierung, die das Vertrauen bcr französischen Katholiken nicht besitze. Spenden und Sammlungen. . Bei dem deutschen Hilsskornttee gingen namhafte Bei« trüge ein, darunter Krupp 40000 *DtL, T eutsche Bank 30 000 Alk., Diskonlogesetlf chaft 20000 -DlL, Mendels, lohn u. C. 0. 20 000 Pik., Delbrück, Leo u. E. 0. 10 000 Pik. Die SUeibeiiabrifen von München-Gladbach beschloßen, eine große Ladung Kleider nach 'Messina abznschicken. Ter König von Lachsen spendete 3000 'd)tt, der Gro ß- herzog von Baden 3000 2ik. In M a d r 1 b beschloß der (Seinrinberat, 30 000 JrcS. zu stiften. Zahlreiche (Senieinberaie in Den audeieu spanischen Slädien oer- tinsialion Festlichkeiten 1?), deren Ertrag für Den gleichen Zweck bestimmt ist. Ter Kongreß in Washington wird einen Kredit von .300000 Tollars genehmigen. Ter Papst hat feine Spende auf eine Million Sire erhöht. Lcr Sultan spendete 1000 Pkund. vermisste». * Ein jugendlicher Lebensretter. Am ersten Feiertag vergnügte sich der 12 jährige Schüler Fritz Buchholz aus Friedrichshagen vormittags mit anderen Kindern zusammen auf dem Eise des Müggelsees. Der 11 Jahre alte Karl Scholz war cingebrochen und ein anderer Knabe, namens Köper, wollte dem Verunglückten zu Hilfe eilen, brach aber ebenfalls ein. Beide Jungen wären unrettbar verloren gewesen, wenn nicht der kleine Buchholz energische Rettungsversuche unternommen hätte. Er Holle sich ein Brett und eine Stange herbei, näherte sich damll den verunglückten Mmeraden und zog erst den Scholz und dann ben Köper aus den Fluten. Tie drei Kinder wurden nach einem nahen Restaurant gebracht, wo sie sich sowell erholten, daß sie chren Ellern Angeführt iverden tonnten. * Von Hunden zerfleischt. Die Fleischermeister Schornfchen Eheleute in Elberfeld hatten lürziich ein zwei Jahre altes Kind angenommen. 'Dieser Tage ließ die Fcau auf kurze Zell das Kind allein zu Hause, weil sie einen unaufschiebbaren Ausgang zu mack-en hatte. Im Zimmer mit dein Kinde befanden sich zwei junge Hunde (Foxterrier). Als die Frau nach wenigen Minuten zurückkehrte, fand fie das Kind in einer Blutlache vor. Die beiden jungen Hunde standen mit blutigen Mäulern davor. Vermutlich haben sie zuerst mit dem Kinde gespielt, sind bann wütend geworben, über das wehrlose kleine Wesen l)ergefallen unb haben es zerfleischt. Sie hatten ihm die Kehle durchgcbifscn und den Hals zerrissen. * Alderti amüsiert sied, llmer dem Motto „BmmK, ick amxfir mir doch!" scheint sich, beu M. N. N. zufolge, der Dannae Ermnnster Alberti im Gc'ängnis auf eigenartige Weise Die Haft zu würzen. Aus Kopenhagen wird bariifer beridxct: Tie Untersuchung gegen Tanemarts einst so mäckstigen Justiz- Minister schreitet nur langsam vorwärts. Alöcrti amüsiert itch Damit, Durch allerlei „Tricks" die Unicriudmng in Die Üungc zu Stehen und D anders dann, wenn man eine von einer Zeitung ui die Welt (■ejefcte Lügennachricht charakterisieren will. Es dürften aber nur ivenige wissen, wie der so schmackhafte Vogel, welcher die Ente geschätzt wird, zu der etwas zweifelhaften Ehre gekommen ist, frei erfundene Zeitungsnachrichten mit seinem Namen zu decken. Man darf daher der Zeitsck>rift „Nos Leetures" dafür dankbar sein, daß sie den Ursprung des Wortes „Zeitungsente" zum Gegenstände von Forschungen gemacht hat und die Ergebnisse dieses Spezialstudiums jetzt der Oeffentlickchelt preisgibt. Ein Bürger vvn Brüssel namens Cornelis,«n — so liest man in der Revue — hatte besondere Gründe, gegen die Journalisten erbittert zu sein. Es geschah nun, daß eines Tages ein unglücklicher Heiiungsmeusch, der sich auf der Nachnchtenjagd befand, das Pech hatte, auf den Jvurnalistenhasser