159. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 244 Erscheint fSgllch mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für OderheMn abend in seinem Gr m ge- chlrecht. .ns, es ilnb aus Redaktion, Expedition und Druckerer: vchul« (trag? 7. Expedition und Verlag: -sA bl. Redaktwn:^8K 112. Tel.-Adro Anzeiger Gießen. Gfsener Bries an den Abg. Liebermann u. Sonnenberg. Der Gesamtvorstano der deutsch-sozialen Partei hat, wie bekannt, eine Entschließung gefaßt, in der er den Abg. Dr. Böbme, den Geschäftsführer des neuen Bauernbundes ausfordert, sein Mandat niederzulegen. Dr Böhme antwortet jetzt in einem offenen Briefe in der Bundeskorrespondenz. Er bestreitet, daß der Gesamtvorstand irgendwelches Recht zu seinem Schritte habe, da die deutsch-soziale Partei Dr. Böhme weder zuerst ausgestellt noch überhaupt ausschlaggebend im Wahlkämpfe unter- Interessanteste an dem Briefe ist aber die Aufdeckung der Beweggründe, die den Gesamtvorstand der deutsch-sozialen Parte: u seinem Vorgehen aeaen Dr. Böhme bewogen habe. Dr. ahme schreibt, er habe den Ueber- tritt zum Dauernd: n nicht ohne reifliche Ueberlegung vollzogen: Lch habe fernere dabei lediglich so gehandelt, wie ich es für die Pflicht eines fveien und unabhängigen PolittLers erachte. Arbeit des Nationalvereins. Unsere heutigen Aufgaben sind verwickelter als die von dazumal: schärfer die wirtschaftlichen Interessengegensätze, gesteigert bis zum Schlagwort vom Klassenkampf und vergiftet durch Klassenhaß: heißer das Ringen auf geistigem, sittlichem, religiösem Gebiet; mannigfaltiger die auf uns eindringenden Fragen des öffentlichen Lebens; verworrener die Parteien und Parteiunterschiede. Und doch, wie viel haben wir als — hoffentlich unverlierbares — Erbe und Besitztum überkommen! Unverlierbar ist der Reichsgedanke, unerschütterlich die Einheit der Ration. Man weiß es in Nord und Süd, daß nur in einem einigen Deutschland die gesicherte Freiheit, ja Existenz der Einzel- staaten möglich ist. Wir haben gelernt, daß die Macht zum Wesen des Staats gehört, daß auch unsere wirtschaftliche Wohlfahrt daran hängt, daß wir sorgsam hüten müssen, was dem Bestand des Reichs', einer europäischen und seiner Weltstcllung dient, daß die Wider- etzlichkeit gegen $xer und Flotte nicht die Glanzleistung des liberalen Mannes ist. Und unzertrennlich von Macht und Einheit soll uns die Freiheit sein, Freiheit nicht im Sinne eines ungeschichtlichen Radikalismus, sondern im Geiste eines historischen Liberalismus, der bürgerliches Selbstbewußtsein und Rechtsgefühl als eine Grundlage des Staatslebens hochhält und zu der bildungsfähigen Lebenskraft des Volkes Vertrauen hegt. Daß diese Gedanken unb Ideale Gemeingut weitester Kreise unseres Volkes geworden sind, daß die Gemeinsamkeit hierin größer ist als mancherlei Parteiunterschiede, das danken wir vor allem auch der Arbeit der Männer des Nationalvereins. Der liberale Gedanke kann in Dwtschland nur kräftig sein, so lange und so weit es dem nationalen sich paart. Lernen, immer mehr alles einzuordnen in das Leben und den Dienst des Staats, und nie den Glauben verlieren an die Zukunft unseres geliebten deutschen Volkes — das sei die lebendige Frucht unserer heutigen Gedenkfeier, das bleibende Vermächtnis des deutschen Nationalvereins. Der Montag brachte noch eine Nachfeier auf der Wartburg, zu der von Jena auch noch zahlreiche Teilnehmer des jungnationalliberalen Parteitages, der dort am Samstag und Sonntag seine Beratungen abgehalten hatte, eintraf en. Montag 18. Oktober 1909 f Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwersiläts - Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Tie „Gietzener Familiendlätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelcgt, das „Ktcisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtfchaftltchen seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. In jenen Tagen, wo er nach einem glanzenden Feldzug Staat wieder zu Ehren gebracht, Preußens König Ni festigt hatte, gab er dem Volk das allgemeine gleich' Es war der Bund des nationalen uno Liberalen ßk Verständnis unter den Eisenachern, daß — wie Bennigsen ein halbes Jahr nachher in seiner Berliner Rede es ausdrückte — „es die historische Mission Preußens sei, bei der Wiederherstellung eines Deutschen Reiches die Führung zu übernehmen, und daß hierbei das deutsche Volk der Alliiette sein müsse." Es wird zum Größten in Bismarck gehören — gestatten Sie, daß ich den Historiker zitiere —, „daß er trotz allem Widerspruch, den er erfahren, doch die Stärke der liberalen Bewegung und ihren unersetzlichen Wert für die nationale Einigung erkannte. In jenen Tagen, wo er nach einem glänzenden Feldzug "reichens Giessen. Kerwau SW 'S KlobsesM »3 ä«v|i: bett *7- nhr 'M-» u»-' der nicht gesomien ist, fick dem Terrorismus demagogischer Agi- tat io n zu beugen. S e (Liebermann v. Sonnenberg- bauen, wie die übrigen deutschsvzialen K-.'llegen, das Verhalten des Bundes der Landwitte genau jo auf das schärfste verurteill wie ich, eie persönlich dabei Urteile über den Bund, seine Führer uno lerne Presse gefällt, gegen die alles das, was ich in dem Organe des Deutschen Bauernbundes über den Bund geschrieben habe, als milde Kritck zu bezeichnen ist. Sie haben ferner als Vorsitzender dec Fraktion sich für die Annahme der Er ban fall steuer unter gaw.fi m Bedingungen erklärt. Diese Bedingungen wurden erfüllt, und trotzdem trennten Sie sich von der Fraktion und stimmten dagegen, fügten sich der gegen Ihre Haltung entfesselten Agitation des Bundes in Ihrem Wahlkreise. .. Wenn ich anders als Sie die Konseauenzen niemer ^enmxiie zog, so steht es Ihnen und dem Pattcirorstande am allerwenigsten zu, jetzt derartige Vorwürfe gegen mich zu erheben, ^enn mem Vergehen besteht ja lediglich darin, daß ich öffentlich zit,tvr- treten wage, was ich denke. Außer der Verletzung der Mastitat des Bundesvorstandes dürste es Ihnen schwer fallen^ mir naäx- zuweisen, daß ich Irgend etwas von meinem allen Standpunkte aufgegeben habe. Ich habe mich weder einer anderen Partei angeschlossen, noch habe ich alle Grundsätze abgeschworen." Dr. Böhme sagt zum Schluß, lediglich der Wunsch, dem Bunde der Landwirte gefällig zu sein, habe die Beschlüsse des Parteivorstandes bestimmt. Und das eine werde damit ja auch erreicht werden: die sanfte Opposotion gegenüber dem Bunde in der Erbanfallsteuer werde Herrn v. Liebermann verziehen werden. Aber zugleich sei für alle Zeiten der Glaube an die Unabhängigkeit der deutschsozialen Partei vom Bunde der Landwirte zerstört worden. LandtagsabgeorSneter Schmalbach f. