Nr. 141 Zweites Blatt Menmgsfteu« ,» füt uns ummneBm. « £}*• bSn ^nd fal(^cn Voraussehunacn aus. Besitzt st ®eMrPnLmfV>rb,$?^eCtpspe^' bte bort gondelt worden? \< MuS?n? Papiere, die Sie besteuern wollen, den Börsen. fll "ur zum kleinen Teil. Auch die Bankiers sind a ME ©ißcntümcc der Papiere, deren C-rtkägniS besteuert werden L Rück, den Erscheint KgNch mit «uSnahms bei Sonntag«. ®te „«leßenet jWlttnbiatter* werten dem .tbyetger* rtetmol wöchentlich betgelegt, da» wXrcUblotl für bei «rett Sietzea- zweimal wöchentlich. D,e ^randwtrtfchastltche, SeU» fragen- erscheinen monatlich zweimal. den Kreisen des Handwerks, den gewerblichen und kauf. Mannischen Kreisen macht sich dttz Erkenntnis immer mehr breit, b9Vl,c ße?Cn eigenes Interesse und gegen das Gemeinwohl Kandel,. fte sich hingeben zu Schleppenträger. Kfla ^irarrertum. Wir wünschen dem ^pnd guten Erfolg, imd ich glaube, Ä*2 in item’sajn --------,1 AUM den unveränderten Ge- Deutscher Reichstag. „ “f- S>hung. Freitag, 18. Juni. Hm Tische des Bundesrats: Delbrück v Sacbokk Dernburg, später ftreifiprr h w f. . . , / ö" x oc be‘I, — „ _ _ ei J’r, J: c k^reiyerr v. Rhetnbaben d Reib, wann.Holl weg, bann Fürst Bülow. ' Hau» ist mäßig, die Tribünen schwach beseht. ^.Elussprache über die Reichsfinanzreform. Lesung der Ersatzfteuervorlagen der Regierung.) (Dritter Tag.) 16 3^n^nt ®tOf et0lbetfl "öffnet die Sitzung um 1 Uhr ftotÄttonfbred verkas bet Vr-öNchw UnwersitätS . Buch- und 6teinbnideteL R. ti e * g e, Hießen. Rebartton, «xpedMon und Druckerei: «»ul- praße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:«« 112. Tel.-AdruAnzetgerGteßew 159, Jahrgang Samstag, 19. Juni 1909 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Vberhesfen handeln, lvenn st b i e n st e f ü r das A g Neugegründeten J> a n f a D £iricn ,uttue" leine LVirrungen IN ihrem Lager UE bekommen. (Beifall links; Lachen rechts.) Das rpfnrm inS ö’t! 8“ bereit, um die RcichsfinaNz, alle n ^er es verlangt, daß die Lasten alten Volksschichten gleichmäßig auferlegt werden daß eine gründliche Reform durchgeführt wird, eine Reform für d'eDauer In diesem Sinne sind auch meinetftÄwuÄJ wie vor zur Mitarbeit Bereit. Hl nb et et feit 8 ab et Die ausländischen Wertpapiere würden vom deutschen Markte verdrängt werden. Das würde den wirtschaftlichen und nationalen Interessen zuwider sein. Die Steuer würde w i e eine Einfuhr st euer wirken und zwar ungerecht, weil sie sowohl die große alK auch die kleine Einfuhr trifft. Sie ist un= Lerecht, weil sie den einzelnen Inhaber von Wertpapieren unter- l^iedslos heranzieht, ohne auf die besonderen Verhältniffe Rück- siht zu nehmen. Die Steuer in Frankreich ist eine einmalige, die eme viel geringere Wirkung hat als die von der Kommission vür- g^schlagene. Trotzdem, hat sich die französische Steuer nicht be- rvirhrt. Warum will man die ausländischen Papiere von der Dem Gedanken bet Reichswertzuwachs st euer stehen wir an sich nicht ablehnend gegenüber, aber wir stimmen der Eingabe des Vorstandes des Deutschen Städtetages zu. Unsere ablehnende Haltung bedeutet Nicht. Vast wir die Frage nicht weiter prüfen wollen, aber dazu muß ausreichende Zeit gegeben werden. Auch die von der Regierung jetzt vorgeschlagenen Ersatzsteuern bedürfen noch genauer Prüfung. Einem Teil der neuen Gesetzentwürfe können wir ohne weiteres zustimmen. Ueber den Wechsel- stempel wird sich eine Vereinbarung herbeiführen taffen. Die Einführung des Scheckstempels hat ernstliche Bedenken. Mit der Besteuerung der Feuskverstcherungspolicen sind wir nicht einver- standtzN. Aber wenn wir auch angesichts der Notlage des Reiches einen Teil dieser Steuern akzeptieren sollten, so sind das all- ae meine Besitz steuern gewiß nicht. (Sehr wahr! links.) Sie können daher nicht in Betracht kommen als Aequivalent der Verl" nnchsbelastutttz im Sinne der ursprünglichen Regierungs- vorlr■ . dem Gedanken der Reichs vermöge n 9 ft euer Balten wir fest. Leider sind unsere Bemühungen erfolglos ge- blreben, auch unser Versuch, eine Verbindung zwischen ErbschaftS- steuer und Vermögenssteuer.zu schaffen, in der Art, daß das 58er- mögen durch die Erbschaftssteuer einer Kontrolle unterworfen wird. Wir legen Wert darauf, daß eine gerechte und gleichmäßige Veranlagung in Land und Stadt gesichert ist und daß der • ‘u r . ebetgetei so weit wie möglich vorgebeugt wird. Wlk wünschen vor allem, daß die Landräte in der Steuer- beranläguntzskommisston durch technische Beamte ersetzt werden. Wrr Linkslrberalen werden geschloffen füt die Erbschaftssteuer stimmen, die Durchführung einer ausreichenden Erbschafts. besteuerung ist die Voraussetzung für unsere etwaige Zustimmung zu dem Ausbau der indirekten Steuern. Die Entscheidung über das Schicksal der Finanzreform wird ohne Zweifel von Bedeutung sein für die politische Konstellation überhaupt In emem konservativen Flugblatt kommt klar zum Ausdruck, daß nicht allem die Rücksicht auf die Finanzreform die Haltung der Konser- bativen diktiert, sondern daß innere politische Motive für sie maß- gebend sind, zu deutsch, daß die Konservativen sich mit dem Zentrum und den Polen Verbünden, weil sie die Macht der Orthodoxie im Staats- und Schulwesen auf- recht erhalten wollen, vor allem, weil sie die Reform des preußischen Wahlrechts nicht wünschen. (Lacken reckts und im Zentrum.) Wir haben stets betont, daß zwischen der Reichs- linanzre form und der W a h l r e ch t s f r a g e ein enger Zusammenhang besteht insofern, als selbstverständlich in dem Augenblick, wo die Lasten erhöht werden, die das Volk zu kragen hat, es eigentlich eine Forderung elementarer Gerechtig- keit ist, daß auch die Rechte des Volkes verstärkt werden. der Beratungen gestattet noch kein sicheres Urteil Uber das Schicksal der Finanzreform. Graf Westarp sprach fe,ne Fraktion mit wenigen Ausnahmen gegen die Erb. schaftsbesteuerung stimmen werde. Man sollte nach den öffent« l'chen Aeußerungen verschiedener konservativer Abgeordneter an. nehmen, daß es sich um gar so wenige Ausnahmen nicht handeln kann. Und der Abg. Smger ließ auch nicht klar erkennen, was 8'^'^reunde tun werden. An dieser Stelle ließ er die robuste Deutlich ert vermissen, die ihn sonst auszeichnet. (Heiterkeit und Sehr gut!) Am bemerkenswertesten war mir in der gestrigen De- batte die Erklaru-.g deS Vertreters der polnischen Fraktion. D e r abg. von Dziembowski hüllte sich in die Toga ptrrlamentaris chen Diplomaten. (Heiterkeit.) S>te Polen sind ja jetzt bei der Neuen Konstellation aus. j ch k a g g e b e n d. Sie wollen offenbar die Herren von der rech, ten Seite noch etwas zappeln lassen, ehe sie die Entscheidung durch ihr Votum abgeben. Die Entscheidung wird fallen, wenn uber_ dre Erbschaftssteuervorlage in zweiter Lesung im Plenum abgestimmt werden wird. Im Plenum werdenwenigtz SN mm en den Ausschlag geben, vielleicht grade die Ausnahmen bet der konservativen $ra V-i r e§ ^wendig ist, daß möglichst rasch eine Klarheit herbeigefuhrt wird, so haben meine politischen Freunde den dringenden Wunsch, daß die Abstimmung Über die Erbschafts* steuervorlage so schnell wie möglich in diesem Hause in zweiter Lesung vorgenommen wird. (Zustimmung bei den Freisinnigen.) .. CB, die Ausführungen vom Regierungstische auf die rechte ssette einen Einfluß ausuben werden, wage ich zu bezweifeln. Wemt irgend etwas geeianet ist, auf ste noch erheblichen Eindruck ^W)f"den, so mußte es die treffliche und in ihrer strengen Sach- lichkeit überzeugende Rede des preußischen