Mittwoch IS. Mai 1909 ISS. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfa&t J4Seilen ag. eine in Nord, 9 s 9 >p &

ScWr.7 )lb iinfim ,jbr ,$itry j' folfl M»z üvemiLÄ K Vatctc-j« trat merti f ie|;t bebcutenb luer^r * > Vioion lebt M» :> in mir icbr gut; ikd ; nid es icbcrniamri liiabctb «tbiicik ßiankfurt q. 3)iJ j : Urteile bet'M« i das belle, billigt | ifenen Sörpevfräste | Io 3 Mk. in allkL I E Nr. 116 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: •ne vmn l wöchentlich GirtzenerLamilienblätter; zweimal wöchentl.Ureis- blatt furden Ureis Gießen i Tlenßtag und Freitag); zmcimaf monatl. £anb- wirtschaftliche Zeitfragen ? ernsprech - Anschlüsse: i'ir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeige» hir die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. nt: 11 $ (Sclcgtiijj Mai: )rt. >ut heil. Veichl. e. Kommunion 1L jebigt. Segen, dacht. Berlagshaus Bong & Co., Leipzig- in ihrer neuen achtbändigen Goethe-Ausgabe. Die reichhaltigen, sorgfältig fammengeftellten Erklärungen und Anmerkungen zu den einzelnen Werken des Dichters bauen sich auf den Ergebnissen der bisherigen Goetheforschung auf. Besonders wertvoll sind die Erläuterungen zu den Gedichten Goethes. Der zweite Wend der Festvorstellungen brachte eil. einmaliges Gastspiel des unter der Direktion von Meta Illing stehenden englischen Theaters, das zugleich die Er> öffnungsvorstellung dieses Unternehmens in Deutschland war. Gegeben wurde die dreiaktige Posse von R C. Cartvu: Mr. Hvpttn,c>n. Der Kaiser und die Kaiserin wurden be ihrem' Erscheinen in der Hofloge von den Hochrufen des Publikums begrüßt. Neben der Kaiserin nahm Prinz (&'."■ non Schweden Platz, hinter dem Kaiser Fürst von Bül mit den Herren und Damen der Umgebungen; auch Graf von Wedel wohnte der Vorstellung bei. Das lustige Stück wurde sehr flott gespielt. Hof und Publikum spendeten reichen Beifall. Die Belgrader „Stampa" erfährt aus angeblich guter Quelle. Kaiser Wilhelm habe in Wien auch den serbischen Gesandten Simitsch in ein längeres Gespräch ge- Wie sehr die englische Furcht vor dem aefpenfterhäften: nächtlichen Luftschiff ist, beweist folgende kl«' hampton passierte Episode. Ein Polizeileutnant bemerkte zu später Wendstunde das Luftschiff mit Lichtern versehen über der Stadt dahinschweben. Er meldete dies sofort dem! Chef der Ortspolizeibckhörde und Herr Mardlin erschien in lchchst eigener Person, um sich persönlich das „Spionage- luflschiff" anzusehen. Wie erstaunt war man, als man mit Zuhilfenahme von scharfen Fernrohren einen kleinen Spielzeug ballon entdeckte, an dem mehrere Lampions anaehängt waren. Ws man der Sache weiter auf den Grund ging, stellte sich heraus, daß zwei junge Leute diesen Scherz sich erlaubt hätten. Der Polizeipräsident von Norkhampton wird vorläufig von seiner Spionenfurcht befreit sein. geneigt, neue Vorlagen nicht erst im Plenum jur Verhandlung zu stellen, sondern eine Hinterpforte dergestalt zu lassen, mdcrn eine von der Regierung ausgearbeitete Novelle durch einen Abgeordneten in der Kommission einbringcn zu lassen, ein Plan, von dem man aber anscheinend, um keine Präjudiz zu schaffen, Abstand nehmen will. , .. . Heber die neuen Steuern selbst, nachdem die abgennberte Fahrkartensteuer bereits zugegangen ist, sickert jetzt Einiges hn> vor ; infolgedessen hört man, daß eine Steuer auf Zündhölzer und eine Erhöhung des Kaffeezolles geplant ist. Was die neue -xahr- kartensteuer anbelangt, welche gleichsam in Höhe von 31/» Prozent für alle Klassen erhoben werden soll, so gehen die Ansichten über diesen Modus auseinander, indessen läßt sich nicht leugnen, daß in diesem Prinzip ziemlich gerecht verfahren wird, zumal die Fahrkarte imter einer Mark, also der Nahverkehr, völlig frei bleibt, und bei einem so niedrigen Prozentsatz die Passagier« ucr vierten Wagen klasse nicht allzuhart getroffen werden. Macht doch die ganze Steuer beispielsweise bei einer Fahrkarte von 3 Mark, wofür man in der vierten Klasse 150 Kilometer zurück- legen kann, nur 10 Pfennig aus! lieber die geplante Zündholz-- steuer wird man in interessierten Kreisen allerdings wenig erbaut sein, man wird indessen das Weitere abwarten müssen, um zu sehen, ob auf der einen Seite die Einführung einer solchen Steuer so ertragsreich ist, daß sie für die Finanzreform in Frage kommt,- anderseits aber muß beispielsweise verlangt werden, daß die interessierten Kreise nicht ällm hart getroffen werden. Auch über die ($tHöhung des Kaffeezolles fehlen noch nähere Angaben, so daß man auch in dieser Hinsicht eine abwartende Stellung einnehmen muß. Manck>e Perle, die sich darunter findet, wird dem großen Publikum erst durch diese Erläuterungen erschlossen. Was diese neue Goethe-Ausgabe gan-j besonders brauchbar und wertvoll macht, auch für die Aufgaben der Schule, ist die streng durchgeführte Zeilen- und Verszählung. Nicht wenige Dichtungen ,inb hier überhaupt zum erstenmal gezählt und werden also künftig nach dieser Ausgabe zitiert werden müssen. Tie Ausgabe enthält ferner einige zum Ter wenig bekannte Bilder, darunter das letzte Bildnis Goethes, zu dem er gesessen hat, angefertigt im Januar 1832. Ferner sei noch erwähnt eine Wbildung des „Jahrmarkts zu Plundersweiler", nach dem Lriginal von Kraus, das sich jetzt im Schlosse Tiefurt bei Weimar befindet. Wßerdem bringt die Sammlung ein Faksimile der Goetheschen Handschrift. Die Ausstattung der Bände ist ansprechend undi gediegen, der Preis wohlfeil. Dieser letzte Umstand mag mithelfen, das Schlußwort im Geleit von Karl Alt erfüllt zu sehen: „An uns aber ist es, uns dieses köstlichen Erbteils würdig zu machen, indem wir es uns nach Kräften anzueignen und zu vollem geistigen Besitz zu erwerben trachten." — Prof. Tr. Karl Lohmcyer, dessen Tod wir gestern meldeten, war einer der verdientesten und ältesten Lehrer der Albertina. Eine lange Reihe von historischen Arbeiten, die in erster Linie der Geschichte Altpreußens und innerhalb dieser wieder der -Ordensgeschichte gewidmet waren, hat den Namen Lohmeyer auch in weiteren Kreisen bekannt gemacht. Seiner Heimatprovinz — Lohmeyer ist am 24. September 1832 in Gumbinnen geboren — galt sein ganzes wissenschastliches Streben. Frühe kam er nach Königsberg, ym die Kantstadt nie wieder zu verlassen und aus einem eifrig Lernenden bald ein eifrig Lehrender zu werden. Lohmeyer war, so lesen wir in der Voss. Zlg., ein Musterbeispiel für den. Sieg des! Geistigen über das Körperliche. Die Natur hatte es nicht gut mit ihm gemeint: er war ohne Arme auf die Welt gekommen und stammte überdies aus kleinen Verhältnissen. Nichtsdestoweniger wurde seine wissenschaftliche Ausbildung mit Unter* ftübung des königlichen Hauses durchgeseht. Mit 41 Jahren war Lohmeyer Profesior extraordinariuS und sozusagen eine Sehenswürdigkeit Königsbergs, die das besondere Interesse jedes Studierenden erregte. Ter Gelehrte ging nur in Gesellschaft eines Boys aus, der ihm die Türen, öffnete, die Geldangelegenheit^ Dar ©etyeimms des Weltgeschehens ist kein Geheimnis mehr. Herr A. Sinram in Hamburg ist der glückliche Entdecker. Er schreibt uns: „Die fundamentalen phyft- kalisch-chemischen