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Die Zweite Kammer der Landftände hat einen chmerzlichen Verlust erlitten durch das Ableben des Abgeordneten und langjährigen Sekretärs der Kammer, Heinrich Schmalbach, der am Samstag abend in seinem Geburtsort Crainfeld in Oberhesien nach kurzer Krankheit gestorben ist. Der Verewigte hat ein Atter von nahezu 71 Jahren erreicht; er war am 5. November 1838 in Crainfeld geboren und eines der ältesten Mitglieder der Kammer, in der er den 10. Oberhessischen Wahlkreis (Herb- 'tein-Ulrichstein) vertrat. Politisch gehörte Schmalbach dem Bauernbund, der früheren „Hessischen Bolkspartei", an, doch ist er nie in prononeierter Weise als Agrarier her- vorgetteten. Schmalbach, der von Beruf Landwirt war, ist in seinem Heimatsort schon frühzeitig zu den verschiedenartigsten Bertrauensämtern berufen worden. Er war Mitglied des Bezirksrats, Ortsgerichtsvorsteher, Standesbeamter, Mitglied des Kreis- und Provinziallandtags, Ausschußmitglied einer Sparkasse, Vorsteher einer Wiesengenossenschaft, weltlicher Abgeordneter einer Dekanatssynode, stellvertretender Vorsitzender des Kirchen- und Schulvorstandes usw. Der Zweiten Kammer gehörte Schmalbach von 1876—1884 und dann vom 14. Okt. 1896 bis jetzt an. Im Jahre 1899 wurde er für die 31. Legislaturperiode zum zweiten Sekretär berufen und fett Beginn der 32. Periode war er erster Sekretär der Kammer, welches Amt "er stets mit größter Pflichttreue verwaltete; man sah den jovialen alten Herrn immer als einen der ersten auf dem Posten. In der hessischen Volksvertretung wird sein langjähriges Wirken in dankbarer Erinnerung bleiben! potttrZche Lagesschart. Der Leipziger „Tendenzprofefsor". Dresdener und Leipziger Zeitungen veröffentlichen jetzt auf guten Informationen beruhende Artikel über die Angelegenheit des Leipziger „Tendenzprofessors", in denen bestätigt wird, daß der Vorschlag nid) t Dom Zentralverband deutscher Industriellen ausgegangen ist. Die „Leipz, Reuest, Nachrichten" schreiben: . Die auf dem Deutschen Hochschullehreitag in Leipzig erörterte Angelegenheit des Leipziger Tendenzprofessors wird zunngunsdm des sächsischen Kültusministertunrs ausgelegt, d. _ h. ’W diesem in verschiedenen Zeitungen den Vorwurf, daß es^der Absicht, durch eine neue Professur die vottswir tsckaft li cho o’atultat in Leipzig für besondere Zwecke zu beeinflussen, nicht von vorn Here ui entgegengetreten wäre, sondern durch die Vorbringung der Angelegenheit vor den Senat der Leipziger Uniüerntdt der Sache nicht gleichgültig gegenüber gestanden hätte. . . _ Demgegenüber teilt uns Kultusminister xr. Beck nut, daß alle Fragen, die die Landesuniverjität berühren, dem Herkomnien gemäß bem Senat unterbreitet werden. Das i)t auch mit ben Angelegenheit der neuen Professur geschehen. Ganz falsch sei eck aber, von einer bestimmten Jnteressentengruppe zü sprechen, du die Frage der neuen Professur angeregt hätte. Es bandle sich vielmehr um eine die größten wirtschaftlichen Gegen)atze Um- chlleßende ^Bereinigung aus Mitglieder^ „des Handels, der Zn- >uftrie (darunter Frechändler und Schutzzöllner«, ber Banken, der Technik und der Landwirtschaft, hervorragender HochschuL« Professoren, hervorragender Mitglieder des Reichstags, des preußischen^ Herrenhauses und des preußischen Abgeordnetenhauies ver- chiedener Parteien, die sich zum Zwecke der Unterttützuna von Forschungen auf dem Gebiete der getarnten Wirtschaftsgeschichte znsammengetan und u. a. den Beschluß gefaßt haben, wenn möglich, eme neue Professur für diesen speziellen Zwerg derVE^ wirtschast, und zwar möglichst in einem Industriestaat, -u ichasten. ?(m geeignetsten hielt man für diese Zwecke die Leipziger Universität, weil dann der neue Lehrstuhl zugleich m enter dep größten Handelsstädte des Reiches stünde. Tas Komitee wandte sich mit fernem Bonchlag un vorigen. Sommer an das sächsische Kultusministerium, indem es sich gleich zeitig bereit erklärte, jährlich mit 30 000 Mark ein derartiges voltswirtschaftliches Seminar für Wirtschastssorschung in Leipzig gu unterstützen. Ein nach der Meinung des Komitees hierfür sehr geeigneter Professor, nämlich Professor Ehrenberg ur Rostock, wurde dafür in Vorschlag gebracht. Kultusminister Dr. Beck hielt es für angezeigt, diesen Vorschlag der Fakultät als der für die Entscheidung zuständigen Stelle zu übermitteln, .eitimal, weil diese Vereinigung aus so vielen im polittsthen, inbultrieilen, kaufmännischen und technischen Leben hervorragenden Persönlich feiten bestand, dann aber in der Hauptsache deshalo, weil deck Minister, wie schon gesagt, der Ansicht war, daß er unbedingt an der bisherigen Gepflogenheit festhalten müsse, nämlich bei jeder Neueinrichtung eines Lehrstuhls und bei jeber Berruung eenes Professors zunäckstt das Gutachten der betreffenden Fainltat em- zuholen Die Fakultät hat dann, wie bekannt, ihrerseits einen! Eingriff in ihr Wirken grundsätzlich und entsckneden aogelehnt, (mit der Motivierung, daß davon nie und nimmer die Rede sein könne, daß befonbevc Gruppen auf die Zufammenietzung des akademischen Lehrkörper etwa in ihrem Sinne cimrnrien tonnten. Das ist der tatsächlick>e Sachverhalt in der viel erörterten! Frage. Mid Händeklatschen.) . . Der Sonntag Vormittag war der B e s i ch t i g u n g von Eisenach und Umgebung gewidmet. Mittags trat man die Wanderung ins Mariental hinaus an, zu der geweihten Stätte wo vor 50 Jahren der Nationalverein gegründet wurde. Hier stielt Reichstagsabg. Prof. Dr. Hieb er die Gedenk- und Festrede. Er führte u. a. ans, nachdem er der „dumvfen freudlosen Jahre der Reaktion in Staat und Gesellschaft, in Schule und Kirche, in Wissenschaft und Literatur" Erwähnung getan hatte: Tie Uebernahme der Regentschaft in Preußen durch Wilhelm I. belebte die Hoffnungen wieder, em frischerer Luftzug begann zu wehen. Und das Jahr 1859 brachte zwei Ereignme, die die deutsche Frage wieder in den Mittelpunkt des Tenkens und Empfindens rückten: die Begründung des Nationalvereins und die Feier von Schillers 100 jährigem Geburtstag. Hier in Eisenach erfolgte im Juli lene Erklärung, die den Namen von Schultze-Delitzsch an der Spitze trägt: eine feste bauembe Zentralregierung mit Na tion al Vertretung jet notwendig, nur Preußen könne das schaffen, militärisch und politisch, es habe aber auch die Pflicht, dies zu schaffen. Gleichzeitig damit traten in Hannover jene tapferen Beidem bereit Gedächtnis m unseren Reihen nicht verlöschen soll, von Bennigfen und Miquel, mit derselben Erklärung hervor. So erwuchs das Eifenacher Programm. Um die wichtigste praktisch Frage, nämlich die nach der bleibenden Führung auf dem Weg zur politifchen Einheit, ist das Eisenacher Programm schonend. ,ängstllck , herum- gegangen. Man i-eißt wkis heute eine takttfche Ruckt ichtnahme. Nicht nur hatte sich ove Spannung zwischen Oesterreich und Preußen wieder verschärft, sondern man glaubte dadurch auch denen entgegen kommen zu müssen, denen Preußens Regierung nicht die genügende Gewähr für die Richtigkeit des Wegs zu bieten schien. In Wahrheit war es doch wie ein stilles Ein- iirat ater Rui u. era- tt nit liebenswustM nHermm.g.MD ilerS^ahmM zu werden. Behaus der 6* t ausgeichlosM Neldungenuniei^- jjener Anie>E öä* fromonteur hule in Köln Zentralvorstandes. In den Zentralvorstand wurden neu gewählt die Herren Fabrilänt D e y de ka m p -Iserlohn, Rechtsanwalt ä/c. | .Heygster - Memel und Justizrat Dr. Pagenstecher- Mannheim. Am Begrüßungsabend führte in seiner Festrede der Abg. Bass ermann die Versammlung in die Vergangenheit, in die schweren, aber auch in die großen Zeiten der Partei zurück. Er führte u. a. aus: Als der Schmied des Deutschen Reiches M ienen Jahren. 