Finanzministers fein, ^selben Finanzministers, der sich sonst im AbgeordneteNhauss oft genug starker Beifallssalven der Rechten erfreut hat, und der auch weites Entgegenkommen gegenüber den agrarischen Än- schauungen bewies, der aber heute gegen diese Anschauungen Men muß. Tie Ausführungen des Reichskanzlers über die politische Lage der Parteien waten zweifellos bedeutungsvoll und auch von Interesse für meine Freunde, insbesondere soweit sie stch über die Stellung des Reichskanzlers zum Liberalismus verbreiteten. Fürst Bülow hak erklärt, daß er den Liberalismus nicht ausgeschalwt sehen wolle. Ich bin nicht bescheiden genug, um fn dieser Erklärung eine ausreichende Erfüllung der libc- ralen Forderungen zu erblicken: wir wünschen nicht bloß keine Ausichaltung des liberalen Geistes, sondern foroern, daß x a VJV r aAe. ® c ?ie ganze Gesetzgebung und das öffentliche Leben durchdringt. (Lacken im Zentrum und rechts.) Aber cs war mir doch erfreulich, daß der Reichskanzler sick für die Gleichberechtigung der liberalen An- ickauungen ausgesprochen bat in einem Augenblick, in welchem die bisherige Mehrheit, auf die die Regierungen sich stützen, von den Herren auf der Rechten zerstört wurde. Aber, meine Herren, die Geschichte geigt, daß es auch in A^Utzen nicht immer nach dem Willen der Konservativen geht. Auch Fürst Bismarck hat den Bruch mit den Konservativen vollziehen müssen. Er hat das Verlangen abgelehnt, in die konservative Fraktion einzutreten, ebenso wie Fürst Bülow es heute ablehnt. Geschäftsführer der konservativen Partei zu fein Graf Westarp hat gestern freilich gemeint, daß die energische Initiative der Konservativen dem Reichskanzler den Boden gegebne t habe. Ja. die Konservativen haben den Boden so glatt geebnet, daß die Gefahr des Sturzes für den Reichskanzler sehr nahe liegt sHeiterkeit.) Wir stehen treu zu dem Reichsgedanken, und das Interesse des Reiches Und feine Zukunft ist für unsere Haltung in der Frage der Reichsfinanzreform entscheidend (Bei- fall links.) Wir haben von vornherein unsere Bereitwilligkeit erklärt, an der Ordnung der Reichsfinanzen mitzuwirken, obwohl die Finanzmisere Nicht auf unser Konto kommt. Diese Rücksicht ist für uns auch entscheidend in der Frage der indirekten Steuern Der Abg. Singer hat Uns deshalb angegriffen. Aber auch die sozialdemokratische Partei wird, wenn sie alleS daS verwirklichen will, was sie in ihrem Programm fordert, nicht allein mit direkten Steuern auskommen können. (Sehr gut! links.) Wir haben uns aber niemals darauf festgelegt, daß nur 100 Millionen durch direkte Steuern aufgebracht werden sollen. Wir haben im Gegenteil ausdrücklich erklärt, daß wir durch direkte Steuern so viel wie möglich von diesen neuen Lasten aufbringen wollen. Graf Westarp hat in diesem Zusammenhang die Behauptung aufgestellt daß die Liberalen bei den Verbrauchssteuern versagt hätten und daß darum die Konservativen genötigt worden waren, mitdemZentrum d-n ^fLL0°(5Cn ben ©MuIOtion^eminn der Börse treffen; aber MU fSaüfP fiXn 9Ö(S-a’$." l°nb€Tn a?e diejenigen, die die Papiere zu pause haben. Sie wurden erreichen, daß eine Anzahl Papiere unalücklick/^^^ Ä wird; gestraft wird bamif bet Unglückliche Besitzer, der sie tft seiner Kaffe hat. Der preußische au6?änh?fmp 5U6gefübrt, tote notwendig wir c Pap'ere brauchen, und daß die Steuer in füfirp’n H?’exUn€ Schwächung unseres Marktes hcrbci- tvu.rde. ®er . hindert eine Gesellschaft, fran- ^af.,ere bc.n ^riS aus zu vertreiben, und bas würde geschehen wenn ttnr die Steuer einführen in einem Augenblick, MeifW ?cs"tun8 >!' auS w°b!ew-°g-nm Gründen beieitigt. Vis jetzt ftnb wir ein internationaler Markt flctoeien, mit biejet Steuer würde er nach Paris hinüberaespielt H e mii f fl11 hräU^?r?^ifV Unb B a j o n e t t e; a b e r L Csm • c n öahlt werden, unb zwar im Augenblick teö der Krieg ausbricht, und dafür haben wir die Mittel mir zur wir eme Geltung auf bem internationalen n? N?n.' ivenn wir Forderungen an das Ausland haben, ^^e Posttion wird^erheblich gestärkt, wenn Wir eine Menge au§InnbifdKr Werte haben. Also auch bezüglich unserer sinan. legung ^^Egsbereitschaft bedarf diese Steuer die ernsteste Urter- Abg. Dr. Wiemer (Fr. Vp.): Preußischer Handelsminister Delbrück: fi*' R-Ichdta^ uni, Sineelparlamente baben »ta18ei* ei"= »ä F •RJiS des Initiativantrages im Reichstage aeaebene M?efL£ntin ^abcn aufzuweiscn ble Heinen sogenannten Lohnmühlen, und die an bet Grenze ßK?n‘ 1”? H^^lsmühlen. Aber dec Rückgang der "Emstm. tft nicht §uruckzuführen auf die Zunahme und das wirtschaftliche Uebergewicht der Großmuhlcn/ sondern gemeine wirtschaftliche Verhältnisse: ten ’ ~" ® raanThmt 8Ur Gelblohnwirtschaft, ebergang pon der Hebung, das eigene Korn und Mehl K ^^kommliche und gute Dividenben jahraus, jahrein gegeben haben, unter den großen Mühlen solche, die feit wahren dwidendenloS sind Aber vor allem kommt es auf die Lage an Im Inneren des Landes kann eine Mühle nicht konkurrieren mit oder an der Wasserkante liegen Dio J-cueb tourbc olso die Notlage nicht beseitigen, die ja zwei- ^lloS fur einen großen Teil der Üeimfri Mühlen besteht. «örterte nun die von der Kommission 6e» „ buIttoFen 3U Erlegen, und das Ergebnis wird eine ton’ Konkurrenz für die kleineren Mühlen als früher J Ä?rlat bor E'ner Reihe von Jahren den Ver- K ÄI" solchen Steuer gemacht und mußte ihn aufgeben, Kin- L^°^uhken «klarten, nach Mannheim auszuwandern. Eine Abwalzung der Steuer wird zu rechnen haben mit dem An. Spn^h? großen auswärtigen Mühlen. Das sind alles Erwägungen, die uns verständlich erscheinen lassen, daß die verbündeten Regierungen diese Steuer nicht füt möglich halten. Dabei lasse ich n. ÄOC? •9?lä unerörtert, ob es im staatserhaltenden Sinne ?! unter dem Schutz der bestehenden Gesetze geworden sind, durch Steuergesehe zu vernichten; zudem soll man eme Steuer^ mit der man finanzpolitische Zwecke E wlrtschaftsp°sni,ch°u b-luste». weil in der Regel der eme Zweck den anderen tot macht. Auch wird das Erträgnis bet Steuer keineswegs ben gehegten Erwartungen entsprechen. Eben solche Bedenken hegen wir gegen ben Kohlen- r a 0 V" ^ch diese Frage ist schon mehrfach hier zur Besprechung gekommen. Die verbündeten Regierungen können sich aber mit dem Gedanken eines solchen Zolles aus wirbsckaft- lichen Gründen nicht befreunden. Man verfolgt mit dem Koblen- ausfuhrzoll die Absicht, die Ausfuhr nach bem Auslände derartig m unterbinden daß die Kohlen im Inlande billiger werden. Dann tz?ug des Zolles außerordentlich gering sein. Der Mtnister bespricht die Produkttonsverhältniffe in den einzelnen Kohlenrevieren, und weist darauf hin, daß jedes Revier einen besonderen Aktionsradius hat, der für die Kohlenversorgung in Bedacht kommt. Gerade weil die meisten Kohlenreviere in Grenz- bezirkeri liegen, sind die Kohlengruben auf Ausfuhr angewiesen. Tatsächlich ist aber die Ausfuhr nur eine scheinbare. Es handelt nch eigentlich nur um eine wirtschaftliche Verschiebung. Tie Ausfuhr übersteigt die Einfuhr nur um etwa 3yß Prozent. Wenn wir die Ausfuhr nach dem Auslande unmöglich machen, so fällt damit e i n r e g U I i e r e n d e s M o m e nt für die Koblen. oroduktion fort. Denn unter normalen Verhältnissen ist es durchaus notwendig, daß ein gewisser Teil der Produktion nach bem Auslanbe abgegeben wirb. Bei großer Produktion führen jetzt t>ie Grubenbesitzer Kohlen nach dem Auslande aus. Wird ihnen dieses Absatzgebiet verschlossen, so bleibt ihnen nur übrig, die Produktion einzuschränken und Arbeiter zu entlassen. Das vären höchst bedenkliche wirtschaftliche Folgen. Ueber die Kotierungssteuer hat gestern schon der preußische Finanzminister außerordentlich beachtenswerte Ausführungen «emacht, die bewiesen haben,^dah sie undurchführbar ist. Wik sind bestrebt gewesen, die Interessen der Landwirtschaft in jeder Hin- -iicht zu schützen. Aber die Landwirtschaft selbst zeigt nicht die nötige Unbefangenheit, um die Bedeutung des Handels und der Industrie wirklich richtig einguschätzen. Bei richtiger Würdigung ler wirtschaftlichen Verhältniffe kann man durchaus nicht ver- । Gehen, warum die Kommission gerade mif die Kotierungssteuer i verfallen ist. i (Sehr richtig! rechts; Seht falsch! bei den Frei- erffihpft JuT tonntI ,benn Zusammengehen der Kon- tAlt b5*u Zcutpum in der Steuerkommissioii zuerst hervor- getreten? In der Bern tuna des Branntweinsteuer, ge setz es. Daß Zentrum erklärte sich bereit, die volle a?a? e 8iU bewilligen. Um noch sicherer zu gehen, ^tbd8 «^Urum in der ersten Lesung der Kommission sich sogar "bo en nach Äne Ertra-L ebesgabe von 10 Millionen für die iXi1fe‘?