Nr. 40 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich EtetzenerZamilienblätter; zweimal wöchentl.Areir- blalt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. £anb- wirtschaflliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expeditton 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» für die Lagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch 17. Februar 1909 MV lw4 GietzenerAnzeil General-Anzeiger für Oberheflen Bezugspreis: monatlich) 75Pf„ viertel - jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zwerg!lallen monatlich 65 Pf.; durch diePost Ack.2.— vierlel- jährl. anSschl. Bestellst. S)eilenprcis: lokal ILPs^ auswärts 20 Psemrig. Verantwortlich für den polittschen Teil: E. Anderson: f. Ferrille- ton und ,Vermischtes' K. Neurath: für „Stabt u. Land" unb »Gerichts - Kotafionsönitf tmö Verlag der vrilhl'schen Univ.-Vuch- und Sfemöntdmi R. fange. Rcöatiion, LxpedMon vnd Druckerei: Lchulstratze 7. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Der Berliner Besuch und dar englische Parlament. Mit einer Tsswnrcde ist gestern das englische Parlcmrerrt eröffnet irorben. In bet Thronrede heisst es: Tie Wärme des Empfanges, die sich bei nuferem Besuch in Berlin bei allen Klassen der Bevölkerung zeigte, hat starken Eindrrick auf mich gemacht und mich nrich hoher Genugtuung erfüllt. Es bat der Königin ebenso wie mir große Freude bereitet, mit Kaiser Wil- heml und der Kaiserin wieder zusammen zu kommen. Ich bin der Ueberzcugung, dass der Ausdruck herzlichen Willkommens, das ims in Berlin geboten wurde, dazu beitragen ward, diese freund- schastlichen Gefühle zwischen den beiden Nationen, die für ihre gegenseitige Wohlfahrt und für die Erhaltung des Friedens so »vesentlich sind, zn stärken. Die Beziehungen zn den fremden Mächten sind nach wie vor freundschaftlich. Im Laufe der Adressdebatte erklärte Lord Lansdvwne rm Ober Hause bezüglich des BesucheS des Königs und der Königin in Berlin: Ich sage nicht zu viel, wenn ich bemerke, dass kein neueres Ereignis vom britischen Volke mit größerer Freude zur Kenntnis genommen worden ist. Ohne Widerspruch zu befürchten, können wir sagen, dass der Besuch hervorragend zeitgemäss und sichtlich erfolgreich tvar. EL besteht aller Grund zu der Hoffnung, dass der Besuch weitreichende Resultate nützlichsten Charakters haben kann. (Beifall., rDer Besuch war einer in der grossen Zahl solcher Besuche uns ich glaube, wir können keine Worte finden, d«e kräftig genug sind, um unsere Bewunderung für die unermüdliche Energie, mit der der König solche nützliche Aufgaben übernimmt, auszudrücken. Jeder Besuch befestigt bestehende Freundschaften oder schloss neue Freundschaften. Im gegenwärtigen Fall I-andelt es sich um zwei grosse Völker, die eng verknüpft sind durch Bande gemeinsamen Ursprungs ünd gemeinsamer Charaktereigenschaften. Es gibt niast zwei Völker, die geeigneter wären, -Seite an Seite in der Vorhut des menschlichen Fortschritts ooranzuschreiten. Wir können uns des- llralb Treuen, dass die beiden Herrscher in diesem beianberen Augenblicke die Freundschaft betonten, die nie hätte unterbrochen werden sollen, die, wie der König sagte, „dem Weltfrieden dient!" Der Staatssekretär der Kolonien Earl o f Erowe führte sodann aus: Ich bin in der Lage, aus persönlicher Beobachtung von der ausserordentlichen Herzlichkeit sprechen zn können, mit der die Majestäten in Berlin empfangen wurden. Diese Herzlichkeit vom Höchsten bis zum Niedrigsten, ohne Untenütieb der Gesellschaftsklasse ober