1870/71 die Kaiserkrone dem deutschen Volke überbrackste, da war os Wohl der Mitarbeit der Nationalliberalen zu verdanken, baß all die Herrlichkeiten, die bargeboten wurden, mit frifchem Geiste und nationalem Enthusiasmus entgegengenommen wurden. Und menn wir zurückblicken aus die Zeit, die nun anging, Die Zeit deutscher Gesetzgebung und deutsckM Liberalismus, die glanzende Zeit, die hohe, große politische Forderungen ihrem Ziel näher gebracht. Tas Reich wurde ausgcbaut und die großen nationalen Ziele im Auge behalten. Glücklich die Parlament ar i^:, die an dem großen Kanzler sich aufrichten konnten, fei es als Okbrtr'en, sei cs als Gegner, » >m sic mit ihm im Var tarnen tarn men Kampf zusammenprallten. Ueöer die 70 er Jahre ist dreie Periode nicht lstuausg dem men. Eine Reihe gesetzgebenfcher Arbeiten waren vollendet und es beginnt eine Zeit, wo die materiellen ^u- i c r e H e v s i ch i n den Vordergrund drangen. Vor allein die sozialdemokratische Bewegung, die die Industriearbeiter va sich hinübei zieht und auf dec anderen Seite die Bewegung, die die Laiidbeodüerung in das gegnerische Lager führt. Eine nfmucrig. Lage! Besonders für die nativnalliberale Partei, die aus der mittleren Lini^ einen Ausgleich juckst, (-sehr richtig.) Es begann die Zeit dtzr ickowendung von der klugen Politik zu der grundsatzlosen Politik des Zentrums. In diese Zeit fallt oas Abbröckeln. Noch Einmal begann ein Auffchwmig: 1887 als Bismarck bei den Saptenatswahlen appellierte an bas Mttonal- bewußtscin imb wo die Nationalliberalen wieder mit nahezu 100 Mann in das Parlament einzogen. Auch 1893 war nochmals ein Sieg zu verzeichnen. Von da ein Wendepunkt, ^on 1893,, als das Zentrum Frieden gemacht mit der Regierung, ist dir Einfluß des Zentrums gewachsen und wie es in einer Zentrums- Versammlung einmal gesagt worden ist: Zentrum ist krumpf! Die Blockivahlcn sind noch in frischer Erinnerung. Wie atmeten wir damals auf und wie wurde es jubelnd begrüßt, daß Fürst Bülow über Raren und Genossen hinweg an das Eolk appellierte. Verklungen und vertan ist der Block, vergangen au: igenwch. Und das Zentrum vor allem ist gerade durch die fouservcckive Partei in den Sattel gehoben worden. Und die Per iw e, die nun ansing -- eine erfreuliche für das Deutsche :Hfich wird sie nicht sein. (Sehr richtig.) Man hat von dem Niedeiaang der nationattiberalen Partei gesprochen. Wohl war ein Auf und i!(b in der Zahl der Mandate zu verzeichnen. Wenn man aber unsere Wahlstimmen ansieht, kann man von .einem Niedergang nicht sprechen. In den Wahleii von 1903 und 1907 haben wir jeweils cincit Stimmenzuwachs von 400 000 zu verzeichnen. Und die Frage der Reicksfincmzreform wird schon deshalb nicht verschwinden, weil die Leistung des blau-schwarzen Blocks nngenügcnb Ivar, und wir eine neue Reichsfinanzreform zu erwarten Zabeu Sehr wahr!) Und ich bin überzeugt, daß die Erbschaftssteuer in dieser nickst .fehlen wird. Und unter diesem Gesülstrstiunkt wirb di. naiionalliberale ^Partei ihren Sieg feiern. (Lebhaster Beifall.. Schauen wir auf Deutschland: Es lastet ein läpperet Druck der Unzufriedenheit aus dem Volk. Daß das Volk sich eine so reaktionäre Reform aufdrängen lassen müßte und un- mirieben ist, das sieht man in der Zunahme der roten Stimmen , bei den Leuten Wahlen. Mr dürfen deshalb in unsere^. ReihenMißmutnichtaufkommenlassen. Wir müssen fortidjreitcit, d e Wähler aufzuklären auch für eine neue Relchs- finanzresorm. Leblwite Zustimmung.) In bem schönen Eisenach, zu Füßen der altersgrauen Wartburg inmitten des ewig grünen Waldes, müssen wir uns daran erinnern, baß hier einNationaiver e i n gegründet worden ist und müssen ben nationalen Gedanken Heckleuchten lassen, ob die Zeiten gute ober schlechte seien. Ilnb alle Zeit möge die national liberale Partei ein Hort des Liberalismus sein. Ter Redner schloß mit einem Hoch auf die nationalliberale Partei in Eisenach. (Langanhaltender Beifall 2hi5 Stadt und Land. Gießen, 18. Oktober 1909. **DieAnsschlagskoeffizientenfürdiehes- fischen Gemeinde-Umlaaen in den Steuerjahren 1901 und 1909 veröffentlicht die Zentralstelle für die Landes» ftatiftit. Wir entnehmen der Zusammenstellung, daß im Jahre 1901 noch 6 Gemeinden steuerfrei waren (Albach, Bersrod, Etttngshausen, Hattenrod und Staussenverg im Kreis Gießen, sowie Fischbach im Kreis Alsfeld). Im Jahre 1909 konnten sich nur noch zwei dieser Gemeinden, Ettingshausen und Fischbach, der Steuerfreiheit erfreuen. Unter 50 Prozent erhoben 1901 69 und 1909 nur noch 33 Gemeinden. Dagegen erhoben über 200 Prozent 1901 23 Gemeinden und 1909 63 Gemeinden. Bemerkenswert ist, daß in beiden Jahren keine rheinhessische Gemeinde einen solchen Zuschlag erhoben hat. Von den Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern (1901 waren es 93 und 1909 102) erhoben im erstgenannten Jahr noch 6 unter 50 Prozent, während, keine Gemeinde über 160 Prozent kam. 1909 gab es unter ihnen keine Gemeinde, die weniger als 51 Prozent erhob, daocgen 3 mit 160—180 Prozent und zwei, die noch darüber hinausgingen: Arheilgen mit 199 und Mühlheim a. M, mit 181 Prozent. ** Die Statistik der höheren Knaben- uno Mädchenschulen in Hessen im Schuljahr 1909/10. Die Zahl der Lehrstellen an den Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal- und Realschulen nebst den Vorschulen, die mit ihnen organisch verbunden sind, beträgt nach dem Hiruptvoranschlag 28 Stellen für Direktoren, 409 Stellen für fest angesteltte imb 60 Stellen für provisorische Ober- fam die Geburtsstunde der iiationaHiberalen Partei. den Wahlen zum konstituier enden Reichstag des norddeutsckien Bundes ging der Mann hervor, der Jahre hinüurch Bismarcks bester parlamentarischer Bundesgenosse sein sollte, der erste Präsident des Nationalvereins, Rudolf v. Bennigsen. Wenn jener Gang Bismarcks von 1862 bis 1866/67 ein Meistergang staatsmännischer Kunst und genialen Wagemuts gewesen ist, so war diefcr Erfolg nicht möglich ohne die vorbereitende, klärende und erziehende ubS«e Silber, lcipl Line nctionalliberok Gedenkfeier in Eisenach. Zur Erinnerung an die 50. Wiederkehr des Gründungstages des Deutschen Nattonalvereins wurde von dem Zentralvorstand der Nationalliberalen Partei in Eisenach am 16. und l/. d. M. eine besondere Feier veranstaltet. Hierzu wird uns tnitgeteilt, bay eine vollständiae, die erste, authentifch-wisfenschaftttche Geschichte des Nationalvereins in dem nächsten Monat bei der Deutschen Verlagsanstalt erscheinenden zweibändigen Werke .Rudolf von Bennigsen" enthalten sein wird: „Ein deutscher libero Politiker. Nach seinen Briefen und hinterlassenen eichnnngen von Hermann Oncken . Am Freitag bereits fand in Eisenach eine öffentliche polttische Versammlung statt, in der Prof. Dr. Paasche über die Reichssinanzreform und die innerpotttifche Lage sprach. Samstag war eine Sitzung des nationalliberalen Bildung in ä» tzerlicher &£ Avenüujch wird < ' Lchnsil Angch» Llen Tie8.An^eU Privatmitlagsni: /We Herren ik ltzelbst em gut M vermieten. en in der Gesches ^Anzeigers. M n Friibiahr 3fr h • Saugelb aut tiot viatz in bester & ifleb. nur von Selk ^6 an b. Gieh. jtr,. lichtechten Zcniinc m einem Ltudew chern gründliche ichhilfe. ien in der GeM iefe. Anzeigers. ,tra Kepfrchuppen fiaaravsAZZ eredanßaary Idas Beete * öftrer, 10 Stellen für 3ritbertkbrer und 79 Stelle« jur seminaristisch qcbübfte £ebtcr, zusammen Stellen An orn bohren Bürgerschulen tvaren am I tue vo hondr.i 13 Stellen für fest anqcfldltr und 33 otelkr. ' ptomiorifd>e Dberlek-rer icin'chl. der Leiter, 3 < steilen für fest an gestellte und 11 Stell rn für provisorische jeminar orbdcric Lehrer, 30 Stellen für fest angestelltc und 10 Zeilen für provisorische Lehrerinnen, zusammen 16d Stellen 7ac Schulerzahi bfintg an den 1! < . mnaiien 273. (27j?