^re %bcS!i0en> (Hbrt, hört! links.) Da konnten bl(L «onfcröatiben nicht widerstehen. Das beweist klar, daß nicht daS Versagen der Liberalen bei der Verbrauchsbesteuerung für die Haltung der Konservativen maßgebend war. Nicht aus doktri- narer Voreingenommenheit stimmen wir einzelnen Vorlagen a“6 b" Ueberzeugung, daß sie nicht richtig sind, 1 bte ber Regierung vorgeschlagene Form der ÄS 6ra, ^PeU.6t,...ube.tt,ud ^hlerhaft und schädlich ist. Der Reichskanzler bat es ftir einen Fehler gehalten, daß die Linke sich so lange bei der sogenannten Liebesgabe aufgehalten hat. Eine berechtigte agratfreundliche Fürsorge werden wir unterstützen, ^bet wir muffen es auch in Zukunft ablehnen, daß unter dem Schlagwort von dem Schuhe der Landwirtschaft die Gesetzgebung m den DreNst agrarischer Sonderinteressen gestellt wird. (Beifall fr?asrumÄÜ lü^ unsere Mitwirkuna in der Kommission eingestellt, der schärfste Protest, den wir finden konnten. cmGeschäftsordnung ist gum Schutze der Minderheit da. (Sebr richtig! links.) Wer die GesckmftS- otdnung antastet, versündigt sich an dem parlamentarischen Wesen überhaupt. (Sehr richtig! links, Lachen rechts.) Darum glaube d e Haltung der Vertreter der Liberalen durchaus 6e, rechngt. Unser Protest richtet sich aber auch gegen die Art, w i e die Beschlüsse der Rumpfkommission zustande ge. kommen ftnb. Sie hat ein ganzes Bündel neuer Steuergesetzc zu. stände gebracht ohne ausreichendes Material, ohne statistische Be. gtundung, ohne genaue Prüfung bet Wirtschaftlichen und sozialen -bli uns der Gesetzgebung ergeben müssen. (Sehr richtig! links, Widerspkuch rechts.) Sie werden nicht bestreiten, daß alle diese Veschlüffe tatsächlich unbrauchbar sind. Diese ein. fettige GefetzeSmacherei hat eine tiefe Beunruhigung i tu Lande hervorgerufen und die Stimmung füt die Finanz. tefottn ungünftig beeinflußt. (Sehr richtig! links.) Auch an Wer Stelle protestiere ich gegen diese Art von GefetzeSmacherei. (Beifall links, Uimuhe rechts.) Ueber die Einzelheiten der Beschlüsse der Finanzkommisstün behalten wir uns unsere Darlegungen für die zloeite Lesung vor. Von vornherein kann ich schon erklären, daß wir gegen den Kaffee* und Teezoll sehr erhebliche Bedenken hoben. Die Besteuerung bet Wertpapiere müssen tott o b l e h n e n. Namentlich dem Handelsminister stimms ich in seinen Ausführunaeii über unser Interesse an einer leistungß. fähigen Börse Und über die finanzielle Kriegsbereitschaft zu. Wit lehnen auch d,e M ü h l e n u m s a tz st e u e r ab. Sie iss eine Erdtoffelunassteuet und bringt Verteuerung des Mehls und der Volkssrnährung, ohne daß ein Teil der Müller davon Nutzen haben würde. Ebenso lehnen wir den K o h l e n a u s . f u h r z o l l ab. Zu den schweren wirtschaftlichen Bedenken kommt noch der Gesichtspunkt hinzu, daß wir unmöglich zu einer längst Wekwundenen volkswirtschaftlichen Anschauung zurück, kehren können, indem wir Ausfuhrzölle wieder einfübren. (Sehr richtig! links.) soll- Sie setzen ' W" «„HT L"'nach" d7r" Konjunftür ?ettp°£er bald Wieder ab. Sie vertreten nur das große HpinpSS? 9"nge deutsche Volk in allen seinen Teilen,^vom Die Zum Kap^liften ist der Besitzer dieser Papiere, tohtotpru hUvh Utjjrr?to Vc gehandelt werden, wo ihr Preis »örre lhrp^h.f^i? S - aIf°r-1 n Interesse des Volkes, wenn die 'E Aufgaben richtig ersullen kann. Eine leistungS. L“ 91 g e Börse ist von allgemeinem Wert. Wir haben auch • ^n?en 3U erhalten, die die volkswirtschaftlichen Bedürfnisse befriedigen können. sie r..4rt Mjm. Bin 56g. 5Ua6 («irisch, vg.): . Mit- Desitzsteuern. Schluß 6% Uhr. parlamentarische» au» Hessen. brr Regierungsvorlage, betr die L a n d ft zeschloit'en, so zur igabe zugclajsen werden, welche um 7 Uhr un Politische Tagesschau. Ter Leniorrnkonvent der Neichtlages 6rüdl>ar zu hallen, mögen sich besonders die Vertreter Kien merken, die vor der Zeit ohne genügenden ®rui tttn englisch russischer Zwischenfall. Ein erichtel folgenden merf« würdigen Zwischen lall, der sich an die Fahrt des Zaren zu den, Entrevueplatz knupst: 9116 am Mittwoch vormittag der englische L'aftbampkr .Woodburn^, Kapitän Robenfon, Pilkapaasivigen Dalftcrte. begegnete er dem kaiserlich rnlsijchen Geschwader. Dreseo gab zuerst einen blinden, bann zwei scharfe Schüsse ab, die den Dampfkessel des LchisirS zerstörten und einem Maschinisten da- Bein zerschmetterten. Der Dampfer halte einen ‘Jollen an Bord und richtigen Kurs. Nach ‘.'Intbeifenmg de» Schaden- ging da- Schift um l Uhr nachmittag- nach l'iigkmb iveiier. Der uenonnbeie Maschinist wurde in da- Krankenhaus nach 'Stborg gebrach«. Bon russischer Leite irurd der Zwischenfall mit dem englischen Dampfei ,'JBoobbiun' auf em bedauerns iveiie» Misiversiändni^ zurückgefübrl. Dreie Beschießung eines hariiilosen Kauffadrteischiste.. ist cm würdiges oeilenflüd zu der Beschießung der eiiglifcheii Mischer in der Nordsee. 3m i. 18. Juni, schuß ber Zweiten 'l.immer EAchßfther Stüufterpräfibext und Finm^munster Dr von Riger: 3(6 möchte feUftellen, daß der Lunde-rot in Sachen der Reichkfinanzreform völlig einig i ft. Er üt Nicht nur LNig ti der Ueberzeugunz, daß diese Finanzr !ccm jetzt dal» kommen mufc, sondern 't ist sich völlig flat darüber, in welcher Weise sie durchgefuhrt werden muß. fortgefetu unb bis ßtt ?!rt. 4*2 gcfÖrbci Nach ht I 1 soll Handl bic Wadl ber Abgeordneten m den Städten in der Heik*Stimm Ml'tfT auibinen und qoi> oem ouio^mnuri vxu £V_ jocgm, baä er den 5dcr bdomnu, jalli die Pacht SmteerhärMge ans BS^enkrei'en fctri. Stegen haben, so sind deren Leuker:cr tnige^engroemeee worden, ohne daß wir b* »lichtnng haben, sie zu befolgen. Dir standen '«m vor der ^ riatrmlunj m Zirkus Schum-rrn der Kotienrngsu.-uer ad- lrde.'"rr gegenüber. Xun ist gejagt worden, die Börse könne rubig -- f fit aber nicht Große Gießener Ltrafkammer. X Gießen, 18. 3em. aottetläsieraag. Im letzten 3rul)iabt beiand sich der Deißdinder G» G- Ilbenstadt in einer Wirtschaft und 'mach e,tng vemnme.irem zu. In seiner Angetrunkenheit wagte er Kranichen ‘ ob er ..rot' obn „idroan" 'er. Ta der Lutscher der Aosl-ade- ift, die Rede nicht verstand, fragte er ibn ui welcher Melieta« sich bekenne und machte dabei eine verächtliche Aeunernna 9 (Hott. Lin annn-sendec Lehrer und an Landwurt. die 4 an der 5rufxrung nahmen, verwiesen tbm ferne ^kdensar^wor er bestürzt bat, man möge ibn bad) nicht an; : i-m m * ein diesbeiügliches Versprechen traben mirbr «xlcnatrjie doch wr «wwflc und G der berat« waen A'ct'tfdiAe n^axw bestraft. aber begnahMi m-rben i». kam rnitrr AnNaa Nach den Angaben der Zeugen ,ft da dnaenm^ nödrern an ganz flaßigee und ordentlicher Mann. bet Mitwirkung tw Hl’rtwlc- gingen ihm btc Waule twr» wurden ihm mildernde Umstände rugebilligt und au» föngnissirase von 4 Wochen ftrannt Urkundtnsalfchuag. Em Lsndbürgermaner batte «n ferner ^gen'chan als^, gericht-vorsieber im ZahrclW. bi Verpochnmq derV^^ amn.