Formstufen der universalen Grundgesetzgebung als Bestimmungsformen des Lebens. — Am 1. Mar d. I. fand zu Hamburg die Erste Publikation des inneren Weltgesetzev mit der erstmaligen Vorführung der verborgenen Grundursache als bad bisherige Geheimnis des Weltgeschehens (Belebung des Monismus) statt, ein Ereignis, wie der Ergründer des Grundwesens — Sjerr A Sinram — in der Einleitung seines £iü)tbilber^bm> träges hervorhob, von besonderer historischer Bedeutung, da die Fähigkeit: das seiende, erzeugende, ordnende, entwickelnöc SBejen nt Ursache und Wirkung zu erkennen, zu erklären und darzustellen dem menschlichen Geiste auf ewige Zetten abgeibrocnen worden sei, die „Erkenntnis vom Wesen der Dinge deshalb auch als die „nie erreichbare Geisteskrone der Menschheit" betrachtet werde. Nachdem Herr Sinram den Werdegang der realen Entstehung aus dem Urwesen einer von Ewigkeit her gegebenen idealen Ein- hettsform — der im Raume eo tp.o ausgebreiteten Kaltezustands- form unter der Bezeichnung Uno ober Monon ober P^ ton mit ihrer angeborenen Eigenschaft (Grundeigenschaft) der Empnnbung (Fähigkett, Können, Reagens, Weltseele- - an der ganb lemes Wes „&ie Welt der höheren Erkenntnis und. der Uebmeugung erläutert und ihn als Wirkung einer aprwnstpchen Zielsttebiakett bezw. einer ewig tätigen ursächlichen Raumemnehmungsterwenz Ausbreitung, Streben, Wollen, Wille, ^attgleit 'Wens, Weltgeist) jedes einzelnen Raumpunktes nach allen Richtungen des Raumes bezeichnet hatte, ging berjetbe auf die Vorführung der Formenwelt in ihren idealen erstanfarmlichen Formstusen über, Mc als die Vorstellung vorn inneren Micu der Natur (&runb- formen, Grundkraft) zu begreifen fei. Da Wesenheit Form sei und Form - Wesenheit, so bestanden die Lebewesen bezw die Lebensformen, wie die fundamentale Lebenstatigteit überhaupt, aus Formleben, und "zwar, gemäß dein We^en des idealen Un- endlichkeitskreises, aus Formen von Kreisverbinbungen,^bie als solche erstens den Grundcharakter von transmitticrmden ^chwmg- ungswellen (Grundkraft) in sich tragen und zweitens die unwillkürliche Bildungsanlage der grundsätzlichen Form von Eizellen verkörpern, welch letztere Formen wieder nt weiterer Fortsetzung der Lebenstätigkeit '(Kreisverbindungen) die mannigtadnten Lm Gestaltungen (Umwandlungen, Veränderungen, Kreisvermupfungen erfahren, so daß der Harveysche Satz: „Alles Lebendige ent wickelt sich aus einem Ei" zur Gewißheit erhoben und in 1 einer inneren Ursächlichkeit der Erkenntnis zugänglich gemacht worden ist. Aus Kreisflächen bestehend, in Kreisgrenzen eingeengt und von Kreisverbindungen geformt, werden die geometrischen Lebens formen (Atomgestaltungen, Eiformen, Schwingungswellen, Grund- kraft) von dem „Gesetz der Geometrie" beherrscht, dessen Grundprinzipien in den Figuren in die Erscheinung treten und be)|en auffälligstes Merkmal btt; Diagonal-Wirkung ist. Kunst, Lym- znctrie und geometrische Srdnüüg m km äußere GeprLge des zogen und sich anerkennend über die Wsicbt des Königs geäußert, den Kronprinzen Alexander an der Bonner Universität iurmatrikulieren zu laffen. Var ttaisrrpaar in Wiesbaden. Gestern vormittag hat der Reichskanzler dem Kaiser einen zweistündigen Vortrag gehalten. Am Nachmittag gewährte die Kaiserin dem Reichskanzler eine Audienz. Später konferierte der Reichskanzler mit dem russischen Botschafter, Grafen von der Osten-Sacken. Der Kaiser hat dem Statthalter Grafen von Wedel die Brillanten zum Schwarzen Wlerorden verliehen. Urtterstaatsfekretär Löbell begab fich gestern nachmittag zum Reichskanzler nach Wiesbaden. Gestern nachmittag um 4 Uhr fand auf Allerhöchsten Befehl ein Galakonzert int großen Saale des Kurhauses statt, der mit einer glänzenden Gesellschaft bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und die Damen und Herren des Gefolges wohnten dem Konzerte bei. Die Majestäten wurden in >^r großen Halle von Fanfaren begrüßt und vom Oberbürgermeister Dr. v. Jbell, vom Kurdirektor v. Ebmeyer und vom Intendanten der Kurverwaltung, Borgmann, emp fangen und zur großen Loge geleitet. Die Majestäten verneigten sich zum Publikum, das in Hochrufe ausbrach. Nachdem bas Kurorchester unter Leitung des Kurkapellmeisters Afferni die Beethovensche Leonorenouverture Nr. 3 vorgetragen hatte, folgte das Auftreten der französischen Sänger „La Societß nationale des Orchiouistes Crick-Sicks" aus Tourcoing unter Leitung des Herrn Joseph Duysburgh. ist dies ein starker, weit über hundert Köpfe zählender Männerchor, der sehr Tüchtiges leistete — er hat besonders schöne Bässe zur Verfügung — und einen starken, ehrlichen Beifall errang, an dem die Majestäten sich auf das lebhafteste beteiligten. Die Sänger trugen vor: 1. Esperance von Radvur, 2. VillaneNe von Massenet, 3. Hymne ä la nuit von Rameau (1683) und zum Schlüsse Le chant des matelols von Raboux. Dazwischen spielte das Kurorchester bas niederländisch Dankgebet, und den Schluß machte der Vortrag der Festouverture über Eine feste Burg ist unser Gott von Nicolai, vorgetragen vom Caecitienverein unter Begleitung des Kuvorckresters und der Orgel, die Schloßorganist Petersei' spielte. Zur Wendtafel bei den Majestäten im Königlichen Schlosse sind geladen Prinz Eugen von Schweden und her Statthalter Graf Wedel. Serien. Der Reichstag ist dieses Mal reckst früh in die Pfingstferien aegangeu und wird wohl Mitte Juni wieder zusammenkomnien, um der Regierung Zett zu geben, die verschiedenen Ersatzsteuern vvr- zuberetten. „ Daß nt der Zwischenzeit auch tüchtig hinter den Kulissen verhandelt ivird, liegt auf der Hand, zumal man von einer gewaltsamen Lösung nach der einen oder anderen Seite hin zurückschreckt in bei Erwägung, daß hierdurch die Situation kaum gebessert werden würde. Unleugbar hat m den letzten Tagen die Situation an Schärfe verloren, weil man eben allseitig bestrebt ist, im Interesse der Gesamtheit etwas zustande zu bringen, insbesondere ist man in den Reihen der gemäßigten konservativen Reichspartei lebhaft bemüht, eine vermittelnde Brücke zu schlagen und es wäre erfreulich, wenn man einen gangbaren Weg finden würde. Bon Interesse ist nun der warme Appell, den der bayerpche Thronfolgrc, Prinz Ludwig von Bayern, gestern anläßlich eines Besuches in Karlsruhe an den Reick)stag gerichtet hat. In einem Trinksvruch bei der Galalafel im großherzoglickien Schlosse führte Prinz Ludwig u. a. folgendes aus: „Wir stehen m einer letzt sehr schwierigen Zett. Die deutschen Bundesregierungen sind alle Zusammen gestanden und haben alle ein Programm angenommen. Wenn es ja auch 'nichck verlangt werden kann, daß dasselbe in icber Einzelheit vom Reichstag angenommen und burcl-geführt wird, so ist doch zu wünschen, baß auf bieser Grunblage eine Verständigung erreicht werden könne. Eure Königliche Hoheit wirb mir erlauben, zu bemerken — ich weiß ja, baß bie Großberzoglich badische, wie die königlich bayerische Regierung in dieser Beziehung eins sind — daß es eine große Nottvendigkett und rin großes Glück ist, daß die direkten Steuern der Einzelstaaten gewahrt werben. Wo kämen wir denn hin und wie könnten die GiMl- ftaaten die großen Kulturaufgaben, die