> 3d)ulcr unb 37 Schülerinnen , an den - * roqnmraiun 1 uno 6 , an den 3 iiealgr mnaiien 1606 1438 und <»> , an Der 7 Lberrealschulen 1407 (4361 uno 46 , an den " -7. .'al schulen 1671 *7 und an der ^anDtoirti-t.crtv' schule w < ,roß-Umstadt 34, an den 33 höheren Burger- Idyulen 2 77, 1446 und 1213, an den 5 höheren Mädchenschulen 3275 einschl. Vorschulerinnen und an den zwei hrcnnnenseminaren 1B2. Außerdem nxrren in den '-oor- inHen Der ^nnrnafier und Realanstolten 14% Schuler rarunter 4 Maochen und an denen der höheren Bürgerschulen 329 1107 Schuler uno 222 Schülerinnen!. Unter een Vorschulen befanden sich folgende Zrvoigschulen höhere Bürgerschule £U Groß-Umstadt eine i! Sch'ilerm, höhere 5ürgcr rhulc zu Heppen her m 4 Stl-ulermnen, höhere Bürgerschule 7 ungstadl 1 Schüler und eine Schülerin, höhere Bürger,cs.ule Vilbel Ähuler und eine Schülerin, Real- irtpik ch. oß-Umnadt 7 Schiller und eine ^dpHcrin. Bon den GdrHcm der Gymnasien, Realanstalten und höheren Bürgerschulen marcn 69,5 Prozent evangelisch, 21,x Pro- \cnl tacholisch, 7,8 Prozent israelitisch und 0,9 Prozent sonstiger Konfession: 62,5 Prozent waren im normalen 2eben alter und 37,5 Prozent älter Rach dem Wolptfttz der eitern waren 63,2 Prozent aus dem Orte der Anstalt, Prozent aus anderen hessischen Lrten, 6,4 Prozent aus anderen deutschen Orten und 0,3 Prozent aus dem Ausland. * Der diesjährige Ritt der Kavallerie- Offiziere bei 1« Armeekorps (Mainzer Dragoner, •Vcntmicr Ulanen, Darmstädter 23er und 24er Dragoner um nen vom Steifer gestifteten Ehrenpreis fand in der Rächt vom 14. zum 15. d. M statt. Ter Abritt erfolgte vom Barackenlager bei Darmstadt. Von dort aus mussten hie Teilnehmer die Richtung über Arheilgen—Langenbieber einschlagen und eine bei Offenbach von Truppen der Hanauer und Offenbacher Garnison genommene Aus- Heilung erkunden. Das Resultat der Erkundigung mußte schnellstens nach Darmstadt gebracht werden. Aus dem Mtck- ritt muhte die Richtung über Rüsselsheim eingeschlagen werden. Die Leitung des Rittes hatte der Kommandeur her 21. Kavalleriebrigade, Prinz Albert von Schleswig- Holstein-tUiuksburg. •• Die 4 5. Jahresversammlung dcS Hessischen LandeSvereinS für Innere Mission findet nächsten Dienstag Den 19. und Mittwoch, 20. d. MtS. in Darmstadt statt und wird sich im großen und ganzen mit dem Kamps gegen den Schmutz in Wort und Bild, besonders mit brr Frage der VolkSschristenverbreltung auf dem Lande bc- ichäftigen. Am ersten Tage, abends 8 Uhr, wird im Gerncindo- jaal der PauluSkirche ein Famtlienabcnd abgehalten, bei dem Pastor SwierczewSki-St. Ulrich über: »Unsere Zeitungen als gute Freunde und getreue Nachbarn*, Pfarrer Erwin GroS- Esch im TaimuS über .Freude im Dorf und Pfarrer Schlosser-Darmstadt über .Darmstädter Jugend zwischen Schulbank und Kaserne* sprechen werden. In der geschlossenen Mitgliederversammlung am 20., vormittags 11 Uhr, zu der (Säfte angeführt werden können, referiert Pastor Swierczewski über .der evangelische Pfarrer und die Tagespresse*, und in der mn 3 Uhr nachmittags im Landessynodalgebäude statt- fiiibenbcn öffentlichen Hauptversammlung Pfarrer Groß über .Äolköjchriftenverbreitung auf dem Lande . An sämtliche Vorträge des zweiten Tage« wird sich eine Aussprache an- schließen. r. Treis a. d. Lda., 16. Oft. Hier wurde ein etwa fünfjähriger Knabe von einem unbekannten Radfahrer, dem er beim Spielen ins Rad gesprungen war, zu Boden geworfen und brach ein Bein. Ein Wunder ist'S, daß bei dem üblichen schnellen Fahren mit Rädern und AutoS aller Art durch die Hauptstraße unseres Dorfes nicht mehr UnglückS- fdUe Vorkommen. — Im benachbarten All endorf wurde >m Knabe von einem dortigen Einwohner, dem er von bei Straße aus beim Spatzenschicgen mitzusah und ihn dadurch störte, so verhauen (!), daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. >' Klei n - E i dien, 16 Ch Heute nachmittag wurde unter Itirfdxii von enter Feuersbrunst beimncfudH. Es brannte m. ber iöofrrite des Landwirt Marl Rad», dessen gestillte Scheuer trotz sofortiger Hilfk cm :Haub der Flammen wuibc. Auf tclo tibomidjcii Anruf waren die Feuenoehren brr umliegenden Drte herb igeeilt Als erste auf dem Braickplatze erschienen nächst .'Lkin-Vutrn, Vorbeiibad) und Stockhausen. Unter fräs - ;,Trr Mit kille der Ortsbewohner non Ml ein Crulxm und Larven badi gelang im har vereinten JvfueriDebrrn, die Nebengel"iubc bi» aus das bi rett mit bvr zuerst brennenden Scheune verbiinbene Wobndaus, *u iduh*-n Letzteres war schon gleich stark angrdrannt und wurde bei emstiienbem Wmde und eingetretener Dunkelheit noch gan; ein Raub brr flammen. Ucbn die Entstehung des Ferters schwebt noch Dunkel Q Overcisenhausen, 16. Oft Henle gegen 1 Uhr nachmittags brach in der Scheune dcS Butterhändlers Jakob Lenz Feuer aus und legte die ganze Hofrcite in Asche. Auch der benachbarte Kirchturm fing schon an zu brennen, konnte aber gerettet werben, sonst hätte' cs unabsehbare Folgen für unser Dorf haben können. - Herborn, 17. Ott. Die Bürgerschaft ist aufge- nradit über die Handhabung d es 8r ü cf e n b a ue » über bic Dill. Seil Juni ist man damit beschäftigt, an Stelle des eisernen Stegs in der neuen Bahnhofstraße eine Brücke Alt erlnruen. Denn auch die Dill im Sommer fetrr wenig Seiffer |ubrt, so nmr es doch Spielerei, wie man die Land Pfeiler aufsichren wollte. ES wurden schwache Bohlen neben- cutanbcr in bas TÜlbetl geschlagen, mit jfie> hinterfüllt intb jo das flaitAc Flußbett gestaut. Mittelst einer später « provisorisch Iwrgestellter Holzrimien gedachte inan ba> x&iiicr über die trocken zu legende Baustelle hinweg abzuleiten Das Nasser ließ cs aber s,ch nicht so ohne weiteres gefallen, icberzeit durch die engen Rinnen gedrängt AU totalen. Bet Regenwetter schwoll die Dill jedesmal rafd) an und da wir einen ziemlich regenreichen Sommer unb >?erbft hatten, so floß die Dill meist ungeachtet der herflefteUteit Rinne wieder ihren alten Weg. wobei fic alles nui fidi ris,. was m und um da Bett sich tu beit hkfl stellte Einem Anlieger wurde dabei fein Bentztuw. um großen ?cü mit tpeggeriffen, so daß biefrrhalb ein brozeß schuwbt L rotzdern inan alle möglichen Maschinen. Pumpen Turbinen zur WasserhaUmtg in da Finnin tt .