Cornelis,on zu stoßen. Dem Heinde der Presse war diese Begegnung sehr erwünscht, und er benutzte die Gelegenheit, um den Federfuchser gehörig hineinzu- leaen; zu diesem Zwecke erzählte er: ihm' eine aufregende Geschichte von den tragischen Schicksalen einer Entensamilic. Er habe, sagte er, 20 Enten in einett engen Käsig gesetzt und ihnen nichts zu fressen gegeben. Tags drauf sei eine von den Enten von ihren Artgenossinnen mit den Schnäbeln totgeschlagen und radikal aufgefressen worden: am zweiten Tage fei eine andere verschwunden gewesen, am dritten Tage eine dritte und immer so weiter, bis nur noch, als letzte Vertreterin der Entenfamilie, die zwanzigste Ente übrig gewesen sei; diese habe das Fleisch bon neunzehn andern Enten im Mimen gehabt. Der Journalist, der allerdings keine Leuchte seines Standes gewesen zu sein scheint, brachte die phänomenale Geschichte sofort in die Zeitung; andere Matter druckten sie nach und die dcachricht machte die Reise um die Welt m weniger als 80 Tagen! Tas übrige kann man sich denken. Ter böse Cvmellison rühmte sich des Streichs, den er der Presse gespielt hatte, und man nannte fortan jede lügnerische Zeitungsnotiz eine „Eule". * Auf der Wanderschaft. Handwerksbursche (Sachse, auf der Landstraße nach Darmstadt): „Sagen Se 'mal, mei Gudster, sind das, was mär da in der Farne sieht, die Därme (Türme) vvn Darmstadts Äleittc Tageschronik. In Elberfeld ereigneten sich infolge des Glatteises zwei schwere Straßenbahnunfälle, wobei em Wagenführer feinen Tod fand. Ein Wagen wurde fast vollständig zertrümmerr. Ein zweiter Wogen kam ins Rulschen und stürzte die Böschung hinab. Don den vier Passagieren wurde eine Frau schwer, die übrigen leichter verletzt. In Sluhlweißeuburg erschien gestern früh ein maskierter Kerl und zwang das Perional mit vorgehalteuem Revolver, ihm die Geld b riefe, die 58000 Kronen enthielten, zu übergeben. Ter Räuber tötete einen Postbeamten und verwundete einen anderen. Zwei Postbeamte packten nun den Räuber, einen Diener der StuhlreelßenburgerKorreküonS-AnstaU namens Stephan Kern, und erschlugen ihn. Im Wald von Kapuvar in Ungarn wurde ein deutscher Ballon bemerkt, der tu den Daum-kronen! sestsaß. Die Insassen am 31. Dezember in der Nähe von Berlin ausgestiegenen Ballons waren der Leutnant Strinker und ein anderer Herr. Sie hatten 36 Stunden i in S chnee st u r m zugebracht. Der Ballon konnte noch nicht freigemadjt werden. Die Lust- schisser wurden im Schloß des Barons Berg herzlich ausgenommen. Der Schnellzug Bafel-Pans fließ am Sarnslag bei Chaumont mit einem Personenzuge zusammen. Zwei Eisen- b a h n b e a m t e und drei J( e i f c n D e wurden dabei getötet. In Mittel- u u d- N o r d e u r o p a hält die Kälte an. Auf der Elbe sind weitere 18 Schisse eingefroren. Die Lage einzelner Schisse ist gefährlich. Von dem vierten h o l l ä n d i, ch e n H u s a r e ii r e g i m c n t e inZutphen wurde nahezu eine ganze Schwadron unter Führung eines Korporals fahnenflüchtig. Es gelang, die Ausreißer einzuholen und znr Rückkehr zu bewegen. Der Korporal, der Vlnstifier, wurde nahe der preußiichen Grenze verhaftet. Bei R i p e u (Jütland) verhaftete cm Grenzgeudarm einen Mann, in desstn Besitz em Packet nut goldenen und sil- b erneu Kränzen geiunbcii wurde. Er gestand, sie im Roeskilder D o m g e st o h 1 e u gu haben. Handel. — Priva tdiskout. Ter erhebliche Rückgang deS Privat- diskonts — in Berlin bis 2% Proz., alfo um V, Proz. — übte einen belebenden Emsbiß auf die Börse am ersten Geschä'tStag un neuen Jahr aus. Alan hatte zwar mit einer schnellen Erlclchter- ung der Geldsatze gerechnet, wurde aber doch durch