-■’uitfe ‘oonunebmen Em S.rt c ? emern neben einem 'Drarrjcfet einen eigenen 5tan e gebracht werden muß; das ist auch die Hebet- je u g u n g der ganzen Nation. Dr« wertesten Krerfe de» Volk«- t-rar^cn barauf, fft endlich zur Verabschiedung zu bringen, freilich aber in einer (form, daß nicht nach wenigen Jahren sich die Notirendigkeit einer neuen Uinanzreform heransstellt. (Leb. hafte Jost'mmung.) Auch hier im Hause ist nicht bestritten worden, das; °*as Zustandekommen möglichst rasch erfolgen muß- Alle Parteien sind bereit, an dem Werke mitzuwirken. Ich will vielleicht btc Sozialdemokraten auSnehmen. Zwar wünschen auch sie eine ^surdung de» Finanzwesens, aber in ganz anderer Richtung wie die Mehrheit de» Hause». (Sehr richtigl bei den Eoz., Herr S nger hat sich bagegen gewendet, daß von den 600 Millionen 4OU durch bi« Belastung de» Konsum- aufgebracht werden sollen. Er fallt da» für unbillig gegenüber der Tatsache, daß nur 100 Millionen auf den Besitz gelegt werden. Tie D,nge liegen aber doch andere. Tat Reich ist nach seiner ganzen Struktur auf ,n. direkte Stenern im wesentlichen angewiesen. Es ist daher unvermeidlich, daß für bie Zweck« de s «eiche» gerade der Massenverbrauch belastet wird. Infolge deS numerischen Uebergewicht» der mittleren und unteren ftIaffen leiden diese natürlich am meisten darunter. Aber diese Klassen toerden nicht übervorteilt. Das ist grundfalsch, yjrnn man bie Belastung der verschiedenen BevölkerungSklaffen enmnder gefenüberfträt, so muß man doch in Erwägung ziehen, daß e» sich nicht nur um Reichs steuern, sondern auch um solch« der Einzelstaaten und der Gemeinden handelt. Die Einzelstaaten sw nun fast ausschließlich auf direkte Steuern angewiesen und sie machen davon einen sehr auSgiebigen Gebrauch. ES handelt hdi um recht fühlbar« Lasten. Im Jahre 1907 wurden zum Bei- spiel von dem gesamten Bedarf des Reiche», der Bundesstaaten und der kommunalen Verbände an direkten Steuern, ErbfchaitS. steuern, Verkehrasteuem usw. rund 61% Proz. ausgebracht, an Zöllen, Verbrauchsabgaben und anderen indirekten Steuern 88% Pro,. Es ergibt sich also schon daraus, daß die Belastung durch direkte Steuern, die die besser situierten DcvölkerungSkreise trifft, viel größer ist, al» die Besteuerung der weniger bemittelten Bevölkern ngSkreise. Herr Singer und verschieden« seiner Parteifreunde werden da» Wohl am eigenen Leibe schon gespürt haben. (Große Heiterkeit.) Warum die Parteien in der Finanzkommission an verschiedenen Re- gierunsiSvorschlagen so crbebliche Abstriche gemacht haben, bleibt ihr Geheimnis denn z. B. der Tabak konnte recht wohl eine weit höhere Besteuerung vertragen. Nun muß aber end l i ch ein Ende gemacht werden, damit da» Ziel der Gesundung der NeichSfinanzen erreicht wird. Vorläufig steht noch die Erbschaftssteuer al» Hindernis t m Weg«. Ich hoffe aber, daß es gelingen wird, die bestehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Gegen die Erbschaftssteuer sind allerlei Bedenken erhoben worden, auch von dem Abg. Spahn, die ich aber nicht teilen kann ES ist behauptet worden, daß die Erbschaftssteuer nicht nut den konservativen Grundsätzen zu vereinbaren sei. Ich btn zwar lein Parteimann, aber ich habe dock auch konservativ« Grundsätze. Trotzdem muß ick mich für di« Erbschaftssteuer erklären Duck bie sächsischen sionfciDatiticn sieben sckon seit 1897 einmütig auf bem Standp inkt. daß bic Erbschaftssteuer durchaus annehmbar ist. DaS- selbe gilt von den sächsischen Mittelstandsparteien, in deren Mitte ebenfalls sehr viele konservative Elemente zu finden sind. Ick kann nickt begreifen, wieko ein zukünftiger Erblasser bei dem Gedanken, daß von seinem Nachlaß eine Steuer abgezogen wird m seiner Füri^rge für seine Familie beeinträchtigt werden soll. Ich gebe zu, daß c6 fein sehr erfreulicher Gedanke ist, daß nun bei bem Nachlaß so und so viel abgezogen toerden muh. (Heiterkeit.) Aber daß dadurch ter Familienjinii irgendwie beeinträchtigt werden kann, das vermag ick nicht einziisehen. (Lebhafte Zustimmung links. Widerspruch recktS/> Es ist durchaus anerkennenswert, daß große Parteien auf bau Gemütsleben, auf die Frage d«S Familiensinnes em sehr großes Gewicht legen Aber man wird doch sagen müssen, daß die (ite fahren, die dem Familiensinn drohen, ?anz wo anders Herkommen, von der allgemeinen Genuß- u di t die unsere Bevölkerung ergriffen hat Freilich ist der Moment, in dem die Erbschaftssteuer erhoben wird, nickt gerade günstig aber roc reine Erbschaft Hinterläßt, muß sich damit ab- finden, daß in dem Moment seine» Tode» daraus eine Steuer gelegt wird. Ich hoffe , daß wir zu einer Verstandi - o ii n g auch inbejug auf d 1 e Erbschaftssteuer kommen werden. Cbne die Erbschaftssteuer ist es nicht mög- sich bir (vinmureform zustande zu bringen, denn die KolierungS- fteu'r ist ein steuerliche» Unding und unannehmbar. Die Mühlen- Umsatzsteuer brumt ebenfalls keinen Ersatz für die Erbschaftssteuer. Sie wird mehr schädlich al» nützlich wirken. (Sehr richtig! link».) Die direkten Steuern müssen natürlich den E-inzelstaaten über- lassen bleiben; eine Reichsvermögenssteuer käme einer Mediati. fitrung der Einzelsimiten gleich. (Sehr richtig! rechts.) Es sind schon eine ganze Reihe von Steuern den Einzelstaaten entzogen Staatssekretär Dr. Stzdow: Auf bic Einwendungen, die gegen unsere neuen Steucrtor- schlägc gemacht worden find, wird bei ber Spezialberatung ein- gegangen werden Ich will nur noch kurz zur Kotierungv- (teuer sprechen und zu dem direkten Appell, der an bie Regierung in bezug auf die Börse gerichtet worden ist. Ich hoffe nicht, den Vorredner zu überzeugen, nachdem da» den eingehenden Darlegungen des Finanzminister» und Handel»ministerS nickt ge- lungen ist. Menn da» Wort Börse ertönt, so gerät er immer in grotze Erregung. Er zeigt bann eine gewisse Voreingenommenheit. DaS kam auch bei der Frage zum Ausdruck, ob «S etwa «ine Ober- rcgicrung der Börse und der Danken gebe. E« hat niemand da» Reckt, mir oder dem Jinanzminister oder sonst jemandem den Bor- wurf zu machen, daß wir von der Börse oder von den Großbanken in irgend einer Weise abhängig sind. (Beifall.) DaS Reich sowohl wie die preußische Regierung haben selbst sachkundige Mäiiner durch di« Reichs bank und, die Seehandlung, und wenn fit Sbg. Tlemmfcn (Fr. Bg' weist die Behauptung zurück, als ob bie Liberalen die Arbeit c n- gestellt hätten, al» die Dank- und Dörscnsteuern au's ^apet kamen. Bir haben sowohl an der Beratung ber Berr^uwaa»»« {teuer teilgenommen, als auch an der der Kotierungssteuer Aus der Erbschaftssteuer könnten die ganzen 100 Millionen bezogen werden, v r) der Ertragswert bei den landwirttchaitlick nutzten (Putern zugrunde gelegt wie es die Vorlage »toi«, dann wer*7N unser« Großgrundvesitzer von dieser fcrbanraufteuet niemals b.troffen werden. (Lebhafte Zust.mmung links.' Die Mitteilungen, bie auch von konservativer ceite in die Presse gelrn men sind, über die Einschätzungen auf bem Lande, ha: en ungeheuer dazu beigetragen, die Erbitterung der Städter gegen den Großgrundbesitz in den letzten -\onaten zu steigern. Fürst Bülow sollte seinen Einfluß in Preußen dahin auöuben. daß wie für die innere BerwaUuna auch eine Iw in e - biatfommifjion eingesetzt wird, die Die Einschätzungen in ganz Preußen — nickt bloß die der Landwirf und Großgrundbesitzer, auch bie der Kaufleute und Industriellen, ener Revision unterzieht. (Beifall links, Lachen und Unrehe recht».) To» bringt Geld, Preußen und dem Reick«. 