ihnen bevorstehen, erfüllen, wenn ihnen bie biretten Steuern eingeschränkt würben? Und wie bei den Einzelstaaten, so ist es auch bei den Gemeinden. Die Bkaatsregierungen haben sich beswegen geeinigt — abgefehen von bcn inbireften Steuern — nur eine birefte Steuer dem Reiche zu überlassen: bie Nachlaße bezw. Erbschaftssteuer, und so viel ich weiß, stehen die Staatsregierungen noch immer auf demselben Standpunkt. Ich wünsche und hoffe, daß der Reichstag diesem Standpunkte auch beitteten wirb." Inzwischen hat ber Reichskanzler, wie bereits an anderer Stelle mitgeteilt, am gestrigen Dienstag 'beim Kaiser in Wiesbaden Vortrag gehalten, ohne daß 'über das Ergebnis der Unterredung zwischen Kaiser und Kanzler etwas näheres bekannt geworden wäre. ES ist eine seltsame Erscheinung, daß eine Reihe von Blättern^ welche früher das Hinaus treten des Kaisers stets auf das Lebhafteste befehdeten, nunmehr mit einem Male wünschen, baß ber Kaiser, ber ftch seit den Novembertagen die größte Zurückhaltung auferlegt hat, wieder foertrortrete und in bas politische Getriebe ingreife. Es könnte aber nichts verfehlteres geben als das, veil hierdurch erneut die Person .des Kaisers in das Parteigezänk :)mein gesogen und dadurch tauin etwas gewonnen würde. Viel- >richt aber werden sich die Gemüter, bie sich 'm ben letzten Tagen in ft bis zum Siebegrade erhitzten, etwas beruhigen und sachgemäßen lÄwägungen zugänglich fein; freilich wird es dabei notwendig sein, daß man sich beiderseits etwas entgegenkommt und nicht, wie es gerade in ber Frage ber Besitzsteuer ist, auf einen einseitigen Standpunkt versteiren. Ein berarttges Verhalten würbe man im Lande, wo bie Verstimmung über bie Verzögerung ber Reick-sftnanzreform eine recht starke ist, nicht verstehen. Die Kommission wirb baher gut tun, unbeschadet ber genauen Prüfung etwaiger neuer Entwürfe, boch etwas schneller zu arbeiten, unb sich mit langatmigen Debatten nicht übermäßig lange aufzuhalten Zur Beschleunigung ber Rcichsfinanzreform war man vielfach „Funbarneutal-Prinzip ber entgegengesetzten Wirkung", burch bie Grunbrigenschaft ber Substanz (Ernpsinbung, Weltseele) infolge fortgesetzter Verbichtung berselben zugrunbe. So wirb aus un- endlich-cwigem Sein: zeitlicki-enblicheS Werben unb Vergehen ber Formenwelt."---Hett bem kühnen Denker! — Im Grvßy. HoftHeater zu Darmstadt fand gestern abend eine Sondervorstellung zum Besten des Hos- theater- und Hofmufiksonds statt, die gleichtzeitig dem aus dem Verbände des Hoftheaters scheidenden Herrn Loehr Gelegenheit gab, sich in einer seiner besten, wenn auch nicht bedeutendsten Rollen vom Darmstädter Publikum zu verabschieden. Gegeben wurde Otto Erich Hartlebens Offi- flerstragödre „Rosenmontag, in der Herr Loehr den Leutnant Hans Rudorfs gab. _ Der Abend gestaltete sich zu einem Triumph für ben scheidenden, sehr beliebten Künstler, der auch in Gießen aufgetreten ist. Schon beim Auftreten wurde er mit rauschendem Beifallklatschen begrüßt und nach jedem Aktschluß wiederholt herausgerufen. Er spielte noch einmal mit voller künstlerischer Hingabe, Frl. Weiden vom Mainzer Stadttheater war ihm eine würdige Partnerin. Nach dem letzten Akt wurden dem Künstler Blumenarrangements und Kränze in so großer Menge überreicht, daß die Bühne schier einem Mumenhaine glich" Der Beifall wuchs zu Ovationen aus, wie sie selten bas Haus burchbrauste. .Herr Loehr gehörte der hiesigen Bühne 10 Jahre lang an, er vertritt von der nächsten Svielzeit db das Fach der gesetzten Helden. Er hat sich für 6 Monate dem Stadtcheater von Mainz verpflichtet und vom Jahre 1911 auf 5 Jahre dem Königl. Hoftheater Wiesbaden. — Mehr Goethe! Wir nennen uns das Volk der Dichter und Denker und führen gern die Namen Goethe, Schiller und Sani im Munde. Aber bie Hand aufs Herz: Wer liest sie? — Die Fachgelehrten natürlich ausgenommen. Was speziell Goethe anlangt, so scheint nun allerdings das Interesse für ihn neuerdings zuzunehmen. Wenigstens läßt die gerade ljeurigen Tages in erstaunlichem Maße an- wachsende Goetheliteratur diese Annahme berechtigt erscheinen. Wenn man nach einer Rechtfertigung für diese Goetheliteratur sucht, [o wird sie darin zu finden fein, daß uns schon ein großer Teil der Werke Goethes schwer verständlich geworden ist. Man denke nur an die Gedichte. Der heutige Leser von Goethes Werken bedarf, mit einem Ausland. Die Streikbew ea nn g in Frankreich. Du! General-Aäderation der Arbeiter hat auf ihrem Meeting > 21. ' I >cn 22ril]0i / I LM ? i^r I •ten. Bezugspreis- Z'fop monatlich7bPf.,viertel- letzenerAnzelgers IW - für den politischen Teil: Geneml-Anzelger für Oberhefsen MM Rotatsonrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Anzeigenteil: H.' Beck. ben (SrneraHtreif mit 8G gegen ß stimmen beschlossen (Hestern nachmrttag versammelten sich die Firftrer ja»: Ikfrr Syndikate nnb setzten ben Beginn des Generalstreik ans heute fest. Man glaubt jedoch in Regierungskreiser das, der Ausstand kein allgemeiner sein wird. Die bäfcn Deutschen Im Unterhause kündig em Abgeordneter eine Interpellation an, ob es der R gierung bekannt sei, das; in London 60000 Deutsche leben. Die vollständig einerer Icrt wären und in einem Gewölb 50000 Gewehre mit je 7 Patronen ausbcwahrt halten Abessynien. Wie bte Agenzia Stesani aus Adts Abeba vom 18 Mai meldet, wurde Lig Iafu zum Thronerben von Abessynien misgerufen: der feierliche Akt wurde m Gegenwan sämtlicher Großen des Reiches und eine Aufgebots von ungefähr 20000 Mann Truppen vorgenommen Bulgarien und die Türkei. Tie Verhandlung der Zlommlssion ht der Orientbahn-Angelegen hei t verlic resullatlos. Der bulgarische HandelSminisker Liaptschew br.mflte heute auf der Pforte auf eine rasche Erledigung, f>a eine Verzögerung Bulgarien schädige c. rrf। ir er am 'Ireitag abreisen werde, selbst wenn eine Verständigung nicht erhielt worden sei. Der Frankfurter Sesangrwettftrelt. — Frankfurt a. M, 19. Mai Noch ist in aller Er innerung das 11. deutsche Turnfest, das im vergangenen Sommer in unserer Stadt gefeiert wurde und an dem die ganze Bevölkerung den regsten Anteil genommen hatte. Nock ist kein Jahr verfloßen und schon wieder Drangt die Stadt im festlichen Schmucke anlußlid' des 8 Kaiserprei-singen-, |u dem sich aus vielen deut schen Gauen die deutschen Mannergesangvereine zusammengesundei! haben Bringt es schon der Lenz mit sich, daß das frische Grün der Blätter unb die Blüten an Baum und Strauch den gern gc sehenen Gästen einen freundlichen Willkommensgruß bereiten, so Hal die Kunst doch auch jefrl wieder mitgeholfen, die deutschen Sanger würdig zu emviangen Am Bahnboisplatzc erhebt sich eine 'Btnamibe in Tannengrün gekleidet und mit dem staiserl. Namenszug und anderen Emblemen geschmückt. Taneben erheben sich Flaggenmasten, die in weiterer Reihe überleiten in die Feststraße, die zum Festplalze führt. Am Eingänge des .Hohenzollernvlatzec erhebt sub ein ähnlicher grün - und goldgeschmückter Pilon, der weithin sichtbar das Zeichen W. II. trägt, die Initiale des .kaiserlichen Protektors des GesangSwettstreites. In der Feststraße haben tid) die Masten der elektrischen Sttaßenbahn zu