oes Benifcs zur Schau getragen. Dem Tribut, den Marquis Lansbowne der Art und gezollt bat, in der der König sich immer des Willens gezeigt hat, tperfönlidte Unbequemlichkeiten auf fid) zu nehmen, um diesen st) wichtigen Teil der Herrscherpslichten zu erfüllen, möchte ich wich ansä'liessen. Besuche, wie diesen, können nicl-t alles bewirken. Sie können nicht durch sich selbst beunruhigende internationale Fragen beilegen. Sie können durch fick' selbst allein nicht tiefgegrünbetc internationale und feindliche Gegensätze be- eiligen; aber in biefenr Falle, ivo es sich um Länder wie Deutschland und Cnglanb handelt, wo keinerlei Grund für irgend etlvas wie internationale ^lnimojikät üorbanben ist, kamt ein Besuch btefer Art nichts anbered hervor bringen, als hervorragend Gutes. Er wirkt dahin, die ganze Atmosphäre zwischen beiden Ländern Gretzener AorrzertvereiU. 2. Jubiläumstonzcrt zur Feier des 90. Stiftungsfestes des Akademische« Gesangvereins. Missa soleiunis. Die gestrige Aufführung von Beethovens Missa l^blemnis in der Stadtkirche unter Leitung von Professor iTrautmann war eine wahrhaft große Tat. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, ein wie großes Wagnis es gewesen ist, ein solches Werl aufzuführen: man weiß es zur Genüge, wie die Schwierigkeiten dieses Werkes ins Ungeheuerliche gehen und wie die Ansprüche an alle Mitwirkenden, an die äußersten Grenzen des Möglichen überhaupt reichen. Herrn Trautmann aber, dem unermüdlichen musi- kalischett Leiter des Gießener Konzertvereins, kann man wahrlich kein höheres und schöneres Lob spenden, als wenn man einfach seststellt, daß dieses Wagnis glänzend gelungen äst. Diese Ausführung war in jedem «stück des hehren Werkes würdig, und der Akademische Gesangverein kann sich zu dieser einzigschönen Iubilänmsgabe mit vollem Rechte beglückwünschen. Es ist schwer, ja int Nahmen eines ZeitungSauffatzes ^unmöglich, allen denen gerecht zu werden, die an dem glücklichen Zustandekommen dieser Äuftührungen mitge- wirkt haben. Ta müßte man schon das ganze gewaltige Werk selbst in seine Einzelheiten zerlegen. Man wird sich in einer Besprechung leider irur damit begnügen müssen, die Leistungen der Mitwirtenden in ihrer Gesamtheit zu erwähnen. Bon atlßerordentlicher Bedeutung war es da zunächst, daß man so hervorragende Solisten gefnnben hatte, wie Anna Kaempsert aus Frankfurt a. M. (Sopran), Frieda H a l l w a ch s - Z e r n h aus Kassel (Alt), Anton Kohlmann aus Frankfurt a. M. (Tenor) unb Alfred Müller (Baß) ebenfalls aus Frankfurt a. M. Jede einzelne dieser Solostimmen hatte die denkbar schwierigsten Aufgaben zu bewältigen, die einem Sänger überhaupt gestellt werden können. Dieses unablässige Aus und Ab ans den tiefften Lagen bis in die höchsten unb das ermüdende und anstrengende Sichfortbewegcn in den hohen Lagen, das sind an sich schon bewundernswerte Leistungen. Aber die gestrigen Solisten gaben uns noch weit mehr als das: Die Natürlichkeit und Schönheit des Tones auch in den höchsten und tiefsten Lagen und vor allent^.seelischen zu verbessern. Earl of Crowe schloss: Soweit ich aus persönlicher Kenntnis sprechen kann, kann ich nach dem Gedankenaustausch, der in Berlin stattfand, sagen, dass der Wunsch, den die englische Negierung an den Tag gelegt hat, unb der, wie ich glaube, von dem ganzen Lande geteilt wird, auch von denen geteilt wird, die die Geschicke des grossen deutschen Reiches lenken. Diesen Wunsch verstehe ich so, bass die beibeit Völker ohne Bündnisse oder Der- stänbigungen, zu denen