'Ironncker B.-i'all rechts.) Äa» gestern brr prrilßisckc Fuianzmin-ster den Herren an Befreiungen und Begünstigungen für den ländlichen Grundbesitz vorrechnete (Abg. Kreth: Liebesgaben!), das gio: doch auch den entschiedenen Anhängern der Erb'cki'-.ssteuer zu denken. (Sehr wahr! links.) Ta könnte sick mancher fragen: soll denn auch da» wieder dazu beitragen, dem agrarischen Großgrundbesitz einen Eondervortcil zu verschaffen? Tie Regierung sollte daran denken, daß die beste Deckung der Hieb ist. und batte aus der Erbschaftssteuer gerade alle diese Sondervorteile heraus- streichen sollen, bann hatte sie den Kampf gegen b en Bund ber Landwirte mit mehr Erfolg f»d* r?n können, al» mit diesem Kompromiß. Es wird immer gesagt, bat mobile Kapital entzieht sick vorzugsweise der Steuer. Run, mir haben Vermögenssteuern in Deutschland, sollten unsere großen Familien, die Großgrundbesitzer — man munk. lt davon —- «S vielleicht sein, die ihr mobiles Wer mögen, w,e man es uns so hübsch darstellt, her Besteuerung entzogen haben? fSrbe gukl links, Unruhe reckt».) Es wird nirgends so ger.-ckt emgkickayt. wie in den großen Zentren von Handel und Industr«, ui ter gca«en Städten. (Sehr wahr! links.) Die eidesstattliche Vers.l'erung, die setzt in hie Erbsckast»st«ucrvorlage ausgenommen ist. l> -ruhen wir; nur haben wir den Wunsch, daß sie nickt nur angewandt wird, sagen wir gegen die Frersinnigen und die ärmeren, auch gegen die Großgrundbesitzer. Die Erbschaftssteuer isr die einzige m den ganzen steuer. Projekten der letzten 10 und 20 Jahre, bie bem Reick mi'fixh neuer Geld bringt, und zwar, ohne die Volksn-irlscka't zu betin- trächtigen und ohne m das Wirtschaftsleben irgendwie einzn- greifen, die keine Besoldung»« und Lohncrfa'hima notwcndrg macht. Und dann der ungeheure Vorteil gegenüber allen anderen Steuern: sie bringt den Ertrag dauernd ur.h er muß immer unb stark steigen, um so mehr, je mehr Sie, wie ander« Rationen dar bewußt tun, bic Kapitalbilbung fördern, statt dem Verkehr neue Laste» auszuerlegen. Effekten- und Wechsel stempel — sckon wir machen Herrn Raab bie Freude unb iverden dafür stimmen, co- gleich e» keine schönen Erfindungen sind. Ganz ander» lieat es beim Scheckstempel. Wir haben ein Talent, bei Retormen bc< Geldmarktes immer ein Pferd vor unb ein Werb hinten an. zulpannen, ba» beneidenswert ist. .Iber die Polie enstc u e r stellt alle» andere in den Schotten; sie ist die al! er schlimmste, die man sick ungefähr denken kann Den einzigen Borte'! hat dax da die Agrarier mitzablcn müssen. T«r Handwerker, ber vmict wird Ihnen für diese Steuer dankbar sein! Der Redner schließt: Wir hoffen nach wie vor auf di« tot- bündeteii Regierungen, daß sie eine solcke Steuermacherei. wie die der Kommission nickt mitmachen, dann werden lick andere und bessere Steuern linden. Sonnabend 11 Uhr: Fortsetzung und zweite Lesung der 60 Millionen dergeton Ja. sie gckr Heiterkeit > Iie xornMission»dorscklägc zwingen sie nicht Msn. 2t< tonnen wohl her Börse das Geschäft vee- kerben, aber den Schaden haben andere srei s e, auch bw lankwirtschaftlicken Ber B«gu n de» Krieges bat He S Pbmgung bet cknleihe große Schwierigkeiten gemacht. Der larrurf trifft aber a« bwdi«ten Kreise aQgrmem rurt« mit t! auf Nrt toirtfijfifidx Leben fern Unb wenn wir ber liebemugung unb. bar, «ine Steuer schädlich ist. bann lelmen wir sie ab. Sir können diese Steuer nickt in dem Augenblicke einführen, wo sie w Frankreich abgeschafft wirb. (Beifall links.) erfolgen, baff für jeden zu wählenden ^geordneten ein besonderer Wahlkreis gebildet wird. Tie Wahlkreise sollen je ein zusammenhängendes c^anzss bilden und eine annähernd gleich große Aahl Einwohner enthalten. Die Ab> grenzung der Wahlkreise erfolgt im Wege der Herordnung, nachdem die städtische Vertretung hierüber gehört ift. Ent gegen diesen Hestimnrungen der Regierungsvorlage schlug ")lbg Wolf vor, bei der Wahl in den Städten Mainz, Tarrn- stadl, Cf feit bad), DormS unb Gießen da) Pro p o rzlvah 1 ystem sestzusetzen Bon den übrigen AuSschußmitgliedern nnrrbc dieser Vorschlag ernmütig gutgeheißen Rad) Art sollen für Starkenburg 18, für C derbe ff en 14 und für fltbcut- hessen 11 ländliche Wahlkreise gebildet werden, in Summa 4,3. Der An-öfchuß schloß sich aber nad) einer längneu Erörterung der Anregung des Abg. Wolf an, nur 41 land ltd>c Wahlkreise zu bilden und zlvar für Starkenburg 18, für Oberhessen 13 und für Nbeinhessen 10 Wahlbezirke, so baff einschließlich der städtischen Mandate die Provinz Starkenburg 23, die Provinz Cderhesfen 17 und die Provinz Nheinhessen 16 Abgeordnete in den Landtag zu ent senden hatte. Man gehl bei diesem Vorschlag von der Absicht aus, den drei privilegierten kleinen Städten Ale- selb. Tvrtebbt'rn und Bingen zweck» Ausgleichs ihrer Wahler- zadl qröfferc Landbezirke zuzuteilen unb glaubt damit auch den beftnien ^ampf üt>er bie Wahlkreisgeomelne besonders in Rheinhessen, umgehen zu können Ge^en die von^ ber Regierung un vorigen Geseventmurf für bu* Provinz -ciar- kenburg vorgeschlagene Dahlkreiseinteilung (auf 18 W.ihl bezirke« batte sich von kein.r Seite Widerspruch erhoben. Tie folgenden Artikel ber Vorlage treffen die näheren Be üimmungen über bie Ausführung ber Wahl zur Streiten Kammer, so iH>er btc Aufstellung resp. Cffenkgunfl der Wählerlisten unb bie Beschtrerde dagegen bic Bildung ?er A1>Nimmnnasbe^irke, bie nicht mehr als ’^XX) Eintvolmer umfassen sollen, bic Bildung des Äahlvorstaube die Stimmzettel, bie Waltlitanblung, die von 10 bi 7 llhr zu erfolgen bat unb in ^lemeinb.nt mit meniger al? 500 Ein- ivobnern auf die Zeil von 2 bt» 7 llhr abgekürzt iDarben raning I kann nsn Im Art. 41 hat bie Regierung bic neue Bc nbe.bfi Art 18 stimm aufgenommen. baff um Ubr nicht >ie Wabl- Wahllokale bereu-? anwesend sind. . Zum Zweck'- einer ge- ordneten Durchführung ber hiernach noch zn.zulassenden Stimmabgaben ist der Wahlvorsteher berechtigt, vorüber- gehend und längsten» bi» zur letzten Stimmabgabe bic du gange zum Wahllokal schließen Ml lassen -r-urch btn< Bestimmung iverden mand)crfe* UnflaTheiten beicitigt, o bisher über bie Frage ber Zulassung der Wähler herrschtet unb vielfach Anlaß zu Beschwerden und W-iltlproti sten gäbet-. Im übrigen muff kom'tatien werden, daß tu ber neuen Vorlage tast alle Abänderungen, welche die Zweite «tnmer bei ber Beratung vor drei Jahren an den einzelnen Artikeln vorgenommen hatte, b'ic bu* Einführung der -^otn^ Umschläge und andere den ck'?ich»tag--wadlen entivrecheav getroffene Bestimmungen, Ausnahme gefunden laben. I daß der Ausschuß zu treten Huben Veanftanbnngen ketnen Anlaß fand - Tie Beratung wird morgen ivrigesetzl anck zum Kampf, wenn «f wlrkkick « einte Appell au'Tie Einzelstaaten muffen aber -m übtint weitere ffir griffe te bie »r : !«r komme» fällte Dir sehen sem 1x8 :^ 2truerre4t zun.ckmei.en. Dir ka-cen kein« Sieuergesetz- 3-»=z1W (MNft« &:f-a X I ton Steuern tarn ick ein Wtrüty bei Äetbe» nid?: unWcitf.