Trägern von Blumenkörben verwandelt, die die den Sangern willkommenen Pflanzi-n, Lorbeer unb Rose bergen. Auch sonst haben viele öffentliche und Privatgebäude reichen schmuck angelegt, der Anregung ides Oberbürgermeisters Adickes folgend. Reiche Lannengirlanden, Fahnen und Embleme des Gesanges zieren ihre Fassaden zum ^Ausdruck der Freude über das Erscheinen der liedersrohen Gäste und zu einer ihrer würdigen Ehrung. Aus dem Festplatz selbst b; lansprucht die Festhalle, die jetzt auch im Innenbau vollendet ist, lvolle Anerkennung, da sie die zahlreichen Besucher, denen sie Raum bietet, auch in die rechte Stimmung versetzt. Auf dem Festplatte jselbst btelen Blumenrabatten und andere gärtnerische Anlagen einen bä» Auge erfreuenden Anbliä. Wein- und Bierrestaurant und das Eafö Astoria laben zu gemütlichem Verweilen ein. während aus dem Platze »mehrere MufikkaDelleii frohe Weisen erschallen lassen. Im Bier-restaurant gibt eine Tnrolcr Gesellschaft dem Besucher I Gelegenheit, füh unb oberdeutschen Volksgesang kennen zu lernen Zu dem^Wettlingen sind .34 Vereine mit 5)68.3 aktiven Sängern ldet sie treffen m 21 Sonderzügen hier ein Heute komm n bereit sieben auf dem Hauptbahnhose an Das Hauptkontingenl der Gäste stellt Westdeutschland, besonders Nheinland und West lai.-ri Wir nennen die Heimat-orte Köln. Barmen, Düsseldorf. Bonn, Kohlen(Gelsenkirchen, Mühlheim a d Rul Bodmin, Essen, Krefeld. Duisburg. Dortmund. München Glabba.i und Aachen Bon Berlin kommen bei bisherige Inhabei t'ibiger des Kaiser Preises, der Berliner Lehrergesangverein und d., Berliner Sängerverein. Ferner sind vertreten die Crte MTeinnadi Ganz fehlt her Osten Deutschlands. Die Begrüßung der Gäste uf di in Längsbahnsti ig durch M au chuss und Abordnungen der Frankfurter Sanger Die Musil E .M.ti’.r der Frankfurter Kriegerkameradschaft Nach Ab aung des Sangergrußes wurden die auswärtigen Vereine von miern hei Mittel unb Bürgerschulen nach ihren Suarii.i !' Sämtliche Vereint nehmen in Frankfurt Quartier, nui die Boimer Liedertafel in' Schwanheim. 2lii» itabl und taub. Gießen, 19. Mai 1909. Stadterweiterung. Ter vorn Ministerium jüngst genehinigte B^'bauunge plan für das Gebiet FrantfurterStraße-Aulweg- Wart weg umfaßt ungefähr 200000 Cuobratmeter übet 2*> Hektar Gelände, das damit der Bebauung erschlossen wird Der jetzige Aulweg. der am süblichen Abhang des Leiters bergen von Osten ncub Westen mit einer allmählichen Ärüm besorgte und ihm beim An- und Aus kleiden behilflich war. Tas Schreiben besorgte der alte Herr jedoch selbst, indem er die Fedet geschickt mit den Zahnen saßte und. wie cs schien, mühelos uno sicher die Lettern auf« 'l^wicr setzte. Von seinen Werken sind fein „Geschichte von Ost und Westpreußen", „Brandenburgisch preußische Geschichte" mit Thomas und die HÜssbücher für den Untennhl in der deutschen Geschichte .von denen er eines nut Thomas, das andere, die neuere Zeit behandelnde, mit Shianh herausgab. besonders geschätzt. — George Meredith f. Der englische Romanbichter George Mcrednh ist am 18. Ma» im 81. Lebensjahre gestorben. George Tlerebiih, einer der bebeutenbfien Schriftsteller de« heutigen England, wurde 1828 in Hampihire geboten; er erhielt leine Er Iiehung n, Deutschland unb gab 1851 seine ersten .Gedichte" h.-rans it ivanbte sich bann den, Roman zu und schui eine Weihe pfnebo logisch uefer und kunstvoller Werke Seme Bücher tvurben auch in« Deutsche übersetzt und er beiafe auch bei uns ein Publikum. Gelegentlich feine« 80. Geburtstage», der m England und Deutsch - land geleiert wurde, ist der große Schnststeller auch hier geivürdigi worden. Er ist nie populär geworden, aber er war sehr berühmt. — Liliencron« Lebensretter An Herrn A Nim hhnt-5 in Einbeck traf am Mittwoch au« Anlaß inner silbernen Doch rett folgende« Telegramm de« Dichters Detlev von Lilien cronem: ...Herzlichen Glückwunsch zur silbernen Hochzeit-feier Immer gedenkt der Schlacht bei Skalitz Ihr alter fiamerab Liliencron " Mit dieser Ä’nmerabfd'an hat es iolgtnbe Bewandt Ni« Im ^ahre 186ii machte Liliencron den Feldzug al« Leut nam im 3c Inianttrieregiment mit, ui dem damals A. Nim VhcuS als Sergeant diente Am 28. 3uni stürmte das Negimcut bet Stolth einen Hügel, den das 6 österreichische Äorvs besetzt ^tte. Bet dem Versuch, einen österretänscheu Iägeroistzier zum Gelan,leiten zu machen, erhielt Liliencron von seinem Gegner ernen schütz tn den Unterleib unb sollte »gerade von seinem Gegne. den TodeSstotz erhalten Ta ststrinte 3ergraut Nimplnus heran tarb streckte mit etnem imiditigen Bajonettstich ben rnnblidhii Offizier zu Boden Diese Tat bat Liliencron seinem Ledens re:: mr vergessen: noch heute verbindet ibn eine enge Freundsäiast Mtt diesem ~ Gin t oft bar er Tropfen. Vie man au« Syrier mitt eilt, wird da« um bmorrdrn Mmeum der Pfalz einzunch lende WernmuseiMi imhv andern Flasch, n ganz alten Wcut . i brionbere Kostbarkeit und einzige« Eiemvlar aus qam Deutschland riL>cii in die Frankfurter Straße einmündet, bildet die ren.ze der neuen Stadterweiterunq, während nach der Stadt i das -ukünftig« neue Straßennetz durch die Fortsetzung .-er an der AuaenNmik jetzt schon tTorudergehenden Frudril-- raße abgeschlosfen wird. Diese soll ihre Verlängerung -nben durch ben jetzigen Warkweg. an dem dic Ochöne .'lussicht liegt. Der Äartw.g der als Straß« au«a biut tirb, mündet in den Aulwcg. so daß eine direkte Berd in düng von der I-rat.Ijurter Straße nach der Straße an Stelle des Aulweqs entstehen imrb Oberhalb der Psychi- ’ r Teil des neuen 3t b: ei d die Frankfurter Straße begrenzt, von der aus pur neu - Ouerftraßen vorgesehen sind, dt eine zukünftige Verbindung ’ud) dem als 20 Meter br. t:c Straj ( >veg bilden Diese Querstraßen werden in Frankfurter Straße unb der neuen LängSsrraßl 5urd) eine weitere von Osten nach Westen vehenbr neue aße. Äußer her Fri bricht' ras -1 deren Fortführung na.> r-i • .wischen der Frankfurter Straße und dem heutigen Aul- t-ea vorgesehen Drei fernere Querstraßen, in enksvrcch-n j Ab ständen verteilt, werden ei jsstra t vit b*?r verlängerten Friedrichstraße hinter Dcj Jhinil n verlaufen wird, mit dem jetzigen Aultveg verbinden. Das «biet ist durch bte Straßenanordnun lufgefchlosfen, wobei 6 mehr ober tDcniger große S'. nin.i- vlatzanlagen vorgesehen sind und auch berü.lfid-tigt ist. daß in passender Stelle für de ■ ;a ; n Stadtt il i im sp e -ine evangelische Kirche g bau werden tann Die Stra en rhalten eine Breite von 10 -15 Meter und sind, um ine .'lusnahmen abgesehen, mit 4—5 Meter breiten Borg.r en icbadn Der 20 Meter breite lange S.raßenzug an Stelle es Aulwegs wirb von beiben Seiten je 3 Meter breite Bor- lärten unb eine Baumallee erhalten Das ber Bebiuung ,u erschließenbe Gebiet oberhalb ber Miniken gehört in x»r Hauptsache Eigentümern, bie in Klein-Linben ivohncn, ist heute nod) Ackerland. Ter nunmehr genehmigte Bebauungsplan stellt soviel baureifes Gelände aue Ber ügung, daß nach dessen Bebanung bequem 3000 Einwohner Unter kommen finden. Zweifellos ist die Lage des Gebiet- ca. 80 bis 90 Meter über dem Wasserspiegel der Lahn für Wohnzwecke überaus gesund. **Ordensangelegenheiten