eines von ilym verpflichtet ist, irgend wie aufs Spiel zu fetzen, imstande fein sollten, jenes gegenüber dem anbern eine durchaus freundliche Haltung zu beobachten, und bass sie imftanbc fein sollten, jede Gelegenheit zu einträdjitigcnt Zusammenwirken zu ergreifen, nicht nur für die Aufrechterhaltung des Weltsriedens, sondern auch ,u>r Förderung bet vielen Interessen der beiden Länder, die sich nicht einander widerstreiten. Bei der Adressdebatte im U n t e r h a u s e besprach Rogens (lib.) den Berliner Besuch und erklärte, ber begeisterte Empfang der Majestäten werde dahin nrir"cn, jedes Missverständnis und jede falsche Auffassung der gegenseitigen Beweggründe, die aus dieser unb jener Seite dec 9borbfee bestanden haben mochten, zu beseitigen: er sei überzeugt, bass die überwiegende Mehrheit der beiden Nationen ein aufrichtiges Verständnis und ein gegenseitiges gutes Einvernehmen wünsche. Diese in aufrichtigem Tone gehaltenen Besprechungen der Berliner Reise des englisä^en Königspaares werden jedenfalls auch diesseits des Kanals allgemein mit grosser Befriedigung auf* genommen werden. Der deutsche Landwirtschaftsrat ist Heftern in Berlin zusammengetreten. Gras Schwerin - Löivitz teilte das für heule anqefiinbigte Erscheinen des Kaisers mit. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg begrüßte die Versammlung namens, bes Reichskanzlers unb . in seinem eigenen Namen. Die Reichsregierimg iolge ben sachoerstänbigen Arbeiten bes Landwirt' schaitsrates mit lebhafter An-merlsamleit. Erster Gegenstanb ber Tagesordnung war die Beratung über den Entwurf des Weingesetzes. Lanbrat Groole befürwortete bie "Annahme ber von ber Kommission des Reichstages zum Weingesetz vorgeschlagenen Resoliitioncn: 1. bei Aufstellung ber Grundsätze' für ben Vollzug bes neuen WeingeseHes zur besseren Kontrolle bestimmte Einsuhrstationen ft'tr Weine, Trauben unb Traubenniaifche zu benennen unb bie Vorlage amtlicher Bescheinigungen über die Herkunft und Reinheit dec Weine zu verlangen; 2a. bei neu ab,511- schliegenben Handelsverträgen sowie bei?lblanf der jetzt beflebenben Handelsverträge eine Vergünstigung für ausländische Rotweine zwecks Verschnitts nicht mehr zu gewähren; b. balbtunlichsl den Entwurf eines Neichsgesetzes vorzul-'gcn, welches drn Aerfchniu von Weisswein mit Rotwein zwecks Herstellung von Rotwein unb ben Vertrieb de§ Wemes verbietet. Tie Resolution wurde angenommen. ♦ ' Schifsahrtsabgabeu. Zu ber Nachricht, bass dem Bundesrare die Vorlage ber preußischen Regierung über bie authentische Interpretation bes Artikels 54 der Rcichsverfassiing betr. ber Schiffahrtsadgaben zuge-- gangen sei, erfahren bie „Kieler Neueste Nachrichten" noch weiter, der Entwurf will nicht auf dem Wege bet Reichsgefetzgebung eine authentische Auslegung des Artikels 54 der Reichsverfassung un Sinne ber Zulässigkeit ber SchissahrtSabgabcn - Erhebung herbeiführen, fonbcrn er will auch die gesetzliche Grundlage schaffen für die in ben einzelnen Stromgebieten zu errichtenden Zweckverbänbe, in denen bie Interessenten zujammengefasst werben |ollem Ferner Ausdruck und Empfindung. Nicht die geringste, entschuldbare, Entgleisung; jede einzelne Solostimme blieb vom Anfang bis zum Schlüsse in edelstem organischem Zu- sammenhang mit Chor itnb Orchester. Keineswegs geringere Ansprüche als an die Solostimmen stellt Beelhoven in diesem Werke bekanntlich auch an die Chöre. Es erscheint als eine kaum zu bewältigende Aufgabe, die der Chor beispielsweise mit dem hohen C im Credo zu lösen