die rasche Verbilligung überrascht. Tiefe erklärt sich daraus, daß einerseits die Geldnehmer m der Erwartung rückläufiger Zinssätze nut der Einreichung von Wechseln zurückhallen, wahrend anderseits die Anstalten, die ihre flüssigen Gelder zum Teil in Wechseln anlegen, mit gvöBern Kauianslragen am Wechjelmarkt waren. Ta die Ansprüche an die Rsichsdauk, wie immer zum Jahresfchluß, erheblich gewesen sind, so dürften die Rückzahlungen an die Bank den offenen Markt doch wieder mehr in Anspruch nehmen, so daß der Privat- roechselzinsfutz die starke Ermäßigiing zunächst vielleicht nicht voll behauptet. Immerhin zeigt der Vorgang die auf dem Geldmarkt herrschende Richtung deutlich an, und diese dürfte, sobald die Riick- lüsse bei der Netchsbank die Einwirkiingen des Jahresschlusses wieder ausgeglichen haben, auch zu einer weiteren Verbilligung der Geldfätze führen. — Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten. Der» Wert der Ausfuhr aus dem Hamburgischen Ksnsularbezirk nach bett Vereinigten Staaten betrug im letzten Vierteljahr 4 868 155 Doll, (i. B. 4 045 059 Toll.), mithin mehr 823 096 Doll. Im ganzen Jahr, betrug der Wert der Ausfuhr 18744147 Doll. (i. V. 18 221451 S)otL)„' mithin mehr 522 626 Doll. Märkte. re. Frankfurt a. M., 4. Jan. (Orig.-Telegr. des „Giefti Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise»! Wetzen Alk. 20.75—2.100, Kurhessischer Alk. 20.25—20.50, La Plata Alk. 24.25—24.75, Kansas Alk. 205—24.75, Roggen (hiesiger) Alk. 17.00—17.25 Gerste (Wetterauer» Mk. 18.50—laiöO, Franken- selber DU. 17.50—18.00, Hafer 16.00—17.00, Aiais Tlf. 17.25—17.50. Weizenmehl Alk. 31.50—32.00, 00—00, 2. Qualität Alk. 30.50 bis Alk. 31.00, 3. Qualität Mk. 29.00—30.25, Roggenmehl o Alk. 27.75—28.00, 1.Qualität Alk. 26.75—27.00, Weizenklere Alk. 9.75 bis Alk. 10.00, Roggeickleie Alk. 10.50—11.00, Maiskeirne Mk. 12.50 bis Alk. 13.50, Franken, Pfälzer. Ried Alk.00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. te. Frankfurt a. M., 4. Jan. (Stiegt. Orig. - Bericht be5 „Gieß. Änz.".) Amtliche Notierungen bet heutigen Viehmarkt- p reife. Zum Verkaufe [tauben: 310 Ochsen, 42 aus Oesterreich, 41 Bullen, 0 aus Oesterreich, i98 Kühe, Fersen, Stiere unb Rmber, 293 Kälber, 490 Schafe unb Hammel, 1920 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schaflämmer. Bezahlt würben für ICO Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 78—80 Mk^ 2. Qualttät 73—75 Alk., 3. Qualität 60—63 Alk.: Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Quak 62—64; Kühe 1. Qualität 69-72 Alk.,, 2. Qual. 60-62 Alk., 3. Qual. 48—50 Alk., 4. Quak 00—00 Alk.,, 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden sür bas Pfund Schlacht- ; gereicht: Kälber 1. Qualität 90 bis 95 Pfg., Lebendge,vicht 53—57 Psg., 2. Qualität 80—86 Pfg., Lebenbgereicht 48-52 Psg., Schlachtgere. 60—65 Psg.; Schafe: 1. Quak Schlachtgere. 70 bis 00 Psg., 2. Qual. 56—58 Pfg. Schreeine:. 1. Qual. 73—74 Pf., Lebenbgereicht 57—57,5 Pf., 2. Quak 71—72 Pf., Lebenbgereicht 56,5—00,0 Psg., 3. Qu al. 65—70 Psg., Lebenbgereicht 00—00 Pfg. Geschalt gut, kein Uebersland. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung sür Hesieu am Dienstag den 5. Januar: Trub unb neblig. Trocken. Temperatur rote heute. Nur un Süben Hessens leichtes Tauroetter. Alelst roindslill. Schneebericht des Schiklub Wandervogel-Gießen vermittelt vom Landwirtschastlichen Wetterdienst in Gießen. Die yiorbfetic des Vogelsberges (Gegend von Herbstein, Lanzcnhatn, Ilbeshausen) trägt cme Schneedecke von 3 Zentimeter Ticke. Kalkutta, 4. Jan. Im einer Vorstadt kam es zwischen Muhamedanern und Indern zu ernsten Zusammenstößen, so daß Militär zur Hilfeleistung für die Polizei herangezogen werden mußte. Die Streitenden wandten sich darauf gemeinsam gegen die Soldaten, welche feuerten und mehrere der Angreifer töteten und verwundeten. 