S. Ä. H. der Groß- Herzog haben dem Großh. Rheinschiffahrtsbevollmächtigten Gcheimerat Frhrn. v. Biege le ben die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen bcs ihm vom König von Preußen verliehenen Äronen-Orbens 2. Klasse erteilt, sowie dem Lehrer Phil. Sch r ö ber zu Viernheim aus Anlaß seines '»0jährigen Dienftjubiläums das Silberne Kreuz des Vcr- bienstorbens Philipps bes Großmütigen mit ber Krone unb dem Faßeichmeister Karl Rühl zu Mettenheim das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen ♦ ♦ Handelskammerwahl. Bei ber gestrigen Hanbelskammer-Ersatzwahl wurde Kommerzienrat Hey ligenstaebt mit 58 von 61 abgegebenen Stimmen gewählt. * * Evang. »unb. Die diesjährige Lanbcsver i (i m m l u n g bes Hessischen HaupwereinS des Evangel Bundes wirb am 1. unb 2. Sept, in Michelstadt abgc »alten. ♦ ♦ Der hessische Hauptverein ber Gustav d o l i S t i f t u n g gedenkt fein diesjähriges Iahresfest nn und 7. Juli in Gießen zu feiern. Der Festgottes ienft findet Dienstag, *; Juli nachnt 6 tll r, in bi statt Um s,_- Uhr schließt sich eine Abendversamm lung in Steins (harten an. Die Sitzung ber Abgeordneten ,nr .Hcntpwersammlung ist am zweiten Festtag vörm. 9 Uhr ii bem Konsirmanbensaale der Johanneskircy,- anacsetzt Mit einer Nachversammlung nachmittags 4 Uhr in Steins Marten wird bas Iahresfest abschließen. Beginn ber laiibro. Haushaltungsschule z u L a i: o c n unb Lind h e i in. Die unter Leitung ber Land virtschaftskammer stehenben landw Haushallungsß . Langen unb Linbheirn eröffnen am 2. Juli einen fünfmonat »n Kursus. T<-r Zweck unb bie Aufgaben ber Schulen ocitchen in ber Heranbilbung der Mäbckien aus bem Bürger iinb Landwirlschaftsstanbe ;u lunitiaen tüchtigen Hausfrauen durch ingemessen en thcorclifchen Uincriichi imb praktische Untern i in allen in einem bürqerlidicn Haushalt Vorkommen den Vci udihmgen. Dcr Preis für Wohnung unb Molnliarbenützunq -'-’triiflt für Mäddren aus Hessen 25 Mk., für Nichchci'innen 10 Mk. Der Preis für Verpflegung wirb zum Selbstkosten freue berechnet Der Unterricht ist unentgeltlich Alle An mcloimgen, weldw balbigfl erbeten werben, sinb an bie Orts- chulkommissionen der Haushaltungsschulen zu Langen unb Lind 5cim zu richten. Diese sowie bie Landwirttchaftskammer sind zu ei'er Auskunftserteilung, sowie Verabfolgung von Profpekten und ’lnmclbebogen gerne bereit. " Konzert des N o n z e r t v e r «i n « Man schreibt un«: liniere Musikfreund« seien auf baS Sonntag nachmittag statt ■iiibenbe «onjert bes üonzcrtvereins besonders aufmerksam gemacht Im Mittelpunkt de« svmpathisch auigebuiteu Programms :vbt eines bet beiden, im vorigen Jahr Deröffentiichlrn Geigen konzerte Haydn«, die. in ber MviiNiteratur völlig unbekannt. Über ein Iahrundert im Archiv von Breit köpf ft Härtel ge- ichlummert hohen. Das E-bur-Konzert, mit bem uns Herr Redner crfn-wn nnll, iü ein völlig >mpt;wed ber ui Beginn d I gegrüiibeim B« imaunq Der Vortrag einzelner Chöre gab Zcitjinis von der Auedaucc. ar LeiUung sowohl von Sängern, als auch ihrer Dirigenten. Erivähni sei beionbet« der oom nwian»- vcrein „Orpheus"-Gciß-Nidba wirkungsvoll iu Gehör gebracht- Ebor von A. Neff „Tic Lore vom Rheine' Einidimeichelnd« unb irhabenc Tonfiguren machen diese Komposition zu einem gefälligen und dankbaren Liede. Emen wnchtigen und dinreißcnoen. aber doch wieder lieblichen Eindruck verfehlte nufat der Maßcnchor ca. 200 Sangcr „Daheim" von Geller. Die Sänger verbauten cs, nach Kräften dem (tfbanlen des Komponisten nachzukommen — Werden die Lehren aus diesem Unternehmen gelogen, io mut bic Erreichung des gesteckten Ziele« in nicht alhuqroürr Ferne rnebr sein und bas 2 Buudesiest übcrrafche mit noch enreuluheren Äriub taten, aber auch mit noch mehr wirklichen 8 ol Mi ehern, al« <4 jetzt her Fall war. 0 Langenhain - Ziegenberg, 18. Mai. Arn 20. Jr;ni wird hier ein Rabsahrfest abgchalten, ha« vom hiesigen Rabfahrerklnb veranstaltet wirb. TaS damit verbundene PrciSrennen vollzieht sich auf her Straße Ziegenberg— Ufingen. — Bohenroh, 19. Mau Ein ölte« Herkommen vereinigt jährlich viele Lehrer hier zur sogen. .Maibowle- konferenz', bie m bet ganzen Umgeqenb bekannt ist unb auch von ben benachbarten preußischen LanheSleilen mimn gut besucht wirb. Die diesjährige gemütliche Zuianimenkunst finbet Heute in hem weltentlegenen Taunutzbörfchen statt. Friedberg, 18 Mai Unter hem Titel ,Au« her Geschickte des Bahewefcns" sind au« Anlaß her bemnächitigeu Eröffnung des städiilchen BolkSbude. zwing lose Skizzen von Oberlehrer T r t her crichicm n. die mu besonderer fltiirfitdu auf da« mittelalterliche Fr,«dbcrg gr- jchricbeii sind. Bcigegebcn ist ein Plan der Stadtbescw' gur.gen von Friedberg, nach Angaben von Georg Falck ge ;cichnet von L. Zkeuning und G. Sehrt. v. Fra n kiurt a. A., 18 April Pnv.-Tcl Znr P rß« u n g ber Finanzlage wählte Di 3iadiv rordneienverianM hmg 11 Stüglieber in emen gemüchten Ausichuß, tn den xr Magistrat 6 Vertreter entfenbet Tiefe Prüfung bet FinanzlWt wurde dadurch notwendig, daß zur Erhöhung bei Behälter unb Arbeitslöhne große Mtttä erforderlich imb, andercrieii« aber da» Erträgnis her Emkommenßeu. r unb be« Sdhruhafibgelbe* k* h.-iimb hinter bem Voranichlag zurückgeblieben ist. Nachk» bic Sahl be« sozulldemokram'chen Ltadiverorbneten Tr. C uo r d mm Mitgli.de her üdbhidxn Schuldevurotion von ber Negierung nicht bestätigt worden ist. beantragte bet ®ablau«l4M Quarcks SictetiDOhl Die Veriammlung wählte icdoch mu 31 gegen 15 Stimmen den Stabiverorbneien v Lasoulr nodib ’* Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbarstaaten Arn 2. Jun» b I« werben 50 Jahre verflossen sein. leit der Arbeiter Jod« Bücking in ber Kötterichen Fabrik m Alsfeld beicbäituu u'f Es ist bte« fett 25 Jahren der sechste Fall einer »old» langen Beichäftigung bei der rma - Sein 2.qäbripee Arnieiudiläurn al? Bürgermeister un? Siandesbeamter beacht am 24 Ma» i Is B.ilgennrister ' chne, der in Fischv «ch ^Xie Moiurrocnfobrit von Hd> thöbteer wurde von Hanau nach Stockheim »n da« Anwesen her irüteren Zuckeriabnk verlegt d.i? Rödiaer für ♦'«)Olli) Mk erworben bat Der verstorbene Privatier Wilh. S ch r a m m hat neun Zehntel tue. bcDcuicnbci V- rmögens iüt wohltätige Jrrerfc ux C|fenbod), dejonders für dre Sgiienznlegc, rL'uunLUtattjch bestimmt Die Höhe der Summe ist noch nicht bekannt. — Vom Frübzug Alzey-Mainz überfahren ließ sich unweit der Station Albig eine 28jährige Frau aus Bermersheim. Sie blieb auf der stelle tot. — Der Bau des Elektrizitätswerks auf dem Wetzlarer Bahnhose wurde dem Bauunternehmer Will). Groh in Garbenhenn übertragen In der Pfarrkirche in Hadamar haben Diebe die Opferstücke geplündert, sowie die in der Herz- berg- und Hohenholzkapclle. — Von der Kreisgrenze an nach Löhnberg, Weilburg bis Runkel hin hat der Fischerei verein sür den Regierungsbezirk Wiesbaden 1OOOO Stück Hecht- brut und ebenso Aalbrut in der Lahn ausgesetzt. — Versetzt wurde mit Wirkung üoin_ 1. Juni ab Wachtmeister Martin von Lauterbach als stat.onSführer nach Freiensteinau. R.B. Darmstadt, 18. Mai Die Strafkammer der- o Anklage wegen versuchten Verbrechens gegen § 218 Str. G.B. resv. Beihilfe dazu. Des ersten Verbrechens war die 2ostihrige jetzige Eaejrau Philipp Schäfer von Gadernheim, des letzteren ihr früh • Dienstherr, der 45 Jahre alte Aürge r m e i st e r und Onsgerichtsvorsteher Foh. R a u t h von Klein-Bieberau beschuldigt, der im Gegensatz 'zu der von Anfang an unumwunden geständigen Mitangeklagten jede Beteiligung in dkbrede stellt, aber hont Gericht für überführt erachtet wurde. Das Gericht zieht zu Gunsten der Schäfer in Betracht, die damals als Magd bri Rautb bedieiistete hinsichtlich des ehebrecherischen Verhältnisses und des zur Verdeckung der Folgen versuchten Verbrechens ganz unter seinem Einfluß gestanden habe und diesem Einfluß unterlegen sei. Das Urteil gegen sie lautet deshalb nur auf z w e i M o n a t c Gefängnis. Bei dem bisher unbestraften Bürgermeister Rauth kam strafverschärfend in Betracht, daß er ferne Stellung und fein Amt mißbraucht und als verheirateter Mann sich vergangen habe, weshalb er zu vier Monaten Gefängnis 'verurteilt wurde. Elbing, ,.18. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den .x^nvaliden Ferdinand H ein, der am 20. Januar den Bürger- meister von Marienburg Dr. Kunze in seinem Arbeitszimmer mit einem Messer erstach, wegen Mordes z u m T o d e. Die „Elbinger Zeitung" meldet, .Hein > 'klärte, Berufung einlegen zu wollen. UnivcriiLsts-ri^ctzrScdten. — Der durch seine Schrift „homo heidelbergiensis" bekannte Privatdozent Dr. S ch o e t e n s a ck wurde von der französischen Odontologischcu Gesellschaft zum Ehrenmit- gliede unb von der Antropologischen Gesellschaft in Florenz zum korrespondierendeii Mitgliede ernannt. wandern und Be^cn, Bäder und 5ommersrischen. Schönbach (Westerwald!. Durch die Westerwaldgnerbahn ist es jetzt möglich, unsercii idyllisch gelegenen Ort dem Touristenverkehr zugänglich zu machen. Herrlicher Wald ladet zu schönen Spaziergängen ein und wohltuende Ruhe ringsum umiöftgt den Wanderer und Erholungsbedürftigen. Für die, die längere Zeit in unserem schönen Cric verweilen wollen, bietet das herrlich gelegene Hotel „Zur schönen 'Aussicht" beste Verpflegung und alle Begnemlichkeiten. (S. Inserat). Lustschiffahrt. Die ersten Fahrten des Zeppelin II (Ersatz Echterdingen) werden schon in der nächsten Woche, also noch vor dem Pfingstfest beginnen, da die Reichtagsmitglieder, die der Einladung des Grafen folgen, eine Fahrt mit dem Luftschiff erst unternehmen werden, nachdem es bereits erprobt ist. Die Unterbringung der Reichstagsmitglieder, die jedenfalls in ziemlich großer Zahl erscheinen werden, dürfte mit Schwierigkeiten verknüpft sein, ba Friedrichshofen die Gäste nicht beherbergen kann. Es ist deshalb geplant, einen großen Teil der Abgeordneten in Konstanz unterzubringen, wohiit sie mittelst Extradampfers gebracht werden sollen. Dcrenifdhfe». * Ueberfallen er Posten. In der vergangenen Rächt wurde der aus der Pulverwache stehende Posten bei der Sanbfurt zwischen Bückeburg und Minden von zwei Männern überfallen. Der eine drückte dem Posten die Kehle zu, der andere riß dem Posten das Seitengewehr aus der 'Scheide und stach auf ihn ein, bis cs dem Posten gelang, das Gewehr zu entsichern und abzudrücken. Hierauf entflohen die Angreifer. Der Posten feuerte noch zwei Schüsse hinter ihnen her: diese verfehlten aber in der Dunkelheit ihr Ziel. Die Verletzungen des Postens sind nicht bedeutend, da der Mantel Hiebe und Stiche abhielt. * Die baulichen Zu stände des Kölner Domes wurden schon vor einiger Zeit als sehr unerfreulich bezeichnet. In der Generalversammlung des Zentraldombauvcreins erstattete nun Dombaumeister Regierungsrat Hertel Bericht über den baulichen Zustand des Kölner Domes und hob hervor, daß der bauliche Zustand in mancher Beziehung ein recht unerfreulicher, sogar ein sehr schlechter sei. Der Kern des Bauwerks sei aber in allen seinen Teilen durchaus gesund und fest und der Dom an keiner Stelle in seinem Bestände unmittelbar gefährdet. Der Umfang der notwendigen Jnstandsetzungsarbeiten sei sehr groß, die Art sehr ernster Natur und die Kosten auf viele Millionen Mark zu schätzen. Zu Befürchtungen wegen der Standsicherhcit des Domes oder auch nur seiner wichtigsten Teile liege aber durchaus keine Veranlassung vor. * DaS V er m ächtnis der Hundefeindin. Ein seltsames TestameM hat eine kürzlich in Neuhawen verstorbene Amerikanerin gemacht: sie bat ein Kapital von 200 000 Ml. auSgesetzt, dessen Zinsen alten Familien des OrteS zufließen sollen, die nwn Jahre lang keine Hunde gehalten haben. Die Folge des TestameMes ist jetzt in Neuhawen ein Massenmord unschuldiger Hunde. * Wie es in chinesischen Gefängnissen aus - sieht. Im Reiche der Mitte sind noch immer die Er- zälstungen vom „goldenen Zeitalter' im Umlaufe, da die Menschen noch so gut gewesen seien, daß ein auf die Erde gezeichneter Strich als Gefängnismauer genügt habe. Heute lieht es aber anders aus. Einen Staatsanwalt kennt das chinesische Gericht nicht, jeder Prozeß ist eigentlich Zivilsache. Bei leichteren Klagesachen bekommt der Angettagte eine Vorladung, bei schwereren wird er verhaftet. Bürgschaft und Kaution wird gestattet, ist auch wenig gefährlich, da der Chinese sich stellt. Zwischen Untersuchungshaft und Strafgefängnis wird unterschieden. Das Untersuchungsgefängnis ist ein elend schmutziger, mit .Holzstäben vergitterter, zur Hälfte offener Raum. Die Untersuchungsgefangenen können sich selbst beköstigen oder beköstigen lassen. Der Ktzrker aber sieht so aus, daß in der chinesischen Schrift für .Hölle und Kerker dasselbe Zeichen zu finden ist. Die Gefangenen sind mit Fußketten, Handfesseln und einem Halsring gefesselt. Des Nachts wird der Halsring an einem, am Boden liegenden Balken befestigt, was das Aufstehen verhindert. Im Kerker herrscht eine Atmosphäre, die unbeschreibbar ist. Haben die Gefangenen Geld, dann lassen die Gerichtsdiener eventuell mit sich reden, haben sie keines, dann wehe ihnen. Offiziell ist die Folter abgeschafft, in Wirklichkeit liegt die Foltermöglichkeit in der Hand der Gerichtsdiener. Charakteristisch für diese Verhältnisse ist das Edikt des Kaisers Kang Hi, das zum Frieden mahnt, damit die Bevölkerung nicht durch leichtsinnig an- gesangene Prozesse sich in die Gewalt der Gerichtsdiener begebe; denn das sei das schlimmste, was dem Menschen wider- ,ahren könne; und einerlei, ob man Recht oder Unrecht habe, man komme jedenfalls in Unkosten und Not. Das moderne China versucht zu reformieren. Die Einrichtung der Arbeitshäuser für leichtere Verbrechen ist ein entschiedener Schritt vorwärts. Wenn aber das ganze Gerichtswesen und die Polizei nicht reformiert wird, kann keine wirkliche Besserung geschaffen werden. * Deutlicher Wink. Tourist: „Was bedeutet dieser Gedenkstein?" — Führer (wichtig): „An dieser Stelle gab mir ein Tourist — fünf Mark." Kleine Tageschronik. In Kiel erfolgte gestern nachmittag 4H, Uhr, wie die Kieler Neuesten Nachrichten melden, bei der Fabrikation bon Brandern in einem Schuppen auf dein Gelände der Werft-Inspektion eine Explosion, die zwei Arbeiter lebensgefährlich verletzte. Der die Aufsicht führende Physiker wurde leicht ver rounbet. Der in Brand geratene Schuppen wurde von Marine Angehörigen gelöscht. Der Ober-Postassistent Jürgensen, der nach Unterschlagung von amtlichen Geldern und Bücherfälschungen aus Berlin geflüchtet war, wurde bei Verwandten in Kiel verhaftet, bei denen er sich unter der Angabe, er sei beurlaubt, mit seiner Frau aufhielt. 