hat. Aber tva§ fragt Beethoven hier darnach, wo alles im Dienste seiner einen großen Idee wirken muß. Mit solchen Schwierigkeiten, deren eine hier nur erwähnt iourde, fänden sich die Chöre des Akademischen Gesangvereins ausgezeichnet ab. Der Einsatz war durchweg exakt; das Forte und Pianissimo von größter Wirkung: Man denke nur an das wundervolle Et sepultus est im Credo, an ba: ,- irapioHt Nechi^befctzrankl nqen zu befreien «nb. Ti« erste ijra^e wurde vom Senat bejaht, die xroe.te oern-nL AuSrüstung der Schisse m i * Apparaten f ü t drahtlose lelegrapbi». Tsi von be:n amenkanüche« A*prä'enianterbaufe angenommen* tlorlage. betrcffenh d:e Au> . iftung der L chi^e mit '2lovaraie;t ‘üv brabtlo-r Zetegracuic, be- iammt, da« alle amertfaiuidje Hajen berubrr Den Lacandainv«er inu solchen 2lp para len binnen Jahresfrist cti cöen »ein mühen. ji!d)tbefo(qung der Vorschriften wird nut «^eiän^nii bi6 zu einem . cijte und C8cftf:ra»e bi4 zu «000 TollarS bestra'l. T i e Gesamtkosten der Danama-^aiial-. Ter hel-Ingenieur (Boethalfl gab per dem Kougreg-Li ;> chuß für Be ipdliflunflen an, dah die Weiamifoften der tanama-Ranal* baue* 1500 Millionen Mark betragen. 21tts Statt mit Cant. Gießen, 17. Februar 1909. Gedenket der hungernden Vögel! “• Tagerkalender für Mittwoch, 17. yebt. Stadt- t he ater: ,^ohn Gabriel Sorfmann". fflnfang 7 Uhr. • * Auszeichnungen. 6. K. H. der Großherzog haben durch Patent vom 23. Januar 1909 den Staats- fekcetar des *21uflroärhgtn AmtcS Wirklichen Geheimen Rat Wilhelm von Schoen zu Berlin für sich und seine gegenwärtigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts in den Frecherrnstand des Großherzogtums erhoben; ferner dem Leh. Kanzleisekretär im Rcichs-Lisenbahu- amte Gust. Echlichtrng die Krone zum Ritterkreuz zweiter Klaffe de» Verdienstordens Philipp« de« Großmütigen ver- liehen. " Vfarrdien st nachrichten. S. K. H. der Groß- Herzog haben am 13. Februar d. IS. den vom Grafen von Schlitz genannt von Görtz auf die eoang. Pfarrstelle zu Staben präsentierten Pfarrverwaltcr Karl Sattler daselbst für diese Stelle bestätigt. - Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Wilh Theiß zu Bermersheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Guntersblum. • • Erledigt ist die Stelle des K a nzl e i - In spe k t o r S bet Großh. Hauptstaatskaffe. ' Allg. Kirchensteuer. Im Rechnungsjahr 1909 werben für die Gesamtheit der cvang. Kirch 121/, und sür die kath. Kirche 6 Proz. Kirchensteuer zusammen mit der direkten Staatssteuer erhoben. Das bedeutet für die cvang. Steuerzahler eine Erhöhung von 1’/, Pro z., wahrend es für die Katholiken beim alten Satz bleibt. •• Die Verteilung der Kosten für den Grunderwerb zur Nebenbahn Lollar—Londarf, nach der Ent- scheldimg deS KreiSauSschuffeü Friedberg, die in der von nnS mügeteiltcn Urteilsbegründung nur nach Verhältniszahlen angegeben war, ergibt nach einer von sehr geschätzter Seite unS zur Dersügung gestellten Berechnung für die einzelnen Gemeinden folgende Summen: Lollar..... 34 225 M. Londorf . . . . 12 700 , Mainzlar .... 12 776 , Allendorf .... 29 225 , TreiS a. d. Lumda . 26 800 , Daubringen . , . 12 050 , Staufenberg ... 3 625 , Allertshausen . . . 700 , Keffelbach .... 1 225 , Herberts Haus en ... 175 , Gießen..... 113 975 , Climbach .... 