-n ba ick weit hinter ihm aurücfbleibe Aber mit ihm bin ick gletaxr Meinung, hoff wir uns ernstlich bemühen sollen, das Reick endlick möglichst unabhängig zu machen von den Einzelstaaten. wie auch den Einzelstaarrn die M.-ilickten zu belaßen, auch ihren Ausgaben gerecht zu werden, (vereinzelter Beifall.) SCHIRME dc>l ,B * Ka«l MZ»LE 1 b”r«W; «A 5**^* * teil» iitijl, K' bet „ .Mb v*&* *«Ä"* &SJ ä,’"e& Kleines Feuilleton. — Uebet Frau Bayrhammcr lesen hnr: ,Me Herr Bohnöe so hat auch seine Partnerin, Frau Bayr- hammer, ihren tarnen aus dem letzten Blatt der Geschichte des Schauspiels im alten Kasseler tzoftheater durch eine hochwertige Leistun schm dauertrben, rühmlichen Andenken eingeschrieben. In einigen Svenen hatte die Künstlerin als Lady Macbeth geradezu grandrose Momente Mrt welcher Feinheit waren alle Einzelheiten durchgearbertet und nüanziert und wie großzügig schlicht, wie wahr und selbstverständlich wirkte doch das Ganze! -tie künstlerische Wahrheit muß bei Betrachwng dieser Leistung als das Entscheidende in den Vordergrund gestellt werden: Frau Bapr- haurmer hat uns gestern zu suggeriern vermocht, daß sie ihre Rolle nicht spielte, sondern durchlebte. Das gilt besonders von der letzten großen Szene. Zwang )te uns vorher, an ein Weib zu glauben, in deni alle Dämonen des Ehrgeizes und der rücksichtslosen Entschlossenheit entfesselt sind, zog sie uns vorher unwiderstehlich dura) eine glühend lerden- chastliche, aufpeitschende Dialektik in chren Bann, so inaa)te ie am Schluß als Schatten des ursprünglichen tomglichen Weibes, als bleiche zerrüttete fiebernde Nachtwandlerin einen Eindruck, der zu den unvergeßlichen gehören rmrd, die wir aus dem alten Theater mitgenommen haben. — Die scheidende Isadora. Nicht der, Deiitsch- land den Rücken kehrenden, Isadora Duncan t)t vn Darmstadt von höchster Stelle großes Interesse entgegcngebracbt worden, sondern ihrer Schwester Elizabeth. Xieje loirö sich an einer Neugrüudnng der Schule in Paris nicht beteiligen, sondern ihre Tätigkeit nach Darmstadt verlegen. Elizabeth Duncan hat mit ihren Zöglingen ni Franr- furt Wohnung genommen, wo ihr von einem Gönner der Schule das Bockenheimer Landstr. 98 befindliche .Haus bis ‘y- m s* L niinnt W L-ß lte»reih e§ W1B gemacht. £ toütb« mit ■te** «b» Ws ^l'cht auf bat Jtjeugung find, U'e Qb- Dir *«» lvo sie Arbeit ein. tn QUU Tapet r «erlzuwaüs- ung^teucr. Au.r lQ'ontn bezogt ^rtfNUiFge. Triage wünscht, etbanjaCjteuet S links.) er Seite in bit auf bem 2anbt, •tciung her schien Monaten 'Preußen bafa « eine Imme, EinsLätzun. Lanbwirte unb rd Industriellen, len unb Unruhe ichc. lJionische: ranzminister den r den ländlichen ibenl), bas gibt tschaftssleuer zu mancher fragen: agrarischen Groß, Tie Regierung ich ist, unb hätte "vorteile heraus- gegen den Erfolg sich, s wirb immer weise der Steuer, ab; sollten unsere munkelt davon - e man es uns so en? (Sehr gull ereil emgeschatzi. trie, in den großen liche Versicherung, men ist, begrüßen it nur angetrant! )ie ärmeren, auch Vevmischtes. ♦ Der begossene Dieb. Ein eigenartiges Mißgeschick lieferte einen gewerbsmäßigen Metalldieb, den M- beiter Fritz Stirrm und seine Spießgesellen in die £)änb€ der Berliner Kriminalpolizei. Sturm und die Arbeiter Karl Schwarz unb Felix Müller lebten seit geraumer Zeit von 20 Mair komme. Der Bürgermeister B&uftragtc den Polizei- , btener, mt Aameu des Wirts zu bieten und dieser bot bann, in ' der Annahme, es handle sich um den ganzen Acker, bi« zu 16 Mk während derfrühcre Pachter des Ackers das vorherqel)cnde Gebot , mit 10,80 Mark gemacht hatte. Als der Wirt erfuhr, baß der Acker geteilt worden ist unb er die 16 Mark für den halben Acker zahlen sollte, weigerte er sich, den Acker zu nehmen. Der Bürger- mciltcr machte hiervon bem Pfarrer Mitteilung und bemerkte, entweder müsse cme neue Versteigerung ftattfinben und dies sei wegen der vorgerücktere Jahreszeit nicht angängig, oder der '-Icker mupe dem Wirt für 10 Mark überlassen werden Der Pfarrer beurerkte hrerans, dem Bürgermeister, er möge die Sache erledigen. Der Burgermeiiter änderte bann in dem Verpackstungsprotokoll bxc Zahl 16 in 10 um, ohne sich mit den an der Versteigerung Beterlrgten ms Benehmen zu setzen, desglcicl>en änderte er- dm jetvcuig übertragenen öutnnien wie auch die Endsumme entsvrecherrd nb. Als der frühere Pächter, der 15,80 Mark geboten hatte, erfuhr, daß der Wirt nur 10 Mark zahlt, kam die Sache zur KemttuiS der Behörde, die bann ein Verfahren wegen Urkundenfälschung em leitete. Der Angeklagte war geständig, er will aber seine Handlung nicht als strafbar erkannt haben. Er bat das Gericht, falls fern Verhalten strafbar sei, Gnade vor Recht ergehen zu tapen. -ta das Gericht aber nach ben Gesetzen handeln muß, so mußte es, so bedauerlich es ihm auch war, auf Strafe ertenneni unb zwar hielt es die Mindeststrafe von 1 Monat Gefängnis ku^^tz^rgt. Zur Ehrenrettung des Angeklagten hob es ausdrücklich hervor, daß es überzeugt ist, es habe dem Angeklagten keme unredtrche Absicht iraiegdvobnt unb daß es ihm nicht darum galt, jentanben zu begünstige)! ober zu benachteiligen Dem Angeklagten wurde auch die gnadenweise Umwandlung der Freiheüs- strafe rn emc Geldstrafe in Aussicht gestellt, welche Ansicht auch von dem Vertreter bet Staatsbehörde vertreten wurde. Vergehen gegen die Schlachthausvorschristen. Dem Handelsmann Leop. S. aus G a m b a ch ging ein Strafbefehl unter der Anschuldigung zu, daß er die Schlachtung von Vieh, dessen Fleisch verkauft wird, in feiner Scheuer, statt in einem vorschriftsmäßigen Schlachthaus vorgenommeu hat. Auf seinen Emspruch stellte bas Schöffengericht fest, daß der von dem Angeklagten benutzte Raum mit den polizeilichen Vorschriften tm Widerspruch steht, da lveder die Wände zementiert sind, noch der Boden wasserdicht und haltbar hergestellt ist unb sich auch keine Zisterne zur Aufnahme der Abwässer dabei befindet. Es war der Angellagte der Ansicht, die Polizeiverordnung müsse auch auf den Angeklagten Anwendung finben, da er nicht das sämtliche Fleisch für sich verwendet, sondern die Hinterteile der Tiere aus rituellen Gründen anderweit absetzt. Auf seine Berufung gelangte die Strafkammer zur Freisprechung, da die Zahl der von dem Airgeklagten borgcnxmmtencn Schlachtungen so niedrig ist, daß von einem Gewerbebetrieb nicht geredet werden kann und er den teirweisen Verkauf des Fleisches nrrr aus rituellen Gründen vornimmt. Die fehlende Barbierstnbe. Ter Weißbinder und Barbier K- B. II. in Steinberg bekam einen Strafbefehl unter der Beschuldigung, daß er in einem mehr als 1800 Einwohiwc zählenden Orte seine Kunden in feinem Wohn- bezw. Schlafzimmer bedient habe und er die Polizei-Verordnung, die in jeder Barbierstube sich befinden muß, nicht angeschlagen hatte. Auf seinen Einspruch gelangte das Schöffengericht zur Freisprechung, da Steinberg für sich nur 900 Einwohner zählt und deshalb die fragliche Polizeiverordnung keine Anwendung zu finden habe. Steinberg ist zwar mit Watzenborn zu einer Bürgermeisterei vereinigt unb beide Orte sind nur eine Gemarkung, die sich Watzerrborn-Steinberg nennt und etwa 2000 Einwohner zählt; doch sind die Ortschaften räumlich geh-ennt Trotzdem das Kreisamt bei Erteilung von Wirtschaftskonzessionen die Ortschaften als getrennt behandelt, war es doch der Ansicht, daß die Staatsanwaltschaft die Berufung durchfechten soll. Nach den Angaben des Angeklagten beläuft sich die Zahl seiner Kunden höchstens auf 15, die auch alle aus Steinberg sind; er besucht diese auch