200 Verhaftungen wurden vorgenommen. P aris, 4. Jan. Bei den gestrigen Senatswahlen wurden gewählt 26 Republikaner (davon 7 neu), 31 Rabi^ kale (12 neu), 30 Sozialisten (15 neu), ein unabhängiger Sozialist, 10 Progress ist en (4 neu) und 5 Nationalisten (1 neu\ 1 Zum bevorstehenden Anlagetermin haben wir nachfolgende Effekten-Gattungen Z|U den beigesetzten Kursen — so lange unser Vorrat reicht und ohne besonderen Widerruf — abzugeben: Kurse 4 °/0 Württemberger Staais-fonieähe......... 102=— 4% Frankfurter Hypothekenbank-Pfandbriefe, Serie S7, vor 1910 nicht rückzahlbar . . 100.— 4 % dergL, Serie 20, unkündbar bis 1915 ............100.50 3 1/3 °/0 derghj Serie 69 ............... 93.— 3 V» % Frankfurter Hypothekenbank - SCommunal« ObSigationesv, ...... 94 — 4% Raeinische Hypo^^enhank-lPfatidbrief^, unkündbar bis 1917 . . . . . . 100.60 4 °/0 Pfandbriefe des Frankfurter Hypothe&en-^redii-^ereins, Serio 46 ... 9Ü.— 4 % dergS., unkündbar bis 1913, Serie 43 ...... ...... 99.20 4 % dergi., unkündbar bis 1915, Serie 47 ....... ..... 99.50 4% depgL, unkündbar bis 1917, Serie 48.............100.— 4 °l0 Beniner Hypothekenbank Akt-Ges -Pfandbriefe........100.25 4 °/0 Preussische Pfandbriefbank-Hy poft'■e&en-Pfandbrief-?, unkündbar bis 1917 . . . luO 25 4 °/0 dergU.j unkündbar bis 1914 . . . • - . . • - . - - - - 99.60 4 °/0 d rg unkündbar bis 1915 ............... 99a8Ö 4 % % Obligationen der Eiektrüzitäts-^kt -Ces. vorm. W. Lsi mty^r & Co. in Frank- ' iurt a. ßfl. Jaj.re 8903 — rucfeZÄ^fc^r ä ^3 °/0.......99.25 4 % Deutsche Schutz gebiet »-Anleihe (unter Bürgschaft des Deutschen Reiches) .... 100.70 4 °/0 Ostp< euss&sche Provinziar-Obiisjatsonen..........100.25 Kamerun-Eisenbartn-Siammanteil« B mündelsicher (Minimal-Dividende von 3 % und Amortisation ä 120 % vom Deutschen Reiche garantiert). ......... 94.— Wir halten ferner ein ständiges Lager in 4 tu-.d 313°j0tigen Sta dt-ArJ. eih en die wir zu günstigen Bedingungen abgeben und vermitteln den An- Werk®.aller sonstigen an den Börsen gehandelten Werte. Giessen, 30. Dezember 1908. Bank für Handel und Industrie Kie&keH&s&iuistg Heessen Muller. Dietz. Aufruf! Durch das furchtbare Erdbeben m Italien sind Tausende getötet und Abertausende dem größten Elend preiSgegebcn. Es gilt die Überlebenden zu kleiden und die Notleidenden zu unterstützen. Geldspenden nehmen hier entgegen: Mitteldeutsche Creditbank Bank für Handel und Industrie. Kleidungsstücke. Decken, wollene Tücher etc. (auch getrogene Sachen) wolle man möglichst umgehend abgeben im: Restaurant Kaiserhof, Schnlstrasze Aus Wunsch erfolgt Abholung durch den Tetaillisten- Verein. In diesem Falle genügt Nachricht an den Vorstand »Lokal Naijcrhvs" brieflich oder telephonisch No. 73. if/, Großhcrzogl. HandtlMiniiicc. GeseWst für M- uni) Lölkeckniie Vierter Vortrag ^PÄttCrlUe, de» 7. Januar 8*/4 Uhr w bet großen Aula der Universität: Frau Professor Caecllie Meier, verli« Mexikanische Altertümer Mit Lichtbildern. Giuteittsvret- für -Uchtmitglieder Mk. 1.—, für €tubierenbe Ml- OLäo. Karten finb in der Nicker'schen Univ.-Guchhaiidlung und bei Herrn 8L ^rees. Hosbuchhandlung, zu babcit v*lx Mitglieds- und VuurMskartcu fiub am Eiugauge zur Kala vorzitzeigcn.__________________________________________ Frl. Vonderweidt empfiehlt sich den geehrten Damen tm Frisieren........ besonder» für Hochzeiten, Bälle u. 1. f. 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