2 525 Zusammen 2öo 000 All. ** Di e Tätigkeit her Amtegerichte int Jahre 1907 Bei bctr 53 Amtsgerichten Hesse« - und im Getchisl^ lahre 1907 in Ausilsachcu 129 348 bürgerliche Rccstsftreitigkeiten anhängig gemad)t worben Da runttr 63865 Kain na cfr*n (etioa 50 Pwöent/, 39 493 gewöhnlich 'linojcfic mib 12 068 Anträge aus Zirang«wllstreckuiig. Die Zahl der ntimbüdy« Verband-^ 'ungni betrug 53389. Kvnkureoersaluen waren 557 onhmgig. Tic Angelegenheiten der sreiioittigcn Gerichtsbarkeit nahmen die Zätigfcit der Auiwgerich'e gleichfalls sehr in '?ln|vrudj: so wurden 'Scninti 344 437 Gnuidbuctzfackien nach neuem ^Jtcait und 38 692 Sachen nach altem Recht erledigt, ferner waren 26 260 Bormu«dsd>afbstacheii, 6257 Pflegschaften usw anhängig. Aus der Fülle der Strafsachen beben wir hervor. 25 HU Strafbeicble, die in rjvrfb und Feldrügvfackxn ergangen sind. AuhZilgig waren allzulange Paule von bem vorhergehenden Stüd getrennt war, koniltc leider nicht zur vollen Wirkung kommen, da Cilemen» Roden seine Verse in ftäubiger Gemelltschaft mit dem Souffleur zu sprechen beliebte. Bedauerlicherweise wucd,m dadurtt) auch die Leismngen her beiden Hauptdarsteller sehr tu den Schatten gestellt. Ärnii Röder al5 olombtne und Edgar Pauly als Pierrot hatten den für em lyrisches Spiel erforderlichen Ton recht glüdütb '. troffen und hatten sich auch nicht vergeblich bemüht, den Gehalt der zarten, feinfühligen T’id)hing nach Möglichkeit zu erschöpfen. Heber heu Inhalt des Gedichtes ist nichts zu sagen, denn eS ill da alles nur Stimmung und Feinfühligkeit, die feder flarrcn Form widerstrebt und tiefen Sinn nicht hem wissenden, sondern nur dem Enrvsindenden offenbaren kann 'Vn Schluß des Abends bildete das Faschings- fviel „Die vertauschten Schafer" von Ludwig Levin Schütting, da» trotz seiner Zerfahrenheit unb Untlarbcit eine ireunMidie Lus nähme fand. Ein paar feste, rüttsichtS- lose Strube mären hier nur von Dor teil und auch ziem- lüh leicht durchztisühren. Eö handelt sich in der >>aupt- iachc um einen genebenen rfoinobiantcn, der sich müiamt feiner Truppe den Haschern dadurch entzieht, daß er die eine „Deutsche Shrtjdiaft", ein beliebtes Schäfer spiel, auf» rührende Iwrzoglittw Hofgesellschaft als verfolgte Komödianten. sich imb »eine buntzufammengewirbelte Truppe aber all) die Hofgesellschaft auogibt. Als deus ex nuuhina rrfcfiemt dann cm Graf, der die Herzogin aus ihrer Be- vrongnis rettet und heiratet Tu- «ufiübniufl selbst umt recht flott. Besonder- erwähnenswert sind Mar üro ne r i als ausgezeichnete .gwmödiant, (Üairc Albrecht als S'FTjpam, 4xiul ftoblmann all ftnmuicrlicrr, Rudolf Mall als Graf, Edgar Pauly als vorzüglicher Schulmeister und Torte «aifart h al6 trottellger Schäfer '2Uuh die übrigen Ä-itwirlenden fugten sich gut ein. Karl Neuro in. reitet 3289 «Brwatflayfafctn. 4’277 «ntriu ruf Srloß von Strasbeiehien 'bi: - unb ^elbrüfleiadvn mij»aen*>nrr7*en . «816 Anklagesachen wegen D riehen unb 2440 Ankiag machen wegen tlebertre 1 ungtu. Tie .Hat! der 5?avPincrhcncilunq-*u vor ben ■ - x:ma l! !*-'■' - - ’ Infllm, imb 10 736 Perioncn gleich etwa 0^ Prozent ter Be- lulfcnirtfl, penn: (L -u cren nmrben -"904 • • 2 ic Fleischbc.chau m He "'en. Im letzten Vierteliobr 1908 stellte sich d.c Zahl der Schsilchtticre, bte :m Großherzogtum Hesien der Schlachtvieh- unb Flei'chbe'chau unterroonen wurden, wie folgt: Pferde und andere G:n- hufer 689 (gegen 203 im dritten Vierteljahr), Lchsen 5045 (4702), Bullen 485 (842), Kühe 10 760 (8898), junge R'.nbec 10 938 (11 491), Kälber 19 316 (21 174), Schweine 96 790 «91 651), Schafe 6393 (2758). Ziegen 6507 (2175). Während im Königreich Sachfen an 1412 (528) Hunden bie Fleischbeschau vorgenommen wurde, ist in Hessen in der Statnilk kein einziger Fall