^ejchaf : um dem Element .3u tropen, muBien an« icütt.ihhu Erperimerne aufgegeben werden. Die IVaianncn wurden U >'eder aus dem Flußbett herauSgeschafft und die ^rau» Vorrichtungen uno Rinnen entfernt Eine große Memchen- n.er.qe n eilte Dag unb 'xartu bei den Rückiugsarberten. Fem säugt man wieder von vom an unb fuhrt teben tanb- viriler sur nch au:-, indem man bet den rrojeft. Wntnt bovvelte Sp.kudwände einrammt unb dahinter das Safier ab. oh. irin Teil der Bürgerschaft hielt am ,ytcitag Jlbenb nnc Versammlung ab, in der wegen des Magistrats- tiefdiluffe', den Sieg abzubrechen, ohne einen Rotsteg neben ber Baustelle zu errichten, Protest erhoben wurde. Auch füfrt etn Teil der Einwohnerschaft Beschwerde über das flauen des Flußbettes, da inc tiefer gelegenen Heller unter toaffer standen Die übergeordnete Aufsichtsbehörde hat beim auch bic Räumung des Flußbetts ungeordnet, Pt mal die Ofen eichtigung zum Brückenbau überhaupt noch nicht erteilt fein soll 3u einer Rheiubrucke in Worms Hat man sich seinerzeit das Hiesige vorzügliche Steinmat crial kommen lassen. Hier zieht man es dagegen vor, aus cünftiidjem Material eine Brüde zu erbauen unb fängt damit im Spätherbst bei Hochwasser an. Die hessische wahlrechtsoorlage- Der vorn Ausschußreferenten 2lbg. v Brentano ver faßte Bericht über die Wahlrechtsvorlage ist soeben im Druck fertig gestellt und den nammermitgliedern übersandt worden. Der Bericht gibt auf 49 großen Seilen im Aktensormat eine umfassende Darstellung über die lang wierigen Ausschußverhandlungen und enthält in einer längeren geschichtlichen Einteilung mich eine eingehende, objektive Schilderung des Verlaufs der früheren Beratungen beider Hammern über die Lahlrechtsvorlagen. Die Regierung Ijattc schon ihren am 5. Januar 1903 dem 52. Landtag norgclcgteii Gesetzentwurf über die Einführung des direkten Laiidtagswahlrechls enge an die erste Vorlage vom Fahre 1901 angelehnt, und darin in verschiedenen wichtigen Bestimmungen den Wünschen der Kammer entsprochen. Die zweite Vorlage aber, in der prinzipielle Fragen zwischen Regierung unb Ausschuß nicht streitig geblieben waren, scheiterte an dem Widerspruch der Ersten Hammer, die in dem bekannten Initiativantrag die Abänderung der Art. 67, 69 und 110 der Bersassung in einer Weise verlangte, welcl-e nach Ansicht des Berichterstatters das Budgetrecht der Zweiten Kammer in Frage gestellt hättd. Nachdem bann in der Thronrede vom 20. Dezember 1905 dem Wunsch der Kammer entsprechend eine neue Mahlrechtsvorlage angekündigt unb dabei die Hoff nung ausgedrückt worden war, daß sich diesmal bei den beiden Hammern die (^ruublage zu einer Verständigung finden lassen werde, erschien am 29. April 1907 der dritte Entwurf, der 1. eine Aeuderung der Art. 67 und 75 ber Verfassung vorsah, 2. das birefte Wahlrecht und 3. die Wahl kreiseinteilung betraf unb die Bestellung eines besonders erweiterten Ausschusses nach Maßgabe des Gesetzes vom 14. Juni 1836 verlangte. In der Begründung mar darauf hingewiesen worden, daß die Frage der Verfassiingsändernng der Boden sei, auf dem eine Verständigung erfolgen müsse, falls überhaupt an eine Reform des Wahlrechts gedacht werden könne. Die Regierung vertrat dabei prinzipiell den Standpuuit - der historisch begründete und verfassungsmäßig gcnxihrleiftetc hervorragende Einfluß der Zweiten Hammer auf die Gestaltung des Budgets und des Finanzgesetzes muß erhalten bleiben. Der Ansschußreferent bc tont, daß Ausschuß unb Zweite Hammer diesen Stand punkt bis jetzt ebenfalls unweigerlich festgehalten haben und es sei als ausgeschlossen zu betrachten, daß hierin eine Aenbernng eintreten wird. ,,Allerdings sind im Ausschuß der 'stvetten Hammer verschiedene Auffassungen zu Tage getreten, ob durch die jetzige Vorlage der Regierung irgend mcldje erhebliche ober gar prinzipielle Rechte ber Zweiten Hammer inbezug aus das Budgetrecht alteriert würden." Der Bericht gebt darnach auf die L^erhandlungen der Ausschüsse beider Ständekmnmern naiver ein. Der Ausschuß der Zweiten Hämmer habe bic durch den Initiativantrag geforderte Gleichstellung beider Kümmern inbezug auf das Budget glatt abgelehnt und einen Vermittlungs- Vorschlag formuliert, loeldirr unter Ablehnung aller fon- ftigen Neuerungen nur die seither schon bestehende Praxis der sog. Rekonnnunikationen der Ersten *i "immer als Rocht zugestehen wollte Dieser Vorschlag wurde aber vom Ausschuß ber Ersten Hammer abgefeimt unb barauf in neue, laiiqbaucrnbe Verhandlungen zwischen beiden Ausschüssen eingetreten, deren Ergebnis der bekannte Antrag Glässing war. Der Ausschußbericht betont ausdrücklich, baß die Re gierung in burchaus loialer Weise ihre Zusage, wenn möglich zu bem direkten Wahlrecht zu kommen, auch für bic Zukunft eingelöst hat. Dann heißt es: Es ist in der Presse die Ansicht vertreten worden, als ob die Wahlrechtsreform auch ohne Zustimmung der Ersten Hammer erledigt worden könne unb zivar nach Art. 7o ber Verfassung, indem die Regierung, falls die 1 Hammer den Entwurf ablehnen würbe, letzteren auf dem nächsten Landtag wieder bringen unb bei einer abermaligen Ablehnung burch bic Erste Hammer von bem Recht (Gebrauch machen könne, bie für unb roiber ab gegebenen Stimmen zu zählen und damit bei einer Majori- tät für den Entwurf diesen zum Eejetz zu erheben Diese Ansicht ist unzutreffend und beruht auf einem Ucberfebeu des Artikel 110 der Verfassung, nach rocld>em A b - äuberungen der Versassungsurkunde nicht anders a l S mit Ei n w.i 11 i g u n g beider Ham morn geschehen können. Die Thronrede und die Regierung halten zudem wiederholt unb deutlich erklärt, daß eine neue Wahlrechtsvorlage nur bann zu erwarten sei, wenn bie Hoffnung auf eine Verständigung beider Hammern gc geben fei Es mußte daher deutlich erkennbar sein, baß die Regierung, selbst wenn sie mit Hilfe des Art. 7 > bie Möglichkeit gehabt hätte, nicht gewillt war, ohne eine Perständiaung beider Häuser eine Ae ir berung in bem seither bestehenden Wahlrecht in die Wege zu leiten. Nachdem ber Staatsminister sofort beim Zusammentritt ber Zweiten Hammer am 1«. Dezember 1908 nach Annahme beS Antrags, die Regierung zu ersuchen, eine neue Dahlrechtsvorlage auf Grundlage des direkten Wahlrechts baldigst vorzulegen, erklärt und ihm bie lamm i bart« zugesttmmt hatte, tat nach feiner Ansicht bicse V« fiänbigaiig auf bem vorhergehenden Land a zwischen ben Ausschüssen stattgefunden habe, erfolgte am 10 April d Z die Vorlage des vierten Wahlrechts^Sesetzentwurfs dessen Beratung beschloß ber Au.gchuß zunächst, bei der Hammer sowohl für die Vorlage über die V, ria fungs n berung. wie für die Vorlage über die Landstande tu 'weite Beratung unb Abstimmung zu bcanua-^it Auf einzelne wichtige Punkte der Beratung im Aus schuß. Über die wir schon früher eingehend berichteten werden wir in einem zweiten Artikel noch zuruckkomi» Dcrtreterotrjammlung des junglieberaltn Reichsverbmides. Jena, 16. Ott. Unter whlrricber Beteiligung von Tdegierten aus Aacke^ Berlin. Bxb -, Lasse!« Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Elbe», selb, (Erfurt, üsltngen, TyranPurt a. M. Görlitz. Hamburg, Hü- tx^bc.m, jene. Kaiserslautern, Köln, Shrtfclb, Langendreer. Man», h, im, L .mia. München, NeuNadl c. H.. 5tutm:rt, Ruhrott unb Worms irat beute morgen biet im Dolkskauie ber Reichs» rerbanb der Vereine der national liberalen Fugend zu feinet dieSiährigen Vertteterversommlung zusammen, »u deren Beratungen zwei Tage in Aussicht genommen sind, unb auf der als ?auDttbema die „staatsbürgerliche Erziehung des deutschen Volkes" öchandelt werden soll Ter Vorsitzende deS ReichsperbandeS Rechtsanwalt Fischer Erkelenz- eröffnete die Tagung mit Dottcn der Begrüßung und erstattete den GeschästSbericht für das verstossene Fahr. In der Aussprache übet den Geschäft-- beridn wurde bcrvorgehoben, daß die nnrionaHiberale Bewegung jetzt auch im Osten Fottschritte macke unh noch bessere machen werde, wenn man mehr agitiere. Jetzt habe dort aus liberaler Seite der Freisinn die Führung: warum sollte* Nickt auck die Nationalliberalen ihren Einfluß dort tu ver» stärken suchen'? Zn der öffentlichen Sitzung erstattete bann Rechtsanwall Fischer den Bericht über ine politische Lage. Der Redner geht auf bie Vorschläge beä Vierer-Ausschuss eSderlinksliberalenParteie« unb auf bat letzten Parteitag ber Deutschen VollSvartei in .Herdeiberg ein. Es sei verständlich, daß die Linkslideralen zunächst