größtenteils in ihren Wohnungen, so daß es sich nicht ron- tierte, einen Frisiersalon zu halten. Uebrigens waren ihm die polizeilichen Beftimnrungeu. unbekannt und hat er stets angenommen, Steinberg sei eine Gemeinde für sich. Wenn auch die beiden Ortsckwften unter einer gemeinschaftlichen Verwaltung stehen, so muß doch angenommen werden, daß es sich um zwei verschiedene Ortschaften harrdelt, so daß die fragliche Polizei- Verordnung nicht angewendet werden kann. Das Urteil des Schöffengerichts wurde deshalb bestätigt. Beleidigung. Mit welchen Lappalien sich manchmal die Gerichte zu beschäf- :figcn haben, zeigte eine Privatklage des Verwalters G. P. in Lollar gegen den Mcüller H. Ehr. Letzterer hat Kinder unter feinen Obstbäumen gesehen, von denen er annahm, es seien die des ersteren, weshalb er P. zur Rede stellte. Dieser erhob Klage namens seiner Kinder ivegen Beleidigung und sowohl am Schöffengericht wie auch in der Strafkammer mußten drei Termine stattfinden, in denen eine große Anzahl von Zeugen zu vernehmen ivaren. Tas Schöffengericht hielt die Beleidigung für nachgewiesen und es erkannte gegen Ehr. auf 20 Mark Geldstrafe. Dieser erhob Berufung tuib versuchte, den Wahrheitsbeweis zu erbringen, was ihm aber mißlang. Aber auch der Kläger war ?rach Ansicht des Berufungsgerichts nicht in der Lage, Beweise genug zu liefern, daß eine Beleidigung stattgefunden hat, weshalb das Urteil aufgehoben n>crbtm mußte und Freisprechung erging. Ejrt, bic M i ganzen (steuer. ’m Reich Ipirfim ckschofi zu dem- irgendwie cinzu- ohung notwendig [btt Mn anderen t M immer unb bete Rationen da? bem Mehr neue - schön, mir .asm stimmen, M M anders W e- :cnt, bei RcwM.1 . Pferd hinten an. Policensteuer allerschlimmltc, » Vorteil hat - Mckr, der Sa- ie vor auf biet® iieuermffe^ uerben sth zweite Lesung Mctalldmbstählen, die sie auf Neubauten, besonders an Rohrleitungen, ausführten. Erst kürzlich erbeuteten sic in Mariendorf für 1000 Mk. Bleirohr, daS sie bei Wählern und Schürfern zu Geld inachten. Außerdem wollen sie in der EberSwalder Straße in der Nähe einer Bankfiliale sieben Ei.nhundertmarksck)eiue, deren Verlust noch nicht angezeigt ist, gefunden haben. Was es damit auf sich hat, weiß man noch nicht, aber es steht fest, daß alle drei Geld hatten. Das veranlaßte Stürm, die Taufe seines Jüngsten, zu der er auch seine Freunde einlud, etwas reichlich ausznstatten. So herrschte bald wieder Ebbe in seiner Kasse. Jetzt drängte er feine Freunde zu einem neuen Diebstahl. Diese nwllten aber noch rricht mitmachen, weil ihre Mittel noch nicht erschöpft waren. Sturm entschloß sich daher, auf eigene Faust und alle n einen Versuch zu machet!. Die Wasserleitung eines neuen .Hauses in der Luisenstraßc sollte ihn wieder „flüssig" machen. DaS kam jedoch anders, als er gedacht batte. Sturm hatte die Zeit verpaßt, das Haus war bereits an die Wasserwerke angc- schlossen. Als er nun ein größeres, vermeintlich noch leeres Rohr durchschnitt, entquoll diesem ein kräftiger Strahl und begoß ihn so gründlich, daß er vor Schreck auf den Rücken siel. Pudelnaß verkroch sich der Dieb in einer Kellerecke. Tie Nachbarn, die das Wasser rauschen hörten, holten einen Schutzmann, suchten mit ihm den Keller ab und entdeckten nicht nur den Schaden, soirdern auch den, der chn angerichtet hatte. Triefend kam der Dieb aus seiner Ecke heraus und wurde der Kriminalpolizei zugefichrt. Durch seine Festnahme kant auch das Treiben seiner beiden Freunde ans Licht. Alle drei wurden nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Markte. Gießen, 19. Juni. SDiarttbcridit. Auf heutigemWochen- maifte kostete: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Tlf., Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 00—00 Pfg., Linsen p. Pfd. 00—00 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 M., Ganse pr. Pfd. 60—70 Pf., Enten pr. Stück 1,80 dis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Psd. 76—84 Pfg., Rui)- und Rindfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg^ Schweinefleisch pr. Psnnd 70—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60-84 Pfg. Kartoffeln pr. 100Kg. 7.00—7.50 Mk., Zwiebeln per Pfd. 0,15—0,00 Alk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 0—00 Mk., Birnen per Ztr. 00—00 Mk. Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg., per Ztr. 0-00 Mk., Kirschen per Pfd. 25-30 Psg. Marktzeil von 7—1 Uhr. Die nach- A a p 7 I a swä am Sonntag, 20. Juni, nur von stehenden «vl £11 V 12 Lhr mittags bis 12 Uhr nachts für dringende Fälle sicher anzntrelfen : |DI8/S |»r. Stuhl, Seltersweg 79 a. — Dr , Wagner, West-Anhge 49. Konntag. d. 20. Jnrei von naebm. ■ j" _ Ti g 4 Uhr bis 9 Uhr abends nur geöffnet: Giessen, den ü>. Juni 1909. 1111 wmcipvi.lt'UIW. Grossh. Polizeiamt. Beinhart. B«*/6 Auszug o. ö. Standesamtrregifteni der Stadt Eichen. Aufgebote. Juni 11. Wilhelm Fritz L'uöioig Petzold, Lokomotivheizer in Gießen, mit Marie Luise Burmeister m Hannover. — 14. Friedrich Weber, Lokomotivheizer in Gießen, mit Henriette Rumps in Ehringshausen. — Dr. phil. Heinrich Kiefer, Lehramtsassefsor in Darmstadt, mit Maria Boß in Marburg. — Friedrich Obermann, Lehr- amtsassesivr in Ober--Jngelheim, mit Martha Lepper in Gießen. — 15. Reinhold Becker, Stationsschaffner in Gießen, mit Helene Brandenburger in Waldenbach. — Karl Mark, Ingenieur in Gießen, mit Mathilde Baeurle in St. Georgen. — Hemrlch Angust Haß, Bankbeamter in Gießen, mit Margarete Dorothea Johanna Fincke in Lüneburg. — 18. Oswald Höhme, Glasereigeschästs- inhaber in Alügeln, mit Dorothea Rosenbaum in Gießen. Eheschließungen. Juni 12. Georg Häuser, Buchbinder, mit Marie Bieler, beide in Gießen. — Wilhelm Müller, Kaufmann in Bad-Nauheim, mit Marie Braun in Gießen. — Gustav Schmidt, Geiangenauiseher in Vtltzbach, mit Anna Teckmann in Gießen. — 15. Franz Rein- kchmidt, Mechaniker, mit Wilhelmine Fl bring, beide tn Gießen, Geborene. Juni 6. Dem Maler Karl Öloll eine Tochter. — Dem Schriftsetzer Karl Skrzek eine Tochter, Johanna. — Dem Schreiner Bertold Walther eine Tochter, Elise. — 8. Dem Artisten Heinrich Enders ein Sohn, Heinrich Adolf. — 10. Dem Bauführer Friedrich Rein- städtler eine Tochter, Hildegard. — Dem Wcißbindermeisler Ernst Petri ein Sohn. — Dem Fahrradhändler Hugo Strohbach eine Tochter. — 11. Dem Kolporteur Wilhelm Kähne ein Sohn, Wil- beim Kurt. — Dem Attnariats Assistenten Anton Roth eine Tochter, Elisabeth Margarete. — 12. Dem Taglöhner Friedrich Ernst Schiffner eine Tochter, Auguste Luise. — Dem Prokuristen Hermann Will eine Tochter, Gertrude Pauline Aiachilde. - Dem Former Georg Heller eine Tochter. — Dem Küfer Julius Wohlmann eine Tochter, Rosa Alma. — Dem Maler und Anstreicher Wilhelm Büttner eilt Sohn. — Dem Lokomotivheizer Heinrich Fendt eine Tochter, Anna. — 13. Dem Laternenwärter Friedrich Schäfer ein Sohn, Hermann. — Dem Oberleutnant Theodor Friedrich Firmenich eine Tochter, Emma Ruth. — Dem Ommbuskutscher Heinrich Becker eine Tochter, Hermine Margarete Karoline Friederike. — Dem Ingenieur Ernst Meckel eine Tochter, Leila Berta Luise. — 18. Dem städt. Arbeiter Philipp Wasium, gen. Heeg, eine Tochter, Anna Susanne. zur Fertigstellung des Darmstädter Heims zur freien Verfügung gestellt wurde. — Mainz in Front! Aus Berlin wird den ,M. N. N." geschrieben: Ein grau verhängter Tag, regendrohendes Gewölk uberm finsteren Flusse, und der Kaiser kommt nicht! Obgleich der Grünauer Ruder-Regatta so das Beste fehlt, die Sonne und der Monarch, hat sie doch