verzeichnet. ** Hilfsaktion für Süd-Italien. Ter gc'chüsis- ’übrenbt .'Ausschuß des Hessischen Lande-komilees zur J)ihelciihing für Sud-Italien bat gestern beschloisen. Die Sammlungen zu schließen. Tic Santmelfttden werden habet cebften. die tm- gedangenen ©elbipenbcn, 'oivril dies noch mdrt aefchehen ist, alsbald und tunlichst vor txm 25. ds. Mts. an d«e vauptsaminel- stelle, die Bank für Handel uno Industrie m Tarmstadt, abzu- führen. lieber den Eingang unö die Verwendung der Gelder wird demnächst ein Ausweis veröffeMliäü werden. ee Gießener Freie Studentenschaft. Morgen abend findet im Hotel Schütz die Generalversammlung der Gießener Freien Studentenschaft statt, in der u. a. auch das Präsidium für das kommende Semester gewählt werden soll. Dieses Präsidium will die Interessen sämilicher Nicht- inkorporierten vertreten. Es ist deshalb unbedingt notwendig, daß sich möglichst alle Nlchtinkotporierten an der Wahl beteiligen. ** Der beste Kartoffelsalat. Nachdem in dem gelingen Jhmjert das nninberbarc ürctw verklungen war, orfen- barie eine Dame ihrer Nachbarin, den tiefgehenden Gindrutt, den die Musik auf sic gemacht barte, mit den ti^getüblten "Porten: B c i sName ißt man immer f o guten Kartoffelsalat! Vielleicht ist die Tarnt so liebenswürdig, uns ;u 9tub und Fvcnnmen unserer Leser das :)ic^:pt des guten Kartoffelsalates mitznteilen. Zchlutz der Anzefgen-Annuhme: für Geschäfts-Anzeigen bis abends 7 Uhr am Tage vor der Aufnahme, für Kleine Anzeigen bis morgens 9 Uhr am Tage der Aufnahme. r. Großen-Linben, lt>. Febr. In bet Sandkaute an der Straße Gießen-Großen-Linden förderten heute vor- uiittag mehrere Arbeiter einen wichtigen Altertums- f un d zu Tage. Bei Ausiäumungsarbeiten fließen sie in geringer Tiefe auf ein großes Gefäß. Anscheinend handelt c5 sich wieder um einen Fund aus der HaUstattzeit. Du Sandgrube ist feit Jahren eine wichtige und ergiebige Fundstelle. Die Urne wird ins Gießener Aluseum kommen. ---- NeiSlirchen, 15. Iebc. Eine Nachfeier veranstaltete der Kriegerverein den Ntit wirke «den bei der KaisergcburtStagSfeier. Ter Verein hatte nämlich unter Leitung deS Lehrers Grün an Kaisers Geburtstag eine Neihe lebender Bilder au6 der Zeit von 1870—71 dar- gestellt. ES wurde nun den Mitwirkenden gestern abend bei einem Glase Bier eine kleine Entschädigung für die pinge Welt m Gestalt eines TauzchcnS geboten. — Nächsten Sonntag halt der Kegelklub Abendunterhaltung mit Ball. x Albach, 15. fycbr Am Sonntag hielt brr btrfigr Bauernverein seine Generalversammlung im Lokale des Lagerhalters, Gaslloirt Daniel .Lchmiu, ob Trotzdem bet Verein ein Manko von ca. 250 Mk. hatte, wurde den Mitgliedern eine Dividende von 2 Prozent gewährt. s- Lich, 17. Febr. Am Sonntag veranstaltete der Turnverein unter Mitwirkung der Musikgesellschafl in der Turnhalle eine gutbefuchle theatralische Kappensitzung. Es gelangten sehr schöne Theaterstücke zu Aufführung, welche reichen Beifall fanden. Nächsten Sonntag veranstaltet der Turnverein einen Maskenball. A Ettingshausen, 16. Febr. Der Bahnbau Lich- Grün berg ist soweit fortgeschritten, daß die Er- Öffnung im 2lpril ober Mai erfolgen durfte. Der Eberbaii der Linie ijt von Lich bis Cuccfbcrn vollendet. Materialzüge verkehren zwischen Lich, Ettingshausen und Cuedbom. Nur zwischen Cuedbom und Grünberg sind die Arbeiten noch sehr zurüd, da hier größere Gcländeschwierigkesten zu überwinden find, mehrere Einschnitte unb hohe Dämme mußten hergefieüt werden. Die Stationsgebäude zu Cued- born, Ettingshausen und Nieder-Besfingen