1600 Mark bareS Geld wurde noch bei ihm vorgefunden In Segeberg Würbe ein gepl atzter Ballon gefunden Der Lustschiffer ist vermutlich verunglückt. In der Nacht vorher herrschte ein orkanartiger Sturm. In einem Anfall von Schwermut hat sich der 15 jährige Gymnasiast Thumen in Kreuznach, der zuletzt das Gymnasium in Gütersloh besuchte, erschossen. Im Agramer Militär-Proviant-Magazin brach Großfeuer auS, wodurch große Vorräte vernichtet wurden. In Siamti in Galizien wurde der Pvstdirektor Ritter von Madeysk in seinem Amtslokal von unbekannten Tätern über fallen und ermordet. Es scheint sich um einen Racheakt zu handeln, da die Posttasse völlig unberührt ist. In Aarhus wurde die Landesausstellung, die eine industrielle, landwirtschaftliche und eine Kunstausstellung umfaßt, durch den König in feierlicher Weise eröffnet. Die ganze Königliche Familie, sämtliche Minister, einzelne' ausländische Diplomaten und zahlreiche ParlameMarier waren anwesend. In dem Dorfe BilnschicS in Serbien warf der Bauer Torna schewic eine Dynamitbombe in das Zimmer seines BrnderS. Bei der Explosion wurde dieser getötet, sein Mündel lebensgefährlich verletzt. Der Attentäter wurde verhaftet. Der feit zwei Monaten in Algier herrschende Typhus isj jetzt zum Stillstand gekomnien. Es sollen gegen 100 Personen der Seuche zum Opfer gefallen sein. Bei Denver am Rio Grande stürzte ein Tunnel im Tennesseepasse ein. Glücklicherweise befand sich kein Zug in dem selben. Ein Mann namens Pnggio Cnesto wurde in New-Poik, während er die Türe seiner Wohnung öffnete, von einem Mitglied! der schwarzen Hand medergeschossen. Man vermutet, daß du Lat geschah, weil Cuesto ein Freund des verwundeten Deteklivc- Pelrosino war. ßanöel — Diamantenregie für Südwestafrika. Die Diamantenregie teilt mit, daß seit 1. Marz 1909 die Einlieserunger mit regelmäßigen Postsendungen in dreiwöchentlichen Zwischen räumen von Lüderitzbucht nach Berlin abgehen. Die bisheriger Sendungen umfaßten den Gesamtbetrag von 70 000 Karat, baue1 ist die erste Sendung bereits verkauft, die zweite in Sorticrarbei. die dritte noch unterwegs. — Chinesische Eisenbahn-Anleihen. An^ der neuen chinesischen Eisenbahnaiueihe von 5> _■ Mill. Psd. Stert, die als das Resultat der Verhandlungen zwischen deutschen, eng lischen und französischen Bankgrupven anzusehen ist, wird die demsche Olruvpe (Deutsch-asiatische Banb mit zirka ein Drittel, d. h. 1,8 Millionen Lstr. beteiligt sein, lieber die Modalitäten der Anleihe, die den oproz. Typus tragen und auch nach Deutschland kommen wird, ivirb gegenwärtig verhandelt. Ursprünglich sollte der Anteil ber deutschen Gruppe an der Anleihe 21 Mill^Lstr. betragen. Das Resultat der Verhandlungen fann als ein Erfolg der deutschen Gruppe angesehen werden, zumal damit gerechnet werden darf, daß auch bei künftigen Eisenbahnbanten in China der Anspruch der Deutschen auf ein Drittel der ©efamtquotc respektiert werden wird. Auch an der Lieferung der Materialien für die Eisenbahnen Hankow-Changtu und Hankow-Kanton ivirb Deutschland mit einem Drittel beteiligt sein. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 18. Mai. Diehmarkt. Des Himmelfahrttages wegen ist der Hauvtviehmarkt von Donnerstag dem 20. Mai auf Freitag den 21. Mai und wegen des Pfingstfestes der Hauptmarkt von Montag den 31. Mai auf Dienstag den 1. Juni verlegt. fc. Frankfurt a. M., 19. Mai. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe ftaitben 1406 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 68—69 Pig., Lebendgewicht 53,5 bis 54,0 Pkg.; 2. Qualität 67—OOPfg., Lebendgewicht 53,0—00,0 Pfg., 3. Qual. 62—66 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. Voraussichtliche Witterung für Äessen am Donnerstag dem 20. Mai: Meist heiter und trocken. Etwas wärmer. Veränderliche Winde. Original-DrahtnielSungen. Frankfurt a. M., 19 .Mai. Aus dem Berlin-Frankfurter D-Zug Nr. 6 sprang zwischen Bebra und Hersfeld während voller Fahrt eine ans Kopenhagen stammende Dame und blieb tot auf dem Geleise liegen. Die Dame, die leidend war, sollte nach einem Wiesbadener Sanatorium gebracht werden. Paris, 19. Mai. Der gestern abend gefaßte Beschluß des allgemeinen Arbeiter-Verbandes, den Generalstreik zu erklären, hat hier keine besondere Beunruhigung hcrvor- gerufen, .da bis jetzt mir das Syndikat der Zimmerleute seine Mitglieder ersucht hat, den Ausstand zu beginnen. Man ist der Ansicht, daß die Ausstandsbewcgung, die auch die Baugewerksarbeiter umfaßt, keine große Ausdehnung annehmen wird. Höchstens dürsten die Erdarbeiter sich ihr anschließen. — Die Arbeiter der Post- und Telegraphen- Verwaltung beschlossen auch in der gestrigen Abendversammlung, den Streik weiter fortzusetzen. Sie drückten ihr Bedauern aus, daß die Arbeiter ihre Pflicht vergessen hätten, indem sie es duldeten, daß Kameraden aus dem Dienst entlassen wurden. Hoffentlich werde sich die Solidarität der Arbeiter in Zukunft besser bewähren als bisher. Im Verlauf der Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Marine- Angestellten am Donnerstag den Ausstand beginnen werden. Die Bereinigung der Marine-Eingeschriebenen erstreckt sich bisher auf 5 K'riegshäsen. Rouen, 19. Mai. Eine Feuersbrunst zerstörte gestern abend das hiesige große Petroleum-Depot. Ein Behälter mit 4000 Liter Aether explodierte, wobei der Fabrikaufseher mitverbrannte. Ms die Feuerwehr den Brand von einem Schuppen aus bekämpfte, stürzte dieser ein. Drei Feuerwehrleute wurden als Leichen geborgen, einige andere erlitten schwere Verletzungen. „Ich kann wieder alles mit Appetit ksiea." Frankfurt a. M., Hmnboldtstr. 84, den 10. Jan. 1908 »Aus verschiedenen Gründen ist mir vor einem Jahre verordnet worden, Lebertran einzunehmen, was mir jedoch beim besten Willen nicht möglich war. Ich konnte den widerlichen Tran auf keine Weise herumerbrmgen. Da wurde mir sehr dringend empfohlen es doch einmal mit einem Lebertranpräparat, Scotts Emulsion' zu probieren, was ich dann auch tat. Ich nahm erst ein Probe- flaschchen, um das Mittel kennen zu lernen und bemerkte sofort baß'^Scotts Emulsion ohne Widerstreben emzunehmen vermochte' Rach Verbrauch einiger Flaschen, die ich alle durchweg leicht ein- nahm, konnte ,ch die gewünschte Wirkung zusehends feststellen Meine oUgememen Strafte hoben sich, und, was die Ha ivtfache war, der lange geschwundene Appetit Hal sich wieder eingestellt, so daß ich heute wieder alles mit Genuß essen kann." (gez.) W. Fuß. Lcottts Emulsion, die sich gut und leicht ein. nehmen läßt, hat nichts von den wirklich kräftigenden Eigenschaften des gewöhnlichen Lebertrans eingebüßt. Im Gegenteil, Scotts Emulsion ist noch viel wirksatner, weil sie den allerbesten 1 |/J^ Norweger (Lofoten) Lebertran enthält, und weil «i UMatrceait nma Wlnjertn 60,o ncrphoSphortgsaurer Kalk 4,5, unterphoSphottg aure« Natron 2,u. yulo. Troqcnn J,O. i-tnster arab. Gummi pulv. 2,0, destill. Wasser 12W), ?