wieder alle Wassersportsfreunde aus dem alten Fischerdorfe aus die Beine gebracht. Die Tribünen und die User sind übervölkert, übervölkert ist die Riesenflotle von Dampfern, Zillen und Booten, die bewimpelt und beflaggt die Bahn einsäumen. Wer scharfe Augen hat, kann weitere Menschenmassen auf der Hohe der Müggelberge erspähen. Man ist heute erregter als je — soll doch heule die seit Wochen allzu voreilig immer bejahte Frage beantwortet werden: Wird Hellas den Kaiser-Vierer zum vierten Dlale landen und damit den wertvollen Preis endgültig an sich reißen? Die ersten Rennen, so interessant sie sind, dauern den auf die Sensation des Tages Erpichten zu lange. Wohl wird beachtet, daß Berlin gleich anfangs sich den Gasten nicht durchaus überlegen zeigt: unser Wiking und die Stettiner Sport-Germania gehen im Zweiten: Vierer nach herrlich erbittertem Kampfe gleichzeitig durchs Ziel. Niemand sieht ein böses Omen darin.... Die Alexandra, das weiße Kai|erschiss, dampft heran. Prinz Eitel Friedrich vertritt den gekrönten Freund der Grüuaner Regatta. Nun werden alle Hälse länger und die Augen wünschen sich Stiele. Während sonst die Aufmerksamkeit zwischen dem Herrscher und den Nennmannschaften hin und her pendelt, richtet sie sich heute ausschließlich auf die Boote. Hellas ist erklärter Favorit, den Spindlers- feldern werden Aussichten zligesprochen. Sie haben den Ruhm und den Ruf für sich; auf die kraftvolle Jugend des Mainzer Schlagmannes Lorenz Eismayers achtet man wenig. Trotzdem: WaS hebt für em Bransen an, als die Tausendwerter-Eckc passiert ist? Bisher hat Hellas unbestritten geführt. Aber je naher die Boote herankommen, desto denllicher wird es, daß Nummer drei versagt. Mainz schiebt sich vor. Mainz hat sie! Bord an Boro, ein ver- zweifeltes Ringen. Indessen, dein zwanzigiährigen Eismayer ist MollerS Reife nicht geivachsen. Die Hellenen fallen zlirück. Unter rasendem Jubel gleiten die Mainzer an den Tribünen entlang, vom Beifall zittert die Regenluft — sie haben's! Der Sturm will sich Gestorbene. Juni 12. Philipp Benner, Stallmeister, 64 Jahre alt, Liebig- straße 55. — 13. Wilhelmine Margarete Ehristiane Marr, 8 Jahre alt, Bahnhosstr. 29. — 11. Margarete Heil, geb. Stephan, 61 Fahre alt, Sandgasie 40. — 16. Georg Christian Roth, 6 Jahre alt, Bruchstr. 8. — 17. Johann Weber, Taglöhner, 16 Fahre alt, Schützenstr. 18. — Else Karoline Marie Benner, 2 Jahre alt, Große Mühlgasse 4. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 7,3° 6. 17. , 18. Jtmi 1909 Barometer out 0° reduziert fr der Lull Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 18. \ 2" 753,8 17,7 8,8 59 N 4 Sonnenschein 18. 9“ 754,7 13,6 8.7 75 N 2 Bed. Himmel 19. | 7" 755,6 13,2 9,8 w 4 • • 1 Höchste Tentpc vatur IM 17 bis 18. Im i — - 18,4 6 C. Verantwortlich L 23.: für Gcrichtssaal E. Anderson, für Stadt unb Land: Karl Neurath. zunächst gar nicht legen. Es brüllen die begeisterten Unparteiischen; wilder noch brüllen die Hunderte, die Hellas den Atißerfolg von ganzem Herzen gönnen. So ein andauernd siegreicher Verein verletzt zu stark das Selbstgefühl der Konkurrenz, und die Sports- genosseil atmen auf, wenn er stürzt. Wie die Hellas-Mannschaften, die an beiden Negattatagen keinen Sieg zu erringen vermochten, hat Berlin überhaupt Unglück gehabt. Mehr als die Hälfte aller Preise ging nach alißerhalb. Süddeutschland zumal, das in den Atainzern und den Ludwigshafenern zurzeit unbestritten die besten Leute hat, _ schiebt sich an die Spitze des Rudersports. Unser Stolz und Hochmut müssen sich legen, für die nächste Zeit. Und den Süddeutschen wird ihren schönen Erfolg doppelt herzlich gönnen, wer ihre vornehme Kainpfart kennt. Eine so unwürdige Gesinnung, wie sie manche Vereine der Reichshauptstadt brandmarkt, findet bei ihnen keine Statt. Bei ihnen jagt man sich nicht mit unanständigen Mitteln die renntüchtigen Mitglieder ab, noch gibt es bei ihnen das abscheuliche Wandervogeltiim, das unailfhörkich von einem Klub in den anderen zieht unb berufsmäßig ben noblen Eportsgeist vergiftet. Berlin muß diese Krebsgeschwüre ausschneiden, wenn eS auf der Höhe bleiben will. Leider haben die leitenden Manner des Ruderverbandes nicht den eigentlich selbstverständigen Mut dazu. Vielleicht wächst er ihnen jetzt, wo sie erkannt haben, daß die schönsten heimischen Schiebungen und Machenschaften Mainz nicht daran hindern konnten, in Front zu kommen. — Er weiß es auch nicht. In Danzigs Mhe, so erzählt man der „Tägl. Rbsch.", bekam ein tüchtiger Ver^ Walter einer königlichen Domäne von einer bekannten prenß. Oberrechnnngsbehörde die Anssordcrung zn berichten, ivic es sich erkläre, daß bei einem Bestände von 80 Kühen nur 60 Kälber gebucht seien; ber Verwalter, ein Feind alles unnötigen bureaukratischen Ballastes, besann sich turz und berichtete: „Ich habe das Schreiben der Oberrechnuugs- behörde, betr, Anzahl der Kühe und Kälber auf hiesiger Domäne im Jahre . . ., dem Zuchtbullen vorgelesen. Er hat aber nur mit dein Kopf geschüttelt; offenbar kann er sich die Sack)e auch nicht erklären." — Weitere Rückfragen erfolgten nicht. — Die Geschichte ist noch gar nicht alt. des Handel Börse, 19. Jnni, 1.15 Uhr. 115.00 190.00 154.00 Sacherlin aber nur in Maschen, wo ^takale aushängen. 226.70 110.50 21.60 155.50 130.50 Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Schachert Börse, . 180.25 19. Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . Laurahütte . . . , Lombarden E. B, « « Nordd. 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Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3% Mexikaner .... 47,% Chinesen . . . , Aktien) Tie Prinz Heinrich Fahrt lüos und der Continental Pneumatik. In langen Tourenfahrten über schwieriges Gelände hat sich von jeher der Continental Pneumatik aufs beste bewährt und eS gibt wohl keine größere Veranstaltung, bei der diese Reifen» marke sich nicht in glänzender Weise hervorgetan hätte. Die Prinz Hemrich - Fahrt 1908 zeitigt? folgende Ergebnisse: Der Sieger und die folgenden Sieben durchfuhren die 2200 Kilometer lange Strecke ohne jeden Defekt auf Continental Pne u- m a t i k. Fm Flachrennen unb Bergrennen benutzten die Sieger und die folgenden Zwei ebenfalls Continental Pneumatik. Cnväbnt fei hier noch, dap die Herkomer - Konkurrettzen der Jahre 1905, 1906 und 1907 und das klassische (Semmeringrennen sogar seit 1901 alljährlich in ununterbrochener Reihenfolge auf Continental Pneumatik gewonnen wurden. Gewiß ein seltener und eigenartiger Rekord, der die Güte eines Retsenfabrikateö nicht treffender illustrieren könnte._____________________________________(ssu/8 Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . 178.20 Hamburg - Amerik. Paket! H6.ÖO Harpener Bergwerk. . . 190.30 Laurahütte ...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Berliner fiandelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... Deutsch-Asiat. Bank . , Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank .... Kreditaktien ..... Baltimore- und Ohie- Eisenbahn..... Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince - Henri - Eisenbahn . 181.00 89.80 98.00 172.80 132.20 242.30 153.20 186.90 163.80 200.90 Spazicrstöcae Alle Reparaturen SONNENREGEN- ST Gebr. Waag T 3n vermieten w*, r< " ' ' »raefhirter Gtrafte 6 mittler« Etaae. arohe b-fllmmex- Wohnung mit 8ub«Wr, alsba'.d zu vermieten. 7 Zimmer «*<7 ^iftnerdürehc bcrtlcta'il 7 'iminerroobnunq mir Bad und teirf)L «Bub.. 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