cn eine Einigung unter sich selbst denken. Aber mau solle sich hüten, in dieser Einigung unter sich selbst eine Ausschaltung der nationallibcrnlen Pattei zu sehen. Freilich se,en in den freisinnigen Kreisen noch manche, bie noch im starren Dottri- narisnrus bas Heil erblickten. Aber diese Kreise würden an Kraft verlieren, sobald sic an die einigen linksliberalen Partei« angegliedert sind oder als Eigenbrödlcr von der politischen Schaubühne verschwinden: besser noch, solche Einspänner zu verlieren als ausgeschaltet zu werden. Nun wird gesagt, wir smd in der Frage des HerdältmÜes zu den freisinnigen Parteien zu ovtimistisch. Zch meine aber, solche Vorgänge im Kahl- kavivfe, wie wir sie in Worms und Hagen lecker letzt gehabt haben, sind nur Rücksälle in frühere Zeit. Schon bei der unausbleiblichen nächsten Finanzresorm ist eine Einigung des Liberalismus erforderlich. ES ist die Pstickt unserer Partei, in Preußen bic Einlösung bes Lönigs- mottes wegen der Wahlreform mit allen Krusten zu verlangen. Es folgt die Beratung ber vorliegenden Anträge Tie Ortsgruppe Köln beantragt: Ter $ertrctcrtag erwartet von der nationalliberalen Reickstagsfraktion, daß sie auck bei den zukünftigen parlamentarischen Arbeiten Schulter an Schulter mit dem Linlsliberalismus als dein natürlichen Bundesgciwstcn arbeikt. Die OttSgruppe (Böttingen, unterstützt von Hannover unb Hildesheim, beantragt: „Angesichts ber burch bic Verhandlungen über bk letzte Reicksftnanzrcform geschaffenen politischen Lage erscheint eine reinliche Scheidung der nationalliberalen Partei von bem Bunbe der Landwirte drmgenh geboten. Es muß namentlich für die Zukunft als ausgeschlossen gelten, daß ein Kandidat ber nationalliberalen Partei sich auf Verhandlungen mit dem Bunde der Landwirte einläßt, die darauf dinzielen, ihn auf das wirtschaftliche Programm des Bundes in irgendeiner Weife sestzulegen Ter hessische Landesverband fordert ein/ Besprechung des Verhaltens der 91bg. Henl u ns •D r i o 1 a. Bei der Abstimmung wirb der Antrag Köln in folgender Fassung angenommen: Die Vorgänge der Reichssinanzrcform hoben bk Net Wendigkeit des taktisch parlamentarischen Zusammeiigchens dcS gesamten deutschen Liberalismus deutlich erwiesen. Der Ber- tretertmi crivartet von der natioihifliberalen Parteileitung, daß sie bic Anregung des Vierer Ansschit'ses der linksliberalen Parteien, eine Berständimmg üb^r ein gemeinsames Vorgehen aller Liberalen herbeizuführen aufnimmt und fördert Tr. Marwitz: Sckon seit längerer Zeit habe man es schmerzlich empsuicken, daß im Ausschuß der nationallckcrakn Parte ein Vorstandsmitglied deS Bunde- ber Landwirte fitze. Nun sei io Graf -O riola ausgetteten, der sich nach den Direktiven des Bundes der Londwitte und nickt nach denienigcn der nationol« liberalen Pattei gerichtet habe. Der erste Satz des AntrogeD Wöttingen wird unverändert angenommen Der zweite Satz m folgender Fassung: Es muß als ausgescklosien gelten, daß rin nationaler Handckat sich durch vorherige Bindung in Abhängig feit vom Bunde der Landwirte bringt. Der Antrag Köln auf Ausbau ber inneren Verwaltung Preußens wird nach einem Referate von Zunck «Köln angenommen. Den letzten Antrag, den des hessischen Landesverbandes, beantragt bic OrlSgruvve Düsseldorf dahinlautcnd zu fassen, daß ein Mitglied der national- liberalen Partei dem Reichstage nicht angeboren kann, ohne Mit- güeb ber nationalliberalcn RrickstogSfroktion zu fein. Bangel (Tannstabt): Das eigenartige Verhalten der beiden Herren Hehl und Driola dürfe nickt für sich allein betrachtet werben, sondern bilde den Abschluß einer längeren Entwicklung Graf Driola nenne sich nur deshalb nationalliberal, weil es in Helsen keine Konservative* gebe Er bat ber letzten Versammlung des Bundes der Landwirte in Hessen beigewobnt, out ber die Notionolliberalen vo« Tr Ticberid) Hahn so maßlos beschimpft wurden, ist aber et(6t aus seiner Loge berouSgegangen, um sie zu verteidigen Z» Friedberg erscheint ein Ableger ber „Deutsche* 2" ageszeitnn g", in dem maßlos gegen die Nalionalliderale» jorgegangen werde, jetzt stelle sich berau -, daß ba» Blatt va« Graf en Driola unterstützt wirb hört, hort' Der ^bg. Osann habe sich aus alter Pu tät vor biesc Leute gestellt Freiherr Heul wolle bie hessische Verfassung, tue iid) bemibrt habe, rückwartS revibieren Hevbe.randt unb Hevl umeri'ckeiden sich nur dadurch voneinander, saß bet " sage, was er wolle, ber letztere nickt t'ebb. Z üiimmung.) ‘r lind gewiß für Einigkeit, ober mit Leuten, bie den Liberalismus nur als Aushängeschild benutzen, können wir nicht zuiammeu- rbriten Auf Antrag des Herrn v LastauE wird iolambr Eitt- schiießung einstimmig angenommen: „Ter Vertretertag spricht den hessischen Freunden die Zu- Uimmung zu der «Stellungnahme gegenüber den ehemalige* '»eichstrgSabgeordneten Heyl und Oriola aus." 3n den am Sonntag fortgesetzten Beratungen besäiästi-K b der Vcrtretertag mit bem Thema der staatsbürger- dien Erziehung des deutschen Volkes ?h:s öcr freifmnigen Partei Hesse»;. c Frankfurt. 17 Ott Heute tagte hier unter zahl* •y. Beteiligung der La n d e sa u e s chu ß brr Frei- . innigen Partei für das Großherzogtua des Hande) 61.50 117.90 99.05 iSörse, 18, Oktober. Anfangskurse. Oktober Wetter 1909 16. bis 17. Oktober = 16. rstützt von Hammr Blut ist Leben SSZMnroten-uj^ten, Heren „noerlxn.lid.e «bfatfc ibn belqftc in reinwoll. Kammgarn mit langer Jacne, diese mit E^®dewsBB’enhaus 743,7 744,0 745,6 252.70 119.20 Elcktriz. Lahmcyer . Elektriz. SehiKkert . Eschweiler Bergwerk i Köln in folgend haben die ^ctroenbiy Sonnenschein KlarcrHimmel Liebet Harpeuer Bergwerk . Lanrahütte . . . . Lombarden E. B. . .. Nordd. Lloyd . . ‘ . Türkenluse . , , Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges- . . Darmstädter Bank . . . iingeit über die letzt n Lage erscheint eie tionalliberal« mbmirte dring« Zukunft als au-x tionalliberalcn W er Lailöwirtc cinlÄ- ’dwilidje ProgiW Jen. \ d fordert ein Abg. Heyl um Höchste Temperatur am Niedrigste , „ entleere ein Pakot Quaker Oats auf den Tisch. . 208.00 . 196,00 . 24.00 . 112.00 . 161.30 Das überraschend grosse Volumen beweist am besten die Preiswürdigkeit dieser kräftigen Nahrung. Ergiebigkeit ist eine Haupteigenschaft von Quaker Oats. . 114.75 . 137.65 . 211.00 . 214 50 Moire-Schalkragen, tadellos passend, Mk. in Wehlar. — Frau Luise Valentin, geb. Reinhardt, in Wehlar- Niedergirmes. — Frau Wilhelmine Marie Küster, geb. Demant, in Aßlar.— Herr Heinrich Ibelshäuser, Fran Louise Christine Quester, geb. Fischer, beide in Marburg. — Herr Ludwig Schmidt in Kirchhain. J^cbensbetätigung. Tic wichtigsten Faktoren für die Erhaltung der Le- '.cnsvorgänge sind die Nahrungsaufnahme und die Atmung, Tas Blut vereinigt da« durch diese beiden Vorgänge dem i örpcr zugcführtc Material und verteilt es aus alle ein- I einen Organe. Bei dieser Aufgabe ist es natürlich von i roßt er Wichtigkeit, daß das Blut von guter gesunder Be- h laffenhcit und in genügender Menge vorl-anden ist. Erfüllt L-r diese Bedingungen nicht, so treten Erscheinungen ein, . ;c nur mit Bleichsucht und Blutarmut bezeichnen und die eine große Menge von Leiden im Gefolge haben. Es ist betamrt, daß namentlich das weibliche Geschlecht diesen Leiden ausgesetzt ist. Eine Erläuterung dessen, was blut ist und rote es beschaffen sein muß, ist deshalb für Die Frau von besonderem Interesse. Blut besteht aus einer Hellen Flüssigkeit, die nährendes Siweiß enthält, und aus darin schwimmenden zahllosen L.cherordcntlich kleinen roten und weißen Blutkörperchen. ,Xür die obengenannten wichtigen Funktionen der Ernährung ianb Atmung kommen die Blutflüssigkeit und dte roten Blut- Grosse Auswahl Billige Preise Tadelloser Schnitt 195.60 102.90 111.80 181.10 138.30 248.60 150.00 15’9.9 ) 161 00 208.50 . 