sind im Nobbau vollendet. Der 10 Meter tiefe Einschnitt bei Münster liefert große Basaltmassen, dir zu den Hochbauten und der Herstellung de« Oberbaus der Strecke benutzt werden. Die Bahnbaufirma beabsichtigt, cm en größeren Steinbruch weiter zu betreiben. Außer den früher vorgesehenen Stationen er- nält auch die Gemeinde Harbach eine Haltestelle zunächst der Kolbenmühle. § Flensungen, 16. Febr. Hier fand eme gut besuchte Versammlung statt, die Bürgermeister Bräuning leitete. Anschließend an einen Vortrag über .Deutschlands Seeinteressen* wurde von Bürgermeister Bräuning die Grün- düng einer Ortsgruppe deS deutschen Flottenvereinü an- aeregt. In dieser Angelegenheit soll demnächst eine weitere Versammlung abgehalten werden. L. Friedberg, 16.Febr. Gestern fanden drc Äahlen j um Gewerbegericht statt. ES war nur je eine Liste von Arbeitgebern und Aibeitnchmem au'gestellt. Auf erstere Liste wurden 66 Stimmen abgegeben; von den Arbeitnehmern dagegen 222 Stimmen. b. Ta1 labt, 16. Febr (An Lvrmnantv du 21. Pioniere aus Kastei traf dem Truppenübung-Platz Tarm- stadl mit Lern Bau einer 40 Ruu langen vrnie desMsiigr. die zur Unterbringung eines Militär-Luft fchisfc* für das 18 *2(n»eelort~ bestimmt ist. Auch sollen im Früdjabr hort Chiffrenutne nrü Aerrrlanen vorguioinmen werden. kg. Kirchbain. 18. Febr. Gestern ist hier nach einem Vortrag deS P'arrerS Drttmar auS Schmalkalden eine gemeinnützige Baugenossenfcha»t ,Dahe:m^ gegründet iporben. Tie Genossenichaft will den Bau von Ac- bciterroobnnngen fördern. Der Geschäftsanteil beträgt für die Perlon 200 Mk. — Der recht rührige 21aturheiloerein bat eine 21U0 Quadratmeter große Wiese erworben und will im Laufe deS Frühjahrs dort eine Licht-. Luft- und Wasser- Badeanstalt errichten. Eme auswärtige Tarne bat zu diesem Zweck den Betrag von 1U00 Mk. gestiftet. Siegener Strafkammer. ( Gießen, 16. Fede. Wahlkampfe. Die Paricileideni^ft in S chwalhe, m hat schon -adlre che Blüten getrieben mu denen sich ;wn Teil die Gerichte beffliint müssen. Nachdem ui bet letzten Sitzung der Tlenfrfnctbt T. sich wegen Sadibcichabüjung, bie er an der tiirnd>aft »einer öegeu- p art et ömVot batte. iKrannncnen mußte, trat er irr der vorliegenden Berdarwttmg ak* Verletzter imb ngeklagte, es laute allgemein und er fei nicht fähig zur Ausübung deL Tienftr». Wahrend her Angellagte die Sckwld auf den Biugermeister schob, weil er sich nicht an Da.« JlreisauU wandte, hielt ber Bürgermeister den *21«- gcflagien für verp'ltckstct, Die^ zu tun. Tao Gericht > rklärte. daß beide Teile gleiche Sdulb treffe; jedenfalls lag ein Mißverständnis vor. 2cm Angcklagten konnte ober nicht nack>gewigen merben, faß er böswillig gcbandelt bat. roe•'itafb Frei'prechung wiedet mit ber Angeleg''icheit brtoffen. Ein Hartnäckiger. Reckt hartnäckig gezeigt bat sich der Lonowirl U v- von »lcin-Eichen Er liat gegen dic Witwe M R. Brivatklage erhaben, weil sie angeblich zur Mutter De4 Dienstmädchens b*J Klägers gesagt bat, wir fic nur ihre ^Tochter bei so einttrl fd (cd t< ii M en scheu lassen könne. Am Schöffengericht lag kein Bcwei , das; bi- ,"vrnu bie Aeusternng ad an ba t. vor, weSbaM Freisprechung erfolgte Ter hlager verfolgte Berufung und fudne durch .sine Äcihe von ?,eugcn nach.