(lfohol 11,0 Hiei.n aromatische Gmulßon mit Himt-, Mandel, und Gaulthertaöl >c 2 Trovten. Buderus’sche Eisenwerke, Wetzlar. Die ausserordentliche Generalversammlung der Aktionäre unserer Gesellschaft vom 10. Mai 1909 hat beschlossen, das Aktienkapital um Mk. 2 000 OOO durch Ausgabe von 2000 Stück auf den Inhaber lautende Aktien zu jft 1000 mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1909 zu erhöhen. Laut Beschluss der gleichen Generalversammlung sind diese Aktien einem Konsortium überlassen worden, welches die Verpflichtung übernommen hat, von ihnen den Betrag von utt 1,750 000 den Besitzern der alten Aktien derart zum Bezüge anzubieten, dass auf je 6 alte Aktien — nom. 6000 eine neue Aktie zu JC 1000 zum Kurse von 105 °/ ' zuzüglich Stückzinsen ab 1. Januar 1909 bezogen werden kann. Nachdem der Erhöhungsbeschluss in das Handelsregister eingetragen ist, fordern wir die Aktionäre auf, das Bezugsrecht unter den nachstehenden Bedingungen auszuüben: L Auf je 6 alte Aktien =■ nom. Mk. 6000 kann eine neue Aktie zu Mk. 1000 bezogen werden. 2. Die Ausübung des Bezugsrechts hat in der Zeit vom 18. Mai bis eirsschl. I. Juni d. J. in Giessen bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Filiale Giessen, in Frankfurt a. M. bei der Mitteldeutschen Kreditbank, bei der Deutschen Bank, Filiale Frankfurt a. M., bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. HL, bei dem Bankhause Bass & Herz, in Cöln bei dem Bankhause Sal. Oppenheimer jr. & Co., in Elberfeld bei dem Bankhause von der Heydt-Kersten & Söhne, in Wetzlar bei der Mitteldeutschen Kreditbank, Depositenkasse und Wechselstube, in Berlin bei der Mitteldeutschen Kreditbank während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden zu geschehen. 3. Behufs Ausübung des Bezugsrechts sind die alten Aktien ohne Dividendenscheinbogen mit zwei Anmeldeformularen, welche bei den obigen Anmeldestellen PrhültHr-h reichen. Die Mäntel der alten Aktien werden abgestempelt und alsbald zurückgegeben. A«uieraebi®uen ernairnch sind, emzu- 4. Zugleich mit der Einreichung der Aktien bt der Bezugspreis von 105% — Mk. 1050 zuzüglich 4'7, Stückzinsen ab 1. Januar d. J. bis zum Bezugstage auf iede nenp al-Hp vm entricht,» 5. Ueber die geleisteten Einzahlungen wird auf einem der eingereichten Formulare eine Kassenquittung erteilt, gegen deren Rückgabe die Ausgabe der neuen Aktien laut bSderi; Bekanntmachung erfolgen wird, und zwar bei derselben bte.lle, bei welcher die Einzahlung geleistet wurde. AKUen ldUl °esonaerer Die Notierung der neuen Aktien an den Börsen in Berlin, Frankfurt a. M. und Cöln wird demnächst beantragt werden. Wetzlar, den 15. Mai 1909. BlsdCFUSWilC Eisenwerke« Kaiser. Kinder Ärztlich empfohlen. JfiefcrUgw durtß Plakate »rjrofift/cl WH «klar in nm tonii y* y ödjrt or-ntt ob ) IW Imi ö*4 'f 0T N> iöeml WM ätr i -an! Lot btt 4 au mer Irchen xrom flau kthc (* mit Rare. 3t6ulftrn^e flanuft Noll, flabnbohtr. Bekanntmachung >v« lagernd sHieKen. (0B746 werden. (2816 erfahrene» 2971 er inäter zu ver gründlich erlernen. Klföi 3. Dietrich, Dammstrabe 2» I. 1. 1004238.02 der 63150.05 hvlt Anzeiger erbeten. 126839.10 d. 13676.88 6400.00 20.00 3 Zimmer 1. Januar 2 Zimmer K" den Gieh. Anz. PlatxVertreter geeucbt! C873T. vrei» zu vertäuten. ffiegelvfad 29 l jfiißschwkitz WK'U'K nidi bewahrt. Allem etbl 3C4 Pelifanj?tvotbeke. Rreuzolab emvffeblt 1256« (>. (F. Pseiffer, WalUorstra < 7; Ml. ff« Straft«, ffkäkr it. wetterte itc 12966 17970.02 31963.09 26566.20 1943.17 8348.44 .. Hcdctar“. hat sich tauiend Kapitalien 2. Guthaben Mitglieder 8. Reserveschuld gegen Wertpap. nach KurS am 31. Dez. 1908 2. Kossenvorrat 3. Ausstände 4. Mobilien Mk. 23 10»/e Abschreibung , 3 frankierter «trabe <’> mittlere etagc. qroue > '.immer tvobnuna mtt .'Zubehör, alodald zu veralteten. «2W7 Dame tucht cintach möblierte» 3immer ver L Juni. Scbriftl. Angeb. mitBreiSangabe unt. 2949 an den (Miefe- Auzeiger. Für Wirte! Großes Lrcheftrion clcttiiid) und Handbetrieb ?>» gebrauchter frliigel 2^26 ein «toUwerrkicher Lchokolad. 'Automat und vrciowert zu verkamen, frriv ttrngcr, Mein finden, «GattbauS -,nr Deuttchen (sidie“. Wilbetm'trahe 10 tit Barterre- Wohnung mit 6 Zimmer. 2 iLntree- iolztmmer. Bad und allem Zube- bör ver fofort zu oennieten. 22ffi) Birkenffock A Schneider. verrtn^njiigcSÄ- Ansicht der Mitglieder offen. Kesselbach, den 18. Mai 1909. Der Vorsitzende I Lchombcr II. iXMMI Modi. A. mit ob. ohne Ben,. zu verm Zchinenborger Weg fQ. 1087650.66 bland der Mitglieder am Neu beigetreten 1908 irkermt Vnbn|A) Slcberbctu- nlebt /RUICU19 I Huierapr «r»t Blumenkasten verschiedener trotzen. Äunftttpfera Kci ler A Vurg Wie,cd. frrettag iriffi in der Marli lande Nr 1 eine Sendung frifdirr Zinnat, Rovimlal u. Lvaracl ein Billige Breiie <(«77» 3rau frerder. 1087660.56 1908 280 6 Ein breittir. Wareu Schrant uui>ugsvalber billig abzugeben. 362 Aktcrwca ll oari. Ein braver lunger Monn, welcher bereit» IV, frabre al» Echueider tcbrlino gearb. und unverfchuid die Vebtc obbrechen muhte, tuchr anderweitig eiutorech. Beschäftig. Zdntrtl Angebote unter A87TC an den ^ieffener Anzeiger erbet. Einfach. 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Auch ift em tau neuer Holzitall zum Viederaufftellen zu verlaus. bet Alter Lebm kann abgefahren AuSgeschteden in 1908 __ Stand der Mitglieder Ende 1908 Kesselbach, den 18. Mat 1909. Spar- und vorschusikafsc zu Scsielbach Generalversammlung der Spar- und Dorschugkaffe zu Keffelbach E. T. m. u. v- futbet Dienstag den 1. Juni nachmittags 1 Uhc int Saale des Heinrich Lchomber L dohter statt, wozu alle Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage pro 1908. 2. GehaltSregiilierung des Rechner« und Kontrolleurs. 3. Beschlußfassung über Twidendenverteilung. 4. Erhöhung de« Statninguihabens. Dte Rechnung liegt vom 21. Mat ab 8 Tage lang zur b. o. E. E. m. u. H. Stein, Direktor.'Lindenilruth, Rechner. Becker IV., Kontrolleur. ^Karten in jeder ßeließigen Schriftart und ZKarton- forte, fowie mit ‘Zirbeln aller ftudentifdjen Bereinigungen liefert zu mäßigen SPreifen Sßrüfjl'fcfje cüntü.-Sbudj- und Steüidvußerei. 3?. £angr, gießen fonds 13485.88 4. Eintrittsgeld 90.00 5. Allg. Reservefonds 6. Im voraus erhobene Zinsen v. Güterkaufgelder ü. 1909 b. 1916 7. Reingewinn Bilanz am 31. Aktiva AuSgeliehene Kapitalien gegen genchtl. Obligationen 627781.11 gegen Bürgschaft 268512.04 , Güteckauf- liienHersleigemg Montag den 24. dS. MtS., vormittag» 10'/, Ubr beginnend, sollen 12962 vier gute Arbeitspferde, 10 Stück Rindvieh, eine Anzahl Schweine, sowie mehrere landwirtschastl. WMaschineu, Ackergeräte, Wagen re. in Hambach (Station Niedergemündenl össemlich meistbietend versteigert werben. _____________________ hunger Verb. Mcnin (au» der Ziaarreubrauche» mit schöner Handschrift, in lii vrbition. eins. Buchführung u. xorrejpon- bem beroanbert, sucht passende 2tediinn ^Lebensstellung) in aröberer Zigarren-,>abnk T*r- 'elve ist bereit. Meine Seiten zn machen. Zchriftl. 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