187.70 . 138.70 . 248.20 . 88.20 . 161.20 Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Uniou C. Dresdner Bank . . Tendenz: still. Famitten-Ncrchrichten. Geburten: Herrn Oberlehrer Glaser in Bnhbach ein Sohn. — Herrn Jahs. Roos in Brcitenbach am Herzberg eme Tochter. — Herrn Hermann Löb in Wetzlar ein Sohn. Verlobte: Fräulein Emma ßintmermann in Friedberg mit Herrn Baut Thölen in Schnauderhainichen (Sachsen-Altenburg.) — Fräulein Dina Fleischhauer in Bad Nauheim mit Herrn Paul Juckwer in Betzdori (Sieg). — Fräulein Lina Scheuer in Gelnhausen mit Herrn Siegsried Stern in Butzbach. — Fräulein ENrtede Wengenroth in Elberscld mit Herrn Otto Marrin in Alsüld. — Fräulein Hedwig o. Bergh mit Herrn Otto Ramspeck, beide in Essen a. d. Ruhr. Gestorbene: Herr Heinrich Peter in Odenhausen. — Herr Emil Jordan in Friedberg-Fauerbach. — Herr Johannes Jung in Oberkleen. — Frau Eliiabckbe Friederike Diemer, geb, Wiedersum, Frau Henriette Schwalb, geb. Fendi, beide in Büdingen. — Frau Katharina Schäler, geb. Fink, in Nieder-Ohmen. - Frau Elisabeths Schußler in Klein-Felda. — Frau Maria Reibeling, geb. Roth, in Eiia. — Herr Johannes Kennst m Alainz. — Herr Ferdinand Wall 4- 15,7 0 0. = -f 8,6 "0. Wintersport. _ Der Deutsche Schi-Verband hat am 9. und 1-0 Oktober in Goslar am Harz seine diesjährige Vertreteu-Ver- -uirmhniq abgehalttn. Der Verband, der zurzeit aus 6 großen stnbänden und 21 kleineren Vereinen mchnisgeiamt 13 000 Mit- l edern besteht, genehmigte verschiedene Satzungs- und Wettlauf- irnungs Blenderungen und beschäftigte sich mit organisatorischen ■ib technischen Fragen verschiedener Art, von denen nur die .'schloss.' bezüglich der Benützung der alpinen Schutzhutten durch ä'iläuser, des Internationalen Schi-Verbandes, der Genehmigung liiiflcr Verbandsplaietten als PreiSgegenstände erwälint seien. :> c beschloß, die illuftriertc Zeitschrift „Der Winter" aus weitere : Jahre als amtliche Zeitschrift anzuerkennen und zu sördern und ,t]lcntc seinen Vorstand durch Wieder- nnb Neuwahl wie folgt: 1 Ersitzender Prof. Kohlhepp (Karlsruhe), 2. Vorsitzender Lwf. P a u l cke (Karlsruhe), Schriftführer: Rechtsanwaltsrcund Pannheim, Rechner: .^ttnckmann Schmidt (München). Der >ruptv.'rbandswetilauf mit dem Auslrag der Meisterschaft von Deutschland findet für 1910 am 4., 5. und 6. Februar auf dem 7 c l d b e r g im Schwarzwald statt, die nächste Vertreterversamrn- mtg im Cttober 1910 in Baden-Baden. „Blut ist ein ganz besonderer Saft." Dieses Wort Goethes, -u dessen ;3eO die Kenntnis dec Zusannnensetzung 3(5 Blutes noch wenig entwickelt Ivar, weist vorahnend .nii die lvickstige Rolle hin, die dem Blut im menschlichen Organismus zusällt. „Blut ist Leben." Ohne Blut, ohne c?inen Kreislauf int Körper ist keine Lebenstäligleit denkbar, .ilnerhalb nwniger Minuten durchströmt sämtliches Blut in mut den men sch lick) en >lörper. Blntreichtum entspricht xichem Lebensgefühl; Blutarmut bewirkt eine geschwächte Meteorologische Beobckchtn»gen der Station Gießen. TeBefosiische Kursberschfe Giessener Anzeigers, mitgcteilt von der Bank für und in(H,>tTiet*Giessen. Frankfurter Börse, 18. Oktober, L15 Uhr. GerichtriaaL. fl Wiesbaden, 16. Ott. Nachdem der Kaufmann Adam 'üsttqang Ulmer aus Friedberg als Reisender der Mittel- utichen Oelwerke zu 'Trieb am Main sw) durch nngicrtc Austrage 'etrüaercien zu sänckden kommen ließ und entlasten wurde, trat im Juli dieses Jahres bei der Sazon-Oel-Compagnie m Nrcd u Stellung. Wenige Tage nach seinem Eintritt brachte er vier estellun-wir und ließ sich hierauf außer der zulte^ndcn Provision i m 30 Mark noch einen Vorschuß von 40 'Hart geben. Ulmer 1 «ab sich wieder auf Reisen, iam aber nur bis vochst a. Mam, i .d er wegen seiner Schwindeleien verl-astet wurde. ^nzwna>en i\tte sein Chef vorsicwsl-alber die in Bestellung gegebene Ware c st fakturiert, wodurch er dahinter kam, daß die Austräge fingiert , aren. Tie Strafkammer vcrurteüte Ulmer heute wegen des 5 seiner letzten Stellung verübten Betruges inttcr EutziehunF b r am 12.. Oktober wider iljn er kannten ^neunmonatliäxn Ge- !jngnisstrafc zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis. 64.20 Deutsche t>ank . . 99.00 Deutsch-Asiat. Bank 95.20 Diskonto - Kommandit 94.40 Dresdner Bank . . 161.801 Kreditaktien . . . 47.50 i Baltimore- und Ohio- 88.80 ' Eisenbahn ... . 65.75 Gotthardbahn . . fonierii bild-* „ Driola nenne V- ie= Bundes i>e wurden, w" e -Ms.« d-ßda-BM ? d 'hort, wr bteic k irren, lLebh- sten, d>c a aus. jtiwr lkes Diese roten Körperchen haben die wichtige Aufgabe, den Sauerstoff der Lust, der ihnen durch die Atmung zugeführt wird, im Körper KU verteilen. Wie die Heizlohle im Ofen unter Wärme und Lichtentwicklung in Kohlensäure verwandelt wird, so erhält auch der menschliche Körper Wärme und Energie dadurch, daß die Nährstoffe durch den Sauerstoff der Atmung verbrannt werden zu Kohlensäure; diese aber wird wieder mit der ausgeatmcten Luft abgegeben. Ist nun infolge anormaler Vorgänge oder Zustände hie Blutslüssigteit gering an Menge und arm an Eiweißgehalt, so ist die Ernähritng der Körpergeweoe unzureichend und manches bereits gebildete Gelvebe wird aufgezehrt, statt daß es erhalten und gekräftigt wird. Und ist die Zahl der roten Blutkörperchen gering, was durch blasse Hautfarbe erkennbar wird, so fehlt es an den Sauerstoffträgcrn, deren Tätigkeit die .Herstellung der Lebcnsenergie ermöglicht. Die Folgen sind Atemnot, Frösteln, allgemeine Mattigkeit und Unlust zur Arbeit. Der Körper sucht sich durch beschleunigte Herztätigkeit zu helien, als ob er durch häufigen Umlauf der roten Blutkörperchen die durch ben Mangel an denselben herbeigeführten Erscheinungen wieder gut machen will. Dies geschieht natürlich auf Kosten der vorhandenen Kraft unter vermehrter Abnutzung des Körpers und wird ost als beängstigendes Herzklopfen empfunden. Wie wird -dem abgeholsen? Es gilt in erster Linie die nährende Kraft des Blutes wieder herzustellen, die Blut- slüssigleit mit einer genügenden Menge Eiweiß zu versehen und 'dieses geträitigre Blut nimmt daun Nährstoffe und Salze, auch hinreichende Mengen Eisen aus der gewöhnlichen Nahrung wieder auf. In der richtigen Ernährung liegt hier die Hilfe. . Durch die fehlerhafte Blutzusammenfetzung leidet die Gesamternährung, also auch die Verdammgstäligketr und der Appetit. Diesem Umstande muß durch eine Aenderung in der Diät Rechnung getragen werden; man muß dem Körper durch konzentrierte leicht verdauliche Ernährungsmittel zti Hilfe kommen, wenn er nicht imstande ist, das für ihn Erforderliche aus großen Mengen gewöhnlicher Nahrung - x .. x# x. . ... «An 'OFCCa ff a a flöji Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. Paketf. 181.80 Harpencr Bergwerk . . . 208.00 Lanrahütte . .^>. . Nordd. Lloyd .^ . . etlh» 16. &8=«b in, < ’u leite des bemr* ber tiä “««all?