^«weisen, daß die '.laifteTung dock gefallen sei, alxr auferr seiner /Vau konnte niemand die An- tiagc bestätigen. Tagegen hielt das Gericht ’ür festgestellt, Omi der MÜager mehrfach peduebt h< i. Zcugrn zu einen f"unsten -u grrotmu-ji. Unter dreien Umstünden reichten die Au-fag-n ree 3rau nickt au4. um eine Berurtnlung cintretcn zu lassen, weshalb fcay Urteil bestätigt wurde. Vie Reichrlagrerjatzwahl in Singen Alzey hat, wie vorauszusehen nxrr. zu einer -St ickiwahl gcfuiirt Es erhielten nach der 'Jniftellung dc L>ihll'ureau4 bcc sreisinnigcu Partei storell sreis. Lolksv. 81 Oß, liebel (Ztr.) 6510, Becker natl. u. B. b. Landio.) 5790, 21behmg (Sozdem.) 1539 Stimmen. Eine vorn Wolff scheit Tciegrapdenbureau verbreitete Tevescve, die noch nicht das ganze Resultat gibt, gibt die für Morell abgegebenen Stimmen noch um 100 höbet an, während für liebel und Bettet bedeutend niedrigere Ziffern mitgeteilt werden. Welche Zählung sich auch als die richtigere heraus stellen wird, an dem Endergebnis bej ersten ÄahlgangLs Stichwahl .Epischen Ä*o- red und liebel, ändert sich nichts mehr. Im Jahre 1907 erhielten im ersten ‘Safjlgang Keller natlib il B. d 2-' 6586, Schmidt .frei'. Bv C2&3, von Brentano ^tr.) und Sdmtilt (Ztr/i zusammen 6980 unb Reichert iSozdem 1919 Stimmen. In der Stichwahl wurde dann der inzwischen gestorbene ‘Xbg tdeller, der die Zentrumsstimmen erhielt, mit 11 841 Stimmen gewühlt, während aus Schmidt 9031 Stimmen fteleiL Vergleicht man das jetzige Vahlergebnis nrit diesen jif|mt. so ergibt sich zunächst eine starke Zunahme der freiiinrrigen Stimmen. Sie fliegen um ninb 1700 Stimmen, was zunächst auf die seit der letzten Ladl gcsch.iffenc vorzügliche Parteiorgans iahen im Sablfret> znrüttzuführen ist, bann aber auch auf bie Vahl bc5 Kandidaten, der im 29ablkreis sehr bekannt ist unb selbst eine außerordentlich rege Agitation»- tätigten entfaltete. Seine >?aupterjolge trug jtorell tn Alzen unb Nieder Saulheim davon, wo die freisinnige Stirn» menzadl um ie 120 stieg Daß ber ZcnirumSkandibat trotz verhältnismäßig geringer Wahlagitation feine Slimmen- zahl gegen die Lsirbl vor zwei Jahren noch um etwas über 2Cu Sr inmen vermehrte, war voiauSzusehen E-? ist itiner Lahler sicher und hatte diesmal einen ernsthaften Man- D- ZkE 2'"'" °>°i ' Un° Will -iturwissen->chalten?. Kursus f. Geometer 1. Kl. Prüfungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs il der Würde eine.' Doktor-Ingenieurs. Fachprüfuugen. lieicnsprüfnng für Pharmr ceuten u. Nahrungsmittel-Chemiker. (.Gegenseitige Anerkennuu-: der Diplom-Vor- und Hauptprüfung in Hessen u. Preussen für den Staatsdienst im Hochbau-. Ingenieurbau- 11. Maschirieubaufachc - Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Anfnahmeu vorn 14. April an. Beginn des Unterrichts 20. April. Programme gegen Einsendung von jO Pfg. ssltt/3] I>as Rektorat. per Pfund per Pfund liessen Rahnhofstr. ytr- per Pfund 1 Giessener Konzert-Verein = Jubiläums-Konzerte zur Feier des neunzigjährigen Stiftungsfestes des Akademischen Gesangvereins 3 Konzert: Donnerstag den iS. Febr. 1909, Nachm 61/4 Uhr ;m Stadttheater. /Hauptprobe: Mittwoch den 17. Febr. 1909, Nachm. zV, Uhr daselbst). Grosse Volksvorstellung Mädchen-Vereins Theater, Reigen, Gesänge, Maskenscherze Tonntag, 21. Februar, 4 Uhr m Steins Garten. Eintritt 10 Pfg. Ätnber S Pfg. Wer mehr gibt, dem sind wir sehr dankbar. 1052 Der Vorstand. lünmn. tfWK Berll« R. W b*f. 0 Zimmer Vertreter für eine grosse nord deutsche Cocosbutterfabrik Möbel, Haus- u Küchen-Gerätc eehubL Wwr Ocrree, welche bet Detafniat^m der l«bcn«mhfr)branrhe (Kolonial, Tvezerei , Vik hidlle*, Mehlbaudlg.) febr am eingefnbrt sind, wollen sich melde» unter ,.B. V 732“ an Daube * Co, fonrffnrttr -traßc 6 k . 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