* SNtz: DZ Jn 9ber Mn foü, eine AusschaltM tllll$ leien in e y.Qne“ Mfr nfsliBeralen Partei, Blüschen Schau, tltanner zu uedw „Sefagt, wir jinb « innigen Parteien « lange im Wahl, a Sagen Iciber jtti eee Zeit. Zchon nm rderlich. Es ist bit mlofung des Königs, llen Kräften zu üet- Slnträge. Ae Lrt- tionalliberalcn Reichten parlamentarisch«, Linlsliberalisinus alt mmmgchens des gt erwiesen. 2er $tn len Parteileitung, kl »er linkslibrralen fo* nsamcs Vorgehen alle fördert. r Zeit habe man 6 ber nationallibeud - öcr Landwirte M lief) nach den Dirckli» enjeni-jen der nation® le Satz des Antr-gs Der zweite Satz i lassen gelten, d-chs- Sinbung »> Der Antrag Nn® :ns wird nach eM Den letzten W •tragt die LrtsM Lied der hören kann, ohne V L Äö-68 Literarisches. — Goethe und feine Freunde im Briefwechsel. Herausgegeben und ein geleitet von Richard M. Mever, Prof, an bet' Universität Berlin. Verlag von tRwrg Bondi, Berlin. Brosch. 6 Mk. — Nichts kann die geistige Welilierrschaft, die OtoetijC fast zwei Menschenalter hindurch innegehabt hat, so ver anschaulichen, wie der Briefwechsel, den er mit den besten seiner Zeitgenossen geführt hat. Bisher gab es keine Möglichlett, dielen nnenblid; reichen Briefwechsel bequem zu überblicken. Es fehlte nicht an Sammlungen von Goethes eigenen Briefen; aber eine solche Auswahl blieb notwendig ein großer Monolog. Man vermisste die Gegenäußerungen der Adressaten umsomehr, als der Reiz der Briefform vornehmlich im Austausch der Meinungen liegt. So kommt diese erftr Auswahl des Goethesckton Brief- toechselS, die der bekannte Literarhistoriker Pros. Richard M. Meyer besorgt hat, einem Bedürfnis entgegen. Der heute vorliegende erste Band des auf 3 Bände berechneten Werkes läßt erkennen, daß überall die für die Korrespondenten charakteristischen Briefe ausgewählt sind, so daß der Einblick, den wir in Goethes geistige und sieundsck>aftlick>e Beziehungen gewinnen, ebenso klar wie authentisch ist. Tieier erste Band bringt die Briefwechsel Goethes mit der Mutter, der Schwester, Den Jugendfreunden (Riese, Behrisch, Oeser, Käthchen Schönkopf u. aj, mit Merck, Herder, Kestners, Sophie La Roche, Lavater, F. H. Jacobi, Bürger, Klopstock, Knebel, der Gräfin Auguste Stolberg, dem Herzog Karl August, dem Komponisten Kayser und Wieland. Einem jeden Briefwechsel hat Prof. Richard M. Meyer eine kurze Einleitung vorangeschickt, die den Korrespondenten in seinem Verhältnis zu Goethe schildert und das Verständnis des betreffenden Briefwechsels erleichtert; kurze Anmerkungen beschließen den Band. Zum größten Schmuck gereicht dem Werke die Ausstattung, die Melchior L e ch t e r geschaffen und bis ins Einzelne selbst überwacht hat; eine dem Auge wohltätig, dem Sinn erfreulich wirkende Harmonie zwischen dem Stil des Textes und dem Stil der Ausstattung wurde erreicht. Goethes Briefe beginnen mit einem großen, die Briefe der Anderen mit einem kleinen Initial. uni) seine Darmtätigkeit stören. Nicht jede Nahrung ist zu diesem Zwecke gleichgecignet, und es liegt aus der Hand, daß besonders bei geschwäehten Verdauungsorganen, wie sie bei Blutarmut vorhanden sind, ein Nährmittel in Frage kommt, das größte Reinheit und Kräftigimgswert mit leichtester Verdaulichkeit in sich vereinigt. Die Erfolge, die Gutachten der Aerzte und des Publikums erklären als das für diese Zwecke geeignetste Mittel das ©analogen. Sanatogen wird auch vom smwächsteit Magen gut ausgenommen, es wird schnell resorbiert und bereichert nach kurzer Zeit das Mut mit den wichtigsten Bestandieilen. Durch dies nährkräftige Blut werden die Organe des Körpers gekräftigt, zur Bildung neuen Blutes angeregt und befähigt. Die allgemeine Ernährung bewert- sich, und in naturgemäßer Weise wird auch das dem Blute notwendige Eisen aus den Nahrungsmitteln ausgenommen. So ist gerade die Vermehrung des Eisengehalts und der roten Blutkörperck^en eine Folge der durch Sanatogenzusuhr verbesserten Nahrungsaufnahme. Schlechte Vsrdauungstätigkeit und mangelhafte Blut- beschaffenheit stehen im engsten Zusammenhang mit Nervosität und Neurasthenie. Sanatogen verbindet mit seiner Wir- tung als blutverbcsserndes Kräfliguugsmittel die Eigenschaft, auch den Nerven die für ihre Neubildung Und Tätigkeit ersordertiche Nahrung in lcichtveroaulicher Form zuzuführen. Mit Sanatogen wird also au; dem natürlichen Wege die Ursache der Bleichsucht und Blutarmut beseitigt, der Körper wird durch die bessere Ernährung seiner Organe in den Stand gefetzt, sich selbst zu t'räfligen, das heißt, sich selbst zu belseu. Darum hat die blutbildende Wirlung des Sanatogens sich so lausen..faltig bewährt in roten Zuständen von Schwäche und Mattigkeit und namentlich in bestimmten Krankheitsfällen, wo von schneller Aufsrischung und von der Ernährung des Blutes die Genesung abhäng., so z. B. nach starken Blutverlusten nach Opera-ionen, im Wochenbett, in zehrenden Krankheiten ujro. usw. 03 40 83.70 93.40 83.60 92.85 91.80 99.30 98.50 94.70 Lombard. Eisenbahn .: .. 24.10 Oesterr. Staatsbahn . . - . 160.30 prince - Henri - Eisenbahn 133.80 l'orperchen in Betracht. Das Blut liefert beim Durchströmen des Körpers das ' nährende Eiweiß für alle Gewebe zur weiteren Verarbeitung. Sei der Bildung der Milch durch die Brustdrüse, bei dem Ausbau von Fleisch und Rtustcln, ja bei der Ergänzung dw Nervenstchstanz entstammt das Eüreißmaterral ursprnng- ,lid) dem Blute. Die roten Blutkörperchen enthalten einen elfen Nachdem verschiedene organisatorische Fragen r-, - ich worden waren, wurde zur politischen Lage folgende Erschließung angenommen: Der Landesausschuß der Freisinnigen Partei für das Eroßher-ogtnm Hessen dankt der l'.nksliberalen Frattionsgemeinschaft für ihre einmütige und ent)chic- -ne Haltung bei der Abstimmung über die Reichs i in aiurc form. Er erkennt es an, daß die national- liberale Reichstagsfraktion bei dieser Abstimmung gemeinsam mit der linlsliberalen Fraktionsgemeinschaft den 'tanwf gegen den tonservativ-agrarischttlerttalen Block misgenommen hat, stellt aber zugleich fest, daß sich die I; effische Nationalliberale Land espartet rn ihrer großen Mehrheit durch ihr Festl>altcn an der Verbindung mit dem Bund der Landrorrte und an den kon- ieroatio-agrarischen Elementen tn ihrer Partei im Wcher- ipruch zu dieser^ Politik ihrer Reichstagsiraktion ge,etzt und damit aui die Vertretung liberaler Grundsätze verachtet hat. Ter hessische Ltnksliberalismus hat daher die Pflicht der schärfsten Bekämpfung der Reaktion in jeder Gestalt und unter jeher Parte i f i r m a. 3ur Einigung der Linksliberalen nahm der ^indesausschuß folgende Entschließung an. Der Landesausschuß der freisinnigen Partei für das Großherzogtum Hessen begrüßt den Beschluß der 'sud- ucv.ti"d',cn Volkspartei zur Frage der Einigung de^ Linkv- liberaiismus. Er kann nach den in Hesten seit 1904 gemachten Erfahrungen die alsbaldige Verschmelzung der drei Liuksliberalen Parteien nur auf das roanufte wünschen und empfehlen. 3’/,%Reichsanleihe . do. . • 3'/.*/,, Konsols .... . 3°/n do. 3',,°/ö Hessen . . 7 - 3'/,"st Oberhessen . -. 4°/0 Oesterr. Goldrente .- 4'/t°/o Oesterr. Silberrente 4,0 Ungar. Goldrente .. . 4° 0 Italien. Rente . . - 3° n Portugiesen Serie I 3°,0 Portugiesen „ III 4 */,% russ. Staatsanl. 1905 4', j°/p japan. Staatsanleihe 4°/0 Conv.Türken von 1903 Tilrkcnlosc ...... 4"st Griech. 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